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Logan Chal8Blennah2 Chal8Dabs2 Chal8Blennah Chal8Dabs
Beitrag
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Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema (Sims)-Bilder Thread

am 05.09.2026 18:311788625868

Samstag

[[File:Sa_4.png|none|fullsize]]

Beitrag
Toronto
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Toronto

am 05.09.2026 18:271788625639

Charaktere: Logan, Bob, Ash, Ro
Geschichtsstrang: Samstag


Das Gestell steht bereits, die Toms sitzen, nur mit der Hi-Hat ist Logan noch nicht zufrieden. Er dreht die Schraube ein Stück zurück, prüft den Abstand der Becken und tritt zweimal aufs Pedal. Zu weit. Noch einmal lösen, etwas tiefer, wieder festziehen.
Bob hat ihm beim Reintragen geholfen und den Großteil der Hardware mit aufgebaut. Inzwischen sitzt er mit Ororo und Ashley in der Sitzecke. Von dort zieht ihr Gespräch in Fetzen durch den Raum, während Logan sein Schlagzeug feinjustiert.

[[File:Sa_1.png|none|fullsize]]

"Halbe Stunde pro Band", sagt Bob. "Mehr geben sie keinem, weil sie möglichst viele von den Leuten aus dem Haus unterbringen wollen."
Ashley lässt sich tiefer in das Sofa sinken. "Dreißig Minuten. Großzügig. Da können wir ja fast zwei Songs spielen."
"Wenn du bis dahin lernst, zwischen den Songs keine Romane zu erzählen, vielleicht sogar drei."
Bob erntet einen trockenen Blick seiner Lebensgefährtin und muss leicht grinsen.
Ororo hebt den Blick zu ihm. In ihrem Mundwinkel liegt etwas, das beinahe ein Lächeln ist.
"Eine halbe Stunde reicht vollkommen", sagt sie. "Für eine Eröffnung ist das ein vernünftiger Rahmen."
Bob nickt. "Sehe ich auch so. Und wir spielen nicht allein. Ich habe bisher vier andere Bands auf der Liste gesehen, aber es sollen wohl noch ein paar dazukommen."
Logan richtet sich auf.
"Was isn das fürn Club?"
Drei Köpfe drehen sich zu ihm.
"Der neue auf der anderen Seite vom Gebäude", erklärt Bob.
Logan sieht ihn einen Moment an.
Ashley schnaubt. "Du hast wirklich nichts davon mitgekriegt oder?"
"Sollte ich?"
"Seit Wochen rennen da Handwerker rum."
Logan beugt sich wieder über die Hi-Hat. "Hier rennen ständig irgendwelche Leute rum."
"Die haben Wände rausgenommen, die Elektrik neu gezogen und nachts halbe LKW-Ladungen durch den Hintereingang geschleppt."
"Nachts bin ich nich hier."

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"Das Ding stand einige Monate leer. Neuer Betreiber, neues Konzept", erklärt Bob. "Livebetrieb soll ein ziemlich großer Teil davon werden. Deshalb wollen sie zur Eröffnung auch die Bands aus den Proberäumen dabeihaben."
Logan tritt erneut auf das Pedal. Diesmal schließt die Hi-Hat sauber.
"Wann?"
"Nächsten Samstag."
Logans Hand bleibt einen Augenblick auf der Flügelschraube liegen.
Was für ein Tag ist heute? Samstag? Kommt hin. Gestern hat er die Mail geschrieben. Im Datum stand Freitag.
Zum wiederholten Mal greift seine Hand nach dem Telefon. Noch immer keine Antwort. Hat er sie wirklich abgeschickt?
"Passt das bei dir?"
Bobs Frage holt ihn zurück in den Moment. Kurz überlegt er, worum es gerade ging.
Auftritt. In genau einer Woche.
"Klar."
"Gut." Bob nimmt einen Schluck aus der Tasse. "Ich würde morgen endgültig zusagen. Falls keiner von euch Einwände hat." Sein Blick geht zu den beiden Frauen.
Ororo schüttelt den Kopf. "Von mir aus gern. Es ist klug, Präsenz zu zeigen, wenn sie regelmäßig Liveabende veranstalten wollen."
"Genau mein Gedanke."
Ash streckt die Beine aus. "Und falls der Laden scheiße ist, haben wir wenigstens nur dreißig Minuten unseres Lebens verloren."
Ororo wirft ihr einen prüfenden Blick zu. Sie weiß um den Sarkasmus der Bassistin. Dennoch hat sie manchmal Mühe, gespielte von ehrlicher Abneigung zu unterscheiden.
"Was?" Ashley zieht die Schultern an.
"Du könntest neuen Dingen gegenüber aufgeschlossener sein. Ihnen eine Chance geben."
"Ich gebe ihnen eine Chance. Dreißig Minuten lang."
Bob lacht leise in seine Tasse.
Logan nimmt die Sticks vom Hocker, setzt sich und lässt einen davon einmal über das Fell der Snare springen. Dann noch einmal.
"Was spielen wir?"
Ash dreht den Kopf zu ihm. Aus irgendeinem Grund ist sie jedes Mal überrascht, wenn er unaufgefordert spricht. "Alles, was du ohne stolpern hinkriegst."

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Logan sieht sie über die Becken hinweg an. "Dann fällt 'Bad days' schon mal raus."
"Das macht nichts." Ororo richtet sich etwas auf, als sie ihr Handy vom Tisch nimmt und ihre Notizen öffnet. "Wir haben genug Songs. Wenn wir uns eine top Ten Liste erstellen, können wir einmal auf Zeit durchgehen. Dann sehen wir, was passt." Anerkennend lächelt sie in die Runde. "Das Meiste sitzt schon ziemlich sicher."
Innerhalb weniger Minuten notiert sie Titel um Titel, die Logan ablehnend oder zustimmend kommentiert.
Schließlich pult Ashley sich aus dem Polster. "Na, dann wollen wir mal die Stoppuhr starten."
Ororo erhebt sich und zieht ihr Oberteil glatt.
Logan dreht einen Stick zwischen den Fingern und wartet, bis die anderen ihre Plätze einnehmen.

Beitrag
Stadt, Land, Tod
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Stadt, Land, Tod

am 28.08.2026 11:521787910723

Täter: Xerxes
Opfer: Xavier
Mordmotiv:
Tatwaffe:
Tatort:
Fluchtfahrzeug:
Todesursache:

Beitrag
Toronto
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Toronto

am 24.08.2026 22:581787605095

~ Einige Stunden später ~



Gerda lässt sich ächzend auf das kleine, alte Sofa im Wohnzimmer fallen, mit dem Gesicht nach unten. Man. War. Das. Ein. Mormittag - ein Morgen und Vormittag. Bevor sie einen Gedanken formen kann, hört sie die Eingangstür, die sie hatte offen stehen lassen, zuklappen. Gepeinigte Simsschritte und das Klicken von Hundepfoten erreicht sie. Logan hatte sich direkt nach dem Halten vorm Haus eine Kippe angesteckt und sie hatte es vermieden so zu tun, als wüsste sie nicht, dass er das Zigarettenetui seit einer Weile benutzt. Ihr letztes Gespräch mit Ashbo war ihr eingefallen: Sie, Gerda Lotta Simmer, hatte jetzt endlich mal für sie beide einen Schritt nach vorne zu gehen. Wer Autositze bepinkeln kann... Eine Hundenase unterbricht sie und quiekend dreht sie sich zur Seite. "Bonboooooon... lass das, ich komme ja schon." Mühsam richtet sie sich auf, streichelt das Hundekind und blickt sich im Raum um, seufzend. Bei der Vorstellung, diesen Raum hier komplett umzugestalten und ohne eigene Erfahrungen mit Baghi ein oder zwei MÖBELSTÜCKE selbst zu bauen wird ihr jetzt doch mulmig. Obwohl sie vollstes Vertrauen in ihn und seine handwerklichen Fähigkeiten hat. Okay, auch in ihre eigenen. Aber ihr so eben abgeschlossener Besuch im Baumarkt hätte ihr fast den Nerventod gebracht. Sie hatten doch tatsächlich eine Ewigkeit damit verbracht, rumzustreiten. So kostengünstig wie möglich sollte es sein. Aber auf keinen Fall dieses oder jenes Holz. Gingen nicht auch Spanplatten, die man in den nächsten Monaten an den Rückwänden und Außenseiten grundieren und mit einer schönen, den Raum ergänzenden Prägetapete und mit Farbe veredeln kann? Pfffft!!! Natürlich nicht... Sowas ähnliches wie 'auf keinen Fall', hatte der Panther ihr zugeknurrt. Die genauen Fluchworte hat sie nicht behalten. Als ob sie 'nicht wüsste, wie Schulden funktionieren' war ein Teil ihrer Argumentationsversuche, aber er blieb hartnäckig. Das er schlussendlich die Bude abfackelt, will ja auuuuch keiner. Also ein reines Holzregal, na schön. Aber auf keinen Fall eine hässliche, schnell zusammengeschusterte Studentenlösung! Das war dann ein Teil des Deals. Und, dass sie nochmal über schlichte Zierleisten verhandeln können, wenn das oder die Regale fertig sind. Auf ihre alleinige Rechnung. Gerda verschränkt ihre Arme ineinander und lässt sich zurück ins Sofa fallen, Bonnie jetzt mit den Füßen streichelnd. Sie muss grinsen. Ein bisschen hatte es auch gut getan, zu zanken. Das Klima zwischen ihnen ist jetzt so viel leichter und deutlich weniger befangen, findet sie. Ob sie ihrem Körper jetzt schon zumuten kann, die im Baumarkt auf ihre gemeinsame Idee und unter Logans Regie skizzierten und zugeschnittenen Bretter und Latten hoch zu holen? Vielleicht können die ja auch noch ein bisschen im Auto warten?

Die ersten zugeschnittenen Holzteile auf der Schulter balancierend, betritt Logan das Wohnzimmer. Hinter den dichten Grünpflanzen wäre Gerda kaum auszumachen, würde die Hündin nicht freudig bei ihr herumwuseln.
Unsanft stellt er den Einkauf gegen die Wand und zieht die Skizze aus der Hosentasche. Einen kurzen Moment überlegt er. Gleich alles aus dem Wagen holen und hochschleppen oder immer nur die Teile, die er gerade braucht ... der Platz ist begrenzt. Zusammen mit dem Werkzeug könnte es nervenaufreibend eng werden.
Das Werkzeug.
Für zwei Sekunden erstarrt Logan. Den Zettel noch immer in der Hand, verliert sich sein Blick auf der Zeichnung. Im Baumarkt hatte sie erwähnt, Bohr- und Schraubgeräte sowie Leim im Keller zu lagern. Da kriegen ihn nicht die geilsten Metalbands der Welt runter.
Sein Blick gleitet langsam zu ihr hinüber. Der Tatendrang steht ihr nicht gerade ins Gesicht geschrieben. Trotzdem hört er sich sagen: "Wenn DU das Werkzeug hochholst, mach ich den Rest."
Moment ... klingt das, als wäre er feige?
Er schluckt und faltet das Papier zusammen. "Du weißt, wo der Kram steht." Wow, das is fast glaubwürdig. Mit einem leisen Räuspern beginnt er, betont lässig die Pflanzen näher zusammenzuschieben. Vor Stunden hatten sie den besten Platz für das zukünftige Regal ausgemacht. Sollte die Länge des Möbelstücks wider Erwarten nicht für die Platten ausreichen, wird die Wand entlang nach oben erweitert.

Als Logans mit einem Teil ihrer Beute auftaucht wird klar: Nix da mit Pause. Seine Bitte klingt zwar nicht komisch, aber die kurze Pause zwischen den zwei Sätzen sagt ihr, dass etwas an seinem Vorschlag nicht beiläufig ist und es gleichermaßen nicht um eine simple Arbeitsteilung geht. Gerda steht langsam nickend auf und beobachtet ihn eine Spur zu auffällig, obwohl sie es schafft die rechte Augenbrauen unten zu halten. "Klar." antwortet sie knapp und geht an ihm vorbei. "Ich machs gern, also eigentlich lieber später, aber...", entsteht nun eine betonende Pause, "aber es ist jetzt nicht so, dass der Kellerraum riesig und unübersichtlich ist. Bis gleich."

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Wenig später ist sie zurück mit dem Werkzeug und zwei weiteren Dosen Bier. "Sprechen wir jetzt ganz asozial-sozial über den waren Grund oder fangen wir einfach an? Is beides okay. Wollt dir nur zur Verfügung stellen, dass wir auch generell offen über unsere Trigger sprechen können." Ohne den Panther anzusehen, beginnt sie, die Pflanzen die noch in der Mitte des Raumes stehen, an die Seite und in die Nähe des Balkonüberganges zu stellen, damit sie ausreichend Platz haben zum bauen.

Die Zeit, die Gerda in der kleinen Gewölbehölle verbringt, nutzt Logan, um einen weiteren Stapel Holz an den Arbeitsplatz zu bringen. Nur einen kurzen Moment vor ihr ist er zurück, sodass er gerade die Teile sortiert, als sie mit dem Werkzeug zu ihm stößt. Das kleine Handbuch der Hobbypsychologie lag scheinbar auch im Keller. Ein ziemlich plumper Versuch, eine Sitzung zu eröffnen. Das kann sie besser. Dabei hat er gerade keine Muße, im eigenen Seelendreck herumzuwühlen. Dass er endlich die Mail an Natalie verschickt hat, ist für heute seine Heldentat. Und sie hat bereits genug Kraft aus ihm gezogen. Soll Gerda sich mal schön um ihre eigenen Baustellen drehen. Er ist für heute raus aus dem Spiel.
"Wenne nen Selbsthilfepodcast starten willst, tu dir keinen Zwang an."
Er legt die Skizze auf den Boden und nimmt sich eins der Holzteile, um noch einmal nachzumessen. Nur um sicher zu gehen, dass am Ende nicht alles zusammenkracht. Mit dem Bleistift setzt er kurze Striche auf das Holz, prüft die Abstände, radiert einen wieder weg und setzt ihn zwei Millimeter daneben neu. Dann hält er das erste Seitenteil gegen den Boden des Regals. Kante auf Kante. Für einen Moment wird sein Gesicht ruhiger.
"Festhalten."
Sobald Gerda das Brett stabilisiert, setzt er den Bohrer an. Das Gerät jault auf, frisst sich sauber durch die markierte Stelle und hinterlässt den sanften Geruch von frischem Holzstaub. Er pustet die Späne weg und nimmt die beiden Teile auseinander, ehe er nach dem Leim greift. Platten haben Gewicht. Sich nur auf Schrauben zu verlassen, käme ihm töricht vor.

Natüüüüürlich gibt es ein Gegengefauche, war ja klar. Sichtbar ist längst, dass der Tag ihm bisher sämtliche Kräfte und Nerven abgezapft hat. Trotzdem mag sie jetzt nicht klein bei geben. Betont ruhig nimmt sie stellvertretend für einem Schraubstock ihren Platz ein und nachdem die Bretter mit dem Bindemittel versehen und anschließend verschraubt sind, fragt sie so unbegreifend wie trocken nach. "Was für einen Podcast? Wovon redest du, bitte?"

