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Tartosa
<<< Lucía kommt von Newcrest Nr. 12 - Fussballplatz <<<
<<< Eartha kommt von Tartosa - Earthas Unterschlupf <<<
Charaktere: Lucía, Eartha
Geschichtsstrang: Magische Ranken
Zufrieden verlässt Lucía das Musikgeschäft. Der weite Weg nach Tartosa hat sich gelohnt, doch für ihre Orgel macht sie keine Abstriche. Erstaunlich, dass nur dieses Geschäft die notwendigen Ersatzteile hat.
In Gedanken an ihren nächsten Zauber läuft sie die Straßen entlang und schaut sich die Umgebung an. Es ist schon länger her, dass sie in dieser Stadt zugegen war.

"Jaja." Eartha mustert Pumpkin mit einem Schmunzeln, "Ich erfülle dir schon deinen Wunsch." Leise spricht sie Worte aus. Blättrige Ranken ragen plötzlich aus dem Boden, wachsen langsam immer weiter in die Höhe. Schnell klettert die Katze nach oben und macht sich auf dem Blätternest gemütlich. "Dass deinesgleichen aber auch immer die beste Aussicht haben will. Als ob es hier nicht genug Bäume geben würde, die du zum klettern nutzen könntest."

"Miau! Mrau Mau!", protestiert das Tier. Eartha muss lachen. "Ja, du hast Recht. Echte Bäume haben kein extra geformtes Blätternest. Aber ich werde den Rankenzauber trotzdem nicht die ganze Zeit aktiv halten. Ein paar Minuten gönne ich dir, aber dann musst du ja doch wieder was anderes suchen." Wer kann einer Katze schon einen Wunsch ausschlagen?

"Miaauu!" Eartha blickt nach oben. Ein Magienutzer? Sie konzentriert sich. Tatsächlich! Pumpkin hat Recht. Bald kommt ein Mädchen ins Sichtfeld. Ist sie das? Keine starke Magienutzerin. Eartha erkennt, dass das Mädchen erst Anfängerin ist. Und doch... irgendetwas ist seltsam an der Aura. Irgendetwas dunkles...

Während Lucía weiter den Weg entlang geht, hat sie das Gefühl beobachtet zu werden. Sie bleibt stehen und sieht sich um, als ihr Blick Eartha trifft. Was will sie von mir? Die Unbekannte hat kein normales Outfit an, es scheint eher so als.. Ist das eine Magierin?

"Mrauu!" Die Katze mustert die Blonde skeptisch. Diese Aura macht das Tier nervös. Es macht einen Buckel und bleibt auf dem Blätternest. "Wer bist du?", fragt Eartha scharf. Dass die einfach mit ihrer Aura hier herumspaziert, mit der ganz eindeutig irgendwas nicht in Ordnung ist... Doch im Gegensatz zu Pumpkin wittert Eartha noch nicht sofort Gefahr. Dazu ist das Mädchen dann doch zu unerfahren.
"Hallo, ich bin Lucía. Und Sie?", fragt die Blondine neugierig. Wenn sie Magierin ist, vielleicht kann sie mir noch was beibringen.
Eartha antwortet nicht sofort. Stattdessen stellt sie eine Gegenfrage. "Deine Aura... ist falsch. Warum ist deine Aura so dunkel?"

Erschrocken blickt Lucía auf. Falsch? "Eh.. ich.." Wem will sie etwas vor machen? Scheinbar handelt es sich wirklich um eine Magierin mit guten Antennen. "Ich bin eine Vampirin und lerne Magie."
Jetzt... macht das Ganze einen Sinn. Vampirin... daher kommt das Dunkle in der Aura. "Mit Magischer Essenz nehme ich an.", vermutet Eartha. Sie erwähnt nichts von den Nebenwirkungen. Lucía wird das sicher schon selber wissen. "Miau! Mau!"

Die Katze hüpft von ihrer Ranke runter. Noch immer skeptisch betrachtet das Tier die Vampirin, auch wenn sie nun keinen Buckel mehr macht.
"Eartha.", stellt sich die Magierin knapp vor, "Genannt, die Grüne. Warum kannst du dir ja sicher denken."
Lächelnd nickt Lucía der neuen Bekannten entgegen. Sie ist fasziniert von ihrem Aussehen, ihrer Art und Weise. "Lebst Du schon lange in Tartosa?" So viele Fragen schwirren der Blondine durch den Kopf, doch sie versucht sich zurück zu halten.
"Mau!" Das Maunzen klingt laut und bestimmt in Lucías Ohren. Eartha mustert die Katze. "Sei nicht so eifersüchtig, Pumpkin. Nur weil es auch andere Leute gibt, mit denen ich mal rede." - "Miau!! Mrau!", teilt die Katze ihre Zweifel mit. Eartha antwortet nicht. Die Aura ist außergewöhnlich, ja. Und es schadet nie, ein gewisses Misstrauen zu haben. Doch man kann es auch übertreiben.
"Schon lange.", antwortet sie schließlich die Frage der Vampirin.
Neugierig beobachtet sie das Gespräch zwischen der Katze und der Magierin. Ob sie auch eines Tages mit Tieren sprechen kann? Könnte zumindest hilfreich sein, wenn sie ihren Bruder in ein Pferd verwandelt. "Hast du eine besondere Fähigkeit?"

"So einiges.", ist die Antwort. "Natur im allgemeinen."
Lucía kommt einen Schritt näher. "Zeigst du mir ein paar deiner Zauber?"
Eartha murmelt ein paar Worte. Die Ranken, die vorher Pumpkin getragen haben erscheinen nun unter Lucía und heben sie paar Meter in die Luft.

Euphorisch bildet sich ein breites Grinsen auf Lucías Gesicht und sie jubelt. "Wuhu, das ist ja klasse", ruft sie nach unten gen Eartha. Das will ich auch!

Eartha löst den Zauber wieder. Die Ranken verschwinden wieder im Boden und lassen die Vampirin wieder absteigen. "Zufrieden?"
Erstaunt sieht Lucía zu Boden und nickt. "Und wie! Das möchte ich auch können! Wie geht das?"
Also will sie doch mehr als die Zauber nur zu sehen. "Ich kenne dich doch kaum. Was bietet du als Gegenleistung für mein Wissen?"

Eine Gegenleistung? Das überfordert die Teenagerin. Was kann sie Eartha bieten? Sie ist eine Vampirin. "Ich kann dir meine Kräfte anbieten."
Eartha überlegt. Für Blutmagie könnte sie die körperliche Kraft eines anderen gut gebrauchen, erst Recht mit der dunklen Magie, die die Vampirin immer noch inne hat. Aber das stünde so ziemlich im Widerspruch zur Naturmagie. Und noch ist sie mit den Büchern noch nicht fertig. Andererseits könnte ein komplett neuer Ansatz an das Problem neue Perspektiven eröffnen... "Hm..." Sie überlegt. Nein, das Risiko kann sie nicht eingehen. "Sonst ein Angebot?"
Lucía denkt nach. Was hätte sie sonst im Angebot? "Ich könnte dir behilflich sein, bei was immer Du willst." Für ihre Magiekarriere würde sie alles tun.
Vielleicht könnte Lucia ja tatsächlich von Nutzen sein. "Gut. Komm morgen zu meiner Hütte." Eartha gibt Lucía eine Wegbeschreibung mit. "Dann bring ich dir einen einfachen Zauber bei. Für den Anfang."
Ihre Jubelschreie hält die Vampirin im Zaun. "Danke, ich werde da sein."

>>> Lucía, Eartha gehen zu Tartosa - Earthas Unterschlupf >>>
In Zusammenarbeit mit @Spatz
<<< Logan kommt von Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin, Logan (4) <<<
<<< Jake kommt von San Myshuno - Wohnung Sibylle Wolff <<<
Charaktere: Logan, Jake
Geschichtsstrang: Wellen
Jake hat einige Zeit gebraucht, bis ihm wieder eingefallen war, von welchem Ort Logan in letzter Zeit häufiger sprach, wenn er Ruhe von seiner Umgebung, seinen Mitbewohnern oder seinem Leben brauchte: Die Küste in Tartosa. Da Jake aufgrund seiner Erkrankung weder Auto noch Fahrrad fahren darf, hat er seine Nachbarin gebeten, ihn in Tartosa abzusetzen.
Dort angekommen läuft Jake die Küste hinauf und sieht von weitem einen schwarzen Lockenkopf. Das wird er sein! Es ist die richtige Spur und Jake wird erneut bestätigt: Zuhören lohnt sich! Je näher er kommt, desto gespannter ist er, was ihn bei Logan erwarten wird.
"Hier treibst Du Dich also herum", grüßt er den Freund und setzt sich neben ihm in den Sand.

Seinen Gedanken nachhängend schaut Logan aufs Meer hinaus. Zwischen den Fingern eine Zigarette, nimmt er gerade einen Zug, als er die vertraute Stimme hinter sich vernimmt. Unsicher, ob er froh über Jakes Auftauchen ist, antwortet er nicht sofort. Wenigstens ist es nicht Ben.
"Wer hat sich bei dir ausgeheult?", fragt er unbeeindruckt, ohne den Blick vom Wasser abzuwenden.
"Gäbe es einen Grund dazu?" Jake stellt gekonnt eine Gegenfrage ohne Billie direkt zu verraten. "Was machst Du hier? Hab versucht Dich zu erreichen, gehst nicht an dein Handy." Während er spricht, schaut er ebenfalls aufs Wasser. Die Wellen beruhigen ihn und jetzt, wo er Logan gefunden hat, ist er entspannter.
Logan seufzt. "Manchmal fehlen mir unsere nichtssagenden Gespräche." Den Filter im Sand neben sich ausdrückend senkt er den Kopf. Eine kräftige Strähne seiner Locken fällt ihm ins Gesicht. "Ernsthaft. Warum biste hier? Ich geh oft nich' ans Handy. Trotzdem stehste nich' ständig vor mir. Was is' dieses Mal anders?"

In diesem Moment dreht Jake seinen Kopf zu Logan. "Billie macht sich Sorgen. Scheint, als hättet ihr etwas wichtiges besprochen." Falls der Blonde in seiner Vermutung richtig liegt, könnte Billie ihm gesagt haben, wer Julians Vater ist. Egal, wie die Antwort aussieht, Logan könnte beides nicht gut verkraftet haben. Jake wird für seinen Freund da sein.
Etwas Wichtiges, ja. Es ist Tage her, dass sie es ihm sagte. Noch immer weiß Logan nicht, wie er damit umgehen soll. Er hat ihr seine Unterstützung zugesichert. Und nun hat er keine Ahnung, wie die aussehen könnte. Soll er Billie mit Geld abspeisen? Babysitten? Vater sein? Wie könnte er das? Sein eigenes Leben überfordert ihn immer wieder. Wie soll er da Verantwortung für ein zweites tragen?
Das Meer zieht Logans Blick auf sich. "Haste mal die Wellen genau beobachtet? Wie sie sich aufbauen, kräftiger werden. Dieser Moment, wenn sie zu kippen drohen. Durch ihre eigene Kraft zusammenbrechen. Die Kontrolle abgeben ... sich fallen lassen ... loslassen ... Das beneide ich. Und danach is' Ruhe. Das muss sich gut anfühlen. Frei." Die Lippen aufeinander gepresst senkt er den Blick. "Bisschen wie beim Ficken." Aus der Innentasche seiner Jacke zieht er seine zerknüllte Zigarettenschachtel. "Nur ohne dieses widerwärtige Schmutzgefühl.", fügt er nuschelnd an, während er sich den Glimmstängel ansteckt. Bedacht darauf, Jake nicht mit dem Qualm zu belästigen, wendet er sich leicht ab und hält den Arm zur Seite.
"Wer ist schon frei?", gibt Jake knapp von sich und sieht zum Meer. Im Rhythmus bewegen sich die Wellen hin und her. Kleine und große, zarte und kräftige. Sein Blick bleibt bei einer einzigen Welle haften. Langsam baut sie sich auf und endet in einer majestätischen Gischt. Es ist, wie als würde er auf ein Gemälde blicken, dass sich ständig verändert. Ich sollte auch öfter herkommen.

"Jemand ohne zwischensimlische Beziehungen. Das is' das, was dich einschränkt." Logan pausiert, um an der Zigarette zu ziehen. "Sobald du anfängst, irgendwen nich' kacke zu finden, biste im unfreiwilligen Verhalten gefangen. Wenn du total alleine bist, machste, was du willst."
Jake räuspert sich. "Ob Einsamkeit wirklich besser ist, vage ich zu bezweifeln. Es gibt immer positive und negative Aspekte zu beachten." Mit seinem Fuß streicht er über den Sand.
"Das mag für dich zutreffen." Logan beobachtet die Bewegungen im Sand aus dem Augenwinkel. "Ich werd die WG verlassen."
Jake nickt. Er hat mit solch einer Entscheidung gerechnet, Logan schien sich in der letzten Zeit nicht sehr wohl zu fühlen. Nicht zu vergessen von den ersten Erlebnissen der WG, von denen Logan ihm berichtet hatte. "Du weißt, ich hab noch ein Zimmer frei." - "Yeah, I know." Mit einem tiefen Zug saugt Logan das letzte Nikotin aus der Zigarette, drückt sie im Sand aus und legt sie zu den anderen. "Ich weiß nich'. Muss nachdenken."
Nachdenken ist ein gutes Stichwort für Jake. "Das muss ich auch." Seufzend legt er sich mit dem Rücken in den Sand und sieht zum Himmel. "Warum muss alles so kompliziert sein?" - "Worum geht's denn?"
Daraufhin erzählt Jake von seiner Schwester und ihrem omniösen Liebhaber. "Ich weiß, sie ist alt genug. Aber Sorgen mache ich mir trotzdem."
"Versteh ich. Aber sie kann auf sich aufpassen. Die Kleine ist taffer als der Rest eurer Sippe." Schmunzelnd schwenkt Logan den Kopf leicht zur Seite, so dass Jake sein Profil sehen kann. "Weißt noch, als sie bei deinen Grannies den Schornsteinfeger verjagt hat? Sie dachte, der arme Hund wär 'n Einbrecher. Wie alt war sie da? Sieben? Acht? Das war ziemlich cool. Im Ernst, man." Zurück aufs Meer schauend wird die Mine wieder gewohnt ernst. "Sie hat schon immer den Kick gesucht. Und sie kann sich behaupten."

