Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers

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12.04.2023 22:36 (zuletzt bearbeitet: 18.04.2023 14:47)
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Aus Alt....

...mach Neu



Gemeinschaftsbau von Murloc und simscat 2
Aussen: simscat2 - Gewächshaus innen und Sitzecke: Murloc
Eingangsbereich
Vorher



Nachher



Kräuterbeet und Kompostbereich
Vorher

Nachher


Rückseite und Sitzecke der Teenager
Vorher



Nachher



Gemüseanbauflächen
Vorher



Nachher



Glashaus
Blick vom Eingang her
Vorher

Nachher

Verkaufsbereich
Vorher


Nachher

Blick auf den Eingang von innen
Vorher
Nachher

Arbeitsbereich
Vorher


Nachher

Alt Galerie


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19.04.2023 22:10 (zuletzt bearbeitet: 11.07.2023 22:43)
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Aidaria - letzter Post
Ben - letzter Post
Maryama kommt von Brindleton Bay Nr 1 - Altersheim Shady Pines
Ambrosius kommt von Brindleton Bay Nr 1 - Altersheim Shady Pines


Charaktere: Maryama, Ambrosius, Ben
Geschichtsstrang: Zukunftsmusik (Teil 2)



Aufgeregt tippt Maryama Bens Nummer auf dem Handy. Browneye tobt am Strand und sie selber sitzt im Sand, noch ganz gefangen von all den Ereignissen und Eindrücken im Seniorenheim. Schon nach zweimal läuten ist er dran.
"Hi Ben, Maryama hier, du glaubst ja nicht was grade passiert ist. Ich habe einen Freund im Seniorenheim besucht und wir unterhalten uns so, ich erzähl ihm von unseren Plänen und er sagt, er habe ein Grundstück, dass er uns verpachten könnte. Hier in Brindleton! Ich flipp aus vor Freude!"
Ben kann nicht glauben, was er da hört. Maryama und er sind ja schon länger auf der Suche. "Wow, super. Warst du schon dort?"
"Nein, das hat sich grade alles spontan ergeben und ich will das mit dir zusammen anschauen. Ambrosius, so heißt der alte Herr, geht auch mit. Er war da schon ewig nicht mehr und ist auch neugierig. Wann hast du denn mal Zeit?" Maryama wirft einen glitschigen Stock weg, den Browneye ihr gerade schwanzwedelnd auf die Füße gelegt hat und wartet mit klopfendem Herzen auf Bens Antwort. Browneye wirbelt hinterher und hüllt Maryama dabei in eine Sandwolke.
Ben nennt ihr einige Termine. "Passt einer davon auch für dich?", fragt er, "ich bin jedenfalls schon sehr gespannt! Auch auf den Herrn Ambrosius."

Den Sand abklopfend klemmt Maryama das Handy zwischen Ohr und Schulter. "Am liebsten morgen schon, am frühen Nachmittag, ich kann's kaum erwarten." lacht sie. "Geht das klar? Es ist Brindleton Bay Nr.9, um 14.00 Uhr?" Sie richtet sich auf und wirft erneut den Stock für Browneye, während sie den Weg nach Hause einschlägt.

"Ja, das lässt sich einrichten!", sagt Ben, und man hört die Aufregung in seiner Stimme, "Ich freu mich!"

"Super, ich mich auch und Ambrosius wird dir gefallen, er ist wirklich sehr nett und hat Humor. Also, dann bis morgen Ben." Nachdem auch Ben sich verabschiedet hat, legt Maryama mit einem glücklichen Lächeln auf und rennt mit Browneye um die Wette nach Hause.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Tags darauf

Ben ist schon eine Viertelstunde vor der Zeit an der Adresse, die Maryama ihm genannt hat. Er kannte die Strecke noch nicht genau und ist lieber etwas früher losgefahren, als der Navi ihm vorschlug. Jetzt stellt er sein Rad in der Nähe ab und wartet.

Da Ambrosius derzeit nicht so gut zu Fuß ist, haben Maryama und er sich ein Taxi genommen. Als sie dem älteren Herrn beim Aussteigen hilft, entdeckt sie schon Ben, der an der Straße wartet.
Sie diskutiert gar nicht lange mit Ambrosius wegen der Fahrtkosten, zahlt das Taxi und hakt ihn dann unter. „Schau, da ist schon mein Freund und zukünftiger Geschäftspartner Ben.“ Sie lächelt freudig.
"Oh, er sieht kräftig aus, das kannst du gut gebrauchen. Muss schon einer sein der zupacken kann." meint der Senior schmunzelnd .
"Hi Ben, das ist also Ambrosius Fassbinder, dem wir unseren heutigen Besuch hier verdanken. Ambrosius, der tatkräftige Ben“. macht Maryama die beiden bekannt.
Ben lächelt. Der alte Mann wirkt schon etwas gebrechlich, aber geistig scheint er trotzdem noch fit zu sein. "Guten Tag, Herr Fassbinder. Hallo Maryama!" Ben ist sich noch nicht sicher, wie es dem Senior gefallen würde, mit Ambrosius betitelt zu werden, auch wenn Maryama ihn so vorgestellt hat. Daher fängt er erst mal mit dem Nachnamen an. "Und das ist also Ihr Grundstück hier?"



Der Händedruck des jungen Mannes gefällt dem Senior und seine Ausstrahlung auch. "Nenn mich doch Ambrosius, mein Junge, das ist mir am liebsten."
Maryama lächelt und schlägt den Weg zum Grundstück ein. Sie ist auf Spaziergängen mit Browneye schon öfter daran vorbeigekommen, hat aber nie so genau geschaut, weil kein Schild daran zu sehen war. Weder von einer Baufirma, noch ein 'Zu verkaufen' oder Ähnliches.

"Es gehört unserer Familie und meine Schwester hat es lange Jahre zu ihrem ganz persönlichen Vergnügen bewirtschaftet. Sie hat uns alle damals mit Gemüse und Obst versorgt." erzählt Ambrosius und seine Stimme bekommt einen warmen Unterton. "Louisa war wirklich auch eine tüchtige Person, leider ist sie viel zu früh verstorben. Seit damals liegt das Grundstück brach, ich habe es nie fertig gebracht es an fremde Leute zu verpachten."
Er zuckt mit den Schultern. "Und da wir beide kinderlos geblieben sind..."

Der Senior gefällt Ben auf Anhieb. Er ist freundlich und offenherzig. Und er scheint wirklich an seiner Schwester gehangen haben. "Ich gärtnere jedenfalls mit Leidenschaft, Ambrosius.", erzählt Ben gerade, "und manchmal hilft mir auch meine eigene Schwester dabei. Und Maryama natürlich. Wenn Sie uns das Grundstück verpachten, werden wir es in Ehren halten und dafür sorgen, dass ein weiteres Mal die Pflanzen sprießen."

"Das klingt doch toll." Ambrosius lächelt Ben erfreut zu. Maryama nickt bekräftigend. "Ich hätte es nicht schöner ausdrücken können." Dann wendet sie sich an Ben. "Ich wusste gar nicht dass Ellie sich auch für Gartenarbeit interessiert...außer Teichanlagen natürlich." schmunzelt sie.

"Naja, das Malen ist immer noch ihr Lieblingshobby. Aber ein wenig habe ich sie wohl auch motivieren können für den Garten. Für das Schulprojekt in ihrer Schule wird sie auch mit einem Klassenkameraden dem Friedhofsgärtner aushelfen."antwortet Ben.

Mittlerweile sind sie angekommen und stehen vor einem etwas verfallenen Gewächshaus, das Maryama schon früher beim vorbei gehen ins Auge gestochen ist.
"Du liebe Güte!" ruft Ambrosius erschrocken."Da gibt's ja mehr zu tun, als gedacht. Da haben wohl ein paar Jugendliche das Haus als Treffpunkt genutzt." Tatsächlich gibt es eine alte Feuerstelle und diverse Trinkbecher und Dosen liegen in der Gegend herum. "Na ja...wir hätten 's wahrscheinlich nicht anders gemacht." schmunzelt der alte Herr. Sein Blick bleibt an den weißen Blumen rechts und links vom Eingang hängen. "Aber Louisas Lupinen gibt es noch...das waren ihre Lieblingsblumen." Er strahlt Maryama an. "Sind sie nicht schön?""Ja, prächtig, wirklich." Maryamas Gärtnerherz schlägt jetzt schon höher. "Sollen wir mal zusammen rein gehen?" fragt sie Ben. "Ich bin ziemlich neugierig wie 's da drin aussieht."

Ben betrachtet die Blumen. "Die sind wirklich hübsch!", sagt er. Das Innere des Gewächshauses zeigt hingegen weniger hübsche Seiten. Überall Staub und Spinnenweben.. und auch Müll, den irgendwelche Jugendlichen mal liegengelassen haben. Sogar Graffiti befindet sich auf dem Fußboden, an einer Stelle, die noch nicht mit Gras überwuchert wurde. "Aber es gibt hier wirklich viel zu tun.", stellt Ben fest.

Maryama, immer noch mit Ambrosius untergehakt, muss den beiden recht geben. "Aber die Graffitis würden Ellie auf jeden Fall gefallen..vielleicht sollten wir eins davon behalten?"



Ben lächelt. "Ich habe eine andere Idee: Wir entfernen das Gekritzel hier und lassen Ellie dann neue Bilder malen. Das würde ihr sicher auch gefallen. Aber wir können sie natürlich auch fragen, was sie von diesen hier hält. Soll ich mal Fotos machen und ihr schicken? Dann kann sie vielleicht gleich antworten?" Er zeigt auf sein Handy.

"So, so...deine Schwester ist also auch noch eine Künstlerin. Interessant. Wie alt ist sie denn?" fragt Ambrosius interessiert, während Ben sein Handy zückt.
"17", antwortet Ben, "Also noch ziemlich jung. Aber ja, sie ist wirklich eine kleine Künstlerin. Auch mit Maryama hat sie ja mal was gemalt im Park."

"Ach?" Ambrosius schaut überrascht zu seiner Begleiterin. -"Ja, wir können mal einen Ausflug nach San Myshuno machen, da gibt's das Kunstwerk vielleicht noch zu bewundern." Maryama grinst ein wenig. "Gute Idee, Ben. Schick ihr ruhig die Bilder, aber ehrlich gesagt gefällt mir die Idee, das Ellie sich hier verkünsteln darf."

Ben macht nun Fotos vom Graffiti und schickt diese seiner Schwester. Während sie auf eine Antwort warten, sieht er sich noch einmal im Gewächshaus um. "Es ist wirklich viel Arbeit", sagt er erneut, "aber wir werden es schon schaffen. Vor allem, wenn Ellie dann tatsächlich die Wände verschönert, sieht das hier sicher bald richtig toll aus!"

"Erstaunlicherweise sind die ganzen Scheiben noch ganz." stellt Maryama erfreut fest und hält gleich darauf Ambrosius enger, weil er etwas schwankt.
"Also, meine Knie machen nicht mehr so recht mit..ich setz mich draußen auf einen der großen Steine, da seh ich euch auch auf dem Grundstück und kann mich ein bisschen ausruhen." gibt der Senior von sich und Maryama begleitet ihn dort hin und vergewissert sich:"Sitzt du gut, alle okay so?" Ambrosius nickt. "Ja, ja...alles gut, geht auf Erkundungstour." lächelt er. Das muss er Maryama nicht zweimal sagen. "Na dann, Ben. let's go."



Ben wirft dem alten Mann noch einen Blick zu. Was der in seinem Leben wohl so alles erlebt hat? Bestimmt hat er eine ganze Menge Geschichten auf Lager. Schließlich kommt auch Ellies Antwort: Sie würde es bevorzugen, selber etwas zu malen für das Gewächshaus. "Sie möchte es selbst machen mit dem Verschönern!", erzählt Ben daher.

"Cool, da fällt ihr sicher was Schönes ein..sie wollte ja auch das Logo entwerfen, oder?" fragt Maryama , während sie um das Gewächshaus herum nach hinten gehen, wo sich das Grundstück noch weiter erstreckt. Auch hier liegt jede Menge Müll herum, aber am Gewächshaus hinauf ranken sich schöne Grünpflanzen, die sogar jetzt im Herbst noch blühen.

Ben nickt. "Sie hat natürlich noch nicht damit angefangen, und mit der Schule kann es auch zeitlich knapp werden. Aber sie hat Interesse bekundet."

"Sie ist kreativ, das wird sicher alles super." Maryama steigt über ein paar umgefallenen Beetbegrenzungen und sieht sich um. "Schau mal, da steht sogar ein Obstbaum..eine Kirsche, cool. Braucht halt nen Schnitt, das ist nicht gerade meine Stärke, aber du bist ja auf dem neuesten Stand. Da bekomm ich noch praktischen Unterricht nebenbei, das ist perfekt." Sie grinst. "Was meinst du?"



Ben grinst zurück. "Also das Grundstück hier eignet sich jedenfalls super. Vor allem, wenn wir.. beziehungsweise Ellie, uns dann auch kreativ austoben dürfen. Vielleicht haben ihre Freundinnen ja auch Lust dabei mitzuhelfen."

"Verstärkung können wir auf jeden Fall brauchen." Maryamas Blick schweift über das Gelände. "Wir brauchen eine Sense für das hohe Gras und irgendwie schweres Gerät und Hilfe ...guck mal, der umgefallenen Baum da und all die Wurzeln, das kann man nicht einfach von Hand erledigen." Ihr Ton wird nachdenklich. "Kennst du jemanden, bei dem man entsprechende Maschinen ausleihen könnte, gegen Bezahlung natürlich?"



"Nein, tut mir leid. In meiner ehemaligen Arbeitsstelle gäbe es zwar die Geräte, aber die brauchen sie selber. Der Verleih gehört nicht zu ihrem Geschäft." Er sieht zu Maryama. "Da brauchen wir schon eine Firma, die sich mit solchen Dingen auch ihr Geld verdient."

"Hm...ich möchte ehrlich gesagt so wenig wie möglich ausgeben, mal sehen..vielleicht fällt mir noch was ein." Sie gehen weiter übers Gelände. "Ein Rasenmäher muss angeschafft werden und dann sollten wir uns mal Gedanken machen, wie wir das Gelände einteilen wollen und sowas. Aber das kommt später." Sie lächelt. "Erstmal muss aufgeräumt und renoviert werden." Sie schaut Ben an. "Wie gefällt's dir? Hast du noch irgendwelche Ideen oder Gedanken zu unserem Projekt hier?"

"Ich kann trotzdem mal in der Gärtnerei Rosenrot anfragen. Vielleicht machen sie ja auch eine Ausnahme.", meint Ben, "oder dir fällt noch etwas ein." Er sieht sich um. "Und Nora kann bei den finanziellen Berechnungen helfen. Hatte sie ja auch angeboten."

" Mmh, das ist super. Weißt ja, ist nicht mein Fachgebiet unbedingt." schmunzelt Maryama. "Ja, frag doch einfach mal, kostet ja nix." Sie schlendern weiter und Maryama sieht schon Beete mit Gemüse vor sich und Früchte überall wachsen. "Hey, guck mal!" Sie greift ins hohe Gras und hebt einen alten Basketball auf, der da wohl schon länger liegt. Übermütig wirft sie Ben den Ball zu."Fang, Partner!"



Ben ist überrascht und der Ball prallt erst einmal auf seinen Oberkörper, doch er bekommt ihn noch zu fassen bevor der auf den Boden fällt. Lachend wirft er ihn zurück. "Mit unseren Gartenerzeugnissen sollten wir dann nur etwas zärtlicher umgehen als mit dem Ball."

"Rote Beete Völkerball, das wär doch mal was!" lacht Maryama und wirft erneut den Ball zu Ben, während sie weiter gehen. "Ich freu ich sooo sehr!"

Bei der Vorstellung muss auch Ben lachen. "Ja, das ist wirklich ein Glück, dass Ambrosius so ein Grundstück verpachtet.", sagt er und wirft Maryama nun erneut den Ball zu.

"Wo liegt denn bei dir der Schwerpunkt? Gemüse? Blumen? Früchte?" interessiert sich Maryama.

"Bei der Gärtnerei ging es hauptsächlich um Blumen und Hecken. Aber bei der Ausbildung wurden auch die anderen Bereiche angeschnitten. Ich bin da denke ich mal flexibel.", erzählt Ben.
Sie sind inzwischen wieder bei Ambrosius angekommen und Maryama wirft nun ihm den Ball zu. Reflexartig hebt der alte Herr die Arme und fängt tatsächlich den Ball. "Na, du bist mir ja Eine!" ruft er lachend.

Ben lächelt über die Reflexe von Ambrosius. Wohl doch nicht ganz so zerbrechlich, wie er anfangs dachte.

"Du bist mir aber auch einer!" gibt Maryama ebenfalls lachend zurück, nimmt Ambrosius den Ball ab und umarmt ihn herzlich. "Es ist wundervoll. Natürlich wird das viel Arbeit in der kommenden Zeit, aber du wirst sehen, wir machen hier ein grünes Paradies draus." Ambrosius bekommt leicht rote Wangen bei dieser stürmischen Dankesbekundung und lächelt dann zu Ben. "Und wie gefällt es dem angehenden Gärtnereibesitzer?"

"Sehr schön, das Grundstück.", sagt Ben zu Maryama, sieht dabei aber auch zu dem Senioren. "Sie müssen dann unbedingt mal vorbeikommen, wenn das alles fertig ist, Ambrosius."

"Oh, ich hoffe doch dass ich auch vorher schon mal dabei sein darf. Ich bin euch wohl nicht sehr nützlich, aber für mich ist es eine schöne Abwechslung." Ambrosius schmunzelt. "Und ein bisschen Unkraut jäten kann ich glaub ich schon, da ist es nicht so schlimm, wenn meine Hände zittern." Maryama blickt zwischen den beiden hin und her. "Ja, und falls noch Freundinnen von Ellie mithelfen würden, hättest du auch jede Menge Unterhaltung." Sie hilft Ambrosius wieder auf die Beine. "Und jetzt? Noch jemand Lust auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen? Ich hab gehört im Shady Pines gibt's da ganz leckere Sachen nachmittags." Sie blickt zu Ben.

"Oh, das klingt wirklich super!", freut sich Ben. "Und ich werde Ellie sagen, dass sie das ihren Freundinnen mal vorschlagen soll. Bin auf deren Antworten gespannt.... und natürlich auf den Kuchen." Er grinst Maryama an.

"Gut, dann treffen wir uns gleich? Vielleicht leisten uns die beiden Damen von vorhin ja auch noch Gesellschaft." sagt Maryama. Ambrosius nickt erfreut. "Schön, ihr macht mich heute rundum glücklich, Kinder."

Ben wundert sich, welche beiden Damen Maryama meint, fragt aber nicht nach. Er würde sie noch kennen lernen, falls sie ihnen dann tatsächlich Gesellschaft leisten würden. "Das freut mich.", sagt Ben ehrlich.

Tatsächlich leisten die beiden Damen - Isla und Aidaria - Ambrosios' Gästen Gesellschaft. Die kleine Gruppe unterhält sich noch eine Weile, bis Maryama und Ben sich schließlich von den Senioren verabschieden.



Aidaria - Nächster Post
Maryama - Nächster Post
Ambrosius geht nach [ALT] Del Sol Valley - Halloween-Rummel


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20.04.2023 17:44 (zuletzt bearbeitet: 12.07.2023 00:28)
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Maryama - letzter Post
Tania - letzter Post
Nouki kommt von Brindleton Bay Nr 10 - Brindelton High
Ellie - letzter Post

Charaktere: Maryama, Ben, Tani, Ellie, Nouki
Geschichtsstrang: Aus alt mach neu oder zusammen geht alles leichter

Ellie hat ihren Freundinnen vom Gewächshaus erzählt, das ihr Bruder und Maryama mieten werden. Auch, ob sie Lust darauf haben, bei der Renovierung mitzuhelfen, hat sie gefragt. Vero kann aufgrund ihrer Verletzung leider nicht mitmachen. Aber Tani und Nouki wollten kommen. Mitsamt ihrem Bruder und Toby wartet Ellie nun bei dem Gewächshaus auf ihre Freundinnen.



Tani hat sich zuhause losgesagt und sich aufs Fahrrad geschwungen. Sie kommt angeradelt und steigt ab. "Hallo!", sagt sie und begrüßt Ellie und Ben.



Von weitem hat Nouki Tani auf dem Fahrrad gesehen und versucht sie einzuholen, aber die Freundin war schneller. Etwas außer Atem steigt Nouki nun vom Fahrrad, begrüßt alle Anwesenden und sagt dann lachend zu Tani:" Du wärst eine Kandidatin für ein Rennen, hätte nicht gedacht dass ich dich nicht einholen kann."

Maryama hat ihren Leiterwagen voll gepackt mit Werkzeug, dass sie teils günstig im Internet erstanden und teilweise von Anwohnern in Brindleton ausgeliehen hat, die sie hin und wieder mit Gemüselieferungen versorgt. Browneye thront stolz ganz oben auf der Ladung und begutachtet die Welt heute mal aus dieser Position. Als sie bei der Gruppe ankommen springt er vom Wagen und begrüßt freundlich erstmal Ellie und Ben, die er ja schon kennt.
"Hallo alle zusammen!" Maryama freut sich sehr über so viel Unterstützung am heutigen Tag. Sie umarmt Ben und Ellie und schaut dann neugierig zu Nouki und Tani. "Ich heiße Maryama und wer seid ihr beide?" fragt sie dann lächelnd die Mädchen.



"Anouk heiße ich, aber sag bitte Nouki zu mir, das ist mir lieber." Sie reicht Maryama die Hand und krault dann gleich mal Browneye hinter den Ohren, der vorwitzig an ihrem Bein schnüffelt.

"Ich bin Tani!", erwidert diese lächend. Auf Noukis Kommentar hin lächelt sie nur, da sie nichts über ihre Wut gegenüber ihrem Vater erzählen möchte. Sie brauchte Ablenkung und hier zu helfen war ideal für sie! Tani schaut zu den Werkzeugen. "Also gut ausgerüstet sollten wir sein!"

Ellie freut sich, dass Tani und Nouki hier sind und begrüßt die beiden sofort. Und auch Ben lächelt. Auch er mag die Mädchen. "Maryama hat sich ja nun selber vorgestellt, und der kleine Vierbeiner, der gerade bei Nouki herumstreunt, ist Browneye. Fast so verrückt wie Toby, der Kleine!" Der Schäferhund horcht auf, als er seinen Namen hört, doch da Ben zu Browneye schaut und nicht zu ihm, merkt er schnell, dass er doch nicht gemeint ist.

Beim Schulball hat Maryama die Gesichter schon mal gesehen, am Schluss, als alle zusammen geputzt haben. Um so mehr freut sie sich, dass sie heute auch die Namen der Mädchen erfährt. Ihr Blick folgt dem von Tani und sie sagt in Richtung Ben: "Ja, ich habe Grabwerkzeuge und einen Vorschlaghammer für die Holzpfähle ergattert, das einzige was noch fehlt ist eine Motorsäge. Konntest du denn in der Gärtnerei etwas erreichen wo du nachfragen wolltest, Ben?"

Ben nickt. "Ich hatte Erfolg mit der Motorsäge, die du ja wolltest. Ich konnte mir eine ausleihen." Zum Beweis zeigt er Richtung Gewächshaus. Dort ist die Säge an die Wand angelehnt und wartet auf ihren Einsatz.
Vor Freude macht Maryama fast einen Luftsprung. "Ben, du bist genial!"



Browneye tobt derweil mit Toby übers Gelände und lässt Nouki schmunzeln. Sie wartet erstmal ab, was es für Arbeitsanweisungen geben wird.

Ellie lächelt. "Die beiden Tiere haben jedenfalls Spaß. Aber das werden wir auch!"

Oh ja, Sägen und Zerstören. Tani starrt mit großen Augen auf die Säge und wendet dann ihren Blick zu den Tieren. "Hätte ich das gewusst, hätte ich meine beiden Hunde auch mitgebracht." Mit einem Lächeln denkt sie an Pirate, die Nero beim Spielen am Morgen ins Ohr gebissen hatte. Marina hatte erst Sorge, doch Tani erklärte ihr, dass es ein spielerisches Knabbern gewesen sei, schließlich blutete Nero auch nicht. Er war vor Pirate sehr unterwürfig. Eindeutig hatte sie als stolze Hundedame die Knochen an.

Maryama wendet sich an die Mädels. "Okay ihr lieben Helferinnen, wir haben verschiedene Aufgabengebiete. Zum einen müsste Müll zusammen gesammelt werden. Getrennt davon Holzstücke, die man von Hand aufheben kann, die dann hinter dem Gewächshaus auf einen Haufen kommen. Die Müllsäcke könnt ihr dann hier vor dem Haus abstellen. Im Gewächshaus selber sollte erstmal das Unkraut und all das Grünzeug herausgerissen werden. Ihr könnt euch was aussuchen. Ben und ich unterstützen euch natürlich nachher auch, aber wir sollten uns zuerst um die groben Holzarbeiten kümmern, weil die Säge ja wieder abgegeben werden muss. Wenn die erste Runde erledigt ist heute, dürft ihr alle zusammen das Glashaus mit Graffiti verschönern." Maryama grinst. "Hast du noch Arbeiten zu verteilen, die dir am Herzen liegen, Ben?"



"Nein, ich hätte nur die selben Aufgaben wie du.", sagt Ben auf die Frage. "Aber ich habe auch Verpflegung und Futter dabei, wenn ihr von der Arbeit Hunger und Durst haben solltet!"

"Apropos Arbeit: Ich helf dann bei dem Unkraut!", bietet Ellie an. Sie wusste schon vorher, dass Ben den Picknickkorb vorbereitet hat. Sie selbst hat da ja ebenfalls mitgeholfen. Aber jetzt im Moment hat sie noch keinen Hunger.

"Also ich werd Müll sammeln." meldet sich Nouki und schnappt sich einen der schwarzen Säcke.

Tani hat nun die Qual der Wahl. Der Müll sollte einigermaßen schnell eingesammelt sein, das Unkraut wuchert allerdings. Sie überlegt also und erklärt im Anschluss ihre Überlegung den Anderen. "Danach helfe ich dir, Ellie. Das ist ja ganz schön viel." Sie sieht erstaunt zu einzelnen Schauplätzen der Unkrautbesiedelung, wo man beinahe schon annehmen könnte, das Wildkraut habe sich den Boden zurückerobert, den zuvor die Sims ihnen genommen hatten. Die wildesten Geschichten gehen ihr kurz durch den Kopf, bis sie ihre Gedanken wieder auf die Arbeit lenkt.

"Super, vielleicht finden wir hier ja noch irgendwelche Schätze!" lacht Nouki und verschwindet mit Tani um das Gewächshaus herum. Von hinten können sie Ellie sehen, die schon an einem Strauch herumzerrt, der sich in einer Nische breit gemacht hat. Fröhlich winken sie ihrer Freundin zu. "Jedenfalls lieber Schätze als unappetitliches Zeug." fällt es Nouki plötzlich ein, als sie all das Gemülle sieht, dass auf dem Grundstück verteilt ist. "Weißt du was, ich schnitz uns schnell zwei Stöcke, dann können wir wenigstens ein paar Sachen aufspießen." Sie zieht ihr Taschenmesser aus der Hosentasche und spitzt zwei stabile Äste zu, die im Gras herumliegen. Einen reicht sie Tani. "Na dann kann's los gehen."

Maryama holt eine Kiste Getränke vom Karren und stellt sie ins Gewächshaus. "Nehmt euch wann und was ihr wollt, ja!" ruft sie den Mädels zu. "Sobald der Baumstamm klein gemacht ist helf ich dir hier beim Unkraut, Ellie." Dann zu Ben gewandt:" Na, dann wollen wir mal die Ärmel hochkrempeln, was? Ich hoffe du kannst mit der Säge umgehen? Ich müsste improvisieren." erklärt sie mit hoffnungsvollem Blick zu ihrem Kompagnon. Sie ist wild entschlossen das Beste draus zu machen heute und wenn es hieße die Motorsäge selbst zu schwingen.

"Klar, ich musste das Ding während der Arbeit oft genug nutzen.", sagt Ben lächelnd, "Besser als wenn du damit improvisierst. Immerhin muss das Teil ja heile bleiben." Er kümmert sich nun darum, die großen Holzstücke in handlichere Teile zuzusägen.

Aufmerksam beobachte Maryama Ben beim Umgang mit der Motorsäge. Vielleicht sollte sie auch einen Schein machen, sowas ist wirklich nützlich. Hm... sie sammelt die Äste zusammen und schichtet sie auf einen Haufen, während Ben die groben Holzstücke noch zerkleinert, die kann man später noch als Feuerholz verwenden.

Während Ben arbeitet, sagt er kein Wort, sondern konzentriert sich lieber völlig auf die Motorsäge. Hier einen Fehler zu machen wäre gefährlich.

Da Tani zuerst Nouki hilft, ist Ellie im Moment alleine am Unkraut, doch durch die Glasscheiben des Gewächshauses kann sie ihre Freundinnen sehen. Sie winkt ihnen lächelnd zu und zuppelt weiter an ihrem Strauch herum.

Tani nimmt einen der Äste und sticht recht grob den Müll auf. "Noch habe ich keine Schätze gefunden." Sie grinst und sticht weiter. Ihrer Astaktion fällt ein bisschen Unkraut zum Opfer, was ihr allerdings nichts ausmacht, da es ja sowieso weg muss. Ein paar Minuten später denkt sie an die Schule und ihre Entdeckung währenddessen sie Sport geschwänzt hatte. Um sich von ihren Gedanken abzulenken, überlegt sie, wie sie ein Gespräch anfangen kann. "Und Nouki, wie gefällt dir bislang die Umgestaltung der Schule und der Stundenplan?", fragt sie irgendwann.