Logan schnaubt leise. Sie hockt vor ihm mit Unschuldsmiene und macht auf dumm.
"Macht es dir eigentlich Spaß, mich zu reizen?" Seine Stimme ist rau und tief, sein Blick hebt sich langsam unter den Brauen zu ihr. "Ich weiß manchmal nich, ob du mit mir spielst oder mich verarscht." Er beugt sich ihr leicht entgegen, greift an ihr vorbei nach einem der Holzteile. Er ist ihr nah genug, dass er ihren Duft aufnehmen kann. Und sie mit Sicherheit seinen. "Wenn du was zu sagen hast, dann mach es. Ansonsten ..." Wieder zurück in der Ausgangsposition legt er das Brett an die vorgesehene Stelle und markiert es wie das andere zuvor. "Halte das verfickte Brett fest."

Wäre Bird Brillenträgerin, würde sie jetzt akzentreich sich die Brille bis nach oben auf die Nase Wurzel schieben. So, bleibt ihr nur fragend das Augenbrauen hochziehen. Was soll das? Denkt er wirklich, sie will rumstänkern?!? Die Wut die ihr die Luftröhre hoch kriecht, wird mit jeder Sekunde stärker. 'Ruhig Blut, Gerdalotta, ruhig Blut jetz!' versucht sie sich runter zu bringen. In dem Moment, als Logan ihr nah ist, lullt sie sein Geruch wohlig ein, trotz der Anspannung. Warme Haut, ein bisschen Zedernholz, Zigarettenrauch und eine feine Note von Anstrengung. Sie mag diese kaum wahrnehmbare Komponente im Untergrund, die ähnlich zu dem Geruch ist, wenn es beginnt in ihm... Stopp! Gerda räuspert sich. Mit fester, fast neutraler Stimme stellt sie klar: "Ich würde wirklich gerne wissen, wie du auf den Trichter kommst, dass ich dich gerne reize. Also abseits der Klo-Musik." Sie greift nach dem Brett, darauf bedacht nicht näher kommen zu müssen als nötig. Sie fühlt sich klar beleidigt und verletzt. "Seit dem wir uns kennen, habe ich dich weder verarscht, noch mit dir gespielt! Das ist nicht meine Art, mit anderen umzugehen. Ich hasse Spielchen. Dachte, du wüsstest das."

Na toll, jetzt ist sie angepisst. Kommunikation ist einfach nicht sein Ding.
Viel nerviger ist allerdings die Tatsache, dass es ihm nicht egal ist. In Gedanken geht er noch einmal die gesagten Worte der letzten Minuten durch. Wo hat er etwas falsch aufgefasst? Mit ihrer Podcastfrage hat sie sich ganz klar dumm gestellt. Natürlich wusste sie, was er meint.
Seine Lippen pressen sich grübelnd zusammen. Das WAR ein Spielchen. Er ist sich fast sicher. Ein knurrendes Seufzen entfährt ihm. Den Drang, in ihrem Gesicht zu lesen, unterdrückend, bleibt sein Blick auf der Markierung und setzt den Akku-Schrauber an.
Die letzte Schraube ist schief. Er verliert den Fokus. Das nervt. Irgendetwas kapiert er schon wieder nicht.
Könnte es vielleicht sein, dass das ihre Art von Ausweichen ist? Ne, sie lässt sich nicht verunsichern. Dazu ist sie viel zu tough.
"Du vergisst, dass ich n Freak bin", mault er, ohne sie anzusehen. "Ich weiß nich, was ich weiß." Er setzt sich auf, sein Blick streift ihre Hände und lenkt sofort zur Skizze um. Augenkontakt geht nicht. Die vorbereiteten Außenwände schiebt er beiseite, etwas unbeholfener als er es gern aussehen lassen würde, und bleibt einen Atemzug lang regungslos sitzen. Seine Lippen öffnen sich, doch die Worte kommen nicht. Ständig ist alles kompliziert. "Manchmal ..." Er bricht ab, schüttelt den Kopf und schnappt sich das nächste Stück Holz. Erst als es vor ihm liegt und ihm einen plausiblen Grund gibt, sie nicht anzusehen, setzt er neu an: "Manchmal biste so ..." die Lippen versiegeln sich angespannt. fürsorglich, feinfühlig, unterstützend. Meine scheiß Rettung. "Und dann wieder ..." nervtötend, anstrengend, neugierig, aufdringlich. Er seufzt, der Stift liegt in seiner Hand, als hätte er vergessen, was zu tun ist. "Ich weiß nich, was du willst und dann mutier ich zum Arschloch." Ein kurzer schamvoller Blick zu ihr und sofort wieder weg. Während er fast schon hastig die nächste zittrige Markierung setzt, schnürt sich ihm die Kehle zu. Das war fast sowas wie eine Entschuldigung. Fühlt sich erbärmlich an.

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Gefühlte Nano-Sekunden haben sie Blickkontakt. Gerda seufzt innerlich auf. Wie soll man da bitteschön zurecht wütend bleiben? Ihre Züge werden weicher. Er weiß nicht, was sie will, sagt er. Gut, damit sind sie auf jeden Fall schon mal zu zweit. Zumindest teilweise, wenn man diese Frage von mehreren, oder besser gesagt von allen Seiten betrachtet. Bird greift ebenfalls nach Holz und Leim, ohne einen konkreten Plan für die Teile zu haben. Okay, es ist jetzt wohl die Zeit gekommen, einen Teilbereich der großen Fragerei öffentlich zu machen. "Eigentlich dachte ich, dass es klar ist, was ich möchte." 'Ich zeig' doch s t ä n d i g, dass ich reden will und wissen mag, was er hat. Stäääändig!' Sie stellt das Zurechtgesägte und die weiße Flasche ab und angelt nach ihrem Dosenbier, dann setzt sie sich wieder zu den auserwählten Dingen, die gerade überhaupt nicht gebraucht werden. "Ich will, dass wir auf einer Welle rumpaddeln. Einer gleichberechtigten. Damit meine ich, dass ich es nicht fair und auch nicht schön finde, wenn wir immer nur über meine Scheiße reden, Logan. Genauer: Wenn wir über meine Trigger sprechen und daraus Blumentöpfe basteln, dann will ich das auch mit deinen machen, wenn ich dazu in der Lage bin und es dir hilft. Denn es kann nicht ewig so weiter gehen, dass ich immer nur vorsichtig um dich herumeiere - also andauernd meine Klappe halte und nahezu daran ersticke, aus Angst etwas falsches zu tun oder zu sagen." Gerdas Puls drückt ihr gegen die Stirn. 'Sag es!' "... Aus Angst, dass du einfach wieder verschwindest und vielleicht nicht mehr wieder kommst." Fuck! Jetzt ist es raus. Das hämmern in ihrem Kopf wird lauter.

Zunächst wirkt es beinahe, als würde er ihre Worte kaum registrieren. Doch selbst die unsinnigen Beschäftigungen bemerkt er aus dem Augenwinkel, entscheidet aber, keine große Sache daraus zu machen. Erst als das Wort 'gleichberechtigt' fällt, verrät ihn sein Körper. Als hätte sie einen Knopf gedrückt, erstarrt der Stift in seiner Hand. Dann fällt sein Name.
Sie nennt ihn nicht Baghs.
Scheiße, die Sache ist ernst.
Das Schwarz seiner Augen wird ein wenig dunkler. Die Brauen ziehen sich angespannt zusammen, die Kiefermuskeln treten unter der Haut hervor. Beinahe schockiert springt sein Blick sie an, kann ihrem Gesicht nicht standhalten und senkt sich wieder.
Immer nur über ihre Trigger?! Das Bild vor seinen Augen wird unklar, als er vor sich hinzustarren beginnt. Das ist sowas von nicht wahr! WENN sie mal über ihre Scheiße sprechen, dann doch nur, weil er ihr alles aus der Nase zieht. Als ob sie sich von alleine öffnen würde. Wie kann sie das nicht sehen?
Sein Gesicht bleibt verkniffen, nur die Schwärze seiner Augen wird immer tiefer, je länger sie spricht. Bis sie mit ihrem Geständnis diesen einen Punkt trifft:
Er könnte abhauen und nicht wiederkehren. Schlagartig ändert sich seine Mimik. Die Brauen ziehen von der Nasenwurzel hoch in die Stirn und verwandeln seinen grollenden Ausdruck in sorgenvolle Überraschtheit. Sofort erscheint das Bild von Billie vor seinem geistigen Auge und bringt das vertraute Schuldgefühl mit sich. Er weiß, dass Gerdas Sorge berechtigt ist. Und dass er ihr direkt ins Gesicht lügt, wenn er es abstreitet. Bei dieser Sache kann er sich nicht herausreden. Er ist ein verdammter Feigling. Wenns schwierig wird, verpisst er sich. Das ist sein Ding.
Endlose Sekunden klammert sein Blick sich an ihren. Tief, schwarz und verletzlich. Als wäre da nichts mehr in ihm, das noch genügend Kraft zum Kämpfen hat. Für einen Moment scheint sich nicht einmal sein Brustkorb zu heben. Als wäre die Zeit eingefroren.
Dann, mit einem leisen Ausatmen löst er den Blickkontakt. Der Stift in seiner Hand rutscht aus seinen Fingern und landet mit einem klickenden Geräusch auf der stagnierten Arbeit vor ihm.
Es dauert noch einen Moment, bevor er erste Worte findet.
"Du sollst nich ersticken." Seine Stimme, von Schuld durchtränkt, klingt gebrechlich. Schwerfällig greift er nach der Dose an seiner Seite, um die Enge im Hals aufzulockern, doch sein Arm bleibt gesenkt, als würde er ihm nicht gehorchen.
"Ich weiß, dass du ..." Ein schwerer Atemzug. mich schonst "oft die Klappe hältst. Sachen schluckst." Der Versuch, sie anzusehen, misslingt. Mehr als eine leichte Kopfdrehung in ihre Richtung schafft er nicht. Lediglich ihre Knie rücken in sein Sichtfeld. "Wusste nich, dass das ..." die Worte ersticken in seiner Kehle. "Dann machs nich. Sag, was du sagen musst." Es macht keinen Unterschied. Er hat schon alles gehört, was verletzen könnte.
Der Druck um seinen Hals wächst. Ein scharfer Schmerz schneidet in die Seiten, sodass er kaum schlucken oder sprechen kann. Der Arm hebt sich langsam, bis die kalte Dose seine Lippen berührt. Er spürt sie kaum. Nur ein kleiner Schluck. Trotzdem krampft alles zusammen und er muss ihn regelrecht hinunterwürgen. Er will so viel sagen und weiß nicht, gegen welche körperliche oder geistige Blockade er zuerst ankämpfen soll.
"Wir sind nich ... gleichberechtigt", beginnt er mit der leichtesten Wahrheit. "Du bist ... Bird." Als würde das alles erklären, findet er keine bessere Beschreibung für das, was sie ist. Aufopferungsvoll, bemüht, hilfsbereit, klug, wertvoll. "Und ich?" Ein humorloses Lachen schnaubt sich aus seiner Nase. Seine Stimme wird fester, bestimmter, als er weiter spricht: "Ich bin nich mehr als n Haufen Scheiße. Nur n Fehler." Leicht vor sich hinnickend nimmt er einen weiteren Schluck. Die Worte dringen längst nicht mehr zu ihm durch. Zu oft hat er sie gehört. Oft genug, dass sie zu seiner Wahrheit wurden. Mehr noch: Ihre Vertrautheit erdet ihn.
Helfen, langsam sein Körpergefühl wiederzufinden.
"Zwing mich nich, dir Sachen zu erzählen." Mit einem langsamen Augenaufschlag sieht er Gerda durchdringend an. Die letzte Spur von Zerbrechlichkeit weicht einer gnadenlosen Härte.
"Das wär nich gut für dich. Unsere Abgründe sind nich vergleichbar." Er stellt die Dose ab, um das Zigarettenetui aus der Tasche zu ziehen. Vollkommen automatisiert fließen die Bewegungen ineinander über, bis die Kippe zwischen seinen Lippen klemmt. Hinter der aufspringenden Flamme des Zippos nuschelt er weiter. "Du würdest untergehen. Und ich müsste damit leben." Der erste Zug vertreibt einen Teil der inneren Anspannung.
"Die Leute denken, wenne genug Leichen im Keller hast, kommts auf eine mehr oder weniger nich mehr an. Aber das stimmt nich." Ein weiterer Zug, hastiger als beabsichtigt. "Ich will keine neuen Leichen. Mein Keller is voll bis zur Decke."
Einen Moment schließt er die Augen. Er ist so müde. Erst Natalie, dann die Platten, jetzt das hier. Der ganze Tag fühlt sich an, als hätte jemand den Inhalt eines Monats hineingestopft. Doch eine Wahrheit muss noch gesagt werden. Gerda hat sie sich hart erarbeitet. Es wäre nicht fair, sie zu belügen.
"Ich kann dir nich versprechen, dass ich nich abhau. Vermutlich mach ich das irgendwann. Mach ich immer." Ohne den Blick auf irgendetwas zu fokussieren, liefert die Zigarette in seiner Hand den nächsten Nikotinschub. "Bin n scheiß Feigling", bringt er mit angehaltenem Atem hervor, ehe er den Rauch aus der Lunge ausstößt. "Aber das hat nix mit dir zu tun. Ich bin einfach so. N verdammter Fehler eben."

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Ihr Kopf ist so gerammelt voll von seinen Worten und seinem Schmerz?! Ihre eigenen Gedanken kreischen dazwischen oder über das Gesagte herüber - es ist pures Chaos. Auch, wenn es prinzipiell keine neuen Darlegungen sind. Trotzdem wirken sie so viel intensiver als zuvor in diesen Gelegenheitserwähnungen. Diese Ballung in Kombination mit seinen so greifbaren Gefühlen und Sichtweisen, die sie bisher nicht in der Lage war anzuweichen. So gerne würde Gerda alle von ihm genannten Punkte nacheinander aus ihrer Sicht darstellen und nach einander auseinander nehmen. Ihm erklären und zeigen, dass sein Selbstbild verzerrt ist durch seine Vergangenheit. Das es falsch ist. Aber das würde nur nichts bringen, es hat auch leider nicht den Hauptfokus. Ihre Eingeweide sind noch immer zusammengezogen wie eine Gardine vom Gardinenband. Maximalst zusammengekräuselt. Sie hasst solche Raffungen. Insbesondere in ihrem Inneren. Sie kann nicht strukturiert denken, alles tut weh. 'Er hat gesagt, dass er vermutlich irgendwann abhauen wird - dass er das immer macht. IMMER.'
Gerda umklammert ihre Getränkedose und starrt noch einen kurzen Moment vor sich hin. Seine Worte 'Feigling' und 'Fehler' graben sich hervor und plötzlich ist sie zusätzlich anderes getroffen. Auf der Ebene, die er nicht wahrhaben will. Die, der Gleichberechtigung, der Gleichstellung oder wie zur Hölle man das alles noch nennen kann! Eben die, die für sie eindeutig macht, dass sie definitiv Bird ist, aber er auch ihr Baghira. Punktum. Eine gute Seele mit Trauma und Verletzungen, mit UNVERMÖGEN. So wie sie selbst. So oft und immer wieder! Nun findet sie die Kraft zu sprechen und seinen Blick erwidern zu können, sollte er es nochmal schaffen zu ihr zu sehen. "Baghs... ich bin auch oft feige. Und wenn du es als nicht so schlimmen Teil bei mir annehmen und sehen kannst, dann schau doch noch mal genauer und verurteilender auf mich oder - was ich bevorzugen würde - anders auf dich." Ein schiefes, verzweifeltes Grinsen schiebt sich ausschließlich in ihre Mundwinkel. "Ich flüchte öfter als ich es mit eingestehen mag." Ihre Stimme wird brüchig und rau. Nach zwei Versuchen gelingt es ihr die Sätze zu bilden. "Ich bin zu fünfzig Prozent nach Kanada gekommen, weil ich es hart in meinem zweiten Leben mit Sims verkackt habe. und das so stark, dass ich nicht mal heute darüber reden kann. Und ich meine nicht nur mein Brudi-Thema. Eine beste Freundschaft, einen Ex-Partner, von dem ich mich nicht sauber lösen konnte, die veränderte Beziehung zu meiner Oma und ihren Tod... meine Familie. Ich bin ans andere Ende der Welt gegangen und hab mir eingeredet, dass ich hier eine bessere Version von mir selber werden kann. Mit dem Studium. Mit der Hilfe von einer besten Freundin, dessen Erde ich noch nicht verbrannt habe."
Bitter lacht Bird auf "Es geht oft nicht darum, anderen zu helfen." Beschämt flüstert sie weiter. "Manchmal will ich nur mir selbst helfen. Weit weg von meinen Fehlentscheidungen und meinen Schwächen. Will so tun, als wären so viele Dinge nicht passiert. Als wäre ich ein rein guter Sim. Und wenn ich die durch mich Geschädigten nicht sehe, kann ich verdrängen. Kann ich mich mit mir irgendwann besser und dann auch wieder gut fühlen. Dann kann ich unbeschwerter leben. Zumindest für eine längere Weile."

