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Copperdale
#11
Kurt kommt von >>> Mount Komorebi
Bea kommt von >>> Mount Komorebi
Ort: Plumbite Cove - Pier
Charaktere: Kurt, Bea
Geschichtsstrang: Rummel ins neue Jahr
Aufgeregt schaut der Teenager auf die Uhr. Wieder einmal ist er viel zu früh bei der Verabredung und nun kommt ihm die Wartezeit unendlich lang vor. Der Platz füllt sich bereits mit heiteren Sims, die bereit sind, das neue Jahr einzuläuten. Manche von ihnen scheinen schon seit Stunden ihren Pegel zu halten, während er - trotz der Ratschläge seiner Schwester - noch nicht einen Tropfen Alkohol zu sich genommen hat.
Zu gern würde er sich die Beine vertreten, ans Wasser gehen, anstatt auf der kalten Bank auszuharren. Doch er wagt es nicht, den Moment zu verpassen, in dem Bea auftaucht. Genau hier an diesem Punkt auf dem Gelände, wollen sie sich treffen. Und er hat vor, sich daran zu halten.
Ein zaghaftes Lächeln legt sich auf sein Gesicht, als er an die junge Meerfrau denkt. Die gemeinsame Zeit in Mount Komorebi war so schön und nachhaltig gewesen, dass er immer wieder an die traute Zweisamkeit zurückdenkt und jedes Mal Herzklopfen bekommt. 
Das blaue Gesicht sieht Bea schon von weitem. Wie bunt sie gemeinsam doch sind - er blau, sie grün. Ein ungewöhnliches Paar. Und eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie eilt schnell zu ihm. "Hi!", ruft sie lächelnd und umarmt Kurt zur Begrüßung. "Schon bereit?"
Freudig drückt er sie an sich - ein wenig fester, als er es vor dem gemeinsamen Ausflug gewagt hätte. Ihr Körper ist angenehm warm und er genießt jede Sekunde, die er sie spüren darf.
"Ja.", nickt er lächelnd, als sie sich löst. "Es gibt da hinten eine kleine Bühne. Ich weiß aber nicht, wer auftritt." Mit dem Finger deutet er hinter sich, wo im Moment noch Musik vom Band abgespielt wird. "Aber vielleicht ... möchtest du zuerst etwas trinken? Ist dir kalt? Es gibt Glühwein und auch kalte Getränke, wenn dir das lieber ist." Der Hybrid merkt nicht, wie er beginnt, sich in Ausführungen zu verhaspeln. Er möchte nur, dass es dem Mädchen, das er so mag, an nichts fehlt.
"Glühwein klingt nach einer guten Idee,", sagt Bea, "das gehört zu so einem Winterabend einfach dazu!" Sie sieht sich um. Der Rummel scheint eine Menge zu bieten haben. Es gibt Karussels, Fressbuden... und einen Glühweinstand, den die beiden Teenager nun ansteuern. Mit den Gläsern in der Hand setzen sie sich auf die Barhocker. "Das tut wirklich gut!"
Durch seine vampirische Seite ist Kurt unempfindlich gegen Kälte und Wärme, so hatte er selbst nie den Drang verspürt, sich mit einem Glühwein aufzuwärmen und das Getränk ist ihm neu. "Das ist gut.", staunt er nach dem ersten Schluck. Für etwas, das einem blutigen Cocktail optisch sehr nahe kommt, was er allerdings nicht zu äußern wagt. Noch immer ist das biologische Erbe seines Vaters ihm unangenehm und am liebsten würde er diesen Teil leugnen.
"Was macht denn deine Familie heute?", fragt er, um im Dialog zu bleiben.
"Feiern mit Freunden. Theos Kumpel Patrick kommt zu Besuch, und seine Eltern gleich mit ihm. Mama war nicht gerade begeistert, dass ich woanders feiern würde, hat sich dann aber doch breitschlagen lassen." Bea nimmt einen tiefen Schluck und lächelt. "Zum Glück. Ich hab nichts gegen Familie Muschel, aber letztes Jahr an Silvester waren sie auch schon da. Da wollte ich dieses Jahr mal etwas Abwechslung."
"Mich freut es jedenfalls, dass wir zus- ... hier sind." Verlegen wendet er den Blick ab und sieht in seine dampfende Tasse. "Ich hoffe nur, ich kann dir etwas bieten.", fügt er kaum hörbar an. Sein Herz beginnt zu pochen und in ihm steigt ungewohnte Wärme auf, so dass er einige Male mit spitzen Fingern am Pullover fächelt. Er versteht nicht, wie ihm geschieht. Noch nie war ihm zu warm. Liegt das an diesem Teufelsgetränk?
"Na klar!", versichert Bea dem schüchternen Jungen. Sie legt ihren Arm um dessen Schulter. "Deshab bin ich jetzt ja hier."
Der Glühwein ist bald ausgetrunken. Bea sieht zur Bühne. Sie sieht, wie sich die Musiker bereit machen und grinst Kurt an. "Das nenn ich Timing. Da geht es gleich los mit der Musik!"
Kurt nickt ihr zu, bringt die Tassen zurück zum Stand und begleitet seine Schulkameradin zu der sich bildenden Simstraube. Die Stimmung ist aufgelockert, Einige tragen absurde Masken oder Hüte, die mit ihrem extravaganten Stil an den Grund der Feier erinnern. Das neue Jahr ist nur noch wenige Stunden entfernt.
Die Band beginnt zu spielen, ein Querschnitt der diesjährigen Hits sorgt dafür, dass das Publikum gut gelaunt mitsingt.
Nach einigen fröhlichen Versuchen gelingt es Bea, den Schüchternen zum Tanzen zu animieren. Zuerst nur zurückhaltend, lässt er sich mehr und mehr mitreißen und endet schließlich in einem entspannten Beisammensein.
Als einer der Sänger eine Rede zu halten beginnt, beschließt Kurt, sich und seiner Begleitung Getränke zu besorgen. Es dauert eine Weile, bis er zurück kommt und dem Mermädchen ihren gewünschten Cocktail reicht. Mit seinem Wein stößt er mit ihr an und ist erneut über den vollmundigen Geschmack erstaunt.
"Die klingen richtig gut, nicht?", ruft er zu ihr hierüber und schaut dabei zu, wie sie unbekümmert mit dem Strohhalm herumspielt.
Bea stößt mit Kurt an. Schön, dass er so langsam etwas aus sich heraus kommt und sogar mitgetanzt hat. "Die sind wirklich gut. Hatte gar nicht damit gerechnet, dass hier sogar Musikbegleitung ist. Das ist ein tolles Silvester bisher!" Sie nimmt einen tiefen Schluck. Der Cocktail ist wirklich lecker. Lächelnd betrachtet Bea Kurt. "Das war eine gute Idee von dir, hierher zu kommen."
Der Blaue lächelt mit einer kindlichen Mischung aus Stolz und Glück. Der Wein ist beinahe leer und er spürt wieder die Wärme aufkommen. Dieses Mal ist es allerdings angenehm, wie sich das Gefühl im Bauch verbreitet und ein schwereloses Wohlbefinden entfaltet. Seine Beine bewegen sich weiterhin zum Takt der Musik und er bemerkt nicht einmal, dass er die Lippen zum Text bewegt.
In diesem Moment geht es ihm richtig gut. Er ist mit einem wunderbaren Mädchen hier auf dieser unbeschwerten Feier. Das ist mehr, als er sich bei der Ankunft vor beinahe einem Jahr erhofft hatte.
Seine Laune drängt ihn ein weiteres Mal zur Bar. Der Wein schmeckt immer besser und auch Bea bestellt noch einmal das Gleiche. Mit den Gläsern in den Händen steht er am Tresen und ihm fällt auf, dass der Boden beginnt zu schwanken. So kann er die Getränke nicht unbeschadet transportieren. Mit einem puffenden Geräusch verschwindet er in einer schwarzen Wolke und materialisiert sich nur den Bruchteil einer Sekunde später direkt neben der Teenagerin.
Vor Schreck lässt Bea beinahe das mittlerweile leere Glas fallen. Als sie Kurt erkennt, muss sie jedoch lachen. "Der Service hier ist aber wirklich fix bei der Sache. Einmal blinzeln, schon ist er da." Sie bedankt sich bei Kurt für den Cocktail und nimmt nun ihr zweites Glas. Es ist ein Getränk mit Alkohol, aber weniger stark als Kurts Wein. Der scheint schon ein wenig beschwipst zu sein, wie der Meerfrau auffällt.
Sie trinkt ihr Glas auf Ex. So langsam wird auch ihr etwas schummrig, auch wenn Kurt offensichtlich schon etwas mehr intus hat als sie.
Die Band lässt ihr letztes Lied ausklingen. Ein Song über alte Geschichten und neue Anfänge. Die Uhr zeigt viertel nach Elf. Die meisten Sims tanzen weiter zur Musik, die nun wieder aus dem DJ-Pult schallt. Andere nutzen die Zeit, um sich mit frischen Getränken einzudecken oder die sanitären Anlagen aufzusuchen.
Kurt und Bea zieht es zum Steg, wo sie etwas frische Luft schnappen und sich über das alte Jahr unterhalten. In einer ruhigen Minute sieht Bea sich um und entdeckt. Ihr Blick fällt auf ein Zelt, das ihr vorher noch nicht aufgefallen war. "Das sieht nach einem Wahrsagerzelt aus!", sagt sie lächelnd, "Wollen wir das mal austesten?" Sie sieht zu Kurt. "Nur just for fun. Oder glaubst du an so etwas?"
Überrascht sieht der Blaue sie an. Ist das ihr Ernst? Wahrsagerei? Es grenzt an Blasphemie, die Pläne des Herren ausspionieren zu wollen. Und dann auch noch bei einer Person, die als Scharlatan an den magischen Kräften des göttlichen Universums rührt. Kurt sieht sich in einer Zwickmühle, als Bea ihn begeistert anstrahlt. In seiner von Wein getränkten Verliebtheit wagt er es nicht, seine Gedanken preiszugeben. Stattdessen verteidigt er das Mädchen vor seinem tiefen Glauben damit, dass sie selbst nicht daran zu glauben scheint, wenn sie ihm diese Frage stellt.
Wenn er zum Schlafen gehen ehrliche Buße tut, wird der Herr ihm vielleicht diesen Fehltritt verzeihen - im Namen der Liebe und des Weins.
"Das klingt toll.", antwortet er, unfähig irgendetwas anderes zu tun, als ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Um ihr zu zeigen, wie ernst er es damit meint, nimmt er sie an der Hand. Sein Herz macht erneut einen Sprung, als er ihre Haut spürt und mit einem glücklichen Lächeln führt er sie in Richtung Zelt. 
Bea merkt nichts von Kurts Gedanken. Sie selbst nimmt das Ganze nicht ernst. Bestimmt denkt sich die Wahrsagerin sonst was aus. Doch nie Neugier und das Interesse, mit welchen Ideen die Frau wohl ankommen würde, reizen sie dennoch. Sie zieht Kurt weiter zu dem Zelt.
"Seid willkommen.", grüßt die Frau. An einem runden Tisch sitzend, umgeben von Lichtern und Vorhängen, winkt sie die Teenager näher. "Ich habe euch erwartet." Ihre Handgelenke sind behangen mit farbenfrohem Schmuck, der bei jeder Bewegung helle Geräusche erzeugt.
Amüsiert sieht Bea die Frau an. Natürlich hast du das. Die Verkleidung passt aber gut. Wie eine weise fahrende Wahrsagerin, die von Ort zu Ort zieht um ihre Weisheiten verbreitet. Einen Moment fragt sich Bea, wie es wohl wäre, tatsächlich wahrsagen zu können. Sie hat in ihren Leben schon einige Sachen erlebt, von denen viele Leute glauben, das gibt es nicht. Sie kennt Vampire wie Viola oder Shane. Sie kennt auch die Magierin Miss Vanya, auch wenn sie bei ihr nicht selber Unterricht hat. Sie kennt sogar Hybriden wie Kurt. Und auch Meersims wie sie werden von vielen Ungläubigen als Kreaturen der Fantasie abgestempelt. Doch sie ist real.
Wahrsagen jedoch ist etwas, da bleibt sie skeptisch. Und selbst wenn es so etwas wirklich gibt, dann gibt es mindestens dreimal so viele Scharlatane, die die Gutmütigkeit der Besucher ausnutzen. Der Eintritt hier ist aber ziemlich gering, so dass es ihr der Spaß wert war. "Ich würde gerne sehen, was die Zukunft für mich bereit hält.", sagt Bea selbstbewusst. Wie würde die Wahrsagerin vorgehen? Würde sie Tarotkarten lesen? Aus den Handlinien lesen? Oder hat sie eine Kristallkugel?
Amüsiert muss Bea an das Theaterstück während der Halloweenfeier denken. Nouki hat eine tolle Wahrsagerin abgegeben. Mal sehen, wie gut sich diese hier schlägt. 
"Und dein Begleiter? Möchte er auch einen Einblick bekommen?"
Kurt schluckt unruhig. Ehrfurcht überkommt ihn. Mit weicher werdenden Knien tritt er vorsichtig näher an den Tisch und wirft einen hastigen Blick von der Frau zu Bea.
"Erstmal ... vielleicht nur sie." Die Unsicherheit ist dem Jungen anzuhören, doch er folgt der Geste und setzt sich, als die Seherin auf die Stühle deutet.
Diese nickt wohlwollend, beginnt dann damit, dass sie die Handflächen in der Luft aneinander legt und unverständliche Worte murmelt. In einer plötzlichen Bewegung reißt sie die Hände auseinander und aus dem Tisch steigt weißer Rauch auf. Binnen weniger Sekunden verzieht sich die dünne Wolke und zum Vorschein kommt eine Kristallkugel.
"Stell den Geistern deine Frage, mein Kind." Die Hände nahe der Kugel richtet sie das Wort an Bea.
"Wird die Zukunft mir Glück bringen?", fragt Bea vage. Die Show mit der Kristallkugel ist jedenfalls schon mal den Eintritt wert gewesen.
"Bist du sicher, dass dies deine Frage sein soll, mein Kind?", fragt die Frau leise zurück, als würde jemand mithören. "Je präziser die Frage, desto deutlicher die Antwort."
Kurt schaut mit großen Augen von einer Person zur Anderen. Er fühlt sich nicht wohl dabei, doch der Alkohol verleiht ihm den Mut, zu bleiben. Oder ist es Leichtsinn? 
Bea sieht die Wahrsagerin an. Ihre Neugier ist einfach zu groß. "Werde ich einen Beruf finden, der mir Spaß macht? Ich mag es, fremde Kulturen zu erforschen." Bea hat es nicht gewagt, Fragen zu ihrem Liebesleben zu stellen. Das wäre Kurt sicher unangenehm gewesen.
Die Seherin nickt zufrieden, schließt die Augen und murmelt vor sich her. Ihre Hände wandern in leichten kreisenden Bewegungen am Glas entlang, das mehr und mehr zu leuchten beginnt.
"Sie sprechen zu mir.", flüstert sie theatralisch und neigt den Kopf um einige Grade. "Du wirst ... eine Weile suchen. Drei Fehlschläge wirst du erdulden, bis dir klar wird, wonach dein Herz wirklich verlangt. Ja. Ich sehe es ganz deutlich. Sie wird dich erleuchten. Eine lange Reise steht dir bevor."
Die Frau öffnet die Augen und sieht Bea eindringlich an. Ein schwer zu deutendes Lächeln steht ihr im Gesicht, als die Kugel langsam wieder erlischt. 
Bea lächelt. "Das klingt doch gut.", sagt sie. Fehlschläge nimmt sie gerne hin, wenn sie am Ende wirklich das Richtige findet. Zumal sie ja ohnehin nicht wirklich daran glaubt. Das sagt sie jedoch nicht laut. Stattdessen sieht sie zu Kurt: "Wie sieht's aus? Willst du ebenfalls eine Frage stellen?"
Gefangen zwischen Neugier und Sorge um sein Seelenheil würgt der Teenager einen kräftigen Brocken herunter. Sein Adamsapfel springt dabei auf und ab und tanzt weiterhin unruhig unter der Haut, als er zurückhaltend fragt: "Wird er mir vergeben?"
Das Spiel der Seherin beginnt von vorn. Wie schon zuvor, bringt sie ihre Hände in Position, um Sekunden darauf die Worte der Geister zu zitieren: "Die richtige Frage lautet, ob DU IHM vergibst. Für das, was er dir antat. Deine Seele ist rein, dein Leid hat dich gestärkt. Es ist Zeit, loszulassen. Und zu dir selbst zu finden."
Die Frau faltet ihre Hände vor der erloschenen Kugel und fixiert nun den blauen Jungen mit freundlichem, doch ausdruckslosem Blick.
Kurt starrt sie mit offenem Mund an und begreift nur langsam, was er gerade gehört hat. Vor seinen Augen beginnt der Raum, sich im Halbkreis zu drehen und springt dann wieder an den Ausgangspunkt. Es fällt ihm schwer den Blick auf der Seherin zu halten, also schwenkt er zu Bea herüber und es ist klar, dass er mehr Fragen als Antworten hat. 
"Wer ist er?", fragt Bea neugierig, als die beiden das Zelt wieder verlassen haben. "Dein Vater?" Die Wahrsagerin hat wirklich gute Arbeit geleistet. Alles wirkte geheimnisvoll. Fast so, als wüsste sie tatsächlich über Dinge Bescheid, die sich nicht erklären lassen. Aber wahrscheinlich hat sie einfach eine gute Menschenkenntnis und weiß, was die Gäste hören wollen.
Kaum hat Bea die Frage ausgesprochen, bleibt Kurt ruckartig stehen. Wie vom Blitz getroffen starrt er vor sich her. Das kann nicht sein ...
Er hatte nicht von seinem irdischen Vater gesprochen, sondern sich lediglich seiner in dem Moment vorherrschenden Sorge erleichtern wollen. Doch jetzt, da Bea seinen Erzeuger erwähnt, trifft ihn die Wahrheit mit voller Wucht. Die Frage ist, ob er ihm vergeben kann. Für das, was er ihm antat. Sein Leid hat ihn gestärkt. Hat es das wirklich? Er fühlt sich nicht im Geringsten stark. Doch mit einem hatte die Frau recht: Es ist Zeit, loszulassen. Kurt ist schon eine Weile nicht mehr der Gefangene, der er einst war. Wann wird er sich endlich trauen, auch im Geist frei zu sein? Zu sich zu stehen und selbstbewusst durch dieses neue, sein zweites Leben zu gehen? 
Überraschend packt er Bea am Unterarm und dreht sie zu sich herum. Mit all dem Mut, den er aufbringen kann, legt er seine Lippen auf ihre, schließt die Augen und küsst sie unzählige Sekunden lang. Sein Herz schlägt ihm bis in die Schläfen und seine Knie drohen nachzugeben. Doch das alles ist nicht wichtig. Er genießt das Gefühl, ihr so nah zu sein und würde sie am liebsten nie wieder loslassen.
Im ersten Moment ist Bea überrascht. Kurt ist sonst doch so schüchtern. Damit hätte sie nie gerechnet. Doch jetzt denkt die Meerfrau nicht weiter darüber nach, was diese Veränderung ausgelöst haben könnte. Sie schließt die Augen, und lässt sich darauf ein. Kurt ist der erste, der ihr so nahe gekommen ist. Es ist ein Augenblick, den sie nie vergessen wird.
Widerwillig löst der Junge sich von dem Mädchen. Er öffnet die Augen und könnte sich ein glückliches Strahlen nicht verkneifen, selbst wenn er es wollte. Ohne den Blick von ihren grünen Augen abzuwenden, angelt er nach ihrer Hand. Einen Moment stehen sie nur da und schauen sich an. 
Um sie herum steigen Aufregung und Lautstärke gleichermaßen an. Nur noch wenige Minuten, bis das neue Jahr beginnt. Einen schöneren Start kann der Teenager sich nicht vorstellen.
"Ich hab eine Idee.", sagt er gerade so laut, dass Bea es hören kann. Er nimmt ihre zweite Hand und lächelt. "Festhalten."
Binnen einer Sekunde finden die Teenager sich auf dem höchsten Punkt des Rummels wieder - in der obersten Gondel des stehenden Riesenrads. Noch immer himmelt Kurt sie an. Unter ihnen bricht fröhliches Getöse aus, Sims jubeln, lachen und applaudieren, während die farbenfrohen Lichter des Feuerwerks den Nachthimmel dekorieren.
Symbolisch für die ganze Welt, nimmt Kurt das Meermädchen in den Arm.
"Frohes neues Jahr.", lächelt er und küsst sie erneut.
(in Zusammenarbeit mit @Murloc )
Bea geht nach >>> Windenburg Nr. 8 - Narwal Arms (2)
Kurt geht nach >>> Brinderlton Bay - BBH
Nouki kommt von Mt. Komorebi - Elevate Nachtclub
Jordyn kommt von Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Jordyn und Tania
Charaktere: Nouki, Jordyn
Geschichtsstrang: Spannende (Ein-)Blicke über den Tellerrand
Seit Nouki zuletzt mit Jordyn über die Blindenschule und einen möglichen Besuch dort geredet hat, ist einige Zeit vergangen. Gestern hat er sich gemeldet, weil er es möglich machen konnte, einer Unterrichtsstunde beizuwohnen und anschließend mit ihm die Schule zu besichtigen. Jetzt steht Nouki am vereinbarten Treffpunkt, nahe dem Gebäude. Sie ist freudig aufgeregt und gespannt auf all das Neue, was sie heute zu hören und sehen bekommen wird.
Zielsicher biegt Jordyn die Straße nach links, am wohlduftenden Obst- und Gemüsestand vorbei und bleibt wenige Meter danach an der großen Straße stehen. Erst als die Ampel das Signal gibt, geht er weiter und kann schon das leise Surren des Stromkastens hören. Zwei Häuserfronten danach hat er die Schule erreicht. Diesen Weg ging er sechs Jahre lang. Wie schon am letzten Schultag, begleitet ihn auch heute ein melancholisches Gefühl. Heute ist er nicht als Schüler an diesem Ort, denn seine Ausbildung ist abgeschlossen. Heute wird er Nouki den Alltag in der Blindenschule zeigen. Er freut sich auf das Mädchen. Sie ist aufgeschlossen, einfühlsam und wissbegierig. Eine tolle Sim. Es ist ihm ein Vergnügen, sie in ihrer Berufswahl zu unterstützen. 
Vor der Schule kommt der Teenager zum Stehen. Ist sie schon da? Auf der Straße herrscht reges Treiben, so dass er unmöglich eine wartende Person erspüren kann. Sie wird auf ihn zukommen, wenn sie ihn sieht und so wartet er einfach geduldig.
Nouki sieht Jordyn mit festen Schritten in ihre Richtung kommen. Sie ist erstaunt wie sicher er sich bewegt. Klar, er kennt den Weg, ist hier lang zur Schule gegangen, aber beeindruckend ist das schon. Sie geht ihm entgegen und kurz bevor sie ihn erreicht, ruft sie:" Hey Jordyn, ich bins, Nouki, von links." Sie muss lachen, weil er das auch ohne ihre Erklärung sofort wüsste, aber sicher ist sicher. Als sie bei ihm ankommt, berührt sie ihn kurz am Arm. "Super dass es klappt mit unserem Treffen, ich bin schon ganz hibbelig."
In sich hinein schmunzelnd dreht der Angesprochene sich nach links herum. Nouki ist immer so sehr bemüht, alles richtig zu machen. "Gut, dass du deinen Namen erwähnst.", lacht er amüsiert. "Du wirst sehen,", versucht er, die Aufregung von ihr zu nehmen, "es ist ziemlich simpel. Die Schüler hier lernen nicht einfach nur den Unterrichtsstoff, wie ihr. Es geht auch darum, die Wahrnehmung zu trainieren und alltägliche Aufgaben zu meistern. Wir sind mit Miss Pitan verabredet. Sie hat deinem Besuch zugestimmt. Sie freut sich schon darauf, dich kennen zu lernen."
Gemeinsam betreten die Teenager das Gebäude. Ein langer Flur tut sich vor ihnen auf, dessen Boden mit farbigen Strichen markiert ist. An den hellen Wänden ist eine schmale Leiste angebracht, die ebenfalls den Gängen folgt. In kontrastreichem, kräftigen Gelb ist sie nur schwer zu übersehen.
In regelmäßigen Abständen befinden sich Türen zu den abgehenden Räumen - jede einzelne ist sowohl mit großen Lettern, als auch mit Braillezeichen beschriftet.
"Nicht jeder hier ist vollkommen blind.", erklärt Jordyn. "Manche haben einen schwachen Rest an Sehkraft, können hell und dunkel unterscheiden oder sehen Umrisse. Für sie ist das Farbleitsysthem gemacht." Mit einem Finger tippt er auf die schmale Leiste. "Für völlig Blinde gibt es die hier. Man kann sich daran orientieren und erkennen, wann zum Beispiel die nächste Tür kommt. Du siehst, dass das Hinweisschild genau in der selben Höhe ist. Da kann ich lesen, welcher Raum hier ist."
Den Blindenstock entspannt vor sich her schiebend, geht er weiter. "Mit etwas Übung, hört man allerdings auch, wo die Wände unterbrochen sind. Aber zum Anfang sind diese Leisten wahre Lebensretter."
Am Ende des Flures gehen sie rechts und der ehemalige Schüler erklärt weiter: "An jeder Ecke gibt es diese Hinweisschilder." Er deutet auf eine kleine Plastiktafel mit gepunkteten Mustern in Höhe des Bauchnabels. "Dort steht in Braille, welche Räume sich der Reihenfolge nach in diesem Gang befinden. Wir müssen zur dritten Tür rechts. Das ist das Büro von Miss Pitan." 
Beinahe ehrfürchtig hört Nouki den Ausführungen zu. Es nötigt ihr so viel Respekt ab, wie Sims den Alltag hier meistern und wie selbstverständlich und zielsicher jeder sich bewegt. Sie fährt mit den Fingerspitzen über die kleinen Erhebungen und versucht sich vorzustellen, dass sie sich darauf verlassen müsste. "Das ist alles unglaublich gut durchdacht, gefällt mir." kommentiert sie und macht sich im Handy ein paar Notizen. "Ich glaube ich werde demnächst Blindenschrift lernen, das ist ein guter Anfang." Sie beobachtet zwei Mädchen, die kichernd, die Blindenstöcke voraus, den Gang vor ihnen hinab gehen. Es ist beinahe wie an der BBH. Nouki entspannt sich innerlich und fragt dann Jordyn. "Meinst ich darf ein paar Bilder mit dem Handy machen? Von Dingen, die ich vielleicht sonst nicht korrekt im Gedächtnis behalte? Natürlich ohne Schüler."
"Ich glaube nicht, dass das ein Problem ist.", antwortet der Junge. "Wenn du sicher gehen willst, zeigst du Miss Pitan die Bilder und holst dir ihren Segen."
Vor einer der Türen bleibt Jordyn stehen und klopft an.
"Ja, das werd ich tun." Als sie vor der Tür stehen bleiben, fragt sie kurz etwas unsicher. "Was machen wir denn jetzt bei Miss Pitan?"
"Keine Sorge, sie will dich nur kurz kennen lernen."
Von innen bittet eine weibliche Stimme, einzutreten und Jordyn öffnet die Tür.
"Ach, Jordyn, wie schön, dich wieder zu sehen." Die Frau steht auf und kommt auf die Teenager zu, reicht beiden nacheinander die Hand und stellt sich Nouki vor.
"Ich freue mich wirklich über dein Interesse an unserer Schule. Ich habe mit den Lehrern vereinbart, dass du in jeder Klasse zusehen und natürlich auch gern Fragen stellen kannst."
Nouki reicht der Dame die Hand und fragt sich unwillkürlich, ob diese sieht oder auch blind ist. "Anouk." nennt sie ihren vollen Namen, der ihr ungewohnt über die Lippen kommt. Sie braucht ihn für gewöhnlich nur bei Ämtern oder in der Schule. "Das ist sehr freundlich von Ihnen, Miss Pitan. Ich werde diese einmalige Gelegenheit weidlich ausnutzen." fügt sie scherzend hinzu. Sie sieht zu ihrem Begleiter. "Jordyn ist mir jetzt schon Vorbild und Lehrer zugleich, ich freue mich, dass er mir den Weg geebnet hat, hierher kommen zu dürfen." Sie wechseln noch ein paar Worte und Nouki erkundigt sich vorsichtshalber nochmal wegen der Handybilder, die genehmigt werden, solange sich keine Personen darauf befinden.
Als sie wieder draußen auf dem Flur stehen, drückt Nouki freudig Jordyns Arm. "Das ist so genial. Weißt du, als ich gerade da im Büro stand und die Sekretärin am PC gesehen hab, dachte ich, es wäre sicher spannend zu sehen, wie ihr lernt am Computer zu arbeiten." Sie sieht zu ihm auf. "Was meinst du? Gefällt dir die Idee?"
Ein warmes Lächeln legt sich auf Jordyns Gesicht. Diese Begeisterung, diese Neugierde ... die Nähe zu Nouki gefällt dem Teenager. Sie versprüht so viel positive Energie, so viel Elan und Freude. Ihr Freund hat wirklich ein klasse Mädchen an seiner Seite - wie hieß er noch ... Anton? Nein, es war etwas exotischeres.
Jordyn schüttelt den Gedanken ab und widmet sich der aufgeregten Begleitung: "Das ist eine gute Idee.", stimmt er zu. "Es gibt verschiedene Methoden, aber die gängigste ist heute der Sprachassistent." Zielsicher führt der Blinde das wissbegierige Mädchen zum Computerkurs. "Früher gab es recht aufwendige Übertragungen vom Bildschirm zu einem Tastbrett, aber die moderne Variante ist deutlich effizienter und einfacher zu handhaben. Das Einzige, was man dafür anschaffen muss, ist eine Brailletastatur."
Jordyn und Nouki gehen im oberen Stockwerk den Gang entlang bis er schließlich an eine der Türen klopft und sie eintreten. Unaufgeregt erklärt er dem Lehrer die Situation und beide werden gebeten, Platz zu nehmen.
Mehrere Tische sind zu einigen Arbeitsgruppen zusammengestellt, an denen jeweils drei Rechner aufgebaut sind. Schüler unterschiedlichsten Alters sitzen verteilt vor den Geräten, zu jeder Gruppe gehört offensichtlich auch eine Lehrkraft. Von allen Seiten ertönen Stimmen. Gemurmel, Unterhaltungen und Wortfetzen erfüllen das Klassenzimmer, begleitet vom arhythmischen Tippen und Klicken der Tastaturen und Mäuse.
Eine Frau hebt den Blick und bietet einen freien Rechner am Tisch an. Jordyn lässt Nouki den Vortritt. In diesem Moment fragt er sich, ob sie selbst einen Computer bedienen oder nur bei anderen zusehen möchte.
Als sie sitzen begutachtet Nouki interessiert den PC und lässt ihre Fingerspitzen vorsichtig über die Tastatur gleiten. Sie schließt die Augen und versucht sich vorzustellen, wie es wäre, nur die Erhebungen fühlen zu können und damit zu arbeiten.
Ihr Modell hat die Markierungen direkt auf den 'normalen' Tasten, aber am Nebentisch sieht sie einen Computer , der die übliche Tastatur aufweist, dafür mit einer zusätzlichen Leiste, auf der sich die Markierungen befinden. "Es gibt verschiedene Modelle sehe ich. Arbeitet ihr auch mit der Sprachausgabe? Wie machst du das denn? Was geht für dich am besten?" fragt sie Jordyn. Es ist
sehr spannend diese Welt zu entdecken. 
"Wir lernen hier mit den unterschiedlichsten Modellen umzugehen. Gerade für das Berufsleben gibt es da wichtige Unterschiede. Aber zu Hause habe ich eine Eingabezeile. Die Sprachausgabe nutze ich trotzdem oft. Nenn mich bequem." Ein flüchtiges Lachen huscht über das Gesicht des Teenagers. "Ich weiß noch, dass das Schreiben für mich anfangs ziemlich schwierig war. Da war ich oft frustriert. Mein Dad hat stundenlang mit mir geübt. Obwohl er selbst keine Ahnung hatte." Der Gedanke an seinen Vater lässt in ihm ein warmes Gefühl aufkommen. Was hätte er nur ohne ihn getan? Wie oft wollte er einfach aufgeben, saß deprimiert und am Boden zerstört in seinem Zimmer, ratlos, wie er weiter machen - oder alles beenden sollte. In all den Jahren war es Patrick, der ihn immer wieder aufgebaut und ermutigt hatte. Jordyn bemerkt erst jetzt, dass er nie hinterfragte, wie es seinem Vater dabei ging. Beinahe selbstsüchtig hatte er einfach jede Hilfestellung von ihm angenommen. 
Aufmerksam hört Nouki ihm zu und muss grinsen, als er sich bequem nennt. "Als ob du nicht mit genügend Unbequemlichkeiten zu kämpfen hättest. Ich würde auch jede Erleichterung des Alltags nutzen, die sich mir bietet." antwortet sie mit einem leisen Lachen. "Es ist schön dass dein Vater sich die Zeit für dich genommen hat und so auf dich eingeht. Ist nicht selbstverständlich." Sie denkt an alles was Artjom ihr von seiner Mutter erzählt hat. Jordyn hat seine Mutter nicht erwähnt und von Tani weiß sie, dass das ein schwieriges Thema ist. Gut, dass das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater passt. Schon als es darum ging, ob er mit Tani und ihr ausgehen darf, fand Jordyn, dass sein Vater der bessere Ansprechpartner für das Anliegen wäre. "Lass uns mal was mit der Sprachausgabe machen." schlägt sie vor und lässt sich von ihm zeigen wie sie die Funktion aktiviert. "Hey Jordyn." tippt sie grinsend. "Du bist ne coole Socke. Nouki ist ziemlich beeindruckt, was du alles drauf hast. Sie fragt mich, ob du ihr heute noch zeigst, was in der Turnhalle abgeht. Typisch. Nix als Sport im Kopf." Ein paar Schüler drehen den Kopf und schmunzeln, als die roboterhaft klingende Stimme ertönt. 
Auch Jordyn muss amüsiert grinsen. "Das wird unser nächstes Ziel sein.", bestätigt er. "Vielen dank für Ihre Gastfreundschaft, Herr Senninger.", verabschiedet der ehemalige Schüler sich und schlägt den Weg nach draußen ein.
"Ich bedanke mich auch bei allen hier. Es ist superspannend und inspirierend." sagt Nouki ins Klassenzimmer hinein, bedankt sich ebenfalls nochmal bei der Lehrkraft und folgt Jordyn, der flott voraus geht. "Weißt du was da grade ansteht in der Sporthalle?" fragt sie ihn,als sie wieder auf dem Gang stehen.
"Nein, weiß ich nicht. Aber das werden wir gleich herausfinden." Der Blinde geht den Flur entlang bis zum Hinterausgang. Auf den ersten Blick wirkt der Außenbereich wie ein ganz gewöhnlicher Schulhof mit unterschiedlichen und farbenfrohen Gerüsten zum Klettern und Herumtollen. Erst beim genaueren Hinschauen fallen vor den Geräten kleine mit Braillezeichen bestückte Tafeln auf.
Rund um das Gelände herum ist ein Seil gespannt. Zielsicher bewegt sich Jordyn über den Hof, hält direkt auf das Nebengebäude zu und hält Nouki die Tür auf. "Es gibt nur den Weg durch die Umkleiden hindurch.", erklärt er. "Die Mädchenräume sind rechts von hier. Du musst dann bitte die Schuhe ausziehen, bevor die Halle betrittst."
Schmunzelnd folgt ihm Nouki. Sie mag seine tatkräftige Energie. Auf dem Weg zur Sporthalle weiß sie gar nicht wo sie zuerst hin sehen soll. Es gibt so viel Neues was sie am liebsten gründlichst untersuchen würde, aber vielleicht ergibt sich ja noch mal eine Gelegenheit an einem anderen Tag. Das alles zu erkunden würde den Rahmen ihres Besuchs heute sprengen. "Vielen Dank der Herr." sagt sie lächelnd, als er ihr die Tür aufhält und betritt aufgeregt das Gebäude in dem sich die Sporthalle befindet. Jetzt hat sie die Gelegenheit erstmals in ihr zukünftiges Berufsfeld hinein zu schnuppern. Zwar nur in einen Teil, aber es ist unglaublich spannend. "Okay, wir sehen uns dann gleich wieder." nickt sie lächelnd und begibt sich in die angezeigte Richtung. Kurz darauf treffen sie strumpfsockig wieder aufeinander. Interessiert sieht sich Nouki das Spielfeld und die Tore an . "Was spielen die Mannschaften da? Ich glaub das Spiel kenn ich nicht." Es ist nicht wie sonst üblich, nur ein Tor pro Mannschaft aufgebaut, sondern drei davon decken die jeweilige Spielfeldseite ab. Gerade ist wieder Rundenbeginn oder sowas. Drei Spieler kauern, ein Bein der Länge nach abgespreizt am Boden, die gegnerische Mannschaft im Blick. Dort stehen ebenfalls drei und einer davon hält den Ball.
Jordyn horcht in den Raum hinein. Wenige Stimmen, das charakteristische Rasseln des Balls. Keine Frage. "Das ist Torball.", antwortet er flüsternd, das Gesicht geradeaus gerichtet und leicht zu der Bekannten herunter gebeugt. "Die Spieler müssen sich auf die Geräusche konzentrieren. Im Ball sind kleine Kugeln, damit man ihn hört, wenn er auf einen zukommt."
"Interessant." Nouki senkt ebenfalls die Stimme. "Spielst du das auch? Das mit den Kugeln ist genial. Trotzdem sehr schwierig stell ich mir vor." Wie es wohl sein mag allein nach dem Gehör zu reagieren..bei solche einem Spiel. "Wollen wir uns irgendwohin setzen?"
"Auf die Zuschauertribüne.", flüstert er zurück. Den Handrücken wieder an der Wand entlang gleitend, findet der ehemalige Schüler leicht zu den Rängen. "Ich habe gern gespielt.", beantwortet er die Frage, nachdem sie die Plätze eingenommen haben. "Die Schwierigkeit besteht darin, die Höhe des Balls einzuschätzen. Die besten Chancen, ein Tor zu machen, hat man, indem man den Ball springen lässt, anstatt ihn zu rollen. Das ist einfacher, als es klingt. Immerhin muss er unterhalb der gespannten Seile bleiben. Kannst du die beiden Bänder sehen?"