Als Nouki sieht wie energisch Tani das herumliegende Zeug auf ihren Ast spießt muss sie grinsen. "Hey, denk an die Käfer die dir unterkommen könnten." lacht sie und antwortet dann auf die Frage: "Also das Gebäude ist doch richtig ge il, oder? Wir haben so viel mehr Platz und alles ist so hell und freundlich, das find ich super...und natürlich die neue Turnhalle und die Kletterwand, ist ja klar. Ich bin so gespannt auf Drama und was wir da wohl einstudieren." Sie sieht auf und begutachtet stirnrunzelnd ein labbriges Etwas auf ihrem Stock, bevor sie es im Sack verschwinden lässt. Hoffentlich nicht das, was sie vermutet... "Wie ist es denn für dich, Tani? Hast du schon nen Lieblingslehrer?"

Worüber Tani und Nouki wohl reden? Leider kann Ellie die Mädchen nicht hören, während sie im Gewächshaus ist. Hoffentlich würde Tani bald tatsächlich helfen kommen, wie sie versprochen hat. Aber vielleicht kann sie ja auch das Unkraut außerhalb des Gewächshauses zuerst machen, so dass sie sich ebenfalls an der Unterhaltung beteiligen kann. Ja, das ist eine gute Idee. Ellie geht nun also wieder nach draußen, um dort ihre Arbeit fortzusetzen. Nah genug an ihren Freundinnen. "So kann ich euch wenigstens auch hören!", sagt sie zu den beiden, ohne zu wissen, was sie vorher gesagt haben.

"Also einen Lieblingslehrer oder ein Lieblingsfach habe ich bisher noch nicht, aber die Schule ist wirklich klasse. Mir gefällt das alles viel besser, als vorher.", sagt Tani eher neutral, anstatt wirklich begeistert zu sein, als dann auch Ellie zu den beiden stößt. "Sehr gut. Wir haben gerade über die Schule gesprochen, was sagst du dazu? Gefällt es dir?"

"Oh ja, das Gebäude ist wirklich toll!", sagt Ellie lächelnd. "und bisher sind die Lehrer ja auch alle super. Selbst Heidemann, der ja etwas langweilig ist, ist eigentlich super nett."

"Hey, wenn wir alle zusammen den Müll sammeln, sind wir draußen schneller fertig und können das Gewächshaus sauber machen...um so schneller können wir sprayen." schlägt Nouki vor. "Ich hab das zwar noch nie gemacht, stell ich mir aber witzig vor...vielleicht sollte ich mal mit Chip mit gehen." überlegt sie. "Ich mach halt ganz was einfaches...am besten ne Blume oder so, passend zur Gärtnerei." Sie kichert und knotet ihren Müllsack zu. "Ich nehm deinen auch mit, Tani." Nouki schafft alles nach vorne und kehrt mit drei neuen Säcken zurück, die sie verteilt. "Sieht doch schon ganz ordentlich aus."

Maryama kommt mit einer Schubkarre voll Holz zu den Mädels und lobt:"Wow, ist ja schon richtig sauber hier, ihr seid wirklich super. Ich mach hier noch den Holzstapel und dann würde ich eine Pause vorschlagen, was meint ihr? Wir könnten drin was essen und trinken und ihr könnt schon mal gucken wo eure Graffiti hin kommen."



"Super Idee!", lächelt Ellie, "Dann können wir auch quatschen!" Sie müssen sich ja auch gar nicht aufteilen.

Tani nimmt einen der neuen Säcke und sammelt fleißig weiter auf. "Ich finde es schön, dass wir hier helfen können und aus diesem Ort etwas besonderes machen." Sie erinnert sich gern daran, als ihre Eltern mit ihr und ihren Geschwistern nach Henford-On-Bagley gezogen sind und das alte verwahrloste Bauernhaus zu einem schönen Familiendomizil machten. Auch dort gab es jede Menge zu tun, wie aufräumen und ausmisten.
Nouki nickt bestätigend. „Ja, ich hab nicht gedacht dass es so viel Spaß machen wird.“ Sie schaut sich um. „Spannend, weil man noch gar nicht weiß wie alles am Ende aussehen wird.“

Nachdem die Mädchen einige Zeit gearbeitet haben, macht sich tatsächlich Hunger breit. Auch die Hunde toben nun nicht mehr über das Grundstück und machen ebenfalls eine Pause. Toby schnüffelt gerade neugierig an einem Gebüsch herum, doch Ellie achtet nicht weiter darauf.

Auch Ben ist nun fertig mit dem Holz. Er hat eine Picknickdecke mitgebracht, die er nun ausbreitet. Auch die Fressalien und Getränke werden auf dieser Decke verteilt. Hoffentlich würde es niemanden stören, dass es nur vegetarische Kost gibt.

Als sie etwas später alle zusammen auf der Picknickdecke sitzen und es sich schmecken lassen, greift Maryama Tanis Bemerkung nochmal auf. "Ja, für Ben und mich ist das wirklich etwas ganz Besonderes." Sie lächelt Tani zu und erzählt dann allen die Geschichte, wie sie den Plan gefasst haben für ihren eigenen Betrieb, wie Dora sich bereit erklärt hatte bei der Buchführung zu helfen und schließlich wie Ambrosius und das Grundstück ins Spiel kamen. "Dass ihr alle euch heute daran beteiligt bedeutet uns sehr viel, nicht wahr, Ben?"

"Aber ja, ich danke euch für eure Mitarbeit!", antwortet Ben ehrlich, "ich hoffe, ihr habt dann nachher Spaß beim Graffiti, wenn ihr schon die eher unschöne Arbeit mit dem Müll erledigt." Ellie hat wirklich treue Freundinnen, wenn sie auch bei so etwas mitmachen. "Und ich hoffe, es schmeckt euch!" Er nimmt sich ein vegetarisches Sandwich und beißt hinein. Ihm jedenfalls schmeckt es.

"Wenn man dabei ist einen Lebenstraum zu verwirklichen und sich dann alles so fügt, kann man es manchmal kaum glauben." Maryama schluckt, weil es sie so berührt hier gemeinsam mit so hilfsbereiten Sims alles zu gestalten. "Ich bin sehr dankbar dafür. Habt ihr denn auch schon irgendwelche Träume oder bestimmte Pläne für die Zeit nach der Schule?" fragt sie dann die Mädchen.

"Träume? Hm... Langfristig vielleicht, dass ich einen künstlerischen Beruf finde und damit mein Brot verdienen kann. Zum Beispiel als Comiczeichnerin oder Kinderbuchillustratorin oder so etwas.", sagt Ellie. Anstatt eines Sandwiches nimmt sie sich zuerst etwas vom Kartoffelsalat. Der von Ben hat auch Apfelstücke drin, die ihr immer besonders gut schmecken. Und Gurken! Und Tomaten! Und natürlich auch Kartoffeln. Nachdem sie ihren Teller gefüllt hat, fährt Ellie fort: "Kurzfristig wäre es mir aber auch schon ganz recht, wenn diese blöde Fehde zwischen Vero und Viola enden kann."

Tani nimmt sich nun auch ein Sandwich. Nach ihrem ersten Bissen, erklärt sie: "Ich weiß noch nicht, was ich nach der Schule machen will, aber auf jeden Fall möchte ich ins Ausland." Früher hatte Tani konkrete Pläne gehabt, allerdings hatten sich im Laufe der letzten Wochen und Monate einiges verändert, was schließlich auch ihre Lebensplanung in Frage stellte.



Es ist so ein schöner Nachmittag und Nouki hat keine Lust ihre Stimmung durch Gedanken an diesen vermaledeiten Dauerstreit von Vero und Viola zu trüben. Stattdessen beobachtet sie Browneye und Toby , die gemeinsam an einem Loch buddeln und muss schmunzeln. Sie beißt von ihrem Sandwich ab und schluckt dann genüsslich. "Ja, ich möchte auch ins Ausland. Am liebsten woanders Sport studieren und dann mit Kindern arbeiten, trainieren, Talente fördern...all sowas." Sie überlegt kurz. "Und selbst auch sportlich erfolgreich sein." Sie nimmt noch einen Bissen und genießt die leckeren Kräuter, die den Geschmack abrunden.

Interessiert hört Maryama den Mädels zu. Erstaunlich wie konkret manche Pläne schon sind. Wenn sie daran zurückdenkt, wie chaotisch ihr Leben gewesen war, als sie so alt war wie die Schülerinnen jetzt...ganz zu schweigen von ihrer abgebrochenen Schulkarriere. Aber das Leben hat ihr gezeigt, dass man mit Entschlossenheit und Durchhaltevermögen noch viel nachholen und erreichen kann. "Allen Respekt." kommentiert sie die Vorstellungen. "Toll wenn man schon weiß wo's hingehen soll, bei mir viel der Groschen erst etwas später." Sie schmunzelt und trinkt dann einen kräftigen Schluck Limo. Ellies Bemerkung über diese Viola lässt sie einfach mal so stehen. Sie weiß nichts darüber, hat aber die Veränderung der Mimik bei Nouki bemerkt. Sie kennt die Vampirin ja flüchtig von ihrem Besuch bei den Nebeljägers zusammen mit Lotta. Vielleicht ergibt sich mal eine Gelegenheit unter vier Augen mit Ellie darüber zu reden.

Als Maryama erwähnt, dass sie selbst nicht so zielstrebig war, blickt Nouki auf. Das hätte sie nicht gedacht. Wie alt sie wohl ist? Irgendwas mit Mitte oder Ende zwanzig vielleicht. Nouki hat kein Talent zum schätzen. Trotzdem...so energisch wie die junge Frau das Projekt mit Ben angeht, würde man nicht denken, dass sie mal ganz anders drauf war. Auch beim Schulball war sie so tatkräftig...interessant.

Auch Ellie sagt nichts weiter zum Thema Viola und Vero, auch wenn sie die Sache nach wie vor beschäftigt. Ein Blick auf die Hunde lenkt sie allerdings ab. "Die sind jedenfalls schon fleißig am umgraben!", sagt sie lachend. Nun, wo sie wieder gesättigt ist, hat sie auch wieder mehr Motivation für die Gartenarbeit. "Vor allem auf das Graffiti nach dem Unkraut freue ich mich schon!", sagt sie.

"Eben, ich mich auch. Bin gespannt was ihr für Ideen habt." Maryama verteilt Gartenhandschuhe an alle, weil auch dorniges Gestrüpp dabei ist. "Sorry, ich habe ganz vergessen euch die zu geben." entschuldigt sie sich leicht zerknirscht und macht sich dann an die Arbeit.

Tani zieht sich die Handschuhe an und nimmt einen Fugenkratzer in die Hand. "Also ich bin bereit!" In ihren Gedanken macht sie sich schon einige Pläne, wie sie am effektivsten das Wildkraut mit Wurzeln aus der Erde bekommen kann.

"Ich sowieso!", sagt Ellie. Während die Mädchen das Gestrüpp entfernen, sieht sich Ellie schon verstohlen zu den Wänden um, um sich jetzt schon ein Motiv zu überlegen.

Ben hat in der Zwischenzeit die Essensreste zurück in den Korb gepackt. Die würden er und Ellie morgen auch noch essen können. "Na, beim Graffiti mische ich mich dann lieber nicht ein. Das schafft ihr besser als ich." Stattdessen würde er sich in der Zwischenzeit um das Holz kümmern und es schon mal wegräumen. Maryama hatte ja schon Interesse an dem Brennholz bekundet.

Nachdem sie einige Zeit geschuftet haben, kommt Maryama nicht weiter."Könnt ihr mir mal bei diesem Strauch helfen?"Sie zerrt an einem besonders hartnäckigen Gehölz herum, das absolut nicht nachgeben will. Wie kann sich eine Pflanze nur derart verwurzeln? Man merkt dass hier wirklich Jahre nichts mehr getan wurde. "Ich grabe mit dem Spaten noch etwas tiefer und ihr zieht, okay?"

Tani nickt und wartet bis Maryama mit dem Spaten gegraben hat. Als sie dann den Strauch an einem Ende fest zieht, reißen ein paar Äste vom Strauch und Tani fällt mit dem Po auf die Erde. Erst schaut sie erschrocken zu den Mädels und fängt dann an laut loszulachen. "Das hätte mal jemand filmen sollen!", sagt sie unter Tränen vor Lachen.

"Der wollte wohl nicht, dass du so fest ziehst.", lacht Nouki mit und hilft Tani wieder auf die Beine. "Das ist ein Karatestrauch."

"Neue Züchtung und mit Vorsicht zu genießen!" lacht Maryama mit. Als das Gewächs endlich nachgibt, atmet sie erleichtert auf.

Auch Ellie muss lachen. "Schade, dass man das nicht immer vorher weiß, sonst hätte ich mein Handy auch rausgeholt dafür!" Der widerspenstige Strauch hängt natürlich immer noch fest, aber mit vereinten Kräften schaffen die Mädchen es dann doch, den Übeltäter zu entwurzeln. "Schade. Kein Schatz, der sich darunter versteckt.", sagt Ellie enttäuscht. "Außer vielleicht, man ist ein Regenwurm. Für den ist die Erde, die wir nun auch mit hochgezogen haben, bestimmt super."

Schmunzelnd erwidert Maryama: "Da hast du Recht. Für mich sind aber eher die Regenwürmer die Schätze...sie graben uns den Boden um und machen ihn schön locker, das würde ich selbe niemals so schaffen." Sie zwinkert Ellie zu. Dann wendet sie sich an alle. "Okay, ich transportiere mit der Schubkarre das Grünzeug raus und ihr kehrt zusammen, dann kann es eigentlich los gehen mit dem künstlerischen Teil."

Tani schnappt sich daraufhin einen Besen und fängt an. Sie schaut noch ein letztes Mal zum Strauch. "Du Schlingel!", sagt sie amüsiert und kehrt weiter auf. Dann wendet sie sich direkt an die Mädels. "Also ich weiß auch noch nicht ganz, was ich sprayen möchte. Ich denke, ich versuche es mal mit ein paar Blümchen und einem kleinen Hund. Pirate und Nero kann ich aber sicherlich nicht sprayen. So gut bin ich nicht." Sie lächelt.

"Das ist eine super Idee, einen Hund zu malen. Ich wollte eine Dschungelszene versuchen. Mit Tiger!", sagt Ellie, die schon stolz ist auf ihre Idee, obwohl davon noch gar nichts zu sehen ist. "Hoffentlich wird das auch so, wie ich es mir vorstelle." Auch Ellie hilft beim Kehren mit. Je schneller sie damit fertig werden, desto schneller kann der richtige Spaß beginnen.

Nouki wirbelt einiges an Staub auf mit ihrem Besen und sagt hustend. "Cool, ein Tiger. Das wird sicher richtig gut. Kannst dir ja den Dschungel von Selvadorada dabei vorstellen." Sie beschleunigt ihre Arbeit, damit es endlich los gehen kann. Fieberhaft überlegt sie, was sie sprayen könnte, hat aber noch keine passende Idee.
Als Maryama wieder hereinkommt, fragt sie : „Ist es euch egal, was für Motive?"

"Hm...wenn's etwas mit Natur zu tun hätte wäre schön." antwortet die Gefragte. "Aber ihr habt wirklich künstlerische Freiheit, tobt euch aus." sagt sie schließlich ermunternd. "Ich werd das auch tun."
Gerade kommt Ben herein und holt sich etwas zu trinken. "Oder was meinst du, Ben? Wie sollen die Motive sein?"

"Da lasse ich euch Mädels freie Bahn.", sagt er, "das Thema Natur wäre wirklich passend, muss aber auch nicht. Malt das, worauf ihr Lust habt." Er hat Maryamas Kommentar noch mitbekommen. "Wenn es zum Thema passt, umso besser, aber wenn ihr etwas ganz anderes malen wollt, hält euch auch niemand auf." - "Dann bleibe ich bei meinem Kätzchen!", sagt Ellie lächelnd, die sich immer mehr mit der Idee des Tigers anfreundet.

Tani kehrt den Rest auf und füllt den Eimer mit dem Abfall. "So, da wir jetzt ja fertig sind, sollten wir uns mal an die Spraydosen machen." Sie legt den Besen und das Kehrblech zu den anderen Werkzeugen und schaut sich um. "Müssen wir irgendwas beachten beim Sprayen? Ich hab damit nicht so Erfahrungen." Sie hat zwar schon öfters auf Wänden Werke betrachten können, aber wie genau das funktioniert, hatte man ihr noch nie erklärt.

"Expertin bin ich da auch nicht, aber zum Beispiel die Linien werden klar, wenn du ziemlich dicht an der Wand bleibst, je weiter weg, desto mehr Streuung. Ordentlich schütteln ist auch wichtig." Maryama kippt den Inhalt ihres Rucksacks in die Mitte des Gewächshauses und demonstriert dann für Tani, was sie gerade erklärt hat.
"Und immer in Bewegung bleiben, dann wird das schon."

Ellie nickt. "Und die Farbe ist deckend. Das heißt, ihr solltet mit dem Hintergrund beginnen und dann das Vordergrundmotiv am Schluss hinzufügen." Mehr hat auch Ellie nicht hinzuzufügen.

"Super Tipps, dann sollte jetzt nichts mehr schief gehen." Tani nimmt sich eine Dose für den Hintergrund und schaut zu den anderen. Sie hält kurz inne, um sich genaue Gedanken für das Motiv zu machen.

Ihre Dose schüttelnd erklärt Maryama: "Ihr könnt alle Flächen nutzen, ich selber werde etwas auf dem Boden malen. Sogar ein Motiv auf dem großen Fenster wäre denkbar."

Nouki hat sich eine blaue Dose geschnappt und schüttelt jetzt wie wild. "Ich werd etwas einfaches, aber buntes machen. Irgendwas mit Bäumen glaub ich. " Grob schwebt ihr schon etwas vor.
"Ja, das mit dem Fenster ist auch eine gute Idee.", stimmt Ben zu, "so, dass man das dann von beiden Seiten sehen kann. Vielleicht dein Tiger, Ellie?" Diese ist von der Idee begeistert. "Dann lasse ich aber den Hintergrund weg, damit trotzdem noch Licht reinkommt!", sagt sie und macht sich schon mal an die Arbeit.

Tani ist begeistert von den Ideen und fängt an zu sprayen. Sie wechselt die Farbdose, nachdem der Hintergrund steht und fängt mit einer Blume an.

Eine ganze Zeit lang ist nichts weiter zu hören als die Sprühgeräusche und klappernde Dosen. Maryama hat eine Fläche etwas seitlich im Gewächshaus gewählt, wo es Bodenbelag gibt. Sie kann sich vorstellen hier mal eine Ecke einzurichten, in der Gemüse zum Verkauf angeboten wird oder Blumensträuße, die sie selber binden könnte. Ihr Kopf ist schon voll mit Ideen und Zukunftsplänen, das tut so unendlich gut, nach der schwierigen Zeit. "Bloß gut, dass wir alle alte Klamotten anhaben." sagt sie lachend zu den Mädels, als sie sieht wie gesprenkelt ihre Sachen von dem feinen Farbstaub sind. Im selben Moment witscht Browneye mal wieder durchs Kunstwerk und bekommt natürlich eine punkige Färbung ab. "Ohne geht's bei dir wohl nicht, was?" lacht Maryama und schaut ihm nach, wie er glücklich rüber zu Tani saust um auch dort 'mit zu helfen'.

Tani streichelt kurz Browneye und begibt sich dann wieder an ihr Bild. Die erste Blume hat rote Blüten, die nächste Blume gelbe Blüten. Als sie in der Mitte den Hund sprayen will, gestaltet es sich durchaus schwierig. Nach einiger Zeit kann man den Hund mehr oder weniger erkennen – zumindest erkennt ihn Tani. Es ist ein kleiner brauner Hund, aus dessen Maul er seine Zunge rausstreckt. Sie ist zufrieden mit ihrem Werk.

Der Hintergrund ist fertig und Nouki beginnt damit einen Baum hinein zu setzen. Es ist gar nicht so einfach, aber sie hält sich an einfache Formen und ist ganz zufrieden mit dem Verlauf des Kunstwerks. Sie schaut bei den Freundinnen und freut sich darauf, wie all das aussehen wird am Schluss.



Die Farbe ist deckend, wie Ellie einfällt. Wenn der Tiger wirklich von beiden Seiten zu sehen sein soll, muss sie auch auf beide Seiten die Streifen malen, sonst sieht man die nur auf der Seite, auf der sie gerade steht. Also von außerhalb des Gewächshauses. Daher malt sie zuerst die Streifen für die Sicht von innen, dann das Orange-Weiße Fell und dann erneut Streifen, die man nun von ihrem Standort aus sehen soll. Das ist anstrengend und kostet Zeit, und so dauert Ellies Arbeit lange, auch ohne dass sie einen Dschungelhintergrund hinzufügen muss, wie ursprünglich geplant. Aber es macht Spaß.

Durch die Arbeit inspiriert, die sie damals mit Ellie im Park in San Myshuno gemalt hat, gestaltet Maryama eine steinernes Becken in dem zwei Kois schwimmen. Es wirkt sehr plastisch, was ihr schon damals gut gefallen hat, als Ellie im Park die Treppe nach unten gesprayt hatte. Sie stellt sich vor dass es sich gut mit den Blumen ergänzen würde irgendwann. Das Gemälde ist nicht sehr groß, passt aber gut in die Nische.



Als sie zusammen mit Ben alle im Gewächshaus stehen und ihre Gemälde betrachten, ist Maryama überwältigt. "Das ist sowas von schön und genial und...ich weiß nicht was ich sagen soll!" ruft sie begeistert und strahlt in die Runde. "Ihr seid alle tolle Künstler!"

Ellie, die ja von außen an das Gewächshaus malt, hat öfters mal durch die Fenster gelinst, was ihre Freundinnen so zustande bringen. Auch sie ist begeistert. Sie findet Tanis Hund süß, und auch Noukis Naturmotiv gefällt ihr. Es stört ja nicht weiter, dass weder Tani und Nouki echte Künstler sind. Trotzdem sorgen die verwendeten Farben einfach für gute Laune! Sie selbst beendet nun auch die letzten Striche an ihrem eigenen Motiv.

"Es sieht aus wie in einer Kunstgalerie." staunt Nouki beim betrachten der Malereien. "Wenn da jetzt noch die ganzen Pflanzen wachsen ergänzt sich das perfekt." Sie ist richtig stolz, umarmt Tani und zeigt Ellie durchs Fenster das Victory Zeichen.

Da es dem Abend zu geht, kommt Maryama eine Idee. "Wir könnten doch draußen noch ein Lagerfeuer machen, das Holz ist ja schon gesammelt." Maryama schaut alle fragend an. "Ich hab meine Gitarre dabei, das wäre für mich der perfekte Abschluss für diesen Tag." Sie lächelt Schulter zuckend. "Ich liebe es einfach mit netten Sims am Feuer zu sitzen."

Kurz erinnert Maryamas Vorschlag Nouki an das Feuer beim Festival und an Stephen. Aber sie verdrängt das und nickt lächelnd. "Coole Idee, ich bin dabei."

Damit die Farbdämpfe nicht stören, hatten sie die Fenster unterhalb von Ellies Tiger aufgekippt, bevor sie mit dem Malen begannen. Dadurch hört Ellie auch das Gespräch, das innen vor sich geht und Maryamas Lagerfeuervorschlag. "Das ist wirklich eine super Idee!", ruft sie nach drinnen, "Vor allem, wenn eine Gitarre dabei ist."

Tani nickt ebenfalls begeistert. "Beim Lagerfeuer bin ich auch dabei. Habt ihr zufälligerweise Marshmallows?" Sie grinst und erinnert sich kurz an einige Abende am Lagerfeuer. Marshmallows gehörten einfach dazu.

"Also, ich hab immer welche da." Maryama zeigt auf ihren Karren. "Als ich frisch hierher gezogen bin, war das öfter meine Tagesmahlzeit." erinnert sie sich schmunzelnd. "Wir können also welche grillen."

Sie gehen nach draußen und betrachten nochmal gemeinsam Ellies wunderschönen Tiger...



... bevor kurz darauf ein munteres Feuerchen hinter dem Gewächshaus knistert.



Maryama schaut zu Ben. "Gibt's im Picknickkorb sonst noch etwas was man ins Feuer halten könnte?"

Ben holt den Korb wieder hervor. "Wenn ihr Brötchen am Feuer grillen wollt, dann ja. Aber Würstchen habe ich als Vegetarier jetzt leider nicht eingepackt. Aber natürlich könnt ihr euch immer noch daraus bedienen, ob sich das nun zum grillen eignet oder nicht." Er nimmt sich nun auch selber Kartoffelsalat.
Ellie hingegen möchte nun lieber Maryamas Marshmallows probieren. Der Kartoffelsalat ist lecker, aber den hatte sie ja bereits gekostet.

Tani nimmt sich sowohl von den Marshmallows, als auch dem Kartoffelsalat und den Brötchen. Die Arbeit war eine gute Ablenkung und sie kann den Abend mit den anderen noch sehr genießen.

Befriedigt von der erfolgreichen Arbeit und der Verschönerung des Gewächshauses, sitzt Nouki am Feuer und genießt die angenehme Schwere ihres Körpers. Fast wie nach dem Sport denkt sie und mampft mit Appetit ihre Marshmallows. Dass sie zu so etwas wie diesem Bild fähig ist, hat sie nicht gedacht. Es ist eine Überlegung wert sich eine Staffelei anzuschaffen wie Ellie, überlegt sie und nimmt sich vor, bald mit ihrer Freundin darüber zu reden. Bestimmt kann sie sie gut beraten.

Nachdem sie nochmal lecker gegessen haben, kramt Maryama sämtliche Songs aus ihrem Gedächtnis. Sie hat schon eine ganze Weile nicht mehr Gitarre gespielt und es tut ihr gut auch auf diese Weise wieder kreativ zu sein. Die Mädels singen oder klatschen mit, albern herum und es ist der perfekte Abschluss für diesen arbeitsreichen, aber tollen Tag.




(in Zusammenarbeit mit @Spatz und @murloc, Screenshots von uns allen)

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23.04.2023 11:43 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 19:16)
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Maryama, Logan - letzter Post
Ben - letzter Post

Charaktere: Maryama, Logan, Ben
Geschichtsstrang: Garden of Eden Teil 2


Zusammen betreten sie das Grundstück, das mittlerweile schon recht ordentlich aussieht, seit der Müll und das ganze andere vergammelte Zeug weggeräumt sind. Ben und sie haben die kaputten Scheiben des Glashauses entfernt, die anderen geputzt, jetzt warten nur noch ein paar Lücken darauf, mit unversehrtem Glas geschlossen zu werden. Über den Bodenbelag haben sie sich zwar schon Gedanken gemacht, aber es ist noch nichts konkretes dabei heraus gekommen. Vielleicht erstmal Geld sparen und so lassen, verändern kann man dann immer noch. Ben ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Maryama ruft und das fällt bei ihrer Stimme recht kräftig aus."Ben?! Bist du schon da?" Vielleicht schaut er sich noch irgendwo auf dem Grundstück um.

Ben hört den Ruf. "Natürlich bin ich da!", ruft er in die Richtung und kommt dann auch gleich ins Sichtfeld. Von der ganzen Arbeit sind seine Klamotten mittlerweile schmutzig und er schwitzt, aber das stört ihn nicht. Er ist ja schließlich nicht in seinen Sonntagsklamotten unterwegs.



Auch Logan ist dabei. "Hallo Maryama, hallo Logan.", grüßt Ben,"Deinen Namen kenne ich schon von Maryama. Ich bin übrigens Ben.“, stellt er sich vor, und dann erzählt er weiter: "Ich hab noch bisschen weiter gearbeitet." Er zeigt auf sein Arbeitsoutfit."Die letzten Steine weggeräumt und so. Und ich habe auch andere gute Nachrichten. Die erzähl ich dir gleich."

Logan nickt dem Unbekannten flüchtig zu. Es nimmt einfach kein Ende mit den neuen Gesichtern.

Mit einem Ohr lauscht er der Konverstation, während er seinen Blick über den Garten schweifen lässt. Ein schönes Grundstück ist es, aber es gibt noch Einiges zu tun.

„Wow, ich wusste nicht dass du hier weiter werkelst, sonst hätte ich alte Klamotten mit gebracht.“ Maryama sieht sich ebenfalls um. Mit einem fast schon glücklichen Lächeln sagt sie dann:“ Es wird langsam, das ist so schön.“ Sie wendet sich zu Logan. „Seit unserem letzten Gespräch hab ich nachgedacht. Ich fände eine Vorher/ Nachher Bilderstrecke toll. Das hieße aber dass du noch ein Weilchen mit uns beschäftigt bist.“ Ihr Gesichtsausdruck ist etwas schelmisch dabei. „Wie findet ihr beide die Idee?“

"Oh das ist eine Superidee. Leider bist du zu spät für die ganz alte Version des Landes. Immerhin haben wir da schon weiter gearbeitet. Aber für das, was noch zu tun ist, klingt das mit der Bilderstrecke super.", freut sich Ben.

Logan zuckt mit einer Schulter. "Bin nur der Fotograf. Ich schieß auf alles, was ihr seh'n wollt." Er weicht dem Augenkontakt der beiden aus. "Is' bisschen Geschmackssache, aber meiner Erfahrung nach, sollte nich' nur die Landschaft abgebildet werden. Sondern auch die Leute, die sie gestalten." Erst jetzt schaut er zu Maryma - Ben scheint er dabei zu ignorieren.
"Dafür brauch' ich die Einwilligung aller Beteiligten. Am Besten schriftlich."

