Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus

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18.04.2023 10:47 (zuletzt bearbeitet: 11.07.2023 23:50)
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Hausmeister

Ellie - letzter Post
Viola - letzter Post
Nouki kommt von [ALT] Brindleton Bay Nr. 8 - Brindleton Bay Highschool

Charaktere: Ellie, Nouki, Vero, Viola
Titel: Schwester Rabiata


Leicht nervös steht Nouki mit Ellie vor dem Krankenhaus in dem Vero liegt . Sie warten auf Viola. "Wie fühlst du dich denn, Ellie?" Nouki selbst ist hin und her gerissen von der Hoffnung, die Fehde der beiden könne heute noch beigelegt werden und leichten Zweifeln ob das tatsächlich der richtige Weg ist, den sie da gehen.



Ellie sieht Nouki die Zweifel an. Auch sie weiß nicht, ob sie hier das Richtige tun. „Hoffentlich wollte sie nicht nur deshalb die Adresse erfahren, um Vero weiter ärgern zu können. Bei ihr weiß man nie.“ Sie seufzt. „Andererseits hätte sie gar nichts davon außer noch mehr Ärger. Ich schätze, wir werden es wagen müssen.“ Dann fügt sie noch hinzu: „Vielleicht kommt sie ja gar nicht!“

Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein: "Oh, da kommt sie glaub ich angeflattert." Nouki zeigt nach oben, wo eine einsame Fledermaus zu sehen ist.



Viola flattert zum Krankenhaus. Sie hat nicht vor, Freundschaft mit Vero zu schließen.. kann ihr dann nicht egal sein was die denkt? Erneut muss sie sich in Erinnerung rufen, warum sie das eigentlich tut, um ihren Stolz zu beruhigen. Doch Lilly verdient Respekt, so wie sie mit der Sache umgegangen ist. Sogar beim Komponieren hat Lilly geholfen, und das, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon von der Sache wusste. Viola möchte ihrer Mom wenigstens den einen Wunsch erfüllen und sich bei Vero entschuldigen. Und außerdem macht das bestimmt auch einen guten Eindruck, wenn sie danach mit Veros Vater spricht. Ellie und Nouki warten bereits. Die Vampirin landet neben ihnen. "Ok", sagt sie, "dann mal los." Besser, sie zögern die Sache nicht noch heraus und sie kann es hinter sich bringen.

"Hi Viola!" Nouki nickt der Vampirin zu. "Ja, wir gehen mit bis vors Zimmer und warten dann erstmal draußen."

Auch Ellie grüßt kurz. Viola nickt jedoch nur. Immer noch so grumpy wie immer... denkt sich Ellie, ohne es laut auszusprechen. Aber wenn es wirklich klappt, und die Mädels ihre Fehde beilegen können, kann Viola so grumpy sein wie sie möchte – Ellie wäre ihr dann trotzdem dankbar.

Die Mädchen gehen in den ersten Stock, dort wo Vero liegt. Ellie und Nouki setzen sich auf eine Sitzbank im Flur während Viola vor der Tür noch eine Weile stehen bleibt. Es wird nicht einfach werden, das ist ihr bewusst. Sie weiß, dass sie leicht reizbar ist, und Vero ist auch nicht besser. Doch die Vampirin rechnet mit Schwierigkeiten. Vielleicht kann sie sich dann besser darauf einstellen, und die Ruhe bewahren? Sie öffnet die Tür.



„Hallo Darling!“, sagt sie zu Vero, macht aber auch gleich weiter: „Bevor du die Krankenschwester rufst, hör dir an, was ich zu sagen habe, okay?“ Sie hält ein paar Meter Abstand, damit Vero sich nicht bedroht fühlen würde und wartet auf deren Reaktion.



Vero sieht auf und erkennt Viola sofort. Ihre Augenbrauen ziehen sich zusammen. „Was willst du? ... willst dich über mich lustig machen?“, giftet die Teenagerin zurück. Sie hat null Bock auf die Mitschülerin.

Viola hat nicht damit gerechnet, mit offenen Armen willkommen geheißen zu werden. Doch so schlimm wie befürchtet ist Veros Reaktion dann auch nun wieder nicht. Es flog zumindest keine Nachttisch-Lampe.

Ja, natürlich“, sagt die Vampirin sarkastisch, „ich mache mir die Mühe, herauszufinden wo du steckst, nur um mich lustig zu machen. Als ob ich nichts besseres zu tun hätte.“ Sie redet gleich weiter. „Nein, ich wollte...“ Sie stoppt einen Augenblick, schließt die Augen, fährt dann jedoch wieder fort: „Ich wollte dir sagen, dass ich das nicht so wollte.“ Sie zeigt auf Veros verletzten Arm. „Ja, wir wollten dir einen Streich spielen. Aber doch nicht so! Die Sache ist eskaliert und dafür entschuldige ich mich.“ So, Lilly. Jetzt hast du was du wolltest. Doch jetzt zu gehen wäre etwas verfrüht, und so bleibt Viola stehen und wartet ab, was Vero sagen würde.



Die Blondine hört sich die Entschuldigung an. ... Sie kann es nicht fassen, was sie gerade hört. Ist das nun echt oder surreal? Doch die Wut in ihr übernimmt das Kommando. Sie ballt die gesunde Faust, wendet den Blick von Viola ab. "Verschwinde!", sagt sie mit ernster Stimme.



Viola ignoriert die Faust. "Immer noch so bissig wie ein Terrier, wie?", sagt sie grinsend. Sie überspielt ihre eigene Unsicherheit mit Sarkasmus. Immerhin hat Vero bisher nichts gesagt, das Viola triggern könnte. Gut. Das hätte noch gefehlt, dass sie hier erneut die Kontrolle verliert. Es ist fraglich, ob Nouki und Ellie es dann rechtzeitig in den Raum geschafft haben um weitere Verletzungen zu verhindern.

So jedoch kann Viola einigermaßen ruhig bleiben. „Mal langsam, Vero, ich bin noch nicht fertig.“ Viola macht eine Pause.

Hau ab!“, erwidert Vero energisch.

Einen Augenblick überlegt Viola, genau das zu tun. Sie hat nicht wirklich Lust drauf, hier zu sein. Vero genauso wenig. Aber andererseits schadet es ja auch nicht, vor dem Gespräch mit Veros Vater zeigen zu können, dass es wirklich keine Absicht gewesen ist. „Es geht um die blöde Fehde.“, sagt Viola unbeeindruckt. „Mein Angebot ist, dass wir das ganze fallen lassen. Das würde nicht heißen, dass wir deshalb gleich die besten Freunde werden. Das willst du nicht, das will ich nicht, in dem Punkt sind wir uns also ausnahmsweise einmal einig. Aber das würde heißen, dass wir uns zumindest gegenseitig ignorieren. Aber das funktioniert natürlich nur, wenn beide Seiten sich darauf einlassen. Also, was sagst du?“

Genervt sieht Vero nun zu Viola und ihre Augen glühen wütend. „Ist mir nur recht! Hau endlich ab!“ Sie hat keine Lust sich mit Viola weiter beschäftigen zu müssen. Insgeheim wünscht sie sich ihre Freunde herbei.

„Das heißt also, ja, wie?“, antwortet Viola. Das war... einfacher als erwartet. Vero hat deutlich gemacht, dass sie keine Lust auf das Gespräch hat, doch das hatte Viola ebenfalls nicht. Aber die Blondine hat nicht provoziert und ist ohne Beleidigungen ausgekommen. Vielleicht hat sie ihre Lektion beim Festival gelernt, vielleicht wollte sie die Sache aber auch einfach nur so schnell wie möglich abschließen. Wie auch immer. Veros „Ist mir recht“ genügt erst mal als Antwort. Viola ist sich nicht sicher, ob dieser Waffenstillstand auch halten wird. Das wird wohl die Zukunft zeigen. Für's Erste scheint die Sache aber erledigt zu sein. „War mir ein Vergnügen, Darling!“, sagt Viola beim Rausgehen und deutet einen Knicks an. Hm, so ganz ohne Spott konnte die Vampirin es dann doch nicht abschließen. Aber immerhin, beide Seiten sind ruhiger geblieben als erwartet. Und sie hatte nicht einmal mit einem Entschuldigungsgeschenk ankommen müssen, was an einem Sonntag ohnehin schwierig zu organisieren gewesen wäre.

Sie schließt die Tür wieder und beendet das Video. Dann wendet sich nun Nouki und Ellie zu. "Ihr habt das Gespräch von hier aus mitbekommen, oder?", hakt sie noch einmal nach.

Als Nouki hört, wie Viola sich in Veros Zimmer der Tür nähert, geht sie schnell ein paar Schritte zurück und grinst Ellie an. Viola braucht nicht wissen,dass sie gespannt an der Tür gelauscht und alles mitbekommen haben. Lässig lehnt sie sich an die Wand und wartet, bis Viola heraustritt.

Teile davon, ja.“ antwortet sie dann auf Violas Frage. „Klang...nicht sehr freundlich, aber ihr seid wohl zu nem Ergebnis gekommen?“

"Ich war so freundlich wie mir möglich war!
", sagt Viola und ist damit nicht einmal unehrlich, "Ich bin nicht laut geworden. Und ja, wir sind zu einem Ergebnis gekommen. Wir lassen die Fehde fallen. Zufrieden?"

Ellie seufzt. Viola kann wohl wieder mal nicht zeigen, was sie wirklich denkt. "Ja, ich bin zufrieden!", sagt sie, "Danke noch mal." Viola nickt nur.

Ja, das ist gut. Ihr müsst ja keine Besties werden, aber ernsthaft vermeiden euch wieder zu streiten.“ Nouki nickt Viola zu. „Mehr kann man wohl nicht verlangen.“ Dass sie selbst es lieber hätte, wenn die Aussprache etwas...versöhnlicher ausgefallen wäre, im Sinne von reflektierter und tiefgehender, verschweigt sie. Mehr als das was gerade passiert ist, durfte man tatsächlich nicht erwarten. Deshalb schickt sie ihren Worten noch ein kleines Lächeln nach.

Viola sieht Nouki an, dass sie sich mehr erhofft hat, auch wenn diese nichts sagt. Vielleicht wäre die Vampirin sogar dazu bereit gewesen, wenn Vero sich versöhnlicher gezeigt hätte. Doch es war deutlich, dass die Blondine kein Interesse an einem Gespräch hatte und Viola gibt sich damit auch zufrieden. Sie flattert nun heimwärts.

Als die Vampirin nicht mehr zu sehen ist wendet sich Ellie an Nouki: „Und? Gehen wir rein? Nur dann wird Vero ahnen, dass wir etwas mit Violas Besuch zu tun haben.“

Die letzte Bemerkung von Ellie bringt Nouki nochmal zum Nachdenken. Sie könnten natürlich jetzt gehen und die Angelegenheit einfach als erledigt betrachten...aber Vero weiß ja sowieso von Noukis Einstellung in dieser Sache und dass Ellie im Grunde ihre Ansicht teilt. Also...“Jo, wir gehen rein, Vero wird sowieso schon nen Verdacht haben.“ Nouki hakt Ellie unter und zieht sie ein wenig Richtung Zimmertüre von Vero. Dann lächelt sie ihr ermutigend zu und sagt: „Du klopfst, dann gehen wir zusammen rein.

Ellie lächelt. Sie hätte gehofft, dass sich Viola etwas mehr Mühe gibt - wie sie ja eigentlich auch versprochen hatte. „Beim Gespräch mit uns wirkte Viola eigentlich so, als könnte sie sich doch mal etwas öffnen. Vor Vero hat es aber leider wohl doch nicht geklappt. Da sitzt die Feindschaft wohl noch zu tief.“ Sie seufzt. „Aber wenigstens hat es mit dem Waffenstillstand geklappt!“ Ellie klopft nun an die Tür und die Mädchen treten ein.

Vero blickt zur Tür und beginnt zu strahlen. „Ellie! Nouki! Schön, dass ihr da seid!“

Das ist eine viel freundlichere Begrüßung, als Nouki erwartet hat. Schnell geht sie zu Veros Bett, lässt sich an einer Seite darauf plumpsen und drückt die Freundin erstmal zur Begrüßung. „Hey Vero, du siehst viel besser aus als letztes Mal...wie geht's dir?“ fragt sie dann einfach mal drauf los. Man muss ja nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen.



Ellie setzt sich zu ihren Freundinnen. „Schön, dass Shane gestern bei dir zu Besuch war.“, sagt sie, „Man hat dir angesehen, dass dir seine Gesellschaft gut getan hat!“

Vero nickt den Freundinnen zustimmend zu. „Ja, es tat sehr gut. Shane ist einfach toll.“ Sie driftet etwas ab, bis sie verlegen, mit rosa verfärbten Wangen, sich den Besucherinnen wieder zuwendet. „Wie fandet ihr den Schulball? Ist noch etwas witziges passiert?