Jake sieht in den Sand und nickt. Das hat sie wirklich. An das Gesicht des Schornsteinfegers kann er sich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ihre Mutter war nicht begeistert, doch wann war sie das schon.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon.)
>>> Logan geht nach Brindleton Bay >>>
>>> Jake geht nach Henford-on-Bagley Nr. 10 - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk >>>
<<< Logan und Alma kommen von Brindleton Bay <<<
Charaktere: Logan, Alma
Geschichtsstrang: Nur weg von hier II
Sie erreichen die Grenze zu Tartosa und halten vor einer Ampel. Linkerhand ist das Meer zu erahnen und Logan schaut nachdenklich aus dem Fenster. "Das könnteste schon. Aber die Bude is'n winziges Dreckloch und voll mit Idioten. Glaub' nich', dasse da zur Ruhe kommst." Ernst betrachtet er sie. Fürsorge liegt in seinem Blick, als er vorschlägt: "Wir finden was Besseres für dich."
Trotz seiner Offenheit spürt sie eine leichte Enttäuschung darüber, dass seine Wohnung keine ideale Zuflucht bietet. Sie seufzt. "Hauptsache ich muss nicht unter der Brücke schlafen." - "Sieh mich an!" Sanft legt er zwei Finger an ihr Kinn und dreht ihr Gesicht zu sich. "Das wird NIE geschehen. Alrite? Lass ich nich' zu."
Ein Flackern der alten Gefühle taucht auf, als Alma seine Nähe spürt. Die erotische Spannung zwischen ihnen liegt noch immer in der Luft, wenn auch von der Zeit und den Umständen überlagert. Sie atmet tief durch und versucht, die aufkommenden Empfindungen zu unterdrücken.

Die Ampel gibt grünes Licht zur Weiterfahrt und der Pick-Up folgt dem Straßenverlauf, bis er die Küste erreicht. Logan zieht den Schlüssel aus der Zündung, aus der Frontscheibe in die Nacht hinausschauend, und fragt sich, ob es Alma überhaupt etwas bringt, hier zu sein. Sie wirkt müde und abgekämpft - vielleicht wäre es klüger gewesen, sie für die Nacht in die WG zu bringen, damit sie schlafen kann. Für die weitere Zeit hätte sich bestimmt etwas finden lassen.
"Ich nehm' 'ne Brise Meerluft.", sagt er und dreht sich zu ihr herum. "Kommst mit?" Alma nickt und steigt aus dem Wagen. Als sie gemeinsam an der Küste entlanglaufen, bemerkt Alma den sanften Wind, der den salzigen Duft der Meeresluft trägt. Die Lockige hält einen Moment inne, bevor sie die Frage ausspricht, die ihr auf dem Herzen liegt. "Wieso hast Du Dich nicht mehr bei mir gemeldet?"
Logan antwortet nicht sofort. Er steckt sich eine Zigarette an und lässt einen Moment vergehen, indem er die letzten Wochen zu greifen versucht. Er hatte durchaus immer wieder an Alma gedacht - und daran wie sie beim letzten Mal auseinander gegangen waren. Wegen irgendetwas hatten sie gestritten. Ging es dabei um die Anzeige? Verhalten schüttelt er den Kopf. "Dachte, das wär dir lieber so.", murmelt er, ohne die Erinnerungen zusammenfügen zu können. "Wenn das nich' so is', warum hast DU dich dann nich' gemeldet?"

Auf die Wellen blickend sammelt Alma ihre Gedanken. Doch mit dem Antworten zögert sie. "Mein Leben war die letzten Wochen katastrophal.. Du hast genug eigene Scheiße am Laufen." Sie denkt an das Verfahren. Ausserdem an ihr Verhalten bei der Einweihungsfeier des Neubaus ihrer Familie. Wie sie sich an diesen Mann rangemacht hat, um Logan eifersüchtig zu machen. Was hat ihr das gebracht? Nichts. Schamgefühle flackern in ihr auf.
"Dann haben wir wohl was gemeinsam.", murmelt er. "Was hältst davon: In Zukunft versuchen wir nich', für den anderen mitzudenken und lassen selbst entscheiden. Heißt, wenn du was willst, meldest dich einfach - ganz ohne Hemmungen. Und umgekehrt das Gleiche." Die Stirn gerunzelt, schaut er sie fragend an. Noch immer wirkt seine Mimik weich und verständnisvoll.
Alma hebt den Blick und sieht Logan an. Seine Worte erreichen sie und seine aufrichtige Absicht entgeht ihr nicht. Erleichterung huscht über ihr Gesicht. "Ja, das ist gut." Sie spürt Hoffnung. Obwohl sie nun alleine ohne ihre Familie dasteht, muss sie nicht allein mit ihren Herausforderungen kämpfen. Logan wird da sein, als Freund. Oder guter Freund. Nach einiger Zeit streckt sich Alma ausgiebig, während sie herzhaft gähnt. Die frische Meeresluft hat sie weiter ermüdet. "Können wir uns gleich auf den Heimweg machen? Also.. zu Dir?"

"Sure.", nickt er und wendet den Blick ein letztes Mal aufs Wasser. Seichte Wellen plätschern an die Küste und verleihen damit ein friedliches Gefühl. "Als ich in England lebte, war ich oft am Meer." Die freie Hand tief in die Tasche geschoben, nimmt er einen kräftigen Zug und stößt den Qualm in die Nacht, bevor er weiter spricht. "Immer, wenn ich nach 'nem Anschiss raus konnte. War 'n weiter Weg vom Haus dahin. Manchmal, wenn ich kein Rad und nix hatte, musste ich laufen. Da war ich paar Stunden unterwegs. Aber das wars wert. Keine Ahnung, wie oft ich an der Klippe stand und überlegt hab, diesen einen Schritt zu machen. 'N Teil des Meeres werden. Bin jedes Mal umgekehrt und zurück gegangen. Wie'n unterwürfiger Köter." Seine Augen funkeln in der Dunkelheit, als er sich zu ihr herumdreht. "Das wird dir nich' passieren. Kein Plan, was bei dir los is, und ich werd' dich nich' fragen. Aber mein Ohr is' immer für dich offen." Er geht in die Knie und löscht den glühenden Filter im Sand, wirft ihn in die Zigarettenschachtel und schiebt sie zurück in die Tasche. "Komm, fahren wir." Seine Hand an Almas Rücken führt sie fürsorglich zum Auto zurück.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon.)
>>> Logan und Alma fahren nach Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin, Logan (5) >>>
#5
<<< Lasse kommt von Copperdale - Haus Familie Sølberg (2) <<<
<<< Marina kommt von Copperdale - Haus Familie Sølberg (2) <<<
Charaktere: Lasse, Marina
Geschichtsstrang: Wellness oder WellNess
Sexuelle Inhalte
Lasse hält die Schlüsselkarte vor das Lesegerät. Mit einem kurzen Piepen öffnet sich die Tür und gibt den Eingang zum luxuriösen Zimmer frei. Marina den Vortritt lassend, trägt er die Taschen hinein und staunt nicht schlecht. Bewusst hat er sich für eine der teuren Suites entschieden - schließlich soll dieses Wochenende ein ganz besonderes werden, bei dem er Marina alles bieten möchte, was sie sich wünscht. Es ist das erste Mal, dass er sich eine solche Unterkunft leistet. Zwar gab er selbst sich immer gern mit einem Camper zufrieden, doch ein Mal im Leben wahren Luxus zu genießen, ist auch er nicht abgeneigt. Die vergangenen Wochen waren stressreich und arbeitsintensiv. Da hat er sich ein wenig Dekadenz verdient. Besonders, wenn sie Marina glücklich macht. Niemals würde sie so etwas verlangen, dessen ist er sich bewusst. Ganz im Gegenteil. Er schätzt ihre bescheidene Art. Dennoch entgeht ihm nicht, dass sie eine Frau mit Klasse ist, die hin und wieder davon träumt, sich etwas Gutes zu leisten.
Das Gepäck auf dem Boden abstellend sieht er sich um. Ein Kingsize-Bett, ein großzügiger Essbereich und eine Sofaecke, sogar mit Kamin empfängt die Gäste.
"Yaj, das ist ja unklauplich.", murmelt er verblüfft. Die umsorgenden Gedanken an seine Kinder, die ihn auf der Fahrt schwer beschäftigten, scheinen für den Moment vollkommen verschwunden. Endlich fängt Mikka an, seine voreingenommene Abneigung Marina gegenüber aufzulösen, da wird Karlotta von Liebeskummer heimgesucht. Hätten beide Teenager ihm nicht versichert, sie würden schon zurecht kommen, wäre er schweren Herzens geneigt gewesen, den Ausflug abzusagen. Elternschaft kann man eben nicht einfach abstreifen, wie eine zerfledderte Strickjacke. Bemüht, sich nur auf Marina zu fokussieren, waren sie am Nachmittag gemeinsam ins Wochenende gestartet. Und hier steht er nun. In diesem unglaubwürdig prachtvollen Zimmer, mit dieser unglaublich wundervollen Frau.

Angetan von ihrer Unterkunft steht sie im Raum, als er an sie heran tritt und seine Hände an ihre Oberarme legt. "Ich wünsche dir ein wundervollen Wochenende. Ich freue mich ßo, dass wir jetz hier ßind."
Mit einem Lächeln genießt sie seine Berührungen und dreht sich dann zu ihm um. "Das wünsche ich dir auch", sagt sie und bedankt sich herzlich für die schöne Überraschung. Die Unterkunft gefällt ihr auf Anhieb und sie freut sich auf das gemeinsame Wochenende. Sie schenkt ihm einen leidenschaftlichen Kuss, bevor sie zum Gepäck schaut. "Räumen wir erst einmal aus", schlägt sie vor und greift nach ihrer Tasche.
Lasse nickt zustimmend und tut es ihr gleich. Aus dem Augenwinkel beobachtet er sie verstohlen. Noch nie hat er gesehen, wie jemand mit derart geschmeidigen Bewegungen alltäglichen Dingen nachgeht und dabei eine Schönheit ausstrahlt, die nicht von dieser Welt stammen kann. Die Wärme in ihm breitet sich aus, so dass er nicht anders kann, als selig zu lächeln. Am liebsten würde er zu ihr herüber gehen und sie einfach nur berühren und ansehen und nie wieder gehen lassen. Die Verliebtheit hinter die Aufgabe schiebend, bemerkt er nicht, dass er verträumt vor sich her summt, bis er die Programmhefte aus der Tasche zieht und auf dem Bett ablegt. "Du kanns hier auswählen, welcher Behandlunk du die Tage machen wills.", erklärt er. "Es gibt Angebode für Paaren und für einßeln." In das Heftchen hineinschauend setzt er sich auf die Matratze. Das Salzschwebebad klingt verlockend, findet er. Im Anschluss eine sechzigminütige Massage und abschließend ein Glas edlen Wein in der Lounge für Paare. Alles in allem ein zweistündiges Programm am Nachmittag. So gäbe es die Möglichkeit, am Abend zum Strand oder in den Stadtkern zu gehen.
Neugierig dreht sich Marina zu Lasse um und hört ihm aufmerksam zu. Sie lässt von ihrer Tasche ab, nimmt ein Programmheft vom Bett und blättert kurz darin. "Also, ich würde sagen, wir sollten unbedingt die Paar-Behandlung ausprobieren", meint sie mit einem verliebten Lächeln und sieht ihren Partner an.
Dann fällt ihr auf, wie groß das Bett ist, in dem sie diese Nacht schlafen werden. Sie hatte zwar schon darüber nachgedacht, dass es vielleicht zu mehr kommen könnte, doch nun, da das Wochenende tatsächlich begonnen hat, fühlt es sich plötzlich ganz nah an. Ihre Finger zucken leicht vor Nervosität – dieses Wochenende wird ihre Beziehung sicherlich noch stärker machen.
"Was meinst du? Womit sollten wir als Erstes starten? Welche Behandlung oder welchen Programmpunkt nehmen wir zuerst in Anspruch?", fragt sie schließlich, um sich von ihren Gedanken abzulenken.

Lasse schenkt ihr ein verlegenes Lächeln, als sie sich neben ihm setzt. Etwas merkwürdig ist die Situation schon. Sie sind wie Teenager, die ihre gemeinsamen Grenzen austesten. Welche Erwartungen hat sie an ihn? Sollten sie darüber reden? Schließlich sind sie längst keine unerfahrenen Jugendlichen mehr. Seinen eigenen Kindern predigt er immer wieder Offenheit und Ehrlichkeit, doch er selbst fühlt sich so befangen, dass er an der Glaubwürdigkeit seiner Worte zweifeln muss. "Ich ... finde ..." Seine Hände mit dem Prospekt sinken in den Schoß. Die Worte stehlen sich aus seinem Hirn und lassen nur hilflose Leere zurück. Er spürt, wie ihm die Röte in die Wangen steigt. Er will, dass dieses Wochenende gut - nein, perfekt wird. Er will alles richtig machen. Wie sähe es da aus, wenn er nervös unvollständige Sätze vor sich herbrabbelt? Er darf es nicht versauen. Er würde ihr gern endlich näher kommen. Aber es ist so lange her, dass er mit einer Frau ... Stop. Lasse räuspert sich, lenkt den Blick wieder zum Papier. "Ich finde eine ßauna ist ein guder Anfang." Oh Gott! Warum sagt er sowas? Er hat Marina noch nie nackt gesehen. Ist das wirklich eine gute Idee? Oder denkt sie jetzt, er will sie nur abchecken? "Ehm, nur weil ... das ... alßo ... enspannt. Ist geßund und ..." Hör auf zu reden! Die Augen schließend muss er über sein Benehmen lachen. Er verhält sich absolut dämlich. "Marina?" Er seufzt und sieht sie dann unter den Brauen hervorschauend an. "Ich bin ein bissen nervös."
Ein leises Kichern entweicht ihr und verlegen blickt sie zur Seite. "Ehrlich gesagt, geht es mir genauso", gesteht sie mit einem schuldbewussten Blick. Dann lächelt sie ihn an. "Zumindest sind wir damit schon zu zweit."
Sie nimmt seine Hand und sieht ihn direkt an. "Lass uns doch in die Sauna gehen, das ist eine super Idee", schlägt sie vor und drückt sanft seine Hand, um zu zeigen, dass sie es wirklich ernst meint. Einen Moment bleibt sie so, bevor sie aufsteht und sich im Badezimmer umsieht.
"Hier sind Handtücher und Bademäntel – perfekt, dann können wir sie direkt für den Saunagang nutzen!", ruft sie aus dem Bad. Während sie sich umsieht, überlegt sie, was sie sonst noch für die Sauna brauchen könnten.

