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Glimmerbrook
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Charaktere: Einige Werwölfe, NPC-Vampire, Remy
Geschichtstrang: Schlacht ums Portal
Gewalt
verstümmelte Gliedmaßen
Tod
Tief in der Nacht erreichen die Werwölfe das Portal in Glimmerbrook. Der Sinenima im Schlepptau verlangsamte die Reise und reizte die ohnehin schon angespannten Gemüter. Niemand fühlt sich wohl mit diesem Auftrag, doch der Wille der Alphawölfin ist Gesetz. Sie wird schon sehen, dass diese Mission scheitert.
In aufgeteilten Positionen um das Portal herum, hocken die Kämpfer, auf ihren Moment wartend und jeder für sich in Gedanken versunken.

Während Callisto in stoischer Ruhe ausharrt, bereit dem Willen der Alpha Folge zu leisten, hockt Briida nervös neben ihr. Sie hat ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache. Unsicher, wie sie den Auftrag angehen soll, hält sie den Blick auf Gayst. Eine zierliche, aber unerbittliche Kämpferin. Um sie zu besiegen, bleibt dem Gegner nur der Überraschungseffekt.
Briidas Gedanken werden jäh unterbrochen, als ein summendes Geräusch ertönt. Es tut sich etwas. Ein greller farbenfroher Blitz flammt auf und das Portal beginnt zu leuchten. Das Herz der jungen Wölfin schlägt plötzlich doppelt so schnell, als ihr klar wird, dass es nun beginnt. Angespannt wartet sie auf Brunos Signal.

Der Plan wurde schon unterwegs besprochen. Briida, und Callisto sind dafür verantwortlich, den Sinenima durch das Portal zu stoßen, während die anderen versuchen, das, was auch immer herauskommt, abzulenken. Bruno zeigt keine Nervosität. Er zeigt nicht nach außen, dass er noch immer an Hepzibahs Plan zweifelt.
Bruno sieht es nicht zum ersten Mal, dass sich das Portal öffnet. Er bleibtrffx stoisch stehen. "Macht euch berreit." Er mustert Callisto und Briida beim Seelenlosen. "Stoßt das Ding rein, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt." Kaum hat er die Worte ausgesprochen, materialisieren sich fünf Vampire beim Portal.

Callisto wirft den Sinenima auf Briidas Schulter und nähert sich dem Portal unbemerkt auf wenige Meter.

Einer der Vampire dreht sich zu ihr herum. Er muss sich weit wenden, da eine Augenklappe sein Sichtfeld einschrenkt. Zu spät bemerkt er, dass sie unmittelbar hinter ihm steht. Argwöhnisch betrachtet sie ihn, packt dann kurzerhand seinen Kopf mit beiden Pranken. Es knackt laut, als sie das Gelenk aushebelt.

Während Briida hinter ihr an den Büschen entlang eilt, um zum Portal zu gelangen, zögert Gayst nicht und rennt mit überraschender Geschwindigkeit auf die Gruppe zu, springt über den Vordersten und stämmigsten Gegner hinweg, der daraufhin irritiert in die Luft greift und dem Angriff des zweiten schwarz-roten Wolfes nicht standhalten kann. Fauchend landet Gayst auf den Schultern einer langhaarigen Frau und reißt sie zu Boden. Doch sie unterschätzt die Stärke der Gegnerin und wird ihrerseits herumgewirbelt.

Schlangenauge lacht hämisch. Die helle Wölfin liegt nun unterhalb. Die Schulter schmerzt. Aber Schmerz ist nichts, was sie nicht kennt. Ihre Waffen hat sie griffbereit, zwei vergiftete Dolche. Schlangenauge zögert nicht. Die Waffen stechen auf den Körper der Hellen ein. Bei jedem Treffer ist ein hämisches Lachen der Vampirin zu hören...

Ein Lachen, das in einen schmerzerfüllten Schrei umschlägt, als sich die weiße Wölfin wehrt und ihr mit ihrer Klaue in den Bauch schlägt. Doch so schnell ist Schlangenauge nicht besiegt. Sie rangelt mit ihrer Gegnerin, behält die Überhand und stößt diese in Richtung Portal. Aus dem Augenwinkeln kann die Vampirin gerade noch erkennen, dass sich auch die Wölfin mit der Augenklappe nähert... das nächste, was sie spürt, ist ein unerträglicher Schmerz.
Die Überraschung, von Werwölfen angegriffen zu werden, war zu groß. Der einäugige Vampir, Rhazien, wird überrascht. Der Genickbruch tötet ihn jedoch nicht. Dies ist nicht sein erster Kampf. Auch sein Auge hat er im Kampf verloren. Und er wird auch diesmal siegreich hervorgehen. Die Werwölfin wendet sich einem anderen Gegner zu. Doch Rhazien bleibt liegen. Während seine Wunde langsam wieder heilt, nutzt er die Zeit, um die Gegner zu begutachten. Es scheint ein halbes Rudel dieser Werwölfe zu sein. Verdammte Flohteppiche!

Ein Kampf. Endlich. Laila lässt ein lautes Heulen ertönen. Mit einem Sprung ist sie bei einem der Vampire. Der ist vorgewarnt durch Callistos Angriff und zieht seine Waffe, ein Schwert. Doch Laila ist Kämpfen nicht fremd. Sie duckt sich unter der Faust des Angreifers und springt die Gliedmaßen des Vampirs an. Dem Schlag war leicht auszuweichen. "So nicht, Blutsauger!", knurrt sie mit Genugtuung. Dann zerfetzen ihre Krallen dem Vampir das Gesicht. Nicht, um ihm zu töten, sondern um die Angst in den Augen sehen zu können. Daran labt sie sich.

Währenddessen stürmt Bruno auf die zweite Frau unter den Vampiren. Er springt ihr in den Rücken und überrascht sie damit. Er beißt ihr von hinten in den Hals, während seine Klauen sich in ihre Schultern bohren.

Der fünfte der Vampire muss sich vor Überraschung kurz sammeln, dann mischt er sich mit in den Kampf. "Domino!", ruft er verzweifelt und eilt der Vampirin zur Hilfe, die in den Hals gebissen wurde. Bruno führt den Schmerz, als ihn ein Schlag in den Rücken fällt. Doch er lässt sich davon nicht ablenken. Sein Ziel ist es, sein Opfer zu töten.

Gayst landet unelegant wenige Zentimeter vor dem noch immer surrenden Portal. Ein leichter Sog geht von dem Feld aus. Erschrocken weicht sie zurück und starrt die wabernde Fläche an. Noch nie ist sie so einem Ding so nah gekommen. Das magnetische Kribbeln, das auf ihre Hinterpfote überspringt überfordert sie und so verharrt sie einen Moment zu lang. Das Gift beginnt zu wirken und lässt ihren Körper zusätzlich träge werden. Die Welt beginnt, sich vor Gasysts Augen zu drehen und ihre Gedanken lösen sich in unbeherrschbare Schwere auf. Sie begreift nicht, was mit ihr geschieht, lediglich die Angst, die in ihr aufsteigt, scheint ihr greifbar.
Briida behält die Artgenossin im Auge und wittert ihre Chance.
'Du musst sie loswerden. Sie behindert die Entwicklung des Rudels.' Zwar begreift die junge Wölfin nicht, warum Hepzibah ihr diesen geheimen Auftrag gab, aber sie ist ein rangniederes Mitglied und wird sich hüten, die Pläne der Obrigen durchschauen zu wollen. Wenn sie aufsteigen will, tut sie, was man ihr sagt. Prüfend sieht sie sich um. Alle sind beschäftigt, jetzt ist die Gelegenheit. Mit dem schwach atmenden Monster auf dem Rücken, schleicht sie zu der hellen Wölfin herüber. Für das Rudel. Kurz entschlossen lässt sie ihr Gepäck fallen und greift Gayst am Fell, zieht sie einige Zentimeter vom Boden hoch und verpasst ihr einen heftigen Stoß.
Einige Meter entfernt geht die Vampirin mit den Schlangenaugen zu Boden, als Callisto ihr das Fleisch aus der Schulter reißt. Dunkles Blut spritzt durch die Luft und hinterlässt rote Flecken auf jedem, der sich im unmittelbaren Umfeld befindet. Die erfahrene Kriegerin setzt zum nächsten Schlag an, in ihrem unverdeckten Auge spiegelt sich der Kampfrausch, in den sie immer tiefer hinein gerät.
Callistos kräftige Pranke hält den Arm der Anderen fest im Griff. Nach vorn gebeugt blinzelt die Vampirin in Callistos wahnsinnige Fratze, die just in der Sekunde ihre Zähne in den feindlichen Arm versenkt und an dem faulen Fleisch zerrt.
Ein greller Schrei ertönt über dem kleinen Schlachtfeld, als Callisto den Arm der Kämpferin in der Hand hält, während der Rest des Körpers in Richtung Portal stürzt und gegen Gayst und Briida stolpert.
Geschwächt vom Kampf gegen die helle Wölfin hat auch Schlangenauge keine Chance mehr. Mit dem ausgerissenen Arm verliert sie schnell zu viel Blut. Sie verliert ihr Bewusstsein. Bald darauf atmet sie ein aller letztes Mal.

Der stattliche Vampir schlägt die Hand vors Gesicht, als er Lailas Klauen spürt. Die tiefen Schnitte brennen wie Feuer und für einige Sekunden verschwimmt ihm das Bild vor Augen. Doch schnell besinnt er sich, richtet sich voller Stolz und Würde auf, so dass er die wilde Wölfin um einige Zentimeter überragt. Das Schwert in der Hand und das Gesicht von seinem eigenen Blut getränkt knurrt er Unverständliches, ehe er zu einem Hieb ausholt, auf Brusthöhe antäuscht und blitzschnell zu den Beinen wechselt. Mit einem schlierenden Geräusch zieht sich die Schneide durch den Schenkel der dunklen Wölfin.

