Forgotten Hollow Nr. 2 - Vampir Bar

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08.08.2023 23:09 (zuletzt bearbeitet: 11.08.2023 21:42)
#41
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Remy kommt von >>> Britechester - Haus Familie Moltau


Charaktere: Remy, Hendrik, andere
Geschichtsstrang: Geheimnisse in Britechester - alles muss man selber machen


Forgotten Hollow - die Wahlheimat vieler Vampirfamilien. Remy selbst hat in seiner langen Lebenszeit nie hier gewohnt. Obwohl die nebelverhangene Landschaft an sonnigen Tagen durchaus ihre Vorzüge hat, empfand er diese Umgebung immer als bedrückend. Als er noch sterblich war, hatte er einige Jahre in New Orleans verbracht. Noch heute denkt er wehmütig an diesen Lebensabschnitt zurück.
Dennoch treibt es ihn heute zu diesem Ort. Er hat eine Aufgabe zu erfüllen. Henry hatte sich zwar bemüht, doch kläglich versagt. Von all den Vampiren, die der Blaue aufgesucht hatte, schien die Teenagerin als Einzige bereit, das Vorhaben zu unterstützen. Dank der unerschütterlichen Moral des Wissenschaftles, musste dieses Projekt scheitern. Es liegt also an dem Vampir, die Proben zu beschaffen.

Remy kommt die Treppe zum Schankraum herunter geschlendert. Er hatte gehofft, mehr seiner Artgenossen hier anzutreffen, doch immerhin sitzen eine Hand voll an Tischen und Bar verteilt. Die Stiunmung wirkt ungewöhnlich angespannt - wenn man bedenkt, dass dies normalerweise ein Ort der Laster, Freude und Schamlosigkeit ist. Hat sich die Lage etwa schon so weit herumgesprochen? Wäre nicht einmal verwunderlich, so wie Henry bei den Vampiren geplaudert hat. Etwas diskreter hätte er wirklich sein können. Mit lässigen Schritten geht Remy auf die Bar zu und setzt sich an den Tresen.



"Hi, Ricky,", grüßt er den Wirt. "Gib mir ... ein großes Plasmabier."
Überrascht schaut Hendrik den Gast an. Für gewöhnlich wählt er eher die kleinen Leckereien. Schulterzuckend bereitet er die Bestellung zu. "Ist alles okay bei dir, Remy? Du wirkst ... verändert."
"Tu ich das?" Der Brunette hebt eine Augenbraue in die Stirn. "Es geht mir gut.", versichert er anschließend. "Ich bin nur heute so durstig. Vermutlich arbeite ich zu viel."
"Das Geschäft boomt also, ja?" Hendrik stellt das Glas auf den Tresen.
"Remy LeBeau ist ein gefragter Mann, mon ami asymétrique." Selbstsicher grinsend greift er zu dem Getränk und nimmt mehrere gewaltige Schluck. Bis zur Hälfte leert er es und stellt es kraftvoll wieder ab. "Aaaah, das tut gut.", nickt er zufrieden. "Also,", vielsagend schaut er sich in der Bar um, "wo sind die alle? Warum ist es so ruhig?"



"Keine Ahnung. Aber es ist noch früh." Der Wirt spült einige Gläser aus und stellt sie zum abtropfen auf das Gitter. "Suchst du jemanden bestimmtes?" Der Barbesitzer macht diesen Job lange genug, um zu wissen, dass Remy nicht nur zum Entspannen her kommt. In den meisten Fällen hat dessen Anwesenheit berufliche Gründe.
"Nein,", schüttelt der Gast den Kopf, "heute ist es etwas komplizierter." Noch immer ist er sich nicht sicher, wie er seine Artgenossen in Henrys Labor locken soll. Die Mehrheit dürfte misstrauisch auf das Anliegen eines Werwolfes reagieren. Den Vorschlag, sich als sterblicher Sim zu tarnen, hatte der Wissenschaftler entschieden abgelehnt - er stünde zu seiner wahren Natur und sähe nicht ein, diese zu verheimlichen. Der Mut des Studierten ist beinahe so beeindruckend wie seine Dummheit.
Doch so sehr Remy auch überlegt, kommt ihm kein plausibler Grund in den Sinn, warum ein Vampir sich Blut für wissenschaftliche Untersuchungen abnehmen lassen sollte. Natürlich könnte er die Wahrheit erzählen und an die Vernunft der Unsterblichen appellieren. Aber was für Folgen hätte das? Es ist ihm unmöglich die Reaktionen einschätzen, zumal viele der in Simswelt lebenden Vampire gesellschaftlich und kulturell deutlich entwickelter sind, als die Artgenossen in Bloodmoon Valley. Und obwohl ihre Anzahl nur einen Bruchteil derer in der Heimat umfasst, können sie doch ebenso gefährlich werden.

