Brindleton Bay

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14.05.2024 15:30 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2024 15:24)
#41
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Schicksalslenker

Wieso trägt Tomasz eine Dose Fisch in seiner Hosentasche spazieren? Proviant für unterwegs? Ungewöhnlich, aber es kommt mehr als gelegen. Jules wird angelockt und eingefangen. „Ich bringe den Schlawiner wieder in sein Nest und ihr geht schon mal zum Steg. Ich komme nach.“ Der Mann wirkt zufrieden, als er seine Katze wieder nach oben trägt. Tomasz hat ihnen mit dieser Aktion die Unterschrift für den bisher wackeligen Friedensvertrag mit dem Leuchtturmwärter verschafft. Erleichtert zeigt Nouki ihm das Victoryzeichen, wischt sich lächelnd über die Stirn, als wolle sie Schweiß entfernen und zieht ihr Handy aus der Tasche. Die Überfahrt ist gesichert. Zeit ihren Eltern Bescheid zu sagen. Als das erledigt ist, kehrt der Mann zurück und Ellie und Felix unterbreiten ihre Vorschläge.
Hm, zum Müll sammeln kommen regelmäßig Gruppen der Schule und dem Kindergarten von Brindleton, aber die Idee mit den Bildern gefällt mir. Das alte Wohnhaus soll diesen Sommer umgebaut werden. Eine Dauerausstellung zur Geschichte der Insel, Flora, Fauna und seltene Tier-und Pflanzenarten im Speziellen wird eröffnet. Entsprechende Bilder wären nützlich. Wir können in Kontakt bleiben und nochmal in Ruhe darüber reden.“ bietet der Mann Felix an.

Na dann, an Bord ihr Landratten.“ Während ihr Kapitän das Boot überprüft und die Leinen löst, suchen sich alle einen Sitzplatz. Kurz darauf knattern sie schon über das Meer und Nouki fragt sich, ob es dieses Motorboot war, was sie ab und zu in der Ferne vernommen hat. Dann waren sie vielleicht gar nicht so verlassen auf der Insel wie angenommen. Der Gedanke nimmt ihr nichts von dem gruseligen Gefühl, dass in ihrem Inneren tobte, als Gereon das Totem weg geworfen hat.
Diese Erinnerung wird bleiben, auch wenn sie wahrscheinlich nie heraus finden werden, was es mit all diesen Kultgegenständen und der Kammer in der Tiefe auf sich hat.
Sie lässt ihren Blick über das nächtliche Meer wandern. Die Hafenlichter von Brindleton Bay glitzern wie Hoffnungsschimmer am Ufer. Nouki atmet tief auf und entspannt sich, bis ihr Blick an einer kleinen Figur haften bleibt, die im Cockpit beim Steuer befestigt ist. Derselbe Hund wie die geschnitzte Figur im Kellerraum, nur kleiner. Unwillkürlich krampfen sich ihre Hände zusammen. Mit wem sind sie hier auf dem Boot unterwegs?
Angespannt fasst sie sich ein Herz. „Ist das Ihr Hund? Die Figur neben dem Steuerrad?“ Der Mann wendet kurz den Kopf. „Nein, das ist ein Talisman. Er stellt den Hund des sagenumwobenen Leuchtturmwärters dar, der Teil der Legende um die Insel ist.“ Er sieht wieder geradeaus. „Ein Schäferhund namens Baron. Dazu existieren noch Aufzeichnungen, die irgendwann auch im Museum ausgestellt werden sollen.“
„Er soll Glück bringen und das Boot schützen?“ erkundigt sich Nouki weiter. - „Wenn man so will.“ brummt der Mann mit undurchdringlichem Gesichtsausdruck.
Die Führungen heute sollen die Sims neugierig machen auf die Insel, damit sie wieder kommen wenn das Museum eröffnet ist. Geschichten gibt es genug zu erzählen von der Insel und dem Turm.“ lenkt der Fremde das Gespräch in neutralere Bahnen. Eine Hand lässt das Steuer los und täschelt die Schnitzerei, als wolle er sich versichern, dass der Schutz gewährleistet ist. „Kommt ruhig in ein, zwei Monaten wieder. Dann gibt es nicht nur Vogelbilder, sondern noch viel mehr interessante Dinge zu entdecken.“
Ja, das machen wir gerne.“ Seine Worte verringern die innere Unruhe, die Nouki beim Anblick der Figur erfasst hat nicht im Geringsten. Er wirkt, als wolle er nichts über diesen Talisman preis geben. Wenn man so will? Was soll das bedeuten? Soll die Figur schützen und wenn ja, wovor?

Erleichtert stehen sie etwas später am Pier von Brindleton Bay. An der Landestelle befindet sich eine kleinere Ansammlung Sims, die für die Überfahrt bereit sind und von ihrem Kapitän begrüßt werden. Nouki tritt zu dem Schild, das sie nicht zu Ende gelesen hatte.
Die Legende lebt. Eine Führung durch den sagenumwobenen Leuchtturm der Seegrasinsel. Nur für mutige Entdecker! Folgen Sie dem alten Wärter auf seinen geheimnisvollen Spuren.“ liest sie laut für die Anderen vor, während im Hintergrund die Gäste der Tour eine Sicherheitseinweisung für die Überfahrt bekommen. "Ich hoffe ihr...Sie haben alles dabei?" hört Nouki den Seemann sagen und eine Gänsehaut läuft ihr über den Rücken. War das ein harmloser Versprecher, oder kennt der Typ einen Teil der Gruppe?

>>> Ellie geht nach San Myshuno Nr. 7 - Haus der Geschwister Hawk (4) >>>
>>> Nouki geht nach Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers >>>
>>> Gereon geht nach Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High (11) >>>

>>>Tomasz geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen >>>
>>> Felix geht nach Glimmerbrook (2) >>>


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24.07.2024 15:43 (zuletzt bearbeitet: 10.11.2024 15:29)
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Schicksalslenker

<<< Maryama kommt von Oasis Springs - Delsyns Camper <<<
<<< Julius kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias<<<


Charaktere: Maryama, Julius
Geschichtsstrang: Ein Schwall an Ideen

Die milde Frühlingsluft weckt alle Sinne bei Maryama, die mit Julian und Browneye am Strand von Brindleton Bay unterwegs ist. Der Kinderwagen lässt sich auf den Holzplanken gut schieben und für unwegsameres Gelände hat Billie ihr ein Tragetuch mit gegeben. Im Moment schläft der Kleine selig und gluckst nur ab und zu im Traum. Maryama setzt sich auf eine Holzbank mit Blick auf das Meer, atmet genüsslich die salzgeschwängerte Luft ein und ist dankbar, hier in dieser wunderschönen Gegend leben zu dürfen. Die Ereignisse und Gespräche der vergangenen Tage, haben ihre Spuren hinter lassen und das sanfte Meeresrauschen beruhigt Körper und Geist.
Vom Wasser her weht eine leichte Brise, die ihre Locken zaust und ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Es ist schön, wenn im Frühjahr die Natur wieder zum Leben erwacht. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, torkelt ein zitronengelber Schmetterling an ihr vorbei und Browneye hebt interessiert den Kopf von einer besonders spannenden Duftspur am Boden. Er kläfft kurz, wendet den Blick zu Maryama, um ihr OK einzuholen und saust dann mit erhobenem Schweif und hüpfenden Ohren dem Insekt hinterher. Schmunzelnd beobachtet sein Frauchen das Treiben, als ihr in einiger Entfernung zwei Hunde, die temperamentvoll in der seichten Uferbrandung herum tollen, ins Auge stechen.
Frei laufende Hunde ohne Begleitung? Das gefällt ihr nicht. Gerade als sie Browneye zu sich rufen will, taucht hinter der Düne eine ihr bekannte Gestalt auf. Julius.
Ein kurzer Stich durchfährt Maryamas Magengegend, aber dann überwiegt die Freude. Seit diesem denkwürdigen Abend in Willow Creek haben sie sich weder gesehen, noch telefoniert, was vermutlich die Beste Lösung war.
Erst zögerlich, dann schwungvoller winkt Maryama in seine Richtung.