"Ja, ich seh sie." Nouki reckt den Kopf, um das gesamte Spielfeld zu überblicken. "Das erfordert auf jeden Fall viel Übung und Feingefühl. Beeindruckend.“ Sie muss schmunzeln. "Ich weiß nicht wie oft ich das Wort heute noch benutzen werde, aber es trifft eben alles hier am Besten..von der Einrichtung bis zu den Sims ."
Konzentriert verfolgt sie den Spielverlauf auf dem Feld. "Weißt du..ich würde gern einmal selbst erleben, wie sich das anfühlt. Nur nach dem Gefühl und Gehör zu reagieren z.B. bei einem solchen Spiel." sinniert sie und blickt zu Jordyn, der ebenfalls aufmerksam dem Geschehen unten lauscht.
"Das lässt sich vielleicht machen. Es gibt ein Training für die Mannschaft, zwei Mal die Woche. Wir könnten fragen, ob du mitmachen darfst." Kurzer Jubel weht von unten herauf. Einer der Spieler konnte den Ball nicht vom Tor fernhalten.
"Es gibt übrigens auch Sehende dort.", erklärt Jordyn weiter. "Das Spiel ist nicht nur für Blinde geeignet."
"Jordyn, das wär spitze." Nouki legt ihm kurz die Hand auf den Unterarm und drückt ihn vor Freude. "Wollen wir das gleich heute fragen?" Die Aussicht ihren Horizont zu erweitern beflügelt sie.