Es muss eine andere Lösung her. Nachdenklich lässt er den Blick erneut durch die Bar wandern. Am Tresen, links von ihm, sitzt ein gelangweilt aussehendes Pärchen, drei weitere junge Vampire sind am Tisch hinter ihm in ein Gespräch vertieft.
"Sag mal, alter Freund," Remy dreht sich zurück zum Wirt und umklammert das kühle Glas, "wie geht es eigentlich deiner Familie?"
Der Angesprochene verharrt in seiner Bewegung und starrt seinen Gast an. "Gut ... wieso fragst du?"
"Ach, nichts weiter." Die Augenbrauen des Brunetten wandern hoch in die Stirn und mit zwei Fingern dreht er das Glas am Fuß hin und her, so dass es ein schabendes Geräusch auf dem Holz hinterlässt. "Ich dachte nur daran, wie du deine Lieben um ein Haar verloren hättest. Und wie dankbar du warst, dass es nicht dazu kam."
Resignierend lässt Hendrik die Arme sinken. Als wüsste er nicht genau, worauf diese Unterhaltung hinauslaufen würde. "Was willst du?"
Ein schelmisches Grinsen zieht sich über Remys Gesicht. "Ich will, dass du nach deiner Schicht einem Freund von mir einen Besuch abstattest."
Der genervte Ausdruck des Wirtes weicht einem besorgten Blick. Auffälliger, als er will, schluckt er einen Brocken herunter.
"Ach, keine Sorge. Es wird nicht weh tun.", winkt der Gast ab. "Aber ich kann dir die Fragen, die in deinem wuscheligen Kopf herumschwirren nicht beantworten. Nicht jetzt jedenfalls. Du wirst mir schon vertrauen müssen." Breit grinsend sieht er den Wirt jetzt an. "Vertraust du mir?"
"Geht so." Dem Dunkelhaarigen ist die Skepsis deutlich anzuhören.
"Ich verspreche hoch und heilig, ich erkläre es dir, sobald die Zeit reif ist."
"Aber dann sind wir quitt." Mit dem Geschirrtuch in der Hand hält der Barbesitzer den ausgestreckten Finger vor Remys Gesicht.
"Bien sur, mon ami.", lächelt dieser, leert das Glas und legt beim Aufstehen eine Visitenkarte auf den Tresen.
Ohne den verwirrten Gesichtsausdruck des Dunkelhaarigen zu beachten, wendet er sich den dreien am Tisch zu.



"Ich meine, das ist so unfair!", beschwert sich der Eine gerade. "Ich will doch nur helfen. Und die lassen mich nicht, weil sie denken, ich wäre eine Gefahr für die Patienten." Frustriert trinkt der Schlacksige von seinem Plasma Jane und seufzt.
"Das ist diskriminierend.", bestärkt die junge Frau, die ihm gegenüber sitzt. "Du kannst nichts dafür, dass du so geboren wurdest."
"Meine traurigen Freunde," Remy setzt sich ungefragt auf den vierten und einzigen freien Stuhl der kleinen Runde. "Ihr habt die Möglichkeit, etwas gegen diese Ungleichheit zu tun."
Verständnislos wird er von sechs Augen angestarrt.
"Seine Lordschaft weiß um den Kummer seines Volkes auf dieser Seite des Tores."
"Was? Der Lord?" Der Dritte richtet sich auf und pustet eine seiner Locken aus dem Gesicht.
"Wann hat der sich das letzte Mal um uns gekümmert?", stimmt die Frau mit ein.
"Au Contraire, Mademoiselle." Remy hebt belehrend den Finger in die Luft. "Er sorgt sich durchaus. Nur war sein Einfluss jenseits der Grenze bislang nicht allzu mächtig. Allerdings habt ihr vielleicht bereits bemerkt, dass zur Zeit vermehrt Deathdealer in diesem Land unterwegs sind."
Die Runde nickt.
"Nun, das liegt daran, dass seine Lordschaft das Vampiraufkommen auf dieser Seite erhöhen will."



"Wirklich?" Überrascht tauschen die drei Blicke aus. "Wieso?"
"Dazu darf ich nichts sagen." Remy lässt einige Sekunden geheimnisumwobenes Schweigen aufkommen, bevor er leiser wieder ansetzt: "Aber er sucht Freiwillige, die sich ihm anschließen."
"Anschließen? Was bedeutet das?" Der Schlacksige beugt sich im Flüsterton weiter über den Tisch.
"Schwört ihr bei Alucard, dass ihr nichts ausplaudern werdet? Seine Lordschaft wäre darüber nicht erfreut. Und er findet jeden, der ihn ... erzürnt."
Wieder huschen aufgeregte Blicke über den Tisch. Schließlich nicken die drei und lauschen gebannt den Worten des merkwürdigen Vampirs.
"Es gibt eine Sammelstelle - draußen in Stranger Ville. Dort hat man ein Labor einrichten lassen." Remy lässt seine Aufmerksamkeit von einem zum anderen Gesicht wandern und spricht erst weiter, als die Spannung beinahe greifbar ist. "Dort wird den Vampiren dieses Landes Blut entnommen. Um es Sterblichen zu verabreichen. Damit sie zu unseren Brüdern und Schwestern werden."
Der Lockige lehnt sich im Stuhl zurück und betrachtet den Älteren misstrauisch. "Warum so umständlich? Warum nicht einfach welche schnappen und auf die direkte Art verwandeln?"
Missgünstig zieht Remy eine Augenbraue in die Stirn. "Und ihnen Tage geben, um Gerüchte über aggressive Blutsauger zu streuen? Das wäre nicht sehr klug, nicht wahr?"
"Wartet ... die Vermissten in Britechester ..." Die junge Frau reißt erstaunt die Augen auf und wendet sich dem Fremden zu. "Sind das solche Sims? Werden sie verschleppt und verwandelt?"
"Und danach wieder frei gelassen. Mit dem nötigen Wissen, das sie brauchen, um seiner Lordschaft zu dienen.", nickt Remy, erfreut darüber, dass wenigstens Eine am Tisch mitdenkt. "Ihr drei könntet ein Teil dieser Geschichte werden.", fährt er an die Runde gewandt fort. "Ihr könntet seiner Lordschaft helfen, eine Armee aufzubauen. Und dieses Land zu übernehmen. Niemand müsste sich weiterhin von diesen grässlichen Früchten ernähren. Die Vampire wären frei. Könnten studieren, was sie wollen, arbeiten, wo es ihnen beliebt und natürlich auch speisen, wie Alucard es vorgesehen hat."