Da ist sie wieder - ihre schlichte, freundliche Ehrlichkeit, die Lasse so mag. Mit wenigen Worten gelingt es ihr, das Richtige zu sagen und ihm das Gefühl zu nehmen, ein naiver Vollidiot zu sein.
Er trägt sie beide für die entsprechenden Programme am nächsten Tag ein und geht zu ihr ins Bad. Von hinten schlingt er seine Arme um sie und betrachtet ihr beider Spiegelbild. Mit ihr im Arm sieht er gleich viel hochwertiger aus, denkt er, haucht ihr einen Kuss in die Halsbeuge und genießt einfach nur ihre Nähe.
"Hast du Hunger?", bricht er die Stille nach einem Moment. "Unten ist ein Restaurant. Wir könnten nach den Essen raus gehen, ßum Strand oder ßu die Wasserfällen. Wir holen uns ein Flasche Wein, gegen Nervoßitäten und sehen uns den Sonnenundergang an."
Begeistert lächelt sie und nickt. "Eine Stärkung könnte ich gut gebrauchen. Komm, lass uns essen gehen!"
Gemeinsam verlassen sie das Zimmer, um im Restaurant ein selten edles, köstliches Abendessen zu sich zu nehmen, währenddessen sie sich über Leichtes unterhalten. Mit Wein und Decke bewaffnet, ziehen sie anschließend in Richtung Strand, wo sie sich, nah dem Wasser, in den Sand setzen. Die Sonne berührt bereits den Horizont, als Lasse die Erzählung über den Angelausflug mit Mikka beendet. "Ich bin ßo froh, dass er ein bissen entspannter ist. Wir werden in ßukunft regelmäßig angeln. Das war bis vor ßwei Jahre unser Ding. Aber irgentwie ist das wenigen geworden." Sanft zieht er Marina in seinen Arm, als ihm auffällt, dass sie sich die Arme reibt. Zwar ist der Sommer angebrochen, doch ohne wärmende Sonne am offenen Meer, frischt die Luft schnell auf. "Du ßags Bescheid, wenn du ßurück gehen wills, ja?"
Am liebsten würde Marina den ganzen Abend hier verbringen, doch die Kälte breitet sich langsam in ihrem Körper aus. Krank zu werden und das ausgerechnet an ihrem Wellness-Wochenende kommt für sie nicht infrage.
"Ehrlich gesagt würde ich gerne noch bleiben, aber es wird mir langsam zu kalt", gesteht sie und sieht Lasse entschuldigend an, während sie seine Hand nimmt. "Wenn es dir nichts ausmacht, könnten wir auf unser Zimmer gehen und …" Sie hält kurz inne, dann huscht ein verführerisches Lächeln über ihr Gesicht. "Du kannst mich dort noch ein bisschen wärmen."
Seine Brauen reißen in die Stirn, aufgeregt schnappt er stumm nach Luft. Ein verlegenes Lachen kann er nicht verbergen. Die längst verdrängte Nervosität schießt zurück in seinen Körper und hält sich hartnäckig während sie den Rückweg antreten und kurz darauf das Zimmer erreichen.

Nachdem Lasse den Kamin befeuert, teilt er den restlichen Wein auf beide Gläser auf, reicht Marina ihres und macht es sich neben ihr gemütlich. In seinem Kopf kreisen Gedanken wild umher. Soll er sie jetzt küssen? Sanft oder leidenschaftlich? Wie ist er früher solche Situationen angegangen? Warum kann er nicht einfach entspannen und den Dingen seinen Lauf lassen?
Als sie schließlich im Bett liegen, nimmt Marina Lasses Hand in ihre. Ihr Blick wandert zum flackernden Kaminfeuer. "Das ist so schön … Ich habe das schon lange vermisst", sagt sie leise.
Für einen Moment versinkt sie in Erinnerungen an ihr altes Zuhause. An die Abende, an denen sie an kalten Wintertagen vor dem Kamin saß. Und jetzt liegt sie hier, wieder vor einem Kamin – aber mit Lasse. Ein neuer Mann und somit ein neues Kapitel in ihrem Leben.
Nachdem Marina den letzten Schluck ihres Weins getrunken hat, stellt sie das leere Glas zur Seite. Dann dreht sie sich langsam zu Lasse um. Erwartungsvoll sucht sie seinen Blick, während sie ihm näher rückt.
Sanft gleitet ihre Hand über seinen Arm, bevor sie auf seiner Brust ankommt. "Es fühlt sich so gut an, hier mit dir zu sein", murmelt sie.
Lasse schluckt trocken. Sein Herz schlägt so kräftig, dass er seinen eigenen Puls hinter den Ohren spürt. Es ist unverkennbar, dass sie bereit ist. Er lehnt sich zu ihr und küsst sie, eine Hand streicht ihr Haar aus dem Gesicht und verharrt an ihrem seitlichen Nacken. Wohlige Wärme durchflutet ihn und gibt ihm etwas mehr Sicherheit, so dass seine Hand an ihrer Schulter entlangstreicht, weiter nach unten gleitet und an ihrer Hüfte liegen bleibt. Den Oberkörper über sie bringend, lässt er sie sanft in die Matratze sinken, während er ihren Hals mit Küssen bedeckt.
Seine Lust beginnt, sich in der Körpermitte zu kanalisieren und lässt seinen Atem aufgeregter werden. Hastig greift er sein Shirt zwischen den Schultern, zieht es über den Kopf und wirft es in die Ecke. Die Finger sanft unter ihr Oberteil schiebend, rollt er den Stoff ein, zieht ihn ihren Körper hoch, bis es über ihren Kopf rutscht und ebenfalls auf dem Boden landet. Einen Moment verharrt er, Marina tief in die Augen sehend. Wie lange ist es her, dass er einer Frau so nah war? Es fühlt sich beinahe surreal an, ihre Haut an seinen Händen zu spüren. Ihr warmes Lächeln auffangend, heben sich auch seine Mundwinkel, ehe er sie erneut küsst.
Sie genießt seine Berührungen und ihre Nervosität ist von Neugierde überschattet. Als er sie küsst, gleitet ihre Hand zu ihrer Hose und mit leicht zittrigen Fingern versucht sie, den Verschluss zu öffnen. In diesem Moment fühlt sie sich wie eine Teenagerin – aufgeregt und voller Vorfreude.
Nachdem ihre Hose nun locker sitzt, legt sie ihre Hände auf seine Hüfte und tastet nach dem Verschluss seines Gürtels. Als sie ihn gefunden und gelöst hat, verharren ihre Hände zunächst dort. Sie genießt seine Nähe und seine Küsse.

Lasses Hand wandert zu Marinas Schenkeln, Zentimeter um Zentimeter von der Jeans freigegeben. Seine Lippen ertasten zeitgleich ihren Oberkörper, bis er kurzzeitig von ihr ablässt, um ihre Beine aus der Hose zu schälen. Nur in Unterwäsche bekleidet, liegt sie nun vor ihm, ihr Brustkorb hebt und senkt sich deutlich von der Lust angeheizt und facht auch seine Wollust weiter an. Zielstrebig entledigt er sich Hose und Socken, ehe er sich über sie beugt und mit beiden Händen ihren weichen Körper berührt, hinaufwandert, um ihr den BH abzustreifen. Tief atmend küsst er ihr Dekolleté, tastet sich am Brustbein bis zum Bauchnabel entlang, während die Hände ihre Brüste streicheln. Die Begierde nach ihrem Körper wird unbändig und so zieht er erst ihr, dann sich selbst den Slip aus. "Wir prauchen ein Kondom.", presst er hervor und greift nach dem Schubfach des Nachtschranks, wo er am Nachmittag vorsorglich eine Packung abgelegt hat. Kurz blitzt die verstohlene Heimlichkkeit in seinen Gedanken auf, die er dabei gespürt hatte, als würde ein Teenager die Packung vor seiner Mutter verstecken wollen. Was für ein albernes, unreifes Verhalten. Er ist erwachsen. Es sollte ihn nicht peinlich berühren, von Marina angezogen zu sein. Er hat so viele Jahre selbst Hand angelegt, dass er nicht mehr daran glaubte, jemals wieder mit irgendwem intim zu werden. Und jetzt ist er hier. Mit Marina. Dieser Frau, die wunderschöne Sinnlichkeit ausstrahlt. Eine Sinnlichkeit, die er kaum wird erfüllen können. Nicht nach so langer Zeit allein.
"Schon gut", haucht sie leise und hält seine Hand zurück. "Ich habe die Spirale." Erwartungsvoll sieht sie ihn an, doch in ihrem Kopf bilden sich Fragen. Geht es ihm um Verhütung wegen möglichem Nachwuchs oder eher um Krankheitsvorbeugung? Und vor allem woher wusste er, was er im Nachttisch finden würde? Hatte er das mit dem Hotel abgesprochen oder etwa selbst …?
Marina schüttelt innerlich den Kopf. Nein, darum geht es doch gar nicht. Sie will den Moment nicht mit solchen Gedanken verbringen. Also atmet sie tief durch und konzentriert sich weiter auf Lasse.

Sein Blick huscht zurück zu ihr, als sie nach seiner Hand greift. Ihre Augen glühen vor Verlangen. Unsicher lächelnd nickt er, begleitet von einem kaum hörbaren "Okay." Gedanklich beruhigend auf sich einredend hält er ihren Blick, während er näher an sie heran rückt, um sie zu küssen. Es wird gut werden. Es muss gut werden. Sie war geduldig mit ihm und hat es verdient, vollends befriedigt zu werden. Sei jetzt kein Versager. Er beugt sich über sie, spürt die Hitze ihrer Haut, als er seine Knie zwischen ihre Beine setzt und sie leicht spreizt.
Was wenn er zu schnell ist? Er ist wirklich aufgeregt. Nicht gerade ein Garant für Bestleistung.
Seine Hände gleiten über ihren Oberkörper, ihre Rippen, die Brüste, den Hals und wieder abwärts.
Sollte er es ihr sagen? Sie ... auf seine Unzulänglichkeiten vorbereiten?
Sein Unterleib schmiegt sich an ihren. Sie strahlt ihm heiß entgegen.
Das würde Druck raus nehmen. Aber ist es nicht ziemlich abturnend, so ein Gespräch zu starten, direkt bevor man zur Sache kommt? Hör auf zu denken. Du machst noch alles kaputt.
Angeregt atmend richtet er sich auf, um sich in Position zu bringen. Was gerade noch in voller Stärke dem Vergnügen entgegen sah, hat nun ein wenig an Kraft verloren. Nein! Das Schlimmste befürchtend nimmt er ihn in die Hand und setzt an. Doch die Härte schmilzt dahin, wie Schnee in der Sonne. Tu mir das nicht an! Er wagt nicht, zu ihr aufzusehen, als er ihren Blick auf sich ruhen spürt. Verzweifelt liegt seine Stirn in Falten. Das ist das Schlimmste, was passieren kann. Hektik breitet sich in ihm aus, als er mit den gewohnten Handgriffen versucht, die Situation zu retten, doch alle Bemühungen scheinen es nur schlimmer zu machen. Hitze schießt ihm in den Kopf - wertvolles Blut, das er dringend hier unten bräuchte.
Enttäuscht sackt er in sich zusammen. "Ich ... es ... geht nicht.", stammelt er geschlagen. Was mach ich denn jetzt? Entschuldigend, beinahe flehend, sieht er sie an.
Überrascht versucht Marina zu begreifen, was gerade passiert ist. Ihr Blick wandert zur Decke. Lag es an ihr? Hätte sie das mit der Spirale lieber nicht erwähnen sollen?
Einen Moment lang bleibt sie schweigend liegen, bis sie schließlich ihre Beine schließt und versucht, wieder in die Realität zurückzufinden. Unsicher dreht sie sich zu Lasse um. "Habe ich etwas falsch gemacht oder gesagt?", fragt sie vorsichtig.

Versagt. Im entscheidenden Moment. Beschämt und vollkommen enttäuscht setzt Lasse sich auf die Bettkante. Seine Füße pressen sich in den weichen Teppich, die Ellenbogen ruhen auf den Knien, der Kopf hängt schwer zwischen den Schultern. Das ist dermaßen unangenehm ... Am liebsten würde er davon rennen.
Ihre zaghafte Frage hinter seinem Rücken schmerzt ihn. "Nej.", schüttelt er den Kopf. "Du bist wunderbar ... Ich bin schuld." Das Seufzen zu unterdrücken misslingt auf halber Strecke. "Ich war ... ßu nervös." Einen Moment schweigt er. Darüber zu reden, macht das Gefühl nicht besser. "Ich war ßehr lange nicht mit eine Frau ßußammen." Halb über die Schulter zu Marina schauend, könnte er weinen, als er ihren betrübten Ausdruck sieht. Dieses Wochenende sollte perfekt werden. Jetzt ist es ein schlaffes Desaster. "Es tud mir leid." Der Kopf fällt wieder auf die Brust. "Das ist ßehr peinlich."
Zugleich erleichtert und besorgt setzt Marina sich auf, rückt näher zu ihm und schlingt ihre Arme um ihn.
"Das macht doch nichts. Kuscheln ist auch schön", sagt sie lächelnd. "Komm, leg dich wieder hin. Hauptsache wir sind zusammen."
Kuscheln ist auch schön. Großartig. Damit nominiert sie ihn für den Golden Globe der schlechtesten Liebhaber der Simheitsgeschichte. Dass ihm so etwas mal passieren würde ... Sei still. Sie meint es gut. Eine Hand legt sich auf ihren Arm an seiner Brust. Stumm nickend willigt er ein.
Einen Moment später liegen sie nebeneinander. Schweigend schaut Lasse an die Zimmerdecke. Marina schmiegt sich an seine Brust.
Ja, es ist schon schön, so mit ihr zu liegen. Dennoch klebt ihm das enttäuschende Gefühl des Versagens im Nacken. Mit über vierzig hätte er es besser wissen müssen. Leise in sich hinein seufzend schließt er die Augen und wartet darauf, dass der Schlaf ihn aus dem frustrierenden Gedankenkarussell zieht.

