Evergreen Harbor Nr. 6 - Old Station Bar

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23.04.2023 12:21 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 15:49)
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Hausmeister

Rogue - letzter Post

Charaktere: Rogue, Bart Kieper
Geschichtsstrang: Einarbeitung


"Wenn du lesen kannst, ist der Job gut zu schaffen.", beginnt Bart seiner zukünftigen Kollegin zu erklären. "Wir haben drei verschiedene Fass. Die sind auf dem Zapfhahn beschriftet. Wenn du was auswechseln musst, gehst du hier unten an den Schrank." Der Barkeeper geht in die Hocke und öffnet eine der Türen. Mit stoischer Ruhe zählt er die einzelnen Schritte auf und zeigt Rogue, welche Hebel sie wann umlegen muss. Aufmerksam hört sie zu und wiederholt einige Stichpunkte, um sich alles zu merken.



"Die neuen stehen hier im Schrank nebenan. Jeweils ein Fass - achte drauf, dass du das richtige erwischst. Das Leere stellst du da hinten in die Ecke. Das wird nach Feierabend weg geräumt und so vergisst man nicht, den Vorrat nachzufüllen."
Die junge Frau nickt und beobachtet alles ganz genau.
"Hier unten findest du auch gekühlte Longdrinks. Cola, Wasser, Säfte und so weiter." Mit zwei Fingern tippt er auf eine weitere Tür, hinter der sich offenbar ein Kühlschrank befindet, und deutet dann auf ein großes Schubfach direkt vor Rogue.
"Eiswürfel sind da. Eine kleine Schaufel ist auch drin. Machst du die voll, hast du die Menge für Longdrinks. Die Hälfte für den Rest. Also Whiskey, Baileys, Martini und sowas."
"Verstanden.", nickt Rogue und wiederholt verspielt: "Je größer der Durst, desto stärker die Abkühlung."
Bart steht auf, nimmt ein Glas und drückt es Rogue in die Hand.
"Dann zeig mir mal, wie du einfüllst. Gib mir ein Helles."
Selbstbewusst tritt sie vor und setzt das Glas schräg unter den entsprechenden Zapfhahn. Bis zur Hälfte lässt sie die goldene Flüssigkeit einlaufen, passt dann den Winkel des Glases an, so dass der Schaum nicht überhand nimmt. Sie stellt das Getränk zur Seite und schaut neckisch den älteren Mann an.



"Und was bekommt deine Freundin?"
Er grinst unweigerlich. "Mag sie ein Radler?"
"Tut sie.", zwinkert Rogue zurück und greift nach einem weiteren Glas, um es bis zur Hälfte mit Bier zu füllen. Anschließend wechselt sie, gießt das erste Bier weiter auf und wechselt noch einmal. Aus dem Kühlschrank nimmt sie die Flasche Sprite, füllt nach und erledigt so die Bestellung spielend und sauber mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.
"Bitte sehr, Ihr Getränk, mein Hübscher."
Anerkennend nickt Bart Ihr zu und deutet ihr, sich zu setzen. Beide nehmen am Tresen Platz und stoßen an.
"Hast du schon mal sowas gemacht?", fragt er neugierig.
Sie setzt das Glas ab und schüttelt den Kopf. "Nein. Aber ich habe schon das Eine oder Andere bestellt. Und ich habe eine schnelle Auffassungsgabe.", lacht sie fröhlich.
"Und Charme hast du auch.", entgegnet Bart amüsiert. "Du solltest alletdings aufpassen, dass du nicht zu weit auf diese Gewässer schipperst. Ich meine, eine junge, hübsche Frau, mit verführerischen Worten und eine Horde Suffköpfe...", sein Blick schwenkt in Besorgnis um. "Das kann auch schnell schief gehen."
"Das ist süß von dir." Sie tippt gerührt auf seine große Hand. "Ich kann mich gut verteidigen. Ich mach schon seit vielen Jahren Kickboxen. Und ich weiß auch, wo es am meisten weh tut."



Der Ältere lacht leise und schüttelt den Kopf. Wo hat sein Chef die nur gefunden?

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23.04.2023 12:35 (zuletzt bearbeitet: 23.04.2023 23:12)
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Hausmeister

Logan - letzter Post

Charaktere: Logan, Rogue
Geschichtsstrang: ... aber manchmal ...



"Nem vagyok beteg, elveszett, csak néha egy-két dolgot..."
Der krachige Sound brüllt in seinen Ohren. Regungslos starrt er an die Wand- dieses Mal hat Logan seine In-Ear-Kopfhörer eingesetzt. Es soll nicht schon wieder zu einem Zwischenfall kommen.
"Másként látok, hogy ezzel önmagam lehessek"
Der Große reißt ihn in die Luft.
"De nekem is kell egy társ és, hogy igazán nevessek"
Er schmettert ihn gegen die Wand.
ER schmettert ihn -



Logan dreh sich herum und schließt die Augen. Er versucht, sich auf die Worte des Songs zu konzentrieren.
"Hát jöjjön most valaki - Aki ismét felfedezi - Azt ami jó bennem - Csak ő is úgy kelljen."
Er fliegt durch die Luft. Glas zerspringt.
Der junge Mann setzt sich auf. Auf der Bettkante sitzend, steckt er sich die unzähligste Zigaette an.
Er landet auf dem kalten Boden.
"Mert néha... mert néha csak néha, és néha SZAR!
Mert néha csak néha, és néha SZAAAAAR!"




Logan springt auf und reißt sich die Kopfhörer aus den Ohren. Er muss hier raus. Er stürmt aus dem Zimmer und direkt aus der Wohnungstür heraus. Entschlossen geht er die Straße Richtung Stadtinneres und steuert ohne nachzudenken auf die Bar zu. Es ist nicht viel los und er setzt sich an den Tresen.

Die Barkeeperin begrüßt ihn freundlich und er bestellt seine üblichen Getränke:
"Bier, stark. Whiskey, doppelt. Ohne Eis."
"Dein Wunsch ist mir Befehl.", lächelt die junge Frau und macht sich an die Arbeit.
Einen Augenblick später stellt sie den Whiskey und einen sauberen Aschenbecher vor ihm ab. Als wäre das sein Stichwort gewesen, steckt er sich eine an, lässt die Schachtel auf dem Tresen liegen und stürzt die Hälfte des goldenen Getränkes herunter.
"Und das Bier, bitteschön." Sie zwinkert ihm verspielt zu. "Habe es extra stark gemacht."
Unbeeindruckt nickt er.
Schulterzuckend dreht sie ihm den Rücken zu und beginnt, das hintere Regal aufzufüllen.
Als sie sich wieder dem Tresen widmet, bemerkt sie, dass das kleine Glas bereits geleert ist und räumt es ab.
"Noch einen.", raunt der Gast, ohne den Blick zu heben.
Die junge Frau kümmert sich um den Nachschub und betrachtet den Gast aus dem Augenwinkel.
Ihr fehlt noch die Erfahrung, aber ihr Gefühl sagt ihr, dass der Typ einer von den Gästen sein könnte, auf die man ein Auge haben muss - wie ihr Kollege sagte.
Sie stellt das Glas vor ihm ab und lehnt sich auf den Tresen, um Augenkontakt herzustellen.
Nachdem er registriert, dass sie nicht aus seinem Blickfeld verschwindet, schaut er unter den Augenbrauen zu ihr herauf.
"What?", fragt er.
Sie legt den Kopf leicht schief und blitzt ihr Gegenüber neugierig an.
"Ich frage mich nur, ob du dich still besaufen oder mir einen aufregenden Abend bescheren willst."
"Hab' nich' vor irgendwem irgendwas zu bescheren.", nuschelt Logan und nimmt einen Schluck Whiskey.
"Und was genau hast du vor?", fragt sie.
Logan zögert, nimmt dann das kleine Glas und leert es. "Ich will nur den Winter überstehen.", murmelt er, als er es abstellt.
"Ach, Schätzchen,", Rogue räumt das Glas weg und wischt den Tresen ab, "der Winter hat noch nicht mal angefangen."
"I know."

Die Tür springt auf und zwei Frauen betreten die Bar. Fröhlich schnatternd treten sie näher und geben ihre Bestellungen auf.
"Und dann sage ich so zu ihr, weißt du, Miriam, sage ich, wenn du dich nicht zusammenreißen kannst, dann hast du es auch nicht anders verdient."
Die Andere lacht schrill auf.



Die Barkeeperin bereitet alles für die Cocktails der Damen vor, muss aber beim Rezept noch in den Notizen spicken, die vorsorglich für die Neulinge bereit gelegt wurden.
Missbilligend beobachtet eine der beiden, wie Rogue in dem Heft blättert und widmet sich ihrer Begleitung.
"Also, die Drinks sollte man schon mixen können, wenn man hier arbeitet."
"Peinlich."
, nickt die Andere.

Rogue überhört den Kommentar fürs Erste.
"Weißt du, mein Hübscher,", antwortet sie Logan, während sie verschiedene Flüssigkeiten in einen Mixbecher gießt, "vielleicht solltest du nicht so weit voraus denken." Sie schüttelt kräftig und füllt das Gemisch in zwei Gläser, gibt anschließend einen Schluck Saft dazu und steckt Strohhalme hinein.
"Manchmal hilft es, im Hier und Jetzt zu bleiben. Alles Andere kommt früh genug auf dich zu."
Mit einem freundlichen Lächelnd stellt sie die Cocktails auf den Tresen.



"Du hast wohl deiner Mama nicht zugehört, als sie dir erklärt hat, wie man mit anderen Sims spricht, Süße," widmet sie sich jetzt der Kritikern. "Besonders, wenn diese Sims dir deine Getränke zubereiten." Sie zieht ein Taschentuch aus der Hose und putzt sich lautstark die Nase. "Wenn du dich bei mir entschuldigst, verspreche ich dir, deiner Mama nichts zu sagen." Immer noch freundlich lächelnd hält sie das Stück Stoff mit zwei Fingern in die Luft. "Und ich werde das hier auch nicht in deinen Drink tunken."
Die beiden Frauen schauen sich entgeistert an.
"Das wagst du nicht.", behauptet die Eine.
Rogue tut so, als würde sie nachdenken, lacht dann charmant und winkt ab.
"Keine Sorge, sowas würde ich nicht -" Mit großen Augen schaut sie in das Glas, in das soeben ihr benutztes Taschentuch gefallen ist. "Ups." Sie legt zwei Finger auf den gespitzten Mund. "Das ist mir aber peinlich. Ich hole es raus und wir reden nicht drüber." Sie steckt die Finger in den Cocktail und grabbelt an dem durchweichten Tuch herum, das sich immer tiefer an den Boden setzt.
"Ach, wie ungeschickt von mir. Ich bin aber auch zu dumm.", lächelt sie den beiden ungläubig starrenden Frauen entschuldigend zu. Schließlich gelingt es ihr, das Tuch zu packen. Sie zieht es heraus und drückt die überschüssige Flüssigkeit über dem Glas aus, bevor sie es dem Gast ein Stück näher stellt.
"So, na bitte. Nichts passiert. Wohl bekommts, Ladies."
"Das ... ist ..." die beiden starren mit offenen Mündern zwischen Glas und Barkeeperin hin und her.
"... deine Bestellung,", beendet Rogue freundlich den Satz. "Sunshine on the Rotz. Stimmt etwas nicht?"
"Komm, wir gehen! Die ist doch irre." Das Mitbringsel zieht der Anderen unsanft am Ärmel und beide stolpern erzürnt zum Ausgang.
"Hey, ihr habt noch nicht bezahlt.", ruft Rogue hinterher.



Als die Tür ins Schloss fällt, schaut Rogue fragend zu ihrem Gast und zuckt mit den Schultern.
"Das war wirklich gut.", nickt er anerkennend.
Die junge Frau lacht und nimmt den besudelten Cocktail vom Tresen, um ihn weg zu schütten. Den anderen stellt sie vor Logan ab.
"Willst du? Geht aufs Haus.", zwinkert sie.
"Nich' mein Ding.", antwortet er.
"Na, dann," sie hebt das Glas und prostet ihm zu. "Cheers."

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23.04.2023 13:01 (zuletzt bearbeitet: 23.04.2023 23:11)
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Hausmeister

Maryama, Ben - letzter Post
Rogue - letzter Post

Charaktere: Maryama, Ben, Rogue
Geschichtsstrang: Gesprächsbedarf




Es ist noch nicht allzu viel los in der Old Station Bar. Ein paar Stammgäste sitzen herum und starren Löcher in die Luft. Maryama hat sich nicht mehr von den WG Jungs verabschiedet. Da nochmal rein zu gehen nach dem Streit, war ihr einfach zu viel. Geredet hat keiner mit ihr, also wird ihr Verschwinden auch keinen interessieren, mutmaßt sie und ist ganz froh darüber. Als sie sich neben Ben auf einen Barhocker gleiten lässt, gibt ihr die neutrale Umgebung wieder andere Energie. Sie stupst Ben mit dem Ellbogen an. "Ich geb dir was aus, das bin ich dir wohl schuldig." Auch Ben ist froh darüber, jemanden zum Reden zu haben. Er bedankt sich bei Maryama für das Getränk und bestellt sich einen Cocktail. "Finde aber auch gut, dass du bei dem Streit dazwischen gegangen bist. Hätte mir nicht gefallen, wenn es jetzt wirklich zu einem Kampf gekommen wäre.""Für den Hübschen ein Cocktail, und was möchte seine süße Freundin?" Die Barkeeperin lächelt Maryama freundlich entgegen.

Wie schön. Ein freundliches, aufgeschlossenes Gesicht. "Einen Tequila Sunrise bitte, mit einem Extraschuss Grenadine." Maryama lächelt zurück und wendet sich wieder Ben zu. "Das war Reflex, nicht geplant. Hab einmal zu oft zusehen müssen, wie jemand verprügelt wird und das wirkt nach." Sie beobachtet einen Moment die Kellnerin beim zubereiten des Drinks und muss kurz an Alexander denken. Ob sie das genauso gut hin bekommt wie er? Interessante Frisur mit der auffälligen, weißen Strähne in den roten Haaren. "Ich möchte gar nicht wissen, wie das ausgegangen wäre. Tom ist Logan haushoch überlegen."



"Ja.", stimmt Ben zu, "Ich kenne Tom zwar nur flüchtig, aber wer in einem Kampf die Oberhand hätte, war nicht zu übersehen. Allerdings hat er sich dann ja auch zurückgezogen bevor es zu weit ging." Er wirft der Kellnerin einen kurzen Blick zu, dreht sich dann wieder zu Maryama.

Die junge Frau macht sich ans Werk. Mit zur Musik schwingenden Hüften füllt sie gekonnt Flüssigkeiten zusammen, und lacht herzhaft über einen Kommentar eines anderen Gastes.
Obwohl sie den Job noch nicht lange macht, wirken ihre Bewegungen flüssig und geschmeidig. Bevor sie den Cocktail ins Glas schüttet, geht sie ihren Spickzettel durch, nickt dann zufrieden und stellt das Glas mit Strohhalm und Fruchtscheibchen vor Ben auf den Tresen. Maryamas Bestellung geht ihr leicht von der Hand - die Übung macht den Unterschied.
"Wohl bekommts.", zwinkert sie, als sie auch den zweiten Drink abstellt und sich direkt der nächsten Bestellung widmet.



"Danke." Der erste 'Sunrise' seit langer Zeit. Maryama zieht kurz am Strohhalm. "Mmmh, das brauch ich jetzt, lecker." Nicht ganz Saschaqualität, aber die Mischung passt. Sie nimmt nochmal genießerisch einen Schluck. "Ja, das hat mich überrascht ehrlich gesagt. Ich mein...Logan hat nicht geschlagen, sondern gespuckt und das ist nochmal ganz ne andere Nummer. Ich frag mich, wie die beiden täglich mit einander umgehen.." Sie stützt den Ellbogen auf, legt den Kopf seitlich in die Hand und sinniert weiter. "Weißt du, ich versteh Logan wirklich. Das ist nicht okay ihn dauernd Kleiner zu nennen, da wird man aggressiv, vor allem wenn man schon öfter signalisiert hat, dass man das nicht mag. Trotzdem wär's sinnvoller Tom mal unter vier Augen darauf anzusprechen und nicht vor versammelter Mannschaft mit im Geiste schon geballten Fäusten." Sie seufzt. "Das war's was ich zu ihm gesagt hab, bevor er abgehauen ist."

Die Barkeeperin spitzt die Ohren. Sie hört die Worte 'Logan' und 'Kleiner' und schmunzelt in sich hinein. Die werden doch wohl nicht diesen Typen meinen, der hier ständig herumhängt? Während sie ein Glas Bier auffüllt, beobachtet sie die beiden Gäste neugierig.

Ben nickt. "Ist aber auch nicht so, dass nur einer der beiden schuldig wäre. Da stecken sie beide mit drin. Und so wie es sich anhörte, war das nicht das erste Zusammentreffen im Streit. Selbst Jim schien ja schon genervt zu sein darüber."

"Hm." Maryama fängt einen Blick der Barkeeperin auf. Findet wohl Ben wirklich süß, denkt sie amüsiert. "Ja, die sollten sich wirklich aussprechen. Sonst wiederholt sich das." Sie zieht das Glas zu sich heran ohne die Position zu verändern, knickt den Halm in ihre Richtung und trinkt. "Gut, aber sind beide selber groß und werden das hoffentlich hin bekommen. Aber weißt du, ich wollte auch noch aus einem anderen Grund mit dir reden." Jetzt richtet Maryama sich doch wieder auf und stupst mehrmals mit dem Strohhalm die Eiswürfel im Glas nach unten. Sie gleiten elegant wieder nach oben, drehen sich ein, zweimal und schwimmen wieder an der Oberfläche, als ob nichts passiert wäre. Wie im richtigen Leben..so muss man das machen, wenn einen die Wellen mal wieder herumschleudern und nach unten ziehen. Einmal um sich selbst drehen, auftauchen und weiter machen. Mit einem leichten Kopfschütteln schaut sie Ben an. "Entschuldige, war kurz in Gedanken. Wie siehst du das mit der Zusammenarbeit mit Logan? Jetzt, wo du diese Seiten erlebt hast? Ist das trotzdem okay für dich? Möchtest du dass wir das zusammen machen?"



Ben mustert Maryama, wie sie mit dem Strohhalm in ihrem Getränk herumrührt. Wenn Dora nicht wäre, hätte er durchaus auch an ihr Interesse haben können.
"Wie ich auch Logan bereits sagte: Ich stelle mich dem nicht in den Weg. Heißt ja nicht, dass wir gleich die besten Freunde werden müssen, bloß weil er Fotos macht." Er hat immer noch keine Ahnung, warum Logan was gegen ihn hatte, und ob er das immer noch so sieht oder nicht. Aber er selbst hat nichts gegen den Jungen, und wer weiß, an wen Ben ihn erinnert.

"Entschuldigt meine Neugierde, ihr Süßen, aber ich muss doch mal nachfragen." Die Kellnerin lehnt sich mit dem Oberkörper halb auf den Tresen, um nicht so laut reden zu müssen.
"Ihr redet nicht zufällig über einen knorrigen Burschen mit kurzen Beinen und langen Haaren, oder? Er hat Tattoos an den Fingern und Narben im Gesicht."

Ben wird aus seinen Gedanken gerissen, als die Barkeeperin weiter spricht. Hat sie etwa gelauscht? "Ich denke, da reden wir von der selben Person.", sagt er nur.

Mit einem vielsagenden Blick lehnt sie sich zurück und greift nach einem der Lappen, um unauffällig den Tresen abzuwischen.
"Ich will mich wirklich nicht einmischen,", erklärt sie freundlich, "aber ich habe jetzt ein paar Mal seinen Namen gehört."



Maryama mustert Die Bardame kühl. Was mischt sie sich in Gastgespräche ein? Sehr unprofessionell. "Ich denk nicht dass unser Gespräch außer uns noch wen was angeht. Privatsphäre?" sagt sie leicht genervt. Außerdem passt ihr die Art der Beschreibung nicht, die sie von Logan abgibt.

"Da hast du sicherlich Recht, du rassige Schönheit, allerdings fiel es mir schwer, das zu ignorieren. Er sitzt hier öfter mal und ... naja, ich durfte ihn inzwischen etwas kennenlernen. Und ehrlich gesagt, mache ich mir Sorgen um den Burschen."

Ben sieht von Maryama zur Barkeeperin: "Sie hat Recht, das ist ein Gespräch zwischen uns beiden.", stimmt er ihr zu. Reicht ja schon, dass sie nun weiß, über wen die beiden reden.

Sie redet wohl dauernd auf diese...blumige Art?? Als Maryama die 'rassige Schönheit' verdaut hat, dringt der Rest zu ihr durch. Sorgen? Um Logan? Der Mann hat echt nen ganz schönen Radius beim Leute auf Trab halten. "Oder WIR hören zur Abwechslung mal zu, was SIE zu sagen hat." Wenn sie daran zurück denkt, was Alexander alles gesehen und gehört hat als Barkeeper, womöglich ist ihr Wissen hilfreich. "Was meinst du?" Maryama sieht zu Ben.

Eigentlich möchte Ben lieber zu zweit reden, ohne fremde Einmischung, was er ihr auch sagt. Doch dann fügt er hinzu: "Aber andererseits magst du recht haben. Weibliche Intuition liegt mir ganz offensichtlich nicht so. Vielleicht gibt es ja doch etwas Wichtiges, das uns die Barkeeperin mitteilen kann." So ganz warm wird er mit dieser Frau nicht. Sie ist ja ganz hübsch, aber diese Einmischungen und diese nur zu deutlichen Flirts gefallen Ben nicht. Aber vielleicht kann sie ja trotzdem weiter helfen.

"Die Barkeeperin heißt Rogue,", lächelt die junge Frau nun freundlich. "Und sie weiß auch, dass sich das nicht gehört. Aber ganz ehrlich,", sie schaut sich kurz nach den anderen Gästen um, "der Kleine hat irgendwas an sich, das man bemuttern möchte. Zumindest geht es mir so."
"Ich will auch nicht zu viel ausplaudern,", fährt sie leise fort, "aber ich glaube, der Junge hat mächtig Probleme. Und ich mag diesen Meckerbolzen irgendwie. Er ist ... wirklich ein feiner Kerl. Aber die Art, wie er hier sitzt und unzählige Gläser in sich 'reinschüttet, ..." Sie verzieht das Gesicht zu einer gequälten Maske. "Er braucht wirklich Hilfe. Und ich komme da nicht an ihn ran."