Laila heult wütend, als sie den Schmerz verspürt. Das schwächt sie nicht, sondern macht sie nur noch wütender. Ihr Wolfsgeheul dringt in die Ohren des Schwertträgers und das Echo schallt noch lange in seinem Kopf nach. Die Ablenkung reicht Laila. Sie sollte das beenden, damit sie sich auch anderen Gegnern zuwenden kann. Anstatt mit der Beute zu spielen. Ein weiterer Sprung in Richtung des Vampirs und Laila ist nah genug. Mit ihren Klauen und Zähnen zerfetzt sie ihm die Kehle.

Zur gleichen Zeit windet sich die, die jemand Domino nannte, unter dem Gewicht des Gruppenführers, um ihn abzuschütteln. Doch Zähne und Klauen bohren sich tief in ihre Haut. Erst als sie ihre Fledermausgestalt annimmt, verliert der Angreifer den Halt und poltert zu Boden. Das Tier schnellt in die Luft, begibt sich in den Sturzflug und verwandelt sich im Fall zurück zu der flügellosen und um vielfaches schwereren Simsgestalt und rammt ihm ihren spitzen Schuhabsatz in den Brustkorb.

Rhazien erhebt sich. Niemand hatte sich weiter um ihn gekümmert, so dass er Zeit hatte, sein Genick wieder zu regenerieren. Erneut kampfbereit stürzt er sich erneut in den Kampf. Schnell macht er aus, wer der Gruppenanführer der Wölfe ist. Den nimmt er sich als Ziel vor...

Bruno knurrt. Er packt das Bein der Vampirin, die Domino genannt wurde, kaum dass sie ihn erwischt hat. Ein lautes Knacken ist zu hören, als die Knochen brechen. Er macht eine Drehung und wendet sich dem Gegner mit dem Zylinder zu. Wütend springt er hinter ihn beißt sich in dessen Arm fest... und spürt erneut einen starken Schmerz, als sich auch der dritte Gegner ihm zu wendet. Doch der Gedanke, in der Unterzahl zu sein, erreicht ihn nicht. Stattdessen verfällt er in einen Blutrausch und schlägt und beißt ohne auf seinen eigenen Schmerz zu achten.
Callisto richtet sich auf, die Lage checkend sieht sie sich um. Schlangenauge ist ihren Verletzungen erlegen, ebenso wie der mit dem Zopf. Gayst liegt geschwächt vor dem Portal, bei ihr ist Briida. Bruno wird von drei Vampiren in Schach gehalten, während Laila sich zum Sprung bereit macht, ihren Bruder zu unterstützen. Die Älteste entscheidet, dem Rüden zu helfen. Festen Schrittes trabt sie zu ihm herüber, packt das Weibsstück am Nacken und schleudert es hinter sich.
Domino weiß nicht, wie ihr geschieht, stolpert gegen einen Körper und prallt nach vorn ab. In Fledermausgestalt weicht sie dem Sturz aus, erhebt sich in die Nacht und glaubt, nicht recht zu sehen. Jemand nähert sich rasend schnell. Erst als er vor dem Schauplatz stehen bleibt, erkennt sie ihn. Remy?! Wo auch immer er herkommt - seine Verstärkung können sie gebrauchen.
Briida verliert das Gleichgewicht, als sie von hinten angestoßen wird. Taumelnd rudert sie mit den Armen, versucht, dem Sog des Portals zu entkommen und bleibt mit der Hinterpfote an Gaysts Arm hängen. Sie stürzt rücklings und wird von dem Magnetfeld verschlungen.

Aus der Luft erfasst Domino die Situation. Rhazien und Mo haben Mühe, sich gegen die drei übrigen Wölfe zu behaupten. Wie so oft in einem Kampf, schwenkt die Vampirin in einen Sturzflug um, verwandelt sich zurück und stürzt mit ihren spitzen Absätzen voran, um ihren Gegner zu durchbohren. Wie zwei glühende Dolche schlagen ihre Fersen mit voller Kraft in die Brust des braunen Wolfes. Das gebrochene Bein zersplittert in weitere Teile und durchbricht die Haut. Der Schmerz presst einen Schrei aus ihren Lungen. Instinktiv schwindet ihre Gestalt erneut zum Tier, bevor sie gefasst werden kann, und flieht in die Luft. Auf einem hoch gelegenen Felsen lässt sie sich nieder, die Zähne zusammengepresst prügelt sie den restlichen Knochen an seinen ursprünglichen Platz und wartet auf die einsetzende Heilung.

Remy erreicht die Quelle seiner Eindrücke. Vor seinen Augen spielt sich ein erbitterter Kampf ab. Vier reglose Körper liegen auf dem Boden. Zwischen ihnen bekriegen sich drei Wölfe und zwei Vampire.
Remys Augen glühen vor Gier. Der Kampf interessiert ihn nicht. All seine Sinne sind auf die ausblutenden Leichen fokussiert. Elegant und schnell genug, um den Blicken der Anderen zu entgehen, begibt er sich zu der toten Frau. Ihre schlangenartigen Augen starren leblos in den Himmel. Ohne sie eines Blickes zu würdigen, stürzt Remy sich auf ihre klaffende Wunde und trinkt.

Rhazien wendet sich den neuen Angreifern zu. Der Rudelanführer ist mittlerweile schwer verwundet und sollte bald an seinen Wunden verbluten. Doch wenn er sich von hinten überraschen lässt, ist es erst recht zu spät. Elegant weicht er dem Sprung der Rotschwarzen aus und hält auch die Wölfin mit der Augenklappe auf Abstand.
Mos Zylinder ist ihm mittlerweile schon lange vom Kopf gerutscht und liegt zertrampelt und blutverschmiert ein paar Meter entfernt. Das werden die Köter ihm büßen! Wie schon so oft stößt er mit seiner Nahkampfwaffe zu. Der Wolf hat schon einige blutige Wunden abbekommen, einer seine Arme hängt nutzlos herab. Und doch lässt er sich in seinem Berzerkerzustand nicht aufhalten, trotz all der Wunden. Mo weiß, dass er es beenden muss, vor allem jetzt, da die anderen Wölfe zur Verstärkung eilen. Er muss Dom schützen... "Rette dein Leben!", haucht Mo, während er weiter mit dem Pelzträger kämpft... der schließlich doch noch zusammen bricht. Erleichtert will der Vampir mit Heterochromie gerade aufatmen, als ein markerschütterner Schrei den Raum erfüllt. "Bruuunoo!" Mo fühlt den Schmerz, als ihn eine rotschwarze Pranke mitten ins Gesicht schlägt. Das letzte, was er sieht, sind blutverschmierte Zähne, die sich seiner Kehle nähern. Dann ist es still.
Laila spuckt auf den Leichnam. Das ging viel zu schnell. Der Kerl hat es verdient zu leiden, nach dem was er ihrem Bruder angetan hat. Doch sie weiß auch, dass Brunos Chancen auf Überleben umso geringer sind, wenn sie zu viel Zeit vertrödelt. Hoffnungsvoll auf ein Lebenszeichen wendet sie sich dem geschundenen Körper ihres Bruders zu.

Callisto schnaubt vor Rage. Vor der Augenklappe baut sie sich auf, Speichel und schrille undefinierbare Worte geifern ihr aus der Schnauze. Adrenalin zerkocht ihr Blut - vor Jahren hätte sie der Wahnsinn übermannt, doch in ihrem Alter hat sie genug Erfahrung, um Herrin ihrer Kräfte zu sein. Blitzschnell packt sie ihn an der Kehle und schleudert ihn zu Boden. Bevor er reagieren kann, macht sie einen Satz und landet auf ihm, die Krallen gewetzt, um ihm den Brustkrob in Streifen zu schneiden. Der erste Hieb reißt die bereits blutverschmierte Haut auf. Callisto öffnet die Schnauze und streckt ihre Zunge weit heraus. Sie genießt dieses Spiel und setzt zum zweiten Schlag auf Lunge und Herz an.
Jetzt reicht es auch Rhazien. Er verwandelt sich in seine Fledermausgestalt und entkommt der Wölfin. In der Nähe landet er und hebt seine Waffe - auch er hat ein Schwert. Das ist blutverschmiert vom Blut des Rüden. Und nun soll es auch vom Blut der Wölfin besudelt sein. Lautlos greift er die alte Wölfin an. Wie auch er hat sie den Nachteil, nur durch ein Auge zu sehen. Diesmal ist es an ihm, sie zu überraschen. Er schlägt zu... Blut spritzt, doch auch Rhaziens eigene Kraft schwindet durch seine Wunden. Der Vampir schafft es, die Wölfin zu verwunden. Wenn er Glück hat, reicht es, dass sie daran verblutet, doch er bezweifelt es. Ist jetzt auch egal. Er sollte fliehen, so lange er noch kann. Erneut wirft er sich in seine Fledermausgestalt und flattert davon, bevor ihn die Klauen erreichen. Von oben mustert er die Lage. Der Rudelanführer rührt sich nicht mehr, und die Rotschwarze heult auf. Rhazien kann ihre Verzweifelung hören, doch sein Mitleid hält sich in Grenzen. Außer ihm und Domino ist der Rest des Trupps tot. Und er braucht Ruhe, bevor er weiter kämpfen kann. Außer Reichweite der Wölfe landet er in der Nähe von Domino. Doch er ist viel zu erschöpft, um auch nur ein Wort an sie zu richten. Die Wölfe sind bessere Kämpfer gewesen als erwartet.