(in Zusammenarbeit mit @Spatz )
#6
Charaktere: Lasse, Marina
Geschichtsstrang: Wellness oder WellNess II
Durch das leicht geöffnete Fenster dringt vielfältiges Vogelgezwitscher hinein und liebkost Lasse aus den letzten Weg aus dem Dämmerschlaf in den neuen Tag. Gähnend streckt er sich, noch bevor er die Augen öffnet. Marina liegt ihm zugewandt, tief und gleichmäßig atmend. Ihr Mund ist leicht geöffnet, der Ausdruck auf ihrem Gesicht friedlich und entspannt. Wehmütig denkt Lasse an den vergangenen Abend zurück. Der geplante Saunabesuch nach dem Frühstück bekommt mit diesem Erlebnis eine noch beklemmendere Note.
Vorsichtig streift er die Decke zurück, um aufzustehen. Höhnisch lacht ihm die prall gefüllte Morgenlatte entgegen. Herzlichen Dank, du kleiner Giftzwerg.
Auf leisen Sohlen schleicht Lasse ins Bad, erledigt die zweckmäßige Aufgabe seines zynischen Begleiters und stellt anschließend die Dusche an. Wie jeden Morgen beginnt er, den skandinavischen Wurzeln folgend, mit erfrischend kaltem Wasser, bevor er die Temperatur wärmer dreht. Mit gesenktem Kopf lässt er gedankenversunken den wärmenden Strahl auf Nacken und Rücken prasseln und bemerkt nicht, dass sich die Tür zum Bad öffnet.
Leise streift Marina das Hemd ab, das sie sich zuvor übergezogen hatte. Als sie Lasse in der Dusche bemerkt, zögert sie nicht lange – sie wollte sich ohnehin frisch machen, also warum nicht gemeinsam?
Auf Zehenspitzen schleicht sie sich zu ihm. Vorsichtig tritt sie in die Dusche. Mit einem Lächeln gleiten ihre Hände über seine starken Arme.
Marina lehnt sich an sein Ohr. "Guten Morgen, hast du mich vermisst?", haucht sie verführerisch.
Überrascht wendet er sich herum und sieht in ihre vor Aufregung leuchtenden Augen. "Was ..." Noch ehe die Peinlichkeit der letzten Nacht erneut in ihm aufsteigen kann, vertreibt ihr Charme die Sorgenfalten. Sanft küsst er sie, öffnet den zerwühlten Zopf, den sie über Nacht trug und löst sich von ihr. Ein neugieriges Lächeln umspielt seine Mimik, als er zum Duschgel greift, etwas aus der Flasche drückt und sie zwischen den Handflächen verteilt, um nicht sich selbst, sondern Marina damit einzuschäumen. Angefangen an ihrem Hals fahren seine Hände über die linke Schulter, den Arm, massieren die Achselhöhle und gleiten über das Dekolleté auf die andere Seite. Von dort zurück und über ihre Brüste, die Rippenbögen, den Bauch. Die ganze Zeit betrachtet sie ihn liebevoll, zuckt hin und wieder kichernd, fängt sich aber schnell wieder.
Ihre Haut ist weich und glatt. Sie an jedem Zentimeter zu berühren, treibt Lasse die Hitze in die Brust. Rasant breitet sich das Gefühl in ihm aus, so dass sein Griff an ihr fester wird. Als seine Hände zu ihrem Rücken übergehen, zieht er sie näher an sich heran, küsst sie stürmisch und lässt die Hände tiefer gleiten, bis sie ihren Hintern umfassen. Prall und rund und einfach perfekt.
Ein Kribbeln durchzieht Marinas ganzen Körper - jedes Mal, wenn Lasse sie berührt. Es fühlt sich an, als würde ihr Herz schneller schlagen, zeitgleich aber auch still stehen.
Ihre Arme liegen fest um Lasse, ihre Hände streichen über seinen Rücken, als wolle sie sich an ihm festhalten. Mit jeder Sekunde werden ihre Knie weicher und ihre Erregung größer.
Sie schlingt ihr Bein um ihn und schmiegt sich dichter heran, seine Hand folgt ihrer Bewegung und gleitet an ihrem Schenkel entlang. Die Wollust ist erneut in ihm entfacht und reckt sich Marina entgegen. Lasse führt sie zur gegenüberliegenden Seite, dicht neben dem Wasserstrahl, presst sie mit dem Rücken gegen die Wand. Seine Hand zurück an ihrem Po, greift um ihren Schenkel herum, bis er die Innenseite der Leiste erreicht, wo er ihr Bein weiter nach außen führt und ihren Schoß öffnet. 
Optionale Szene: [18+] Tartosa
(in Zusammenarbeit mit @Spatz )
#7
Charaktere: Marina, Lasse
Geschichtsstrang: Wellness oder WellNess III
Während Marina ihre Sachen in die Tasche packt, um sich gleich auf die Heimreise zu begeben, fühlt sie ein seltsames Gemisch aus Freude und Wehmut. Das Wochenende ist viel zu schnell vergangen und sie spürt, wie die Zeit zwischen ihr und Lasse auf eine Weise vergangen ist, die sie nicht erwartet hatte. Es war nicht nur die Nähe, die sie zu ihm aufgebaut hat – sowohl körperlich als auch emotional. Nein, es ist etwas Tieferes, etwas, das sie nicht so leicht einordnen kann.
Sie fühlt sich mehr zu ihm hingezogen, als sie es je für möglich gehalten hätte. Es ist nicht nur eine flüchtige Schwärmerei, das Gefühl, wieder einen Mann an ihrer Seite zu haben, sich begehrt zu fühlen. Es ist viel mehr. Es ist das Gefühl, dass er für sie mehr ist – viel mehr. Ein Sim, mit dem sie jede Minute verbringen möchte, mit dem sie nicht nur die schönen Momente, sondern auch die traurigen teilen möchte. Sie kann kaum fassen, wie tief dieses Gefühl mittlerweile geworden ist.
Während sie ihren Kulturbeutel in ihre Tasche packt, beobachtet sie Lasse, wie er seine eigenen Sachen zusammen sucht. Ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus, als sie ihn sieht. In diesem Moment hat sie plötzlich das dringende Bedürfnis, etwas zu sagen. Es dauert ein paar Sekunden, bis die Worte über ihre Lippen kommen.
"Lasse, komm bitte mal her", sagt sie mit einem erwartungsvollen Blick.
Fragend schaut er von der Tasche auf. Sein ganzes Wesen lächelt, als sein Blick ihren trifft. Leichtfüßig kommt er der Aufforderung nach, in der Annahme, er solle ihr bei etwas helfen. Vor ihr stehend wirft er einen Blick über ihre Schulter zum Gepäck. Das sieht doch gut aus. Was braucht sie denn?
Marina steht einen Moment lang einfach nur neben ihm. Sie spürt seine Wärme, riecht seinen Duft, hört sein leises Atmen. Die Zeit scheint stehen zu bleiben und für einen Augenblick ist alles still. Ihr Herz schlägt schneller und da kommt es über sie. "Ich liebe dich." Schockiert über ihre Worte, hält sie den Atem an. So war das nicht geplant. Ist es nicht viel zu früh dafür? Und das ausgerechnet nach diesem Wochenende, nach den intimen Stunden? Sie blickt ihn unsicher an.
Lasses Augen weiten sich leuchtend. Damit hat er nicht gerechnet. Endlose Sekunden schaut er sie überrascht an. Sein Herz hämmert aufgeregt gegen die Brust. Freudig formt sich ein stummes Lachen in seinem Gesicht. Womit hat er so viel Glück verdient? Seine Hände legen sich an ihr Gesicht, umrahmen ihren fragenden Ausdruck. "Und ich liebe dich." Als würde eine tonnenschwere Last von ihm fallen, atmet er aus, selig lächelnd und ihr tief in die Augen sehend. Dem inneren Drängen nachgebend presst er seine Lippen auf ihre. Für diesen Moment hört die Welt auf zu existieren. Es gibt nur sie und ihn und einen Herzschlag voller Glück. Leidenschaftlich küsst er sie, bis er sie fest in seine Arme zieht und sie an sich drückt. Dieser Moment soll niemals enden.
(in Zusammenarbeit mit @Spatz )
>>> Marina geht nach Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (33) >>>
>>> Lasse geht nach San Myshuno (5) >>>
#8
<<< Dennah kommt von Tartosa - Haus Fam. Falck Sr. <<<
Charaktere: Dennah, Statisten
Geschichtsstrang: Back to Bitch
Dennah betrachtet sich im Spiegel. Sie sieht gut aus. Verdammt heiß. Doch die Zufriedenheit, die sie früher bei diesem Anblick spürte, bleibt aus. Stattdessen kämpft sie gegen den immer wieder krampfenden Kloß im Hals an, so dass es sich beinahe anfühlt, als würde sie eine Erkältung ausbrüten. Sie weiß es besser. Es sind Blaze' Worte, die sie nicht loslassen. 'Mach die Bitch für irgendwen und komm klar.'
Das schlechte Gefühl herunterwürgend, pumpt sie ihren Stolz auf. Und wie sie klarkommen wird.
Beschwingter als sie sich fühlt, läuft sie die Treppe herunter. Aus der Küche ertönt hauswirtschaftliches Klappern. "Kann ich raus gehen?", fragt sie, langsam um die Ecke schleichend.
"Sicher." Cordula trocknet den Teller ab und stellt ihn beiseite. Ihr Blick tastet überrascht das Outfit des Pflegekindes ab. So will sie nach draußen? "Möchtest du, dass jemand dich begleitet?"
Dennah schüttelt den Kopf. "Ich will mich nur bisschen umsehen."
"Gut. Komm nicht so spät zurück. Wir essen um sechs."
"Okay." Es wird sie einiges an Mühe kosten, sich an familiäre Regeln zu halten, doch sie hat keine Wahl. Die Arme schlackern unbeholfen neben ihrem Körper, als sie nach draußen tritt. Angenehme Wärme lullt sie ein. Tief einatmend bestärkt sie sich in ihrem Vorhaben und zieht los. Es ist Zeit, Land und Leute kennen zu lernen.
Nur wenige Minuten später erreicht sie den Strand. Suchend sieht sie sich um. Was ne Einöde hier. Unzufrieden schlägt sie die Richtung zur Promenade ein. Nur vereinzelt begegnen ihr Leute, von denen sie jeden grüßt - höflich, doch provokant.
Mit gespieltem Stolz registriert sie die Blicke. Überrascht, bewundernd, empört, irgendetwas zwischen diesen Welten. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie diese Momente genossen - Bestätigung darin gefunden. Jetzt fühlt es sich anders an. Irgendwie ... falsch. Auch Blaze hatte sie mal so angesehen. Und jetzt wünscht er ihr 'ein schönes Leben'.

Dennahs Hals krampft sich beißend zusammen. Das elende Gefühl zieht schwer an ihren Schultern. Es kostet sie viel Mühe, den Rücken durchzustrecken und aufrecht weiter zu gehen. In einiger Entfernung erspäht sie eine Gruppe Jugendliche. Das werden dann wohl ihre ersten neuen Freunde. Brust raus, Bauch rein, Hüften in Position. "Habt ihr was zu rauchen?" Ein koketter Augenaufschlag, ein charmantes Lächeln.
Eins der Mädels greift in die Tasche, reicht ihr die Kippenschachtel.
"Danke." Dennah steckt sich eine an, gibt die Schachtel zurück und beginnt eine harmlose Plauderei. "Wohnt ihr hier?"
"Geboren und aufgewachsen." Der einzige Junge der Gruppe schnippt seine Kippe in den Sand. "Und du? Touristin?"
Die Kapuze mustert sie beiläufig, sich in Schweigen hüllend.
"Grade hergezogen."
"Scheiße, Alter. Mein Beileid." Doppel-Iro lacht gehässig auf. Kapuze lässt sich zu einem verhaltenen Schmunzeln hinreißen.
"So ätzend ist es gar nicht.", kommentiert der Typ.
"Ne? Man, hier ist doch nix los. Absolut tote Hose, Alter."
"Wir sind hier." Er zuckt mit den Schultern. "Und das Meer ist vor unserer Nase. Das doch nice. Andere träumen von sowas."
"Andere träumen auch davon, die längste Bremsspur im Schlüpper zu züchten, um ins Guinessbuch zu kommen. Bleibt trotzdem scheiße."