Julius genießt den Spaziergang mit seinen Hunden. Die frische Luft und das Zwitschern der Vögel lassen ihn den Alltag vergessen. Plötzlich erblickt er in der Ferne eine Frau, die ebenfalls mit einem Hund und einem Kinderwagen unterwegs ist. Zunächst kann er ihr Gesicht nicht erkennen und überlegt, wer sie sein könnte. Als die Frau ihm jedoch freundlich zuwinkt, erkennt er sie sofort: Maryama. Überrascht und erfreut zugleich, winkt Julius zurück. Röte schießt ihm ins Gesicht, als er plötzlich an ihre letzte Begegnung zurück denkt. Dem Gespräch entgehen ist nun keine Option mehr. Außerdem ergreift ihn die Neugierde, weshalb Maryama mit einem Kinderwagen durch die Gegend fährt. Ist sie unerwartet Mutter geworden?



Als Julius bei Maryama ankommt, legt er seine Hand verlegen in den Nacken. "Hey!" bringt er leise heraus. Pirate und Nero bleiben währenddessen an Julius' Seite.

Froh, auf andere Gedanken zu kommen, lächelt Maryama aufgeschlossen und klopft auf die Bank neben sich. "Hallo Julius, magst du dich setzen?" Sie sieht zu den beiden Hunden. "Browneye freut sich über Gesellschaft, genau wie ich." Sie sieht den Strand hinunter, wo ihr Vierbeiner gerade in einem liegenden, hohlen Baumstumpf verschwindet. Wahrscheinlich auf Käferjagd, denkt sie amüsiert und blickt wieder zu Julius. "Ich wusste nicht, dass du Hunde hast. Wie lange schon?"

Nervös kratzt sich Julius am Kopf und setzt sich auf Maryamas Bitte hin. Die Vierbeiner holen sich Streicheleinheiten bei ihr ab und auf Julius' Kommando hin machen sich die beiden auf, um ihre Umgebung zu erkunden. Sie bleiben dabei weiterhin in Sichtweite.

"Ähm...", beginnt Julius vorsichtig. "Ich habe die Hunde vor ein paar Wochen von meiner Tante bekommen. Sie konnte sich nicht mehr um sie kümmern und da ich Tiere liebe, habe ich die beiden zu mir genommen." Sein Blick bleibt auf seinen treuen Gefährten und er sucht bei ihnen Sicherheit, um den Gesprächsfaden mit Maryama nicht zu verlieren. Nervös spielt er mit seinen Fingern auf seinem Bein herum. Einerseits fühlt es sich schön an, in ihrer Nähe zu sein, doch andererseits ist er immer noch verlegen und traurig, dass sie keine Beziehung zu ihm aufbauen möchte. Vorsichtig zeigt er mit seiner Hand auf den Kinderwagen. "Und... wann bist du Mutter geworden?" In diesem Moment sucht er ihren Blick und schaut in ihre Augen.

Maryama registriert den großzügigen Sicherheitsabstand, den Julius einhält und seine verkrampfte Haltung. Sie sieht zu den Hunden. Browneye hat die Beiden entdeckt und nähert sich neugierig mit dem Schwanz wedelnd um Erstkontakt aufzunehmen. Diese Beruhigungsquelle fällt also weg. Es liegt jetzt an ihr, Julius die verständliche Nervosität abzunehmen. Für ihn ist die Situation ungleich schwieriger und trotzdem hat er sich gesetzt. Das ist ein Anfang.
"Nicht Mutter, aber stolze Patentante." gibt sie schmunzelnd Auskunft. "Das wäre sonst wohl die kürzeste Schwangerschaft ever gewesen." Sie steht auf und schaukelt sanft den Kinderwagen. "Noch schläft er selig, aber demnächst ist Fläschchenzeit, dann kann ich ihn dir vorstellen. Er heisst Julian."



Der schüchterne junge Mann ist sich darüber im Klaren, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Kind um Maryamas eigenes handelt, sehr gering ist. Dennoch verspürt er eine gewisse Erleichterung, als er erfährt, dass sie lediglich die Patentante ist und es sich nicht um das Kind eines festen Freundes von ihr handelt. Das hätte Julius einen weiteren tiefen Schmerz zugefügt.
Seine Erfahrungen mit Kindern sind begrenzt, doch er hat sich immer vorgestellt, eines Tages Vater zu werden. In den letzten Monaten jedoch schien dieser Traum zunehmend unerreichbar.
Er beobachtet Maryama, wie sie den Kinderwagen sanft hin und her wiegt. "Schöner Name", sagt er schließlich und nicht zuletzt gefällt ihm der Name, weil er seinem eigenen ähnelt. Danach verstummt er und weiß nicht, wie er das Gespräch fortsetzen soll.
Sein Blick wandert erneut zu den Hunden. "Das sind Pirate und Nero", erklärt er und deutet nacheinander auf die beiden Tiere. "Ich bin jetzt stolzer Hundepapa", fügt er grinsend hinzu und schaut dabei verlegen zu Boden.

Leise lachend nickt Maryama. "Ja, auch eine fordernde Aufgabe." Warm ruht ihr Blick auf Julius. Er ist ein guter Mensch, das strahlt aus jeder Pore. Für einen Moment tut es ihr wieder leid, dass sie ihn so verletzen musste, aber es war definitiv der einzig gangbare Weg für sie gewesen. Browneye hat inzwischen die Hunde begrüßt und tollt mit ihnen am Strand umher. Sie balgen sich abwechselnd um einen großen Stock, den aktuell Browneye erobert hat und kaum vorwärts kommt damit. "Schau sie dir an, die Energiebündel.", schmunzelt sie. "Manchmal hab ich das Gefühl, ich kann mit Browneye so viel spazieren gehen wie ich will, er ist einfach nicht genug ausgelastet."



Verständnisvoll nickt Julius und lächelt leicht. "Das kenne ich nur zu gut mit Pirate. Während Nero eher der Gemütliche ist, sprüht Pirate förmlich vor Energie," sagt er und lacht. Seitdem er auf Arbeitssuche ist, hat er viel Zeit, um mit den Hunden lange Spaziergänge zu machen. Doch selbst nach den ausgedehntesten Runden scheint Pirate immer noch voller Tatendrang zu sein.



Er lehnt sich zurück und erinnert sich an einen Bericht, den er neulich gelesen hat. "Neulich bin ich auf einen Artikel gestoßen, der von besonderen Trainingsmöglichkeiten für Hunde erzählte. Eine davon war Mantrailing. Dort werden Hunde darauf trainiert, menschliche Fährten zu verfolgen. Es fördert nicht nur ihre natürlichen Instinkte, sondern ist auch eine großartige Möglichkeit, sie körperlich und geistig auszulasten."

Julius' Augen leuchten, während er weiter erzählt und die vorangegangene Unsicherheit scheint wie weggeblasen. "Vielleicht wäre das genau das Richtige für Pirate, als auch Browneye! Es würde ihnen helfen, ihre Energie sinnvoll einzusetzen und sie richtig zu fordern."



"Mantrailing?" Der Begriff ist neu für Maryama. "Hört sich interessant an." Sie blickt nachdenklich zu Browneye. "Ich hatte einmal den Gedanken, ihn zum Lawinenspürhund ausbilden zu lassen oder irgendetwas in der Art, aber ich glaube er ist zu klein dafür. Ehrlich gesagt habe ich mich nie ernsthaft weiter damit beschäftigt. Hat mich nur mal gestreift der Gedanke." Sie sieht zu Julius und lächelt. "Dieses Mantrailing könnte eher geeignet sein. Wo findet sowas statt? In der Hundeschule?"

Nero trabt gemütlich zu Julius und reibt sich an seinem Bein. "Möchtest du wieder gestreichelt werden?", fragt Julius liebevoll und krault seinen treuen Gefährten, der die Zuneigung sichtlich genießt. Mit einem zufriedenen Lächeln wendet er sich an Maryama. "Ja, es gibt tatsächlich eine Hundeschule, die solche speziellen Trainingsgebiete anbietet. Ich habe bereits angefragt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie hoch die Kosten sind." Es ist unverkennbar, dass Julius eine tiefe Leidenschaft für seine Hunde hegt. Sein selbstbewusstes Auftreten in den letzten Minuten lässt keinen Zweifel daran, dass er sich in ihrer Gegenwart besonders wohlfühlt. Von seiner sonstigen Schüchternheit ist in diesem Moment nichts zu spüren.



"Erzähl. Können alle Rassen und Größen daran teil nehmen? Was sind die Vorraussetzungen für die Teilnahme?" Browneye und Pirate toben unterdessen in der seichten Brandung herum, so dass das Wasser in alle Richtungen spritzt. "Bewegungsdrang allein wird wahrscheinlich nicht reichen." schmunzelt sie.

