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Bloodmoon Valley

In einer fernen und mystischen Welt, in der Zeit einen eigenartigen Tanz vollführt, geschieht das Unmögliche. Hier, wo Sekunden zu Minuten werden und Stunden wie flüchtige Augenblicke vergehen, findet eine geheimnisvolle Verbindung zwischen den Welten statt. Doch während die Zeit in dieser Sphäre sechsmal schneller verrinnt als in der Simswelt, scheint sie den Bewohnern kaum bewusst zu sein.
Inmitten dieses verzauberten Reiches erhebt sich majestätisch der Blutvollmond, der unermüdlich seinen Platz am Himmel einnimmt. Sein Schein hüllt die Welt in eine rätselhafte Aura und verleiht den Landschaften eine schauerliche Schönheit. Unter dem blutroten Mondlicht scheinen die Schatten lebendig zu werden und die Geräusche der Nacht erhalten eine seltsame Melodie.
Hoch über den schwindelerregenden Gipfeln der Berge thront Lord Scar von Dracullia, der mit seiner ebenso furchteinflößenden Gefährtin, Lady Aleera von Draculia, über diese mystische Domäne herrscht. Ihre Macht erstreckt sich weit über das Land der Vampire hinaus, doch in der Simswelt vermag ihr Einfluss nicht zu reichen.
Stelle dir eine Welt vor, die wie aus vergangenen Zeiten entsprungen ist, ein Reich, in dem die mittelalterlichen Dörfer mit engen Gassen und alten Gemäuern das Antlitz der Zeit bewahren. Mitten in diesem Land erhebt sich ein Dorf von besonderer Größe und Pracht, dessen Name schon beim Aussprechen einen Hauch von Mysterium verleiht.
Ein Teil dieses Dorfes ist das Rabenfelsviertel. Das Rabenfelsviertel, ein Viertel des großen Dorfes, ist wie ein magischer Ort, umhüllt von geheimnisvollen Schleiern. Wenn man durch seine engen Gassen wandelt, fühlst man, wie die Geschichten der Vergangenheit in den alten Gemäuern widerhallen.
In grauer Vorzeit öffneten sich die Portale zwischen der Vampirwelt und der Simswelt, und durch diese Tore betraten die Vampire zum ersten Mal das Terrain der Sims. Gemeinsam mit ihnen strömten auch andere wundersame Geschöpfe aus ihren eigenen fabelhaften Sphären in das Reich der Sims. Die Weltenportale fungierten als Brücken zwischen den Dimensionen und ermöglichten so ein Aufeinandertreffen von magischen Wesen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Doch trotz des Zusammentreffens dieser fantastischen Welten bleibt jede in ihrem eigenen Kosmos verankert. Während die Draculias über ihre Vampirwelt wachen und ihre Schreckensherrschaft etablieren, bleiben die Sims in ihrer bekannten Umgebung, (fast) unberührt von den finsteren Schatten, die jenseits der Portale lauern.
So erblüht diese geheimnisvolle Welt, in der die Zeit ihr eigenes Lied singt und der Blutvollmond wacht. Während die Draculias ihre Fänge in der Vampirwelt ausstrecken und die Portale als Einladung für wundersame Wesen dienen, bleibt die Simswelt unberührt und behütet von ihrer eigenen Realität.
Informationen zur Welt
- Die Zeit vergeht hier 6x schneller als in Simswelt
- Der Blutvollmond steht immer am Himmel
- Lord Scar von Dracullia herrscht zusammen mit seiner Gefährtin Lady Aleera von Draculia
- Es gibt einen Rat der Vampire, die Mitglieder sind: Lord Scar, Lady Aleera, Morigan Rabenschwarz,
- Es gab einen Krieg gegen Werwölfe
- Jahreszeiten dauern 6x länger
<<< Jack kommt vom Ausbildungsgelände <<<
Charakter: Jack
Geschichtsstrang: Deathdealer IV
Während Shane sich von seinen sterblichen Freunden verabschiedet und Jack nach Hause geht, fragt letzterer sich, ob der Junge morgen zu spät kommen wird. Während bei ihm in Simswelt eine Stunde vergeht, sind hier bereits Sechs davon um.

Jack geht in normalem Tempo durch den Wald ins Dorf in dem er wohnt. Er hat keine Eile und die letzten Monde waren stressig genug. Er war lange in Simswelt gewesen um einen Gargoyle zu finden. Dazu kam dieser dämliche Auftrag von Taldren. Sowohl Simswelt als auch Transsylvanien, sind nicht seine Welten.
Cole zum Beispiel, hat Bloodmoon Valley nie verlassen. Während Jack in Simswelt war, ist sein Freund sechs Mal schneller gealtert und hat sechs mal mehr erlebt. Jack hat insgesamt knapp 5 Jahre in Simswelt verbracht. Währenddessen ist Cole fast 30 Jahre älter geworden. Das macht bei Vampiren keinen grossen Unterschied, aber die Erfahrung leidet darunter. Deshalb ist Jack ungern in Simswelt und versteht auch nicht warum sein Bruder und dessen Frau unbedingt in dieser langsamen Welt leben wollten. Früher war Archie derjenige der gern beauftragt wurde in Simswelt nach Wesen zu suchen, weil er schon dort war. Jetzt da er tot ist, greift der Lord auf Jack zurück, was ihm nicht sonderlich behagt. Natürlich neben den anderen Deathdealern die Erfahrung mit Simswelt haben, wie beispielsweise Adam.

Seit Jackson die Schulungen in Spurenlesen und Wahrnehmung durchführt, geht noch weniger gern raus aus Bloodmoon. Obwohl er es nicht gern zu gibt, mag er es sein Wissen weiter zu geben. Besonders gerne mag Jack die Prüfungen, die er abhielt, um die Fähigkeiten seiner Schüler zu testen. Oftmals scheiterten sie an den Herausforderungen, denn das Erlernen von Spurenlesen und Wahrnehmung gehörte zu den anspruchsvolleren Fähigkeiten, die man als Deathdealer beherrschen musste. Doch Jack empfand keinen Mangel an Selbstvertrauen als Lehrmeister, obschon die Hälfte seiner Schüler regelmäßig durchfiel. Im Gegenteil, er betrachtete es als eine Art natürliche Auslese. Wer es nicht schaffte, war einfach nicht bereit dafür. Schüler die schlecht abschneiden, haben sich die Uniform nicht verdient. Noch nicht. Und Jack hat kein Mitleid für Vampire die sich nicht wirklich wirklich anstrengen. Es macht ihm manchmal sogar Spass, den Versagern zu sagen dass sie es VERKACKT haben, denn meistens sieht er den Jünglingen schon nach fünf Minuten an wie es um sie steht und ob sie das Zeug haben ein Deathdealer zu sein.
Jack ist sich bewusst, dass die Ausbildung zum Deathdealer keine leichte Aufgabe ist. Es erfordert Hingabe, Entschlossenheit und den Willen, sich über die eigenen Grenzen hinauszusetzen. Er nimmt seine Rolle als Ausbilder ernst und setzt hohe Maßstäbe, um sicherzustellen, dass nur diejenigen, die dafür geeignet sind, diese wichtige Aufgabe übernehmen. Es geht ihm darum, die Besten der Besten auszubilden, so dass sie den Herausforderungen, denen sie als Deathdealer gegenüberstehen werden, gewachsen sind.

Das ist der Grund weswegen er Shane kurz aufgesucht hatte. Er wollte sehen wie er wirkt und was er ausstrahlt. Aber Jack ist zu voreingenommen un die Frage zu beantworten. Wenn er Shane ansieht, sieht er Archie. Nicht in seinen Zügen, oder seiner Art. Es ist viel mehr das Wissen, dass er ihn kannte und dass er ihn 10 Jahre lang grossgezogen hat. Und er fühlt wieder das, was Jack schon damals fühlte, als Adam Archie den Jungen gebracht hat. Es ist keine Verachtung, keine Wut. Dieses Gefühl lässt sich schwer in Worte fassen. Es hatte etwas mit Eifersucht zu tun, aber nicht nur, da Jack im Leben nicht auf die Idee gekommen wäre sich einem Kind, in dieser Form, anzunehmen. Aber irgendwie mochte Jack es nicht dass ausgerechnet sein Bruder das tat. Der bessere Sohn von den Beiden. Jedenfalls aus Sicht ihres Vaters, der wahrscheinlich stolz darüber gewesen wäre, dass Archie den Jungen aufnahm.
Es ist eine komplexe Mischung aus Emotionen, die Jack durchdringt, wenn er Shane betrachtet. Einerseits spürt er die Verbundenheit und das Wissen, dass Archie sich liebevoll um ihn gekümmert hat. Andererseits gibt es ihm eine gewisse Unsicherheit und das Gefühl, dass er selbst nicht in der Lage gewesen wäre, diese Rolle so gut auszufüllen wie sein Bruder es getan hat. Und das, obwohl er das gar nicht können wollte.

Jack hat sich oft gefragt, ob ihm einfach die Anerkennung ihres Vaters gefehlt hat, aber das glaubt er nicht. Jack hat rückblickend immer genau das gemacht, was sein Bauchgefühl ihm geraten hat. Keine Kinder, keine Gefährtin, sich gegen Autoritätspersonen gestellt… selbst in Situationen die Jack in Schwierigkeiten gebracht haben - durch seine eigene grosse Klappe - würde er nichts ändern, wenn er die Zeit zurück drehen könnte. Egal ob er seinen Vater stolz macht oder nicht. Jack war und ist stolz auf sich und Archie war es auch.
Es ist wahrscheinlich die Fähigkeit, sich für andere zu Freuen die Archie hatte und Jack nicht, was letzteren immer gestört hat. Er war immer der Schadenfreudigere und er empfand nie wirklich Freude für andere wenn sie etwas erreicht haben. Das machte ihn in seiner Wahrnehmung immer zum schlechteren Vampir. Und Jack glaubt, dass alle das selbe spürten. Archie wurde von allen mehr gemocht. Etwas was Jack zwar nicht angestrebt, ihn aber trotzdem geärgert hat weil…. weil…

Für Jack war es schwer nachvollziehbar, wie jemand so bedingungslos liebevoll und verzeihend sein konnte, selbst wenn Jack Fehler gemacht oder sich schlecht verhalten hat. Er hat sich oft gefragt, was in Archies Herz vorging und wie er diese Fähigkeit hatte, sich für andere zu freuen und ihnen Gutes zu wünschen, unabhängig von den Umständen. Diese Unfähigkeit, diese Art von Empathie zu empfinden, hat Jack oft verunsichert und ihn an sich selbst zweifeln lassen. Was dazu führt, dass sein eigener Stolz auf sich selbst, einen negativen Beigeschmack besitzt..
>>> Jackson geht nach Rabenfelsviertel, Jacks Haus >>>
<<< Iona, Jack, Shane kommen vom Ausbildungsgelände <<<
<<< Eddie kommt von Rabenfelsviertel <<<
"Denkst du er ist in Gefahr?" fragt Shane und wundert sich ein bisschen darüber, dass nicht so viel Hektik herrscht wie … sonst wenn jemand offensichtlich verschwindet.
"Möglich, aber muss nicht sein." antwortet Iona, "Das passiert öfter."
"Wie meinst du das?" fragt Shane.

"Er kann seinen Durst schlecht kontrollieren. In Kombination mit seinem Hunger verständlich. Oft isst er, obwohl er Durst hat."
So verständlich ist es für Shane nicht. Er hat schon mitbekommen dass Eddie oft viel isst. Sogar während dem Unterricht. Aber wieso...?
"Aber sollten wir uns nicht mehr beeilen..?" In Shanes Magengegend breitet sich ein ungutes Gefühl von Unruhe aus. Iona sieht Shane an, sie versucht ihre Besorgnis zu verbergen. "Er ist noch nicht so lange weg. Er ist wahrscheinlich nicht weit."
Iona stoppt abrupt und hält Shane an der Brust zurück. "Siehst du was?"
Shane stockt, sieht sich um und flüstert, "Nein, du?"
"Haha, sehr witzig."
"Was?" Shane sieht Iona verwirrt an, "Sag schon." ergänzt er als sie ihn nur ärgerlich ansieht. In dieser Welt gibt es mehr Fettnäpfchen als erwartet.

