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San Myshuno Nr. 7 - Haus der Geschwister Hawk
Nouki kommt von Windenburg - Eventhalle
Ellie kommt von Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High
Charaktere: Ellie, Nouki
Geschichtsstrang: Inspiriert vom Leben I
Nouki stoppt vor Ellies Haus, beugt den Oberkörper nach unten und berührt dehnend ihre Fußspitzen. Keuchend atmet sie weiße Wölkchen zwischen den Knien durch. Es ist zum verrückt werden. Ein spontaner Sprint von der Haltestelle zu Ellies Zuhause und sie ringt nach Luft, als hätte sie ernsthaft trainiert. Kann doch nicht sein, dass sie so aus der Form ist, nur weil die tägliche Routine zu unregelmäßigen Laufrunden mutiert ist. Sie war in Spitzenform im Herbst. Aufgerichtet legt sie den Kopf in den Nacken und spürt ihrem aufgewühlten Inneren nach. Es kann und darf so nicht weiter gehen. Das Training wird wieder intensiviert, auch wenn es vielleicht etwas gemeinsame Zeit mit Artjom kostet. Nouki klopft die Schuhe ab und drückt auf die Klingel bei Hawks.
Ellie öffnet. Nouki? Nun, das ist überraschend. "Oh hi, komm rein!", sagt das Mädchen. "Schön, dass du mich besuchst. Überraschungsbesuche sind doch immer am besten!" Noch immer hat sie die Trennung mit Jay nicht ganz überwunden.. Noukis Anwesenheit ist jedoch schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Ellie umarmt ihre Freundin. "Ben ist bei Dora. Wir haben hier also sturmfreie Bude.. Nur die Tiere sind hier, und ich." In letzter Zeit ist ihr Bruder öfters mal bei seiner Freundin.
"Sturmfrei ist echt ein Zauberwort." sagt Nouki lachend und zieht ihre Schuhe aus. "Da fühlt man sich sofort gut." Ellies Umarmung ist Seelenbalsam. Warum besucht sie ihre Freundin eigentlich so selten zuhause? Auf dem Weg zu Ellies Zimmer begegnet ihnen Toby, der Mia im Schlepptau hat. "Ist er auch so eine Art Ersatzpapa? Wie Browneye bei Maryamas Bungee? Das hat sie mal erzählt. Er läuft überall mit, wo Browneye auch hin geht. Sogar bei Spaziergängen." schmunzelt sie, während ihre Hand abwechselnd den Hund und das Kätzchen krault.
"Oh ja." Ellie schmunzelt. "Die beiden klettern auf Toby rum, laufen Toby hinterher, spielen mit ihm. Und er genießt das Ganze. Ist immer vorsichtig, sie nicht zu verletzen. Er weiß, dass sie noch jung sind." Rudi ist nirgends zu sehen, aber vielleicht döst er gerade in Ruhe. "Hat sich Chica bei dir auch gut eingewöhnt? Ich wette, die hält Bandido auch ziemlich auf Trab."
"Ja, aber er ist auch sehr geduldig." Nouki folgt Ellie in ihr Zimmer und setzt sich aufs Bett. "Wenn es ihm zu viel wird, verkrümelt er sich durch die Katzenklappe und ist schneller im Garten verschwunden als Chica gucken kann."
"Tiere sind schon was tolles.", lächelt Ellie. "Sie machen dir nichts vor. Sie mögen dich so, wie du bist." Ihr Lächeln versteift sich. "Und versuchen auch nicht, dich zu manipulieren. Nicht so wie gewisse Idioten, die ich in den Wind schießen musste." Dass sie sich von Jay getrennt hat, hat in der Schule mittlerweile die Runde gemacht. Bestimmt hat auch Nouki davon gehört.
"Also stimmt das wirklich, was man sich erzählt. Dass ihr einen lautstarken Streit hattet und du ihm eine gelangt hast?" Nouki sieht besorgt zu ihrer Freundin. Wenn Ellie so schnell dieses Thema anschneidet, dann brennt es ihr unter den Nägeln.
"Er hat es verdient! 
"Ich hatte dir ja von meinem Verdacht erzählt, dass er mir bei dem Bunker nur Angst einjagen wollte. Er hat es zwar nicht direkt zugegeben, aber seine Reaktion war verdächtig. Ich hatte gar nichts von einem Kumpel gesagt, und er sagte sowas wie: Und du glaubst wirklich, dass ich so kindisch bin, mit nem Kumpel den Plan zu schmieden, dich zu erschrecken? Und eine Sache ist auf jeden Fall klar: Er hat vor diesen Kumpels nur rumerzählt, dass wir es ständig treiben würden und sonst was. Gut, dass dieses Kapitel zuende ist. Auch, wenn es weh tut."
"Das ist sowas von mies, echt wahr." Nouki rückt näher zu Ellie. "Und du hast ihm richtig eine gescheuert für die Sprüche? Vor den Kumpels?"
"Ja!" Ein wenig macht sie das auch stolz. "Das war wirklich mal nötig! Ich verstehe nicht, wie ich so lange auf ihn hereinfallen konnte."
Ohne Vorwarnung lacht Nouki und zieht sie in ihre Arme. "Das ist sooo genial Ellie. Besser geht's nicht." Sie drückt ihre Freundin und wiegt sich ein wenig mit ihr hin und her. Als sie wieder nebeneinander sitzen lächelt Nouki noch immer. "Hättest du vor einem halben Jahr gedacht, dass du dich sowas mal trauen wirst? Ich bin stolz auf dich."
"Es hat sich gut angefühlt!", antwortet Ellie und muss in Noukis Lachen einfallen.
Dann wird sie wieder nachdenklicher. "Mit der Liebe klappt es bei mir wohl nicht so gut. Mit Sven wurde nichts draus, und Jay kann man erst recht vergessen. Aber irgendwann klappt es bestimmt auch mal bei mir." Sie sieht zu Nouki. "Aber ich freue mich für dich, dass es mit Artjom läuft. Oder gibt es da auch Probleme?"
"Ich bin glücklich mit Artjom." An Noukis Miene kann man ablesen, dass diese Äußerung aus tiefstem Herzen kommt. "Nur seine Mutter ist seltsam..beinahe beängstigend manchmal. Er hat mir gesagt sie ist ein Biest, aber zu mir war sie immer sehr nett und freundlich."
Kurz fasst sie für ihre Freundin zusammen was in Mt.Komorebi vorgefallen war. "Warum tut sie sowas? Er ist ihr Sohn und sie macht ihn schlecht bei meinen Eltern, lügt über ihn." Ihr Blick verfinstert sich bei jedem Wort. "Bitte erzähl niemandem davon. Artjom wäre bestimmt sauer, aber ich muss das mal jemandem erzählen."
"Ich werde schweigen!", verspricht Ellie und meint das auch ernst. "Ja, schon seltsam. Sicher, dass das nicht einfach nur irgend ein Missverständnis war?" Ellie kennt Artjoms Mutter nicht und kann nicht beurteilen, wie die so ist. "Aber selbst wenn es kein Missverständnis ist: Das Wichtigste ist ja, dass ihr beide euch versteht. Ganz egal, was seine Mutter auch probieren mag. Ich freue mich für euch."
Nouki senkt den Blick auf die Tagesdecke und ruft sich den Abend nochmal in Erinnerung. "Nein, das war kein Missverständnis, sie hat ihn ganz bewusst in ein schlechtes Licht gerückt." sagt sie nachdenklich. "Weißt du, man kann das nicht trennen. Er muss zuhause mit ihr leben und das tut ihm sicher nicht gut. Sie ist seine Mutter! Ich kann das nicht ausgleichen, obwohl ich es gern tun würde." Jetzt blickt sie Ellie direkt an. "Stell dir nur mal vor, Ben würde so etwas hinter deinem Rücken tun, das wäre doch auch schlimm für dich." Sie wendet den Blick ab. "Ich bin glücklich und liebe Artjom, aber manchmal quält mich der Gedanke, dass er zuhause so behandelt wird."
Jetzt versteht Ellie, was Sache ist. "Du hast Recht. Das ist nicht okay. Das führt nur dazu, dass sich Artjom von ihr entfremden wird, sobald er ausgezogen ist und den Kontakt zu ihr abbricht. Und dann wundert sie sich, was sie falsch gemacht hat." Sie seufzt.
"Nicht nur das." sagt Nouki nachdenklich."Es ist ein bisschen, als ob du herausgefunden hättest, dass Jay dein Vertrauen missbraucht und mies zu dir ist und du trotzdem mit ihm zusammen bleiben müsstest." Sie zuckt ratlos die Schultern. "Nur viel schlimmer, weil sie seine Mutter ist.“
Ellie sieht zu ihrer Freundin. "So ein Problem habe ich momentan nicht. Jetzt bin ich ja Single. Und Ben freut sich, dass ich so selbstständig bin, was ihm die Ruhe gibt, auch mal Zeit mit Dora zu verbringen, so wie heute. Ich wünsche euch beiden, dass ihr das packt. Das Problem mit Jay habe ich zum Glück nicht mehr." Sie kratzt sich am Kinn. "Habt ihr Zwei denn Pläne, wie ihr seiner Mutter entkommen könnt? Oder die Sache sonst wie regeln könnt?
"Nein. Er will studieren nach dem Abschluss. Ich hoffe einfach wir packen das bis dahin und er kann dann durchatmen, wenn er ein eigenes Zimmer hat, auf dem Campus.“ sagt Nouki hoffnungsvoll.
„Schwierig, sie nicht darauf anzusprechen, aber es ist wohl besser sich raus zu halten, außer sie würde direkt zu mir etwas Unpassendes sagen."
Nouki atmet hörbar aus."Ich glaube du hast Recht. Sich von ihr zu entfernen ist wahrscheinlich das Gesündeste, was ihm passieren kann."
Ein gezwungenes Lächeln auf den Lippen, lässt sie den Blick durchs Zimmer schweifen.
Auf der Staffelei steht ein angefangenes Gemälde, das für Ellies Verhältnisse in ziemlich dunklen Farben gehalten ist.
"Es tut noch weh, nicht wahr? Die Trennung von Jay und was er dir angetan hat." Nouki zeigt auf das Gemälde. "Bringst du das gerade auf die Leinwand?"
Ellie folgt Noukis Blick. Sie nickt. "Ist nicht so, dass ich ihn vermisse. Aber die Sache, wie es geendet hat, setzt mir zu. Was er getan hat, ist nicht zu entschuldigen. Aber es tut weh."
Nouki ergreift ihre Hände und hält sie fest. "Ja, das verletzt und ich kann mir vorstellen dass es erleichtert, den Schmerz in ein Bild zu packen." Sie sieht sich mit Gereon auf dem Friedhof sitzen, Gedanken und Gefühlen mit Stein und Knochen Form gebend. Ob ihr das mit Pinsel und Farbe auch gelingen würde? Fraglich, aber wer nichts versucht, findet auch nichts heraus. "Wollen wir das Bild zusammen fertig malen?"
Ellie horcht auf. "Zusammen? Wie meinst du das genau? Aber an sich klingt es schon jetzt ohne Details wie eine tolle Idee." Sie lächelt.
"Wir malen abwechselnd und...und vielleicht sagen wir, was wir uns dabei denken oder auch nicht, wie wir Lust haben. Am Ende, wenn wir das Gefühl haben es passt, können wir drüber reden."
Sie lässt Ellies Hände los und lächelt aufmuntern. "Ich könnte mir das ganz spannend vorstellen. Falls du nicht dieses Bild dafür nehmen willst, können wir auch ein Neues anfangen. Wir packen alles rein, was uns bewegt." Nouki klingt überzeugter, als sie ist. Stein und greifbare Knochen sind das Eine, aber eine leere Leinwand und ein Pinsel, etwas völlig anderes.
Ellie betrachtet das Bild. "Nein.. lass uns dieses hier nehmen. Lass uns den dunklen Farben einen fröhlichen und hoffnungsvollem Touch hinzufügen. Ich hab deckende Farben hier." Während sie spricht, öffnet die Künstlerin die Schubladen und holt schon die ganzen Utensilien hervor. Als Pinsel und Farbe bereit liegen, holt sie zusätzlich noch zwei Kittel aus dem Schrank. "Heißt, mit der Farbe kannst du auch auf dunklem Hintergrund malen und man erkennt trotzdem alles super. Wir müssen nur jeweils darauf warten, dass es trocknet. Aber wenn die Farbschicht nicht übermäßig dick ist, geht das in der Regel schnell."
"Ist mir ganz recht wenn es zwischendurch trocknen muss, ich hab keine Ahnung ob ich das kann." Nouki zieht sich den Kittel über. Den Pinsel beäugend, schneidet sie eine lustig, zweifelnde Grimasse. "Ein Malwerkzeug und Farben, der Rest ist so wenig greifbar. Aber genau deshalb will ich es versuchen."
(in Zusammenarbeit mit @Murloc )
Charaktere: Nouki, Ellie
Geschichtsstrang: Inspiriert vom Leben II
Wie machst du das, wenn du ein Bild anfängst? Einfach drauf los?"
Ellie lächelt. "Oft mache ich ne Bleistiftvorzeichnung. Die sieht man am Ende dann eh nicht mehr. Zumindest, wenn ich was bestimmtes darstellen möchte und nicht nur einfach nur Kleckse. Bei dem Toby-Bild z.B,. da hilft es, in Formen zu denken. Das Gesicht zu vereinfachen und einen Kreis zu zeichnen. Die Augen sind in der Mitte des Gesichts, nicht zu weit oben. Die Details kommen dann, wenn die Grundform gesetzt ist." Sie lächelt. "Aber manchmal male ich auch ohne Vorzeichnung spontan drauf los, wenn ich gerade in der Stimmung bin, die ich verewigen möchte. Musik kann auch helfen, die im Hintergrund läuft. Soll ich das Radio anmachen?"
"Ja, Musik ist eine super Idee." Nouki blickt zur Staffelei und lässt die Farben und Ellies Worte auf sich wirken. Es ist noch kein Motiv erkennbar, nur schwungvoll ausgeführte Pinselstriche in dunklen Tönen. "Fang du an, vielleicht inspiriert es mich, dir zu zu sehen. Das ist spannend. Ich weiß gar nicht, warum ich es nie versucht habe." Nouki wird bewusst, dass sie nie Interesse am Schaffensprozess hatte, sondern nur am fertigen Bild. Warum eigentlich?
Ellie macht das Radio an, bis sie einen Sender finden, der auch Rockmusik spielt. Dann wirft auch sie sich einen Kittel über. "Ich bring erst mal etwas Hoffnung und Freude in die dunkle Farbe.", sagt sie. Sie malt einige Blumen für den Hintergrund. "Das würde auch Ben gefallen, der ja gerne gärtnert." Sie lächelt.
Zurück gelehnt auf dem Bett beobachtet Nouki ihre Freundin beim malen. Ihre Gedanken schweifen zurück zum Friedhof und wie das gemeinsame Kunstwerk von Gereon und ihr neben dem Reden her. entstanden ist. Sie hat sich gar keine Gedanken gemacht, ob es gelingen wird oder ob sie das 'kann'. Ellie geht so unbeschwert vor, das steckt an. Nouki beginnt mit den Füßen zur Musik zu wippen und entspannnt sich etwas innerlich.
Ellies Blumenwiese nimmt langsam Gestalt an. Der Kontrast zu dem dunklen Hintergrund lässt die Blumen direkt in den Blick springen. "Und jetzt, wo das mit Jay endlich erledigt ist, bin auch ich bereit, weiter zu gehen. Vielleicht gibt es ja auch mal jemanden, der mit mir eine Reise in die Natur macht. Jemand außer Ben meine ich." Sie hat eine naive Vorstellung von Romantik, die ihr auch Jay nicht nehmen konnte.
Eine Reise in die Natur. Elllie ist so süß, warum erkennt das niemand? In Nouki steigt Ärger über Jay hoch. Was für ein Trampel und Wichtigtuer.
"Sag mal Ellie, hat dich die Vision mit deiner Mutter die Stärke finden lassen dich gegen Jay durch zu setzen?" fragt Nouki und setzt sich aufrecht hin.
"Ich weiß nicht, ob es das war.", sagt Ellie. "Ich hatte seither keine Vision mehr, wie du das nennst. Aber noch ist nicht genug Zeit vergangen um zu sagen ob das auch so bleibt."
Nouki überlegt was für ein anderes Wort als Vision passender wäre und kommt auf nichts. „Wie würdest du es nennen?“ fragt sie deshalb nach.
Ellie überlegt. "Weiß nicht. Halluzination vielleicht. Vielleicht hast du Recht und ich sollte es auch Vision nennen. Ist nicht ganz so negativ behaftet."
Sie überlegt. "Ich glaube, die Kraft kam aus mir selbst. Und dadurch, dass ich nicht alleine war. Charlie war ja auch dabei." Sie beendet ihren Teil des Bildes und geht ein paar Schritte zurück, um die Blumen auf sich wirken zu lassen. Jetzt ist es an Nouki, das Bild fortzusetzen.
Im unteren Bereich ist noch weiße Leinwand, also noch alles möglich. Nouki nimmt einen Pinsel und sieht sich die Farbpalette an. Während Ellies Blumenhintergrund trocknet, macht sich leichte Nervosität in ihrem Inneren bemerkbar. Es will keine Idee kommen und..
„Was wenn ich jetzt male und versau das ganze Bild damit?“ Unschlüssig dreht sie das Malwerkzeug in den Fingern und wirft Ellie einen verzagten Blick zu. Ist das seltsam abstrakt alles.
Ellie lächelt. "Du wirst es nicht versauen. Sieh es mal so: Vorher war es ein dunkles Etwas. Wenn überhaupt, kannst du es durch fröhliche Farben nur verbessern." Sie betrachtet das Kunstwerk. "Mach dir keine Sorgen. Das wird eine Gemeinschaftsarbeit von uns beiden."
"Na gut, heute machst du mir Mut." Nouki steht lächelnd auf, begutachtet die Farbpalette und taucht den Pinsel in schwarz, gemischt mit einem intensiven Blauton.
"Einmal tief durchatmen, wie beim klettern." schmunzelt sie und beginnt schwungvoll in der rechten unteren Ecke einen dunklen Wirbel zu malen, der sich spitz zu laufend in Richtung Blumen bewegt. Je weiter er sich diesem Bereich nähert, desto heller wählt sie die Farben. Eine Weile herrscht Schweigen. Ellie beobachtet und je länger Nouki arbeitet, desto weniger denkt sie nach. "Weißt du..." sagt sie schließlich und betrachtet ihr bisheriges Werk. "Es hat mit Jay und dir angefangen und jetzt merk ich, dass es auch auf Leon und mich passt." Sie verschönert noch den Übergang vom Wirbel zu den Blumen und sieht nachdenklich zu Ellie.
"Ihr wart so lange befreundet, Leon und du.", murmelt Ellie. Wenn sie darüber nachdenkt, fällt ihr nichts ein, was einen Hinweis darauf gegeben hätte, dass die Beziehung zwischen den beiden abgekühlt ist. Aber Leon hat die Schule verlassen und es gab keine Möglichkeit, Nouki und ihn nach den Ferien gemeinsam zu sehen. Ellie hakt noch einmal nach: "Aber.... soll das heißen, dass eure Freundschaft auch zu Ende ist? Was ist denn passiert?" Irgendwie traurig, wenn jahrelange Freundschaften zerbrechen. "Hat er deswegen die Schule gewechselt?"
Ihr wart so lange befreundet, Leon und du. Noukis Hand mit dem Pinsel sinkt herab, und Farbe tropft unbemerkt auf den Boden. Wie versteinert sieht sie Ellie an. Ihre Gedanken stehen still. Ihr Herz beginnt zu rasen und die restlichen Worte ihrer Freundin werden zu unverständlichem Kauderwelsch, der nur bis an ihr Ohr dringt.
'Hat er deswegen die Schule gewechselt?', öffnet die Schleusen. Heiß bahnen sich Tränen den Weg über ihr Gesicht und die Schultern beginnen mit unterdrücktem Schluchzen zu zucken. Nouki bringt kein Wort heraus, umarmt Ellie stattdessen einfach und lässt den Gefühlen freien Lauf. Sie hat sich in den letzten Wochen nicht einmal ihren Eltern anvertraut, alles in ihrem Herzen verschlossen und jetzt ist Ellie da. Gott sei Dank.
Ellie hält ihre Freundin tröstend im Arm. Sie hat einen Nerv getroffen, ohne das zu wollen. Das mindeste, was sie nun tun kann, ist Nouki zu trösten. Ihre Mutter hatte oft gesungen, wenn Ellie traurig war, um sie zu trösten, doch sie selbst ist zu unmusikalisch dazu. Sie belässt es dabei, Nouki tröstend über die Haare und den Rücken zu streichen. Und sie lässt Nouki die Zeit, die sie braucht. Ellie hat kein Taschentuch in der Nähe, das sie ihrer Freundin reichen könnte, zumindest kein unbenutztes. Und sie will jetzt auch nicht aufstehen und die Innigkeit unterbrechen.. Und so bleibt sie schweigend sitzen. Es ist deutlich, dass Nouki Leon schmerzhaft vermisst.
Nach einer kleinen Ewigkeit lässt der Tränenstrom nach und Noukis Körper wird ruhiger. Sachte löst sie sich von Ellie und wischt mit dem Ärmel des Malerkittels über ihre Augen und Wangen. "Danke." bringt sie heraus, zieht ein zerknülltes Taschentuch aus der Hosentasche, schnäuzt mehrmals geräuschvoll und steckt das Knäuel wieder in die Tasche zurück.
"Pffffrrrrhhh.." prustet sie und sieht zu Ellie. "Das musste glaub ich wirklich mal raus." Sie zieht die Nase hoch und blickt zur Spirale auf dem Bild.
"Weißt du...er ist einfach überall gefühlt. Erwähnt jemand Spanien...Leon. Seh ich Berge im Fernsehen...Leon. Räum ich mein Zimmer auf...Sachen aus Urlauben mit Leon. Geh ich durch die Schule...überall Leon. Und am Schlimmsten....bin ich mit Artjom zusammen, seh ich immer wieder die Szene vor mir, als Leon ihn in den Magen geboxt hat.", erzählt sie gedämpft und sieht wieder Ellie an. "Er hat sich in mich verliebt, auch wenn er das nie wörtlich so zu mir gesagt hat...und ich denke das ist alles so eskaliert weil er eifersüchtig auf Artjom ist." Sie runzelt die Stirn. "Und statt mit mir darüber zu reden, hatten wir einen fürchterlichen Streit und dann das mit Artjom in der Schule." Sie atmet tief durch. "Er hat schon lange gehofft das Stipendium in Spanien zu bekommen....und jetzt ist er weg."
Dann hatten die Geschichten also doch Recht. Ellie hatte nicht wirklich geglaubt, dass Leon Artjom tatsächlich geboxt hat, als sie Gerüchte darüber gehört hat. Sie hat die Szene nicht selbst mitbekommen. Aber jetzt, wo Nouki ihr das noch bestätigt hat, fällt auch sie vom Glauben ab. Das hätte sie Leon nie zugetraut. "Eifersucht weckt die schlimmsten Seiten im Menschen. Zumindest aber scheint Leon nicht wegen Nouki fortgegangen zu sein, sondern wegen des Stipendiums. Sie hatte wirklich zu wenig mit ihm zu tun gehabt, um darüber Bescheid zu wissen. "Unter normalen Umständen hätte ich mich für ihn gefreut, wenn er so etwas erreicht.", sagt Ellie, "Aber jetzt hinterlässt es einen gewissen Nachgeschmack." Arme Nouki. "Wenn ich dir irgendwie helfen kann, sag Bescheid."
"Es tut so sehr weh einen guten Freund zu verlieren..ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll." Wieder blickt sie zur Staffelei. "Vor allem im Streit auseinander zu gehen ist furchtbar."
"Das glaub ich.", sagt Ellie. Ein Streit ist weniger abrupt als der Tod ihrer Eltern, aber es ist schmerzhaft. Selbst mit Jay war es schmerzhaft.. obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr so in ihn verliebt war wie einst. Sie legt Nouki ihren Arm um die Schulter. "Und vor allem muss es schmerzhaft sein, wenn Leon jetzt nicht mehr da ist um das zu klären." Doch was für einen Rat soll sie Nouki geben? Das mit Jay ist nicht das selbe. Ihn kannte sie nicht so lange wie Nouki Leon kannte. Und ihr Gefühl für ihn ist auch längst abgekühlt. "Oder willst du das gar nicht mehr? Dass sich der Streit aufklärt?"
Schulter zuckend schweigt Nouki. Gute Frage. Will sie das? Klären? Oder will sie nur dass der Schmerz weg geht und sie vergessen kann? "Ich weiß es gar nicht....ehrlich nicht." Beinahe verwundert sieht Nouki ihre Freundin an. "Ich habe das Gefühl ihn gar nicht richtig zu kennen...nie gekannt zu haben...und das ist so seltsam und beängstigend."
Nachdenklich schweigt sie für ein paar Augenblicke. "Ich kann es nicht beantworten..noch nicht." Innig umarmt sie Ellie nochmal. "Danke fürs Zuhören und da sein, manchmal hilft es schon viel darüber zu reden, es auszusprechen." Lösungen muss man selbst finden Nouki nimmt erneut den Pinsel und verteilt an dem hellen Ende der wirbelnden Spirale, ein paar Tupfer Goldpuder. Das überschüssige Material pustet sie über Ellies Blumen, die dadurch geheimnisvoll, zart glitzern. Lächelnd dreht sich Nouki zu ihr um. "Jetzt bist du wieder dran."
Ellie bestaunt die glitzernden Blumen. "Das war eine gute Idee. Dadurch wurden sie wirklich aufgehübscht!", schmunzelnd sie. Gut, dass es Nouki wieder besser geht. Das mit Leon muss ein schwerer Verlust für sie gewesen sein. "Manchmal braucht man einen guten Freund", sagt sie. "Damit der Verlust einer anderen Person weniger weh tut." Sie hat Jay verloren, und Nouki Leon. Letzteres ist noch umso härter. Sie beginnt damit Fußspuren an den Rand des Bildes zu malen, die sich Richtung Blumenwiese bewegen.
"Freunde teilen Kummer und Erfahrungen, damit es nicht so schwer wiegt." Nouki sieht lächelnd zu Ellie. "Das hat vor kurzem jemand über Freundschaft gesagt und es ist so wahr." Sie schnäuzt nochmal und wirft das Taschentuch im hohen Bogen in den entfernter stehenden Papierkorb. "Wenn man sich nicht anstrengt, trifft man immer. Wieso??" Jetzt muss sie lachen und Ellie fällt mit ein. "Danke dass du für mich da bist, Ellie."
"Natürlich bin ich das. Dazu sind Freunde da." Ellie lächelt. Sie malt ihren Part weiter. Zu den einzelnen Fußspuren gesellen sich nun weitere, so dass es nach zwei Personen aussieht, die dort langgelaufen sind. "Gemeinsam ist es ja auch schöner."
"Ja, das ist es und irgendwann wird jemand ganz viel gemeinsam mit dir unternehmen. Jemand, der dich nach deinen Wünschen fragt und sich freut, sie dir zu erfüllen." sagt Nouki überzeugt. "Einer, der sieht wie schön du bist, innen wie außen." Sie zeigt auf die Fußspuren. "Jemand, der mit dir geht, wie auf dem Bild."
Ellie lächelt. "Irgendwann werde ich den Richtigen finden.", sagt sie überzeugt. Sie beendet die letzten Details und reicht den Pinsel dann an Nouki weiter.
Während sie den Pinsel auswäscht, klinkt sich Noukis Verstand wieder ein. Leicht angespannt trocknet sie ihn am Kittel ab, während sie überlegt wie es weiter gehen könnte mit dem Bild. Ihr Kopf will einfach keine Idee ausspucken, die sich nicht kitschig anfühlt. "Du sagst Ben verbringt mehr Zeit mit Dora mittlerweile? Wird's ernster mit den beiden?" Sie lässt das Bild auf sich wirken und dreht nervös das Malwerkzeug zwischen den Fingern.
Die Gefragte nickt. "Sieht so aus.", sagt sie. "Bestimmt werden sie früher oder später zusammen ziehen wollen. Ob ich dann noch hier wohnen bleibe, wenn auch Dora mit einzieht, wird die Zukunft zeigen. Aber bis zur Volljährigkeit dauert es ja auch nicht mehr so lange." Sie erinnert sich an den Geburtstag im Jahr zuvor, als sie den im Schwimmbad und im Katzencafé in Newcrest gefeiert hat. "Dann kann ich ausziehen und der Platz für Dora wird frei. Ich gehe davon aus, dass sie so lange noch damit warten. Wäre sonst etwas weird. Auch wenn ich nichts gegen Dora habe. Trotz ihrer Liebe für Mathe." Neugierig beobachtet Ellie ihre Freundin, was sie wohl malen würde. "Und außerdem traut mir Ben auch zu, auch mal alleine zu bleiben."
Der letzte Satz bringt Nouki zum lachen. "Sie ist ein Mathe-Alien meinst du?" Das löst den Knoten in ihrem Inneren etwas und sie beginnt die Spuren eine kurze Strecke bis ans Ende der Blumenwiese weiter zu führen, diesmal aber von nackten Füßen. "Sie haben die Schuhe ausgezogen, die Blumen und das warme Gras waren zu verlockend." schmunzelt sie. Die Abdrücke verlaufen parallel bis zum Beginn der restlichen, bisher weißen Fläche. Nouki reinigt den Pinsel und lässt mit einer anderen Farbe einen Weg beginnen, der sich in Richtung obere, rechte Ecke schlängelt. "Heißt das du würdest es dir jetzt schon zu trauen, allein in einer Wohnung zu leben?" greift sie das Thema nochmal auf. Sie selbst hat sich darüber noch keine Gedanken gemacht. "Oder wirst du studieren und in ein Wohnheim ziehen?"
"Ich weiß nicht.", überlegt Ellie, "Momentan fühle ich mich ganz wohl damit, mir noch keine Gedanken um einen Auszug machen zu müssen. Bisschen was kann ich mir durch einen Nebenjob dazu verdienen, aber es ist schon hilfreich, keine Miete zahlen zu müssen. Aber natürlich wird sich das auch ändern. Spätestens, wenn Dora tatsächlich einmal einziehen sollte. Und ein Studium ist auch eine Sache, über die ich schon nachgedacht habe. Ich würde Kunst studieren." Ellie träumt davon, was sie mit so einem Studium alles erreichen könnte. "Dazu würde sich eine Studenten-WG, bei der man sich die Miete teilt, ja auch anbieten."
"Kunst kommt jetzt nicht soo überraschend." Nouki lächelt und nickt dann zustimmend. "Ja, eine WG ist glaub ich für den Anfang das beste. Stell ich mir richtig witzig vor." Nouki hält Ellie den Pinsel entgegen. "Your turn. Du darfst es fertig machen."
"Ja, wenn die Leute nice sind, bestimmt.", lächelt Ellie. Sie überlegt, wie sie das Bild fortsetzen sollte. Schließlich entscheidet sie sich dazu, einfach ein paar Details hinzuzufügen. So malt sie ein paar Schmetterlinge zu der Blumenwiese, arbeitet etwas an den Schattierungen und verfeinert die Fußspuren. Bis sie schließlich fertig ist. "Also, mir gefällt unsere Gemeinschaftsarbeit.", sagt sie lächelnd. Sie sieht zu Nouki: "Da es deine Idee war, gehört die Ehre, unser Erstlingswerk zu behalten, dir. Das nächste Bild behalte ich dann."
"Was? Wow! Ich freu mich." Sie tritt neben Ellie an die Staffelei. "Es wird mich daran erinnern, dass ich nicht so viel nachdenken soll beim nächsten Mal, sondern einfach drauf los malen." Jetzt erst wird ihr bewusst was sie gerade beschlossen haben.
"Wir malen also öfter zusammen? Das ist super!" Sie hakt Ellie unter und zieht sie näher zu sich heran. "Und das hier bekommt einen Ehrenplatz in meinem Zimmer. Nirvana wird ausnahmsweise mal den Kürzeren ziehen und die Bühne räumen müssen."
(in Zusammenarbeit mit @Murloc)
>>> Nouki geht nach Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High >>>
>>> Ellie geht nach Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High >>>
<<< Ellie kommt von Brindleton Bay (5) <<<
Charaktere: Ellie, ?
Geschichtsstrang: Traum oder Wirklichkeit?
Im Zimmer ist es dunkel, doch Ellies Umrisse sind gut zu erkennen. Friedlich schlafend liegt sie seitwärts, tiefe und gleichmäßige Atemzüge sind zu vernehmen, als sich eine Hand auf ihre Schulter legt. "Ellie." Ein leichtes Rütteln folgt. "Ellie, wach auf."
"Ben, was'n los?", murmelt Ellie verschlafen. "Is noch Zeit bis..." Sie öffnet ihre Augen. Und purzelt fast von selbst aus dem Bett. "Mama?" Schon wieder eine Halluzination... Aber... das mit Jay ist doch längst vorbei!
Rita senkt streng die Augenbrauen. "Was hast du dir dabei nur gedacht!? Den armen Jungen so zu demütigen!"
"Was für'n Junge?" Ellie kann sich nicht daran erinnern, irgendjemanden gedemütigt zu haben, und ist auch noch nicht wach genug, um darüber nachzudenken. In diesem Moment wirkt das alles für sie noch wie ein seltsamer Traum.
"Aufwachen, Missy!" Mit liebevoller Strenge packt Rita sie an beiden Schultern und schüttelt sie. "Was für ein Junge! Jadyn natürlich. Dein Freund. Du hast ihn vor der ganzen Schule bloßgestellt."
Nun ist auch Ellie hellwach. "Jadyn ist hier nicht das Opfer.", versucht Ellie sich zu verteidigen. Was ist los? Auch Rita müsste das so gesehen haben. Oder?
"Du etwa? Was hat er getan, das so furchtbar war? Ich habe dich nicht dazu erzogen, über andere zu urteilen, Ellie Hawk."