Julius erklärt, während er Nero weiterhin streichelt, welche Voraussetzungen ein Hund mitbringen muss, um beim Mantrailing mitmachen zu können: Gesundheit, eine gute Grundkondition, sozialisiert, motiviert und gehorsam sein. "Das kann eine sehr herausfordernde Aktivität für einen Hund sein, aber es stärkt sowohl seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten." Verlegen schaut er von Nero auf und sieht zu Maryama. "Nächste Woche Freitag bin ich bei der Schnupperstunde zum Mantrailing mit Pirate. Möchtest Du ... vielleicht mitkommen?"

Aufmerksam hört Maryama zu. "Browneye hat viel gelernt im vergangenen Jahr und nur manchmal kommt noch der eigensinnige Streuner durch." sagt sie nachdenklich. "Das könnte aber auch an der mangelnden Auslastung liegen." Sie sieht Julius an und nickt lächelnd. "Ja, versuchen wir's. Ich finde es hört sich nach Herausforderung und Spaß an, warum nicht."
Aus dem Kinderwagen dringt Geraschel und leises Wimmern. Maryama zieht das Gefährt näher zu sich und blickt hinein. Julian hat Decken und Schmusetuch zu einem Knäuel zusammen gestrampelt und fuchtelt ungeduldiger werdend mit den Armen durch die Luft. Offenbar ist er schon länger wach. "Oh kleiner Mann, du hast uns zugehört und bist jetzt munter und hungrig, hm?" flötet sie und hebt ihn aus dem Wagen. Der Kleine kräht fröhlich, verstummt aber sofort, als er Julius sieht. Maryama bückt sich, um im Wagenkorb sein Fläschchen herauszusuchen, als Browneye mit dem großen Treibholzzast angesaust kommt, um ihn seinem Frauchen zu präsentieren. Pirate umtanzt ihn begeistert, aber der Tumult ist zu viel für Julian. Er bricht in erschrockenes Weinen aus und windet sich auf Maryamas Arm. Kurzerhand richtet sie sich auf und drückt ihn Julius in die Arme. "Entschuldige, bitte halte ihn nur ganz kurz, bis ich sein Fläschchen gefunden und die beiden Helden hier abgelenkt habe.“ Julian ist not amused auf einem ihm völlig fremden Arm gelandet zu sein und steigert den Protest empört.

Überfordert hält Julius den kleinen Jungen auf seinem Arm und versucht, ihn zu beruhigen. "Schschsch, alles gut," flüstert er und beginnt, ihn sanft hin und her zu wiegen, während er ihm vorsichtig mit einer Hand über den Rücken streicht. Als das nicht hilft, erinnert er sich daran, wie seine Mutter ihm früher eine Melodie vorgesungen hat, wenn er traurig war. Leise summt er diese Melodie vor sich hin und hofft, dass sich Julian beruhigt.



Erleichtert beobachtet Maryama wie Julius die Ruhe bewahrt, hebt den Stock vom Boden auf und schleudert ihn weit Richtung Meer. Die beiden vierbeinigen Abenteurer stürmen begeistert hinterher. Das wäre gelöst. Unter einem Stapel Spucktücher und Windeln, zieht Maryama endlich das rettende Gefäß heraus. Sie wirft sich eins der Tücher über die Schulter und übernimmt Julian wieder, der zwar immer noch weint, aber zwischendurch für Sekunden Julius' Gesang lauscht. "Das hast du gut gemeistert." sagt sie lächelnd zu Julius, setzt sich auf der Bank in Position und beginnt den Kleinen zu füttern. Die eintretende Ruhe lässt sie schmunzeln. Was ein solch kleiner Sim für Stimmgewalt haben kann. Ganz der Papa. Kann Rocksänger werden irgendwann. "Wo findet der Kurs denn statt? Hier, in Brindleton?"



Tagträumerisch versunken, stellt sich Julius vor, wie die Passanten ihn und Maryama als Julians Eltern wahrnehmen würden. Der Gedanke an ein gemeinsames Kind mit Maryama ist sein innigster Wunsch. Doch wird dieser Wunsch nie wahr werden.
Mit verträumtem Blick fährt sich Julius verlegen in den Nacken und verzieht das Gesicht, als Nero gegen sein Bein tritt. Es ist, als wolle der Hund ihm sagen, dass er sich zusammenreißen solle. Julius richtet sich auf, bemüht, seine Fassung wiederzugewinnen. "Ja, die Hundeschule ist hier in Brindleton," sagt er schließlich und nennt den genauen Ort. "Also, wenn du Lust hast..."

"Ja das hab ich." sagt Maryama und nickt bekräftigend, dass die Locken hüpfen. "Brauche ich dafür spezielle Ausrüstung für Browneye?"

Julius erklärt Maryama die Ausrüstung für Mantrailing. Ein gut sitzendes Mantrailing-Geschirr für den Hund, damit er sich frei bewegen kann und sicher ist. Dazu eine lange Leine, etwa 5 bis 10 Meter, aus robustem Material. "Dann solltest du Leckerlis oder ein Lieblingsspielzeug deines Hundes dabeihaben, um ihn zu belohnen." Auf wetterfeste Kleidung und gute Wanderschuhe macht er sie ebenfalls aufmerksam. "Und natürlich Wasser, sowohl für Browneye, als auch für Dich." Nero steht auf und legt seinen Kopf auf Julius Bein ab, als sei dem Hund sein Kopf zu schwer zum Tragen geworden. "Wenn Du willst, sende ich Dir den Informationstext des Flyers zu, da steht auch nochmal alles drauf."

„Ja gerne, meine Telefonnummer hast du ja.“ Julian versucht energisch weiter Flüssigkeit aus dem leeren Fläschchen heraus zu bekommen, so dass sich der Sauger eng zusammen zieht und jedes weitere Bemühen blockiert. Enttäuscht schiebt er das Mundstück mit der Zunge weg und verzieht das Gesicht zu einer witzigen Grimasse. Lachend hebt ihn Maryama hoch, legt ihn an ihre Schulter und klopft ihm sanft auf den Rücken, damit er aufstoßen kann. „Ich freu mich wirklich darauf, für…“ Weiter kommt sie nicht. Julian gibt einen lauten Rülpser von sich und entleert einen ordentlichen Schwall Babynahrung über Maryamas Schulter und Julius‘ Shirt. Erschrocken springt Maryama auf, hält das Kind etwas von sich weg, während sie das Spucktuch von der Schulter zieht und zusammen geknüllt auf die Bank wirft. „ Oh Gott Julius, das tut mir so leid!“
Trotz des Desasters muss sie lachen. „ Warum passiert bei jedem unserer Treffen irgendeine Sauerei?“, spielt sie auf das Missgeschick bei ihrem Date im Panorama an. Sie zieht ein frisches Tuch aus dem Kinderwagen und reicht es Julius. „Für das Grobe.“
Maryama säubert Julian das Gesicht, drückt ihm ein Küsschen auf die Wange und legt ihn behutsam zurück in den Wagen. „Komm, wir gehen zu mir und ich geb dir ein frisches Shirt für den Heimweg.“, bietet sie Julius zerknirscht an.

Erschrocken und zugleich amüsiert nickt der junge Mann auf Maryamas Vorschlag hin, ruft die Hunde zu sich und überlegt kurz. Julius streichelt die Hunde beruhigend, nimmt dann einen tiefen Atemzug und richtet seinen Blick auf Maryama. "Gerne."



(in Zusammenarbeit mit @Spatz)

>>> Julius geht nach Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines>>>


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02.10.2024 22:10 (zuletzt bearbeitet: 04.05.2025 08:03)
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<<< Phil kommt von Willow Creek Nr. 14 - Haus von Phil Hermann <<<
<<< Lilly kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (19) <<<

Charaktere: Phil, Lilly
Geschichtsstrang: Geburtstags-Rätsel II


Brindleton Bay. Wie lange war er hier schon nicht mehr? Das letzte Mal muss in seiner Jugend gewesen sein. Nachdenklich streift Phil zu den Docks. Möwengeschrei lässt Erinnerungen aufkommen. Erinnerungen an Mama. Sie starb im Krankenhaus. Die Ärzte hatten ihren Krebs nicht mehr aufhalten können. Sogar Erinnerungen an ihn kommen auf, seinen Erzeuger. Schon lange hat Phil seinen Vater nicht mehr mit dessen Vornamen angesprochen. Etwas anderes hat er nicht verdient.