"Und was macht ihr so die ganze Zeit?" Dennah setzt sich zu der Gruppe dazu, darauf achtend, dass der Rock gerade genug Haut zeigt, um nicht verzweifelt zu wirken. Es ist warm - ihre Schenkel brauchen Luft. Zufrieden bemerkt sie den abtastenden Blick des Jungen.
"Siehste doch.", raunt Doppel-Iro.
"Es gibt paar Clubs in der Stadt, die sind ganz nice.", erklärt er. "Morgen ist Date-Night. Kannst ja mitkommen."
"Du lädst mich auf ein Date ein?" Dennahs Augen funkeln ihm entgegen. Sie hats noch drauf. "Klingt gut." Ein zartes Lächeln.
Kapuze wirft einen registrierenden Blick zwischen den beiden hin und her, bleibt aber in ihrer beobachtenden Rolle, während die Andere sich angespannt den Lack vom Fingernagel kratzt. "Also, ihr könnt mir glauben. Wenn ich nächstes Jahr den Abschluss hab, verpiss ich mich."
"Du kommst in die Letzte?" Aufhorchend zieht Dennah an der Zigarette.
"Wir alle.", nickt Doppel-Iro. "Bin froh, wenn der Rotz vorbei ist."
"Dann sehen wir uns vermutlich öfter." Der Gedanke, regelmäßig zur Schule zu gehen, erfüllt Dennah schon jetzt mit Langeweile. Aber wenn sie dem Schlamassel entkommen will, hat sie keine andere Wahl. Es ist schon schlimm genug, dass sie das Abschlussjahr wiederholen muss. Allerding hat ihr niemand verboten, sich an der neuen Schule zu amüsieren. Einen weiteren Zug nehmend, schenkt sie dem Jugen einen verspielten Blick. Seine Mundwinkel heben sich dezent. Sehr gut.
--- der nächste Abend ---
Die Musik wummert in den Ohren, die Bässe brummen im Magen und der Alkohol gibt ihr ein herrlich leichtes Gefühl. Die Arme über dem Kopf erhoben, dreht sie sich im Kreis, ihre Füße bewegen sich wie von allein über den Boden. Tanzen, feiern, trinken - nur nicht nachdenken. Wie in alten Zeiten treibt Dennah einfach durchs Geschehen, lässt sich von dem, was um sie herum passiert, mitreißen und genießt die Fahrt - wo auch immer sie enden mag.
Unweit von ihr stehen ihre neuen Freunde, betrachten sie mit unterschiedlicher Mimik.
Mareike, wie immer mit Kapuze und fragwürdig aufgetragenem Lippenstift, stumm beobachtend, ohne dass irgendwer einschätzen könnte, was in ihr vorgeht.
Lorna - mit dem auffallenden Doppel-Irokesen, bis in die letzte Haarspitze gestylt und nichs dem Zufall überlassen. Lässig, mit einem Hauch Genervtheit, lehnt sie am Tresen an, als würde ihr der ganze Laden gehören.
Dicht neben ihr Luca - ihr Bruder. Unwesentlich jünger als sie, mit stets interessiertem Blick. Neugierig auf die Welt und die Erfahrungen, die sie birgt, umweht ihn ein schwacher Schatten von Zurückhaltung.
"Worauf wartest du noch?" Auffordernd boxt Lorna ihrem Bruder in die Seite. "Geh ran da."
"Ich kenn sie doch gar nicht." Ohne den Blick von Dennah zu nehmen, neigt er sich leicht zum Doppel-Iro herüber, um die Musik zu übertönen.
"Ich glaub, das stört die nicht."
Die Lippen abschätzend aufeinander gepresst, ziehen sich Lucas Brauen in die Stirn. Tief durchatmend leert er sein Glas, stellt es mit einem kraftvollen Geräusch auf dem Tresen ab, als würde er sich auf eine bevorstehende Schlacht vorbereiten. Entschlossen setzt er einen Fuß vor den anderen, bis er vor Dennah steht, die ihn erst bemerkt, als ihre tanzende Hüfte sein Becken streift. Ihre Lippen formen sich zu einem breiten Grinsen, als sie die Augen öffnet und ihm ins Gesicht sieht. Er hat diesen Ausdruck, auf den sie gewartet hat. 'Du weißt nicht wie das ist, von allen so angeguckt zu werden.'

Die Erinnerung an Blaze beiseite schiebend, macht sie einen winzigen Schritt nach vorn. Ihre Brust berührt Lucas gerade genug, dass sie seine Körperwärme auf der Haut des Dekolletees spürt. Lasziv beißt sie sich auf die Unterlippe, als sie ihm einen eindeutigen Blick zuwirft. Sie weiß genau, worauf sie achten muss und so entgeht ihr nicht, wie er sich kaum merklich zu ihr vorbeugt. "Mach schon.", haucht sie viel zu leise, als dass er sie hören könnte. Doch ihre Worte erreichen ihn durch den Umgebungslärm, so dass er all seinen Mut zusammenfasst und seine Lippen auf ihre presst. Seine Berührung durchfährt sie. Die Augen geschlossen, legt sie die Arme um seinen Nacken, fordert mehr von ihm, schiebt ihre Zunge in seinen Mund und nimmt ihm all seine Hemmungen. Gierig nach seinem Verlangen schmiegt sie sich eng an ihn. Ein tiefes Raunen entfährt ihr, als seine Hände sich auf ihre Hüften legen. Die Sehnsucht nach Blaze' Berührungen verschlingt sie geradezu, so dass sie sich in der Fantasie verliert, es seien seine Hände, die sie auf ihrer Haut spürt.
Luca weiß kaum, wie ihm geschieht, als Dennah wie die stürmische See über ihn einbricht. Ihr Körper drängt sich heiß an seinen, schiebt ihn von der Tanzfläche an Rand des Geschehens. Dieses Mädchen ist der absolute Hammer. An die Wand gepresst lässt er zu, dass sie ihre Hände über seinen Körper, ungebremst bis zu seinen Schenkeln gleiten, und die Hitze in ihm entfachen.

Luca ist Wachs in ihren Händen. Absolut wehrlos, lehnt er den Kopf an die Wand, als ihre Lippen an seinem Ohr knabbern, während ihre Hand in seinem Hosenbund abtaucht. Es stört sie nicht im Geringsten, dass sie Publikum haben - sie begrüßt es sogar. Je mehr Leute ihnen zusehen, umso mehr werden über sie reden. Bitch is back! Erst als er schwer atmend ihr Handgelenk umfasst, um es kontrolliert, beinahe widerwillig seinem Schritt zu entziehen, gibt sie verschmitzt grinsend den Normen nach und lässt sich von ihm zu den Toiletten führen. Äußerlich ihre Rolle des gierigen Luders wahrend, drängt sie die inneren Zweifel beiseite, als sie mit Luca in die Kabine stürmt. Das hier ist, was sie kann. Was ihr die Aufmerksamkeit der Anderen gibt. In Gedanken bis drei zählend, geht sie vor ihm in die Knie, um die Bitch für irgendwen zu machen.