Bemuttern? Das wäre jetzt nicht Maryamas Wortwahl gewesen. Sie mustert Rogue. Der mütterliche Typ sieht in Maryamas Welt anders aus. Ein leichtes Ziehen in der Solar Plexus Gegend sagt ihr, dass irgendwas nicht stimmt. "Wenn du jeden, der hier regelmäßig an deiner Bar versackt retten möchtest, bleibt dir wohl kaum mehr Zeit für die Arbeit. Wenn du was von ihm willst, wirst du dich wohl noch mehr um ihn bemühen müssen." Ihr wird bewusst wie sich das anhört. "Also, was auch immer du von ihm willst." Sie hebt die Arme in einer Da-kann-man-wohl-nichts-machen Geste.

Ben teilt Rogues Einschätzung, dass Logan Hilfe braucht, auch wenn ihm deren Herangehensweise nicht ganz passt. Ist es wirklich nur Zufall, dass sie gerade dieses Gespräch mitbekommen hat, in dem es um Logan geht? Oder belauscht sie regelmäßig Gäste, worum auch immer die sich unterhalten? Doch er schweigt und hört erst mal nur zu.

Rogue richtet sich auf. Ihr Ausdruck wird jetzt ernster.
"Ich glaub, du verstehst mich falsch, Süße. Der Kleine ist nicht mein Typ. Und ich muss auch nicht jeden retten. Alledings erkenne ich verkrachte Existenzen, wenn ich sie sehe. Ich dachte, ihr wärd Freunde von ihm und habt vielleicht ein Interesse daran, seine Seele zu retten - wie mein Bruder sagen würde. Aber ihr habt Recht. Ich mische mich zu sehr ein. Sagt Bescheid, wenn ihr noch etwas braucht." Sie geht zum anderen Ende des Tresens, wo sie einen anderen Gast mit einem offenen Lächeln begrüßt.



Ben mustert Maryama. Er senkt die Stimme. "Seltsame Frau.", sagt er leise. "Was hältst du von ihr?" Er zweifelt nicht daran, dass Rogue mitbekommt, wenn sie nun über sie reden, doch das ist ihm egal.

"Keine Ahnung, sie macht mir ein komisches Gefühl.." Maryama blickt über die Schulter in den Raum. "Komm, wir setzen uns da rüber an den Tisch."

Ben nickt. Er nimmt sein Glas und folgt Maryama. "Naja, den vertrauenserweckensten Namen hat sie ohnehin nicht." Wenn ihn seine Englischkenntnisse nicht völlig enttäuschen, heißt Rogue "Schurke".

Lachend nickt Maryama. Sie setzt sich mit Blick auf den Tresen. So kann sie sehen wie Rogue sich gegenüber den anderen Gästen verhält. "Ich muss zugeben, dass ich schon nachvollziehen kann, was sie gesagt hat. Was nicht heißt, dass ich ihr glaube. Logan löst in mir keine Muttergefühle aus, aber trotz der ganzen Eskapaden mag ich ihn und glaube auch, dass er in Ordnung ist. Ich kenne ihn nicht, das wäre wirklich zu viel gesagt, aber ich hatte auch schon ganz entspannte Zeit mit ihm und hab mich wohl gefühlt, das ist ein gutes Zeichen. Sonst hätte ich ihn ja auch nicht wegen des Jobs gefragt. Aber mir geht es auch um dich.“ Sie wirft Ben einen ernsten Blick zu. „Ich hab ihn einfach mit gebracht und du bist in diese ganzen Probleme verwickelt worden ohne gefragt zu werden." Sie lächelt. "Wollte einfach noch mal hören wie es dir damit geht und ob wir auf dem Weg bleiben. Das hast du mir ja bestätigt und dafür danke ich dir." Maryama trinkt und lässt die Bar nicht aus den Augen. "Je mehr man verletzt wurde, desto mehr tritt man irgendwann um sich und was Logan da 'überfallen' hat in unserem Garten, zeugt von großem Schmerz. Das berührt mich schon...andererseits erwarten uns sicher noch ein paar Überraschungen. Stemmen wir das? Ich bin wirklich keine Psychologin.."

"Ja." Ben seufzt. "Er hat schon viel durchgemacht in seinem jungen Leben." Er sieht zu Maryama. "Ich dachte immer, ich habe es schwer, nachdem ich mit damals 17 schon Vollwaise wurde. Und sicherlich ist auch das nicht leicht. Aber wenn ich dann an Logan denke... Die Bruchstücke, die er so erzählt hat, klingen schon gruselig, auch ohne dass man da die genauen Details kennen müsste.



"Ja, das war sicher sehr hart und du musstest auch noch Ellies Schmerz mit tragen, jung wie du warst. und immer noch bist Durch Bens verantwortungsvolle Art vergisst sie oft, dass er erst 19 ist. „Dafür hast du meinen ganzen Respekt." Sie lächelt ihn an.

Ben fährt fort. „Ich bin Gärtner, und ebenfalls kein Psychologe. Aber ich stimme Rogue in dem Punkt zu, dass Logan Hilfe braucht. Wenn wir ihm irgendwie helfen können bin ich dabei."

"Ja, ich auch." stimmt Maryama ihm zu. "Vielleicht tut es ihm schon gut, wenn er merkt, dass er nicht verurteilt wird. Weißt du was ich gedacht hab?" Ihre rechte Hand dreht an dem Glas mit dem Drink herum. "Wir schreiben uns alles auf, was er erzählt oder was ihm herausrutscht oder was wir sonst erfahren. Dann lassen sich vielleicht schon ein paar Klippen umschiffen, weil wir wissen welche Themen tabu sind." Sie schaut wieder zu Rogue, die den Tresen poliert. "Das war der Grund warum ich ihr eigentlich zuhören wollte, aber ich fühl mich nicht wohl mit ihrer Art. Vielleicht geht es Logan auch so und sie kommt deshalb nicht an ihn ran." Maryama zuckt mit den Schultern. "Vielleicht frag ich ihn mal, ob er sie kennt und wie er sie findet." Sie muss ein bisschen grinsen."Dann wissen wir's."

"Das wäre ein Plan.", lächelt Ben. Einen Augenblick lang hadert er mit seinem Gewissen. Er hatte Logan versprochen, nichts zu erzählen.. Dieses Vertrauen will er eigentlich nicht brechen, doch Maryama sollte wohl trotzdem zumindest wissen, was das Trauma ausgelöst hat. Nicht dass sich das wiederholt, weil sie die falsche Frage stellt. "Sprich ihn aber besser nicht auf seine Narben an.", sagt er, ohne zu erwähnen, dass Logan später auf diese Frage noch geantwortet hat.

Überrascht schaut Maryama auf. Auf den Gedanken ist sie bisher nicht gekommen. War das die Frage, die Ben gestellt hat und die Logan zusammen brechen ließ? "Ist notiert." antwortet sie und tippt sich an die Schläfe. "Gut, dass du's gesagt hast. War es das? Im Garten?"



Ben nickt. "Ich dachte, er würde vielleicht von einem Autounfall erzählen, oder sonst was. Jedoch nicht, dass das so ein Trauma triggern würde."

"Wer kann schon sowas ahnen, dich trifft keine Schuld." Sie nimmt ihr Glas und will trinken..leer. Daher also die Wärme und auch der leichte Schwindel. Dann noch das Bier in der WG..hm.. "Trinken wir noch was und reden über ein paar leichtere Themen? Du erzählst mir was Neues von Ellie und Dora und ich dir die aktuellen Ideen für den Garten? Fänd ich schön!"

Ben lächelt erleichtert. "Leichte Themen zum Abschluss. Das ist eine gute Idee. Kann ich nun ebenfalls gebrauchen." Er nimmt den letzten Schluck aus seinem Glas. Das alles hat ihn mitgenommen, auch wenn man ihm das äußerlich kaum ansieht.

Rogue tritt an den Tisch und räumt die leeren Gläser ab. "Darf ich euch noch etwas bringen?"
"Für mich bitte dasselbe nochmal." nickt Maryama und sieht zu Ben.



Ben schielt zu Maryamas leerem Glas. "Ich würde so einen 'Sunrise' mal probieren." Er kann sich nicht erinnern, ob er jemals dieses Getränk getestet hat.

"Gern.", nickt Rogue lächelnd und kehrt beiden den Rücken.

Maryama sieht ihr nach. "Wir fragen auf jeden Fall mal Logan." sagt sie schmunzelnd zu Ben. "Und der Tequila sunrise trägt seinen Namen nicht umsonst. Vielleicht geht schon die Sonne auf, wenn wir heim gehen..wär nicht das erste mal dass das so läuft." Sie zwinkert Ben zu.




(in Zusammenarbeit mit @Murloc und @RivaBabylon, Screenshots von @Murloc und Cat)

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05.05.2023 21:39 (zuletzt bearbeitet: 16.05.2023 16:21)
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Bestseller-Schmied

Logan - letzter Post
Rogue - letzter Post
Aidaria - letzter Post


Charaktere: Logan, Rogue, Aidaria
Geschichtsstrang: making enemies is good





Die Tür zur Old Station Bar öffnet sich und das Gebrabbel der Gäste dringt auf den Gehweg. Logan tritt ein und nimmt an der Bar Platz. Mit verbissener Mine lässt er den Blick über die Gäste schweifen. Die Bar ist ungewöhnlich gut gefüllt und die Fröhlichkeit dieser Leute nervt ihn. Als würden sie ihm ihre gute Laune absichtlich unter die Nase reiben. Am liebsten würde er direkt zu einem dieser Typen gehen und ihn -
"Hey, mein Hübscher." Rogue reißt ihn aus seinen Gedanken. Er schenkt ihr einen giftigen Blick. "Oh man, sieht aus, als bräuchtest du dringend dein Set." Ohne seine Antwort abzuwarten, beginnt sie, Bier und doppelten Whiskey einzuschenken.

Das Seniorenheim liegt zwar in einer ganz anderen Gegend, aber Aidaria beschließt trotzdem, dieses Mal in Evergreen Harbor unterwegs zu sein. Sie kennt die Gegend eigentlich gar nicht, doch das macht sie so neugierig darauf. Vor einer Bar bleibt sie stehen. Sie hört die Musik schon von draußen. Sie schaut durch das Fenster hinein und sieht einige Leute am Trinken und quatschen. Ein wenig Durst hat sie ja schon... Aber eigentlich hat sie eher selten Interesse an etwas alkoholischem. Vielleicht sollte sie einfach weiter gehen. Immerhin ist so eine Bar kein Ort, in der man eine Seniorin erwarten würde. Andererseits hat sich Aidaria noch nie daran gehalten, was man von ihr erwarten würde. Sie beschließt, es einfach mal zu versuchen und zu schauen, was es so gibt. So betritt sie die Bar, und fragt am Tresen, ob es auch alkoholfreie Getränke hier geben würde.

"Natürlich, junge Frau.", entgegnet Rogue freundlich. "Es gibt Säfte, Brausen, Cocktails oder auch Heißgetränke." Die Barkeeperin reicht der Seniorin eine Karte. "Schauen Sie sich in Ruhe alles an und dann rufen Sie nach mir."



Das macht Aidaria. Das Angebot ist größer als sie erwartet hätte. Es gibt sogar Tee. Das klingt doch super. "Ich nehme dann Grünen Tee.", bestellt Aidaria schließlich. Sie hat Bars offenbar immer falsch eingeschätzt. Bis das Getränk geliefert wird, lauscht sie ein wenig der Musik aus den Lautsprechern.
"Grüner Tee, kommt sofort." Rogue wirbelt herum und bereitet alles vor. Während der Wasserkocher aufheizt, zapft sie das nächste Bier und schielt unauffällig zu ihrem Stammgast herüber. "Was für eine Laus ist es denn dieses Mal? Muss ein ziemlich hässliches Vieh sein."
Logan steckt sich eine neue Zigarette an. "Geht dich 'nen Scheiß an. Nerv' jemand anderen.", meckert er, ohne aufzustehen.
"Na hör' mal, Locke," entgegnet sie unberührt, dreht sich herum um gießt den Tee auf. "Zum Einschenken bin ich dir aber gut genug oder was?"



Aidaria betrachtet nun den Typen, mit dem die Barkeeperin spricht. Der scheint wirklich nicht in der besten Laune zu sein. Das ist nicht zu überhören. Ohne dass sie es darauf anlegt, hört sie die Worte und bekommt die schlechte Laune des Lockigen mit. Was da wohl los ist? Doch im Moment mischt sie sich noch nicht ein.

"Bitte sehr, die Dame, frisch gebrüht." Rogue stellt das dampfende Glas und ein kleines Schälchen vor der Seniorin ab. "Falls Sie den Beutel los werden wollen.", merkt sie an.
Aidaria lächelt. "Oh danke sehr." Sie schielt zu dem Lockigen. "Sie sind sehr freundlich. Lassen Sie sich von ihm nicht die gute Laune verderben."
"Kümmer dich lieber um deinen eigenen Scheiß, Oma!", schimpft Logan in die Richtung der alten Dame.
"Hey!" Rogue lehnt sich mit den Ellenbogen auf den Tresen und sieht dem Schwarzhaarigen streng in die Augen. "Du kannst dich hier gern besaufen, von mir aus bis zur Besinnungslosigkeit. Ich habe auch kein Problem damit, wenn du mich anblaffst, weil dir ein Sackhaar schief steht. Aber meine Gäste lässt du in Ruhe. Sonst bekommen wir zwei ernsthafte Probleme." Ernst fixiert die Barkeeperin das schwarze Funkeln in Logans Augen. "Verstehen wir uns?"



Auch Aidaria möchte sich das nicht gefallen lassen. Sie funkelt den Lockigen an. "Diesen Ton muss ich mir nicht bieten lassen. Lernen Sie erst mal Manieren!"
"Und wer soll mir das beibringen, Großmütterchen? Du?" Logan streckt sich durch und schaut die alte Dame verachtend an.
"LOGAN! ES REICHT JETZT!" Rogue baut sich ihrerseits hinterm Tresen auf. Einige der Gäste schauen sich verwirrt zu dem Gebrüll um.

Aidaria funkelt zurück. Der Typ, den die Barkeeperin gerade Logan genannt hat, scheint wirklich keine gute Laune zu haben. Sie könnte ihm Manieren beibringen, wenn sie die Magie einsetzen würde. Doch meistens versucht sie, zu verstecken, was sie ist. Und so bleibt sie bei Worten: "Deine Mama hat es ja offenbar nicht getan.", sagt sie unbeeindruckt. Ihr Ton bleibt dabei ruhig. Nun nimmt sie noch einen Schluck von ihrem Tee.



Die Augen des Mannes werden so dunkel, dass nur noch wütende Tiefe darin zu erkennen ist. Wie kann die Alte es wagen? Sein Gesicht wirkt plötzlich maskenhaft. Während er vom Hocker gleitet schubst er die Alte an der Schulter, so dass sie ebenfalls vom Möbelstück rutscht. Rogue rennt fluchend um den Tresen herum und auch einige der Gäste erheben sich erschrocken. Hat dieser Henfling wirklich gerade die Omi geschubst?!




Erschrocken rappelt sich Aidaria auf. Was ist jetzt passiert? Hat sie was falsches gesagt? Offenbar ist der Kommentar über seine Mama nicht gut angekommen. Ok, der war vielleicht etwas frech, aber so eine Reaktion hätte sie trotzdem nicht erwartet. Doch im Moment ist sie zu überrascht um darüber nachzudenken, ob ihre Aussage irgendwas getriggert haben könnte. Irgendwie macht ihr dieser Gewaltausbruch mehr Angst als sie zugeben wollte, und das obwohl sie unverletzt geblieben ist. Ganz automatisch wirkt sie einen Verteidigungszauber. Ein unsichtbarer Schild bildet sich um sie. "Nur die Ruhe!", ruft sie nervös, "So habe ich das jetzt nicht gemeint."
"Große Fresse und dann Schiss haben, ja?!" Mit festen Schritten geht er auf die Seniorin zu. "Hey, Kleiner, komm mal klar. Lass die Dame in Frieden." Ein Gast tritt von hinten an der Magierin vorbei und stellt sich vor sie. In dem Moment kommt auch Rogue bei Logan an und baut sich erneut vor ihm auf. Mit strengem Blick und ausgestrecktem Arm zeigt sie auf die Tür. "Sieh zu, dass du Land gewinnst! Sonst prügele ich dich hier raus."

Natürlich hat die Seniorin Schiss, wenn jemand so aggressives auf sie zu kommt, trotz ihrer magischen Fähigkeiten. Die sind schließlich etwas eingerostet im Alter. "Derjenige, der wehrlose Damen angreift, ist der Richtige, um von "Schiss haben" zu reden.", kann sie sich dennoch nicht verkneifen. Sie möchte nicht ihre Magie wirklich einsetzen müssen. Der Schild ist unsichtbar und solange sie nicht erneut angegriffen wird, wird niemandem auffallen, dass der aktiv ist. Aber wenn sie vermeiden will, sich als Magierin preiszugeben, sollte sie bei der Wahl der Zauber vorsichtig sein.
"Du denkst, ich hab Schiss?" Logans Augen sind weit aufgerissen und lassen ihn wahnsinnig aussehen. Rogues Aufforderung ignorierend, will er die junge Frau zur Seite schieben, doch sie schlägt seine Hand mit einem mühelosen Hieb davon und funkelt ihn wütend an. Bevor er sie blind vor Zorn angreifen kann, steht der große Gast vor ihm, und landet einen harten Treffer mit seiner Faust.

Was der Alkohol aus einem Menschen machen kann... Da bleibt sie lieber bei ihrem Tee. Aidaria ist erleichtert darüber, dass die Barkeeperin in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen. Diese Kampffähigkeit sieht man ihr gar nicht an! Um diesen Logan nicht noch mehr zu reizen sagt sie jedoch nun nichts.



Logan landet erstaunt am Boden. Langsam wischt er sich mit dem Handrücken über die Oberlippe. Als er das Blut sieht, verzieht sich sein Gesicht zu einer fies grinsenden Fratze. Er rappelt sich auf und tritt dem Großen gegen das Schienbein. Der hat damit nicht gerechnet und schreit erschrocken auf. Bevor Rogue ein weiteres Mal einschreiten kann, langt der Große wieder zu. Es klatscht laut und mit einem gewaltigen Gepolter landet Logan auf einem der Tische, rutscht einige Zentimeter und fällt erneut zu Boden. Der Große stapft herüber zu ihm, zieht ihn am Kragen hoch und schlägt noch einmal zu. "Hast du jetzt genug, du Dummkopf?", fragt er gereizt. Logan hängt unförmig in der Faust des Gastes und beginnt zu lachen. Der Große schaut verwirrt, fühlt sich augenscheinlich veräppelt, lässt den Kleineren fallen und beginnt auf ihn einzutreten.

"Hey, ich glaub, er hat es kapiert!", ruft Aidaria dem anderen Gast zu. Nein, hat er wahrscheinlich nicht. Aber Tritte gegen jemanden, der am Boden liegt, kann sie trotzdem nicht gutheißen.
Auch Rogue schreit nun den fremden Gast an. Als der allerdings nicht zu hören scheint, rollt sie genervt mit den Augen, stößt ein geknurrtes "Männer" aus und mit einem Satz steht sie über Logan, die Fäuste erhoben und bereit zuzuschlagen. "FEIERABEND, GROßER!", ruft sie und erlangt endlich seine Aufmerksamkeit. "Geh' nach Hause." Ihr Blick fällt zu dem Tisch, an dem er gesessen hat. Zwei Frauen stehen dort und starren mit aufgerissenen Augen auf ihren Begleiter. "Ihr da." Rogue zeigt mit dem Finger auf die beiden. "Ihr bringt ihn jetzt hier raus. Und sorgt dafür, dass er nach Hause kommt." Sachte schiebt sie den Gast einige Zentimeter weg in die Richtung der Frauen. Erst als er außer Reichweite ist, macht sie einen Schritt und beugt sich zu Logan herunter. "Logan." Sie dreht ihn vorsichtig herum. Er kullert auf den Rücken und lacht wie ein fröhliches Kind. "Du bist doch bekloppt.", murmelt Rogue kopfschüttelnd und klemmt einen Arm unter seinen, um ihm auf zu helfen.



Aidarias Respekt vor der Barkeeperin steigt, als sie sieht, wie sehr sie sich trotz allem um Logan kümmert. Auch sie kommt näher. "Hey! Logan, war der Name, oder? Ich weiß nicht, was es war, das dich so aufgeregt hat, aber wenn ich etwas falsches gesagt habe, tut es mir leid. Ich habe es sicher nicht böse gemeint. Es ist mir so rausgerutscht, weil so bin ich eben. Manchmal rede ich ohne nachzudenken. Das heißt aber nicht, dass ich mich gerne angreifen lasse."
Rogues Blickt hebt sich zu der Seniorin. "Tut mir wirklich leid. Normalerweise ist es hier ganz friedlich."
Aidaria nickt. "Das glaube ich sogar."

Logan lässt sich vom Boden pulen und in den hinteren Bereich der Bar bringen. Noch immer gackert er vor sich her. Einen Moment später kommt Rogue zurück zum Tresen und schenkt sich einen Likör ein, um ihn gleich zu trinken. Schnaufend schüttelt sie den Kopf. "Ich habe echt keine Ahnung, was mit ihm los ist. Er ist ja öfter mal merkwürdig, aber das... "
Sie betrachtet die alte Dame. "Geht es Ihnen gut? Hat der Hornochse Sie verletzt?"
"Nein, nein, ich bin robuster als ich aussehe.", versichert die Seniorin. "Sie kennen ihn also schon länger, wie?"
Die Barkeeperin zuckt leicht mit einer Schulter. "Seit ich hier vor ein paar Wochen angefangen habe." Nervös schaut sie zur Tür. Wo bleibt nur ihr Kollege?
Erleichtert, dass nun etwas Ruhe eingekehrt ist, nickt Aidaria. "Ich nehm dann noch einen Tee.", bestellt sie sich, und dann fährt sie fort: "Wie ist Logan denn sonst so, wenn er gerade mal nicht austickt?"
Rogue setzt neues Wasser auf und überlegt. Ihr Stammgast ist nicht leicht zu beschreiben. "Naja, er ist etwas mürrisch. Ich glaube nicht, dass ich ihn bis heute mal lachend gesehen habe."
Die Tür springt auf und der ersehnte Kollege kommt herein. "Na, da bist du ja endlich. Hast die ganze Show verpasst.", grüßt Rogue. "Was für eine Show?"
"Geh mal nach hinten und schau nach Logan. Der hat hier gerade eine Schlägerei angezettelt und ganz schön eingesteckt."
"Was soll das heißen?", fragt der junge Mann.
"Erkläre ich dir später. Schau ihn dir bitte einfach mal an."
Der Kollege verschwindet im Flur. "Er ist Medizinstudent.", erklärt Rogue der alten Dame.
"Dann wird er wissen, was zu tun ist.", hofft Aidaria. Sie freut sich schon auf den leckeren Tee, den die junge Frau ihr gerade auf den Tresen stellt. "Ich bin übrigens Rogue.", lächelt sie freundlich.
"Aidaria.", stellt sich die Magierin vor. "Und normalerweise provoziere ich auch keine wild gewordenen Leute." Sie muss dabei selber grinsen. "Auch wenn ich ihn sicherlich nicht absichtlich provoziert habe, muss er auf irgendwas ja ziemlich angesprungen sein."
"Das ist normal bei ihm. Launischer Bursche.", zuckt Rogue erneut mit den Schultern.
"Ja.", sagt Aidaria nachdenklich, "Launisch trifft es wohl gut." Jetzt, wo es hier wieder etwas entspannter ist, löst sie den Schild auch wieder. Es ist in ihrem Alter anstrengender als früher, die Magie aufrecht zu halten. Wenigstens hat sie diesmal nichts ungeplant gezaubert.
"Ich schätze, wir haben alle unsere Päckchen zu tragen.", schließt Rogue dieses Thema für sich ab und schaut auf die Uhr an der Wand. Eigentlich hat sie schon Feierabend. Aber sie wartet noch auf das Urteil ihres Kollegen.