"Ich kann im Dunkeln nicht so gut sehen wie du. Aber ich höre was." langsam geht sie weiter.
Shane lauscht, ist sich aber nicht sicher.
Aufmerksam folgt er Iona in den Wald.
"Iona was ist?" fragt Shane sie nach wenigen Schritten, da ihr Tränen über die Wangen laufen. Shane blickt in die Richtung wie sie, dort ist aber nichts. "Warum weinst du? Iona?"
Sie ist nicht in der Lage zu sprechen, schüttelt den Kopf, wischt sich die Tränen ab die immer weiter rinnen und versucht vorwärts zu kommen. Bald darauf schluchzt sie.

Shane folgt ihr, und hört schliesslich ein stärker werdendes Geräusch. Jemand weint. Nicht nur Iona, sondern...
Auf einer winzigen Lichtung sitzt Eddie. Die Beine angezogen, wippend, das Gesicht nass von Tränen, Rotz und... Blut. Die kleine Iona läuft an Shane vorbei, wirft sich vor Eddie auf die Knie und schüttelt ihn. Sie weint mindestens so herzzerreißend wie er und es steckt Shane beinahe an. Die Szene berührt ihn.

"Eddie! Eddie hör auf." weint und ruft Iona und wirkt als flehe sie den Jungen an. "Eddie ich meins ernst!" Es ist so surreal das zu sehen, denkt Shane.
Ein leichter Wind streift sein Gesicht und Jack erscheint neben Shane.
Er beobachtet wie Iona versucht Eddie in den Arm zu nehmen und dafür zu sorgen, dass er sich beruhigt. Aber er scheint nicht zu wollen.

Shane kommt etwas näher und erkennt jetzt neben Eddie etwas liegen. Etwas pelziges, totes. Shane hat keine Ahnung was zu tun ist. Seine Freunde weinen, bis Jack zu ihnen geht. Er greift Eddie entschlossen unter den Arm und zieht ihn auf die Beine. Eddie hilft ihm kaum, weil er sich nicht beruhigen kann. „Shane, hilf Iona.“ befielt er. Unsicher folgt der junge Vampir, geht neben Iona in die Hocke und legt vorsichtig die Hand an ihre Schulter. Sie versucht sich weiter die Tränen abzuwischen, während sie zusieht wie Eddie von Jack weggeschleppt wird. Shane traut sich nicht sie so anzupacken wie Jack es mit Eddie macht.
Jack kümmert sich nicht weiter um Iona und Shane. Sobald er Eddie etwas außer Reichweite gebracht hat, wird Iona sich beruhigen.

Shane versucht immer noch zurückhaltend, irgendwie Iona dazu zu bewegen aufzustehen. Erfolglos. Sie steht schließlich von selbst auf. Ihr Weinen hat nachgelassen. Nur noch ihre roten Augen und das feuchte Gesicht schließen darauf. Shane steht mit ihr auf und blickt ein letztes Mal auf den toten Hasen. Ein überdurchschnittlich großes Exemplar verglichen mit Simswelt. Dann folgt er Iona eilig zurück zum Lager.
„Hey, warte!“ ruft Shane und kommt neben sie, „Was…?“
Iona wirkt sauer, während sie weiter ihr Gesicht trocknet, „Geh vor.“ sagt sie entschieden, doch Shane denkt nicht daran. Er lässt sie nicht allein. Vor allem hat Jack gesagt… Aus einem Impuls heraus fasst er ihr Handgelenk, dreht sie zu sich und sieht sie an. Dann schließt er die Augen und atmet tief ein und aus. Mit einem kontrollierenden Blick schaut er ob sie mitmacht.
„Was wird das?“ fragt Iona.

„Wir beruhigen uns zusammen. Ich übertrag meine Ruhe auf dich.“ sagt Shane und versucht zu lächeln.
Iona starrt ihn an, schüttelt den Kopf und sagt, während sie sich umdreht um weiter zu gehen. „So einfach ist das nicht.“
Perplex folgt Shane, „Warum nicht?“
Verbissen geht Iona weiter, „Ich weiß was du fühlst und du bist nicht ruhig. Außerdem ist das viel zu schwach, im Gegensatz zu dem was Eddie gefühlt hat.“
Etwas enttäuscht versucht Shane Schritt zu halten, „Was hat er gefühlt?“
Die Vampirin schweigt bevor sie sagt, „Selbsthass.“

>>> Iona, Jack, Eddie, Shane gehen zum Ausbildungsgelände >>>
<<< Eddie, Iona, Shane kommen von Ausbildungsgelände <<<
Charaktere: Eddie / Iona / Shane
Geschichtsstrang: Kognitive Verzerrung IV

"Also, ich habe Kerzen, Salz und Duftstoff." sagt Iona und legt die Dinge auf den Boden vor ihr.
"Hast du die Bücher mitgebracht?"
"Klar." Iona stapelt die drei Bücher von Jack daneben. Shane nimmt sich eins und blättert darin.
Der Titel des Buches ist Visio Vampyrorum und wirkt wie ein uraltes Sachbuch im Stile Da Vincis, mit Zeichnungen und Erklärungen. Das muss Shane sich unbedingt mal leihen.
Er liest die Einleitung:
Dieses Werk ist eine Einladung an jene, die den Geist der Neugier in sich tragen und die Feinheiten unserer Existenz verstehen wollen. Für jene, die bereit sind, die Grenzen der Wahrnehmung zu überschreiten, wird "Visio Vampyrorum" zu einer Offenbarung des Unbekannten. Erhebt euch, ihr Seelen der Ewigkeit, und lasst uns gemeinsam die verborgenen Geheimnisse unserer Wahrnehmung enthüllen.

"Hast du die Streichhölzer?" fragt Iona Eddie. Er nickt und reicht ihr, was er dabei hat. Neben Streichhölzern stellt er außerdem eine leere Schale dazu.
Iona nimmt das Tagebuch von dieser Mirabelle und schlägt eine Seite auf, die sie sich vorgemerkt hat.
"Jack hat gesagt, ich soll ihm deine Aura beschreiben." sagt Iona.
"Meine?" fragt Eddie verblüfft.
"Ja. Ich konnte Jacks einmal sehen. Aber ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe..." antwortet die Vampirin, "Ich habe erst nur ein Gefühl gespürt und als er fragte, wie ich mir sicher sein kann, dass es seins und nicht meins ist und ich darüber nachgedacht habe, ging wie eine Barriere auf."

Ionas Augen funkeln vor Begeisterung, "Aber nur kurz. Es war das erste Mal bewusst. Ich habe es bei Candra versucht, aber das klappte nicht. Ich habe zwar ihren Zorn gefühlt, glaub ich, aber ich kann ihren nicht von meinem unterscheiden. Und bei Jacks Zorn geht es auch nicht. Das ist wohl eins der schwierigeren Gefühle."
"Was hat er denn gefühlt, als es geklappt hat?" fragt Shane neugierig und blickt vom Buch auf.
"Sowas wie Unzufriedenheit. Ich war in dem Moment auch unzufrieden, aber es war anders als ich es kenne."
"Das heißt, du musst erstmal beschreiben können, wie deine Gefühle sich... anfühlen." folgert Eddie und schippt mit den Fingern, "Und schon hast du es." er lächelt.

"Sag du mir, wie deine sich anfühlen." gibt Iona leicht beleidigt zurück, und Eddie gerät ins Grübeln. "Ist nicht so," sie schnippst wie er zuvor, "einfach, was?"

"Entschuldige." Eddie greift nach dem Beutel, den er dabei hat, und zieht eine Birne heraus, die er zu essen beginnt.
"Steht denn was in diesem Buch dazu?" fragt Shane und zeigt auf jenes in Ionas Händen.
Sie wiegt wage den Kopf.
"Hier stehen vor allem Entspannungsrituale drin. Lichtgeister sind sehr naturverbunden und meditieren zu verschiedenen Tageszeiten. Das ist für sie wie ein Gebet."
"Lichtgeister?" fragt Shane und legt den Kopf leicht schief. "Ist das dein anderes Elternteil?"
Das Mädchen hält inne und nickt schließlich.
"Was ist das?"

"Das Gegenteil von einem Vampir." meint Eddie kauend, was Shane sich schwer vorstellen kann.
"Das sind Naturwesen. Sie brauchen Licht, um ihre Fähigkeiten zu nutzen und Energie zu gewinnen. Sie sehen ein bisschen aus wie wir und sie können Licht erzeugen."
Interessiert mustert Shane sie, "Wie ist das denn möglich, dass ein Lichtgeist und ein Vampir…?"
Iona schüttelt den Kopf. "Ich weiß nicht, ob das wahr ist. Aber Jack sagt, meine Fähigkeiten sprechen dafür, und es gibt Überlieferungen von Beziehungen wie dieser. Aber darin heißt es auch, dass der Vampir eine Begegnung wie diese selten überlebt. Lichtgeister denken nicht wie wir," führt Iona aus.

"Hier im Buch steht, sie wirken egoistisch und irrational. Es ist schwer zu erklären, was sie antreibt oder warum sie sich mit einem Vampir vereinen…" Sie zeigt Shane eine gezeichnete Skizze eines vermeintlichen Lichtgeistes im Buch. Shane betrachtet sie und dann Iona. Es sind sehr schöne Wesen, und es würde ihn interessieren, wie sie in echt aussehen.
"Wo gibt es diese Geister?" fragt er.

"Im Zauberwald." entgegnet Iona. "Aber es ist nicht zu empfehlen, sie anzusehen. Sie können sich zwar 'verdunkeln', aber meistens strahlen sie, und ihr Licht schmerzt, fast so sehr wie die Sonne."
"Sprechen sie unsere Sprache?" fragt Shane neugierig.
"Teilweise, glaube ich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie meine Erzeuger sonst…" sie zuckt die Schultern und blickt in das Buch. Das macht schon Sinn. Wie hätte Mirabelle sonst so ausführlich berichten können.
"Vielleicht war es keine Beziehung, wie wir sie kennen. Vielleicht hat der Geist ihn benutzt. Ich weiß auch nicht", denkt Iona laut. Sie hat verschiedene Theorien, die alle ins Leere laufen. Sie wird es wahrscheinlich nie erfahren und immer ein seltsames, zufälliges Wesen ohne echten Hintergrund bleiben. Ein Ungeblüter.
Eddie kaut schon an der dritten Frucht und mustert Iona. "Und wie willst du jetzt meine Aura sehen?"

"Ich dachte, ich versuchs mal mit dieser Meditation. Hier steht, dass sie beruhigt und fokussiert." Iona schaut auf. "Also genau richtig für euch, wenn ihr mal das Gefühl bekommt auszuflippen." Sie grinst, erntet aber nichts zurück. Ihr Lächeln verschwindet. "Verzeihung."
Shane und Eddie sehen sich an. Dank der Blutmondfrüchte hat Shane keine Sorgen mehr, was seinen unkontrollierten Durst angeht, aber Eddie... Allerdings hilft ihm diese Übung, sich in stressigen Situationen zu kontrollieren. So wie es Adam und Jack gesagt haben.
"Was müssen wir tun?" fragt er sie und sieht Iona freundlich an. Sie lächelt.

"Wir setzen uns in einen Kreis, jeder bekommt eine Kerze." Iona beginnt, die Sachen zu verteilen, stellt die Schale in die Mitte und gibt ein duftendes Sekret aus einer kleinen Phiole hinein. Shane und Eddie setzen sich hin, wie sie es vormacht, und sie zündet die Kerzen an. Dann liest sie ein Mantra vor.

Sie sitzen in einem Salzkreis, sehen jeweils die Kerze vor sich an und wiederholen das Mantra gemeinsam einige Male.
"Serenia, Valoros, Concentrius. Serenia, Valoros, Concentrius."
Es steht nicht im Buch, was genau diese Worte bedeuten. Mirabelle schreibt nur, dass sie diese bei Beobachtungen gehört hat und sobald sie die Augen schlossen, damit aufgehört haben.
Shane sagt peinlich berührt die Worte mit auf. Es fällt ihm schwer, sich auf die Kerze zu konzentrieren. Eddie hingegen schließt bald darauf die Augen und hört auf zu sprechen.