Logan schweigt. Sein Blick verliert sich irgendwo im Raum, während ihre Worte in ihm widerhallen. Je länger die Stille andauert, um so stärker bekommt sie einen fast endgültigen Beigeschmack.
Das alles ergibt keinen Sinn. Gerda ist offen. Sie redet. Sie wirft sich in Nähe, als hätte sie nie etwas Böses erfahren.
Sie sitzt vor ihm, mit ihrem viel zu großen Herzen und diesem Blick, der ständig einfühlt, sucht und irgendwo hinfasst, wo Hände nicht hin dürfen.
Und trotzdem ist sie ans andere Ende der Welt gegangen, um nicht hinsehen zu müssen.
Ihre Worte bewegen ihn. Sie klangen verletzt genug, um ehrlich zu sein. Und obwohl ein Teil in ihm sich gern dagegen verschließen würde, kann er die Gemeinsamkeit nicht abwehren. Genau wie er, ist sie auf der Flucht vor sich selbst. Ein seltsamer Trost liegt darin. Sie versteht zumindest diese Seite.
Logan starrt auf das Holz vor ihm. Die Zigarette zwischen seinen Fingern brennt herunter, bis die Asche zu schwer wird und auf den Boden rieselt. Er bemerkt es erst, als ein grauer Krümel auf dem Holz landet. Mit dem Daumen wischt er ihn zur Seite, nimmt einen letzten Zug und versenkt die Kippe in der leeren Bierdose neben sich. Es zischt leise.
"Da siehste mal, wie wenig ich von dir weiß." Seine Stimme ist rau und abgekämpft. Sein Blick wandert hilfesuchend zur Skizze, findet dort aber nichts Brauchbares. Linien. Maße. Winkel. Dinge, die leichter zu handhaben sind als dieser soziale Kram.
"Was machen wir falsch?"
Mit einem Seufzen hebt sich sein Blick an die Zimmerdecke. "Du kannst nich loslassen", murmelt er nachdenklich, als würde er eine komplizierte Rechnung zusammenfassen. "Ich kann nich ... was immer das Gegenteil davon is." Die Brauen ziehen grübelnd in die Stirn. "Halten? Zulassen? Keine Ahnung." Sein Kopf schüttelt den Gedankengang ab. Dann lenkt er zum ersten Mal den Blick wieder zu ihr. Endlich schafft er es, sie anzusehen. Leer, ausgelaugt, wund.
"Was macht dir Angst?" Vielleicht kann er aus ihren Antworten lernen. "Warum musstest du gehen?"

Gerda beobachtet teilnahmslos, wie die Asche auf den Boden fällt und die Kippe in der Dose landet. Seine Frage nach dem Falsch kann sie nicht beantworten. Nicht weil sie keine Idee dazu hat, sondern weil es so verblüffend offensichtlich und für die ach so gute Sozialpädagogin bisher wie eine nicht aufgedeckte Memory-Karte direkt vor ihr lag. Sie beide, Logan und Gerda - Baghi und Bird, haben den gleichen Schutzmechanismus. Bäm. Flucht und Rückzug. Wieso hat sie das zuvor nicht erkannt? Ihre erschöpften Blicke treffen sich. "Ich musste gehen, weil so viele Orte, Wege und Locations mich an die beiden und meine Entscheidungen und vermeintlichen Fehler erinnert hat. Außerdem hatte ich Angst vor zufälligen oder absichtlichen Begegnungen. Wenn ich so befangen bin, werde ich schwach und inkompetent im Umgang mit anderen." Gerda muss schmunzeln, als sich eine Spur von Überraschung bei ihm zeigt. "Doch, doch. Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst." Wieder ernster und belegt erklärt Bird weiter, "Es frisst mich auf und tut so weh, wenn ich sehen oder spüre muss, wie furchtbar ich zu andern, mir lieben Sims bin. Ich fühle mich dann so hilf- und wertlos. Und schwach." Ihr Gesicht zieht sich zusammen. Ein schweres Ausatmen folgt. "Ich habe für mich beschlossen, dass ich nicht immer schwach sein mag. Weil ich mich selbst durchs Leben tragen muss und auch will. Außerdem hatte ich niemanden mehr in Berlin, der mich aushalten konnte. Wollte. War 'bin' allein damit. Was okay ist."'Okay werden muss.'

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"Also bestrafst du andere, indem du abhaust. Anstatt dich wie ne Erwachsene deinem Dreck zu stellen und daran zu wachsen." Die Lippen aufeinanderpresst nickt er — eher zynisch als bestätigend. "Den Blues kenn ich."
Langsam spürt er, wie die Hilflosigkeit nervös in die Hände kriecht. Er muss sie irgendwie beschäftigen. Das pausierte Werk vor ihm scheint der naheliegendste Ausweg. Tief seufzend richtet er den Rücken auf. Wo waren sie noch gleich ... Ah. Zwei Außenwände sind zusammengeschraubt. Seine Gedanken sind langsam, als sein Blick den Stift sucht. Wie jemand mit alkoholvernebeltem Verstand greift er fast schon konzentriert nach dem Schreibwerkzeug, dann nach dem Zollstock. Beides fühlt sich fremd zwischen den Fingern an, doch mit bewusster Kontrolle schafft er es, eine halbwegs saubere Markierung für die nächste Bohrung zu setzen. "Sgibt n Kid. Drüben." Er spricht leise und undeutlich, weil er sich auf die Hände konzentriert — und weil er es lauter nicht formulieren kann. "Is noch n Baby." Stift und Messgerät werden gegen die Bohrmaschine ausgetauscht. "Halt mal. Is rutschig."
Ohne Zögern eilt Gerda zu Hilfe.
Sein Blick krallt sich an dem Werkstück fest. Er will gar nicht wissen, ob sie ihn ansieht. WIE sie ihn ansieht.
Kurz jault die Maschine auf und er pustet, wie schon zuvor, die feinen Späne davon. Dann greift er zum Leim, schmiert die Kanten sorgfältig ein und drückt sie aufeinander. "Sie hat kaum Kohle, steckt mitten inner Ausbildung und die Familie hilft ihr nich." Langsam tasten seine Augen sich zu Gerdas Gesicht hinauf. Seine Brauen legen die Stirn schuldbewusst in viele Falten. "Und ich hatte keinen Schimmer, wie ich mein Versprechen halten sollte." Beschämt senkt sich sein Blick wieder. "Weiß ich immer noch nich. Is ... kompliziert. Ich schick ihr Geld, wenn ich kann. Aber Kohle is eben nur n Teil davon." Hastig greift er zum Akku-Schrauber und jagt die Metallhalterungen ins Holz. Dann rüttelt er prüfend an seinem Werk. Wenn doch nur alles so schnell zu fixen wäre.

Die helfenden Hände ruhen wartend auf ihren Oberschenkeln. Ihr Blick ist weich und verständnisvoll. Ihr eigenes Hintergrunddrama ist für den Moment vergessen. Gerda sieht, wie schwer es ihm fällt – diese Bürde zu tragen und auch noch darüber zu sprechen.
So etwas in der Art hatte sie sich bereits gedacht. Die Erinnerung an ihren ersten Verdacht kehrt zurück: Damals, als sie sich am Lake über Filme unterhalten hatten und er seine Meinung zu Kindern auf eine seltsame, zugleich aber für ihn sehr klare und eindeutige Weise kundgetan hatte. Baghiras gegenwärtige Körpersprache zeichnet jedoch ein anderes Bild seiner Haltung. Nicht, weil sich seine Meinung zu Kindern in den vergangenen Wochen geändert hätte. Nein. Es geht um eine verbindliche Verantwortung, der er sich entzogen hat und mit dessen Entscheidung er sich bis heute schwertut. Ist diese Geschichte der Hauptgrund, weshalb er sich gelegentlich selbst als einen Haufen Scheiße bezeichnet? „Ja, das klingt sehr kompliziert. Und auch danach, als würdest du denken, ihre einzige sichere Chance gewesen zu sein, sie durch die ersten schwierigen Jahre zu begleiten, bis sie ihr eigenes Geld verdienen kann.“ Bird nickt langsam. Dann bemerkt sie die herablaufende Leimnase und wischt mit dem Daumen ihrer rechten Hand über die Stelle. Den überschüssigen Holzkleber streicht sie anschließend an ihrer Hose ab. „Welches Versprechen hast du denn nicht halten können – und aus welchem Grund bist du hierher, also nach Toronto, gekommen?“, fragt sie sanft. „So wie du über dich, das Baby und die Mutter sprichst, wirkt es nicht so, als hättest du so soweit weg flüchten wollen.“

Wie geistig abwesend folgt Logans Blick ihrem Daumen. Für ein paar angenehme Sekunden ist sein Kopf vollkommen leer.
"Hmnee", brummt er dann. "Geht nich um ihre Chancen. Wer weiß schon, was sich vielleicht mal ergibt." Immerhin hat sie Maryama. Die ist hoffentlich so loyal wie temperamentvoll. "Is mehr so ..." Unzählige Male haben diese Gedankengänge in ihm stattgefunden. Und jetzt kriegt er die Worte nicht aneinandergereiht. Dabei ist es im Grunde nicht so kompliziert. Billie erinnert ihn an Monica. Nicht sie als Person. Er weiß nicht allzu viel über die damaligen Umstände. Aber was er erfahren hat, genügt, um eine Verbindung herzustellen.
Sein Mund wird plötzlich trocken. Seine Stimme wird rau und noch etwas leiser als zuvor.
"Kennste das Gefühl, wenn sich Geschichte wiederholt?" Sein Blick springt zu ihr auf. Unheilvoll. "Ich wollte ..."
Was? Die Geschichte umschreiben? Der Augenkontakt reißt ab. Auf den Boden starrend schüttelt er den Kopf. Jeder Muskel in seinem Gesicht spannt sich an. Adern treten hervor. Zuerst am Hals, dann auf der Stirn. "Sie sollte nich ... wie ..." Knurrend greift seine linke Hand ins Haar. "Ach, FUCK!" Ungehalten springt er auf und verschwindet mit lauten Schritten im Flur. Ein weiteres "FUCK!" dröhnt durch die Wohnung, dicht gefolgt von einem lauten Poltern und einem schweren, gedrückten Atmen.
Dann kehrt Ruhe ein.
Zwanzig lange Sekunden geschieht nichts.
Das Geräusch der Kühlschranktür erklingt, das Zischen einer Dose, kurz darauf Schritte.
"Er hat meine Augen, sagen sie", steht er plötzlich wieder im Raum und starrt Gerda an. "Die stehen da und sagen, er sieht aus wie ich. Als wär das was Gutes."
Logans Stimme zittert, die weit geöffneten Augen flackern ihr entgegen. "Haste ne Ahnung, was das heißt?" Seine sonst eher tiefe Stimme überschlägt sich beinahe.
'Du siehst aus wie er ...' Monicas verweintes Gesicht schiebt sich in seinen Geist.
Einige Male blinzelt er, bevor seine Schultern zusammensacken. Nein, sie weiß es nicht. Woher sollte sie? Er schluckt trocken. Sein Blick senkt sich, müde, erschöpft. Erst jetzt bemerkt er, dass seine linke Hand die Dose zusammengedrückt hat und ihm die Plörre über die Finger läuft. Einen Moment steht er da. Und atmet. Er hat die Kontrolle verloren.
Okay, das passiert.
Atmen.
Nich schlimm. Niemand is verletzt.
Atmen.
Tief.
Ruhig.
Gleichmäßig.
Langsam, als müsste er noch überlegen, was er jetzt tun soll, kommt er zum Arbeitsplatz zurück. Sein Brustkorb hebt und senkt sich noch schwer, als er sich auf den Boden sinken lässt und mit der nassen Hand beinahe apathisch zur Bohrmaschine greift.

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Ohne zu zucken oder erschrecken wartet sie, bis er wieder in ihrem gemeinsamen Baukreis ankommt. Das Laute um sie herum hat Bonnie auf den Plan gerufen, die verschlafen blinzeln aus Gerdas Zimmer getappt kommt und sich dazu plumpsen lässt. Hechelnd stupst sie den sich regulierenden Simfreund an. Gerda beginnt sie zu streicheln. "Warte kurz mit dem Akkuschrauber," bittet sie, "hier ist das nächste Holz." Es ist gut, dass es hier was zu tun gibt. Die Nässe des Getränkes findet seinen Weg an Werkzeug und Material, aber niemanden stört es. Nachdem weitere Zeit vergangen ist, drei Schrauben versenkt wurden und ein erkennbares Seitenelement entstanden ist, hakt Gerda vorsichtig nach. "Wieso empfindest du es als nicht gut, wenn er nach dir kommt? Wie heißt der Kleine?"

