Willow Creek Nr. 12 - Familie Komarow

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11.06.2023 17:32 (zuletzt bearbeitet: 15.07.2023 19:37)
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<<< Artjom kommt vom Weihnachtsmarkt <<<

Charaktere: Anastasia / Artjom
Geschichtsstrang: Urlaubspläne


Leise zu ihrer Lieblingsmusik mit summend, flankiert von Dino und Cookie, sitzt Anastasia auf der Couch und blättert in einem Reisekatalog. Es ist schon ewig her, dass sie alle zusammen weggefahren sind und Iwan hat signalisiert, dass er sich derzeit problemlos acht Tage frei nehmen kann. Die Winterferien haben gerade begonnen, also macht es Sinn über ein Reiseziel in warmen Gefilden nachzudenken. Schnee und Eis sind nicht Anastasias Welt. Am liebsten würde sie jeden Winter irgendwo am Strand liegen und die kalte Zeit hierzulande mit baden, sonnen und Wellness in irgend einem Beach Hotel überspringen. Trotzdem es online sicher last minute Angebote gibt, hat sie sich heute dafür entschieden im Reisebüro Kataloge zu holen. Sie kann gemütlich auf dem Sofa sitzen und es lässt sich entspannter von Sandstränden träumen, als an Iwans PC. Gerade bleibt ihr Blick an einem kleinen, schnuckligen Hotel hängen, als ein Geräusch auf der Treppe sie aufblicken lässt. Artjom ist wach. Ein Blick auf die Uhr zeigt ihr, dass es schon fast Mittag ist, aber die Ferien haben grade erst angefangen, also verkneift sie sich einen Kommentar. Stattdessen lächelt sie freundlich und winkt ihn mit weitausholender Gestik zu sich. "Mein Sohn, du kommst gerade richtig um mit mir ein Urlaubsziel auszusuchen."
Artjom wollte grade duschen, aber gut, dann eben zuerst der schwierige Teil des Tages. Statt ins Bad zu gehen, biegt er ins Wohnzimmer ab.



Sie wirkt entspannt, die Voraussetzungen sind gut. "Jaa.. was das angeht, hab ich dieses Jahr andere Pläne." Mit fast 18 glaubt er eigentlich nicht, dass er noch auf Familienurlaube gehen muss. Er ist alt genug um selber zu entscheiden - seine Meinung.
"Ich bin eingeladen nach Mt. Komorebi."
Das Lächeln auf Anastasias Lippen gefriert, der Ausdruck ihrer Augen wechselt von freudig zu wachsam. "Wie meinst du das? Andere Pläne? Und wer hat dich eingeladen?" Der Tonfall klingt jetzt leicht alarmiert.
Das wars mit entspannt. Unbeeindruckt - hoffentlich - antwortet er: "Von Noukis Eltern. Sie machen Skiurlaub und ich würd da gern mitgehen..."
Schweigen. Nur Anastasias Augen lassen Artjom nicht los, während sie das Gesagte auf sich wirken lässt. "Du ziehst also einen Urlaub mit wildfremden Sims dem mit deiner Familie vor? Weißt du wie lange wir keine Gelegenheit mehr hatten zusammen wegzufahren?" Eine Mischung aus gekränktem Stolz und Verletztheit schwingt in ihren Worten mit.



"Das hat doch nichts..." Artjom rollt mit den Augen und atmet aus. "Warum.." Nein, kein guter Ansatz. Er muss das anders angehen. Er kartz sich im verwuschelten Haar und sucht nach Worten an der Zimmerdecke. "Siehs doch mal so; du machst schön Urlaub mit Dad und musst dich um nichts kümmern. Kein nerviger Sohn, der abends mit den anderen Jugendlichen länger an der Tikibar bleiben will und peinliche Arschbomben vom 3 Meterbrett macht." Artjom versucht zu lächeln. Was er nicht alles sagt, um diese Freikarte zu bekommen. Dafür schuldet Nouki ihm was.
"Nerviger Sohn? Sowas hab ich noch nie gedacht...eigentlich wollte ich dir eine Freude machen, aber scheinbar sind die luxuriösen Skigebiete von Mt.Komorebi verlockender als ein 08/15 Urlaub am Strand mit Mutter und Vater." Sie schweigt und blickt in den Reisekatalog, während hinter ihrer Stirn die Gedanken weiter arbeiten. Artjom ohne Aufsicht bei irgendwelchen Leuten und mit seiner Freundin? Womöglich pflegen die so einen laissez faire Lebensstil und kümmern sich gar nicht darum, was ihre Tochter und Artjom den ganzen Tag so treiben...oder vor allem nachts. Undenkbar...oder? Anastasia deutet auf die Couch. "Kannst du dich bitte mal etwas zivilisiert zu mir setzen, wenn wir uns schon über solche Sachen unterhalten müssen?" Sie räuspert sich. "Wie lange willst du denn wegfahren und vor allem wann?"



Natürlich hat sie das schonmal gedacht. "Das war doch nur ein Scherz..." seufzt er und setzt sich zu ihr auf das Polster. "Es ist nur eine Woche, nach Silvester die." sagt er ihr zugewandt und legt so viel flehen in die Augen wie er kann, ohne sich zu übergeben. "Bitte. Mom? Lass mich Zeit mit meiner Freundin verbringen..." er sieht sie bewusst an, ohne wegzusehen. Die Hände legt er nicht zusammen, das wäre wohl zu viel des Guten. "Und wenn wir alle zurück sind, erzählen wir uns gegenseitig wies war. Ihr von eurem Urlaub, ich von meinem." Allein der Gedanke daran... Gut das er noch kein Frühstück hatte.
Der Blick, den Anastasia ihm zuwirft, ist unergründlich. Nach ein paar Sekunden Schweigen nickt sie bedächtig. "Ich verstehe deinen Wunsch, Artjom, trotzdem fühle ich mich nicht ganz wohl dabei." Sie lächelt. "Mir kam gerade eine Idee. Ist es nicht oft genug eines deiner Argumente gewesen, dass man ab und zu über den Tellerrand hinaus gucken sollte?" Das Lächeln vertieft sich. "Vielleicht bin ich zu eingefahren geworden und sollte nicht so auf die warmen Gefilde fixiert sein, wo ich doch noch gar nie Winterurlaub gemacht habe."



Allein der Gedanke an den tiefen Schnee, Ski fahren und die Temperaturen lassen sie innerlich schaudern. "Was hältst du davon, wenn ich versuche in Mt.Komorebi ein Appartement zu mieten für die besagte Woche? Wir werden dort zusammen wohnen und du kannst trotzdem Zeit mit Anouk verbringen. Vielleicht besteht ja sogar die Möglichkeit ihre Eltern zu treffen. Iwan würde es sicher freuen, er hat ja so selten Gelegenheit neue Sims zu kennen zu lernen." Sie betont den Namen ihres Mannes leicht und legt wieder Glanz in ihren Blick.
Artjom muss aufpassen, dass ihm nicht die Gesichtszüge entgleiten. Mutti geht mit auf Urlaub um ihren so gut wie erwachsenen Sohn zu bemuttern? Worauf will sie hier hinaus? Vorsichtig beginnt er zu sprechen, darauf achtend ihr nicht vor den Kopf zu stoßen, "Mom... denkst du nicht ich bin alt genug? Du hast gute Arbeit geleistet, ich kann auf mich selbst aufpassen." Wie peinlich wär's, wenn er Nouki sagen muss, seine ganze Familie kommt mit nach Mt. Komorebi? Das muss er verhindern. "Du magst doch gar keinen Schnee, und Dad kann am Strand auch Leute kennenlernen. Du musst deswegen wirklich nicht..." mitkommen und mich damit vor meiner Freundin blamieren, "noch ein Opfer bringen..."
"Interessanterweise scheint es deiner Freundin nichts auszumachen mit ihren Eltern zu verreisen." bemerkt Anastasia spitz und mustert Artjom kühl.



Irgendwer muss es ja bezahlen. Verdammt. "Ja, weil..." weil... Hat er ihr erzählt, dass sie Geburtstag hatte? Nein, "Sie ist auch erst 16." antwortet Artjom und ist sich überhaupt nicht sicher, ob das ein guter Zug war.
Hat sie's doch gewusst. Vollkommen verantwortungslose Eltern. Konsterniert starrt Anastasia Artjom an und blinzelt ein paar Mal. "Und darf ihren Freund mit auf Reisen nehmen? Im selben Haus...Bett womöglich mit ihm übernachten? Was für Zustände herrschen denn in dieser Familie?" Die moralische Entrüstung in ihrer Stimme ist unüberhörbar. "Ich dachte, ihr seid gleich alt." Sie wiegt den Kopf hin und her, als müsse sie abwägen, dann hebt sie die Brauen und blickt Artjom streng an. "So geht das jedenfalls nicht. Ich werde dort anrufen und mir selber ein Bild machen von diesen Leuten, im Gespräch gewinnt man schon einen ganz guten Eindruck von einem Sim." Sie atmet tief durch. "Weiters werde ich mich mit deinem Vater beraten und heute Abend reden wir nochmal."