(in Zusammenarbeit mit @RivaBabylon)
<<< Katie kommt aus Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch <<<
Charaktere: Nouki, Jordyn, Katie
Geschichtsstrang: Spannende (Ein-)Blicke über den Tellerrand II
"Hier trifft sich die Selbsthilfegruppe." Jordyn und Nouki stehen vor einem Gebäude, unweit der Blindenschule entfernt. "Ich war eine Weile nicht hier.", fährt er fort. "Aber vor einigen Jahren habe ich mich jede Woche mit anderen getroffen. Nicht nur Blinde sprechen hier über ihre Erfahrungen und Fortschritte, sondern auch Angehörige. Gerade für Familienmitglieder ist das, glaube ich, ganz wichtig, weil sie von anderen Ratschläge bekommen."
Gemeinsam gehen die Teenager hinein. Von einer kleinen Empfangshalle gehen weitere Türen ab - die Doppeltür steht weit geöffnet. Im Inneren des Saals sind Stühle aufgereiht, auf denen bereits einige Zuhörer sitzen und auf den ersten Sprecher warten.
Katie sitzt auf ihrem Stuhl und wartet, dass es los geht. Da nähert sich jemand. Sie erkennt Jordyn mittlerweile schon am Schrittrhythmus, aber der kommt normalerweise alleine. Und jetzt ist noch jemand bei ihm. Um sicher zu gehen fragt sie nach: "Jordyn, bist du das?"

Der Angesprochene bleibt stehen, den Kopf leicht in die Richtung gedreht, aus der die Stimme kam. Hell und freundlich klang sie, ein Hauch nasal und jedes Wort deutlich ausgesprochen - als würde es helfen, sie besser zu verstehen, wenn sie langsam redet. Ein typisches Verhalten für jemanden, der noch nicht allzu lange blind ist. Zusammen mit dem kaum wahrnembaren Duft der schweren Süße des Alltags, gepaart mit animalischer Note, lässt nur einen Schluss zu:
"Katie." Jordyn reicht einen Arm zaghaft in die Richtung seiner Begleiterin, um sie vorzustellen. "Nouki, das ist Katie. Wir sind zusammen im Orientierungskurs gewesen. Katie, das ist Nouki - eine sehr liebe und aufgeschlossene Freundin."

Jordyns Worte wärmen Noukis Herz und lassen sie lächeln. Da Katie sitzt, tritt Nouki einen Schritt näher an den Stuhl heran und bemerkt dabei einen Hund am Boden neben der jungen Frau. Kurz verunsichert, wie die Begrüßung am besten ablaufen kann, tut sie, was sie sonst auch tun würde. "Hallo Katie, ich gebe dir mal die Hand." Sie streckt den Arm aus. "Freut mich dich oder vielmehr euch kennen zu lernen. Du hast einen aufmerksamen Begleiter sehe ich. Er mustert mich schon ganz neugierig."
Katie schüttelt die Hand. Jordyns Begleitung scheint nicht älter als er selbst zu sein, ihrer Stimme nach. Vielleicht Teenagerin. Vielleicht auch eine junge Erwachsene. "Es ist eine Sie, und sie heißt Freya.", antwortet die Schwarzhaarige lächelnd. "Keine Sorge, sie ist freundlich." Das Tier wedelt mit dem Schwanz, als es seinen Namen vernimmt. Neugierig wendet sich Katie an die junge Frau. "Und du bist? Deinen Worten entnehme ich zumindest, dass du nicht ebenfalls blind bist."
"Nein, ich kann sehen, das ist richtig." Nouki setzt sich auf den Stuhl neben Katie und begrüßt kurz die Hündin. "Ich bin noch Schülerin an der Brindleton High und mit Jordyn heute quasi in einer Fortbildung für meinen späteren Berufswunsch unterwegs." Sie fasst für Katie kurz zusammen, wie und warum die Idee entstand. "Er hat mir den Besuch in der Blindenschule ermöglicht und jetzt bin ich gespannt was uns alle hier erwartet. Ich bin sehr beeindruckt von allem was ich heute gesehen und erklärt bekommen habe." sagt sie mit einem Lächeln in der Stimme. "Bist du aus einem speziellen Anlass heute hier oder kommst du regelmäßig zu den Treffen?"