>>> Dennah geht nach Tartosa - Haus Fam. Falck Sr. >>>
#9
<<< Jack kommt von Sulani Festivalgelände (2) <<<
<<< Dennah kommt von Tartosa - Haus Fam. Falck Sr. (2) <<<
Charaktere: Jack, Dennah
Geschichtsstrang: Saubere Wege und die andere Richtung
Es war einfacher als gedacht. Jack ist noch immer aufgeladen bis in die Haarspitzen, als sie das Motorrad abbremst und auf dem kleinen, unasphaltierten Seitenweg ausrollen lässt. Sie klappt den Ständer der circa 200 Kilogramm schweren Maschine aus, stellt den Motor ab und steigt mit noch etwas weichen Beinen ab. Nachdem sie sich den Helm abgenommen und an den linken Lenker gehangen hat, stößt sie einen lauten und befreienden Schrei aus, der theoretisch noch kilometerweit zu hören ist. "Wooooohoohooooo HOOOOOOO!" Sie hat ihr erstes eigenes Ding gedreht, komplett von vorne bis hinten alles alleine geplant, organisiert und durchgeführt. Erfolgreich! Und nun, nun hat sie ein 600er Sportbike unterm Arsch, mit dem sie die ihr mittlerweile w i r k l i c h überdrüssig gewordenen Busfahrten ersetzen kann. Und falls sie im Nachhinein erwischt werden sollte, kann sie so als Sahnehäubchen oben drauf ihre Scheißfamilie ein bisschen abfucken und ihnen mal einen für sie nachvollziehbaren Grund zum abkotzen und haten geben.
Jack lacht und strahlt vor sich her, legt den Rucksack mit den übers Darknet beschafften Diebstahl-Utensilien, dem Ersatzhelm und ihrer Schutzjacke auf dem Boden ab. Nach einem tiefen Seufzer entscheidet sie sich für ein paar lockernde Dehnungsübungen, dann begutachtet sie das Motorrad und genießt für eine Weile das belebende Gefühl des bis hierher gelungenen Coups. Nun ist sie ein Stück freier als vorher. Ursprünglich hatte Jack nicht vor gehabt, nach dem Porsche-Klau noch einen weiteren fahrbaren Untersatz für sich klar zu machen, aber solange bis Vaas und seine Kontakte ihre 'Porschita' in die Legalität geschummelt haben, brauch sie was eigenes. Und es wird höchstwahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis ihr Lieblingscompañero mit seinem Garten-im-Keller-Projekt soweit ist, dass er wieder entspannter Zeit haben wird.
Strubbel grinst bei dem Gedanken an ihre bevorstehenden Pläne noch breiter. Ja, dass hat sie für sich gut durchdacht! Mit einem geklauten Motorrad hat sie einen so viel größeren Erkundungs-Radius sowie spaßigeren Spielraum für die letzten Wochen bis zum Herbst, bis zur Studiumswiederaufnahme. Und sie hat soooooo Bock auf das Leben und all die Dinge, die man als junge Erwachsene so tun kann, Dinge und Unternehmungen die übers glücklich allein sein und Feiern hinaus gehen. Denn sie hat neue Kontakte geknüpft und heute ist es endlich soweit. Heute trifft sie sich mit Dennah wieder, in etwa fünfundvierzig Minuten.
Der Fernseher plärrt durch den Raum, ohne dass irgendwer ihm Beachtung schenkt. Eine fragwürdig gealterte Frau kritisiert gerade an einem Soufflee herum, nur um das Zimmer mit Worten und Geräuschen zu füllen. Stille ist Dennahs neuer Feind. Sie bringt Gedanken mit sich, die sie nur schwer abschütteln kann. Die Sorge, dass Boom Boom jederzeit auftauchen könnte mit verrückten Forderungen, hatte sich letzte Nacht aus dem Nichts heraus bestätigt. Hatte sie sich anfangs auf das Treffen gefreut, lässt eine gewisse Nervosität nicht von ihr ab, seit sie gezwungen war, die Forderung der ehemaligen Freundin anzunehmen. Sie hat keine Ahnung, wie sie es anstellen soll, die gewünschten Informationen aus Jack herauszubekommen. Sie kann sich ja nicht einmal erinnern, was an dem Abend auf Sulani geschah. Vaas' Genitalfreundin ist das letzte vage Bild, das sich flüchtig greifen lässt. Sie hatte ihr irgendwelche Pillen zugesteckt, die Dennah ohne zu zögern oder hinterfragen eingeworfen hatte. Das muss ihr Untergang gewesen sein. Erzählungen zufolge hatte sie mit der Älteren noch am Strand gesessen, bis Blaze sie angeblich zurück nach Tartosa gebracht hatte. Zu nichts davon hat sie auch nur den Hauch eines Zugangs. Und nun soll sie auf beste Freunde machen. Der Gedanke, sich das Vertrauen zu erschleichen, um sie auszuspionieren, gefällt Dennah gar nicht. Aber was für eine Wahl hat sie schon? Boom Boom hat deutlich gemacht, dass sie sehr wohl den Aufenthaltsort von Blaze kennt. Und inzwischen traut Dennah ihr alles zu.
Die Nähmaschine vor sich anstarrend erwischt sie sich dabei, seit Minuten schon regungslos da zu sitzen, nur den Gedanken nachhängend, erschöpft von Sorgen und nächtlichen Tränen. Ein Seufzen streckt ihren Oberkörper durch, als sie beschließt, sich ihrem Schicksal zu stellen. Im Grunde ist die ihr auferlegte Aufgabe nichts Anderes, als das, was sie zu Bitchzeiten tat: Anderen gefallen.
Beinahe lethargisch wendet sie den Drehstuhl halb herum, bis ihr trüber Blick auf den Kleiderschrank fällt. Was für Mädchen könnten ihr gefallen? Das Wenige, was sie bisher von Jack gesehen hat, wirkte wenig aufgedonnert. Vielleicht mal figurbetont, aber nicht über die Maße sexy. Eher natürlich. In der letzten Nachricht hatte die Ältere darum gebeten, eine lange Hose zu tragen, weil sie einen Ausflug mit einem Motorrad machen. Dennah nickt vor sich her. Das ist ein Anfang. Eine figurbetonte, lange Hose. Eher nicht ihr üblicher Stil. Ein neues Ziel vor Augen beginnt sie, den Schrank zu durchwühlen - und wird fündig.
Eine viertel Stunde später steht sie, zu allen Schandtaten bereit, an der Straße - die zuletzt geschnorrte und aufgesparte Kippe qualmt zwischen den Fingern, während eins dieser hirnlosen Handygames das Emblem auf dem Display aufblitzen lässt. Ihre Verabredung müsste jeden Moment kommen, doch so lange kann sie nicht nichtstuend warten. Der Daumen huscht beschäftigend über den Bildschirm, als von irgendwoher das laute Brummen eines Motors näher zu kommen scheint. Dennah hebt suchend den Blick und bleibt kurz darauf an einer sportlich-protzigen Maschine hängen, die auf sie zuhält.
Mit einem melodischen 2-Räder-Brumm-Geräusch, kommt Jack vor ihrer Verabredung zum Stehen, den Motor lässt sie laufen. Ein fettes Schmunzeln taucht auf, als sie sich den Helm abnimmt und grüßt, "Hey Deborah, Wie geht's? Cool, dass es bei dir passt." Ihre Gesichtszüge ziehen sich bis zum maximalsten Rand, als sie Dennah's kurzes Runzeln sieht. Ohne zu zögern, kramt sie im Rucksack nach einer zweiten Lederjacke, die sie der Rothaarigen zuwirft. "Hast du Bock auf ein Picknick?"
Zwei Sekunden starrt Dennah die Erscheinung vor sich an, als könne ihr Gehirn diesen filmreifen Auftritt nicht verarbeiten. Die Jacke klatscht gegen ihren Oberkörper, noch bevor sich ihre Mimik löst. Deborah? Wer soll das sein? "Ich heiß Dennah.", berichtigt sie mit der Verwirrung eines Kleinkindes, ehe sie das Handy in die Hosentasche stopft und die Jacke überstreift. "Klar. Hauptsache, was los." Eine Schulter zuckt in den Nacken und ohne Berührungsängste nimmt sie den Platz hinter Jack ein. "Ist das deine Maschine?", fragt sie. "Krasser Schlitten."
"Fine für mich. Und ich bin J-A-C-K." buchstabiert Strubbel nahezu. Anschließend befördert sie den zweiten Helm ans Tageslicht und bittet ihre Mitfahrern, den Rucksack zu nehmen. Binnen weniger Sekunden sind beide bereit und Jack erklärt, "Für jetzt und eine Weile ja." Der Stolz ihrer erfolgreichen Diebstahl Leistung brennt ihr noch in den Gesichtszügen. "Wo wollen wir hin? Ich kenn mich hier nicht aus."
Mit zugekniffenen Augen sitzt Dennah hinter der Älteren und murmelt wieder und wieder, in Konzentration versunken, den ihr angesagten Namen, "Jack. Jack. Jack. Jack.", bevor sie aufschaut und Helm und Rucksack entgegen nimmt. Letzteren schnallt sie sofort auf den Rücken, doch der Helm ... seufzend betrachtet sie das Teil. Leute verstehen oft nicht, dass sie mit ihrer massigen Haarpracht kaum eine Chance hat, durchschnittliche Kopfbedeckungen zu tragen. Mit einer Hand öffnet sie den losen Alltagszopf und streicht die dicken Strähnen so flach wie möglich herunter. Der erste Versuch misslingt, so dass sie am Hinterkopf nacharbeiten muss. Dann setzt sie ein zweites Mal an. Die Lippen zusammengepresst drückt sie mit beiden Händen, bis der Helm mit einem dumpfen Ruck über die breiteste Stelle ploppt. Einzelne Dreads drücken sich kratzend an ihr Gesicht und vor allem an die Ohren, aber es ist drauf. Fuck, hoffentlich kriegt sie den wieder ab. Im letzten Sommer musste Vaas sie einmal mit Gott weiß welchen Werkzeugen von so einem Ding befreien. Hatte er das Teil aufgeflext? Die Erinnerung an diesen Gruselmoment abschüttelnd, versucht sie, neue Gedanken zuzulassen. Wohin ... Keine Ahnung, diese Gegend ist end-spießig! "Da vorn links geht's zum Wasserfall.", zuckt sie mit einer Schulter und deutet an der Frontfrau vorbei, die Straße entlang. "Ist hier alles super geleckt, aber vielleicht magst es da ja."
Spannungsgeladen beobachtet Jack, wie ihre Beifahrerin sich den Helm auf den Schädel rammt, nachdem sie hinter ihr Platz genommen und das Raumwunder von Tragehilfe auf dem Rücken hat. Besorgt zieht sie ihr Gesicht zusammen. Als Dennah ihr das mögliche Reiseziel vorschlägt, muss sie nicht überlegen - baden stand bei ihr eh auf der Tagesliste. Der Stressschweiß vom Warten und Klau in der Schutzkleidung ist ungeahnte irgendwie eine ganz andere Nummer, als der normale Körperdunst, den man bei diesem Wetter Mithilfe von einem Antitranspiranten im Zaum halten kann. Je früher, desto besser. Jack nickt und reckt zur Bestätigung den Daumen der rechten Hand hoch und fährt an, sobald sie das Gefühl hat, dass Dennah sicher sitzt und sich an ihr festhält. Die Umgebung zieht an ihnen vorbei und je näher sie der aufgemöbelten Naturattraktion kommen, desto aufgeregter wird Jack. 'Okay. Kennenlernen Klappe die Zweite, vorerst ohne Rauschmittel.' rollt es ihr durch den Kopf, als das Bike hinter dem eigentlichen Parkplatz und dicht am Zugang des Steges zum Stehen kommt und sie den Motor abstellt.
Mit kindlichem Elan und durch den Helm abgedämpften Lachen hüpft Dennah vom Bike. Die Fahrt war kurz, aber geil und hat ihr einen unerwarteten Energieschub gegeben, als hätte der Fahrtwind ihren Geist durchgepustet und von all der Last befreit.
Der nächste Handgriff geht an den Helm, der sich zunächst keinen Millimeter bewegt. Scheiße! Gezielt greift sie nach einzelnen Strähnen, um sie hin und her zu schieben, bevor sie Jack den Kopf hinhält mit den Worten "kräftig ziehen.", während sie selbst, das Gewicht nach hinten verlagernd, beginnt rückwärts zu gehen. Das leichte Kratzen an der Kopfhaut sagt ihr, dass sie auf dem besten Weg in die Freiheit ist - nur noch etwas mehr grobe Kraft. Mit einem gewaltigen Satz ploppt der Kopfschutz von ihr, so dass Jack einige Schritte rückwärts stolpernd in der Maschine landet, während es Dennah selbst bis in den Sand treibt, wo ihr die Ferse nach vorn weg rutscht und sie schließlich mit dem Hintern voran am Boden landet. Unbeschwert weht ihr kehliges Lachen bis zu ihrer Begleitung herüber. Sie ist einfach nur froh und erleichtert, dass sie den Helm ohne Kettensäge losgeworden ist. Jetzt gilt es, diese viel zu warmen Klamotten auszuziehen, bevor sie darin gekocht wird. Schnell hat sie den dicken Stoff von sich gestrampelt und rappelt sich schließlich, nur noch mit Shorts und Top bekleidet, auf und schenkt Jack ein breites, verspieltes Grinsen, während ihre Finger die Haare flink zu zwei Knäulen auf dem Kopf zusammen knoten. "Wetten, du kriegst mich nicht?"
Als das Motorrad sie stoppt, entfleucht Jack ein "Uff." Sie lässt Dennahs Helm fallen und nimmt ihren einengen ab. Wie von Zauberhand ist die Wegweiserin mit Knödelzöpfen versehen und aus der schützenden Kleidung heraus. Jack hat man gerade die Jacke aus, als ihre Herausforderin schon quietschend los stürmt. "Na warte, ich krieg dich!", verkündet Strubbel mit Begeisterung und hechtet mit der leicht hindernden Lederhose noch an, hinterher. Dennah ist schnell, schneller als gedacht. Laut und befreit lachend überquert sie mit wippen den Dreads die Brücke und steuert das Wasser an. 'Yeeeeesss, Babyyyyy!' Von der absolut kindlichen, tiefen Freude angesteckt, donnert die Verfolgerin kreischend und Abstand aufholend hinterher, die Bohlenbretter der Brücke rumpeln ähnlich wie Klatschgeräusche im Lauftakt dazu. Auf eine Armeslänge Abstand passieren sie lauthals zwei Paar belegte Liegestühle unter weißen Schirmen und krachen dann begleitet von den Empörungsrufen der weiteren Bade- und Liegegäste ins Wasser.
Wie herrlich nass und kühl das ist! Dennah watet unter zunehmender Kraftanstrengung tiefer ins Meer, bis das Wasser ihr Becken umspült. Eine halbe Umdrehung nach hinten verrät ihr, dass Jack direkt hinter ihr ist. Anstatt weiter zu gehen, lässt sie sich sinken, tief genug, dass sie bis zum Hals im Nass verschwindet. Einen kurzen Moment schnappt sie nach Luft, als ihr Brustkorb in den kühlen Wellen eintaucht. Erst im zweiten Moment registriert sie das durchtrainierte Sixpack direkt vor sich. Ach du Scheiße! Was ein Muckipaket! Überrascht entgleist ihr der Gedanke zu Vaas. Sie hat durchaus mitbekommen, dass er sich gern von Frauen rund machen lässt. Aber das hier ... bedeutet das, dass sie ... vor ihrem inneren Auge entsteht ein Bild von den beiden. Jack in sexy Dominadress, mit geballten Fäusten, vor ihr kniet Vaas nur in Shorts, dreckig grinsend mit Veilchen und blutverschmierter Zahnreihe. brräääähh... Verspürt sie normalerweise weder Scham noch Ekel, wenn es um Dinge dieser Art geht, bildet Vaas eine Ausnahme. Es muss an dieser Tätowierung liegen. Ohne erklären zu können, warum, ist ihr dieser Look einfach unheimlich. Da hilft auch nicht das Wissen, dass er im Grunde ein guter Kerl ist.
Dennah kneift die Augen zu und taucht ins Wasser ab, um das Kopfkino abzuschütteln. Nur wenige Sekunden später hechtet sie prustend an die Oberfläche. Kurz mit den Fingern über Augen und Nase gewischt, dann strahlt sie der Älteren entgegen, wie ein Hund in freudiger Erwartung auf das Stöckchen, das jeden Moment in irgendeine Himmelsrichtung fliegen muss.
Der Wasserdruck presst das schwere Leder um ihre Beine. Komischer Weise ist es ein übelst angenehmes Gefühl. Nachdem Dennah sich nach ihr umgedreht hat, lächelt Jack ihr zu und schließt sich dem komplett abkühlenden Move an. Das herrlich kühle Nass umschlingt sie und Entspannung breitet sich in ihr aus. "Bleibst du noch im Wasser oder kommst du mit unsere Sachen holen und mir beim Ausziehen zu helfen? Die Hose schaff ich wahrscheinlich nicht alleine loszuwerden." Sie ruckt mit ihrem Kopf in Richtung Strand und fordert Dennah fast freundschaftlich damit auf, ihr zu folgen. "Komm, und dann fragst du mich, was dich schon auf Sulani beschäftigt hat, was du aber noch nicht fragen konntest. Heute is Girls-talk-time."