Artjom sieht sie an, "Tu was du nicht lassen kannst..." sagt er, steht auf und geht ins Badezimmer.
„Nicht so schnell, wenn du geduscht hast, gehst du mit den Hunden. Ich treffe mich mit meinen Freundinnen und muss bald los.“ Anastasia steht auf, wischt sich kurz über den Rock und schaltet die Stereoanlage aus. Stoff genug zum Nachdenken fürs erste.




Ein paar Stunden später

Es ist beinahe dieselbe Szene wie am Nachmittag. Anastasia sitzt auf der Couch, die Hunde schlafend neben sich, nur wartet sie jetzt, dass sie das Geräusch von Artjoms Hausschlüssel vernimmt. Er ist noch unterwegs und Anastasia wird langsam ungeduldig. Der Nachmittag ist besser verlaufen als sie gedacht hat, völlig anders als erwartet, aber recht interessant. Endlich hört sei das vertraute Klicken und kurz darauf die Schritte ihres Sohnes. „Artjom? Ich warte hier. Komm bitte her.“



Der Sohn zieht die Schuhe aus die quer vor dem Schuhgestell landen und schlüpft aus der Jacke. Als er das Wohnzimmer betritt zieht er die Mütze vom Kopf. Er hat darüber nachgedacht was sie mittags gesagt hat und ist zum Schluss gekommen, dass nichts was er gesagt hätte irgendwie dazu beigetragen hätte, dass er mitgehen darf. Er hätte sagen können, dass sie nicht im selben Bett schlafen werden und es getrennte Zimmer gibt. Aber selbst wenn, seine Mutter ist nicht dämlich. Er steckt die Mütze in die Hosentaschen und behält die Hände dort. Wortlos sieht er sie an und erwartet ihre Entscheidung.
„Setz dich doch.“ Anastasia runzelt die Stirn. „Das du immer so respektlos sein musst.“
Artjom lässt das unkommentiert und befolgt ihr Anliegen. Sie soll doch einfach sagen was Sache ist. Er hat keine Lust ewig darüber zu diskutieren. Wenn sie nein sagt, wird er zum trotz einfach 'Krank', wenn sie ihm ihre eigenen Urlaubspläne aufzwingen will. Das steht bereits fest.



„Na also.“ Anastasia schüttelt leicht den Kopf, Unverständnis andeutend. „Ich Hatte Gelegenheit mit Anouks Mutter zu reden und muss zugeben, dass ich positiv überrascht bin. Sie ist keineswegs leichtsinnig und lebt auch nicht im Wolkenkuckucksheim, im Gegenteil. Eine sehr bodenständige Person, was ich schätze.“ sie lacht leise. „Und du wirst es nicht glauben, sie züchtet Hühner, genau wie dein Großvater. Sogar seine Lieblingsrasse ist mit dabei, da konnten wir uns natürlich darüber austauschen, ich musste ja schon von Kindes Beinen an meinem Vater dabei helfen.“ Sie lächelt bei der Erinnerung daran. „Und du hast mir verschwiegen, dass Anouks Vater ein erfolgreicher Unternehmer ist. Wieso das eigentlich?“ solche Kontakte können mal wichtig werden



„Also kann ich jetzt mit?“ fragt er ungeduldig nach. Ohne dich? fügt er in Gedanken hinzu. „Hallo?“ Anastasia weicht zurück. „Scheinbar ist jedes Wort, dass du mit mir reden muss zu viel. Gleich überleg ich mir's nochmal anders.“ Gekränkt nimmt sei Cookie auf den Schoß und beginnt den Hund zu kraueln, während sie sich von Artjom wegdreht.
„Okay, tut mir Leid.“ sagt Artjom möglichst demütig, „Ich würd Nouki echt gern zusagen. Ich bin aufgeregt.“ Jetzt sei nicht so stur. Erlaubs mir schon. „Bitte.“ Unweigerlich fragt er sich ob irgendwann in seinem Leben der Moment kommt, an dem seine Mutter alt und zerbrechlich ist und sie IHN um Erlaubnis bittet irgend etwas tun zu dürfen. Dann wird er ihr das sowas von zurückzahlen.
Auch wenn die Entschuldigung etwas halbherzig ausfiel, Anastasia hat ihn da, wo sie ihn haben möchte. Unter ihrer Kontrolle. „Ja, und Anouk freut sich wohl auch. Sie gibt vor Ort einen Snowboardkurs und es geht eventuell noch ein Freund von ihr mit, was aber noch nicht sicher fest steht, der auch Kinder unterrichten wollte dort.“ Sie formt die Lippen spitz und sieht Artjom an. „Noch eine Info, die du mir vorenthalten hast.“ Cookie wird auf den Boden gesetzt und die Hände fahren wieder glättend über den Rock. „Alles in allem, hat mich das Gespräch beruhigt und dein Vater und ich denken es ist in Ordnung, wenn du mitfährst.“



Er würde sie jetzt umarmen und sich bedanken aber da ist eine Information die ihm ein Dorn im Auge ist und ihn hindert. „Es geht noch ein Freund mit...?“ fragt er deswegen unbedacht und fast monoton.
Scharf blickt Anastasia ihn an. „Eventuell, meinte Emily. Wohl der Sohn einer eng befreundeten Familie...Luca? Levi?...Leon, ja das war der Name. Aber wie gesagt, es steht noch nicht fest.“ Nach einer kurzen Pause fährt sie fort. „Anouk und er kennen sich wohl schon seit Kindergartentagen.“ Ein feiner Ton schwingt in den Worten mit, den man als Befriedigung deuten könnte, gepaart mit einem Hauch Häme. „Es gibt aber noch eine Bedingung, Artjom.“ Wieder eine Kunstpause. „Ich erwarte, dass du mich täglich informierst, wie es dir geht und was sich tut. Es ist das erste Mal, dass du allein wegfährst und das bereitet mir trotz der netten Familie, Sorgen.“
Leon... Na ganz toll... Die Vorfreude auf verträumte Tage im Schnee und ungestörten Aufwärmstunden im Bett bekommt einen bitteren Beigeschmack. Leons Art ist anstrengend und Nouki ist zu gutherzig um ihn links liegen zu lassen.



Artjom hat keine Lust sie zu teilen. Abwesend stimmt er der Bedingung zu, ohne darüber nachzudenken, dann sieht er seine Mutter an, „Danke, Mom.“ sagt er und umarmt sie aus der Gewohnheit heraus. Er muss jetzt schnell hier weg.
„Schon gut. Ich wünsche dir, dass es schön wird dort. Vielleicht kannst du ja sogar Snowboard fahren lernen.“ Dass Iwan das ausschlaggebende Argument vorgebracht hatte, verschweigt sie. Er hatte zurecht angemerkt, dass Artjom seit er mit Anouk zusammen ist, nicht mehr nachts irgendwo herumstromert. Wenn sie nun allein nach Mt. Komorebi fährt und er mit seinen Eltern im Urlaub ist, dann könnte ihn das wieder zurückwerfen und er würde vielleicht in alte Muster verfallen. Allein der Gedanke an die Parfümwolke, die ihn umgeben hatte, als er den einen Morgen nach Hause gekommen war...



Anastasia darf gar nicht daran zurückdenken. Dann doch lieber mit Anouk und deren Familie, da ist er aufgeräumt und wird wohl kaum versuchen, sich heimlich aus dem Haus zu schleichen, wie er es hier immer wieder mal gemacht hat. „Das wäre doch eine tolle neue Erfahrung, und sportlich bist du ja.“ sagt Anastasia im Brustton der Überzeugung und steht auf. „Ich geh noch eine Abendrunde mit den zwei Süßen, bis später.“ Im Weggehen dreht sie sich nochmal um. „Ach ja, bedank dich bitte auch noch bei deinem Vater, er hat sich wieder sehr für dich eingesetzt.“

(In Zusammenarbeit mit @Simscat2)

>>> Artjom geht nach Newcrest Nr. 1 - Jugendtreff KOJ >>>


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15.07.2023 19:37 (zuletzt bearbeitet: 27.10.2023 22:46)
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<<< Artjom kommt von Newcrest Nr. 1 - Jugendtreff KOJ<<<

Charakter: Artjom
Geschichtsstrang: Urlaubspläne III




"Yo, keine Ahnung. Normalerweise saufen wir am Skatepark. Aber dieses Jahr weiß ich nich'." sagt Blaze am Telefon.
Artjom hört zu und fragt weiter: "Steigt da denn was?"
"Vielleicht. Aber ich mach was mit Viola und Chip hängt wahrscheinlich bei Denize."
Fantastisch... Silvesterpläne fallen dieses Jahr richtig ins Wasser. Artjom fährt sich mit gespreizten Fingern nachdenklich durch die Haare. "Also keine Party."
Blaze scheint darüber nachzudenken und antwortet, "Wieso? Machst du nicht sowieso was mit Nouki?"
"Sie ist nicht da." erwidert Artjom missmutig.
"Ach so. Jo, hm.. Hab ich dir mal Chris vorgestellt?"