Ellie reibt sich über die Augen. Es hilft nichts. Rita steht immer noch vor ihr. Aber.... sie hätte doch so was nie gesagt, oder? "Du hast mich dazu erzogen, ein Selbstbewusstsein zu bekommen und sich eben nicht alles gefallen zu lassen.", widerspricht Ellie stur. "Ich weiß nicht, wovon du redest. Jay hat es verdient, und eigentlich müsstest du das auch wissen." Auch Nouki hat sie unterstützt, als sie von der Story mit Jay gehört hat. Jeder hat sie unterstützt. Nur nicht ihre eigene Mutter? Ist das wirklich Rita? Sie benimmt sich nicht wie diese... oder?
"Oh, Kind, du hast rein gar nichts verstanden." Bestürzt schüttelt Rita den Kopf. "Der Junge hat dich begehrt. Und du hast ihn abgewiesen. Wieder und wieder. Sieh dich an. Was denkst du, wie viele Jungen dich mögen werden? Sicher, deine Brüste sind gut entwickelt, aber dein Verstand ..." In einer zweifelnden Geste zieht sie Luft scharf zwischen den Zähnen ein - ganz so, wie sie es damals tat, wenn sie sich über ihre Kinder ärgerte.
Ellie sagt nichts. Sie ist zu geschockt um irgendetwas zu erwidern.
"Rutsch rüber." Rita setzt sich neben ihre Tochter und legt den Arm um sie. "Ich sage dir, was du tun wirst. Du wirst morgen zu ihm gehen und dich entschuldigen."
"Nein, das werde ich nicht tun." Ellie sieht Rita an. "Und du kannst mich nicht zwingen. Du bist tot." Nein, das ist nicht ihre Mutter, sagt sich Ellie. Ihre Mutter war verständnisvoll. Ihre Mutter hätte nie so etwas verlangt.