Logan starrt auf das halbfertige Seitenteil. In seiner nassen Hand liegt die Maschine. Er soll warten, dringt es dumpf zu ihm durch. Ohne zu verstehen, worauf, legt er das Gerät ab und die Hand in den Schoß.
Bonnie drückt ihre Schnauze gegen seinen Arm. Er sieht sie an, ohne sie wirklich zu sehen. Er ist unsagbar müde. Er hasst diesen Zustand.
Bonnies kalte Nase streift seinen Handrücken. Sein Blick lenkt zu der Stelle, als wäre er irritiert, etwas wahrgenommen zu haben.
Fokus.
Seine Finger greifen in die kleine Kiste mit den Schrauben. Es piekst in der Haut. Zuerst nur weit entfernt, doch als er tiefer hineingräbt, spürt er es deutlicher. Das ist gut. Das hilft.
Er nimmt einige Schrauben in die hohle Hand, schließt die Faust, öffnet sie wieder und knetet das Metall. Die Benommenheit legt sich allmählich.
Es vergehen Minuten, bis er die Arbeit wieder aufnimmt.
Die Hand ist inzwischen trocken. Das klebrige Gefühl wischt er in der Jeans ab.
Trotz wenig Kraft in den Armen, sitzen die Schrauben einige Minuten später im Holz. Nicht schön, aber immerhin fest.
Gerdas Stimme dringt dumpf zu ihm und er sieht sie aus müden Augen an. Kann sie es denn nie gut sein lassen?
"Julian", sagt er zögerlich. Eigentlich ist es jetzt auch egal. "Heißt er."
Logan schluckt. Sein Blick senkt sich.
"Monica ... meine ..."
Die Lippen schließen sich, als würden sie ihren Dienst verweigern.
Ein tiefer Atemzug.
"Sie hat das immer gesagt." Seine Stimme wird leiser. "Ich seh aus wie er." Eine Hand packt ihn im Nacken. "Immer wieder."
Seine linke Hand legt sich an die Stelle, wo sich der Griff fest in sein Fleisch bohrt. Er schließt die Augen, atmet tief und öffnet sie wieder.
Beide Hände legen sich nun an die zusammengeschraubte Außenwand. Es ist gut, etwas an der Haut zu spüren.
"Verstehste? Da is dieses ... Baby. Das sieht aus wie ich. Und es hat keinem was getan." Seine Finger krümmen sich um die Kante des Brettes. Dann, gerade laut genug, dass es hörbar ist:
"Ich hatte auch keinem was getan."
Die Enge im Hals kehrt zurück. Er versucht, dagegenanzuschlucken. "Und trotzdem hat sie mich gehasst. Einfach nur, weil ich da war."
Die Worte nehmen ihm die Luft. Für einen Moment arbeitet nur sein Kiefer. Dann presst er weiter.
"Ich seh ihn an und fühl ihren Hass in mir."
Seine Hände krallen sich ins Holz, sodass die Fingerknöchel weiß werden. Die kleine Ader auf der Stirn schimmert durch die Haut.
"Er jagt mir ne scheiß Angst ein. Alle wollen, dass ich mich kümmer. Dad spiel. Weil er n Recht auf ..." ein hastiger Atemzug bricht den Satz ab. "... darauf hat."
Sein Blick hebt sich. Düster funkelt er Gerda an. "Aber was is mit seinem Recht auf Sicherheit?" Es klingt beinahe vorwurfsvoll. "Ich kann nich garantieren, dass ich ..."
Er verstummt. Die Augen flackern. Das Holz kratzt unter seinen Fingern. Wieder schließt er die Augen. Und atmet. Als er die Lider hebt, fällt sein Blick auf seine Hände. 'Stay true'.
Schwer blinzelt er einmal.
"Er is bei mir nich sicher. Ich hab mich nich unter Kontrolle."
Dann sinkt seine Stimme noch weiter. "Er soll nich erleben, was i..."
Die Lippen verschließen sich. Ein letztes Mal atmet er tief durch. Dann steht er ungelenk auf, das Knie sendet einen scharfen Impuls durchs Bein, sodass er einmal kurz zusammenzuckt. Ohne Gerda noch einmal anzusehen, schleicht er hinaus.
Whiskey. Im Kiosk wird er eine Flasche bekommen. Oder drei.

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Gerda hatte die ganze Zeit ruhig zugehört ohne etwas zu sagen. Achtsam lauschen, beobachten, analysieren, Holz anreichen und festhalten waren ihre Tätigkeiten. Das Bonbon überhaupt da war, hatte sie völlig vergessen! Das war ihr noch nie passiert. Nun ist es so, als wäre das Hündchen nie in einem anderen Raum gewesen. Das Tierkind tröstet und klärt die Atmosphäre. Das tut sie auch noch, als Logan nach etwa einer halben Stunde zurückkehrt. Bonnie begrüßt ihn ruhiger als sonst, dass kann sie hören. Sie selbst hatte sich ein paar Notizen auf Karteikarten gemacht, um sich später nochmal in Ruhe damit zu befassen. Das Gro hatte sie verstanden und das Mosaikbild in ihrem Kopf ist um einige Steinchen erweitert worden. 'Ich sehe dich und deine Vergangenheit klarer und klarer' führt sie den Dialog mit sich selbst fort. Schweres Glasgeklapper und Papiertüten-Geraschel ist zu hören. 'Okay. Jetzt haben wir mindestens zwei Flaschen Whiskey im Haus. ...Das wird ne kurze Nacht für mich. Nun denn. Ich hab ja auch einiges dafür getan.' Pfotengeklicke kündigt Bonnie an und Gerda schafft es man gerade noch ihren Snackteller und das Monsterweinglas zur Seite zu stellen. Eine kurze Begrüßung später - als hätten sie sich zwei Tage nicht gesehen statt zwei Minuten - und Gerda kann den Schrauber und ihre mittlerweile beachtlichen Verbindungsfortschritte wieder aufnehmen. Das Regal sieht schon wie eins aus, findet sie stolz. Sie klemmt sich gerade drei neue Schrauben zwischen die Lippen und überprüft die zuletzt geleimte Fläche, als sie eine Bewegung im Türrahmen wahrnimmt. Damit ihr Mitbewohner die maximale Aktionsfreiheit hat, schaut sie nicht auf und spricht ihn auch nicht an. Er soll sich nicht gezwungen fühlen krampfig wegschauen zu müssen, falls er zurückkommen oder in sein Zimmer gehen mag.

Logan verharrt im Türrahmen. Wie damals, wenn er nicht wusste, ob es klug war, einzutreten. Seine Arme hängen schlaff herunter, eine Hand umklammert eine Whiskyflasche. Zwei andere stehen in der Küche. Ihm ist klar, dass drei Flaschen vollkommen übertrieben sind. Trotzdem musste er sie alle mitnehmen. Er weiß nicht, warum.
Scheu tastet sein Blick die Wandseite ab, an der Gerda das Werkeln übernommen hat. Sie ist ein gutes Stück vorangekommen. Klar. Ohne ihn geht alles besser.
Vermutlich hat es ihr einen gewaltigen Aufschwung gegeben, ihn fertig zu machen. Und sie musste nicht einmal viel dafür tun. Und jetzt ist sie viel zu beschäftigt, um ihn auch nur anzusehen. Kein Wort hat sie gesagt. Keine Geste des Trostes. Sein Leid ist ihr doch scheißegal.
Stumm seufzend zieht sein Blick zurück bis auf seine Füße. Wieder einmal fühlt sich alles kaputt an. Und er ist allein. Wie immer.
Beinahe lautlos nimmt er die erste Tür und verschwindet in seinem Zimmer.
Einen Moment steht er haltlos da. Dann zieht er das Handy aus der Tasche, tippt darauf herum und setzt sich in die Ecke auf den Boden.
Als er die Flasche zu einem großen Schluck ansetzt, ertönen die ersten Akkorde von Ronnie James Dio. Seit er diese Stimme das erste Mal hörte, bewundert er die Kraft darin. Einer der Musiker, dessen Tod ihn schwer getroffen hat.

'When there's lightning, you know it always brings me down.
Cause it's free and I see that it's me
Who's lost and never found.'




Der Whisky brennt im Hals. Logan legt den Hinterkopf gegen die Wand, als wäre er zu schwer, ihn länger selbst zu tragen. Dieser Tag scheint einfach nicht enden zu wollen.

'Do your demons, do they ever let you go?
When you've tried, do they hide, deep inside?
Is it someone that you know?'


Er schließt die Augen, müde und erschöpft. Unzählige Bilder kämpfen um seine Aufmerksamkeit. Szenen aus Oxford, Billwerder, Berlin, Monica, Natalie, ER, Billie und der Zwerg werden zu einer undefinierten Collage. Dann legt sich Gerdas Gesicht darüber. Und plötzlich erkennt er es. Sie sah enttäuscht aus, als er sagte, er würde irgendwann abhauen. Logan öffnet die Augen und starrt das Holzmuster an der Decke an.
Warum hat er das vorhin nicht bemerkt? Hat er sie überhaupt angesehen?

'You're just a picture, you're an image caught in time.
We're a lie, you and I.
We're words without a rhyme.'


Sie baut sein Regal auf. Seins. Für seine Platten.
Er bringt den Kopf in eine aufrechte Position. Neue Gedankengänge spülen in seinen Verstand. Was, wenn sie ihn nicht angesehen hat, weil sie weiß, dass er ihren Blick nicht ertragen hätte?
Ein tiefes Seufzen kämpft sich aus seinem Brustkorb. Er ist so ein beschissenes Arschloch. Wie lange ist es her, dass er ihr sagte, sie soll nicht an ihm ersticken?

'Feel the magic, I feel it floating in the air.
But it's fear, and you'll hear
It calling you beware.'


Er nimmt noch einen kräftigen Schluck, um sich auf den bevorstehenden Kampf des Aushaltens vorzubereiten. Nachdem Dio seine letzten heiseren Worte ausfaden lässt, schaltet Logan den Player aus. Zwei Atemzüge, bevor er sich umständlich aufstemmt und so leise wie möglich die Tür öffnet.
Direkt gegenüber arbeitet sie noch immer. Vielleicht tut es ihrem Kopf ebenso gut wie seinem, wenn der Körper etwas tun kann.
Es ist ihm beinahe peinlich, als Bonnie seine Ankunft verrät. Ein motivierender Schluck wird die Kehle hinuntergestürzt, bevor er über die Schwelle tritt. Langsam kommt er ihr näher, wie einem bröckelnden Abgrund. Seine Finger umklammern den Flaschenhals, weil er gerade der einzige Halt ist. Sein Verstand sucht fieberhaft nach Worten. Er findet kein einziges.
Also schweigt er, als er eine großzügige Armlänge schräg hinter ihr stehen bleibt und ihre Arbeit betrachtet, weil er sie nicht ansehen kann. Sekunden vergehen. Dann reicht er ihr kommentarlos die Flasche.

Wie schwer ihr Herz unter all dem ablenkenden Bauen ist merkt sie erst, als er in seinem Zimmer verschwunden ist und ihre innere Anspannung abfällt. Es hat sie fast alles an Restreserven gekostet, den Schnabel zu halten und so zu tun, als wären sie beide nicht am selben Ort. "Scheiße" murmelt sie dem neuen Dreiersatz Schrauben in ihrer Linken zu. Und dann kommen sie auch schon. Die Tränen, von denen Bird dachte, dass sie sie in ihrem sachanalytischen Berufsmodus im Griff hat. Aber nix da. Obwohl die Tatsache, dass Baghi bloß unter einer Stunde weg war, unter den geschaffenen Umständen enorm ist! Trotzdem schneidet seine Flucht sich tief bei ihr ein, jetzt wo er wieder Zuhause ist. Ihr zwischenzeitlicher, kleiner Reflexionskreis hat die Frage aufgeworfen, ob ihr, als Königin der feigen Abgänge, die schicksalhafte Begegnung mit Logan vom Karma zugespielt wurde. Sozusagen als beginnende Zahltagreihe?!? Wie auch immer, es ist was es ist und sie wird sich noch öfter damit auseinandersetzen müssen. So weh es auch tut: Vielleicht ist es eine Notwendigkeit, die sie üben kann und sollte. Denn eines Tages wird er mit Sicherheit auch sie verlassen. Das hat er gesagt. Unmissverständlich. Ihr Hals beginnt zu schmerzen und sie kann nicht schlucken. Auch atmen will für einen kurzen Moment nicht klappen. Dann geht es wieder, Atem und Tränen bewegen sich. Und noch etwas anderes bewegt sich. Das Hündchen und der Panther kommen versetzt bei ihr an. Es passiert erst ein Mal gar nichts. Dann sieht sie eine Flasche im Augenwinkel. Gerda lässt alles fallen und nimmt sie mit einem rauen "Danke" an. Ihre Stimme klingt, als hätte sie sie Stundenlang nicht benutzt. Ohne zu zögern trinkt sie fünf tiefe und lange Schlucke. Es brennt fürchterlich, aber Bird zwingt sich in die Beherrschung und ringt das Gefühl von Verätzungen der Atemwege nieder. Ein weiteres Mal setzt sie an, jedoch nur für einen besseren Nipper.
Der war für den Geschmack, redet sie sich ein. Sofort knallen die Prozente auf den Wein rein und zumindest die aufgekommene Heulerei versiegt, auch wenn ihr Gesicht garantiert noch davon gezeichnet ist. Aber wenn sie sich erstmal nicht angucken... "Wollen wir noch weiter machen? Ich bin mittlerweile ganz gut mit der Leimflasche am Start. Bin heut wohl Flaschenkind, oder so" lacht sie schwach über den schlechten Spruch und winkt entschuldigend in die Luft und an der halbleeren Weinflasche vorbei. "Sorry. Ich weiß nich mehr, was ich sag. Wolln wir nebenbei Musik hören? Dann quatsch ich zumindest für ne Weile weniger Scheiße und wir kommen ein bisschen zur Ruhe. So mit Mucke und Brennstoff." 'Und beieinander sein.'

Gerda reißt ihm die Flasche nahezu aus der Hand, als wäre sie die letzte Rettung. Wie Wasser kippt sie das Zeug in sich hinein.
Irgendetwas in ihm zieht sich zusammen. Sieht er auch so elend aus, wenn er das macht?
Scheiße.
Man muss kein Empath sein, um zu sehen, dass sie geweint hat. Viel und heftig.
Monica.
Während er sie beobachtet, kann er regelrecht spüren, wie die Zusammenhänge sich in seinem Verstand auflösen. Wieso ist sie noch mal so zerstört? Doch nicht nur, weil er irgendwann weggehen könnte. Das ergibt doch keinen Sinn. Da muss noch mehr sein. So ein toller Typ ist er nun wirklich nicht, dass sie zwei Jahre im Voraus trauern müsste.
Sie flüchtet sich in Ablenkung. Diese Sprache versteht er.
Wortlos geht er in den Hausflur, wo seine Sammlung gestapelt und verpackt darauf wartet, gehuldigt zu werden. Wahllos öffnet er irgendeine Kiste. Der Geruch von alter Pappe weht ihm in die Nase. Sofort ist die Schwere des Tages um einige Gramm leichter. Er zieht eine Papphülle hervor.
Simon and Garfunkel. Viel zu emotional.
Led Zeppelin. Hm ... Vielleicht.
The Who.
Doors.
Stones.
Passt.
Er kommt zurück ins Wohnzimmer, wo er die Platte mit ungewohnter Sanftheit auflegt. Das charakteristische Knacken ertönt noch vor dem ersten Gitarrenriff.
"Bird ..." Er seufzt und macht einige Schritte auf sie zu, den Blick auf den Boden gerichtet. Eine Armlänge, weniger großzügig als zuvor, bleibt er neben ihr stehen. "Es sieht vielleicht nich so aus, aber ich geb mir wirklich Mühe." Unter den Brauen schaut er zu ihr auf. "Darum ziehen wir das jetzt durch und du sagst, was du zu sagen hast. Hashtag ersticken und so."
Hilfesuchend gleitet sein Blick über den Boden. Er braucht irgendetwas in den Händen. Aus Ermangelung an hilfreichen Gegenständen pflückt er die Flasche aus ihrer Hand und beginnt am Etikett zu fummeln.
"Also sag mir, was ich falsch gemacht hab. Hab ich irgendwas fieses gesagt? Weil, ganz ehrlich ...", resignierend schüttelt er den Kopf, die Schultern zucken, "Ich krieg jetzt schon nich mehr zusammen, was ich vorhin gesagt hab. Also, ich weiß schon, worüber wir gesprochen haben." Feigheit, Billie und der Zwerg, abgehauen, ... "Aber die Details ..." die freie Hand macht eine verpuffende Geste.