Ellie grinst bei der Frage: „Und ob was lustiges passiert ist! Das meiste hast du ja per Livestream mitbekommen, aber Lilly Nebeljägers Konzert hast du verpasst und das, was danach passierte.“ Bei dem Nachnamen wird sich Vero wohl schon denken können, wessen Mutter Lilly ist, doch es geht hier ja nur am Rande um das Konzert. „Jedenfalls, kaum, dass sie das Klavierspiel beendete, fing es plötzlich an, Schaum zu regnen! Jemand hatte die Sprinkleranlage manipuliert als Schülerstreich! Aber es war irgendwie witzig und hat Spaß gemacht, im Schaum herum zu schlittern!“

Als sich Nouki die Bilder von der Schaumschlacht ins Gedächtnis ruft, muss sie wieder lachen. „Ja, es ging echt rund, die einen rutschten auf dem Hosenboden, andere haben sich beworfen und manche waren auch sauer und sind geflüchtet. Totales Chaos.“ Sie grinst und wird dann minimal ernster. „Aber ich sag euch was...wenn man mich fragen würde, wäre Blaze der erste an den ich bei sowas denken würde. Das würde ihm ähnlich sehen sowas zu veanstalten...und Denize scheint das wohl auch gedacht zu haben.“ Sie schaut die Freundinnen abwechselnd vieldeutig an. „Ich hab gesehen wie sie zu ihm hin gerauscht ist und auf ihn eingeredet hat...und das nicht gerade freundlich.“ Sie muss wieder grinsen. „Chip war auch mit von der Partie, aber den hat sie eher in Ruhe gelassen, obwohl er auch mit diskutiert hat...er hat wohl jetzt Heimvorteil.“ schließt sie augenzwinkernd.

Ellie hatte sich keine Gedanken darüber gemacht, wer es gewesen sein könnte, aber es passt tatsächlich zu Blaze: „Ich mag ihn zwar nicht, aber dieses Mal hat Blaze dann wirklich mal etwas Lustiges geleistet! Wenn er es denn tatsächlich war. Ich kann aber auch Denize verstehen, wenn sie da wütend wird. Die Organisation des Balls war viel Arbeit.“ Auch wenn sie es nicht selbst gesehen hat, glaubt sie Noukis Erzählung. Sie sieht nun wieder zu Vero: „Am Ende mussten wir aber alles wieder sauber machen. Aber auch das hat Spaß gemacht mit Freunden.“

„Ja, alle haben zusammen geholfen, das hätte ich nicht gedacht.“
Nouki erzählt Vero noch von der Rede und dass Lashawn mutig mit auf der Bühne war um alle zur gemeinsamen Rettung des Balles und vor allem des Gebäudes zu animieren. „Hätte ich nicht gedacht von ihr, ich glaub da steckt eine ganz patente Person in ihr.“ Vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit zum Gespräch mit ihr denkt Nouki noch im Stillen, bevor sie sich wieder an Vero wendet.

Vero hört den beiden Freundinnen zu. Bei der Sache mit dem Schaum, muss sie lachen. „Auch wenn Denize sicher vor Wut gekocht hat ... die geile Aktion hätte ich gefeiert. Mein Papa hat mir mal erzählt, es gab zu seiner Jugendzeit verschiedene Partys. Da gab es auch eine, wo der Raum mit Schaum geflutet wurde und die Gäste darin tanzen und herumalbern konnten. ... Stell mir das ganz witzig vor und wär zu gern dabei gewesen.“

Als die Sprache auf Lashawn und die Putzaktion kam, erwidert Vero: „Nun, wenn sie mal aus sich rauskommt, why not? ... Ich find es eh komisch, dass die sich immer abkapselt. Da ist selbst Ellie, die sonst eher ruhig ist, eine schillernde Persönlichkeit. Hoffe der Vergleich ist ok?“, führt sie fort und entschuldigt sich bei der Freundin, falls die Aussage nicht in Ordnung ist.



Ellie lacht nur. Der Vergleich gefällt ihr. Aber auch sie freut sich für Lashawn, dass sie so etwas gewagt hat.

„Ja, ich fands auch cool, dass sie so mutig war. Stille Wasser und so...wer weiß was sonst noch so in ihr steckt.“ meint Nouki zustimmend. „Aber jetzt mal zu was Anderem...was gibt's denn bei dir Neues? Weißt du schon wann du entlassen wirst?... oder ist sonst irgendwas ...ungewöhnliche passiert?“ Nouki wirft erst Ellie, dann Vero einen bedeutungsvollen Blick zu.

Ellie erwidert Noukis Blick. Auch ihr ist aufgefallen, dass Vero die Vampirin bisher noch nicht erwähnt hat. Ahnt sie etwa doch nicht, woher Viola die Zimmernummer hat? Sie schweigt und wartet Veros Antwort ab.

Die Gefragte überlegt kurz und antwortet dann: „Also, ich werde in 2 Tagen entlassen. Der Arm fühlt sich noch nicht so dolle an ... und ...“ Die Blondine verdreht die Augen. „Die Stinkmotte war da.“

Nouki freut sich ehrlich. “Wow, in zwei Tagen? Das ist ja genial! Dann gehen wir erstmal irgendwo was Tolles essen...bestimmt hats du die Nase voll von dem Krankenhauszeug hier.“ sagt sie mit Blick auf das noch halbvolle Essenstablett, das auf dem Nachttisch steht. Dann schaut sie Vero leicht schmunzelnd an. „Ja, das ist wirklich super!“, bestätigt Ellie fröhlich.

Hm...Viola hat dich heimges...ähm...besucht?“ scherzt Nouki . „Das klingt spannend, erzähl.“

Ellie gefällt es nicht, dass Vero die Vampirin immer noch Stinkmotte nennt. Ihr selbst wäre es ja egal, wenn da nicht dieser neue Waffenstillstand wäre. Hoffentlich würde sich Vero das noch abgewöhnen, bevor sie es gedankenverloren in Violas Beisein sagt. Sie schweigt jedoch und hört ihrer Freundin erst mal nur zu.

Die Blondine spricht weiter, bevor sie Nouki antwortet: „Die hat sich entschuldigt und hat was gefaselt von: gegenseitig ignorieren. ... Soll mir nur recht sein. Diese blöde Kuh soll mir bloß kein zweites Mal unter die Augen treten!“ Ihren Ärger und Unmut kann man deutlich heraushören. „Ich freue mich auf jeden Fall auf die Zeit nach dem Krankenhaus. Ich vermisse euch so. Möchte einfach wieder ins Kino oder mit euch Zeit verbringen.“

In Noukis Magen macht sich ein ungutes Gefühl breit. Vero wirkt überhaupt nicht ausgesöhnt mit der Situation zwischen Viola und ihr. So redet man nicht, wenn man den Streit beilegen will...so redet man, wenn man zwar die Worte des anderen gehört hat, aber nichts davon in sein Inneres eindringen lassen hat. Sie seufzt im Stillen. Was soll man da noch machen? "Irgendwie aber auch mutig von ihr hierher zu kommen und sich zu entschuldigen...das ist ihr bestimmt auch nicht leicht gefallen." Nouki hebt vorsorglich beschwichtigend die Hände. "Klar, sie war es, die dich verletzt hat...aber willst du ihr das nicht auch ein bisschen anrechnen?" Dass Violas Art nicht unbedingt sehr diplomatisch war ist Nouki klar, aber das will sei Vero erstmal nicht sagen. Sie scheint ja noch nicht auf die Idee gekommen zu sein, dass Nouki und Ellie etwas mit dem heutigen Besuch der Vampirin zu tun haben.

Auch Ellie ist Noukis Meinung. Es ist Viola sicher nicht leicht gefallen. Ob sie deshalb so in Sarkasmus verfallen ist? Um die Nervosität zu verbergen? Womöglich passierte das so automatisch, dass ihr gar nicht aufgefallen ist, dass Sarkasmus hier vielleicht nicht angebracht ist.. Womöglich interpretiert Ellie aber auch einfach zu viel rein und Viola war die Entschuldigung doch nicht so wichtig wie sie die beiden hatte glauben lassen. Aber alles in allem weiß Ellie mittlerweile, dass die Vampirin nicht wirklich so böse ist, wie sie gerne mal tut.. und wie sie noch in der Anfangszeit dachte. Sie schweigt noch immer, doch sie blickt Nouki an.

Vero hört Nouki zu. Objektiv betrachtet hat die Freundin mit ihrer Aussage recht. Allerdings ist Vero weder bereit weiter darüber nachzudenken, noch sich mit der Situation weiter auseinander zu setzen. „Können wir vielleicht über was anderes reden? Ihr wisst doch, Viola geht mir auf den Zeiger und ich möchte lieber meine Zeit mit euch, als mit der, verbringen. ... Was ich noch vergessen habe zu erzählen: Diese eine blöde Nachtschwester hat mir einfach mein Handy abgenommen. Deshalb konnte ich euch nicht mehr antworten. Erwachsene können so gemein sein!“

Ellie beschließt, das Thema Viola nun fallen zu lassen. Die Zukunft wird zeigen, ob der Waffenstillstand hält. Sie hofft es zumindest. „Ja, das haben wir mitbekommen!“, sagt Ellie, „wir hatten kurz davor aber eh schon Akku-Probleme. Lange hätten wir wohl eh nicht mehr weiter machen können. Aber nett ist das trotzdem nicht. Miese Schwester!“

Doch gerade als Ellie ihrer verletzten Freundin von der Renovierung des Gartens und dem neuen Teich erzählen will, kommt genau diese miese Schwester in den Raum: „Besuchszeiten sind nun vorbei!“ - „Wir brauchen nur noch fünf Min...“ Doch die Schwester bleibt hart und so bleibt Ellie und Nouki nichts anderes übrig, als das Krankenhaus zu verlassen.



Vero ist deutlich angepisst von der Schwester und legt sich wieder hin. Zum Glück kommt ihr Papa demnächst. Dem wird sie alles erzählen.

Das war wirklich eine miese Schwester!“, sagt Ellie vor dem Gebäude noch zu Nouki. Aber in zwei Tagen wird Vero ja entlassen. Ellie beschließt, Vero, Tani und Nouki dann zu einer „Genesungsparty“ zu sich einzuladen. Dann könnten sie das Ergebnis der Renovierung sogar live betrachten.

Nouki rollt mit den Augen und nickt. „Echt wahr, was für ein Drachen, bestimmt werden alle ganz schnell gesund da drin, nur damit sie vor DER flüchten können. Gut dass Vero in zwei Tagen heim darf, ich freu mich schon drauf wieder zusammen was zu unternehmen.“

„Ja“
, sagt Ellie grinsend, „Deshalb ist sie da sicher auch angestellt. So werden die Patienten schneller gesund!“ Sie sieht zu Nouki. „Wenn Vero wieder draußen ist, würde ich euch beide und Tani gerne zu mir nach Hause einladen zu einer Genesungsparty. Dann kannst du auch den neuen Garten bewundern!“

„Super Idee.
“ Nouki hakt Ellie unter während sie weiter schlendern. „Wir können ja noch alle gemeinsam überlegen was wir vorbereiten und was jeder mitbringen kann, musst ja nicht alles allein machen. Das freut Tani und Vero bestimmt auch!“ Sie lächelt Ellie zu. „Bin schon neugierig, was ihr alles renoviert habt.“

Ellie freut sich darüber. „Ja, das wird sicher lustig!“, sagt sie noch, bevor sie sich von Nouki verabschiedet und beide sich auf den Heimweg machen.

(In Zusammenarbeit mit @simscat2 und @KFutagoh89 )

Viola - Nächster Post
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Nouki geht nach Oasis Springs


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18.04.2023 11:43 (zuletzt bearbeitet: 20.04.2023 17:29)
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Hausmeister

Charaktere: Hans & Vero
Titel: Wieder zuhause

Die notwendige Zeit im Krankenhaus endete schließlich. Hans holte seine Tochter ab. Diese war nicht unglücklich, endlich von dieser blöden Krankenschwester weg zu kommen. Zwar hatte sie ihrem Papa erzählt, was die Schwester getan hat, allerdings zog das wenige Konsequenzen nach sich. Herr Engel redete mit der Person. Jedoch bezweifelte er, dass sich dadurch das Verhalten der Angestellten ändern würde. Dies bestätigte sich in der Reaktion deutlich. Das wichtigste jedoch: Vero bekam ihr Handy zurück und konnte so die Nachricht von Ellie endlich lesen.

>>Hallo Vero! Dein Vater hat uns erzählt, dass du nun wieder frei bist von Schwester Rabiata. Eigentlich hatte ich geplant, dich dann mit Nouki und Tani zu einer Genesungsparty zu mir einzuladen, aber die Umstände sind wohl etwas zu deprimierend im Moment. Aber... hättest du vielleicht trotzdem Lust, in den nächsten Tagen? Ich werde das auch gleich an Nouki und Tani schicken.<<

Während sie im Auto saß, schrieb die Teenagerin der Freundin zurück.