„Ein paar Handybilder hab ich schon gemacht, nur ob man die dafür verwenden kann, keine Ahnung.“ Maryama sieht Logan an. „Wir können die ja mal auf dem Laptop anschauen, vielleicht hast du Ideen zur Bearbeitung.“ Maryama ist ganz in ihrem Element. Innerlich sieht sie schon die Bilder im Gewächshaus hängen.“Unsere Unterschriften gehen klar, die Mädels fragen wir noch und Ambrosius würde ich auch gern noch ins Boot holen, schließlich verdanken wir ihm ja das gesamte Projekt.“ Sie sieht wieder zu Logan. „Du kannst auch gern ein wenig allein herumstreifen und Eindrücke sammeln, bevor wir zusammen nochmal schauen.“ Sicher kommen ihm bessere Ideen, wenn er alles in Ruhe auf sich wirken lassen kann.
Das lässt Logan sich nicht zwei Mal sagen. Weg von den Sims. Weg von der Unterhaltung. Ein paar Minuten allein sein. Zur Ruhe kommen.
So stapft er schweigsam davon, weiter in den Garten hinein.

Maryama setzt sich auf einen Holzstapel und grinst Ben an. „Du weißt dass ich vor Neugier platze, was hast du für gute Nachrichten für uns?“

Ben sieht Logan nach, dann zu Maryama."Es hat endlich geklappt mit der Führerscheinprüfung! Sogar Pickups kann ich damit fahren, wenn wir was zum transportieren haben." Er lächelt. "Diesmal bin ich noch mit dem Rad hier. Ich hatte auch nicht so viel zu transportieren diesmal. Aber wenn, dann habe ich jetzt die Möglichkeit, mir einen Wagen zu mieten. Für einen eigenen reicht die Kohle leider noch nicht."

"Wow! Glückwunsch Ben, das ist super! " Maryama steht auf und umarmt ihn spontan. "Das gibt uns auf jeden Fall mehr Möglichkeiten, ja. Ich sollte mich wirklich auch mal auf den Hintern setzen und mich dafür anmelden. Vielleicht kommen wir irgendwie mal günstig an ein Fahrzeug. Mal sehen.. bisher hatten wir ja auch jede Menge Glück." schließt sie gewohnt optimistisch. "Hast du noch Ideen oder Vorstellungen wegen der Bilder, die Logan machen soll?"



Ben überlegt."Hm, die fertige Fotostrecke könnten wir ja irgendwo aufhängen, wo die Kunden sie sich auch anschauen können.", sagt er, "und Fotos von uns beiden als Mitarbeiter können wir vielleicht auch machen lassen. Wieviel bekommt Logan eigentlich für seine Fotoarbeit?" Er geht nicht davon aus, dass er für umsonst die Bilder machen soll. "Versteh mich nicht falsch. Gute Bilder sind auch gutes Geld wert. Ich bin nur neugierig, was ihr so ausgemacht habt.", fügt er dann noch hinzu.

Maryama lacht. "Noch gar nichts, das kommt jetzt dran." Dann nickt sie."Ja, so hab ich mir das auch gedacht. Vielleicht machen wir bei der Eröffnung draußen eine Tafel, auf der wir die Entwicklung bildlich dar stellen. Ach, da fällt uns schon etwas ein, Logan hat sicher auch noch Ideen, die kommen alle in einen Topf und dann wird das sicher schön." Sie schaut in die Richtung, in die Logan gegangen ist, kann ihn aber gerade nirgends sehen. "Ich schau mal was er macht, willst du mit kommen?"

In der Zwischenzeit hat Logan sich soweit entfernt, dass er die beiden nicht mehr hören kann. Gedankenverloren steht er zwischen unkontrolliert gewachsenen Gräsern und Büschen und schätzt den Anblick, der sich ihm bietet. Er mag es, wenn die Natur sich frei entfaltet - wenn verschiedenste Pflanzenarten sich scheinbar ziellos umeinander winden und das, was andere 'Unkraut' nennen, tun darf, wofür es einst geschaffen wurde: Leben.
Logan hat nie verstanden, warum das eine Grün erwünscht ist und das andere nicht. Es ist wie mit den Sims. Manche werden von der Gesellschaft nicht nur akzeptiert, sondern regelrecht gefeiert, während andere scheinbar keinen Platz in dieser Welt haben.

Mit vorsichtigen Schritten geht er ein Stück weiter. Ein leichter Windhauch weht über die Landschaft und bringt eine Brise von Gräsern und Wildblumen mit. Wie damals, als er sich in der Heimat auf den alten Feldern und Wegen herumgetrieben hat, um den Erziehungsberechtigten aus dem Weg zu gehen. Wie oft hatte er dort diesen Duft in der Nase? Ein Duft, der beinahe nach Zuflucht riecht.

Mit geschlossenen Augen nimmt er ein Summen neben sich wahr - die letzten Bienen des Jahres tummeln sich emsig an den zartblauen Blüten. Keine von ihnen würde sich jemals über ihre Existenz beschweren. Oder über die harte Arbeit, die sie zu erledigen haben.
Weiter hinten jagen kleine Meisen lautsark hintereinander her. Eine von ihnen verschwindet schließlich in einem fast ausgestorbenen Baumstamm. Die andere bleibt schimpfend zurück.



Ben nickt. Er folgt Maryama. Sie finden Logan in etwas Entfernung, der in die Natur versunken sein scheint und gar nicht merkt, dass sich die beiden nähern. Ob er wohl schon Ideen hat? "Und was sagst du?", fragt Ben ihn, nachdem er und Maryama zu ihm aufgeschlossen haben, "Schon Ideen, wie du die Fotos in das beste Licht rückst?"

Logan dreht sich herum und blickt in zwei hoffnungsfrohe Gesichter. Innerlich seufzt er. 'Wär' ich doch ne verdammte Biene.'

Dieser junge Bursche weckt in Logan irgendetwas, das ihm nicht gefällt. Doch woran es genau liegt, kann und will er jetzt nicht ergründen - er hat genug anderes im Kopf.
"Wir sollten sonniges Wetter nutzen. Wegen der Schattierungen auf den Fotos.", beginnt er sachlich. "Sollen die farbig, schwarz-weiß oder mit Farbfilter werden?"
Maryama und Ben tauschen fragende Blicke aus.
"Is' jetzt nich' so wichtig.",
winkt Logan ab. "
"Auf jeden Fall würde ich einige Nahaufnahmen von den Arbeiten machen. Weniger Gesichter als schuftende Hände. Und eher von unten betont. Geht ja schließlich um den Garten und nich' um die Leute."

"Hey, das gefällt mir.", stimmt Ben zu, "Die Natur ist der Fokus." Er merkt, dass Logan wohl keine Lust haben würde, auch Mitarbeiterfotos zu machen sondern eher von der Natur. Aber das ist ihm Recht. Die Naturbilder sind ohnehin viel wichtiger.

"So hab' ich's zumindest verstanden.", Logan fixiert den jungen Mann. "Berichtige mich, wenn's falsch is'."



"Also,grundsätzlich geb ich dir Recht." beeilt sich Maryama zu sagen, die das Gefühl nicht los wird, dass hier ein klein wenig Spannung in der Luft liegt. "Allerdings hab ich auch ein paar grobe Ideen, für Aufnahmen mit Personen, da würde ich aber nochmal genauer mit dir reden, wenn es soweit ist. Ist noch nebulös in meinem Kopf, aber am werden. Ansonsten wäre ich für hauptsächlich farbig. Die Natur IST farbig und vielfältig, das soll sich auch widerspiegeln. Oder siehst du das anders, Ben?"

Ben streicht gedankenverloren mit der Hand über einen Busch. "Die Grundidee war ja, die Entwicklung des Geländes aufzuzeigen.", sagt er, "Also z.B. das Beet jetzt, und dann wenn alles fertig aufgeräumt ist z.B. Aber zusätzlich auch Bilder von der Naturarbeit halte ich auch für eine gute Idee. Wir können ja mehrere Bilder machen als nur eine einzige Bilderstrecke." Er sieht zu Logan. "Zumindest wenn unser Fotograf einverstanden ist."

Der Fotograf zieht missbilligend eine Augenbraue in die Stirn. "Vergleichsbilder von den Beeten kann ich auch machen. Aber ich werd' nich' einfach stumpf drauf halten, wie Omma auf 'nen gedeckten Tisch bei der Hochzeit ihrer Enkelin. So'n Alltagsrotz könnt ihr auch selbst. Da braucht ihr mich nich' für."

Ben zuckt nur die Schultern. Dass Logan nicht zufrieden ist, ist nicht zu übersehen. "Es war nur eine Idee, Mate.", sagt er ruhig. "Niemand zwingt dich zu irgendetwas. Wie schon gesagt hätte ich nichts gegen verschiedene Bilder, also nicht nur Vorher/Nachher Bilder. Wir können ja auch sagen, dass du nur die Bilder machst, auf die du auch Lust hast. Für den Rest schauen wir dann.“

"Alrite.", raunt Logan. Er kramt seine Kamera hervor und sucht das Gelände nach Motiven ab. Von einer niedrigen Perspektive beginnt er, die markierten Felder und Eigenarten des Gartens einzufangen. Das Wetter könnte vorteilhafter sein, aber in der Landschafts- und Dokumentarfotografie kann man nicht immer wählerisch sein. So nimmt er die Situation, wie sie eben ist und vielleicht ergibt sich in einigen Tagen eine ästhetischere Gelegenheit.

Ben sieht dem jungen Mann wortlos nach. Wenn es um Blumenbestecke geht, ist er vielleicht eine Art Künstler. Aber mit Fotos kennt er sich zu wenig aus. Da weiß er nicht, was als Kunstfoto durchgeht und was eher langweilig ist. Selbst Ellie hat da sicherlich mehr Ahnung von, und Logan offensichtlich ebenfalls. Er hat seinen eigenen Kopf und macht die Bilder nicht nur für Geld. Ben kann das respektieren. Er lässt den Schwarzhaarigen seine Motive suchen und wendet sich an Maryama: "Ich freue mich jedenfalls schon, wenn unser kleines Blumengeschäft starten kann."

Eigentlich wären Maryama noch ein paar Worte auf der Zunge gelegen, was Logans Erwiderung Ben gegenüber betrifft, aber er ist so schnell ins Gelände gestapft, dass sie ihm nur mit verschränkten Armen hinterher schauen kann. Ihr Miene wirkt ausdruckslos, ihr Inneres ist durchaus bewegt. "Ja, so geht's mir auch." erwidert sie warm."Wobei ich zugeben muss, dass ich meistens an die Obst -und Gemüseanbauflächen und deren Verkauf denke und weniger an die Blumen." Sie schmunzelt. "Erinnere mich ruhig öfter daran. Wo hast du dir denn die Flächen dafür vorgestellt? Wir werden auch die Licht-und Sonnenverhältnisse einberechnen müssen...hm, eigentlich haben wir wirklich Glück, das Gelände ist insgesamt sehr sonnig. denkst du an mehrjährige oder hauptsächlich Schnittblumen?" Ihr Blick schweift wieder zu Logan, der gerade in einer ziemlich anstrengend aussehenden Position ein am Boden befindliches Motiv einfängt. Engagiert ist er jedenfalls. Sie sieht wieder zu Ben.

Ben mustert Maryama. "Ich finde, wir sollten uns auf mehrjährige Pflanzen spezialisieren. Dann wissen die Kunden, welche Pflanzen sie bei uns bekommen und wir müssen uns nicht jedes Mal auf was neues einstellen, was wir verkaufen, weil das gerade wächst. Oder aber, wir mischen, und machen einfach beides, mehrjährige und Schnittblumen." Er zeigt auf eine Ecke. "Die Ecke bietet sich doch für die Mehrjährigen an. Und Schnittblumen können ins Gewächshaus."

Er sieht, wie Maryamas Blick auf Logan fällt. "Wo hast du ihn denn aufgegabelt?", fragt er neugierig und schielt ebenfalls in Logans Richtung, "Er macht jedenfalls nicht den Eindruck, als wäre er begeistert von mir." Ben hat niemandem etwas getan, aber wenn Logan ihn trotzdem nicht mag, ist es eben so. Ist ja ganz normal, dass nicht jeder mit jedem klarkommt.

"Hm?" Maryama dreht sich wieder zu Ben. "Wir haben uns im Park kennen gelernt, er hat ein paar Schnappschüsse von Browneye und mir gemacht, die ich toll fand, da kam mir die Idee, ihn hierfür zu engagieren." Sie lächelt. "Bisschen sperrig ist er, ja...vielleicht taut er noch auf, wenn er öfter hier ist. Gibt Leute , die mögen sich selbst nicht und drum auch keine anderen. Nimm's nicht persönlich." Sie blickt wieder in Logans Richtung und sieht, wie er sich für ein paar Wildblumen ziemlich verrenkt, beim fotografieren. "Ich geh mal zu ihm rüber."

"Keine Sorge, so schnell nehm ich das nicht persönlich.", lächelt Ben und sieht Maryama hinterher. "Ich werde dann mal Feierabend machen. Man sieht sich."



"Ja, mach's gut, grüß Dora von mir. Ich melde mich." Maryama winkt ihm kurz und schlendert dann weiter zu Logan. "Und..kann wenigstens Mutter Natur den Ansprüchen des Künstlers genügen?" fragt sie ihn leicht ironisch, in Anspielung auf seine Aussage vorher. Sie versteht seine künstlerischen Ambitionen, aber es ist nun mal ein Gemeinschaftsprojekt und da zählen alle Ideen gleichwertig.

Fragend schaut der junge Mann im Maryamas freundliches Gesicht. Er hat das Gespräch längst hinter sich gelassen und sieht keinen Grund für ihre Bemerkung.

"Wetter könnte besser sein. Aber passt schon. Erstmal nur rumprobieren.", murmelt er, während er sich den Bildern auf dem Display widmet.

Kurz kaut Maryama etwas unschlüssig auf der Innenseite ihrer Wange herum, dann sagt sie. "Logan, ich hab dir noch nicht alles erzählt über dieses Grundstück und das Projekt, aber es ist eine Herzensangelegenheit und dass Ben sich mit mir da rein hängt, bedeutet mir sehr viel. Du bist jetzt Teil dieser Herzenssache und Ich wünsche mir, dass wir drei auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Alle Ideen und Vorstellungen zählen gleich. Ich stell mir vor uns im Gespräch auszutauschen, bis es für alle passt." Sie lächelt . "Dabei kann es vielleicht auch mal vorkommen, dass du 'Omma Geburtstagsbilder' machst, aber dafür am andern Tag völlig freie Hand hast und dich austoben kannst." Ihr Blick wird etwas ernster. " Kannst du damit leben?"

Überrascht zieht er eine Augenbraue in die Stirn. Er hat wirklich keine Ahnung, wie es zu diesem Vortrag kommt. "Klar sind wir auf Augenhöhe. Wer behauptet denn was anderes? Ich mein', das is' euer Projekt. Ich kann euch meine Erfahrung und Meinung mitteilen, aber den Rest entscheidet ihr. Is' doch klar."

Erleichtert nickt Maryama. "Dann passt 's ja. Vielleicht sagst du das nächstes Mal einfach auch so, wenn es um Vorschläge geht und haust uns nicht irgend nen Kommentar um die Ohren, dass man das Gefühl hat, du lässt dich gnädig dazu herab Bilder zu schießen, aber nur zu deinen Bedingungen." Sie räuspert sich. "So wie vorhin als Ben die Vergleichsbilder vorgeschlagen hat. Da hatte ich kurz kein gutes Gefühl, obwohl ich mich eigentlich freu auf die Zusammenarbeit mit dir." Im Grunde reicht ihr Logans Antwort von eben, aber sie möchte auch, dass er versteht, was in ihr vorgeht.
"I'm sorry, what?" Irritiert schüttelt er den Kopf, als würde er ein nerviges Insekt verscheuchen. "Ich hab' 'nen blöden Kommentar gemacht? Ich sei gnädig?"



"Ja." sagt Maryama schlicht, obwohl es mehr um den Ton ging. "Und das hat mir nicht gefallen, aber weißt du was? Wir lassen das jetzt und ich sag's dir einfach, wenn's wieder passiert. Ist vielleicht einfacher." Jetzt muss sie doch grinsen. "Ich kenn mich aus damit Sachen rauszuhauen und nix zu merken. Früher hatte ich eine Freundin, die da gut den Finger drauf legen konnte, ich werd's einfach bei dir genauso machen."

Noch immer etwas verwirrt nickt er.
"Okay, fine with me."
Er schaltet die Kamera aus und will sie in die Tasche stecken, doch etwas blockiert. Umständlich beginnt er, mit beiden Händen herumzuwühlen und zieht schließlich ein weißes Stück Stoff heraus.
"What the bloody sh... - Oh yeah, I rite." Sein Blick erhellt sich und er drückt ihr das schlecht zusammengelegte Teil in die Hand. "Das ja noch für dich.", murmelt er beschäftigt und lässt endlich die Kamera in der Tasche verschwinden.

"Oh, du hast ihn ja doch dabei, wie cool." Freudig rollt Maryama das Mitbringsel auseinander und bewundert das Bild von Browneye und ihr, das in den schönsten Farben auf der Front prangt. Sie schüttelt ihn kurz energisch aus und gibt ihn Logan zurück. "Halt mal kurz." Schnell ist ihr Strickpulli ausgezogen und landet achtlos im Gras. Sie nimmt Logan das bedruckte Kleidungsstück wieder ab und streift das Sweatshirt über. "Na, wie findest du's ? Mir gefällt's richtig gut, vielen Dank dafür."

Ausdruckslos betrachtet er das Kunstwerk.
"Ich würdes nich' tragen. Aber wenn du happy bist, hab' ich wohl alles richtig gemacht."
"Bleibst noch? Oder geh'n wir'n Stück zusammen?"

"Nein, wir können gern zusammen gehen. Ben ist schon weg und ich hab nicht die richtigen Sachen zum arbeiten an." Sie zupft am blütenweißen Ärmel des Pullis. "Jetzt erst recht nicht mehr."

"So then,", Logan beugt sich herunter, um Maryamas Strickpullover aufzuheben, schüttelt mit einer Hand Gras und Staub heraus und reicht ihr das gute Stück. "C'mon, girl. Got some work to do."



(in Zusammenarbeit mit @Murloc und @RivaBabylon )

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23.04.2023 11:51 (zuletzt bearbeitet: 12.07.2023 01:24)
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Nouki kommt von Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation
Tania - letzter Post

Charaktere: Maryama, Ben, Ellie, Tani, Nouki
Geschichtsstrang: Garden of Eden Teil 3


Ein paar Tage später
"Ich wusste gar nicht mehr dass Erde fast nur aus Steinen besteht." Maryama pustet sich mit einem leicht verzweifelten Lächeln eine Haarsträhne aus dem verschwitzten Gesicht und blickt zu Ben, mit dem sie gerade die umgekippten Randsteine der ehemaligen Beete entfernt. Er ist mit schaufeln beschäftigt und es knirscht tatsächlich mehr, als dass man das Gefühl hätte, er gräbt in fruchtbarem Boden. "Gut dass die Mädels gleich noch helfen kommen." Sie blickt sich auf dem Gelände um. In den letzten Wochen haben sie wirklich Fortschritte gemacht. Das Gewächshaus ist renoviert und jetzt kommen die letzten groben Arbeiten auf dem Grundstück dran. Die Anbauflächen müssen angelegt und Wege dazwischen geschaffen werden, auch sonst ist noch genug zu tun. Maryama lächelt zufrieden. Es ist schön sich vorzustellen wie hier einmal alles wachsen und gedeihen wird..hoffentlich. "Was ist denn dein Schwerpunkt heute?" fragt sie ihren Kompagnon.



"Naja, die Wege kommen am Schluss dran. Würde sagen, wir richten zuerst die Beete wieder her. Das wäre dann für's erste mein Schwerpunkt." Er gräbt weiter mit dem Spaten. "Anstrengende Arbeit, aber die wird sich lohnen. Ich kann es kaum erwarten, wenn dann alles fertig ist und wir wissen, was wir geleistet haben!" Ellie ist noch mit ihren Freundinnen unterwegs, doch auch sie dürfte bald hier sein mit den Mädels.

inzwischen
"Ich war noch nicht bei der Maniküre, damit ich problemlos anpacken kann.", erzählt Tania ihren Freundinnen und sieht von weitem schon das Gewächshaus. "Morgen hab ich aber einen Termin, ist auch nötig.." Unzufrieden schaut sie auf ihre Finger.

Nouki schmunzelt. "Ansonsten hätten wir dich in XXL Gartenhandschuhe gepackt." Sie grabscht mit Hulkgestik in Richtung Tani und lacht. "Ich freu mich total darauf weiter zu machen, bin gespannt was es heute zu tun gibt."

Ellie muss lachen. "Schmutzige Finger werden wir wohl nicht vermeiden können. Ben hat wieder Futter mitgebracht, und Maryama hat bestimmt auch das eine oder andere dabei." Sie grinst. In diesem Moment hält der Bus an und die Mädels steigen aus: "Aber dann lass uns mal los. Zu schade, dass Ben schon unterwegs ist. Er ist endlich fertig mit seiner Führerscheinprüfung. Beim nächsten Mal müssen wir zumindest nicht die Öffis nehmen."

Die Mädels steigen aus dem Bus und gehen zum Gewächshaus, wo sie Maryama und Ben treffen. "Naa, ihr seid ja schon fleißig!", bemerkt Tani und sieht sich um. "Da haben wir heute aber noch einiges vor uns."



"Hallo ihr Lieben!"
Maryama umarmt jedes der Mädchen und strahlt. Sie gehen gemeinsam aufs Gelände, wo Ben immer noch schaufelt. "Ich freu mich so, dass ihr wieder dabei seid. Getränke stehen wieder hinter dem Gewächshaus auf dem Tisch, Ben hat auch was zu essen hin gestellt wenn ihr zwischendurch Hunger bekommt. Später werden wir heute noch luxuriös bekocht. Marga.. also Fr. Töpfer, hat versprochen uns noch etwas vorbei zu bringen." Sie schaut sich um und zeigt auf die Kantensteine der Beete, die krumm und schief im Boden stecken und teilweise umgefallen sind. "Das ist unsere Hauptaufgabe heute. Die Steine heraus zu holen und hier.." Ihr Arm schwenkt auf einen freien Platz am Rand. "..ab zu legen. Wir haben die zwei Schubkarren zur Verfügung. Am besten wechselt ihr euch bei den Tätigkeiten ab." Maryama lächelt und schaut dann zu Ben, der jetzt auf seine Schaufel gestützt das Gespräch verfolgt. "Ich hatte da grade so eine spontane Idee." Ihr Blick geht wieder zu den Mädels. "Habt ihr selbst eigentlich auch Interesse für Gartenarbeit oder Spaß daran Gemüse an zu bauen?"



Nouki überlegt kurz. "Meinst du selber ein Beet versorgen oder so? Und dann auch ernten und damit was kochen?" - Maryama nickt und schaut die anderen beiden an. "Ja, so war's gemeint."

Ellie lächelt. "Weiß nicht, hab ich nie ausprobiert, ob mir das Spaß macht. Aber Ben mag ja gärtnern, vielleicht ist das ja wirklich entspannend."

Tani überlegt. "Also ich möchte gerne mal alles ausprobieren!"

"Ich hatte die Idee, ob ihr euch vielleicht eine Ecke des Gartens für euch gestalten wollt. Ihr könntet ein Beet anlegen und vielleicht eine Sitzecke bauen, zum chillen...egal, das bliebe ganz euch überlassen
." Sie schaut zu Ben. "Was meinst du dazu?" Es war ein spontaner Einfall, den sie daher mit ihrem Kompagnon noch nicht besprochen hat. Das Grundstück ist ihnen ja buchstäblich in den Schoß gefallen, warum nicht teilen? Die Mädels sind so fleißig und eine wertvolle Hilfe.

Ben ist begeistert. "Hätte ohnehin vorgeschlagen, eine Ecke für eine Bank und so einzurichten. Für Gäste und so. Aber wenn der Platz für die Mädels ist, bin ich auch zufrieden."



Ellie dreht sie sich zu ihren Freundinnen: "Was meint ihr? Ich finde eine Sitzecke klingt super. Oder wollt ihr lieber ein Beet? Oder finden wir vielleicht Platz für beides?"

"Beides wäre doch optimal. Eine Sitzecke.. rundherum schöne Beete. Ein Ort zum Entspannen und Nachdenken.
" Viele Ideen sprudeln nur so in Tani. Sie könnte sich gut vorstellen, wenn ihr einmal alles zu viel werden würde, an diesen Ort zu kommen.

"Super.", Ellie freut sich, "Dann machen wir das so. Wir lassen aber auch Gäste die Sitzecke nutzen, ist doch klar. Aber wir designen die!" Sie schaut auf den Teil des Grundstücks, der für sie gedacht hat. Der ist groß genug. "Und für ein Beet finden wir auch den Platz.", fügt sie daher noch hinzu.

"Können wir da auch einen Obstbaum hin pflanzen?" fragt Nouki, die sich ebenfalls für die Idee erwärmt. "Irgendwann spendet der dann noch Schatten und wir können süße Früchte ernten." Maryama freut sich, dass ihr Vorschlag so gut aufgenommen wird. "So ein Baum bekommt später ziemlich viele, dicke Wurzeln, da müsst ihr euch gut überlegen, wie ihr das Beet anlegt, damit dann auch noch Platz genug für das Gemüse zum wachsen bleibt. Eine Alternative wäre ein Staudenbeet. Alle möglichen Sorten an mehrjährigen Blumen, die konkurrieren nicht so sehr mit den Wurzeln. Das kann sehr hübsch aussehen." schlägt sie Nouki vor. - "Da hab ich gar nicht dran gedacht, klar...so n Baum wächst ziemlich." gibt Nouki zu. "Was meint ihr? Obst und Blumen oder lieber eigenes Gemüse?" fragt sie die Freundinnen.

"Also Blumen klingt doch nice. Passt auch zu einer Sitzecke besser als Gemüse.", überlegt Ellie. "Hat halt den Nachteil, dass man davon nicht so gut naschen kann."



"Und was ist, wenn wir an einer Ecke noch ein Hochbeet errichten? Dann hätte man eine schöne Ecke zum Sitzen mit Blumen, etwas weiter ein Obstbaum und daneben vielleicht ein Hochbeet mit Gemüse
.", schlägt Tani vor.

"Wartet mal, die Hochbeet Idee ist gut. Ich würde sagen, wir einigen uns auf eine Sitzecke, die ihr nach Belieben anfertigt und gestaltet, ein Bäumchen und ein Gemüsehochbeet. Das ist Platzmäßig am sinnvollsten. Vielleicht kennt Ben ja noch Obstbaumzüchtungen, die nicht so groß werden. Gibt es ja alles." Zufrieden lächelt Maryama in die Runde. "Und jetzt...auf geht's! Ihr wisst ja wo ihr Handschuhe findet, Schubkarren sind wie gesagt da drüben. Packt aber nicht zu viel auf einmal rein, die Dinger.." Sie zeigt auf die bereits ausgegrabenen Kantensteine. ".. sind sehr schwer." Damit geht sie zurück zu Ben und beginnt aufzusammeln, was er frei gelegt hat. "Wir werden diese Steine sicher nicht mehr für die Anbauflächen brauchen, die lassen wir lieber ohne so störende Begrenzung..hast du eine Idee was wir in einem anderen Teil des Grundstücks damit einfassen könnten? "

"Ich hatte keine Ahnung, dass du dich für Garten und Pflanzen interessierst.
" wendet sich Nouki an Tani." Aber...ich wusste es ja von mir auch nicht." Sie muss lachen. Dann schlüpft sie in eine paar Arbeitshandschuhe die ihr viel zu groß sind und packt eine der Schubkarren. Während sie schiebt, spuken schon diverse Ideen in ihrem Kopf herum. "Was meint ihr...sollen wir was aus Holz bauen? Eine Sitzbank? Oder lieber anders Material? Man könnte auch mal auf dem Flohmarkt schauen." Sie stellt das Gefährt ab und hebt einen Kantenstein auf, um ihn hineinzulegen. Dabei sieht sie die Freundinnen fragend an.

"Holz klingt toll. Plastik will ich auf keinen Fall nutzen und mit Metall kann ich nicht arbeiten. Da fehlen uns auch die Geräte. Holz ist denk ich mal am einfachsten für uns. Ich kann die Sitzbank dann auch bunt bemalen.", mischt sich Ellie ein. Auch sie hat sich Gartengeräte und Handschuhe geschnappt. "Wir können ja Ben fragen, welche Obstbäume sich eignen." Sie schielt zu ihrem Bruder, der jedoch gerade in ein Gespräch mit Maryama verwickelt ist. Da will Ellie jetzt nicht stören. "Ok, fragen wir ihn später. Am besten, wir machen unsere Ecke erst einmal so weit fertig, dass man was pflanzen könnte."



Ben sieht zu der Ecke des Gartens, auf die Maryama zeigt. "Vielleicht könnten wir die Steine den Mädels überlassen, falls sie die als Verzierung für ihre Sitzecke nutzen wollen.", schlägt er vor, "oder wir nutzen sie um die Wege von den Beeten zu begrenzen."



"Ja, das ist eine gute Idee. Dann finden sie noch Verwendung. Kann ja auch sein, uns fällt noch mehr ein, wenn wir den vorderen Teil des Gartens dann ausgestalten
." Maryama will gerade weiter machen, als sie einen Unmutslaut von sich gibt und gegen ihre Stirn klatscht. "Fast vergessen, ich wollte doch noch Logan ankündigen."