Der Schlacksige nickt begeistert. "Ich bin dabei.", strahlt er bis über beide Ohren. Seine Augen leuchten aufgeregt auf.
"Wunderbar." Remy lächelt zufrieden und schaut die anderen beiden fragend an.
"Naja, also ... ", die junge Frau sieht von einem Begleiter zum anderen. Schließlich nickt auch sie. "Ja, okay, ich mache mit."
Lediglich der Lockige bleibt skeptisch. Mit verschränkten Armen studiert er Remys Mimik, die unverändert auf dessen Gesicht ruht. "Ich schätze, ich schau es mir mal an. Aber ich stimme noch nicht zu. Ich sage nur, ich schaue es mir an."
"Natürlich. Vorsicht ist eine Tugend, mon ami." Er greift in seine Manteltasche und zieht die vorbereiteten Visitenkarten heraus. "Morgen ab Mitternacht an diesem Ort. Passt auf, dass niemand euch folgt."
Mit diesen Worten erhebt er sich und wendet sich wieder der Bar zu. "Mach mir noch so ein Gebräu, wenn du vor Arbeit nicht umkommst."



Einen Arm auf den Tresen gestützt, wartet er geduldig auf das Getränk, während er das Pärchen beobachtet. Gelangweilt ist gar kein Ausdruck, revidiert er den Eindruck von seiner Ankunft. Es dürfte nicht schwierig sein, das Interesse der beiden zu wecken - es gilt lediglich herauszufinden, was ihre Laune heben könnte.

"Kennst du die zwei deprimierenden Gestalten?", fragt er, als der Wirt das Bier vor ihm abstellt. "Kann dir nicht helfen.", schüttelt dieser den Kopf.
"Das hast du schon, mon ami." Mit dem Glas in der Hand geht der Gast zu den beiden herüber. Unverhohlen betrachtet er sie und eröffnet das Gespräch: "Pardonnez moi, mes amies, ihr seid nicht oft hier, non?"
Der Mann scheint sich im Moment nicht in einen Dialog verwickeln lassen zu wollen, doch die junge Frau schaut verwirrt, aber freundlich auf. "Nein, bisher nur ein Mal und das ist eine Weile her.", erklärt sie.

"Wie lange seid ihr zwei liiert?", fragt der Brunette neugierig.
"Vierundzwanzig Jahre." Sie lächelt stolz und ergreift die Hand ihres Begleiters. Der schielt nur kurz mürrisch zu dem Fremden.
"Ich verstehe.", nickt Remy bedeutungsvoll. "Das ist ... wirklich großartig."
Die Vampirin legt den Kopf schief und auch ihr Partner hebt verwirrt den Blick.
"Was meinst du?", fragt sie zögerlich.
"Naja, dass ihr nicht aufgebt. Neue Reize sucht. Viele Paare schaffen es nicht so weit, denn sind wir mal ehrlich - die Unsterblichkeit kann trist sein. Nicht wahr?"
"Allerdings." Sie nickt bekräftigend. Der Fremde gefällt ihr. Er hat so viel Verständnis.
"Nur schade, dass es nicht zu funktionieren scheint.", murmelt Remy in sein Glas hinein und nimmt einen kräftigen Schluck. Sein Hals droht schon wieder auszutrocknen.
Unglücklich wendet sie ihren Blick ab. Der Typ hat recht. Sie sitzen genauso gelangweilt herum, wie sie es zu Hause tun.
"Wir sind irgendwie nicht so kreativ." Resignierend zieht sie eine Schulter in den Nacken.
"Ich weiß gar nicht, was den das angeht." Der Begleiter dreht sich maulend zu ihr herum, wendet sich dann dem Fremden zu: "Was geht dich das an, hm?"
"Ach, Marlon, hör auf. Ich finde es gut, darüber zu reden." Besänftigend legt sie ihre Hand auf sein Bein.



Entschuldigend hebt der Brunette die Hand und lächelt. "Dein Freund hat recht. Es geht mich nichts an." Marlon zugewandt hebt er sein Glas. "Verzeih, mon ami."
Der Andere nickt ihm anerkennend zu und Remy zieht sich zurück. Auf seinem Platz angekommen, kann er nichts weiter tun, als zu warten. Er hat sie geködert - jetzt hängt es von ihnen ab, ob sie anbeißen. Er versucht zu entspannen, trinkt sein Plasmabier und lauscht der Musik. Einen kurzen Moment bei sich selbst sein. Die letzten Tage und Wochen waren anstrengend und er merkt, wie sie an seinen Kräften zehren. Es ist ein Weile her, dass er ein gutes Mahl hatte. Er sollte sein Château in Del sol Valley bei Gelegenheit aufsuchen und sich einige Tage frei gönnen.