"Nein?"
"Blöd.. Der ist auch fast immer am Skateplatz. Falls du vorbeigehst, sag du kennst mich, die geben dir 'n Vodka aus." Blaze lacht.
"Klasse..." Artjom hat keine Lust, mit Leuten abzuhängen, die er nicht kennt, und das bringt ihn auf eine Idee.
"Sorry Mann. Dieses Jahr fällt die Tradition flach. Ich bin nach den Ferien weg und will noch möglichst viel Zeit mit Viola allein. Verstehst du?" Artjom kann das Grinsen in Blazes Gesicht hören. Natürlich versteht er das, aber es nervt. Sogar Blaze bricht Traditionen für seine Freundin. Aber Nouki nicht. Artjom ist nicht wichtig genug.
"Ja, schon klar. Ich denke, ich weiß, was ich mache. Wir sehen uns dann spätestens in Mt. Komorebi."
"Yeah! Das wird geil."



Artjom legt auf und lässt sich zurück aufs Bett fallen. Puh... Mit einem winzigen Motivationsschub nimmt er das Telefon wieder vor sein Gesicht und sucht in den Kontakten eine Nummer, ehe er es sich ans Ohr hält.
"Artjom! Lange nichts von dir gehört." sagt die männliche Stimme am anderen Ende.
"Wie geht's, Flu?"
"Bestens. Und du? Wie war der Umzug?"



"Wie immer." antwortet Artjom. Er ist zu ungeduldig für Smalltalk, weil er eine Lösung für sein Silvesterproblem braucht. "Sag mal, ich hab überlegt, mal zu euch runterzukommen. Über Silvester. Liegt das drin?"
"Klar, wir machen 'ne Feier. Nichts Großes im Musikshop, komm vorbei."
"Kann ich bei dir pennen?"
"Logisch."
"Cool. Wer kommt alles?" Artjom setzt sich auf. Scheint, als wäre Silvester gerettet.
"All die alten Hasen eben. Außer Karry, der ist vor drei Monaten gestorben..."



"Was?" Artjom hebt die Brauen. "Was ist passiert?"
"... hat sich betrunken auf den Gleisen verirrt."
"Scheiße..."
Artjom kannte Karry nicht besonders gut, aber er hat ein paar Worte mit ihm geredet. Dennoch.
"Ja. Anyway, Tjomi-Boy, fühl dich jederzeit willkommen, okay?"
"Danke." erwidert Artjom, "Eine Frage, Flu."
"Ja?"
"Ist Nenja dann auch da?"
Lachen auf der anderen Seite. "Vermisst du sie?"



"Nein."
"Na klar. Deshalb fragst du ja auch." noch mehr Lachen.
"Ich will mich nur mental drauf vorbereiten."
"Ich weiß nicht, ob sie kommt." Flurins Lachen wird zu einem Lächeln. "Aber falls, hebt sie die Party auf ein anderes Level. Du verstehst, was ich meine. Ou, shit. Das heißt, ich muss den teuren Kram verstauen. Danke für die Erinnerung." wieder Lachen.
Artjom hebt einen Mundwinkel. "Alles klar, dann bis dann und Danke."
"Kein Ding, Kumpel. Freu mich drauf. Bis dann."



Artjom legt auf und das Handy weg. Sein Blick geht zur Tür, die einen Spalt offen steht. Glücklicherweise muss er an Silvester nie darum kämpfen, tun und lassen zu können, was er will. Seine Mutter macht ihr eigenes Ding, und wenn er ihr erzählt, er geht zu Flu, wird es sie freuen. Da er als Verkäufer äußerst geschickt darin ist, Leute um den Finger zu wickeln, hat er das, als sie noch in Tartosa gewohnt haben, bei Anastasia auch geschafft. Sie fand, Artjom könne noch was von ihm lernen und so weiter. Bestimmt soll er ihm Grüße ausrichten.



Wieder nimmt Artjom sein Handy und scrollt durch die Bilder darauf. Irgendwo hat er eins von Nenja. Sie kommt dem, was Nouki für Leon empfindet, recht nahe. Er betrachtet das Bild, wo sie auf der Theke steht, mit einem Maß in der Hand, das Bier in die Münder von zwei Typen unter ihr kippend. Ganz anderes Level. Bestätigt Artjom in Gedanken Flus Worte. Er switcht zu einem weiteren Bild auf dem sie besser zu sehen ist. Artjom und sie verstehen sich gut. Die Dynamik zuletzt war ein wenig so wie mit Tania - bevor Halloween passiert ist - und mit etwas mehr Tiefgang...



Artjom telefoniert nach Kontinent - Europa


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02.11.2023 22:14 (zuletzt bearbeitet: 05.11.2023 18:23)
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<<< Artjom Komarow telefonierte in Tartosa nach Kontinent - Europa <<<

Charakter: Artjom / Anastasia
Geschichtsstrang: Aufgang der Reue I




Mit saurem Magen und üblem Geschmack im Mund, öffnet Artjom die Tür zu seinem Haus. Was für eine Nacht. Er hat zwar ein wenig geschlafen bei Flu und auf dem Weg nach Hause auch, aber dieser Kater ist hartnäckig. Er will einfach ins Bett fallen und tot sein. Dabei muss er noch packen für die Reise nach Mt. Komorebi morgen. Er hätte kotzen sollen, als er noch voll war.
Helles, lautes, wiederholtes Kläffen bohrt sich in seinen Schädel und Artjom hält sich sofort die Ohren zu. Das Gehirn dazwischen schreit verzweifelt nach Ruhe. Angestrengt öffnet er die zusammengekniffen Augen und beginnt sich an Cookie und Dino vorbei zu schieben. "Boah, seid still..." murmelt er leise, weil er seine eigene Stimme nicht erträgt. Unwillkürlich fragt er sich ob sein Vater jemals dieses Problem hatte.
Die Hände, die von den zu langen Ärmeln seiner Jacke eingehüllt sind, weiterhin auf die Ohren gepresst, schlüpft er aus den Schuhen, schiebt die Hunde mit den Füssen so gut er kann aus dem Weg und schleicht zur Treppe.



Klack, klack, klack. Das Stakkato von Anastasias Absätzen mischt sich in das Gebell der Hunde. "Na, na ihr Süßen. Beruhigt euch. Da ist er doch endlich wieder, euer Artjom.." Sie tritt aus der Küche und lächelt ihren Sohn an. "Sie haben dich mindesten so vermisst wie ich." Bevor er reagieren kann, nimmt sie seine Arme von den Ohren und drückt ihn innig. "Schön, dass du wohlbehalten wieder da bist." Dann folgt ein Kuss auf die Wange, ehe sie ihn, den roten Lippenabdruck auf seiner Haut ignorierend, mit in die Küche zieht, . "Ich hab dir Hühnersuppe gekocht." Schmunzelnd rümpft sie die Nase ein wenig. " Du riechst jedenfalls ganz so als könntest du eine 'Der Tag nach Silvester' Stärkung brauchen. Aber zum Jahreswechsel muss man eben feiern, nicht wahr." Wieder lächelt sie ihn an und kramt dann in einem der Schränke nach einem Suppenteller. "Wie geht's denn Florian? Gibt es den Plattenladen noch?"



Der reine Gedanke an Essen, lässt Artjom selbst Suppe produzieren. Säurehaltig und widerlich und geht da raus wo die Mahlzeit eigentlich rein sollte. Zum Glück nur in seinem Kopf. Er schluckt und verzieht das Gesicht. "Mom, bitte, ich will nichts..." Die Parfümwolke die sie umgibt und die er unweigerlich an ihrer Schulter einatmen muss, hilft der ganzen Schose auch nicht besonders. Wie auch immer sie es geschafft hat, aber jetzt sitzt er an der Küchentheke, hat den schweren Kopf in die Hände gestützt und reibt sich die unnützen Augen. "Ich geh ins Bett..." wehklagt er müde und macht Anstalten aufzustehen ohne seinen Kopfinhalt zu sehr zum Erschüttern zu bringen. Dabei hat er nicht einmal die Kraft sie zu korrigieren, was Flurins Musikgeschäft angeht.