Jordyn setzt sich und lauscht zufrieden der Unterhaltung. Noukis kindliche Neugier und ihre leise Aufgeregtheit erfreuen ihn nicht nur. Das tiefe Gefühl, hilfreich sein zu können erfüllt ihn regelrecht.
"Es freut mich, dass du dich in diese Richtung schlagen willst beruflich.", sagt Katie ehrlich, "Solche Leute gibt es viel zu wenige. Ich muss zugeben, dass ich das selber nie hätte machen wollen, als ich noch sehen konnte. Es ist wirklich gut, dass du da offener bist was das betrifft." Sie lächelt. "Ich komme regelmäßig hierher, da ich noch viel lernen muss. Jordyn ist länger blind als ich es bin. Hier erzählen wir von unseren Erlebnissen und helfen uns gegenseitig, und die Gruppenleitung ist auch immer hilfreich. Sie müsste jeden Moment hier ankommen."
Nouki verzichtet darauf näher zu erklären, dass es ihr nicht nur um Blinde Menschen geht, da sich im selben Moment alle Köpfe nach vorne drehen. Es geht wohl los.
Ein älterer Mann mit beinahe weißen Augen und starrem Blick tritt ans Pult und klopft mit einem Finger gegen das kleine Mikrophon.
"Herzlich willkommen zur heutigen Sitzung.", beginnt er die Einführung mit ruhiger Stimme, die eine erfahrene Ausstrahlung versendet, der man selten begegnet. "Ich begrüße alle alten und neuen Freunde und freue mich, dass ihr es heute her geschafft habt. Die meisten kennen mich. Ich bin Gabriel." Einige Sekunden schweigt der Mann, wendet den Kopf von einer zur anderen Seite und fährt dann fort: "Gut... Ich habe vernommen, dass es einige neue Besucher hergeführt hat. Möchte sich jemand kurz vorstellen? Es ist kein Muss, aber wer möchte, kann das jetzt tun."

Zögerlich erhebt sich eine Frau in der dritten Reihe, dreht sich angedeutet zu allen herum, bevor sie unsicher zu erzählen beginnt:
"Ehm... hallo. Mein Name ist Sandrine. Ich bin hier, weil ich ... ich habe einen Tumor. Einen gutartigen zwar. Aber er drückt auf den Sehnerv. Ich sehe schon sehr viel schlechter als vor einem halben Jahr und ... mein Arzt ist der Meinung, dass ich mein Augenlicht ganz verlieren könnte." Die Frau schnieft in ein Taschentuch und steckt es zurück in die Hosentasche. "Ich schätze, ich versuche, mich darauf vorzubereiten." Kurz stockend setzt sie sich langsam und verschwindet in der Gruppe der Anwesenden.
"Danke, Sandrine. Es tut mir leid, das zu hören. Du bist hier immer willkommen.", sagt der Mann. "Noch jemand?"
Katie erhebt sich. Sie tritt ans Pult. Mit ihren Händen fühlt sie im Raum, bis sie das Mikrophon findet. "Ich leide an einer seltenen Krankheit.", fängt sie an, "genannt Morbus Eales. Das ist eine rheumatische Autoimmunerkrankung. Die Sehkraft wurde nach und nach immer schlechter, bis sie schließlich ganz verschwand." Ein Seufzen ist zu Hören, bevor Katie fortfährt: "Ich habe es anfangs nicht wahrhaben wollen. Ich hasste es, doch es ließ sich nichts ändern. Ich bin bereits an dem Punkt, an dem ich das Augenlicht komplett verloren habe." Sie wendet den Kopf in Sandrines Richtung. "Eine Erfahrung, die ich niemandem wünschen würde. Ich kann nur hoffen, dass sich das bei dir noch so lange wie möglich hinzieht oder noch besser, dass der Arzt sich irrt und es doch nicht dazu kommt." Sie räuspert sich. "Vor allem die ersten Schritte waren schwer. Ich hasste die Abhängigkeit, die sich dadurch ergab. Man ist nun auf die Hilfe Anderer angewiesen. Und meinen Job als Köchin konnte ich nun auch nicht mehr weiter fortführen." Katie senkt den Kopf. "Das führte zu starken Depressionen. Hab in der ersten Zeit nur im Bett liegen wollen, ohne Motivation aufzustehen. Aber..." Katie versucht zu lächeln. "Man darf die Hoffnung trotzdem nie aufgeben. In meinem Fall war es die Freundin, die mich wieder auf den richtigen Weg gebracht hat. Und auch die Gruppe hat mir schon sehr geholfen, meine eigene Selbständigkeit und auch meinen Lebenswillen wieder zu finden. Es hat gedauert. Doch jeden Tag bin ich einen kleinen Schritt weiter gegangen. Auch jetzt noch lerne ich, mein Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen. Ich habe seit kurzem das Reiten angefangen. Auch das gibt mir das Gefühl der Freiheit." Sie verschweigt, wie sehr sie sich danach sehnt, auch reiten zu können, ohne dass jemand sie führt. Bestimmt wird sie bald auch dazu bereit sein.

"Wo gibt es denn so eine Möglichkeit? In der Nähe? Sind das dann Therapiestunden bei einer ausgebildeten Lehrerin?" interessiert sich eine Frau in der zweiten Reihe.
Katie räuspert sich. "In Chestnut Ridge gibt es eine Ranch.", erzählt sie, "da war ich mit ner Freundin, die mich hingebracht hat und ebenfalls dort Reitstunden nimmt. Ich weiß nicht, ob sie jetzt noch Platz für neue Reitschüler haben, aber ich glaube schon. Falls also jemand Interesse hat, kann ich das dort mal ansprechen."
Das beantwortet wohl nicht ganz die Frage der Dame, denn sie hakt nach: "Ist die oder der Lehrer denn ausgebildet zum Reittherapeuten? Gegebenenfalls würde die Krankenkasse ja die Kosten oder zumindest einen Teil davon übernehmen."

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Katie erinnert sich nun auch wieder an den zweiten Teil der Frage. "Also, ich zahl den Preis voll. Ich glaube nicht, dass sie in der Richtung ausgebildet wurde. Aber sie hat sich trotzdem dazu bereit erklärt, auch meine Stunden zu übernehmen."

"Ah ja, dann kommt das für uns leider nicht in Frage. Trotzdem vielen Dank, Katie." bedankt die Frau sich freundlich und notiert sich etwas auf ihrem Block.
Nouki verfolgt gespannt alle Geschehnisse und saugt die Gespräche auf wie ein Schwamm. Alles kann irgendwann, irgendwie wichtig für ihre Arbeit sein. Seit Leon in ihrem Leben diese große Lücke gerissen hat und Artjom öfter schon Sachen fürs Studium vorbereitet, versucht sie so viel wie möglich zu unternehmen um sich ab zu lenken und die Zeit sinnvoll zu nutzen. Sportliche Aktivitäten sind nur eingeschränkt möglich, weil man eben nicht allein Eis klettern gehen kann und sie bisher niemanden kennt, dem sie sich so anvertrauen würde wie Leon. Andererseits hat sie in letzter Zeit so viel Training schleifen lassen, dass ihre Joggingroutine wieder herzustellen schon an eine Herausforderung grenzt. Nachdenklich beobachtet sie jetzt das Gespräch zwischen Katie und der jungen Mutter. Sie ist allein da, ohne ihre Tochter. Vielleicht ist das Kind noch klein. In Noukis Vorstellung reift das Bild eines Kindergartenkindes, das lernen muss sich in dieser Welt zurecht zu finden. Was für eine Aufgabe für eine Familie. Ihr Blick schweift vom Podium zu Jordyn, der aufmerksam zuhört was gesprochen wird. Vielleicht erzählt er ihr ja irgendwann mal von seiner Kindheit. Weiter nachsinnend, bemerkt sie plötzlich überrascht, dass Katie wieder neben ihr Platz nimmt. "Hey, das war sehr interessant." sagt Nouki und wendet sich ihr zu. "Ich fände das toll, dich zu einer deiner Reitstunden zu begleiten. Das könnte für meine Ausbildung nützlich sein und klingt spannend. Was meinst du?"

Erfreut lächelt die Angesprochene. "Das wäre wirklich super, Nouki. Meine Freundin hat sicher nicht immer Zeit und so ist es auch sicherer für mich." Die junge Teenagerin ist eine wirklich nette Person, wie sie findet. "Reitest du eigentlich auch?"
Katie denkt auch über die Worte der jungen Frau nach. Ob sie die Reitstunden tatsächlich von der Krankenhasse bezahlen lassen könnte? Das hatte sie nicht gewusst. Wenn das möglich ist, umso besser. Am besten, sie informiert sich darüber. "Und kennst du dich mit Krankenkassen aus?", fragt sie Nouki daher. "Ist das richtig, dass ich das Geld für die Reitstunden eigentlich hätte absetzen können?" Sie ist noch nicht so lange blind und in vielem fehlt ihr noch die Erfahrung.
"Das geht nur über Rezepte und bei ausgebildeten Stätten.", erklärt Jordyn. "Wenn meine Mutter hören würde, dass du ohne Erfahrung und ohne Fachpersonal auf ein Pferd steigst, würde sie vermutlich einen Herzinfarkt bekommen.", schmunzelt er klangvoll. In diesem Fall könnte er ihre Besorgnis sogar verstehen. Für jemanden, der noch nicht einmal ein Jahr ohne Augenlicht lebt, ist ungeübtes Reiten eine extreme Herausforderung und bei weitem nicht ungefährlich.
Leicht verunsichert blickt Nouki zwischen den beiden hin und her. "Ähm, ich kann nicht reiten, nein." beantwortet sie dann Katies erste Frage, da Jordyn die zweite schon übernommen hat. "Ich würde einfach nur gern zu sehen...aber für mich wäre es natürlich besser, wenn der Unterricht unter professioneller Leitung statt finden würde, weil ich dann etwas lerne über die Methoden und Hilfsmittel, die Anwendung finden." Sie zögert einen Moment. "Aber einfach so, als 'Privatschülerin' würd's mich trotzdem interessieren." schmunzelt sie. "Ich versteh aber auch was Jordyn sagt, gut sogar. Fühlst du dich denn wirklich sicher dort? Sonst könnten wir dir auch helfen eine anerkannte Reittherapie zu finden."
"Wow, das würdet ihr?" Katie lächelt. "Ich mochte die Reitstunde dort. Wir können uns aber gerne nach einer anerkannten Reittherapie umsehen. Und ich frag noch mal nach. Vielleicht gibt es auch vor Ort eine Lösung."

"Ja, das find ich gut. Auf jeden Fall würde ich dich gerne dorthin begleiten." Sie dreht sich zu Jordyn. "Was ist mit dir? Hast du auch Lust dazu, vielleicht zusammen mit Tani?"
Jordyn zögert. "Ehrlich gesagt, ... weiß ich es nicht. Das könnte sicherlich interessant sein. Aber ich bin nicht sicher, ob Pferde mir liegen. Ich überlege es mir."
Katie gibt sich damit zufrieden. "Dann können wir dabei ja verbleiben. Du überlegst es dir noch, und ansonsten begleitet mich Nouki eben." Sie lächelt. "Danke für das Angebot."
"Okay gut, aber ich will noch kurz was sagen." Nouki schiebt vorsichtig ihren Stuhl zurück und räuspert sich vernehmlich. "Guten Tag allerseits, mein Name ist Anouk Jaspers, ich bin siebzehn, sehend und Schülerin an der Brindleton High. Heute durfte ich zum ersten Mal an der Stunde hier teil nehmen. Mein Freund Jordyn Lamont hat mir einen Besuch in der örtlichen Blindenschule ermöglicht und mich anschließend hierher mit genommen. Für mich war es ein Tag mit überwältigenden Eindrücken, die ich erstmal verarbeiten muss." Sie verschränkt die Finger ineinander und reibt mit dem rechten Daumen nervös an der linken Handinnenfläche herum. "Ich..also ich bin zutiefst beeindruckt mit welcher kreativen und positiven Energie blinde Sims den Alltag bewältigen, das erfordert eine Menge Kraft und Mut. Ich hoffe in zwei Jahren nach dem Schulabschluss meinen Traumberuf zur Sportlehrerin mit Zusatzausbildung für Sims mit handicap beginnen zu können. Sie alle sind mir eine große Inspiration und ich möchte mich bedanken dafür, dass ich hier sein durfte." Mit leichter Röte im Gesicht setzt sie sich wieder und atmet tief ein und laut aus. "So. Geschafft. Und jetzt können wir von mir aus gern was trinken gehen." sagt sie mit einem Lachen in der Stimme.
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon und @simscat2
>>> Katie geht nach Copperdale - Haus von Katie Miller >>>
<<< Secco DeVir kommt von San Myshuno - Seccos Wohnung <<<
<<< Melissa Palm kommt von San Myshuno - Seccos Wohnung <<<
Charaktere: Secco / Mel
Geschichtsstrang: Die Lehrerin der Finsternis? II
Jetzt weiss Secco wieder, warum er gezögert hat, Frau Stern zu besuchen. Die Stimme wittert eine Chance und summt lautstark in seinem Kopf. Um herauszufinden ob die Packt-Theorie stimmt, müsste er nur…
„Secco… lass es uns tun…“
Bemüht konzentriert, drückt er die Klingel der Altbauwohnung und steigt kurz darauf die Stufen zu ihrer Wohnung hinauf.
„Du sagst kein Wort.“ ermahnt der Detective die Assistentin. Grinsend verschließt Mel ihre Lippen mit einem unsichtbaren Reisverschluss.
„Guten Tag Frau Stern. Detective DeVir, das ist Miss Palm. Können wir Ihnen nochmal ein paar Fragen stellen?“ Dabei hält Secco seine Marke hoch.
Die Lehrerin sieht die beiden an und legt die Stirn in Falten. „Was?“ fragt sie mit ans Ohr gelegter Hand.
„Fragen! Wir! Ihnen!“ wiederholt Secco lauter und macht Handgesten dazu.
Verstehend nickt sie und bittet beide herein.
Die Dekoration in ihrer Wohnung hält sich an ein eintöniges Musikthema. Noten, Instrumente, Bilder und Minianfertigungen davon als Staubfänger. Nichts sonderlich auffälliges. Das denkt auch Melissa, die sich irgendwie einen mit Schweineblut gemalten Judasstern im Wohnzimmer vorgestellt hatte.
Enttäuscht setzt sie sich an den Küchentisch und lehnt das angebotene Getränk ab.
„Frau Stern….“

„Bitte?“ schwerhörig lauscht sie, „Sie müssen lauter sprechen, ich verstehe Sie kaum.“
Secco unterdrückt einen schweren Ausatmer. „TRAGEN SIE ETWAS UM DEN HALS?“ er deutet unter dem irritierten Blick von Mel wegen seinem Schreien, etwas wie eine Halskette an.
Verblüfft schaut die Lehrerin nach unten. Als sähe sie es zum ersten Mal, zieht sie an der Kette und befördert eine Art Talisman ans Licht. Er sieht aus wie ein Zahn von einem wilden Tier, oder vielleicht der Stachel eines riesigen Insekts… Mels Augen werden grösser.
Secco betrachtet den Anhänger und die Frau. „Woher haben Sie das?“
„Woher?“ hakt sie nach, „Tut mir Leid, ich höre so schlecht, ich bin untröstlich.“ wiederholt sie.
„JA WOHER!“
Mel zuckt zusammen.