>>Hi Ellie. Das ist ja lieb von euch. Danke :smile: Würd mich freuen, wenn wir uns wiedersehen. Ach, der Gips hält mich nicht auf, euch wiedersehen zu wollen. :wink: Sagst du Bescheid, wann es los geht? Kann Shane auch kommen? Bist die Beste. :heart: Vero<<

Der Jugendlichen war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, was in ihrem Umfeld passiert ist. Hans wusste bereits davon. Er überlegte während der Autofahrt, wie er es seiner Tochter schonend beibrachte.

Ort: Zuhause von Vero, Evergreen Harbor

Daheim angekommen half er der Angeschlagenen aus dem Auto und ging mit dem Gepäck in die Wohnung. Vero atmete durch. "Es ist so schön wieder hier zu sein!" Hans lächelte. "Das glaub ich dir. Willst dich in die Küche setzen? Ich komm gleich dazu." Das Mädchen nickte und setzte sich an den Küchentisch. Hans versorgte das Gepäck und begann anschließend etwas zu Essen zu kochen. Heute gab es ihr Lieblingsessen: Schnitzel mit Rührei und Pommes. Es roch bereits lecker und Vero lief der Sabber aus dem Mundwinkel. "Wann essen wir?", fragte sie ungeduldig. Hans schmunzelte und entgegnete: "Dauert nicht mehr lange, Kleines." Er wurde wieder still und seufzte. "Vero", begann er. "Ja?", reagierte sie verwundert. Sie bekam den Stimmungswechsel deutlich mit. "Kleines, wir müssen über etwas reden." So entstand schließlich das Gespräch, in dem Hans Vero über die Situation der Watanabes aufklärte, sowie was bisher von der Schule kommuniziert wurde und er erzählte ihr auch, dass Viola zu Besuch war und sich mit ihm auseinandergesetzt hat.
Im Inneren herrschte bei Vero nach dem was sie hörte ... Chaos. Sie wusste nicht wie sie reagieren soll und viel mehr, wie sie damit umgehen sollte.

Vero - Nächster Post


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23.05.2023 15:07 (zuletzt bearbeitet: 24.05.2023 00:31)
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Bestseller-Schmied

>>>Stephen und Lyn kommen von - Neue Wege Klinik>>>


Charaktere: Steph / Lyn / Tanyl
Geschichtsstrang: Alte Wege II



- Drogenmissbrauch


Verschwommene hallende Stimmen
Lyn: Ich hab gehört das kickt wenn man genug davon isst.
Stephen: Hab ich auch mal gehört.


Stephen: Spürst du schon was?
Lyn: Ne..





Lyn: Finger weg!
Stephen: Was war das denn vorhin?
Lyn: Lass das, ich hab nen Freund!





Lyn: Woah! Siehst du das auch?"
Stephen: Was denn?
Lyn: (lacht) Meine Hand, deine Haut... voll komisch Alter.





Stephen: Zieh dir mal das rein!





Lyn: Das ist sooooo verrÜüÜüÜückt....





Stephen: Fuck! Die Wände!
Lyn: Was ist damit?!
Stephen: Sie kommen! Scheisse!
Lyn: Was?!





Lyn: Steph? Geht es dir gut?
Stephen: ....
Lyn: Mir ist schwindlig... Ich glaub ich muss kotzen.


Piep piep piep piep piep piep piep piep....

Stephen öffnet die Augen blinzelnd. Alles ist weiss und blendet. Sein Schädel pocht. Als er den Arm heben will, bemerkt er einen Schlauch an seinem Arm der irgend eine Flüssigkeit in ihn tropft. Krankenhaus. Das ist ein Krankenhaus. Angestrengt setzt er sich auf und gleich darauf überkommt ihn Übelkeit und er bricht direkt neben sein Bett. Hustend setzt er sich wieder auf und wischt sich über den Mund. Krank... Stephens Magen zieht sich schmerzhaft zusammen und er krümmt sich. Das war ein Fehler. Ein scheiss Fehler. Schmerzvoll stöhnt er gegen die Schmerzen an.



Als der Krampf nachlässt, bemerkt er Lyn in einem Bett neben sich. Sie scheint zu schlafen. Dann fällt ihm der Brecheimer auf dieser Seite des Bettes auf und ist genervt. Grosse Klasse.
Sein Magen legt wieder los, diesmal anders rum und er sucht im Raum nach der Tür zur Toilette. Schnell! Dieser blöde Schlauch. Er zieht ihn ab, und beeilt sich, stolpernd zur Tür. Seine Füsse sind wie taub aber darauf kann er jetzt nicht achten. Er darf nur nicht hinfallen. Sofort und ohne die Tür zu schliessen setzt er sich und atmet erleichtert aus.

Während er da sitzt, geht die Zimmertür auf. Kurz darauf blickt jemand zu ihm ins Badezimmer. "Oh Verzeihung." sagt die Person im Kittel und schliesst die Tür. Stephen lehnt sich vor und reibt sich das Gesicht. Blöder, verdammter..

Er bleibt noch, bis er draußen Stimmen vernimmt. Kurz darauf tritt er wie ein geschlagener Hund aus dem Bad und tappt in Socken zu seinem Bett zurück. Tanyl ist da und eine Ärztin.
"Stephen?" Tanyls Stimme klingt wie die eines missgelaunten Vaters.
Steph sagt nichts. Was soll er dazu schon sagen? Er blickt auf seinen Arm, der von der Ärztin wieder an gestöpselt wird und dann zu Lyn. "Gehts ihr gut?"



Sie ist immernoch nicht wach und die Ärztin ergreift das Wort: "Sie hatte kritische Herzrhythmusstörungen und war nahe eines Infarkts."
"Heilige scheisse...."
flüstert Steph ehrfürchtig und blickt zu ihr.
"Ganz recht... Wie ist das passiert?" fragt Tanyl mit unveränderter Mine.
Steph will eigentlich niemanden verpetzen... "Wir haben... Muskatnuss geklaut weil wir dachten, so schlimm kanns nicht werden. Man nimmts ja auch zum Kochen.."
"Jetzt wisst ihr wie schlimm es werden kann..." Tanyl seufzt, "Ich werde das aufschreiben müssen und deinen Bewährungshelfer informieren."
Stephen durchzuckt ein schrecken, "Du musst ihm das doch nicht sagen. Das war allein ihre Idee." er zeigt auf Lyn, "Ich wusste bis wir zurück auf dem Zimmer waren nicht was sie vor hat und ich..." So viel zu 'nicht verpetzten'..
"Das ändert nichts daran, dass du mitgemacht hast."



"Aber..."
Stephen schweigt und dann krampft sich sein Magen wieder zusammen und er krümmt sich.
Die Ärztin eilt herbei und hilft Stephen auf seinem Bett. Sie überprüft Puls und Blutdruck.
"Es scheint, als hättest du eine starke Reaktion auf die Muskatnuss. Wir behalten dich hier im Auge, bis die Wirkung nachlässt."
Stephen stöhnt schmerzerfüllt: "Scheisse! ich dachte nich dass es so übel wird..."
Tanyls Stimme bleibt ruhig aber trocken. Er scheint maßlos enttäuscht zu sein, vor allem von ihm: "Lern daraus, Stephen. Drogenexperimente können gefährlich sein und unvorhersehbare Folgen haben. Du bist hier, um deine Abhängigkeit zu überwinden und ein neues Leben zu beginnen. Das bedeutet, Verantwortung für deine Handlungen zu übernehmen."
Stephen heult fast: "Es tut mir leid! Macht das es aufhört! ... bitte!"
Während die Ärzt eine Spritze bereit macht, spricht Tanyl weiter: "Die erste Priorität ist jetzt deine Gesundheit. Danach werden wir uns eingehend mit der Situation befassen und geeignete Maßnahmen ergreifen."
Stephen nickt hektisch, während die Ärztin ihm eine Beruhigungsspritze gibt. Die Schmerzen lassen langsam nach, und er spürt, wie seine Augen schwer werden.



Der Betreuer kann seinen Frust nicht länger aufrecht erhalten und etwas wärme legt sich auf seine Stimme: "Ruhe dich aus, Stephen. Wenn ihr zurück seid, kümmern wir uns darum wie es weiter geht."
Stephen schließt die Augen und lässt sich in einen ruhigen Schlaf gleiten, während die Ärztin eine Schwester hinzuzieht um weiterhin für seine Betreuung zu sorgen.

>>> Stephen und Lyn gehen nach - Neue Wege Klinik >>>


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06.11.2023 21:22 (zuletzt bearbeitet: 01.01.2024 01:08)
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Sibylle, Maryama kommen von >>> Del Sol Valley Nr 5 - Château LeBeau

Charaktere: Billie, Maryama
Geschichtsstrang: Willkommen, kleiner Wolff



Müde greift Sibylle zu ihrem Handy. Weder ihre Eltern, noch Logan haben geantwortet. Mit einem Stich im Herzen legt sie das Telefon wieder zur Seite. Den Brocken aus Traurigkeit, Enttäuschung und Einsamkeit würgt sie herunter. Noch immer versteht sie nicht, warum ihre Familie sie so hängen lässt. Natürlich hat sie Mist gebaut - sie ist jung und das Baby war ungeplant. Aber ist das ein Grund, sich von ihr abzuwenden?
'Ich habe dir gesagt, dass das passiert, wenn du dich mit solchen Typen einlässt.' Die Stimme ihrer Schwester hallt ihn ihren Gedanken. Sie lässt sich ins Kissen sinken und versucht, zu schlafen.



Ihr Körper verlangt nach einem kuscheligen Schlafsack und ungestörtem Versinken in einem weichen Kopfkissen, aber Maryamas Geist ist trotz der Partynachwirkungen hellwach. Während sie die Treppen in Richtung Krankenhauscafeteria hinuntergeht, sind die Eindrücke und Bilder der Geburt ständig präsent. Billie, die tapfer den Atemanweisungen folgt. Ihrer beider Hände, schweißnass ineinander verkrampft und manchmal so fest drückend, dass Maryama ein kleiner Schmerzenslaut entfährt, der in Billies Stöhnen untergeht und schließlich die ohrenbetäubende Ankunft des Babys, die sie beide in erleichtertes Lachen und Weinen gleichzeitig ausbrechen ließ. All das lässt ihren Kopf immer noch wie elektrisiert arbeiten. Die Toilette zu ihrer Rechten stoppt sie. Spontan betritt sie den Raum, erschrickt bei ihrem Anblick im Spiegel und dreht den Kaltwasserhahn voll auf. Klatschend landet das erfrischende Nass in ihrem Gesicht. Wieder und wieder, bis sie das Gefühl hat, alle Spuren des gestrigen Abends und der Nacht vollkommen weggespült zu haben. Energisch rupft sie eine Hand voll Papierhandtücher aus dem Spender und wischt sich Hände und Gesicht trocken, ehe das feuchte Knäuel im Abfall verschwindet. Ein prüfender Blick in den Spiegel zeigt Augenringe, aber die Kriegsbemalung ist weg. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten verpasst sie kurz darauf ihrem Kaffee eine Überdosis Zucker und macht sich damit auf den Rückweg zu Mutter und Kind.



Vorsichtig öffnet Maryama die Tür zu Zimmer 17 einen Spalt und lugt in den stillen Raum. Von Sibylle kommen tiefe, regelmäßige Atemzüge und in dem kleinen, Bettchen neben ihr rührt sich auch nichts. Auf Zehenspitzen schleicht Maryama zum Babybett und betrachtet versonnen den Neuankömmling. Was für ein Engel.
Das kleine Gesicht zu einem Schmollmund verzogen sieht der Junge so rein und friedlich aus, dass ihr schon wieder die Tränen kommen. Es ist ein Geschenk, dass sie dabei sein durfte wie er das Licht der Welt erblickt hat. Sie zieht sich einen Stuhl heran und setzt sich so hin, dass sie alles im Blick hat. Genüsslich das Lebensgeister weckende Gebräu schlürfend, schweifen ihre Gedanken zurück zu dem Streit mit Logan. Warum hat sie sich so wenig im Griff wenn es um ihn geht? Schon auf Almas Party und jetzt im Chateau wieder. Jedesmal flippt sie regelrecht aus, statt ein Gespräch zu versuchen. Da ist ihr Ben weit voraus. Er hatte vollkommen Recht, sich über ihr Benehmen aufzuregen. Maryama seufzt und zupft die Bettdecke des Neugeborenen wieder zurecht, das sich ein bisschen anders positioniert hat und glucksende Laute von sich gibt. Logan. Sie ruft sich nochmal sein Bild in Erinnerung. Diese dunklen, glühenden Augen als er sie schlagen wollte. Es wirkte beinahe so, als sähe er gar nicht sie..als wäre er irgendwo anders. Wie hatte Ben gesagt? 'Siehst du nicht dass ich ihn zu erreichen versuche?' War er womöglich wieder kurz vor einem dieser Anfälle und sie, Maryama, hat das noch mehr getriggert mit ihrem Zorn?
Ein Rascheln und leises Gähnen lässt sie den Kopf zum Bett wenden. Billie sieht sie aus müden Augen, aber lächelnd an.
"Guten Morgen." Maryama hebt den Kaffeebecher. "Ich hätte dir gerne einen Koffeinschub mitgebracht, aber ich glaube wenn du stillst ist das für das Baby nicht so günstig. Nicht dass ihr 24 Stunden durchmacht dann." Sie erwidert das Lächeln ihrer Freundin. "Wie fühlst du dich?"