Shane hat das Gefühl, unfähig zu sein, als Iona ebenfalls die Augen schließt und Ruhe einkehrt und der neuste Vampir in der Runde schweigt, obwohl er noch keinen Anlass fühlt, die Augen zu schließen. Er versucht es einfach und konzentriert sich darauf, was Iona gesagt hat: seine innere Mitte. Er sucht nach etwas, was sich nach Ruhe anfühlt. Mehr oder weniger erfolglos.

Erst als er einen leichten Schmerz in seinem Gesicht spürt, glaubt er, etwas gefunden zu haben. Aber schon in der nächsten Sekunde gefällt ihm dieses Gefühl nicht mehr, und er öffnet die Augen.

Was er sieht, erschreckt ihn, und sofort weicht Shane zurück. Eddie erwacht genau wie er und tut dasselbe. "Iona!" ruft er und wendet den Blick ab, dreht sich um und läuft hinter einen Baum. "Iona, du leuchtest!"

Iona fühlt ein leichtes Brennen, aber es ist nicht schlecht oder gut, doch es wird stärker, je länger sie sich konzentriert. Sie fühlt sich ruhig. Jeder Muskel ist entspannt, und alles, was sie spürt, akzeptiert sie als das, was es ist: ein Gefühl, das sie nicht ändern muss.

Sie schafft es, immer tiefer in sich zu gehen, bis sie die Stimmen ihrer Freunde zu ihr dringen hört und die Augen öffnet. Sofort verengen sie sich. Dieses Licht kommt nicht von den Kerzen. Shane sieht sie erschrocken und mit geblendetem Gesichtsausdruck an, und Eddies breite Schultern lugen hinter einem Baum hervor.

Iona erschreckt sich, saugt Luft ein und in diesem Atemzug verblasst das Licht, und die Kerzen gehen aus. Verblüfft sitzt sie allein im Kreis und starrt auf die dünnen Rauchfäden, die die Kerzen in die Luft entlassen.
Zögernd kriecht Shane näher.

"Was war das?" fragt er und tastet sein Gesicht ab, weil er das Gefühl hat, leichte Verbrennungen davongetragen zu haben. Es scheint jedoch nur einem leichten Sonnenbrand zu ähneln.
Shane hält mehr Sonne aus, da er aus Simswelt kommt. Eddie hat der Schmerz erschreckt. Er kommt jetzt vorsichtig näher. Er betrachtet seine Hände, die genauso pochen wie sein Gesicht. "So fühlt sich Sonnenlicht an?" fragt er verblüfft. "Das ist ja schrecklich." Er hebt den Kopf und sieht Iona an. "Geht es dir gut?"
Iona verarbeitet das Erlebte und setzt sich auf. Ein Teil der Ruhe ist noch da, aber der Schrecken über das Licht hat sie fast vertrieben.

"Habe ich gerade Licht erzeugt? Wie ein Lichtgeist?" fragt sie irritiert.
"Hat das nicht wehgetan?" fragt Shane. "Das kam direkt aus dir heraus."
Es hat wehgetan, aber nicht so, dass sie das Gefühl hatte, aufhören zu müssen.
"Dieses Ritual machst du lieber alleine", kommentiert Eddie, setzt und schüttelt sich.
Iona ist noch zu verwirrt, um Schlüsse zu ziehen. "Tut mir leid, ich wollte euch nicht verletzen..."
"War nicht so schlimm." sagt Eddie. "Aber kam total überraschend."
Shane nimmt das Tagebuch und blickt auf die Seite, auf der das Ritual steht. Unter der Anleitung steht ein kleiner Absatz mit einer Notiz von Mirabelle:

"Seid vorsichtig bei der Durchführung dieses Rituals. Es kann dazu führen, dass Lichtgeister ihre Fähigkeit zur Lichterzeugung vorübergehend aktivieren." Shane sieht auf, und Iona lächelt verlegen.
"Soweit hab ich nicht gelesen." gesteht sie. "Außerdem dachte ich, das funktioniert sowieso nicht."
"Deine Lichtgeisttheorie ist doch nicht so abwegig." sagt Eddie. "Immerhin etwas gelernt. Jack freut sich bestimmt." Die letzten Worte klingen leicht unglücklich, und er sieht zu seinem leeren Beutel.
Iona versteht sein Unglück. Er hat ähnliche Pflichtgefühle Jack gegenüber, weil er ihn wie Iona zu etwas Großem berufen hat. Aber er fühlt, dass er kaum Fortschritte macht und immer wieder in die gleiche Falle tappt. Er glaubt, Jack ist von ihm enttäuscht.

"Jack ist nicht enttäuscht von dir." sagt Iona zu Eddie, und sie sieht ganz schwach eine helle blaue Wolke um Eddie herum, gemischt mit Orange und Lila. "Er versteht das." Wahrscheinlich ist ersteres gelogen. Sie hat schon Enttäuschung von Jack gefühlt, aber er sagt nie etwas in diese Richtung über Eddie, weil er weiß, dass er und Iona länger brauchen, um ihre Fähigkeiten zu ergründen, da es niemanden gibt, der es ihnen aus eigener Erfahrung beibringen kann. Außerdem ist seine Enttäuschung an ein anderes Gefühl gebunden, was Iona nicht einschätzen kann. Also keine komplette Frustration. Vielleicht ist er auch von sich selbst enttäuscht und nicht von Eddie. Die Gründe für die Gefühle kann Iona nicht fühlen.

"Gehen wir zurück?" fragt Eddie, ohne auf Ionas Trost einzugehen. Wenn Jack nicht enttäuscht ist, dann ist Eddie es für sie beide.
Iona nickt, und sie packen die Sachen zusammen.
Shane ist nur enttäuscht, dass das Ritual ihn keinen Schritt weitergebracht hat. Aber er freut sich für Ionas Erfolg. Vielleicht muss er mal mit Adam darüber sprechen, wie er es schaffen kann, ruhig und fokussiert zu bleiben. Für Vampire gibt es hier doch bestimmt eher irgendeine Anleitung oder Übung.
>>> Eddie geht nach Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager >>>
>>> Shane geht nach Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager >>>
<<< Eddie kommt von Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager <<<
<<< Shane kommt von Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager <<<
<<< Jack kommt von Bloodmoon Valley - Rabenfelsviertel Haus Nr. 9 - Jacks Haus (Harghita) <<<
Charaktere: Jack / Shane / Eddie
Geschichtsstrang: Sicherheitsvorkerungen
"Shane, Eddie, kommt", sagt Jack zu den Beiden und winkt sie herbei. Sie folgen gehorsam bis zum Tor zu Simswelt.
"Ihr bekommt eine Aufgabe, und zwar bewacht ihr dieses Tor", erklärt Jack und zeigt auf das magische Wabern. Eddie ist sehr stark und Shane sucht nach Herausforderungen, daher passt es gut zu ihnen. Außerdem stehen gerade keine Deathdealer zur Verfügung, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Der Hauptmann ist noch nicht zurückgekehrt, und Jack musste entscheiden, wie er dem Willen der Lordschaft nachkommt.

"Wovor bewachen wir das Tor denn?" fragt Eddie der den seltsamen Zaun um das Tor betrachtet. Sowas hat er noch nie gesehen. Shane hingegen weiss was Stacheldraht ist und er geht davon aus dass sie den direkt durch das Portal gebracht, und aufgestellt haben.
"Ihr kontrolliert jeden Vampir, der hier durchkommt, auf Bisswunden", antwortet Jack. Eddie und Shane sehen sich verwundert an. Wie sollen sie das anstellen? Sollen sie die Vampire hier bis auf die Unterwäsche ausziehen lassen?
"Und wenn sie das nicht wollen?" fragt Eddie.
"Dann lasst ihr sie nicht durch", erwidert Jack ernst. "Wenn ihr nur einen mit Bisswunde durchlasst, dann gefährdet ihr ganz Bloodmoon Valley."

Jack vertraut darauf, dass die Beiden das schaffen werden. Sie müssen es schaffen. "Wenn ihr ein Problem habt, kommt einer von euch direkt ins Lager und berichtet es jemandem. Ihr schreibt den Namen von jedem auf, der das Tor passiert. Verstanden?" Er zieht ein Notizbuch, Feder und Tinte aus der Innenseite seines Mantels und reicht es Eddie. "Ihr werdet abgelöst, ich werde mich darum kümmern."
"Haben wir denn keinen Unterricht mehr?" fragt Shane zögernd.
"Das ist eine Notsituation. Das hier ist euer Training. Ihr müsst das Volk beschützen. Wenn ihr versagt, werdet ihr zur Rechenschaft gezogen", klingt Jack so ernst, dass die beiden Rekruten eingeschüchtert sind. Sie wissen nicht, dass Jack blufft. Wenn etwas schiefgeht, wird Jack dafür geradestehen müssen.
"Was sollen wir sagen, wenn man uns fragt, was los ist?" fragt Eddie unsicher.
"Ihr sagt, es ist der Wille von Lord Scar", antwortet Jack unbeeindruckt.

"Nichts weiter?"
"Nichts weiter", bestätigt Jack. "Er wird das Volk informieren, sobald er es für nötig hält." Die Wortwahl mag nicht perfekt sein, aber das ist Jack egal. Zwei Deathdealer am Tor werden ohnehin für Gerüchte sorgen, und wenn die Lordschaft lieber schweigen will, wird er sehen, was sie davon haben.
"Wenn jemand eine Bisswunde hat, notiert ihr, wie lange es her ist, und schickt ihn umgehend zurück nach Simswelt. Gebt ihnen diese Koordinaten, dort wird sich um sie gekümmert." Jack schreibt ihnen einen Ort auf. "Es handelt sich um Infizierte, und die Krankheit ist hochansteckend, wenn sie jemanden beißen, verstanden?"
Shane und Eddie nicken ehrfürchtig. "Infiziert mit was?"
"Sinenima. Eine Blutseuche. Das ist kein einfacher Job. Nehmt die Sache ernst. Ich komme bald zurück mit eurer Ablösung. Bis dahin seid auf der Hut."
Wieder nicken sie. Jack verschwindet, und Eddie und Shane bleiben etwas überfordert zurück.

>>> Jack geht nach Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager >>>
Remy kommt von >>> Glimmerbrook
Charaktere: Remy / Eddie / Shane
Geschichtsstrang: Am Tor I
Erneut sucht Remy das Portal auf, um nach Bloodmoon Valley zu reisen. Er betritt den magischen Bereich und nur wenige Sekunden darauf erblickt er die nächtliche Welt seiner Artgenossen.
Der Lord muss prompt reagiert haben, wie der Besucher feststellt. Das Tor selbst ist eingezäunt, so dass nur ein Weg davon ins Freie führt. Etwa zwei Meter entfernt halten zwei junge Vampire Wache. Beide sehen nicht so aus, als könnten sie einen Einbruch ins Land verhindern. Doch Remy sieht ein, dass die großen Kämpfer andere Dinge zu tun haben.

Shane und Eddie starren das Portal an und keiner reagiert. Erst als Shane bemerkt, dass sie eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben hebt er die Hand. "H-halt!" sagt er zögernd. Das ist der erste Vampir der durchs Portal kommt und sie sind immer noch total überfordert.
Eddie beisst sich erschrocken auf die Lippen und ist froh dass Shane das Wort ergriffen hat.
"Sind Sie ein Gebissener? Ich meine ein Infizierter? Ich meine ein..." Warte... was? "Wurden Sie in Simswelt gebissen? Wenn ja dürfen Sie hier nicht lang!" Shane blinzelt. "Anordnung von Lord Scar!" Shanes Herz klopft wie wild.