Remy hat gerade sein drittes Getränk erhalten, als ihn von hinten jemand anspricht. Er dreht sich herum und sieht in das Gesicht der jungen Dame. Er hatte beinahe nicht mehr daran geglaubt, dass sie noch zu ihm herüber kommen würde - umso größer ist die ehrliche Freude.
"Mademoiselle ..." Charmant lächelt er die Artgenossin an.
"Ich habe mich gefragt, ob du einen Rat für mich ... für uns hast.".
"Einen Rat?"
"Wir haben darüber gesprochen, was du gesagt hast und wir sind uns einig, dass wir etwas ... Aufregenderes brauchen. Neue Erfahrungen."
Remy zieht den Hocker neben sich unter dem Tresen hervor und deutet der Fremden, sich zu setzen.
"Ich weiß nicht, ihr könntet verreisen, neue Orte erkunden. So etwas tun Paare. Aber vielleicht ... braucht ihr etwas Außergewöhnlicheres." Gespielt überlegend trinkt er aus seinem Glas, bevor er weiter spricht: "Es gab mal so eine Art ... Aufputschmittel. Keine Ahnung, ob es noch immer hergestellt wird. Aber das war ... die Wirkung ... einfach unbeschreiblich. Man hat die Welt mit ganz anderen Augen gesehen. Ich erinnere mich, dass meine damalige Gefährtin und ich ... Nun, sagen wir, wir hatten die intensivste Zeit unserer gemeinsamen Tage."



Gebannt lauscht die Vampirin den Ausführungen, wie der Brunette und seine Gefährtin vor Jahren an einen merkwürdigen Mann gerieten, der Ihnen ihr Blut entnahm und eine geheime Zutat beimischte. "Zwei Tage später haben wir es wieder abgeholt und getrunken und dann ... " Er macht eine Geste, die eine gewaltige Explusion nachahmt und lehnt sich zu ihr herüber. Verheißungsvoll flüstert er: "Das war der absolute Wahnsinn. Unsere Seelen im absoluten Einklang. Liebe, die nie intensiver war. Und das alles völlig ohne Risiko. Weil es dein eigenes Blut ist." Er nimmt einen weiteren Schluck und gibt sich sehnsuchtsvoll, erzählt weitere Geschichten, die er mit dieser Frau erlebt hat, schildert Eindrücke und Emotionen, die ihresgleichen suchen.

"Wo ... war denn dieser Ort?", fragt sie schließlich.
"Wie gesagt,", Remy zieht die Augenbrauen zweifelnd in die Stirn, "ich weiß nicht, ob der Kerl das noch macht." Er nimmt die Hand der Frau, zückt einen Stift und schreibt eine mit Henry verabredete Adresse darauf. "Versucht es hier." Den Stift schiebt er zurück in seine Manteltasche, schaut beiläufig auf die Uhr und leert sein Glas. "Entschuldige mich jetzt, Mademoiselle, ich habe noch Einiges zu besorgen." Geschmeidig steht er auf und reicht ihr die Hand, haucht einen zarten Kuss auf dessen Rücken und zwinkert ihr neckisch zu, als er seine letzten Worte an sie richtet: "Viel Vergnügen, euch zweien."


Remy geht nach >>> Haus von Pabo Garcia-Lopez


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19.05.2024 13:48 (zuletzt bearbeitet: 27.09.2024 16:01)
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<<< Lilly kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (19) <<<
<<< Viktor kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (19) <<<

Charaktere: Lilly, Viktor, Hendrik
Geschichtsstrang: Pferdehandel

"Halt doch endlich still!
", brüllt Hendrik frustriert. Er ist tierisch genervt davon, dass die Stute nicht gehorcht. Gestresst bindet er sie an einen Baum und holt sich einen Hocker, um auf ihren Rücken zu steigen. "3...2...1..." Mit einem Sprung sitzt er im Sattel. "Juhu!", ruft er triumphierend, doch dann bäumt sich das Pferd auf. "Aaaaah!" Mit einem Ruck landet er unsanft auf dem Boden. "Verdammt noch mal!"



Er steht auf, klopft den Staub von seinen Klamotten und denkt nach. Es wird ihm nicht gelingen, das Pferd zu zähmen. Vielleicht wäre es am besten, es zu verkaufen. Ein Bekannter hat ihm gesagt, dass es sich um eine hochwertige Stute mit erstklassigen Genen handelt. Er könnte sicherlich mindestens 8000 Flocken dafür bekommen.

"He, bei Drinks sag ich nicht nein." Viktor hakt sich bei Lilly unter. Einen schönen Abend an der Bar hat er sich nach all dem Stress wegen Remy schon verdient. Noch hat er nichts weiter unternommen, außer Hank zu informieren, über das, was er herausgefunden hat. Doch auch der hatte keine Ahnung, ob dieser "Gannin" tatsächlich Rasputin ist.

Lilly lächelt. "Du arbeitest immer so viel. Da freu ich mich umso mehr, dass du da bist." - "Ja..." Viktor seufzt. Er braucht ein wenig Ablenkung, um sich danach mit neuer Energie wieder Remy widmen kann. "Aber jetzt bin..." Er unterbricht sich mitten im Satz. "Seit wann hat Hendrik eigentlich einen Gaul?"



Der Barkeeper beschließt, seine Bar zu öffnen und will die Stute etwas abseits stellen. Da erblickt er die Nebeljägers. Blitzschnell kommt ihm eine Idee. Er schnappt sich das Pferd und geht auf die beiden zu. "Schönen guten Abend! Wie geht es der werdenden Mutter und ihrem Göttergatten?", fragt er mit einer übertrieben freundlichen Stimme.

Lilly lächelt. "Gut geht es, Ricky." Sie mustert die Stute neben ihm. "Aber sag mal, was willst du mit dem Pferd? Woher hast du das?"

Mit einem breiten Lächeln nähert er sich Lilly. "Eine interessante Frage! Diese herrliche Stute gehört seit einiger Zeit mir und steht zum Verkauf." Er macht eine kurze Pause, bevor er weiter spricht. "Übrigens, ich erinnere mich daran, dass ihr eine bezaubernde Tochter habt und da ihr bald ein weiteres Kind bekommt: Die Stute würde perfekt zu Eurer Familie passen. Eine liebevolle, ruhige Stute, auf der ihr herrliche Ausritte genießen könnt. Naa, was sagt ihr?"



