Newcrest Nr. 15 - Blaisdell Anwesen

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20.02.2024 20:12 (zuletzt bearbeitet: 20.02.2024 21:35)
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Bestseller-Schmied

<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell kommt von Oasis Springs - Bandraum (Stephens ex-zu Hause) <<<

Charaktere: Blaze / Irving
Geschichtsstrang: Nicht zu Hause




Vor dem Blaisdell-Monahr Anwesen bleibt Blaze stehen und raucht zu ende. Er will das Geschenk seiner Mutter abholen und macht sich Gedanken über seinen Vater. Irgendwie hatte er abgeschlossen gehabt und sich gedacht, er muss seinen Vater nie wieder sehen. Und jetzt steht er hier. „Erwachsen“. Vor einem zu Hause was keines mehr ist.
Er dachte er würde sich unruhiger fühlen, aber in ihm ist hauptsächlich Stille. Die Ruhe vor dem Sturm?



Er wirft die Kippe ungeachtet in die Büsche des Vorgartens und stellt sich an die Tür. Er ist kurz davor, einfach hinein zu gegen und stockt. In diesem Haus ist nichts mehr von ihm. Mit einem seltsamen Gefühl im Finger drückt er die Klingel.
Blaze tritt zurück. Das warten auf jemanden der ihm die Tür öffnet - hoffentlich ist es Beth - staut sich zu einer kalten Ewigkeit auf.



Im Fenster hinter der Tür nimmt er eine Bewegung war und er tritt zurück. Sie öffnet sich und ein vertrautes und doch so fremdartiges Gesicht taucht auf. Irvings Mine verändert sich nicht als er seinen Sohn erkennt.
Hinter Blaze‘ Fassade spielt sich ab, was er mit diesem Mann erlebt und nicht-erlebt hat. Der Film ist trostlos und beklemmend angesichts der Zuneigung die Del Blaze beigebracht hat.



Irvings Augen wandern zu Blaze‘ Füssen und wieder zu seinem Gesicht. Als ob er nicht weiss was er dazu noch sagen soll.
Es überrascht Blaze selbst als er als erstes sagt: „Kann ich rein kommen?“
„Wozu.“
die erdrückende Frage von Irving. „Ich sagte doch, du hast hier nichts mehr verloren.“
Seine Ablehnung - seine unbegründete Ablehnung - lässt Blaze die Fäuste in den Jackentaschen an und entspannen. Sein Herz beschleunigt wütend den Rhythmus.



„Ich will Moms Geschenk abholen. Mehr nicht.“ antwortet er beherrscht. Was siehst du bloß? Fragt Blaze sich mit leicht verengten Augen. Wenn du mich ansiehst? Interessiert es dich wirklich nicht, was ich mache? Wies mir geht? Wo ich hin gehe?
„Das hättest du dir früher überlegen können.“ antwortet der Mann.
Blaze‘ Blick wandert über Irvings Schulter in das Hausinnere. Wo ist Beth? Er braucht ihre Hilfe.
„Das ist nicht fair..“ nur mit Mühe, schreit er diesen Satz nicht.



„Das war es noch nie.“ entgegnet Irving. Er klingt als wüsste er, dass Blaze nicht nur das zurückhalten des Geschenks meint. „Verschwinde von meinem Grundstück.“
„Das Geschenk.“
wiederholt Blaze verbissen.
Irving ist schon dabei die Tür zu schließen und Blaze spürt den Impuls sie aufzuhalten, doch Irving stoppt von selbst. Seine Augen mustern Blaze, ehe sie an ihm vorbei zucken und der Sohn dem Blick automatisch folgt. Der Briefkasten?



Blaze sieht Irving an, dessen Gesichtsausdruck verhärtet: „Verschwinde.“ sagt er erneut und die Tür fällt ins Schloss.
Blaze‘ Brauen zucken, dann eilt er zum Briefkasten. Darin liegt ein Umschlag mit einem harten Inneren. Sein Name steht in einer fremden Handschrift darauf. Blaze blickt mit dem Geschenk in den Händen nochmal zum Haus, dann dreht er sich um und geht.

>>> Blaze geht nach Oasis Springs - Delsyns Camper >>>


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24.08.2024 11:27 (zuletzt bearbeitet: 20.07.2025 18:04)
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Charaktere: Irving
Geschichtsstrang: Disziplin. Verantwortung. Erfolg.


Irving sitzt am Küchentisch, die Hände um die Tasse Kaffee geschlossen. Das erste Licht des Morgens tastet sich vorsichtig durch die Fenster, doch er nimmt es kaum wahr. Die Stille ist fast erdrückend, und sein Blick bleibt starr auf den nebligen Garten gerichtet, ohne wirklich etwas zu sehen. Vor ein paar Tagen ist sein Vater gestorben, und seither ist diese Stille in ihm gewachsen.
Die hölzerne Schachtel auf dem Tisch zieht seine Aufmerksamkeit auf sich. Darin liegt der silberne Füllfederhalter seines Vaters. Es ist alles, was er behalten hat – mehr als nur ein Gegenstand. Es ist ein Symbol. Verantwortung. Disziplin. Erfolg. Das war es, was sein Vater ihm beigebracht hat. Worte, die ihm immer wie Felsen vorkamen. Unerschütterlich.