Remy schmunzelt in sich hinein. Wie süß die Nachfolger doch in ihrer Unbeholfenheit sind.
"Nein, werter Herr, ich wurde seit viel zu langer Zeit nicht mehr gebissen." Die letzte, die von ihm trank, war eine flüchtige Affäre. Sie hatte einen kräftigen Sog, der die Leidenschaft zwischen ihnen um Einiges steigerte.
Eddie und Shane sehen sich an. Dann beugt Eddie sich zu Shane herunter und flüstert ihm etwas ins Ohr. "D-das kann jeder behaupten." sagt Shane anschließend unsicher zu dem Fremden.
"Was wollt ihr also tun?" Amüsiert zieht der Brunette eine Augenbraue in die Stirn.

Was hatte Jack gesagt? Shane spürt dass ihr Gegenüber sie nicht für voll nimmt. "Ohne Beweis, dürfen wir niemanden durch lassen." sagt er und seine Augen sehen aus als würden sie ein schüchternes 'bitte' anhängen, 'machs uns nicht so schwer'.
"Du bist der junge McEven, nicht wahr?" Remys Blick springt herüber zum anderen Burschen. "Und du ... Wie ist dein Name?"
Shane erstarrt. Woher kennt er ihn?! Eddie schaut sich unsicher um, um sicher zu gehen das er gemeint ist. "Ich bin Eddie.." sagt er zurückhaltend.
"Eddie,", wiederholt der Größere nickend. "Sag, wer hat euch diesen Posten gegeben?"

"Das war Tshcschhh..." Shane stoppt Eddies Satz in dem er ihm die Hand vor die Brust hält. Das Gefühl von Unsicherheit erinner ihn an all die erfahrenen Stunden an denen Shane klein bei gegeben hat. Aber er ist jetzt hier und er wird Deathdealer verdammt! Er behält die Hand auf Eddies Brust ohne den Fremden aus den Augen zu lassen. Erst als er sagt, "Ich glaube das tut nichts zur Sache." nimmt er sie runter. Seine Stimme wird sicherer. "Es ist der Befehl von Lord Scar." Sein Herz schlägt im trotzdem noch immer bis zum Hals.

Der ehemalige Diener des Volkes erkennt die Entschlossenheit des Blonden an und schenkt ihm einen freundlichen Blick. "Ich habe nicht das Bedürfnis einzutreten, Herr McEven, ich habe lediglich eine Botschaft zu verkünden. Richtet seiner Lordschaft so schnell wie möglich aus, dass unsere Befürchtung eingetroffen ist." Die Freundlichkeit weicht einem ernsten Ausdruck. Mit kräftiger Stimme spricht Remy weiter: "Sagt ihm, der Wissenschaftler braucht mehr Proben für weitere Untersuchungen." Eindringlich fixiert er den Jungen. "Seine Lordschaft hat einen Simswelt-Tag, um Freiwillige zu versammeln. In genau Einhundertzwanzig Stunden werde ich mit Dr. McCoy zurück kehren um die Proben einzusammeln."
Vergebens wartet der Ältere auf eine Reaktion der beiden Wächter. "Habt ihr das verstanden oder muss ich es euch in eure jungenhafte Haut ritzen?"

Sofort richten beide sich kerzengerade auf beim letzten Ton und nicken einstimmig.
Remy grinst breit. Beinahe vermisst er es, die Rekruten herumzuscheuchen.
"Rühren, meine Herren.", schmunzelt er. "Passt gut auf, was ich euch jetzt sage. Ihr lernt einen wichtigen Job. Und wenn ihr kein Selbstvertrauen vorweisen könnt, werdet ihr es schwer haben. Es werden ... Leute kommen, die euch einfach zur Seite stoßen." Mit dem Finger zeigt er auf Shane. "Du hast hier einen guten Anfang gemacht, McEven. Aber denkt an meine Worte: Größenwahn ist das Minimum an Selbstvertrauen." Er zwinkert den beiden zu und dreht sich herum, um wieder im Portal nach Simswelt zu verschwinden.

>>> Shane geht nach Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager >>>
Remy geht nach >>> Britechester, Studenten-WG
<<< Lilith kommt von Lilith' Hütte <<<
<<< Shane kommt von Deathdealer Ausbildungslager <<<
Charaktere: Shane, Eddie, Lilith
Geschichtsstrang: Am Tor II
Shane und Eddie stehen wieder und gefühlt immernoch am Tor. Aber sind schon Tage vergangen und unterdessen war Ilona mit einem anderen Rekruten hier und soviel Shane weiss hatte Candra auch schon Dienst. Shane wartet nur noch darauf, dass dieser Remy mit dem Wissenschaftler auftaucht. Es gingen viele Deathdealer hinaus aber zurücl kam bisher keiner. Weder gebissen noch ungebissen.
"Hast du Jack nochmal gesehen seit der Botschaft?" fragt Eddie den Kleineren.
Dieser schüttelt den Kopf. "Ich glaube er ist gestresst."
"Hm..."
"Warum?" fragt Shane und geht ein paar Schritte hin und her weil das Beine in den Bauch stehen nicht seine lieblings Beschäftigung ist.
"Nur so.. er wollte mir helfen..."
"Wobei?"
"Naja..." Eddie druckst ein wenig herum, "wegen... dem.. du weisst schon... Durst."
Shane bleibt stehen und sieht auf. "Gehts dir gut?"
"Ja.. aber ich... hab angst."
Shane nickt. Das kann er verstehen. Er will ihm ein paar aufmunternde Worte schenken, als eine Person innerhalb des Zauns vor dem Portal auftaucht. Beide Rekruten richten sich sofort auf und sehen zu der... Frau?
"Stopp, Anordnung von Lord Scar!" sagt Shane so selbstbewusst er kann.

Verwundert sieht Lilith die beiden Vampire an. Sie war schon länger nicht in Bloodmoon Valley... aber sie kann sich nicht daran erinnern, dass das Tor bewacht wird. Die Uniform verrät ihr, dass es Deathdealer in Ausbildung sind. Aber was soll das Ganze?
"Lord Scar.", stellt sie fest. "Aus welchem Grund lässt er das Tor bewachen?"

"Wegen der B..." Diesmal ist es Eddie der Shane das Wort abschneidet. Er flüstert ihm etwas ins Ohr und Shane nickt. unsicher schaut er durch das Gitter zu der Lady. Jack hat nicht gesagt was sie auf diese Frage antworten sollen. Er hat nur gesagt, es ist ein Befehl der Lordschaft. Er ärgert sich ein bisschen. Jack hat ihn getadelt weil er nicht restlos alle Informationen von diesem Fremden verlangt hatte und scheinbar hat er die auch von Jack nicht verlangt. Mist. "Das wissen w.." wieder unterbricht Eddie ihn und antwortet an Shanes stelle. "Es ist uns nicht erlaubt darüber zu sprechen."
Shane versteht und nickt zustimmend um Eddie zu unterstützen. Da fällt ihm ein, "Wir müssen sicherstellen dass Sie nicht von irgendetwas gebissen wurden." als ihm klar wird was das bedeutet wird er ein wenig rot. Das... sollte nicht jeweils ein männlicher und ein weiblicher Rekrut hier stehen? So wie es die Security in Simswelt machen? Wahrscheinlich wird wegen der altertümlichen Zeit hier nicht so vorgegangen. Das ist.... unangenehm.

"Was..." Lilith starrt die beiden an. "Jaja, netter Versuch. Jetzt lasst mich durch, ich habe Dinge zu erledigen." Sie wirft den beiden einen scharfen Blick zu. "Sonst beiß ich euch gleich noch."
Sie macht Anstalten, sich einfach an den Jungs vorbei zu schieben.
Die beiden versperren den eingezäunten Weg, treten zurück und machen das Gitter zu. "Wir müssen dem Befehl nachkommen... Tut mir Leid." entschuldigt Shane sich. "Es wurde gesagt sonst ist ganz Bloodmoon Valley in gefah-ha-hau." Eddie stösst Shane in die Seite. Sein Gesicht zeigt ein eindringliches Kopfschütteln. Shane hat das Gefühl sie machen ihren Job hier richtig mies.
"In Gefahr?", hakt Lilith nach, "Meiner Ansicht nach seid ihr nur ein paar unreife Idioten. Oder habt ihr Beweise für eure Behauptung?" Ihre Stimme klingt genervt.
Idioten? Shanes Ohren spitzen sich. Diese Frau ist nicht von hier. Shane hingegen ist jetzt lange genug vor Ort und weiss dass Deathdealer sowie Rekruten respektiert werden. "Wir sind Rekruten der Deathdealer, warum sollten wir lügen?" sagt Shane getriggert von der Mobberei.

Einen Moment mustert Lilith die beiden. Die Uniform passt, und anfangs hatte Lilith sie auch für Rekruten gehalten... bis sie scheinbar nur einen billigen Trick versuchten, sie nackt zu sehen. Aber was, wenn das kein Trick war?
"Ihr wollt also sehen, ob ich gebissen wurde.", sagt sie nüchtern. "Von wem hätte ich denn gebissen werden sollen? Von Deathdealern, ja auch von Rekruten, hätte ich mehr Professionalität erwartet. Ihr müsstet doch irgendeinen Erlass als Beweis vorweisen können, vor allem wenn der Befehl von Lord Scar persönlich kommt."

"Das ist eine Notsituation." wiederholt Eddie Jacks Worte. "Die meisten Deathdealer sind bereits in Simswelt um dem auf dem Grund zu gehen."
"Deshalb sind wir hier.." Shane blickt durch das Gitter und dann zu Eddie. "Soll ich Iona holen?" flüstert er und Eddie zuckt die Schultern.
"Hören Sie wir wollen Ihnen nichts, versprochen. Wir tun nur das was uns gesagt wurde..." versucht Shane es erneut. Die Frau ist Modern und natürlich ist ihr Wille grösser und Stärker als der der unterdrückten Frauen in dieser mittelalterlichen Welt. "Es ist einfach wichtig..."
Lilith schweigt eine Weile. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie jemand nackt sieht. Doch sie möchte das immer noch selbst entscheiden können, mit wem sie ins Bett steigt. Die Kids sehen jedenfalls nicht so aus, als gäbe es bei ihnen viel zu holen.
Und jetzt tuscheln sie auch noch? Lilith versteht nicht, was sie sagen, aber schon die ganze Zeit über wirken die beiden, als seien sie nicht wirklich auf die ganze Situation hier vorbereitet. Fast so, als wären sie tatsächlich kurzfristig hier eingesetzt worden, weil die erfahreneren Deathdealer einer Sache auf der Spur sind... In dem Fall wäre es auch klar, warum es keinen Erlass gibt.
Sie denkt nach... Es droht Gefahr, wegen eines Bisses. Klingt fast nach der Seuche. Aber die wurde doch längst ausgerottet? Was, wenn die wieder ausgebrochen ist? Dann wäre wirklich Eile geboten.. Sie mag nicht daran denken, was das heißen würde. Aber das kann doch nicht die Wahrheit sein.. oder etwa doch?
"Mich hat jedenfalls niemand gebissen.", versichert sie. "Wie sähe so ein Biss denn aus, wenn es einen gäbe?"
Shane und Eddie sehen sich an. "Das.. wissen wir nicht. Ein.. biss eben." Eddie zuckt die Schultern. "Der Befehl lautet jeden Gebissenen zu einem bestimmten Ort in Simswelt zu schicken damit ihnen dort geholfen wird."
"Was denn für ein Ort? Oder dürft ihr das auch nicht sagen?", fragt Lilith.
"Wir haben nur die Koordinaten." entgegnet Eddie.

Shane hat das Gefühl, sich hier zu verrennen aber Jack hat gesagt, keinen durchlassen der es nicht beweist. Punkt.
Ein wenig denkt er darüber nach das Risiko einzugehen, aber was wenn sie lügt? Dann weden Eddie und er bestimmt verstoßen und dann wars das mit den Deathdealern.
Lilith seufzt. "Na gut. Bringen wir's hinter uns. Aber wenn ich herausfinde, dass das nur ein Trick von euch war, seid euch sicher, dass eure Ausbilder davon erfahren werden." Sie sieht die beiden scharf an.
Shane schämt sich, dass sie das hier tun müssen. "Wir... müssen ja nicht beide..." Eddie versteht und dreht sich sofort um. Shane blickt ihn verblüfft an und schluckt. Dann nickt er der Frau verlegen lächelnd zu. "Ich verspreche, es ist nicht gelogen..."