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In der Zeit, die Baghi im Flur und am Plattenspieler verbringt, spult sich ihre Runde zwei der Traurigkeit ab. „Scheiß Geheule, man.“ Nie, nie, nie hat sie sich unter Kontrolle. Zwei weitere Schlucke, kleiner und gesitteter, finden ihren wärmenden Weg in ihre Eingeweide. Schniefend atmet sich Bird wieder in den Arbeitsfokus.
Plötzlich ist Logan wieder da. Ein wohlbekanntes Musikstück der Stones erklingt nach dem feinen Knarzen ihres LP-Abspielgerätes. Sie muss unwillkürlich schmunzeln. Die unheilvollen und massiv energetischen Klänge des Klassikers Paint It, Black fließen wie ein intravenös verabreichter, motivierender Koffeinschub im ersten Sonnenlicht des Tages in sie hinein. In ihrem Inneren vermischt es sich dort mit ihrer Schwere. „Eine gute Wahl.“
Noch bevor Micks Stimme erklingt, hört sie Logan sprechen und ihr Herz beginnt gefühlt von Neuem zu bluten. Dieses Mal allerdings vor Rührung.
„Ich weiß, sehe und spüre, dass du dir Mühe gibst und ganz, ganz oft über deine Grenzen für mich gehst. Beweisstück keine-Ahnung-15-oder so: Hashtag Ersticken. Ich danke dir dafür.“
Gerdas Hand lässt die Flasche los und ist plötzlich ohne Auftrag. Langsam streicht sie sich die Haare aus dem Gesicht und über den Schädel.
„Du hast nichts falsch gemacht und auch nichts Fieses gesagt, Baghs. Du hast lediglich ehrlich geantwortet - für dich. Das wars. Und es ist nie verkehrt, egal wie es anderen damit geht." Gerdas Stimme bekommt ein leichtes zittern. "Jeder hat die Aufgabe, sich selbst an erster Stelle aufrecht zu erhalten. Ist die Grundvoraussetzung, um irgendwann auch andere mit zu versorgen."
Bird sieht ihn noch immer nur im halben Profil an. Er steht da, trinkt, kratzt am Etikett, trinkt, brummt.
„Du sagtest: Es wird vermutlich irgendwann dazu kommen, dass du einfach abhaust, weil du das immer machst.‘ Das waren deine Worte. Und abgesehen von schweren, existenziellen Bedrohungen ist das das schlimmste Worst-Case-Szenario, das ich mir vorstellen kann“, gesteht sie kleinlaut und erklärt weiter, mit beginnendem Brausekopp. „Wenn du nicht mehr in meinem direkten oder indirekten Umfeld wärst ...“ Sie bricht kurz ab und grabscht nach der Flasche. „Scheiße, man! Dann würden mit dir Freude, Wärme, Humor und Sicherheit verschwinden sowie auch das gelegentliche Kribbeln, dass ich so mag. Und die Klomusik!“, nuschelt sie, bevor eine Pause entsteht.
„Im Prinzip fast die Hälfte meines schönen Lebens“, mault sie nun fast und trinkt beschämt und mit brennenden Wangen sich in eine garantiert üble Alkoholdingsirgendwas..., dass was vor Vergiftung kommt.

Der Song rollt durch den Raum, schwer und treibend, als hätte jemand den Boden unter ihnen in Bewegung gesetzt.
Logans Finger erstarren am Etikett.
Sicherheit?!
Ausgerechnet.
Sein Blick hebt sich zu ihr, langsam und beinahe misstrauisch. Als hätte sie das Wort irgendwo aufgeschnappt und ihm nun vor die Füße gelegt, ohne zu begreifen, was es eigentlich bedeutet.
Hat sie denn die letzten Wochen nicht aufgepasst?
Gerda greift nach der Flasche und Logan lässt sie ihr anstandslos, weil sein Kopf noch an diesem einen Begriff hängt.
"Ich seh ja ein, dass manche Dinge Ansichtssache sind", findet er schließlich zu sich. "Verschiedene Sichtweisen, nenn es wie du willst."
Seine Hand schließt sich um den Flaschenhals und zieht ihn ihr nach dem nächsten Schluck vorsichtig, aber bestimmt aus den Fingern. Er sieht auf die Flasche, dann auf ihr Gesicht. Rote Augen. Brennende Wangen. Dieser beschissene Trotz, der ihn an sich selbst erinnert.
"Aber Sicherheit? Ehrlich?"
Er will lachen, doch es bleibt ihm im Hals stecken.
Einen Moment wendet er sich ab. Sein Blick flieht, an den Pflanzen vorbei, aus dem Fenster. Als könnte er in der Ferne das entscheidende Argument finden, um ihr klar zu machen, wie falsch sie liegt.
"Okay, schon klar. Du hältst mich für nen tollen Kerl. Aber die Wahrheit is doch", eindringlich sieht er sie an. Diese kaputte Version von ihr, die er erschaffen hat. "Dass ich Probleme mach. Mit mir hat man ständig Stress. Guck dich an, Bird. Du solltest froh sein, wenn du mich los bist."
Der Satz ist heiser. Er hasst es, wie gebrechlich er klingt.
Er setzt die Flasche an, mehr um Zeit zu schinden, als einem Bedürfnis nachzukommen.
"Und bis es soweit is, willste jetzt jedes Mal in Tränen ausbrechen, wenn ich einkaufen geh?"
Die Worte sind leise. Unbeholfen versucht er, ihrem Blick standzuhalten, gibt aber nach einem halben Atemzug auf.
"Ich sag dir was."
Die linke Hand streicht über die Locken bis zum Hinterkopf, wo sie einige Male die harten Stränge im Nacken massieren. "Solange Klampfe und Laptop da rumstehen, bin ich nich weg."
Er weiß, dass das wenig ist. Aber mehr kann er im Moment einfach nicht geben.

'Geteilter Whiskey, ist halber Whiskey.' springt ihr in den Sinn, als ihr die Flasche wieder entwendet wird. Gerda blinzelt sich klären, nachdem sie den zweiten Schick im Magen spürt. THEORETISCH richtig und und AUCH aaaabsolut SINNVOLL. Die eingestellten Getränke beginnen, ihre Koordinatiobsfähigkeiten durcheinander zu bringen. Trotzdem will sie sich momentan einfach nur maulig die Flasche wieder aneignen und sie nicht wieder her geben, bis sie leer ist. Auch zuhören und nachdenken sind zuviel.
Alles tut weh.
Bird hebt trotzig, schmerzerfüllt und bockig den Blick, als er den Einkaufskommentar fallen lässt. 'Bitte was?' Das ist so... Über ihr gewöhnlich geräuschvolles Atmen hinaus, erhebt sie sich unelegant aber noch flüssig und funkelt ihn an. Auch wenn sie auf seine Bemühungen und seine mentale Erschöpfung Rücksicht nehmen will, geht es nun NICHT mehr. "Alter!" nuschelt sie vom Schwipps getragen, "Kannst du bitte aufhören für mich zu entscheiden, was gut oder nich gut für mich is?! Ich kann alleine meine Grenzen ziehen. Und nich jede verfickte Zerstörung hat allein mit dir zu tun, okay!?" Eine sanfte Grabschehand holt sich das Gold zurück. "Unauf gar kein Fall" zieht sie mit Mauligkeitsflunsch die Brauen in die Stirn, "werd ich jetz immer rumheuln, wenn du Einkauf gehst." Ein großzügiger Schluck später, "uuuhuund ich weiß sehr wohl, wie man ds Wort Sicherheit richtig verwendet." Vorwurfsvoll wedelt sie ihm mit der Flasche entgegen. Deutlich weicher fügt sie hinzu, "Hab deinen Blick bei dem Wort gesehen" erklärt sie. "Bin weder einfältig noch zart besaitet."

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Logans Finger bleiben einen Moment in der Luft hängen, als die Flasche wieder aus seiner Hand verschwindet. Sein erster Impuls ist, erneut danach zu greifen. Er blinzelt langsam. Der Alkohol ist in ihrem Verstand angekommen. Ihre Hand umklammert den Whisky, den er bezahlt hat, als wäre er der einzige Halt für ihre Existenz. Der Anblick widert ihn an. Das ist seine Rolle. Auf der anderen Seite zu stehen, fühlt sich falsch an. Als würde sie ihm seine eigene Erbärmlichkeit vorhalten. Wie ist es so weit gekommen? Die letzte Stunde in Gedanken Revue passierend, muss er sich eingestehen, dass er keinen Schimmer hat, was genau sie so aus der Bahn geworfen hat. Für einen Moment arbeitet sein Gesicht, als hätte sich irgendwo ein Zahnrad verkantet. Er hat versucht, auf ihre Verlustangst einzugehen, obwohl er sie nicht nachvollziehen kann und wird dafür jetzt blöd angemacht? Fein. Der Punkt ist erreicht, an dem das hier zu nichts mehr führen wird.
"Ich hab keinen Plan, was du da redest", brummt er genervt. "Hab ich gesagt, du bist zart? Oder einfältig?" Seine Worte klingen härter als beabsichtigt. Ihm fehlt die Kraft, es weicher zu machen. Sein Blick fällt auf das halbfertige Regal. Warum wird alles, was sie zusammen machen, zur Katastrophe?
"Du bist dicht und ich bin durch." Er setzt sich mit schweren Schritten in Bewegung, nah an ihr vorbei, in die Küche. Dort nimmt er eine der beiden Flaschen an sich, öffnet sie und stürzt einige Schlucke hinunter. Er versteht es einfach nicht. Wann hat er welche Entscheidungen für sie getroffen? Und was sollte der Mist mit der Zerstörung? Als hätte er sich ausgedacht, dass sie wegen ihm heult.
Mick beklagt sich über die Oberflächlichkeit des stupid girls, als Logan wieder ins Wohnzimmer kommt. Die fast volle Flasche in der Hand, wirft er einen Blick zu Gerda, dann zum unfertigen Werkstück hinter ihr. Kurz überlegt er. Sie würde in diesem Zustand nicht weiter machen.
Seine rechte Braue zuckt. Nein, würde sie nicht.
"Finger weg von der Baustelle", brummt er, während er sich abwendet. "Der Scheiß war teuer. Wenne das verkackst, bau ich was so hässliches, dasse dir die verdammte Studentenlösung wünschen wirst."
Damit knallt seine Zimmertür hinter ihm in den Rahmen. Feierabend.


(in Zusammenarbeit mit @S.Bin. )

Beitrag
Toronto
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Toronto

am 24.08.2026 22:341787603688

Charaktere: Gerda, Logan
Geschichtsstrang: Flucht und Rückzug



„Boooah, ey! Hör jetzt endlich auf, dich im Kreis zu drehen“, meckert Gerda sich selbst über ihr Spiegelbild an. „Und kneif endlich deine Arschbacken zusammen und geh in den Angriff über.“ Ein langgezogener Seufzer folgt, mehr nicht. „Scheiße. Ich schaff's nich. Nicht heute.“ Verärgert über sich selbst stapft die Migrantin, frisch und tagesfein, über das Wohnzimmer in die Küche, um den feigen Move durchzuziehen und ihre Konfrontation mit der Realität noch eine Weile aufzuschieben. Die Krankmeldung per Anruf und Mail ist schnell erledigt, und für diese Woche ist die Uni auf Eis gelegt. Sie wird sich noch ein paar Tage gönnen, um Mr. Boston unter keinen Umständen sehen zu müssen. Keinesfalls will Bird sich auffällig verhalten. Weder durch hämisches Grinsen noch durch signalrote Melder-Ohren. In der nächsten Woche wird es ihr deutlich besser gelingen, weiß sie. Aber was tun mit der am Vormittag gewonnenen Zeit? Den Stoff zum Nacharbeiten wird sie sich morgen von Jason und den Professoren abholen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, mal wieder raus und unter andere Leute zu gehen, um auf andere Gespräche und Gedanken zu kommen. Sie war lange nicht mehr mexikanisch essen. Und tanzen auch nicht. Ein Plan beginnt, sich zu manifestieren. Gerda tippt auf ihrem Handy herum, und wenig später läuft ihre Guns N' Roses-Playlist an. Nach ein paar musikalischen Genussmomenten beginnt sie, eine Monsterportion Pancake-Teig anzurühren und kalt zu stellen. Bevor sie das Frühstück für die nächsten drei Tage durch ihre Pfanne jagen wird, geht sie einkaufen. Dann muss sie bis abends zum Essen und Tanzen in Torontos legendären Punkrock-Schuppen mit Live-Musik, dem „Sneaky Dee's", nur noch das Haus für Bonnies Spaziergänge verlassen. Auf dem Weg nach draußen erfragt sie per Telefonnachricht bei ihrem Mitbewohner-irgendwie-Plus, ob er etwas vom Supermarkt braucht.

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Bonnie betritt zuerst den Hausflur und trappelt zielsicher die Stufen hinauf. Eigentlich soll sie keine Treppen laufen, hatte Gerda ihm mit diesem Unterton eingebläut. Das sei auf Dauer nicht gut für ihre Gelenke. Doch die Hündin hat das obere Stockwerk erreicht, bevor Logan die Haustür geschlossen hat. Fuck it ... um meine Gelenke schert sich auch keiner. Deutlich langsamer und schwerfälliger stapft er ihr hinterher. Sein Daumen reibt bei jeder Stufe über die Kante des Schlüssels. Hart genug, dass es unangenehm in die Haut kratzt. Gut so. Die Welt fühlt sich heute wieder einen Tick zu unecht an, als wäre er wieder eingesperrt in dieser alles schluckenden Blase. Seit der Runde mit Bonnie denkt er an Natalie. An die Nachricht. An diese eine Frage, die er endlich stellen muss.
Mit dem Schlüssel in der Hand bleibt er neben Bonnie stehen und betrachtet sie, als sie sich schüttelt und damit die morgendliche Außenwelt auf den Dielen verteilt. Zwei bräunliche Tropfen landen an der Tür, die vor nicht allzu langer Zeit erst weiß gestrichen wurde. Der Gedanke, dass es Leute gibt, die sich an solchen Spuren stören und vermutlich sofort den Putzeimer zur Rettungsaktion holen würden, streift ihn. Dann ist er weg.
Die Hündin niest, sieht ihn erwartungsvoll an und wedelt freudig mit dem Schwanz. Die Welt muss ein deutlich einfacherer Ort sein, wenn man einmal um den ganzen Block gepisst hat.
"Ja ja. Mach ja schon." Grummelnd schließt er auf, lässt Bonnie den Vortritt und lauscht erst in die Wohnung hinein, als er sämtliche Hundeutensilien im Regal verstaut hat. Bonnie schlabbert lautstark aus ihrem Wassernapf. Darüber hinaus schweigt die Wohnung. Ein prüfender Blick fängt das Regal ein, in dem Gerdas Schuhe fehlen. Vielleicht zur Uni. Beim weiteren Umschauen in der Küche bleibt seine Aufmerksamkeit an ihrer Thermoskanne hängen. Wenn die hier ist, ist Gerda nicht weg. Zumindest nicht lange.
Whatever.
Logan nimmt sich eine Tasse aus dem Abtropfgestell, um sich Kaffee einzufüllen. Heiß und frisch gebrüht. Sie kann noch nicht lange weg sein. Rücklings an der Arbeitszeile angelehnt, pustet er ein paar mal über die dampfende Flüssigkeit, während er das Handy aus der Hosentasche zieht — und die Nachricht der Mitbewohnerin entdeckt. Kurz und knapp — pragmatisch, wie es ihm am liebsten ist. Einkaufen also. Das Geheimnis ist gelüftet.
Kurz überlegt er. Nichts ploppt in ihm auf. Als leidenschaftloser Allesfresser ist immer irgendwas zu Futtern im Haus. Ein knappes 'Nope' reicht als Antwort, ehe er sich von der Küchenzeile abstößt, um in sein Zimmer zu schlurfen.
Bonnie bleibt aufmerksam hechelnd zurück. Erst als er hinter schräg geöffnetem Mundwinkel ein klickendes Geräusch von sich gibt, trottet sie hinterher.
Das fremdartige Gefühl bekommt flaue Verstärkung, als Logan sich seufzend an den Laptop setzt. Der dunkle Bildschirm zeigt ein matt verzerrtes Spiegelbild, das ihm beinahe natürlicher vorkommt, als das aus dem Badezimmer. Das, vor dem er so oft ausweicht, weil er dessen Blick nicht erträgt. Trotzdem ist es fast eine Erleichterung, als das Foto der Woche auf dem Desktop erscheint. Einen Atemzug lang starrt er das Bild an, als müsste er es sich besonders gut einprägen. Ein kleines Fischerdorf, vermutlich irgendwo in Skandinavien. Es berührt ihn in keiner Weise und dennoch wäre er lieber dort, um irgendwelche glitschigen Viecher zu fangen, als hier zu sitzen und tun zu müssen, was er schon so lange vor sich hin schiebt.
Bonnie wuselt sich rumpelnd unter den Tisch, wo sie sich schmal zwischen Wand und Logans Füße quetscht. Die Berührung treibt einen neuen Impuls in seinen Geist und als wäre er aus einer Trance erwacht, richtet er den Rücken gerade auf, nimmt einen Schluck Kaffee und streift die Schuhe mithilfe der Zehen ab. Der rechte Fuß schiebt die Treter zur Wand hinüber, wo sie weder ihn, noch Bonnie stören. Vorsichtig legt er beide Füße an ihren Körper. Durch die dünnen Socken hindurch spürt er ihren Atem.
Er erinnert sich, wie er als Kind sein Ohr an Busters Brustkorb legte, voller Faszination von dem gleichmäßigen Sog, der darunter zu hören war. Es war eine Intimität, die er bis dahin nicht kannte.
Bonnie seufzt tief und Logan tut es ihr gleich. Es ist Zeit. Schluss mit Prokrastinieren. So schwer kann das nicht sein. Nur ein paar Sätze. Damit das Spekulieren endlich aufhört.
Logan bemerkt nicht, wie fest sich seine Kiefer zusammenpressen, als er das E-Mail-Programm öffnet. Flüchtig fängt sein Blick die eingehenden Nachrichten ein. Nichts Wichtiges. Aber vielleicht schaut er trotzdem mal - Fuck, reiß dich zusammen, Dickhead. Schreib jetzt!
In sich hineinknurrend klickt er den Button für neue Nachrichten. Nur eine kleine Bewegung mit dem Finger und doch schlägt plötzlich eine Erschöpfung über ihn ein, die ihm sämtliche Energiereserven aus den Gliedern zieht. Der Gedanke, sofort schlafen zu müssen, wühlt sich an die Oberfläche. Das kann doch nich wahr sein ... Die Finger der linken Hand reiben über die Augen und verharren einen Atemzug lang an der Nasenwurzel. Erst schreiben. Dann pennen. Keine Ausflüchte mehr.