"Nichts da," Bestimmt drückt ihn Anastasia wieder auf die Sitzfläche zurück. "Ins Bett kannst du gehen, wenn du wenigstens ein paar Löffel davon gegessen hast. Ich kenn mich aus. Du wirst richtig fit wieder aufwachen." Die Schöpfkelle fährt energisch im Topf herum und wird nach dem Schöpfen lautstark am Rand abgeklopft, ehe Anastasia sie in der Spüle ablegt. Ein paar Augenblicke später steht ein dampfender Teller Nudelsuppe vor Artjom und seine Mutter gleitet auf den Hocker neben ihm.
"Nun sag doch. Wie geht's ihm? Ich hab schon öfter daran gedacht, ihn mal hierher einzuladen. So ein fleißiger junger Mann. In seinem Alter schon selbstständig im Geschäftsleben..sehr bemerkenswert." Ein aufforderndes Nicken bedeutet Artjom den Löffel endlich aufzunehmen und zu essen. Unter dem Hocker ist ein andauerndes Fiepen zu vernehmen. Die Hunde hoffen auf Leckerbissen vom Tisch.



Heisser Brühenduft steigt dem Sohn in die Nase und sein Magen beginnt unangenehm zu grummeln. „Bitte zwing mich nicht…“ er schiebt mit dem ekligen Gefühl von zusammengezogenen Speicheldrüsen im Rachenbereich den Teller von sich. „Ich schwöre, ich übergeb mich..“
Wieder schluckt er trocken, das imaginäre Gefühl von aufsteigender Galle mimend. Gebrechlicher als er ist, rutscht er vom Stuhl. Es geht ihm zwar echt nicht gut, aber es schadet nicht ein wenig Leid nachzulegen.
„Ich erzähls dir später… ok?“ verspricht er heiser von zu vielen Kippen und Alkohol.



Anastasias Blick ändert sich und die Augen werden eine Spur schmaler. Wortlos nimmt sie den Teller, geht flankiert von den hoffnungsfrohen Hunden zum Herd und kippt die unberührte Suppe zurück in den Topf. Während sie mit dem Rücken zu Artjom das Geschirr in die Spülmaschine räumt sagt sie:" Na dann leg dich hin, ich weck dich später zum gemeinsamen Abendessen. Diese Suppe ist immer noch das Beste um einen wieder auf die Füße zu bringen." Bämm. Die Tür der Spülmaschine wird zugeknallt und Anastasia dreht sich mit einem aufgesetzten Lächeln zu ihrem Sohn. "Na geh schon. Kann man ja nicht mit ansehen...dein Leiden."



Na endlich. Artjom schleicht ohne seine Mutter nochmal anzusehen ins Obergeschoss. Die Tür schliesst er absichtlich, damit die Köter ihn nicht stören können und dann fällt er vorn über mit dem Gesicht voraus in sein Bett. Er verzieht das Gesicht. Das war ein Fehler. Autsch. Mühsam fummelt er die ganzen Sachen aus seinen Hosentaschen und lässt sie neben sich auf dem Bett achtlos liegen. Dazu gehört sein Handy, ein zerknitterter Strohhalm, loses Bargeld und ein Pingpongball. Sein Gesicht entspannt sich im Kissen und er schliesst die Augen. Kurz streift ihn der Gedanke, dass er Nouki anrufen sollte... Wenig später schnarcht er sabbernd in den Kopfkissenbezug.



Unruhig mit den Fingern auf der Arbeitsplatte trommelnd, steht Anastasia in der Küche und kaut unbewusst auf ihrer Unterlippe. Dann geht ein Ruck durch ihren Körper. Sie wirft die Haare zurück und erklimmt leise Stufe für Stufe, die Treppe nach oben. Vor Artjoms Zimmer bleibt sie stehen und legt ein Ohr an die Türe. Leise Schnarchgeräusche entlocken ihr ein zufriedenes Lächeln. Ohne ein Geräusch zu verursachen drückt sie die Klinke, öffnet die Türe nur soweit wie nötig und schiebt sich durch den Spalt ins Artjoms Zimmer. Warum ist er ihr vorhin so ausgewichen als sie ihn nach Flori gefragt hat? Er hat keinen Grund dazu. Sie kennt seinen Kumpel und er war immer gern gesehen...irgendetwas verheimlicht er doch. Auf leisen Sohlen nähert sie sich dem Bett und inspiziert leicht darüber gebeugt die Sachen, die verstreut um Artjom herum liegen. Sein Mundgeruch lässt Anastasia kurz die Nase rümpfen, dann angelt sie sein Handy vom Bett und setzt sich damit an den Schreibtisch. Mist. Dieses Face irgendwas. Ein schneller Blick zu ihrem Sohn zeigt ihr, dass er unverändert tief schläft. Wie günstig, dass sie gerade ihre Fingernägel machen lassen hat, etwas länger als üblich. Probehalber sticht sie Artjom damit einmal in den Unterarm. Keine Reaktion. Perfekt. Unendlich behutsam hebt sie mit der Spitze des Zeigefingernagels ein Augenlid an und kurz darauf stockt ihr der Atem. Das entsperrte Display zeigt ihn mit diesem unsäglichen Flittchen aus Tartosa!



Nina? Nita?...Nenja! Ein Selfie. Offensichtlich sitzt sie auf seinem Schoß und die Hand an ihrem Ausschnitt...gehört da definitiv NICHT hin. Anastasia richtet sich auf und starrt auf das Handy. Kalte Wut steigt in ihr auf beim Gedanken daran, was dieses Weibsstück ihrem Sohn angetan hat.
Verunstaltet fürs Leben hat sie ihn und er? Begrabscht sie an Silvester!
Ihre Augen werden schmal. Als würde sie eine stinkende Socke vom Boden auf heben, lüpft sie mit spitzen Fingern seinen Pulli und wirft einen prüfenden Blick auf Bauch und Brust. Soweit sie das sehen kann, unverändert. Mit zusammen gepressten Kiefern inspiziert sie anschließend die neuesten Bilder im Speicher. Alles klar.
Energisch tritt sie zurück ans Bett, zieht ruckartig an der Bettdecke so dass Artjom im Schlaf herum gedreht wird und wieder mit dem Gesicht im Kissen landet. "Hey!" Sie rüttelt an seinen Schulter, "Artjom, wach auf! Ich hab mit dir zu reden!"

Ein langes gequältes Stöhnen weicht dumpf aus dem Kissen. Sauer aber unglaublich müde hebt Artjom den schweren Kopf und stützt sich auf die Unterarme, schaut durch halb geschlossene Augen zu Anastasia und lässt den Kopf wieder fallen. „Was!“ grollt er.



"Schau mich an." Wieder schüttelt sie ihn an der Schulter. "Bessser gesagt dein Handy." Ihr Ton wird lauter und schärfer. "Ich hoffe du hast eine gute Erklärung hierfür." Der Arm schnellt vor und hält Artjom das Display vor die Nase. "Wenn du nicht in einer Sekunde die Augen auf hast, hol ich den kalten Waschlappen."

Trotzig rollt er sich auf den Rücken, reibt sich im liegen die Augen und blinzelt mit hochgezogenen Brauen. Sein Blick fokusiert das Handy vor seinem Gesicht und er greift danach. Immer noch blinzelnd versucht er zu entziffern was er sieht. Es wundert ihn zwar als er Nenja erkennt, aber zu mehr ist er grade nicht im Stande. "Keine Ahnung, ich war betrunken...." grummelt er und lässt die Arme und Augenlider sinken.



„Darf ich dem Gedächtnis des Herrn auf die Sprünge helfen?“ fragt Anastasia giftig und setzt sich auf den Bettrand. „Du durftest nur deshalb nach Tartosa, weil du versprochen hast dieser Tätowierschlampe aus dem Weg zu gehen.“ Sie fixiert Artjoms verschlafenen Blick. „Damit dürfte klar sein dass die Fahrt nach Mt.Komorebi gecancelt ist.“ Sie erhebt sich schwungvoll und bringt damit das ganze Bett zum wackeln. „Jetzt kann ich ja einschätzen was deine Versprechen wert sind.“ Das Handy noch immer in der Hand, mustert sie Artjom verächtlich.



„Was?!“ ein widerlicher Schauer fährt ihm durch die Brust nach unten Richtung Magen. „Aber ich kann doch nichts dafür!“ Jetzt sehr viel wacher, setzt Artjom sich auf und sieht seine Mutter an, „Ich kann Flu doch nicht sagen er soll sie ausladen. Sie sind Freunde. Und wie soll ich ihr aus dem Weg gehn, wenn ich nich gerade aus denken kann?“ er zieht die Beide an und lehnt sich mit flehendem Blick leicht vor, „Ich MUSS nach Mt. Komorebi!“



"Du kannst nichts dafür, dass du dich dermaßen besäufst, dass du nicht mal mehr mitbekommst wie du irgendwelche Weiber betatscht?!" Jetzt hört man deutlich Wut heraus. "Aus dem Weg gehen...pfff." Ansatasia wendet sich ab. "Keine Diskussion. MtKomorebi ist gestrichen." Ein, zwei Sekunden herrscht Stille. Dann trifft Artjom ein weiterer scharfer Blick. "Und komm nicht auf dumme Ideen. Ich kenne da ein nettes Mädchen, dass dich aufrichtig mag. Die wäre sicher nicht erfreut, wenn sie von solchen Eskapaden deinerseits hören würde."