"Ich mag tot sein. Aber dennoch mache ich mir Sorgen um dich." Eindringlich sieht Rita sie an. "Ich will doch nur dein Bestes. Ellie, Schatz, ich liebe dich. Aber du hast einen Fehler gemacht. Das passiert allen. Jetzt ist es wichtig, dazu zu stehen."
"Ein Fehler? Wieso?"
"Weil man niemanden in der Öffentlichkeit ohrfeigt." Rita rückt einige Zentimeter von ihr ab und sieht sie ernst an. Ihre Augen leuchten aufgeregt, beinahe bedrohlich, in der Dunkelheit des Zimmers. "Er mag gemein zu dir gewesen sein, aber das spielt keine Rolle. Du bist doch besser als das. Du bist eine Hawk. Wir denunzieren nicht. Verstehst du das?"
Ellie weiß nicht, was sie davon halten soll. Einerseits ist das Rita, ihre Mutter. Andererseits benimmt sie sich anders als sonst. "Ich verstehe.", murmelt sie nur, obwohl das nicht einmal ansatzweise stimmt.
"Du musst noch viel lernen." Rita steht auf und streicht Ellie übers Haar. "Denk darüber nach, wie du andere behandelst. Ich will so etwas nicht noch einmal ansehen." Mit festen Schritten geht Rita zur Tür und schaut noch einmal zu ihrer Tochter zurück, bevor sie aus dem Zimmer verschwindet.
Ellie reibt sich über die Augen. War das ein Traum? Immerhin ist sie noch im Schlafanzug. Sollte sie sich wirklich bei Jay entschuldigen und... Ellie verwirft den Gedanken. Diesmal war es ein Traum, keine Halluzination in dem Sinne, versucht sie sich einzureden. Immerhin hat sich Rita dieses Mal merkwürdig verhalten und anders als beim ersten Mal. Ja, es war einfach nur ein wirrer Traum...
<<< Ben kommt von San Myshuno (4) <<<
Charakter: Ben
Geschichtsstrang: Bartwuchs
„He, wer ist denn dieser hübsche Mann?“ Ben grinst sein Spiegelbild an, fährt sich mit den Fingern über das Gesicht. Es ist nicht das erste Mal, das sich bei ihm Bartwuchs bemerkbar macht, doch normalerweise hat er sich immer direkt rasiert. Jetzt ändert er seine Meinung. Diesmal würde er den Bart wachsen lassen. Falls es ihm später nicht mehr gefällt, kann er es immer noch ändern. Doch er weiß auch, dass Dora bärtige Männer mag.
Mit Logans Bart kann er noch nicht mithalten, doch das muss er auch nicht. Er ist kein Konkurrent. Ben zupft an seinem Hemd. Sein Stil ist legere und bequem. War es schon immer. Sollte er vielleicht auch mal etwas schickeres versuchen? Aber nein... Dora sieht es ebenfalls locker. Und sie müssen ja nicht gleich in ein 5-Sterne Restaurant. 
Doras Geburtstag ist im Sommer. Doch Ben ist der Meinung, dass es nicht immer einen besonderen Anlass geben muss, um jemanden zu überraschen. Und so wählt er Doras Nummer:
„Hey Süße! Wie wär's mit einem Date? Kann ich mit dir rechnen?“ Kaum ist der Satz ausgesprochen, ist es Ben doch etwas peinlich, das genau so formuliert zu haben. Als Mathestudentin hat sie das sicher ständig zu hören, und bestimmt nervt das auf Dauer.
Dora hingegen kommentiert den Satz nicht weiter: „Klar Ben. Mit dir doch immer!“
„Cool. Dann lass uns in Windenburg treffen. Auf der Insel, auf der wir uns kennen gelernt haben. Wir können spazieren gehen und später gehen wir Essen. Ich lad' dich ein!“
Ben lächelt, nachdem Dora zugesagt hat. Die Insel, auf der damals das Sommerfestival stattgefunden hatte, ist ein guter Platz für einen Treffpunkt. Dort kann man auch gut spazieren gehen. Er ist gespannt, ob Dora was zu seinem Bart sagen würde.
Charaktere: Ellie, ?
Geschichtstrang: Therapie nötig?
Ellie wälzt sich im Bett. Nach dem Traum mit ihrer Mutter hatte sie keinen weiteren Alptraum. Bestimmt war der Spuk am Leuchtturm der Auslöser dafür. Natürlich muss sie dann Alpträume haben! Weder Nouki noch irgendeiner der anderen wirkte so, als hätten sie die Nachwehen des Leuchtturmbesuchs lange beschäftigt. Oder verstecken sie das nur besser als Ellie? Vielleicht sollte sie mit Nouki mal darüber reden bei ihrer nächsten Malstunde. Die Gedanken geben ihr keine Ruhe und lassen sie keinen Schlaf finden.
Ein kratzendes Geräusch lässt sie aufhorchen. Zuerst ist unklar, woher es kommt, doch dann schabt etwas unrhythmisch direkt an ihrer Tür. Ausgeschlossen, dass es eines der Tiere ist. Es klingt anders. Fremd und doch vertraut.
Ellie wagt es nicht sich zu rühren. Ihr Herz klopft und sie kann nicht anderes tun, als ihren Blick auf diese Tür zu wenden. Bis die sich schließlich öffnet.
Mit langsamen Schritten kommt jemand herein. Vor dem Bett bleibt er stehen, verharrt einen Moment, ehe er sich herumdreht und den Schreibtischstuhl heranzieht. Etwa einen Meter entfernt setzt er sich, legt ein Bein angewinkelt auf dem anderen ab, um einen Block auf dem Schoß zu platzieren. Den Bleistift zwischen den Fingern beginnt er, etwas zu skizzieren, schaut zwischendurch immer wieder auf zu Ellie und zeichnet weiter.
Ist es schon wieder so weit? Ein weiterer Alptraum? Aber... sie schläft doch gar nicht! Irgendetwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu! Erst sieht sie ihre Mom im Traum, und jetzt... "Dad??" Was geht hier vor?