"BRUUNOOOOO!" Lailas Schrei halt durch die Nacht. Sie ist blutverschmiert, doch das meiste ist nicht ihr eigenes Blut. Es ist Brunos, und das ihrer Gegner. Die Wölfin erhebt sich. In ihren Augen sind keine Tränen mehr zu sehen, nur noch blanke Wut. Sie springt hoch, dort wo sie die Fledermäuse hat hinflattern sehen. Doch selbst, wenn ihr Bein nicht verletzt wäre, sind die Gegner außer ihrer Reichweite. Wütend heult sie auf.
Unbefriedigt knurrend schaut Callisto dem Feigling hinterher. Erst Lailas Gebrüll lässt sie wieder für Anderes aufmerksam werden. Das Schlimmste befürchtend, wendet sie sich herum, sieht den Betawolf reglos am Boden liegen und erkennt den tragischen Verlust. Um ihn herum bildet sich eine rote Larche.
Dass Bruno tot ist, erscheint Callisto offensichtlich. Doch was ist mit Gayst? Prüfend nähert sie sich der hellen Wölfin und erkennt, dass sie flach atmet. Mit einem Finger hebt sie die Augenlider an - weit geöffnete Pupillen hetzen hin und her, als sei ihr Geist in einer Art Delirium.
Von ihr ablassend, widmet Callisto sich dem leblosen Körper des Sinenima. Seit Briida ihn fallen ließ, liegt er an dieser Stelle. Irgendwann ist der letzte Rest schwachen Lebens aus ihm entwichen. Diese Mission ist in ganzem Maße gescheitert.
Ihr eigenes Fell ist so mit Blut beklebt, dass sie zuerst nicht die tiefe Wunde registriert, aus der stetig warme Flüssigkeit herausfließt. Durch die Bewegungen verspürt sie den ziehenden Schmerz in der Rippengegend. Ihre Pfote auf die betreffende Stelle legend, erkennt sie, dass auch sie stark blutet. Einen kurzen Moment überlegt sie, was nun zu tun ist. Gayst muss zum Rudel und versorgt werden. Der bleiche Vampir wird sie begleiten und der Alpha ausgesetzt. Und Bruno - er braucht ein Begräbnis, das seiner würdig ist.
Ehrfürchtig kniet sie vor ihm nieder, senkt den Kopf und schließt die Augen. Flüsternd spricht sie zu Lucian, er möge Brunos Seele bei sich aufnehmen.
Das uralte Klagelied ihrer Ahnen schließt ihr Gebet - eine Tradition, die nur noch wenige Wölfe ausüben. Ihr selbst ist dieses Ritual viel zu wichtig, als dass sie es aus ihrem Geist verbannen könnte. Jedes gefallene Mitglied des Rudels - und damit der Familie - wird so aus tiefster Seele betrauert und verabschiedet.

Animalische Geräusche stören die einkehrende Stille. Callisto wendet den Kopf zur Seite, wo Remy sich gerade aufrichtet. Sein blutverschmiertes Gesicht zeigt keinerlei Beherrschung. Noch immer interessiert er sich nicht für die Pelzträger. Sein glühender Blick streift Callisto und Bruno beiläufig, ehe er sich der nächsten vampirischen Leiche zuwendet. Unersättlich giert er nach dem flüssigen Aas, das in den Boden sickert, wirft sich in die Pfütze, die aus dem breit gebauten Vampir heraussickert und ist nicht in der Lage sich dem Trieb zu entziehen.
Interessiert betrachtet Callisto das Schauspiel, tritt an Remy heran und glaubt das Verhalten deuten zu können. Nach wie vor steht sie treu im Dienst ihrer Alphawölfin - auch wenn sie die Gruppe in ein Selbstmordkommando geschickt hat. Dieser bleiche Blutsauger wird ein gutes Mitbringsel sein.

Laila fasst sich an ihr Herz. Und das jetzt, wo es eigentlich aufwärts ging! Als Bjarne angefangen hat, sein Gedächtnis wiederzuerlangen... Die Welt unter ihr zerbricht. Den Anblick ihres Bruders kann sie nicht länger ertragen. Ihre Gefühle wandeln sich in Wut. Damit kann sie besser umgehen.
Als sie den Vampir erblickt, der vom Blut der Leichen trinkt, sieht sie eine gute Methode, ihre Wut rauszulassen. Zwei der Blutsauger sind entkommen... Der hier wird dieses Glück nicht bekommen. Der Kerl ist ein Freak... als Vampir sich an Artgenossen gütig zu tun ist doch nicht normal. Sie springt auf ihn zu.. bis sie an der Schulter zurückgerissen wird. "Wir brauchen ihn lebend.", zischt Callisto, die Laila zurück hält.
Laila nickt schließlich. Der Angriff soll nicht völlig umsonst gewesen sein. Vielleicht nützt der Blutsauger wenigstens etwas als Geisel. Entschlossen versetzt die Callisto dem Vampir einen kräftigen Schlag in den Nacken. Ohne sich zur Wehr zu setzen, bricht Remy zusammen und bleibt bewusstlos liegen. Währenddessen, geht Laila zum toten Sinemina und löst dessen Fesseln. Die können sie nun für ihr neues Opfer gebrauchen.... Und wo steckt eigentlich Briida?
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
>>> Laila, Gayst, Callisto, Remy gehen nach Moonwood Mill - Werwolf-Versteck (2) >>>
<<< Henry und Jenna kommen von Strangerville - Labor Dr. Henry McCoy (2) <<<
Charaktere: Jenna, Henry
Geschichstrang: Spuren eines Kampfes
Regenwolken ziehen auf, als Henry und Jenna das Portal erreichen. Schon bevor sie den Ort des Geschehens erblicken, liegt der Geruch einer blutigen Schlacht in der Luft. Henry befürchtet das Schlimmste, als das Aroma seinen Verstand erreicht. Obwohl es so viele Jahre her ist, dass er an der Front kämpfte, werden die Bilder von damals in Sekundenschnelle in sein Bewusstsein gespült. Solche Szenen vergisst man nicht.
"Meine Güte ..." Die geflüsterten Worte verlassen seine Lippen, ohne dass er es registriert. Bestürzt lässt der Wissenschaftler den Blick über die Landschaft gleiten. Leichen gibt es nicht, doch tief rote Lachen ziehen sich meterweit über den Boden. Kampfspuren ringsherum, zerfetzte Kleidungsstücke, ausgediente Waffen und sogar Überreste von Haut, Fleisch und Haaren entdeckt Henrys geschultes Auge. "Hier müssen mehrere Individuen ihr Leben gelassen haben.", stellt er fest, während er sich umsieht.

Geschockt schaut Jenna auf einen zertrampelten Zylinder vor ihr. Lieber fokussiert sie sich auf dieses Kleidungsstück als auf die Blutlachen drum herum. Der Geruch allein reicht aus, dass ihr schlecht wird... Bevor sie etwas anderes machen kann, muss sich Jenna übergeben.
"Vielleicht sollten Sie lieber zurück in den Wagen gehen, Miss Grey." Besorgt mustert Henry seine Begleitung. "Das hier ist wirklich kein schöner Anblick und es ist keine Schande, sich dem abzuwenden."
Sie kann nicht zurück zum Rudel... nicht, nachdem sie das hier gesehen hat. Der Blutgeruch triggert die Erinnerungen. Bilder vom Kampf kommen in ihr hoch. Als der Seelenlose sie angegriffen hat..Jenna ist so geschockt, dass sie Henrys Stimme gar nicht erst hört.
"Miss Grey? Jenna!" Behutsam legt Henry eine Pranke auf den Rücken der jungen Wölfin. "Sind Sie in Ordnung? Kommen Sie, ich bringe Sie zurück."
Die Wölfin spürt die Pfote auf ihrer Schulter. Die Erinnerungen an den Seelenlosen schwinden. Henry holt sie in die Wirklichkeit zurück. Noch immer sagt sie nichts, doch sie bekommt ein Nicken zustande.

Väterlich legt Henry einen Arm um Jenna, zieht sie einige Zentimeter näher zu sich und wendet sich mit ihr ab, um sie zum Wagen zu bringen. "Ich fahre Sie gern nach Hause. Oder bevorzugen Sie die Gesellschaft Ihrer Freundin? Womöglich tun Sie sich einen Gefallen, wenn Sie nicht allein bleiben. "
Im Auto, wo sie die Gerüche nicht mehr so stark wahr nimmt, erholt sich Jenna auch schnell. "Jaja, Delaila wäre jetzt gut. Aber ich warte, bis gefunden wurde weswegen wir hier sind. So lange halt ich das schon aus."
Henry nickt zustimmend. "Ich bin nicht weit entfernt. Lassen Sie die Tür geöffnet und rufen Sie nach mir, wenn Sie Hilfe benötigen. Ich beeile mich."

"Ja" Sie versucht zu lächeln. "Es geht auch schon wieder besser."
Mit einem aufmunternden Lächeln nimmt er seinen Arbeitskoffer zur Hand und wendet sich ab, um zurück zum Portal zu eilen. Dort angekommen, nimmt er Proben der verschiedenen Blutspuren, verpackt behutsam in Tüten, was Krähen und andere Aasfresser übrig ließen und fotografiert akribisch jede kleinste Spur. Nah am Portal entdeckt er eine Schleifspur, die in ein Gebüsch führt. Etwas Großes wurde hier zur Seite geschafft. Ein ungutes Gefühl breitet sich in seiner Brust aus, als er sich den Sträuchern nähert und die Zweige auseinander zieht. Am Boden liegt der reglose Sinenima. Sein Fleisch hat bereits begonnen, sich zu zersetzen. Henry stellt fest, dass dennoch weder Maden noch Liegen in irgendeiner Form am Kadaver zu finden sind. "Faszinierend.", flüstert er vor sich her. Mit der Kamera schießt er Fotos aus unterschiedlichen Blickwinkeln, ehe er den Leichnam schultert und sich auf den Weg zum Auto macht.