"Wie schön, dass du noch da bist." Sibylles Stimme wirkt erschöpft, aber friedlich. "Ich dachte, du wärst gegangen... Was okay wäre. Du musst müde sein."
Mit beiden Händen stemmt sie sich auf die Matratze auf, um etwas in Richtung Kopfende zu rutschen. "Mein Körper fühlt sich an, als hätte jemand mit einem Mixer darin herumgewühlt." Sanft wendet sie den Kopf zur Seite, wo das Neugeborene noch immer friedlich schläft. "Aber das ist es wert.", lächelt die junge Mutter warm und beantwortet schließlich die Frage: "Es geht mir gut... Ich meine, die Umstände könnten besser sein. Aber wenn ich ihn ansehe, dann weiß ich, dass alles gut wird. Ist das nicht merkwürdig? Dass ein so kleines Würmchen so viel Hoffnung geben kann ...?"



"Eine Mütze voll Schlaf werd ich mir wohl demnächst genehmigen, ja." bestätigt Maryama. "Aber es ist so schön bei euch zu sein." Sie wendet sich zum Babybett um. "Ja, es macht einen ganz andächtig." Sie rückt ihren Stuhl näher an das Bett der frischgebackenen Mutter und mustert Billie aufmerksam. "Die Umstände könnten besser sein? Du meinst auch wegen Logan?"
Tapfer lächelnd nickt die Blonde. "Ich hoffe so sehr, dass er es ist ... Sein Vater. Auch, wenn es ihm nicht gefallen würde. Und meine Familie mich vermutlich auf ewig ignorieren würde ..." Ihre Augen bekommen einen traurigen Ausdruck, doch das Lächeln bleibt liebevoll. "Ich mag ihn, weißt du? Ich meine, er ist kompliziert und verbreitet Chaos und bedeutet Ärger und all das ... Aber er hat auch gute Seiten. Das ist dir bestimmt aufgefallen."
Nachdenklich schweigt Maryama eine Weile und lässt das Gesagte auf sich wirken, dann entringt sich ihr ein tiefer Seufzer. "Ich weiß das." sagt sie aufblickend. "Wir hatten schon gute, entspannte Gespräche und ich mag seine Direktheit. Man weiß immer woran man ist, ohne Schnörkel.." Wieder schweigt sie. "Allerdings bringt er mich auch auf die Palme wie kein Zweiter."



Sibylle lacht leise in sich hinein. "Ja, das verstehe ich. Ging mir anfangs auch so." Aus dem Kinderbett ertönt ein langes Brummen, als der Junge mit den kleinen Fäusten durch die Luft auf und ab wippt. Zwischen den Lippen bildet sich eine dünne Blase, die kurz darauf zerplatzt. Die junge Mutter streicht liebevoll mit zwei Fingern über das zarte Gesicht, das sich daraufhin zu einem freudigen zahnlosen Lächeln formt.
"Was genau bringt dich denn so auf die Palme?"
, nimmt Sibylle den Gesprächsfaden wieder auf.
"Wenn ich das so genau wüsste wäre ich schon weiter." Maryama zaust etwas ratlos ihre Locken. "Er wirkt manchmal so rücksichtslos und egoistisch..beinahe schon egozentrisch. Wie auf der Party heute und auch schon bei anderen Anlässen. Wie konnte er dich einfach so sitzen lassen da, als die Wehen los gingen?" Sie zwirbelt eine Haarsträhne um den Zeigefinger während sie weiter spricht. "Ich war recht heftig mit ihm draußen, als ich ihn eigentlich zu dir in den Krankenwagen holen wollte.. er ist aggressiv geworden und dann einfach abgehauen. Ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl dass er nicht bei sich selbst war."
Sibylles Mimik wird ernst, als sie den Ausführungen zuhört. Auch diese Seite Logans ist ihr bekannt.
"Das sind gruselige Situationen, stimmts?"
"Gruselig und beängstigend zugleich. Vor allem weil es so unberechenbar ist und zumindest für mich nicht nachvollziehbar, dafür kenn ich ihn zu wenig." Sie schildert Billie den Vorfall mit Logan im Garten, der schließlich damit endete, dass Ben ihn nach Hause bringen musste, weil er völlig erschöpft von diesem Ausbruch war. "Das Problem ist, dass ich nicht weiß womit so etwas getriggert wird. Das verunsichert uns ziemlich." Sie sieht zu Sibylle und legt den Kopf schief. "Hat er sowas bei dir auch schon mal gehabt?"



Die Freundin nickt mit vielsagendem Blick. "Er hat einen wirklich unruhigen Schlaf. Oft Albträume. Manchmal war es so schlimm, dass er beim Aufwachen nicht wusste, wo er war. Oder dass er vor irgendwas ... oder irgendwem furchtbare Angst hatte. Aber da war niemand." Ein neuer, schwer zu deutender Ausdruck mischt sich in Sibylles Gesicht, als sie ihren Sohn betrachtet. Ihre Emotionen schweben irgendwo zwischen Fürsorge, Angst und Unverständnis. "Vor einer Weile war Logan wirklich oft bei mir. Und er war selten nüchtern. Es ging ihm nicht gut. Ich weiß, dass er nicht zu mir kam, weil ihm viel an mir lag. Er suchte nach Ablenkung. Er tat alles dafür, nicht schlafen zu müssen. Oft ... sehr oft hatte er nicht nur Alkohol intus. In genau der Zeit entstand dieses kleine Wunder." Die Blonde richtet ihren Blick wieder auf Maryama. "Er war sozusagen unersättlich. Aber ich hatte, ehrlich gesagt, selten das Gefühl, dass ... naja ... es für ihn ein Genuss war. Eher ... ein Ventil. Oder sowas." Einen Moment überlegt sie, seufzt tief. Es ist einer dieser Momente, in denen es sie zermürbt, dass sie Logan nicht helfen kann. "Ich weiß nicht, was ihn triggert. Nicht wirklich. Ich meine, an manchen Tagen ist er so stabil, dass ihn nichts umhaut. Und dann gibt es Tage, da ... ist es irgendein beliebiges Wort, ein Bild oder auch nur eine Geste, die man ihm gegenüber macht. Ich habe versucht, es zu verstehen, aber ..." Lange schüttelt sie den Kopf.



Nachdenklich lauscht Maryama, stutzt bei manchen Passagen von Billies Bericht und hebt schließlich den Kopf um sie anzusehen. "Ja, ich glaub auch dass es einige Dämonen gibt in seiner Vergangenheit." Sie stützt den Ellbogen aufs Knie und legt ihr Kinn in die Handfläche. "Vielleicht lerne ich ja besser mit ihm umzugehen, wenn wir uns länger kennen. Er macht Fotos für unser Gartenprojekt und wir werden uns also oft sehen in der kommenden Zeit..ich fühle mich ein bisschen schäbig wegen meinem Verhalten ihm gegenüber. Bin normalerweise nicht so, dass ich gleich ausraste."
Ihre Verwunderung über Sibylles Erzählung, wie Logan sie quasi benutzt hat um mit seinem eigenen Stress zurecht zu kommen und Billie ihn trotzdem schätzt und hofft, dass er der Vater des Jungen ist, behält sie für sich. Sie selbst könnte sich nicht vorstellen in dieser Form als Anlaufstelle zur Verfügung zu stehen. "Obwohl mir die Tatsache, dass ich euch gut kennt und er auch dir immer noch ein Rätsel ist nicht gerade viel Hoffnung macht. Zwischen Ben und ihm scheint es mittlerweile einen dünnen Draht zu geben, das beruhigt mich etwas." Sie schmunzelt. Vom Bettchen her kommt ein kurzes Husten, das in wehklagendes Gewimmer übergeht. "Ich glaub da ist jemand hungrig." Maryama erhebt sich und nimmt behutsam das Neugeborene mitsamt dem Kissen aus der Schlafstatt. Eben entringt sich ein kräftiger Schrei der kleinen Kehle und sie beeilt sich das ungeduldige Bündel seiner Mutter in den Arm zu legen.



"Hey, mein kleiner Engel." Mit offenen Armen und leuchtenden Augen empfängt Sibylle den Jungen. "Wollen wir mal sehen, ob wir das hinbekommen?" Sie fühlt sich noch etwas unsicher beim Anlegen des Babys, ist aber willens, es allein zu schaffen. Liebevoll lächelnd betrachtet sie ihren Sohn, als er nach einigen Versuchen endlich beginnt zu trinken.
"Fühl dich nicht schlecht wegen deiner Reaktion, Maryama.", schaut sie auf. "Logan kann einen zur Weißglut treiben. Aber das weiß er auch und ich glaube, er mag Personen, die sich von ihm nicht alles bieten lassen. Irgendwie scheint er darin etwas ... keine Ahnung ... Positives zu sehen."
"Den Eindruck hatte ich jetzt weniger." Maryama muss lachen. "Aber ich versuche deine Worte im Hinterkopf zu behalten." Sie setzt sich wieder und sieht zu Billie, die zufrieden den Jungen stillt. Der Anblick dieser perfekten Einheit von Mutter und Kind berührt ihr Herz und weckt eine unbestimmte Sehnsucht. "Weißt du schon wie er heißen soll?" fragt sie und lenkt sich damit davon ab.



Sibylle lächelt glücklich. "Julian. Julian Wolff."

(in Zusammenarbeit mit @simscat2 )


Maryama geht nach Mt. Komorebi >>>
Billie geht nach >>> San Myshuno - Wohnung Sibylle Wolff


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20.12.2023 22:54 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2024 13:52)
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Bestseller-Schmied

<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell kommt von Mt. Komorebi <<<
<<< Viola kommt von Mt. Komorebi




Charaktere: Blaze / Eve / Viola
Geschichtsstrang: Tiefzeit




Blinzelnd öffnet Blaze die Augen. Krankenhausgeräusche dringen in seinen Verstand. Er fühlt sich mulmig, aber nicht so zerstört wie erwartet. Die grellen Wände blenden ihn und er will sich die Augen reiben, bemerkt aber etwas an seinem Arm. Ein Schlauch und er öffnet die Augen ganz, erkennt endlich wo er ist und schlagartig schiessen ihm Erinnerungen an die Nacht zuvor ins Gedächtnis. Über einem Stuhl hängt das Jackett. Er erinnert sich nicht an alles.



Er weiss nicht mehr wie er hergekommen ist. Wo waren Chip und Viola? Erschöpft richtet er sich etwas auf. Er hat Hunger und gleichzeitig keinen Appetit. Wie spät ist es? Mit leichten Kopfschmerzen sucht er auf dem Nachttisch und erblickt sein Handy. X verpasste Anrufe unteranderem von Beth und seinem Vater. Nachrichten die er nicht gelesen hat und eine Voicemail. Er hält sich das Handy ans Ohr.



„Ich wusste auf dich ist kein Verlass. Nie! Nicht einmal für die Familie kannst du dich anstrengen. Elizabeth und Delsyn sind sehr enttäuscht. Ich habe nichts anderes erwartet. Lieber betrinkst du dich hemmungslos! Komm nicht auf die Idee noch auf der Hochzeit aufzutauchen! Wenn du zu Hause bist, dann…“
Blaze stoppt die Aufnahme. Scheisse… die Hochzeit… nicht dass sie ihn interessiert hätte. Aber er wollte wegen Delsyn da hin. Was wollte er vorhin? Achja… Uhrzeit. Blaze blickt auf das Display, die Zeremonie ist längst vorbei. Er sollte den Ring tragen oder sowas… scheiss drauf. Er sackt zurück ins Kissen.



Die Tür öffnet sich. Eve in einem schönen orangen Kleid tritt ein. Sie hält eine Tasse in der Hand und ist konzentriert dabei nichts zu verschütten. Als sie aufschaut lächelt sie und setzt sich auf den Stuhl mit der Jacke.
„Willst du auch einen Tee?“ fragt sie freundlich.
„Was machst du hier?“ Blaze sieht sie irritiert an.
„Du bist mein Bruder.“ sagt Eve wie selbstverständlich.
„Ist die Hochzeit schon vorbei?“



Eve schüttelt den Kopf. „Nein, sie feiern noch. Aber die reden eh nur über Erwachsenenkram… total langweilig. Aber am Anfang wars super schön. Mom sieht so hübsch aus.“ plaudert Eve fröhlich, „Willst du wirklich keinen Tee?“
Blaze schüttelt den Kopf. Fast hätte er gesagt, sie sieht auch hübsch aus, als wieder Erinnerungen in seinem Kopf erwachen. Er war in einem Strip Club.
„Wer hat mich hergebracht?“ Bestimmt Chip.