"Ähm, ich weiß nicht...
", fängt Lilly an, doch ihr Gefährte mischt sich ein, bevor sie weiter reden kann: "Vergiss es, Ricky. Von 'lieb und ruhig' kann keine Rede sein. Wie waren noch deine Worte? 'Verdammt noch mal!' Klingt mir nicht so, als hättest du viel Freude an dem Tier." Er grinst. "Gib uns lieber was zu trinken. Das ist ein Job, von dem du was verstehst. Vom Pferdehandel jedenfalls eher weniger."



Daraufhin hebt Hendrik beschwichtigend die Hände. "Okay, okay, habt ihr mich erwischt, was?" Mit gesenktem Kopf führt er die Stute zu einem nahegelegenen Busch und winkt die Nebeljäger herna, um sie in die Bar zu locken. "Könntet ihr Euch vielleicht umhören, ob jemand Interesse hat, ein Pferd zu kaufen? Ich muss dieses verdammte Vieh loswerden!"

"Können wir machen, du alter Halunke." Lilly nimmt ihm den Versuch nicht übel. So kennt sie Hendrik. "Aber dafür gibst du uns die Getränke heut Abend auch aus. Wie sieht's aus? Haben wir einen Deal?" Sie wüsste niemanden, der Interesse an einem Pferd haben könnte. Vampire können in der Regel fliegen oder schnell laufen, und sich auch so schnell bewegen. Aber umhören könnte sie sich ja trotzdem.



Zögernd willigt er in den Deal ein. Er bereitet die Getränke vor und stellt sie vor die Gäste. "Wisst ihr, das ist wirklich eine erstklassige Stute. Perfekte Genetik, eine großartige Linie und ich versichere euch, ich werde damit einen ordentlichen Gewinn machen." Begeistert reibt er sich die Hände.



"Apropos... woher hast du 'deine erstklassige Stute' eigentlich?", mischt sich Viktor ein, während er sich sein Glas schnappt und einen großen Schluck nimmt. Die Anführungszeichen sind nicht zu überhören.

Hendrik lehnt sich vor. "Also, der Gaul ist mir vor einer Weile zugelaufen und dann dachte ich mir, ich erkundige mich mal ein bisschen genauer. Und voilá! Jackpot für Ricky!" Sein Gesicht strahlt vor Begeisterung, während er die Augenbrauen hochzieht und breit grinst.



Lilly wirft Viktor einen Blick zu. War ja klar, dass es keine Erbschaft gewesen ist. Das Pferd muss einen ursprünglichen Besitzer haben. Vielleicht lässt sich herausfinden, wer das ist. "Ich höre mich jedenfalls mal um.", sagt sie nur. "Aber ich glaube nicht, dass hier in der Gegend jemand Interesse hat." Sie würde Ricky nicht bei der Polizei verpfeifen, auch wenn das Pferd nicht ihm gehört. Aber vielleicht lässt sich ja hinter dem Rücken von Hendrik (und auch den Bullen) herausfinden, wem es wirklich gehört.

In Zusammenarbeit mit @Spatz, die in Hendriks Rolle geschlüpft ist

>>> Lilly geht nach Forgotten Hollow (3) >>>
>>> Viktor geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (19) >>>


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06.10.2024 10:23 (zuletzt bearbeitet: 28.12.2024 15:25)
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<<< Lucía kommt von Britechester - Vereinshalle Britechester Tigers <<<
<<< Viola kommt von Britechester - Vereinshalle Britechester Tigers <<<
<<< Alvaro kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (4) <<<

Charaktere: Hendrik, Viola, Lucía, Alvaro
Geschichtstrang: Das zweite Pferd

"Und was für ein Tor das war
!" Viola lacht. "Newcrest hatte keine Chance!" Der Turniersieg - auch wenn es noch so ein kleines war - hat ihre Laune wieder etwas gehoben, nach der Trennung mit Blaze. "Und wie Ina dann den Elfmeter gehalten hat." Sie klopft Lucía auf die Schulter. "Aber cool, dass du mitgekommen bist!" Mit den Mädels zu feiern war ihr dann doch etwas zu voll.

Nun, frisch geduscht und wieder fit, nähern sich die beiden Teenagerinnen der Vampirbar, um dort ein wenig zu feiern. "Und sie wissen bisher immer noch nicht, dass ich Vampirin bin!", grinst Viola. "Ich..." Bei der Bar angekommen, wird ihr Gespräch unterbrochen, als sie ein Pferd dort sehen.



Lucía runzelt die Stirn und blinzelt, als sie das schwarze Pferd vor der Bar sieht. "Was zum ... ?", murmelt sie. "Alvaro?" Die Teenagerin blinzelt erneut und tritt einen Schritt näher. Je näher sie kommt, desto klarer wird ihr, dass dieses Pferd nicht ihr Bruder ist. Die Musterung, die Mähne - sie ist anders.

Enttäuscht sieht Lucía zu Viola. "Ich dachte ... ach, egal!" Sie zwingt sich zu einem Lächeln. "Komm, lass uns rein gehen."

"Dass das Alvaro ist
?", schließt Viola aus Lucías Ausruf. "Wäre jedenfalls eine interessante Wendung!" Sie betreten die Bar, während Viola weiter spricht. "Aber Mom und Dad haben mir davon erzählt, dass Ricky ein Pferd zugelaufen ist und er sogar versucht hat es ihnen anzudrehen." Sie grinst. "Haben natürlich abgelehnt. Hey Ricky, zwei Salzige Lama bitte!"