Um Jenna Anblick und Geruch seiner Mitbringsel zu ersparen, verfrachtet er alles im Kofferraum. Noch immer bestüzt von dem Anblick, der sich ihm bot, setzt er sich auf den Fahrersitz, eine Weile vor sich her starrend und augenscheinlich versuchend, das Gesehene zu verarbeiten.
Jenna sieht auf ihre Füße. Sie ist Wölfin.. Mit dem Rudel hat sie auch Wild gejagt. Eigentlich sollte sie an Blutgeruch doch gewohnt sein... Offenbar nicht an Blut in dieser Menge. "Fündig geworden?", fragt sie den Blauen, als der sich wieder ins Auto setzt.
Träge nickt Henry. "Wie kann jemand nur so viel Hass empfinden?" Als würde er zu sich selbst sprechen, schaut er noch immer geradeaus. "Warum all diese Gewalt? Ich verstand es damals ebenso wenig wie heute."
"Ich weiß es nicht.", seufzt Jenna. "Ich werde nicht mehr zum Rudel zurück, zumindest das ist mir jetzt klar geworden." Sie sieht Henry nachdenklich an. "Ich bin nicht aggressiv. Oder hasserfüllt." Sie fasst sich an die Stirn. "Und doch... und doch hat mir die Erfahrung mit den anderen Wölfen Halt gegeben, während ich da war. Zumindest bis ich erkannt habe, dass da mehr dahinter steckt als nur eine nette Gesellschaft." Sie schweigt einige Sekunden, spricht dann aber weiter. "Und ich will auch keinen Krieg mit den Vampiren. Die haben mir nie etwas getan."

Henrys Blick klart bei Jennas Worten auf. Ein erschöpftes Lächeln legt sich auf seine Lippen, als er die Hand auf ihre Schulter legt. "Danke für diese Worte, Miss Grey." Sein Lächeln wir wärmer. "Jenna. Ich zweifle nicht daran, dass das die richtige Entscheidung ist."
Jenna nickt. "Ich werde einen Weg finden." Nachdenklich kratzt sie sich am Kinn. In der Menschenwelt wird sie sich wohl wieder einen Halbtagsjob suchen müssen auf lange Sicht. Zum Wohnen könnte sie auch zur Hütte zurück. Und bestimmt könnte Delaila ihr erst mal aushelfen. "Ich bin nicht alleine.", sagt sie daher.
"Sie sind immer herzlich willkommen. Ich hoffe, das ist Ihnen bewusst." Einige Sekunden sieht Henry sie freundlich an, ehe er fortfährt: "Unter diesen Umständen möchte ich Ihnen das Du anbieten. Ich empfinde eine tiefe Verbundenheit."
Jenna lächelt und reicht ihm die Pfote. "Das nehme ich gerne an, Henry. Ich danke dir." Sie sieht den Blauen einen Moment an. Dann gibt sie ihm eine Umarmung. "Danke für alles.", sagt sie erneut.
Herzlich drückt er die Freundin an sich. "Ich danke DIR, Jenna." Er löst sich von ihr und sieht ihr warm entgegen. "Und jetzt fahren wir zu deiner Freundin."
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
>>> Henry geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (19) >>>
>>> Jenna geht nach Britechester - Wohnung von Delaila Mayr >>>
<<< Gayst kommt von Moonwood Mill - Werwolf-Versteck (2) <<<
<<< Vendetta kommt von Strangerville - Geheimversteck der Werwölfe SV Rudel <<<
<<< Laila kommt von Glimmerbrook Nr. 1 - kleine Ruine <<<
Charaktere: Vendetta, Gayst, Laila
Geschichtsstrang: Selbstmordkommando
Betretenes Schweigen begleitet die Gruppe von Reisenden. Scheinen viele von ihnen gedanklich versunken, hat doch niemand die Muße, seine Meinung zu äußern. Wie hätten sie das Recht dazu? Sie alle stimmten in das feierliche Heulen ein. Die Atmosphäre ist angespannt. Selbst die Jungen dürften verstanden haben, dass die Zeremonie eine Farce war.
"Ravik?!" Gayst führt an der Seite ihres Gefährten den kleinen Trupp an.
"Ich sagte dir, dass es so kommen würde.", entgegnet Vendetta kühl.
Sie legt eine Hand auf seinen Unterarm und verleitet ihn zum Stehenbleiben.
"Du hättest nicht zustimmen dürfen.", sagt sie mit besorgtem Unterton. Die Begleiter strömen langsam an ihnen vorbei, wie sanft fließendes Wasser, das auf seinem Weg ein Hindernis umgeht.
"Ich akzeptiere die Entscheidung.", antwortet der Dunkelhäutige, leicht in der Lautstärke gedrückt, aber noch immer voller Stolz und Würde.
"Aber sie ist falsch." Gayst verfällt in ein energisches Flüstern. "Ravik ist unberechenbar. Er wird unser Untergang sein."
Vendetta senkt den Kopf zu seiner Frau herunter. "Dann geh zurück und fordere sie heraus." Seine Augen funkeln an einer gewellten Haarsträhne vorbei.

Gayst schluckt. Die Alpha herausfordern? Sie könnte sie niemals besiegen. Hepzibah ist um Einiges größer und garantiert kräftiger als sie selbst. Dazu noch ist sie wild entschlossen, den Titel zu behalten. Dafür setzt sie sogar das Wohl des Rudels aufs Spiel. "Das ... kann ich nicht. Sie würde mich mindestens verbannen." So, wie Laila. Allein, verwundet und aufgewühlt verkriecht sich das ehemalige Rudelmitglied irgendwo in den Wäldern. Wer weiß, was sie in ihrem Zorn ausheckt ...
"Dann sei still und füge dich." Vendetta reißt sie aus den Gedanken. Er wirft ihr einen bestimmenden Blick zu und nimmt den Weg wieder auf. Der Rest der Gruppe ist inzwischen einige Meter entfernt und so beschleunigt er sein Tempo, um sich ihnen anzuschließen. Gayst bleibt unentschlossen zurück. Nachdenklich schaut sie ihrem Mann hinterher. Sie bewunderte ihn schon oft für seine herausragende Loyalität, doch dieses Mal liegt er falsch. Warum nur lehnt er sich nicht auf? Mit Sicherheit wäre es kein leichter Kampf, aber er könnte es mit Ravik aufnehmen. Scheut er etwa den Tod? Nein, das kann Gayst sich nicht vorstellen. Vendetta ist ein stolzer Krieger - er lacht Schmerz, Tod und Verletzung ins Gesicht. Was auch immer seine Beweggründe sind - Hepzibah handelt nicht mehr in Sinne des Rudels. Das ist jedem bewusst. Und trotzdem stellt sich ihr niemand entgegen? Das ist nicht richtig.

Erneut blitzt der Gedanke an Laila in ihr auf. Vom Kampf am Portal war Gayst verwundet und stand unter dem Einfluss des Giftes. Ihre Erinnerungen an die Auseinandersetzung zwischen Laila und Hepzibah sind verschwommen, erscheinen ihr mehr wie ein schlechter Traum. Doch Tatsache ist, dass eine ihrer Schwestern im Rudel fehlt. Gayst ist nicht gewillt, sie aufzugeben. Es gab bereits zu viele Verluste. Hier und jetzt zieht sie die Grenze.
Sie beginnt die Suche tief im Wald, einem Punkt, der in etwa das Zentrum des ihnen bekannten Gebietes bildet. Immer wieder reckt sie die Nase in die Luft und sucht nach einer Fährte, doch es vergehen Stunden, in denen sie in immer größer werdenden Kreisen das die Landschaft absucht. Erst im frühen Morgengrauen entdeckt sie etwas. Ein schwacher Duft von herben Ausdünstungen erregt ihre Aufmerksamkeit. Sie setzt eine Markierung, um die Stelle notfalls wieder zu finden und folgt der dünnen Spur.

Laila schleppt das Reh zu ihrem Versteck. Morgen ist der Tag für den Kampf. Die körperlichen Wunden sind mittlerweile verheilt, und das Fleisch soll für Kraft sorgen. Das Tier ist nicht vergebens gestorben. Ein letztes Mal eine gute Mahlzeit, um bei Kräften zu sein. Zu schade, dass sie Brunos ehrenhaften Abschied nicht miterleben konnte, nicht dabei war, als er das Ritual des Abschieds bekommen hat, das ein guter Krieger verdient. Sie hat ihm alleine ein Heulen geschenkt, trotz des Risikos, gehört zu werden.
Das war vor ein paar Tagen. Damals hat niemand auf sie reagiert. Jetzt jedoch... Laila bleibt stehen, wittert. Sie ist nicht alleine. Jemand nähert sich. Der Wind blästs ihr entgegen, und der Duft wird deutlicher. Gayst?

Wie zur Bestätigung wird das Gebüsch inmitten einer dichten Baumrreihe auseinander gezerrt und zum Vorschein kommt die helle Wölfin.
"Laila." Gayst lächelt erleichtert. "Ich habe dich gefunden. Lucian sei Dank." Aufgeregt kommt sie näher, stoppt erst einen Schritt vor der Artgenossin und schaut sie aus großen Augen an. "Wie geht es dir?"
Grunzend legt Laila das Reh auf den Boden. "Schickt die Alpha dich? Um zu sehen, dass ich wirklich fort bin?" Sie schnaubt. "Richte ihr aus, dass sie sich da keine Sorgen machen muss. Ich werd sie nicht weiter belästigen. Ich werde nicht zusehen, wie das Rudel mit ihrer irren Führung zu Grunde geht." Die Alphawahl kommt in ihren Sinn. Gibt es nun einen neuen Alpha? Wie wurde sich entschieden? Laila spuckt auf den Boden. Wenn einer diese Ehre verdient hätte, dann Bruno.