"Ja und die will dass ich mit gehe nach Mt. Komorebi." kontert Artjom. Er ist älter und schlagfertiger geworden. "Was soll ich ihr sagen? Meine Mutter verbietet es mir mitzugehen weil sie ein Bild gesehen hat von mir und ner alten Bekannten? Willst du meine Beziehung komplett versauen? Vielen Dank auch!" Er reibt sich das Gesicht und murrt geräuschvoll, bevor er anhängt: "Ich lösch das Bild und alles is wie vorher. Das hatte nichts zu bedeuten, ich erinner mich nich mal." Letzteres ist gelogen aber das muss seine Mom ja nicht wissen.

"Wenn hier einer die Beziehung versaut hat, dann du an Silvester und genau das werd ich ihr sagen, falls du glaubst du könntest dich meinen Anweisungen widersetzen." Sie hebt eine Braue. "Ich kann sie direkt in deinem Beisein anrufen und erklären, warum dieser Urlaub, den ich euch beiden von Herzen gegönnt hätte, leider ins Wasser fällt." Sie hält sein Handy hoch und blickt fragend zu ihrem Sohn. "Hält sich nicht an Versprechen, macht mit anderen Mädels herum weil sinnlos betrunken und findet mit dem simplen löschen der Beweisbilder ist alles wieder in Ordnung. Gefällt ihr sicher."

"Nein nein nein nein nein nein!" Artjom hebt die Hand und streckt sie Richtung Telefon aus, "Hör auf dich einzumischen! Ich kann meinen scheiss selber regeln! Bitte." Er weiss zwar noch nicht wie aber das wird sich schon ergeben wenn er nicht mehr so zerstört ist. Artjom dreht die Hand und fleht sie stumm an ihm das Telefon auszuhändigen.



Anastasia denkt nicht dran. "Du hast mich verstanden, ja? Du bleibst hier." Ob und was er mit Nouki regelt ist ihr nicht wirklich wichtig, aber dass er sich nicht an die Abmachungen hält, die er mit ihr, seiner Mutter, getroffen hat, geht gar nicht. An der Tür ist heftiges Kratzen und Gefiepe zu vernehmen.

Der Sohn sieht den Daumen der drohend über dem Display schwebt, bereit Nouki doch noch anzurufen. Das bringt ihn ein wenig ins schwitzen. Verdammt noch mal! "Ja. Schön! Dann bleib ich eben hier. Gib mir jetzt mein Handy." nun hält er die Hand fordernder auf. Wenigstens diesen winzigen Sieg will er noch haben.



Wortlos reicht Anastasia ihm das Telefon, dreht sich um und lässt die Hunde herein. Cookie stürzt sich sofort aufs Bett und wühlt sich unter die Bettdecke, während Dino aufgeregt um die Beine seines Frauchens tanzt. "Wir reden morgen weiter." Dino versucht aufgeregt eine Schranktür mit der Schnauze zu öffnen, was Anastasia ein liebevolles Lächeln entlockt. Sie hebt ihn hoch und küsst ihn auf die Schnauze. "Dummerchen." Artjom ignorierend rauscht sie aus dem Zimmer, die Türe offen lassend. Kurz darauf geht einen Stock tiefer der Fernseher an, der wichtige Ereignisse aus der Promiwelt ankündigt.



Völlig erschöpft lässt Artjom sich zurück fallen, atmet aus und starrt an die Decke. Was Cookie treibt ist ihm egal. Scheiss auf die Hunde, scheiss auf seine Mutter. Er hebt das Handy vors Gesicht, ändert seinen Hintergrund zurück in den alten - den Scherz hat sich bestimmt Nenja erlaubt - blöde Kuh, und dann geht er die Silvesterfotos durch. Alles verwerfliche löscht er sofort nur eines von Nenja und sich behält er. Ein freundschaftliches, auf dem sie nebeneinander sitzen und die Gläser heben. Sein Blick geht ein wenig belämmert zur Seite in ihre Richtung, aber das ist okay. Stumm, drückt er den Knopf auf der Seite des Telefons, lässt die Arme sinken und schliesst die Augen.



...

Am Abend wacht er wieder auf. Ohne Hund im Bett. Es geht ihm besser, wenn auch unglaublich hungrig. Sein Mund ist eine Wüste und sein Kopf schmerzt noch von der Dehydration. Er duckt sich unters Bett und zieht seinen Koffer hervor, den er schnell mit Wintersachen für Mt. Komorebi packt, danach geht er nach unten um zu duschen. Heimlich packt er Zahnbüste und die restlichen Badezimmersachen ein die er mitnehmen will und verstaut das Gepäck wieder unter dem Bett, bevor er sich in die Küche wagt und sich von der Suppe nimmt. Ein Blick auf die Uhr sagt ihm, dass er in 9h in den Zug steigen wollte - ursprünglich...

>>> Artjom geht nach Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers >>>

(In Zusammenarbeit mit @simscat2 )


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29.05.2024 15:32 (zuletzt bearbeitet: 19.09.2024 14:28)
#14
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Schicksalslenker

<<< Nouki kommt von Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers<<<
<<< Artjom kommt von Windenburg - Eventhalle <<<


Charaktere: Artjom, Nouki, Anastasia
Geschichtsstrang: Lügengespinste

Kurz vor dem Haus der Komarows bleibt Nouki stehen und kramt in ihrer Tasche. Sie befördert ein hübsch verziertes, längliches Päckchen zutage und prüft es auf Unversehrtheit. Obwohl die Stimmung zwischen Artjom und ihr wieder gut ist, spukt Nouki das Gespräch vom Event immer noch im Kopf herum. Die Idee, gemeinsam mit ihr die alten Freunde in Tartosa zu besuchen, bedeutet, dass er es ernst meint mit ihr, vielleicht sogar ein wenig stolz ist auf seine Freundin. Bei dem Gedanken wird ihr warm in der Brust. Wie schade, dass nichts aus dem Plan wurde, wegen Gereons Geburtstag. Vorsichtig schiebt sie eine kleine Karte unter die gekräuselten Bänder, die um das mit Notenschlüsseln verzierte Geschenkpapier gebunden sind. Hoffentlich freut er sich darüber. Nouki zieht die Lippen mit Gloss nach und steigt mit vorfreudig klopfendem Herzen die Stufen zur Haustüre hoch. Wenn nur nicht seine Mutter auf macht.

Im Haus regt sich nichts.

Unruhig tritt Nouki von einem Fuß auf den anderen. Kein Hundegebell? Heißt das er ist allein zuhause? Wenn das kein Glückstag ist heute. Mit neuem Mut drückt sie noch einmal auf die Klingel.

Schritte kommen näher und die Tür öffnet sich einen Spalt. Artjom taucht darin auf, nur mit einer bequemen Hose bekleidet. Die Tür nicht ganz öffnend, blinzelt er Nouki an. "Nouki. Was machst du hier..?"
"Ich überrasche dich mit Liebe und einem Geschenk." Lächelnd nähert sie sich und küsst ihn kurz, ehe sie wieder einen Schritt zurück tritt.



Er reagiert kaum auf den Kuss und beachtet das Geschenk nur mit einem flüchtigen desinteressierten Blick. "Ich hab echt keine Zeit für dich jetzt. Ich muss was für meinen Dad transkribieren..." sagt er in einem gestressten, oder viel mehr genervten Tonfall, der klar macht, dass er die Tür nicht für sie öffnen will.



Das Lächeln gefriert auf Noukis Lippen. Ihre Körpermitte zieht sich unangenehm zusammen. Verwirrt sucht sie seinen Blick. "O - okay?" sagt sie zögerlich. Der Arm mit dem Mitbringsel sinkt langsam nach unten. Unsicher, wie sie sich verhalten soll, senkt sie den Kopf. Suchend gleiten ihre Augen über den Boden, als könne sie dort Halt oder Rat finden, bevor sie wieder aufblickt. "Vielleicht kann ich ja einfach nur dabei sein? Dir zusehen und Gesellschaft leisten?" wagt sie einen befangenen Versuch, die unerklärliche Distanziertheit zu überbrücken.

Minimal schieben sich Artjoms Brauen noch etwas tiefer und er wirkt entschlossen. „Warst du schon immer so aufdringlich? Ich brauch dabei Ruhe, weisst du doch.“ Sein Blick zuckt erwartungsvoll hinter sie um zu betonen, dass sie gehen soll.



Heiß schießen Nouki die Tränen in die Augen. Wie bei einem Ballon, aus dem die Luft entweicht, schnurrt die Umwelt zu einem schmerzenden, brennenden Punkt in ihrer Brust zusammen. Um Fassung ringend, würgt sie den Knoten in ihrer Kehle herunter und nickt. "Sicher." Sie geht zwei Schritte rückwärts und lächelt gezwungen. "Sag Bescheid wenn du wieder Zeit hast."