"Bäckchen?" Überrascht sieht er auf, den Fuß auf den Boden stellend. "Du hast so hübsch ausgesehen. Habe ich dich geweckt?"
Es ist Jahre her, dass Ellie zuletzt "Bäckchen" genannt wurde. Das letzte Mal... als ihre Eltern noch lebten. Dreht sie durch? Verliert sie hier den Verstand? Ihr Dad war es, der ihr ihre Kreativität vererbt hat. Die Tatsache. dass er am Zeichnen ist, ist nicht ungewöhnlich. Jedoch ist ungewöhnlich, dass er sie offenbar beim Schlafen zeichnet.. Ellie kann sich nicht daran erinnern, ihn jemals dabei erwischt zu haben. Und vor allem eines ist noch ungewöhnlicher: "Du.. du bist doch tot!"
Liebevoll lächelnd steht er auf, kniet sich vor ihr nieder und streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht. "Ich bin hier oder? Ich bin immer bei dir."
Hatte Nouki nicht so etwas vermuten? Dass ihre Eltern bei ihr sind? Aber... doch nicht in Fleisch und Blut! "Wie.. wie ist das möglich? Warum bist du hier? Warum war Mama hier?"
Ingos Gesichtsausdruck wirkt besorgt, als er sich ein Stück zurück lehnt. "Wir sorgen uns um dich, Bäckchen. Du versuchst stark zu sein, aber wir kennen dich dein ganzes Leben lang. Wir wissen, dass es dir nicht gut geht."

Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts. Nein, es geht ihr nicht gut. Die Depression nach dem Tod ihrer Eltern. Die Zeit, in der sie sich einsam gefühlt hat. Und ja, sie hat versucht, stark zu sein. Um Ben was vorzumachen. Um ihren Freunden etwas vorzumachen. Und ja, auch um ihr selber etwas vorzumachen.
Ellie fällt auf die Knie, schluchzt. Es war nie gut. Es war immer ein tiefer Riss in ihrem Herzen. Selbst dann, wenn sie nach außen hin fröhlich wirkte. Das jetzt so deutlich vor Augen zu haben ist einfach zu viel für sie.
"Es ist okay, lass einfach los." Ingo wiegt seine Tochter im Arm. "Du musst das nicht allein schaffen. Such dir Hilfe. Dann wird alles gut."

Ellie nickt der Halluzunation zu. Hilfe. Vielleicht braucht sie das wirklich! Nouki, schießt es ihr erneut durch den Kopf. Oder wird es langsam Zeit für professionelle Hilfe?
"Freunde sind wichtig, keine Frage." Fürsorglich hilft er Ellie auf und setzt sie zurück aufs Bett. "Aber wie weit kann dich ein Mädchen bringen, das selbst voller Verwirrungen steckt?"
Jetzt erstarrt Ellie wirklich. Sie hatte nur an Nouki gedacht, das jedoch nicht ausgesprochen. Was geht hier vor? Sie weiß nicht, was sie denken oder sagen soll.
"Sorge dich nicht, Bäckchen." Ingo hebt ihre Beine an, schiebt sie unter die Decke und ehe Ellie weiß, wie ihr geschieht, liegt sie wieder in ihren Kissen. "Versuch dich auszuruhen. Ich werde hier warten, bis du eingeschlafen bist. So wie früher, als du noch klein warst." Sanft haucht er einen Kuss auf ihre Stirn und setzt sich wieder in den Stuhl.
Charaktere: Ellie, Ben
Geschichtsstrang: Therapie nötig? II
„Und dann...“ Ellie wischt sich mit dem Taschentuch über die tränengeröteten Augen. „Dann erschien er schon wieder! Paps“ Sie wirft sich ihrem Bruder in den Arm, der ihr über den Rücken streichelt. „Ich hab nun endgültig den Verstand verloren!“
Es hat lange gedauert, bis Ellie Ben von den Halluzinationen erzählt hat. Sie wollte nicht, dass er sich Sorgen macht. Sie hatte doch schon Therapie! Soll das umsonst gewesen sein? Ben hat doch genau wie sie die Eltern verloren. Warum ist er so stark dabei, während sie den Verstand verliert?? Jetzt, wo sie mit ihren Erzählungen erst einmal angefangen hat, öffnen sich die Schleusen und Ellie schluchzt in Bens Armen.

„Bei... beim ersten Mal hab ich … *schnief* … hab ich es noch auf das Unterbewusstsein geschoben. Beim zweiten Besuch dann darauf, dass es nur ein Traum war. Alles war besser als sich einzugestehen, dass das nicht normal ist!“ Die dritte Halluzination hatte sie dann nicht mehr ignorieren können. Ellie wischt sich über die Augen, doch die Tränen nehmen kein Ende. „Ich werd verrückt!“, schluchzt sie und hämmert ihren Kopf gegen Bens Brust. „Verrückt!“
„Ellie...“ Bens Stimme ist ruhig und tröstend. Und Ellie ist ihm dankbar für seine Stärke. „Ellie, der Tod von Mama und Papa hat uns beide mitgenommen. Du wirst nicht verrückt. Wir schaffen das! Gemeinsam.“ Er nimmt Ellies Kopf zwischen seine Hände. Sein Verantwortungsgefühl meldet sich wieder zu Wort. Er wird sie nicht im Stich lassen.
Ellie kuschelt sich in Bens Arme, bis sie von seiner Ruhe angesteckt wird. „Brauch ich ne Therapie?..“, murmelt sie leise. Sie wagt es nicht, mehr als nur ein Flüstern hören zu lassen. Ben schweigt eine Weile, bevor er antwortet: „Das kann zumindest nicht schaden. Ihr habt doch eine Schulpsychologin auf der Brindleton. Vielleicht kannst du mit ihr einen Termin ausmachen?“ Ellie nickt schweigend.
>>> Ellie geht nach Willow Creek Nr. 16 - Haus Darkholme >>>
<<< Ellie kommt von Willow Creek Nr. 16 - Haus Darkholme <<<
<<< Gereon kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen <<<
Charaktere: Ben, Ellie, Gereon
Geschichtsstrang: 03:56
Es hatte Gereon einige Mühe gekostet, an dem Security vorbeizukommen. Doch nach einiger Überredungskunst ließ der Mann ihn gehen. Vermutlich wird Gereon Ärger bekommen, weil er während der Sperrstunden gegangen ist. Doch das Gefühl, das ihn antreibt, ist zu stark, um es bis zum nächsten Morgen aufzuschieben.
Er war auf eins der Fahrräder gestiegen und losgefahren, ohne genau zu wissen, wo es ihn hintreiben würde. Er hat keine Ahnung, wo die Mitschülerin wohnt. Er folgt nur dem starken Gefühl und einem vagen Bild eines Gebäudes durch die verregnete Nacht.
Völlig durchnässt erreicht er die Grenze von San Myshuno. An einer breiten Straße hält er an und verschnauft einen Moment, den Kopf in den Nacken gelegt, streckt er das Gesicht in den Regen. Die Nässe trieft ihm aus dem Haar, das ausnahmsweise nicht von dem Hut seines Vaters bedeckt ist.
Ratlos, wo sein Ziel liegt, schaut Gereon nacheinander in die schmaleren Straßen, die sich vor ihm in unterschiedliche Richtungen auftun. "Komm schon, sag es mir.", murmelt er halblaut, auf die Eingebung wartend. Links führt die breiteste von drei Straßen zwischen hoch gebauten, meist gläsernen Türmen hindurch. Spärrliches Licht lässt vermuten, dass Reinigungskräfte in den Büroräumen alles für den kommenden Tag vorbereiten. In Gereon regt sich nichts bei diesem Anblick. Halbrechts führt der Weg in das Zentrum der Stadt hinein. In weiterer Ferne ist die Brücke zu erahnen, die ihre Lichter über die Meeresarme spannt. Das ist der Weg. Er weiß es, ohne sagen zu können, woher. So funktioniert es eben. Er sieht und weiß Dinge. Seiner Sache sicher, tritt er in die Pedale.

Es ist beinahe vier Uhr, als Gereon den Fuß auf die Straße setzt. Dies ist das Haus, das er sucht. Er steigt vom Rad, schiebt es am Zaun vorbei in den Garten, wo er es unbedacht fallen und liegen lässt. Wie in Trance nähert er sich der Terrasse, bleibt vor den Stufen stehen und folgt dem Drang, links am Gebäude entlang zu gehen. Direkt am großen Baum schaut er durchs Fenster in einen Raum mit dunklen Wänden. Da ist sie. 'Ellie.
"Wau! Wau!" Toby schreckt aus dem Schlaf auf, als er eine ihm unbekannte Gestalt ums Haus schleichen sieht. Er muss sein Rudel verteidigen! "Wuff!!"

Das Gebell holt auch Ben aus seinem Schlaf. Was will das Tier jetzt schon wieder? Mühsam wuselt er sich aus dem Bett und schaut auf den Wecker mit den selbstleuchtenden Zeigern. Erst 03.56 Uhr. Noch nicht einmal vier! "Was ist los, Toby?", fragt Ben schlaftrunken. Seltsam. So verhält sich der Schäferhund eigentlich nie.
Der Hund knurrt. Irgendetwas muss in der Nähe sein. Nun schaut auch Ben in die Richtung, in die Toby schaut, kann aus dem Fenster aber nichts erkennen. Wo steckt denn bloß eine Taschenlampe? "Ruhig, Toby, weck Ellie nicht!"
In diesem Moment öffnet sich auch Ellies Zimmertür. "Ben, was ist hier los?", fragt nun auch das Mädchen.

Das Gebell des Hundes streift Gereons Wahrnehmung nur am Rande. Regungslos schaut er unbeirrt in das Zimmer. In der hinteren Ecke regt sich etwas. Eine Gestalt wühlt sich unelegant in den freien Raum. In wenigen Schritten hat sie das Sichtfeld des Teenagers verlassen. Nur langsam reagiert er auf die Geschehnisse. Als würde jede Bewegung ihn Kraft kosten, wendet er sich schwerfällig nach rechts, erblickt die Terrasse und braucht mehrere Sekunden, um sich in Gang zu setzen. Hinter fensterlosen Wänden kriecht eine stumme Unruhe in seine Knochen. Er kann sie nicht sehen. Er muss sie sehen. Er darf sie nicht verlieren.
Die Haustür öffnet sich. Trotz der hastig übergeworfenen Jacke ist es kühl. Ben ignoriert, wie ihm die nackten Zehen zu schmerzen anfangen. Auf die Schnelle hat er keine Zeit, sich Schuhe anzuziehen. "Wer ist da?" Bens Stimme ist fest. Tobys Nähe gibt ihm die Kraft. Aber wenn hier ein Einbrecher ist, kann er ohnehin keine Ruhe mehr finden.

Die Taschenlampe, die er mittlerweile gefunden hat, leuchtet schließlich einer Person mitten ins Gesicht. Da ist tatsächlich jemand! Ben ist überrascht, dass der Typ so jung aussieht. Wahrscheinlich ist er nicht einmal volljährig. "Wer bist du? Was willst du hier?"
Reflexartig presst Gereon die Augen zu. Das Gesicht abwendend spricht er kaum hörbar gegen den prasselnden Regen an: "Ellie."
Diese stand nah genug an der Tür, um ihren Namen zu hören. Sie schiebt Ben sanft zur Seite, um rauszuschauen. Diese Stimme... Tatsächlich! Er ist es! "Gereon?" Verwirrt betrachtet sie den Jungen, bis sie sich schließlich doch noch an ihre Manieren erinnert. "Komm rein! Du musst nicht im Regen stehen bleiben!" An Ben gewandt fügt sie hinzu: "Ich kenn ihn aus der Schule!"
Ben nickt nur, sieht von Ellie zu Gereon. Man sieht ihm an, dass er immer noch etwas verwirrt über den nächtlichen Besuch ist. "Ruhig, Toby!", sagt er zu dem Hund, der sofort gehorcht. "Na schön. Komm rein. Wenn Ellie dich offenbar kennt."

Das Mädchen fixierend, folgt Gereon der Aufforderung. Er erreicht die Mitschülerin, ihr starr in die Augen sehend, ehe sein Blick zu Ben übergeht. Stumm nickt er, betrachtet dann wieder Ellie. "Geht es dir gut?", fragt er sie, noch immer im Regen stehend.
Nein. Nein, das geht es ihr nicht. Ellie seufzt. Vielleicht ändert sich das, nun da es mit dem Therapieplatz bei Raven geklappt hat. Doch das ist ein langer Weg. Ellie sieht zu Ben, dann wieder zu Gereon. "Ja...", sagt sie, ohne die Wahrheit erzählen zu wollen. Seltsame Frage... Ja, sie war bei Gereons Geburtstagsparty dabei. Trotzdem kam der Besuch unerwartet.
'Jemandem helfen, etwas zu erreichen, was du selbst haben möchtest.' Gereon bemüht sich um klare Gedanken. Ist sie es? Geht es vielleicht gar nicht um den alten Leuchtturmwärter? Eine Hand streift das triefende Haar über den Kopf und aus dem ebenso nassen Gesicht. Die Kälte, die die schwer an ihm klebende Kleidung durch seinen Körper treibt, registriert er kaum, obwohl ihm die Gänsehaut bis zum Kiefer reicht. "Ich muss dir etwas sagen." Gereon ist nicht wohl bei der Sache. Er ist ihnen jahrelang nicht mehr gefolgt. Es gab immer nur Probleme, wenn er es tat. Aber das hier ... Er kann es nicht ignorieren.
Ellie merkt, dass Gereon das Sprechen nicht leicht fällt. Liegt es an Ben? Sie wirft ihrem Bruder einen Blick zu. Der versteht. "Ich lass euch zwei dann mal alleine.", sagt er. Ellie scheint ihm zu vertrauen und dann kann er es auch. Ben schließt die Tür, legt sich jedoch nicht ins Bett. Stattdessen zieht er sich um. Einschlafen kann er nun eh nicht mehr, und besser, er ist zumindest in der Nähe, wenn doch was sein sollte.
Nun, da sie unter vier Augen sprechen können, führt Ellie Gereon in ihr Zimmer. Sie sieht ihn an. "Was ist denn los?"

"Ich weiß es nicht.", antwortet er wahrheitsgemäß. Auf Anweisungen wartend, lässt er seinen Blick schweifen. Ihre Leidenschaft für die Malerei ist unverkennbar. Die Bilder wecken sein Interesse, so dass er näher heran tritt und sich eines nach dem anderen ansieht. Auf einer Fotografie erblickt er eine gelockte Frau. Sie ist nicht Ellies Mutter. Er weiß aus Erinnerung, dass sie lange, wesentlich glattere Haare trug. "Wer ist das?", fragt er, ohne das Bild aus den Augen zu lassen.