„Weiss nicht.“ Eve schlürft einen Schluck, „Irving hat einen Anruf bekommen und dann hiess es du kommst nicht zur Hochzeit weil du im Krankenhaus bist.“ Eves Augen mustern Blaze, „Ich hab übrigens Viola geschrieben, dass du hier bist. Sie wollte vorbei kommen.“
„Du hast Viola geschrieben?“
Blaze versucht sich zu erinnern wo sie letzte Nacht war. Irgendwie fehlen ihm dazu Bruchstücke. Dafür erinnert er sich das er mindestens einmal gekotzt hat.
„Hät ich das nicht tun sollen? Sie wusste nicht wo du bist.“



„Mh ne, doch ist schon gut…“
Nachdenklich starrt Blaze kurz ins Leere. Wann hat er sie aus den Augen verloren?
Eve schaut ihn an, hält die Tasse nah am Mund und wartet. Als Blaze das bemerkt sagt er, „Du musst nicht hier bleiben. Geh auf die Feier.“
Sie schüttelt den Kopf, „Nein, ich bleib bei dir. Du hast gesagt, dass du weg gehst…“ ein trauriger Tonfall mischt sich ein.
„Ja heute Abend.“ entgegnet er.
„Wir waren noch gar nicht reiten…“
Obwohl er darauf absolut keine Lust hatte und froh ist, dass sich das nicht ergeben hat, tut Eve ihm leid. Er hatte es ihr versprochen. Zwar hat er auch gesagt, wenn es sich nicht ergibt bis heute fällt es flach und trotzdem… jetzt ist die Zeit um und er fühlt sich mies. „Ich weiss… Wenn ich zurück komme… ok?“ versucht er sie aufzumuntern, doch Eve zuckt die Schultern.



„Schon okay. Ich weiss du willst eigentlich gar nicht.“
Mann, die Kleine ist auf Zack. Irgendwas daran stört ihn.
„Doch, ich schuld dir was.“
Aber Eve schüttelt den Kopf, „Ich hab Del gefragt.“
„Dann gehn wir eben zu dritt.“
Blaze richtet sich wieder auf. Warum nervt ihn das jetzt?
„Vielleicht.“ sagt Eve nur und trinkt von ihrer Tasse.
Frauen sind so kompliziert. Blaze reibt sich die Stirn und lehnt sich zurück.



„Brauchst du irgendwas?“ fragt sie schliesslich.
„Ich hab Hunger.“ murmelt Blaze der sich plötzlich sehr viel älter und erwachsener fühlt, da ihm grade wieder bewusst wurde, dass er 18 geworden ist. Er greift nach seinem Handy und tippt eine Nachricht an Chip. Sie enthält die Urzeit und den Ort an dem er heute Abend in den Zug steigen wird. Bevor Eve ihm anbieten kann nach dem Mittagessen zu fragen, öffnet sich die Tür zu seinem Zimmer.

Mit gemischten Gefühlen betritt Viola Blaze' Zimmer.. Die Fragen vom Vortag schwirren noch immer in ihrem Kopf - neben den miesesten Kopfschmerzen seit Jahrzehnten. Aber als sie gehört hat, dass er im Krankenhaus liegt, kam sie dennoch nicht drum rum, sich Sorgen zu machen. Mühsam lässt sie sich in den Stuhl neben Blaze fallen. Diesmal trägt sie eine Sonnenbrille. Eigentlich ist das nicht nötig. Solange sie unter dem Einfluss von Mels Trank steht, sind auch ihre Augen nicht so lichtempfindlich wie sonst. Aber sie möchte auch nicht, dass jeder sofort erkennt, wie mies es ihr geht nach ihrem eigenen Alkoholgelage.
"Morgen, Dornröschen.", murmelt sie abwartend.



Ihre heissere Stimme Irritiert Blaze noch mehr als die Tatsache, dass die Begrüssung so kühl ausfällt. Nichtsdestotrotz macht es ihn Glücklich sie zu sehen und er dreht seinen Arm und öffnet die Hand weil er wenigstens ihre halten will.
Dank der Salzlösung, geht es ihm überraschend gut. Das sollten sie nach jeder durchzechten Nacht machen.
„Bist du verkatert?“ schmunzelt er und fragt sich, wann sie denn die Zeit hatte ihre Resistenz unter den Tisch zu saufen. Das muss gedauert haben aber seine Erinnerung bleibt voller Lücken.
„Hi Viola.“ sagt Eve auf ihrem Stuhl und hebt grinsend eine Hand.



Viola bemerkt Eve erst jetzt. Verdammter Kater. Ihre Wachsamkeit lässt heute auch zu wünschen übrig. Sie hebt kurz die Hand zur Begrüßung. "Verkatert ist gar kein Ausdruck. Aber irgendwas hatte ich ja tun müssen, nachdem du mich die ganze Zeit über allein gelassen hat." Obwohl sie es nicht ganz so deutlich beabsichtigt hatte, ist der Vorwurf in ihrer Stimme nicht zu überhören.



Blaze Freude sie zu sehen, versiegt wie Stauseewasser dessen Schleusen geschlossen werden. Seine offene Hand, schliesst sich, von Zuneigung unberührt. Er weiss, das er gestern viele Leute getroffen und mit noch mehr angestoßen hat, aber er war der Mittelpunkt der Party. Seiner Party. Seine Stimme kühlt ab und er wünscht sich plötzlich, seine Freundin würde ihm die Fürsorge entgegenbringen die Eve für ihn hat. Er liegt in einem fucking Krankenhaus.
„Bist du nur gekommen um mit mir zu streiten?“
Eve bemerkt den Umschwung in der Luft und wird unsicher. Sowas kennt sie von ihren Eltern und sie hat das unmittelbare Bedürfnis sich zu verstecken.



Viola fasst sich an die Stirn. Einen Moment zweifelt sie an sich selber. Es ist SEINE Party. Ist es fair, ihm Vorwürfe zu machen? Aber sie hat ja kein Problem damit gehabt, dass er zwischendurch mal zur Bar geht um sich volllaufen zu lassen.. Und sie hat nie erwartet, dass er 100% der Zeit in ihrer Nähe bleibt. "Verdammt, ich bin gekommen, weil ich mir selbst nicht mehr sicher bin was jetzt los war. Zuerst lässt du dich von der Trulla anflirten.. Als du da gesagt hast, du kennst sie nicht und weißt nicht, warum sie das tat, hab ich dir ja noch geglaubt. Aber warum finde ich dich bald darauf in diesem verdammten Strip Club? Warum hilfst du mir nicht, als ich später die Panikattacke hatte?" Die Wut und der Frust darüber kommen nun wieder hoch.



Zicke 2 kommt ihm in den Sinn und verschwommen auch Bilder von einem Handgemenge im Stripclub. Unverzüglich rümpft er die Nase angewidert als ihm das Blut wieder einfällt. Sein Blick wandert zu der Jacke auf Eves Stuhl. Müsste da nicht noch eine Tonne Kohle in der Tasche sein? Er verwirft den Gedanken und zuckt die Schultern. Die Abneigung in Violas Stimme überträgt sich auf ihn. Kurz macht er eine Geste die auf das Krankenhaus weist, in dem er die Handflächen nach oben dreht und den Kopf umfassend bewegt, "Ich hab keine Ahnung was oder warum alles so passiert ist." Wage erinnert er sich an seinen Namen der verwaschen durch den Club gebrüllt wurde. "Is das jetz meine Schuld, oder was?"



Das... tat weh. "Willst du mir damit sagen, dass du 'rein zufällig' im Strip Club gelandet bist? Bist du etwa gestolpert, und versehentlich reingefallen? Ein reiner Unfall??" Viola erhebt sich. "Bin ich dir nicht gut genug, oder was willst du damit sagen??" Sie sieht Blaze an. "Ich hab auch gesoffen, weißt du. Kann schnell passieren, dass man sich da übernimmt. Aber trotzdem hätte ich dich nicht alleine stehen lassen."



Blaze setzt sich sauer gerade auf. Ihm werden hier Wörter im Mund umgedreht. Diverse Gedanken überschlagen sich. "Alleine? Da waren hundert Leute." sagt er obwohl das nicht das ist worauf er eigentlich hinaus will. Er kriegt nicht mehr zusammen wie der Abend genau abgelaufen ist, da sind nur wage Gefühle die ihm sagen, dass es so und so gewesen sein könnte weil... "Ich hab dich nich betrogen, falls du das meinst." was denkt die sich ihm sein höchstes Gut abzuerkennen? Urplötzlich?



"Und das hatte ich ganz sicher auch nich vor."
Blaze denkt nicht dran die Idee allein Chip in die Schuhe zu schieben, es war sein Geschenk. Außerdem hat er das Gefühl ihm was zu schulden, dafür dass er sauer wurde weil Viola das mit Denize von ihm wusste. Seit 2 Jahren hatten sie drauf gewartet, dass sie Volljährig werden, um selbst sehen zu können wie die ganzen 18+ Sachen, die sie nicht vorher schon rausfinden konnten, in echt sind. Darunter fällt nicht nur der Stripclub.



Blaze Augen starren abwechselnd vom rechten Brillenglas zum linken. Er mag es nicht, wenn er nicht in die Augen seines Gegenübers streiten kann. "Wir haben den ganzen Tag zusammen verbracht und hatten ne tolle Zeit, den ganzen Urlaub über. Und jetz fickst du mich an weil ich den Abend mit Freunden gefeiert hab?" Es ist sein letzter Tag heute und er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Er hat Del verpasst und die Voicemail von vorhin nagt an ihm. "So n Scheiss kann ich echt nich gebrauchen jetz!" Die Worte laut auszusprechen tut ihm selbst weh, aber er ist wütend und es ist nicht rückgängig zu machen.



"Ja eben. Da war alles voll von Leuten.", sagt Viola kühl. "Ich wusste nicht, wo du warst. Du warst plötzlich weg. Hast nicht mal was gesagt, als du gingst. Ich hatte Stress. Musste mich ablenken." Sie nimmt ihre Brille ab. "Du siehst ja, wohin diese Ablenkung am Ende geführt hat." Sie funkelt Blaze an. "Es geht mir nicht nur um den Strip Club. Da könnte ich sicher drüber hinweg sehen. Wenn du mir zumindest dann geholfen hättest, als ich von der Security auf den Boden gepinnt wurde. Ich hätte nicht erwartet, dass du dich mit denen anlegst, so wie Boom. Aber du hast nicht mal irgendwas versucht."



Blaze legt die Stirn in die Hände und schüttelt den Kopf während sie spricht. Das ist doch alles nicht wahr. "ALTER!" brüllt er unmittelbar als sie endet und schlägt die Hände aufs Bett, was ihm Schmerz durch den Arm mit der Infusion jagt. Eve, die sich auf ihrem Stuhl ganz klein gemacht hat um nicht aufzufallen, zuckt erschrocken zusammen. Mit tobendem Herzschlag fixiert er Viola scharf, "Ich bin nich dein beschissener Babysitter!!!"


Was hatte sie zu Chip gesagt? Früher oder später wird sie auch bei Blaze in ein Fettnäpfchen treten. Sie hatte versucht, ihre Situation zu erklären. Doch Blaze sieht auch jetzt nur Vorwürfe. Dass vor allem ihr letzter Satz tatsächlich ein Vorwurf war, merkt sie in ihrer Situation nun nicht. "Gut.", sagt sie kühl. Sie dreht ihr Gesicht von ihm fort. Er soll nicht ihren Schmerz sehen. Sie wendet sich zur Tür.
Bevor die Vampirin das Zimmer verlässt, holt sie einen Umschlag hervor, dekoriert mit Fledermäusen. Ihr Geburtstagsgeschenk. Sie zerknüllt das Papier in ihrer Faust und lässt den Gutschein achtlos im Raum fallen. Dann verlässt sie das Zimmer kühl. Sie hatte gehofft, das alles klären zu können. Doch Blaze scheint sie als gegeben zu sehen und sie nicht wertzuschätzen. Viola sieht keinen Grund mehr, hier zu verweilen.



Stille kehrt im Raum ein als die Tür zuschlägt. Blaze vergräbt das Gesicht in den Händen, während sein Herz immer noch pocht. Ein Teil von ihm bereut den Streit, ein anderer hält daran fest. Eve fällt als einzige der Umschlag ins Auge und sie steht auf um ihn aufzuheben. Dann setzt sie sich zu Blaze ans Bett.
"Habt ihr euch jetzt etwa getrennt?" fragt Eve vorsichtig während sie den Umschlag glättet.
"Ne.." antwortet Blaze und stockt, "das heisst..." Fuck. FUCK! "Ich weiss nicht, nein..."
"Warum bist du so wütend?"
Eve rutscht etwas näher.