„Man sieht sich.“ sagt er ungerührt und bevor er die Tür schließt, kommt ein dumpfes Geräusch von oben aus der Richtung seines Zimmers. Sein Blick wandert kurz zur Decke, dann zurück zu Nouki und die Tür fällt ins Schloss.



Regungslos blickt Nouki auf die Haustür. Hinter ihr hupt ein Auto im Vorbeifahren, das löst die Schockstarre. Auf steifen Beinen dreht sie sich um und steigt die Treppe zur Straße hinab. Noch nie ist Artjom so kalt zu ihr gewesen. Mechanisch setzt sie einen Fuß vor den anderen, während ihre Gedanken sich förmlich überschlagen. Ist er doch gekränkt und das kommt erst jetzt heraus? Oder hat seine Mutter irgendetwas getan, was ihn in so einen Zustand versetzt hat? Nein, es ist wegen Gereon und dem Geburtstag, etwas anderes kann es nicht sein, oder doch? Sie geht die letzten Tage noch einmal durch, kann sich aber an nichts erinnern, was ihn verärgert haben könnte. Verärgert...rechtfertigt das, sie so zu behandeln? Der schmerzende Druck in der Brust wird lockerer, dafür fließen jetzt einzelne Tränen.
In die Traurigkeit mischt sich langsam Empörung. Sie geht schneller und wischt sich energisch die salzigen Spuren von den Wangen. Egal ob sie ihn verletzt hat oder sonst was passiert ist, das war nicht okay. Erst jetzt bemerkt sie, dass sie noch immer das Geschenk in der Hand hält. Der erste Impuls ist, es in die Wiese zu pfeffern, dann besinnt sie sich und stopft es in die Tasche.
Ärger gewinnt langsam die Oberhand. Was bildet er sich ein? Sie ist doch kein Spielball, den man beliebig kickt, wie es einem gerade einfällt. Moment. Nouki stoppt abrupt und starrt auf den Gehweg.
Artjom, nur mit der Jogginghose bekleidet. Die Tür lediglich soweit geöffnet, dass man nicht ins Hausinnere sehen kann. Ein Poltern aus dem oberen Stock.. ihr Atem wird schneller. Was wenn das gar nicht beliebig war? Was, wenn er nicht allein war? Ihr Herz beginnt zu rasen. Komm runter, du spinnst ja. Das würde er niemals tun Weitere heiße, Tränen rinnen über ihre Wangen. Hektisch schießen ihre Gedanken kreuz und quer. Nein, das sind ihre Hirngespinste, sonst nichts. Die Bushaltestelle anpeilend, setzt sie sich wieder in Bewegung. Selbst wenn sein Benehmen nur einer Laune entsprungen ist, sowas muss sie sich nicht gefallen lassen. Trotzig zieht sie ihr Handy aus der Jackentasche und scrollt durch die Kontakte. Geblockt. Mit dem Jackenärmel wischt sie entschlossen ihr Gesicht trocken und reckt die Schultern. Als sich kurz darauf die Bustüren zischend öffnen, erscheint es Nouki wie ein Geschenk des Himmels. Bloß weg von hier.



Rückblende

Nach dem Urlaub in Mt. Komorebi mit Nouki und ihren Eltern, schlägt die Stunde der Wahrheit, die Artjom weitestgehend verdrängt hatte. Leider muss er irgendwann wieder nach Hause und kann nicht ewig bei Jaspers zu Gast bleiben. Nach dem Drama mit ihrer dreisten Drogen-Lüge, schwant ihm bereits übles.
Möglichst ruhig und so tuend als wäre nichts gewesen, kommt er mit seinem Gepäck durch die Haustür, stellt die Tasche ab, schlüpft aus den Schuhen und erkennt bereits, dass seine Mutter in der Küche hantiert. Kein Zweifel, dass er ihren Weg kreuzen muss, um in sein Zimmer zu kommen. Augen zu und durch - wie immer.
Artjom hebt seine Tasche auf, schiebt die Hunde weg, die darin schon die faszinierendsten Gerüche wahrgenommen zu haben scheinen, atmet ein und stürzt sich in die Höhle des Löwen.
"Bin wieder da." sagt er neutral, weil er sowieso nicht drum rum kommt mit ihr zu reden. Ohne auf eine Antwort zu warten, steuert er die Treppe an.

"Wo willst du hin?" Anastasia schält ungerührt die Gurke weiter, die in den Salat für das Abendessen soll.



Artjom bleibt stehen, als hätte sie ihn auf frischer Tat ertappt und dreht sich langsam zu seiner Mutter um. „Auf mein Zimmer.“ sagt er mit dem Daumen über der Schulter.

"Dann schlage ich eine Richtungsänderung vor, ansonsten wirst du dort nicht ankommen." Anastasia legt die Gurke beiseite, wäscht die Hände unter kaltem Wasser und kommt, sie mit einem Geschirrhandtuch abtrocknend, näher. "Wir haben die Zeit deiner Abwesenheit für eine Umstrukturierung der häuslichen Verhältnisse genutzt. Du warst ja leider nicht da, konntest also nicht an der Planung und Ausführung beteiligt werden. Zu schade."

Die Information sickert nur langsam in Artjoms Verstand. Stirnrunzelnd sucht er in ihrem Gesicht nach Anhaltspunkten, kommt aber nur zu der Frage: "Was soll das heissen?"




"Das zeige ich dir gerne."
Ein gezielter Wurf befördert das Handtuch auf die Küchenanrichte und Anastasia bedeutet Artjom ihr zu folgen. Die beiden gehen, in Begleitung der erwartungsvoll hechelnden Hunde, durch das Wohnzimmer zu Iwans Arbeitszimmer.
"Dein Vater hat von seiner Agentur einen sehr lukrativen Auftrag bekommen und ich dachte, es wäre nur logisch ihm dafür mehr Raum zum arbeiten zur Verfügung zu stellen. Daher.." Die Tür schwingt auf und Anastasia deutet mit einer einladenden Handbewegung in den Raum. "..ist das jetzt dein neues Reich und Iwan hat sein Büro im oberen Stock."

Artjoms Möbel und Habseligkeiten sind in dem deutlich kleineren Zimmer ansprechend angeordnet, allerdings nach Anastasias Prinzipien. "In Anbetracht der Tatsache, dass du in Bälde ein Zimmer auf dem Campus beziehen wirst, spricht wohl nichts dagegen."

„Wofür braucht er mehr Platz?! Er ist doch nur am Computer!“ bricht es schlagartig aus Artjom der nicht fassen kann, dass sie seinen ganzen Krempel in dieses kleine Zimmer gepresst hat. Ganz zu schweigen davon, dass sie alles was er versteckt hatte, gefunden haben muss.

Mit strengem Blick mustert Anastasia ihren Sohn. "Umfangreiche Recherche beinhaltet auch jede Menge Papierkram und vor allem Raum zum bewegen und atmen. Außerdem hat Iwan einen neuen Drucker, der mehr Platz braucht als der Alte." Sie kneift die Augen leicht zusammen. "Gönnst du ihm das nicht?"



Er ignoriert die Frage, lässt die Tasche fallen und beginnt innerlich zu kochen. „Warum werd ich in diesem Haus nie nach meiner Meinung gefragt!?“


"Tz.." Anastasia schüttelt den Kopf. "Hast du etwas sämtliche Diskussionen und Gespräche über Umzug, Schulwechsel, Fächerauswahl und sonstige Entscheidungen in den letzten Jahren vergessen? Wenn ja, dann arbeite an deinem Gedächtnis." Seufzend fährt sie fort. "Du warst nicht da, der Auftrag kam und es ist ja nicht so, dass wir dich auf dem Haus geworfen hätten. Also komm mir jetzt nicht mit Selbstmitleid."

"Nein die hab ich nicht vergessen." sagt Artjom aufgebracht. "Du bist so egoistisch! Du lügst die Eltern meiner Freundin an, dann wirfst du mich aus meinem Zimmer! Und ich kauf dir nie im Leben ab, das war für Dad. Ich wette wenn ich ihn frage, sagt er, dass er zufrieden war, wies war." Streitlustig funkelt er seine Mutter an.



"Glaub was du willst. Es ändert nichts daran, dass du ab jetzt hier wohnst." Sie hebt Cookie auf, die mit der Inspektion des Zimmers fertig ist und beginnt an Artjoms Turnschuh herum zu lecken. "Traurig, dass du so über deine Mutter denkst. Dafür steckt man ein Leben lang zurück." Sie bedeutet Dino das Zimmer zu verlassen und geht ein paar Schritte ins Wohnzimmer. "Um sechs gibt es Abendessen." sagt sie ohne sich umzudrehen. "Sei pünktlich."


"Oh alles klar, Mutter-Hab-immer-das-letzte-Wort-und-ignoriert-die-Wahrheit! Was erwartets du?" ruft er ihr hinterher, "Soll ich mich etwa bedanken?" Sarkasmus schleicht sich in seinen Ton. "Vielen Dank, dass du alles umgeräumt hast, ohne dass ich helfen musste, von hier aus kann ich viel leichter abhauen, wenn du mich wieder einengst!"