"Weder schickt sie mich, noch weiß sie, dass ich hier bin." Gayst spricht besänftigend - nicht um Lailas Stimmung willen, sondern weil es ihre Art ist. "Ich wollte nach dir sehen.", erklärt sie ihr Erscheinen. Ihr Haupt senkt sich. Ihr wird klar, dass die Sorge um das einstige Familienmitglied nicht der einzige Grund ist. "Du hast Recht. Das Rudel geht zugrunde. Hepzibahs Entscheidungen waren in der letzten Zeit ... fragwürdig. Und sie sind es noch." Mit ernster Mine sieht sie auf und sucht den Blick Lailas. "Sie hat Ravik erwählt." Noch immer ungläubig über diesen Schritt schüttelt sie leicht den Kopf. "Ravik. Stell dir das vor. Er wird uns ins Verderben stürzen."
"Was?? Der Idiot hat doch keinen Plan, wie ein Rudel zu führen ist. Und ein Beweis mehr, dass sie den Verstand verloren hat." Was findet Bjarne nur an ihr? Warum ist er im Rudel geblieben? Er ist doch vorher auch ohne klargekommen... Er hätte gehen können. Hätte gehen SOLLEN... Ihre Augen funkeln wütend. Doch Lailas Wut auf Bjarne hält nur kurz. Ihre instinktive Abneigung gegen Vampire lässt nichts anderes zu, als hauptsächlich auf sie den Hass zu fokussieren.. Vor allem morgen wird das wichtig sein. "Gibt schon Vorteile, dass ich mir darum keinen Kopf mehr machen muss.", knurrt die Rotschwarze.

Gayst horcht auf. "Was ... hast du vor?", fragt sie.
Einen Moment überlegt Laila, ob sie mit der Wahrheit rausrücken sollte. Wird Gayst versuchen, sie aufzuhalten? Vielleicht ist es ein Hilferuf, als sie schließlich doch erzählt: "Werde den erbärmlichen Blutsaugern zeigen was es heißt, einen Feind zu haben der nichts mehr zu verlieren hat."
Traurig senkt Gayst den Blick. Lailas Aussage überrascht sie nicht. Sie kennen sich ein ganz Leben. "Das darfst du nicht.", sagt sie leise und doch voller Nachdruck. "Bruno war auch meine Familie. So wie Briida und all die anderen, die wir verloren haben. Du kannst mich nicht auch noch verlassen."

Laila hält inne, setzt das Reh auf den Boden. Es würde Verbannung für Gayst bedeuten, wenn sie hier nur aus Mitgefühl sprechen würde. Hepzibah würde es nicht gutheißen, wenn sie wüsste, dass sich die beiden Wölfinnen überhaupt unterhalten. "Du planst etwas. Was?", fragt die Rotschwarze.
"Es ist eigentlich kein ... Plan." Die Helle hebt den Blick und schaut in Lailas furchtloses Funkeln. "Ich will nicht noch mehr Familienmitglieder begraben." Erschüttert über ihre eigene Gedanken weicht sie dem Starren der Anderen wieder aus. Sie war immer loyal gewesen. Wurde zu bedingungsloser Treue erzogen und glaubt daran, dass die Alphawölfe ihre Ehrfurcht verdienen. Doch tief im Inneren, hinter all den Erlebnissen der vergangenen Wochen, schlagen Zweifel ihre Wurzeln. Sie kann nicht sagen, wann es begonnen hat. Doch hat sich die gebrechliche Saat wohl schon vor langer Zeit eingenistet. Und sie hat es nicht bemerkt. Oder nicht ernst genommen - aus heutiger Sicht ist sie sich dessen nicht sicher.

"Ich kann es nicht mit ihr aufnehmen. Sie ist viel stärker als ich. Und verzweifelter. Sie wird alles tun, um Alpha zu bleiben. Aber ... ", jetzt schaut Gayst wieder zu der Dunklen, "ich werde sie aufsuchen und ihre Wahl infrage stellen. Gut möglich, dass sie mich verbannt. Oder ..." Schweigend dreht sie sich herum in die Richtung, aus der sie kam. Die Sonne geht auf und taucht den Himmel in ein zartes Rosa. "Es ist so schön hier draußen.", murmelt sie. Vielleicht ist dies der letzte Morgen, den sie erlebt.

Laila setzt sich schweigend auf den Boden. Es WAR schön hier draußen. Doch seit Maroks Tod waren die schönen Tage selten. Es gab sie noch. Als sie Bjarne gefunden hat. Als dieser sich erinnert hat. In diesem Augenblick hatte sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder so etwas wie Hoffnung gespürt... Doch die war nur trügerisch und nicht von langer Dauer. Erneut spuckt Laila auf den Boden. Es dauert eine Weile, bis sie weiter spricht. "Ihn habe ich nie erwischt.", knurrt sie, "Maroks Mörder." Wenigstens den, der Bruno das angetan hat, hat sie erwischen können. Doch die Befriedigung bleibt aus. "Mein ganzes Leben habe ich damit verbracht, ihn zu jagen, ohne ihn je wieder gesehen zu haben. Vielleicht ist er schon längst tot. Irgendwie... ist es eine Erleichterung, sich einem einfacheren Ziel zuwenden zu können. Jetzt ist es mir egal welchen Vampir es erwischt. Keiner sollte sich mir in den Weg stellen." Sie sieht zu Gayst.

"Das tut mir leid, zu hören." Gaysts Mine wird kühl. Laila ist ein verdammter Sturkopf. Sie glaubt, die Trauer über ihre gemeinsamen Verluste für sich gepachtet zu haben. Doch in Wahrheit lässt sie Trauer nicht zu. Sie übertüncht alles mit billigem Hass. "Du änderst gar nichts, wenn du wie eine Tollwütige auf sie stürzt. Du kannst vielleicht zwei oder drei töten. Mit Glück auch fünf." Die Augenbrauen tiefer ins Gesicht ziehend redet Gayst sich in Rage. Sie ist es leid, ihren Wegbegleitern gut zuzureden und auf nichts als Starrsinn zu stoßen. "Und dann? Es werden mehr kommen und das, was du für ein Opfer hältst, spielt dann keine Rolle mehr. Du bist umsonst gestorben und hinterlässt noch mehr blutende Herzen in deinen eigenen Reihen." Tränen steigen ihr in die Augen. Der Gedanke, Laila tot zu wissen, zerreißt ihr das Herz. "Und wofür? Kommen unsere Brüder und Schwestern dadurch zurück?" Gestikulierend reißt sie die Arme auseinander, den Kopf lange schüttelnd.
"Du beschmutzt nur ihr Andenken. Und ihren Frieden."

Aufgebracht dreht sie Laila den Rücken zu. Auch sie hat Bruno geliebt, ebenso wie Marok, Ruva und all die anderen. Sie waren ihre Familie. Lailas Ignoranz über ihren eigenen Schmerz treibt Gayst die Wut ins Gesicht. Sie wirbelt zurück und mit ausgestrecktem Finger fährt sie fort: "Du benutzt die Verstorbenen, um zu schlachten. Und das nicht für sie. Sondern nur für dich. Weil DU den Verlust nicht fühlen willst. Aber ich sage dir etwas, Laila. Es ist nicht mutig, sich in einen Rachefeldzug zu stürzen. Das ist feige. Viel mutiger ist es, sich DIR SELBST zu stellen, deinem Gefühl, deiner Trauer und deinem Schmerz. Anstatt alles wahllos an irgendwem auszulassen. Und die, die gegangen sind, haben etwas Besseres verdient. Sie verdienen, dass du lebst und etwas aus dir machst. Sie sind für dich gestorben. Für uns. Wir schulden ihnen, unser Bestes. DAS ist NICHT dein Bestes!"
Zornig und außer Atem schnaubend dreht sie sich erneut weg. Ihre Nüstern beben und die Luft presst sich gewaltvoll aus ihren Lungen, während sie versucht, sich zu beruhigen.

Gayst dringt nicht zu Laila durch. "Und wozu? Ich hatte Hoffnung, als ich Bjarne fand! Ich hatte sogar die Rache vergessen für eine Zeit, hatte mich darauf konzentriert, sein Gedächtnis wieder zu finden. Und was hat das gebracht? Gar nichts. Ja, er hat sich an einige Punkte wieder erinnern können. Aber offenbar nicht genug um zu kapieren was im Rudel vor sich geht. Wie es zerbricht. Wenn ich Vampire mit in den Tod reiße, gibt es weniger von denen. Für mich klingt das nach einer verdammt nützlichen Sache für die Nachwelt." Ihre Stimme wird laut und ihre ganze Frust lässt sich darin hören.. Alles, um nur nicht ihre eigene Verletzlichkeit zeigen zu müssen.

"Das ist das Problem.", fasst Gayst zusammen. "Es geht nur um dich. Es interessiert dich nicht, ob du andere mit deinen Taten im Stich lässt." Schmerzerfüllt kneift sie die Augen zusammen. "Tu, was du nicht lassen kannst. Aber hab wenigstens den Mut, dich vorher von Zamira zu verabschieden. Sie hat dich immer gemocht. Du weißt, wo du sie findest." Gayst verkneift sich das wehklagende Heulen, als sie im Begriff ist zu gehen, wendet sich noch einmal zu Laila herum und sagt: "Leb wohl."
Laila sagt kein Wort. Zamira... Die Kleine hat es immer gemocht, wenn Laila mal in der Laune war, die alte Gitarre hervor zu holen. Wie alt mag sie nun sein? Zu gerne hätte Laila der Kleinen wenigstens die überlassen. Doch die Gitarre liegt in der Höhle im Glimmerbrook und nicht im Ruinenversteck. "Leb wohl.", sagt Laila nur, ohne Gayst ihre Gedanken um das Mädchen mitzuteilen. Sie sollte sich ausruhen. Sollte das Reh verspeisen. Vielleicht kann sie noch einige Kräuter finden um es noch schmackhafter zu machen. Ist immerhin ihr letztes Mahl.
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
Red >>> Start
Charaktere: Laila, Red
Geschichtsstrang: Die Entscheidung
Der abendliche Wind bläst Laila ins Gesicht. Am Portal ist es ruhig... noch. Ist noch zu früh am Abend für die Vampire. Sollten sie doch eintreffen, so ist die Werwölfin bereit. Sie ballt ihre Hand zur Faust. Das ist es also. Das Ende. Laila ist bereit. Bald würde sie wieder mit ihren Brüdern vereint sein..