"Weil ich nicht ihr Kettenköter bin.. Hast du nicht zugehört? Mimimimi... äfft er ihre Stimme nach, "Blaze, du musst dafür sorgen, dass ich gute Laune und ne schöne Zeit auf DEINER Party hab und wehe du hast selber Spass. Dann... o-hohoho dann lass ich mich absichtlich voll laufen, stürme schreiend nen Stripclub, provozier ne Panikattacke und geb DIR dann, weil du eh zu dicht bist um zu helfen, die Schuld dran. Das hast du dann halt davon. Hättest es ja verhindern können, du Spast.." Blind vor Zorn, fällt ihm nicht auf was Eve in der Hand hat. "Wenn ICH besoffen Scheisse bau, muss ich das auch immer allein ausbaden. Aber ne, Miss Resistenz hat ja mich. Ist doch nur der Versager Blaze, der hilft dann schon, weil ist ja egal, ob er seit Gestern volles Strafmaß bekommt.... macht ja nix, wird doch eh nix schlaues aus ihm..." Blaze platzt einfach mit allem raus was ihm durch den Kopf schiesst. Dinge die er ihr gern - aber besser nicht - an den Kopf werfen würde. Dinge die mehr über seine Selbstwahrnehmung verraten als er weiss.
In seinen Gedanken blitzt das Bild auf, wie er sie vom Juckpulver befreit hat und schüttelt den Kopf. "Die spinnt doch."



Eve betrachtet die Fledermäuse auf dem Umschlag. Dazwischen steht der Name Blaze. Als seine Parodie endet sieht sie ihn an als hätte er ein Pfadfinderabzeichen falschherum auf seine Uniform genäht. Sie wartet bis sie sich sicher ist, dass er nicht noch mehr Wortkotze los werden muss und darauf, dass wieder Stille einkehrt.
"Was ist ein Stripclub?" fragt sie nachdenklich, was Blaze aus seinem Wutkarussell wirft.
"Ähm..." Während er darüber nachdenkt was er dazu am besten sagt, fällt sein Blick auf den Umschlag in ihren Händen. Ausweichend greift er danach, "Was ist das?" Er öffnet ihn unter den musternden Augen von Eve. In dem Briefumschlag ist ein selbstgeschriebener Gutschein, der ihn einlädt, einen Abend die Freiheit des Fliegens zu erleben, mit verschiedenen selbst gezeichneten Fledermäusen drum rum. Blaze Blick wird wärmer als er die Liebe zum Detail darauf erkennt, und die in die Tiefe gezogenen Augenbrauen heben sich leicht an. Gleichzeitig wird er traurig. Wars das wert? Die Liebe seines Lebens vor der Abreise anzuschreien?



Er lässt die Hand sinken und der Gutschein gleitet auf den Boden. Das war nicht allein seine Schuld. Er ist oft genug zurück gekrochen, aber da wusste er, dass er Mist gebaut hat. Diesmal? Nein. Wäre er bei klarem Verstand gewesen, dann vielleicht. Aber nicht so. Solche Vorwürfe hat er nicht verdient. Oder doch?
Zweifel machen sich in ihm Breit. "Bin ich ein mieser Freund?" fragt er monoton in den Raum. Irving behält weiterhin Recht. Alles was er anfängt, endet in Scherben.
Eve schaut ihn mit einer Mischung aus Mitgefühl und Irritation an.
Als sie nicht antwortet, ist ihm das Antwort genug und er nickt emotionslos. "Kannst du ne Schwester rufen? Ich will nach Hause.."
Eve weiss nicht was sie sagen soll, er tut ihr Leid, doch ihr fehlen schlicht die Worte. Das Chaos ist zu komplex. Deswegen steht sie auf und tut ihm den Gefallen.

( In Zusammenarbeit mit @murloc )

>>> Blaze geht nach Newcrest >>>


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22.05.2024 09:23 (zuletzt bearbeitet: 26.05.2024 21:57)
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<<< Marley, Raphael und Veronika kommen von Chestnut Ridge - Veronikas Heim <<<

Charaktere: Marley, Raphael, Veronika
Geschichtsstrang: Die Lebensretter

Veronika kann noch immer nicht fassen, was passiert ist. Ihr Haus... Ihre Kollektion, an der sie gerade gearbeitet hat! Wo sie doch nur noch ein paar Aufträge gebraucht hat, bis sie sich genug zusammengespart hat!! Doch das schlimmste ist, dass Snow nicht mehr da ist... Tränen laufen ihr über ihre Augen. Er war ihr Ein und Alles.

Die Verbrennungen und die Rauchvergiftung, die sie hier ins Krankenhaus gebracht haben, sind auf dem Weg der Heilung. Doch ihren Verlust wird nichts heilen können...



Es klopft, und eine Ärztin schaut zur Tür herein. "Frau Blanch? Sie haben Besuch! Die beiden Personen, die Ihnen das Leben gerettet haben sind da." Veronika wischt sich über die Augen, nickt stumm. Man hatte sie bereits vorher aufgeklärt, dass zwei Reiter sie aus den Flammen befreit hatten. Wird Zeit, dass sie die beiden auch persönlich kennen lernt... Wenn sie nicht bewusstlos ist.

Die Ärztin lässt die Tür offen und die Besucher betreten den Raum. Raphael hält einen Blumenstrauß in der Hand, während Marley eine Schachtel Pralinen mit sich trägt.

Mit einem warmen Lächeln auf den Lippen begrüßt Raphael die Patientin. "Guten Tag, Frau Blanch", sagt er höflich, während er sich und Marley vorstellt.

"Veronika.", sagt die Vampirin und versucht ein Lächeln. "Und gerade von euch will ich sicherlich kein 'Frau Blanch' hören." Um jemanden Schätzchen zu nennen ist ihre Laune nicht gut genug. "Und... danke. Für alles." Mühsam setzt sie sich auf, nimmt Blumen und Pralinen entgegen. Leise fährt sie fort: "Hatte mich nicht selbst retten können, weil ich meinen Kater gesucht habe... ich hoffe, der konnte auch entkommen." Was, wenn nicht?

Plötzlich durchzuckt Raphael eine Erinnerung, die wie ein Puzzlestück in sein Bewusstsein zurückkehrt. "Ein Kater?", murmelt er nachdenklich, während Erinnerungsfetzen in seinem Kopf auftauchen. "Als wir durch das Fenster eingestiegen sind, sprang mir eine Katze entgegen. Vielleicht gehörte sie Dir, Veronika?" Er kann sich nicht mehr deutlich an das Aussehen der Katze erinnern, aber das laute Miauen hallt noch in seinem Gedächtnis wider.



Marley starrt Raphael an. Von der Katze hat sie nichts mitbekommen und er hatte danach auch nichts davon erzählt. Will er nur, dass es Veronika besser geht? Aber nein, das wäre nicht fair. Er wird die Wahrheit sagen. Immerhin ist er nach ihr durchgeklettert. Der Kater muss ihm entgegen gesprungen sein, während sie selbst schon im Gebäude war und nicht mehr darauf geachtet hat was am Fenster geschieht.

"Das wird er sicherlich sein.", fügt nun die Amerikanerin hinzu. "Er wird sich sicher wieder finden. Wir werden gleich heute noch bei Tierheimen anfragen." Jetzt lächelt Veronika zum ersten Mal richtig.

Raphael bemerkt erneut Marleys aufrichtige Tierliebe und ein warmes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. "Ja, wir werden nach dem Kater suchen", antwortet er entschlossen. Obwohl sie hier sind, um sich nach Veronika zu erkundigen, schweigen seine Gedanken kurz zu dem Kuss mit Marley nach dem Brand ab. Seitdem hatten sie keine Gelegenheit mehr gehabt, darüber zu sprechen. Es war überraschend, aber der Schwarzhaarige fand es schön.

Veronika ergreift die Hände ihrer beiden Retter. "Ich danke euch!" Dass Snow entkommen konnte, gibt ihr wieder etwas Hoffnung.. und jetzt, in diesem Moment verdrängt sie ihre Gedanken an die Katastrophe lieber, die ihrem Haus passiert ist. So ganz kann sie ohnehin noch nicht begreifen, was das heißt. Und so klammert sie sich an ihren Kater. "Wenn es etwas gibt, das ich für euch tun kann, sprecht nur frei raus."



Mit einem warmen Lächeln drückt Raphael sanft Veronikas Hand. "Bitte, es war selbstverständlich", sagt er freundlich. "Es wäre schön, wenn Du dich erholst. Das ist erstmal das Wichtigste." Doch dann fügt er hinzu: "Wenn Du möchtest, kannst du uns gerne mal auf unserer Pferderanch besuchen kommen. Wir würden uns freuen, Dich dort zu sehen. Vielleicht können wir Dir etwas Ablenkung bieten und Dir helfen, den Kopf frei zu bekommen."

"Das werde ich sicherlich!", verspricht die Vampirin. Die beiden werden ihr immer sympathischer.

Die drei unterhalten sich noch eine Weile, bis Marley und Raphael mit Genesungswünschen das Krankenhaus wieder verlassen. Und Veronika lächelt. Am Abend haben sich Irina und Pablo bereits angekündigt und wollen sie besuchen kommen. Auch das gibt ihr wieder Hoffnung.

(In Zusammenarbeit mit @Murloc.)

>>> Raphael und Marley gehen nach Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (3) >>>
>>> Veronika geht nach Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (4) >>>


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18.10.2024 14:59 (zuletzt bearbeitet: 18.05.2025 14:50)
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Schicksalslenker

<<< Jake kommt von Henford-on-Bagley - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk <<<

Charaktere: Jake
Geschichtsstrang: Streitigkeiten in der Familie

Jake hat heute einen Gesprächstermin in der Klinik in der Abteilung für Neurologie wegen seiner Epilepsie. Nachdem er sich im Wartebereich niedergelassen hat, wird er darauf hingewiesen, dass es aufgrund vieler Notfälle zu längeren Wartezeiten kommen kann. Geduldig schaut er sich um und bemerkt eine Familie, die ihm ins Auge fällt. Es scheint sich um einen Großvater, seine Tochter und seine Enkeltochter zu handeln. Der Großvater wird im Rollstuhl von seiner Tochter geschoben und begrüßt die Anwesenden mit einem freudigen "Hallo", während er den anderen freundlich zuwinkt. Jake lächelt zurück und erwidert den Gruß des Mannes. Er ist beeindruckt von der Lebensfreude, die dieser ältere Herr ausstrahlt, obwohl er offenbar einen Unfall hatte und deshalb auf den Rollstuhl angewiesen ist. Eine reifere Dame spricht den älteren Herrn an und dieser erzählt schließlich, er sei zuhause beim Umziehen gefallen und habe Schmerzen an den Rippen.

Im Wartezimmer sitzen außerdem einige junge Leute, die offensichtlich wegen Beschwerden an den Füßen oder Beinen da sind, sowie mehrere Mütter mit ihren Kindern. Jake wird klar, dass Krankheiten und Beschwerden Sims jeder Altersgruppe betreffen. Es ist nicht mehr so wie früher, wo nur ältere Sims als krank galten, während junge Leute stets als gesund angesehen wurden.



Plötzlich hört Jake eine Männerstimme, die etwas lauter spricht. Er schaut in die Richtung und erkennt, dass der Großvater im Rollstuhl still dasitzt, während ein Mann - offenbar sein Sohn - und dessen Nichte miteinander sprechen. Der Onkel kritisiert sie und Jake kann nur Bruchstücke des Gesprächs verstehen. Es wird schnell klar, dass der Onkel ihr verbietet den Großvater mit nach draußen zu nehmen, um etwas zu unternehmen. Die Enkelin verteidigt sich deutlich hörbar und erklärt, dass der Opa nicht nur zu Hause rumsitzen müsse und sie gut auf ihn aufpasse. Die Situation wird zunehmend angespannt und Jake spürt die eisige Stimmung zwischen den beiden. Der Großvater schweigt weiterhin, während die wütende Mimik seiner Enkelin nicht zu übersehen ist.

Jake als hilfsbereiter Sim würde am liebsten eingreifen und versuchen, die Situation zu entschärfen. Doch bevor er handeln kann, kommt die Tochter des Großvaters zurück, die offenbar nichts von der Auseinandersetzung mitbekommen hat und spricht fröhlich mit ihrem Vater weiter. Während Jake wieder in Gedanken versinkt, scheint eine weitere Verwandte zur Familie zu stoßen - vermutlich eine weitere Tochter. Obwohl Jake normalerweise nicht gerne Gesprächen anderer lauscht, spürt er, dass die Situation weiter eskalieren könnte.