„Mein Sohn reist viel und hat es mir als Souvenir aus Haiti mitgebracht. Wissen Sie er ist Archäologe und…“
„Haiti?“ funkt Secco dazwischen und legt nachdenklich die Hand ans Kinn. Das passt nicht zu seiner Theorie. Mel sieht ihn verwundert an, nicht ahnend worüber er grübelt. Statt sich die Geschichte von Frau Stern zu ende anzuhören, bittet Secco sie - mehrmals - ihm den Talisman zu geben, doch sie wollte nicht. Oder konnte nicht?
Draussen am Motorrad, setzt Secco den Helm auf.
„Warum gehn wir schon?“ Mel kommt nicht mehr mit.
„Kennst du dich mit Haitianischer Mythologie aus?“
„Nein?“
„Dann fahren wir jetzt in die Bibliothek.“

>>> Melissa und Secco gehen nach Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines >>>
<<< Gary kommt von Forgotten Hollow <<<
<<< Lilly kommt von Brindleton Bay <<<
<<< Lydia kommt von San Myshuno <<<
Charakter: Lilly, Gary, Lydia
Geschichtsstrang: Wieder im Sommercamp (irgendwo in Plumbite Cove)
Es ist endlich warm genug in den Nächten, um in das Sommerquartier umziehen zu können. Gary hat heute schweren Herzens von der kleinen Holzhütte auf den Klippen Abschied genommen, Türe und Fenster wieder mit Holzbrettern vernagelt und sich mit all seinem Hab und Gut zur kleinen Brücke außerhalb von Copperfield aufgemacht.
„Ziehst du noch ein wenig zur anderen Seite, Lilly? Ich halte hier dagegen.“ In gebückter Haltung fixiert Gary ein Stück des Zeltüberwurfs mit einer Hand und zieht es zu sich heran. Auf der schräg gegenüberliegenden Seite steckt Lilly einen Hering durch die dafür vorgesehene Schlaufe, drückt den Metallstab in das Erdreich und zurrt damit die Plane fest. Sorgfältig zupft Gary alles noch faltenfrei, befestigt auf seiner Seite mit derselben Umsicht und richtet sich dann mit zufriedener Miene wieder auf. „Vielen Dank, Lilly. Das dürfte passen so. Diese Ecke hier ist recht windgeschützt und wir haben genug Heringe im Boden verteilt.“
„Das ist schön ihr zwei, dann könnt ihr ja jetzt her kommen zum essen.“, schallt Lydias Stimme zu ihnen herüber. „Die beiden Hechte sind durch und die Kartoffeln auch.“
Garys ehemalige Musiklehrerin winkt mit einer Gabel in der Hand vom Feuer zu ihnen herüber.
Lächelnd sieht Gary zu der Vampirin.“Wirst du auch etwas davon versuchen?“ 
Es ist das zweite Jahr, indem er hier sein Lager aufschlägt. Die große Eiche, die den Platz beschattet, bietet Sichtschutz von oben, so dass nicht jeder Passant auf der Brücke sofort das Zelt entdeckt. Sicher ist es nicht, dass er unbehelligt bleiben wird und die Behörden ihn in Ruhe lassen, aber damit kann er sich beschäftigen, wenn es soweit ist. Jetzt fühlt es sich einfach nur gut an, wieder hier zu sein und zu seiner Freude hatLilly Interesse daran bekundet, wo er die nächsten Monate leben wird. „Ich hab sonst noch das hier.“ Er zieht drei Plasmafrüchte aus seinem Rucksack und schwenkt sie in ihre Richtung. „Dein Mann ist recht fürsorglich derzeit.“ fügt er mit einem kleinen Lächeln an.
Lilly muss lachen. „Ist er immer.“, grinst sie. Auch, wenn Viktor das nur selten nach außen zeigt. Doch es freut sie, dass er sich offenbar mittlerweile auch Gary etwas öffnet. Sie mustert die Plasmafrüchte. Jetzt im Moment hält sich ihr Durst noch in Grenzen. Doch für später ist nun gesorgt. „Und jetzt während meiner Schwangerschaft ist er umso fürsorglicher.“ Sie geht näher zum Lagerfeuer. „Der Fisch riecht wirklich gut..“, lobt sie, „ich brauche kein normales Essen mehr zum Überleben, aber probieren würde ich trotzdem mal.“
Die drei setzen sich auf die Hocker um das Feuer. Auch Lilly bekommt einen Teller vorgesetzt. Zufrieden beobachtet sie das kleine Mahl, das mit Kräutern garniert ist. Es ist deutlich, dass Lydia Erfahrung in der Zubereitung hat. Sie nimmt den ersten Bissen. Der Geschmack erinnert sie an alte Zeiten. Als sie noch in Brindleton Bay lebte, stand Fisch oft auf dem Speiseplan. Kein Wunder, bei der dortigen Nähe zum Meer. „Schmeckt auch gut!“, erzählt die Vampirin lächelnd.
Sie genießt es und blickt zum Zelt rüber. Wäre eigentlich auch mal nice, mal wieder zelten zu gehen. Doch für sie ist das immer etwas schwierig. Der Trank hat schließlich nur eine begrenzte Wirkungsdauer.
"Ja Lydia, du zauberst beim Kochen genauso magisch, wie auf der Geige. Sogar am Lagerfeuer.", bemerkt Gary, während er vorsichtig seine Kartoffel aus der Alufolienhülle pult. "Ist das Estragon, was ich da rieche? Und eine Prise Thymian?" Die Aromen kurbeln seine Speichelproduktion an. Ungeduldig knüllt er die Folie zusammen und wirft das Knäuel in eine Plastiktüte, die als Abfall dient, dann führt er mit Genuss die erste Gabel mit dem köstlich duftenden Fisch zum Mund. "Mmmmhmmm.."
Lydia lacht leise. "Weißt du noch? Als du klein warst? Wenn ihr ein bisschen später dran wart mit dem Essen und ich zur Übungsstunde kam, hast du, kaum dass du mich gesehen hast, dein Besteck hin geworfen und bist vom Tisch weg gerannt, um deine Geige zu holen. Nichts konnte dich dazu bewegen weiter zu essen. Was hat sich deine Mutter geärgert manchmal."
Gary kaut genüsslich und nickt nur amüsiert, bei Lydias Erzählungen. Er erinnert sich noch genau an diese elektrisierenden Momente und die überbordende Freude, dass seine Lehrerin endlich da war.
Warm lächelnd schüttelt die ehemalige Geigenlehrerin den Kopf und wendet sich Lilly zu. "Gary erzählt mir immer wieder von ihrem außergewöhnlichen musikalischen Talent. Wie ist das bei Ihnen Lilly? Liegen die Wurzeln für die Musikleidenschaft auch in ihrer Kindheit oder gab es später erst Impulse, die sie zum Klavier spielen gebracht haben?"
Lilly lehnt sich zurück. Sie erinnert sich gerne an ihre Mutter. „Mom hat immer gerne gesungen. Hatte eine tolle Stimme.“ Sie schließt ihre Augen für einen Moment. „Von ihr habe ich es gelernt, die Musik zu lieben. Und zu verstehen. Es war nicht immer einfach. Vor allem bei meinem strengen Vater. Aber Mom, Elinor … sie hätte dir bestimmt gefallen, Lydia. Hat die Herzen der Menschen berührt. Sie hat oft gelitten unter ihrem Ehemann, und doch.. hatte sie die Lust am Singen nie verloren.“
Einen Moment lang zeigt sich Traurigkeit in Lillys Augen. „Sie hat meinen Bruder und mich immer getröstet mit ihren Liedern, wenn wir traurig waren. Wenn wir in Vaters Augen für irgendwas wieder nicht gut genug waren. Bis der sie für eine andere verließ. Dann begann es bergab zu gehen... Er war der Geldverdiener unserer Familie. Sie hatte nichts mehr.“ Lilly unterbricht sich für einen Moment. Es dauert, bis sie wieder fortfährt: „Sie ist an Krebs gestorben. Hatte angefangen das Geld, was sie zusammenkratzen konnte, für Nikotin und Alkohol auszugeben, um die Depressionen zu betäuben. Und ich... musste die Leere nach ihrem Tod auch irgendwie füllen.“
Erneut hält sie einen Moment inne. „Ich wollte die Erinnerung an die Musik bewahren. Habe anfangs gesungen, bis ich später merkte, dass Musikinstrumente eigentlich eher mein Ding sind. Aber so kam ich dazu. Ein Konzertticket habe ich mir nie leisten können. Dennoch fand ich schnell meine Liebe zum Klavier, als ich einen Pianisten kennen lernte, der mir die Grundlagen beibrachte. Ich sparte, bis ich mir selbst ein Klavier leisten konnte. Mein Bruder Phil hat mir dabei geholfen und bisschen was dazu bezahlt. Er war immer sparsamer als ich. Und von da an ist dieses Instrument ein Teil von mir. Auch wenn ich mir vieles selbst beibringen musste.“
Sie lässt ihre Gedanken schweifen. Irgendwann, als sie durch ihre Krimis etwas flüssiger wurde, hatte sie es Phil zurückzahlen können.. einige Monate vor ihrer Begegnung mit Viktor, als sie noch ein Mensch war. 
Nachdenklich lauscht Lydia den Ausführungen, während sie nebenbei sorgfältig mehrere, kleine Gräten aus dem zarten Fischfleisch entfernt und ins Feuer wirft.
"Das Klavierspiel hat dir über schwere Zeiten hinweg geholfen, das ist ein wunderbares Geschenk. Wenn man in solch harte Lebensumstände geworfen wird, ist es überlebensnotwendig einen Anker zu haben, der einen über Wasser hält." Ihr Gesicht strahlt Wärme aus, als sie zu Lilly aufblickt. "Darf ich dich fragen? Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt? Ist die Musik ein Teil davon?"
Wie von sich selbst überrascht, reißt sie belustigt die Augen auf. "Entschuldige, ich wollte nicht deinem Mann unterstellen, dass er nichts zum Haushalt beiträgt." Lydia lacht kopfschüttelnd. "Nein, ich meinte ..fühlst du die Musik als deine Berufung und trägst sie für eine Gegenleistung in die Welt?"
Gary schmilzt ein kleines Stück Butter auf seinen Kartoffeln und schmunzelt in sich hinein. Für ihn ist Lydia einer der wichtigsten Anker in seinem Leben. Sie war es schon als Musiklehrerin, die auf beinahe magische Art und Weise das Beste und Tiefste aus seiner Geigerseele heraus geholt hat. Ihre andere große Gabe, nicht urteilend mit Menschen und dem Leben umzugehen, sondern zuzuhören, sich Gedanken zu machen und alles was an sie heran getragen wird, als Geschenk zu betrachten, mit dem man arbeiten kann, macht sie auch heutzutage zu einer tragenden Säule für ihn.
„Oh, Viktor trägt den Großteil unserer Finanzen bei.“ Lilly hätte ihn gerne besser finanziell unterstützen können. Ihre Krimis werfen zwar schon Geld ab, aber nicht jeder davon entwickelt sich zu einem Bestseller. Sie erinnerte sich daran, dass sie Viktor mal darauf angesprochen hat. Er hat gelächelt und gesagt, es sei nicht so wichtig, dass er mehr verdient. Lilly weiß, dass er es gut meint. Aber Lilly möchte nicht ohne irgendetwas dastehen, wenn es doch mal enden sollte. Nicht den selben Weg gehen müssen wie ihre Mutter...
„Ich bin aber nicht untätig.“, sagt sie selbstsicher. „Es kommt zwar vor, dass man mich mal als Pianistin engagiert, aber den Großteil meines Geldes verdiene ich über meine Krimis.“ Sie lehnt sich auf ihre Hand. „Bücher sind ebenfalls wichtig für mich.“
"Krimis?" Interessiert hebt Lydia den Kopf und behält die Gabel mit Fischfilet vor sich in der Luft. "Du bist Autorin? Und veröffentlichst auch?"
Vorgeblich streng blickt sie zu Gary. "Wieso hast du mir das vorenthalten? Du weißt dass ich es liebe mit Sims über kreative Herzensprojekte zu sprechen."
"Öhm..fftde...bhu..uff." Gary lacht leise. "Du lässt mich zu wenig zu Wort kommen und lenkst mich dann mit Geigenspiel ab, Lydia." Er beugt sich vor und wirft einen Holzscheit ins Feuer. Funken sprühen knisternd und die Flammen lodern kurz darauf wieder hell. Zufrieden nimmt er sein Besteck wieder auf und trennt ein paar Gräten aus dem Fisch heraus.
Lydia schüttelt milde lächelnd den Kopf und wendet sich dann wieder der Vampirin zu. "Wo möglich hab ich schon mal etwas von dir gelesen, Lilly! Ich bin eine Leseratte. Erzähl doch ein wenig über deine Bücher, bitte."
Lilly lässt sich nicht lange darum bitten. Ihre Augen strahlen, während sie von ihren Leidenschaften erzählen kann. „Mein erster Krimi hatte den Titel ‚Der stille Zeuge‘“, erklärt sie, in Erinnerungen schwelgend. „Da ging es um einen Doppelmord in einer Villa, und nur die Katze des Hauses – der stille Zeuge – war am Leben geblieben.“ Auch wenn sie sich nicht mehr Wort für Wort an ihren Text erinnert, weiß sie noch genau, wie sie gleich von Anfang an versucht hat, eine mysteriöse Atmosphäre zu schaffen, welche Adjektive sie gewählt hat und wie sie bewusst auch manchmal Wiederholungen nutzte. Dennoch gibt es vieles, das sie heutzutage anders geschrieben hätte. „Da war mein Schreibstil noch nicht komplett entwickelt, und das merkt man auch.“ Lilly denkt nach, und zählt dann weitere Titel auf: „Andere Titel von mir sind zum Beispiel ‚Giftige Rache‘ oder ‚Das letzte Alibi‘. Besonders stolz bin ich auf mein neuestes Werk: Schattenpfade.“ Die Vampirin genießt es, das Interesse ihrer Zuhörer geweckt zu haben: „Ohne groß spoilern zu wollen, spielt dieses Mal ein Wald eine wichtige Rolle.“ Lilly macht eine kurze Pause, versucht anhand der Blicke zu erkennen, ob irgendetwas davon Lydia oder Gary etwas sagt. „Der Kommissar Jan Berger, der in vielen der Geschichten vorkommt, ist Viktor nachempfunden. Nicht zu 100% und auch mit eigenen Macken, aber im Groben war Viktor mein Vorbild für ihn.“ Lilly hatte darauf verzichtet, auch Berger stricken zu lassen. Stattdessen hat sie sich für ihren Kommissar eine andere Macke überlegt: Die Angst vor der Dunkelheit. Besonders in ihrem letzten Krimi kam diese Angst oft zum Tragen, denn auch der Wald war dunkel. Doch Berger blieb stoisch und löste den Fall, genau wie Viktor, der niemals aufgibt. „Ich schreibe unter dem Pseudonym Roselyn Dark!“, erklärt Lilly noch. „Vielleicht sagt euch das ja etwas.“ 
Zufrieden aufseufzend vertilgt Gary seinen letzten Bissen und stellt den leeren Teller neben sich am Boden ab. Er wird das Geschirr später in dem kleinen Bach, der unmittelbar an sein 'Zuhause' grenzt, mit Sand abreiben und es dann mit klarem Wasser abspülen. Das reicht, es ist überhaupt kein Spülmittel oder Seife nötig. Aufmerksam lauscht er dem weiteren Gespräch der beiden Frauen und sammelt nebenbei auch deren Besteck und Teller ein. Es freut ihn, dass Lydia so aufblüht und Lilly sich öffnet. Die Stimmung ist angenehm und er sieht im Moment keine Veranlassung sich aktiv zu beteiligen. Stattdessen macht er sich daran weitere Sachen aus zu packen und an ihren Platz zu räumen.
"Oh ja, Jan Berger!", ruft Lydia aus und schlägt sich begeistert mit beiden Händen gegen die Wangen. "Ich hatte ja keine Ahnung!" Mit leuchtenden Augen beugt sie sich zu Lilly. "Ich liebe es, wie kreativ er wird, wenn es darum geht, Lichtquellen zu erschaffen oder ausfindig zu machen, nur damit er nicht irgendwo im Dunkeln herum streifen muss." Sie kichert begeistert. "Ich hab mich gekugelt, als er dem Schuljungen das Glas mit den Glühwürmchen abgeschwatzt hat." Sie sieht auf, weil Gary vom Zelt herüber nach Lilly ruft. "Matratze aufblasen? Er denkt wohl, weil du mal gesungen hast, sind deine Lungen kräftiger als seine." Die alte Dame erhebt sich ächzend und lächelt Lilly auffordernd zu. "Geh nur. ich kümmere mich um den Abwasch."
"Lilly, du bist meine Rettung!", lacht Gary mit hochrotem Kopf, als die Vampirin bei ihm ankommt. "Kannst du die nächste Runde pusten übernehmen? Ich brauch eine Pause." 
„Keine Luftpumpe dabei?“ Offensichtlich nicht, sonst hätte Gary ja nicht fragen müssen. Lilly hilft ihm. Langsam, und selbst für eine Vampirin mühsam, doch am Ende ist es geschafft. „Was würdest du nur ohne mich machen?“, fragt sie scherzhaft, während sie Garys hochroten Kopf mustert. Der kommt erst so langsam wieder zu Atem. Sie lässt sich auf der Luftmatratze nieder und nimmt sich eine der Plasmafrüchte.
Wäre eigentlich eine gute Zeit für Musik. „Hast du deine Geige mitgebracht?“, fragt sie Gary.
"Weißt du, ich habe heute in deine Musikerseele blicken dürfen und erfahren, wo die Quelle deiner Leidenschaft liegt. Das ist schön. Danke, dass du erzählt hast, Lilly." Je öfter er sich mit der Vampirin unterhält, desto mehr ergibt sich ein Bild, was Lilly und die Musik angeht, das sie ihm näher bringt. Er kramt kurz im Zelt und kehrt mit dem Geigenkasten zu ihr zurück. "Ich würde doch niemals ohne sie hierher kommen." Als er Lydia mit dem Geschirr zum Bach laufen sieht, hebt er einen Arm. "Lass sein Lydia. Komm zu uns und schenk uns deine Singstimme." Er setzt sich neben Lilly auf die Matratze und freut sich, als kurz darauf die alte Dame zu ihnen stößt. "Stimm ein Lied an, Lilly. Wir folgen dir."
(in Zusammenarbeit mit @Murloc)
>>> Lilly geht nach Forgotten Hollow Nr 4 - Villa Blutrose >>>
>>> Gary geht nach Forgotten Hollow Nr 4 - Villa Blutrose >>>
#16
<<< Ellie kommt von Sulani - Clemens Ferienhütte <<<
<<< David kommt von Britechester Nr. 11 - Neue Wohnung von Jenna und Delaila <<<
Charaktere: Ellie, David
Geschichtsstrang: Helden und Schurken
Ellies Füße klopfen nervös auf dem Boden. Nur noch zehn Minuten bis Feierabend, und noch immer ist David nicht da. Nach dem Fiasko von der Party hat er sich doch hoffentlich keine Rauchvergiftung geholt? Vor allem, da Ellie das Tuch von ihm in ihrer Tasche gefunden hat, fragt sie sich, was mit ihrem Mitarbeiter ist. Sie holt es hervor, streicht über den schwarzen Stoff. Es ist ihr damals nicht aufgefallen, aber jetzt, wo sie mehr Ruhe hat, bemerkt auch sie die Qualitätsarbeit. Der Stoff ist hochwertig und auch das eingestickte JC macht aus dem Tuch etwas Persönliches. JC? Wofür das wohl steht? Im Namen David kommt keiner dieser Buchstaben vor. Aber so oder so.. es sieht aus wie ein Tuch, das er bestimmt gerne wieder bekommt.
Wenn er gerade krank geschrieben ist, könnte sie es ihm doch vorbei bringen, oder? Dass er bestimmt noch so lange auf das Tuch verzichten könnte bis er wieder gesund ist kommt ihr gar nicht erst in den Sinn.
Ellie wählt seine Nummer: „Sag mal, David, alles in Ordnung bei dir? Hab dich beim Ställe säubern vermisst.“
Mit dem Korb in der Hand streift David durch die Gänge, als es an seinem Hintern vibriert. Ein Blick aufs Display zeigt Ellies Namen an. "Hey, Ellie." Er klemmt das Telefon zwischen Schulter und Ohr und zieht eine Packung Nudeln aus dem Regal. "Was gibt's?" Den Aufdruck der Tüte studierend muss er bei ihren Worten schmunzeln. "Das nenne ich mal eine Beförderung. Vom Rumnerven direkt zum Vermissen. Ich fühle mich geehrt." Knisternd stellt er die Packung zurück - zu viele fragwürdige Inhaltsstoffe. "Ja, soweit okay. Naja, bisschen ... egal, ich hab paar Tage frei genommen. Wie geht's dir? Bist du okay?" Dinkel. Darauf ist Verlass. In den Korb.
„Ja, alles in Ordnung. War fit genug, um arbeiten zu gehen.“ Sie muss grinsen. „Aber Sorgen? Ach was, ich hab nur dein Tuch bei mir gefunden. Muss es unbewusst eingesteckt haben. Ich dachte, ich könnte es dir vielleicht vorbei bringen. Damit ich dich wenigstens damit nerven kann. Das scheinst du ja zu vermissen.“
"Das ist ... sehr rücksichtsvoll.", bemerkt er grinsend. "Ich bin in Copperdale." Einen kurzen Moment überlegt David. Es sollte nicht nötig sein, für diese Sache extra raus zu fahren. Andererseits ist das nicht irgendein Stück Stoff. Und Anita hat gesagt, er soll entspannen. Oder sich ablenken. Oder sowas. Er hat nicht genau zugehört. Ein bisschen Gesellschaft ist womöglich gar nicht schlecht. Vorausgesetzt ... "Hey, wenn du Zeit und Bock hast, warum kommst nicht her? Ich bin noch ne Weile hier, das Wetter ist gut, wir können ein bisschen abhängen, wenn du magst." 
Ellie überlegt eine Weile. In Copperdale kennt sie sich nicht wirklich aus. Aber das heißt ja nicht, dass sich das nicht ändern kann. Seit der Party ist der Respekt vor David nur gewachsen. Er war es, der ihr geholfen hat, den Verletzten in Sicherheit zu bringen. Er hat sich die Zeit genommen, sie danach nach Hause zu fahren. Vielleicht ist es ja wirklich eine gute Idee, mal etwas in Copperdale zu unternehmen. "Zeit ist kein Problem. Der Feierabend ist ja gerade erst gestartet. Ich muss nur grad schauen, welcher Bus nach Copperdale fährt und dann kann ich mich direkt auf den Weg machen. Das klingt nach Spaß!"
Während sie spricht, geht Ellie zur Bushaltestelle, von der sie normalerweise den Bus Richtung San Myshuno nimmt. Jetzt, wo sie 18 ist, könnte sie ja eigentlich auch mal den Führerschein angehen, so wie Ben. Aber zumindest kommt sie mit ihrer Monatskarte auch überall hin.
"Cool." Das Telefon wieder in die Hand nehmend, begutachtet David das frische Gemüse. Wenn er noch eine Weile in Copperdale bleibt, sollte er umstrukturieren. Lebensmittel kann er auch in den nächsten Tagen besorgen. "Fahr bis zum Prescott Square. Da hol ich dich ab." Er legt die wenigen Waren zurück in die Regale und verlässt das Geschäft.
"Nächster Halt: Prescott Square!"
Ellie horcht auf. Das ist ihr Stopp! Sie steigt aus, sieht sich um. Es dauert nicht lange, bis sie David erblickt. Schnell ist sie bei ihm. "So so. 'JC' ist also wirklich auf Achse. Hi!" Sie lächelt. "Apropos, wofür steht das eigentlich?" Sie fasst in ihre Tasche und holt Davids Tuch hervor. "Oder gehört das zu einer Schreibweise von David, die ich nicht kenne?"
Das Tuch entgegennehmend faltet er es auseinander, um es zu untersuchen. Es hat keinen Schaden davon getragen, riecht aber stark nach Rauch. Ein flüchtiges Lächeln zuckt über seine Mundwinkel, als er es ordentlich faltet und in die Hosentasche schiebt. "Such dir was aus. Eine verflossene Liebe, ein Spitzname, ein Idol oder eine nerdige Fantasiesprache - gibt genug Möglichkeiten." Sein Blick trifft Ellies und obwohl er sich bemüht, kann er die Strapazen der vergangenen Tage nicht ganz verbergen. "Danke, dass du extra herkommst deswegen. Das weiß ich zu schätzen." Ein Nicken deutet über die Straße, als er dem kleinen Beutel neben sich vom Boden anhebt. "Hast Hunger? Ich hab paar Knabbereien besorgt. Da drüben können wir uns ausbreiten." Sein Handrücken tippt Ellie gegen den Oberarm als Aufforderung, ihm zu folgen.
"Ok... dann gehe ich davon aus, dass es für..." Verdammt, was fängt mit J an? .. "jähzorniger Chaot steht." Ellie lacht leise. Als jähzornig würde sie David auch nicht einschätzen, aber es war das erste, was ihr für den Buchstaben in den Sinn kam. Seltsam eigentlich, denn auch Ben ist eher chill.. jähzornig ist eigentlich kein Adjektiv, das sie oft nutzt... Vielleicht hätte sie was Neutraleres wie 'jung' nehmen sollen stattdessen. Doch Ellie korrigiert sich nicht sondern folgt ihm. "Aber ja, ich hab Hunger. Eigentlich immer um diese Uhrzeit. Und vegetarisch ist mir auch recht. Das bin ich eh gewohnt dank Ben." Dass David vegetarisch bevorzugt, weiß sie mittlerweile, dank den Mittagspausen auf der Arbeit.
"Spannende Interpretation.", grinst David. Würde man Boom Boom nach ihrer Meinung fragen, würde sie der Beschreibung vermutlich finster lachend zustimmen. Stumm ärgert er sich darüber, dass sie es immer wieder in seine Gedankenwelt schafft - das Mädel ist wie ein verdammter Fluch. Als hätte sie ihm nicht schon oft genug das Herz zerquetscht, jagt ihr Wesen ihm nun auch noch Schuldgefühle unter die Zehennägel. Er muss dieses Miststück ein für allemal hinter sich lassen.