Während Jack sich bereits Richtung Land arbeitet, schaut Dennah ihr irritiert hinterher - zu lange, um verbergen zu können, dass die Zahnräder in ihrem Hirn nicht so recht ineinander greifen wollen. Sulani? Eeeeehhmm.... Sie war voll wie ein öffentliches Verkehrsmittel in Indien. Auftritt mit Blaze - Fick - Eimergesöff - ... öhm ... Schemenhaft flackert ein Bild von zwei Vollidioten in gestreiften Nashornkostümen auf. Manche Leute haben wirklich die letzten Tassen erschossen. Oder wie das heißt.
Noch immer rattern die Schrauben in ihrem Kopf, als sie sich endlich in Bewegung setzt. Ja, möglich, dass sie irgendwann mit Jeff gequatscht hat. Aber worum es dabei gehen sollte ... "Ich hab keine Ahnung, was das war.", gesteht sie ohne Hemmungen, als sie bei der Älteren ankommt und sogleich beherzt vor ihr kniend mit beiden Händen den Hosenbund packt. Während sie das steife Leder kräftig Richtung Boden zieht, stolpern ihre Gedanken weiter durcheinander. Wer nennt seine Tochter Jeffrey?! War doch ... Scheiße. Oder nicht? Bill? Sam? Nee, irgendwas mit Dsch ... Jake. Jack. Jim. Das macht keinen Sinn. Macht ihr bei Gerüchen und Stimmen niemand etwas vor, war ihr Namensgedächtnis schon immer eine Katastrophe. Es war ein Jungenname! Ein kurzer. Ne Abkürzung für n Mädchenname? Oder ... "Warst du mal ein Junge?", poltert es noch immer ungeniert aus ihr heraus. Passt eigentlich auch nicht. Die nehmen sich dann doch immer so Prinzessinnennamen.
Das unterstützende Reißen an ihren Beinen ruckelt sie trotz aufgebauter Körperspannung ziemlich durch, doch dann ist es geschafft. Dennah unterstützend schiebt sie ihren Hosenbund von oben nach und dann ist das Beinpaar auf Kniehöhe. Jack lässt sich auf den entblößten, nassen Hintern fallen und rupft sich das Kleidungsstück von den Knöcheln, nachdem sie die leichten, schwarzen Schnürschuhe ausgezogen hat. Die ungeahnte Frage nach ihrem Geschlecht bringt sie zum Lachen. "Hä? Wie kommst du darauf? Und nein." Sie schaut an sich herab, befühlt ihre Möpse, ihr Becken und ihren Arsch, nachdem sie aufgestanden ist. "Soweit ich mich erinnere, war ich schon immer weiblich, habe mich auch stets so gefühlt." Etwas ernster fügt sie hinzu, "Auch, wenn man mir Zuhause stets eingeimpft hat, dass ich nicht den familiären Schönheitsstandarts entspreche und besser hätte ein Junge werden sollen - bin die einzige die nach der Linie meines Großvaters schlägt." Wieder nach der Leichtigkeit des vorangegangenen Momentes angelnd, "Was total schön und wichtig für mich ist, mich allerdings auch für viiiiiieles disqualifiziert hat. Schon vor meinem Erinnerungsmarker." Den verwirrten Blick von ihrer Begleitung umlenkend, deutet sie auf ihre Narbe.
Aus großen, runden Augen starrt Dennah ihr entgegen. Einen kurzen Moment schweigt sie, als müsste sie die gehörten Worte verarbeiten. "Du bist krass hübsch.", sagt sie mit einem Unterton, der deutlich macht, dass eine andere Meinung darüber vollkommener Wahnsinn und absolut indiskutabel wäre. "Ich wette, deine Schwestern sind austauschbare Tussis." Sie greift nach dem Rucksack und beginnt umständlich, die Decke herauszufummeln, wobei sie nach außen hin vollkommen ruhig bleibt, während sie, innerlich in Alarmbereitschaft, weiter spricht. "Tschuldige, falls du sie magst. Aber DU bist WIRKLICH schön. Einzigartig. Aufregend. Dich vergisst man nicht." Kaum merklich huscht ein sehnsuchtsvolles Lächeln über ihre Lippen. Das ist alles, was sie gern hätte.
Mit der befreiten Decke in den Händen kniet sie nieder, um den flatterigen Stoff mühevoll auf dem Sand zu drapieren. Erst als Jack die anderen Ecken ausgleichend zurecht zieht, gelingt das Vorhaben und Dennah schiebt sich fixierend auf die Decke. "Ich versteh schon, dass Vaas dich mag."
Bäm. Das kam überraschend. Sowas hat sie noch nie (!) gehört. Weder direkt noch indirekt. Jack ist umgehend überfordert und kann sich nur räuspern. Der Hölle sei Dank gibt es kurz darauf etwas zu tun: Dennah braucht sichtlich Hilfe, die Enden der Decke müssen glatt gezogen und beschwert werden. Nachdem die Unterlage liegt, landet der Rucksack auf der ersten Ecke. Ein unsicherer Seitenblick zur Begleitung, dann folgen die nassen Stiefel und finden ihren Job auf zwei weiteren Endstücken des Stoffes. Sie schluckt. Was war das denn gerade zwischen den Zeilen? Ihre Gedanken rollen durcheinander. Am besten beginnt sie vorne. Jack nimmt die durchs ausziehen auf links gestülpte Hose und lässt sie auf die letzte freie Deckenecke fallen, dann wurschtelt sie sie glatt.
"Boaah Dennah! Ehrlich... das wirft mich jetzt schon n bisschen aus der Bahn und der eingenommen Coolness. Ich bekomme sonst keine Komplimente..., niemand hat mir bisher gesagt das ich hübsch bin. Wow!" lacht der Wuschelkopf verlegen. "Ich danke dir dafür, ich spüre das du es ehrlich meinst und ich will es annehmen. Aber Boy! Das braucht ne Weile, schätze ich." Verlegen schaut sie eine Weile aufs Wasser. "Du hast Recht mit dem was du über meine Schwestern sagst. Die sind absolut tussig, so mit ständig ausgestreckten Titties und so aufblondiert, dass da nur ein Friseur mit Ahnung ran darf." nickt sie mit hoch erhobenen Brauen. "Jedoch das allerbeste ist, dass sie zu zweit sind und sich gleichen, sprichwörtlich wie ein Ei dem anderen. Tssss." Nun muss sie lachen und kann Dennah wieder anschauen. "Theoretisch wie praktisch könntest du sie Eins zu Eins austauschen - wenn du mit der einen durch bist und noch böckst, nimmst du dir die andere vor. Macht der speichelleckende Penner von besserem Sekretär von meiner Großmutter zumindest so." Jack lässt sich ebenfalls auf der Decke nieder und kramt eine Schachtel Zigaretten und ihr Zippo hervor und bietet die fix geöffnete Schachtel an. "Tja. Die Macht und der Fluch eineiige Zwillingsschwestern zu sein. Scheinbar für manche ein Traum. Für mich immer irgendwie schlimm der Gedanke, soooo krass austauschbar zu sein." erneut eine Pause. Dann, "Weißt du, ich hasse die beiden ehrlich und abgrundtief. Haben immer Freude daran, mich ins offene Messer laufen zu lassen." Ihr Blick wird weicher, als sie Dennah die kleine gezippte Flamme anbietet und dem Impuls des Nachfragens folgt, "Wieso hast du so belegt gesagt, dass man mich nicht vergisst?" Ihr Blick ist einladend und lässt dennoch keinen Raum für Ausflüchte. "Dich nimmt man doch zu hundert Prozent wahr! Und du wirst doch sehr offensichtlich und schwer geliebt."
Dennahs Herz poltert aufgeregt in ihrer Brust. Sollte es so einfach sein, an Informationen zu gelangen? Sie müsste nur beim Thema bleiben, unauffällig nachhaken. Natürliches Interesse zeigen. Nein, das ist viel zu früh. Sie wird misstrauisch werden. "Ich war noch nie beim Friseur.", murmelt sie schließlich ausdruckslos. Wieder mal wird ihr ganz beiläufig bewusst, wie anders sie aufgewachsen ist. Was okay ist. Sie hatte nie den Wunsch, zu einem Friseur zu gehen. Und trotzdem beinhaltet der Gedanke einen betäubenden Beigeschmack. Von der Sorte, den sie nicht zuordnen kann, der sich aber anfühlt, als würde er irgendetwas bedeuten.
Kaum schiebt sich die Kippenschachtel in ihr peripheres Gesichtsfeld, legt sich ein zufriedener Ausdruck über ihre Mimik. Froh über die Ablenkung nimmt sie ohne Zögern das Angebot an. Wieder werden ihre Augen groß, als Jack ihre Beobachtungen teilt. Wortlose Sekunden vergehen, in denen sie den Rauch des ersten Zuges ablässt. "Meinste echt?" Ungläubig richtet sie den Blick aufs Meer, die Beine ziehen sich dicht an ihren Körper, die freie Hand umfasst die Schienbeine. Sie glaubt zu wissen, dass Blaze sie wirklich, wirklich mag. Aber vielleicht ist das auch nur Wunschdenken. Noch immer begreift sie den Grund nicht - musste sie in der Vergangenheit doch immer etwas dafür tun, gesehen oder sogar gemocht zu werden. "Ich glaub, man nimmt mich nur wahr, weil ich ... naja ...", von der Wahrheit beschämt hebt sich die linke Schulter, "Bitch bin. Und bitchy Sachen mach. Das mögen die Jungs, weißt du? Blaze ist der erste Typ, der das Scheiße findet." Kurz beißt sie auf der Unterlippe herum, ehe die Zigarette sie davon ablenkt. "Ich mag ihn echt gern, aber ich versteh nicht, was er an mir findet. Ich bin weder klug, noch lustig. Ich hab kein Geld, nicht mal ein richtiges zu Hause. Und ich hab offiziell kein Empfinden für Richtig und Falsch." Ein schmerzhaft beißender Kloß bildet sich in ihrem Rachen, der selbst mit zwei mal Schlucken nicht vergehen will. "Das hat der Richter gesagt, also muss es stimmen. Ich bin ein wirklich richtig schlechter Sim." Ich bin Schuld, dass Stäffi nicht mehr leben wollte. Ihre Mundwinkel ziehen kräftig ins Kinn, während sie gegen die aufsteigenden Tränen ankämpft. Die neue von Boom auferlegte Aufgabe wird ihre Karmapunkte nicht unbedingt verbessern.
Jack reißt umgehend die Augen auf und staunt, "Warst du noch nie? Und wer hat dir diese geilen Dreads gemacht? Die, by the way, mega gut zu dir passen!" Ihr Zippo klickt erneut, dann inhaliert sie scharf den ersten Zug. "Und ja, definitiv mein ich das echt", nickt sie bestätigend und setzt sich Dennah so gegenüber, dass sie sie direkt anschauen kann, wenn es gehen sollte. Die sich selbst schützende und stützende Körperhaltung geben Jack Anlass zum tiefer blicken. Still saugt sie ein weiteres Mal am Filter, zeitgleich mit ihrer Sitznachbarin. Der flüchtende Blick aufs Meer und die Worte mit denen sie sich beschreibt zeigen eine sehr verletzte, unsichere und irgendwie verlorene junge beinahe Twen, die hin und her gefetzt wird von dem Bild, dass sich andere über sie machen. Zu unsicher, um sich selbst zu entscheiden, wer sie ist und was ihre Fähigkeiten und Stärken sind. Fuck. Das ist nicht nur falsch, sondern auch nicht nötig. Nicht hilfreich. Sondern einschränkend und zerstörend. Vor ihrem inneren Auge materialisiert sich ein Bild von einem schönen und vor Leben und Leichtigkeit gezeichneten Vogel, der mit einem Netz eingefangen wird. Dem nach einem kurzen Prozess die Flügel gestutzt werden und zwar Tierschutz relevant. Strubbels Miene wird hart und verfinstert sich für einen Moment. Nach einer Pause, entscheidet sie sich für eine hoffentlich aufbauende und annehmbare Wahrheit. "Es hat mich viele Jahre gekostet zu verstehen, dass man an erster Stelle sich selbst seinen Wert geben muss, ungeachtet der Meinungen von anderen. Das klingt wie aus nem scheiß Selbsthilfebuch für Muttis - ich weiß." Den während des Redens gehaltenen Rauch lässt sie gepresst entweichen. "Es ist anstrengend und mit Hilfe von vertrauten Leuten, die es gut mit dir meinen aber zu schaffen. Du darfst entscheiden, wer du j e t z t bist. Egal wer du mal warst. Egal, was andere in dir sehen oder dir für einen Stempel aufdrücken, nur damit sie sich selbst besser und erhaben fühlen können." Jack sucht den tränenerfüllten Blick. "Wer willst du für dich sein, ist die Frage. Wenn du jemand bist, der seine Kraft oder sein Überleben daraus zieht, anderen zu gefallen oder dadurch für sie da zu sein, ist das okay. Ich schätze, du hast immer das Beste gegeben, was du hattest. Dich. Das ist nicht schlimm oder verwerflich. Wenn du das jetzt nicht mehr so halten magst: auch gut. Deine Entscheidung."
"Die Frisur hab ich schon ewig. Das haben meine Eltern gemacht." Zaghaft lächelnd sieht Dennah auf in die rehbraunen Augen ihrer Gegenüber. "Bevor sie zu Vollzeit-Zombies wurden. Da hatten wir noch den Fernseher und es lief Bernd das Brot. Das weiß ich noch, weil ich es total schön fand, dass wir einfach nur zusammen waren." Ihr Ausdruck wird wieder ernst, als sie vom Nikotin inhaliert. Damals war alles irgendwie einfacher. Nicht unbedingt super, aber eben klarer. Sie kannte ihre Rolle, wusste, was man von ihr erwartete und hinterfragte ihre Aufgaben nicht. Und dann kam Blaze. Er war es, der in ihr den Gedanken weckte, sie könnte anders sein. Sie hätte eine Wahl. Sie hätte Charakter und nicht nur Körper. Ganz anders als Stäffi. Bei ihm hatte sie nie den Eindruck, er würde auf irgendwas anderes als ihren Körper Wert legen. Immer wieder fragt sie sich, ob vielleicht auch er in eine Rolle gedrückt und letztlich zu dem Vollarsch gemacht wurde. Manipuliert - wie sie selbst. Versucht nicht jeder, einfach nur irgendwie durchs Leben zu kommen? "Wie kann ich mir einen Wert geben,", eine dicke Träne rollt über ihre Wange und das schwere Schlucken unterbricht für einen Moment ihre zitternde Stimme, "wenn ich weiß, dass ich einen Freund in den Selbstmord getrieben hab?" Wenn ich nur ein verfickter Spielball für Andere bin? Selbst für die, von denen ich dachte... Ihr Atem vibriert unter der Beherrschung, nicht lauthals loszuweinen. 'Wenn man sich schuldig fühlt, dann ist es wenigstens irgendwie ...' "Ich wollte immer bedeutsam sein. Und jetzt ...", tiefes Seufzen, "bin ich es. Verstehst du?" Erst jetzt suchen ihre Augen Halt in Jacks Blick, voller Verzweiflung und Unsicherheit. "Ich habe Stäffi dazu gebracht, sich ne scheiß Kugel ins Hirn zu jagen." Und ich werde dich dazu bringen, mich zu hassen. Tränen strömen über ihr Gesicht, als sie die Augen schließt und versucht, ihren Atem zur Ruhe zu zwingen. "Und Blaze ... tut so, als wäre das alles nicht passiert. Er muss mich doch hassen." '... dass das, was wir fühlen, nicht immer das ist, was wir fühlen.' "Er schiebt das alles von sich weg, aber irgendwann", sie wischt mit dem Handknöchel schniefend über die Nase und nickt bekräftigend, "irgendwann wird das bei ihm ankommen und dann verlässt er mich, weil ihm klar wird, dass ich in Wahrheit ein furchtbares Monster bin. Und dann hab ich wieder niemanden, der irgendwas in mir sieht, außer der dreckigen Bitch, die jeder benutzen kann, wie es ihm passt. Und du sagst, ich soll mir einen Wert geben." Ein humorloses Lachen stolpert aus ihrer Kehle. Hektisch an der Zigarette ziehend weicht sie dem Blick der Älteren aus. "Merkst du, wie absurd das ist?"
"Fuck Dennah du bist erst siebzehn, da läuft auch noch viel schief und es kommt automatisch zu Fehlern. Dafür ist das Junge-Erwachsene-sein da. Es ist quasi unser Job Dinge auszuprobieren und zu verkacken. Und nein, ich verstehe das nicht. Zumindest noch nicht ganz", probiert der Wuschelkopf es vorsichtig, aber mit wachsender Wut. Wir kann dieses zarte Pflänzchen sich so schuldig fühlen? "Du sagst also, du hast einen Freund dazu gebracht, sich umzubringen?" schnaubt Strubbel zweifelnd. Dann ergänzt sie "Okay, kann ich mit voll nicht vorstellen, wie das gelaufen sein soll." Sie ascht ab, inhaliert und schaut nach Worten suchend auf das Wasser, dann prüfend zu dem zunehmend verweinten Gesicht. "Aber selbst wenn! Scheiße passiert, dass Leben geht weiter. Das muss es sogar" probiert sie es nun in sanfterem Ton. "Wie und warum ist es passiert? Willst du darüber sprechen?", fragt sie vorsichtig und mit der Bestimmtheit einer Frau, die es gewohnt ist über Deep-shit reden zu können, ohne zu urteilen.