Inzwischen hat auch Aidaria den zweiten Tee ausgetrunken. Sie zückt ihren Geldbeutel. "Der Rest ist für Sie!", sagt sie, nachdem sie Rogue den Betrag plus Trinkgeld auf den Tresen legt.
"Vielen Dank.", staunt die Jüngere. Nach diesem Trubel hatte sie nicht erwartet, Trinkgeld zu bekommen. Ob die Seniorin sieht, dass es ihr unangenehm ist? Bevor sie den Gedanken zu Ende bringen kann, kommt der Kollege nach vorn.
"Er ist ziemlich von der Rolle. Aber körperlich ... naja, es scheint weder etwas gebrochen, noch gerissen zu sein. Er wird aber morgen ziemliche Schmerzen haben."
"Das hat er sich wohl verdient.", schmunzelt Rogue. "Meinst du, ich kann ihn nach Hause bringen?"
Der Kollege nickt. "Da sehe ich kein Problem."




"Darf ich dich auch irgendwo absetzen, Aidaria?", fragt die Barkeeperin nun die neue Bekanntschaft.
"Das hängt davon ab, ob Brindleton Bay auf deinem Weg liegt.", antwortet die Gefragte, "Sonst nehm ich die Öffentlichen Verkehrsmittel." Es gibt Magier, die den Teleportzauber beherrschen, doch Aidaria gehört nicht zu denen.
"Auf keinen Fall wirst du das tun.", lacht Rogue auf. "Du hattest genug Action für einen Abend, meine Liebe. Ich packe nur noch meine Sachen, dann brechen wir auf."
Aidaria freut sich über dieses Angebot. Sie bedankt sich bei Rogue.


(in Zusammenarbeit mit @Murloc)

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28.12.2023 00:36 (zuletzt bearbeitet: 11.03.2024 21:33)
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<<< Valentin kommt aus Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin, Logan (5) <<<
<<< Veronika kommt aus Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (3) <<<

Charaktere: Veronika, Valentin
Geschichtsstrang: Eine neue Chance


Valentin sitzt am Tresen der Old Station Bar und starrt in sein Glas. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, als er sich selbst innerlich gratuliert. Ein paar Tage ohne Drogen. Als Belohnung gönnt er sich Bier und Schnaps. Schritt für Schritt. Ich kann ja nicht auf alles direkt verzichten. Die Geräusche der Bar verschwimmen, als er sein Glas ext. Die Flüssigkeit rinnt seine Kehle hinab und hinterlässt eine wohltuende Wärme in seinem Magen. "Ah."



Anschließend schweift sein Blick durch die Bar. Er bemerkt die verschiedenen Gestalten um sich herum. Keine bekannten Gesichter. Gut. Für einen Moment überlegt er, ob er mit jemandem ins Gespräch kommen sollte, doch dann weicht er schnell dem Blick einiger scheinbar lediger Frauen aus. Seine Vergangenheit hat ihm gezeigt, Frauen ansprechen liegt ihm nicht. Insbesondere seine Verführungskünste sind mehr als eingerostet.
Unbehagen überkommt ihn. Er bestellt sich einen weiteren Drink und versucht sich darauf zu konzentrieren.

Veronika Blanch flattert in Fledermausgestalt durch die Gegend. Vielleicht könnte sie mal wieder zu einer Bar? Ein bisschen harmloses Flirten! Die Old Station Bar bietet sich an. Die ist weit genug von Forgotten Hollow entfernt. Hier sollte sie keiner kennen. Gut. Erhöht die Chancen, jemand neues kennen zu lernen. "Schätzchen, wird hier auch Plasma Jane angeboten?", fragt sie den Barkeeper. Unwahrscheinlich. Es ist keine Bar speziell für Vampire. Aber manchmal haben sie dennoch exotische Angebote.



Diesmal hat Veronika allerdings kein Glück. Nun gut. Sie hat im Moment keinen Blutdurst. Also gibt sie sich vorerst mit einem Cocktail zufrieden.

Während Val sein Glas anhebt, um einen Schluck zu nehmen, fällt sein Blick auf die Vampirin neben ihm. Ihr Style fällt ihm sofort auf und sein Interesse ist geweckt. Doch bevor er sich näher mit ihrer Erscheinung auseinandersetzen kann, wendet er seinen Blick ab. Im vergangenen Jahr hat er seine ersten Erfahrungen mit einer Vampirin gemacht, die ihn ohne ein Wort hat fallen lassen. Vorsicht ist geboten. Um nicht wieder Komplikationen mit Frauen zu erleben - die Ohrfeige an Silvester deutlich im Hinterkopf - konzentriert er sich wieder auf seinen Drink.



Veronika bemerkt den Blick auf ihr. Er versucht unauffällig zu bleiben, doch ohne Erfolg. "Schätzchen, gefällt dir, was du siehst?", fragt sie grinsend und setzt sich in seine Nähe.



In Valentin tobt sein innerer Konflikt, sein Bedürfnis nach einem Flirt zu unterdrücken. Ich sollte nicht, aber ich kann.. Oder aber es ist die Chance. Seine Abwehr scheitert und er lässt sich von seinem Verlangen leiten. Ein verführerischer Blick huscht über sein Gesicht. "Allerdings. Valentin", stellt er sich vor. "Und Du bist?"

"He, mein Name fängt auch mit einem V an. Veronika
.", grinst die Vampirin. Der Junge hat sofort angebissen. Sie hat nicht vor, aus der Sache eine ernste Beziehung wachsen zu lassen. Wie immer geht es ihr eher um das Flirten an sich. "Sag mal, Schätzchen, bist du öfters hier?"



Die Anfänge beider Vornamen sieht Val als eine Art Zeichen. "Ja relativ oft. Ich wohne hier in der Nähe." Da er sie bisher noch nicht gesehen hat, vermutet er bei ihr das Gegenteil. "Und du zum ersten Mal hier?"

"Forgotten Hollow liegt bei mir in der Nähe, auch wenn ich nicht direkt dort wohne. Aber hier war ich jedenfalls noch nie, Schätzchen.
" Veronika nimmt einen tiefen Schluck aus ihrem Drink. "Wenn ich gewusst hätte, dass du hier abhängst, wäre ich bestimmt schon früher mal hergekommen." Eigentlich nicht. Es gibt auch andere Männer, die sich gerne auf sie einlassen. Aber soll er ruhig in dem Glauben bleiben.

Selbstbewusst richtet Val seinen Körper auf. Ich bin wieder im Geschäft. Mit einem Grinsen sieht er sie an. "Nun, ich bin ein Geheimtipp, der dir jetzt offenbart wurde." Der Barkeeper kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Val ignoriert dies und beobachtet Veronika genaustens.



Veronika sieht zum Barkeeper. "Der scheint das anders zu sehen, Schätzchen.", kann sie sich nicht verkneifen. Sie grinst. "Aber ich mach mir nichts draus, ob jemand ein Geheimtipp ist oder nicht. Solange die Person mir gefällt, ist alles gut." Sie mustert Valentin. Er ist nicht ganz ihr Typ, auch wenn sie ihn nicht als hässlich einstufen würde. Aber dass er schon an seine eigenen Erfolge bei Frauen denkt, ist nicht zu übersehen. Sie könnte ihm ja mal einen Denkzettel verpassen, und nebenbei etwas Spaß mit Flirts haben. "Was ist es denn, was dich so besonders macht, Schätzchen?"

Valentin erwidert Veronikas Grinsen und spielt das Spiel mit. "Oh, das ist eine lange Liste. Die kann ich nicht mal eben so aufzählen. Aber eins kann ich Dir versprechen: Es wird dir gefallen, die Liste Stück für Stück zu entdecken." Von sich überzeugt und keine Spur von Selbstzweifeln mehr zu erkennen, nähert er sich ihrem Gesicht. "Welchen Punkt möchtest Du als Erstes erkunden?"



"Na da ist aber jemand stürmisch!
", grinst die Vampirin. "Du weißt doch noch gar nicht, was meine eigenen Vorzüge sind, Schätzchen. Bist du ein Gentleman und gibst mir meinen Drink aus?" Ohne eine Antwort abzuwarten bestellt sie sich direkt einen weiteren Cocktail. "Das ist auch ein wichtiger Punkt. Und danach...", sie zwinkert ihm zu, "können wir zu den weiteren Punkten übergehen."

Von sich überzeugt bestellt Valentin den gleichen Cocktail für sich mit. "Sehr gerne", erwidert er ihr und zeigt dabei ein selbstbewusstes Lächeln. Das wird ein vielversprechender Abend. In Gedanken sieht sich Val mit Veronika schon bei anderen Tätigkeiten außerhalb der Bar.

Zufrieden darüber, einen Drink spendiert zu bekommen, lächelt die Weißhaarige. "Was schlägst du als nächsten Punkt vor, der auf deiner Liste steht?", fragt sie nach einem Schluck.

In seinem Möchtegern-Casanova-Dasein, gepaart mit seinem bisherigen Alkoholkonsum listet sich in seinen Gedanken eine Reihe von Qualitäten auf, die er hat. Oder eben auch nicht. "Ich bin ein unglaublich guter Zuhörer." Darauf stehen doch die Frauen. Zufrieden nickt er sich selbst zu. "Möchtest du mir was von Dir erzählen? Mein Ohr steht dir offen."



"Ich bin Modedesignerin, Schätzchen
.", grinst die Gefragte schief, "könnte dir bestimmt auch mal Tipps geben was das betrifft. Bin 72 Jahre alt... Aber dass ich kein Mensch bin, sondern Vampirin ist dir bestimmt schon aufgefallen, oder?"

Ein Umstyling von einer Modeexpertin? Das könnte seine Chancen noch mehr erhöhen. Und sie könnte ihn unbekleidet betrachten. "Das ist mir aufgefallen. Du bist für deine 72 Jahre eine sehr hübsche Vampirin."

"He. Da hat wohl schon jemand Erfahrungen mit meinem Volk, wie?
" Sie lächelt. Auch wenn sie es nicht zugeben würde, fühlt sie sich dennoch sehr geschmeichelt, als sie als hübsch bezeichnet wird. Vielleicht hat Val doch noch die eine oder andere Qualität. "Erzähl mal, Schätzchen... wie kam es denn zu einer anderen Begegnung?"

Babette.. Nicht das Gesprächsthema was er sich erhofft hat. "Naja, das war eine zufällige Begegnung in Forgotten Hollow. Wir hatten ein paar Dates, aber.. es hat nicht gepasst." Dinge schön reden konnte er schon immer gut. "Hast du denn schon Erfahrungen mit Sterblichen gemacht?"

"Nur wenig, Schätzchen.
", gibt Veronika zu. "Ich war mal bei ner Einweihungsparty in Brindleton. War so ne reiche spanische Familie, die da was ausgebaut hat. Da kam ich bisschen mit Sterblichen in Berührung. Aber ansonsten eher selten."

Reiche spanische Familie? Da klingelt nichts bei Valentin. Seine Schwester Hannah wohnt zwar dort und ihr Mann ist Spanier, aber reich? Wenn sie das wäre, würden sie ihm ja wohl ein Stück vom Kuchen abgeben.
"Dann hattest du bisher nur oberflächlichen Kontakt, stimmts?" Das Beste hat sie verpasst. Er streicht mit einer Hand über seinen Oberkörper.



"Stimmt, Schätzchen.", bestätigt die Weihhaarige. "Wer weiß, das lässt sich ja vielleicht ändern." Sie vergisst ihren Plan, Valentin einen Denkzettel zu verpassen. Irgendwie ist sie nun schon ein wenig neugierig, wie weit sie es treiben können und wie weit diese Begegnung gehen wird.

Val trinkt einen Schluck vom Cocktail. "Du hast guten Geschmack." In Gedanken überlegt er sich, wo sie die Nacht zusammen verbringen könnten. Bei ihm ist keine Option. In seinem kleinen Hochbett ist es zu eng und seine Mitbewohner sind zuhause. "Wohnst du allein?"

"Wenn man von meinem Kater einmal absieht."
, antwortet Veronika. Doch so gut kennt sie Val dann doch noch nicht, dass sie ihm direkt zeigen möchte, wo sie wohnt. "Aber das ist nicht der beste Ort. Zu weit abseits, Schätzchen. Da du nicht fliegen kannst, würde es einfach zu lange dauern, bis wir da sind." Es ist nicht einmal gelogen, dass der Weg etwas weit ist. Wenn es ihr wichtiger wäre, hätte sie sich darauf aber trotzdem eingelassen. "Aber du sagtest doch, du wohnst hier in der Gegend."

Nachdenklich kratzt er sich am Kopf. Wie kommt er da jetzt raus? "Eh.. ich kenne ein gutes Bed & Breakfast hier in der Nähe. Wenn du Lust hast, dann.." Er beendet abrupt seinen Satz und hebt seine Augenbraue in die Höhe. Das sollte noch in seinem Budget passen, ist ja erst Anfang des Monats.

Veronika mustert den Kerl. Offenbar klappt es bei ihm zu Hause auch grad nicht, aus welchen Gründen auch immer. "Gut, dann schauen wir mal dort, Schätzchen.", sagt sie.



Val bezahlt die Getränke und stellt sich auf. "Dann lass uns mal gehen." Bereit für ein nächtliches Abenteuer hält er ihr seinen Arm hin, damit sie sich einhaken kann. Ein Zwinkern geht an den Barkeeper, der nur die Augen verdreht.

Veronika achtet nicht auf den Barkeeper, als sie Val folgt. Das Bed & Breakfast ist tatsächlich in der Nähe. Es sieht eher wie eine billige Absteige aus. Aber Veronika ist das egal. Sie hatte schon lange keinen One-Night-Stand mehr. Sie werden wohl anderes zu tun haben, als sich über die mangelnde Zimmerausrüstung zu beschweren. Und Val ist derjenige, der bezahlt.
Grinsend sieht sie sich um. Ein Bett ist da, das ist ja das wichtigste. "Also dann, Schätzchen."



"Also dann."
, erwidert er und schlingt gierig seine Arme um sie. Seine Küsse sind stürmisch und sein Verlangen nicht zu übersehen.

Die Küsse sind nicht das, was Veronika sich erhofft hat. So richtig hat er es nicht drauf. Hoffentlich klappt es im Bett besser. Man hört ihre Enttäuschung in ihrer Stimme, als Veronika sagt: "Du bist aber stürmisch. Ein bisschen zu stürmisch. Lasst uns mal auf die gemeinsame Nacht konzentrieren, ohne Küsse."

Irritiert nimmt er ihre Worte zu Kenntnisse, scheint jedoch nicht zwischen den Zeilen zu lesen. Sie scheint direkt zur Sache kommen zu wollen. Gefällt mir. Schnell öffnet er den Gürtel seiner Hose und entledigt sich innerhalb weniger Sekunden seiner Klamotten. Dann wendet er sich Veronika zu.

Veronika lässt sich tatsächlich darauf ein. Sie hatte noch nie Techtelmechtel mit einem Sterblichen und ist auch neugierig, wie die sich so schlagen. ... Nicht so gut, wie erhofft, jedenfalls. Sie stellt schnell fest, dass sie die Tat mit Valentin überhaupt nicht beeindruckt. Ist das alles, was der kann? Sie wendet sich schon mitten im Spiel ab. "So wird das wohl nichts.", sagt sie und zieht sich wieder an. Man... sie hätte es gleich bei Alvaro probieren sollen. Oder sonst einem Vampir... Von Sterblichen hat sie erst mal genug.

Empört blickt Val auf. "Ey, was soll das? Ich bin noch nicht fertig."



Doch Veronika hat sich bereits in Fledermausgestalt geworfen und ist aus dem Fenster abgehauen. Soll Val doch auf der Rechnung für die Nacht sitzen bleiben.

Vals erste Gedanken werden bestätigt. Vampir-Frauen sind unhöflich. Die Eine meldet sich urplötzlich nicht mehr und die andere flattert einfach davon. Er blickt auf seinen Körper hinab. Wenn er schonmal dabei ist ...

In Zusammenarbeit mit @Spatz

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>>> Veronika geht nach Eventhalle >>>


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04.01.2025 14:19 (zuletzt bearbeitet: 27.03.2025 17:08)
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<<< Veronika kommt von Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin (6) <<<
<<< Lilly kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (20) <<<

Charaktere: Veronika, Lilly
Geschichtsstrang: Ein Mantel für den Kommissar


Lilly sitzt ihrer Freundin Veronika gegenüber in der Old Station Bar. Sie hätte ihre Bitte auch am Telefon äußern können, aber sie hat Veronika lange nicht gesehen. Außerdem bietet sich die Gelegenheit, ein Treffen mit ihrer Freundin in einer Umgebung zu genießen, die für vertraute Gespräche wie gemacht scheint. Die Bar ist halb leer, und der Duft nach altem Holz mischt sich mit einem Hauch von frisch gezapftem Bier. „Sagt dir eigentlich Kommissar Jan Berger etwas?“ fragt Lilly und nippt an ihrem Getränk.



Veronika hebt den Kopf, schaut Lilly kurz an und wirft dann einen flüchtigen Blick durch die Bar. Es ist offensichtlich, dass der Name in ihr nichts auslöst. „Der Kommissar aus meinen Büchern.“ erklärt Lilly, doch Veronikas Blick bleibt leicht distanziert. Die Old Station Bar erinnert sie noch immer an diesen missglückten Abend mit Valentin, den sie lieber vergessen würde. Aber sie ist hier, um gute Erinnerungen mit ihrer Freundin zu schaffen. Hoffentlich. „Ach, Krimis.“ Veronika winkt ab und lehnt sich mit einer weit ausholenden Bewegung zurück. „Weißt du, Schätzchen, das ist nicht so meins. Ich brauche keine toten Mordopfer. Ich brauche Lebendigkeit, Positivität! Ich brauche...“ Sie breitet ihre Arme aus, als wolle sie die ganze Welt umarmen. „Inspiration. Verstehst du?“ Lilly schmunzelt, sagt aber nichts. Sie kennt Veronikas Vorliebe für große Gesten und ausschweifende Worte.