„Sehr originell, wirklich. Wann wirst du mal ein Quäntchen erwachsen?“ Anastasie klemmt Dino unter den anderen Arm, erklimmt demonstrativ die Treppe in den oberen Stock und verschwindet in Iwans Büro.




-----------------------
Wieder und wieder fährt der Schwamm mit der rauen Seite über die schon glatt polierte Oberfläche der Edelstahlspüle. Nouki presst ihn so fest zusammen, dass ihre Knöchel an der Hand weiß hervor treten. So sehr sie sich bemüht, sie kann den gestrigen Nachmittag nicht aus ihren Gedanken verbannen. Sie kreisen um Artjom wie die Motte um die Glühbirne in einem leeren Raum. Warst du schon immer so aufdringlich? Schmerzhaft zieht sich ihre Kehle zusammen. Wo kam das her? Es ergibt überhaupt keinen Sinn. Immer hektischer schrubbt sie den Ring um den Abfluss weiter. Wo um alles in der Welt kam das her!



Es läutet an der Tür. Abrupt verharrt Nouki in der Bewegung. Wenn das jetzt...
Über ihr sind Schritte zu vernehmen. Ihre Mutter auf dem Weg zur Leiter ins Erdgeschoß. "Mama! Ich geh schon!" ruft sie laut und wirft das Putzzeug ins Becken. - "Okay, danke!"
Der Gedanke, Artjom könnte vor der Tür stehen, treibt ihr den Puls in die Höhe. Sie trocknet ihre Hände an einem Handtuch und versucht die sich überschlagenden Gedanken zu beruhigen. Erneut ertönt die Türglocke. Gegen die aufsteigende Übelkeit ankämpfend eilt Nouki zum Eingang. Die Hand schon am Knauf, schluckt sie den Kloß im Hals herunter und atmet laut, mit aufgeblähten Wangen aus. Dann reckt sie die Schultern, kontrolliert ihre Mimik und öffnet die Tür.

Artjom lächelt mit der Hand hinter dem Rücken Nouki an. „Hey Babe.“ er zögert, „Tut mir Leid, dass ich letztens so doof war.“ er zieht den Strauß Blumen hervor. „Ich war im Stress, viel Arbeit… Verzeihst du mir?“

Ihr Kopf sagt 'Nein, hau ab!' , aber ihr Herz hämmert 'Ja'. Für ein paar Sekunden sprachlos, huscht Noukis Blick zwischen dem üppigen, bunten Strauß Frühlingsblumen und Artjom, der sie offen anlächelt, hin und her. Ihre Hand möchte vor zucken, um nach dem Blumenstrauß zu greifen, aber sie hält sie beherrscht zurück. Es ist das erste Mal, dass ihr ein Junge Blumen schenkt. Sie wünschte, der Anlass wäre ein anderer.
Den Ausschlag geben seine letzten Worte. Wie könnte sie ihm nicht verzeihen? "Doof ist nicht das richtige Wort dafür." sagt sie mit einem zurückhaltenden Lächeln und nimmt den Strauß entgegen.



Verlegen vergräbt sie das Gesicht darin und gibt vor, den Blütenduft zu genießen. "Komm rein." Nouki tritt zur Seite und hält die Tür auf.

„Ich weiss.“
sagt Artjom und freut sich, dass sie die Blumen annimmt. Er weiss auch, dass es das noch nicht gewesen ist. Auf ihrer Höhe, noch nicht ganz durch die Tür, wendet er sich ihr zu und küsst sie. Erst flüchtig, dann spielerisch und haucht ihr ins Ohr, „Lass es mich wieder gut machen.“ während eine Hand die eine Seite ihres Nackens hält, und die Andere, ihre freie Hand sucht. „Bist du allein zu Hause?“ fragt er erwartungsvoll.

Als Artjom sie küsst, versteift sich Nouki unmerklich. Das geht ihr zu schnell..eigentlich. Unter seinen intensiver werdenden Zärtlichkeiten, schmilzt ihr Widerstand. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder unbeschwerte Nähe zu spüren, deshalb schmiegt sie sich an und blendet den immer noch spürbaren Knoten in der Magengegend aus. Artjoms Andeutungen verursachen eine Hitzewelle im ganzen Körper, eine Mischung aus Verlegenheit und Erregung, die sie durcheinander bringt. "Artjom..ich..nein, meine Mutter ist da." Die Hand mit dem Blumenstrauß zeigt zur Decke, dann wendet sie sich schnell Richtung Küche und zieht ihn mit. "Komm, ich stell die Blumen ins Wasser." Mit dem Rücken zu ihm, legt sie den Schwamm neben das Spülbecken, nimmt eine Vase aus dem Schrank und ist froh ihn nicht ansehen zu müssen. "Du hast mich erschreckt gestern..und es tat so weh."



„Hättest du vorher angerufen, hätten wir uns das sparen können. Lass uns einfach nach vorne sehn, okay?“ sagt er sanft und tritt hinter sie, „Ich liebe dich.“ haucht er ihr ins Ohr und ist so anhänglich, wie eine Katze mit Streichelentzug.

Heißt das sie darf ihn nur mit Voranmeldung besuchen kommen? Artjoms Worte verstärken Noukis Verunsicherung noch, aber seine Nähe lenkt sie erneut ab. Die Hand noch an der Vase, lehnt sie den Kopf nach hinten und genießt die wohligen Schauer, die sein warmer Atem am Ohr ihr den Rücken hinunter jagen. Verzeihen heißt nach vorne schauen und los lassen.
Nouki dreht sich zu ihm um, so dass Artjoms Arme sie weiterhin eng umfangen und sieht lächelnd zu ihm auf. "Ich liebe dich auch."




(In Zusammenarbeit mit @Ripzha)

>>> Nouki geht nach Evergreen Harbor Nr. 14 - Familie Engel (4) >>>


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19.09.2024 14:28 (zuletzt bearbeitet: 21.10.2024 19:29)
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Charaktere: Artjom, Iwan
Geschichtsstrang: Aufgeflogen


Artjom kommt nach Hause, halbwegs entspannt. Natürlich nur so lange, bis er den Brief auf dem Küchentisch liegen sieht. Das Logo der Uni auf dem geöffneten Umschlag. Der Brief, den er eigentlich abfangen wollte. Sein Vater sitzt schon da, sieht ihn an. Perfekt. Jetzt darf ich mir die moralische Standpauke abholen. Na, das wird spaßig.... mal ganz abgesehen dass hier jeder denkt es ist okay seine Nase in meine Sachen zu stecken... Danke für nichts.
Er geht langsam zum Tisch, streift den Rucksack ab und setzt sich hin. Der Gedanke, den Brief einfach zu verbrennen und so zu tun, als wäre nichts passiert, schießt ihm kurz durch den Kopf. Nur damit Ruhe ist? Ne. Stattdessen seufzt er tief und schaut seinen Vater an.
Dieser hebt die Hände und gebärdet. Was ist das?



Artjom lehnt sich in den Stuhl zurück, seufzend. Seine Finger fliegen, als er gebärdet, begleitet von einem säuerlichen Grinsen. „Ich dachte, ich probier’s mal mit... oh, ich weiß nicht... meinem eigenen Leben? Komm schon, Dad. Schau mich an! Bin ich wirklich der Typ, den du in einem Gerichtssaal siehst?“

Iwan mustert seinen Sohn, aber seine Gebärden kommen schnell und präzise. Weiß deine Mutter davon?

Artjom hebt kurz die Schultern und schnaubt abfällig. „Denkst du wirklich, ich wäre so dumm, es ihr zu sagen? Ich dachte, ich vermeide den Nervenzusammenbruch mal ausnahmsweise.“ Sein Sarkasmus prallt an der Ruhe seines Vaters ab. Aber Artjom merkt, dass der Raum enger wird, unsicher ob es ein Fehler ist seinen Vater zu vergraulen. Derjenige der ihm sonst immer wenigstens ein bisschen zur Seite stand. Außer jetzt, wo es wichtig wäre.

Du hast das hinter unserem Rücken getan? Sein Vater gebärdet ohne das Gesicht zu verziehen. Nur die üblichen sorgenvollen Augen.

„Und? Ich hab mich entschieden. Und ja, Überraschung: Es ist nicht Jura.“ Genervt will Artjom dem Blick seines Vaters ausweichen, aber er muss sehen, was er sagt.

Sie macht sich Sorgen um dich. Sie gibt alles für dich. Und du machst sowas? Iwans Hände bewegen sich ruhig, aber es steckt mehr dahinter. Mehr Enttäuschung.