Sie lässt den Stein liegen und geht wieder zu den Teenagern. "Mädels, über die Idee mit der Sitzecke und allem hab ich ganz vergessen euch was zu fragen." Nouki, die intensiv über Ellies Vorschlag nachdenkt, richtet sich auf und schaut Maryama neugierig an. "Nachher kommt noch jemand vorbei, der Bilder machen wird vom Grundstück und den Arbeiten hier. Wäre das für euch okay, wenn ihr auch auf einigen drauf seid? Wir werden sie hier im Gewächshaus beim Verkaufsbereich und eventuell für Werbeflyer verwenden. Online gestellt wird nichts mit Personen darauf. Es ist völlig in Ordnung, falls ihr das nicht wollt. Sagt es frei raus, bitte."
Da muss Nouki nicht lange nachdenken. "Also mich würd's freuen, dann sehen die Leute dass auch Teenager arbeiten können und nicht nur faul rumhängen." Sie grinst.



Ellie überlegt. "Also, von mir aus bin ich dann auch auf den Bildern. Das stört mich jetzt nicht." Ben enthält sich. Das ist eine Entscheidung, die die Mädchen selber treffen müssen. Logan scheint zumindest in Ordnung zu sein und niemand, der den Mädchen etwas antun wollte.

Während Tani ein wenig im zukünftigen Beet herumwühlt, schaut sie zu Maryama. "Das geht klar." Sie wendet sich ab und arbeitet weiter.

"Super. Dann setz ich für Logan, das ist der Fotograf, ein Schreiben auf in dem ihr euer Einverständnis gebt, ihr unterzeichnet und die Sache ist geritzt. Ich spreche natürlich alles noch mit euch ab, bevor auch nur ein Bild irgendwo aufgehängt oder verwendet wird. Danke euch." Maryama lächelt froh. " Na dann, weiter geht's." Sie streift die Handschuhe wieder über und transportiert die Ladung Kantensteine, die Ben bereits in die Schubkarre gelegt hat, zum Ablageplatz.

"Okay." Nouki lächelt Maryama an und beginnt die umgekippten Steine neben Tani auszugraben. "Wir könnten Holzstühle günstig kaufen und sie abschleifen und bemalen, passend zur Bank...oder eine Hollywoodschaukel, das fänd ich auch cool...aber sowas wird wohl zu teuer sein." Krachend landet einer der Steine in der Schubkarre, die direkt neben Tani steht. "Oh, sorry, wollte dir keinen Gehörschaden machen." Nouki zieht eine entschuldigende Grimasse und spinnt ihre Gedanken weiter. "Vielleicht haben auch unsere Eltern noch Sachen auf dem Dachboden oder im Keller." Maryama, die gerade mit der leeren Schubkarre auf dem Rückweg vorbei kommt, klinkt sich ein: "Ich werd mal im Pfadfinderlager schauen, da gibt's sicher auch noch reparaturbedürftige Sachen, die ihr dafür herrichten könnt. Delsyn weiß das sicher, der hat da mehr Überblick." Leicht genervt stellt sie fest, dass die Handschuhe schon wieder durchgescheuert sind an einer strategisch wichtigen Stelle. Sie lässt die Schubkarre stehen, um im Gewächshaus Neue zu holen.

(In Zusammenarbeit mit @Spatz @simscat2 )


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23.04.2023 11:55 (zuletzt bearbeitet: 12.07.2023 01:27)
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Hausmeister

Logan - letzter Post

Charaktere: Maryama, Ben, Logan, Ellie, Tani, Nouki
Geschichtsstrang: Garden of Eden Teil 4


Als Logan das Grundstück betritt, herrscht reges Treiben. Drei junge Mädchen stecken bis zu den Ellenbogen im Dreck und haben scheinbar sogar ihre Freude daran, dieses Gerümpel aus dem Boden auszugraben. Ausgelassen schnattern und scherzen sie miteinander, bis eine von ihnen aufsieht und leicht irritiert direkt in Logans Gesicht schaut. In seiner rechten Hand hält er zwei Glasflaschen - augenschleinlich Bier.
"Wos'n Ben?", fragt er mehr zielorientiert als freundlich.



Ellie mustert den Typen. Das muss dieser Logan sein. Misstrauisch schielt sie auf die Bierflaschen. Ist der etwa ein Säufer? Warum hat er gleich zwei Flaschen? Oder will er eine davon an Ben weitergeben? Trotzdem zeigt sie in die Richtung, in der ihr Bruder unterwegs ist: Er repariert gerade den Zaun an der anderen Seite des Grundstücks.

Der Mann schaut in die angezeigte Richtung und nickt leicht.
"Thanks, girl.", murmelt er und verschwindet aus dem Sichtfeld der Mädchen.

Interessiert blickt Nouki dem Fremden nach. Ziemlich cool mit den langen Haaren und den Tattoos. Seine Aura hat sie ganz kurz an Kurt Cobain denken lassen. Irgendwas fasziniert sie einfach an diesen finsteren und etwas verloren wirkenden Jungs. Sie stupst Ellie an.
"Wie fandst denn den grad? Ob das Maryamas Freund ist?"
Ellie muss grinsen.
"Er sieht zumindest nicht so aus wie jemand, der beruflich Fotoaufträge annimmt.", sagt sie vielsagend, "Bestimmt ist das tatsächlich ihr Freund, der Fotografie als Hobby hat. Jetzt, wo Avante nicht mehr hier ist."

Nouki nickt leicht abwesend, während sie Logan hinter her schaut.
"Hätt ich ihr gar nicht zugetraut so nen wilden Lover." Sie lacht leise. "Maryama wirkt so bodenständig." dann runzelt sie die Stirn. "Asante hieß der glaub ich. Der auch bei der Rocknacht in der Schule war."



Maryama kommt mit frischen Handschuhen bestückt aus dem Gewächshaus. Sie trinkt aus ihrer Mineralwasserflasche und lässt zufrieden den Blick über das Gelände schweifen. Es wird richtig schön werden und Ambrosius wird sich mit ihnen freuen. Aus dem Augenwinkel nimmt sie eine Bewegung wahr, dreht sich um und sieht Logan in Bens Richtung stapfen. Nanu? Hat er da zwei Bierflaschen in der Hand? Sie beschließt erstmal weiter zu graben und von Ferne ein wenig darauf zu achten, was die beiden machen. Innerlich macht sie schon Pläne für die Beetaufteilung, sieht unterschiedliche Stauden wachsen, eine bunte Vielfalt an einjährigen Blumen im Gewächshaus und Kunden, die übers Gelände schlendern und sich zeigen lassen, wo ihr Täglich -frisch -auf -den -Tisch -Gemüse her kommt. Ihr Herz wird ganz weit dabei. Unglaublich wie schnell sie der Erfüllung ihres Traumes, sich hier eine Existenz auf zu bauen nahe gekommen ist. Das wunderbare an dem ganzen Projekt ist zum einen, dass Ben ein zuverlässiger Partner ist, zum anderen...es ist beliebig erweiter-und ausbaubar. Maryama hat schon so viele Ideen für Projekte und Veranstaltungen, hier wird immer etwas los sein. Sie schaut dankbar zu den Teenagern, die kichernd in der Erde wühlen.



Einige Meter bevor Logan das andere Ende erreicht, sieht er den Burschen am Zaun herumwerkeln. Es sieht aus, als wäre es keine leichte Arbeit, aber er scheint es gern zu machen.
"Komm ma mit.", fordert Logan ihn auf und geht gleich etwas abseits des Grundstückes. Er hat den jungen Mann weder begrüßt noch wartet er auf ihn. Stattdessen vertraut er einfach darauf, dass er ihm schon folgen wird.
Ben hebt die Augenbraue. "Hab eigentlich zu tun. Was gibt es denn?", fragt er, doch bevor er eine Antwort bekommt, ist Logan schon außer Hörreichweite. Ben grummelt. Er hat eigentlich keine Lust drauf, sich hin und her scheuchen zu lassen, ohne überhaupt begrüßt zu werden. Aber er beschließt trotzdem, mal zu schauen, was der Kerl will. Dieses Mal. Und so steht er auf und folgt.
Logan dreht sich herum und reicht dem Jungen eine der Flaschen.
"Du trinkst sowas doch, oder?"
Ben lächelt. Wenn Logan jetzt was zu trinken ausgibt, war es vielleicht doch nicht verkehrt, ihm gefolgt zu sein. Eine Pause wäre schon drin. "Klar, ab und an schon.", sagt er, "Danke!" Er öffnet die Flasche und nimmt einen tiefen Schluck.
Auch Logan selbst beginnt zu trinken, lässt dabei sein Gegenüber nicht aus den Augen.
"Ich will dir was sagen.", beginnt er schließlich mit fester Stimme. Es klingt beinahe, als müsste er die Unterhaltung mit Ben vor sich selbst rechtfertigen.



"Irgendwas an dir passt mir nich'. Kann nich' genau sagen, was, aber ich weiß, dass das nich' fair is' und darum will ich ..." er verstummt und ringt offensichtlich mit sich, den Satz zu beenden, nimmt noch einen Schluck, schaut auf den Boden und schnauft laut.
Ben sieht seinen Gegenüber abwartend an. Das Gefühl, dass irgendwas nicht passt, hatte er auch schon. Auch wenn er keine Ahnung darüber hat, was der Auslöser dafür sein könnte. Nur, wenn auch Logan das nicht weiß, hilft ihm diese Info wenig. Er wartet ab, ob der noch was sagen würde.
"Ich will mich entschuldigen.", presst der Dunkelhaarige schließlich hervor. "Du hast nix falsch gemacht und es is' nich' okay, dich ... "

Wieder bricht er ab, schüttelt unwirsch den Kopf und kramt mit der freien Hand in seiner Hosentasche herum, bis er die alte Zigarettenschachtel heraus zieht. Mit fahrigen Bewegungen steckt er sich eine an, hält Ben die offene Packung entgegen und wartet, ob er zugreift oder nicht.
Ben ist Nichtraucher. Er schüttelt nur leicht den Kopf, als Logan die Schachtel hervor holt. Offenbar hat Logan nicht vor, seinen Satz zu beenden, und so redet Ben nun:
"Ist mir aufgefallen, dass da irgendwas nicht läuft zwischen uns.", sagt er schließlich, "Aber von meiner Seite aus kannst du trotzdem gerne die Fotos machen, wie gesagt. Das ist nach wie vor deine eigene Entscheidung." Er weiß nicht, was er auf Logans Geständnis sagen soll. Es gibt nichts, woran er arbeiten könnte, wenn auch der nicht weiß, woran es liegt... Wenn Ben das überhaupt versuchen würde. Er muss es schließlich nicht jedem Recht machen.
"Darum geht's mir jetzt gar nich'.", schüttelt Logan noch einmal den Kopf und steckt die Schachtel weg. Nachdem er einen tiefen Zug nimmt, setzt er noch einmal neu an:
"Ich will dich kennen lernen."
Ben lehnt sich an den Baum, in dessen Nähe die Beiden gerade stehen. Er nimmt einen weiteren Schluck aus der Flasche. Kennen lernen. Nun, warum nicht. "Als Frage und Antwort-Spiel meinst du? Okay... schieß los. Wenn ich dann im Gegenzug auch dir Fragen stellen kann."
Ungläubig schmunzelt der Kleinere in sich hinein. Treiben denn alle in dieser Gegend dieses Spiel? Er nimmt einen weiteren, kräftigen Schluck und nickt schließlich:
"Fair enough."
Einen Moment überlegt er, womit er beginnen soll. Schließlich will er dem unwohlen Gefühl in sich auf den Grund gehen. Die Eltern, die Schwester, die Verantwortung, die er bereitwillig für sie übernommen hat ... Das alles hat nichts dem Gefühl zu diesem Burschen zu tun. Während er ihn von oben bis unten taxiert, nimmt er einen tiefen Zug.
"Okay,", murmelt er, "woran denkst du, wenn du nachts allein in deinem Bett liegst?"



Mit so einer Frage hat Ben nun wirklich nicht gerechnet. Was soll er da antworten? Er hat sicherlich nicht jede Nacht die selben Gedanken. Mal ist es das, mal das. Er bezweifelt jedoch, dass Logan so eine ausweichende Antwort hören möchte. Gibt es etwas, das zumindest öfters als Gedanke vorkommt als anderes? Er entscheidet sich dazu, bei der Wahrheit zu bleiben:
"Manchmal liege ich im Bett und frage mich, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn es den Unfall meiner Eltern nicht gegeben hätte." Er weiß von Maryama, dass sie Logan davon erzählt hat. "Ob ich da genauso wäre wie ich heute bin oder mich ganz anders entwickelt hätte. Bestimmt wäre ich anders. Ist nicht einfach gewesen, so jung schon Verantwortung übernehmen zu müssen. Für mich selbst und vor allem für meine Schwester."
Er wartet ab, wie Logan auf seine Antwort reagieren würde bevor er eine eigene Frage stellt.
"Was fühlst du dabei?", fragt der andere unbeirrt weiter.
Ben überlegt.
"Trauer um deren Tod.", sagt er. Manchmal hat er auch das Gefühl, der Verantwortung nicht gerecht werden zu können, die er nun hat, auch wenn Ellie sich nie darüber beschwert. Er seufzt. Sollte er wirklich soviel vor jemandem preisgeben, den er nur ein paar Stunden kennt? Aber so sind wohl die Regeln des Spiels und so gibt er schließlich auch das zu.
"Was machste dann, wenn diese Zweifel kommen?"
Anstatt zu antworten verschränkt Ben die Arme:
"Moment, so langsam bin ich auch mal dran, Fragen zu stellen.", sagt er, "Dazu kommen wir dann später." Läuft ja nicht davon, diese Frage. Aber erst mal will er, dass auch Logan etwas zu erzählen hat. Nicht, dass er dann doch vorher einfach abhaut ohne seinen Teil zu erfüllen.
Er mustert Logan. Die Narben im Gesicht fallen ihm auf.
"Woher hast du diese Narben?", fragt er. Die Antwort darauf ist vermutlich nicht so tiefgründig. Aber es interessiert ihn trotzdem.
Mit einem Schlag verfinstert sich Logans Ausdruck. Seine Augen werden schwarz, die Kinnpartie - so wie auch der Rest des Körpers - spannt sich so sehr an, dass dicke Adern unter der Haut erscheinen.
Ein Blinder würde erkennen, mit welcher Mühe er sich zusammenreißen muss, um nicht zu platzen.
Hinter der Stirn rasen die Gedanken. Das ist die eine Frage, die er ständig befürchtet und dieser kleine Wichtigtuer stellt sie mit einer Unbeschwertheit, als hätte er sein Leben lang nur Blümchen gepflückt. Was weiß der schon vom Leben mit all seinen Tücken?! Okay, seine Eltern sind umgekommen. So what? Es gibt Schlimmeres.
Mit zusammengepresstem Kiefer dreht Logan sich herum und geht einige Schritte. Er will nicht abhauen, nur kurz durchatmen.
Ben bemerkt, dass die Antwort auf die Frage offensichtlich doch nicht so einfach ist wie er anfangs dachte. Doch auch die Antworten, die er Logan genannt hat, waren nicht einfach gewesen und so wartet er ab.



Als Logan den Blick hebt, fällt ihm auf, dass der Himmel sich verfinstert hat. Auf seine Ohren legt sich ein Druck, der binnen weniger Sekunden zu einem schmerzhaften Knäul wird - irgendwo tief im Gehörgang. Er öffnet den Mund, dehnt den Unterkiefer und versucht, es in den Ohren ploppen zu lassen, aber es geschieht nichts. Für einen Moment hört er gar nichts mehr. Weder die Vögel, die vor einem Moment noch im Hintergrund schimpften, noch den Wind, der hin und wieder über die Landschaft wehte. Lediglich sein schwerer Atem durschneidet die beißende Stille.



Er will einen weiteren Schritt machen, gerät ins Straucheln und fängt sich wieder. Dann dreht er sich plötzlich zurück, dorthin, wo Ben gerade stand. Doch er ist nicht mehr da. Auch der Garten ist weg. Seine Haut wird kalt vor Schweiß, als er erkennt, wo er sich befindet.

Ben hebt die Arme. Fast schon ist er geneigt zu sagen:
"Okay, okay, wenn es so schwer ist darüber zu reden, dann lassen wir das!" Aber bevor er dazu kommt, merkt er, dass es Logan wirklich nicht gut zu gehen scheint. Er taumelt, scheint schweißgebadet. In diesem Moment ist Ben die Antwort auf die Frage tatsächlich egal. Er rennt zu Logan. "Alles okay?", fragt er besorgt. Was für eine Frage. Natürlich ist nicht alles okay!

Dieser alte Steinboden unter ihm... Apathisch schaut Logan herunter und erkennt, dass er in einer klebrigen Pfütze steht. Langsam hebt er den rechten Fuß ein Stück an, sein Knie schmerzt schrill auf und er sackt mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen.
Von irgendwoher hört er ein Geräusch, eine Stimme. Vage und schwer verständlich. Verwirrt sieht er sich um, aber sieht niemanden. Um ihn herum ist nur dieser kalte Stein. Er will etwas sagen, nach der Stimme rufen, aber er bekommt kein Laut aus seiner Kehle.



Dann kommt dieses Geräusch. Es knallt. Schmatzen und Knacken folgt.
Schließlich bricht er zusammen. Sein Gesicht brennt, wie Feuer. Ihm wird schwindelig. Die Geräusche werden immer lauter.
Er bemerkt nicht, dass er auf dem weichen Rasen kniet und dumpfe, raunende Geräusche von sich gibt.
Ben kniet sich zu dem jungen Mann runter, ohne ihn zu berühren. Er hat nicht das Gefühl, dass Logan Berührungen mag und er will ihn auch nicht verschrecken.
"Alles okay?", fragt Ben erneut, "Kann ich was für dich tun?" Logan ist äußerlich nicht verletzt, doch er scheint in einem Trauma gefangen zu sein. Sollte Ben einen Arzt rufen? Doch noch bezweifelt er irgendwie, dass das die richtige Wahl wäre.



Von einer Sekunde auf die andere ist alles vorbei. Es dauert einen Moment, bis Logan realisiert, dass nicht nur der Druck weg ist, sondern auch die Geräusche der Umgebung zurück kehren. Noch immer auf dem Boden zusammengekauert atmet er schwer. Sein ganzer Körper schmerzt, aber es lässt nach.
Mühevoll öffnet er die Augen und sieht eine Gestalt vor sich knien. Kurz schreckt er zurück. Die Panik steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er Ben aus riesigen Augen anstarrt.
Er kneift die Augen zusammen, sieht sich um und lässt den Kopf sinken.
Das darf nicht wahr sein. Nicht hier. Nicht vor diesen Leuten. Logan schämt sich zutiefst. Er erinnert sich kaum daran, was passiert ist und wischt sich mit einer Hand über das verschwitzte Gesicht.
Dann fällt sein Blick auf die Bierflasche, die am Boden liegt. Er traut sich nicht, Ben anzusehen. Er fühlt sich elend und versucht sich langsam aufzurappeln.

Tief in ihre Gedanken versunken, bekommt Maryama vom Drama dass sich bei Ben abspielt gar nichts mit. Als sie sich etwas aufrichtet, um den Schweiß von der Stirn zu wischen, sieht sie nur noch, wie Logan zusammensackt . Kreislaufkollaps? Sie schnappt die Mineralwasserflasche, und rennt zu den beiden. Während sie neben Ben in die Hocke geht, fragt sie erschrocken:
"Was ist passiert?" Logan ist leichenblass, schafft es aber sich etwas auf zu richten. Maryama hält ihm die Flasche hin. "Trink, das hilft."
Aus der Ferne kann Nouki nicht erkennen was vorgeht, aber sie sieht wie Maryama und Ben sich um den Fremden kümmern, der aus irgendeinem Grund am Boden kniet. Sie steht auf und schaut zu den dreien rüber.
"Guckt mal, was ist denn da los? Dem geht 's wohl nicht gut." macht sie Tani und Ellie auf die Geschehnisse aufmerksam. Rüber laufen will sie nicht, er wird ja schon versorgt, aber das ist beunruhigend.
Ellie bemerkt nun auch, dass Logan kniet. "Vielleicht ein Kreislaufkollaps.", vermutet sie. "Lassen wir ihn am besten seine Ruhe. Immerhin kümmert man sich um ihn."



Ben sieht zu Maryama. "Ein Trauma, wie mir scheint.", sagt er, "Ich habe es offenbar mit meiner Frage ausgelöst. Ungeplant natürlich." Logan ist in Hörreichweite, und so wiederholt er die Frage nun natürlich nicht. Stattdessen sagt er zu Logan. "Tut mir leid." Gut, dass Maryama Wasser dabei hat. Das hilft sicher besser als das Bier, das sonst noch in der Nähe herumsteht.
Noch immer strauchelnd schiebt er die Flasche von sich. Er will das verdammte Wasser nicht - obwohl er weiß, dass es gut für ihn wäre. In seinen Gedanken dreht sich noch immer alles und er will einfach nur weg. Weg von den Zuschauern, von den mitleidigen und fragenden Blicken. Es ist einfach zu viel. Er braucht Abstand, um klar zu kommen. Und irgendwas, das ihm die Bilder aus den verdammten Gedanken reißt. Früher hatte er immer etwas dabei. Aber jetzt will er ja ein gesünderes Leben führen. Was für eine dämliche Idee.
Vorsichtig setzt er einen Fuß vor den anderen. Sein Knie schmerzt so sehr, dass er beinahe nicht auftreten kann. Angestrent schaut er auf und sucht den Ausgang des Grundstückes. Das ist viel zu weit entfernt. In diesem Zustand wird er es nicht schaffen, heil bei seinem Auto anzukommen.

Besorgt beobachtet Maryama Logan. Ein Trauma? Das ist heftig und offensichtlich gelingt es ihm noch immer nicht richtig zu gehen. Vor allem will er wohl zum Auto. Als ob sie ihn so fahren lassen wird.
"Komm, wir stützen ihn, er stürzt sonst nochmal." Sie macht ein paar schnelle Schritte zu Logan und hakt ihn einfach unter. "Lass dir helfen, du bist alles andere als fit. Ben kann dich heim fahren, in dem Zustand baust du vielleicht nen Unfall, wenn du dich selber ans Steuer setzt."
Ben nickt. Jetzt wo er den Führerschein hat, würde dem nichts im Wege stehen.
Logan versucht sich loszureißen. Die Berührungen sind unerträglich. Doch er ist noch viel zu erschöpft.
"DONTCHA TOUCH ME!"
, schreit er schließlich.



Tani erschrickt bei Logans Aufschrei. Was zum...?! Sie sieht sich kurz um, als ihr auffällt, dass Maryama, Ben und der ihr noch Unbekannte aufeinander hocken. Kurz beobachtet sie die Szenerie. Boar, was ist denn da wieder los? Nirgends hat man mal Ruhe, überall Drama. Sie weiß nicht was vorgefallen ist, doch sie will es auch gar nicht wissen. Ihr Leben hat aktuell genug Drama. Also dreht sie sich wieder um und arbeitet weiter, so als sei nichts gewesen.

Auch wenn Ben geahnt hat, dass Logan nicht berührt werden will, hat er mit so einer heftigen Reaktion auch nicht gerechnet. Er weiß nicht, was Logan in seinem Leben erlebt hat. Doch was er weiß ist, dass er ihn nicht weiter Fragen stellen würde. Logan muss wieder seine Ruhe finden können. Wenn der irgendwann von sich aus davon erzählen will, gut - aber das Fragespiel ist es nicht wert, ihn von einem Trauma ins nächste zu schicken. Und er ist Maryamas Meinung: In dem Zustand kann Logan jedenfalls nicht selber fahren.

Ben schielt zu den Mädchen. Hoffentlich bemerken sie nichts. Das wäre Logan erst recht peinlich, vermutet er.
"Maryama hat Recht. Ich fahr dich gerne.", sagt er nur. "Du musst auch keine Fragen beantworten."

Erschrocken durch die Heftigkeit von Logans Reaktion, lässt Maryama ihn los. Sie hat noch nie mit einer solchen oder ähnlichen Situation zu tun gehabt, weiß nicht was richtig oder falsch ist. Trotzdem siegt die praktische Ader, wenn er nicht gehalten werden will, aber selbst kaum zwei Schritte geradeaus gehen kann, dann braucht er wenigstens eine Pause, die es ihm ermöglicht wieder zu sich zu kommen und sich zu beruhigen. "Logan, alles ist gut. Niemand will dir hier etwas böses. Du bist hier sicher." sagt sie, unsicher ob das die richtigen Worte sind. Dann dreht sie sich um und ruft in Richtung der Mädchen:
"Ellie, bring einen Stuhl vom Gewächshaus hier rüber. Schnell." Logan wirkt als hätte er Schmerzen in den Beinen, er ist einfach weggeknickt. Sie erinnert sich daran, wie er letztes Mal kaum ihr Gehtempo halten konnte, jetzt ergibt das Sinn. Er atmet immer noch angestrengt. Sie tritt nochmal einen kleinen Schritt zurück, um ihm zu signalisieren, dass sie ihm nicht noch einmal zu nahe kommen wird.
"Du setzt dich jetzt auf den Stuhl, der gleich hier sein wird und kommst etwas zur Ruhe. Dann reden wir weiter." sagt sie dann in möglichst ruhigem Ton, obwohl sie ziemlich besorgt ist und sich fragt, ob diese Krise womöglich nochmal ausgelöst werden könnte und wenn ja, wodurch. Vielleicht gibt es mehr Triggerpunkte als sie sich vorstellen können.

Ellie reagiert schnell. Offenbar ist es doch mehr als "nur" ein Kreislaufkollaps! Sie holt schnell einen Stuhl her, so wie Maryama ihr aufgetragen hat. Offenbar ist das doch etwas Traumatisches, erkennt sie nun. Nachdem die Teenagerin den Stuhl abgestellt hat, geht auch sie ein paar Schritte nach hinten, damit Logan Ruhe finden könnte. "Du brauchst dich nicht für ein Trauma zu schämen.", sagt sie nur, "Wir fassen dich nun aber schon nicht an."

Ungelenk lässt Logan sich seitlich auf den Stuhl fallen. Einen Arm platziert er auf der Lehne und vergräbt das Gesicht in der Ellenbeuge. Warum kann dieser Moment nicht einfach enden? Sie sollen alle verschwinden. Diese Blicke, die ihn von allen Seiten abtasten - er fühlt sich wie in einem seiner Albträume. Nur, dass er hier nicht erwachen wird und alles ist vorbei. Nein, er wird es aussitzen müssen. Er kann nicht weg. Er beginnt zu verstehen, dass er die Hilfe der hier Anwesenden braucht. Dieser Gedanke macht ihn noch wütender. Er ist gnadenlos überfordert mit sich und der Situation.
"Just go away.", raunt er, ohne den Kopf zu heben.



Ellie geht tatsächlich wieder zu den anderen Mädchen zurück. Besser, sie gibt ihm Raum.
Ben hockt sich in etwas Entfernung auf den Boden. Wie lautete noch mal Logans letzte Frage? Ach ja... "Was machste dann, wenn diese Zweifel kommen?"
"Wenn mir Zweifel kommen liege ich oft nachts wach, bis mich dann doch die Müdigkeit übermannt.", erzäht Ben deutlich, "Manchmal stehe ich auf, trinke was, versuche es dann noch mal. Manchmal hilft das schon beim Einschlafen." Die Fragen davor bezogen sich ja darauf, mit welchen Gedanken er sich nachts rumschlägt. Und so bezieht Ben auch diese Frage auf diese nächtliche Zeit. Vielleicht hilft es Logan, wenn er nicht alleine im Mittelpunkt steht.

Ellie bekommt davon allerdings nichts mit. Während Logans Ruf und Maryamas Stuhl-Auftrag laut genug waren, um sie auch von der Mädel-Position zu hören, spricht Ben nun zwar deutlich, aber leise. Sie ist einfach zu weit entfernt, um das noch zu hören.

Ohne den Blick von Logan zu nehmen, stellt ihm Maryama die Wasserflasche hin und lässt sich neben Ben ins Gras fallen. Sie ist froh, dass Logan das Angebot zu sitzen angenommen und sie nicht nochmal weggestoßen hat. Ihr Inneres kommt auch etwas zur Ruhe, als sie die festen Grund unter sich spürt und der Geruch der feuchten Erde in ihre Nase steigt. Das ist Seelenbalsam. Verwundert blickt sie auf, als Ben plötzlich zu sprechen beginnt. Offenbar knüpft er an eine Unterhaltung von vorhin an. Sie schweigt und lauscht interessiert.



Logan seufzt leise. Er weiß, was Ben damit bezweckt. Und dafür verdient der Bursche seinen Respekt - mehr noch. Die Antwort auf seine Frage liegt Logan auf der Zunge. Aber er kann es nicht aussprechen. Nicht heute. Nicht jetzt. Die Scham über das alles ist viel zu groß. Niemand sollte ihn so sehen. Schwach, verletzlich, angreifbar - elend. 'Du bist erbärmlich.', hallt es in seinen Gedanken wieder. Ja, genau das ist er. Erbärmlich. Er will weg. Diesen Tag in Alkohol ertränken.
Obwohl er noch immer zitterig ist, stemmt er sich vorsichtig auf.
"Take me home, will ya?" Er spricht leise, kaum hörbar, mit gebrochener Stimme.
Ben nickt. "Fahren wir.", sagt er und steht auf. "Dann wirst du eine Frage aber doch noch beantworten müssen. Nämlich zu welcher Adresse ich fahren muss." Diese Frage wird sicherlich kein Trauma auslösen. "Oder mir unterwegs die Richtung zeigen."
Mit bedächtigen Schritten schleicht Logan durch den Garten. Endlich am Wagen angekommen, steigt er auf der Beifahrerseite ein und wartet, bis Ben sich eingerichtet hat.
"I'm sorry, man.", raunt er leise mit geschlossenen Augen und angelehntem Kopf.
Ben winkt ab. "Gibt nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest.", sagt er nur.