Tatsächlich erhebt plötzlich die Enkeltochter ihre Stimme und spricht laute Worte, die Jake unmöglich überhören kann. "Wenn ihr mir meine Zeit mit meinem Großvater einschränkt und euren Hass von meiner Mutter auf mich projiziert, werde ich richtig sauer", sagt sie entschlossen. Ihre Mutter versucht sie zu beruhigen, doch ohne Erfolg. "Das können ruhig alle hier mitkriegen!", ruft sie und packt ihre Sachen. Liebevoll verabschiedet sie sich noch von ihrem Großvater, bevor sie sich mit einem demonstrativen Kopfschütteln von ihren anderen Verwandten abwendet. Auch die Mutter verabschiedet sich freundlich von den Anwesenden im Wartezimmer, während sie ihrer Tochter folgt, die noch immer wütend den Kopf schüttelt, bis Jake sie nicht mehr sehen kann.



Er schluckt. Die ganze Szene hat ihn sichtlich mitgenommen und Erinnerungen an eigene Streitigkeiten zu Hause und die Konflikte mit seiner Mutter geweckt. Ihm wird erneut bewusst, dass es in jeder Familie Probleme gibt und dass diese Auseinandersetzungen oft tief verwurzelt sind und nicht einfach durch ein kurzes Gespräch gelöst werden können. Die zurückgebliebenen Verwandten unterhalten sich jetzt leiser, sodass Jake nichts mehr von ihrem Gespräch mitbekommt.

In diesem Moment wird Jake vom Neurologen aufgerufen. Er steht auf und verlässt den Wartebereich.

>>> Jake geht nach Henford-on-Bagley - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk (2) >>>


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23.12.2024 20:40
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#18
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<<< Pablo kommt von Windenburg (2) <<<

Charakter: Pablo
Geschichtsstrang: Zwei kleine Vampire I


Pablo sitzt auf einem Stuhl vor dem Behandlungszimmer und starrt auf die Tür. Seit zwanzig Minuten ist Irina da drin. Viel länger als sonst. Sein Blick huscht zur Uhr, dann zurück zur Tür, die sich nicht rührt. Gedankenverloren steht er auf und geht den Gang hin und her. Gedanken schießen ihm durch den Kopf. Sie werden immer schneller und wilder. Bestimmt geht es den Zwillingen nicht gut ... Keiner sagt mir was ... Oder ist etwas mit Irina? Er vernimmt einen Schrei. War das Irina? ... Ja, das war Irina ... Oh nein ... Was passiert nur mit ihr? Doch als er gerade zur Tür gehen will, um zu klopfen, kommt ein Pfleger mit einer Patientin. Sie schreit vor Schmerzen, offensichtlich hat sie Wehen und steht kurz vor der Geburt. Schnell macht Pablo Platz und bleibt eine Weile an der gegenüber liegenden Wand stehen. Es war nicht Irina. Gut ... Aber was wenn sie nicht mehr schreien kann? Vielleicht ist sie ... Er legt seine Hand auf sein Herz. Meine Zwillinge werden Halbwaisen werden. Lucia wird mir helfen müssen. Sie wird die Schule pausieren und ... Bevor Pablo weiter herumspinnen kann, kommt ein Arzt aus dem Behandlungszimmer. "Herr Doktor, was ist mit Irina? Ist sie etwa ...?" Er schluckt schwer, sodass er den Satz nicht mehr zu Ende bringen kann.



Dr. Kurt Zielscheibe kann den Vater nur halb beruhigen. "Sie ist nicht tot.", ist das erste, was er sagt, "Aber es geht ihr schlecht. Sie ist dehydriert und ihr Blutdruck ist niedrig." Schnell erklärt er seine Vorgehensweise: "Die Flüssigkeitszufuhr wird momentan intravenöse zugeführt. Sie wird stabilisiert. Doch es steht zu befürchten, dass wir die Geburt vorzeitig einleiten müssen, um die Babys zu retten."

Pablo runzelt die Stirn, seine Augen weiten sich. Schwer hält er die Tränen zurück. "Was heißt das genau?", fragt er, seine Stimme ist brüchig. "Ist sie in Lebensgefahr? Und die Babys … sind sie stark genug für eine Frühgeburt?"

"Im Moment besteht keine Lebensgefahr. Heutzutage haben Frühchen eine gute Überlebenschance.
", antwortet der Arzt. Er strahlt dabei eine Ruhe aus, als sei es eine Routine für ihn, mit schwierigen Geburten klarzukommen. "Die Babys sind stark und unser Team ist wirklich erfahren. Ich verspreche Ihnen, wir lassen nichts unversucht.“



Nickend nimmt er die Worte des Arztes auf. "Darf ich zu ihr?", fragt er schließlich.

"Wir haben Irina auf die Intensivstation verlegen müssen. Im Moment ist Besuch auch für enge Angehörige nicht möglich. Auch nicht nur für kurze Zeit. Dass es der Patientin und den Babys wieder besser geht, hat höchste Priorität. Und dazu braucht sie Ruhe." Dr. Zielscheibes Blick wirkt konzentriert. "Sie dürfen auch auf keinen Fall Krankheiten mit in ihr Krankenzimmer bringen. Wir werden versuchen, die Geburt nach hinten rauszuzögern."

Empört blickt Pablo den Arzt an. "Ruhe? Aber ich bin doch die Ruhe selbst!" Dabei wird sein Tonfall mit jedem Wort lauter. "Ich will sofort zu ihr!"



"Ich verstehe Ihre Sorgen.
", sagt der Arzt. "Aber im Moment müssen wir hart bleiben. Wenn Irina stabilisiert ist, können Besucher unter strengen Auflagen zugelassen werden. Bis dahin müssen Sie Geduld haben. Wir werden Sie informieren, wenn es ihr besser geht."

Pablo spürt, wie die Panik in ihm aufsteigt. Er will zu Irina, will wissen, was los ist. Sie sind nicht in Lebensgefahr und doch soll sie Ruhe brauchen? Es ergibt für ihn keinen Sinn. Mit einem Seufzer sinkt er zurück auf den Stuhl. Traurig reibt er sich die Augen. Hilflos zu sein und nur abwarten zu können, macht ihn wahnsinnig. "Und jetzt?", fragt er leise.



Dr. Zielscheibe ist empathisch genug, um die Panik des Vampirs zu erkennen. Er versteht die ganzen Vorurteile gegen diesen Okkult nicht. Sicher gibt es unter Vampiren wie bei den Menschen schwarze Schafe, aber auch durchaus freundliche Exemplare. Trotz seines Ausbruchs wirkt Pablo auf ihn wie ein Vertreter der zweiteren Variante. Er macht sich wirklich Sorgen um seine Familie, das ist nicht zu übersehen.

Der Arzt setzt sich neben ihn. "Wenn sie Irina wirklich helfen wollen, dann müssen Sie jetzt stark für sie und die Babys sein. Sie braucht jetzt Ruhe." Auch die Stimme von Dr. Zielscheibe bleibt ruhig. "Wir werden Sie auf dem Laufenden halten." Er versucht es mit einem Lächeln. "Und wenn Sie Ablenkung brauchen, könnte ich Ihnen vorschlagen, sich auf die Geburt vorzubereiten. Denken Sie an die Babys, und ob Sie alles zu Hause vorrätig haben, das sie für Ihre Familie nun brauchen. Ich weiß, es ist nicht einfach, nichts zu tun und nur abwarten zu können. Aber der Moment wird kommen, an dem Sie Ihre Familie wieder sehen können."

Dank der Worte des Doktors fasst Pablo neuen Mut. "Sie haben Recht! Ich werde mich gleich mit meiner Tochter zusammen setzen und eine Liste machen, was wir alles brauchen." Ermutigt steht er auf. "Bitte sagen Sie Irina, dass ich hier war und an sie denke. Ich komme sofort, wenn ich kommen darf", richtet er dem Arzt aus.

Dr Zielscheibe wird gespielt von Murloc
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25.12.2024 16:52 (zuletzt bearbeitet: 24.01.2025 20:50)
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#19
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<<< Irina kommt von Windenburg (2) <<<

Charakter: Pablo, Irina
Geschichtsstrang: Zwei kleine Vampire II


Pablo wurde vom Krankenhaus angerufen und erfährt, dass ein Kaiserschnitt bei Irina sofort notwendig ist, da ihre Werte kritisch sind und die Geburt nicht länger hinausgezögert werden kann. Kaum war das Telefonat beendet, lässt er alles stehen und liegen und eilt ins Krankenhaus.

Dort angekommen versucht er eine Schwester nach Informationen zu fragen, doch diese kann nichts Genaueres sagen. "Bitte warten Sie auf den Arzt." Enttäuscht, als auch hilflos läuft Pablo vor dem OP-Bereich auf und ab. Wann kommt denn jemand? Es ist bestimmt etwas passiert! Unruhig versucht er positiv zu denken, doch das will ihm nicht gelingen. Hätte ich Lucia nur mitgenommen, die hätte mich bestimmt beruhigen können. Oder auch nicht. Der werdende Vater läuft noch eine Weile auf und ab, als ein Arzt aus dem OP-Bereich kommt. "Moment!", schreit er laut und rennt zum Arzt hin. "Was ist mit Irina und den Zwillingen?"

Dr. Zielschreibe zeigt ein erleichtertes Lächeln. "Es ist alles gut gelaufen!", erklärt er um den Vampir zu beruhigen, "Ihrer Frau geht es gut, den Umständen entsprechend. Sie ruht sich im Moment noch aus, aber bald können Sie sie besuchen. Und bis dahin.. wie wäre es, wenn Sie sich schon mal die Babys anschauen? Beide atmen selbständig und sie haben alles gut überstanden."



Erleichtert und den Tränen nahe folgt Pablo dem Arzt durch die Gänge der Klinik. Sein Herz schlägt schneller und eine Schwester übernimmt die Führung. Er spürt ein Kribbeln und ist aufgeregt und nervös zugleich. Schließlich erreicht er die beiden Inkubatoren, die nah beieinanderstehen. Sein Blick fällt sofort auf die kleinen Namensschilder. Das eine ist rosa, das andere blau – beide noch unbeschriftet. "Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sohn und Ihrer Tochter", sagt die Schwester lächelnd und in diesem Moment versteht Pablo die Bedeutung der Farben. Eine einzelne Träne rollt über seine Wange.

"Sie dürfen Ihre Zwillinge anfassen", ermuntert die Schwester ihn. Zögernd streckt Pablo die Hand aus in einer der Öffnungen des Inkubators und legt einen Finger auf die winzige Hand seiner Tochter. Sie greift instinktiv danach und umschließt ihn. Mit seiner anderen Hand berührt er ebenfalls durch die Öffnung des anderen Inkubators vorsichtig seinen Sohn, der dieselbe Geste wiederholt. Ein überwältigendes Gefühl durchströmt Pablo und mehrere Tränen rinnen über sein Gesicht. "Meine Kinder", flüstert er, während sein Blick zwischen den beiden hin- und herwandert. In diesem Moment lösen sich alle Ängste und Strapazen der vergangenen Wochen in Luft auf.



Schließlich kommt Dr. Zielscheibe mit in den Raum. "Ihre Frau würde Sie jetzt sehen wollen.", sagt er zu Pablo, "Folgen Sie mir." Mittlerweile sind 18 Stunden nach Irinas Operation vergangen und sie ist stabil genug. Der Arzt führt den Vampir in ein Zimmer. Als naher Angehöriger hat er eine Besuchserlaubnis erhalten.

Irinas Zimmer ist in einem freundlichen hellen Blau gehalten, aber die Atmosphäre bleibt trotzdem klinisch und stiril. Vor ihrem Bett steht ein Monitor, der ihre Vitalwerte überwacht - zum Glück ohne etwas Besorgniserregendes anzuzeigen. Neben dem Bett stehen Infussionsständer, die verschiedene Flüssigkeiten bereit stellen. Auch eine Sauerstoffmaske liegt griffbereit, wenn es zu Atembeschwerden bei der Patientin kommen sollte, was glücklicherweise im Moment nicht der Fall ist.

Die Narkose hat nachgelassen und Irina fühlt sich noch benommen. Sie spürt den dumpfen Schmerz im Unterbauch. Doch als sie Pablo erblickt, ist auch das vergessen. Sie lächelt, als sie ihn sieht. Den Babys geht es gut - das hatten ihr die Ärzte mehr als einmal bestätigt. Und nun ist auch Pablo bei ihr. "Ein Mädchen und ein Junge!", sagt sie zu Pablo. Ihre Stimme klingt schwach, doch sie ist eine Kämpferin.