Artjom’s Lächeln erlischt. „Nennst du es 'alles für mich', wenn sie mich aus meinem Zimmer schmeißt, während ich weg bin? Nur damit du ein bisschen mehr Platz für deinen neuen Drucker hast?" Artjom bemerkt den Wechsel in Iwans Gesicht und sagt schnell, fast flehend. "Dad, bitte. Ich brauche dich jetzt. Du weißt, dass sie mich in diese Kanzlei schickt, weil sie es will, nicht weil ich es will. Du hast immer gesagt, ich soll meinen eigenen Weg gehen.“

Wir haben schon darüber gesprochen. Setz nicht alles auf eine Karte. Das ist ein Fehler.

„Vielleicht ist es ein Fehler. Aber du weißt, wie sehr ich das will. Und wenn du mich jetzt verrätst... dann wird sie alles zerstören. Und das weißt du. Also... hilf mir, Dad. Nur dieses eine Mal.“

Plötzlich schlägt Iwan mit der flachen Hand auf den Tisch. Nicht laut, aber fest genug, dass Artjom aufschaut. Das hier geht zu weit. Sie ist deine Mutter. Du wirst nicht so über sie reden, egal wie du dich fühlst. Was ist los mit dir? Seit wann bist du so?

Die Ohrfeige seiner Mutter hat alles verändert. Früher hätte er sich vielleicht zusammenreißen können, aber jetzt nicht mehr und ihre seltsame Entschuldigung ändert auch nichts daran. Aber er hat die leise Vorahnung, dass er seinen Vater diesmal nicht auf seine Seite ziehen kann und sagt. „Seit wann?“ Artjom lacht bitter auf, gebärdend und gleichzeitig sprechend, obwohl er sich letzteres sparen könnte. „Seit sie mir das Leben zur Hölle macht, weil ich mal was Eigenes will. Ich muss brav alles schlucken, weil sie sonst wieder die Türen zuschlägt und sich im Zimmer einschließt. Du weißt doch, wie das läuft.“ Seine Stimme bricht kurz, als die Wut aufblitzt, aber er drängt sie zurück.



Iwans Hände bewegen sich. Deine Mutter will nur, dass du Erfolg hast.

Augenrollend schnaubt Artjom. „Oh, klar. Weil das Leben als Anwalt ja der heilige Gral ist. Super Erfolg, und jeden Abend darf ich glücklich mit Gesetzestexten ins Bett gehen. Kanns kaum erwarten.“

Du wirst respektlos. Sie hat sich immer für dich aufgeopfert. Warum verstehst du das nicht?

Artjom fuchtelt mit den Händen. „Was ist mit Respekt für mich? Sie schmeißt mich aus meinem Zimmer, durchsucht meine Sachen und lässt mich wie den Bösewicht dastehen.“

Iwan, gebärdet scharf. Du machst alles schlimmer, wenn du so redest. Deine Mutter versucht, dir zu helfen. Sie wird krank, wenn sie sieht, wie du dich verhältst.

Es trifft Artjom, dass er das sagt, kann jetzt aber nicht einknicken. Er hört auf zu sprechen während er gebärdet und meint stumm, Ich mache das hier nicht, um ihr weh zu tun, aber alle tun so als ob. Sie will helfen? Er hebt die Augenbrauen. Weißt du, was hilft? Entscheidungen treffen, ohne mich einzubeziehen. Mein Zimmer ändern, mein Leben planen – und dann soll ich noch lächeln und danke sagen? Super Plan.



Sie tut es für dich. Du wirst es irgendwann verstehen.

Artjom’s Hände zittern, weil er das Gefühl hat gegen eine verdammte Wand zu reden. Was soll ich verstehen? Dass sie mir nie die Wahl lässt? Dass ich nie entscheiden darf? Großartig, Dad. Wirklich. Und was machst du? Sag es nicht.... Du siehst zu. Immer. Sagst nichts. Du gehst zu weit Artjom! Aber jetzt, da’s um meinen Traum geht, da ist’s plötzlich ein Problem?

Die Hände seines Vaters heben sich, ruhiger diesmal. Es geht nicht darum, dass du deinen Traum hast. Es geht darum, wie du ihn verfolgst. Du bist blind vor Wut. Du kämpfst gegen uns, nicht für dich.

Also... das war's? Du stehst jetzt auf ihrer Seite?

Ich stehe auf der Seite der Familie. Auf deiner Seite. Aber du musst verstehen, dass das nicht bedeutet, dass du immer bekommst, was du willst.

Artjom sieht ihn lange an, bevor er antwortet. Vielleicht, weil ich in diesem Haus sowieso nie gefragt werde.

Iwan atmet tief durch, die Entschlossenheit in seinen Augen ist unübersehbar. Du glaubst, es geht nur darum, was du willst? Du wirst ihren Kampf nicht entwerten, indem du dich wie ein trotziges Kind benimmst. Du bist fast ein Mann, verhalte dich auch so.



Artjom’s Schultern sacken leicht. Ein Mann, ja? Cool. Und ein echter Mann gibt immer nach, wenn Mama es befiehlt?

Iwan lehnt sich zurück, sein Blick kälter. Die nächsten Gebärden sind schneller, so dass Artjom beinahe Schwierigkeiten hat mitzukommen. Du weißt nichts über Opfer. Du willst deinen Weg gehen? Gut. Aber du wirst ihn mit Respekt gehen, sonst gehst du ihn allein.

Artjom sieht ihn an, unfähig zu reagieren. Perfekt. Jetzt hab ich auch dich verloren. Herrlich. Echt großartig, wie alle hier an einem Strang ziehen – nur nicht an meinem. Der Raum scheint stiller. „Alles klar.“ Seine Stimme ist leise, fast resigniert. „Das heißt also, du hältst den Mund, aber mir bleibt trotzdem nichts anderes übrig als ihre verdammten Pläne auszuführen.“



Iwan schaut ihn lange an, ohne etwas zu sagen, dann steht er langsam auf.
Artjom schweigt, starrt auf den Tisch, sucht nach Worten, die ihm gerade nicht zur Verfügung stehen. Meine Fresse... schon klar, du bist der weise Alte, und ich bin der dumme Junge. Na schön, lassen wir das. „Okay, Dad. Du hast gewonnen.“ Er hebt die Hände, gebärdet halbherzig: „Ich mach das Praktikum. Glücklich?“

Iwan geht, aber bevor er den Raum verlässt, gebärdet er wehmütig: Mach was du musst. Aber vergiss nicht, was es bedeutet, Teil dieser Familie zu sein.



Artjom bleibt sitzen, starrt auf den Tisch, während das leise Geräusch der Schritte seines Vaters im Hintergrund verschwindet. Der Raum fühlt sich kälter an, die Wände enger, als ob alles um ihn herum versucht, ihn in eine Richtung zu drängen, die er nicht will. In seinem Kopf hallt das Gespräch nach, die stummen Vorwürfe, die unausgesprochenen Erwartungen, und die Gewissheit, dass er wieder derjenige ist, der verliert. Super, wirklich. Klasse Performance, Artjom. Aber hey, wenigstens weißt du jetzt, dass du niemanden mehr auf deiner Seite hast.
Er steht abrupt auf, stößt dabei den Stuhl etwas zu heftig nach hinten. Kurz bleibt er stehen, atmet tief durch, bevor er den Umschlag vom Tisch schnappt und ihn in seine Tasche stopft. Mach das Praktikum, Artjom. Klappe halten, Artjom. Spiel den perfekten Sohn, Artjom. Vielleicht schaffst du's irgendwann, ohne das Bedürfnis, gegen die Wand zu rennen.
Die Wut steigt wieder in ihm auf. Er will diesen Brief zerreißen, ihn verbrennen, oder ihn einfach ignorieren. Aber dann wäre alles umsonst gewesen. Alle die kleinen, heimlichen Schritte, um überhaupt soweit zu kommen.



Mit einer schnellen Bewegung öffnet er die Tür zu seinem Zimmer und tritt ein. Er wirft seinen Rucksack in die Ecke und setzt sich auf sein Bett, die Stirn in die Hände gelegt.
Er öffnet langsam die Augen, der Raum verschwimmt vor ihm. Aber was, wenn sie recht haben? Was, wenn sie nur das Beste für mich wollen? Der Gedanke taucht plötzlich auf, unerwünscht, aber eindringlich. Was, wenn ich mich irre? Was, wenn ich wirklich der bin, der alles kaputtmacht?
Mit einem tiefen Seufzer steht er wieder auf. Er öffnet den Umschlag, den er vorhin in seine Tasche gestopft hatte, und starrt auf den Brief. Die Worte „Zulassung“ springen ihm ins Auge, doch statt Freude fühlt er nichts. Das hier sollte der Beweis sein, dass er auf dem richtigen Weg ist.



Er faltet den Brief langsam zusammen, legt ihn auf seinen Schreibtisch und tritt ans Fenster. Draußen ist es dunkel, und die Lichter der Stadt flackern in der Ferne. Artjom stützt sich mit beiden Händen auf die Fensterbank und atmet tief ein.

Ich bin nicht so wie ihr. Und ich werde nie so sein.

>>> Artjom geht nach Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers>>>


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