Erleichtert merkt Maryama, dass die Dinge einigermaßen wieder ins Lot kommen. Sie erhebt sich und ist Ben unendlich dankbar für seine stoische Ruhe. Einmal mehr hat er bewiesen, dass er belastbar ist. Sie selbst ist immer noch nicht in ihrem inneren Gleichgewicht und hat keine Lust zu reflektieren, was Logans Ausbruch in ihrer eigenen Seele angekickt hat. Das muss warten.
„Bis bald Logan.“ Sie lächelt ihn an, hebt die Hand zum Gruß und geht zu den Mädels. Er ist bei Ben in guten Händen.



Als der Pickup mit den beiden Männern abgefahren ist, stößt Maryama zu den Mädchen.
„Es ist soweit wieder alles in Ordnung ihr Lieben, macht euch keine Sorgen.“ Sie lächelt aufmunternd in die Runde, auch wenn ihr Inneres noch leicht erschüttert ist von den Ereignissen. Das ist aber nichts, was die Teenager zu sehen bekommen sollen. „Aber ehrlich gesagt könnte ich eine kleine Stärkung vertragen. Wir haben ja allerhand leckeres da und Marga hat mir gerade eine Nachricht geschrieben, dass sie jetzt mit einem Picknickkorb hierher unterwegs ist. Was meint ihr?“
Erfreut richtet Nouki sich auf, die die ganze Aufregung mit gemischten Gefühlen verfolgt hat. Seit der Party bei Stephen denkt sie gleich an Drogen, wenn sie sowas mit bekommt. Wer weiß was der Typ genommen hat. Sie nimmt sich vor in Zukunft sehr wachsam zu sein, wenn sie hier für die Bilder aufeinander treffen sollten.
„Essen kann ich immer!“, antwortet sie dann vorgeblich unbeschwert Maryama. "Wir haben hier auch schon alles frei gemacht, die Steine gestapelt und auch schon Ideen für die Sitzecke besprochen.“
"Ja, die Sitzecke wird toll werden.", stimmt Ellie zu. Sie ist froh, nun auch über anderes nachdenken zu können als über was mit Logan los ist.
"Eine Pause ist gut. Mein Magen knurrt schon!", sagt Tani zustimmend und legt das Werkzeug zur Seite.
„Das klingt doch super. Die Steine dürft ihr in eurem Projekt verbauen. Einer von uns zeigt euch dann wie‘s geht und eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Maryama klatscht in die Hände.“Dann wollen wir mal futtern.“






Während der Fahrt sagt Ben nicht viel. Logan soll seine Ruhe haben für heute. Erst als er am Haus angekommen ist, erkennt er es wieder. Hier wohnt doch Ellies Freundin Vero! Zumindest in der Nachbarwohnung von Logan. Doch anstatt das zu kommentieren, reicht er dem Schwarzhaarigen die Autoschlüssel. Ist immerhin Logans Wagen.
"Werd dann wohl mit den Öffis heimfahren.", sagt er nur. "Man sieht sich."

"Erziehungsmethoden.", sagt Logan leise, als er den Schlüssel entgegen nimmt. Er schaut auf das Metall in seiner Hand und zieht die Kanten des Hausschlüssels mit dem Finger nach.

Im ersten Moment ist Ben verwirrt, was Logan damit sagen will... bis ihm die Frage wieder einfällt, die all das Trauma gestartet hat. Haben Erziehungsmethoden zu den Narben geführt? Wer wendet Erziehungsmethoden an, die solche Narben hinterlassen? Und dann noch mitten im Gesicht? Er hofft, dass er Logans Wort irgendwie missverstanden hat und dieser etwas ganz anderes damit sagen will... Doch er steht nur mit offenen Augen da und weiß nicht, was er sagen soll.
Logan will sich gerade in Bewegung setzen, verharrt dann aber.
"Just ...", Er seufzt. Die Worte fallen ihm heute so schwer. "... behalt's für dich, okay?" Er macht Andeutungen, Ben auf den Arm klopfen zu wollen, lässt dann aber den Arm sinken. "Thanks for drivin'.", murmelt er niedergeschlagen, dreht sich um und hinkt zum Treppenaufgang.
"Klar.", kriegt Ben nun doch raus. Auch ohne Logans Aufforderung hätte er die Geschichte nicht weiter erzählt. Er wird nicht einmal davon erzählen, dass Logan überhaupt etwas gesagt hat. Er wartet, bis der Schwarzhaarige aus seinem Sichtfeld verschwunden ist, dann geht er zur nächsten Bushaltestelle. Während er auf den Bus wartet, schreibt er zwei Nachrichten mit dem selben Text: Eine an Ellie und eine an Maryama: "Werde für heute nicht mehr zum Garten zurück kehren. Den Zaun mache ich die Tage mal fertig."




(In Zusammenarbeit mit @simscat2, @murloc, @spatz)

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Nouki geht nach Brindleton Bay Nr 10 - Brindelton High


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23.04.2023 15:09 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 20:10)
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Hausmeister

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Logan - letzter Post

Charaktere: Logan, Ben, Maryama
Titel: Der Fotojob


Logan betritt den Garten und sieht sich um. Es ist eine Weile her, dass er hier war. Zum Teil hat er diesen Ort bewusst gemieden, immerhin hat er hier vor viel zu vielen Augenzeugen einen starken Flashback durchlebt. Noch immer schämt er sich. Niemand sollte ihn so sehen - schwach und verletzlich.



So kostete es ihn eine Menge überwindung, den Fuß auf dieses Grundstück zu setzen. Hätte er nicht sein Wort gegeben, dieses Projekt fotografisch zu begleiten, wäre ihm der Auftrag egal. Aber Maryama und Ben verlassen sich auf ihn. Und ein Wort ist nun mal ein Wort. Man kann sicherlich viel Unschönes über Logan erzählen, aber er hat immer zu seinem Wort gestanden. Diese Eigenschaft ist das Einzige, auf das er in seinem Leben stolz ist.

Ben sieht Logan schon vom Weiten. Er schämt sich nun ein wenig dafür, sich Gedanken zu machen, ob er überhaupt auftauchen würde, nach dem Trauma, das hier ausgelöst wurde. Aber er hält offenbar tatsächlich sein Wort. Super. Er winkt ihm kurz zu und wartet, bis Logan näher kommen würde.



Es ist kalt, es ist Winter und trotzdem sprießt das Unkraut. Wie ist das möglich? Energisch rupft Maryama im erst kürzlich angelegten, noch nicht bepflanzten, Kräuterbeet Löwenzahn, Giersch und vereinzelte Brennnesseln heraus. Innerlich entschuldigt sie sich für das Wort Unkraut, sie hat schon Areale auserkoren wo diese Pflanzen ungestört wachsen dürfen, um irgendwann zu Tee oder Pesto verarbeitet zu werden, aber! nicht hier im Kräuterbeet. Als sie sich kurz aufrichtet, um den Rücken durchzustrecken und das Grünzeug in der Schubkarre nieder zu drücken, sieht sie Ben winken. Ihr Blick folgt seinem und entdeckt Logan. Er hat seine Kamera umhängen und betritt zielstrebig das Gelände. Das kommt unerwartet. Erfreut geht sie ihm entgegen, wischt dabei ihre erdigen Hände an den Hosen ab und bleibt schließlich bei ihm stehen. "Hey Logan, schön dass ihr zwei.." Sie zeigt auf die Kamera und schaut dann wieder lächelnd ihn an."..den Weg zu uns gefunden habt."



Etwas genervt grüßt Logan zuerst Ben, dann Maryama mit einem Kopfnicken. Er hatte nicht vor, so einen Wirbel auszulösen. Am liebsten würde er sofort wieder umkehren und den freudig Überraschten aus dem Weg gehen.

"Nun mach schon. Sei nicht so mürrisch." Verwundert dreht er sich herum. Die Stimme ist ihm vertraut. Doch niemand ist zu sehen. Er scheint wirklich langsam den Verstand zu verlieren. Daran muss er dringend arbeiten.

Mit geschlossenen Augen atmet er einmal tief durch, bevor er sich schließlich seiner Bekannten widmet. "Is' ja nich' schwer zu finden.", murmelt er so wenig schlecht gelaunt, wie er kann und zieht an ihr vorbei, um die ersten Bilder zu schießen.



Ein wenig verwundert sieht Ben, wie Logan sich umdreht, doch er kann niemanden sehen oder hören. Hat er Verfolgungsangst? Würde ihn nicht einmal wundern bei Logan. Doch er wirkt nicht panisch, und so zuckt Ben auch nur mit den Schultern. Vielleicht hat er es rascheln gehört und sich deshalb umgedreht, und es steckt nicht viel dahinter.

"Hey, warte mal." Maryama geht ein paar schnelle Schritte in seine Richtung. "Was hast du denn heute so vor an Motiven? Wir wollten das ja absprechen."

Der junge Mann bleibt stehen und mustert sie. Wollten sie das? Was soll man da großartig absprechen? Mit dem aufsteigenen Gefühl der Überforderung wischt er sich über die Augen.
"Wollte einfach 'n paar von den Beeten und Sträuchern einfangen. Bevor ihr alles gerupft habt. Nix Besonderes. Aber das Licht ist gut."

"Ja, das ist gut."
Maryama lächelt. "Nur grob absprechen. Ich würd mir n paar Bilder von mir im neuen Kräutergarten am Gewächshaus wünschen und von Ben, der da hinten die neuen Beete anlegt, quasi als Ergänzung zu deinen frei geschossenen Bildern." Sie zeigt Richtung Glashaus. "Du findest mich da hinten am wühlen."

"Geht klar, Boss."
Logan dreht sich herum und beginnt nach der besten Perspektive zu schauen. Als er einen guten Winkel findet, tauscht er das Objektiv aus und schießt mehrere Fotos.



Bei 'Boss' muss Maryama grinsen und schlendert zu Ben hinüber. "Logan kommt nachher mal bei dir vorbei um ein paar Bilder von dem schwer arbeitenden Ben zu schießen. Damit man sieht dass die schönen Feldfrüchte durch harte Arbeit entstanden und ihren Preis wert sind."

"Das sind sie auf jeden Fall
.", lächelt der Angesprochene, "Ihren Preis wert!" Er hat versucht, mit Logan besser klar zu kommen. Aber obwohl - oder weil - er sogar bei dessen Wohnung war um nach dem Rechten zu sehen, scheint Logan immer noch nicht wirklich freundlich ihm gegenüber zu sein. So ist er froh darüber, dass es Maryama ist, die mit dem Lockigen geredet hat.

Maryama nickt bestätigend. "Ich reiss noch das letzte Unkraut aus dem Kräuterbeet bevor es Samen bildet. Dann können wir's noch kompostieren hoffe ich." Sie runzelt die Stirn. "Trocknen und verbrennen wäre auch eine Möglichkeit, aber ich bin mir nicht sicher ob das so legal ist." Sie schmunzelt. " Bin mal wieder da drüben." verabschiedet sie sich vorerst von Ben und macht sich wieder an die Arbeit.



Logan kommt indessen langsam in kreative Stimmung. Die frühwinterliche Sonne wirft zarte Strahlen auf die Landschaft, so dass sich hervorragend mit Licht und Schatten arbeiten lässt. Mit einem unbemerkten Ächzen richtet der Hobbyfotograf sich auf und skippt unbewusst nickend durch das frische Bildmaterial auf dem Display der Kamera.

Einen Moment sieht er sich um - sein Blick landet auf dem jungen Mann am hinteren Ende des Gartens. Das unangenehme Gefühl surrt um Logan herum, wie eine penetrante Wespe, die etwas Süßes getwittert hat und nun keine Ruhe gibt, ehe ihre Gier befriedigt ist. Er könnte nach dem metaphorischen Insekt schlagen, aber dann wird es zustechen. Viel klüger ist es, ruhig zu bleiben und sie gewähren zu lassen.
Genervt von seinem eigenen Dasein geht Logan auf Ben zu, fotografiert ihn ein Mal aus einigen Metern entfernt, geht dann um ihn herum und richtet stumm das Objektiv auf ihn. Er kommt sich klein vor. Unterwürfig. Wie der Junge, der alles tut, was man ihm sagt, aus Angst davor, immer schlimmeren Bestrafungen ausgesetzt zu sein. Ein Teil in ihm versucht, mit Logik gegen das Gefühl anzukämpfen. Aber Logan war schon immer eher ein BauchSim.

Ben sieht nicht in Richtung der Kamera, sondern konzentriert sich auf seine Arbeit. Immerhin ist es das, was die Fotos einfangen sollen. Trotzdem bekommt er natürlich mit, dass Logan in seiner Nähe ist. Doch nachdem er einige Klicks der Kamera wahrgenommen hat, hebt Ben dann doch den Kopf, um Logan anzuschauen. Hoffentlich hat der nicht noch mal vor, ein Frage-Antwort-Spiel zu spielen. Ben hat nicht wirklich Lust drauf, wieder versehentlich ein Trauma zu triggern. "Hast du mittlerweile herausgefunden, was dir an mir nicht passt?", fragt er schließlich dennoch.



"Denk schon.", antwortet der Lockige unberührt hinter der Kamera, ohne seine Gedanken weiter auszuführen.

"OK", sagt Ben daraufhin. Er zupft weiter an dem Garten herun. Logan scheint nicht in Details gehen zu wollen, aber Ben fragt nach: "Und das wäre?"

Der Schwarzhaarige richtet sich auf und betrachtet den jungen Burschen. Da Ben vor ihm kniet, wirkt Logans Blick beinahe herablassend, während er ihn kühl taxiert. Er zögert. Soll er es wirklich sagen? Er hat keine große Lust, sich zu erklären und irgendwelche Fragen zu beantworten. Er ist hergekommen, um sein Versprechen zu halten, nicht um Beziehungen aufzubauen. Langsam lässt er den Arm mit der Kamera sinken und mit unterkühlter Stimme erklärt er: "Du erinnerst mich an meinen Freund."

Ben bemerkt, dass Logan nicht wirklich darüber reden will. Er erinnert ihn also an einen Freund? Vom Aussehen her? Oder vom Charakter? "Du hast seltsame Freunde.", erwidert Ben lächelnd. Doch er fragt nicht weiter nach.

Die Augenbrauen des Zierlichen ziehen sich tiefer ins Gesicht. "Ich sagte Freund, nicht Freunde. Und wieso soll der seltsam sein?", fragt er scharf. Ist es seltsam, mit Logan befreundet zu sein? Ja, vielleicht. Aber er wird nicht zulassen, dass so ein Bengel schlecht über Jake redet.

"War nicht böse gemeint, sondern eher selbstironisch.", sagt Ben nur.



"Mhm..." Die Gesichtszüge des Mürrischen entspannen sich. Er greift in die Hosentasche und steckt sich eine Zigarette an.

Ben sagt nun nichts weiter sondern kümmert sich wieder um seine Arbeit.

Logan lehnt sich an den Zaun und schaut ihm dabei zu. 'Jake ist nur nich' so'n Schisser.', denkt er und fragt sich insgeheim, wann er das letzte Mal Kontakt zu seinem Freund hatte. Er war der Einzige gewesen, dem er erzählt hatte, dass er wieder los ziehen wollte. Vor Jake musste er sich nie erklären. Er weiß, dass es Logan nicht lange an einem Ort aushält und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er weiter zieht. Er macht ihm deswegen keine Vorwürfe. Er nörgelt nicht an ihm herum und setzt ihn nicht unter Druck, wie Billie es tut.



Unterdessen entleert Maryama ihre Schubkarre voll Unkraut auf dem neu angelegten Komposthaufen. Es ist Winter, da wird nichts anwurzeln, sondern absterben und wenn es wärmer wird verrotten. Zumindest ist ihre gerade aufgestellte Theorie so, was dran ist, wird sich im Frühsommer zeigen. Derzeit schwirrt ihr so viel im Kopf herum an Ideen für das Projekt hier, aber auch für neue, exotische Pflanzen, die sie auf Streifzügen im Internet entdeckt hat. Kvothe und Delsyn sind auch Quellen für Wissen über Pflanzen, die Inspiration versprechen und gestern Abend ist sie über ein Thema gestolpert, dass sie sofort in ihren Bann gezogen hat. Erst hatte sie einen Fachartikel online gelesen, über schwierig zu vermehrende und zu kreuzende Pflanzenarten. Über einige weitere verlinkte Seiten landete sie schließlich bei einem Bericht über einen Kräuterkundler, der sich wohl auf extrem seltene Planzenarten spezialisiert hat und gelegentlich auch Kurse und Seminare anbietet. Darüber muss sie unbedingt nachher mit Ben reden. Maryama nimmt die Schubkarre wieder in die Hand und bemerkt Logan und Ben im Gespräch. Da gibt es wohl noch offene Themen zwischen den beiden. Gut wenn sie reden, hoffentlich geht alles gut diesmal. Sie kehrt zurück ans Kräuterbeet und macht sich wieder ans jäten.



Sie ist so sehr in ihre Arbeit vertieft, dass sie nicht bemerkt, dass Logan plötzlich hinter ihr steht. Erst als er sich mühsam zu ihr herunter kniet und das Objektiv auf sie richtet, registriert sie seine Anwesenheit.

Während immer wieder das Geräusch der sich schließenden Linse erklingt, sucht der Fotograf nach einer Möglichkeit, das Gespräch zu eröffnen. Er seufzt ein Mal in seiner typischen Art, räuspert sich vorbereitend und fragt schließlich: "Wie geht's dir? Alles okay soweit?"

Lächelnd nickt Maryama und blickt dabei in die Kamera. Dann wandert ihr Blick zu Logan und bekommt ein verschmitztes Funkeln, ehe sie den Finger auf die Lippen legt und nach unten zeigt. Ein kräftiger Regenwurm wurde durch ihre Aktivitäten an die Erdoberfläche getrieben und ist emsig dabei sich wieder in sein Röhrenlabyrinth zurück zu arbeiten. Behutsam legt sie Daumen und Zeigefinger in Herzform um das Tier und bedeutet Logan durch einen Blick, ein Bild zu schießen. Als das erledigt ist, wendet sie sich ihm zu. "Ja, viel zu tun und den Kopf voller Ideen, aber ja, mir geht es gut." Sie lächelt offen. "Um den smalltalk mal weiter zu führen. Wie steht's bei dir?"



In der Zwischenzeit ist Ben in seiner Ecke fertig. Um abzuklären, wer in welchem Bereich weiter macht, macht er sich auf den Weg zu Maryama. Er sieht, dass auch Logan nun bei ihr ist.

Fast beleidigt zieht Logan die Augenbrauen tiefer ins Gesicht. Smalltalk? "Wenn ich dich frag', wie's dir geht, is' das kein scheiss Smalltak, sondern Interesse. Wenn's mir egal is', frag' ich nich'.", erklärt er mit leichter Empörung. "Und wenn du's nich' ernst meinst, kannst dir das auch kneifen."

"Gute Antwort
." Maryama nickt. "Könnt von mir sein." Sie richtet sich aus der Hocke auf und sieht Logan an. "Nein, ich meins schon Ernst. Was mich betrifft und auch die Frage an dich. Wie läuft dein Alltag? Mit den Jungs aus der WG und überhaupt?"

Ben ist nun in Hörreichweite. Er will das Gespräch jedoch nicht unterbrechen und lässt die beiden erst mal ausreden.



Logan schaut zu Boden. Die Jungs. Bei ihrem Überraschungsbesuch müssen sie und Ben einen eher fragwürdigen Eindruck bekommen haben.
"Als ihr da wart, ...", beginnt er zögerlich und seufzt, "hab' mich nich' grade von der besten Seite gezeigt. Schätz' ich. War 'n bisschen ..., keine Ahnung, neben der Spur oder so." Erst jetzt schaut er hoch und sein Blick trifft ihren. "Hör' mal, die ganze Kiste mit der sozialen Kompetenz is' nich' unbedingt meine Stärke. Ich geb' mir Mühe, okay? Aber nimm's nich' so ernst, wenn ich mich wie'n Neandertaler aufführ'. Du sollst wissen,", er schaut nun zu Ben herüber, der sich dazu gesellt hat," IHR sollt wissen, dass das nix mit der Absprache hier zu tun hat. Ich hab' zugesagt und ich mach' den Job - das steht außer Frage." Logans Kopf senkt sich wieder und er schaut nun auf Maryamas Füße. "Nur, da sind Sachen, die...", wie soll er ihnen seine Welt erklären? Er seufzt schwer. Was wollte er eigentlich genau sagen? Seine Konzentration lässt nach. Es fühlt sich an, wie ein Schmetterling, der kaum spürbar auf seiner Haut saß und nun davon fliegt. Genervt schüttelt er den Kopf und winkt dann ab. "Ach egal.", murrt er. Das Wesentliche hat er irgendwie zum Ausdruck gebracht: Er ist merkwürdig, aber er steht zu seinem Wort. Das muss reichen.



"Na ja, wenn man die schlechten Seiten schon gesehen hat, kann man sich ja auf die Schöneren freuen." sagt Maryama und schmunzelt dabei. "Ich für meinen Teil hab keine Zeit übrig um nachtragend zu sein, ganz abgesehen davon dass es niemandem was nützt." Sie sieht zu Ben und zurück zu Logan. "Cool dass du an Bord bleibst bei unserem Projekt hier, das bedeutet mir viel. Uns viel." Sie greift sich etwas nachdenklich in den Lockenschopf. "Im Gegenzug wär's gut wenn du uns sagst, falls du dich mit irgendwas hier unwohl fühlst..und es aushältst, wenn einer von uns auch mal offen ist und dir was Unbequemes sagt, falls es denn überhaupt soweit kommt. Ich denke wir raufen uns schon zusammen, oder Ben?" Sie dreht sich in Richtung ihres Kompagnons.

Der lächelt. "Klar. Bisher gab es ja noch nichts dramatisches, über das wir uns beschweren müssten. Es sei denn, Maryama verheimlicht mir das." Er zwinkert ihr zu und dreht sich zu Logan. "Wir kriegen das schon hin."



'Die schlechten Seiten', wiederholt Logan in Gedanken. Die beiden haben keine Ahnung, wie seine schlechten Seiten wirklich aussehen. Er denkt zurück an die unwirkliche Szene, als er Valentin getreten hat. Oder als er vor einigen Jahren die Kneipe zerlegt hat. Die Schulden hat er vor Kurzem erst abbezahlt. Als Jugendlicher hat er eine Frau körperlich belästigt, nur weil sie ihn nach dem Weg gefragt hat. Solche Szenen erfüllen ihn heute mit großer Scham. Er wünschte, er könnte den beiden versprechen, mit unbequemen Worten umgehen zu können. In Wahrheit ist das tagesformabhängig. Seine Laune kann schneller wechseln als das Wetter an der schottischen Küste. Und noch immer hat er es nicht geschafft, diese Stimmungsschwankungen zu kontrollieren.
"Ich tu, was ich kann." Das meint er wirklich so. Aber oft ist das nicht genug. So wie er nie genug war. Sein Leben lang war er ein ungewolltes Ergebnis. Ein Beweis dafür, wie schlecht und unfair das Leben sein kann. Er hatte nie eine Daseinsberechtigung. Die beiden haben keine Ahnung davon, wie dunkel es wirklich in Logans Innerem aussieht. "Klar.", murmelt er, weil er gern daran glauben möchte.

Ben macht sich vorerst keine Gedanken über Logans schlechte Seiten. Er kennt ihn einfach noch nicht lange genug. Stattdessen stellt er Maryama nun die Frage, wegen der er überhaupt hergekommen ist: "Meine Ecke ist soweit fertig. Brauchst du selber noch meine Hilfe mit irgend etwas?"

Maryama sieht sich kurz um und schüttelt den Kopf. "Ich werd das Beet hier noch mulchen und dann reicht's für heute. Danke fürs Angebot, aber ich muss dir noch was erzählen gleich. Hab gestern was im Simnet entdeckt von einem interessanten Kräuterkundler, der ab und zu auch Seminare anbietet." Sie schaut Logan an. "Wie ist denn dein Zeitplan so für heute? Willst du noch ein paar Bilder mit uns im Gewächshaus machen? Wir drei könnten anschließend auch noch zusammen was trinken gehen oder so." Sie wendet sich Ben zu.



Ben horcht auf. Ein Kräuterkundler? Das könnte wirklich interessant werden. Maryama würde ihm sicher bald mehr darüber erzählen.

Logan nickt. Die Einladung ist vielleicht eine gute Idee. Auf andere Gedanken kommen. So kann er sich auch etwas mehr an die Gesellschaft der beiden gewöhnen. "Machen wir so.", stimmt er zu.

"Wieder in die Old Station Bar " fragt Maryama die beiden. "Ah, warte." Sie schlägt sich leicht vor die Stirn und sieht dann Logan an. "Kennst du die Barkeeperin dort eigentlich näher?"

Logan schaut die junge Frau überrascht an. Warum will sie das wissen? "Was heißt näher?", zuckt er mit den Schultern. "Ich weiß, wer sie is'. Wieso?"



"Dachte nur. Du wohnst ja in der Nähe und bist sicher öfter in der Kneipe."
Maryama überlegt kurz. " Sie kam mir ein bisschen seltsam rüber bei unserem letzten Besuch dort. Ziemlich neugierig Fremden gegenüber. Ben und ich hatten uns noch kurz über den Streit in der WG unterhalten, da hat sie sich ins Gespräch eingemischt und sogar nach dir gefragt." Maryama hebt eine Braue. "Und wenn jemand dreimal in nem Satz Süße oder Schätzchen zu mir sagt, ohne gleichzeitig mein lover zu sein, ist mir das suspekt."

Logan steckt sich die nächste Zigarette an. Mit dem Filter zwischen den Lippen nuschelt er unberührt: "Warum willste dann wieder dahin?"

"Warum nicht? Ist ja ne gemütliche Kneipe.? Ich bin ja nicht mit der verheiratet."
Sie schmunzelt. "Mich hat's mehr wegen dir interessiert, weil ich das strange fand, aber wenn's für dich passt, dann lasst uns gehen."

(In Zusammenarbeit mit @simscat2 und @RivaBabylon )

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24.03.2025 08:54 (zuletzt bearbeitet: 13.04.2025 11:48)
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<<< Ben kommt von San Myshuno Nr. 4 -Culpepper-Haus <<<
<<< Ellie kommt von San Myshuno Nr. 4 -Culpepper-Haus <<<
<<< Maryama kommt von Del Sol Valley <<<
<<< Nouki kommt von Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers (2) <<<

Charaktere: Ben, Maryama, Ellie, Nouki
Geschichtsstrang: Kreativecke 'Green Fingers'


Die warme Sonne lässt die Pflanzen wilde Schatten auf den Boden werfen. Ellie mustert die dadurch entstehenden Muster lächelnd. Vielleicht könnte sie das als Idee für eines der Plakate nutzen. Das Spiel von Licht und Schatten. Mit Enthusiasmus und Vorfreude breitet sie die Stifte aus. „Ich habe an alles gedacht.", verkündet sie stolz, „Papier, Stifte.. und sogar mein Radio für etwas Musik.“ Sie stellt dieses neben den Klapptisch. „Mit Batterien, so dass wir auch hier draußen hören können. Wenn du Lust drauf hast natürlich.“ Sie bietet Nouki den Stuhl neben sich an. „Wird bestimmt lustig.“

"Wie gut, dass wir uns diese Sitzecke gebaut haben letztes Jahr
." Zufrieden klopft Nouki auf die hölzerne Bank. "Schade, dass Tani heute nicht dabei ist." Sie blickt sich im Garten um. "Wahnsinn, was Ben und Maryama geschafft haben hier." Sie grinst. "Vielleicht überleg ich 's mir noch und werd Gärtnerin." Gleich im Anschluss verzieht sie das Gesicht zu einer angeekelt, zweifelnden Grimasse. "Nein, doch nicht. Viel zu viele Wühlmäuse." Sie schüttelt sich leicht und nimmt Stifte und Radio in Augenschein. "Klar, Sound ist immer gut. Wenn nichts Gescheites läuft, haben wir ja immer noch unsere Handys." Es tut so gut, hier mit Ellie in der Sonne zu sitzen. Das letzte gemeinsame Bild ist ewig her. Nouki wird bewusst, wie wenig Zeit sie mit ihren Freundinnen verbracht hat in den letzten Wochen...oder sind es schon Monate? Schule, Training und natürlich Artjom. Vor allem Artjom. "Es werden also Plakate, ja? Dann brauchen wir Bilder und Schrift. Schrift kann ich glaub ich besser als das malen.", sinniert Nouki und in ihrer Vorstellung formen sich erste Varianten von Buchstaben.