"Schon gut." Sie sieht dem Jungen an, dass er sich tatsächlich überfordert fühlt. Und der andere dreht sich sogar weg. Beides Hinweise, dass sie hier tatsächlich auf Befehl von oben handeln. "Dann lasst mich mal beweisen, dass ich tatsächlich von niemandem gebissen wurde."

Während Shane in seinem Unwohlsein zusieht wie sie sich in Unterwäsche einmal um die eigene Achse dreht ehe sie sich sogleich wieder anzieht, nickt Shane dankbar und öffnet das Gitter. Eddie dreht sich um als er das hört und holt sich bei Shane die Bestätigung dass alles okay ist. "Wir brauchen noch euren Namen und dann dürft Ihr passieren." sagt Eddie.
"Danke dass Sie uns entgegen gekommen sind." ergänzt Shane.
Fast hätte er hinzugefügt, dass sie sich gern bei Jack beschweren darf.

Lilith überlegt einen Moment, ob sie einen erfundenen Namen nennen soll, entscheidet sich dann aber doch für die Wahrheit. Es gibt keinen Grund, ihre Ankunft hier zu verschleiern.
"Und ihr seid?", fragt Lilith nach, nachdem sie sich vorgestellt hat. "Ich mein, ihr habt mich nackt gesehen. Da will ich dann wenigstens eure Namen kennen."
Fair. Denkt Shane. "Ich bin Shane und das ist Eddie." sagt er einfach nur erleichtert darüber dass sie nicht Infiziert ist und alles nach Vorschrift erfüllt wurde.
Lilith sieht das Ganze mittlerweile mit Humor. "Jetzt, wo die Formalitäten erledigt sind, darf ich passieren, richtig?", fragt sie noch nach.
"Ja bitte." Shane tritt zur Seite und öffnet einen Arm in Richtung Bloodmoon Valley.
"Gut. Bis zum nächsten Mal, Shane und Eddie." Den beiden schien das Ganze viel peinlicher gewesen zu sein als ihr selbst.
Jetzt, wo das erledigt ist, lässt Lilith ihre Gedanken schweifen. Schade, dass die beiden kein Erkennen zeigten, als sie den Namen Darksky nannte. Doch sie wirkten auch zu jung, um noch von Raoul ausgebildet zu werden.
Die beiden sehen der Frau nach und Eddie lehnt sich erschöpft ausatmend ans Gitter. Er weiss nicht wie das hätte besser laufen können. Shane hingegen hätte da einige Verbesserungsvorschläge aus der modernen Welt. vielleicht kann er irgendwann mal damit punkten bei Jack.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha )
>>> Lilith geht nach Bloodmoon Valley - Schattenmarktviertel (Harghita) >>>
>>> Eddie geht nach Bloodmoon Valley - Rabenfelsviertel Haus Nr. 9 - Jacks Haus (Harghita) >>>
>>> Shane geht nach Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager >>>
<<< Shane McEven kommt von Bloodmoon Valley - Deathdealer Ausbildungslager <<<
Adam - letzter Post
Charaktere: Shane, Iona, Adam
Geschichtsstrang: Schwierigkeiten am Portal

"Diese blöde BLÖDE Kuh!" wütend stapft Iona vor Shane auf und ab.
"Ist doch egal..." beschwichtigt Shane.
"Nein! Dauernd denkt sie, sie wär was besseres, dann jammert sie rum und Jack erfüllt ihr irgendwelche Sonderwünsche! Das nervt!"
Shane schweigt. Er weiss nicht so recht was er dazu sagen soll. Iona poltert weiter, "Du hast deine 'freie' Nacht und musst jetzt hier rumstehen, weil sie sich zu gut ist für mich."
"Das macht mir nichts aus..." meint Shane und legt all seine beruhigenden Gedanken in die Worte, in der Hoffnung Iona spürt sie. Leider scheint das nicht zu klappen.
"Warum macht er das? Warum darf Candra alles was sie will? Hat sie was gegen Jack in der Hand? Ich meine... ich weiss ihre Eltern sind ganz gross und so, aber bei Alucard, es ist Jack! Der lässt sich doch sonst auch nie rumschupsen." Ärgerlich stapft Iona weiter hin und her. Sie dachte Jack wäre nur zu ihr so... aufgeschlossen und hilfsbereit. Es kränkt sie das er einer dummen Nuss wie Candra scheinbar auch zuvorkommend ist. Dabei hat es sooo lange gedauert bis Iona den Draht zu Jack auf das aktuelle Niveau gehoben hat. Jetzt muss sie einsehen, dass sie nur eine weitere kleine Schülerin ist die ihm gar nicht mehr bedeutet als dem Rest.

"Ich glaube Jack hat im Moment andere Sorgen..." meint Shane nachdenklich. Er könnte sagen, Iona könne doch froh sein das er hier ist und nicht ihre Feindin, aber er fürchtet, dass er sie damit noch mehr aufbringt.
"Nicht genug um sie..." Iona hält inne. Ihre Augen weiten sich und Shane sieht sie verwundert an. Grade will er fragen was sie hat, da umschlingt sie sich und ein schmerzverzerrter Laut presst sich zwischen ihren Zähnen hindurch.
"Was hast du?" fragt Shane entsetzt als sie zu schluchzen beginnt und auf die Knie sinkt. Der Junge will auf sie zugehen, da blitzt es am Portal und zwei Personen passieren das Portal. Eine trägt die andere. Das Gitter um das Portal ist geschlossen. Shane kann Blut sehen und... erschrockenen erkennt er wer dort steht und versteht weshalb Iona sich so verhält.
"Adam?!"

Der Deathdealer hat das Portal passiert und wird in diesem Augenblick mit der Realität in Bloodmoon Valley konfrontiert. Verdammt, da war ja was ... Als wäre seine Laune nicht bereits im Keller, sackt sie noch tiefer ab. Am Gitter bleibt er stehen. Seine Tränen glänzen noch auf der Wange. Weiterhin trägt er Conall auf seinen Armen. "Lasst mich durch", sagt er im rauem Tonfall.
"Ehm.." unsicher durch den ungewohnten Tonfall seines Mentors, beginnt Shane den Saum seiner Kluft zu kneten.
"Das... geht... nicht..." keucht Iona und wischt sich verzweifelt Tränen aus dem Gesicht. Sie versuchte dabei aufzusehen, und hat die Wunden erhascht. "Shane.."
Er wendet den Blick von ihr auf ihn und die Leiche die er trägt. Werwolfjagd hatte er gesagt... "W-wir dürfen niemanden durch lassen der gebissen wurde." sagt er zurückhaltend zu Adam. "Anordnung von Lord Scar." Hektisch greift er nach dem Pergament auf dem es geschrieben steht und hält es zögernd hoch, so das Adam es durch das Gitter lesen kann, obwohl Shane meint, das der Deathdealer vor ihm eigentlich darüber bescheid weiss.

Adams Blick verfinstert sich. Seine Augen glühen so intensiv, wie noch nie zuvor. "Ich sage es ein letztes Mal ... lasst ... mich ... durch!"
Der Tonfall wird bedrohlicher und rauer.
Shane bleibt fast ein bisschen die Luft weg. Es widerstrebt ihm, sich gegen seinen Mentor zu stellen und ist drauf und drann das Gitter zu öffnen. Als er Anstalten macht sich darauf zu zu bewegen, stellt sich Iona, gekrümmt und weinend dazwischen. Das Gitter rasselt metallern als sie die Hand dagegen hält und wütend zu Shane aufschaut. Sie hat den selben Gesichtsausdruck wie Adam hinter ihr. Ihre Wut ist seine Wut, "Du lässt ihn NICHT durch!"
Das verunsichert Shane noch mehr.

Jetzt brennt bei Adam eine Sicherung durch. Seine Augenbrauen ziehen sich zusammen, die Augen glühen wie heißes Feuer. "EURE KONTROLLE GEHT MIR AM ARSCH VORBEI! MYLORDs BEFEHL INTERESSIERT MICH NICHT! ... MEINT IHR ETWA ICH STEHE HIER ZUM SPAß RUM! ... WENN IHR MICH NICHT PASSIEREN LASST, ... DANN VERSCHAFFE ICH MIR DEN ZUGANG SELBST!" Er geht paar Schritte zurück und legt den Leichnam ab. Dann nimmt er Anlauf und prallt mit der Schulter gegen das Gitter.

Der Schmerz in seinem Körper meldet sich wieder. Schmerzverzerrt beißt Adam auf die Zähne. Das Gitter gibt nach und knickt seitlich ab. Sein eigenes Blut tropft nun durch die körperliche Anstrengung wieder stärker auf die Erde. Schweigend hebt er Conall wieder auf und schreitet durch die Öffnung. "SAGT JACK, ICH BEZAHL DEN SCHADEN OHNE WENN UND ABER!" Sein eiskalter Blick trifft auf Shanes Gesichtsfeld. Es wirkt, als wäre der Mentor ein völlig anderer Vampir. Nicht er selbst. Mehr sagt Adam auch nicht. Unbeirrt läuft der Soldat in Richtung Schattenmarktviertel (Harhita). Sein Ziel ist das 'Andenken an Alucard'. Hinter ihn zieht sich seine Blutspur.

Bei Adams lauter Stimme, weicht Iona Richtung Shane zurück und starrt ihn so entsetzt an wie Shane selbst, obwohl sie grade damit anfangen wollte irgendwie, gegen die ganzen Gefühle die er auf sie überträgt ankämpfend, zu erklären, dass sie beide riesen Ärger bekommen wenn sie ihn durch lassen. Ganz zu schweigen wenn er die Seuche in die Stadt bringt.
Sie halten sich aneinander fest als Shanes Mentor und Freund durch die Absperrung bricht und wagen es nicht etwas zu sagen. Sie hängen aneinander und ihr Köpfe folgen dem Vampir der haltlos seinen Weg fortsetzt. Erst als er außer Hörweite ist, sagt Shane, "Ich hab ihn noch nie so wütend erlebt."
Iona lässt Shane los und richtet sich auf. Mit möglichst viel Würde, wischt sie sich die Tränen aus dem Gesicht. "Er ist nicht wütend." sagt sie wissend, "Er trauert..."

(In Zusammenarbeit mit @RacBadger )
Adam - nächster Post
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Charaktere: Shane, Iona, Jack, Remy
Geschichtsstrang: Deathdealer müssen tun, was Deathdealer tun müssen

Vor der kleinen Kneipe am Rand des Schattenmarktes ist es friedlich. Stimmengewirr rund um den Markt, Gelächter von den Ständen, Glöckchen die die Ausrufer benutzen bimmeln und das Klirren von Gläsern im Lokal. Shane lehnt sich zurück, das Glas mit Blutmondwein in der Hand, und sieht zu Iona hinüber.
„Und? Hast du ihn gefragt?“ Er nimmt einen Schluck.
Iona schüttelt den Kopf, ihr Blick ist hart auf ihr eigenes Glas gerichtet. „Er hat mich versetzt. Schon wieder.“
„Naja… er meints sicher nicht böse.“ Shane versucht ein aufmunterndes Lächeln.
Doch Iona schnaubt, missmutig. „Warum nimmt er Mentees auf, wenn er keine Zeit hat? Sechs Jahre hab ich gewartet – für eine Stunde. Und jetzt was? Soll ich nochmal sechs Jahre warten? Ich werd die Deathdealerprüfung nie bestehen.“
Shane sieht sie ernst an. „Aber du übst und wirst besser. Oder nicht? Vor ein paar Wochen hättest du hier nie sitzen können.“

Ein Seufzen. Ihre Schultern sinken. „Schon… vermutlich hast du recht. Aber das ist doch dämlich.“ Sie zieht das Glas näher, trinkt aber nicht. Ihre Augen heften sich an ihn. „Ich will wissen, wo Eddie ist.“
Shane nickt langsam, doch bevor er etwas sagen kann, fährt ein unsichtbarer Schauer durch seine Glieder. Seine Muskeln verkrampfen, die Nackenhaare stellen sich auf, weil Iona plötzlich einen spitzen Schrei ausstösst. Sie presst die Hände vor den Mund und starrt Shane an, als hätte sie eine Spinne in seinem Gesicht gesehen. Tränen schiessen ihr in die Augen, die Pupillen weiten sich glasig. Ihr Körper zuckt, sie krümmt und streckt den Rücken unkontrolliert, während ihre Hände nervös ausschütteln. Sie wirkt, als hätte sie eine Panikattake...
„Iona!“ Shane springt auf, sein Stuhl kippt scheppernd um. „Was ist los?“
Eine Träne rollt über ihre Wange. Sie zittert, ringt nach Atem. „Ich… ich weiss nicht… es ist-“
Da zerreisst ein weiterer Schrei die Geräuschkulisse hinter ihm. Hoch, hysterisch, voller nacktem Entsetzen. Beide wenden sich gleichzeitig um. Alle Gäste reissen die Köpfe herum, als eine Vampirin taumelnd auf die Strasse tritt. Sie hält sich den Arm, Blut strömt an ihm herab, tropft in dicken Schlieren auf das Pflaster. „Hilfe!“ kreischt sie.