"Das...", Ellie entweicht nun doch ein Lächeln, "Ist Maryama. Ne Familienfreundin." Das kann man wohl sagen. "Ben ist grad dabei, mit ihr ein Gartengeschäft aufzubauen." Sie betrachtet das Foto. Maryama ist so viel älter als sie. Doch zu dem Zeitpunkt, als das Foto entstand, war sie noch neu in der Gegend und war noch nicht wirklich angekommen. Da war ihr auch ältere Gesellschaft einfach nur recht.
"Maryama.", wiederholt Gereon leise. "Du hast sie gern." Er wendet sich herum und schaut Ellie intensiv an. Ein Tropfen rinnt von einer Locke über sein Gesicht bis zum Unterkiefer, wo er wenige Sekunden hängen bleibt, ehe er sich löst und auf den Teppich tropft. Als wäre das ein Weckruf, neigt er den Kopf seitlich, seine Augen tasten den Raum ab, bis er kaum merklich den Mundwinkel hebt und nickt. Gezielt geht er herüber zur Staffelei, wo das Portrait eines Mannes auf seine Vollendung wartet. "Ich verstehe nicht, ...", murmelt Gereon, die Leinwand betrachtend. "Ja, schon gut." Die schmalen Lippen aufeinander gepresst, dreht er sich zu Ellie. "Du sollst aufpassen."
Ellie hebt eine Augenbraue. "Aufpassen? Worauf?" Sie kennt Gereon nun lange genug, um zu wissen, dass er eigentlich nicht dumm ist. Doch er spricht in Rätseln.

Er zuckt die Schultern. "Das weiß ich nicht. Aber sie wo-" Wieder tastet sein Blick den Raum ab, während er zu lauschen scheint. "Die blaue ... Frau Darkholme?"
"Raven? Sie ist meine Therapeutin!" Und vor ihr soll sie sich in Acht nehmen? "Aber warum?"
"Ich weiß es nicht.", wiederholt er. "Sie ... führt etwas im Schilde. Du darfst ihr nicht trauen." Mit starren Augen sieht er Ellie an. "Sie wollen dich schützen. Und sie sagen, du darfst ihr nicht trauen." Sein Blick wird weicher, die Augenbrauen ziehen sich zusammen, als würde er selbst nicht begreifen, was vor sich geht. "Immer wieder du darfst ihr nicht trauen."

"Wer sind sie? Wer hat das gesagt?" Ellie mustert den Jungen. Erlaubt er sich hier einen Streich mit ihr? Aber, in einer Situation wie dieser wäre das sicher nicht fair. Und woher weiß er das mit Raven? Ellie nimmt ihren Mut zusammen und fasst Gereon an den Schultern. "Bitte, mein Leben ist schon Mist genug! Ist das ein Trick von dir? Wieso weißt du von Raven?" Nun, sie ist die Schulpsychologin. Aber sie hat ihm nie erzählt, dass sie Termine bei ihr hat.
"Rita und Ingo." Gereons Augen beginnen zu flimmern. "Sie waren es nicht. Die ..." konzentriert werden seine Augen schmaler, ohne den Blick von Ellie zu lassen, "Begegnungen."
Nun starrt Ellie Gereon an. Von den Halluzinationen hat sie ihm erst recht nichts erzählt. "Hat Nouki dir davon erzählt?", bricht es aus Ellie hervor. Sollte die Freundin ihr Vertrauen missbraucht haben?
Nein, das kann auch nicht sein.. War Gereon in der Nähe und hat es mit angehört, ohne dass sie oder Nouki etwas bemerkt hat?
"Nouki?" Irritiert schüttelt er den Kopf. "Sie hat damit nichts zu tun."
Ellie ist geneigt, Gereon zu glauben. Er weiß Dinge... das ist ihr schon aufgefallen. Und auch Nouki weiß nicht, wie die Vornamen ihrer Eltern lauten. "Was war es dann, wenn es nicht meine Eltern waren? Was waren diese... Halluzinationen?" Die letzte Frage schreit Ellie fast.
"Das weiß ich nicht." Gereon spricht gewohnt ruhig. "Aber so etwas steht nicht in ihrer Macht. Sie können sich nicht materialisieren." Tief seufzend, scheint die Anspannung aus Gereons Körper zu entweichen. Eindringlich sieht er sie an, als er erklärt: "Sie haben mich her geschickt. Es ist ihnen wichtig. Ich soll die Botschaft überbringen. Mehr weiß ich nicht. Tut mir leid."

"Woher.. woher weißt du die Dinge, die du weißt?" Was für ein seltsam klingender Satz... Doch Ellie muss unbedingt wissen, woher Gereon sein Wissen hat.
Seufzend hebt er die Schultern. "Ich weiß nicht, wie es funktioniert. Sie nehmen Kontakt zu mir auf. Und sie zeigen mir, was ich sehen muss."
"Meine Eltern?" Ellie muss sich auf das Bett setzen. Nouki hat ihr Hoffnung gegeben. Dass ihre Eltern ihr Halt geben wollen. Sie hätte das gerne geglaubt. Und nun kommt Gereon an und bestätigt ihre eigene Vermutung, dass das nicht der Fall gewesen ist. Doch das hören zu müssen... Ellie senkt ihren Kopf. "Ich... ich will doch nur mein Leben leben können und mit dem Schmerz klarkommen!", bricht aus ihr hervor.

"Das kannst du." Gereon schaut zu ihr herunter. Sie sieht unendlich traurig aus. 'jemandem geben, was du selbst haben möchtest.' "Ich weiß, dass du sie vermisst. Aber sie sind bei dir. Beinahe jeden Tag." Ein warmes Lächeln legt sich auf sein Gesicht, als er hörbar tief einatmet. "Ich fühle ihre Liebe zu dir. Sie sind so stolz." Gereon geht in die Knie, um Ellie besser ansehen zu können. "Kennst du das Gefühl, wenn dir plötzlich warm ums Herz wird? Wenn du weißt, dass du nicht allein bist? Wenn du Stärke und Freude in dir fühlst?" Sein Lächeln wird breiter, seine Augen füllen sich mit Tränen. "Das sind sie. Das sind deine Eltern."
Ellie wischt sich über die Augen. Kann Gereon wirklich so was spüren? Ist das nur Täuschung? Aber... woher weiß er sonst all diese Dinge? "Du kannst die Toten hören?", fragt sie ihn zitternd. "Hab ich das richtig verstanden?"
Zögerlich nickt er. Nachdem er es so lange verheimlicht hat, ist es ihm noch immer unangenehm. "Es ist schwer zu erklären. Aber ja. Manchmal."
Ellie kann sich nicht zurück halten. Sie wirft sich Gereon in die Arme. Die Vorstellung, dass ihre Eltern stolz auf sie sind... dass sie immer noch da sind.. Vielleicht hatte Nouki doch nicht Unrecht, auch wenn sie sich nicht materialisieren können. In diesem Moment ist ihr egal, wenn Gereon alles nur erlogen haben sollte. Allein die Vorstellung gibt ihr wieder etwas Hoffnung.

In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
>>> Gereon geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen (2) >>>
<<< Tani kommt von Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Jordyn und Tania (2) <<<
<<< Vero kommt von Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High (11) <<<
Charaktere: Ellie, Ben, Tania, Vero
Geschichtsstrang: Ein ruhiger 18. Geburtstag
Ellie krault Kätzchen Rudi, der es sich auf ihrem Schoß gemütlich gemacht hat. Der Kater schnurrt, und auch Ellie genießt das warme Fell unter ihren Fingern. Tiere helfen ihr immer, wenn ihre Stimmung grad nervös ist. Für heute hat sie ihre Freundinnen eingeladen, um zumindest im kleinen Kreis ihren Geburtstag nachzufeiern. Nach der Story mit den Halluzinationen fühlt sie sich nicht in der Stimmung für was größeres. Aber vielleicht lenkt sie das ja auch etwas ab.
Vero steht mit einer Stofftasche vor der Haustür. Sie klingelt. Sie freut sich auf das Wiedersehn mit Ellie und hofft das Geschenk gefällt der Freundin.
Ellie setzt die Katze auf den Boden und rennt zur Tür. "Vero! Komm rein!" Schon länger hat Ellie außerhalb der Schule nichts mehr mit der Freundin unternommen. Es tut gut, sie mal wieder zu sehen und umarmen zu können.

Tania kommt mit ihrem Fahrrad bei Ellis Haus an. Sie schließt es sorgfältig mit einem Sicherheitsschloss an einem nahegelegenen Pfahl ab und steckt den Schlüssel ein. Seit dem Diebstahl von Marinas E-Bike ist sie besonders vorsichtig geworden. Obwohl ihr Fahrrad unmotorisiert ist, kann sie sich kein neues leisten.
Bevor sie zur Tür geht, um zu klingeln, schießen ihr viele Gedanken durch den Kopf. Ihre Freundinnen hat sie nur selten gesehen, seit sie arbeitet. Die gemeinsame Zeit ist knapp geworden. Auch Vero wird heute da sein. Wie wird das Treffen verlaufen? Wird es Spannungen geben? Tania beschließt, sich zusammenzureißen und hofft inständig, dass niemand ihr ihre Abwesenheit in letzter Zeit übel nimmt.
Ellie öffnet auch Tani die Tür. "Schön, dass du da bist." Die Freundinnen geben ihr wieder Mut.
"Danke für die Einladung", bedankt sich Vero bei Ellie herzlich. "Ich hab dir eine Kleinigkeit mitgebracht." Dabei reicht sie ihr die Stofftasche.
Als es an der Tür erneut klingelt sitzt Vero auf der Couch und wartet, bis die nächsten Gäste eintreffen. Als sie Tani sieht schmunzelt sie. "Hey Tani", begrüßt sie die weitere Freundin freundlich. "Wie geht es dir?"

Tania grüßt ihre Freundinnen und gibt dem Geburtstagskind das Geschenk. Dann setzt sie sich neben Vero. "Soweit so gut, ich freue mich auf den heutigen Tag. Mal wieder mit euch Mädel zusammen zu sein. Schade, dass Nouki keine Zeit hatte."
"Ja, wirklich schade.", bestätigt Ellie, "aber wir finden auch schon zu dritt was." Als erstes packt sie Veros Geschenk aus. Es ist ein Buch über unterschiedliche Maltechniken. Ellie strahlt. Sie umarmt ihre Freundin. "Wie cool, danke! Da muss ich später unbedingt mal Techniken draus ausprobieren!" Auch Tanis Geschenk findet Gefallen: Die hübsche Tasse mit Schäferhundmotiv ist sofort Ellies neue Lieblingstasse. "Ein tolles Bild von Toby!", grinst sie.
Auch bei Tani wird sich ausgiebig bedankt. "Ben hat Pizza selbst gebacken, die ist richtig lecker. Cola und Fanta haben wir auch da. Und nachher gibt es sogar noch Kuchen." Ellie lächelt voller Vorfreude. "Ich hatte heute Geburtstag im kleinen Kreis geplant. Mit Gesellschaftsspielen wenn ihr wollt und Filmeabend. Klingt das gut für euch?" Ein wenig nervös ist Ellie schon, dass die Freundinnen eine große Party lieber hätten. Doch nach den Halluzinationen und Ereignissen in letzter Zeit war Ellie nicht in der richtigen Stimmung dafür.

Vero hebt beide Daumen hoch. "Das passt super. Auf die Pizza habe ich schon jetzt Kohldampf", gibt sie ehrlich zu. Ihre Worte werden mit einem Magenknurren begleitet. Eine größere Ansammlung an Partygästen wäre für die Blondine so oder so zu viel gewesen. Der kleine, enge Freundeskreis passt daher. "Ja, Nouki macht sich rar ... seit dem Leon auch weg ist ... weiß nicht ... herrscht ein komischer Vibe. Aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor."
Tania kann sich dazu nur wenig äußern, schließlich hat sie durch ihre Arbeit mit Abwesenheit geglänzt. "Das hört sich jedenfalls gut an, wir drei machen das schon. Wenigstens können wir über Jungs lästern, soviel wir wollen." Grinsend sieht sie zwischen Vero und Ellie hin und her.

Ben hat den Pizzateig mit ganz unterschiedlichen Dingen belegt und nicht nur vegetarisch, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Mädels bedienen sich und sitzen bald darauf mit ihren Tellern im Garten - vor einer Partie Cluedo. "Echt lecker!", lobt Ellie das Mahl, während sie würfelt.. leider nicht hoch genug, um einen Raum zu erreichen.

Die Pizza ist Ben gelungen. Sie schmeckt sehr gut. Vero möchte ungern auf das Thema: >Über Jungs lästern< eingehen. Ihre Gedanken kreisen immer und immer wieder um diesen EINEN ... IHN vermisst sie so sehr. Das Spiel Cluedo lenkt sie von diesem Gedanken-Hamsterrad ab. "Schade Ellie. ... Dann ziehe ich mal mit meiner Figur weiter." Sie hat sich für Oberst von Gatow entschieden. Das Bild der Figur erinnert sie an Papa Hans oder Onkel Jochen. Der Raum wird betreten und die Spielerin überlegt, wie sie den Verdacht äußern könnte. Ein Blick auf ihre Hinweis-Karten hilft dabei. "Ich verdächtige ... >Miss Scarlett< ... den Hausherrn >mit einem Kerzenleuchter< ... >im Salon< ... umgebracht zu haben. ... Wer kann von euch diesen Verdacht widerlegen?" Die Spurensucherin besitzt die Infokarte Salon selbst. Mit dieser Taktik will Vero die tatverdächtige Person und den Tatgegenstand schneller ermitteln und hofft mit dem Salon für Verwirrung zu sorgen.
Tania muss zugeben, dass sie eine der Karten hat. Welche genau, verrät sie natürlich nicht, aber dieser Hinweis könnte ihren Mitspielerinnen schon weiterhelfen. Auch sie würfelt und zieht ein paar Felder vorwärts. Jetzt kann sie ihre Vermutung äußern, doch ihr Hinweisblatt ist bisher wenig vielversprechend. Doch der Spaß steht im Vordergrund.