Laila wartet. Geduldig. Und sie lässt ihre Gedanken schweifen. Die kleine Zamira... Irgendwie tut es der Wölfin schon leid, das Mädchen nicht mehr wieder sehen zu können. Hat Gayst Recht, und es ist Feigheit, sich nicht mehr zu zeigen? Es sind nicht die Wölfe, die Laila Angst machen. Was ist es dann? Sie knurrt. Es ist nur Recht, sich an den Blutsaugern zu rächen. Wenn schon nicht an dem einen, den sie eigentlich jagte, dann wenigstens an seiner Rasse.
Noch immer ist kein Vampir zu sehen. Seit dem Tod des Sineminas hat sich die Frequenz am Portal verringert. Weniger Deathdealer sind unterwegs, auch wenn es immer noch Patrouillen gibt. Nur heute lassen sie sich offenbar Zeit.
Gut. Gibt mir noch etwas Zeit. Laila hält inne. Hat sie das wirklich gedacht? Dass es 'gut' sei? Sie knurrt erneut. „Pah. Nun rede dir deinen Plan nicht noch aus. DAS wäre feige." Sie wird vor dem Kampf nicht zurück schrecken! Oder ist es Feigheit, weil sie vor dem Leben flüchtet?
Endlich tut sich was. Einige Vampire zeigen sich.. Jetzt oder nie! Doch Laila bleibt sitzen. In Deckung. Außer Reichweite der Vampire, die sie noch immer nicht bemerkt haben. Und sie bleibt sitzen, auch als diese außer Sichtweite sind.

Laila hat sich entschieden. Sie würde Zamira noch einmal sehen. Und Gayst... Doch vorher muss sie noch etwas erledigen...
- - -
„Hey, Red, warte!“ Die ganze Zeit hatte Laila in der Nähe versteckt gehalten, bis das Rudelmitglied in Sicht kam. „Laila?“ Die junge Wölfin sieht verwirrt zur Rotschwarzen. „Was machst du denn hier?“

Laila lächelt schief. Seit Brunos Tod und ihrem Verstoß aus dem Rudel müsste die Gruppe in Glimmerbrook führerlos sein. So wie Laila Lotte einschätzt, könnte sie versuchen, das auszunutzen, wenn das nicht längst geschehen ist. Sie ist ehrgeizig. Doch nicht Red. Die Mutter der Kleinen ist zu feige dafür, sich gegen die kampferfahrene Rotschwarze zu wenden. Von ihr gibt es keine Gefahr. „Hör zu!“, sagt Laila, „Ich brauche die Gitarre. Hol sie mir her. Und sag niemandem, dass ich hier war.“ Die natürliche Autorität reicht aus, dass Red gehorcht. Laila greift nach dem Instrument, und verschwindet damit in der Dunkelheit.

<<< Eartha kommt von Die Welt zwischen den Welten <<<
Charaktere: Eartha
Geschichtsstrang: Abschied
Eartha sitzt gemeinsam mit Pumpkin am Fluss in Glimmerbrook. Sie hat die Zwischenwelt früh genug verlassen, und ihre Energie für die Rückkehr aufgespart. Gut, dass sie mittlerweile mehr Übung mit Teleportation hat als damals. Timbrens Überreste hat sie dabei. Für ihn ist sie hierher gereist. Seine alte Heimat... Er liebte das Wasser.
„Soras ma... Jaoa!“, spricht Eartha den Zauberspruch. Magische Seerosen wachsen um die Knochen und tragen diese über das Wasser. Bis sie schließlich aus ihrem Sichtfeld verschwinden. „Ruhe in Frieden, Timbren.“, spricht sie leise.

Irgendwann werden auch diese Seerosen vergehen, so wie er. Auch Magie hält nicht ewig. Eartha senkt ihren Kopf. Auch wenn die Tränen versiegt sind, fühlt sich die Magierin leer. All die Mühe ist umsonst gewesen. Sie hatte ihn retten wollen, hatte andere Magie studiert um besser zu werden, und dieses Ziel sogar erreicht. Und was hat es gebracht? Nichts! Timbren hat sie trotzdem nicht retten können. Was ist falsch gelaufen?
„Mrau!“ Pumpkins Pfote auf ihren Knien hilft Eartha, „Schon gut... ich.. ich werd weiter machen.“, murmelt die Magierin niedergeschlagen. Doch was nun? Hat sie ihr eigenes Ziel aus den Augen verloren, weswegen sie überhaupt den Stab haben wollte? Sie wollte der Welt Gutes tun. Wollte die Natur mit Magie unterstützen. Jetzt, ohne Timbren fühlt sich dieses Ziel so leer an. Ihr wird bewusst, dass die Suche nach ihm ihr wenigstens etwas gab, auf das sie hinarbeiten konnte. Doch jetzt?
Sie drückt Pumkin in ihren Arm. „Jetzt... darf ich nicht aufgeben. Er hätte es nicht gewollt.“ Sie erhebt sich, um nach Tartosa zurückzukehren.
<<< Felix kommt von Brindleton Bay (5) <<<
Charakter: Felix
Geschichtsstrang: Vogelkunde
Der Junge hält den Atem an, als sich der kleine Vogel auf den Zweigen der Erle niederlässt. Felix‘ Tarnzelt fällt durch die Farbe gar nicht erst auf und es steht nun schon zwei Tage hier. Die Tiere haben sich daran gewöhnt.
Der Junge beobachtet den grüngelben Piepmatz, ohne sich zu rühren. Keine hastigen Bewegungen! Auf keinen Fall darf er sein Fotomotiv verscheuchen. Felix überprüft die Einstellungen seiner Kamera: Kurze Belichtungszeit, damit das Bild nicht verwackelt. Offene Blende, damit trotz der kurzen Zeit genug Licht auf das Bild fällt. Auch der ISO-Wert passt. Die Kamera klickt.

Um ein paar Alternativbilder zu haben, wechselt Felix zwischendurch die Einstellungen, während sein Motiv das selbe bleibt: Der kleine Vogel, der ihn noch immer nicht bemerkt hat. Mal ist nur der Vogel im Fokus. Mal auch die Gegend dahinter. Bis das Tier sich schließlich doch noch in die Lüfte erhebt und verschwindet. Zurück zum Rest des Schwarms.
„Schade.“, denkt Felix und überprüft die Vorschaubilder. Nicht alle davon sind etwas geworden. Doch andere sind gestochen scharf. Er behält die interessanten Bilder, während er die misslungenen löscht.
Er lauscht den Vogelrufen. Dieses dezente Zwitschern und Trillern kennt Felix nur zu gut. Gewissenhaft notiert er sich den Erlenzeisig in seinem Notizheft. So hat er eine Übersicht, was für Bilder auf seiner Kamera gespeichert sind. Nicht der erste Vogel, der ihm vor die Kamera gehüpft ist und es wird auch nicht der letzte sein.

Doch morgen geht die Schule wieder los. Wird Zeit, dass er wieder abreist, um rechtzeitig wieder fit zu sein. Seufzend verstaut Felix seine Sachen. Am liebsten hätte er den morgigen Schultag einfach geschwänzt und hier weiter gemacht. Aber dann muss er sich wieder eine Schimpftirade seiner Mutter über sich ergehen lassen. Aber gut. Am Wochenende ist…
Felix unterbricht seinen Gedanken, als sein Blick auf eine blausilberne Feder fällt, die sich in den Ästen verfangen hat. Nanu? Er hebt sie auf, betrachtet seinen Fund von allen Seiten. Ein Eisvogel vielleicht? Die Farbe könnte passen. Aber Eisvögel gibt es nicht in der Gegend hier… Und Felix erkennt nun auch Unterschiede an der Feder. Nein.. ein Eisvogel ist kleiner, und die silbernen Streifen passen auch nicht zu ihm. Es muss etwas anderes gewesen sein.
Er versucht die Vogelart zu bestimmen und geht in Gedanken verschiedene blaue Vögel durch. Doch auf keinen will diese Feder passen. Er beschließt, sie mitzunehmen und zu Hause weiter zu recherchieren. In seinen Vogelkunde-Büchern wird er bestimmt fündig werden.
>>> Felix geht nach San Sequoia - Doppelhaushälfte der Familie Janko >>>
<<< Felix kommt von San Sequoia - Doppelhaushälfte der Familie Janko <<<
Charakter: Felix
Geschichtsstrang: Die Suche im Wald - Tag 1
Glimmerbrook. Felix hat schon diverse Geschichten über dieses Gebiet gehört. Es sei bei Magiern sehr beliebt. Angeblich ist hier die Verbindung zur Magie am stärksten. Ob das auch stimmt, kann er nicht beurteilen. Für ihn, der keinerlei magisches Talent hat, sieht der Wald aus wie jeder andere. Der Frühlingswind pfeift durch die Bäume. Felix bleibt einen Moment stehen, um den Geräuschen zu lauschen. Er hört die Vögel zwitschern. Er erkennt eine Amsel und ein Rotkehlchen. Sogar ein Specht ist irgendwo in der Nähe. Doch er hört keine unbekannte Vogelstimme.

Felix öffnet sein Notizbuch. Die blaue Feder mit den silbernen Streifen hat dort nun einen Ehrenplatz gefunden. Mama und Papa denken, er sei bei einem Freund zu Besuch. In Wirklichkeit ist er auf der Suche. Nach dem Vogel, dessen Feder er gefunden hat. Er weiß nicht, ob der Vogel nacht- oder tagaktiv ist. Ob er überhaupt ein Singvogel ist und er somit auf unbekannte Vogelstimmen achten sollte. Und doch zwingt ihn sein Ehrgeiz, es zumindest zu versuchen. Viel zu lange wurde sich in seiner Kindheit über ihn lustig gemacht. Wenn er wirklich eine neue Vogelart entdeckt, wird man ihn ernst nehmen.
Der Junge sieht sich um. An welcher Stelle genau war er damals, als er die Feder gefunden hat? Er weiß es nicht mehr. Er sollte es auf gut Glück versuchen. Jetzt, wo das Wochenende angebrochen ist, hat er zumindest ein paar Tage Zeit für seine Suche.
Die Äste knacken unter seinen Füßen, als er seinen Weg schließlich wieder fortsetzt. Sobald er am Ziel ist, wird er sich ruhiger verhalten. Doch er kann nun einmal nicht fliegen, im Gegensatz zu seiner Beute. Oder ist es ein flugunfähiger Vogel? Das ist in diesem waldigen Gebiet aber eher unwahrscheinlich.