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Mit geprügelter Entschlossenheit setzt er den Cursor ins Schreibfeld. Die Adresse kommt erst zum Schluss. Nicht auszudenken, wenn er versehentlich zu früh auf Senden käme.
Seine Finger liegen auf den Tasten, während die Wände der Blase um ihn herum an Dichte gewinnen.

Hey there

Nein, das ist nicht gut. Natalie ist schlecht im Englischen. Er sollte deutsch schreiben.

Hey du

Ne, das klingt dämlich. Als würde er ein junges Mädchen angraben.

Hey Nat

Logan starrt die Buchstaben an. Nat? Oder eher Natalie?
Seine Lippen pressen sich aggressiv zusammen. Der innere Druck steigt. Etwas legt sich eng um seinen Kopf. Wie ein Schwitzkasten, aus dem man keine Chance hat zu entkommen.
Seine Hand greift fahrig nach dem Zigarettenetui. Panther, Tiger und Vogel treiben ihm eine Unruhe unter die Haut, wie es sonst nur das Spiegelbild schafft.
Mit einem blechernen Klacken ist das Etui geöffnet und der Sichtkontakt abgerissen. Es ist ihm egal, dass er zum Rauchen auf den Balkon gehen müsste. Die Kippe wird an Ort und Stelle angesteckt, bleibt direkt zwischen den Lippen klemmend, während die Hände sich wieder auf die Tastatur legen.

Hey Nat.

Das ist bescheuert. Sie weiß, wie sie heißt. Daran muss er sie nicht erinnern. Unwirsch hämmert der Mittelfinger auf der Löschtaste herum, bis die letzten drei Zeichen ausgemerzt sind.

Hey

Okay. So weit, so gut.

Was wollte er sagen? Fragen? Während der Bonnie-Runde hatte er sich Sätze zurechtgeformt. Die waren okay. Nicht brillant. Aber zweckdienlich. Jetzt ist alles weg.

Wollte fragen ob

Ne, das ist Mist.

Wie geht

Nein, Scheiße noch mal. Hat ihn ja die letzten Jahre auch nicht interessiert. Warum jetzt so tun als ob?
Logan wirft sich seufzend in die Rückenlehne. Ein tiefer Nikotinzug folgt, dann pflückt die linke Hand die Kippe aus dem Gesicht und sinkt erschöpft auf den Oberschenkel.

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Es ist ja nicht einmal so, dass es ihn nicht interessiert hätte. Es war wohl mehr Unbeholfenheit. Zumindest eine zeitlang dachte er oft an die kleine Familie, die ihn aufgenommen hatte. Er wusste aber einfach nicht, wie er sich hätte melden sollen. Wie so oft hatten ihm schlichtweg die Worte gefehlt. Oder die Eier.
Ein tiefes Seufzen lenkt den Blick erneut zu dem Versuch der Kontaktaufnahme. Seine Kiefer mahlen.
So wird das nichts.
Einen Moment sitzt er nur da. Die Welt ist inzwischen so weit entfernt, dass selbst der Gedanke, sie zurückzuholen, kaum greifbar ist, als sich von irgendwo ein seltsames Störgeräusch durch die Szene brummt.
Träge sucht Logans Blick nach der Quelle und fällt auf das Handydisplay. Ein Anruf mit fremder Nummer wird dort angezeigt. Sofort springen die inneren Dämonen von ihren Stühlen. Wer ist das? Was wollen die? Woher haben die seine Nummer? Dann fällt es ihm ein. Die Speditionsfirma. Gestern Nachmittag hatten sie sich angekündigt.
Die Dämonen setzen sich, rücken die Stühle knarzend zurecht. Fehlalarm.
Das erleichterte Aufatmen findet den Weg nicht durch den angespannten Körper.
Logan rückt den Stuhl nach hinten und steht auf. Er muss sich bewegen. Die Luft um ihn herum wird zu eng. Fast schon beiläufig nimmt er das Handy und drückt den grünen Hörer.
"Ja." Seine Stimme klingt rauer als beabsichtigt. Er öffnet ein Fenster. Eine leichte Spätsommerbrise weht ihm frontal ins Gesicht.
"Ne, passt. Bin da." Dem Tisch wieder zugewandt, greift die freie Hand nach der Tasse, um sie in die Küche zu bringen. Dort angekommen, legt er auf, nimmt den letzten Schluck und gießt sofort aus der Kanne nach. Zehn Minuten, sagte der Typ am Hörer. Logan atmet tief durch. In zehn Minuten kommt sein altes Leben an. Die einzigen wertvollen Teile davon. Bis dahin sollte es doch zu schaffen sein, zwei lächerliche Sätze zustande zu bringen.
Die Kippe landet ein weiteres Mal zwischen den schmalen Lippen. So sind die Hände frei, um die Kaffeemaschine für einen neuen Durchlauf vorzubereiten. Es ist eine Art unausgesprochener Deal der WG, dass tagsüber immer frischer Kaffee zur Verfügung steht. Anschließend geht er zurück ins Zimmer. Wo Bonnie, noch immer unter dem Tisch liegt. "Hättest ja ruhig mal paar Sätze reinhauen können", brummt Logan ihr zu. Das hektische Klopfen mit dem Schwanz auf den Boden ist ihre Antwort. "Toll. Das hilft mir ungemein." Er setzt sich, legt die Zigarette im Aschenbecher ab und stellt die heiße Tasse daneben.
Der Cursor blinkt unermüdlich, beinahe höhnisch, als würde er ihm ins Gesicht lachen. Weil sie beide wissen, dass er zu feige ist, diese Worte zu schreiben.
Logan schließt die Augen bei diesem Gedanken. Wie erbärmlich. Jetzt guck dir mal an, wie weit deine scheiß Feigheit dich bringt. Kein Wunder, dasse dich fürn Schizo gehalten haben.
Bewusst ruhig atmend öffnet er die Augen.
Also gut. Wie fragt man nach einem Monster, ohne es zu rufen?
Die Finger legen sich erneut auf die Tasten.

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Zitat
hey
weißt du ob er noch sitzt
JL



Als hätte er nicht mehr als zehn Tage für diesen Satz gebraucht, trägt er sogleich die Adresse ein und klickt auf Senden.
Weg ist sie.
Er hat es getan.
Logan schluckt schwer. Dann lehnt er sich zurück. Eine Hand greift nach der Zigarette, führt sie zum Mund und zerdrückt sie nach einem langen Zug im Aschenbecher. Übelkeit schießt ihm in den Magen. Für eine Sekunde stockt ihm der Atem. Seine Füße suchen nach Bonnie, stoßen auf weichen Widerstand und graben sich unter den warmen Körper.
Es ist gut so, redet er sich ein. Ja. Das musste getan werden.
Wie in Trance greift er zur Tasse. Der Dampf steigt vor seinem Gesicht auf, während er einen heißen Schluck nach dem anderen in sich aufnimmt, ohne die Hitze wahrzunehmen.
Dann dringt das schrille Klingeln der Haustür zu ihm durch. Zuerst dumpf und weit entfernt, erreicht es ihn beim zweiten Mal lauter, klarer und zieht ihn zurück in die Handlungsfähigkeit. Langsam aus der Trägheit erwachend, drückt er die Kippe aus, ehe er Bonnie mit sanfter Bestimmtheit im Zimmer hält, um an der Wohnungstür zu funktionieren. Schnell das andere Paar Schuhe übergezogen, Schlüssel geschnappt, und kurz darauf packt er im Hausflur mit an. Je eher die siebenundfünfzig Kisten oben sind, desto schneller ist er die Typen wieder los, die seine Fracht bereits beim Aufladen des Transporters zu hassen begonnen hatten. Dank Sackkarre und Wachstumsschüben, die deutlich erfolgreicher verlaufen sind als Logans, hievt der Größere der beiden bei jedem Aufstieg gleich fünf Kisten ins obere Stockwerk, wo sie im Flur vor der Wohnung zwischengeparkt werden. Trotz des flüssigen Systems zieht sich die Schlepperei endlose Minuten hin. Der Flur gleicht dem Lager eines Warenhauses, als Gerda mit bepackten Taschen die Stufen erklimmt.

"Wooohh" entfährt es ihr überrascht, als sie auf der obersten Stufe ankommt und die Mitbringsel abstellt. Irgendwie hatte sie mit deutlich weniger Sachen gerechnet. Aber gut - es ist was es ist und sie werden bestimmt mit ein bis fünfzehn selbstgebauten Regalen irgendwie hinkommen. Gegenwärtig hat das Frollein Simmer eh nicht so viel Bock auf ihren Studienkram. Gut, dass sie sich ein paar freie Tage auf Schein hat geben lassen. Vielleicht gibt das zu bewältigende Chaos, welches augenscheinlich das halbe Leben des Panthers umfasst, ihr den Abstand, den sie zum Studium und für die alte, verloren gegangene Motivation braucht, zurück. Den Spediteuren im vorbeirauschen zunickend, suchen ihre Augen Logan. Er kommt gerade aus der Wohnungstür und sieht nicht so zufrieden aus, wie er sollte. War was passiert? Fehlt das Schlagzeug? "Was ist, Baghs?"

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Logan zuckt zusammen, als am oberen Treppenrand plötzlich Gerdas Gesicht auftaucht. Seit wann steht sie da? Wieso kommt sie nicht rein? Mürrisch mit dem Kopf schüttelnd gibt er ein genervtes Geräusch von sich und lässt einen Interpretationsspielraum von 'geht gleich wieder' bis 'wenn hier nicht gleich Schluss ist, fackel ich den ganzen Laden an'. Dabei sind es nicht die unzähligen Kartons, die ihn stören. Er ist froh, dass der Kram endlich da ist. Es ist die Unruhe. Dass der Typ unentwegt rauf und runter poltert, ihn jederzeit anquatschen könnte und Logan dazu nötigt, präsent zu sein. Er würde sich viel lieber in eine Ecke verkriechen, auf der Klampfe zupfen und die Welt ausklammern, bis sie sich wieder weniger unsicher anfühlt.
"Nix", presst er schließlich hervor. Sein Blick rutscht an ihr vorbei, zur Treppe, wo der nächste Stapel ins Sichtfeld poltert. "Zu viel alles." Etwas steifer als gewöhnlich bringt er sich in Position, um die ankommende Ladung in Empfang zu nehmen.

Bird registriert seine körperlichen und seelischen Bemühungen. 'Armer Baghi.' "Vorschlag" verkündet die mehr als das sie fragt. "Ich mach das hier mit den beiden und du verräumst die Einkäufe? N Sixer von unserem Lieblingsbier ist auch dabei. Allerdings in Dosenform. War im Angebot. Deal?"

Logans Blick schnellt zu ihr zurück und weicht sofort wieder aus. Hinter aufeinandergepressten Lippen mahlen die Kiefer. Für einen Moment wirkt er, als wolle er widersprechen. Aus Prinzip. Wie kann es sein, dass er für diese Frau ein so verdammt offenes Buch ist?
Zwischen ihnen rumpelt der ankommende Stapel Kisten.
Logan atmet durch die Nase aus. Dann nickt er, ohne den Blick zu heben. Es ist mehr eine Geste des Eingestehens als der Zustimmung. Festen Schrittes geht er an ihr vorbei in die Wohnung, wobei er ihr zweimal kameradschaftlich gegen den Arm tippt. Zwei Sekunden vergehen, bis er zurückkehrt. Seine Aufmerksamkeit gilt den Taschen, die noch immer zu ihren Füßen stehen. "Hab den Einkauf vergessen." Unter den Brauen rutscht sein Blick scheu zu ihr hinauf und flieht sogleich vor ihrem Verständnis. Ohne ein weiteres Wort nimmt er die Taschen an sich und stapft zurück in die Wohnung. Du dämlicher ... Bescheuerter geht's nich!

Der Spediteur beobachtet die Szene höflich-verschwiegen mit aufgeschlossener Mimik. "Zwei Ladungen noch. Dann sind wir durch", erklärt er. "Jemand muss dann noch unterschreiben."