Ellie muss schmunzeln bei Noukis Ausführungen. "Um Wühlmäuse wirst du wohl nicht drum rum kommen im Garten. Aber stell dir vor, hier säßen stattdessen Veros Ratten." Sie grinst schelmisch. „Die könnten glatt mithelfen beim Malen, so groß wie die sind!“ Ein Lachen sprudelt aus ihr heraus, während die Sonne angenehm auf ihrer Haut liegt. Das gute Wetter hebt ihre Stimmung zusätzlich. Dass sie weder mit Mäusen noch mit Ratten ein Problem hat, behält sie für sich. Stattdessen widmet sie sich dem Radio und sucht einen Musiksender heraus. "Der Sender hier spielt viel Rock. Ich glaub das sollte passen." Sie lächelt, während die Songs aus den Lautsprechern dudeln. "Wenn du die Schrift übernehmen willst, kannst du das gerne machen. Ich hätte zwar gedacht, dass wir die später nach dem Einscannen am Computer hinzufügen, aber handschriftlich ist das vielleicht sogar eine noch coolere Idee."



"Ich würd die Schrift gern aus kleinen Rinden und Ästchen legen
." Stirnrunzelnd sieht Nouki ihre Freundin an. "Kann man sowas auch einscannen?" "Oh, die Idee gefällt mir auch.", wirft Maryama ein. "Wenns nicht zum scannen geht, dann klebst du das einfach nachträglich auf die Plakate drauf. Ginge doch auch... und dann bisschen Klarlack drüber. Ihr seid ja gut ausgestattet." Maryama gesellt sich lächelnd zu den beiden Teenagern. "Was wäre unsere Gärtnerei, ohne eure kreativen Ideen." Mit leuchtenden Augen weist sie auf die Graffitis, die die Glaswände zieren. "Ideen und kreative Arbeit vor allem. Deshalb gibt's auch viel Nahrhaftes heute. Ich hatte einen 'indisch kochen Anfall' und hab mich ausgetobt.", sagt sie schmunzelnd. "Schmeckt alles auch kalt lecker. Es gibt cremige Curryhackbällchen mit Paprika und Reis, Samosas, verschiedene Dips und... ordinäre gekaufte Limo." Sie linst in den voll gepackten Korb. "Ah ja, und zum Nachtisch Kirschtorte von Marga. Ich hoffe ihr esst gerne ein bisschen scharf?" Sie stellt ihre Gaben neben den Tisch, setzt sich auf die Bank dazu und deutet auf das leere Blatt. "Ich will euch nicht drein reden, nur ein paar Gedanken los werden. Es sollten drei verschiedene Plakate werden, dachten Ben und ich uns. Mir würde etwas Spaßiges gefallen, dass Familien und Kinder anspricht." Sie kraust nachdenklich die Stirn, zupft an einer Locke, die sich aus dem Haarband gelöst hat und wickelt sie auf ihrem Finger hin und her. "Nur als Inspiration. Sowas wie ein Trupp Ameisen, der eine Karotte durch ein Beet trägt..oder zwei Häschen, die auf Kohlköpfen reiten und damit über den Gartenzaun springen, so in der Art. Ich überlass das euch. Ein weiteres wird ganz frei nach eurer Lust und Laune und zum dritten darf Ben noch Ideen beisteuern." Sie sieht zwischen den Mädels hin und her. "Passt das so für euch?"



"Klingt ja lecker!"
, freut sich Ellie über Maryamas Essen. Sie isst selten Scharfes, aber das, was sie im Korb gesehen hat, sieht wirklich appetitlich aus. Bestimmt kann es nicht schaden, etwas davon zu probieren. "Also zusammenfassend: Ein Plakat, das Kinder und Familien anspricht, eines, bei dem wir selbst entscheiden können und ein drittes, zu dem Ben etwas beisteuert." Ellie grinst. "Das kriegen wir hin. Auf jeden Fall!" Sie sieht zu ihrem Bruder, der weiter hinten an den Beeten rumwerkelt. Sie winkt ihn zu sich. "Also, Ben, was ist deine Plakat-Idee?"

Der überlegt eine Weile. Ellie ist die Kreative in der Familie, und so muss er sich erst mal sammeln. "Vielleicht eine Art Collage?", schlägt er schließlich vor, "ein Bild aus gemalten Blüten zusammen setzen, das dann eine noch größere Blüte im Ganzen zeigt, oder so. Was meint ihr?"



"Cool.
" Nouki überlegt. "Wir könnten alle eure Blumen und Kräutersorten auf je ein Blütenblatt verteilen. Dann zeigt die große Blüte euer ganzes Sortiment."

Ben zeigt den Daumen nach oben. „Das ist wirklich eine gute Idee!“

Seufzend wendet sich Maryama an Ben. "Du, wir müssen wieder. Ich hab vorhin entdeckt, dass ein paar Platten hinten bei den Obstbäumen vom Frost gesprungen sind, die sollten wir austauschen und aus irgendeinem Grund spuckt und spratzelt unser Hahn für den Gartenschlauch nur noch, aber es kommt kein Wasser." Sie wendet sich an die Mädels. "Bedient euch, okay? Bis später."

Er lächelt. „Ich seh schon, ich kann mich auf euch verlassen!“ Ben sieht in Maryamas Richtung. „Ihr kommt auch ohne mich klar, oder? Ich muss meiner Kollegin helfen.“



Ellie grinst „Klar, wir kriegen das hin!“ Schließlich wendet sie sich noch an Nouki. „Ich bin echt froh, dass auch du dabei bist!“ Sie winkt Ben und Maryama noch zum Abschied, bevor sie sich einen der Zettel vor sich legt. Ihre Finger tippen zur Musik. „Wir könnten hier ja eine grobe Skizze malen...“ Flugs entstehen auf den Papier Bleistiftzeichnungen von Blütencollagen, „so dass wir eine Vorstellung haben, wie wir dann alles auf den richtigen Plakaten anordnen. Wäre ja schade, wenn die Collage nicht passt, weil wir zu weit oben angefangen haben und dann kein Platz für den Text mehr ist.“ Schnell entstehen verschiedene Varianten zu verschiedenen Ideen. „Dann würde ich sagen, du übernimmst die Schrift und ich die Blütencollage? Und für die anderen Plakate können wir danach ja schauen, wie wir die angehen, wenn das erste fertig ist.“ Sie lächelt. „Wenn es dünn genug ist, sollte es sich auch noch einscannen lassen. Wäre zumindest einfacher, wenn wir alles dann vervielfältigen wollen, als wenn du auf jedes einzelne neue Buchstaben draufkleben müsstest.“



"Gut, ich sammel mal Material."
Lächelnd steht Nouki auf. "Bin gleich wieder da." Sie schlendert in Richtung einiger Büsche und beschleunigt unauffällig ihre Schritte, bis sie neben einem Busch in die Hocke geht. Angespannt zieht sie ihr Handy aus der Hosentasche und checkt das Display. Ein heißer Stich fährt durch Noukis Magen. Artjom hat nicht geantwortet. Wieder nicht...nur gelesen. Das ist jetzt mehr als zwei Stunden her. Warum? Sowas hat er früher nie gemacht. Sie haben sich seit vier Tagen nicht mehr gesehen, weil Artjom zwischen Bibliothek, dem Büro seines Vaters und seinem Laptop lebt. Klar, die Prüfungen sind wichtig, aber ihre Liebe auch. Mit zittrigem Finger schickt sie ihm ein rotes, klopfendes Herz und einen Kuss Smilie. Seufzend schiebt Nouki das Telefon zurück in die Hose und beginnt Material für Ihr erstes Plakat zu sammeln. Gut, dass Ellie da ist. Ein paar Minuten später schiebt sie sich wieder neben ihre Freundin auf die Bank und breitet ihr gesammelten Hölzchen aus. Probehalber fügt sie ein paar zu einem 'G' zusammen und beobachtet nebenbei immer mal Ellie beim Zeichnen. "Was gibt's Neues in der Tierauffangstation?"

Ellie lächelt, während sie mit der Collage beginnt. Sie zeichnet die Blüten, die gemeinsam eine große Blüte ergeben sollen. Erst als die Vorzeichnung steht, beginnt sie, auch die Kräuter dort zu verteilen. "Gut läuft es!" Ellie wendet ihren Blick nach oben in den Himmel, bevor sie sich wieder Nouki zuwendet. "So langsam freunde ich mich mit meinem Kollegen dort an." Nach Jay hofft Ellie zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf eine neue romantische Beziehung. Doch sie würde lügen, wenn sie sagte, David würde ihr nicht gefallen. "Sein Humor ist herausfordernd und frech. Und oft überfordernd. Aber in gewisser Weise hat das auch einen Reiz." Sie grinst leicht. "Aber er ist ein echter Tierfreund. Selbst Werhamster verdienen bei ihm eine zweite Chance." Dabei muss sie nun selber lachen.

"Werhamster?" Nouki zerdrückt versehentlich einen kleinen Zweig, weil sie lachen muss. "Zu was mutieren die denn bei Vollmond?" Innerlich freut sie sich, dass Ellie scheinbar wieder offener wird, nach dem Reinfall mit diesem Vollpfosten Jaydyn. "Er bringt dich zum lachen, das ist schön." Sie sieht Ellie schmunzelnd von der Seite an. "Und sonst? Sieht er gut aus?", kann sie sich nicht verkneifen und grinst ein bisschen, während sie ein weiteres Hölzchen mit Klebstoff versieht und auf dem Papier befestigt.



"Zu zehenknabbernden Minimonstern!", beantwortet Ellie die Frage nach den Werhamstern grinsend. Sie beugt sich verschwörerisch vor. "Aber ja, er sieht auch gut aus! Aber da läuft trotzdem nichts romantisches zwischen uns." Erst nach einer Pause fügt sie noch hinzu: "Weiß auch nicht, ob ich so früh schon bereit dazu wäre." Die Erinnerung an Jay sitzt noch zu tief. Doch davon lässt sich Ellie ihre gute Laune nicht verderben. "Aber reine platonische Freundschaft ist ja auch wichtig." Sie lächelt. "Und bei dir? Wie läuft's eigentlich mit Artjom so?"

Verstehend nickt Nouki. "Wenn ihr füreinander bestimmt seid, dann eilt es auch nicht. Dann kommt irgendwann der richtige Moment." Wie bei Artjom und mir an Halloween."Ein gutaussehender, platonischer Freund ist auch nicht zu verachten.", stellt sie neckend fest und denkt kurz an Chip. "Wichtig ist, dass es dir gut geht mit ihm." Sie trägt Kleber auf und legt ein 'R' und ein 'E'. "Neugierig bin ich aber schon, vielleicht besuch ich euch mal in der Auffangstation.", sagt sie verschmitzt und zerbröselt bei Ellies Frage nach Artjom vor Schreck die Hölzchen in ihrer Hand. "Ach du...soweit gut.", sagt sie leichthin. Ihr Handy, das im Sitzen gegen ihren Oberschenkel drückt, sagt ihr etwas anderes. Noch immer keine Reaktion von ihm, sonst hätte sie längst das Vibrieren bemerkt. "Wir sehen uns gerade nicht sehr oft, weil Artjom viel lernt." Das klingt auch in ihren Ohren lahm. "Er will ja an die Uni und Journalismus studieren, dafür legt er sich echt ins Zeug.", ergänzt sie schnell. "Ich mein..ich trainiere auch viel und büffel, wie wir alle, klar." Und trotzdem wird 's nicht für ein Stipendium reichen. Sie legt den Kopf schief und begutachtet ihr bisheriges Werk. "Er ist so klug, ich kann viel von ihm lernen." Sie sieht zu Ellie und lächelt. "Und ich bin immer noch sehr verliebt.", versichert sie und schluckt schmerzlich die 'Wir' Version der Aussage hinunter. Es ist unerträglich zu denken, bei Artjom könnte es anders sein. Trotzdem bringt sie den Satz nicht über die Lippen.



"Ist dir aufgefallen, dass Denize nicht mehr in der Schule war die letzten Tage? Vielleicht kommt das Baby demnächst.", lenkt Nouki ab, lehnt sich zurück und verschränkt die Arme. "Chip geht mir aus dem Weg, seit er wieder in Oasis wohnt." Ihre Augen verfolgen Ellies Hand beim zeichnen. "Das ist so krass alles. Hätte nicht gedacht, dass die sich trennen."

Nachdenklich mustert Ellie ihre Freundin. Es entgeht ihr nicht, dass Nouki vom Thema Artjom ablenkt. So gut läuft es offenbar nicht. Sie beschließt, das Thema erst mal fallen zu lassen. Dazu ist später immer noch Zeit. Doch jetzt möchte sie Noukis Laune nicht verschlechtern. "Ja, sie wirkten immer so glücklich zusammen. Aber ich kann Denize auch verstehen. Wenn die Gerüchte über das, was auf dieser Sulani-Party passiert sind, stimmen." Sie lehnt sich zurück, um ihr Werk aus einer anderen Perspektive begutachten zu können, bevor sie die Konturen deutlicher ausarbeitet. "Aber Viola und Blaze haben sich ja auch getrennt. Und anfangs dachte ich auch bei Jay noch, dass es etwas langfristiges werden könnte." Sie sieht Nouki an und kommt nun doch zum Thema Artjom zurück: "Aber bestimmt wird es für euch beide anders laufen. Artjom ist ja klug, wie du schon sagst. Da strengt er sich grad ziemlich an. Aber bestimmt hat er bald wieder mehr Zeit." Hoffentlich ist es wirklich nur das. Ellie würde es ihrer Freundin sehr gönnen, wenn sie Glück hat in ihrer Beziehung.

"Mmmh." Nouki erinnert sich an Stephens Party. Chip ist echt gut im Scheiße bauen, trotz Beziehung. Wenn Artjom fremd ginge..tja, was dann? Ihr Magen purzelt gefühlt einmal um sich selbst. Der Gedanke verursacht im ganzen Körper ein flaues Gefühl. Sie zwingt sich an das Plakat zu denken und legt den nächsten Buchstaben. "Weisst du schon, was du nach den Prüfungen machst?", lenkt sie das Gespräch in unverfänglichere Bahnen.

Auch Ellie ist froh über den Themenwechsel. "Ich wollte ja immer etwas kreatives machen. Ein Studium in diesem Bereich wäre schon cool. Aber..." sie seufzt, "Ich weiß nicht, ob ich wirklich gut genug dafür bin. Ja, beim Malen schon, aber für ein Studium braucht man ja mehr als das." Sie blickt in den Himmel. "Heißt nicht, dass ich es nicht versuchen werde. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja immer noch die Tierauffangstation. Dort wurde mir schon angeboten, dass ich dort auch Vollzeit anfangen könnte, wenn ich das will."



"Ach?"
Überrascht blickt Nouki auf. "Das wär aber eine komplett andere Richtung." Sie überlegt kurz und grinst. "Hat dieser .. Kollege was mit dem Angebot zu tun?"

Ellie muss lachen. "Nein, das Angebot kam von Fiona, nicht ihm." Geschickt fügt sie einer Blüte Details hinzu. Ja, das Plakat wird wirklich super! Sie hält es Nouki entgegen. "Aber das Künstlerische liegt mir eben auch, wie du siehst. Und es wäre immer noch meine erste Wahl. Das mit der Tierauffangstation ist nur eine Idee, falls es damit nicht klappt. Als Notlösung."

"Wie heißt er eigentlich? Du machst mich neugierig.
" Nouki drückt ihre Freundin kurz. "Aber nur weil ich mich so freuen würde, wenn du einen ehrlichen Freund finden würdest." Sie zieht eine überlegende Schnute. "Also Freund!..Freund. Nicht nur platonisch und so." Wie aufs Stichwort vibriert ihr Handy. Noukis Herz macht einen aufgeregten Satz. Endlich! "Mom." Hektisch fummelt sie das Gerät aus ihrer Tasche. Ja. Er hat geschrieben! Mit steigendem Puls liest sie und strahlt dann Ellie an. "Artjom ist sooo süß.". schwärmerisch seufzend, steckt sie ihr Handy wieder weg. "Er will mich abholen am Sonntag und ich soll mich schick machen und überraschen lassen." Sie verteilt Kleber für die letzten Buchstaben des Schriftzuges und drapiert kleine Rindenstücke darauf. "Das macht mich ganz hibbelig.", lacht sie.



Kaum, dass Ellie den Namen "David" ins Gespräch geworfen hat, liegt der Fokus bereits wieder auf Noukis Freund. Ellies Gesicht erhellt sich, als ihre Freundin von dessen Nachricht erzählt. "Das ist toll, dass es so gut läuft zwischen euch beiden." Sie lächelt, erleichtert, dass ihre Zweifel offenbar unbegründet waren. "Wie sieht es denn eigentlich mit dir und deinen Plänen aus?", fragt sie schließlich.

Augenblicklich wird Noukis Miene ernster. "Ich weiß noch nicht genau..", sagt sie zögernd und hält seufzend inne. "Auch wenn ich mich ins Zeug lege wie verrückt, werd ich nie die Form schaffen, die ich für das Sportstipendium bräuchte. Seit Leon weg ist, hab ich niemanden mehr, mit dem ich effizient trainieren könnte, das ist so frustrierend." Schweigend beginnt sie wieder zu kleben. "Auch wenn ich nichts mehr wissen will von ihm, seit er Artjom gehauen hat"., ergänzt sie trotzig. "In dem Schwierigkeitsgrad, den ich klettere, brauche ich einen Partner mit Erfahrung, dem ich blind vertrauen kann. So jemanden gibt es jetzt nicht mehr." Schmerzhaft ziehen Bilder von gemeinsamen Trainingsstunden, Urlauben und Klettertouren in ihren Gedanken vorbei. "Egal. Ich hab's auch selbst verbockt. Zu wenig Disziplin." Sie wirft Ellie ein schiefes Lächeln zu. "Ich würde gern ins Ausland gehen als Au-pair und mich dann dort umsehen, was es für Möglichkeiten gibt. Aber das würde Artjom glaube ich nicht gefallen.." Nouki platziert das letzte Hölzchen und begutachtet den 'Green Fingers' Schriftzug. "Wenn mir nur alles so gut gelingen würde, wie das hier." Sie zeigt auf das Plakat. "Jedenfalls werde ich irgendwann meinen Traumberuf haben.", bekräftigt sie energisch, als müsse sie es sich selbst versichern.

„Seit Selvadorada war ich nur ein einziges Mal wieder klettern. Ich fürchte ich könnte bei dir nicht mithalten.“ Ellie erinnert sich an den Tag mit Jay im Fitnessstudio, der gefühlt aus einem anderen Leben stammt. Als sie noch keine Ahnung hatte, wer er wirklich ist hinter seiner Fassade. Hätte er das Können, Nouki herauszufordern? Vielleicht. Aber so oder so wird daraus nichts werden. Und mittlerweile weint sie dem Kerl auch keine Träne mehr nach, so dass der Themenwechsel nicht schwer fällt. „Dass das mit Leon so endet, hätte ich auch nicht erwartet. Klingt für mich nach Eifersucht. Aber das hätte man auch anders regeln können.“ Sie mustert Noukis Schriftzug. Schmunzelnd fügt sie hinzu: „Wenn alles schief läuft findest du bei diesem Talent bestimmt einen Job als Schriftsetzer.“ Ellie zeichnet die Bleistiftskizzen nun mit Tinte nach.



„War neulich übrigens bei David zu Besuch.“, erzählt sie lächelnd, „zum Essen. Hat sich so ergeben, weil Buddy, ein Hund, dort nun ein neues Zuhause gefunden hat und wir ihn vorbei brachten. War jedenfalls eine Erfahrung. Und ein Beweis dafür, wie ihm die Tierwelt am Herzen liegt.

Schriftsetzer bringt Nouki zum schmunzeln. Mit den Augen verfolgt sie Ellies Tintenstriche, während sie zu hört. "Ach wie schön. Ich finds immer tröstlich, wenn ich höre, dass ein Tier wieder ein Zuhause gefunden hat." Sie ergreift einen violetten Stift uns beginnt ein Blatt mit Lavendelblüten zu verzieren. Maryama hat glücklicherweise schon ein paar Töpfe mit Kräutern in unmittelbarer Nähe platziert, so dass die Vorlage ideal ist. "Das glaub ich, wenn er sich für einen Job in der Auffangstation entschieden hat. Buddy ist also bei seiner Familie unter gekommen?"

"Ja
.", bestätigt Ellie, "Und mit Lizzy, also der anderen Familienhündin, schien es gut zu laufen. Sie haben sich sofort gut verstanden, das hat man deutlich gesehen." Sie wirkt nachdenklich. "Ich hoffe nur, dass seine Mutter sich wirklich Gedanken macht, weil Lizzy ja schon älter ist. Und die Gelenke der Hündin nicht überstrapaziert." Sie sieht Nouki an. "Das war eines der Streitthemen während des Essens."

"Es gab Streit?
" Inne haltend blickt Nouki auf. "Was machen sie denn verkehrt wegen der Gelenke?"



"Naja, Lizzy schafft die Treppen eben nicht mehr so gut wie früher. David hat gesagt, sie sollen nen Lift einbauen, oder sie hochtragen.. oder dafür sorgen, dass sie eben nicht mehr so hoch laufen muss.
" Ellie seufzt. "Ich hab mich da größtenteils rausgehalten, weil ich nicht beurteilen kann, wie oft Lizzy nun tatsächlich nach oben trabt.. aber zumindest muss ich ihm in dem Punkt zustimmen, dass ältere Hunde besondere Pflege brauchen."

"Ach so. Ja, da hat er Recht. Das ist doch auch bei Schäferhunden so, fällt mir grad ein. Die brauchen auch Unterstützung im Alter, weil sie oft Hüftprobleme haben durch ihren Körperbau
." Sie beginnt wieder zu zeichnen, diesmal mit einem helleren Farbton. "Womöglich betrifft das Toby auch irgendwann." Das Blütenblatt nimmt Gestalt an und sieht sogar naturgetreu aus. Nouki lächelt zufrieden, als sie ihr Werk betrachtet. So eine schlechte 'Künstlerin* ist sie gar nicht. "Ich finds gut, wenn man für eine Sache eintritt und das durch zieht. David scheint Rückgrat zu haben." Wieder schmunzelt sie. "Attraktiv sowas, oder?" Vergnügt blitzen ihre Augen Ellie an.

"Ja, aber noch ist Toby sehr jung. Wir werden ihm natürlich helfen so gut es uns möglich ist, wenn der Zeitpunkt des Alters gekommen ist." Ellie blickt auf Noukis Werk. Und zeigt ihr ihre Meinung darüber mit einem Daumen nach oben. Zum Thema David sagt sie: "Nicht nur das. Er sieht auch gut aus." Sie lacht dabei. "Wer weiß, vielleicht lerne ich das ja auch. Mein Selbstvertrauen ist mittlerweile ja auch größer als früher."

"Was lernst du auch? Gut aus zu sehen?
" Nouki hebt die Brauen und macht ein entsetztes Gesicht.

Ellie muss lachen. "Ich sprach vom Rückgrat zeigen. Das 'Gut aussehen' muss ich nicht lernen. Das beherrsche ich schon perfekt." Sie zwinkert Nouki zu und streicht ihre Haare zurecht.



"Aber sowas von.", lacht Nouki mit, wendet den Kopf etwas seitlich und deutet mit ihrer rechten Hand auf Kinnhöhe eine imaginäre Frisur an, die sie affektiert mit der Handfläche zurecht schiebt. "Da macht uns keiner was vor." Kichernd malen sie weiter. "Du bist so viel stärker geworden. Das stimmt." Nouki sieht sie lächelnd an. "Wer weiß was für eine Heldin aus dir noch wird."

Plötzlich fällt Ellie eine Situation ein, die sie Nouki noch nicht erzählt hat. "Für Pascal bin ich das wohl schon." Bescheiden kratzt sie sich am Kinn. "Du hast ja schon von der Party in Sulani gehört, und dass da die Hütte gebrannt hat." Trotz ihrer Tat bleibt Ellie nervös, davon zu berichten. Fast so, als stünde es ihr nicht zu, auch mal etwas Mut zu zeigen. "Und Pascal war zusammen gebrochen mit einer Gehirnerschütterung. Ich habe ihm die letzten Meter aus der brennenden Hütte geholfen, während David sich um das Feuer kümmerte... bis er schließlich einsah, dass nichts mehr zu retten war und mich dabei unterstützte. Er half mir dann auch bei Pascal, gab mir sogar sein Tuch, damit ich den Rauch nicht einatmen musste." Ellie erinnert sich an die Hitze, an die Angst, die sie überwinden musste. "Seltsamerweise habe ich mich auch nach der Tat nie als Heldin gefühlt. Ich habe einfach getan, was ich für richtig hielt." Bei der Erinnerung an Davids Tuch muss sie leicht schmunzeln. "War sogar so in Gedanken, dass ich Davids Tuch einfach eingesteckt habe, ohne das zu merken. Und es ihm dann irgendwann erst nachträglich wieder geben konnte."

"Was? Warum hast du mir das denn noch nicht erzählt? Das ist ja der Hammer.
" Überrascht hört Nouki auf zu malen und legt den Stift zur Seite. "Du hast jemandem das Leben gerettet und behältst das einfach für dich?" Spontan umarmt sie Ellie. "Wow, dazu gehört Mut und Entschlossenheit. Mega." In diesem Moment biegt Maryama um die Ecke und schüttelt ein paar Erdkrümel aus ihren zerzausten Locken. "Hör ich da was von Entschlossenheit?" Lächelnd sieht sie zwischen den Freundinnen hin und her. "Ben und ich sind jedenfalls wild entschlossen, jetzt was zu futtern. Seid ihr dabei?" Sie hebt den Korb vom Boden auf, gleitet neben Nouki auf die Sitzbank und öffnet den Deckel. "Heraus mit euch ihr Köstlichkeiten." Verschiedene Dosen und Weckgläser finden ihren Weg auf die Tischplatte, die die Mädchen frei räumen. "Wir stärken uns und dann geht's in die Schlussrunde. Ihr seid ja auch schon fast fertig seh ich." Sie drückt Nouki und Ellie Besteck und Servietten zum verteilen in die Hand und winkt Ben zum Tisch herüber. "Das Plakat sieht toll aus. Schnell in Sicherheit damit und dann ran ans Essen. Guten Appetit."

In Zusammenarbeit mit @simscat2

>>> Ellie geht nach Del Sol Valley Nr. 1 - The Black 'n' Red Theater >>>


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20.07.2025 17:47 (zuletzt bearbeitet: 20.07.2025 18:07)
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Bestseller-Schmied

<<< Phönix kommt von Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High (11) <<<
<<< Ellie kommt von Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation (2) <<<
<<< Nouki kommt von Windenburg Palazzo - Dinner, Tanz & Show <<<
<<< Dora kommt von Britechester - WG Jean, Megan, Victor, Dora (2) <<<
<<< Eva kommt von Britechester - Vereinshalle Britechester Tigers <<<
<<< Emma kommt von Newcrest Nr. 10 - Tropenbad <<<
<<< Delsyn kommt von Oasis Springs (2) <<<
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<<< Monika kommt von Oasis Springs - Delsyns Camper (3) <<<
<<< Eve kommt von Oasis Springs (2) <<<
<<< Bea kommt von Sulani - Clemens Ferienhütte <<<
<<< Theo kommt von Sulani - Clemens Ferienhütte <<<
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Daniela - Start
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Charaktere: So einige
Geschichtsstrang: Die Eröffnung von Green Fingers




Nervös betätigt Maryama die Spülung einer der Außentoiletten. Es ist schon ihr dritter Sicherheitscheck. Sie hat keinerlei Erfahrung mit diesen Dingern und wie peinlich wäre das, wenn ausgerechnet bei der Einweihungsfeier die Spülung oder sonst etwas versagen würde. Sie funktioniert. Genau wie vor einer Viertelstunde auch. Streng ruft sie sich zur Ordnung und eilt um die Ecke ins Glashaus, wo Ben schon die ersten eingetroffene Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Sie wäscht sich am Waschbecken im Hintergrund die Hände, läuft mit dem Handtuch in der Hand los, besinnt sich und hängt es ordentlich an den Haken zurück. Jetzt reiss dich zusammen. Es wird alles gut gehen.
"Chhuu!" Stoßartig presst sie die Luft aus den Lungen und setzt eine professionell freundliche Miene auf. "Kann ich dir etwas helfen, Ben? Brauchst du irgendwas?" Er verneint lächelnd und Maryama begleitet eine Familie, beladen mit süßen Köstlichkeiten zu einem der Picknicktische. "Lassen sie es sich schmecken. Die kandierten Rosen-und Lavendelblüten stammen aus eigenem, kontrolliert biologischem Anbau.", erklärt sie freundlich und hält ein paar Sekunden später Ausschau nach Nouki. Es sind schon ein paar Kinder hier und sie wollte erst mit Ellie etwas in der Bastelecke machen und dann..ach, die beiden werden das schon schaukeln. Eine ältere Dame stupst sie am Ellbogen und weist auf das runde Kräuterbeet. "Können sie mir ein wenig über das Grünzeug erzählen? Kann man damit auch Tee kochen?" Innerlich seufzend hakt Maryama die Frau unter. "Ja, das sind spezielle Kräuter für Tee. Hier haben wir Apfelminze, Schokoladenminze...". Sie zupft ein paar Blättchen ab, verreibt sie zwischen den Fingern und lässt den Gast schnuppern.

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"Warte, ich helfe dir!" Ellie schneidet die gemalten Blütenblätter aus und überreicht sie dem etwa vierjährigen Mädchen. "Hier hast du Kleber." Sie macht es an einem Blütenblatt vor. "Und wenn du den hier hin packst.. ja, genau so, das machst du super!" Sie lächelt. "Schau, jetzt sieht die Blume richtig toll aus. Mit richtigen Blütenblättern!" - "Jaa." Das Mädchen lacht, rennt zu seiner Mutter. "Mama, schau mal, was ich gemacht habe! Das ist für dich!"
Ellie dreht sich zu Nouki um. "Süß sind sie ja schon, die Kleinen. Aber nachher bin ich bestimmt auch froh über eine Pause." Kaum hat sie das gesagt, kommt schon die nächste Familie mit Kindern an.