Ellie, die Professor Bloom spielt, hat beim nächsten Wurf mehr Glück. Sie erreicht die Bibliothek. "Ich verdächtige..." Lächelnd zieht sie Veros Figur mit in den Raum ..."Oberst von Gatow mit der Rohrzange in der Bibliothek." Das Spiel macht Spaß und endet schließlich, als Ellie den Täter einige Runden später tatsächlich herausfindet: Es war ihre eigene Figur in der Küche mit dem Seil. "Na, schau an. Ihr solltet euch vor mir in Acht nehmen!", erklärt sie lachend und vergisst für einen Moment ihre eigenen Sorgen. Es tut gut, ihre Freundinnen um sich zu haben.
Weitere Spielrunden werden erst mal verschoben, als Ben schließlich mit in den Garten kommt und den Kuchen rausträgt. "Lasst es euch schmecken, ihr drei!" Auch der Kuchen ist von ihm selbst gebacken und mit einer großen 18 aus Zuckerguss verziert. Er grinst und klopft Ellie freundschaftlich auf die Schulter. "Endlich volljährig, wie? Auf die Zukunft! Und das Leben mit Verantwortungen und Pflichten!"

Ellies Lächeln erstirbt für einen Moment, als sie Bens Satz an das Gespräch mit Raven Darkholme erinnert. Auch da hatte sie die Erkenntnis durchschossen, dass sie nicht im gleichen Maße bereit zur Verantwortung ist wie andere Leute in ihrem Alter. Doch der Moment dauert nur kurz an und ist schnell wieder unter ihrem Lächeln versteckt. Sie nimmt sich gleich das erste Stück und probiert. "Schmeckt sehr gut! Du solltest Bäcker werden anstatt Gärtner!" - "Oder, ich backe Pflanzen!", schlägt Ben grinsend als Alternative vor, "So was wäre mal etwas Neues!" Es ist nicht erkennbar, ob er Ellies kurzen Stimmungswechsel bemerkt hat oder nicht.
Vero kostet vom Kuchen. Sie ist noch sehr satt von der Pizza. Viel Appetit hat das Mädchen nicht. "Stimme Ellie zu. Dein Bruder könnte auch Bäcker sein. Aber ... ist vielleicht wie bei Papa, dass man was braucht wo man nicht beruflich macht und trotzdem gut drin ist. So als Ausgleich." Sie sieht zu Tania. "Weißt du noch, als wir versucht haben Pancakes zu machen ... und dabei fast die Bude abgefackelt haben?" Die Erzählerin lacht. "Papa war so sauer ... verständlich. Die Küche war rabenschwarz danach."

Die Freundin muss lachen. Diese unbeschwerte Zeit wünscht sich Tania ab und an zurück.
Nachdem sie einen Bissen vom Kuchen genommen hat, stimmt sie Vero zu. "Wenn es mit der Gärtnerei nichts wird, hast du zumindest schon einen Plan B", sagt sie grinsend gen Ben und isst genüsslich weiter.
"Haha, ja, warum nicht? Oder ich mische beides und verkaufe zusätzlich zu den Blumen auch Backwaren." Ben freut sich über das Lob. Vielleicht lässt sich beides ja zur Einweihung vereinen. Da könnte er was für die neugierigen zukünftigen Kunden backen. Er lächelt. Vielleicht sogar tatsächlich in Blütenform. Doch das wäre nur eine Ausnahme, zur Feier. Dauerhaft möchte er lieber beim Gärtnern bleiben.
An diesem Abend hat auch Ellie so viel Spaß, dass sie ihre Sorgen für eine Weile vergessen kann. Ben hält sich meistens im Hintergrund und lässt die Mädchen den Geburtstag feiern. Zum Abschluss gibt es noch einen Disney-Abend, bei dem sich die Mädels einige der Klassiker anschauen wie König der Löwen oder Arielle. Als auch dieser Film endet, ist auch die Feier vorbei. Mit Umarmungen verabschiedet sich Ellie noch von ihren Freundinnen, bevor ihr Bruder diese mit dem Wagen nach Hause fährt.
In Zusammenarbeit mit @Spatz und @RacBadger
>>> Ben und Ellie gehen nach Granite Falls >>>
>>> Tania geht nach San Myshuno (4) >>>
<<< David kommt von Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung Kitty, Felix, Abs <<<
<<< Ellie kommt von Magnolia Promenade Nr. 2 - Shopping Destrict (6) <<<
Charaktere: Ellie, David
Geschichtsstrang: Schlüsselmomente
Endlich Feierabend! Ellie betritt ihr Grundstück, noch in Gedanken versunken. Wie schön, dass Mogli endlich ein neues Zuhause gefunden hat. Der alte Kater war schon so lange bei ihnen, dass sie fast die Hoffnung aufgegeben hatte. Die Seniorin, die ihn adoptiert hat, war sichtlich glücklich mit ihrer Entscheidung. Sogar den Namen wird sie beibehalten. „Er ist es ja so gewohnt!“ Das waren ihre Worte gewesen.
Ellie lächelt. Manchmal ist ihre Arbeit in der Auffangstation wirklich belohnend. Aber auch anstrengend. Sie wühlt in ihrer Tasche. Jetzt hat sie sich aber wirklich ein warmes Bad verdient und… Ellie hält inne, mitten in ihren Gedanken. Wo sind die Hausschlüssel? Panisch sucht sie weiter in ihrer Tasche. Verdammt, wo?? Sie schüttet den Inhalt aus. Handy, Getränkeflasche, Brotdose… alles landet auf dem Boden. Aber keine Schlüssel. Erschrocken blickt sie auf. Sie hat doch tatsächlich vergessen, ihren Hausschlüssel mitzunehmen, als sie die Tür zuzog!

Verdammt, sie wird Ben anrufen müssen. Er hat ja ebenfalls einen Schlüssel für die Tür. Sie wählt seine Nummer, lauscht dem Klingeln. Minutenlang. Ohne Erfolg. Ausgerechnet heute stellt er sein Telefon aus! So wichtig kann doch auch Dora nicht sein!
Ellie spürt, wie ihr die Tränen kommen. Sie hat doch nicht mehr genug Geld für den Schlüsseldienst, nach ihrem Umstyling und den neuen Piercings. Was soll sie tun? Toby ist bei Ben und Dora, aber die Katzen sind doch noch im Haus und warten auf ihr Abendessen!! In ihrer Verzweiflung hat sie nur noch eine Idee: David. Vielleicht kann er ihr helfen, ihr die Angst nehmen. Sie nimmt ihr Handy in die Hand und wählt seine Nummer.
"Shit, Shit, dran bleiben..." Beide Hände voller Gepäck balanciert David den unhandlichen Karton zur nächstbesten Hauswand, wo er ihn mit einem abgewinkelten Bein an der Mauer abstützt, um eilig das Telefon aus der Tasche zu pflücken. Stutzend drückt er den grünen Button. "Ellie. Was geht? Vermisst mich schon?" Das Handy zwischen Ohr und Schulter klemmend, zieht er den Taschengurt nach, der auf den Oberarm zu rutschen droht. Das nächste Mal, wenn er Besorgungen von Rakete erledigt, nimmt er einen Bollerwagen mit. Vorbereitung ist das eine - aber wozu braucht sie den ganzen Kram?
"David!", ruft Ellie in ihr Handy, ihre Verzweiflung deutlich zu hören. "Die Tür ist zu!" Sie schluchzt, erkennt, dass der Satz so nur wenig Sinn macht. "Meine Haustür mein ich. Hab den Schlüssel vergessen."

"Okay, bleib ruhig. Das kriegen wir hin." Den unsicheren Stand ausbalancierend setzt David die zweite Hand an den Karton. Langsam geht er in die Hocke, um das Gepäck auf dem Boden abzustellen. "Also du bist zu Hause und kommst nicht rein. Wo ist der Schlüssel?"
"Wahrscheinlich liegt der seelenruhig auf dem Küchentisch. Beim Frühstück vorhin war das jedenfalls noch so." Sie schnieft. "Aber ich muss doch rein. Die Katzen brauchen ihr Futter! Dabei lief es vorhin doch so gut mit Mogli. Warum kann so ein Tag nie positiv enden?"
"Das kann und wird er." Ein prüfender Blick auf die Uhr, lässt David eine Sekunde das Handy vom Ohr nehmen, bevor er wieder ansetzt. "Okay, pass auf. Du setzt dich in ein Café und versuchst erstmal runter zu kommen. Ich bin gleich auf dem Weg zu dir. Gib mir ..." grob überschlagend geht er die einzelnen Stationen bis nach San Myshuno durch. Schnell die Sachen abstellen, dann wieder los flitzen, ... "circa vierzig Minuten. Dann regeln wir das zusammen."
Ellie nickt, obwohl sie weiß, dass David dies nicht sehen kann. "Gegenüber der Bushaltestelle ist ein Café. Da werde ich warten.", sagt sie schließlich. "Und danke..." Besser, als vor dem Haus zum zu stehen. Ein paar Münzen für ein Getränk und Kuchenstück hat sie auch noch übrig. "Ehrlich. Soll ich dir dann gleich was mitbestellen?"
Leise lachend verneint er, verabschiedet sich bis später und macht sich auf den Weg.
Wieder im Zug sitzend, gibt er einen Zwischenstand ab, um ihr die Unruhe zu nehmen. Für ihre Verhältnisse war sie bemerkenswert aufgewühlt. Ob das daran liegt, dass die Tiere nicht versorgt sind? Oder hat sie einfach prinzipiell einen schlechten Tag? Zwar waren sie sich während der Arbeit einige Male über den Weg gelaufen, doch jeder in seine Aufgaben vertieft, so dass sie nur kurz und oberflächlich miteinander sprachen.
Die Landschaft zieht zum dritten Mal an diesem Tag an ihm vorbei, während David sich bei etwas Musik auf den Ohren entspannt und so kommt die Fahrt ihm kaum länger vor als zwanzig Minuten.
Munter betritt er das Café und sieht Ellie am Tisch sitzen. Leicht angespannt wirkt sie, wie sie vermutlich im Minutentakt zur Eingangstür aufschaut. "Rettung ist da.", lacht er ihr breit entgegen.

Nun schleicht sich doch noch ein Lächeln über Ellies Gesicht. Sie schiebt den mittlerweile leeren Kuchenteller und die Tasse auf das Tablett. "Schön, dass du da bist!" Sie umarmt ihn stürmisch, stößt dabei beinahe den Tisch um. Auch, wenn keine Tränen mehr fließen sieht man ihr diese noch immer an. "Das war vielleicht ein Schock vorhin, glaub mir!"

Lachend fängt er sie auf, seine Hände an ihrem Rücken und streicht ihr eine ihrer neuen Strähnen über die Schulter zurück, als sie sich von ihm löst. "Keine Panik, das ist ein Klacks.", zwinkert er ihr aufbauend zu. "Ich kenn da einen Trick." Wie selbstverständlich nimmt er das Tablet und bringt es auf dem Weg hinaus zur Geschirrrückgabe. "Du hast von Katzen gesprochen.", erinnert er sich, "Heißt das, ich werde Toby nicht kennenlernen?"
Die Stadt hüllt sich in zunehmende Dämmerung, als sie zusammen über die Straße gehen und kurz darauf das Grundstück der Familie Hawk erreichen. Zwar weiß David schon seit dem Fiasko auf Sulani, wo Ellie wohnt, doch hat er ihr zu Hause nie von innen gesehen. Eine gewisse Neugier könnte er nicht abstreiten, würde man ihn danach fragen.
"Darauf wirst du leider noch ein wenig warten müssen.", erzählt Ellie, doch nun lächelt sie, "Im Gegensatz zu den Miezen kommt er mit einer fremden Umgebung sehr gut klar. Daher hat Ben ihn mitgenommen, um seine Freundin zu besuchen. Toby kennt Dora ja schon und lernt nun auch kennen, wie sie wohnt." Sie lehnt sich an die Hauswand. "Aber irgendwann begegnest du dem Hund sicher auch noch."
"Darauf freu ich mich." Wie vor einer schwierigen Übung schiebt David die Finger beider Hände ineinander, biegt und dehnt sie, so dass es zwei mal leise knackt. "Was jetzt passiert, siehst du nicht. Klar?" Seine hellen Augen fixieren sie ernst, doch ein zartes Grinsen kann er sich nicht verkneifen. Aus der Gesäßtasche zückt er ein Etui, halb so groß, wie das einer Brille. Den Deckel zurückgeklappt, kommt ein Set mehrerer Dietriche zum Vorschein. In unterschiedlicher Länge, Stärke und Form aufgereiht, nimmt er zielstrebig einen geraden heraus, ehe er sich zum Schloss herunterbeugt, um es genauer zu betrachten. Vorsichtig fädelt er das Werkzeug hinein und dreht es kaum merklich zwischen Daumen und Zeigefinger, wirkt konzentriert, nickt nach einem Augenblick und drückt Ellie das Etui in die Hand. Mit spitzen Fingern wählt er einen zweiten Dietrich aus der Sammlung - mit einer leichten Krümmung im Verlauf - und schiebt ihn behutsam nahe dem ersten ins Schloss. Eine kleine Drehung, leicht angehebelt und mit schelmischem Grinsen ertönt ein helles Klicken - die Tür springt auf. Zuerst den krummen Dietrich, dann den geraden zieht er heraus, pustet über beide, wie der Actionheld über seine Schusswaffen und legt sie zurück ins Etui, das daraufhin wieder in der Hosentasche verschwindet. "Bitte sehr, Mi Lady," mit einer einladenden Geste zieht er die Tür auf und deutet Ellie einzutreten.