Es war nicht leicht gewesen für Mama, für ihn und Lilly zu sorgen, nachdem der Ehemann sie für eine andere verlassen hat. Elinor. Licht, oder die Leuchtende. Ein Name, der zu ihr passte, wie Phil findet. Zumindest, als die kleine Familie noch ein Ganzes war. Bevor ihre Depressionen kamen...

Phil erkennt die Figuren, die Fischer darstellen. Schon seit er denken kann, stehen die hier rum. Damals, mit Lilly, hat er sich immer Geschichten überlegt, wer die wohl waren. Er lächelt. Damals war das Verhältnis zu seiner Schwester auch noch besser. Aber es würde ihn nicht wundern, wenn sie all das hier in die Wege geleitet hat. Vielleicht... will sie das ändern.



Gerade als er vor einer Fischerstatue steht, sieht er sie. „Lilly!“, ruft er aus und muss grinsen, als er ihr Outfit bemerkt. Lilly steht im Piratenoutfit vor ihm. „Bist du unter die Piraten gegangen?“ Phil erinnert sich an Kindertage. Die Nähe zum Meer regte damals die Fantasie der Geschwister an und sie waren als Piraten unterwegs.



„Dein Outfit passt jedenfalls noch nicht.“, antwortet die Vampirin. Sie holt einen weiteren Piratenhut hervor, die sie ihrem Bruder auf den Kopf drückt. „So, schon besser, Käpt'n. Wir müssen den Schatz finden.“ Sie drückt ihm eine Schatzkarte in die Hand. „Also, ein einfaches 'Happy Birthday!' hätte mir schon ausgereicht!“, antwortet Phil amüsiert, nimmt die Karte jedoch entgegen. „Hm... 34 Schritte Richtung Norden.“ Phil fragt sich, ob er nicht so langsam zu alt dazu ist, Pirat zu spielen. Andererseits will er Lilly auch nicht enttäuschen.

Gemeinsam mit Lilly folgt er der Karte. Der Angelsteg ist die erste Station. Phil lächelt. Damals waren sie gerne hier. Manchmal waren sie auch in dem Fluss schwimmen. Eine Weile bleibt er mit Lilly an dem Platz setzt sich auf den Boden und genießt den Abend.



„Hat sich ja gar nicht verändert hier.“, sagt er. Er lächelt. So eine Schatzsuche ist wirklich mal was anderes als seine anstrengenden Tage im Restaurant. Er schließt die Augen. Und freut sich. Der kleine Junge, der damals hier gespielt hat, ist immer noch da. Auch wenn er ihn mittlerweile etwas mehr suchen muss.

Erst nach einer Weile erheben sich die beiden. „Dann lass uns mal weiter mit der Karte. Bin echt gespannt, was es noch so zu entdecken gibt!“, ruft Phil und nun kann er nicht mehr verbergen, wie viel Spaß ihm das macht. Die Karte führt die beiden an verschiedene Orte aus seiner Kindheit: Der Katzen- und Hundebrunnen, auf dem sie früher drauf geklettert sind: Die Klippen.



Bis die Karte schließlich am Strand endet. Phil kniet auf den Boden, hebt eine Muschel vom Boden auf. Hier hat er gerne mit Lilly Pirat gespielt, auch wenn das oft heimlich geschehen musste, als sein Vater noch da war. Aber wenn die beiden hier waren... dann konnte er hier konnten sie seine Sorgen zurück lassen.

Hier müsste der Schatz sein, Käpt'n!“, holt Lilly ihn aus seinen Gedanken. Phil nickt und folgt den Schritthinweisen, die die Karte vorgibt.. bis er schließlich, unter Treibgut versteckt, eine kleine hölzerne Kiste findet. „Das muss er sein!“, ruft er freudig.

Neugierig öffnet er seinen Fund, nur um ein paar alte Fotos aus seiner Kindheit zutage zu bringen. Die meisten mit ihm und Lilly, aber auf einem ist auch seine Mutter zu sehen. Auch ein Kärtchen, auf dem 'Happy Birthday' steht. Er dreht sich zu Lilly um, lächelt. Und fällt ihr in die Arme.



>>> Lilly geht nach Copperdale >>>
>>> Phil geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (21) >>>


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03.03.2025 16:17 (zuletzt bearbeitet: 31.05.2025 15:56)
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<<< Viola kommt von Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High (11) <<<
<<< Chip kommt von Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High (11) <<<

Charaktere: Viola, Chip
Geschichtsstrang: Zeitvertreib II


Neben Viola durch den Hafen von Brindleton Bay schlendernd, beobachtet Chip einen Schwarm kreischender, durcheinander flatternder Möwen. An einem der Anlegestege steht eine Frau mit einem kleinen Kind. Sie werfen Brotkrumen in die Luft, was das wilde Treiben der Vögel erklärt. Sein Blick schweift weiter über die sanft schaukelnden, angeleinten Boote, die säuberlich aufgereiht darauf warten auf das Meer hinaus zu starten. Unruhig macht sich in Chips Brust dieselbe Sehnsucht breit, wie er sie früher auf dem Skateboard so oft gespürt hat. Einfach weiter rollen, alles hinter sich lassen. Weiter und weiter und weiter.
"Wie lang kannst du eigentlich noch im Licht bleiben?" Er wendet den Kopf und mustert Viola aufmerksam. Das ist doch neu. Er kann sich nicht erinnern, dass Blaze so eine Fähigkeit erwähnt hat, in der Zeit, als sie noch zusammen waren.

Viola hält inne. Ein Trank kann mehrere Stunden andauern. Aber es gibt keine genaue Zeit. Es variiert, abhängig davon wie viel sie getrunken hat. "Egal. So lange ich will." Solange sie Nachschub hat, sollte die Wirkung nachlassen, zumindest. Sie lächelt. Es ist schon cool, dass es so etwas gibt. "Die beste Erfindung seit es Vampirismus gibt!", fügt sie grinsend noch hinzu.
Viola schließt ihre Augen, breitet ihre Arme aus. Sie liebt es noch genau so wie am ersten Tag. Und die Möglichkeiten, die sich ihr dadurch bieten. "Ich könnte am Tag jemanden überfallen, und wenn man mich verhört einfach sagen: Ich? Aber nein, ich bin doch Vampirin. Ich kann tagsüber nicht raus. Das muss jemand anderes gewesen sein!" Sie lacht laut auf. "Das war ein Scherz, natürlich."



Spontan fällt Chip in ihr Lachen mit ein. "Gar nicht übel der Gedanke." Er sieht Viola an und wiegt den Kopf als würde er diverse Möglichkeiten durch gehen. "Eigentlich n richtig gutes Alibi. Warum gibt's keine kriminellen Vampirbanden, die tagsüber auf Beutezüge gehen?" Er überlegt kurz. "Oder gibt's welche?" Chip schiebt die Hände in die Hosentaschen und betrachtet wieder das Treiben rund um den Hafen. Ein Bootsverleih sticht ihm ins Auge. Tretboote, Kanus, Stand-up-Paddling und kleinere Motorboote werden angeboten. "Was ist das Geheimnis? Was musst du tun, damit die Sonne dich nicht verbrutzelt?" , wendet er sich wieder Viola zu und steuert das Häuschen an, vor dem ein Schild mit den Preisen aufgebaut ist.

"Nicht dass ich wüsste. Umso besser, wenn ich die erste bin." Viola grinst. "Sonst ist die Masche viel zu schnell bekannt und wirkt nicht mehr." Sie lacht erneut, bis Chip seine weitere Frage stellt. Hin und her gerissen von ihrer guten Laune .. und auch der Lust, einfach drauf los zu plaudern - und Mels Warnung, dass es nicht an falsche Ohren gelangen darf, schweigt sie eine Weile. Aber Chip weiß ja auch nichts vom Rat des Gleichgewichts. "Ich habe Hilfe von einer befreundeten Magierin.", erklärt Viola schließlich geheimnisvoll. "Vielleicht gibt es für dich ja auch mal was, wo sie..."

Sie unterbricht sich als sie gemeinsam mit Chip nun am Schild angekommen ist. Neugierig studiert sie die Preise. "He... eigentlich keine üble Idee.", grinst sie in Chips Richtung, "Macht bestimmt Spaß." Sie erinnert sich an die Kanutour in Sulani, als sie auf der Kristallsuche waren. "War schon irgendwie witzig damals, trotz des Sturms!"