Nouki ordnet gerade Tontöpfchen der Größe nach auf ihrem Tisch. Die Samentütchen sind schon in einem kleinen Korb nach Namen sortiert und neben dem Arbeitsplatz stehen zwei Säcke mit Blumenerde. Hoffentlich lenkt der Trubel heute von Gedanken an Artjom ab. Der misslungene Abend kreist ständig in ihren Gedanken. Hätte sie irgendetwas anders machen können? Was denkt er jetzt über sie und sagt es vielleicht nicht? Sie wird durch das Auftauchen der kleinen Gruppe aus ihren Gedanken gerissen und gleichzeitig startet Maryama die Musik. Irgendein fröhlicher Popsong über 'roses' und 'my sweet flower girl'. Super...
Schnell knipst sie ein Lächeln an, als die beiden Kinder der Familie auf sie zu gerannt kommen. "Was kann man hier machen?" Ehe Nouki antworten kann, kramt der Junge schon im Körbchen und bringt die Samentüten durcheinander. Seine Schwester schnappt sich einen Tontopf und setzt ihn sich als Hut auf den Kopf. "Guck mal, ich bin ein Koch!" Innerlich angespannt, äußerlich freundlich nimmt Nouki die beiden zu sich und zeigt auf die Utensilien, die sich auf dem Tisch befinden. "Halt, stopp ihr beiden. Wir können zusammen etwas in diesen.." Sie greift sich den Hutersatz und stellt ihn richtig herum auf die Arbeitsfläche. "...Topf pflanzen, was haltet ihr davon?" Das kann ja heiter werden, wenn es richtig voll wird Während die beiden Kleinen anfangen sich Arbeitsgeräte heraus zu suchen, lehnt sich Nouki zu ihrer Freundin. "Ja, ich hab keine Ahnung, ob ich das hier lange mach. Muss glaub später bisschen Dampf auf dem Trampolin ablassen.", sagt sie leise lachend und greift bremsend nach der kleinen Pflanzschaufel, die das Mädchen ihrem Bruder gerade in den Hintern stechen will. "Definitiv.."
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Den Kinderwagen fest im Griff, schiebt Sibylle den friedlich schlafenden Julian auf das farbenfroh geschmückte Gelände. Wie gern hätte sie Maryama hier helfend unter die Arme gegriffen. Doch der Mutterjob verlangt ihr auch nach einem halben Jahr noch immer alles ab. Ein Krippenplatz ist nicht in Sicht, die Ausbildung will beendet werden und das Geld reicht vorn und hinten nicht aus. Wenn sie nicht bald Stabilität erlangt, wird sie die Wohnung nicht halten können, doch ohne Auto, dafür mit Baby, kann sie sich eine Wohnung außerhalb schlicht und ergreifend nicht erlauben.
Zu allem Überfluss ist Logan seit Monaten verschollen. Die spärlichen Informationen, die Maryama zufällig durch Freunde aufgeschnappt hat, verheißen nichts Gutes. Wieder einmal scheint er in Schwierigkeiten zu stecken - schlimm genug, dass er fluchtartig das Land verlassen haben muss. Der Verstand von Sorgen und offenen Fragen zermartert, hat Sibylle seit Wochen nicht durchgeschlafen. Sie ist froh, dass sie ihre Unlust, das Haus zu verlassen, überwinden konnte. Ablenkung und andere Eindrücke werden ihr gut tun.
Nach bekannten Gesichtern Ausschau haltend, lässt die junge Mutter, auf eine Eingebung wartend, den Blick schweifen.

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„Oh, der ist aber schön geworden. Ich hätte gerne ein Stück von diesem Rosenkuchen!“ Ben freut sich über das Lob. Er hat gebacken, und Ellie hat bei der Verzierung geholfen. Er überreicht der Kundin das gewünschte Kuchenstück. „Lassen Sie es sich schmecken!“, sagt er lächelnd, „Da steckt viel Liebe drin.“ - „Das sieht man.“, freut sich die Frau.
Kaum, dass etwas Ruhe eintritt, wirft Ben einen Blick zu Dora, die im Hintergrund gerade das dreckige Geschirr abwäscht. Irgendetwas bedrückt sie, das hatte er gemerkt. Doch als er sie darauf angesprochen hat, wich sie der Frage aus, tat so, als sei nichts. Irgendetwas hat sich verändert, das spürt Ben. Aber was? Verheimlicht sie ihm etwas? Oder sieht er schon Gespenster?
Dora?“, fragt er. Sie dreht sich zu ihm um, lächelt. „Wir müssen...“



„Mama, ich will ein Stück Kuchen!“
Eine kleine Familie fordert wieder seine Aufmerksamkeit. Ben seufzt. Er wird später mit Dora reden müssen.

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Ungeduldig springt Eve um Del herum, während sie sich vom Auto zum Green Fingers begeben. „Das ist so cool! Ich hab gehört es gibt Preise und eine Hüpfburg und und…“
„Leckeres Essen
“, beendet Del den Satz.
„Ja! Ich verhungere, beeil dich!“ Eve läuft los ohne eine Antwort abzuwarten und bleibt erst stehen als sie mitten drin anhält. Staunend blickt sie sich um, als hätte sie noch nie so etwas gesehen.
Kurz darauf tritt Delsyn hinter sie und schaut sich um. Er sieht viele Leute, Kinder und die erste die ihn wie magisch zu sich ruft, hat einen wilden Lockenkopf und lässt eine Frau an etwas in ihrer Hand riechen.
„Schau dich ruhig um.“, gibt er Eve den Startschuss. „Ich geh mal Hallo sagen.“
Eve hüpft in eine Richtung, winkt im Rückwärtsgang und beginnt damit jede Station für genau 3 Sekunden zu betrachten.
Del setzt sich in Bewegung Richtung Maryama. Lächelnd kommt er näher, versucht dabei immer mal wieder die Umgebung anzuschauen, obwohl er eigentlich nicht will.
Mit respektvollem Abstand bleibt er beim Tee stehen. Sie bemerkt ihn, und er hebt grüssend leicht Kopf, Mundwinkel und die rechte Hand. Dann macht er eine Geste, sich ruhig Zeit zu lassen und lässt schmunzelnd den Blick über den Stand wandern.

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Wie ein Wirbelwind saust Manuel ein paar Meter vor, wendet und sprintet wieder zurück zu Sarah, die mit Maren an der Hand, gemütlicher unterwegs ist. “Maryama hat gesagt, ich darf ein bisschen mit helfen.“ Jetzt hüpft er in seitlichen Grätschschritten weiter. „Ich bin ja jetzt schon erwachsen, weil ich in die Schule komme.“ Maren hört ihm schweigend und mit großen Augen zu, dann fängt sie an zu strahlen und nickt. - „Ich helf auch.“ Schmunzelnd hebt Sarah sie hoch und stupst sie mit dem Finger vor die Brust. „Ja, du bist auch ein großes Mädchen und Maryama freut sich, wenn du ihr hilfst.“ Manuel prustet verächtlich. „Als ob, sie ist doch noch ein Baby.“, posaunt er, lacht und stürmt durch den geschmückten Eingang auf das Grundstück. „Ich such Theo, bis nachher.“ Ohne sich umzudrehen verschwindet er im Getümmel.

Superheld Kutsu!!“ Begeistert rennt Theo zu Manuel, als er diesen erblickt, „Es wird Zeit für einen neuen Heldenauftritt!“ Er grinst. „Genau das Richtige für Kutsu und Zen!“



„Zen! Gut dass du da bist.
“ Manuel begrüßt seinen Freund mit dem geheimen Zeichen und High Five, dann blickt er sich verstohlen über die Schulter. „Ich habe von der Zentrale die Nachricht bekommen, dass Meteor sich unter die Gäste geschmuggelt hat. Ich schlage vor, wir versuchen ihn zu finden, dann machen wir einen Plan.“, raunt er Theo zu und grinst.

„Auf jeden! Wir müssen Meteor unbedingt stoppen! Superpirat Zen ist bereit!“ Theo ist sofort Feuer und Flamme.
Die Familien sind schnell vergessen, als sich die beiden kurz darauf geduckt um die Ecke des Glashauses schleichen.

Bella lächelt. Es ist schön, wie gut sich die Jungs verstehen. Auch sie freut sich, Sarah wieder zu sehen und lächelt ihr zu. „Oh je, sind denn schon wieder Superschurken unterwegs? Da müssen wir uns aber in Acht nehmen!“

Sarah lacht und umarmt die Freundin herzlich. „Ja, aber die beiden Helden werden uns beschützen, da bin ich sicher. Fragt sich nur wie.
Sie schüttelt lächelnd den Kopf. Wenn die beiden Superhelden aufeinander treffen, wird sie ihren Sohn so schnell nicht wieder sehen.



Sorgfältig rückt Sarah ihren Hut zurecht und sieht Bella unternehmungslustig an. „Komm, lass uns das Gelände erkunden. Maren ist schon ganz ungeduldig.“
Sie entdeckt Delsyn nahe beim Eingang und winkt ihm. Nicht weit davon sticht Maryamas Haarschopf heraus. Sie ist beschäftigt, natürlich. Maren beginnt unruhig zu zappeln. „Runter.“ - „Okay. Komm wir schauen uns mal um. Siehst du? Da hinten gibt es eine Hüpfburg, uuui...da gehen wir hin.“ Sie setzt Maren ab, deren Stirn sich nach Manuels Bemerkung endlich wieder glättet. Es entbrennt eine kurze Diskussion, ob an der Hand gegangen wird oder nicht, die Sarah für sich entscheidet, dann tauchen sie in das bunte Treiben ein. Wie sehr sie sich für ihre Freundin freut. Das Grundstück ist wunderschön geworden, wirkt einladend und gleichzeitig professionell. Ein Wohlfühlgarten. Klein, aber mit Liebe gestaltet. Sarah betrachtet angetan, die ordentlichen Gemüsereihen, als sich Maren plötzlich los reißt und zur knallbunten Hüpfburg stürmt. Ein Junge schlägt gerade wilde Purzelbäume in alle Richtungen. Maren stoppt abrupt, starrt ihn an und verschränkt dann, eine Schnute ziehend, die Arme.
„Hey, meine Süße.“ Sarah geht neben ihr in die Hocke. „Was ist los? Möchtest du nicht mehr hüpfen?“ Ihre Tochter schüttelt stumm den Kopf.
Sarah sieht zu dem Jungen, der jetzt enthusiastische Laute ausstoßend, auf und ab hüpft. „Ist er dir zu wild? Dann warten wir eben, bis er fertig ist, was meinst du?“ Zur Schnute kommt jetzt eine unwillig gerunzelte Stirn hinzu. Eine Antwort bleibt aus, aber Marens Augen werden leicht glasig. Aufseufzend sieht Sarah sich um, ob jemand in Sicht ist, der vielleicht mit hüpfen würde. Zu zweit fällt manches leichter.

-----

Zeitgleich, ein paar Meter weiter

Delsyn! Maryamas Herz gluckst einmal fröhlich auf, dann hopst es in munteren Sprüngen in der Brust herum. Sie grüßt ihn verhalten winkend zurück und widmet sich innerlich widerstrebend wieder ihrem Gast. „Wissen Sie was. Ich schenke Ihnen eine Probepackung von...was meinten Sie noch gleich, stinkt nicht ganz so?“ Sie greift in die Reihe Teepäckchen auf dem Tisch und überreicht der Frau eines davon. „Apfelminze, Brombeerblätter und Holunder. Ich glaube das ist perfekt. Schauen Sie doch wieder vorbei und erzählen mir, wie er Ihnen geschmeckt hat.“ Die Seniorin beäugt misstrauisch die Gabe und Maryama nutzt den Augenblick, um sich durch die Sims zu schlängeln. Bei Delsyn angekommen, rollt sie belustigt mit den Augen. „Ich weiß nicht, wie lange ich das diplomatisch durchhalte.“, sagt sie gespielt verzweifelt. „Ich bin so aufgeregt und gleichzeitig muss ich professionell, freundlich und höflich sein..und vergesse darüber die wirklich wichtigen Dinge.“, sagt sie leise lachend und rauft sich die Haare. „Hallo Del, ich freu mich sehr, dass du da bist. Wie geht’s dir? Mit wem bist du hier? Gefällt es dir?

Delsyn lacht leise. Er schiebt die Hände in die Hosentaschen, wie er es oft tut, wenn er sich wohlfühlt, aber nicht genau weiss, wohin mit sich.
„Ich bin mit Eve da“, sagt er, den Blick kurz über den Platz schweifend.
Ein kurzes Schmunzeln folgt, dann deutet er mit dem Kinn auf den Stand. „Das hier sieht fantastisch aus. Ihr habt was Eigenes auf die Beine gestellt. Du bist da, du strahlst... Das ist... sehr beeindruckend.“
Er macht eine kleine Pause, mustert sie einen Moment. Dann, sanfter:
Und ich glaub nicht, dass du was vergisst. Du bist mittendrin. Du machst das gut.
Er schaut sie ein bisschen zu lang an, senkt dann kurz den Blick.



Überrascht bemerkt Maryama, wie ihr leichte Verlegenheit in die Wangen steigt, bei Delsyns Worten. Ausweichend schweift ihr Blick übers Gelände, als ihr ein blonder Haarschopf und ein Kinderwagen ins Auge sticht. „Oh, was für eine schöne Überraschung.“ Erfreut, als sie erkennt wer das ist, und dankbar, von ihrer inneren Verwirrung ablenken zu können, sieht sie zu Delsyn. „Komm mit, ich möchte dir Sibylle und Julian vorstellen. Mein Patenkind, du erinnerst dich?“ Maryama hakt ihn unter und schiebt sich durch die Leute. Bei den beiden angekommen, umarmt sie Billie herzlich. „Wir haben uns so lange nicht gesehen, wie schön, dass du gekommen bist.“ Neugierig sieht sie in den Wagen. „Wer grinst mich denn hier so verwegen an? Komm her du kleiner Schlingel.“ Liebevoll schält sie Julian aus seiner Decke, nimmt ihn auf den Arm und macht die beiden mit Delsyn bekannt.
Er hat den Wagen von Logan gekauft, ich hab dir davon erzählt.“, sagt sie zu Billie, während Julian neugierig ein Ärmchen ausstreckt, um Dels Nase fassen zu können.

Sibylles Freude erhellt ihr Gesicht, als Maryama sie begrüßt. Die leuchtenden Augen verfolgen den fröhlich glucksenden Flug Julians in den Arm der Patentante.
Delsyn reicht sie eine Hand, nicht ohne die feinen Schwingungen zwischen den beiden zu bemerken. Endlich lernt sie den Mann kennen, bei dessen Erwähnung Maryamas Stimme immer wieder einen warmen Unterton bekommt.



Jeder Zauber entweicht ihr schlagartig, als Logans Wagen erwähnt wird. Die Hand noch immer in Delsyns verliert an Kraft, als sie den Mann aus großen Augen ansieht. "Du hast ihm das Ding abgekauft.", lassen ihre Gedanken die Zusammenhänge Revue passieren. "Hat er gesagt, warum er ihn loswerden wollte? Was für einen Eindruck hat er gemacht?" Ein flüchtiger Blick zur Seite lässt sie die Fassung zurückerlangen. "Oh, Entschuldigung,", sie räuspert sich vernehmlich, "das ist wohl kaum der richtige Ort dafür."

„Kein Problem
“, sagt Delsyn ruhig. Die Stimme bleibt weich, aber bewusst unaufgeregt. „Du brauchst dich nicht entschuldigen. Wenns wichtig ist, dann ist jetzt genauso richtig wie irgendwann anders.“
Der Wandel in ihrem Gesicht bleibt ihm nicht verborgen. Weder das kurze Flackern beim Namen Logan, noch die Frage, die so direkt wie verletzlich aus ihr bricht. Er sieht sie an – wach und präsent.
Er wirkte… wie jemand, der ein Kapitel zumachen will“, antwortet er ruhig. „Müde vielleicht.“ Er lässt eine kleine Pause. „Ich hab nicht gefragt. Und er hat nicht viel gesagt.“
Julian gluckst, als würde er Delsyns Stimme mögen, und streckt beide Arme weiter nach vorn. Delsyns Blick wandert von dem kleinen Gesicht hoch zu Maryama – ein fragender, aber nicht scheuer Blick. Als sie nickt, nimmt er Julian vorsichtig entgegen.
Hey, Kumpel“, murmelt Delsyn und zieht die Augenbrauen ein wenig hoch, als Julian ihn mit neugierigem Ernst betrachtet.
So, du bist also der berühmte Julian.“
Julian greift nach der Kette um Delsyns Hals und beginnt daran zu zerren.
Oh. Du bist der Chef hier, was? Verstehe.“ Er sieht kurz auf. Nicht sentimental, aber gegenwärtig. Er hat verstanden, dass der Mann der ihm den Pickup verkaufte, wohl der Vater ist der spurlos verschwand. Dann schaut er wieder auf das Kind in seinen Armen.
Du hast nen guten Start, weisst du das? Mit Leuten wie deiner Mama und Maryama um dich rum... kann nicht viel schiefgehen.



Während Delsyn mit Billie spricht, wandert Maryamas Blick immer wieder über das Gelände, bleibt kontrollierend an den verschiedenen Stationen hängen und kehrt dann zurück zu den Freunden. Als Del den Kleinen auf den Arm nimmt, stockt ihr für einen Moment der Atem. Er hält ihn wie selbstverständlich, als hätte er nie etwas anderes getan und Julian scheint zu spüren, dass er willkommen ist. Das ist es, was das Kind mit Logan erleben sollte. Liebevolle Annahme auf dem Arm seines Vaters. Bei Delsyns Worten breitet sich ein wohlig, warmes Gefühl in ihrer Brust aus.
Sie sieht zu Sibylle, dann zu ihm und lächelt stolz. „Das hast du schön gesagt, Del. Ich hoffe..“ Von der Straße her ertönt ein vereinbartes Hupsignal. „Oh. Das ist Ambrosius, ich muss ihn abholen.“ Sie deutet auf einen der Tische. „Bitte setzt euch doch, ich komme nach.“ Einen Moment haftet ihr Blick noch an Delsyn und Julian, dann winkt sie und eilt am Gewächshaus vorbei zur Straße, wo ein Taxifahrer gerade den Rollator des Seniors aus dem Kofferraum hievt. Schnell hält sie Ambrosius die Wagentür auf und umarmt ihn herzlich. „Ich freu mich so, dass es geklappt hat. Ohne dich wäre die Einweihung nicht komplett, du weißt.“ - „Ich freu mich auch meine Liebe.“, sagt Ambrosius warm und nimmt den Rollator entgegen. „Du meine Güte, was habt ihr alles auf die Beine gestellt, nicht zu fassen.“ Überrascht wandert sein Blick über den Eingang und das Gewächshaus. „Ich war schon so lang nicht mehr hier, ihr habt Wunder vollbracht.“ Als er Maryama ansieht, glitzern seine Augen verdächtig.

„Komm, jetzt verwöhnen wir dich erstmal mit superleckerem Kuchen von Ben. Ich hab später noch eine ehrenvolle Aufgabe für dich. Dafür musst du gestärkt sein.“ Sie lacht und führt den älteren Herrn ins Gewächshaus zum Kuchenstand. „ Ben, ich bring dir hier einen besonderen Gast. Suchst du mit Ambrosius aus? Ich hab ihm einen Platz an dem Tisch bei Ellies Stand reserviert. Es wäre lieb, wenn du ihn dann dort hin begleiten würdest. Ich muss schnell einen Sack Blumenerde zu Nouki bringen. Die Kids pflanzen wie verrückt.“ Sie drückt Ambrosius nochmal liebevoll an sich. „Wir sehen uns dann dort, okay?

Bei der Hüpfburg

Mit einer sehr ausgelassenen Stimmung schlängeln sich Elly Regenbogen und ihre Mama Linda über das wunderschöne und aufs allerliebste geschmückte Gelände. Ihr neues Auto (lila und mit einer aufgemalten Meerjungfrau sowie einem Herz auf der Seite), haben sie ein Stück weiter weg geparkt. Der Weg vom Auto zum Gelände kommt ihr ewig lang vor, zumal ihre Mutter die Zeit nutzt, um mit ihr die Regeln für ihren Aufenthalt zu besprechen. Elly ist super aufgeregt und kann es kaum erwarten, den Garten mit seinen bunten Ecken und all den Kindern kennenzulernen. Mit Mama hat sie abgesprochen, dass sie bevor sie spielen gehen darf, erstmal zusammen zum Kuchenbasar schauen. Als die 5jährige die köstliche Rosentorte entdeckt, leuchten ihre Augen. Aber zeitgleich zieht es sie weiter, für Kuchen ist später auch noch Zeit - jetzt will sie zur Hüpfburg, die hat sie schon durch die Fensterscheibe gesehen. Während Mama bezahlt und sich nach Dingen erkundigt, läuft Elly schon mal vor in den Garten - das darf sie, weil sie sich toll an Vereinbarungen hält.
Als Elly bei der Hüpfburg ankommt, sieht sie ein kleines, nett aussehendes Kind mit seiner Mama davor stehen. Das Mädchen wirkst sehr schüchtern. Elly geht vorsichtig auf sie zu und kniet sich hin. "Hallo, ich bin Elly Regenbogen und wer bist du?", fragt sie und streckt dem Mädchen ihre rechte Hand entgegen.



Die kleine Emma sieht das Mädchen an, das sich Elly Regenbogen genannt hat. „Emma Prinzessin!“, erzählt sie fröhlich und schüttelt die Hand des anderen Mädchens. Eva betrachtet ihre kleine Tochter stolz. Sie mochte schon immer Prinzessinnen. Kein Wunder, dass ausgerechnet dies der gewählte Nachname ist.

Als das fremde Mädchen vor ihr auf die Knie geht, entspannt sich Marens Schmollmund und sie bringt ein kleines Lächeln zustande. „Maren“, entschlüpft es ihr und ein Arm löst sich aus der Verschränkung, um Elly ebenfalls die Hand zu reichen. Im selben Moment taucht noch ein Mädchen auf und drängt sich zwischen die beiden, um Elly zu begrüßen. Verwirrt zieht Maren den Arm zurück und sieht hilfesuchend zu Sarah hoch, die gerade ein Gespräch mit beiden Müttern anfangen will. „Hey, Emma, Maren und Elly. Drei starke Mädels. Wie wär's, wenn ihr alle zusammen die Hüpfburg unsicher macht?“, sagt Sarah ermunternd, und geht in die Hocke. „Ihr fasst euch an den Händen und los geht’s. Was haltet ihr davon?“ Marens Augen beginnen zu leuchten. Nickend streckt sie beide Arme aus, damit die Mädchen ihre Hand nehmen können.

Begeistert nimmt Elly die Hand von Maren, die sich ihr wieder entgegenstreckt. Sie wartet noch einen Moment, damit das Mädchen auch die andere Hand, die rechte, gehalten bekommt, von dem anderen Mädchen. Beide sehen so nett aus, Elly ist richtig glücklich. Als sie ihre Mama bemerkt, verabschiedet sie sich und läuft los, Emma und Maren im Schlepptau. Vor der Hüpfburg angekommen, ziehen sich die Mädels lächelnd und kichern die Schühchen aus und erklimmen gemeinsam das Spielgerät.

Yay!!!“ Emma hüpft glücklich auf und ab, komplett sorgenfrei.
Ich bin ein Kennuru!“, lacht die Vierjährige, die 'Känguru' noch nicht richtig aussprechen kann, „Wie Karlinchen.“

Eva schmunzelt. Das Känguru Karlinchen stammt aus einem von Emmas Kinderbüchern.

Bella beobachtet die Szene auf dem Trampolin mit einem warmen Lächeln. Sie erinnert sich an den Plan für den Kindergarten. Aber jetzt im Moment wirkt es so, als sei Sarah abgelenkt durch die beiden Mütter. Sie versucht, ebenfalls ihre Aufmerksamkeit zu bekommen: „Wir könnten ja...“

„Hopp hopp!
“, ruft eines der kleinen Mädchen nun beim Hüpfen. Nein, im Moment ist es hier einfach etwas zu laut. Bella beschließt, später zurückzukommen. „Ich seh mich erst mal noch im Garten um und komme dann wieder für die Details!“, ruft sie Sarah zu. Dann dreht sie sich um und spaziert erst einmal durch das frische Grün. Die Sommersonne brennt, und Bella nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche. Ist aber auch wirklich schön hier!

"Vielleicht machen dann wir gleich weiter mit vorstellen?" Sarah wendet sich den beiden Müttern zu. "Ich heiße Sarah und bin Erzieherin im Kindergarten hier in Brindleton Bay. Werden eure beiden auch bald dorthin gehen? Vom Alter her könnte es hin kommen, glaub ich."



Zufrieden betrachtet Linda die Mädchen und freut sich über die offene und herzliche Gesprächseinladung. Strahlend stellt sie sich vor und bejaht Sarahs Frage nach der Kita. "Wir sind ganz frisch umgezogen und wollen erstmal als Familie 1-2 Wochen ankommen, bevor Elly und ihr Bruder Mikosch in die Kita und die Schule gehen." Linda lächelt leicht erschöpft und erklärend, als sie anfügt, dass der Wechsel von der Stadt in die wunderschöne Natur zwar wunderschön, aber auch überwältigend ist.

Eva hört dem Gespräch der beiden anderen Frauen zu. „Ja, und genau dort kommt Emma auch rein.“ Sie reicht Sarah die Hand. „Ich bin Eva. Fußballtrainerin und frisch geschieden.“ Sie schielt zu den drei glücklichen Mädchen. „Aber da freue ich mich ja, dass sie auch hier schon Mädels in ihrem Alter kennen lernen konnte. Das macht den Übergang umso leichter.“

„Frisch geschieden und frisch umgezogen
“, lächelt Sarah, „Beides anstrengend, das stimmt.“ Ein ernsterer Ausdruck huscht über ihre Züge und verflüchtigt sich wieder. „Bei mir liegt die Trennung schon länger zurück, aber hat auch ganz schön gedauert, bis ich das verarbeitet hatte. Hast du das? Glücklicherweise musste ich nicht umziehen und konnte in unserem Haus wohnen bleiben.“
Sie wendet sich an Linda. „Ja, erstmal landen und durchatmen, dann bleibt immer noch genug Zeit für Entdeckungstouren. Es gibt eine schöne Insel in der Nähe von Brindleton Bay, mit einem Leuchtturm, die kann ich empfehlen. Es gibt Bootstouren dort hin.“, erzählt sie lächelnd. „Das Leben hier auf dem Lande ist geruhsamer als in der Stadt, aber auch schwierig zum Teil. Ein Auto ist zwingend nötig, finde ich.“
Mit hörbarer Begeisterung in der Stimme, erzählt sie weiter. „Wir haben in unserem Kindergarten auch eine Waldspielgruppe. Da können die Kinder sich im Freien austoben und einiges über die Natur erfahren. Im Winter haben wir zum Beispiel Hütten aus Zweigen gebaut und dort gegessen. Für den Sommer gibt’s auch schon ein paar Ideen.“

„Oh, das klingt wirklich super!“,
lacht die Fußballtrainerin, „Da ist Emma bestimmt gut aufgehoben.“ Sie lächelt. „Mal sehen, ob die kleine Prinzessin dann auch den Ruf der Natur kennen lernt.“ Sie blickt Sarah an. „Die Scheidung ging zum Glück ohne großen Streit durch. Auf Rosenkrieg hätte ich jetzt wirklich keine Lust gehabt.“



Lindas Blick wechselt zwischen den beiden Frauen Anteil nehmend hin und her. "Ihr habt meinen allergrößten Respekt. Ich stelle es mit gelegentlich furchtbar schwer und Kräfte zehrend vor." Die schüchterne Frau bekommt sofort ein Gefühl für die beiden Mütter. Sarahs offene und einladende Art gefällt ihr. Sie ist in der Regel zu schüchtern für eine Offensive. Auch, wenn sie im Einzelhandel tätig ist und es gewohnt ist auf Menschen zuzugehen. Privat fällt es ihr schwer Anfänge zu knüpfen. Aber von einer so freundlichen Einladung lässt sie sich gerne mitnehmen. Zumal sich die Wald-Kita spannend anhört. Sie bekundet ihr näheres Interesse.

Abwechselnd bilden zwei der Mädchen hüpfend einen Bogen, in dem sie sich an den Händen halten und das Dritte krabbelt unten durch. Maren vergisst alle Scheu und macht begeistert mit. Ellys lange, rote Haare wehen bei jedem Sprung, was Maren ein entzücktes Lachen entlockt. Als die Mädchen außer Atem eine kleine Pause machen, sieht sie Elly mit großen Augen an, streckt eine Hand aus und berührt ihre Haare. Andächtig streicht sie darüber, glättet eine Strähne und strahlt dann. „Weiche Prinzessinhaare. Schööön.“
Vor Freude hüpft sie nochmal los, um Emma herum und klettert dann nach draußen zu Sarah. Sie umarmt ihre Beine, legt den Kopf in den Nacken und grinst. „Ich mag Elly und Emma!“, ruft sie, wild mit den Knien wackelnd, ohne die Beine los zu lassen.
Sarah bückt sich, hebt ihre Tochter hoch und setzt sie kurz auf ihre Hüfte. „Das find ich super, Maren.“, sagt sie schmunzelnd und zieht ihr dabei die hochgerutschten Hosenbeine wieder glatt. Aufblickend bleibt ihr fast das Herz stehen. Wenn das nicht Manuel ist..mit einem Gartenschlauch in der Hand! Man kann die beiden Jungs nicht allein lassen. Mehr als ein Warnschrei gelingt ihr nicht, weil Maren auf dem Arm zappelnd in Richtung Bastelecke zeigt und Sarah damit ablenkt. Sie hat den bunten Tisch entdeckt und brennt darauf dort los zu legen.