Noch ehe jemand reagieren kann, kracht hinter ihr eine Tür auf. Holz splittert, Scharniere bersten. Eine Gestalt stürzt hindurch, schleift über den Boden, rappelt sich auf. Ein Vampir – und doch keiner. Die Augen wild, es sabbert, keucht, das Gesicht verzerrt von gieriger Raserei.
Das Wesen sieht sich hastig um, fixiert den Nächstbesten und springt mit einem geifernden Laut vor. Der Vampir hat keine Chance – die Zähne bohren sich in seinen Hals, Blut spritzt über die Hausmauer und das Pflaster unter ihnen. Panik bricht los.
Tische kippen, Gläser zerspringen, Stühle krachen. Gäste kreischen, rennen durcheinander, stossen sich gegenseitig zu Boden. Der Markt, eben noch voller Stimmen und Musik, verwandelt sich in eine einzige Kakophonie aus Angst. Shane reisst Iona hoch, doch sie fällt sofort wieder auf die Knie, die Hände an den Schläfen, den Blick starr. Sie saugt die Panik in sich auf und erstickt beinahe daran.
Der Sinenima reisst den Körper seiner Beute zur Seite, das Maul blutverschmiert, und springt den nächsten Vampir an, der zu langsam zur Seite kommt. Ein Aufschrei, ein Knacken, wieder Blut.
„Deathdealer! Holt die Deathdealer!“ schreit jemand.
Shanes Atem geht schneller, sein Herz hämmert. Er sollte kämpfen. Er hat den Eid geschworen. Das ist sein Auftrag. Das Volk beschützen. Doch Iona krallt sich in seinen Rücken, klammert sich an ihn wie eine Ertrinkende.
Ohne weiter nachzudenken, hebt er sie hoch und rennt. Er stösst durch die Menge, die Hände fest an ihr, während hinter ihnen das Geschirr klirrt und die Schreie lauter werden. Seine Beine tragen sie in eine Gasse, doch er weiss das reicht nicht. Nicht weit genug. Er rennt weiter, die Angst im Nacken.
Schliesslich erreicht er die Stadtmauer. Durch ein Seitentor drängt er hinaus, setzt Iona auf den Boden. Sie zittert, ihre Haut blass, die Augen feucht.
„Iona… geht es dir gut?“ keucht er.
„Was glaubst du denn?!“ schreit sie ihn an, ihre Stimme bricht. „Verflucht!“

Shane richtet sich auf, ringt mit sich. „Ich muss Jack Bescheid geben.“
Kaum hat er es ausgesprochen, erklingen die Glückentürme. Der Alarm der Stadt. Mehrere Vampire stürmen aus dem Tor, an ihnen vorbei - einer von ihnen hinkend, das Bein rot getränkt.
„GEH!“ brüllt Iona. Ihre Stimme überschlägt sich. Sie rappelt sich hoch, taumelt einige Schritte. „GEH JETZT!“
Shane zögert. Er will sie nicht allein lassen. Doch die Schreie hinter den Mauern werden lauter.
Iona dreht sich von ihm weg, stolpert der Mauer entlang Richtung Wald, Tränen in den Augen. Shane sieht ihr nach – nur für einen Herzschlag – dann reisst er sich los. Seine Gestalt zerfällt, Flügel schlagen auf. In Fledermausform steigt er über die Stadt.
Von oben sieht er das Chaos: Leichen in Blutlachen, Vampire, die durch die Strassen stürzen, andere, die sich in Häuser flüchten, Türen verriegeln. Der... ein Sinenima kratzt an einem Holztür die grade zugeschlagen wurde, ehe er sich umdreht und einen fliehenden Mann von hinten zu Boden reisst.
Shane zieht die Schwingen enger an den Körper und dreht ab. Richtung Ausbildungscamp.

Über dem Ausbildungscamp fliegt Shane tief. Unter ihm herrscht Chaos. Deathdealer greifen nach Rüstungen, Ausbilder schreien Befehle, Rekruten rennen planlos durcheinander. Selbst hier draussen dröhnen die Glocken der Stadt unheilvoll.
Er flattert zur Landung, setzt auf, doch kaum berühren seine Füsse den Boden, stösst ihn jemand grob beiseite. „Pass doch auf!“ Shane taumelt, weicht zurück. Aber sein Blick huscht hektisch über das Treiben, bis er eine vertraute Gestalt erkennt: Cole.
Sofort hastet Shane zu ihm. „Wo ist Jack!?“ schreit er, ausser Atem.
Cole hat keine Zeit für Fragen. Er drückt einem Rekruten ein Schwert in die Hand und ruft über die Schulter: „Keine Zeit, Kleiner. Nimm ein Schwert und geh!“

Shanes Blick fällt auf die Waffen, sie glänzen im Fackelschein. Doch sein Instinkt reisst ihn herum. Da ist er! Jack, mitten im Chaos, unbeirrt, mit ruhigen Schritten auf den Ausgang des Lagers zugehend.
„JACK!“ Shane ruft, die Kehle brennt von der Anspannung. Aber der Hauptmann reagiert nicht. In der nächsten Sekunde rennt Jack mit Vampirgeschwindigkeit los und lässt nur dunkel Schwaden zurück, die sich schnell verflüchtigen.

Shane stolpert, bleibt atemlos stehen. Verzweiflung packt ihn, doch er zwingt sich zur Ruhe, verwandelt sich wieder. Die Schwingen reissen ihn in die Luft, höher und höher, bis er über den Bäumen ist.
Und erst da erkennt er, dass Jack nicht Richtung Stadt rennt. Kurz vor dem Abzweigung biegt er ab, schnurgerade in die Wälder hinein.
Shane schlägt stärker mit den Flügeln, versucht Schritt zu halten. Was hat er vor? Warum nicht in die Stadt? Irritiert und getrieben, hält er sich über ihm, dem Hauptmann folgend, der mit unerbittlicher Entschlossenheit ins Dunkel der Wälder jagt.

Abraham verlässt seine Gemächer, gefasste Entschlossenheit liegt in seinem Blick. Nun ist es also soweit. Drei Jahre liegt es zurück, dass der Rat tagte, um die Gerüchte über die Seuche zu bewerten und notwendige Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten. Drei Jahre, in denen die flüsternden Stimmen im Volk nach und nach versiegten, Ohren und Augen des Rates jedoch wachsam blieben. Wenn man als Vampir Eines begreift, dann dass Alucards Wege gemächlich verlaufen. Für Sterbliche und Jungvampire mögen drei Jahre lang wirken. Doch die Alten wissen, dass Zeit nur ein Wimpernschlag der Schöpfer ist.

Abrahams Hand ruht auf dem Griff des Schwertes an seiner Hüfte. Mit seiner Kampferfahrung wird er sein Bestes geben, die Sicherheit des Volkes zu gewährleisten. Trotz des Tumults um ihn herum, geht sein Atem ruhig und gleichmäßig. Seine Sinne erfassen die panischen Zustände, die sich wie Lauffeuer in den Straßen ausbreiten. Geschrei, Gedränge, Unachtsamkeit. Ein Volk, das sich sonst so edel und beherrscht zeigt, wird mit seinen ursprünglichsten Instinkten konfrontiert - und weiß damit nicht umzugehen. Beschämend. Sie sollten einander tragen, anstatt sich gegenseitig über den Haufen zu rennen.
Die stolze Gestalt des Mannes verpufft in einer dunklen Wolke, nur um den Hauch einer Sekunde darauf auf dem höchsten Punkt des Platzes zu materialisieren.

Seine Stimme liegt kräftig, aber ruhig über dem Stadtkern, als er die Anweisungen gibt: "Bewohner und Besucher! Bewahrt Ruhe! Helft den Schwachen, Sicherheit zu suchen! Bleibt in Gruppen zusammen! Traut Alucards Entscheidungen." Und betet um seinen Beistand.
Unter ihm zu seiner Rechten bemerkt er eine Szene, wie aus alten Zeiten. Eine Gestalt vampirischen Aussehens, doch mit abstrakten Bewegungen, abgerücktem fahlen Blick, offensichtlich nicht Herrscher seines Geistes, setzt zum Angriff auf einen nicht Ausgewachsenen an. Abraham kennt sie beide. Der Junge - Elanthor, Sohn eines tapferen, aber übermütigen Kriegers - treibt sich gern in den Wäldern herum, um später auf dem Marktplatz von seinen Abenteuern zu berichten, stets damit endend, dass er schon bald die Ausbildung der Deathdealer beginnen wird.
Der Andere ist Combrul. Ein fleißiger Arbeiter, ehrenwerter Mann, guter Freund für alle, die Rat und Hilfe suchen. Familienvater, der Lordschaft treu und ein angenehmer Zeitgenosse. Und nun des Todes. Abraham zieht sein Schwert im selben Moment, im dem die dunkle Wolke der Teleportation ihn verschluckt. Einen Augenaufschlag später steht er zwischen den beiden. "Bleib hier." Er packt den Jungen am Kleidersaum, hält ihn an Ort und Stelle. Die Schwerthand hebt sich, die Klinge blitzt im Licht des Mondes grell auf. Ohne Zögern zieht sie durch die Luft, elegant und präzise.
Der Kopf Combruls fällt dumpf aufprallend zu Boden, noch ehe der restliche Körper zusammensackt. Blut spritzt empor, wie aus dem Stadtbrunnen, eine Fontäne, als wäre der Körper selbst überrascht von der Beendigung seiner Existenz.
Hat Elanthor sich bis eben im Griff des Ratsmitglieds gewunden, starrt er nun fassungslos auf den ausblutenden Körper.
"Hat er dich gebissen?", wendet Abraham seinen Blick verheißungsvoll auf den Jungen.
"N-nein ...", stammelt das Kind. Dessen panischer Ausdruck springt auf seinen eigenen Arm, wo ein roter Rinnsal aus einer klaffende Wunde am Fleisch herunterläuft. "Das ... das war er nicht. Ich schwöre! I-Ich bin hängen geblieben. Da am Stand. Ehrlich!"

Unverändert hebt und senkt sich Abrahams Brustkorb. Zuerst betrachtet er die Wunde, dann den Kopf Combruls. Augen und Mund weit aufgerissen, zeigen sich deutliche Spuren, dass er mindestens ein Opfer fand. Sollte das Kind lügen, wird es binnen weniger Tage erste Symptome der Seuche zeigen. Es wird unbändigen Blutdurst entwickeln, dem selbst erfahrene Krieger nicht widerstehen könnten. Dann wird es zu spät sein.
Das Schwert in der einen, den Jungen in der anderen Hand erinnert er sich an seinen Schwur. Das Wohl des Volkes ist oberste Priorität. Bedauern und Entschlossenheit kämpfen in seiner Brust, als er den Jungen loslässt. Blitzschnell zischt das Schwert erneut durch die ewige Nacht. Elanthors Kopf kippt von den Schultern. Die Augen ein letztes Mal angsterfüllt, bevor er Frieden findet.
Abraham betrachtet sein Werk. Zwei Vampire, die noch sehr lange hätten leben, lachen und lieben können. "Möge Alucard euren Seelen Unschuld schenken.", murmelt er, ehe er wieder in der dunklen Wolke verschwindet.