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Ein bisschen überrascht ist sie schon, als Logan ohne ein Kommentar akzeptiert. Natürlich macht es absolut Sinn, dass er auf sie hört. Aber sie weiß ja mittlerweile, wie er tickt und das er im Normalfall, also wenn es ihm gut bis okay gehen würde, er jetzt nur trotzig-gegenteilige reagieren würde. Könnte. Ihre Brauen finden überrascht den Weg in ihre Stirn, als er sie antippt?!? Was soll das bedeuten?
Bittegernedanke?
Mit passend zur Gedankenfrage geöffnetem Mund steht sie da. Sein Zurückkommen und anschließendes Verschwinden mit den Tüten bringt keinen Clue. Die Mundwinkel zu einem Na-dann gezogen, wendet Bird sich dem Fremden zu und nickt. "Alles klar, kriegen wir hin." Mir einem Ausfallschritt zur Seite macht sie dem Spediteur Platz verschafft sich einen schnellen Überblick. Ob das Schlagzeug in Teilen schon mit dabei ist? Wahrscheinlich nicht. Die Schleppbewegungen deuten auf schwere Sachen hin, bestimmt sind das noch Teile der Plattensammlung. "Bitte alles was dieses Format hat hinter das Treppengeländer, nahe der Haustür und leichtere sowie sperrigere oder auch größere..." hastig wälzt Sie zwei Gedanken, "hier her, die können wir später selber sortieren. Dankeschön." Nach drei Schritten ist sie in der Mitte es Flures angekommen und bedeutet mit wedelnden Armen gestenreich eine Zone für was auch immer da gleich noch kommen mag. "Ich komme mit runter und packe mit an" erklärt Gerda und setzt sich in Bewegung. Eine Halbe Stunde später steht die Bach geleistete Unterschrift keuchend und mit Seitensticken in der Kisten und Kartonlandschaft, die durch weitere Zwischenkoordination in vier grobe Bereiche unterteilt ist. So können sie entspannt innerhalb der nächsten Tage peu à peu der Kistenflut Herr werden und systematisch ihren gemeinsamen Lebensraum umräumen und anpassen. Mit vor Anstrengung rotem Kopf steht sie da und scannt den Flur, als Baghira mit zwei Dosen auf sie zusteuert. "Elois sagt, wir könnten uns Zeit mit dem reinschaffen lassen", informiert sie ihn. "Und ich glaaaaaaubeeeee..." beginnt sie langgedehnt nachdem sie die Dose geöffnet hat, "wir brauchen ein deutlich größeres Regal für deine Platten, als gedacht."

Logan hält ihr eine der Dosen hin und folgt ihrem Blick über die Kartonlandschaft. Vier grobe Lagerzonen, wovon eine ganz offensichtlich das Schlagzeug umfasst. Ein halbwegs begehbarer Flur und genug Pappe, um daraus notfalls ein zweites Apartment zu bauen.
Für einen Moment sagt er nichts. Nur der Daumen streicht über den kalten Dosenrand, als müsste er prüfen, ob das Ding wirklich in seiner Hand liegt.
"Hab gesagt, es sind n paar", brummt er schließlich. Zischend öffnet sich die Dose zwischen seinen Fingern. "Knapp dreizehnhundert bei der letzten Zählung."
Sein Blick bleibt an den aufgestapelten Kisten gegenüber der Wohnungstür hängen. Platten. Mehr Platten. Noch mehr Platten. Jake hat also wirklich alles geschickt. Der Mistkerl muss sogar die Bestände dazugepackt haben, die bei ihm noch zwischenlagerten. Auf diese Gelegenheit hat er doch nur gewartet. Ein kurzer Atemstoß verlässt Logans Nase. Es könnte ein Lachen sein, wenn man großzügig ist. Er nimmt einen Schluck Dosenplörre, um den Stolz hinunterzuspülen. 1237 ist keine riesige Sammlung. Aber für jemanden, der noch nie eine eigene Wohnung hatte, ist das nicht schlecht. "Schätze, selbstgebaut wär am sinnvollsten." Ein weiterer Schluck. "Und günstiger." Kurz leuchten seine Augen auf, fast warm. "Stell dir mal vor: N ganzes Zimmer nur Platten, n Spieler und bisschen was zu trinken." Sein Blick schweift über die Kisten hinaus ins Leere, der Mundwinkel hebt sich kaum merklich und verleiht ihm dennoch etwas beinahe Weiches.
'Now you're messing with a -
A son of a bitch!'

Der Refrain von Nazareth hallt dumpf durch seinen Hinterkopf. Die erste Platte, die ihm anvertraut wurde. Damals hatte er nicht verstanden, worum es eigentlich ging. Heute wüsste er diese Geste zu würdigen.
Wenn er auch nur den Hauch einer Ahnung hätte, wie die Platten in den Kartons angelegt sind, würde er direkt auf die Suche gehen. Ein leises Seufzen durchzieht seinen Oberkörper, als er an das Knacken des Vinyls denkt. Was war er für ein Arschloch. Er würde es Natalie nicht verdenken, wenn sie nicht auf seine Mail antwortete.
Logan senkt den Blick auf die Dose. "Selbstgemacht kann man alles passend abmessen." Ein kleiner Schluck versucht die hartnäckigen Gedanken ans Warten hinunterzuwürgen. Bei ihr ist es mitten in der Nacht. Wer weiß, wann sie die Mail liest? "Hat eigentlich nur Vorteile."

Dankbar nimmt sie ihm die Dose ab und öffnet sie umgehend. Verschwitzt und stolz auf ihre Schlepp- und Kisten-Orga-Skills (wenn man sonst nicht viel für sich übrig hat), prostet sie ihm zu. Die hohe Zahl der Longplayer-Sammlung klingt so absurd wie geil, obwohl Gerda Statussymbole in der Regel nichts bedeuten. Ihr Grinsen teilt nahezu ihr Gesicht in zwei Hälften, so breit ist es. Fast mehr an sich als an den Besitzer der fettesten Sammlung die sie jeh in echt gesehen hat, adressiert sie ihr lautes Denken. "Wahrscheinlich füllen wir mit den Teilen nicht nur die lange Wand zur Küche und dem Bad" murmelt sie die Verpackungsboxen in kalkulierenden Augenschein nehmend, "möglicherweise können wir auch nen Mini-Raumteiler basteln... oder so." Bird blickt zu Logan auf, der gerade versonnen in einem Glotz - einem vor sich hin Starren ohne etwas bestimmtes zu sehen - festzuhängen scheint. Fast süß sieht er dabei aus, als sein Blick sich mit einem Seufzer wieder klärt. Gerda trinkt eiben großen Schluck und nickt bestätigen. "Auf jeden Fall ist die DIY-Idee die beste für uns und deinen Stuff." Fast schon schelmisch ohne zu wissen warum, ergänzt sie: "Dann sind wir aber wirklich Tiger-Tapeten-quitt, oder?"

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Logans Blick hebt sich langsam von der Dose. Für einen Atemzug sieht er Gerda an, als müsste sein Kopf erst herausfinden, welche Unterhaltung gerade stattfindet. Platten. Regale. Raumteiler. Tiger-Tapeten.
Natalie rückt widerwillig in den Hintergrund.
Der Blick bleibt einen Moment an ihr hängen. Verschwitztes Gesicht, Bierdose in der Hand, dieses viel zu breite Grinsen, als hätte sie gerade einen Schatz geborgen. Irgendetwas daran legt sich warm und unangenehm gegen seine Rippen. Er spült es mit einem Schluck hinunter.
Er weiß, dass sie ihm den Arsch gerettet hat. Schon wieder. Er wäre gnadenlos untergegangen, hätte sie nicht übernommen.
So viele scheiß Tiger-Tapeten gibt es gar nicht. Sein Mundwinkel zuckt. "Du hast keine Ahnung, wie Schulden funktionieren."
Er senkt die Dose und kratzt mit dem Daumennagel über den Rand. Er will ihr sagen, dass es ihm viel bedeutet. Nicht nur die Platten und das Schlagzeug. Nicht einmal, dass sie seine Grenzen sieht und ihn auffängt. Es ist eher die Art, keine große Sache daraus zu machen. Ein Nicken, ein dämlicher Witz und die Sache ist durch. Er öffnet den Mund, ohne genau zu wissen, welches Wort zuerst stecken bleibt. Nur um dann festzustellen, dass sie sich alle verweigern. Also würgt er die Enttäuschung mit einem trockenen Schlucken hinunter. "Also." Er räuspert sich. "Dosenbier vorm Frühstück, hm?" Er schenkt ihr einen schiefen, beinahe bittenden Blick. "Du wirst noch richtig asozial."

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Wichtig: Wohin soll sich das SimsForumRPG entwickeln?
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Wichtig: Wohin soll sich das SimsForumRPG entwickeln?

am 23.08.2026 00:121787436762

Da ich immer wieder die Erfahrung mache, dass das Schreiben im Zusammenhang mit dem Namen Sims belächelt wird, finde ich den Gedanken der Umstellung und eines neutraleren Namens prinzipiell gut. Denn ich kann mir vorstellen, dass viele Leute das gar nicht oder falsch einordnen. Trotzdem mag ich auch die Basis von Sims als Möglichkeit beibehalten. Was andere dafür nutzen ist mir im Grunde egal. Ich war und bin selbst immer noch versucht, mal paralives zu testen. Einen kleinen Vielleicht-Haken sehe ich da trotzdem:
Wenn ein neuer Autor zB InZoi nutzt, um Bilder zu machen, muss der ja quasi sämtliche benötigten Charaktere nachbasteln. Das ist quasi nicht zumutbar und vermutlich wird das auch nur mäßig funktionieren. Und mir graut es ein bisschen davor, meine Figuren fremdbestimmt nachgebastelt zu sehen. Kann sein, dass es gar nicht schlimm wäre, aber der Gedanke liegt mir schon etwas schwer im Magen.

Ich finde die Kombi aus rp = 18+ und der Rest frei zugänglich am besten. So werden jüngere nicht komplett ausgeschlossen, aber man muss im rp nicht immer auf fsk Grenzen achten, was ja manchmal recht schwammig ist. Dennoch bestimmte Bereiche weiterhin zu trennen, finde ich ebenso sinnvoll, denn nicht jeder mag e-rps oder andere zugespitzte Szenen. Dass damit jeder für sich entscheiden kann, finde ich gut und richtig.

Unter einer 'klareren Trennung zwischen Forum und Dis' kann ich mir grade noch nix konkretes vorstellen. Bin da gespannt auf Anregungen und umsetzungen.

Stärkere Ausrichtung > RL RP sehe ich wie cat. Manchmal denke ich mir, dass mehr Fantasy auch nice wäre, allerdings merke ich immer wieder, dass meine eigene Stärke nicht ist. Ich finde die Okkulte Verhalten sich größtenteils wie Normalos, was den Bereich Fantasy beinahe hinfällig macht. Und ich fände eine einheitliche Lore diesbezüglich sinnvoll, weil sich manche Erwähnungen schon etwas widersprechen. Und auch wenn ich verstehe, dass ein Regelwerk nerven kann, fände ich es speziell für diese Bereiche dennoch sinnvoll.

> Wie stark sollte Sims eurer Meinung nach nach aussen noch im Vordergrund stehen?
Wegen mir gar nicht. Ich finde das für die Storys einfach nicht wichtig.

Und ich finde Spatz' Einwand mit den schreibproben sehr gut. Ich sehe das genauso. Ich finde es bewundernswert, dass manche von uns sich null daran stören, wenn Charaktere 12 jahre ungenutzt rumliegen. Ich mag das nicht so. Bei meinen eigenen finde ich es nerviger als fremden Charakteren, aber auch da hab ich mich schon erwischt, dass ich am liebsten mal aussortieren würde daher unterstütze ich
a) das Probeschreiben
b) kontrollierte Anzahl an Haupt und Nebencharakteren
c) bei Randfiguren erstmal auf brauchbares durchschauen, bevor man wieder neue macht, die nur 1x genutzt werden.

Beitrag
Mein Szenario in Age of Empires
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Mein Szenario in Age of Empires

am 21.08.2026 09:091787296156

Danke fürs teilen =)
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das spannendste daran finde, dass du dich dafür begeisterst.
Ich habe null Bezug zu dieser Spielreihe und kann dem ganzen daher auch nur begrenzt folgen. Ist bisschen wie mit den Claude Spielereien des Chefs.
Wie lange sitzt du an sowas in etwa? Und teilst du das dann mit einer aoe com oder machst du das nur für dich ?
Ich würde sagen, wenn du Böcke hast, davon ein bisschen zu zeigen und erzählen, tust du das. Wer interessiert ist, wirds verfolgen. Und wenn dir das zu aufwendig ist, machst es eben nicht. Ist beides voll okay.

Hab jetzt auch mal wieder eine legacy angefangen und wollte n paar Aufnahmen dazu machen für den Fall dass ich es teilen mag. Aber allein diese Bilder zu sammeln war mir dann schon zu nervig.
Hätte eh nix gebracht. Meine Madame hat sich am Tag ihrer Verlobung totgelacht *nerv*

Beitrag
Granite Falls Nr. 6 - Camp Firefly
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Granite Falls Nr. 6 - Camp Firefly

am 20.08.2026 10:321787214720

Tag 2


~ Blaze, Dennah, Del ~

Der Platz vor den Hütten ist voller Stimmen, klapperndem Geschirr und Kindern, die offenbar auch am frühen Morgen schon genug Energie haben, um sich gegenseitig quer über den Platz anzuschreien. Blaze sitzt mit Dennah etwas abseits davon, die Unterarme auf den Oberschenkeln. Geschlafen hat er nach der Begegnung mit Boom kaum noch. Sobald er wieder in der Hütte war, hatte sich weniger Steph in seinem Kopf breitgemacht als die Frage, wie lange Boom schon wusste, wo sie sind. Er müsste lügen wenn er sage würde, er wäre nicht ein kleines bisschen froh darüber, dass das Gespräch über Steph sich noch ein bisschen aufschiebt.
Er dreht den Kopf zu Dennah. Es ist egal welche Tageszeit es ist. Sie ist einfach immer wunderschön. Am liebsten würde er nichts sagen, um das gemeinsame hier sitzen nicht zu ruinieren. Aber er muss.

„Boom war letzte Nacht hier.“ Sagt er ohne Anlauf. Seit sie draussen sitzen überlegt er, wie er anfangen soll, aber es gibt vermutlich keine Version davon, die besser klingt. „Ich war draussen rauchen und plötzlich stand sie da.“
Dass Boom ihm irgendeinen Job andrehen wollte, lässt er weg. Interessiert ihn gerade nicht. Es spielt keine Rolle neben der Tatsache, dass sie ihn mitten in Granite Falls gefunden hat. Er fährt sich mit einer Hand durchs Haar und schaut wieder Richtung Wald. „Keine Ahnung wie sie uns gefunden hat. Hab sie gefragt. Sie meinte nur, sie will auf dem Laufenden bleiben.“ Schon beim Wiederholen zieht sich sein Gesicht zusammen. Es klingt heute Morgen kein Stück besser als nachts.

Gerade hat Dennah die Zähne in ihr Brot versenkt, als Blaze zu erzählen beginnt. Für zwei Sekunden erstarrt sie in der Bewegung. Mit einem Schlag vergeht ihr der Appetit. Langsam beginnt sie, auf dem Bissen herumzukauen. Die Brauen hoch in der Stirn, wagt sie nicht, Blaze anzusehen. Stattdessen starrt sie in die Ferne, ohne etwas von dem Anblick wahrzunehmen.
"Wirklich?" Sie würgt den zerkauten Brocken hinunter und greift nach dem Saftglas. Das Brot ist heute unglaublich trocken im Hals. Mit einem großen Schluck spült sie nach, doch irgendetwas scheint sich verkantet zu haben.
"Was ...", sie räuspert sich und schluckt noch einmal. "Was wollte sie denn?"