Spielerisch hebt sich Ellie ihre Hand vor die Augen. "Ich seh nichts, keine Sorge!" In Wirklichkeit blinzelt sie, überrascht über Davids Fähigkeiten. Woher hat er Schloss knacken gelernt? Warum besitzt er so ein Werkzeug? Noch bevor sie dazu kommt, sich bei ihm zu bedanken, wird sie von einem lauten Maunzen begrüßt. Mia beschwert sich lautstark über die Verspätung. Lächelnd dreht Ellie sich zu David um. "Ich fürchte, das gibt eine 1-Stern Bewertung, samt Beschwerde an den Manager." Sie nimmt die Katze auf den Arm, krault diese. "Das ist übrigens Mia.", erklärt sie, "und ihr orangener Bruder ist Rudi." Dieser lugt um die Ecke und fällt ebenfalls in ein lautes Miauen. "Beides Findelkätzchen. Ein drittes wohnt nun bei Nouki, einer Freundin."
In diesem Moment ist Ellie zu froh darüber, endlich drinnen zu sein, um weiter nach Davids Dietrichen zu fragen. Während sie das Futter für die beiden hungrigen Tiere bereit stellt, sieht sie ihn an. "Danke für deine Hilfe."

"Hi, Mia. Nabend Rudi." Selig betrachtet David die beiden Tiere und Ellies Umgang mit ihnen. Es ist nicht zu übersehen, dass das Gegenseitige Vertrauen stark ist. So wie es sein soll. Wie es alle kleinen und großen Seelen verdient hätten. "Kein Problem, mach ich gern." Da ist wieder dieser weiche, ungewohnt warme Klang in seiner Stimme. Frei von Stichelei und Sarkasmus. Kein Spiel, nur ehrliche Wertschätzung. Als würde sich ein Hebel in seinem Kopf umlegen, ändert sich sein Ausdruck. Interessiert sieht er sich nach allen Seiten um, hebt eine Braue amüsiert in die Stirn und lässt ein klangvolles Schmunzeln aus dem Gesicht gleiten. "Ihr habts nicht so mit Deko, was? Eher die bescheidenen Leute." Sein Blick trifft ihren. "Passt zu dir. Bescheiden und genügsam."
"Geld ist knapp.", erklärt Ellie ernst, "Da müssen wir nehmen, was geht." Lächelnd sieht sie den Katzen zu, die hungrig ihr Mahl verspeisen. "In meinem Zimmer ist aber ein wenig mehr los. Dort..." Sie wird von ihrem Handy unterbrochen, das laut klingelt. "Hi, alles in Ordnung bei dir?" Bens Stimme dröhnt durch das Gerät, laut genug, dass auch David mithören kann. "Du hattest vorhin ja versucht anzurufen. Ich war mit Dora im Kino und daher war mein Handy ausgeschaltet." Ellie sieht zu David, grinst, dann antwortet sie: "Nein, nein, alles gut. Hat sich erledigt." Sie verabschiedet sich und legt auf.

"Ich erzähle es ihm später.", erklärt Ellie. "Gibt keinen Grund, ihm den Tag zu versauern. Und dank dir hat es ja geklappt." Einen Moment zögert Ellie, doch dann siegt ihre Neugier: "Apropos: Woher hast du eigentlich diese Fähigkeiten mit dem Tür knacken?"
David selbst hat auch nicht viel Geld übrig. Immerhin ist er noch in der Ausbildung. Würden seine Eltern nicht die Hälfte der Miete zahlen, würde es des Öfteren nicht bis zum Monatsende reichen. Trotzdem kann er sich vor Deko kaum retten. Zugegeben - das meiste davon ist geklaut. In so spartanischen Räumen zu leben, könnte er sich nicht vorstellen. Aber manche Sims sind durchaus genügsamer als er. Vielleicht haben die Geschwister gar nicht den Drang, sich mit allerhand Krempel zu umgeben.
Beide Brauen hüpfen angeregt einen Zentimeter höher, doch sein Ausdruck bewegt sich in dem undefinierbaren Kalkül, das ihn hin und wieder umweht. "Weißt du, Ellie, das könnte ich dir sagen." Er neigt sich ein Stück zu ihr herunter, seine Stimme wird leiser. "Aber dann müsste ich dich töten."
Der Kater lässt schnauzeleckend von seinem Futter ab und bewegt sich zaghaft neugierig auf den Besucher zu. Sofort im Modus, umworben zu werden, hockt David sich herunter, streckt dem Tier langsam eine Hand zu beschnuppern entgegen und freut sich sichtlich, als er den Atemzug an den Fingern spürt. "Das hat geschmeckt, was?" Von unten zu Ellie hinaufschauend, setzt er ernst an: "Es wäre mir lieb, wenn du keinem sagst, WIE du heute ins Haus gekommen bist. Erfinde irgendwas. Aber behalte diese Einbruchskiste bitte für dich." Die flache Hand streicht vom Kopf über den Rücken des Katers, ehe David sich zu voller Größe aufrichtet. "Kann ich mich auf dich verlassen?"

"Ich verspreche es.", sagt Ellie dankbar. "Am besten, ich sage gar nichts weiter zu dem Thema. Du Bad Boy." Spielerisch lässt sie den Zeigefinger wackeln. "Ts ts ts." In diesem Moment muss sie selber lachen. "Sorry. Ich bin überrascht. Ich entdecke Seiten an dir, die ich nicht kannte. Aber die gut zu dir passen."
Obwohl es klar ist, wie sie das meint, ist er sich insgeheim nicht sicher, ob das wirklich ein Kompliment für ihn ist. Vielleicht weiht er sie irgendwann mal ein, in das eine oder andere Geheimnis.
Doch für den Moment lässt er den Bad Boy im Raum stehen und nickt ihr grinsend zu. "Krieg ich ne Führung?"
"Na klar!" Ellie erhebt sich schnell. "Komm mit!" Sie führt ihn rum, zeigt ihm den Keller, Büro, Bens Zimmer... und all die anderen Räume. Ihr eigenes Zimmer kommt als letztes dran. "Und nun..." Hier grinst sie, "... kommt das beste Zimmer von allen!" Feierlich öffnet sie die Tür, lässt ihn eintreten. "Wenn es draußen noch hell wäre, hätte ich dir das Gewächshaus und den Teich zeigen können. Aber jetzt erkennt man da nicht mehr viel in der Dunkelheit. Da wirst du dich vorerst mit meinem Zimmer zufrieden geben müssen." Sie lässt sich auf das Bett fallen. "Das ist Toby.", sagt sie und zeigt auf ein Gemälde an der Wand.
"Ihr habt wirklich einen ungewöhnlichen Stil.", bemerkt er, erwischt sich aber dann bei dem Gedanken, dass Mancher das wohl auch über ihn sagen würde. Dem Fingerzeig folgend betrachtet er die Bilder an der Wand. Den Schäferhund kennt er bereits von den Fotos aus Forgotten Hollow. Er scheint wirklich einen großen Platz in ihrem Herzen einzunehmen, denkt David still. Möglicherweise hat er über den schlimmsten Verlustschmerz hinweggeholfen, als die Eltern starben. Erst vor Kurzem, während der Radtour, hatte sie davon erzählt und ihm damit einige neue Sichtweisen über die Geschwister gegeben. "Du bist wirklich fleißig.", bemerkt er bei dem Anblick der Gemäldesammlung. "Was machst du mit den Bildern? Sortierst du die irgendwann aus? Verkaufst du welche? Oder behältst du alles?"

"Manche verschenke ich, manche verkaufe ich.", erklärt Ellie. "Manchmal nehme ich auch Aufträge an. Aber in letzter Zeit hat sich wirklich viel angesammelt. Hatte eine kreative Phase." Sie lächelt, als ihr plötzlich eine Idee kommt. "Eigentlich ist die Idee aber gar nicht mal so schlecht. San Myshuno wird viel besucht. Das wären viele potentielle Kunden, wenn ich einen Straßenverkauf starte." Ihr Gesicht strahlt. "Und den Erlös kann ich dann für die Auffangstation sammeln!"
"Nobel.", nickt David anerkennend. Zumal sie gerade erst sagte, Geld sei knapp. "Ich hab keinen Einblick in die Zahlen, aber ich sehe Fionas besorgten Blick am Ende des Monats.", denkt er halblaut. "In der Mitte des Jahres kommen deutlich weniger Spenden rein. Urlaubszeit und so." Mit einem Kopfrucken deutet er Ellie, ein Stück beiseite zu rutschen, so dass er sich kurzerhand neben sie setzt. "Dann solltest du dich mal ans Werk machen. Welche Schätze willst du verhökern? Und zu welchem Preis? Wo willst du dich und deine Kunst präsentieren? Solche Aktionen müssen gut durchdacht sein, wenn sie was einbringen sollen."
Ellie geht zum Regal. Dort sammelt sie alle Bilder, die zum Verkauf in Frage kämen. Eines zeigt eine Katze, das andere Vögel im Himmel, und andere zeigen die Natur. Sie breitet die Bilder auf dem Bett aus. Insgesamt sind es Acht in verschiedenen Größen. "Die sind während besagter kreativer Phase entstanden.", erklärt sie. "Bisher hatte ich keinen Platz zum Aufhängen. Aber vielleicht muss ich das ja auch nicht, wenn ich sie verkaufe." Sie überlegt eine Weile. "Aber ich finde das immer schwer einzuschätzen, was so ein Bild wert ist. Vielleicht sollte ich Preise recherchieren. Aber was den Ort betrifft, bietet sich der Marktplatz an!"

Ohne Umschweife steht David auf, um Platz zu machen, als Ellie mit den ersten Bildern auf ihn zukommt. Friedliebende, beobachtende Naturmotive. Dafür finden sich auf jeden Fall Abnehmer. "So schwierig ist das nicht.", zuckt er mit einer Schulter. "Materialkosten plus Arbeitszeit. Was bist du dir für eine Stunde deines Lebens wert?"
Ellie überlegt eine Weile. "Ach, das Talent sollte beim Stundenpreis natürlich auch eine Rolle spielen. Aber daran mangelt es mir ja auch nicht." Sie lächelt. "Hm... die kleinen Leinwände haben natürliche einen geringeren Preis. Weniger Materialkosten. Was die Leinwände kosten, ist schnell ausgerechnet. Bei Farbe ist das schwieriger. Wieviel Prozent der Tube ist nun verbraucht? Da werde ich schätzen müssen." Sie sieht David entschuldigend an. "Ich werde mir da mal Gedanken machen. Ein paar mehr Bilder sollte ich vielleicht ohnehin noch malen, damit es mehr werden."

Ellie räumt alles wieder weg, macht Platz auf dem Bett. Kaum ist die letzte Leinwand wieder verstaut, fällt ihr Blick aus dem Fenster. Es ist wirklich spät geworden mittlerweile. Und dunkel trotz sommerlicher Zeit. Sie traut David durchaus zu, sicher nach Hause zu finden. Aber sie möchte auch nicht alleine hier bleiben. Ellie atmet noch einmal tief ein, dann nimmt sie ihren Mut zusammen. "Willst du vielleicht hier übernachten? Ben ist heute Nacht bei Dora, sein Bett wäre also frei. Und Schlafsachen finden wir bestimmt schon in seinem Schrank." Sie zwinkert. "Muss er ja nicht wissen!"
Ein Blick aufs Handy genügt. "Naja, der letzte Zug ist durch. Wenn, dann müsste ich Bus fahren." Nachdenkend schiebt er das neue Piercing im Stichkanal hin und her. Trotz guter Heilung zwickt es noch ein wenig. "Da wäre ich vermutlich über eine Stunde unterwegs." Das Telefon verschwindet in der Hosentasche, Davids Blick trifft Ellies. "Das Angebot nehm ich an, danke. Aber das Sofa wird ausreichen. Kommt mir respektlos vor, sein Bett zu benutzen."

„Natürlich, das geht auch.“ Ellie lächelt. „Aber wunder dich nicht, wenn dich die Katzen dann wecken. Die mögen das Sofa.“ Sie mustert David, wird leicht rot. Sie ist noch immer so verknallt in ihn, wie am ersten Tag. Und jetzt will er hier übernachten! Aufgeregt, wie sie ist, starrt sie ihn eine Weile an, bis sie sich dann doch selbst zur Ordnung ruft. „Eine Decke. Die brauchst du ja auch noch.“ Sie geht zu ihrem Schrank, holt eine Kuscheldecke hervor. Für den Sommer sollte das reichen.

Das Amüsement über Ellies Zerstreuung lässt David sich nicht anmerken. "Danke dir.", nimmt er das wärmende Bündel entgegen. Zurück im Wohnzimmer realisiert er den Zweisitzer. Nun ja, die Beine wird er dann wohl über die Seitenlehne baumeln lassen. Angenehm wird das nicht. Aber vielleicht ... "Hör mal, Ellie,", beginnt er mit nachdenklicher Mine, "ich will bestimmt keine Umstände machen oder so, aber ... naja, wenn ich mir das Ding so ansehe, bin ich doppelt so lang. Meinst du, ich könnte in deinem Bett pennen?" Das Risiko, Ellies Gesichtsfarbe zu sprengen, ist er bereit einzugehen. Es wäre weniger schräg, wenn sie anstatt seiner das Zimmer ihres Bruders bezieht. Wenn es nach ihm ginge, könnten sie sich auch ein Bett teilen. Sie sind beide alt und vernünftig genug, erwachsen mit einer solchen Situation umzugehen. Aber irgendetwas an ihrer Ausstrahlung sagt ihm, dass er diesen Gedanken lieber für sich behält.
Ellies Blick wandert zu David. Die Nervosität kann sie nicht ganz verbergen. "Oh, ja ja. Natürlich.", stammelt sie nervös. "Wäre wirklich etwas kurz für dich." Sie weiß einen Moment nicht, was sie mit der Decke in ihrer Hand anfangen soll. Ihre Finger krallen sich in den weichen Stoff, als suchten sie dort Halt. Aber dann beruhigt sie sich wieder. Sie arbeitet doch schon lange genug mit ihm zusammen. Was ist denn schon dabei?
"Hast noch Lust nen Film zu sehen vorher?", fragt sie, um die Stimmung aufzulockern, "Nach Schlafen gehen ist mir jedenfalls noch nicht."
"Klar.", erwidert er schulterzuckend mit offenem Blick. "Was hast denn anzubieten?" Seine Augen werden schmal, als er den Kopf etwas neigt. "Was guckt sich Ellie Hawk gern an? Nein, sags mir nicht." Hastig hebt er eine Hand. "Komödien. Abenteuer und leichte Unterhaltung."
Ellie fühlt sich ertappt. "An meinem Geburtstag hatten wir 'nen Disney Abend gemacht. Mit den ganzen Klassikern. Entspannende Filme, ohne Stress." Sie sieht ihn an. "Aber wenn du lieber Bock auf etwas anderes hast, bin ich auch dabei." Sie führt ihn zu dem kleinen Fernseher, breitet schwungvoll die Decke auf dem Sofa aus. "In der Filmbibliothek gibt es ja genug Auswahl. Gerne auch welche, die ich noch nie gesehen habe."