Mit dem lesen der Preise beschäftigt, braucht Chip einen Moment, bis er versteht worauf Viola anspielt. Die Kristallsuche.. "Boah..wie lang hab ich da nicht mehr dran gedacht. Ist wie aus ner anderen Zeit oder nem anderem Universum.", sagt er ehrlich und ruft im Geiste die Bilder der wilden Überfahrt ab. "Ich fühl direkt die Bruchlandung am Strand. Wir sind durcheinandergepurzelt wie Bowlingkegel.", erinnert er sich leise lachend. In das angenehme Gefühl gemeinsame Erinnerungen zu haben, mischt sich ein wehmütiger, schmerzender Stich. Mit zwei der damals Beteiligten wird es wohl keine neuen Erinnerungen geben. Chips Mundwinkel senken sich. Ernst geworden legt er den Kopf in den Nacken und studiert prüfend den blassblauen Himmel. Kaum Wolken. Ein paar zarte Schlieren ziehen sich durch das Blau, als hätte eine Spinne die Idee ein Netz zu weben verworfen und stattdessen ihre Seidenfäden über das Blau gepustet. Die Frühlingssonne wärmt sein Gesicht und weckt erneut den Unternehmungsgeist. Obwohl die Bemerkung über die Magierin ihn neugierig gemacht hat, lenkt Chip Violas Aufmerksamkeit auf die Boote. "Was hältst du von ner Stunde Motorboot fahren? Ich hab zwar keine Ahnung davon, aber könnt spaßig werden." Es tut so unendlich gut, den ganzen gedanklichen Scheißkram für eine Zeit hinter sich zu lassen und über ganz normale Sachen zu reden. "50 Simoleons die Stunde bei den Kleineren." Er sieht Viola an. "Ich hol mir noch zwei Bierchen und was zu beißen, dann düsen wir los?" Kurzer Denkmoment. "Kommst du ohne Zapfsäule aus?" Chip deutet schmunzelnd auf seinen Hals. "Das wär mir ganz recht."



Viola lacht. "Wer weiß!", sagt sie und leckt sich über die Lippen. "Sieht eigentlich schon ganz lecker aus, die Zapfsäule!" Sie zwinkert ihm zu, damit er weiß, dass es nicht ganz ernst gemeint ist. "Normalerweise schaff ich es nen Tag auszuhalten, und es ist erst nachmittags. Und ich hatte vor der Schule bereits was. Also keine Sorge. Bring mir lieber ein Bier mit."

„Voll die Verschwendung, aber was soll's
.“, grinst Chip und trollt sich in die Hafenkneipe um die Sachen zu besorgen.



Während Viola auf Chip wartet, betrachtet sie die Boote näher. Einige haben alberne Namen wie 'Pier Pressure' oder 'Meerchenprinz'. "Pff... alberne Wortspiele." Sie verdreht die Augen. Da hat sie schon mal bessere gesehen. Doch ein Name gefällt ihr: Midnight Rebel. Hoffentlich erwischen sie dann dieses Boot. "Auch wenn die Uhrzeit nicht ganz passt." Wie wohl die Geschichte des Namens ist? Egal... so oder so winkt der Spaß. Sie grinst. "Viel besser als Schule!" Und viel besser, als sich Sorgen zu machen.



Mit dem Rücken zum Tresen beobachtet Chip durch das große Fenster Viola, die die Boote inspiziert. War das gerade ein Flirtanflug? Doch nicht Viola..oder? Sie ist in Chips bisherigem Universum untrennbar mit Blaze verbunden, auch wenn mittlerweile Schluss ist bei den beiden. Dasselbe gilt allerdings auch für Denize und ..Chips. HaHaHa....Ha!
Vielleicht sollte er den Horizont erweitern? Wenn er ehrlich zu sich selbst ist, hat er keine Ahnung was in ihrem Leben vor sich gegangen ist. Genauso wenig wie von anderen Leuten, mit denen er früher Kontakt hatte. Es gab zu lange nur Schule, Arbeiten und an das Baby denken. Viel mehr wird es auch in Zukunft nicht werden Das Universum von früher ist wie ein Atompilz verpufft. Kein Blaze mehr, keine Denize. Nur noch 'Schandtäter' Chip, auf den alle scheißen. In Chips Magengegend meldet sich unangenehmer Druck. Er schiebt es auf den Hunger und drängt die Gedanken beiseite. Ein Stups auf seine Schulter signalisiert ihm die fertige Bestellung. Chip dreht sich um, nimmt alles dankend entgegen und gibt ein großzügiges Trinkgeld. Verdammt gutes Gefühl Extrageld geben zu können. Zufrieden lächelnd tritt er kurz darauf wieder auf die Straße und steht, mit drei Bier im Rucksack und einem fetten Cheeseburger zwischen den Zähnen, flugs wieder bei Viola.
Du willsch en Midnight rebl?“, nuschelt er kauend und sieht sich das Gefährt interessiert näher an.



„Ist für Vampire jedenfalls ein passender Name!“, lacht die Vampirin. „Und ich mag die Farbe am liebsten!“ Sie grinst zum Typen, der den Bootsverleih organisiert. „Wir leihen uns dieses hier!“, sagt sie, ohne auf Chips Antwort abzuwarten. Die Formalitäten sind schnell erledigt. „Na dann mal los, Kapitän!“ Sie hüpft rein, und wartet, bis auch Chip hinter her kommt. So ganz anders als das Kanu in Sulani... Während sie die Schwimmwesten entgegen nimmt, die der Typ ihnen in die Hände drückt, mustert die Vampirin skeptisch das Boot. Sie hat ihre Fledermausgestalt.. war nie auf motorisierte Fahrzeuge angewiesen.. und hat keine Ahnung, was sie hier erwartet. Doch sie weiß, dass es bei Chip anders ist. Von dessen Führerschein hat sie längst gehört. „Und du weißt, wie das hier funktioniert?“, fragt sie ihn.

Amüsiert beobachtet Chip, wie Viola zielstrebig das Boot entert. Mädels die wissen was sie wollen, sind einfach cool, da bildet sie keine Ausnahme. „Er wird’s uns gleich sagen denk ich.“ Chip nickt dem Bootsverleiher zu, der gerade wieder kommt, um ihnen eine kurze Einweisung und Gefahreninformationen zu geben.
Es kribbelt Chip in den Fingern. Er hat Bock auf das weite Meer, die sanften Wellen, die hier im Hafen gedrosselt an die Anlegestege schwappen und vor allem abhauen vor den Alltagsgedanken. Innerlich zappelig vor Ungeduld hört er sich freundlich lächelnd an, was der Mann zu sagen hat und nickt an den passenden Stellen. "Also, wenn er warm gelaufen ist, Choke raus und los geht's. Du kannst nicht viel falsch machen. Wenn dir der Motor absäuft, musst halt sehen, dass du ihn wieder zum laufen bringst." Der Mann grinst. "Das ist alles. Viel Spaß euch beiden." Er zwinkert Chip zu und wendet sich neu angekommenen Gästen zu.
Chip greift das Steuerrad, winkt Viola neben sich und ein paar Minuten später gleiten sie sanft aus dem Hafenbecken, hinaus auf die offene See. Der leichte Wellengang wiegt das Boot rhythmisch auf und ab, während Chip langsam das Tempo erhöht. Seine Hände sind fest um das Lenkrad geschlossen, aber als er merkt, dass das Gefährt gut zu lenken geht, beschleunigt er mit freudig pochendem Herzen. Salziger Meeresgeruch schlägt ihm entgegen, der Fahrtwind zerzaust wild seine Haare und pusht das aufkommende Freiheitsgefühl noch mehr. "Ist das geil!" ruft er lachend zu Viola rüber.



Viola lacht! "Ja, super. War eine gute Idee, hierher zu kommen." Das ist es, was sie sich unter Freiheit vorstellt: Keine Schule, Gesellschaft mit der man Spaß haben kann... und vor allem, keine Angst vor der Sonne haben zu müssen. "Wohooo!" Sie streckt sich genüsslich aus, legt sich auf den Rücken und mustert die vorbeiziehenden Wolken über ihr. Der Fahrtwind fährt ihr durch die Haare. Es fühlt sich an wie ein Moment, den man festhalten sollte – oder besingen. Einer spontanen Idee folgend singt sie drauf los:



Soon may the Wellerman come
to bring us sugar and tea and rum.
One day, when the tonguin’ is done,
We’ll take our leave and go.