Deine Musik, die inspiriert! Das hat Energie!“, fährt die Modedesignerin fort, „Aber mit diesen trockenen Büchern kannst du mich jagen.“ - „Ich sag dir eines, Vero.“ Lilly lehnt sich über den Tisch und schaut ihre Freundin an. „Da verpasst du wirklich was.“ Veronika lacht, schüttelt den Kopf und nimmt einen Schluck aus ihrem Glas. „Wenn du das sagst.“



Lilly setzt ihr Glas ab und atmet tief durch. Dann kommt sie zur Sache. „Ich brauche etwas von dir. Eine Sonderanfertigung. Natürlich zahle ich auch.“ Nun horcht Veronika auf. „Ein Kostüm, also. Da bist du an der richtigen Adresse, Schätzchen. Aber Geld nehme ich nicht von dir, das kannste mir glauben.“

„Unsinn. Du brauchst Geld nach allem was du durchgemacht hast.
“, lässt Lilly nicht locker, „Ich möchte von dir den Mantel des Jan Bergers. Und...“ Der Enthusiasmus der Modedesignerin schwindet bei diesen Worten wieder. „Ein banaler Mantel? Lilly, das ist eine Beleidigung für mein Talent! Da findest du bestimmt...“ sie macht eine abwertende Geste, „was im nächsten Second-Hand-Laden.“



„Eben nicht banal
!“, empört sich Lilly und verschränkt ihre Arme. „Es gibt immer zwei Seiten der Medaille!“ Sie holt ein Buch aus ihrer Tasche öffnet die Seite mit dem Lesezeichen. „Schau her, hier wird es beschrieben. Was sagst du dazu?“ Sie schiebt es langsam über den Tisch, vorbei an den halbvollen Gläsern. Veronika nimmt es entgegen, etwas skeptisch, und lässt ihre Augen über die Zeilen gleiten. Zunächst bleibt ihre Miene neutral, doch dann zeigt sich ein kleines Lächeln. Sie liest weiter und nickt langsam. „Hm... das ist interessant,“, murmelt sie. „Du hast Recht, Schätzchen. Das klingt dann doch nach einer Herausforderung, die einer Veronika Blanch würdig ist. Die Beschreibung hat etwas. Detailliert genug, um mich zu inspirieren, aber offen genug, um mir Raum zu lassen. Sehr clever.“ Veronika sieht Lilly an, „Oder hast du doch mehr Details an anderer Stelle beschrieben?“



Lilly lächelt. „Aber nein, tob dich aus. Ich lasse dir deine künstlerische Freiheit, wenn zu die erwähnten Punkte richtig triffst. Was meinst du? Kriegst du das hin?“ Einen gewissen Triumph kann ihre Stimme nicht verbergen. Lilly kennt die Antwort bereits. Die Freundin hat längst angebissen. „Also gut, Schätzchen, ich mach's!“ Veronika lehnt sich zurück, hebt ihr Glas und stößt mit Lilly an. „Danke, Vero. Das wird großartig, ich weiß es.“ - „Aber klar wird es das,“ erwidert Veronika, bevor sie sich noch einmal vorbeugt. „Aber wenn du mich schon bezahlen willst, dann nur einen Freundschaftspreis. Ich bestehe darauf.“

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05.04.2026 13:36 (zuletzt bearbeitet: 05.04.2026 13:37)
#17
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<<< Freya kommt von San Sequoia Nr. 3 - Veronikas Boutique <<<
<<< Rogue kommt von Del Sol Valley - Wohnkomplex 4er Studenten-WG Betsy, Wade, Sam <<<
<<< Jack kommt von Del Sol Valley - Jacks Eigentumswohnung <<<
<<< Lilly kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (22) <<<
<<< Bertl kommt von Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (8) <<<
<<< Zac kommt von Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (9) <<<
<<< Arnim kommt von Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (9) <<<

Charaktere: Freya, Rogue, Jack, Lilly, Bertl, Zac, Arnim
Geschichtsstrang: Einbahnstraßen und Sackgassen


KNALL. Ein Glas rutscht. Freya fängt es im Fallen, dreht es in der Luft und stellt es mit einem Schlag auf den Tresen.„FUCK! Knappe Geschichte.“ Sie greift zwei Flaschen, öffnet beide mit einem harten Plopp am Tresenrand. PLACK. PLACK.Sie springt auf die kleine Trittkiste hinterm Tresen, um an das obere Regal zu kommen. Sie grinst frech. Dritter Schuppen in zwei Wochen. „Chef da?“ Die Kollegin sieht sie irritiert an.„Kommt später.“ Ein breites, gefährliches Grinsen.„Besser so.“ Freya springt wieder runter. Hart. Dreht sich schon wieder weg, als die Kollegin gerade ein Bier vor einen Kunden stellt. Freya greift es sich. Hebt es an die Lippen. Ein tiefer Schluck. Der Kunde blinzelt. Freya wischt sich mit dem Handrücken über den Mund. „Mh.“ Sie betrachtet das Glas. Kippt es leicht. Prüft den Schaum. Dann stellt sie es zurück. Direkt vor die Kollegin.
„Oh.“ Ein schiefes Grinsen.„Das machst du besser neu.“ Sie dreht das Glas demonstrativ, tippt gegen den Rand.Freya greift zur Zapfanlage. Perfekter Zug. Sauber. Kaum Schaum. Stellt das Bier vor den Gast. Ansage.„HIER!“ Ein Blick. Direkt. Dominant. Sie nimmt das Glas, das die Kollegin neu zapft, legt ihre Finger kurz über deren zitternde Hand. Stoppend.„LOCKER.“ Freya beugt sich minimal vor. „Wenn du Angst hast, checkt’s jeder.“
Ein kurzer Blick in den Raum. Sie lacht. Flüstert dicht neben ihrem Ohr.„Und dann spielen sie mit dir.“Sie nimmt ihr das Glas aus der Hand, zieht noch einmal minimal nach. Perfekt. Stellt es hin. „SO!“ Ein kurzes, trockenes Lachen.„Oder du machst’s wie ich.“ Sie greift sich die halb geleerte Flasche vom Tresen, trinkt noch einen Schluck. „SCHEIß DRAUF!“ Freya lehnt sich gegen den Tresen, verschränkt die Arme.
„Wenn ich flieg, flieg ich.“ Punkt. Sie springt auf den Tresen. Ihr Lachen ist frei. Laut.
Freya dreht sich halb um, beugt sich über die kleine Musikanlage hinter der Zapfanlage. Staubiger Regler. Alte Boxen. Sie dreht. Freya breitet die Arme aus. Dominant. „Halber Preis für die nächste Runde!“ Die Kollegin erstarrt. Freya grinst triumphierend. Sie stampft einmal auf den Tresen. „Immer derselbe Dreck. Andere Tapete.“ Gläser klirren. BOOM.
Sie springt wieder runter. Landet hart.



"Ich frag mich, warum du dich überhaupt bewirbst." Rogue steht mit verschränkten Armen gegen die Wand gelehnt und fixiert die Neue. Eine Wette darauf, dass die ihren ersten und letzten Tag hier hat, wäre pure Zeit- und Einsatzverschwendung. "Ist offensichtlich, dass du nichts und niemanden ernst nimmst." Sie stößt sich elegant ab und regelt die Musiklautstärke wieder herunter. "So wird dich keiner irgendwo einstellen, Süße. Du sollst schließlich den Laden unterstützen. Und nicht ihm schaden." Mit einem Lappen wischt sie den Tresen ab, wo der kleine Hitzkopf mit seinen dreckigen Schuhen Spuren von weiß der Himmel was hinterlassen hat und nimmt anschließend fünf neue 'Halbe-Preis-Bestellungen' auf, die von erfreuten Gästen eingehen. "Ich hoffe, du hast genug Geld dabei, um die anderen Hälften zu bezahlen." Innerlich mit dem Kopf schüttelnd, greift sie zu zwei Weingläsern, um von dem "Guten Zeug", wie einer der Stammgäste es nennt, einzuschenken. Jede Woche ist er hier und füllt eine neue Begleitung mit billigem Fusel ab. "Vierundvierzig bitte.", blinzelt sie dem bekannten Gesicht entgegen. "Der halbe Preis für dich und deine heutige Freundin."

Mit festen Schritten und einem erschöpfen Ausatmer stemmt sich Jack die Holzstufen des von außen schon etwas ungewöhnlichen Hauses empor. Sie hat fast eine Tagesreise hierher gebraucht - aber das war genau ihr Ziel. Mit ihrem Auto, ihrer Porschita, hat sie einen Kopf klärenden Spontanausflug gestartet - Camping-Utensilien für alle Fälle und eine Kiste mit Snacks, Baked Beans und eine Paar geilen frischen Sachen für ein üppiges Frühstück sowie ein neuer Kreuzschlüssel befinden sich im Kofferraum. Der Gedanke an das Kreuz lässt sie an den intensiven und so völlig diffusen Tag mit Vaas denken, der ihr übelst unter die Haut gekrochen ist und sie seit ein paar Tag unruhig durch Del Sol Valley und San Sequoia ziehen lässt, ohne dass sie so richtig zur Ruhe kommt und weiß, warum es sie so (!) aufwühlt. Von einer dieser Touren war sie gestern zurückgekehrt und war einer Bekannten begegnet, die zu Besuch in der WG unter ihr war. Rouge konnte es sich nicht nehmen lassen nachzufragen und schlussendlich hatte die Rothaarige per Frauen-Problem-Scan Strubbel durchleuchtet und nahezu den Störnagel auf den Kopf getroffen und im Anschluss etwas von Tapetenwechsel geplappert. Keine vier Sekunden später hatte sie eine Adresse zugeschickt bekommen. Tja. Und nun ist sie hier. Am Arsch der Else, gestrandet an einer industriellen Endstation oder sowas. Die Gleise, der Tunnel, das Haus zu der Adresse, welches sich aus der Gründerzeit ne Menge abgeguckt hat... Aber was soll. Solange sie Abwechslung, etwas zu Trinken und bestenfalls etwas warmes zu Essen bekommt, soll ihr alles recht sein. Sie betätigt die schwere, quietschen Türklinke und drückt die Tür nach innen auf. Mit einem schnellen Blick hat sie die Räumlichkeiten und die bisher wenigen Gäste sowie das Personal und Rouge erfasst. Diese steht mit dem Rücken zu ihr und befüllt gerade zwei Gläser, während irgendeine Musik versucht den Raum mit Stimmung zu füllen, die zu dem erweiterten Szenario noch nicht so recht passen will.
Jack pfeift leise durch sie Zähne und steuert den hintersten Platz am Fenster an. Perfekt! Der kleine runde Tisch hat schon zwei Stühle als Kollegen - dann braucht sie für ihre Last-minute-Verabredung nichts weiter her zu holen und kann die seltsame und doch nicht soo seltsame Stimmung besser aufnehmen und sich direkt von ihrem eigenen Problem ablenken lassen. Interessanter Weise bewegt sich niemand auf sie zu, nicht mal ihre Zauberpulverfee von der Party, obwohl diese ihr soeben zugezwinkert hat. "Auch in Ordnung, dann versorgt ich mich eben selbst, bis sich eine der Damen erbarmt..." säuselt sie vor sich her, legt ihren Autoschlüssel mit dem Kabelbinder-Schnutenring-Anhänger ab und befördert ihren Flachmann und eine Packung Zigaretten nebst Zippo zu Tage. Den Getränkebeherrberger entschraubt sie und trinkt ein paar großzügige Schlucke, dann steckt sie ihn weg und zündet sich eine an.



Lilly freut sich bereits auf den Abend, als sie sich der Bar nähert. Es tut ihr gut, auch mal wieder raus zu kommen. Jack hatte angerufen, und sie hierhin eingeladen. Eigentlich hatte Lilly absagen wollen, weil der Schachtermin mit Viktor zur selben Zeit ansteht, doch der hatte nur mit den Schultern gezuckt und vorgeschlagen, das dann einfach nachzuholen sobald sie wieder zurück ist. Es ist schön, wie stabil er mittlerweile wieder ist. Und wie die Leidenschaft für seine Arbeit wieder erwacht.
In Gedanken versunken nähert sich Lilly der Bar. Erinnerungen kommen hoch, wie sie mit Veronika hier saß, um über den Mantel für Kommissar Berger zu sprechen. Es kommt ihr wie eine Ewigkeit vor, dass das nun her ist. „Und für seinen nächsten Fall kommt mir Viktors Schachkurs nur zu Gute!“, denkt sie sich zufrieden, bevor sie die Tür öffnet und die Bar betritt.
Sie lässt ihren Blick schweifen, bis sie Jack schließlich erblickt, rauchend. Lilly seufzt. Sie hatte nicht gewusst, dass Jack Raucherin ist. Normalerweise wäre es ihr egal gewesen, aber jetzt während der Schwangerschaft achtet sie etwas mehr darauf. „Hi!“, grüßt sie, während sie sich Jack gegenüber setzt, „würde es dir etwas ausmachen, später weiter zu rauchen? Auch Passivrauchen könnte dem Baby schaden.“ Es ist schon interessant, wie sehr sich ihre Gedanken in letzter Zeit um Familie drehen.

Ihr Blick wird hart. Der Kiefer spannt sich an. Ein Gast hebt sein Glas. „NOCH ’Nh RUNDE?!“ Für einen kleinen Moment hört sie eine andere Stimme. „Talent ist ein Funke. Arbeit ist das Feuer. Freya“ . In ihrer Familie war Leistung keine Ausnahme.
Sie war Grundlage.Freya arbeitet aus Haltung. Nicht aus Not. Sie richtet die Schultern und schlägt mit der flachen Hand auf den Tresen. BAM. „DANN SCHREI RICHTIG!“ Zwei Gläser knallen unter den Hahn. Zug. Stopp. Perfekt. Ein drittes Glas dreht sie in der Luft. Sie fängt es. Shot rein. Kein Tropfen daneben. Freya grinst. Breit. Gefährlich. Sie schiebt die Drinks raus, knallt sie auf den Tresen, kommt über das Holz gelehnt gefährlich nah an den Gast ran. „WACH. BLEIBEN.“
Trinkgeld fliegt. Sie greift es. Schlägt es mit der flachen Hand neben die Kasse. „Wenn ich’s verkack, zahl ich’s.“ Ein Schulterzucken.„Stillstand ist schlimmer.“ Sie lacht. Laut. Unverschämt. PLACK. Flasche auf. Der Deckel schnellt hoch. Setzt an. Trinkt. Wischt sich mit dem Handrücken über den Mund. Freya mustert die junge Frau von oben bis unten. Langsam. Unbeeindruckt. Eiskalt.„Das hier.“ Ihre Stimme wird gefährlich ruhig. „Ist nicht nur meine Probe, Süße.“ Die Worte messerscharf. „5 MINUTEN NOCH!“ Sie setzt einen Stiefel auf die untere Leiste des Tresens. Drückt sich hoch. Der Raum sieht sie. „DANN ZAHLT IHR WIE ERWACHSENE!“ Sie springt wieder runter. Ihre Stiefel kommen hart auf. Das Holz vibriert. „Trink mit!“, ruft einer der Gäste. Freya greift nach einem Shotglas. Füllt zwei. Schiebt eins rüber. Hebt ihres.„AUF MEINEN ERSTEN ARBEITSTAG.“ Sie hält den Blickkontakt. Stößt an. „UND WENN‘S DER LETZTE IST.“ Sie Kippt es. Zieht einen Schein aus der Jackentasche. Wirft diesen oben drauf. Ein schiefes, dunkles Lächeln. Der Raum ist lauter als zuvor. Hände gehen hoch. Bestellungen überschlagen sich. Lachen. Ihre Handschrift. Freya dreht sich wieder zur Zapfanlage. Nimmt die nächsten Bestellungen an. Führt sie aus. Fehlerfrei. Sie lächelt frech. füllt zwei Shotgläser. Schiebt eines für die Kollegin über den Tresen. „Damit du lustiger wirst.“

Die Brauen liegen abschätzig in ihrer Stirn, als Rogue das ihr zugeschobene Glas mustert. Lustiger? Das ist ja wohl die Frechheit des Abends. Am liebsten würde sie Fräulein Obercool den knochigen Hintern versohlen. Bitte gib mir einen Grund. Das Glas an einen der Stammgäste weiter schiebend schenkt sie ihm einen vielsagenden Blick. "Prost, Großer. Ich schätze, der hier geht aufs Haus." Ungerührt sieht sie zurück zur heutigen Kollegin. "Auf dieser Seite des Tresens wird gearbeitet und nicht gesoffen." Bedeutungsvoll nimmt sie den Schein, den Freya in all ihrer Großzügigkeit auf dem Tresen liegen ließ, um ihn in die Kasse zu legen. "Einen Drink hast du damit schon mal abbezahlt, Herzchen." Sie greift nach einer Kiste unterm Tresen und wendet der Bar den Rücken zu. "Ich geh ins Lager. Lieg bitte nicht besoffen in irgendeiner Ecke, wenn ich wieder komme." Drei Schritte setzt sie, an der Kleineren vorbeiziehend, ehe sie noch einmal inne hält. "Du denkst, die Suffköpfe feiern dich? Die lachen nicht mit dir. Sondern über dich." Mit diesen Worten verlässt sie den Barbereich. Im Inneren malt sie sich schon das Gespräch mit dem Chef aus, wenn er fragt, wie die Neue sich angestellt hat. Entspann dich, Darling. Nach heute abend siehst du die nie wieder.



In Bertls Brustkorb formt sich diese angenehm wissende Leichtigkeit, gleich in seiner Stammkneipe ein kühles Bierchen zu zischen. Das Eintauchen in diesen vertrauten Kosmos aus Stammgästen, die ihren Platz wenn nötig auch mit Waffengewalt verteidigen würden, neuen Gesichtern und den Alkoholleichen, die ihn schmerzhaft daran erinnern, wie knapp er selbst diesem Schicksal entkommen ist, erfüllt mittlerweile so etwas wie einen therapeutischen Zweck. Es ist ein sicherer Anlaufhafen, um Kraft zu tanken nach der Arbeit im Shady Pines, aber vor allem für den Alltag zuhause.
Gleichzeitig klopft das schlechte Gewissen an, weil er nicht sofort heim geht und die Familie bei der abendlichen Prozedur mit Zoé unterstützt. Und Himmel, es ist eine Prozedur. So sehr er dem Charme der Kleinen verfallen ist, was er natürlich niemals in vollem Umfang zeigen würde, so sehr stresst ihn das allabendliche Geschrei, bis sie endlich in den Schlaf findet. Es ist, als kämpfe sie mit aller Kraft dagegen an, in diese dunkle Welt einzutauchen, die sie von allem Vertrauten trennt und jeder Sicherheit beraubt. Marga toleriert seine Besuche hier und schlägt sich zusammen mit Adrian wacker im Kampf um die nächtliche Ruhe.
Innerlich aufseufzend, schweift Bertls Blick zu dem riesigen Silo hinter dem Gebäude. Rostig, aber intakt, als könnte es morgen neu befüllt werden. Ein Relikt, aus einer anderen Zeit. Für Bertl schmerzhafte Erinnerung an seine 'goldene' Zeit in der Fischfabrik, als die von ihm geleitete Abteilung der Firma zu Glanz und Erfolg verholfen hat. Gewillt, für die nächste Stunde alles Schwere hinter sich zu lassen und gemütlich ein bisschen Smalltalk mit Rogue zu machen, erklimmt er die letzten Stufen.
Ehrlicherweise muss er sich eingestehen, dass er auch zu denen gehört, die ihren Sitzplatz verteidigen. Er gehört zum Ritual und ohne ihn ist der Besuch hier nicht dasselbe.
Beim öffnen der Tür schlägt ihm ungewohnte Unruhe entgegen. Der Raum ist nicht voll besetzt, aber es herrscht lautes Gelächter, Stimmengewirr, einzelne Pfiffe zerschneiden die Luft. Das. Ist. Nicht. Gut.
Nicht das, wonach sein Feierabendherz heute verlangt. Stirnrunzelnd wandert Bertls nach Erklärungen suchender Blick zur Theke. Er erstarrt. AUF dem Tresen ein dürres Mädchen. Pinke Mähne, Netzstrümpfe, übergroße Schuhe und ein Rock, der da aufhört, wo er eigentlich anfangen sollte. „DANN ZAHLT IHR WIE ERWACHSENE!“ Was zur Hölle? Mit zögerlichen Schritten nähert er sich seinem Barhocker, vor dem die Kleine gerade wieder nach unten springt. Sie hantiert hektisch mit Gläsern und kippt einen Shot, mit einem Typ, den Bertl vom sehen kennt. Vielleicht irgendein kostenloses Event, um der Kneipe mehr Pep zu verleihen? Eine gebuchte 'Künstlerin', die die Gäste zum trinken animieren soll? Als ob sie das nötig hätten.
Bertls Kiefer beginnen minimal zu mahlen. Er wird sich die kostbare Auszeit nicht von irgendwelchen Showgirls verderben lassen. Angespannt schiebt er sich auf seinen Platz, nickt dem breit grinsenden Shottrinker kurz zu, der mit einem vieldeutigen Augenbrauenwackeln eine Kopfbewegung zu der Göre am Tresen macht. Bertl ignoriert den Wink und beobachtet stattdessen Rogue, die in einen Wortwechsel mit der Neuen verstrickt ist. "Du denkst, die Suffköpfe feiern dich? Die lachen nicht mit dir. Sondern über dich.", ist das Letzte was er hört, der Anfang ging in einem gellenden Pfiff und Gelächter neben seinem Ohr unter. Nicht. Gut.
Mit Bedauern sieht Bertl Rogues leuchtenden Haarschopf im Hinterzimmer verschwinden. Er wendet sich seufzend der jungen Bedienung zu und hebt die Hand, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie neigt den Kopf in seine Richtung, während sie ein Bier zapft. Kein 'guten Abend', nichts. Gehört wohl nicht zum Programm. Nicht gewillt eine Änderung am Ritual vorzunehmen, beugt er sich leicht nach vorne. „Das Übliche.“ Dann richtet er sich auf, wendet den Oberkörper und lässt den Blick durch den Raum schweifen. Hoffentlich hat sie ihre Hausaufgaben gemacht.



Die Umgebung und die Leute ziehen Jack während ihrer Akklimatisierungszeit in ihren Bann. Die vielen unterschiedlichen Stile der mal mehr oder weniger uniquen Möbelstücke, die Einrichtungsgegenstände sowie Lampen und der Bodenbelag, geben der Bar insgesamt ein gemütliches Flair und ergeben ein Bild, in dass all die unterschiedlichen Sims sich einfügen. Keiner ist wie der andere und trotzdem passen alle hier herein. Frauen, Männer (okay, bisher ehr einseitige Mannsbilder)... Sims in ihren Rollen, hinter und vor ihren Masken und Schutzräumen. Wie sie sich so unterschiedlich zeigen und verstecken - das ist schon faszinierend.
Was sie hier sieht, ist zum Teil gewöhnlich und zu erwarten. Und... Auch nicht. Jack inhaliert tief, winkelt den linken Arm vor ihren Bauch an und stützt belustigt den Raucherarm auf den Handrücken. Was zum Henker läuft da? Da scheint jemand aber ein krasses Geltungsbedürfnis zu haben. Junge, Junge! Sie beobachtet, wie Gläser über den Tresen fliegen, ihre Nachbarin intervenierend tätig wird und die etwa Gleichaltrige wie in nem Tunnel ihren Film schiebt und sich unter den wenigen Gästen die Stimmung ändert. Chaos in seiner Reinform - das verspricht ne großartige Show. "Ich liebe Chaos" murmelt sie schmunzelnd in sich hinein und holt den mitgebrachten Whiskey-Sour erneut hervor. Jedoch schlägt ihre Begeisterung unaufhaltsam um. Sie merkt es zuerst nicht. Plötzlich findet sich der Strubbel-Kopf gedankenversunken in einer gefühlt seeeeehr alten Erinnerung wieder. Auffälliges rumgepolter, völlig unangepasstes, über alles und alle niedermähendes Geschrei... Es fehlt nur noch das zerstören von Ming-Vasen und teuren Wandgemälden. Das war sie selbst, vor circa zehn Jahren zum ersten und vor zwei Jahren zum letzten Mal. Ein bitterer Geschmack mischt sich zum dem Nikotin und Filtergeschmack. Jack verzieht ihr Gesicht. Eigentlich wollte sie heute mal Abstand nehmen von ihren zu vielen und zu anstrengenden Gefühlsduselein nebs Selbdtanalyse. "Verfickte Scheiße! Jetzt bin ich an den Arsch der Else gefahren um Ablenkung von mir zu bekommen und nun hab ich nicht nur mit beschissenen Verliebtheits-Emotionen zu kämpfen sondern seh mich obendrein auch noch selbst???" sie stöhnt laut und genervt auf. "Grrraahhhh." Gerade will sie sich so richtig aufregen, als ein zweites, ihr wohlbekanntes Gesicht den Raum betritt. Die rothaarige Nr. 2 des Abends und ihre Verabredung, Lilly, erscheint. Und WOOSCH! Nächster Film. Wie....? Passivrauchen... Schwanger..."Bitte was?!" fragt sie dumm und unverschämt auf Lillys Bauch glotzend, während sie umgehend den Rest ihres Nervenankers am Teelicht auf dem Tisch ausdrückt, und den Rauch versucht wegzuwedeln.