Ricky nickt, als er Violas Bestellung aufnimmt und beginnt routiniert die Drinks zu mischen. Die Bar ist nicht besonders voll, was es ihm leicht macht, ein wenig Smalltalk zu führen. Lucía beobachtete ihn skeptisch, während er geschickt die Gläser füllt. Wieso hat ein Barbesitzer ein Pferd?, fragt sich die junge Vampirin und spricht ihn an. "Du hast ein Pferd?" Ricky grinst und lehnt sich entspannt auf den Tresen. "Du hast es gesehen? Ja, es gehört mir. Willst Du es kaufen?" Lucía hebt skeptisch eine Augenbraue. "Äh, nein danke, ich passe."

Viola stößt ihr Glas mit Lucía an. "Wenn du das verkaufst, dann muss irgendwas mit dem Gaul nicht stimmen.", grinst sie und trinkt einen Schluck. Es tut gut, hier eine Weile zu sitzen und die Sorgen vergessen zu können. "Sind bestimmt nur zwei verkleidete Leute, die du dem nächsten Dummen andrehen willst." Natürlich glaubt Viola das nicht wirklich. Dennoch fügt sie lachend hinzu: "Muss echt ein Scheiß-Job für denjenigen sein, der das Hinterteil spielt!"



Ricky schüttelt den Kopf und lacht. "Ach Viola, Du hast wirklich keine Ahnung! Glaub mir, das Pferd ist echt gut und er ist kein gewöhnliches. Es hat Charakter!" Er legt seine Hand an die Brust, als würde er die Ehre des Pferdes verteidigen - oder seine eigene. "Und wenn Du wüsstest wie viel Spaß es macht, mit ihm zu reiten, dann würdest du neidisch werden. Man muss schon ein gewisses Talent haben, um mit so einem majestätischen Wesen umzugehen."



"Zu schade, dass ich nicht dabei war, als du majestätisch vom Pferd gefallen bist.
", grinst Viola zurück. "Ich bezweifel, dass du überhaupt das Geschlecht deines Pferdes kennst." Sie nimmt einen weiteren Schluck. "Sorry, Ricky, aber kein Interesse!" Sie lehnt sich an den Tresen, und wendet sich nun an Lucía. "Und selbst wenn ich ein Pferd haben wollen würde: Da ich eh bald ausziehen will, hätte ich wohl auch keinen Platz. Bevor das Baby da ist, such ich lieber das Weite."

Nachdenklich nimmt Lucía einen Schluck von ihrem Getränk. Auch bei Irina wird das Baby in den nächsten Monaten kommen und dann wird es noch enger im Hause. "Wenn Irina das Baby bekommt, wäre das vielleicht auch der perfekte Zeitpunkt für mich, um auszuziehen."

"Auf jeden Fall!
" Viola nimmt einen Schluck. "Weißt du was? Wir könnten doch in eine 2er WG ziehen. Wird auch günstiger weil wir dann die Miete teilen können." Sie lächelt. Für die Anfangszeit würde sie auch noch nicht arbeiten gehen müssen. Sie hat ein wenig gespart. Was sie dann macht wenn das Geld knapp wird, kann sie sich immer noch überlegen.



Mit leuchtenden Augen sieht Lucía ihre Freundin an. "Das wäre eine geniale Idee! ... Keine nervigen Geschwister mehr, keinen über fürsorglichen Vater und kein schreiendes Baby!" Voller Vorfreude hebt sie ihr Glas. "Auf die sportlichste Mitbewohnerin der SimsWelt!"



Viola lacht und erhebt ebenfalls ihr Glas. "Und auf die Magischste!"

Die Mädels feiern noch eine Weile und verlassen schließlich die Bar. Viola muss zweimal hinsehen, weil sie ihren Augen nicht trauen kann. "Sag mal.. war hier vorher nicht nur ein Pferd?"

Die Blondine sieht genauer hin. Es stehen dort tatsächlich zwei Pferde. Sie reibt sich kurz die Augen, überzeugt davon, dass sie vielleicht doch zu viel getrunken hat. "Es sind zwei", sagt sie schließlich.



Lucía geht ein paar Schritte näher und plötzlich stockt ihr der Atem. Die Haltung, die kräftige Statur - diesmal ist sie sich sicher. "Alvaro!", ruft sie mit lauter Stimme. Abrupt hebt dieser seinen Kopf, als er die vertraute Stimme hört.

"Typisch. Kaum ist er ein Hengst, flirtet er mit der nächstbesten Stute.", scherzt Viola. Sie mustert die Begegnung zwischen dem Hengst und Lucía. Sie weiß nicht, wie Alvaro in seiner verwandelten Form aussieht, aber ihre Freundin scheint sich sicher zu sein, dass er es ist.

Lucía ist nur noch ein paar Schritte von Alvaro entfernt, als er sich plötzlich aufbäumt. "Alvaro! Beruhige Dich! Ich bins doch ..." Sie streckt vorsichtig die Hand aus, doch anstatt sich seiner Schwester zu nähern, bäumt er sich erneut auf mit einem lauten Wiehern. Ehe Lucía reagieren kann, dreht er sich abrupt um und galoppiert in die Dunkelheit davon.