Und muss feststellen, dass sie außer dem Refrain den Text nicht auswendig kennt. Doch das macht nichts. "Rum, das wäre wirklich mal was anderes als das öde Bier!", sagt sie schließlich, steht wieder auf, "Aber den Tee können sie behalten." Mit neuer Energie springt sie auf die Beine, stellt sich neben ihn und lehnt sich grinsend näher. "Wie sieht's aus, Kapitän? Schaffst du auch Slalom? Irgendwelche Kunststücke? Oder bist du eher der Sonntagsfahrer auf See?"



"Slalom? Keine Ahnung
?" Chip verringert etwas die Geschwindigkeit und versucht sich an einer Art Wasserslalom. Es ist nicht wie Auto fahren, aber doch ähnlich. Mutiger geworden erhöht er das Tempo erneut und legt das Boot in eine weite Rechtskurve. In geringer Entfernung dümpelt ein Tretboot mit einem Pärchen, dass die Beine hoch gelegt, die Sonne genießt. Grinsend deutet Chip auf die beiden, schneidet die Kurve und beglückt sie mit einer schaumigen Portion Gischt und Spritzwasser. Das folgende Gezeter, begleitet von wütendem Faustschütteln und obszönen Gesten, lässt Viola und Chip in Gelächter ausbrechen. "Yeeeeehaaa!" Chip spürt wie tief aus der Bauchregion etwas aufsteigt. Euphorie gemischt mit dem Drang los zu lassen, sich zu befreien. Fordernd pocht sein Herz im gleichen Rhythmus, wie sein schneller werdender Atem. Als sie außer Sichtweite wieder auf Geradeauskurs sind, nimmt er eine Hand vom Steuer, greift Violas Handgelenk und legt ihre Finger um das Lenkrad. "Jetzt bist du dran! Fahr einfach geradeaus!" Er schiebt sich vom Sitz und nickt ihr aufmunternd zu. "Du schaffst das!"



Viola grinst. „Ich hatte schon befürchtet, du würdest nie fragen!“ Sie legt die Hände ans Steuerrad, streicht mit den Fingern darüber, als würde sie es erst einmal kennenlernen müssen. Ungewohnt, aber spannend. Ihre Abenteuerlust kribbelt bereits in den Fingerspitzen. Um erst mal ein Gefühl zu bekommen, beginnt sie langsam. „Ahoy ihr Landratten!“, ruft sie niemand bestimmten zu, als sie das Tempo erhöht. „Das ist so cool!“



Als Viola beschleunigt, kniet Chip schon auf einem der Polster im Heck. Die Hände fest um die Reling gelegt saugt er gierig die Meeresluft ein. Der Fahrtwind zottelt schmerzhaft seine Haare, aber es fühlt sich gut an. Lebendig. Mit geschlossenen Augen, konzentriert er sich voll auf den aufsteigenden Druck, der sich vom Solar Plexus in die Brust hoch arbeitet und schließlich am Kehlkopf stecken bleibt. Diesmal ruft Chip bewusst das Kino im Kopf ab. Sid im Kühlhaus..Jinoh, der in hasserfüllt anfunkelt...Denize – seine Hand streichelt zärtlich ihren Bauch.. Chip öffnet die Lippen, holt tief Luft und bringt nur ein klägliches Krächzen heraus. Der Film spult schneller. Sein Atemrhythmus folgt. Er schmiegt seine Wange an Denize' Bauch und summt Zoé etwas vor..Blaze, mit der Tasche über der Schulter..ich hoffe das war's wert..Dennah – auf die Knie..seine Mutter..du wirst Rückgrat zeigen und Geld verdienen!.. Sein Herz trommelt wie galoppierende Hufe gegen sein Brustbein. Endlich löst sich der Knoten in der Kehle. Chip öffnet Augen und Mund gleichzeitig und stößt einen Schrei aus. Heiser und kurz. Er schluckt. Dann noch einen. Lauter und durchdringend. Jetzt bricht der Damm und ein Gemenge aus unterdrückter Wut, Angst, Verletztheit und Hilflosigkeit aus den vergangenen Wochen, bricht sich in immer neuen, befreienden Schreien Bahn. Er brüllt gegen den Fahrtwind und den Motor des Bootes an. Genießt jede neue Welle an Emotionen, die er damit übers Meer jagen kann. Das letzte Aufbäumen lässt einen Schwarm Seevögel über ihnen auseinander stieben und Chips Stimmung kippt.



Wow. Beim Möwenschrei-Wettbewerb hättest du jetzt satte sieben von zehn Punkten.“ Viola mustert Chip aus dem Augenwinkel und grinst dabei über ihren eigenen Spruch. „Nicht perfekt, aber schon mal ein guter Anfang!“ Sie kennt Chips Hintergrundgeschichte nicht gut genug, um einschätzen zu können, was jetzt los ist. Und Gespräche über Emotionen sind so gar nicht ihr Ding. Wird jetzt etwas anderes von ihr erwartet? „Aber schrei dich ruhig aus. Wenn du reden willst, schieß los.“, bietet sie schließlich an. Der Fahrtwind zerzaust ihr die Haare.



Das Gekreische der Vögel reizt Chip zum lachen. Er ist erschöpft, erleichtert und überreizt zugleich. Ein Ruck des Bootes, ausgelöst durch eine Welle, erwischt ihn unvorbereitet. Er wird nach hinten geschleudert, verliert den Halt an der Reling, purzelt über die Sitzpolster und bleibt schließlich unkontrolliert lachend auf dem Boden zwischen den Sitzen liegen. Es ist wie ein Lachflash beim kiffen, nur besser. Prustend versucht er sich aufzurichten, fällt aber wieder zurück und hält sich den schon schmerzhaft zuckenden Bauch.
"Alter..wenn die Viecher solche Töne von sich geben würden...voll der Horrorfilm." bringt er schließlich heraus, richtet sich auf die Ellbogen gestützt halb auf und zieht sich auf den Sitz hinter Viola. Wie ein nasser Sack bleibt er dort in durchhängender Position liegen. Schwer und befreit zugleich, kehrt der Körper inklusive Kopf, langsam wieder zum Normalbetrieb zurück. Violas Worte sickern in sein Bewusstsein. "Ich fand die Kombi aus Urschrei und Wellen jump ziemlich cool, ehrlich gesagt.", tönt er gegen die Motorgeräusche an und muss nochmal lachen. "Besser als reden!"

Viola fällt in das Lachen mit ein. „Da geht noch mehr!“ Übermütig dreht sie das Lenkrad, lenkt das Boot scharf nach links, nur um es im nächsten Moment nach rechts zu reißen. Das Boot schwankt heftig, schlingert über die Wellen. Wasser spritzt hoch, trifft sie mitten ins Gesicht. „Uff!“, keucht sie, während das Salzwasser ihr in den Mund schießt. Sie spuckt es aus, beinahe verliert sie die Kontrolle. Doch im allerletzten Moment gelingt es ihr, das wackelnde Boot wieder in den Griff zu bekommen. Mit einem frechen Grinsen bremst sie ab und fährt langsamer.



Viola schüttelt sich, streicht sich das nasse Haar aus dem Gesicht und lehnt sich grinsend zu Chip. „Sollten wir öfters mal machen.“ Sie klopft auf seinen Arm, als hätte sie ihn gerade auf die beste Idee der Welt gebracht. „Das schreit nach einem Bier. Wie wäre es mit unserem Reiseproviant?“

"Geile Idee."
Chip angelt mit dem Fuß nach seinem Rucksack und holt zwei Bier und einen ziemlich zerdrückten Burger heraus. "Worauf trinken wir?" Er reicht Viola eine Flasche, öffnet seine eigene an der Kante des Bootes und fängt geschickt den Kronkorken auf.



Auf einen einfach geilen Tag!“, lacht Viola und stößt mit Chip an. Sie nimmt einen Schluck aus dem kühlen Getränk. Sie hält ihre Hand in das Meereswasser, lehnt sich zurück, und grinst. Eine Weile schweigen die beiden vor sich hin. Bis Viola doch noch Chips Geschrei einfällt. „Weiß Denize von der Sache? In Sulani?“, fragt sie schließlich.

Das sanfte Schaukeln des Bootes in Verbindung mit den gleichmäßig dumpf an den Rumpf klatschenden Wellen, lullt Chip ein. Er beobachtet Viola beim trinken, lässt den Blick übers Meer schweifen und genießt die angenehme Schwere, die sich nach dem Gefühlsausbruch in seinem Körper ausbreitet. Violas Frage holt ihn aus der Entspannung. "Ja.", sagt er ehrlich und trinkt. "Ich wohn wieder in Oasis."