Felix lässt seine Gedanken schweifen. Hat er an alles gedacht, als er von zu Hause aufgebrochen ist? Die Kamera ist dabei, schließlich braucht er Beweise. Tarnzelt ist auch dabei. Hat er auch an Verpflegung gedacht? Etwas nervös bleibt er erneut stehen, wühlt in seinem Rucksack. Ja, tatsächlich. Verpflegung ist dabei. Wasserflaschen, und auch einige Konserven. Wird das reichen? Felix war immer mal wieder über Nacht auf Fotosafari. Aber jetzt gleich drei Tage, das Wochenende über?
Er testet noch einmal alles durch. Auch das Handy ist voll aufgeladen, falls er einen Notruf absetzen muss. Kompass und Karte zur Orientierung sind da. Trotzdem wird er das Gefühl nicht los, etwas vergessen zu haben. „Mach dir nicht ins Hemd. Sind nur drei Tage! Und es steht dir frei, jederzeit umzukehren! Du schaffst das!“, ruft er aus, um sich selber Mut zu machen.
Als der Abend anbricht, baut Felix sein Zelt auf. All das Schleppen hat ihn müde gemacht. Für heute wird er nur noch was essen, und sich dann schlafen legen. Schade, dass er sich mit kaltem Essen zufrieden geben muss. Ein Feuer will er hier lieber nicht entfachen und einen Kocher hat er nicht dabei. Aber für drei Tage wird er das schon überleben.

Charakter: Felix
Geschichtsstrang: Die Suche im Wald - Tag 2
Der Morgenwind ist kühl und bringt den Waldesduft näher. Felix streckt sich. Er ist wirklich erschöpft gewesen und hat die ganze Nacht durchgeschlafen. Ohne einen Ton zu hinterlassen, schleicht er sich aus seinem Zelt – nun da er dieses nicht mehr schleppen muss, sind seine Schritte auch viel leiser geworden – und macht sich ein kaltes Frühstück. Erbsen und Möhren aus der Dose. Nicht gerade ein Gourmet-Frühstück, aber immerhin. Die leere Dose platziert er direkt in einer Leinentasche, die er extra dafür mitgenommen hat. Er hat viel zu viel Respekt vor der Natur, um seinen Müll zurückzulassen. Stattdessen wird er diesen entsorgen, sobald er wieder in der Stadt ist und auch entsprechende Möglichkeiten dazu vorhanden sind.
Das schwere Gepäck auf der Lichtung zurücklassend versteckt er sich. Felix weiß, dass es ein Geduldsspiel ist. Vögel sind nicht dafür bekannt, geduldig sitzen zu bleiben, wenn er sich zu schnell bewegen würde. Stundenlang verharrt er. Es ist nicht umsonst. Felix schießt Dutzende Fotos von Vögeln, die ihm vor die Linse flattern. Sogar einen Balztanz konnte er aufnehmen und andere hübsche Bilder. Doch der Vogel, wegen dem er hier ist, ist nicht dabei. Keine Spur von einem unbekannten, blau-silbernen Piepmatz.
Enttäuscht entscheidet er sich dazu, es an einer anderen Stelle zu versuchen. Etwas tiefer im Wald. Nur bewaffnet mit seiner Kamera und der Tarnung schleicht er sich weiter. Bis er schließlich inne hält. Hier war er letztes Mal doch auch! Er erkennt die Gegend wieder. Doch etwas fällt ihm erst jetzt auf, das er vorher nicht bemerkt hat: Einen gut versteckten Pfad.

Felix muss nicht lange überlegen. Er folgt dem Pfad. Der Weg ist eng und überwachsen. Langsam, Schritt für Schritt, kommt er dennoch näher. Staunend sieht er sich um. Hier sieht es wirklich magisch aus. Was ist das für ein Ding? Neugierig vergisst Felix für einen Moment seine Zögerlichkeit. Er läuft zu dem Gebilde, streicht mit den Fingern über den bearbeiteten Stein. Sieht aus wie eine Art Portal oder so. Er hatte schon Legenden dafür gehört. Es wurde jedenfalls definitiv von Menschen erbaut, wie auch die Steinplatte, auf der sich alles befindet.

Einen Moment bleibt Felix stehen und beobachtet alles. Er sollte aufpassen, keinen falschen Schritt zu machen. Er darf nicht ins Wasser fallen, der Wasserfall würde ihn sonst mitreißen. In der Ferne, unterhalb des Wasserfalls, sieht er, wie der Wald weiter geht. Sogar irgendwelche Hütten kann er ausmachen. Doch keinen Pfad, der nach unten führt, zumindest, wenn man nicht den Weg über den Wasserfall nehmen möchte. Vielleicht durch das Portal? Wenn es denn eines ist?

Er versucht es zu durchschreiten. He, das ist ja gar nicht so schwer. Man kann problemlos durchlaufen. Und nun müsste er... Nein. Felix sieht sich um. Nichts ist passiert. Er ist immer noch am selben Ort. Und muss lachen. Was für eine naive Idee das auch war mit dem Portal! Da ist wohl seine Fantasie mit ihm durchgegangen! Einen Moment überlegt er, ob man es vielleicht erst mit einem Zauber aktivieren muss. Felix verlässt das Portal nach einer Weile wieder. Fast hätte er dadurch sein eigentliches Ziel vergessen. Der Vogel!

„Hey, sieh mal an!“ Felix bückt sich, als er eine weitere blau-silberne Feder entdeckt. Etwas kleiner als die erste, aber es ist deutlich, dass sie zu dem selben Vogel gehören.. Oder zumindest zu der selben Vogelart. Davon angespornt sucht er bis zum späten Nachmittag weiter, jedoch ohne weitere Spur.
So langsam wird der Junge müde. „Ich sollte schlafen gehen!“, sagt er sich, „Morgen ist auch noch ein Tag.“ Nur wo ist das Lager? Erschrocken muss Felix feststellen, dass er sich verlaufen hat. Das Handy! Er holt es hervor, versucht seine Position zu orten. Doch ohne Erfolg. Jetzt stellt er fest, was er vergessen hat: Dass das Handy keinen Empfang im Wald haben könnte.
Charakter: Felix
Geschichtsstrang: Die Suche im Wald - Tag 3
Felix umfasst die große Feder, fast so, als würde es ihm Mut machen. „Keine Panik... Du bist jetzt auch nicht so weit gelaufen. Du kannst nicht so weit entfernt sein von der Lichtung!“ Er sieht sich um. Aus welcher Richtung ist er gekommen? Felix atmet ein. Atmet aus. Er war oft in der Natur unterwegs. Sein Vater hat ihm viel beigebracht, wenn sie zusammen campen waren. Auch, dass es wichtig ist, die Ruhe zu bewahren.
Felix lauscht. Mittlerweile ist der Abend angebrochen. Irgendwann wird es noch dunkler werden als es jetzt schon ist. Soll er sich dann hier auf dem Waldboden schlafen legen und es erneut versuchen, wenn es wieder etwas heller ist?
Felix lässt sich nieder. Es ist kühl in der Nacht, und seine Decke liegt im Zelt. Felix findet einen Busch, der wenigstens etwas schützt. Es dauert lange, bis er schließlich in einen unruhigen Schlaf fällt...

aus dem er schnell erwacht, als er das Vogelgezwitscher hört. Felix reibt sich über die Augen. Wie lange hat er geschlafen? Er weiß es nicht. Ein paar Stunden werden es wohl gewesen sein, denn er sieht die aufgehende Sonne.
Das war nicht irgendein Vogelgezwitscher. Es klang unbekannt... es klang.. melodisch, fast so wie ein Gedicht. Es klang, als stamme es aus einer anderen Welt, so fremd und doch so wunderschön. Oder hat er es sich im Halbschlaf einfach nur eingebildet? Er hält den Atem an. An Schlaf ist nun nicht mehr zu denken.
Das Vogelgezwitscher ertönt kein weiteres Mal. Doch Felix hört es rascheln. Vorsichtig sieht er sich um, versucht, keinen Lärm zu machen. Das Rascheln kam von links.. Normalerweise hätte er sich nichts weiter dabei gedacht und sich nicht die Mühe gemacht, den Verursacher des Raschelns herauszufinden. Jedenfalls nicht um jeden Preis. Doch jetzt, nachdem er den Ruf gehört hat, ist er umso aufmerksamer. Er wagt es nicht einmal, seine Kamera zu greifen.
Und plötzlich bemerkt er ihn: Den Vogel. Stolz sitzt er auf einem umgestürzten und mit Moos überwachsenen Baumstamm. Felix traut seinen Augen nicht. So einen Piepmatz hat er noch nie gesehen. Der Vogel hat einen breit gefächerten Federschwanz, jede Feder davon Azurblau, durchdrungen von silbernen Farbakzenten. Der dunkle, kleine Schnabel und die dunklen Augen blicken wach in die morgendliche Stille. Felix wagt es nicht zu atmen, um ja kein Geräusch zu machen, das das Tier verscheuchen könnte. Wie im Trance starrt der Junge weiter auf den Federträger. Er ist nah genug, auch einige Details zu erkennen. Wie die kleinen Federn auf seinem Kopf, die ihm eine fedrige Frisur verleihen. Das Geschöpf ist etwas größer als Felix erwartet hätte: Zwar nicht riesig, aber zumindest fast so groß wie eine Stadttaube..