Damit hätte auch Viola nicht gerechnet. "Was ist los mit ihm?" Sie sieht dem Hengst nach, der kurz darauf nicht mehr zu sehen ist. Auch die Stute wird unruhig, als würde sie ihm am liebsten hinterher laufen. Da sie jedoch angebunden ist, ist das für sie nicht möglich. Violas gute Laune weicht Unsicherheit. "Er wirkte mir fast so, als hätte er dich nicht erkannt. Bist du sicher, dass es Alvaro war? Vielleicht war es ein Pferd, das ihm zufällig ähnlich sieht."

Daraufhin schüttelt Lucía mit dem Kopf. "Das war er!" Doch sein Verhalten macht sie stutzig. "Es war, als hätte er Angst vor mir. Das passt nicht zu ihm ... Ich verstehe es nicht."

Viola schweigt eine Weile. Diese Information muss sie erst mal verdauen. Dabei ging der Tag doch so gut los! Ein gewonnenes Turnier! Ein paar Drinks unter Freundinnen. Pläne für eine WG. Ist irgendetwas schief gegangen bei Lucías Zauber und er hat seinen Verstand verloren? Laut sagt Viola jedoch: "Vielleicht will er dir einfach nur einen Streich spielen." Doch sie fürchtet, dass die Antwort nicht ganz so einfach ist.

In Zusammenarbeit mit @Spatz

>>> Hendrik geht nach Forgotten Hollow (3) >>>
>>> Viola geht nach Sulani - Clemens Ferienhütte >>>

>>> Lucía und Alvaro gehen nach Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) >>>


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09.12.2024 21:52
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<<< Boom kommt von Sulani - Clemens Ferienhütte <<<
<<< Hendrik kommt von Forgotten Hollow (3) <<<


Charaktere: Boom, Hendrik, Domino
Geschichtsstrang: Wie man ein Vampir wird VII



Aufrecht, mit stolz erhobenem Haupt und wild entschlossen stapft Boom Boom die Treppe zur Kneipe herunter. Hier gibt es jede Menge Vampire - einer von ihnen muss ihr sagen, was sie wissen will. Sie wüsste sonst nicht, an wen sie sich wenden sollte.
Am Ende der Treppe stehend sieht sie sich um. Auf den ersten Blick eine normale Spilunke mit normalen Säufern. Zielstrebig geht sie zum Tresen und bestellt "was am häufigsten ausgegeben wird". Skeptisch beäugt vom Barkeeper erhält sie kurz darauf ein Glas mit einer dunkelrosanen Flüssigkeit.
Betont selbstbewusst probiert sie - gar nicht übel. "Was ist das?", fragt sie über den Tresen.
"Blut Curacao.", sagt der Wirt.
Boom Boom betrachtet das Getränk und trinkt aus. "Ich nehm noch einen."
Der Mann nickt verhalten und serviert. "Und was willst du noch?"
Sie zieht schweigend die Brauen in die Stirn.
"Siehst aus wie Eine, die nach was sucht. Oder nach jemandem."
"Ach ja?" Ein kleiner Schluck. "Woran willst das sehen?"
Er schmunzelt. "Nennen wir es Berufserfahrung."
Boom Boom nickt. "Ich bin neu in dem Gewerbe.", erklärt sie. "Ich habe Fragen."
Der Barkeeper schaut unter seinen Brauen auf, den Blick über die Gäste schweifend.
"Gibt's ein Problem?", fragt Boom Boom mit scharfem Unterton. Neulingen scheinen die ja nicht besonders offen gegenüber zu sein.
"Nichts für Ungut, Kleine. Aber ist vielleicht besser, wenn du gehst."
Grade als Boom Boom protestieren will, erklingt eine Stimme hinter ihr: "Lass gut sein, Ricky. Die gehört zu mir."
Seine Augen deuten latente Genervtheit an. "Hätte ich mir denken können."



Die Frau, hochgewachsen, schlank und offensichtlich eine Vorliebe für Lack und Leder, deutet der Jüngeren, sie an einen der Tische zu begleiten. "Regel Nummer Eins: Hausiere nicht damit, dass du gerade erst erschaffen wurdest." Ihre Stimme ist leise, gedrungen, so dass niemand anderes sie hören kann.
"Wieso? Gibts bei euch nicht sowas wie Welpenschutz?"
"Eher Welpenjagd. Manchen unserer Art ist langweilig. Da kommt ihnen eine blauäugige Göre gerade recht." Die Frau leert ihr Glas und rückt ein Stück näher. "Wie ist dein Name?"
"Boom."
"Einprägsam."
, entgegnet sie. "Ich bin Domino. Also, was sind das für Fragen?"
"Ich hab versucht, mich in eine Fledermaus zu verwandeln.", beginnt Boom. "Aber das hat nicht geklappt. Ich muss wissen, wie das geht."
Das Kinn auf die Hand stützend entgleitet Domino ein kühles Lächeln. "Wer hat dir gesagt, dass das in deiner Macht liegt?"
"Was?" Stutzend richtet das Mädchen sich auf. "Niemand. Das gehört doch dazu."
"Wozu?"
"Zu diesem ... Vampirkram."

Zweifelnd ziehen Dominos Brauen in die Stirn. "Verstehe.", nickt sie. Nachkömmlinge wie diese sind es, die den Ruf aller ruinieren. Sie halten die unsterbliche Existenz für ein Spiel. Konsequenzen und Pflichten interessieren sie nicht. Einen Augenblick wägt sie ab, ob sie es dabei belassen sollte. Soll die Kleine doch 'diesen Kram' selbst herausfinden und mit etwas Glück sogar dabei überleben. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass es schon bald zu erneuten Kämpfen mit den Wölfen kommen könnte. Ein Bauernopfer ist besser als ein wertvolles Leben zu lassen. Die Kleine ist entweder dumm, stur oder tough. Jede dieser Eigenschaften lässt sich zunutze machen, wenn man nur weiß wie.