Viola mustert Chip eine Weile. "Hast es ihr selbst gesagt?" Nach einer kurzen Pause fügt sie noch hinzu: "Ich dachte auch, das mit Blaze würde länger andauern.", sagt sie, auch wenn sie sich nichts anzumerken versucht. "Manchmal läuft das Leben nicht so wie geplant." Sie seufzt. Dabei hatte sie bis eben doch noch gute Laune. Fast ein wenig trotzig fügt sie noch hinzu: "Aber heute.. heute ist's trotzdem geil!"



Hier auf dem Meer, weit weg von allen anderen Sims, erscheint ihm Denize wieder wie ein ferner Traum. Als hätte ihn das Leben in einen Film gebeamt und dann befunden, er sei doch nicht die richtige Besetzung dafür. Violas Frage beschwört zwar die Bilder der Nacht des Geständnisses herauf, aber der Schmerz über den Verlust seiner Freundin bleibt aus. Es ist Zoé um die es geht. "Ja..ich hätte niemals mit so ner Lüge leben können. Also, tun als ob nix passiert wär." Er sieht Viola an. "Und außerdem wird's eh in der Schule herumgetratscht, also.." Er zuckt mit einer Schulter und kommmt dann auf Violas erste Äußerung zurück. "Du hast das schon mal so gesagt, das mit Blaze. Dir war's echt ernst mit ihm, hm?" Interessiert mustert er die Vampirin. "Was war's, warum du dachtest ER isses?"

Viola blickt auf das Meer hinaus. Es dauert eine Weile, bis sie antwortet: "Naivität vielleicht. Bei meinen Eltern bin ich gewohnt dass sie einfach zusammen sind seit ich sie kenne. Aber das heißt ja nicht dass es immer so ist." Sie kratzt sich am Kinn. "Und mit ihm könnte ich über alles quatschen. Auch über..." Sie unterbricht sich. Es ist kein Thema über das wie gerne redet. Doch auch Chip hat über Denize berichtet. Jetzt ist sie wohl dran. "Auch über das Trauma das ich damals aus der Gruselvilla mitgenommen hab. Als er..." Sie fasst sich leicht über den Hals. "Ich kann es nach wie vor nicht leiden, enge Halsketten zu tragen, auch wenn es nicht mehr ganz so schlimm ist wie damals."

Die Ereignisse in der Gruselvilla liegen gefühlt Lichtjahre zurück. Eine harmlose Mutprobe, die zum absoluten Horrortrip ausgeartet war. Sie leidet immer noch darunter? Andererseits.. so verwunderlich ist das nicht. Er selbst wird das Drama mit Sid wohl auch nie los werden. "Ja, das war so krass. Ihr hättet beide sterben können." Eine Gänsehaut zieht Chips Rücken hoch bis zum Nacken, wo sich die feinen Härchen unangenehm sträuben. Wahrscheinlich erzeugt so ein Erlebnis ein ähnliches Band wie das Unglückselige zwischen Blaze und ihm selbst. Der hat sich immer ausgeschwiegen über die Vorfälle in der Villa. Nie mehr darüber geredet und Chip hat es ebenfalls vermieden. Für Viola sieht es wohl anders aus. Hat überhaupt jemand den er kennt ein Leben ohne Traumata? Denize vermutlich. Aber die hat jetzt eins mit betrogen werden und dem Baby.. Chip nimmt einen beherzten Schluck Bier. Das kühle Rinnsal in der Kehle beruhigt ihn wieder ein bisschen. "Was machst du dagegen? Ich mein..sowas ist ja immer da..das.." Noch ein Schluck. "..das kommt doch sicher immer wieder. In Träumen vielleicht oder immer dann, wenn du nicht dran denkst." Hat sie auch schweißgebadete Nächte in denen qualvolle Schreie sie aus dem Schlaf reißen?



Unbewusst fährt Violas Hand zum Hals. Nicht nur, dass der Geist sie damals so locker hatte hochheben können.. auch dass ihre Magie unterdrückt wurde und sie nicht einmal in der Fledermausgestalt fliehen konnte.. all das sind Dinge, die sie niemals vergessen wird. Viola betrachtet Chip für einen Moment, als wolle sie abwägen, wie viel sie preisgeben will. Dann zuckt sie mit den Schultern und blickt wieder hinaus auf das Meer. "Manchmal kommen noch Träume." Sie seufzt. "War sogar mit Blaze damals erneut in der Villa. Dachte, als eine Art Schocktherapie könnte es mir vielleicht helfen." Nicht jeder hätte sie begleitet, so wie Blaze... ein weiterer Grund, warum er ihr so wichtig ist... wichtig war. Sie starrt auf die mittlerweile halbvolle Flasche, nimmt einen weiteren Schluck. Erst dann setzt sie ihre Erzählung fort: "Ich weiß nicht, ob es geholfen hat oder nicht. Aber die Träume sind zumindest viel seltener mittlerweile. Aber ich seh die Villa jeden Tag... oder habe ich zumindest, als ich noch bei meinen Eltern wohnte. Da kann ich es mir nicht leisten, mich vom Anblick der Gruselvilla alleine schocken zu lassen."



Chip nickt verstehend. „War sicher hart jeden Tag das Haus zu sehen.“ Unvorstellbar, wenn er ehrlich ist. Ein Leben in Sichtweite des Hauses in dem Sid gestorben ist, ohne die Möglichkeit die Geschehnisse zu verdrängen, hätte für ihn selbst vermutlich den Tod bedeutet. Aufgehängt am Kühlhausgriff.. „Gut dass Blaze das mit dir gemacht hat.“ Er kann sich die Energie, die von ihm ausging und ihr Vorhaben unterstützt hat, gut vorstellen. "Isses das, warum du gehofft hast es würde länger gehen? Der zu einem hält, egal was kommt?" Aus irgendeinem Grund interessiert ihn das. Es fühlt sich an, als würde sie Blaze doch noch ein bisschen nach hängen.

Viola nickt. Trotz allem kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Ja! Ich brauche jemanden, mit dem man Pferde stehlen kann." Einen Moment muss sie wieder an die Stute bei der Vampirbar denken. "Also, nicht dass ich reiten könnte! Aber du weißt schon, was ich meine."

"Pferde stehlen und verticken wär auch ne Option.
", lacht Chip. "Hauptsache Kohle kommt rein." Er räkelt sich höher auf seinem Sitz und leert die Bierflasche in einem Zug. "Für mich war Denize immer wie ein Engel. Wie sie aussieht, wie sie lebt. So reine Unschuld eben und ich wollte besser werden für sie. Weil..weil in meinem Leben so viel Müll und Scheiße passiert ist..ich hab gedacht, mit ihr kann ich anders sein." Er gestikuliert Gänsefüßchen in der Luft. "Gut werden. Pffff.." Während Chip spricht wickelt er die Burgerruine aus dem Papier und legt sie in die Mitte. "Aber es hat sich gezeigt." Ein Mundwinkel verzieht sich ironisch. "Sie ist kein Engel und ich bin nicht besser geworden. Jedenfalls nicht so, wie ich das wollte." Er öffnet die letzte Bierflasche, teilt den Burger und schiebt Viola eine Hälfte zu, ohne zu wissen, ob sie sowas überhaupt verträgt. "Tja, wie du schon gesagt hast. Manchmal läuft's nicht wie geplant, aber.." Er grinst schief, trinkt vom Bier und reicht ihr die Flasche rüber. Der Alkohol macht ihn angenehm duselig und ein gutes Stück der Aufbruchsstimmung kehrt zurück. .. "aber heute ist's trotzdem geil!".

In Zusammenarbeit mit @simscat2

>>> Viola geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (21) >>>
>>> Chip geht nach Oasis Springs - Delsyns Camper (3) >>>


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05.06.2025 15:45 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2025 15:50)
#45
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Bestseller-Schmied

<<< Julius kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (33) <<<
<<< Jarred kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (33) <<<


Charaktere: Julius, Jarred
Geschichtsstrang: Schritt für Schritt - Erkenntnisse



Julius und Jarred sind schon ein paar Minuten unterwegs auf den Spazierwegen von Brindleton Bay. Die Hunde laufen frei voraus und werfen gelegentlich einen Blick zurück. Der Spaziergang tut gut. Die frische Luft, ein bisschen Bewegung und nicht zu viele Worte.
Zuerst war Julius überrascht gewesen, als Jarred ihn gefragt hatte, ob sie gemeinsam rausgehen wollen. Immerhin kennen sie sich kaum. Doch er hatte sich gefreut über die Geste und über das Interesse. Und so waren sie losgezogen.