Lilly nickt Jack dankbar zu. „Überrascht, hm?“ Sie lächelt. „Kann ich dir nicht verübeln. Ich gehöre zu den Frauen, die auch in der Schwangerschaft noch halbwegs schlank bleiben. Hat auch den Vorteil, dass das Kinder tragen dann nicht ganz so anstrengend ist.“ Nicht so wie bei Irina, fügt sie in Gedanken noch hinzu. Doch dann fährt sie fort: „Aber jetzt, wo es so langsam dem Ende zugeht, wird es dann doch anstrengend. Ich kann es kaum erwarten, wieder ein Glas Rotwein genießen zu können, anstatt immer nur Viktor dabei zuzuschauen.“
Kennt Jack überhaupt Viktor? Wahrscheinlich nicht. Und so fügt sie erklärend noch hinzu: „Vielleicht hast du ihn beim Sommerfestival auch kurz gesehen: Lange, silbergraue Haare, Narben im Gesicht.. Und Vater des Kindes.“ Ein komisches Gefühl. Seit der Depression hat sie viel Zeit und Energie in ihn gesteckt um ihm zu helfen und nur während seiner Therapiestunden war er nicht in ihrer Nähe. Vielleicht tut ihr der Abstand heute Abend auch mal gut.
Sie stützt sich auf ihren Arm und lässt ihren Blick schweifen. Die üblichen Säufer. Nicht einmal ein Klavier, an dem sie ihr Können demonstrieren könnte. Nicht wie in der Jazzbar. Keine Umgebung, in der man eine Schwangere erwarten würde. Und doch ist sie hier, und das nicht zum ersten Mal. Auch damals schon gab es hier alkoholfreie Getränke. Nur eine geringe Auswahl, nichts besonderes, aber immerhin aus sauberen Gläsern. Sie winkt der Bedienung zu: „Und ich nehme Cola mit Eis und Zitrone.“

Genervt massiert Rogue sich die Schläfen. Selbst im Lager dröhnt das affige Gehabe der Neuen bis zu ihr durch. Wie kann man so sein? Zusammenreißen ist jetzt angesagt. Durchatmen. Sich selbst Zuspruch zunickend, kniet sie herunter, um die Kisten auszutauschen und die volle nach oben zur Bar zu bringen.
Mit jedem Schritt, den sie sich nähert, nimmt die Lautstärke zu - an sich kein Problem. Wer in einer Bar arbeitet, sollte mit Trubel zurecht kommen. Doch der heutige Abend gleicht zu sehr einem überstilisierten Filmklischee, als dass sie es einfach so ertragen könnte.
Mit der Hüfte stößt sie die Schwingtür zum öffentlichen Bereich auf und verharrt prompt, als sie sieht, was sich inzwischen hier abspielt. Das. Darf. Nicht. Wahr. Sein. Selten hat es jemand geschafft, sie so aus der Fassung zu bringen, dass ihr die Kinnlade aufklappt. Es dauert einige Sekunden, bis sie begreift, was sie sieht. Die neue Kollegin mit ihrem beinahe unbedeckten Hintern auf dem Tresen sitzend, die Beine um einen der Gäste geschlungen. Den Kopf in den Nacken gekippt lässt sie sich von ihm den Vodka direkt aus der Flasche in den Hals schütten, während einige junge Burschen das Theater feiern und andere Gäste entsetzt mit den Köpfen schütteln.
Rogue spürt, wie ihr die Zornesröte ins Gesicht schießt. Das ist doch hier keine verdammte Studentenabschussparty! Entschieden, diesen Zirkus zu beenden, knallt sie die Kiste auf den Boden und stapft zu den Akteuren herüber. "Okay, das reicht jetzt." Energisch reißt sie dem lachenden Jungspund die Flasche aus der Hand, die andere Hand packt das dünne Ärmchen der zügellosen Missy und zieht sie zu sich heran und vom Tresen herunter. "Ich hab keine Lust auf Babysitting." Freya kommt stolpernd auf dem Boden auf, ihr respektloses Lachen bleibt ungebrochen. "Pack deinen Kram und verzieh dich."
"Rogue." Die leise Stimme der anderen Kollegin weht zurückhaltend zu ihr herüber. "Ich weiß nicht, ob du das darfst. Sie soll Probearbeiten."
"Ist mir egal.", meckert die Größere zurück. "Sieht das für dich nach Arbeiten aus?"
Im Raum vermischen sich unterschiedlichste Ausrufe der Gäste. Manche johlen vor Enttäuschung, andere vor Begeisterung.
"Wem das nicht passt, steht es frei, die Coyote Ugly Party draußen weiter zu feiern. Aber hier", sie schenkt der deutlich Kleineren ein wütendes Funkeln, "ist jetzt Schluss!"
Ohne Freya die Möglichkeit zu lassen, sich zu erklären, schiebt Rogue sie durch den Raum. Versucht Freya sich anfangs von der Größeren loszureißen, muss sie schnell einsehen, dass sie kaum eine Chance hat. Rogue ist nicht nur größer und beinahe zwanzig Kilo schwerer, sie weiß auch genau, wie sie jemanden halten muss, um ihn unter Kontrolle zu bringen. Weder die Zappeleien, noch das verbale Gezeter bringen sie von ihrem Entschluss ab. Sie wird Cheffe schon erklären, was vorgefallen ist. Und die unbezahlten Getränke wird sie ihm fein säuberlich notieren.



"Ich schwöre dir, sie hat das völlig ernst gemeint."
Arnim schüttelt noch immer den Kopf, während er die letzten Meter den Kiesweg entlang auf das Gebäude zugeht. Die gemeinsame Schicht im Shady Pines mit einem Feierabendbier ausklingen zu lassen, bereitet ihm gute Laune. Es kommt nicht oft vor, dass er mit Kollegen privat etwas unternimmt. Und es ist nie verkehrt, gerade den Neuen etwas kennenzulernen.
Yitzhak wirft dem Blonden einen kurzen Blick zu. "Eine Echse.", wiederholt er nüchtern.
"Eine Echse.", nickt Arnim.
"Mit Leine."
"Mit Leine." Arnim hebt die Hände zu einer verständnislosen Geste. "Und nicht mal so eine Katzenleine! So ein richtiges Hundeding. Mit Geschirr."
Für einen Moment schweigt Yitzhak. Sein Blick fängt den Boden ein. Mit jedem ihrer Schritte wird eine feine Staubwolke aufgewirbelt. "War sie gut erzogen?"
Arnim bleibt stehen und sieht ihn an. Ungläubig lacht er auf. "Du bist der Erste, der darauf nicht mit 'Was zum Teufel' reagiert."
Gutmütig ziehen Yitzhaks Mundwinkel in die Wangen, als er den Größeren von der Seite ansieht. "Ich habe schon seltsamere Dinge gesehen."
Arnim mustert ihn kurz, als wolle er herausfinden, ob das ein Scherz war.
Bevor er etwas sagen kann, fliegt die Eingangstür zur Bar auf und eine gewaltige Geräuschkulisse schlägt den Männern entgegen. Während Arnim abrupt stehen bleibt, und sichtbar überrascht die beiden Frauen ansieht, die ihnen entgegen stolpern, tritt Yitzhak einen Schritt beiseite.
"Und lass dir bloß nicht einfallen, wieder rein zu kommen!" Ein kräftiger Stoß befreit Freya von Rogues Griff, so dass sie beinahe das Gleichgewicht verlierend, einige Schritte voran stolpert, ehe sie sich wieder fängt und dicht bei den Neuankömmlingen aufrichtet.
"Sieht aus, als hätten wir den Höhepunkt verpasst.", grinst Arnim neugierig amüsiert und kassiert sogleich einen Blick von der Zierlichen, der ihn binnen eines Wimpernschlags zu Staub zerfallen lassen müsste.
Yitzhak antwortet nicht. Ruhig und besonnen, wie Freya es von ihm kennt, liegt sein Blick auf ihrer Gestalt. Er weiß, dass sie seine Sprache inzwischen versteht. Es begann im Tal, das letzte Mal, als sie sich sahen.
Ihre Blicke treffen sich und für einen kurzen Moment scheint es, dass sie sich erinnert. Ihre Körperspannung lässt kaum merklich nach. Er sieht sie an und er spürt, dass er sie erreicht. Doch ehe einer von ihnen das Wort ergreift, schiebt sich die Stimme Rogues in die Szene:
"Kommt lieber rein, Jungs." Ein letzter abschätziger Blick geht zur ehemaligen Probeangestellten. "Hier draußen fängt man sich noch was ein." Auf dem Absatz kehrend, macht sie die wenigen Schritte zurück ins Innere - gefolgt vom schulterzuckenden Arnim.
Freyas Ausdruck verhärtet sich erneut. Die tiefste Abneigung, die sie aufbringen kann, zieht sie durch die Nase und spuckt einen beachtlichen Schleimpfropf auf den Boden, direkt vorm Eingang. Kalt funkelt sie Yitzhak entgegen, bevor sie sich mit festen Schritten entfernt.
Er bleibt zurück, eine Braue zuckt heimlich drei Milimeter in die Stirn, während er ihr hinterher schaut. Eines Tages, denkt er, wird sie ihre Wut beherrschen, oder an ihr zugrunde gehen.



Mit geweiteten Augen lässt sich Jack in ihre Stuhllehne fallen und wiederholt wie nach einem Unfall die sie verwirrenden Worte. "Ähm... halbwegs? Kurz vor Ende... Was? Du wirfst ba- Entschuldigung." Sie schüttelt fragend den Kopf. "Du willst sagen, mit der Wölbung da" deutet sie auf den Bauch der Bekannten "wirst du bald einen Sim fertig gebaut haben und den in diese Welt bringen? Shit!" Während sie die schmale Person mit Mikro-Mitte nicht aus den Augen lässt und versucht, dass zu ihrer Schätzung passende Trimester zu erraten, ergibt sich ein Tumult an der Bar. Dieser ist so intensiv, dass sie ihren Realitätsabgleich nach hinten verschiebt. Ganz automatisch spannt sie sich an und sondiert die Lage. Rouge verschwindet - das Brüllmäuschen macht sich einen Gast für später klar - die Stimmung schwappt von genervt zu belustigt zurück zu genervt - Rogue erscheint zurück auf der Bühne und macht einen beeindruckenden Ganzkörperheimlichgriff und zwei Minuten später, ist wahrscheinlich alles wieder beim alten.
Jacks Blick wandert wieder zu ihrer Tischnachbarin. "Lilly, ich glaube wir müssen nochmal bestellen, wir sind wohl grade übersehen worden", lacht sie nun lauthals. Das war eine schöne Show! Es war wohl die ab-so-lut richtige Entscheidung, aus Del Sol und Sequoia heraus zu kommen. Gerade will auf sich aufmerksam machen, als zwei weitere Statisten den Laden betreten. Nein. Das kann doch nicht sein! "Zac? Bist du das?" brüllt sie durch den Raum und springt von ihrem Stuhl auf, um ihre befürchtete Halluzinationen zu überprüfen. Mit aufgerissenem Gesicht und zur Umarmung ausgebreitet Armen kommt sie vor ihm und seinem Begleiter zum Stehen.

„Ja, das müssen wir dann wohl!“, bestätigt Lilly die Aussage, dass sie erneut bestellen sollten, „Diese... Showeinlage hat die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen.“ Sie ist erleichtert, dass diese Frau hier entfernt wurde. Sie ist durchaus tolerant, und kann auch damit umgehen, wenn es mal lauter wird... aber es gibt Verhaltensweisen, die man nicht gutheißen sollte. Und Freya hat diese Grenze deutlich überschritten. Lilly schmunzelt, als Jack bereits wieder von der nächsten Person abgelenkt wird. Sie wirkt in jedem Punkt wie das genaue Gegenteil von Viktor. Ist sie deshalb so faszinierend?
Lilly übernimmt die Bestellung nun selbst. Sie winkt der Bedienung zu und nennt erneut ihren Wunsch. Dann erst sieht sie zur Tür, wen Jack da eigentlich begrüßt hat. Offenbar kennt sie diesen Zac, der allerdings auch gar nicht alleine gekommen ist. Auch ein weiterer Mann ist dabei, aber aus Jacks Verhalten ist dennoch eindeutig, welcher der beiden dieser Zac ist. Sie lächelt freundlich, als deren Blick ihren Tisch trifft, bleibt jedoch vorerst noch sitzen. Es ist schon anstrengend genug, ihren schwangeren Bauch umherzutragen.

Erst erleichtert, dass Rogue wieder im Türrahmen auftaucht, sie wird ihm sein alkoholfreies Bier auf jeden Fall in seinem für ihn persönlich reservierten Glas kredenzen, falls die Kleine versagt, klappt ihm gleich darauf die Kinnlade herunter, als besagte Kleine sich einen Gast krallt und eine ..zirkusreife Trinknummer hinlegt. Es gibt keine Verschnaufpause. Gefühlt einen Atemzug später, räumt Rogue auf und befördert das Temperamentbündel an die frische Luft. Erst als Rogue wieder hinter dem Tresen steht und energisch ein paar Gläser mit den Spülbürsten im Becken bearbeitet, fällt ihm auf, wie flach sein Atem geht. Vernehmbar einatmend, wendet er sich zu ihr um. "Sag mal Rogue, wo zum Teufel nimmst du die Muckis her? Das kommt doch nicht nur vom Kisten schleppen..nein, nein. Weiß nicht ob ich beeindruckt oder eingeschüchtert bin." Er grinst und nimmt mit einem dankenden Nicken sein, inzwischen perfekt gezapftes, Bier in Empfang. "Was n Segen, dass du sie hast." Er deutet auf seinen Oberarm, nimmt einen herzhaften Schluck, streift den Schaum vom Mund und stellt mit einem befriedigten Seufzer das Glas wieder ab. "Dachte schon mein Seelenfrieden geht heut mit der Göre flöten."

Das lange Haar hinter sich luftig aufschüttelnd kommt Rogue zurück zum Tresen. Das! tat mal richtig gut. "Ihr bekommt sofort was, entschuldigt.", wirft sie den beiden Frauen im Raum zu. Die alten neuen Bestellungen werden vorbereitet und an die jüngere Kollegin zum Ausliefern gegeben, damit anschließend Bertls Stammgedeck serviert werden und der zuvor entstandene Sauhaufen aufgeräumt werden kann. Routinierte Handgriffe, während derer sie ihren typischen verspielten Ausdruck zurück erlangt. "Ach, dieser Zahnstocher.", stellt sie die Gläser zum Abtropfen ab. Sie schenkt ihm ein schiefes Lächeln aus dem Augenwinkel, bevor sie zu erzählen beginnt. "Ich hab als Teenager angefangen mir Selbstverteidigung und seit fast zwei Jahren stemme ich Gewichte." Auf den Ellenbogen stützt sie sich auf den Tresen und blinzelt ihm charmant entgegen. "Für meine Gäste ist Seelenfrieden im Preis inbegriffen. Man soll sich immer zwei Mal überlegen, wo man Stress macht."

Zum zweiten Mal bleibt Arnim abrupt stehen, als sich aus dem Nichts plötzlich ein Haarschopf vor ihm materialisiert. Die Lippen aufeinander gepresst nickt er in sich hinein. Gut, dieser Abend wills wissen. Das Gefühl, bei Weitem nicht mehr so spontan zu sein, wie vor einigen Jahren, beginnt sich an seinen Hinterkopf zu klammern. Doch die Neugier haust noch immer in ihm. So wendet er den Blick mit einer erhobenen Braue zu seinem Kollegen, der wiederum gar nicht überrascht wirkt.
"In Fleisch und Blut.", neigt Yitzhak sich zu dem ehrfürchtigen Gruß vor, der typisch für ihn ist. Die Hand ruht auf seinem Brustbein, bis er sich aufrichtet und sie leicht von sich streckt, um den Körper frei zu machen - für die Umarmung, die Jack scheinbar ein Bedürfnis ist. Ihre ungestüme Art zaubert ihm ein zartes Lächeln unter den Vollbart, als sie ihn herzlich an sich drückt und beiden Männern kurz darauf anbietet, sich zu ihr und Lilly zu setzen.
Yitzhak nimmt sich einen Augenblick Zeit, die Szene auf sich wirken zu lassen. Die Vampirin erwidert seinen ruhigen Blick, hält sich aber verbal zurück. Ob es Schüchternheit oder Anpassungsfähigkeit ist, vermag er nicht einzuschätzen. Doch solang sie nicht die Einladung bestätigt, sieht er keinen Grund darin, die Zweisamkeit der Damen zu stören. Und so hält er es für angebracht, ihnen wenigstens etwas Zeit zu geben, sich zu besprechen. "Vielen Dank,", nickt er sanft, "ich würde gern zuvor ein Getränk ordern und einen Bekannten begrüßen." Langsam hebt sich sein Blick zum Tresen, wo Bertram sich leise mit Rogue unterhält. "Ist das auch in deinem Sinne?", wendet er sich dann an Arnim.
"Klar.", zuckt der Blonde mit den Schultern. Er kommt im Grunde mit jedem Sim zurecht. "Bis später.", hebt er den Frauen die flache Hand entgegen, ehe er zielstrebig auf den Hausmeister zuhält.
"Bertl.", ruft er aus, als er neben dem Älteren steht. "Das hier ist also dein Stammlokal, von dem du so schwärmst." Eine Hand klopft kameradschaftlich auf die Schulter des Kollegen. "Hi.", richtet er sich dann an die Barfrau. "Bekomme ich ein Helles, bitte?" Wieder Bertram zugewandt, ergänzt er: "Zac ist auch hier. Ihr seid euch doch schon begegnet oder?"
"Flüchtig.", nickt Yitzhak dem Bekannten zu, als würde er dessen Erlaubnis erbitten. Sein Blick ist warm und getragen von der unausgesprochenen Frage, ob seine Anwesenheit gestattet oder eher unerwünscht ist. Nach einem zurückhaltenden "Guten Abend." widmet er sich der Getränkekarte und bestellt "Lagavulin. Pur."
Die Brauen anerkennend hebend, deutet Rogues Mimik Erstaunen an, ohne den speziellen Wunsch zu kommentieren, bevor sie sich ans Werk macht.



Jack schlendert beschwingt zurück zu Lilly. "Sorry, dass musste sein." Knarrend zieht sie ihren Stuhl so zurecht, dass sie sich wieder darauf niederlassen kann. Freudig gestikuliert Strubbel in Richtung Tresen. "Mensch du, dass ist ne krasse Zufallsbegegnung" schnappt sie sich ihren Flachmann. "Zac kenn ich auch von Sulani. Du wirst ihn mögen. Ich hoffe das ist okay, wenn er sich später allein oder mit seinem Kumpel da zu uns setzt?" Erwartungsvoll guckt sie Lilly an. "Aber erstmal lernen wir uns noch ein bisschen kennen?"

"Klar ist das in Ordnung. Neue Leute kennen lernen ist doch immer gut!", bestätigt die Gefragte. Lilly sieht zu Zac. In Sulani ist er ihr nicht aufgefallen. Aber das ist ja auch kein Wunder, bei den vielen Leuten die dort unterwegs waren. Sie winkt Zac zu, um ihm zu signalisieren, dass er sich durchaus dazusetzen kann, realisiert aber auch, dass er momentan mit einem weiteren Mann im Gespräch ist.
Die Bedienung bringt die gewünschten Getränke. Lilly nimmt ihr Glas, nippt an ihrer Cola. Plötzlich grinst sie. "Erzähl mir doch mal ein bisschen von dir. Hat der Ort hier eine besondere Bedeutung für dich, weswegen wir uns hier treffen sollten?"
In Sulani dauerte ihr Gespräch nur kurz, und in erster Linie hatten sie sich über die Musik von König der Löwen unterhalten. Beziehungsweise Lilly ist darüber ins Plaudern geraten. Ihr wird bewusst, dass sie bisher nur sehr wenig über Jack weiß.

Ufff. Treffer - versenkt. Jack ignoriert die Bestellung, die vor ihr abgestellt wurde und bedient sich an ihrem Edelstahlfläschchen. Sie mustert Lilly dabei. Unscheinbar schwanger, freundlich, offen und neutral sitzt sie vor ihr und nippt an ihrer Coke. 'Was soll das Jack? DU hast dich verabredet, DU hast SIE angerufen. Es ist okay, dass sie Fragen stellt. Auch wenn du gerade ganz weit von dir weg und lieber über andere reden willst.' Als die Vampirin ihr Glas abstellt und sie noch immer wartend anblickt, legt sie los. Vielleicht ist es sogar gut, mal mit wem anderes ihren inneren Konflikt durchzukauen, als mit sich selbst. Nervös wippt sie mit ihrem rechten Bein auf und ab. "Also... eigentlich kenne ich diese Bar hier nicht, nein. Aber die Frau am Tresen, die mit den Eiern und dem Transportgiff, ist mit meinen Nachbarn befreundet. Wir sind uns die Tage im Hausflur begegnet und sie meinte, ich sollte mit meiner Laune mal raus und wo anders hin und die Luft aufmischen." Ein Blick zu Besagten, dann ein Schnaubgrinser. "Tja. Und nun sind wir hier. Cool, dass du gekommen bist."

Lilly erkennt sofort, dass Jack nicht alles erzählt. Sie hat ihre Geheimnisse. Doch sie sollte ihr den Raum lassen, zumindest für den Moment. „So ein Transportgriff ist schon praktisch!“, schmunzelt Lilly, um Jack nicht sofort mit der nächsten Frage überfallen zu müssen. „Gut, dass die Barfrau hier diese Fähigkeiten hat.“ Beeindruckend. Wer weiß, wie oft sie diesen Griff schon anwenden musste. Ob es hier oft Besoffene gibt, die Probleme bereiten?
„Ich war erst einmal in dieser Bar hier.“, erklärt die Vampirin weiter, „Als ich mich mit einer Freundin traf, einer Modedesignerin, die damals in der Gegend wohnte, um mit ihr über den Mantel meines Kommissars zu reden.“ Sie grinst, bevor sie hinzufügt: „Ich bin nicht nur Musikerin, sondern auch Krimiautorin. Ich weiß nicht, ob dir Kommissar Jan Berger etwas sagt. An den Bekanntheitsgrad einer Agatha Christie komme ich dann doch noch nicht ran. Vielleicht ändert sich das ja. Seit ich die Show habe: Krimitheater trifft auf Klaviermusik, scheinen sich auch meine Buchverkäufe etwas erhöht zu haben. Kurzfristig zumindest. Und für diese Bühnenshow brauchte ich den Mantel. Für Gary, der in die Rolle des Kommissars schlüpft.“ Sie nimmt einen weiteren Schluck. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, und Gary verdient den selben Applaus wie sie am Klavier. Doch der Spaß ist ihr wichtiger als dass sie als der alleinige Star der Show zählen muss.



Strubbel trinkt nun von ihrem Glas. Ein Themensprung - wunderbar. Und Lilly packt gleich ein weiteres Hobby aus. Geil. Sie nickt anerkennend während sie zuhört und schüttelt den Kopf zu Jan Berger. "Das klingt spannend und nach einer guten Marketing Strategie. Erzähl mir mehr von der Show und diesem Mantel" nickt sie bekräftigend und rückt noch etwas näher an den Tisch heran. "Ich liebe Krimis und Klamotten!"