"Da finden wir schon was." David streift die Schuhe ab, und schiebt sie unter das Sofa, ehe er sich auf dem Polster fallen lässt. Zum Film schauen, muss man gepflegt herumlümmeln, findet er. Gemeinsam durchforsten sie die Bibliothek, bis sich sein Gesicht erhellt. "Da. Wie wärs mit 'Whatever works'? Steht auf meiner To Do Liste. Wenn du Bock hast ... ? Zynisch, intelligent und humorvoll - Nach dem, was ich gehört hab."
Ellie liest sich kurz durch, worum es in dem Film geht. Klingt zumindest nicht nach Horror. "Klar, warum nicht?" Sie schmunzelt. "Ich weiß, dass Ben den Film mag, aber ich habe ihn auch noch nie gesehen. Dann mal los!"
Aufblende:
Eine Straßenszene in New York, unspektakulär und alltäglich – Menschen gehen vorbei, eine kleine Ansammlung sitzt in einem Café. Mitten in dieser Normalität sitzt Boris, ein älterer Mann mit gebeugter Haltung, scharfen Gesichtszügen und einer nervösen Energie. Während um ihn herum Gelächter und banale Gespräche laufen, wirkt er fehl am Platz, grüblerisch, ungeduldig. Plötzlich bricht er aus der Szene aus: Er steht auf, als hätte er keine Geduld mehr für das kleine Gerede, dreht sich in Richtung Kamera und beginnt, direkt in die Kamera zu sprechen. Die übrigen Figuren beachten das nicht – als sei er der Einzige, der eine zusätzliche Ebene wahrnimmt. So verwandelt sich die anfänglich gewöhnliche Stadtszenerie unvermittelt in ein Bühnenbild für Boris’ Monolog – in einem zynischer Kommentar erklärt er seine Sicht auf die Welt: dass das Leben chaotisch, voller Leid und letztlich bedeutungslos sei. Er beschreibt seine eigene Vergangenheit, darunter auch einen gescheiterten Selbstmordversuch, und legt den Grundton des Films fest – eine Mischung aus schwarzem Humor, Philosophie und existenzieller Verzweiflung.
Plötzlich taucht die junge Melody auf – blond, naiv, mit großen Augen, hckt sie obdachlos nah seiner Wohnung, und überredet ihn, für eine Nacht bei ihm unterkommen zu können. Aus einer Nacht, werden zwei, eine dritte folgt und schließlich gewöhnt er sich so sehr an ihre Gesellschaft, dass sie schließlich fest einzieht - nicht zuletzt, weil ihr junges naives, aber durchaus neugieriges Dasein sich wunderbar mit seiner vorherrschenden Eigenschaft deckt, bei jeder Gelegenheit seinen Intellekt zu präsentieren.

Es folgen Spaziergänge durch die Stadt, Streitgespräche auf offener Straße, kleine Momente von Zuneigung, die im schroffen Ton Boris’ verborgen liegen - bis die beiden Mitbewohner zu einem ungewöhnlichen Paar werden und sogar heiraten.
Dann der Bruch: Melody’s Eltern erscheinen, verkörpert in bunten, fast überzeichneten Szenen, wie sie in New York selbst ihre starren Südstaatenidentitäten abstreifen und sich in neue, überraschende Lebensweisen stürzen. Die Kamera fängt diese Transformationen mit komödiantischem Schwung ein – grelle Farben, schnelle Schnitte, ein Gewirr von Begegnungen.
Am Ende aber kehrt die Erzählung zu Boris zurück: einsam, doch umgeben von einem neuen Kreis ungewöhnlicher Menschen, jeder mit seinen Zufällen, Irrtümern, neuen Lieben. Die letzte Einstellung wirkt fast wie ein Augenzwinkern – Boris blickt noch einmal in die Kamera, als wolle er uns daran erinnern, dass Glück kein Plan ist, sondern etwas, das man im Chaos findet, wenn man es zulässt.
Hier und da lacht David auf, mal laut und herzhaft, mal genießend in sich hineinkichernd. Schmunzelnd stimmt er nickend den zahlreichen Monologen des Griesgrams zu und freut sich sichtlich über die Frische, die der weibliche Gegenpart einwirft. Ein großartiger Schlagabtausch mit viel geistiger Wahrheit in brisant schwarzem Humor verpackt. Nach ziemlich genau eineinhalb Stunden flimmert der Abspann über den Bildschirm und als wäre dies ein Schalter in seinem Gehirn, gähnt er auf, streckt sich mit hoch erhobenen Armen und fällt dann in sich zusammen. "Das war super.", freut er sich sichtlich und ehrlich amüsiert. "Der Kerl hats kapiert." Ein anerkennendes Lachen rutscht hinter den Kommentar.
"Ich fand auch schön, wie Melody ihm die Freude am Leben zurück gab.", erklärt Ellie lächelnd. "Aber ich verstehe, warum Ben den Film so mag. Hätte ich mir mal früher anschauen sollen." Etwas leiser fügt sie noch hinzu: "Vielleicht wollte auch er zurück ins Leben finden nach dem Tod unserer Eltern." Sie reckt sich, vertreibt die traurige Stimmung. "Aber ich glaube, so langsam sollte ich auch mal pennen gehen." Ben hat sicher nichts dagegen, wenn sie sein Bett nutzt.

Einen Moment sieht David sie ernst von der Seite an. Er kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, sämtliche Elternteile auf einen Schlag zu verlieren. Wie überlebt man diese Art von Schmerz? Er erinnert sich nur dumpf an den schlimmsten Moment seines Lebens - als Pita sich allem zu entziehen versuchte und er für Wochen irgendwo zwischen Schmerz und Wut taumelte. Nicht nur der Pragmatismus in ihm, sondern auch der Hang zur Perfektion, hatten ihn vor der gröbsten Emotionalität geschützt, die andere so gern in ihm gesehen hätten. Dennoch würde er alles tun, um derartiges nie wieder fühlen zu müssen.
Die hochgezogenen Füße vom Sofa zum Boden richtend, streift er ihren Schenkel. "Oh, entschuldige,", hebt er einen Mundwinkel mitsamt der Schulter der selben Seite, "ich bin einfach zu lang." Er greift nach der Decke, um sie der Länge nach zusammenzulegen, während er sich nach einer frischen Zahnbürste erkundigt. Ein Minimum an Körperhygiene darf bei aller Spontanität bleiben.
Ellie blickt einen kurzen Augenblick auf ihre Schenkel, dort, wo David sie berührt hat. War das wirklich nur ein Versehen? Doch sie kommentiert das Thema nicht weiter. "Ich schau mal, ob ich was finde." Sie geht ins Badezimmer, durchwühlt die Schränke. Hatte sie nicht letztens eine Packung mit zwei Zahnbürsten gesehen? Eine davon hat sie selbst genutzt, aber die andere müsste eigentlich noch übrig sein. Im kleinen Schränkchen über dem Waschbecken wird sie schließlich fündig.
Sie geht zurück zu David, wirft ihm die Zahnbürste samt Packung zu. "Hier, ganz frisch.", erklärt sie lächelnd.
"Perfekt, danke.", fängt er die Packung auf und schlendert kurz darauf ins Bad. Keine frische Wäsche, nichts zum Rasieren, keine Schlafklamotten. Der Vorausplaner in ihm kämpft noch immer mit der Spontanität des Abends, während der innere Pragmatiker hinnehmend die Schultern zuckt. Dann macht er sich eben morgen vormittag zu Hause frisch. Er muss ohnehin erst den Kram abholen, bevor er nach Del sol fahren und dort die Installation vorbereiten kann. Behutsam achtet er beim Zähneputzen darauf, möglichst wenig Schaum an das noch nicht ganz verheilte Zungenpiercing zu bringen. Im Schrank findet er Mundspülung, mit der er kurzerhand verdünnt nachgurgelt, bevor er wieder zu Ellie geht, um ihr eine gute Nacht zu wünschen. "Hast ne Idee, wann du aufstehst?", fragt er, die Klinke zu ihrem Zimmer bereits in der Hand. "Hab noch einiges zu tun morgen."

"Ach allzu lange schlafe ich normalerweise nicht. Auch nicht, wenn ich, so wie morgen, nicht am nächsten Tag raus muss." Neugierig sieht sie ihn an. "Was hast du morgen denn noch vor?"
"Ach, das ist nicht so spannend.", winkt David schulterzuckend ab. "Ich helfe beim Aufbau von einer technischen Ausrüstung. Irgendwie muss man ja seinen freien Tag rumkriegen. Ich werd dann gegen halb neun losmachen, denk ich." Die Augen pressen sich überlegend zu schmalen Schlitzen zusammen. Nur einen kurzen Moment, ehe der Blick sich neutralisierend erhellt. "Gute Nacht, Ellie. Schlaf gut." Mit einem offenherzigen Lächeln schenkt er ihr einen letzten Blick und verschwindet im Zimmer.
- Nachts -
Das Auto fährt die dichtbefahrene Straße entlang. Das Radio ist aufgedreht, es läuft ruhige, fröhliche Musik. Ellie sieht sich selbst im Auto, neben ihr David am Steuer. Sie nähert sich ihm, will ihn gerade küssen... als ein anderes Lastwagen in rasender Geschwindigkeit auf sie zu rast. Ein Geisterfahrer!
"Ahhh!" Noch bevor es zu einem Crash kommt, wacht Ellie aus ihrem Alptraum auf. Es donnert draußen. Das Gewitter entlädt sich draußen.
Neben ihr auf dem Boden kniend sitzt David, die Erscheinung fahl durch das spärliche Licht, das durchs Fenster in den Raum dringt. Beide Hände eben noch an ihren Schultern, als hätte er sie fest gepackt, schweben sie nun mit leichtem Abstand zu ihr in der Luft. "Hey." Seine Stimme ist sanft, leise, fast besorgt, als er besonnen spricht: "Es ist alles okay. Du hast geträumt."
Ein Traum! Es war nur ein Traum. Ellie blickt aus dem Fenster, hört das Gewitter. Ist es das, was das ganze ausgelöst hat? Erst langsam realisiert sie, wer da vor ihr steht. "David?" Sie reibt sich die Augen. Er lebt! Es war wirklich nur ein Traum! Erleichtert wirft sie sich ihm in die Arme. "Wie schön, dass du jetzt hier bist!"
Für eine Sekunde überrascht spreizt er die Unterarme ab. Ellies Gesicht schmiegt sich an seine Brust, ihre Hände klammern sich an seine Schulterblätter. "Ja, ich bin hier.", wiederholt er tröstend und legt die Hände auf ihrem Rücken ab, streicht mit angenehm festen Druck auf und ab, während sein Brustkorb sich gleichmäßig hebt und senkt. "Gehts wieder?", fragt er nach einigen stillen Sekunden, ohne den Kontakt zu lösen. "Willst du davon erzählen?"

"Ja geht!", Sie lächelt. "War nur ein Traum." Sie wischt sich über die Augen. "Hab geträumt, wir wären in einem Auto unterwegs, als plötzlich ein Lastwagen gegen uns fuhr." Sie stockt einen Moment. "Fast so wie meine Eltern gestorben sind, nur dass es bei ihnen ein Raser war, kein Lastwagen." Niedergeschlagen blickt sie auf den Boden. "Ich weiß nicht mal, was den Traum getriggert hat. Normalerweise habe ich keine Angst vor Gewitter."
"Ich bin kein Fachmann,", David schiebt sich ein Stück von ihr weg, um sie ansehen zu können, "aber manche Sachen arbeiten ja immer unterschwellig in einem. Vielleicht braucht es da keinen offensichtlichen Trigger." Die Besorgnis in seiner Mine lichtet sich. "Hauptsache, es ist vorbei." Ein greller Blitz lässt das Zimmer für eine Sekunde flackernd aufleuchten, unmittelbar danach dröhnt der Donner durch die Wände. "Rutsch mal rüber." Spielerisch schiebt er Ellie mit der Hüfte an die Bettkante und flezt sich daneben. Sein Arm liegt um ihre Schultern, so dass ihr Kopf unweigerlich auf der Außenseite seiner Brust landet. "Der Homosapiens schläft viel besser in Gesellschaft, weil er ein Rudeltier ist.", beginnt er, irgendwo zwischen lehrend und beruhigend, zu plappern. "Die körperliche Nähe zu Anderen vermittelt Ruhe und Sicherheit. Ist wie bei Wölfen."
"Ein Rudeltier also?" Ellie fällt nun doch wieder in ein leichtes Schmunzeln, "Solange du nicht anfängst, den Mond anzuheulen, kannst du bleiben." Sie atmet tief ein. Hat sie das jetzt wirklich gesagt? Er spricht von körperlicher Nähe, und sie sagt einfach, dann kannst du bleiben? Ihr Herz schlägt, sie lauscht dem Donner, der sich draußen entlädt. Doch sie nimmt ihren Satz nicht zurück und bleibt dabei.
"Den sieht man bei diesem Wetter sowieso nicht." David schließt die Augen und verfällt in schläfriges Murmeln. "Bei der nächsten Übernachtung vielleicht."
"Ja!" Ellie gähnt. "Ich werde darauf warten, Mister Wolf." Sie spürt die Müdigkeit in ihren Augen, schaut aus dem Fenster. Noch immer dunkel. Noch immer mitten in der Nacht. Sie spürt Davids Körperwärme neben sich. Eigentlich ist das schon gemütlich. Sollte ich vielleicht... Weiter kommt ihr Gedanke nicht mehr. Sie ist bereits wieder eingeschlafen.
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
>>> David geht nach Tartosa - Haus Fam. Falck Sr. >>>
>>> Ellie geht nach San Myshuno Nr. A - Central Park (4) >>>
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