"Ben?", fragt David beiläufig, mehr um sich von seinem Dämon abzulenken, als aus echtem Interesse. "Dein Freund?" Am Tisch angekommen packt er Bagles, Äpfel und Birnen aus, eine Pappschale mit würzigem Zucchinisalat kommt dazu und zuguterletzt zückt er zwei verpackte Sets Bambusbesteck. "Der Laden hier an der Ecke ist klasse.", erklärt er. "Da gibt's Vieles unverpackt, jede Menge Bio zu erschwinglichen Preisen, weil es weniger schön aussieht, und Alternativen zum Plastikwahnsinn. In der Handhabung ist der Kram manchmal gewöhnungsbedürftig. Aber ich finde, es ist die Sache wert." Er setzt sich und lässt den Blick über das Wasser vor sich schweifen. Ein tiefer Atemzug versucht ihm die Ruhe zu bringen, die Anita ihm zu suchen aufgetragen hat, aber das Gefühl will sich einfach nicht einstellen.
"So einen ähnlichen Laden gibt's in San Myshuno auch.", erklärt Ellie lächelnd. "Ben ist Fan davon. Was immer er nicht selbst anbaut, kauft er mit Vorliebe dort." Nun erinnert sie sich Davids vorherige Frage. "Er ist mein Bruder, nicht mein Freund."
Ellie beäugt den Zucchinisalat. Der sieht wirklich lecker aus und sie füllt sich etwas davon auf ihren Teller. Der Geschmackstest bestätigt schnell: Der schmeckt auch gut. Kauend zeigt sie den Daumen nach oben. "De würre Ben auch smeck'n!", bringt sie mit vollem Mund hervor. Vielleicht sollte sie nachher noch beim Laden vorbei gehen und etwas davon für ihn kaufen. "Und wenn du es gesund magst: Bald wird Ben mit ner Familienfreundin einen Gartenladen eröffnen: Green Fingers. Dort verkaufen sie ganz unterschiedliche Pflanzen oder deren Samen. Bestimmt sind da auch mal leckere Kräuter dabei oder Gemüse. Ende des Monats ist die Eröffnung in Brindleton Bay." Dass sie schon Werbung machen würde, bevor der Laden überhaupt wirklich existiert, hätte sie nicht gedacht. Aber das machen Ben und Maryama ja auch: Sie haben bereits Plakate aufgestellt zur baldigen Eröffnung.
"Ich mags vor allem fair.", kommentiert David humorlos. "Die Welt ist schon kaputt genug. Da versuche ich wenigstens auf meinen ökologischen Fußabdruck zu achten." Aus der Hosentasche zieht er ein kleines Taschenmesser hervor, mit dem er einen der Äpfel zu zerteilen beginnt. Die Hälfte legt er zu Ellie herüber, ohne auch nur in Erwägung zu ziehen, sie könnte ablehnen. "Klingt nicht uninteressant. Werd mir das mal ansehen, wenns soweit ist. Wir brauchen viel mehr solcher Projekte." Das Messer an einer Serviette abwischend, kaut er auf dem Obst herum. "Wie alt ist dein Bruder? Hast noch mehr Geschwister?"
"20, also etwas älter als ich. Er hatte erst im April seinen Geburtstag, ist also noch nicht lange her." Ellie seufzt. "Aber andere Geschwister habe ich nicht." Der Unfall hat die Chance dazu leider unmöglich gemacht, auch wenn sie diesen Satz nicht laut ausspricht. Sie nimmt sich ein Apfelstück. Für ihren Geschmack ist diese Sorte etwas zu sauer, aber es schmeckt ihr trotzdem.