Langsam hebt er den Füllfederhalter aus der Schachtel und dreht ihn in seinen Händen. "Erwachsen werden bedeutet Verantwortung," hatte sein Vater gesagt, als er ihm das erste Mal diesen Stift überreichte. Irving hatte damals nicht verstanden, warum diese Worte so schwer auf ihm lasteten. Er hatte sie akzeptiert. Weil es nichts anderes zu tun gab. Sein Vater war nicht der Mann, dem man widersprach. Verantwortung trägt man allein. Das war die Regel.
Ein leises Geräusch hinter ihm reißt ihn aus seinen Gedanken. Sullivan steht an der Treppe, mit zerzaustem Haar und verschlafenen Augen. Das Bild von Sullivan, so klein und unsicher, erinnert ihn an sich selbst in diesem Alter. Es ist, als würde er sich selbst vor seinem Vater sehen. Derselbe Ausdruck – diese Unsicherheit, das Zögern, die Angst, zu stören.
Für einen Moment ist Irving versucht, ihn wegzuschicken, so wie er es oft tut, wenn er nicht weiß, wie er auf seinen Sohn reagieren soll. Etwas hält ihn zurück. Vielleicht ist es die Erinnerung an seinen eigenen Vater. Daran, wie es sich anfühlte, immer auf Abstand gehalten zu werden.



„Was machst du so früh auf den Beinen?“ fragt Irving schließlich, seine Stimme klingt ruhiger, weicher, als er es beabsichtigt hatte. Es fühlt sich fremd an.
Sullivan zuckt leicht zusammen, überrascht von der Frage. „Ich... wollte nur was trinken,“ murmelt er, unsicher, wohin er mit seinem Blick gehen soll. Er wirkt so klein, so zerbrechlich. Irving sieht das.
Er nickt langsam, deutet auf den Stuhl neben sich. „Setz dich.“ Es ist eine spontane Einladung. Vielleicht aus einem Anflug an Sentimentalität. Als Sullivan sich zögerlich setzt, fühlt Irving einen Stich in der Brust. Es ist, als würde er einen kleinen Schritt in eine Richtung machen, die sein Vater nie für ihn gemacht hat.
Die Stille kehrt zurück. Irving starrt auf den Füllfederhalter in seinen Händen und weiß, dass er etwas sagen sollte. Etwas Bedeutungsvolles. Aber die Worte stecken fest. Stattdessen greift er nach der Vergangenheit, nach der Lektion, die ihm sein Vater eingebrannt hat.



„Das hier gehörte meinem Vater,“ sagt er schließlich, seine Stimme leise und zögerlich. Er dreht den Füllfederhalter in den Fingern. „Er hat ihn mir gegeben, als ich so alt war wie du.“
Sullivan sieht ihn an, seine Augen groß und neugierig. Er fühlt sich hilflos in dieser Rolle – als Vater.
„Ich wollte dir den mal zeigen,“ fügt Irving hinzu, seine Worte sind unsicher, als ob er sich selbst fragt, warum er das tut. "Erwachsen werden bedeutet Verantwortung, sagte er immer zu mir."



Sullivan nickt stumm, seine Augen haften an dem Füllfederhalter, als wäre er ein Schatz. Für Irving ist das rührend und beängstigend zugleich.
Er räuspert sich, stellt den Füllfederhalter zurück in die Schachtel. Seine Finger zittern leicht, als er den Deckel schließt. Er spürt, wie das Band zwischen ihnen wieder lockerer wird, wie der Moment zerbricht, noch bevor er ihn wirklich begreifen konnte.
„Ich sollte mich fertig machen,“ sagt Irving, seine Stimme ist wieder distanziert, kalt. Er steht auf und fühlt, wie die vertraute Härte zurückkehrt.






Jetzt

Das Arbeitszimmer liegt in einem schwachen, goldenen Licht, das von der kleinen Tischlampe ausgeht. Die Schatten tanzen um die massiven Bücherregale und den schweren Schreibtisch, der sich wie ein Bollwerk zwischen Irving und der Welt erhebt. Vor ihm liegt der Füllfederhalter seines Vaters.
Irving nimmt den Stift in die Hand, dreht ihn zwischen seinen Fingern. Seine Bewegungen sind präzise, kontrolliert, als könnte er durch diesen vertrauten Gegenstand die Kontrolle über seine Gedanken zurückgewinnen. Sein Atem geht tief und gleichmäßig, doch in seinem Kopf schwirren Überzeugungen, die ihm keinen Frieden lassen.

Disziplin. Verantwortung. Erfolg.