Lilly lehnt sich zurück. "Jan Berger trägt einen Wendemantel, den mir Veronika entwarf.", beginnt sie. "Und bei der Show sind wir nur zu zweit auf der Bühne. Gary als Kommissar Berger und ich am Klavier zur musikalischen Untermalung der Szenen. Alle Statisten-Charaktere werden als Schatten gezeigt. Eine künstlerische Entscheidung, so dass der Fokus der Zuschauer auf uns beiden liegt. Gesprochen wird nur wenig. Die Atmosphäre wird hauptsächlich über Garys Körpersprache und die Tonalität der Klaviermusik rüber gebracht." Lilly lächelt stolz. "Bei einer Regenszene zum Beispiel werden die Tropfen auch durch die Musik gezeigt. Es ist eine Mischung aus bekannten Stücken und selbst komponierten." Ihre Augen glänzen. "Natürlich kann ich auf diese Weise nicht jede Buchstory meiner Krimis rüber bringen. Somit muss die Story auf der Bühne gezielt auf das neue Medium angepasst werden. Aber der Name Jan Berger wird so trotzdem bekannter. Zur nächsten Show musst du unbedingt mit dabei sein! Ich rufe dich dann an, wenn es so weit ist.", plaudert sie, "allerdings wird es auch noch dauern. Die Schwangerschaft hat erst mal Priorität."

Je mehr Ihre neue Bekannte erzählt, desto heftiger beginnt sie zu strahlen. Es klingt auf jeden Fall spannend und obwohl dieser mehr als gewöhnliche Protagonisten-Name alles andere als vielversprechend klingt, zieht das Thema 'Wendemantel' und die Theater lastige Show mit reduzierten musikalischen Effekten ihre Aufmerksamkeit. "Lilly, du rufst mich auf jeden Fall an, wenn es zum Auftritt kommt" prostet sie ihr zu. "Hoffentlich ist der Mantel sein eigene Star - ich liebe geile und außergewöhnliche Klamotten, hab ich festgestellt." Nun sind es ihre Augen die leuchten. "Wirklich" setzt Strubbel hinterher und berührt aufgedreht das Handgelenk der Vampirin. "Ich habe einen totalen Faible für Mode. Ich würde auch gerne etwas besonderes haben, dass sich von meinen bisherigen Glitzer und Kunstfell-Fummeln abhebt. Ich suche..." sie löst ihre Hand von der kühlen, aber nicht unangenehmen Haut und schnippst nach Worten suchend drei Mal in die Luft, bevor sie Lillys Blick wieder aufnimmt. "Ich suche, nein träume ehr von einem Outfit, dass eine Mischung aus altem, viktorianischen und modernem Piratenstil ist. Es soll auch unbedingt ein geiler, langer Mantel Teil dessen sein." Jack gluckst begeistert und hebt ein bestiefeltes Bein. "Hammer Stiefel hab ich schon. Ähnlich wie diese. Nur noch viiiel spezieller und geiler."

Lilly muss bei diesem Enthusiasmus einfach nur grinsen. "Dann kann ich dir Veronika nur weiter empfehlen. Sie hat immer was neues, darunter auch extravagante Sachen. Vielleicht findest du da etwas passendes. Wenn du mal in San Sequoia bist, kannst du ja mal vorbei schauen. Du findest ihre Boutique genau gegenüber der U-Bahn-Haltestelle Ankerpunkt." Sie lehnt sich zurück. "Du wirst sie mögen. Aber da ihre Sachen nicht von der Stange sind, musst du damit rechnen, dass es dort etwas teurer ist als im 0815 Klamottenladen. Ich bin mir sicher, dass dir das bewusst ist." Jack sieht nicht so aus, als müsste sie sich jeden Simoleon vom Munde absparen, doch nun ist Lillys Neugier geweckt: "Wie verdienst du denn eigentlich dein Geld?"

"Nun... Ich bin Studentin in der Pausenschleife sowie hauptberuflich Tochter" entgegnet ihr Jack nun etwas kühler. Mit in die Stirn gezogenen Brauen erklärt sie weiter, "und ob du's glaubst oder nicht, ich bin's nicht gern." Ein feines, Lächeln, welches absolut freudlos ist, folgt. "Ich bin so privilegiert und reich aufgewachsen, dass Geld und Macht das einzige sind, was meiner Familie von Bedeutung ist." Mit trockenem Hals ext der Wuschelkopf sein Getränk und hebt die Hand für eine neue Bestellung. Dann schaut sie auf die Ecke von dem kleinen Holztisch, hinter dem sich der Bauch der Schwangeren befindet. In diese Gegend nickend, fährt Jack fort, "Drei Kinder wurden gezeugt, damit das beschissene Imperium weitervererbt werden kann und auf ewig in den Fängen der Familie bleibt. Und - natürlich - brauch es dafür keine Liebe oder ähnliches. Zumindest ist das die Meinung meiner Eltern. Oder treffender gesagt, meiner Erzeuger." Die zwanzigjährige schiebt den Stuhl zurück und geht zur Jukebox. Nicht weil sie Musik hören will. Einfach nur, um der aufkeimenden Wut Luft zu machen. An der Retro-Kiste angekommen, legt sie ihre Hände auf die Oberkante und atmet laut aus. 'FUCK! Was soll das, Mädchen? Reiß dich zusammen.' Nach einem weiteren Atemzug geht sie zurück zu ihrer Verabredung. "Sorry. Bin grad n bisschen empfindlich oder so", grinst sie entschuldigend. "Ohne überflüssige Hintergrundinfos heißt das, dass es kein Problem ist und Geld in der Regel selten eine Rolle für mich spielen muss. Solange ich meinen Teil der Vereinbarungen einhalte und mir der Simoleon-Hahn nicht zu gedreht wird."



Lilly nickt verstehend. „Also viel Freiheit… aber zu einem Preis.“ Sie seufzt. „Mein Vater war auch nie jemand für Wärme. Egal was ich tat, es war nie das Richtige. Aber das ist lange her.“
Einen Moment verfällt Lilly in Schweigen. Der Tod ihres Vaters ist nun paar Monate her. Sie atmet tief durch. Viktor hatte Recht. Ihr Erzeuger hätte sich früher melden können, nicht auf den letzten Drücker vor seinem Tod. Dann hätte sie die Zeit gehabt, sich für einen Besuch bei ihm zu entscheiden. Sie verwirft den Gedanken wieder, lehnt sich auf den Tisch. „Manchmal ist es gut, einfach mal loszulassen und was Eigenes zu starten. Nichts, worüber irgendwer mitreden kann. Und wenn es nur Mode ist. Veronika hätte ziemlich sicher Spaß daran, dich auszustatten. Sie liebt Herausforderungen.“
Lilly nimmt einen weiteren Schluck aus ihrem Glas. „Vielleicht ein erster Schritt, den Kreis zu durchbrechen, wenn dies dein Wunsch sein sollte.“ Sie grinst. „Ein eigener Stil, und vielleicht auch ein eigener Weg.“ Lilly nimmt Jack den Wutausbruch nicht übel. „Es kostet Mut. Das ist sicher. Aber du wirkst nicht so, als würdest du dich in deiner Rolle wohl fühlen. Was studierst du denn?“

Jack bemerkt die Pause und Innenkehr, die Lilly für einen Moment aus ihrer Unterhaltung zieht. Was nimmt sie da wahr? Enttäuschung? Geteiltes Leid? Ihr 'lange her' deutet sie auf Unwiderbringlichkeit. Der Strubbelkopf mustert die Vampirin nachdenklich. Anschließend nickt sie, am mitgebrachten Fläschchen herumnestelnd in die letzten Worte hinein. "Da hast du recht. Ich bin mutig und ich fühle mich in einigen Rollen nicht wohl." Dann kneift sie ein Auge zu und grinst. "Und ja, mit Mode und Klamotten zu eskalieren, ist meine ultimative Freiheit. Da bestimmt mich niemand fremd." Ein weicher, kribbelnder Gedanke macht sich auf den Weg nach Sequoia, zu dem Sim der mit ihr die glitzernden und nylonhaftigsten Träume einer Drag-Queen gefeiert hat.
Jack verabschiedet den Gedanken an Vaas mit einem Genussseuefzer und angelt nach der letzten Frage. "Was ich studiere? Strategische Kommunikation und Führung. Ich lerne, wie man Teams und Organisationen führt, indem man Klever und oftmals so quatscht, dass sich die Mitarbeitenden geführt statt manipuliert sehen." Vor kurzem erst hat sie dieselbe Frage beantwortet. Und zwar auch einer übelst netten Person, die - so wie sie es von damals kennt - eeeeeeinfach verschwunden ist. Von einer Minute zur anderen, ohne ein Wort. Von ihrer Seite zum Bücherregal geschwebt und dann... weg gewesen. Warum fällt ihr das jetzt wieder ein? Normalerweise kann sie sowas schnell abhaken, sie kennt es zu genüge, dass sie fallen gelassen wird. Aber irgendwas klingelt unangenehm nach. Jack bemüht sich räuspernd, ihre ganze Aufmerksamkeit wieder auf das Gespräch zu richten. "Was machst du denn noch so, neben dem Autorinnendasein und Musik machen? Und wo lebst du eigentlich und mit wem?" Neugierig schaut sie in die freundlichen roten Augen und hebt gleichzeitig einen Arm, um das Barpersonal erneut auf sie aufmerksam zu machen. Im Augenwinkel erkennt sie, dass sich Rouges Kollegen auf sie beide zubewegt.

Neugierig hört Lilly zu. "Strategische Kommunikation und Führung. Kann mich nicht daran erinnern, jemals von so einem Studienzweig gehört zu haben. Aber es klingt interessant." Irgendjemand - Lilly kann sich nicht mehr genau daran erinnern wer es war - hatte ihr mal gesagt, dass auch sie einen gewissen Charme hat um andere zu leiten. Nur, dass das Studium bestimmt viel intensiver auf dieses Thema eingeht. In Gedanken fügt sie als Frage noch hinzu: Aber ist es auch deine Entscheidung oder die deiner Eltern? Doch sie stellt diese Frage nicht laut.
Stattdessen beantwortet sie Jacks Fragen: "Oh, studiert habe ich eigentlich nicht. Meine Liebe zur Musik wurde durch meine Mutter erweckt. Und ich scheine was das betrifft auch ein Naturtalent zu sein, so dass ich auch ohne Studium meinen Weg als Pianistin finden konnte. Sogar mit selbst komponierten Stücken. Natürlich musste ich dafür lange üben. Aber mein Vorbild ist Chopin. Das war auch schon so, als ich noch keine Vampirin war." In Erinnerungen schwelgend lehnt sie sich zurück. Sie bereut ihre Entscheidung nicht. "Und das ist es, wie ich mein Geld verdiene: Mit meinen Krimis, und auch mit gelegentlichen Auftritten am Klavier. Und seit kurzem eben auch mit meiner eigenen Bühnenshow. Meinst du, was ich als Hobby sonst noch so mache? Manchmal tanze ich auch gerne, und momentan habe ich quasi auch einen privaten Schachkurs bei Viktor." Sie schmunzelt. "Dem Mann, mit dem ich die Villa Blutrose teile. Der Vater des Kindes. Und der Mann, den ich in seinem Spiel vermutlich nie schlagen werde." Aber wenn er sich seinen Sieg teuer erkaufen muss, ist schon viel gewonnen. "Eine weitere Tochter ist bereits 18 und auch schon ausgezogen.", fügt sie schließlich noch hinzu.

"Chopin... Na das nenn ich mal Ehrgeiz. Bin gespannt, das klingt vielversprechend" zieht Jack ihre Brauen in die Stirn. "Aber das mit dem Schach holt mich nicht so ab, ist nicht so mein Spiel." Dann grinst sie kameradschaftlich, "Tanzen wiederum..." schmunzelt sie mit Blick zur Jukebox, als die schüchterne Angestellte ihren Tisch erreicht. "Ich nehme nochmal das gleiche und du auch?"

"Gerne!", lacht Lilly, während sie auf ihr Glas schaut, das mittlerweile leer ist. "Ich nehme ebenfalls noch eine Cola!"


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05.04.2026 13:38 (zuletzt bearbeitet: 04.07.2026 20:31)
#18
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Bestseller-Schmied

Eben noch erfreut Rogues Erklärung lauschend, findet sich Bertl unverhofft in einer Konversation mit Arbeitskollegen wieder. Na ja..zumindest Sims, die am selben Ort arbeiten wie er. Arnim ist ein anständiger Junge. Er hat unendlich viel Geduld mit den Alten und noch nie hat er ihn die Stimme erheben hören, höchstens wenn er lacht mit ihnen. Bewundernswert sowas. Allein schon die Diskussionen mit Robinia, wenn sie ihm haarklein erklärt, warum er unter ihrem Balkon nicht Rasen mähen darf, die ganze Bienennahrung weg, stört deren Flugrhythmus und anderer Blödsinn. Sonst bringt sie keinen geraden Satz heraus, aber wenn's um die Bienen geht, wird sie zum Schnellfeuergewehr. Vor kurzem hat sie einen Besen nach ihm geworfen und allein die Möglichkeit, anschließend getarnt durch den Höllenlärm des Rasenmähers, Schimpftiraden los zu werden, bewahrt ihn vor verbalen Entgleisungen in ihrer Gegenwart. Sich innerlich schüttelnd nickt er Arnim lächelnd zu und wendet sich dann zu Zac um. Oft sind sie sich nicht begegnet bisher. Ab und zu hat Bertl der Gedanke gestreift, ob er irgendwann in wallenden, bodenlangen Gewändern zur Arbeit kommen wird. Frisur und Sprechweise würden das gut ergänzen. An sich gibt es nichts einzuwenden. Er ist wohl ein friedliebender Zeitgenosse und bisher nicht negativ aufgefallen. Bertl nickt ihm ebenfalls zu und fragt sich, wie es ihn hierher verschlagen hat.
Seine Bestellung macht ihn hellhörig. "Hallo Zac. Du trinkst Whiskey?", fährt er mit erstaunt erhobenen Brauen fort. "Ich hätte eher auf grünen Tee und heißes Wasser aus der Thermoskanne getippt." Nicht dass Bertl Ahnung von solchen Gepflogenheiten hätte, aber seit Zoé zu ihnen gekommen ist, beschäftigt er sich hin und wieder mit gesundheitlichen Themen und dabei stolpert man über einige seltsame Empfehlungen wie diese. Meist angepriesen von ähnlich aussehenden Sims wie Zac.

Ein leises Lachen entweicht Yitzhaks Lippen. "Ich gebe zu, ein frisch gebrühter Tee hat durchaus seine Vorzüge." Das selbstironische Funkeln in seinen Augen verschwindet so schnell, wie es aufblitzt. "Doch donnerstags fühle ich mich weniger asketisch als an anderen Tagen."
Arnim klopft ihm lachend auf die Schulter. "Da hörst dus. Heute lässt der Herr es gepflegt krachen."

"So, so." Bertl kann ein leises Schmunzeln nicht unterdrücken. "Bei mir kracht nichts mehr, weil es mal viel zu viel gekracht hat, nämlich mein ganzes Leben zusammengekracht, wegen dem Zeug." Er ruckt mit dem Kinn Richtung Zacs Getränk, das soeben den Weg über den Tresen findet. "Aber ich will euch den Spaß nicht verderben, lasst uns auf Rogue trinken, die uns heute allen den A...bend gerettet hat. Das geht auch gut alkoholfrei." Er hebt sein Glas, ein wenig stolz auf sich, dass das Tier im Innern nicht mal mit den Lidern zuckt. Trotzdem ist er sich bewusst, dass er verdammt aufpassen muss und keine Sekunde gedanklich in die falsche Richtung abdriften darf.

Arnim greift zuerst zu seinem Glas, hebt es offenherzig der Bardame entgegen. "Wir haben ja nur das Ende der Feier gesehen.", sagt er mit einem Hauch Bedauern und versenkt sein Gesicht im Glas.
Yitzhak nickt der gelockten Frau zu, ehe er die Finger um das Glas legt - mit einer Ruhe, als würde der Abend ewig andauern. Gemeinsam mit den anderen nimmt er einen Schluck, während sein Blick zu Bertram zurück geht. "Der schwierigste Gegner wacht oft im eigenen Inneren." Sein Gesicht senkt sich ein kaum merkliches Stück ab. "Nicht jeder findet den Mut, ihm Einhalt zu gebieten." Einen halben Atemzug scheint er etwas in sich zu bewegen. "Erlaube mir die Frage.", sagt er dann. "Was hat dir die Kraft dazu gegeben?"

"Das.. würde ich dir so gerne erzählen kann ich dir gar nicht so genau sagen." obwohl es mich oft fast umbringt innerlich und ich genau weiß, was ich sagen WILL! Durch Zacs Frage ist das Thema Paralleluniversum und die Dinge, die er dort erlebt hat, in Sekundenbruchteilen wieder präsent. Seine Hände beginnen leise zu zittern, beim Gedanken an diesen durchgeknallten Zauberer und die Todesdrohung, die er ausgesprochen hatte, sollte Bertl jemals eine Silbe der Ereignisse nach außen tragen. Jetzt wird das Glas doch zur Rettungsboje, wenn auch nicht auf Grund der Wirkung des Inhalts. Das glatte, kühle Material fest umklammernd, nimmt Bertl einen Schluck, stellt es ab und belässt seine Hand am Stiel. Während die Rechte langsam das Trinkgefäß Zentimeter um Zentimeter im Kreis bewegt, spult sein Kopf Möglichkeiten einer legitimen Antwort durch. "Ich.." Das kommt krächzend und es folgen mehrere, kleinere Räusper, ehe er fort fährt. "Ich habe auf Grund einschneidender Erfahrungen den Wert der Familie erkannt, aber.." Hüpfend signalisiert sein Kehlkopf, wie schwer ihm das Schlucken fällt. "..das ist nicht alles...nur.." Bertl neigt den Oberkörper etwas Zac entgegen und senkt die Stimme. "Mehr kann ich hier und NIRGENDWO nicht dazu sagen." Irgendetwas Undefinierbares an der Art dieses Mannes, weckt in ihm den Wunsch, es trotzdem zu tun. Den Impuls schnell unterdrückend, greift er erneut sein Glas, verharrt aber auf halbem Weg zum Mund. "Manchmal werden einem die Augen auf sehr extreme Weise geöffnet und so war das bei mir." In seinem Blick liegt eine Spur Schmerz, aber auch Verzweiflung. Das Wissen, dass er das sein Leben lang allein mit sich herum tragen muss und nicht einmal mit Marga teilen darf, hält ihn manche Nacht wach.



Aufmerksam betrachtet Yitzhak den Bekannten, dessen Druck und innere Zerrissenheit er beinahe körperlich spürt. Wie Bertram Halt am Glas sucht, die Worte, die er wählt und jene, die er auszusprechen vermeidet. All die kleinen körperlichen Anzeichen sind deutlich. Hier geht es um mehr als bloßes Unwohlsein. Irgendetwas an diesem Thema, davon scheint Bertram überzeugt, bedeutet Gefahr - für ihn oder die, die er schützen will.
Yitzhak sendet ihm ein kaum merkliches Nicken. Es ist Jahre her, dass er jemandem mit derart intensiven Sorgen begegnete. "Ich verstehe." In seinem Blick ruht etwas Unausgesprochenes. Er weiß um die Einsamkeit, die manche Geheimnisse mit sich bringen können. Auch er wurde schon zerfleischt von der Qual des Schweigens, wo er sich nur zu gern geöffnet hätte. Ein einziges Mal wagte er es. Und er musste feststellen, dass nicht alle Wahrheiten zum Teilen geschaffen wurden.
"Extreme Situationen hinterlassen Spuren." Seine Stimme ist leise, ohne von ihrer Kraft einzubüßen. "Unsere Aufgabe ist es, zu entscheiden, wie weit wir ihnen folgen wollen. Unter Umständen gelingt es uns eines Tages, den Weg, den sie uns vorgeben, zu verlassen." Noch immer ruht sein Blick auf Bertram, warm und intensiv. Er hebt das Whiskeyglas zu einer dezenten Geste an, ehe er es an die Lippen führt, wobei er langsam, beinahe bedächtig, den Blick löst.

Ein paar Atemzüge lang schweigend sieht Bertl in die sanften, braunen Augen seines Gegenübers. "Ich komme nicht an eine Kreuzung mit Wahlmöglichkeit. Dieser Weg ist Einbahnstraße und Sackgasse zugleich." Er hebt sein Glas. "Trotzdem danke, Zac, für dein offenes Ohr." Bertl lächelt gezwungen und wendet sich dann ablenkend Arnim zu. "Hey, wie sieht's aus? Morgen eine gepflegte Runde Schach nach dem Dienst?"
Unterwegs über Pro und Kontra eines gewagten Schachmanövers sprechend, folgt Bertl der Einladung seiner Arbeitskollegen, an einen Tisch mit zu kommen. Der Abend ist sowieso schon verrückt genug und hat sein Bedürfnis nach gleichbleibenden Ritualen in den Grundfesten erschüttert. Dementsprechend ist es jetzt egal, ob er noch Kontakt mit fremden Frauen knüpft, oder nicht. Eine blasse Rothaarige mit Pferdeschwanz und eine Verwuschelte, mit dicker Narbe über das ganze frei liegende Auge. Bertl will gar nicht wissen, was sich unter dem wilden Haarschopf befindet, der die rechte Gesichtshälfte verdeckt. Diese Narbe reicht, um ihm Gänsehaut über den Rücken zu treiben. Was ihr wohl passiert ist? Sein Blick streift kurz ihr offenherziges Dekolleté. Trägt man jetzt Tätowierungen, statt anständiger Blusen oder Shirts? Marga besitzt so einen Kragen, den man unter Pullover steckt, um eine vollständige Bluse vorzutäuschen. Scheinbar reicht heutzutage auch Tinte. Als sie sich bekannt machen, blickt er in ungewöhnlich schöne und sanfte, braunen Augen. Schon zum zweiten Mal heute Abend Das versöhnt ihn wieder ein bisschen und er vergisst darüber, sich weitere Gedanken über ihren Namen zu machen. Jack? Jaqueline vielleicht.
Bertl setzt sich ihr gegenüber neben die Frau, die sich als Lilly Nebeljäger vorgestellt hat. Irgendwas klingelt bei dem Namen. Hat den nicht Adrian schon mal erwähnt? Er greift zu seinem Glas und verschluckt sich beinahe, als er ihre spitzen Ohren bemerkt. Sofort erinnert er sich an den hitzigen Streit auf diesem Toleranzevent und sein Herz beginnt beunruhigt zu wummern. Keine zwanzig Zentimeter trennen ihn von dieser Frau und alle am Tisch scheinen das traute Zusammen sein völlig normal zu finden. Bertl schluckt und stellt das Glas ab.
Adrian war damals außer sich gewesen und die Debatte hatte sich tags drauf im heimischen Wohnzimmer fort gesetzt. Kleinkariert und nicht sehr offen, wäre eine wohlwollende Übersetzung der Ausdrucksweise seines Sohnes. Warum ihn das Schicksal jetzt mit einer Vampirin an den Tisch gewürfelt hat? Vielleicht sollte er vorsichtig die Fühler ausstrecken? "Ähm..Nebeljäger..Nebeljäger. Kann es ein, dass ein Kind von dir mit meinem Sohn zur Schule gegangen ist?"