"Reicht doch. Großfamilie ist nicht immer ein Segen." David greift nach einem Bagel, reißt es in vier Stücke und beißt von einem Teil ab. Sein Blick ruht auf dem Tisch, irgendwo zwischen ihm und Ellie, als er mit fester Stimme das Thema wechselt: "Das war ziemlich mutig von dir. In Sulani, meine ich. Pascal da raus zu holen." Er sieht auf und seine hellen Augen fixieren Ellie, als würde er etwas in ihrem Blick suchen. "Ich war bei ihm im Krankenhaus. Er lässt dich grüßen und will dir gern persönlich danken."
Ellie stockt eine Weile. Sie hat nie darüber nachgedacht, ob das nun mutig ist oder nicht. Sie hat einfach das getan, was sie für das Richtige hielt. Aber ja, es war wohl wirklich mutig. Viele trauen ihr das nicht zu, weil sie so ruhig ist. Doch das wirkt sich auch auf Extremsituationen aus. Auch hier kann sie die Ruhe bewahren, die einfach zu ihrem Charakter gehört. "Ich bin jedenfalls froh, dass wir ihn retten konnten. Ich werde Pascal gerne besuchen, so lange er im Krankenhaus liegt. Er hat ein bisschen Gesellschaft auch verdient.", sagt sie bescheiden. "Hat er auch erzählt, was ihm passiert ist?"
David nickt, die Lippen streng zu einem schmalen Strich gezogen. Er wünschte, seine Befürchtungen hätten sich nicht bewahrheitet. Der Gedanke an diesen ganz persönlichen Verrat lässt den Stich in der Brust erneut aufflammen. "Er hat versucht, sie aufzuhalten. Sie hat mit irgendeiner Spraydose rumgezündelt." Zorn kocht in ihm hoch. Kopfschüttelnd ringt er um Beherrschung. Er will den Frust nicht an Ellie auslassen. "Sie hat ihn weggestoßen und danach kann er sich nicht an viel erinnern. Ich wusste nicht mal, dass er da lag. Wenn du ihn nicht aufgesammelt hättest ..." David seufzt und reißt mit den Zähnen ein Stück seines Bagles ab. Er kann diesen Gedanken nicht aussprechen. "Du bist ne verdammte Heldin, Ellie Hawk. Und auch ich will dir danken." Er zwingt sich ein Lächeln auf die Lippen, das zwar ernst gemeint ist, dennoch nur mit Mühe gelingt.

Sie? "Heißt es, das war Brandstiftung?" Ellie ist geschockt. "Wer macht denn so was?" Sie hatte nicht mitbekommen, was wirklich passiert ist, nur das, was daraus resultierte. War das Viola? Aber eigentlich kann sich Ellie das nicht vorstellen. Aus welchem Grund hätte Viola das tun sollen? Sie hätte nichts davon.
"Meine irre Ex macht sowas. Die ist dir bestimmt aufgefallen. Blass, türkises Haar, spitze Zähne. Ich wusste schon immer, dass sie nicht ganz dicht ist. Aber sowas ... habe ich nicht mal ihr zugetraut. Schwerer Fehler, würde ich sagen." Bemüht, die Laune nicht zu tief sinken zu lassen, zucken die Brauen in die Stirn. Den letzten Bissen würgt er trocken herunter - der Appetit ist ihm vergangen. "Willst du noch was? Sonst räume ich zusammen und wir gehen noch ein Stück?"
"Lass uns gehen.", sagt Ellie betrübt. Dieses Mädchen mit türkisen Haaren hat sie am Rande gesehen, jedoch ohne sie sich genau anzuschauen. Auf Viola passt die Beschreibung jedenfalls nicht, trotz der Erwähnung spitzer Zähne. Sie hilft David, die Reste zusammen zu packen. "Wirst du sie anzeigen?"
"Wenn es nach mir ginge, würde ich sie bis zum Rückenmark ausquetschen." Etwas Hartes liegt in Davids Ausdruck, als er, den Blick nach vorn gewandt, den Pfad um den See einschlägt. "Aber das ist nicht meine Entscheidung. Mein Vater und seine Frau überlegen noch. Ich glaub, er will mir nicht ans Bein pinkeln."
Die gute Laune von Ellie ist verflogen. "Nicht nur, dass sie die Bude abfackelt.. sie nimmt auch noch in Kauf, dass Pascal hätte sterben können. Wenn jemand eine Strafe verdient hat, dann ist sie es jedenfalls." Sie kann es sich nur schwer vorstellen, wie es ist, sich so in einem Menschen täuschen zu müssen. Sie war einmal Davids Ex.. Ist das der Grund, warum sie das tat? Eine seltsame Art von Eifersucht? Oder war ihr einfach nur langweilig? "Nicht einmal mein Ex hat so etwas getan, und der war schon schlimm genug!"
Erst jetzt fällt Ellie auf, was David gerade gesagt hatte: "Moment, die Hütte gehört deinen Eltern?"

Davids Blick schweift über die Landschaft. Die Berge umrunden den See, als wollten sie über ihn wachen.
"Was davon übrig ist.", nickt er knapp. "Fühlt sich irgendwie echt scheiße an. Aber vermutlich besser, als wenns gemietet wäre." Ein kühles Schmunzeln zieht über seine Mimik. "Ich warte noch drauf, den Arsch versohlt zu kriegen. Aber stattdessen musste ich Anita versprechen, mich ein paar Tage zu erholen."
Ellie muss schmunzeln. Sie freut sich, dass David seinen Optimismus dadurch nicht verloren hat. "Ja, Erholung ist jetzt wichtig." Sie zwinkert ihn zu. "Bis dahin werde ich mich eben alleine um die Tierställe kümmern. Nutze deine Erholungstage."
"Ich bin ein Macher, Ellie. Kein Gammler. Vermutlich muss ich Anita enttäuschen." Von oben herab schenkt er ihr ein schiefes Grinsen. "Außerdem kann ich nicht erlauben, dass du dich auf Arbeit langweilst. Wer soll dich rumschubsen, wenn nicht ich?" Seine flache Hand stößt sie neckisch in den Oberarm, so dass sie einen Schritt zur Seite stolpert.
Jetzt kann Ellie ihr Lachen nicht mehr zurück halten. "Ach, ich werde schon Alternativen finden, die mich herumschubsen. Du weißt ja, Bandit und Zorro halten mich schon noch auf Trab!" Dabei handelt es sich um zwei Waschbären, die momentan auf der Auffangstation ihr vorübergehendes Zuhause haben.