Jack bleibt am Hauptportal stehen, dem einzigen Durchlass auf dieser Seite. Vor ihm ragt das geschlossene eiserne Gitter.
Auf dem Wachposten liegt ein aufgeschlagenes Buch. Er zieht es zu sich, blättert durch die letzten Seiten. Schichtwechsel, Namen, nüchterne Notizen. Unspektakulär.
Jack klappt das Buch zu, legt es zurück und sichert das Gitter zusätzlich. Er zieht den Riegel tiefer, legt eine rostige Kette doppelt und zieht sie mit einem harten Ruck fest. Von hier kommt niemand mehr hinein oder hinaus. Das Tor ist zu.
Er kniet nieder, prüft den Boden. Seine Finger fahren über feuchten Lehm, über zerdrückte Nadeln, über gebrochene Halme. Er hebt eine Handvoll auf, reibt sie zwischen den Fingern und riecht daran. Harz, feuchter Waldboden, altes Tier.

Da rauscht es über ihm. Flügelschläge schneiden durch die Stille. Shane landet unsauber neben ihm, stolpert und fängt sich mit den Händen ab. Schweiss klebt ihm am Hals und die Brust hebt und senkt sich schnell.
„Iona…“ presst er heraus, „sie ist zusammengebrochen… die Schreie in der Stadt… ich wusste nicht-“
Jack richtet sich auf, mustert ihn scharf. „Lebt sie?“
Shane nickt heftig. „Ja, aber… ich musste sie zurücklassen. Sie konnte nicht mehr.“
„Gut.“ Jack spricht ruhig, aber hart. „Dann ist sie nicht deine Sorge. Jetzt bleibst du bei mir.“
Shane schluckt. „Jack… was, wenn sie doch-“
„Sie weiss was zu tun ist,“ unterbricht Jack. „Sie schafft das schon.“
Shane ringt einen Moment mit sich, dann platzt es aus ihm heraus: „Und Eddie? Er war seit Tagen nicht mehr im Camp. Du hast gesagt, es geht ihm gut. Aber… ist er sicher?“

Jack sieht den Jungen ernst an. „Du konzentrierst dich auf das, was vor uns liegt. Eddie ist nicht hier.“
Shane presst die Lippen zusammen. Er nickt, ohne überzeugt zu sein.
Jack geht wieder in die Hocke. „Flieg über den Wald, halte die Augen offen. Wir suchen alles und jeden, der sich nicht normal verhält. Kein Alleingang, du bleibst in Hörweite.“
„Und wenn ich was finde?“
„Dann kreist du, bis ich da bin.“
Shane zögert eine Sekunde. Dann tut er was der Hauptmann befielt. Obwohl er lieber nach Iona und Eddie sehen würde.

Über Jack flattert es, als Shane sich wieder erhebt. Er tritt tiefer in den Wald. Feuchter Boden federt unter seinen Stiefeln, der Geruch von Harz und Moos hängt in der Luft. Er bleibt kurz stehen, lässt den Blick zurück zum Tor schweifen. Entweder haben die Rekruten, die hier Wachdienst hatten, vor Tagen geschlampt… oder etwas anderes ist geschehen.
Er schüttelt den Kopf. Wie ist die Seuche herin gekommen? Das Gitter war geschlossen, die Protokolle lückenlos. Wenn nicht durch das Tor, wie dann? Und wenn es noch einen Weg nach Bloodmoon Valley gibt, verborgen oder vergessen... was kann noch durch ihn hindurch kommen?
Die Gedanken ziehen ihm den Nacken straff. Jack spürt, wie sich eine angespannte Unruhe in seinen Körper legt.

Die Deathdealer wissen, was im Fall einer Seuche zu tun ist. Er klammert sich an diesen Gedanken. Sie sichern die Stadt, sie töten die Gebissenen, sie tun ihre Pflicht. Das hat er befohlen. Er muss darauf vertrauen. Denn es gibt kein Heilmittel, das wissen alle.
Seine Kiefer spannen sich, als er sich erinnert. Der Sim… dieser Wissenschaftler, McCoy, hat viel geredet, dass es eine Heilung geben könnte. Doch bisher ist keine Nachricht gekommen.
Jack ballt die Hand um den Griff seines Schwertes. Der Wald schweigt, aber er fühlt, dass er nicht umsonst hier draussen ist. Irgendwo zwischen den Bäumen hat es angefangen. Und wenn er den Ursprung nicht findet, dann ist Bloodmoon Valley verloren.

Iona stolpert durch das Unterholz, weg von den Schreien, die sie fast zerrissen haben. Ihre Hände tasten nach vorn, krallen sich an Zweigen fest, die sie kaum sieht. Die Dunkelheit ist dicht wie Pech. Wo normale Vampire mühelos durch die Nacht blicken, bleiben ihr nur verschwommene Konturen und Schatten.
Ihr Atem geht hektisch, ein Zucken fährt durch ihre Schultern, als sie stolpert und fast zu Boden geht. Mit beiden Händen stützt sie sich ab, kommt wieder hoch. Erst jetzt merkt sie, wie still es hier draussen ist. Die Glocken klingen nur noch gedämpft durch die Bäume, die Panik der Stadt erreicht sie nicht mehr.
Sie wischt sich mit dem Handrücken die feuchte Stirn ab. Ruhig. Konzentrier dich. Denk an deine Meditation...Die Dunkelheit bleibt dicht. Jeder Schatten könnte ein Ast sein oder etwas, das auf sie lauert.
Ihre Hände tasten nach der Rinde eines Baums. Für einen Moment lehnt sie die Stirn dagegen, versucht zu horchen. Nichts.

Sie wagt einen Schritt, dann noch einen, langsam, vorsichtig. Jeder Tritt auf feuchte Nadeln klingt ihr zu laut. Dann bleibt sie abrupt stehen. Ein Rascheln. Leise, kaum hörbar, aber nicht von ihr. Von irgendwo weiter vorn, tiefer im Wald. Sie starrt ins Schwarz und sieht nichts. Aber etwas ist da.
Die nackten Füße des Wesens huschen durch die Dunkelheit. Mit jedem Schritt graben sich die Zehen wie Klauen in den feuchten Boden, reißen Moos und Gestrüpp aus der Erde.
Vor ihm liegt eine deutliche Fährte. Sein Blut kocht, die Gier ist unbändig, jeder Muskel angespannt.
Weit im Hinterkopf rufen Gedanken nach ihm. Verzweifelt und flehend. Doch er versteht die Worte nicht. Sie sind nur ein Echo der Dinge, die ihm einmal vertraut waren.

Der unverkennbare Dunst von Adrenalin steigt ihm in die Nase. Geifernd beschleunigt es das Tempo, Äste knacken unter seinem Gewicht, als der Rausch ihn weiter voran treibt - schneller, immer hastiger getrieben von der Ungeduld des unzähmbaren Hungers.
Plötzlich stoppt es. Der Atem schwer, der Oberkörper weit vor gelehnt stützen seine Hände sich auf dem Boden ab. Da ist es. Das nächste Opfer. Kräftiger Herzschlag, das Blut fließt so laut in den Adern, dass ihm der Speichel zähflüssig aus dem Maul tropft.
Der Atem flach in den Brustkorb gepresst, setzt es zum Sprung an. Ein kräftiger Stoß mit den Beinen bringt es mit nahezu lautlosem Schwung auf einen schweren Ast. Die Pranken pressen sich ins Holz, der Körper zieht nach. In Windeseile prescht es voran, im freien Flug auf die Beute zu, die in der letzten Sekunde den geweiteten Blick hebt. Zu Spät. Die scharfen Krallen graben sich in die Schultern des Vampirs. Die Beute wirbelt herum, es verliert den Halt und landet standfest hinter ihr auf der Erde. Rote Augen glühen vor Gier, als es den Mund öffnet und markerschütternd kreischt, bevor es sofort zum nächsten Angriff ansetzt.

Iona stolpert rückwärts und vor ihr landet die Kreatur im feuchten Laub. Der Aufprall lässt Erde aufspritzen, die nackten Zehen graben sich tief in den Boden und reissen Moos und Wurzeln mit.
Iona sieht es nicht klar, aber sie fühlt es. Die Aura brennt sich grell in ihre Wahrnehmung. Sie ist ein Wirbel aus Schwarz, Rot und fahlem Grau. Hunger, Wut, Raserei, Schmerz – alles drückt auf sie ein und überwältigt sie bevor das Biest sie überhaupt berührt. Ihr Kopf hämmert, ihre Brust zieht sich zusammen, und mit einem heiseren Aufschrei reisst sie die Hände vors Gesicht.
„NEIN!“ schreit sie.

Hoch über den Bäumen zuckt eine kleine Fledermaus zusammen. Ihre Flügel rudern scharf zur Seite, und in der nächsten Sekunde stürzt Shane in engem Bogen hinab. Er reisst sich in die Vampirgestalt zurück, prallt mit voller Wucht auf den Rücken des Sinenima, und das Fauchen des Monsters dröhnt durch den Wald. Krallen fahren aus, schlagen nach ihm, zerfetzen Stoff und Haut, und Shane beisst die Zähne zusammen, während er versucht, die Bestie niederzuringen.
Es ist vergeblich. Mit einer unmenschlichen Kraft wuchtet ihn das Wesen ab, schleudert ihn gegen den nächsten Baum, dass die Rinde splittert und der Junge keuchend zu Boden rutscht.

„Shane!“ Iona schreit, während die Kreatur schon auf ihn zuspringt. Sie reisst die Arme hoch, als könnte sie das Monster mit blossen Händen aufhalten, und in ihrem Kopf wirbeln die fremden Emotionen so laut, dass sie kaum unterscheiden kann, welche ihre eigenen sind.
Shane rollt sich ab, springt auf und reisst ein Stück Ast vom Boden auf. Er packt das brüchige Holz, als wäre es ein Schwert, und stellt sich dem Wesen in den Weg. Es faucht, sabbernde Fäden hängen aus seinem Maul. Für wenige Sekunden, stehen sie sich gegenüber und dann mit einem Knall prallt die Bestie gegen ihn.

Shane prallt mit dem Rücken auf und stemmt das Holz zwischen sich und die Zähne des Monsters, doch der Ast wird nicht mehr lange halten.
„Hau ab!“ keucht er, doch die Bestie drückt ihn tiefer in den Boden. Splitter fliegen, das Holz zerbricht, und Shane reisst ein Knie hoch und tritt den Körper weg. Für einen Augenblick taumelt das Wesen, dann wendet es den Kopf, die Augen glühen rot, und der nächste Sprung kommt schneller, als er reagieren kann.

Iona stösst sich vom Baum, läuft zwei Schritte vor, die Finger ausgestreckt. Sie spürt die Aura unberechenbar, und sie versucht, sie zurückzuschieben, so wie Jack es ihr beigebracht hat. Sie drückt, sie schreit, sie presst ihre Emotion gegen die des Sinenima – doch sie sind zu stark und sie spürt wie eihre eigene Wut höher steigt. Wut, weil sie unfähig ist sich zu kontrollieren. Wut, weil sie Shane nicht helfen kann. Wut weil sie ein untätiger Deathdealer ist.
Shane wirft sich erneut auf den Sinenima, greift nach dem Hals, versucht es niederzuringen. Beide rollen auf dem Waldboden, Laub fliegt hoch, Äste brechen, Blut spritzt.
„Lauf!“ schreit Shane, und seine Stimme ist schon voller Panik, weil er sich nicht mehr lange gegen die Kraft dieser wilden Bestie halten kann.