Sie hatten ein bisschen geredet. Über Alltägliches, dann auch über Ernstes. Julius hatte erzählt, wie es ihm im Moment geht, seit dem Unfall und dem Verlust seines Vaters. Jarred hatte zugehört.
Nach einer Weile fragt Julius, ohne ihn anzusehen. "Seit wann bist du eigentlich mit Alma zusammen?"

Ein liebevolles Lächeln umhüllt Jarreds Lippen, als ihr Name fällt. Augenblicklich wird ihm warm ums Herz. "Seit Mitte April.", denkt er an die Fahrradtour zurück und wie sie seine Sorgen ohne Probleme im kalten See ertränkte. Einen Moment schwelgt er in der Erinnerung, ehe er zu Julius sieht. "Sie hat nichts davon erzählt, oder?" Er hat inzwischen akzeptiert, dass sie nicht über ihre Familie redet - und auch sonst wenig über ihr Leben und ihre Gedanken preisgibt. Obwohl er sich ein wenig mehr Offenheit wünschen würde, drängt er sie nicht. Er liebt sie. Und das ist alles, was zählt.



Daraufhin schüttelt Julius den Kopf. "Seit sie wieder da ist, hat sie nichts von der Zeit ihres ... Weggangs erzählt", sagt er leise. "Ich hab zwar mal versucht, was nachzufragen, aber ... ich glaube, der Unfall nimmt sie auch noch sehr mit." Er seufzt und seine Augen folgen den Hunden, die ein Stück voraus über einen sandigen Weg tollen und dann sinkt sein Blick wieder zu Boden. In Gedanken ist er bei Nael, der ihm sonst alles erzählt hätte, aber auch er schweigt nur noch.
Nach einem Moment fährt er fort, mit leichtem Kopfschütteln, als könne er selbst nicht recht glauben, was er da sagt. "Ich bin jedenfalls überrascht, dass Alma tatsächlich ihre Wohnung aufgibt."
Ein kurzer Seitenblick trifft Jarred.
"Eigentlich war sie immer jemand, der frei sein wollte und unabhängig. Also ... muss es mit dir ja wirklich was Ernstes sein, wenn ihr schon direkt zusammengezogen seid."

"Man kann auch in einer Beziehung frei und unabhängig sein.", erklärt Jarred mit ruhigem Unterton. "Vielleicht hat sie das verstanden. Ich bin sehr stolz auf sie, dass sie ihre Wohnung freigibt, obwohl sie ein Sim ist, der seinen Freiraum braucht." Was auch auf ihn selbst zutrifft. Vor dem Unfall hatte Alma sich zuletzt beinahe ständig in der Wohnung aufgehalten. Und obwohl er sie gern in seiner Nähe hat, fehlt ihm der Raum, ganz allein für sich zu sein und zu trainieren. In Kürze wird er sich etwas einfallen lassen müssen. Mit etwas Glück bekommt er die Zusage für seine Bewerbung. Dann müssen die Abläufe sitzen. "Was meinst du mit 'Weggang'?", lenkt er die Gedanken wieder aufs Gespräch.



Kratzend am Kopf sieht Julius kurz zu Jarred, dann wieder nach unten auf den Weg. "Naja … du weißt ja, vor ein paar Monaten hat sie hier alle Zelte abgebrochen. Hat sich heftig mit ihren Eltern gezofft … und auch mit Nael. Sie war total durch, wollte nie wieder zurückkommen." Er schweigt kurz und schiebt die Hände in die Taschen seiner Jacke. "Monatelang haben wir dann nichts mehr von ihr gehört. Keine Nachricht, kein Lebenszeichen. Nael hat ihr regelmäßig geschrieben und hat versucht, irgendwie Kontakt zu halten. Aber da kam einfach … gar nichts."
Die Hunde schnuppern an einem Baumstamm und laufen dann weiter, während Julius stehen bleibt. "Als Tante Hannah dann geschrieben hat wegen dem Unfall … da ist sie plötzlich aufgetaucht. Ich weiß bis heute nicht genau, worum es in dem Streit damals ging. Nur, dass Hannah und José ihr irgendwas vorgeworfen haben. Irgendwas ist da passiert … aber keiner spricht offen drüber." Er sieht Jarred kurz prüfend an.
"Hat sie dir da mal was erzählt?"

Aufmerksam nimmt Jarred jedes Wort auf, ohne sein Erstaunen preiszugeben. Jetzt begreift er, warum sie der Familie nie einen Besuch abstatten wollte. Was ist da bloß vorgefallen? Nachdenklich beobachtet er die Hunde, ohne ihre Bewegungen wirklich wahrzunehmen. Je mehr Julius erzählt, desto stärker wird das Gefühl, Alma gar nicht zu kennen. Fairerweise muss er sich eingestehen, dass er ihr ebenfalls Vieles nicht sagt. Dabei ist diese gegenseitige Geheimniskrämerei wohl kaum eine gute Basis für eine Beziehung. "Nein.", schüttelt er zu spät den Kopf. "Sie redet nicht viel über sich."



Ernüchternd muss Julius erkennen, dass er das Geheimnis wohl nie erfahren wird. Vielleicht sollte er es auch gar nicht. Und was Nael betrifft, dass selbst er schweigt, obwohl er damals so sehr versucht hat, Alma zu erreichen und offensichtlich in diese Sache mit verstrickt war … es passt einfach alles nicht zusammen. Julius seufzt leise. Aber gut, dann soll es eben ruhen. "Na ja … dann scheint es wohl auch nicht mehr von Bedeutung zu sein", sagt er schließlich und tut die Sache mit einem Schulterzucken ab. "Wo wohnt ihr denn jetzt genau? Ich hatte nur verstanden in Evergreen Harbor. Habt ihr da ein Haus?"
Neugierig sieht er zu Jarred. In seinem Kopf kreisen die unterschiedlichsten Gedanken. Dass Alma ihre Wohnung aufgegeben hat, kann eigentlich nur bedeuten, dass es ihr mit Jarred ernst ist. Doch würde sie sich mit einer kleinen Wohnung wie die ihre zufriedengeben? Er liebt seine Cousine, wirklich. Aber er weiß auch, wie anspruchsvoll sie sein kann. Daher vermutet er, dass noch mehr dahinter steckt. Sie mochte ihr stylisches Zuhause, den Freiraum und das Selbstbestimmte. Sicherlich wohnt Jarred in einem großen Haus mit Garten und hat vermutlich bereits einen begehbaren Kleiderschrank für Alma eingerichtet.

Verlegen lacht Jarred leise auf. "Ein Haus - nein, das könnte ich mir nicht leisten." Der Umzug von Amerika zurück in die Heimat hat ihn beinahe all seine Ersparnisse gekostet. Während seine Mutter kaum weiß, was sie mit ihrem Vermögen anstellen soll, hat er es nicht einmal zu einem Balkon gebracht. "Es ist nichts Besonderes. Nur ein kleines Zweizimmer-Appartement."



Julius runzelt überrascht die Stirn. Für Alma scheint sich also nichts verändert zu haben. Als hätte sie nahtlos dort weitergemacht, wo sie vor Monaten aufhörte nur diesmal mit einem Partner an ihrer Seite. Ist sie so verliebt? Er weiß gar nicht, was er dazu noch sagen soll.
Alma hat sich offensichtlich verändert. Sie ist nicht mehr so zickig, wie er sie manchmal kannte, nicht auf Krawall gebürstet. Ganz im Gegenteil. Sie ist ruhig und verständnisvoll, ja beinahe fürsorglich ihm gegenüber.
Daraufhin bleibt Julius stehen. Die Hunde trotten ein paar Schritte weiter und schnuppern in der Umgebung, während er eine Hand auf Jarreds Arm legt. "Du tust ihr echt gut, Jarred", sagt er aus tiefstem Herzen. "Willkommen in unserer Familie."

Jarreds Augen leuchten auf. Die Worte rühren ihn aufrichtig. "Danke, mein Freund.", lächelt er herzlich. "Ich freue mich, ein Teil davon sein zu dürfen."

(in Zusammenarbeit mit @Spatz )


>>> Jarred geht nach Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (9) >>>
>>> Julius geht nach Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg >>>


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