Lilly spitzt die Ohren, als die Männer sich nähern. Hatten sie sich nicht gerade noch über Schach unterhalten? Was für ein Zufall! Dieses Thema kam bei ihrem Gespräch mit Jack ja ebenfalls auf. Sie hatte nicht geplant zu lauschen, aber es wurde laut genug gesprochen, dass die Worte trotzdem bei ihr ankamen. Sie spricht es nicht weiter an.
Lilly merkt, dass Bertl, wie er sich vorgestellt hat, nervös ist. Wegen ihres Okkults? Das kommt öfter mal vor. Doch umso mehr rechnet sie es ihm an, dass er dennoch einen ersten Schritt wagt. "Das ist durchaus möglich!", antwortet sie auf die Frage, darum bemüht, auch freundlich rüber zu kommen, "Ich habe eine 18-Jährige Tochter, die vor den Ferien noch auf die BBH ging." Sie versucht sich an Elternabende oder sonstige Schultreffen zu erinnern, doch ihr fällt keine Szene auf, bei der sie diesem Mann schon mal begegnet sein könnte. Aber das muss ja nichts heißen.

Bemüht irgend eine Form von Konversation aufrecht zu erhalten, um seine Nervosität zu überspielen, nickt Bertl kräftig mit dem Kopf. "Ja, das könnte passen. Adrian ist auch achtzehn." Ein flüchtiger Blick zur Seite. "Manche nennen ihn auch ..Chip." Wo diese alberne Bezeichnung für seinen Sohn her rührt ist Bertl bis heute schleierhaft. "Wie heißt deine Tochter?"

Lilly erinnert sich an den Jungen. "Chip? Ja, da klingelt etwas!", sagt sie nachdenklich, "Ich kenn ihn zwar nicht gut, aber ich bin ihm auch schon mal begegnet." Sie erinnert sich an den Auftritt von Deffekt. War Chip nicht auch da dabei? "Und meine Tochter heißt Viola." Man hört ihren Stolz, als sie weiter erzählt: "Das war jedenfalls ein spektakulärer Auftritt mit Deffekt. Von allen Beteiligten. Da hätte ich mich am liebsten mit auf die Bühne gestellt um zu musizieren."



Sein Sohn hatte einen öffentlichen Auftritt mit einer Band? Bertl hat ihn manchmal an einem Bass herum zupfen hören, aber das? Wieviel ist noch an ihm vorüber gezogen? Entweder durch Promilleknockout, Therapie oder sonstige Abwesenheit? Wie ein glühender Blitz schießt die Erinnerung an Gespräche mit Stephen durch seine Gedanken. Aus seinem Leben kannte er jedes Detail und es ist alles abrufbar. Immer noch. Adrian ist ihm in vielerlei Hinsicht noch immer ein Rätsel. Traurige Bilanz. Abwägend wie er sich der Vampirin gegenüber präsentieren soll, entscheidet sich Bertl für den Mittelweg.
"Sie machen also Musik zusammen? Das habe ich irgendwie verpasst. Ich war länger abwesend.", sagt er etwas gezwungen lächelnd. "Hoffentlich gibt es noch mehr Auftritte, damit ich dieses Erlebnis nachholen kann."

Lilly ist sich dessen bewusst, dass die Beziehung zwischen Viola und Blaze geendet ist. Aber wie ist das mit der Band? Läuft das noch? Sie muss sich eingestehen, dass sie das nicht so genau weiß. "Das hoffe ich auch.", sagt sie daher nur. "Sie sind wirklich gut."

Drei Männer, zwei Biergläser und ein ebenso offensichtliches Whiskeyglas gesellen sich zu ihnen, als Strubbel gerade auffällt, dass sie irgendwie schon wieder eine Cola auch für sich mitbestellt hat. Sie wollte gar kein alkoholfreies Getränk. An sich ist das nicht schlimm, aber sie ist heute hier, um zu vergessen. Und das wenige bisschen Starkgetränk aus ihrem Pocket-Fläschchen, wird die ersehnte Veränderung nicht herbei bringen. Wie ist das bloß... Egal. Die Schüchterne ist schon auf dem halben Weg zurück zum Tresen, als Jack bemerkt, dass nicht alle Neuankömmlinge locker und entspannt sind. Sie ändert ihren Plan des hinterher brüllens einer Ergänzung und widmet sich der Runde. Der ältere Mann, der nahezu schon in Spannung mit an den Tisch kam, begegnet ihr mit Blicken, an die sie sich gewöhnt hat. Das er abgeschreckt von ihrem Gesicht ist, ist eindeutig. Während Zac sein Glas abgestellt um sich einen Stuhl zu holen, schaut sie fragend zu dem ebenfalls als Kollegen vorgestellten. Er scheint seinerseits ein ruhiger und mit sich und seinem Umfeld zufriedener, sozialer Sim zu sein. Jack schenkt Zac einen Zuproster mit ihrer nickenden Stirn zu und wendet sich dann an den Blonden. "Ihr arbeitet also alle drei zusammen? Wo und als was?" will sie wissen und fixiert Arnim mit funkelnde Neugierde. Welchen Job ihr Nicht-Jesus-Bekannter hat, hätte sie auf Sulani schon gerne herausbekommen.

Gerade hat Arnim einen gewaltigen Satz des Bieres genommen, als er direkt angesprochen wird. Eilig schluckt er, unterdrückt einen luftigen Aufstoß und räuspert sich breit schmunzelnd. Mayve würde ihm jetzt einen unmissverständlichen Blick zuwerfen, wäre sie hier. "Wir beide sind Assistenz im betreuten Wohnheim." Die Hand mit dem Glas deutet dezent auf Yitzhak, der in diesem Moment den Stuhl neben Jack abstellt und sich zur Runde setzt. "Bertl ist unser Haustechniker und Wunderfee für handfeste Probleme."

Yitzhak lässt sich beinahe lautlos nieder. Sein Ausdruck ruhig und ankommend, als gäbe es nichts in seiner Existenz, außer diesen Ort in diesem Moment. Sein Blick streift die Runde, verweilt einen Herzschlag länger bei Jack, ehe er der Erklärung des Kollegen hinzufügt: "Ich bin erst seit Kurzem dort beschäftigt. Arnim hat mir eine exzellente Einweisung gegeben."
"Als ob du das nötig gehabt hättest.", lacht der Blonde kurz auf. "Ich musste noch nie so wenig erklären." Die Brauen zucken respektvoll, als er Jack zunickt. "Der Mann hat entweder die Erfahrung oder das Einfühlungsvermögen von drei Generationen."
Sanft lächelnd deutet Yitzhak ein dankbares Nicken an, das bescheidener kaum sein könnte. "Mit dem Willen, zu sehen und zu hören ist die größte Hürde bereits gemeistert." Die Aufmerksamkeit zu Jack lenkend bleibt seine Stimme ruhig genug, dass die Umgebungsgeräusche sie eigentlich verschlucken müssten. Dennoch heben sich seine Worte kräftig hervor. "Wir begleiten Sims auf einem Stück ihres Weges. Manchmal genügt es, da zu sein. Manchmal verlangt es mehr." Seine Finger ruhen locker um das Glas, doch er hebt es noch nicht. Stattdessen neigt er den Kopf ein wenig, als betrachte er Jack nun bewusster. Die Art, wie sie den Raum in sich aufsaugt. Ihr Blick verweilt nie lange, hungrig nach Eindrücken. Selbst in ihrer Haltung liegt Unruhe, während sie sich an das Colaglas klammert, als hätte sie kaum die Absicht, davon zu trinken.
"Und du?" Ein kaum merkliches Neigen seines Kopfes folgt. "Fliehst du vor etwas – oder suchst du?"



Aufmerksam hört Strubbel zu und nickt an den Stellen, die in das Bild passen, dass die Herren von sich präsentieren. Sie mag und findet es passend, wie Arnim enthusiastisch nach seinem heruntergeschluckten Rülpser sich wohlwollend und wertschätzend über seine Kollegen äußert. Sie sieht ihm lange ins Gesicht, dann Zac. Ihr Blick wandert zwischen den beiden hin und her. Ein Schmunzeln bahnt sich den Weg nach außen und vertreibt eiben Teil der Spannung die sie immer in sich trägt, wenn sie allererste Begegnungen hat.
"Genau so sollten Sims über einander sprechen und auf einander schauen. Besonders, wenn sie in sozialen Berufen arbeiten. Ihr habt meinen Respekt" hört sie sich unbeabsichtigt laut sagen, kurz bevor sie die alles vernichtende Frage kassiert. 'Fuck.' Ihre Hände schließen sich fester um das Glas. Das Kondenswasser unter ihren Fingerspitzen und auf der Handfläche kühlend. Nur nicht genug. Jack merkt, wir ihr warm wird, sie fühlt sich gesehen und ertappt. Im Seitenblick nimmt sie wahr, dass der Mittfuffziger ebenfalls zu ihr rüber blickt. Ihr Puls erhöht sich merklich aber nach außen wird sie ruhiger - so wie immer. Jack trinkt theatralisch langsam von der braunen Limo und schenkt für diese Zeit der Runde am Tisch und der restlichen Umgebung nichts von sich und horcht in sich rein. Nachdem sie das Getränk geleert hat, stellt sie das Glas mittig auf dem Tischchen ab, direkt neben ihre Autoschlüssel mit dem Kabelbinder-Schnutenring. Scheiße. Ihre Augen finden Zac's. Dann hört sie sich erneut laut sprechen. "Beides, würde ich sagen. Wobei ich nicht weiß, wonach ich suche. Ist nur so ein beschissenes Gefühl, dass mich hart nervt." Eine kurze Pause entsteht, die sie nahezu beleidigt nach einigen Sekunden füllt. "Und du so?" Ihr Blick kann und will nicht neutral sein. Sie hat mit ihrer Antwort mehr gegeben, als sie wollte.

Bertl ist nicht an Smalltalk in dieser Form gewöhnt. Seine Wangenmuskulatur schmerzt vom lächeln, der Brustkorb wird ihm eng.
"Fliehst du vor etwas – oder suchst du?", drängt sich massiv in sein Bewusstsein. Ertappt. Nein, die Frage gilt Jack. Erleichtert fasst Bertl sein Glas und wirft der jungen Frau einen Seitenblick zu. Ihre Antwort könnte von ihm selbst stammen. Zur Enge in der Brust, gesellt sich ein Druckgefühl in der Kehle.

Lilly seufzt, nimmt einen Schluck aus ihrem Glas. Sie hört für einen Moment den Anderen zu. "Ich kann mich Jack da nur anschließen. Auch ich habe den größten Respekt vor Sims in sozialen Berufen. Und manchmal frage ich, ob dieser Weg auch für mich etwas gewesen wäre anstatt Pianistin und Krimiautorin." Für Viktor ist sie definitiv eine Hilfe. Aber andererseits ist es vielleicht auch besser so. Sie weiß, dass sie dazu neigt, zu viel geben zu wollen und dass sie sich selbst dabei aus den Augen verliert.



Yitzhaks Aufmerksamkeit ruht auf Jack, während sie spricht, sich dann sammelt und mit veränderter Energie erneut ansetzt. Die unausgesprochene Spannung zwischen ihr und Bertram entgeht ihm nicht. Wo Geschichten aufeinander prallen, entsteht Reibung. Nicht immer für alle vernehmbar, dennoch sprüht sie feine Funken - oft verdeckt unter Höflichkeit, Stolz oder Scham.
Sein Daumen zeichnet den Rand des Glases nach, während sie über das beschissene Gefühl sinniert.
"Das klingt vertraut.", nickt er leicht, als würde er ihre Worte in sich wirken lassen. "Ich glaubte Jahre lang, ich müsse wissen, wohin ich gehe, um voranzukommen." Ein zartes Schmunzeln hebt sowohl Mundwinkel, als auch Augenbrauen. "Dann stellte sich heraus, dass Wissen ein recht flüchtiger Zustand ist." Er lenkt den Blick offenherzig in die Runde, bevor er weiter spricht: "Heute genügt es mir, aufmerksam zu bleiben. Und zu sehen, was sich mir zeigt." Zurück an Jack gerichtet, hebt er das Glas zu einem kleinen Schluck an, verharrt und fügt hinzu: "Für einen Abend reicht das oft schon."
"Klingt nach 'Lebe im Hier und Jetzt'." Arnim lehnt sich interessiert vor, beide Unterarme auf dem Tisch, hält die rechte Hand das Bierglas, jederzeit bereit und willens, es einzusetzen. "Bestimmt die klügste Art, den Tag anzugehen. Aber nicht immer einfach."
Yitzhak schenkt dem Kollegen ein sanftes Lächeln. "Ein Sim braucht Halt, um in Frieden leben zu können. Das lässt sich in unterschiedlichsten Formen finden." Bedächtig schwenkt sein Blick zu Lilly. Eine ihrer Hände ruht auf ihrem Bauch, die andere an der Limo. Als er weiter spricht, sieht er nacheinander jeden der Runde einen Moment an, als würden diese Sekunden nur ihnen gehören. "Eine Person, ein Ort, der Glaube an etwas, oder ein unvergessliches Erlebnis." Im sanften Übergang senkt sich sein Augenmerk auf den Tisch, wo all die unterschiedlichen Hände beieinander ruhen, als würden sie auf ein Signal warten, gemeinsam oder jede für sich, tätig zu werden. Manche von ihnen sind zart und weich, andere von Arbeit und Erfahrung gezeichnet. "Und manchmal ist uns gar nicht bewusst, dass wir längst gehalten werden. Dann fühlen wir uns verloren, obwohl alles da ist, was wir brauchen." Sein Blick hebt sich, gleitet über die Gesichter, deren Energien nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch sitzen sie hier alle friedlich zusammen. Szenen dieser Art hat er immer am meisten genossen. Wenn die, die augenscheinlich nicht harmonieren, dennoch zusammen kommen.
Etwas Leises steigt in ihm auf und erreicht seine Augen, die warm aufleuchten. "Wir müssen es nur annehmen."

Jack hebt die Brauen und ist für einen klitzekleinen Moment froh, dass sie Cola und nicht Whiskey geext hat - so kann sich ihr Verstand klar um die Subtexte kümmern. Holla. Die Genervtheit folgt prompt. Boah. Is. Das. Anstrengend. Ein einfaches 'Kein Plan, ich bin für ein Feierabendumtrunk hier', hätte sowas von gereicht. Eine hoch philosophische Antwort, die sie auffangen, trösten und schmerzenden Druck abnehmen soll, wollte sie gar nicht haben. Denn das, ist einfach zu viel!
Es ist zu viel gesehen werden.
Zuviel Verständnis, Toleranz und aufrichtige Freundlichkeit.
Zuviel, weil es ihr Herz öffnet und sie empfänglich macht für... 'Fuck.'
Sie schluckt und sucht den Blick von der freundlichen Schüchternen, um eine neue Bestellung aufzugeben. Aber es klappt nicht. Scheiße. Also bleibt sie gezwungender Maßen in ihrer Gedankenblase. Strubbel sieht Nicht-der-Jesus-und-für-sie-irgendwie-doch in die Augen. Leuchtet der Kerl etwa gerade? Zumindest ein bisschen? Bevor sie die Augen und überreizten Nerven niederschlägt, kneift sie ihre Seherchen prüfenden etwas zusammen.
Auch wenn sie es partout nicht wollte und oder will - so wie gerade - gewinnt ihr seit einigen Wochen gefundenes Bedürfnis nach tiefen Bindungen. Und sie kann scheinbar nichts dagegen tun. Oder doch? Vielleicht von sich ablenken? Zac's Worte 'Wir müssen es nur annehmen' singen sich in ihr Hirn. Resigniert schnalzend schaut sie in die Runde. Es macht keinen Sinn gegenan zu kämpfen und sich eine Maske aufzusetzen. Das muss sie zum Schutz nur im Familienkreis tun, hat sie für sich rausgefunden. Aber sie will auch nicht die Aufmerksamkeit aller haben, wenn sie gleich weich und übersensibel in sich zusammen sackt. Ihr rechter Zeigefinger berührt den Kabelbinder-Ring und verweilt an ihm.
Ihr wird wieder warm, dann nimmt sie die Anspannung und das Schlucken von Bertl wahr. Dem geht's grad ähnlich wie ihr?! Okay... doch Ablenkung. Sie schaut zu ihm auf, mit einem schiefen Grinsen, dass sie als potentielle Leidensgenossin vorankündigt. "Und warum bist du hier? Hab den Eindruck du kommst öfter hierher" nickt sie zum Tresen rüber. "Du wirkst wie ein Stammgast. Was ist dieser Ort für dich?"



Überrascht direkt angesprochen zu werden, ruckt Bertls Kopf in Richtung Jack. Für einen Moment saugen sich ihre Blicke fest, dann löst er den Augenkontakt und fixiert sein Glas. "Hm, das bin ich wohl geworden..ein Stammgast." Er zuckt die Schultern. "Ich kann hier einfach sein. Hab keine Verpflichtungen, kann meinen eigenen Gedanken nachhängen und auftanken." Er sieht zu Rogue, die geschäftig hinter dem Tresen Getränke zapft. "Es ist so ne Art Insel vom Alltag." Schwungvoll leert er sein Glas, setzt es geräuschvoll auf der Tischplatte ab und nickt in die Runde. "Der ruft jetzt aber wieder. War nett euch alle hier zu treffen, aber ich muss los." Bevor noch mehr an meinen Kulissen gerüttelt wird.
Er verabschiedet sich, lässt Rogue am Tresen ihr übliches Trinkgeld da und beeilt sich die Tür der Bar hinter sich zu schließen. Die kühle Abendluft schlägt ihm wohltuend entgegen. Heute wurde an einige empfindliche Punkte gerührt. Das sollte nicht so schnell wieder passieren. Hörbar ausatmend nimmt er die Stufen nach unten und macht sich auf den Heimweg.

Lilly wirft Zac einen kurzen, nachdenklichen Blick zu. Er bildet einen starken Kontrast zu Viktor, dessen Aussagen direkt und klar sind, und weniger philosophisch. Für Bertl wurde es offensichtlich zu viel. Sie glaubt nicht daran, dass er wirklich nur aus Zeitgründen wieder gehen musste, beschließt aber auch, das Thema nicht anzusprechen. Bertl ist ein erwachsener Mann. Es steht ihm frei, den Tisch zu verlassen, aus welchen Gründen auch immer.
Die Vampirin denkt über dessen Worte nach, bevor er gegangen ist. Ein Ort ohne Verpflichtungen, ein Ort, um runter zu kommen. "Für mich ist dieser Ort die Musik.", sagt sie, fast beiläufig. "Der sichere Hafen. Die Ruhe im Sturm." Und Viktor., fügt sie in Gedanken noch hinzu. Sie öffnet sich, lädt die anderen am Tisch ein, auch etwas preiszugeben. "Vor allem in der Hektik der heutigen Zeit." Sie umfasst ihr Handgelenk. "Wenn ich musiziere, ist alles andere um mich herum still. Dann vergesse ich sogar das Publikum." Wirklich schade, dass sie das hier nicht auch beweisen kann. Lilly ist stolz auf ihr musikalisches Talent und sie freut sich, wenn sie auch anderen damit eine Freude machen kann. "Wie ist es denn bei euch?"

Jack schnaubt verächtlich sowie auch beleidigt, als ihre Projektionsfläche sich mit diesem überstürzten Abgang verabschiedet. Sie blickt in den Raum. Auch von der zweiten Servicekraft oder Rouge ist noch immer nichts zu sehen. Dann steht sie auf und marschiert zur Jukebox. Eine kurze Zeit später bummst das Reto-Teil ein Musikstück raus und sie zieht weiter zur Bar. Mit dem Lied im Hintergrund und Rücken, ordert sie bestimmt eine Bestellung für die verbliebenen Gefährten am Tisch und hinterlässt zeitgleich ein Trinkgeld, dass ihr hoffentlich mehr Aufmerksamkeit der Ladys sichert, sobald sie wieder am Tisch sitzen sollte. Ihr Plan für sich steht nach wie vor: Sich ablenken und mit nem schönen Glimmer in den Abend zu schippern. Ob mit oder ohne Gesellschaft, ist ihr egal. Es ist was ist, und es bleibt wer bleibt.



Yitzhak nickt Bertram schweigend zu. Einen Moment folgt sein Blick ihm und verweilt noch auf der Tür, als sie bereits hinter dem Mann schließt. Erst Lillys Worte holen seine Aufmerksamkeit zurück zur Gruppe. Ein zartes Lächeln schleicht sich unter seinen Bart. Zu erkennen, dass sie ihren haltspendenden Anker sicher benennen kann, erfüllt ihn mit ehrlicher Freude für sie, beinahe an Rührung angrenzend. Es gab eine Zeit, in der auch er Stärke in Musik fand. Er erinnert sich gut daran, wie er von ihrer Kraft mitgerissen wurde. Vor seinem geistigen Auge tun sich Bilder auf, von längst vergangenen Tagen, in denen diese überwältigenden Klänge ein Teil seines Seins wurden. Musik, die so mächtig war, dass sie wie eine gewaltige Flutwelle seine ganze Existenz binnen weniger Sekunden vollkommen auseinander riss und wieder zusammen setzte. Zeilen, an deren Entstehung er selbst mitgewirkt hatte, lange bevor sie mit dieser alles zerschlagenden Wucht dem Publikum präsentiert wurden. Es war fast wie ein Wink des Schicksals, dass ihm bestätigend zulächelte. Der lange Weg der Akzeptanz, durch den er sich gekämpft hatte, schien anerkannt. Von wem oder was auch immer ihn zu dem machte, das er ist.