Felix greift nach seiner Kamera – diese Chance darf er sich nicht entgehen lassen. Dass er sich verlaufen hat, hat er in diesem Moment längst wieder vergessen. Diese Bewegung war zu viel. Der Vogel bemerkt den Jungen, der noch immer in dem Busch liegt, und fliegt davon. Nein! Nein!! Felix lässt die Kamera mehrmals klicken. Vielleicht bekommt er den Vogel wenigstens schemenhaft auf's Bild.
Er schält sich aus dem Gebüsch. Nein! „Warte!“, ruft er dem Blauen hinterher, als ob dieser ihn verstehen würde. Doch in seiner Verzweiflung fällt ihm nichts besseres ein. Natürlich bringt das nicht viel...

Oder doch? Felix sieht, wie sich sein Fotomotiv etwas weiter entfernt erneut nieder lässt. Dieses Mal muss er vorsichtiger sein. Langsam kommt er näher, hält seine Kamera bereit. Doch wieder erhebt sich der Vogel, bevor Felix abdrücken kann. Verdammt!
Felix sieht nach oben. Immer mal wieder schimmert es bläulich zwischen den Baumblättern. „Den erwischst du nicht. Konzentriere dich darauf, zurück zur Lichtung zu finden!“ Der Piepmatz hat jedoch andere Pläne. Er landet erneut auf einem Ast, mustert Felix und wartet. Fast so, als wollte er den Jungen anlocken.
Felix nähert sich vorsichtig. Dieses Mal lässt er seine Kamera unten. „Was bist du wirklich?“, fragt Felix fast flüsternd. Die Geschichten über die Magie in Glimmerbrook... sind die vielleicht doch wahr? Der Blaue legt seinen Kopf schief, mustert Felix. Dann flattert er wieder weiter. „Soll ich dir folgen?“ Felix denkt nicht weiter nach. Langsam eilt er hinterher. Über Stock und Stein. Bis Felix in der Ferne wieder das Portal erblickt. Von hier aus weiß er, wie es zurück zur Lichtung geht. Der Blaue ist nun nicht mehr zu sehen.
Für eine ganze Weile starrt Felix in die Richtung, in der er das Tier zuletzt gesehen hat. Doch der Blaue zeigt sich nicht erneut. Auch kein Ruf ist zu hören. „Danke!“, murmelt er trotzdem. War das nur Zufall? Oder hat der Vogel ihn mit Absicht hierhin geführt?

Als sich nichts weiter tut, durchsucht Felix seine Fotos. Er hatte gedacht, zumindest unscharfe Aufnahmen gemacht zu haben. Doch die Bilder zeigen nicht einmal Schwanzfedern. War das alles nur Einbildung gewesen? Felix öffnet sein Notizbuch. Die erste Feder ist noch da. Die zweite, die er später gefunden hat, jedoch nicht mehr. Völlig verwirrt macht er sich auf den Weg zu seinem Zelt. Glimmerbrook birgt Geheimnisse, die er so schnell wohl nicht lösen wird.
>>> Felix geht nach Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Doris und Marvin Minze >>>
#20
<<< Drake kommt von Moonwood Mill - Drakes Hütte <<<
<<< Fuchs kommt von Moonwood Mill <<<
Charaktere: Drake, Fuchs
Geschichtsstrang: Misstrauen auf allen Seiten
Drake landet in etwas Entfernung. Wenn alles schief geht, wird er immer noch versuchen, ihr heimlich zu folgen. Aber für's erste muss sie ja gar nichts davon wissen, dass er sich in eine Fledermaus verwandeln kann. Aber zu aller erst sollte er einmal herausfinden, ob sie überhaupt diese ominöse Fuchs ist. Er spricht sie an. "He, Werwölfin! M schickt mich." An ihrer Reaktion sollte er ja erkennen können, ob sie damit etwas anfangen kann.
Die Rote richtet sich auf und mustert den Fremden skeptisch. Was ist er? Und warum sollte M ihn schicken? "Ach ja? Dann erklär mir mal, warum."
Drake lächelt zufrieden. Zumindest kann sie nun nicht mehr behaupten, M nicht zu kennen. "Es geht um Rasputin. M vermutet, dass er sein eigenes Ding dreht und ihm nicht zu trauen ist. Wir müssen es auf einen Test ankommen lassen."
Irgendetwas stimmt an dieser Sache nicht. Argwöhnisch geht die Wölfin auf den hageren Typen zu. "Weißt du was? Ich glaube dir nicht. Warum sollte M einen völlig Fremden schicken? Wer bist du?"
Drake hat nicht damit gerechnet, dass es einfach sein würde. Es überrascht ihn nicht, dass sie nicht so naiv war, ihm gleich zu glauben. Es war dennoch einen Versuch wert gewesen. "Na eben deshalb bin ich ein fremder Typ. Damit auch Rasputin nichts bemerkt. Woher sonst hätte ich die Informationen haben sollen, dich wegen ihm aufzusuchen, wenn nicht von M selbst?"
Drake glaubt nicht, dass das hilft, aber wer weiß?
Die Rote presst die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen und riecht ein mal unverhohlen an ihm. Der Kerl stinkt nach Vampir. Warum hat der keine Aura? Fuchs begreift nicht, was hier los ist. Aber wenn M ihn geschickt haben sollte, könnte das ebenso gut eine Falle sein, um ihre Loyalität zu testen. Warum sollte die alte Zauberin ihr nicht selbst von dieser Falle für Rasputin erzählen? Die Rote bleibt wachsam, spielt aber das Spielchen vorerst mit. "Was für ein Test sollte das sein? Der für Rasputin."
Nun hat Drake keinen Zweifel mehr, dass es sich bei der Werwölfin tatsächlich um Fuchs handelt. Er muss improvisieren. "Ich würde ihm einen Auftrag erteilen, der M schaden würde, aber ihm zum Vorteil dienen könnte. Dann wissen wir ja, ob er annehmen würde oder nicht. Wenn ja, dann ist er auch bereit, M zu hintergehen. Wenn er sich jedoch weigert, dann war die Angst umsonst und ihm ist tatsächlich noch zu trauen. Dazu müssen wir ihm aber erst mal erreichen, um ihm den Vorschlag zu machen."
"Und was hat das mit mir zu tun? Warum würde M den Umweg über mich gehen, anstatt dir direkt den Auftrag zu erteilen?" Die Wölfin wird immer misstrauischer. Das ergibt alles keinen Sinn. "Sag die Wahrheit, Vampir! Oder soll ich dich erst in Stücke reißen?" Knurrend fletscht sie die Zähne.
Versuch es doch, denkt sich Drake. Er ist nicht völlig wehrlos und könnte sich, wenn alle Stricke reißen, notfalls auch außerhalb der Reichweite der Zähne und Klauen bringen. "Ich brauche Rasputins Aufenthalt und du kennst ihn. Mehr musst du nicht wissen.", sagt Drake nun.
Die Wölfin lächelt schief. "Na, geht doch." Mit übetrieben nachdenklicher Mine mustert sie ihn ein weiteres Mal von oben bis unten. Zu schade, dass er der Drohung nachgegeben hat. Den Hänfling hätte sie gern aufgemischt. Aber vielleicht bietet sich die Gelegenheit trotzdem noch. "Und warum sollte ich einem stinkenden Stück Blutsauger helfen? Was springt für mich dabei raus?"
"Woher soll ich das wissen? Ist mir auch egal. Ich brauche nur eine Information, dann lass ich dich in Ruhe."
Fuchs verschränkt die Arme vor der Brust. "Kein Gegenangebot, kein Deal. Also, was hast du zu bieten?"
"Und was hast DU zu bieten? Wer sagt, dass ich dir trauen kann? Du kriegst nichts, bevor ich keine Information habe.", lässt Drake nicht locker. "Was willst du überhaupt? Kohle? Na meinetwegen... nach der Information, wie gesagt."
"Was soll ich mit deiner stinkenden Kohle? Willst du mich beleidigen, Vampir?" Grimmig geht Fuchs einen weiteren Schritt auf Drake zu und starrt ihn wütend knurrend an. "DU kommst zu MIR und nicht umgekehrt. Also mach mir ein Angebot oder verpiss dich!"
Drake bleibt stehen. Er macht sich auf einen Kampf bereit. Doch er würde nicht den ersten Schritt machen. Grundsätzlich scheint Fuchs allerdings auch kein Problem damit zu haben, einen Deal einzugehen. "Ich weiß von der mondlosen Welt, in die deinesgleichen eingesperrt wurde. Und ich habe eine Möglichkeit, die Wölfe zu befreien." Das ist nicht einmal gelogen. "Würde das dein Interesse eher wecken?"
Die Wölfin horcht auf. Ja, das würde es. Aber was soll der Vampir haben, dass dieses oder ein anderes verdammtes Tor öffnen könnte?
"Sprich weiter." 
Drake grinst amüsiert. War ja klar. Er selbst kann mit dem Artefakt nicht so viel anfangen.... Und er müsste nicht ständig an Raoul erinnert werden, wenn er das Teil nicht ewig sehen muss. Und an seine Schuldgefühle.
"Ich habe keine Verbindung zu den Vampiren, die dafür verantwortlich sind. Es juckt mich nicht, wenn die Werwölfe draußen rumrennen, solange sie mich in Ruhe lassen.", sagt Drake ehrlich. "Aber es gibt etwas in meinem Besitz, das ich bereit wäre herzugeben. Im Tausch gegen Rasputins Aufenthaltsort."
Fuchs überlegt. Ist das ein Trick? Wer sagt ihr, dass dieses Ding - was auch immer es sein mag - wirklich funktioniert? Aber kann sie eine solche Chance vorbeiziehen lassen? Ein mürrisches Knurren entfährt ihr.
"Gut. Hole es und triff mich hier wieder. Dann sage ich dir, wie du den Zauberer erreichen kannst."
Drake nickt. Das ist schon mal ein Anfang. "Gut. Ich lasse mich darauf ein.", sagt er.
(Fuchs gespielt von Riva)
(Bilder von Murloc)
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