"Und ich dachte schon, der Kratzer ist von deinem Lover." Grinsend tippt David sich gegen den Hals.
Ellie fasst sich an den Hals. Tatsächlich, sie spürt den Kratzer auch. "Ja, das war Bandit vorhin. Ein Beweis seiner Liebe." Sie schmunzelt.
"Verstehe." David nickt grinsend. Es war eine gute Entscheidung, sich mit ihr zu treffen. Allein in der Wohnung wäre er sicherlich intensiver ins Grübeln gekommen.
(In Zusammenarbeit mit @Murloc )
>>> Ellie geht nach Newcrest Nr. 12 - Fussballplatz >>>
>>> David geht nach Newcrest Nr. 12 - Fussballplatz >>>
#17
<<< Dylan kommt von San Myshuno (4) <<<
<<< Charlie kommt von San Myshuno (4) <<<
Charaktere: Dylan, Charlie
Ort: Am Pier
Geschichtsstrang: Küss mich
Am frühen Abend wimmelt der Pier von Copperdale nur so von unternehmungslustigen Sims, die sich um die Attraktionen drängen. Dylan fasst Charlies Hand fester und schiebt sich mit ihr durchs Getümmel. Seit der Nacht in San Myshuno sind drei Tage vergangen und sie hatten bisher nicht wirklich Zeit miteinander zu reden. Dylan würde das gerne heute ändern, hat aber keinen Schimmer, wann dafür der richtige Zeitpunkt ist.
„Steigen Sie ein, noch eine Runde Gänsehaut gefällig? Nicht so ängstlich! Heben Sie sich das für die Fahrt durchs Dunkel auf!“, tönt es aus der Ticketkabine bei der Geisterbahn. Ob das nach Karlottas Geschmack wäre? Dylan könnte sich schon vorstellen, sie vor den Geistern zu beschützen. Eng an ihn gekuschelt, froh eine Schulter zu haben, an der sie sich verstecken kann. Moment.. Dylan lässt blinzelnd die verlockende Fantasieblase platzen. Es ist Charlie. Die würde vermutlich das Skelett in seine Einzelteile zerlegen und dem Werwolf eins auf die Nase geben. Schmunzelnd wirft er ihr aus den Augenwinkeln einen Blick zu. Sie sieht zu Boden. Ihr Profil und der sanfte Schwung des gebeugten Nackens lassen sein Herz schneller schlagen. Ihre Haut ist so zart an dieser Stelle, am liebsten würde er..
Die Augen abwendend, unterdrückt er den Drang sie zu berühren und lässt erneut den Blick über das Gedränge schweifen.
Etwas hat sich verändert zwischen ihnen, seit der nächtlichen Aktion. Dylan weiß nicht was, aber es macht ihn innerlich kribbelig. Einerseits fühlt er sich Charlie verbundener und näher..andererseits..
Er senkt den Blick auf ihre ineinander verschlungenen Finger und drückt sie im weiter schlendern leicht. Der übliche Erwiderungsdruck bleibt aus. Sie kommt ihm heute in sich gekehrter vor, aber das mag auch täuschen. Ihm fehlt die Erfahrung mit Mädchen, um Karlottas Stimmung richtig einschätzen zu können. Unschlüssig, ober etwas sagen soll und wenn, wie den Anfang finden, sieht Dylan sich im Getümmel um. Ein Stand mit Lebkuchenherzen sticht ihm ins Auge. Zielstrebig schlängelt er sich mit ihr durch die Sims und bleibt vor der Auslage stehen. Diverse Sprüche zieren die Süßigkeiten und wecken Dylans Neugier. Er sieht Charlie an, lächelt und deutet auf die bunte Pracht. „Wie wärs damit?“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, deutet er auf Eines, bezahlt es bei der vergnügt drein blickenden Verkäuferin und hängt es sich um den Hals. „Küss mich“, prangt in weiß- und pinkfarbenen Zuckergussschleifen auf dem Gebäck.
Karlottas unklarer Blick schwebt von dem Herz herauf zu Dylans Gesicht. Unsicherheit sticht unter seinem Lächeln hervor und entlockt dem Mädchen ein liebevolles Schmunzeln. "Du bist süß." Ihre Finger in seine Hände hineinschiebend lehnt sie sich ihm entgegen, um der Aufforderung der Nascherei nachzukommen. "Tut mir leid,", haucht sie schuldbewusst, als ihre Lippen sich von seinen lösen. "Ich bin irgendwie ..." Schulterzuckend senkt sie den Kopf, ihr Augenmerk fällt auf ihre Hände in seinen. Zart streichen ihre Daumen über seine Finger. Selten fehlt es ihr an Worten, doch seit dieser Nacht kreisen ihre Gedanken um so viele Dinge, dass sie kaum einen Satz bilden kann. Alles ist durcheinander. Sie hat Dinge getan, für die sie riesigen Ärger verdient hätte. Dinge, die man nicht tun sollte. Es gehört sich nicht, Schlösser zu knacken und in Wohnungen einzudringen. Aber ... es gehört sich auch nicht, Tiere so zu behandeln, wie es diese Leute tun. Sie machen es ganz bewusst und schlagen Profit daraus. Es ist ihnen egal, dass die Hunde leiden. Es ist gut und richtig, sich ihnen entgegenzustellen.
Oder?
Ist es das?
Ist es richtig, etwas Falsches zu tun, wenn man es aus ehrenvollen Gründen tut? Auge um Auge, Zahn um Zahn?
Die Zungenspitze befeuchtet ihre Lippen, bevor Karlotta ansetzt, etwas zu sagen, dann aber doch stumm bleibt. Verstohlen sieht sie sich um. Es sind zu viele Ohren in der Nähe. Mit sanfter Bestimmtheit zieht sie Dylan mit sich, weg von den Ständen, näher ans Wasser, wo sie zu einem erneuten Versuch ansetzt: "Ich ... weiß nicht, ... ob ich die Richtige bin." Geschlagen haftet ihr Blick auf ihren Schuhen. Sie würde ihm so gern zur Seite stehen, wenn er diese Dinge tut. Es ist ihm wichtig - und sie bewundert ihn dafür. Zu gern möchte sie die Freundin sein, die er sich wünscht und in ihr sieht. Aber kann sie das? Kann sie ihm gerecht werden? Seine Erwartungen erfüllen?
Das kann jetzt alles und nichts bedeuten. Dylan hofft inständig, dass er richtig interpretiert und es um NOW geht. Innerlich angespannt, äußerlich mit unbewegter Miene, nickt er nur und lotst Charlie weiter. Ein paar Meter entfernt ragt ein flacher Felsen aus dem seichten Wasser im Uferbereich und bietet eine gute Sitzgelegenheit. Dylan lässt sich im Schneidersitz darauf nieder und bedeutet Charlie sich neben ihn zu setzen. Vom Meer weht eine sanfte Brise, die das lebhafte Treiben vom Pier mal mehr, mal weniger laut zu ihnen herüber trägt. Dylan konzentriert sich auf das beruhigende Plätschern der Wellen, die unten an den Felsen schlagen. Er erinnert sich an den Heimweg nach Marvins Party. Nicht das wilde Herumknutschen dort hatte sie beunruhigt, sondern das, ihrer Meinung nach, unangemessene Benehmen in einer fremden Wohnung. Hat sie jetzt Gewissensbisse wegen der Befreiungsaktion? Es gelingt Dylan nicht, seine Gedanken ruhig zu halten. Hoffentlich findet er die richtigen Worte, egal was jetzt kommt. Die Ungewissheit macht ihn nervös. "Erzähl." fordert er sie mit einer Spur Ungeduld in der Stimme auf und neigt den Oberkörper leicht in ihre Richtung.
Nach Worten suchend sieht Karlotta ihm lange in die Augen. Ein Seufzen entfleucht ihrer Brust. Es ist so schwierig, die Gedanken zu sortieren. "Zweifelst du manchmal? An dem, was du da tust, meine ich."
Angespannt hält Dylan ihrem Blick stand, auch noch ein paar Sekunden nachdem sie die Frage gestellt hat. Dann blinzelt er einmal und wendet den Blick Richtung Meer. "Nein. Nie." Er richtet den Oberkörper gerade auf. "Wär 's so, müsste ich damit aufhören." Für sich kann er das so stehen lassen, aber er hat das Gefühl wegen Charlie noch mehr sagen zu müssen. Er pult mit dem Mittelfinger an der Nagelhaut seines Daumens, während er überlegt, wieviel er preis geben will. "Ich hab manchmal ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Eltern belüge.", sagt er, den Kopf wieder ihr zu wendend. Charlies Blick beim zuhören ist intensiv. "Wenn ich was erfinden muss, wohin ich gehe oder...na ja, eben weil ich all das vor ihnen geheim halte." 
Nachdenklich schaut Karlotta auf den Boden. Ihr Mund ist leicht gespitzt. "Ich will nicht lügen, Dylan. Lügen ist falsch. Wenn ich Papa nicht die Wahrheit sagen kann, wem denn dann?" Sanft nimmt sie seine Hand in ihre und lässt den Blick bis zu seinem Gesicht hinaufwandern. "Aber ich will auch dich unterstützen. Ich finde, es ist wichtig, was ihr macht. Nur ... " Die Lippen aufeinanderpressend ist deutlich, dass die Worte ihr schwer fallen. "So vieles an dem, w i e ihr es macht, ist falsch. Und es wird nicht richtig, nur weil es schlechte Sims trifft. Verstehst du, was ich meine? Ich weiß nicht, wie ich das unter einen Hut bringen soll."
Papa die Wahrheit sagen? Panisch heiß, gefolgt von totenstarrenkalt, durchzucken Schreckensschauer Dylans Körper. Sie wird sich doch nicht zuhause an den Mittagstisch setzen und 'beichten'? Die Vorstellung, dass er sich so in Karlotta getäuscht haben könnte, schnürt ihm die Luft ab. Mit mühsam kontrollierter Mimik entzieht er Charlie die Hand, um die Sitzposition zu ändern. Die Arme eng um die angezogenen Beine geschlungen, als könne er so sein Inneres abschirmen und unter Kontrolle halten, lauscht er konzentriert den weiteren Ausführungen. -"So vieles an dem, w i e ihr es macht, ist falsch“- hört er sie sagen. Das jagt ihm den Puls in die Höhe. Plötzlich fühlt es sich an, als kreise kochende Lava in seinen Adern. So vieles?! Flipp jetzt nicht aus. Bleib ruhig. „Hast du noch nie in deinem Leben jemanden belogen?“, fragt er gepresst und weist damit den sich formenden Wortschwall in seinem Kopf in die Schranken.
Der Moment, als Dylan ihr seine Hand entzieht, treibt Karlotta für eine Sekunde die Tränen in die Augen. Das Gefühl, falsch zu sein, steigt in ihr auf. Er wird sich von ihr abwenden. So wie ihre Mutter es getan hat. Warum kannst du nicht ein Mal die Klappe halten?! Betreten wendet sie den Blick wieder zum Boden. Für einen Moment ist sie gefangen zwischen dem Drang, ihm gefallen, ihn halten zu wollen und dem Wissen, dass sie sich nicht verbiegen kann. Sie ist nun einmal, wie sie ist und daran wird sie für niemanden etwas ändern. Tief durchatmend fokussiert sie ihr Gefühl auf ihr Inneres. Eine Technik der Achtsamkeit, die sie während des Yoga gelernt hat - die zwar nicht immer optimal funktioniert, aber ihr dennoch in vielen Situationen Ruhe verschafft. "Bestimmt habe ich das.", antwortet sie nach einem Moment. "Aber das ist so lange her, dass ich nicht einmal sagen kann, wann oder was es war." Noch einmal atmet sie tief durch die Nase ein, durch den Mund aus und wendet sich dann Dylan zu. "Du musst verstehen, dass ich ein sehr offenes Verhältnis zu Papa habe. Ich erzähle ihm eigentlich alles. Das hier ist ... einfach komisch für mich, verstehst du? Ich versuche seit Tagen, das für mich zu sortieren und es überfordert mich. Ich bitte dich doch nur, mir dabei zu helfen." 
"Du hast also gelogen." Ihren letzten Satz ignorierend, sieht Dylan weiter geradeaus aufs Meer hinaus, bemüht darum objektiv zu bleiben. Ein Teil von ihm, möchte sie in den Arm nehmen und Verständnis zeigen, der andere lehnt sich dagegen auf und hebt die Faust zum Kampf. "Und ich wette, es war nicht aus edlen Motiven. In 99 Prozent der Fälle lügt man, um sich einen Vorteil zu verschaffen." Er wendet den Kopf und sieht sie prüfend an. "Das ist hier nicht der Fall. Ich lüge oder verschweige, um hilflosen Tieren einen winzigen Vorteil zu verschaffen..nämlich den, als lebendes, fühlendes Wesen gesehen zu werden und nicht als 'Sache'." Er stößt einen verächtlichen Laut aus. "Sachbeschädigung! Allein das Wort bringt mich zum kotzen." Dylan löst die Arme und kickt mit der rechten Ferse ein winziges Steinchen vom Felsen ins Meer. "Ich zieh dir bei lebendigem Leib das Fell ab für die neueste Modekollektion? Sachbeschädigung. Ich reiß dir die Schenkel aus für die französische Gourmetwoche oder schneide dir die Flossen ab und werf deinen geschundenen Haifischkörper zurück ins Meer. Kein Problem. Sachbeschädigung." Langsam redet er sich in Rage. "Ich könnte eine Stunde lang so weiter machen. Es ist gesellschaftlich akzeptierter Profit -und Dekadenzsadismus. Und du sagst mir, es ist falsch dafür zu lügen? Wie nobel von dir." Jetzt sieht er ihr direkt in die Augen. "So vieles davon w i e wir es machen ist falsch? Dann sag mir bitte, wie es deiner Meinung nach richtig wäre, hm?"
"Man, ich weiß es nicht, okay?!" Ungehalten springt Karlotta auf, geht einige Schritte hin und her, die Arme um den eigenen Oberkörper geschlungen. "Die Gesetze müssten geändert werden. Wir müssten mit den Leuten - den Tätern - reden und sie aufklären. An ihre Moral appellieren." Humorlos lachend breiten sich ihre Arme zu einer verzweifelten Geste aus, bevor sie kraftlos am Körper herunter hängen. "Ich bin nicht blöde, Dylan. Ich weiß, dass das nicht funktioniert. Diese Leute wissen ja, was sie tun." Beschämt über ihre naiven Worte weicht sie seinem Blick aus. Lange wiegt sich ihr Kopf ratlos von links nach rechts. "Es macht mich wütend, dass sowas mich dazu zwingt, Falsches zu tun. Denn das ist es. Es ist! falsch." Konfrontativ bohren sich Karlottas Augen jetzt in Dylans. Sie ist nicht bereit, von ihrer Meinung, ihrem Gefühl abzurücken. "Ich weiß das, weil ich nie etwas Verbotenes tu. Ich will das nicht. Nenn mich Schwächling, ist mir egal. Ich will einfach das Richtige tun." Herumwirbelnd sendet sie den Blick in den frühabendlichen Himmel. Der Knoten in ihrem Kopf hat sich durch die Worte gelöst, doch ein bitterer Beigeschmack bleibt. "Und es macht mich wütend, dass du mich wie deinen Gegner behandelst. Das bin ich nicht. Ich will an deiner Seite kämpfen. Aber ich kann das nicht so easy wegstecken, wie du oder David. Ich habe Angst, Dylan. Und ich kann mit niemandem darüber reden. Aber anstatt mich aufzufangen, streitest du mit mir." Ihm wieder zugewandt sieht sie ihn flehend an. "Ich bitte dich. Lass mich damit nicht allein." Langsam geht sie auf ihn zu, vor ihm in die Hocke und legt ihre Hände auf seinen Arm. "Hilf mir, das klarzukriegen." 
Ihre Berührung lässt Dylan zusammen zucken. Ohne ihre Hände zu ergreifen, sieht er sie an und wendet dann wieder den Blick ab. "Wenn du Angst oder Zweifel hast, dann geht das nicht. Es muss sich zu hundert Prozent richtig anfühlen. Ich glaube, ich kann dir nicht helfen, bei der Entscheidung,", bricht er schließlich aufseufzend das Schweigen. Enttäuschung breitet sich wie eine schwere Decke über jede andere Empfindung in seinem Inneren. Er hat Charlie für viel tougher gehalten, als sie ist. Nicht so viele Zweifel und Ängste bei ihr vermutet. Gedacht, sie würden zusammen die Welt verändern, wenigstens ein kleines Stück weit. Mit kontrollierter Stimme und Tonlage setzt er neu an. "Du sagst, es ist falsch. Wenn das so ist und du das Richtige tun willst.." Schweigend runzelt er die Stirn und sucht nach einer geeigneten Formulierung. "..das Richtige für die Maßstäbe, die du übernommen und für dich passend empfindest, dann darfst du nicht mit uns weiter machen."
Er atmet tief durch. "Ich hab auch Grundsätze beigebracht bekommen, wahrscheinlich die gleichen wie du. Ich finde sie in allen anderen Bereichen in meinem Leben richtig, aber nicht was NOW angeht." Dylan presst die Kiefer aufeinander, beim Gedanken an die Welpen und braucht einen Moment, bis er weiter sprechen kann. "Tierquäler haben jedes Recht darauf verwirkt, anständig behandelt zu werden. Wenn ich Schlösser knacken muss, geht das klar für mich. Wenn ich lügen muss, um eine Aktion durchführen zu können, mach ich das." Er schweigt kurz nachdenklich. "Vermutlich würde ich sogar einem eins über die Rübe geben, wenn es der Sache dient. Obwohl ich grundsätzlich gegen Gewalt an Personen bin." Er schiebt ihre Hände weg und steht auf. Den Staub vom Hintern klopfend zuckt er nach außen hin ruhig die Schultern. "Wenn sich das für dich falsch anfühlt, ist es besser du machst nicht mehr weiter. Es war eh nur ein Versuch.", schließt er tonlos. "Da gibt's nichts zu streiten."
Karlottas Blick haftet auf dem Stein, auf dem er gerade noch saß. Er hat sie weg geschoben. Kein Kuss, keine Umarmung - nicht einmal Hände halten. Schwer schluckend bekämpft sie das aufkommende Gefühl von Enttäuschung und ... Angst. Er wird doch nicht - "Dylan." Sie springt auf und legt beide Hände an seine Brust. "Okay, du willst mich nicht dabei haben. Aber..." Ihr Herz pocht verängstigt, das Blut schießt ihr in die Schläfen. Seinen Blick suchend wagt sie kaum, die Frage zu stellen. "Mit uns ... ist doch ... alles gut. Oder? Oder? Wir können trotzdem ... wir sein. Ja?"
Können wir das? Dylan fühlt sich, als hätte jemand einen Vorhang weg gezogen und helles Licht auf ein Szenario geworfen, auf das er nicht vorbereitet war. Zögernd sieht er ihr in die Augen. "Das hat nichts mit nicht dabei haben wollen zu tun. Wir...wir ticken viel unterschiedlicher als ich dachte. Du ..nein ich..ich weiß grad gar nicht was ich fühl." Ihr Tonfall setzt ihm zu und steigert seine Verwirrung noch. Er will sie in den Arm nehmen, sie halten, streicheln, küssen und gleichzeitig auch nicht..weil..weil sie nicht die Charlie ist, die er bis gerade eben halten, küssen und streicheln wollte. Sein mutiger Seestern, seine toughe Kämpferin. Ein bisschen vorlaut und schlagfertig, im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat sie ins Allerheiligste mitgenommen, sie eingeweiht in NOW und sie redet über Erziehung und Anstandsregeln. Wieder ballt sich innerlich die Faust. Eine ganz leise Stimme, irgendwo tief in ihm drin, versucht sich Gehör zu verschaffen. Vergeblich. In seiner Fantasie wird ein beunruhigendes Daumenkino durchgeblättert.
Sie könnte so ein schlechtes Gewissen bekommen, dass sie alles ihrem Vater oder noch schlimmer der Polizei beichtet, nur um wieder ruhig schlafen zu können. Alles wofür sie kämpfen, wäre gefährdet, nur wegen eingetrichterter Regeln, die sie kritiklos übernimmt. Schon bei der Party wollte sie sich entschuldigen für das 'schlechte' Benehmen. Dylans Herz pocht genauso schnell, wie die Gedanken rasen. Mit den Tätern reden! Auch wenn sie 's relativiert hat, wer weiß was ihr einfällt. Sanft, aber bestimmt schiebt er ihre Hände weg und sieht zu Boden. Er will sie nicht verlieren, aber es hat keinen Zweck. Aufsteigende Tränen bilden einen schmerzhaften Knoten in seinem Hals. "Es tut mir leid..ich glaub das funktioniert auf Dauer nicht mit uns." Mehr bringt er nicht heraus.
Karlottas Herzschlag setzt für mehrere Sekunden aus, nur um dann mit schmerzender Wucht gegen ihren Brustkorb zu hämmern. Ihre Augen flimmern im Schein der Vergnügunsattraktionen. Nur langsam begreift sie die Bedeutung von Dylans Worten. Es funktioniert auf Dauer nicht.
Die Lippen aufeinandergepresst senkt sie den Blick. Sie wird ihm keine Szene machen. Er hat seine Entscheidung getroffen. Sie hat seinen Erwartungen nicht entsprochen. 
Tränen bahnen sich den Weg über ihre Wangen, als sie widerstrebend nickt. "Okay.", flüstert sie, gegen ein lautes Schluchzen ankämpfend. "Ich versteh das." Sie zögert einen Moment, bevor sie sich gegen seine Brust lehnt. Eine letzte Umarmung. Das Lebkuchenherz um seinen Hals zwängt sich steif zwischen sie, als würde es ihre Berührung abweisen. "Danke, dass du ehrlich bist.", bringt sie mit zitternder Stimme hervor und löst sich von ihm. "Ich geh dann jetzt nach Hause. Tut mir leid, dass ..." ich nicht genug bin. "es nicht ausreicht. Machs gut, Dylan." Erst beim letzten Satz sieht sie ihm wieder in die Augen, hält den Blick zwei Sekunden, bevor sie sich abwendet.
(im Zusammenarbeit mit @Simscat2 )
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