Mit Tränen in den Augen erblickt er seine Freundin und geht nah zu ihr, um ihre Hand zu halten. "Ja, ein Mädchen und ein Junge", wiederholt er und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. "Wir haben uns schon vorgestellt und sie vermissen ihre Mama." Mit einem liebevollen Lächeln streicht er über ihre Wange. Er fühlt sich wie berauscht von der Liebe, die ihn übermannt hat, als er seine Kinder zum ersten Mal sehen durfte. Vor seinem geistigen Auge spielen sich diverse Zukunftsszenarien ab, wie er seiner Tochter das Laufen beibringt, seinem Sohn das Fahrradfahren.

Irina schweigt eine Weile. Sie ist noch immer erschöpft und Reden strengt sie an. Doch sie muss nicht reden. Pablo versteht sie auch ohne Worte.

Dr Zielscheibe wird gespielt von Murloc
In Zusammenarbeit mit @Spatz


>>> Irina und Pablo gehen nach Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) >>>


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24.01.2025 01:33 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2025 15:37)
#20
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<<< Dennah kommt von Windenburg - Neue Wege Klinik (3) <<<
<<< Holger kommt von t566f51780-Newcrest-Nr-Waisenhaus-Heimathafen-1.html#msg6010<<<;


Charaktere: Dennah, Holger
Geschichtsstrang: Neue Wege - Epilog



Schemenhafte Figuren bewegen sich in ihrem Sichtfeld, ohne dass sie Notiz von ihnen zu nehmen scheint. Dumpfe Klänge umgeben sie - Stimmen, deren Worte sie nicht erreichen - Schritte, die klingen wie Donnerschläge. Jemand legt eine Decke über ihre Schultern und rafft den dünnen Stoff fürsorglich um ihren Oberkörper. Dennahs Blick verliert sich in der unendlichen Weite vor sich, den Kopf gesenkt, die Schultern schwer herabhängend fühlt sie nichts als erdrückende Müdigkeit. In ihrem Kopf herrscht vollkommene Stille. Irgendwann, nachdem jemand ihre Hände befreite, hat ihr Verstand sie verlassen.

Ein Gesicht schiebt sich vor ihren leeren Blick. Der Mund des Mannes bewegt sich, wartet, bewegt sich wieder, wartet. Ohne eine der gesagten Silben zu verinnerlichen, steht sie zeitgleich mit ihm auf und verlässt gemeinsam mit ihm und anderen Fremden das Gebäude.

Das kalte Leder des Rücksitzes schmiegt sich an ihre Schenkel und ruft einen Teil ihres Geistes zurück in ihren Körper. Die Tür schlägt zu, jemand setzt sich neben sie. Umgeben von unzähligen Männern betritt die erste Frau ihre isolierte Welt.
Der Wagen setzt sich in Bewegung und das Bild der Klinik entfernt sich aus ihrem Sichtfeld. Mit schweren Augenlidern blinzelt sie einige Male, bis eine einzelne Träne über ihre Wange rinnt.

Unter betretenem Schweigen wird Dennah in einen Raum geführt, der sich ebenso tot anfühlt, wie sie selbst. Eine andere Frau betrachtet sie, schenkt ihr ein zaghaftes, wärmendes Lächeln und spricht in ruhigen Worten zu ihr. Es werden Fotos geschossen, Dokumente ausgefüllt, Abstriche genommen, Verletzungen versorgt. Dann endlich, nachdem das schmutzige Gefühl längst bis tief in ihre Eingeweide gesickert ist, darf sie duschen.



Temperaturloses Wasser prasselt auf sie nieder, während Dennah aggressiv mit der Zahnbürste über die Zunge scheuert, bis das Brennen unerträglich wird. Den Kopf hebend, fängt sie Wasser aus der Brause auf, gurgelt so tief es geht und spuckt den scharfen Schaum auf den Boden. Ihr ganzer Mundraum beißt, als hätte sie einen Haufen wildgewordener Ameisen zu schlucken versucht - dem Ekel kann all das nichts anhaben. Wie der Bösewicht in einer epischen Tragödie kämpft er sich wieder und wieder an die Oberfläche. Mit ihm fluten Bilder der vergangenen Stunden ihre Sinne und beginnen, sich mit deutlich älteren Szenen zu vermischen. Stephens selbstgefälliges Grinsen - seine vor Hitze glühende Haut direkt vor ihrem Gesicht - dieser widerliche runzelige halbsteife - Hastig schiebt Dennah die Zahnbürste erneut zwischen die Zähne und bearbeitet Gaumen und Innenseite der Wangen. Würgend bricht sie den Schaum aus, spült mit frischem Wasser nach. Seine riesigen Hände an ihren Oberschenkeln - das freundliche Gesicht, nachsichtig lächelnd. Ihr unerfahrener Verstand hat es damals nicht zusammensetzen können. Doch aus heutiger Sicht erkennt sie die Niedertracht hinter seinem verständnisvollen Blick. Als hätte er nur seinen Job getan.



Lange hat Dennah nicht an ihn gedacht. Beinahe hätte sie seine Existenz aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Doch dann hat Stephen sie dazu getrieben, sich an ihn zu erinnern.
Wenn er sich doch nur nicht so aufgespielt hätte. Es wäre nicht so ausgeartet. Es hätte nicht diese alten Wunden geöffnet. Wunden, von denen sie nie bemerkt hatte, wie tief sie waren.
Aber Stephen ist nun mal ein aufgeblasener Wichtigtuer. Er passte immer perfekt in das Bild, das ihr über zwischensimlische Beziehungen beigebracht wurde. Vielleicht hatte sie sich deshalb von ihm küssen lassen. Sie waren beide nicht nüchtern gewesen und auf der Suche nach etwas, von dem sie keine Ahnung hatten, kollidierten ihre unerfüllten Bedürfnisse miteinander. Es war Dennahs erster Kuss und sie war beeindruckt von den ersten Schritten in diese Welt, in der sich ihre Eltern bewegten. Es war aufregend, mit seiner Zunge zu spielen - spannend und verlockend genug, um es zu wiederholen. Damals war er nicht so besessen davon, sie zu beherrschen. Er war wild und ungestüm und bewundernswert. Er war der Thronherrscher unter den Kids - der Typ mit der meisten Erfahrung und es hatte ihr geschmeichelt, dass er ausgerechnet ihr von diesem Flair einhauchte, obwohl sie erst dreizehn war. Und wer weiß - hätte Crook nicht dazwischen gefunkt, wäre vielleicht mehr aus ihnen geworden. Aber dann kam alles anders.
Und nun, fast vier Jahre später, schrubbt sie sich den Mund blutig, um seinen fahlen Geschmack loszuwerden.



Eine gute Stunde später rafft Dennah die Bettdecke vor ihrer Brust zusammen. Zwei Polizisten, eine Seelsorgerin und Herr Karde bemühen sich, Blicke und Gedanken unter Kontrolle zu halten.
"Es tut mir leid, aber ich muss dich das fragen." Der Ältere Uniformierte ringt mit sich, bevor er weiter spricht. "Er hat dich nicht vaginal penetriert?"
Es klingt so sachlich, dass es weh tut. Die Worte beschwören die Bilder herauf. Dieses beschissen verständnisvolle Gesicht. Als hätte es ihm leid getan, das zu tun. Es war nur ein Job.
Dennah schüttelt den Kopf. Die Augen geschlossen, ermahnt sie sich, so nah wie möglich bei der Wahrheit zu bleiben. Es muss glaubwürdig sein. "Er hat irgendwas über einen Kumpel gefaselt." Er wird Blaze nie wieder Scheiße über sie erzählen. 'Er wusste, dass ich dich mag.' "Und dann ..." Sie schluckt schwer. '... dass ich dich mag.' "konnte er nicht. Und ich dachte, er lässt mich in Ruhe." 'Wenn ich anfange, hab ich keinen Bock auf halbe Sachen.' "Aber dann ist er an mir hoch und hat - " Dennahs Mund ist wie ausgetrocknet. Spucke sammelnd, versucht sie das Bild beiseite zu schieben - Stephens schlaffer Schwanz vor ihrer Nase. Seine Spitze berührt ihre Unterlippe. 'Sie wird drüber weg kommen.' Eine Träne kämpft sich aus ihrem Augenwinkel. 'Das stört dich doch nicht, Schatz? Dennah öffnet die Augen. Ihr Blick liegt leblos auf der Bettdecke, ihr Gesicht nimmt einen unterkühlten Ausdruck an. Wieso zum Teufel wollen alle ihr Gesicht, aber niemand ihre Möse? Es ist, als hätte Crook sie mit einem Fluch belegt. Als würden alle wissen, was passierte und niemand will damit in Berührung kommen. "Er hat gesagt, ich soll den Mund auf machen. Und das habe ich getan. Und er hat ihn rein gesteckt."



Der kalte Ton in Dennahs Stimme lässt Holger das Blut in den Adern gefrieren. Er weiß, dass sie ihre Reize einsetzt, um mit Leuten zu spielen. Aber das hier ist etwas vollkommen Anderes. Was für einen Grund sollte sie für eine derartige Inszenierung haben? Sie muss an einen dieser Kerle geraten sein, der ihren Kleidungsstil als Einladung interpretiert. Ohne Aufsicht hätte sie nicht in die Klinik gehen dürfen.
Rational betrachtet, weiß Holger, dass ihn keine Schuld trifft. Aber emotional kann er sich nicht davon freimachen. Er hätte für ihre Sicherheit sorgen müssen.

Unsicher, ob er erleichtert oder besorgt ist, als es heißt, sie sollte eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik bleiben, stellt er eine kleine Reisetasche am Fußende des Bettes ab. Haltlos und wirr rasen verschiedene Gedanken durch seinen sonst so strukturierten Kopf. Egal, was er sagt, es kann nicht ausdrücken, was er empfindet. Also schweigt er. Nachdenklich, die Hände in den Hosentaschen, geht er zum Fenster und schaut in den anbrechenden Abend. Was ist nur los in letzter Zeit? Tomasz wird beim Dealen erwischt, Gereon reißt nachts aus, Clarice begeht Ladendiebstahl in einem Juwelier, die Jungen schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein. Und jetzt die Sache mit Dennah. Als er vor neunzehn Jahren die Stelle der Heimleitung annahm, wusste er, dass es schwierige Situationen gebe würde. Aber die Art der Probleme hat sich gewandelt. Damals ging es um gestohlenes Spielzeug, Zigaretten und verkaufte Hausaufgaben. Die Zeiten werden härter, die Kinder kompromissloser. Oder ist er nur zu alt geworden, um all das wegzustecken? Ohne einen Lösungsansatz im Sinn wendet er sich zu Dennah herum. Sie sieht müde und elendig aus. Am liebsten würde er sie an sich drücken und ihr sagen, dass alles gut wird. Doch er spürt, dass es nur alles schlimmer machen könnte und bemüht sich, den Drang zu unterdrücken. Stattdessen sieht er sie freundlich an. "Wenn du noch etwas brauchst, melde dich. Ich bin jederzeit für dich erreichbar."
Dennah schweigt.
"Ansonsten sehen wir uns morgen wieder. Wenn die Ärztin es erlaubt, kommst du dann mit nach Hause."
Nach Hause. Damit ist der Heimathafen gemeint. Aber Dennah bezweifelt, ein zu Hause zu haben. Hatte sie jemals eins? Der Platz unter der Brücke fühlte sich wie ein zu Hause an. Wo Stephen sie das erste Mal küsste.
"Versuch, zu schlafen." Karde ringt sich ein aufbauendes Lächeln ab, bevor er geht und sie mit ihren Gedanken allein lässt.



Augenblicklich füllt sich der Raum mit erdrückender Stille. Nur um irgendetwas zu tun, beugt Dennah sich nach vorn und zieht die Tasche an sich heran. Mit einem surrenden Geräusch öffnet sie den Reißverschluss und erblickt verschiedene Klamotten. Sie erwischt sich bei der Frage, ob Karde selbst die Sachen gepackt hat. Es ist von allem etwas dabei. Neben frischer Unterwäsche erkennt sie ein T-Shirt, ein knappes Top, eine Jeans, eine Baumwollhose und die kurze Cordhose. Jemand hat sich wirklich Gedanken gemacht und für jede Stimmung vorgesorgt. Sie entscheidet sich für die Baumwollhose und sieht noch ein weiteres Stück darunter. Blaze' Pullover. Fuck! Bitte nicht. Energisch zieht sie das Oberteil aus der Tasche und riecht daran. Gott sei Dank! Nicht gewaschen. Sein Duft haftet noch immer daran. Kurzentschlossen reißt sie die grauenvollen Krankenhausklamotten von ihrem Körper und schlüpft in den Pullover. Mehr braucht sie nicht. Mit einem Fußtritt landet die Tasche auf dem Boden, bevor Dennah sich mit den Ärmeln am Gesicht ins Kissen wühlt und die Augen schließt. Blaze' Duft lullt sie ein wie eine tröstende Umarmung. Wenn er jetzt doch nur hier wäre. Wenn er doch nur begreifen würde ...


>>> Dennah geht nach San Sequoia - Haus S. Schmidt >>>
>>> Holger geht nach


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