Das war der Weg. Das war es, was er von seinem Vater gelernt hatte. Ein Mann, der ihn geformt hatte, so wie man Eisen im Feuer formt – hart, unerbittlich, aber notwendig. Irving hat nie daran gezweifelt, dass dieser Weg der richtige ist. Es ist der einzige Weg, um stark zu werden. Um erfolgreich zu sein. Sein Vater hatte ihn nicht mit warmen Worten oder Lob überschüttet, sondern ihm die Werkzeuge gegeben, um im Leben zu bestehen. Er hatte es geschafft, und Irving hatte es geschafft. „Verantwortung trägt man allein,“ hatte sein Vater immer gesagt. Irving glaubt daran. Er glaubt daran, weil er es selbst durchlebt hat. Er hat die Unsicherheit, das Zögern und die Angst überlebt. Das macht Sims stark.



10 Jahre ist es jetzt her, damals war Sullivan acht Jahre alt gewesen, mit diesen großen, neugierigen Augen, die ihn so oft an seine eigenen als Kind erinnerten. Es war das erste Mal, dass er wirklich das Gefühl hatte, seinem Sohn etwas Bedeutendes beizubringen.
"Erwachsen werden bedeutet Verantwortung," hatte er gesagt, und als er diese Worte ausgesprochen hatte, sah er in Sullivans Augen etwas aufblitzen – ein Leuchten, das ihm zeigte, dass sein Sohn, so jung er auch war, es verstand. Weil er ein kluger Junge mit potential war. Es war ein Moment des Stolzes gewesen. „Er hätte alles haben können,“ denkt Irving.. Er hatte Sullivan die Werkzeuge gegeben – die gleichen Werkzeuge, die ihn selbst stark und erfolgreich gemacht hatten. Aber Sullivan hatte sie nicht benutzt. Er hatte sich verweigert, hatte den einfachen Weg gewählt, anstatt sich der Verantwortung zu stellen.



Der Gedanke an das Militär lässt Irving die Stirn runzeln. Als Sullivan ihm sagte, er wäre weg, hatte Irving das als einen weiteren impulsiven Versuch gesehen, ihm zu trotzen. Sullivan war nie reif genug gewesen, nie wirklich bereit, Verantwortung zu übernehmen. Es war keine Entscheidung aus Überzeugung. Es war eine Flucht. Sullivan hat es nicht verstanden, oder schlimmer noch, er hat es nicht verstehen wollen.
Schuld? Nein, Irving schüttelt leicht den Kopf. Es war keine Frage der Schuld. Es war eine Frage der Wahl. Sullivan hat seine Entscheidungen getroffen. Entscheidungen, die ihn von dem Pfad weggeführt haben, den Irving für ihn vorbereitet hatte. Der richtige Weg. Und jetzt war er weg – rausgeworfen, weil es nicht anders ging. Weil Irving keine andere Wahl hatte, als die Konsequenzen zu ziehen, die nötig waren. So war es immer gewesen. So musste es sein.

Die Erinnerung an seinen Vater ist so klar in diesem Moment – der Mann, der ihn mit diesen kühlen, distanzierten Augen ansah, immer die gleichen Worte wiederholend. „Verantwortung. Disziplin. Erfolg.“



Jetzt, wo Sullivan weg ist, kommen ihm diese nagenden Zweifel. Gedanken, die er nicht zulassen will, die er immer wieder wegschiebt, sobald sie aufkommen. „Du hast es doch auch so gemacht,“ murmelt Irving leise. Die Worte kommen ihm schärfer über die Lippen, als er will. Es fühlt sich seltsam an, die Worte laut auszusprechen, als wäre es etwas Verbotenes, etwas, das er nicht wagen sollte. Sein Blick ruht auf dem Füllfederhalter, als ob er eine Antwort von dem Gegenstand erwarten könnte, als ob sein Vater durch diesen alten, vertrauten Stift sprechen könnte. „Disziplin. Verantwortung. Erfolg. Das war der Weg, oder? Warum funktioniert es bei ihm nicht?“
Es war nie leicht mit Sullivan. Schon als Junge war er widerspenstig gewesen, unberechenbar. Irving atmet tief durch, schließt die Augen. Er hat alles richtig gemacht. Das kann er nicht in Frage stellen. Sein Vater war stark gewesen. Irving ist stark geworden. Sullivan hätte das auch sein können.
„Was hätte ich tun sollen?“ flüstert Irving, und diesmal klingt seine Stimme fast flehend. Er lehnt sich zurück, presst die Hand mit dem Füllfederhalter fest gegen seine Stirn. „Hättest du das kommen sehen?“ fragt er leise in die Dunkelheit, die Worte richten sich wieder an den Stift. „Ich habe alles getan, was nötig war. Alles, was du mir beigebracht hast.“ murmelt er leise, fast trotzig, als würde er die Worte vor sich selbst verteidigen müssen.

Wo liegt dann der Fehler?



Er legt den Füllfederhalter zurück in die Schachtel, schließt sie leise, fast ehrfürchtig, als könnte er damit die Fragen begraben, die in ihm aufsteigen. Aber die Ruhe, die er sucht, bleibt aus.

>>> Irving geht nach Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers >>>


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