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20.07.2025 17:48 (zuletzt bearbeitet: 20.07.2025 17:50)
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Bestseller-Schmied

Unterdessen beim Basteln

„Mama, ich will ein Stück Kuchen!“ Das blonde Mädchen, an einer Hand kräftig an der Mutter zerrend, deutet mit der anderen aufgeregt auf den Verkaufsstand.
"Nein, Schatz, es gibt jetzt keinen Kuchen."
"Aber der ist chosa."
"Es ist mir egal, welche Farbe er hat. Du hattest gerade erst das Eis.
" Nur mit Mühe stemmt Anita sich gegen den Zug ihrer Tochter. Es ist erstaunlich, wie viel Kraft dieses Kind entwickelt, wenn es ein Ziel vor Augen hat.
"Aber das war nicht chosa." Danielas Protest wird vehementer, womit sie ihrer Mutter ein genervtes Seufzen entlockt. "Papa, ich will Kuchen!"
"Ich denke, du hast gehört, was deine Mutter gesagt hat.
" Der Jüngste an der Hand des Vaters verfolgt die Diskussion aufmerksam. An den Fingern herumlullend weht sein dünnes Stimmchen mit einem "Jaaahh, Kuuuuchööön." aus der kleinen Kehle.
"Wir können auch nach Hause fahren und es gibt nie wieder Kuchen für irgendwen." Anita wusste, dass dieser Ausflug herausfordernd sein würde. Mit ihrer Sehbehinderung hat sie jede Menge zu tun, die beiden Kleinen im Zaum zu halten.
"Was haltet ihr davon,", von hinten klinkt sich David schlichted in die Szene ein, "wenn ich die beiden für einen Moment nehme, und ihr seht euch in Ruhe um."



"Oh, David, das ist die Idee des Tages.
" Die Mutter ist froh darüber, dass ihr Stiefsohn sich zu ihnen gesellt hat. Nicht zum ersten Mal ist er eine willkommene Entlastung.
"Na dann kommt mal mit, ich zeig euch was." Ein Kleinkind an jeder Hand zwinkert er seinem Vater zu, kassiert ein dankbares Schulterklopfen und zieht die Geschwister beiseite. "Also, ich hab auch Bock auf Kuchen.", verkündet er, zu den beiden heruntergebeugt. "Wir teilen uns ein Stück, okay? Aber zuerst,", würgt er den Freudentanz Danielas ab, "sehen wir uns den Basteltisch an." Mit einer Kopfbewegung deutet er zu Ellie, die gerade mit einem Jungen an einem Papier herumschneidet. Er weiß um das Hobby seiner Schwester.
"Gebongt!", stimmt die Kleine kräftig nickend zu.
Sie hält eine Faust vor ihn, bereit den Deal zu besiegeln und wartet darauf, dass David seine Knöchel an ihre tippt. "Tja, ich hab keine Hand frei.", zuckt er mit den Schultern. "Übernimm mal für mich, Kurzer."
Wild entschlossen, den Auftrag auszuführen, knockt Arthur gegen die Faust seiner Schwester. Das Dreiergespann ist sich einig und macht sich auf zur Bastelecke.
"Hi, Ellie.", grinst David zu ihr herunter. Er hat keine Ahnung, wie sie darüber denkt, dass er sie in ihrer Freizeit aufsucht. Seit des letzten Gespräches haben sie nicht viele Worte gewechselt. Die letzten Tage war sie nicht bei der Arbeit eingeplant. "Darf ich dir ein paar Kunden vorstellen?" Der linke Arm samt lachendem Kleinkind hebt sich in die Luft. "Das ist mein Bruder. Arthur, der Kurze." Sanft setzt das Kind wieder auf dem Boden auf, ehe das Mädchen, deutlich langsamer und mühevoller, aber ebenfalls lachend angehoben wird. "Und hier ... uff ... haben wir Daniela, meine Schwester mit heftigem Wachstumsschub."
"Wir wollen basteln!
", ruft Arthur begeistert aus.
"Kann ich ein Einhorn?" Daniela lässt Davids Hand los und stürmt an den Tisch.
"Was willst du ein Einhorn?", fragt der Ältere. "Jagen? Reiten? Sein? In den Wind furzen?"
Die Kinder lachen lauthals und über beide Wangen strahlend.
"Naaaain, basteeeeln."
"Das musst du doch sagen. Sonst fängt Ellie an, dich mich Zuckerwatte vollzustopfen, damit du eins furzen kannst.
"
Wieder lachen.
"Sie sind so leicht zu begeistern, es ist herrlich." Grinsend zuckt er mit den Schultern, kniet sich dann zu den Geschwistern herunter und erklärt. "Ihr müsst Ellie lieb fragen, ob sie euch beim Basteln hilft. Vielleicht hat sie ja gar keine Zeit. Oder Lust. Kann man nie wissen."
"Ellie, bastelst du was mit uns?
" Aufgeregt hüpft Daniela, die Hände am Tisch abgestüzt, auf und ab.
"Ich kann schon ganz doll malen.", erklärt Arthur hochstimmig.
"Also, Ellie, bastelst du mit uns?"
Unter den Brauen aufschauend lächelt David sie aufgeschlossen an, beinahe als würde mehr hinter den kindlichen Worten stecken.



Ellie muss lachen. Die Energie der Kinder ist einfach nur ansteckend.
Na klar!“, strahlt sie, „Ihr bekommt euer Einhorn! Aber nur ein ganz besonderes – eins, das furzen und fliegen kann. Kommt ihr klar mit Feenstaub und Chaos?“
Sie dreht sich zu David, grinst. Ihre Augen blitzen. Auch sie ist leicht zu begeistern.
Hi!“, fügt sie mit einem sanften Lächeln hinzu. „Klar kümmer ich mich um den Einhorn-Club.“
Dann beugt sie sich verschwörerisch zu den Kindern hinunter. „Wollen wir auch für David ein Einhorn-Horn basteln? Eines, das er den ganzen Tag tragen muss?“

"Jaaaaaa!
" Aufgeregt springen beide Knirpse auf und ab. Die Augen leuchten begeistert, als sie sich schon das Ergebnis ihrer Kunst vorzustellen scheinen. David stemmt sich lachend aus der Hocke. "Glaub ja nicht, dass ich das nicht durchzieh.", zwinkert er.

„Daran zweifel ich nicht!
“, grinst Ellie. Sie macht sich gemeinsam mit den Kids an die Arbeit. „Zuerst das Horn für David, und danach eure Einhörner. Einverstanden?“ Die Kleinen nicken eifrig. Ellie lächelt, reicht ihnen Papier, Stifte, Glitzersticker und anderes Bastelmaterial. „Zuerst müssen wir das Horn verschönern. Es soll ja ein richtig tolles werden.“ Sie zeichnet kurz die Stelle ein, die verschönert werden muss und lässt die Kids sich austoben. Währenddessen macht sie auf einem anderen Blatt Papier schon mal Vorzeichnungen.

Neben Ellie lässt sich David auf die Bank sinken. Für einen Moment ruht sein Blick auf ihr. Ihm gefällt, wie natürlich leicht sie mit den Kindern agiert. Die drei sind sofort auf einer Wellenlänge. Aus seiner Tasche zieht er den kleinen Skizzenblock, blättert einige Seiten um zückt den am Cover angehefteten Stift. Routiniert bewegt sich seine Hand über die Seiten, hin und wieder hebt er den Blick, studiert die Szenerie und widmet sich sogleich wieder der Skizze. "Sag mal,", beginnt er beiläufig, "wir sind doch klar miteinander, oder?"

Einen Moment mustert Ellie ihn nachdenklich, überlegt, was sie sagen soll. Einerseits hat sie schon den Ehrgeiz, ihm zu gefallen. Andererseits ist es schwierig... Die Worte tun immer noch weh. Aber ich glaub nicht, dass das ausreicht.Klar...“, beginnt sie langsam. Sie wird ein wenig rot, senkt den Blick auf ihre Bastelarbeit, als könne sie sich dahinter verstecken. Ich werde dir schon noch zeigen, dass es ausreicht.Ich bin tough. Und stark.“ Und verknallt, auch wenn sie es nicht laut ausspricht.

Die Kids sind mittlerweile fertig damit, das Horn anzumalen. Ellie überreicht ihnen nun ihre Zeichnung: Einhorn-Ohren. „Die dürft ihr auch noch anmalen.“ Sie streicht das Horn, das nun mit vielen bunten Stickern verziert ist, mit den Fingern. Sie faltet es, gibt ihm Form, klebt es vorsichtig zusammen. Während die Kids sich den Ohren widmen, misst sie ein Gummiband ab, schneidet es zurecht, befestigt erst das Horn, dann die Ohren daran.
Dann, als wäre es eine beiläufige Geste, setzt sie David das fertige Horn auf. „Aber denk ja nicht, dass ich so schnell aufgebe.“, sagt Ellie mit einem frechen Lächeln. Grinsend sieht sie zu den Kindern. „Gefällt es euch?

David entgeht Ellies Gesichtsfarbe nicht. Er kann sich nicht erinnern, jemals vor Scham errötet gewesen zu sein. Er steht zu dem, was er tut, sagt und denkt. Kein Grund, sich für irgendetwas zu schämen. So etwas bei anderen zu beobachten, wirkt befremdlich auf ihn. Ein Mundwinkel hebt sich zu einem schiefen Lächeln, als sie weiter spricht. Ja, sie ist tough. Auf ihre eigene Weise. Er klappt das Buch zu, als sie sich ihm zuwendet, um ihm das Kunstwerk aufzusetzen. Das Lächeln wandelt sich zu einem verkniffenen Grinsen. "Na, wie sehe ich aus?"
Beide Hände heben sich präsentierend in die Luft. Laut johlend und lachend feiern die Kinder den Anblick. Daniela kringelt sich vor Freude, während Arthur mit dem Finger auf den großen Bruder zeigt und vor Lachen kaum Luft bekommt. "Ich glaube, ich bin das verdammt noch mal schönste Einhorn ever.", kann auch er sich ein Lachen nicht verkneifen. Er liebt diese kleinen Rotzlöffel einfach. "Danke, Ellie. Machst deine Sache echt gut. Und basteln kannste auch."



„Du bist wirklich das aller schönste Einhorn!“
, lächelt Ellie. Dann dreht sie sich zu den Kids. „Und jetzt seid ihr an der Reihe! Auch ihr bekommt strahlende Einhörner!“ Sie hat doch extra Pappe dafür mitgebracht.
Vor deren staunenden Augen nehmen Ellies Zeichnungen Gestalt an. „Schaut mal, hier haben wir farbiges Papier, das könnten wir auf die Pappe kleben, um den Einhörnern ihre Farbe zu verleihen. Was wollt ihr denn haben?“ Während Ellie das fragt, arbeitet sie weiter an der Vorzeichnung.
"Chosa!" Danielas Augen leuchten, als sie mit dem Finger auf die pinke Farbe deutet. "Du willst immer nur rosa.", stellt Arthur erstaunt fest. "Aber da sind auch andere Farben." "Ich will keine andere Farbe.", erklärt die Schwester mit spitzer Schnabelschnute. "Aber ich will liebaaaaaa ..." unentschlossen wandern Arthurs Augen über das Angebot. "Das da." Die kleine Hand patscht auf einen weißen Bogen. "Und das" die zweite greift nach einem türkisfarbenem, "für die Haare." "Mähne, Kurzer.", berichtigt David. "Bei Einhörnern nennt man das Mähne." "Mähne.", wiederholt der Kleinste.
Ellie schneidet die Farbpapiere zurecht, und hilft den Kleinen, sie auf ihre Wunscheinhörner zu kleben. Sie gibt sich wirklich Mühe, achtet auf Stabilität, so dass die Figuren auch stehen können. Sie klebt runde lustige Augen auf die Einhörner, stellt sie auf den Tisch. Die Augen der Kids strahlen. „Jetzt habt ihr wilde kleine Einhörner, und ein großes Einhorn noch dazu!“, sagt sie lachend und zwinkert David zu.



Während Ellie sich liebevoll den Werken widmet, setzt David unter seinem Einhorn-Ohren-Horn die Skizzen in seinem Buch fort. Es ist herrlich entspannend, hier zu sitzen, um sie herum herrscht schriller Trubel und reges Treiben, das Geschrei tobender Kinder ist für ihn wie Hintergrundmusik. "Du hattest gesagt, dein Bruder macht hier mit, bei der Gärtnerei?", fällt ihm plötzlich ein. Sie hatten sich in Copperdale getroffen, als sie davon sprach. "Wo ist er denn?"

„Im Gewächshaus
!“, erklärt Ellie und zeigt in die Richtung. „Beim Kuchenverkauf.“ Sie lächelt. „Er wird sich freuen, so viele Einhörner zu sehen!“

Lachend klemmt David den Stift zurück an den Einband des Buches, trennt vorsichtig die Seite heraus und reicht sie Ellie. "Hier. Als kleines Dankeschön." Vorsichtig hebt er den Kopf nach hinten und wiehert in melodischen Tönen. "Wer will zum Kuchen reiten?" Für die Geschwister gibt es kein Halten mehr. Gröhlend springen sie auf, erklimmen zuerst die Bank und dann ihren Bruder, der nach sicherem Aufsitzen davon galoppiert - nicht ohne Ellie ein breites Grinsen zu schenken.



Ellie starrt auf die Zeichnung, lächelt. Sie will sie gar nicht mehr aus den Händen legen. Das tut sie erst, als die nächsten Kinder zum Basteltisch kommen. Viel zu spät, als David längst außer Hörreichweite ist, murmelt sie leise: „Danke.“

Zeitgleich an Noukis Stand

Eve hüpft den Weg entlang, die Augen überall. Musik, Stände, Leute, Kinder – das ist viel. Richtig viel. Und richtig cool. Alles ist bunt und wuselig, es riecht nach Essen, nach Erde und nach irgendwas Süssem.
Dann sieht sie den Tisch mit den kleinen Blumentöpfen und den Erdsäcken. Eve bleibt kurz stehen, mustert die Schaufeln, die Hände der anderen Kinder, die Töpfe – dann geht sie einfach hin.
Hallo.“ Sie sagt es nicht besonders laut, aber deutlich. Sie guckt die Rothaarige an, dann auf den Tisch. „Kann ich das auch machen?“ Ihre Finger greifen vorsichtig nach einem Tontopf, warten aber ab, ob das okay ist. „Ich hab bei den Pfadfindern schon mal eine Sonnenblume gezogen. Die war nach zwei Wochen tot. Aber sie hat geblüht.“
Ein Grinsen huscht über ihr Gesicht

Die Finger noch in einem Topf mit Erde vergraben, hebt Nouki den Kopf, als die aufgeweckte Stimme eines Mädchens erklingt. Sie hört sich etwas älter an, als der Durchschnitt der Kinder bisher. Hoffnungsvoll sieht sie in zwei neugierige, blaue Augen und muss lachen wegen der Sonnenblumengeschichte. „Was will man mehr als blühen? Klar kannst du mit machen. Wie heißt du?“ Nachdem sie sich vorgestellt haben, schiebt Nouki ihr den Korb mit dem Saatgut entgegen und deutet auf einen freien Platz.
Setz dich und such dir was aus. Es ist bunt gemischt. Kräuter und Zierblumen. Ich leg dir schon mal eine Tonscherbe unten rein, die brauchst du, damit das Gießwasser abfließen kann.“ Eines der Kinder hält ihr strahlend den fertig bepflanzten und dekorierten Topf entgegen. „Super hast du das gemacht. Warte.“ Von einem kleinen Haken nimmt sie das oberste Kärtchen weg, auf dem eine kurze Pflegeanleitung gedruckt ist und befestigt es mit einem Band am Topf. „Jetzt ist es fertig. Toll.“ Sie schaut lächelnd hinterher, als der kleine Gärtner strahlend zu den Eltern saust.
Gerade will sie Eve nach den Pfadfindern fragen, als ihr ein türkisfarbener Haarschopf ins Auge sticht. „Ähm, könntest du bitte ein paar Minuten hier aufpassen, Eve? Ich muss kurz nach jemandem sehen.“



Nouki wartet die Antwort nicht ab, wischt nur schnell die Hände an einem Tuch ab und geht los. Kurz darauf stellt sie fest, dass sie leider richtig gesehen hat, Bea ist verletzt.

Bea lächelt tapfer, doch die Mundwinkel zittern ein wenig, als sie sich auf die Bank sinken lässt. Die Krücken lehnen daneben. Ein Sportunfall. Ein verletztes Knie. Kurz bevor sie die Reise nach Südkorea mit Charlie hätte antreten sollen. Sie atmet tief durch. Es... tut weh. Wegen so etwas blödem muss sie die tolle Reise verpassen.

Zitat
Aber wehe, du schickst mir keine Bilder, sobald du da bist

Sie tippt den Satz mit wehmütigem Blick ins Handy, während im Hintergrund ihr Bruder lacht – ausgelassen und voller Vorfreude.
Die Reise zur Einweihung war beschwerlich, aber möglich. Und sie wollte nicht alleine zu Hause bleiben. Doch eine Flugreise? Unmöglich.

Hi Bea, was ist passiert, dass du gleich an zwei Krücken gehen musst?“ Die Freundin erzählt und Nouki schüttelt betrübt den Kopf. „So was Bescheuertes. Und dann auch noch am Anfang der Ferien, oh mann.“ Sie wirft eine kurzen Blick zum Pflanztisch, an dem Eve gerade einem kleinen Jungen hilft, sein Saatgut aufzureissen. „Hey, ich könnte Verstärkung brauchen an meinem Tisch. Jemanden, der den Kids hilft, die Töpfe zu verzieren. Hast du Lust dazu?“

„Aber ja!
“, Bea lächelt, „Das klappt ja auch im Sitzen!“ Ihre Laune hebt sich. Es war wirklich eine gute Idee gewesen, hierhin mitzukommen. Mühsam erhebt sie sich, greift nach den Krücken und welchselt mit Noukis Hilfe den Platz. „Ist echt ärgerlich. Ausgerechnet jetzt!“, ärgert sich Bea noch immer, „Da ist die Ablenkung wirklich das Beste!“ Sie versucht, sich nicht anmerken zu lassen, wie traurig sie wirklich ist über die verpasste Reise.



Als Nouki ihr den Korb mit den Tütchen hinschiebt, lässt sie den Blick drüberfliegen. Die meisten Namen sagen ihr nichts. Lobelien? Klingen wie ein Adelshaus aus Harry Potter.
Sie greift zielsicher nach der Tüte mit dem Bild der Sonnenblume.
Ich hab bei den Pfadfindern mal gelernt, wie man aus einer PET-Flasche ein Bewässerungssystem bastelt“, sagt sie, während sie das Saatgut vorsichtig mit dem Finger reindrückt. Als hätte sie das schon hundert Mal gemacht. Gerade will sie Nouki fragen, ob Samen sich gegenseitig hassen können, weil sie irgendwo gelesen hat, dass manche Pflanzen sich nicht vertragen – da sieht sie, wie Noukis Blick plötzlich woandershin schnellt.
Ähm, könntest du bitte ein paar Minuten hier aufpassen, Eve? Ich muss kurz nach jemandem sehen.“
Eve nickt, sofort innerlich aufrecht. Yes. Auftrag.
Klar. Allzeit bereit.“ Aber zu erst…
Sie schaut sich um. Auf dem Tisch liegt ein Haufen Kleinkram – Stifte, Aufkleber, kleine Holzstäbchen, Filz, Muscheln. Ah! Eve wischt sich eine Hand durchs Gesicht, wobei ein bisschen Erde auf der Stirn kleben bleibt. Sie schnappt sich einen dicken silbernen Marker und schreibt in krakeliger Schrift auf den Tontopf:
Für Sullivan.
Sie malt eine kleine Blume daneben. An den Rand klebt sie ein Stück Bastband und fädelt ein Holzschildchen durch, auf dem sie in Grossbuchstaben mit Filzstift schreibt:
NICHT WEGWERFEN!!
Zur Sicherheit. Sie stützt die Ellenbogen auf den Tisch und schaut ihr Werk an. Kurz wird ihr Bauch ganz warm. Sie lehnt sich zurück, pfeift leise vor sich hin und überlegt, ob sie noch ein Glitzerdings dranpappt – entscheidet sich dann aber dagegen. Blaze hasst zu viel Bling. Glaub ich. Oder?
Egal. Es ist jetzt perfekt.



Im Gewächshaus

Ben lächelt Maryama und Ambrosius fröhlich zu. „Natürlich! Als Ehrengast gibt es auch den allerbesten Kuchen!“, begrüßt der den Senioren. „Such dir einen aus, den bringe ich dir dann zu Ellie an den Tisch.

Während Maryama die Blumenerde wegbringt, schaut Ambrosius auf die Auswahl und entscheidet sich schließlich. „Na dann, ich trage den Teller und du trabst voraus.“, grinst Ben, dann dreht er sich zu Dora um: „Halt bitte kurz die Stellung!“ Sie lächelt. „Okay, Boss!“, erwidert sie. Vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance, alles zu kitten, wenn sie sich Mühe gibt...



Es ist bewegend, so viele Sims bei der Eröffnung zu sehen. Ab und zu blitzt Maryamas Haarschopf im Gewusel der Sims auf, aber mit ihr wird er wohl erst später zum reden kommen. Ambrosius schiebt tapfer den Rollator voran. Die Simsmenge teilt sich , als würde ein Magnet sie wie Metallsplitter anziehen und seitlich anordnen, wofür der alte Mann sehr dankbar ist. Die letzten Meter wird das Gelände zu uneben, so dass Ben ihn unterhakt, bis er sicher an dem Picknicktisch neben Ellie Platz nehmen kann.

Ellie blickt lächelnd auf, als sich ihr Bruder mit dem alten Mann nähert. „Hallo ihr beiden, ich...“ Sie wird unterbrochen, als ein kleiner Junge an ihrem Hemd zerrt. „Schau mal, was ich gebastelt habe!“ Ihre Aufmerksamkeit widmet sich nun dem Kind. Aber der gebastelte Teddy ist aber auch wirklich niedlich geworden – nach ihrer Anleitung.

"Der Kuchen sieht so edel aus, Ben. Dieses Blau." Vorsichtig greift Ambrosius nach seine Kuchengabel und probiert ein kleines Stück. "Mmmmh, Heidelbeeren? Und noch etwas...ich kann es nicht genau definieren...aber köstlich. Was ist das Geheimnis?" Sein eigenes Geheimnis heute ist Aidarias Trank. Seit ihrem kleinen Experiment, hat er nicht mehr danach gefragt, auch wenn der Gedanke wenigstens ein paar Stunden ohne das Zittern zu leben, sehr verlockend ist. Die Eröffnungsfeier heute, bedeutet ihm sehr viel und er wollte niemanden bitten müssen ihm beim essen behilflich zu sein. Was für ein Glück, diese kleine Portion Magie... aber auf keinen Fall soll das zur Gewohnheit werden.



Ben lächelt. "Gute Geschmacksnerven.", lobt er. "Heidelbeeren sind wirklich ein wichtiger Bestandteil des Rezepts. Und was das Geheimnis betrifft...", er zwinkert dem Senior zu, "wenn ich das verraten würde, wäre es ja kein Geheimnis mehr!" Ellie lacht, beugt sich verschwörerisch zu Ambrosius vor: "Zitronensaft!"

Ben scheint nicht wirklich empört darüber zu sein. Er fügt fröhlich hinzu: "Genau! Das gibt dem Kuchen Frische und hebt das Aroma der Heidelbeeren. Ellie hat beim Design geholfen – das sieht man dem kleinen Kunstwerk auch an. Aber das Rezept ist ein altes Familienrezept." Sein Blick wird einen Moment lang weich, fast abwesend – nur ein Hauch Wehmut, der schnell wieder verfliegt. Doch er fasst sich schnell wieder. "Aber freut mich, dass es dir schmeckt."

Aufmerksam mustert Ambrosius den jungen Mann. "Ich backe auch gerne. Einfaches , aber es sind auch ein paar Familienrezepte dabei. Es ist schön, wenn solche Anleitungen erhalten bleiben. Wahre Schätze sind das." Er blickt zu Ellie. "Ich beneide dich um die ruhige Hand, die man für so kunstvolle Verzierungen haben muss und natürlich auch beim basteln mit Kindern." Er zögert einen Moment. "Habt ihr Lust, mir eine Kleinigkeit als Andenken an diesen Tag anzufertigen? Nach euren Ideen? Darüber würde ich mich wirklich freuen."
Ellie lächelt. "Natürlich." Sie überlegt eine Weile. Etwas für Ambrosius... Was könnte zu ihm passen?

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Nachdenklich folgt Sibylle den Beschreibungen Delsyns. Wehmut schleicht sich unter ihre Züge. Warum muss Logan immer gleich abhauen? Wieso kann er nicht ein Mal ausbaden, was er sich einbrockt? Ihr Blick senkt sich gedankenverloren. Was ist es bloß dieses Mal? Und warum meldet er sich nicht wenigstens?
Ein leises Glucksen Julians lässt Sibylle aufschauen. Augenblicklich zaubert das Bild von Maryamas Freund ihr ein Lächeln auf die Lippen. Wie liebevoll er mit dem Kleinen umgeht. Ein Seufzen kann sie nicht unterdrücken. Als junger Teenager hat sie sich immer vorgestellt, wie es wohl wäre, eine eigene Familie zu haben - Kinder und einen fürsorglichen Mann an der Seite. Erstens kommt es anders, ... "Er mag dich.", stellt sie liebevoll fest. "Mit seinem Papa wäre der Start sicherlich schöner. Aber ... 'So läuft das eben nicht'. Schätze ich." Wie oft hat sie diesen Satz von Logan gehört?

Schmunzelnd überreicht Del den Kleinen zurück in Sibylles Arme. „Ich habe meinen Vater erst letztes Jahr zum ersten Mal getroffen“, sagt er beiläufig. Gerade will er ansetzen, mehr zu erzählen, da hört er seinen Namen.



„Delsyn!
Er dreht sich um, blinzelt gegen das Sonnenlicht und da steht sie. Seine Mom. Schultertasche, Sonnenbrille, eine dieser Blusen, die sie immer zu warm findet, aber trotzdem trägt, weil sie weiss, dass sie ihr steht. Direkt hinter ihr: Irving. Der wirkt, als hätte man ihn aus einem Excel-Sheet gezerrt, mit der Körperhaltung eines Mannes, der nicht weiss, ob er hier sein sollte, aber beschlossen hat, das trotzdem durchzuziehn. Del lacht, hell und überrascht.
„Mom. Und wenn man vom Teufel spricht.“
Monika zieht ihn direkt in eine Umarmung und drückt einen Kuss an seine Schläfe. Ihre Stimme ist weich, aber ihr Blick mustert ihn mit ihrem Radar: Ist er okay? Hat er geschlafen? Hat er gegessen?
„Wir waren zum Kaffee in diesem Fischrestaurant am Hafen“, erklärt Monika fröhlich und legt eine Hand auf Irvings Schulter. „Ich dachte, ich krieg ihn vielleicht noch überredet, auf einen Sprung vorbeizuschauen. Und siehe da.“ Sie hebt die Brauen und lächelt. „Ich bin sehr überzeugend.“
„Guten Tag“
, sagt Irving, leicht steif aber bemüht. „Hallo, Delsyn.“
„Schön das ihrs geschafft habt
.“ Del sieht zwischen ihnen beiden hin und her, seine Freude ist echt. Dann wendet er sich wieder Sibylle zu, die Julian hält. „Sibylle, darf ich vorstellen – das ist meine Mom, Monika. Und das ist Irving. Mein... Vater.“ Er spricht das Wort nicht zögerlich aus aber die winzige Pause lässt auf das Thema von vorhin schliessen..



Monika mustert Sibylle mit einem dieser schnellen, durchdringenden Blicke, die nur Mütter beherrschen – freundlich, aber eindeutig auf der Suche nach Antworten. Hübsch ist sie, denkt sie. Und wie sie mit dem Baby umgeht, mit diesem ruhigen, selbstverständlichen Griff... Irgendetwas in ihr regt sich leise. Dann schiebt sich ein anderer Gedanke dazwischen. War das nicht… Nein der Name war Maryama? Sie zieht unmerklich eine Braue hoch.
„Schön, dich kennenzulernen“, sagt sie mit aufrichtigem Ton, während sie die Szene aufnimmt – Julian in Sibylles Armen, Delsyn mit weichem Blick daneben. Monika schiebt ein Lächeln über die Lippen und wendet sich mit einem kleinen Seitenblick an Delsyn:
„Ich dachte kurz, das sei vielleicht die junge Frau, von der du neulich erzählt hast.“
Ein sachlich gehaltener Satz, beiläufig, aber mit feiner Betonung. Delsyn blickt auf.
Das war Maryama“, sagt er zu schnell. „Sie ist auch hier. Sie ist eine der Gründerinnen des Green Fingers.“
Er räuspert sich und dreht sich ein wenig zu Irving.
Wo habt ihr eigentlich Beth gelassen?“
Er versucht, die Frage beiläufig zu stellen. „Dann wäre die Familie fast vollzählig.“
Del bemerkt das innerliche Augenrollen seines Vaters, als er auf Blaze anspielt.


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