Arnim richtet seinen Oberkörper auf, als Bertram sich verabschiedet. Mit festem Händedruck wünscht er dem Quasi-Kollegen einen schönen restlichen Abend und ein gutes nach Hause kommen, ehe er sein Bier leert und kurzerhand beschließt, dass ein zweites nicht schaden kann. Als könnte sie seine Gedanken lesen, steht Jack auf und marschiert festen Schrittes zur Bar, so dass er sich zuerst Lilly widmet, bevor er den Kehlekühlenden Plan umsetzt. "Natur.", sagt er schlicht. "Wenns zu viel wird, ab in den Wald. Mit Zelt und Rucksack, wenns die Zeit erlaubt." Ein weicher Ausdruck huscht über sein Gesicht. "Oder in den Arm meiner Freundin. Eine Umarmung von jemandem, der dich liebt, ist die beste Kraftspritze."

Jacks harsches Aufspringen bringt Yitzhaks Aufmerksamkeit zurück in die Gegenwart. Sein Blick ist kaum merklich entrückt, doch voller Wärme, als er ihrem Weg bis zur Jukebox folgt und kurz darauf die ersten Akkorde eines funky Discoklassikers durch den Raum schwappen. Musik ist so vielfältig, wie die Sims, die sie kreieren und zelebrieren, denkt er, ohne die Worte zu auszusprechen. Stattdessen nimmt er die Ausführungen Arnims in sich auf. Eine Umarmung von jemandem, der dich liebt. Yitzhak senkt den Blick, noch immer ruht das sanfte Lächeln auf ihm, als er den letzten Schluck des goldschimmernden Getränks am Glasboden ins Auge fasst.
Für Viele ist es die Liebe zu jemandem, die das Leben erst lebenswert macht. Jemand, für den man jedes Leid ertragen würde.
Bei allem, was er erlebte, kann er sich kaum an ihr Gesicht erinnern. Doch er weiß noch, dass ihr Haar im Sonnenlicht ähnlich schimmerte, wie es nun der Whiskey in seinem Glas tut.
"Früher hätte ich anders geantwortet.", sagt er beinahe gedankenverloren. "Mit Namen. Oder Orten." Er hebt den Blick, sieht von einem Gesicht ins Andere. "Inzwischen bin ich meiner selbst bewusst genug, um mir selbst Halt zu sein. Die Dinge, die ich tue."



"Auf jeden Fall!", stimmt Lilly zu, "Die Liebe zu jemanden kann Berge versetzen. Sie kann heilen. Man darf nur nicht den Fehler machen, sich selbst dabei zu vergessen." Sie bleibt vage, was sie damit meint. Auch wenn keiner der hier Anwesenden Viktor kennt, ist seine Depression ein Thema, das sie nicht einfach so breit tritt. Wenn, dann muss er das Thema selbst ansprechen. Bis dahin geht es niemanden etwas an. Doch ihren Blick kann sie nicht verheimlichen. Liebevoll denkt sie an ihren Partner und die Stärke, die er zeigt.
Sie wippt mit dem Fuß zum Takt der Musik. Vor ein paar Wochen noch hätte sie gerne dazu getanzt. Wie beim Sommerfestival, als sich die Schwangerschaft zwar schon zeigte, aber noch nicht ganz so deutlich wie jetzt. Doch mittlerweile ist der Babybauch dann doch zu sehr gewachsen. So bleibt sie am Tisch sitzen. Es ist schön, dass auch Arnim jemanden hat, mit dem er das Leben teilen kann. Sie lächelt, während sie Jack zuschaut, die sich ein weiteres Getränk bestellt.

Jack kehrt mit einem Tablett und ihrer Bestellung zum Tisch zurück. Als sie vor jedem ein neues Glas abstellt registriiert sie die teferen Gespräche und die Stimmung, vor der sie soeben nahezu geflüchtet ist. Sie wollte Lillys frage aus dem Weg gehen. Super. Nun scheinen alle zu dem Thema zwar was gesagt zu haben, allerdings noch kein neues eröffnet zu haben, in dass sie unauffällig einsteigen kann. Shit. Jack merkt, dass höflich auf sie geachtet wird. [i]'Also guuuuut...'(/i] rollt sie innerlich mit den Augen. wieder auf ihrem Stuhl sitzend, bringt sie sich nun doch ins Gespräch ein. "Für mich ist dieser Ort ein Versuch, vor überwältigten Gefühlen davon zu laufen, was ich Zuhause in meinen vier Wänden mit Erinnerungen, nicht schaffe." Sie schaut jeden provozierend, fast trotzig an. "Ich dachte, ich fahre an einen Ort mit genug Ablenkung, sodass ich nicht über mich und meine scheiß Gefühle reden oder nachdenken muss."

"Und?", fragt Arnim. "Wie läuft der Plan bisher?" Seine Schultern zucken kurz, als er fröhlich auflacht. Er erwartet keine Antwort und so fährt er direkt fort: "Das Schöne ist doch, dass du überhaupt rein gar nichts musst. Ist ja kein Casting hier." Beide Hände deuten ausladend in die kleine Runde. "Also, entspann dich, hör zu und sag was, wenn du es willst und ansonsten sagst du eben nichts. Ist doch okay." Eine Hand hebt das frisch servierte Glas an. "Oder du gibst ein anderes Thema vor." Ein erster kräftiger Schluck folgt. Er liebt es, den prickelnden Schaum an der Lippe zu spüren. Und an der Nasenspitze. Wäre Mayve hier, würde er sie extra tief ins Glas tunken. Sie würde ihn erst an- und dann ausauslachen und ihn schließlich von dem weißen Häubchen befreien - auf die eine oder andere Art. Gott, wie er diese Frau liebt! Mit einem seligen Ausdruck stellt er das Bier ab. "Danke für die Runde.", nickt er Jack zu. "Die nächste geht auf mich." Eine Selbstverständlichkeit für ihn. Mit seinen Freunden wird es schon seit Jahren so gehandhabt. Jeder gibt eine Runde aus. Bis der Abend irgendwann ausklingt.

(In Zusammenarbeit mit @Simirechen , @S.Bin. , @Murloc , @simscat2 )



>>> Bertl geht nach
>>> Lilly geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (22) >>>
>>> Jack geht nach San Sequoia Nr. 3 - Veronikas Boutique >>>
>>> Arnim geht nach
>>> Zac geht nach Windenburg - Lost Place >>>


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16.05.2026 09:30 (zuletzt bearbeitet: 19.07.2026 21:40)
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#19
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Bücherstapler

<<< Jack kommt von Evergreen Harbor Nr. 6 - Old Station Bar <<<



Charaktere: Jack
Geschichtsstrang: Einbahnstraßen und Sackgassen - Reprise





Beschwipst schnippt Strubbel den fast aufgerauchten Zigarettenstummel irgendwo hinter sich und landet fünf Sekunden später auf dem Beifahrersitz von Porschita.
Man. War. Das. Ein. Abend.
Jack fährt sich mit den Händen übers Gesicht und durch ihre Haare. "Fuck." So langsam sollte sie es lassen und daraus lernen. Das weiche Glattleder des Sitzes umfängt ihren Rücken, ihr Gesäß und die Oberschenkel angenehm kühl. In der Bar war es zum Schluss etwas wärmer, durch nette Gespräche, prozentige Getränke und nicht zu guter Letzt durch überaus herzliche Verabschiedung und bereits neu getroffene Verabredungen. Jack stöhnt auf. Es ist immer wieder verwirrend, wie positiv die Resonanz vom den meisten Mitsims ist, auf die sie so trifft. Und über alle Maße erschreckend, w i e gut es ihr tut. Und wie sehr es sie aufläd und irgendwie... glücklich macht? Ob das das richtige Wort ist, weiß sie nicht. Ist wahrscheinlich auch egal. Sie schmunzelt resigniert, dann rollt ein heftiger Rülpser aus ihr heraus, der knapp an einem sauren Aufstoß ist. Bäh. Klärend räuspert sie sich und schaut auf das Gebäude und die Umgebung, die nunmehr im immer dunkler werdenden Abend ankommt. Sie hat keinen Bock nach Hause zu fahren, aber auch nicht darauf, hier auf dem Parkplatz zu übernachten und von Rogue erneut angesprochen und durchschaut zu werden. Außerdem ist ihr Pegel tatsächlich auch zu hoch um sicher zu fahren. Strubbel brummt verärgert. Tendenziell ist das nur bedingt ein Hinderungsgrund, aber unter keinen Umständen wird sie riskieren, ihrem Auto auch nur ein weiteres winziges Schrämmchen zuzuführen. Das ist ihr oberstes Gebot, seit nunmehr drei Tagen. Seit sie bemerkt hat, dass die Motorhauben-Action Teil II ein paar feine Palliettenspuren auf dem himmlisch schönen Lack hinterlassen hat. Bei der Erinnerung an den Fund zieht sich ihr Gesicht kurz zusammen, dann wandert sie weiter in ihren Gedanken, um sich abzulenken. Sie hatte vorgestern ein Polier-Set bestellt und sich weitere Gebote auferlegt, um sich zu sortieren und bei sich zu bleiben - bei all dem Emotionskuddelmuddel. Oder vielmehr, um zu sich und ihren eigenen Zielen zurück zu kommen.

Durch all dieses Socializing und elendige Fühlen, ist sie schon ganz kirre und verspult. Das Bedürfnis, eine gehörige Portion Wasser und eine Tüte Balsamico-Chips zu verdrücken, stellt sich ein. Nach ein paar Augenblicken sind eine stattliche Ansammlung an Snacks, zwei Kissen, eine Kuscheldecke und eine Thermosflasche mit Leitungswasser am Grübel- und Bearbeitungsstart. Nach etwa einer Stunde hat sie den Schwips im Griff, den Bauch voll und eine unbequeme Zwischenbilanz.

1. Irgendetwas hat sich in ihr verschoben und aus Crime-Partnerschaft + ist gegen ihren ursprünglichen Willen eine neue, tiefere Scheiße gewachsen, mit der sie maßlos überfordert ist. Obwohl sie ziemlich souverän in der Badewannen-Konversation unterwegs war.

2. Sie wird zunehmend weicher, hat mittlerweile sogar Freunde und lässt sich immer mehr auf andere ein, ohne dauerhaft ihre gewohnten Schutzwälle zu errichten und die Leck-mich-am-Arsch-Attitüden raushängen zu lassen.

3. Sie recherchiert auf eigene Faust ebenfalls nicht mehr nur zu ihrer Rückversicherung, so wie sie es bei Eve und ihrer Familie getan hat. Sondern auch um zu wissen, ob sie sich in Bereitschaftsdienst halten soll, falls sie als Trauerbegleiterin gebraucht wird.

4. Sie kauft noch mehr Random-Stuff und erprobt zig neue Hobbies um dem Feier-Konsum etwas Neues entgegen zu setzten. Weil sich ständig das Hirn und die Füße zu schrotten auch langsam langweilig wird. Zumal sie längst nicht mehr das Bedürfnis hat, besinnungslos zur Restefickzeit weiter gegen ihr noch nicht abgeschlossenes Trauma gegen an zu vögeln. Fuck wie dämlich das klingt. Jedes Mal wenn sie es denkt. Aber es ist genau das. Konfrontationstherapie. Zumindest mit den fremden Typen. Mit Vaas allerdings...

"Verfickte Scheiße Jack" pressen sich halb flüsternd die Worte aus ihr heraus. Gefühlt verliert sie sich und all ihre so sorgsamen vorgenommenen Ziele, die sie sich gesetzt hat, als sie La Casa Mafia-Island verlassen "durfte". Sie muss aufpassen, während sie Spaß und Freude am Leben hat und immer weitere Hobbies findet. Wenn sie zu weit vom Kurs abkommt... Sie sollte sich mal wieder mit Boom verabreden. An ihrer harten Linie arbeiten. Damit sie nicht aus den Augen verliert, sich zu stärken, um irgendwann, wenn es passt, ihrer Familie die verdiente Retourkutsche zukommen zu lassen. Und nicht auf die nette Tour. Jack verstaut entschlossen die Utensilien ihrer Zwischennüchterungskur im Kofferraum und steigt anschließend hinter das Steuer und startet den Wagen.

Eine halbe Stunde später hat sie eine passende Stelle zum Übernachten gefunden. Das Wurfzelt steht binnen fünf Minuten inklusiver Heringsversenkung und angehängter Lichterkette zwischen der geöffneten Heckklappe des Porsches und dem Zelteingang. Strubbel schaudert - es ist Zeit für eine Strickjacke nebst Kippe.



Erneut klickt das Zippo, bevor es auf die Decke plumpst. Jack inhaliert tief und hält den Rauch so lange sie kann in ihrer Mundhöhle, bevor sie ihn langsam und fast meditativ in ihre Lunge zieht und anschließend entlässt. Eine weitere halbe Stunde ist vergangen und wenn sie etwas vom coolen Camper-Spirit-ohne-affiges-Handy-Licht-zum-Laufen haben mag, sollte sie sich jetzt ein bisschen bewegen, um der inneren Unruhe noch weiteres als nur einen Orts- und Simswechsel entgegen zu setzen. Bei natürlichem Licht ohne zusätzliche, künstliche Hilfe.

Strubbel steht auf mit dem Nikotinstängel im rechten Mundwinkel, streckt sich einmal und zieht sich ihre Stiefel an. Sie liebt das Campen in der freien Natur, mit reduziertem Hab und Gut um sich herum. So für zwei bis drei Tage ist das alles easy, solange sie ihre Waschschüssel mit den aller nötigsten Hygienehelfern, einem Gaskocher, Wasser und Kaffee am Start hat. Logisch... Schlafsack und Iso-Matte sind neben ein paar geilen Lebensmitteln unverzichtbare Pflicht.

So war es immer. Immer dann, wenn ihr Großvater sie mitnehmen konnte. Wenn es ihm gestattet war, sie mitzunehmen. Glücklicher Weise hatte er sich nicht für das scheiß Imperium seiner Frau und deren gottverdammten Herrschsucht interessiert. Er hatte einfach versucht, sein Leben so ruhig es eben ging als Partner 'der Patin' schlechthin nebenher zu leben und dabei seine eine Enkelin zu beschützen. Sie, Jack, hatte damals wie heute weder verstanden noch einen Ansatz gefunden, weshalb die zwei sich überhaupt miteinander verbunden und ein Kind, ihre Mutter, gezeugt hatten. Absolut niemand hat je darüber gesprochen, als wäre es entweder eine zu große Schande oder sie und andere zu dämlich um die Story zu begreifen.



Quelle: unbekannt, Pinterest

Aber gut. Das Lügen, Geheimnisse, Pakte und Intrigen wahrscheinlich seit Anbeginn der Familien-Dynastie vorherrschen, liegt einfach an der Struktur und den gesellschaftlichen Normen ihrer Herkunft, dagegen lässt sich nichts machen. Verfickte Mafia-Scheiße eben. Jack inhaliert kurz und kräftig, kickt einen herumliegenden Stein vor sich her und marschiert mit der über die linke Schulter gewordenen Strickjacke los, an den Schienen entlang. In der Hoffnung irgendetwas zu finden, was ihren aufgewühlten unruhigen Geist mit nichts belegt und keine Fragen stellt. Oder ihr mit Simslichkeit begegnet. In dieser abgefuckten, halb verlassenen Industriewüste, sollte sie jetzt wenigstens ihre Ruhe haben und ganz piano vor all den überfordernden Wahrheiten und Emotionen davon spazieren können, bis sie aus dem größten Spinning heraus ist.
Das Abendlicht ist kurz davor, sich mit der Tristesse der Kiesgrubengegend zu einem Licht entzogenem Umgebungsbrei zu vermischen. Eines, welches jedes lebendige Grün von Moos und widerstandsfähigen Gräsern und Pflanzen absorbiert. Miesmutig starrt sie vor sich hin, die angezogene Kälte spürt sie kaum. Die Strickjacke hängt nur über ihren Schultern und eine neue, weitere Erkenntnis gräbt sich in ihr Bewusstsein, als sie das Kleidungsstück unbewusst enger um sich zieht.

"Jack... Du bist die schlechteste Abschalterin aaaaaaaller Zeiten." muffelt sie sich zu, während sie nach der nächsten sporadisch in die Gesäßtasche gestopften Kippe in ihrer rechten Hosenseite angelt. Drei Sekunden später klickt das Feuerzeug auf und wirft einen schwachen Schein auf sich selbst, da Jack zum abblocken des Windes ihre andere Hand hinter dem Zippo hochhält, um sich den Stressabbauer anzuzünden. Der visuelle Reiz ihres Helferleins lässt sie genervt aufstöhnen. „Selbst du musst mir eins reinwürgen und meinen Mind-fuck unterstreichen, was?!“ brummt sie den Gebrauchsgegenstand an. Erneut antwortet es mit seiner Oberfläche.

„YOUR SOULMATE IS THE PERSON WHO MENDS YOUR BROKEN HEART“
„BY SIMPLY GIVING YOU THEIRS“

„Scheiße, ey“ schüttelt sie nun mit der Kippe im Mundwinkel ihren Wuschelkopf und saugt an dem Filter, während sie weiterläuft, in die immer karger gewordene Landschaft hinein. Das mittlerweile kaum noch Bäume und Büsche die Umgebung säumen, hilft ihr beim Laufen, da die nicht mehr verbreitete Flora so nichts von dem nur noch leichten Licht der Dämmerung verschlucken kann. Jack marschiert stoisch weiter. Obwohl sie das Gasfeuerzeug täglich benutzt, knallt es ihr erst jetzt in diesem Moment eins vor den Bug. Vielleicht, überlegt sie, weil ihr auch der mitgenommene Autoschlüssel samt Kabelbinderring allmählich nervig in der vorderen, enganliegenden Hosentasche ins Fleisch drückt.
Sie kann einfach nicht nicht an Vaas denken. Und das ist… so ungeplant und irgendwie schleichend gekommen. Und so heftig, dass sie nicht weiß, was sie tun soll. Dieser Vor- und Nachmittag vor drei Tagen war so intensiv und zum Abschluss sogar mit Deep-talk! Das ist nicht ihr Ding. So gar nicht. Und sie hat sogar in einem sehr verstrahlten Moment geäußert, dass sie über G E F Ü H L E reden mag! Sie – Jack! Die Frau, die jetzt erst beginnt echte Freundschaften aufzubauen, zum ersten Mal in ihrem Leben. Und dann geht sie gleich so risikobehaftet in die Vollen! Gerade will sie sich so richtig in ihre weiteren Erkenntnispunkte von vorhin hineinsteigern, als ein markerschütterndes Fiepsen und Wimmern zu hören ist. Verwirrt schaut sich die junge Frau um und erkennt in einiger Entfernung ein Schild auf dem ‚Danger‘ steht. Und direkt darunter ist etwas helles, dass sich zitternd sowie unruhig bewegt. Jack zieht scharf die Luft ein. „Ist das ein Hund?“ fragt sie sich und ein unangenehmes Gefühl macht sich breit. Sie kann Hunde nicht leiden. Die Drecksköter ihrer Großmutter sind schwere Peiniger in ihrer frühen Jugend gewesen und auch heute noch sind sie teilweise unberechenbar und überaus garstig.

Mit der Überzeugung, dass sie die Situation da nichts angeht, wendet sie sich ab um zurück zu ihrem Schlafplatz zu gehen. Der Spaziergang hat ja mal so gar nicht geholfen. Abbruch ist jetzt das Ziel. Und der Besitzer ist bestimmt nur zum pinkeln verschwunden. Ja genau. Was soll das denn sonst werden da. Entschlossen hat sie eine Handvoll Schritte gemacht, als das jämmerliche Winseln wieder zu ihr schallt. Sie bleibt stehen und blickt sich um. „Fuck man!“ flucht sie, und schnippt die Zigarette wütend weg. Dann dreht sie sich um. Hier ist absolut niemand. Das Gelände ist frei und weit einsehbar. Und wer hier in der Einöde Gassi geht und pinkeln muss, macht das einfach ohne sich ein uneinsehbares Plätzchen zu suchen. Dazu muss man seinen Köter nicht an ein Schild binden und verschwinden. Mit einem lauten Geräusch des Ärgers lässt sie ihre Strickjacke fallen und schiebt sich vorsichtig aber eilig auf das Lebewesen zu.



Als sie mit einem keinen Sicherheitsabstand vor ihm zum Stehen kommt, versucht der Hund zu ihr zu kommen. Er bäumt sich gegen die Leine und das viel zu enge Halsband wie sie sehen kann, auf. Die Geräusche die das Wesen produziert, schneiden tief in ihre Seele und Eingeweide. Strubbel blinzelt. Das sind seelische Schmerzklänge, wie sie weiß. Mit überraschend wenig Überwindungszeit ist sie bei dem Tier und es schmeißt sich ihr mit den scheinbar letzten Kräften in ihre Arme und ihren Schoß. „Hey, hey… is ja gut. Scheiße! Beruhige dich. Warte.“ Nach dem das kleine Wesen noch ein Weilchen zappelig und zitternd bei ihr Schutz gesucht hat, wird es ruhiger und sie kann als erstes das Halsband lockern. „Wollte da jemand das du dich selbst strangulierst? Das kann doch nicht gängig sein, dass man das Scheißding so eng macht! Du kannst ja kaum atmen.“
Ihr Körper und ihre Sinne geraten von Minute zu Minute mehr in eine Art Trance. Was ist hier los? Warum ist sie hier und wieso findet ausgerechnet SIE einen scheiß Hund?! Ebenjener ist nun befreit und beginnt, ruhiger zu werden und sie mit dem kleinen Gesichtchen und Züngchen dankbar zu bekuscheln und abzuschlecken. Mit aufgerissenen Augen horcht sie in sich rein. Das ist eigentlich gar nicht in Ordnung, aber irgendwie… Jack steht auf, dass Wuschelbündel nun in den Armen haltend. „Verdammt bist du weich und zartgliedrig. Bist du etwa noch ein Baby?“ Die Tatsache knallt rein und ohne das sie es gerade erfassen kann, umspült sie eine Wut und ein Hass, den sie seeeehr lange nicht empfunden hat. „Wie kann man nur so grausam sein und ein Baby so behandeln?" Wie kann man nur so grausam sein und ein kleines Kind, das eigene, so ausgrenzen und emotional verhungern lassen?! "Es aussetzen und zum Sterben zurücklassen?“ fragt sie das mittlerweile wieder zitternde Hündchen, das sie so bedürftig und ängstlich aus seinen kleinen schwarzen Knopfaugen anschaut. „Fuck!“ ist das letzte, dass sie sich und dem Findelkind sagen kann, bevor sie ihre Jacke wieder aufhebt und sich beiden umlegt. Den Hund mit gemischten Gefühlen an sich drückend beeilt sie sich, zurück zu Porschita zu kommen.

>>> Jack geht nach San Sequoia Nr. 3 - Veronika Boutique >>>


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