„Nein!“ Iona weicht zurück, ihre Hände zittern, ihre Brust brennt, und das Gefühl zerreisst sie. Sie sieht Shanes Gesicht, verzerrt, die Muskeln unter dem Druck des Monsters am zum Zerreißen angespannt und die Kleidung bereits in fetzen. Er stemmt sich, aber es reicht nicht. Die Aura dröhnt in Ionas Augen, so stark, dass sie fast erblindet, und in der letzten Verzweiflung klopft sie die Faust vor ihrer Stirn in die Handfläche und presst die Augen zusammen.
Licht.
Es schiesst aus ihrer Brust wie ein Schrei, gleissend, grell und schmerzhaft ür jedes Nachtwesen. Die Dunkelheit wird durchflutet, als hätte jemand einen Scheinwerfer angeschlossen und Iona stemmt sich dagegen, als ihr ganzer Körper davon durchzogen wird. Die Bäume werfen harte Schatten auf den unebenen Boden.

Jack, der im selben Moment auftaucht, wird vom Leuchten erfasst. Er reisst die Arme vors Gesicht und der Schmerz fährt ihm in die Haut. Rauch steigt von seinen Händen auf, die Augen tränen, und er weicht zurück. „Was..?“ und sucht Deckung hinter einem Stamm, während der grelle Schein alles verschluckt.
Das Wesen kreischt, und sein Schrei ist nicht mehr nur Wut, sondern blanke Qual. Rauch steigt von seiner Haut auf, die Adern brennen schwarz unter der Oberfläche und doch wirft es sich erneut nach vorn.
Shane blinzelt in das Licht, das ihm die Augen beisst und die Haut versengt, doch er hält stand, er kennt die Sonne aus Simswelt, und sein Körper erträgt besser, was andere Vampire verbrennt. Mit letzter Kraft stösst er sich ab, packt die Kreatur an den Armen, seine Stiefel graben sich in den Boden, und er reisst das wütende Bündel herum, bis es mit einem dumpfen Aufprall in den Boden kracht.

Das Fauchen bricht in einem Schrei, die Glieder schlagen wild um sich und Shane wirft sich mit ganzer Wucht auf den Körper und verdreht ihm die Arme auf dem Rücken.
Das Licht wird schwächer. Iona sinkt auf die Knie und keucht. Ihr Herz rast, ihre Augen brennen, doch sie hebt den Kopf, als Jack hervortritt. Sein Gesicht ist voller Schatten und in der Hand ist sein Schwert. Es ist nicht lesbar, was er von dieser Aktion hält. Aber dort, am Boden, unter Shanes Griff, windet sich dieses entstellte Gesicht und Jack erkennt in der Fratze die Züge, die ihm schmerzhaft vertraut sind.

Schmerz. Nichts als beißend brennender Schmerz. Die müden Glieder geben dem Druck des Gegners nach. der Körper bricht erschöpft zusammen. Der nasskalte Boden kühlt die verbrannte Haut, dass ein zischendes Geräusch in die Nacht aufsteigt. Windend versucht der Sinenima sich aufzustemmen, doch das Licht hat ihn zu sehr geschwächt. Instinktiv breitet sich der Drang nach Rückzug aus. Regenerieren. In tiefer Dunkelheit, geschützt vor dem kleinsten Lichteinfall. Keine Flucht. Völlige Unterlegenheit. Das Einzige, was bleibt, ist der Weg nach innen. Ein letztes Mal zuckt der hagere Körper mit den Muskeln, ehe das Rot der Augen erlischt und die Lider sich schließen. Ein tiefer heiserer Atemzug füllt den Brustkorb und die Augen, noch immer rot, doch deutlich an Leuchtkraft eingebüßt, öffnen sich halb.
Er hat keine Ahnung davon, wie er herkam. Erinnerungen liegen in Fetzen gerissen auf dem Grund seines Geistes. Der Kerker ist das letzte deutliche Bild in ihm. Die weiße Wölfin hatte ihn gefangen gehalten. Tagelang. Vermutlich Wochen. Tief unter der Erde hatte er schnell das Zeitgefühl verloren. Und nun liegt er hier im Dreck. Es riecht nach Moos, Angst und vebranntem Fleisch. Sein Körper fühlt sich fremd an.

Nur der Schmerz gehört ihm. Sein trüber Blick erfasst zwei Gestalten vor ihm. Eine junge Vampirfrau, erschöpft auf dem Boden kauernd. Ein anderer steht neben ihr - nur die Füße kann er erkennen. Sie stecken in der Montur eines Deathdealers. Eine dritte Person hockt auf seinem Rücken, hält seine Arme zusammen. Er weiß, dass sie ihn töten werden. Das müssen sie. Es ist ihre Pflicht, das Volk um Lord Scar zu schützen. Und er ist es, der den Tod bringt. Das Schicksal allein weiß, wie viele er schon mit in den Abgrund gerissen hat. " ... wenn ich so werde ... ", schiebt sich das Gespräch mit McCoy in seinen Geist, "Dann töte mich."
Es fühlt sich an, als wäre es Äonen her, dass er seinen treuen Freund zuletzt sah. Sie müssen seinen toten Körper zu ihm bringen. Er muss weiter forschen. Das ist das Letzte, was er für die Opfer seines Rausches tun kann. Diese Bitte können sie ihm nicht abschlagen. Er muss es ihnen nur sagen. Doch das Sprechen fällt unglaublich schwer. Seine Kehle ist wie zugeschnürt. Die Lippen kaum beweglich presst er einen kratzenden Ton heraus, der nur mit viel Fantasie Ähnlichkeit mit dem hat, was er sagt: "Hank."

Shane hält inne. Sein Blick springt sofort zu Jack, der schon nähertritt, das Schwert in der Hand.
Jack bleibt stehen. In seinem Inneren brodelt es, doch er zwingt sich zu einem starren Gesichtsausdruck. Remy. Der Name liegt ungesagt in seinem Kopf wie ein Stachel. Remy, der ihn damals ausgebildet hatte, der ihn geprägt und dann fallen gelassen hatte. Alle fallen gelasen hat. Die Enttäuschung brannte so tief, dass Jack sie jahrelang verdrängt hatte. Und jetzt liegt er hier. Als Monster. Und doch spürt Jack, wie sich alles in ihm sträubt.
Er hebt das Schwert, sagt rau: „Tritt zurück, Shane. Ich beende das.“

„Nein!“ Shane stemmt sich gegen die Bewegung, seine Finger graben sich fester in Remys verbrannte Haut, obwohl das Wesen unter ihm kaum noch Widerstand leistet. „Er hat gesprochen! Der Wissenschaftler findet einen Weg. Wenn wir ihn töten, dann…“
Jack unterbricht ihn, und seine Stimme donnert nun durch den Wald. „Wenn wir ihn nicht töten, frisst er dich bei nächster Gelegenheit! Geh aus dem Weg, Shane!“
Der Junge blutet, seine Kluft ist zerfetzt, doch er schüttelt vehement den Kopf. „Wenn du ihn jetzt tötest, gehe ich direkt zu Lord Scar und sage, dass wir einen Gefangenen hatten, der noch sprechen konnte und du hast ihn eigenmächtig getötet!“

Jack hält inne. Ein trockenes, fast amüsiertes Schnauben entweicht ihm. „Scar ist jeden zweiten Mond sauer auf mich weil ich tue, was getan werden muss.“
„Dann soll er diesmal wütend sein, weil ich mich gegen DICH stelle!“ Shanes Stimme bricht, aber er drückt Remy fester in den Boden, als wolle er Jack herausfordern. „Ich will kein Deathdealer sein, wenn das bedeutet, dass man seines Gleichen wie Vieh abschlachtet.“
Für einen Wimpernschlag zuckt etwas in seinem Gesicht, ein kaum sichtbarer Bruch in der Fassade. Remy ist nicht mehr ihres Gleichen. Das war er schon nicht mehr als er Bloodmoon Valley verlassen hat. Aber er war auch der Erste, der ihm beigebracht hatte, wie man überlebt. Und ihn dann im entscheidenden Moment im Stich liess.
Er muss gestehen das es sich jetzt nicht wie Pflicht anfühlt. Es fühlt sich an wie Rache. Und das ist falsch. Was ihn nicht kümmern sollte, denn es ist seine Pflicht das Volk zu schützen. Egal ob es in seinem Interesse liegt oder nicht.
Iona hebt langsam den Kopf, ihre Hände zittern, aber ihre Augen sind weit geöffnet. Sie spürt diesen dunklen Sog in Jack, der nicht zu seiner Stimme passt. Nicht nur Pflicht. Da ist Schmerz. Da ist alte Reue, die in ihr brennt, als wäre sie ihre eigene.
„Wir haben ihn zu Fall gebracht,“ sagt sie, und tritt näher zu Shane. Baut sich neben ihm auf wie eine Wand die Remy schützt, so klein sie auch ist. „Nicht du. Also entscheiden wir, was mit ihm passiert.“

Jack wirft ihr einen scharfen Blick zu. „Ihr entscheidet gar nichts. Ihr seid Rekruten. Jetzt bewegt euch!“
Iona schüttelt den Kopf, und jetzt klingt ihre Stimme sicherer. „Du kennst ihn.“
Jack verengt die Augen, seine Hand spannt sich am Schwertgriff.
„Du zögerst,“ wirft Shane ein, seine Stimme bebt vor Wut. „Das reicht mir. Du kommst nicht an mir vorbei.“
Iona hebt das Kinn, ihre Augen brennen vor Entschlossenheit. „An mir auch nicht. Ich will keinen Mentor, dem Freundschaft nichts bedeutet.“
Jack steht mit erhobenem Schwert über ihnen. Es wird still. Dann lässt er langsam die Klinge sinken, bis die Spitze den Waldboden berührt. Sein Atem geht flach, die Kiefer sind hart angespannt und er sieht die beiden jungen Vampire vor sich an.
Sein Blick geht zurück zu Remy, der im Dreck liegt, halb tot, halb Monster. „Ihr versteht offensichtlich nicht,“ sagt Jack, fast zu sich selbst. „Er ist kein Anfang. Er ist das Ende.“

Er zieht hörbar Luft ein, nachdem seine Gedanken sich sortiert haben. „Du willst ihn also einsperren, füttern, hoffen, dass er nicht ausbricht und eine halbe Garnison frisst? Von Wachen bewacht die das selbe Schicksal ereilt, wenn es sie erwischt?“
„Dann bringen wir ihn weg,“ fährt Shane dazwischen. „Wenn ihm hier nicht geholfen werden kann, dann nach Simswelt. Ich stand am Tor und wir hatten den Auftrag, gebissene zu speziellen Koordinaten zu schicken. Das war doch, um ihnen zu helfen. Der Wissenschaftler ist dort. Oder nicht?“
Jack blinzelt. Für einen Atemzug wirkt er wirklich überrascht, dann schüttelt er langsam den Kopf. „Dabei ging es um Vampire die noch bei Verstand sind. Du willst ihn in diesem Zustand durch das Portal bringen? Zu einem Sim? Dir ist klar, was das heisst, wenn du dich irrst?“
Shane richtet sich halb auf, die Hände immer noch an Remys Schultern. „Dann stirbt er so oder so. Aber wenn ich recht habe, dann haben wir eine Chance, die Seuche aufzuhalten.“
Jack atmet lang und schwer durch die Nase aus. In ihm arbeitet es, doch er sagt nichts.
Iona tritt noch ein Stück näher. „Du spürst es selbst. Da ist noch etwas. Das hast du uns selbst gelehrt – wir sollen Spuren lesen, die andere übersehen.“

Jack sieht sie an, dann Shane, dann wieder Remy. Leichter Dampf steigt immer noch von dessen Haut auf. In seinem Kopf rast alles. Pflicht, Schuld, alte Wunden. Er weiss, dass es Wahnsinn ist. Aber er sieht Shanes Augen, wie sehr er an dieser Idee festhält.
Langsam, sehr langsam, hebt er die Klinge wieder. Ob es Scar gefallen würde oder nicht ist ihm egal. Er entscheidet das jetzt. Jack steckt die Klinge in die Schneide und sagt:
„Dann geht. Aber ich habe euch gewarnt."
Remys Brust hebt und senkt sich in flachen Stössen, während die Entscheidung über ihm fällt.
Shane sieht zu Iona und zurück zu Jack. "Danke... Hauptmann."

(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
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