Eine Weile sieht Dennah die Ältere reglos schweigend an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Dann, wie aus dem Nichts, berichtet sie in kurzen zusammenfassenden Worten von ihrem perfiden Plan, Stehpen zu verführen, um ihm dann der Vergewaltigung zu beschuldigen. "Er hatte schon ne Menge Ärger am Hals und ich wusste, dass das übel für ihn wird.", erklärt sie weiter, ohne den Blick von Jack abzuwenden. "Aber das war mir egal, weißt du? Ich wollte, dass es ihm richtig an den Kragen geht. Ich dachte irgendwie, es würde sich gut anfühlen, jemanden büßen zu lassen." Zweifelnd heben sich ihre Brauen, als sie langsam zum Meer hinüber sieht. "Aber das stimmte nicht." Die beinahe abgebrannte Zigarette zum Mund geführt, nimmt sie den letzten tiefen Zug und stopft den Filter mit der Glut voran in den Sand neben sich. "Er wurde frei gesprochen, weil ich alles gestanden hab. Aber es hat ihm den Rest gegeben."
Einen Atemzug schweigt sie. Ihre Augen füllen sich erneut mit brennenden Tränen. "Er hat Blaze angerufen. Er war ..." Es gibt nicht die richtigen Worte, um ihre Erinnerung zu beschreiben. "... SO! Verzweifelt. Ich hab nicht alles verstanden. Aber es ging um mich. Was ich ihm angetan hab." Sie würgt einen trockenen Brocken herunter. "Und dann ... war da nur noch der Knall." Seither träumt sie jede Nacht davon. Anfangs erwachte sie weinend, übergab sich vor Übelkeit bringenden Schuldgefühlen. Mit der Zeit gewöhnte sie sich an diesen Schatten, so dass sie inzwischen nur noch manchmal aus dem Schlaf schreckt. Dann starrt sie wie betäubt an die Zimmerdecke, bis der Morgen anbricht. Diese Schuld wird sie niemals wieder loswerden. Und das ist vollkommen in Ordnung so. Sie ist ihr eigenes Mahnmal.
Jack lauscht, ohne den Blick von Dennah zu nehmen. Eine krasse Story, hätte sie der Jüngeren im Leben nicht zugetraut. Aber so ist das... man sollte niemals jemanden unterschätzen und theoretisch ist jeder zu allem bereit, wenn die Umstände nur zwanghaft genug sind. Und sie ist sich seit vielen Jahren sicher: fast jeder ist fähig, einem anderen Sim schwersten Schaden zuzufügen, wenn nicht sogar zu töten. Das macht in ihren Augen alle und alles wieder gleich. Jeder Sim trägt dieses 'Monster', wenn es denn eins sein sollte, in sich. Es gehört zur Simslichkeit einfach dazu. Punkt. Schmerz, Verzweiflung, Bedrohung, Wut, Druck, Angst und dann irgendwann, wenn das Maß voll ist: sich das Bedürfnis nach Rache manifestiert. 'Du kennst es nur zu gut, Jack. Du bist selbst nur noch nicht so weit, zurück zu schlagen. Zu vernichten. Und im äußersten Fall...' verstummt ihr Gedanke, als sie eine Regung von dem Häufchen Elend neben sich wahrnimmt. Die Frage, die nun ihre Zeit findet kommt leise und sanft, verliert sich fast in den Geräuschen der Umgebung. "Und was hat er dir zuvor angetan? Und sag jetzt nicht nichts. Das nehm' ich dir und auch sonst keinem ab." Der Rest ihrer Zigarette ist mittlerweile von alleine ausgegangen. "Erzähl mir eure Geschichte, Dennah. Ich höre dir zu. Und ich urteile nicht, dafür hab ich selbst zu viele Dämonen im Schlepptau."
Auf ihre Zehen starrend, registriert Dennah nicht, wie diese immer wieder spielerisch nach einer kleinen Falte im Stoff greifen. Das leicht streichelnde Gefühl an der Innenseite der Fußspitze wirkt beruhigend auf sie, ohne dass es ihr bewusst ist. "Unsere Geschichte?", murmelt sie beinahe apathisch. Die Bilder ziehen von ganz allein durch ihren gefühlsverwüsteten Verstand. "Da ist eigentlich nicht viel zu erzählen." Ihre Stimme ist stabil, aber leise, wie bei jemandem, der die Aufregung um ein Thema nicht nachvollziehen kann. "Ich kenne ihn schon unheimlich lange. Wir haben oft zusammen abgehangen mit Boom und ein paar anderen. Vaas war später auch manchmal dabei." Das Sprechen beschert ihr einen trockenen Hals, so dass sie Spucke sammelnd mühevoll schluckt. War da nicht ...? Ruckartig wendet sich ihr Kopf herum. Dort, in der Tasche, lugt eine der Limoflaschen verführerisch heraus. Ihr Körper beginnt sich aus der Starre zu lösen, als der Arm nach dem Objekt der Begierde angelt und die Tasche heranzieht. Es klimpert darin, was ihren Durst nur verstärkt. Eine der Flaschen bereits in den Fingern, schaut sie zu Jack auf, wie ein scheues Tier. "Darf ich?", fragt sie zurückhaltend. Ihr Gesicht erhellt sich, als die Ältere zustimmend die zweite Flasche einfordert.
"Er war immer total lässig und gechillt.", fährt Dennah fort, während sie den Verschluss öffnet. "Und darum fanden die meisten ihn irgendwie cool, weißt du?" Kräftige Schlucke in sich hineinkippend schließt sie die Augen. Kühl, süß und sauer zugleich. Eine Wohltat. Sie setzt ab, wartet zwei Sekunden auf das Rülpsen, das sich in ihrer Kehle zusammenbraut und atmet klangvoll aus. "Es ist eigentlich dämlich, aber so war das eben." Sich wieder in eine gemütliche Pose bringend verfällt sie in das Plappern, das sie immer dann ereilt, wenn sie sich an den eigenen Redefluss gewöhnt hat. "Das war, bevor er so abgestürzt ist. Wir haben ja immer Zeug zusammen ausprobiert, dass ich manchmal von zu Hause abgreifen konnte. Lag da ja überall rum und ist keinem aufgefallen, wenn ich mal was abgezweigt hab. Hab nie daran gedacht, dass einer von uns so drauf hängen bleiben könnte. Es war eben normal, hin und wieder was zu nehmen." Ein kleiner Schluck sorgt für kurzweilige Stille. "Naja, jedenfalls haben wir irgrndwann ein bisschen rumgemacht. Nicht doll, nur geknutscht. Er war mein erster Kuss und ich fands mega cool, dass er auf mich stand. Weil er mich dadurch auch cool gemacht hat. Das ist bescheuert, aber du weißt, wie Kids sind." Die kindliche Peinlichkeit wird mit einem Schulterzucken weggeschmunzelt. "Naja und dann ..." Dennah schluckt. Die Trockenheit kehrt aus dem Nichts zurück und krallt sich spürbar am Rachen fest. "Dann hatte ich mein erstes Mal. Und das war ..." Mit einem flüchtigen Schluck erkauft sie sich wertvolle Sekunden, in denen ihr die Erinnerungen durchs Hirn spülen, wie eine Flutwelle, die alles mit Gewalt niederreißt.
'Manchmal müssen Mädchen geben, was Andere wollen.'
'Du liebst Mama und Papa, oder?'
'Das macht nichts, ist nur der Körper.'
'Vergiss das nicht, wenns bisschen weh tut.'
"Nicht schön.", würgt sie nach einem Moment heraus. "Und dann hat sich alles verändert. Es war nicht mehr cool, dass er mich ständig angegraben hat. Es war eklig. Er wollte unbedingt ficken und hat angefangen, rum zuerzählen, dass wirs getan hätten und dass ich alles mache und son Scheiß." Den Blick aufs Meer gerichtet knibbelt ihr Daumen an dem Flaschenetticket herum. Sie hatte es so oder ähnlich schon mal Blaze erzählt. Das war ihr schwerer gefallen, als heute. Dennoch schmerzt die Erinnerung an diese Zeit. Der Gedanke, dass auch Boom sie mit den typischen Sticheleien getriezt hat - dass sie all das erst jetzt erkennt, und damit ihre ganze Freundschaft in Frage stellt.
"Und dann kamen Andere, die alles Mögliche wollten und irgendwann", resignierend zuckt sie mit den Schultern, "hab ich nachgegeben. Einfach weil ich dachte, keine Ahnung, das muss vielleicht so sein und mit mir ist was falsch, wenn ich es nicht mach. Zu Hause haben immer irgendwelche Leute rumgemacht und ich dachte, ich habs vielleicht falsch gemacht, weil es so weh tat." Ein leises Schniefen schiebt sich zwischen die Worte. "Ich war einfach zu dumm, um zu verstehen, dass er viel zu groß für mich war." Ihre Gedanken schweifen zurück zur ersten gemeinsamen Nacht mit Blaze. Was für eine Angst sie hatte. Vor dem Schmerz, dem Schmutz und der Scham. Doch nichts davon ereilte sie. Es war wunderschön mit ihm und sie wünschte, sie könnte ihr tatsächliches erstes Mal durch ihn ersetzen. Ein kurzes liebevolles Lächeln huscht über ihre Lippen, wird jedoch gleich wieder von der ernsten Mine verschlungen. "Dann haben sie angefangen, mich Bitch zu nennen. Ich mochte das eigentlich nicht, aber irgendwie hab ich mich daran gewöhnt. Wie an die anderen Sachen auch. Ich dachte, das ist eben mein Leben. Meine Mama sagt immer, dass Mädchen sich nicht alles aussuchen können und ich dachte, das gehört eben dazu. Sie hat immer betont, wie hübsch ich bin und dass die Jungs mir alles geben würden, wenn ich es richtig mach." Sie hebt den Blick, seufzt und nippt an der Limo, ehe sie zurück zum Anfang der Geschichte kommt und den Kreis schließt. "Und dann hab ich Blaze kennengelernt. Und gar nichts mehr verstanden. Er glaubt nicht, dass Mädchen so sein müssen. Er mag es sogar nicht, wenn sie so sind. Also wollte ich besser sein. Weil ich ihn gut fand. Und dann hat Stäffi ihm Scheiße erzählt. So wie damals. Und das hat mich austicken lassen. Er hat mich zum zweiten Mal in den Dreck gezogen. Und er fands wahnsinnig witzig. Tja, und jetzt ... ist er für den Rest seines Lebens eine Kartoffel."
Nicht viel zu erzählen? Nun... wenn man so will... immerhin ist es ausreichend! Sowas von. Jack schnippt den zurück gebliebenen Filter mit seiner Aschekrone scharf über den Deckenrand hinaus in den hellen weichen Sand. Dort bleibt er liegen. Hässlich und die reine Umgebung verschmutzend. Sie presst die Kiefer auf einander, schluckt.
Hässlich und verschmutzend... Schaden, nein Brandrückstände hinterlassend.
So, wie bei Dennah.
So, wie bei ihr selbst.
Das Rauschen des Wassers schwappt in die eingekehrte, angespannte Stille zwischen ihnen. Es ist für sie so verständlich und nachvollziehbar, dass ihre neue Bekannte zumindest einem ihrer Peiniger, ihrem Vergewaltiger einen Zahltag verpassen wollte. Sie dreht sich zu der schniefenden Etikettenpulerin um, mit ganzem Körper. Strubbel wartet, bis es zum Blickkontakt kommt und das scharren auf der Decke eingestellt ist. "Dennah, ich finde absolut nicht falsch, dass du dich für DICH entschieden hast und deiner kaputten Welt gezeigt hast, dass sie nicht mehr alles mit dir machen können." Jack zwingt sich zur Ruhe. "Meine verfickte Welt ist anders aber ähnlich kaputt. Weil die Sims in ihr kranke, falsche und manipulierende Scheiße ablassen und sich zurecht reden, ihr Weg sei selbst gegen alles Legale und trotz widersprüchliche Gesetze okay. Und weder bei dir, noch bei mir ist das richtig." 'Wir sind einfach kleine, besudelte Opfer, die sich selbst schützen müssen.' Bilder ihrer Familiendämonen ploppen auf, sie blinzelt mit verzogenem Gesicht dagegen an. Ihr Puls jagt durch ihren Körper. "So war es auch bei dir, dass habe ich ganz klar herausgehört. Ich weiß auch von dir, dass du Schulverweigerin warst und nun ja. Du hast vieles falsch und von kranken Leuten vermittelt bekommen. Und selbst wenn die es nicht böse gemeint haben. Die Kinder, also wir, die Schutzbefohlenen, sind nicht die Ursache oder das Problem. Wir werden mit krank gemacht. Vergiftet." Ihre Stimme ist von Satz zu Satz lauter geworden. "Und nun sage mir: Wie soll man zerstört und mit Vergiftung einfach vergeben, nicht zurückschlagen???" Mit einem tiefen Grollen springt sie auf und stapfte einige Schritte von der Decke weg, beinahe zurück ins Wasser. "Fuck Fuuuuck F U C K!", brüllt sie und weiß, dass sie kurz davor ist, in Tränen auszubrechen - was sie sich unter keinen (!!!) Umständen erlauben wird, was seit zehn und dann nochmal fast einem halben Jahr nicht mehr vorgekommen ist. Auch wenn die sonst doch überwiegend tief in ihr vergrabene Gefühlsebene mächtig an der Bunkertür rüttelt.
Sie.
Wird.
Nicht.
Weinen.
Die ungesehene Macht über ihre zerbrechliche Seite wird sie auch aus der Ferne, ungesehen von den Verursachern, nicht die Oberhand gewinnen lassen. Jack kneift sich mit der nun freien Zigarettenhand in den linken Unterarm. Der entstehende Schmerz zieht mehr und mehr Aufmerksamkeit. Sie atmet durch. "Fuck" ertönt es jetzt wieder leiser. Ihr Puls beruhigt sich und nach zwei Schritten rückwärts, kann sie sich wieder zu ihrer Gesprächspartnern umdrehen. Zu ihr zurück, in ihren gemeinsam geteilten Raum auf der Decke und zwischen ihnen zurückkehren.
Die Brauen liegen hoch in Dennahs Stirn, ihre Augen groß, beinahe kreisrund, und erstaunt. Der Mund ist nur eine schmale, leicht abfallende Linie, umrahmt von unzähligen Sommersprossen.
Jacks ungehaltenes Aufspringen lässt sie zusammenzucken. Es war nicht ihre Absicht, irgendwelche roten Knöpfe zu drücken. 'Scarface hat eine krasse Familie. Über die redet sie nicht gern.' Dennahs Blick folgt der Älteren aufmerksam, während sie sich fragt, was 'krass' wohl in diesem Kontext bedeuten mag. Krank, falsch und manipulierend, sagte sie gerade, entgegen Legalität und Gesetzen. Scheiße, man, das klingt ... gruselig. Was geht da ab? Dennah ist vielleicht nicht irrsinnig klug oder gebildet, sie mag unreif und unterentwickelt sein, doch Eines weiß sie: Solche Leute und Boom - das ist keine gute Kombination. Wie ein plötzlicher Schlag in die Magengrube prischt ein ungutes Gefühl auf sie ein. Sie kann doch Boom nicht dazu verhelfen, informationen über solche Leute zu bekommen. Es ist klar, dass sie nicht von reiner Neugier angetrieben wird. Irgendetwas hat sie vor. Und wenn Dennah einen Teil zum Erfolg dessen beiträgt ... Sie wagt es nicht einmal, den Gedanken zu beenden.
Ohne ein einziges Mal geblinzelt zu haben, starrt sie Jack noch immer an, die sich ihr wieder zuwendet und zurück kommt. "Alles okay?", fragt sie besorgt. "Hab ich was Falsches gesagt?"
Wieder bei ihrer Begleitung mustert Jack das überraschte Gesicht. Als die an sie gerichtete Frage zu ihr durchdringt, ist sie kurz vorm Lachen. Einem verzweifelnden Lachen. 'Das kann doch nicht wahr sein' rollt der noch erregte Teil in ihr innerlich mit den Augen. Der bereits zur Ruhe gekommene antwortet "Nein, hast du nicht. Das ist unterm Strich mein Standpunkt, Dennah." Jack kniet sich vor sie hin und blickt ihr direkt ins Antlitz. "Du hast nichts falsch gemacht, weil du den sauberen, richtigen Weg nicht beigebracht bekommen hast. Okay?!"
Da ist es wieder. Die Tatsache, dass sie zu Hause nicht gelernt hat, was für andere scheinbar total normal ist. Dennahs Körper sackt ein Stück in sich zusammen. Sie weiß nicht einmal, ob sie enttäuscht ist. Im Mantel von Jacks Formulierungen ist es einfach, was es ist. Sie kann aufgeben und sich davon frustrieren lassen, dem Gedanken des Richters gerecht werden und in ihrem Dung von Unreife versauern. Oder sie kann es hinnehmen - und besser werden als das. So wie sie es für Blaze versucht. Ein Lächeln legt sich auf ihr Gesicht, zart, aber ehrlich, mit einem Hauch von Hoffnung. "Okay.", nickt sie, hält der Älteren dessen angebrochene Flasche hin, als Zeichen, anstoßen zu wollen. "Und ..." Die Lippen pressen sich verkniffen zusammen, die Brauen reißen in die Höhe, als sie entschuldigend, geradezu beschämt, den Kopf senkt. "Wie war nochmal dein Name?"
(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )
>>> Jack geht nach Windenburg (3) >>>
>>>Dennah geht nach Granite Falls Nr. 6 - Camp Firefly >>>
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