"Die Fähigkeiten, die ein Wesen hat, sind unterschiedlich. Manche brauchen länger, um in dir zu erwachen als andere. Und es ist nicht gesagt, dass du fliegen können wirst."
Booms Brauen ziehen sich missmutig zusammen.
"Du hättest dich besser vorbereiten sollen.", fährt Domino fort. "Die Verwandlung in eine Fledermaus ist eine der Gaben. Und zugegeben, ist sie eine der häufigeren. Aber nicht alle besitzen sie. Manche bewegen sich mit annähernder Lichtgeschwindigkeit. Andere teleportieren sich von Ort zu Ort. Es gibt auch Vampire, denen nichts davon vergönnt ist. Die können dafür andere Dinge."
Auf einem Piercing herumkauend starrt Boom Boom ihr Getränk an. Das doch scheiße! Woher soll sie wissen, was auf sie zutrifft?
"Und wie finde ich das raus?"
"Am Besten mit Geduld."
"Ist ja ein toller Tip."
Die Arme vor der Brust verschränkend seufzt Boom Boom genervt. Dafür kommt sie extra her. Schönen Dank für gar nichts.
"Trink aus und verschwinde.", lächelt Domino gut gemeint. "Lerne zu jagen, zu sehen und zu hören. Gutes Blut von schlechtem zu unterscheiden. Damit hast du erstmal genug zu tun." Sie steht auf, umrundet den Tisch und tippt der Jüngeren aufmunternd auf die Schulter. "Viel Erfolg."


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17.01.2025 15:38 (zuletzt bearbeitet: 28.01.2025 14:04)
avatar  Murloc
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Bestseller-Schmied

<<< Viktor kommt von Glimmerbrook (3) <<<
<<< Lilly kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (20) <<<

Charaktere: Viktor, Lilly
Geschichtsstrang: Der Bluthund


Eine einsame Krähe krächzt von einem knorrigen Ast, unterbricht die Stille. Schwere Schritte folgen dem Ruf wie ein düsteres Echo. Vor einem der Gräber bleiben sie stehen. „Das war es dann wohl.“ Viktor atmet langsam ein, wieder aus. „Ich habe mein Versprechen gehalten.“ Sein Blick wandert über die eingravierten Namen: Amanda … Silas. Mit zitternden Fingern fährt er die Buchstaben nach, das kühle Gestein unter seiner Haut fühlt sich so unnachgiebig an wie die Jahre, die er verloren hat. „Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat.“ Seine jahrzehntelange Jagd hat ein Ende. Warum fühlt es sich so leer an? Warum fühlt er keine Freude über seinen Sieg?



Er fühlt Lillys Hand auf seiner Schulter, sanft und zärtlich. Sie weiß, wann er Trost braucht. Er zeigt seine Gefühle nicht nach außen und trotzdem… weiß sie es immer. Am liebsten würde Viktor sich gehen lassen, sich ihr in die Arme werfen und den ganzen über die Jahre angestauten Frust herausweinen. Er kann es nicht. Nicht mehr. Rasputin hat ihn verändert.

Früher ist er einmal offener gewesen, spontaner. Nicht der zielstrebige Bluthund, den die Jagd aus ihm gemacht hat. Nicht der Stratege, der er geworden ist. Er seufzt noch einmal, dreht sich zu seiner Gefährtin um. Lilly. All die Jahre ist sie seine Stütze gewesen, hat ihm mehr geholfen, als sie vielleicht selber ahnt. Durch ihre Empathie. Ihre Musik. Auch jetzt steht sie hier, ohne dass sie etwas sagen muss. Allein ihre Anwesenheit ist eine Hilfe, gibt ihm die Kraft, weiter zu machen.



Viktor spuckt aus. „Selbst in Ketten hat er noch gelacht. Hat versucht, mich zu provozieren.“ Nun huscht doch noch ein Grinsen über sein Gesicht. „Ich wette, er ärgert sich sehr darüber, dass ihm das nicht gelungen ist. Bald wird auch seine Arroganz zerbrechen, wie die Fassade, die sie ist.“

„Er hat dich unterschätzt.
“, sagt nun auch Lilly. Viktor schnaubt leise, beinahe ein Lachen. „Und damit, dass ich ihn am Leben lasse, hat er wohl auch nicht gerechnet.“ Er wendet den Blick wieder zum Grabstein, die Worte klingen härter, entschlossener.. „Denk nicht, dass es aus Gnade geschehen ist. Ich will, dass er leidet. In seiner kalten Zelle, allein mit seinen Gedanken, ohne seine Magie und ohne seine Macht. Noch bevor er den Verstand verliert, wird er sich wünschen, ich hätte ihm einen schnellen Ausweg gegönnt.“ Er macht eine kurze Pause. „Und außerdem hat Drake Recht. Ich bin kein Soldat.“



Lilly lächelt. „Nein, nur ein sturer Historiker. Mein sturer Historiker.“ Sie küsst ihn, bevor sie fortfährt. „Ich bin froh, dass es vorbei ist.“ Viktor atmet noch einmal tief ein. Noch ist es nicht ganz vorbei. Das Motiv fehlt ihm noch immer. Irgendwann wird er auch das wissen. Aber er hat Zeit. Und bis dahin kann er sich erst einmal auf etwas anderes konzentrieren: Lillys Karriere. „Ja.“, sagt er schließlich. „Es ist vorbei.“

>>> Lilly und Viktor gehen nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (20) >>>


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