Blaze sieht sie an und wartet irgendwie auf mehr. Dass sie flucht. Dass sie sofort wissen will, wo Boom jetzt ist. Dass ihr Blick zum Wald schiesst oder sie sich wenigstens umdreht, als könnte Boom schon wieder irgendwo zwischen den Bäumen stehen. Blaze zieht die Brauen etwas zusammen. Vielleicht versucht Dennah auch nur, sich nichts anmerken zu lassen. Oder sie hat weniger Angst vor Boom, als er die ganze Zeit angenommen hat.
„Irgendwas mit nem Job.“ Er zuckt leicht mit der Schulter. „Is egal, hab ich nicht angenommen. Werd ich auch nicht.“ Sein Blick bleibt auf Dennah. „Ich dachte ehrlich gesagt, du rastest mehr aus.“ Er sagt es ohne Vorwurf, viel mehr irritiert. „Nach der Villa und so. Die findet uns jetzt hier mitten im Nirgendwo. Das is doch komplett krank.“ Seine Unterarme sinken wieder auf die Oberschenkel. „Ich will nich warten bis sie irgendwann auftaucht wenn du allein bist. Wir sollten gehn. Heute. Ich nehm die Kohle und wir schauen direkt nach was billigem in Tartosa. Etwas was sie nicht kennen kann.“

[[File:ChatGPT Image 20. Aug. 2026, 09_43_02.png|none|fullsize]]

Erst jetzt sieht Dennah ihn an. Angst flackert in ihrem Blick. Sie muss es ihm sagen. Dass Boom sie nie aus den Augen ließ. Und es vermutlich nie tun wird. Irgendwie gehört sie eben doch ihr.
Dennahs Hals schnürt sich weiter zu, als die Gedanken sich verselbständigen. Er würde sofort alles hinter sich lassen, um mit ihr abzuhauen. Einfach so. Aber was würde das ändern? Er ist in Gefahr, nur weil er bei ihr ist. Dennah weiß nicht, wie Boom es anstellt, aber sie wird sie finden. Überall. Und wenn sie nicht tut, was sie verlangt, ...
Sein Gesicht verschwimmt hinter einem Tränenschleier, als sie eine Hand an seine Wange legt. Sie hat noch nie zuvor jemanden so gern gehabt. Der Gedanke, ihm könnte etwas zustoßen, versetzt ihr einen krampfenden Stich in der Brust.
"Tatoba ist nicht sicher." Sie seufzt leise und senkt den Blick. "Wir müssten weg gehen. Ganz weg." Die linke Hand wischt die erste rollende Träne weg, bevor sie den Kiefer erreicht hat.
"Aber das geht nicht. Das Gericht, die Schule und der ganze Kram." Beide Hände greifen nach seiner rechten und umklammern sie so stark, dass ihre Fingerringe sich in ihrer beider Haut pressen. "Vielleicht ... wäres ..." Eine weitere Träne rollt. Sie schüttelt den Kopf. Sie kann den Gedanken nicht einmal aussprechen.

Blaze sieht auf ihre Hände, die seine umklammern, dann wieder hoch in ihr Gesicht. Vielleicht wärs... Blaze zieht die Brauen zusammen.
Schritte nähern sich über den Platz. Blaze schaut über Dennahs Schulter und sieht Del auf sie zukommen. Eigentlich will er ihn gerade überhaupt nicht hier haben. Er muss nachdenken und eine Lösung für Dennah und ihn finden.
Del wird langsamer, als er Dennahs Gesicht sieht, und bleibt vor ihnen stehen. „Hey. Alles okay bei euch?“
„Ja.“ Blaze Hand bleibt in Dennahs, während er Del ansieht. Er will jetzt weder Boom erklären noch warum Dennah weint.
Del mustert beide kurz. Sein Blick wandert über ihre Kleidung. Blaze weiss schon, was kommt, bevor Del überhaupt den Mund aufmacht. Der ausgefranste Pfadfinderlook, der heute offenbar immer noch Anlass für Diskussionen bietet.
„Maryama hat mir erzählt, was gestern passiert ist. Ich würde gern eure Seite hören. Aber ihr könnt die Sachen hier nicht einfach zerlegen. Sie sind Eigentum des Camps...“
Blaze zieht hörbar Luft durch die Nase ein und schaut weg. Das ist jetzt sicher nicht ihr grösstes Problem.
„Ja dann kauf ich halt neue, wen kümmerts...“
Del sieht ihn noch einen Augenblick an, lässt es aber vorerst so stehen. Dann hebt er die andere Hand. Zwischen zwei Fingern steckt ein runtergebrannter Zigarettenstummel.
„Den hab ich vorhin draussen gefunden.“ Del hält den Stummel etwas höher. „Blaze, ich hab echt kein Problem damit, wenn du oder Dennah oder Chip vor dem Camp raucht. Aber nicht so. Wir sind mitten im Wald. Wenn irgendeine Glut liegen bleibt, reicht das schon für eine Katastrophe.“ Seine Stimme bleibt ruhig. Wie immer ist es kein richtiger Anschiss. Nur eine Ansage... Gerade das nervt Blaze in diesem Augenblick noch mehr. „Und nach gestern brauch ich von euch beiden ein bisschen Mitarbeit. Maryama war ziemlich deutlich. Ich will euch hier haben, aber ich kann nicht jedes Mal hinter euch aufräumen oder erklären, warum Regeln für euch nicht gelten.“
Blaze starrt den Stummel an. Er weiss, dass er seine Kippe in die Tasche gesteckt hat. Ist das seine? Könnte auch Chips Kippe sein. Aber da ist der markante weise Streifen am Filter. Das ist seine Marke. Blaze denkt an die Begegnung letzte Nacht und...
Boom.
Die hatte die Kippe gestern einfach irgendwo ins Dunkel geschnippt. Seine Kippe. Die, die sie ihm aus dem Mund gezogen hatte. Für ein paar Sekunden sagt er gar nichts. In seinem Kopf knallt alles gleichzeitig gegeneinander. Dennah weint neben ihm, weil Boom sie offenbar überall finden kann. Boom steht nachts vor dem Camp. Boom wirft seine Zigarette in den Wald. Und jetzt steht Del vor ihm und erklärt ihm ruhig, dass er keinen Wald abfackeln soll.
Seine Kiefermuskeln spannen sich an. „Der is nich von mir.“ Im selben Augenblick überkommt ihn dieses ekelhafte Gefühl wie damals, als Irving ihn für das Grafiti auf dem Garagentor beschuldigte.
Del schaut auf den Filter und dann wieder zu ihm. Ihm ist bewusst, dass Dennah auch von Blaze Schachtel rauchen könnte, genau so wie Chip.
„Ich will dir nichts unterstellen. Ich sag nur, wenn du oder ihr draussen raucht, müssen die Dinger wieder mit rein. Das versteht ihr, oder?“
Blaze schnaubt einmal kurz durch die Nase. Kein bisschen belustigt. „Ja. Schon gut.“ Er löst seine Hand aus Dennahs Griff, nur um aufzustehen. „Wir gehen eh.“
Del blinzelt. „Wie, ihr geht?“
„Wir packen und gehen.“ Blaze schaut zu Dennah, dann wieder zu seinem Bruder. Seine Kiefermuskeln bleiben angespannt. „Dann brauchst du dir wegen den Klamotten auch keinen Kopf mehr machen und wegen meiner scheiss Kippen ebenfalls nich.“
„Blaze, ich schmeiss euch doch nicht raus.“
„Hab ich nich gesagt.“ Er schaut sich um, greift nach seinem Becher und lässt ihn wieder fallen weil er damit sowieso nichts anfangen will. „Aber offensichtlich nerven wir hier sowieso jeden. Die Uniformen sind falsch, wir helfen falsch, ich rauche falsch...“ Er deutet auf den Stummel. „Und jetzt soll ich mich auch noch für n Scheiss rechtfertigen, für den ich nichts kann. Alles beim Alten. Danke für nichts.“ Er rollt mit den Augen und schaut Del direkt an. „Also passt doch. Ihr habt euren Frieden und wir auch.“
Er streckt Dennah die Hand hin, um ihr hoch zu helfen. Und als er zu ihr spricht, ist von der Schärfe gegenüber Del kaum noch etwas übrig. „Lass uns aufbrechen...“

[[File:ChatGPT Image 20. Aug. 2026, 09_48_57.png|none|fullsize]]

Das Gespräch der Brüder zieht an Dennah vorbei, ohne dass sie den Blick hebt. Sie versteht die Worte, aber der Inhalt will nicht so recht bei ihr ankommen. Ihr Kopf ist so seltsam leer, obwohl er gleichzeitig unsagbar voll ist.
Die Worte um sie herum verschwimmen zu einer undeutlichen Klangkulisse, während sich die Angst vor dem, was Boom tun könnte, wie ein verdreckter Schleier über die Außenwelt legt.
Sie ist absolut machtlos. So wie damals. Als das alles anfing. Als sie zu einer Marionette wurde.
'... ob du genau so sein willst.' Keine zwei Tage ist es her, dass Delsyn die eindringlichen Worte zu ihr sagte. Immer wieder flattern sie durch ihre Gedanken. Wie will sie sein?
Langsam beginnt sich eine Idee in ihr zu formen, wie sie gern wäre.
Frei. Unbeschwert. Selbstbestimmt.
"Wir packen und gehen", dringt Blaze' Stimme zu ihr durch.
Dennah blinzelt. Er sitzt hier bei ihr, hält ihre Hand und würde sich jederzeit mit jedem anlegen — für sie. Das kann sie nicht wegwerfen. Sie darf ihn nicht verlieren. Egal auf welche Weise. Er ist ein wesentlicher Teil von frei, unbeschwert und selbstbestimmt.
' ... und deiner kaputten Welt gezeigt hast, dass sie nicht mehr alles mit dir machen können.'
Jack hat recht. Sie wird nie wieder einfach irgendetwas mit sich machen lassen. Sie wird einen Weg finden, sich Boom entgegenzustellen. Mit Blaze zusammen. Sie ist ein Vampir, aber nicht unbesiegbar.
Blaze streckt Dennah die Hand hin, um ihr hoch zu helfen. "Lass uns aufbrechen ..."
'Ist das wirklich etwas, worauf du später noch stolz bist?'
Mit dem Handrücken wischt sie sich die Tränen weg. Die Lippen aufeinandergepresst, nickt sie einmal und legt ihre Hand in seine.
"Scheiße, ja!"
Sie zieht sich hoch und macht einige Schritte in Richtung Hütte, das Kinn leicht angehoben. Plötzlich bleibt sie stehen, dreht sich zu Delsyn herum und sieht ihm direkt in die Augen. Ihre Hand legt sich an den Hosenbund. Sekunden später fällt die zerschnittene Hose zu Boden. Das Oberteil folgt.
Nur in Unterhose steht sie mitten auf dem Platz.
"Hier. Euer Eigentum."
Dann huscht ein weiches Lächeln über ihr Gesicht, beinahe dankbar. "Ich hab mich jetzt entschieden."
Nach Blaze' Hand greifend, dreht sie Delsyn den Rücken zu, um ihren Weg fortzusetzen. Ihre Klamotten sind drinnen im Schrank.

[[File:ChatGPT Image 20. Aug. 2026, 10_02_22.png|none|fullsize]]


(In Zusammenarbeit mit @Ripzha )

>>> Blaze geht nach
>>> Dennah geht nach

Beitrag
Feedback zu Geschichten
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Feedback zu Geschichten

am 17.08.2026 00:311786919487

Zwischendrin - Nachhall


Naaaaaaaaw
Schöner Bildstil.wie erwachsen sie aussieht =) und die Haare kommen gut

Beitrag
(Sims)-Bilder Thread
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema (Sims)-Bilder Thread

am 15.08.2026 18:391786811952

War ja nich schwer

[[File:WJNS2_G.png|none|fullsize]]

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[[File:WJNS_G3.png|none|fullsize]]

Beitrag
Magaret Kavanagh – Stammgast in kanadischer Kneipe
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Magaret Kavanagh – Stammgast in kanadischer Kneipe

am 15.08.2026 18:331786811612

[/big]Auftritte Jahr 2[/big]


War ja nich schwer

Beitrag
Toronto
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Toronto

am 15.08.2026 18:191786810766

>>> Start >>> Mags

Charaktere: Logan, Mags
Ort: The Rivet
Geschichtsstrang: War ja nicht schwer.


Zigarettendunst hängt über dem Tresen der alten Kneipe. Dass das Rivet eine der wenigen Bars in Toronto ist, in denen Rauchen geduldet wird, hat Logans Wahl bei der Suche nach einem Stammlokal deutlich erleichtert. Die Musik ist nicht immer ideal, aber man muss eben Prioritäten setzen. Nie hätte er für möglich gehalten, dass Musik einmal auf dem zweiten Platz landen könnte.
Und doch sitzt er seit etwas mehr als einem Monat zwei mal wöchentlich auf einem dieser Hocker. Drei mal, wenn es die Umstände verlangen.
Langsam schleicht sich so etwas wie Routine in den Alltag ein. Montags und mittwochs, manchmal samstags Bandprobe. Dienstags und donnerstags, seltener sonntags das Rivet.
Anders als noch vor einigen Jahren weiß er heute eine gewisse Kontinuität zu schätzen. Zumindest eine Idee davon zu haben, wie der Tag verlaufen könnte, beruhigt ungemein.
Eine Hand am Schaft des Bierglases, wischt sein Daumen über die Kondensnässe, während sein Blick in den tieferen Raum gerichtet ist. In der Mitte steht ein Billardtisch, der seine aufregendsten Zeiten hinter sich haben dürfte. Der grüne Stoff wirkt an den Ecken leicht zerfranst und auf den Startlinien der weißen Kugel ausgeblichen.
Über dem Tisch hängt eine einzelne Lampe, deren Lichtkegel kaum mehr als einen halben Meterbreit rund um die Spielfläche einfängt. Der Rest des ehemals abgetrennten Raumes liegt im Halbschatten. Die Szene erinnert an einen schmutzigen Film Noir und ist vermutlich der Grund dafür, dass sie Logans Aufmerksamkeit immer wieder auf sich zieht.
Eine Frau umrundet den Billardtisch mit langsamen Schritten. Sie ist kompakt gebaut, mit breiten Schultern und kräftigen Unterarmen. Die Art Person, bei der man sich zweimal überlegt, ob man ihr unnötig auf die Nerven gehen will.
Ihr Blick ist auf die Kugeln gerichtet, wie der eines Raubtiers auf seine Beute. Der Queue in ihrer rechten Hand sieht weniger wie ein Werkzeug aus als wie ein Teil von ihr.

[[File:WJNS_1.png|none|fullsize]]

Sie bleibt stehen, beugt sich vor und visiert die weiße Kugel an. Mit einem kurzen, kräftigen Stoß schießt sie sie über das Grün. Es klackt ein paar mal leise, bevor zwei farbige Kugeln in der ihr gegenüberliegenden Ecke verschwinden. Mit unlesbarer Miene richtet sie sich auf, wendet sich halb herum und greift nach der Kreide. Während der kleine blaue Klotz die Spitze des Queues bearbeitet, fällt ihr Blick beinahe beiläufig in den vorderen Raum der Bar und trifft auf Logan. Er hält stand und erntet ein knappes Kopfnicken.
"Du." Sie legt die Kreide zurück.
Er hebt eine Braue zur Antwort.
"Spielst du?"
Seine Oberlippe zieht ein winziges Stück in den Bart.
"Nope."
Ihr halb amüsiertes Schnauben hört er nicht, doch ihre Mimik verrät es.
"Komm her, ich zeigs dir."
Logan dreht sich zum Tresen. Seine Hand umklammert das Glas etwas fester.
"Warum sollte ich?", brummt er.
"Weil ich es dir ansehe."
Logan schnauft. Die Hand hebt das Glas zu einem großen Schluck.
Fine.
Er steht auf, das Glas in der Hand, und geht zum Tisch.
Sie nickt ihm einladend entgegen. Aufmerksam, aber zurückhaltend beobachtet sie ihn, während er das Glas am Fenster abstellt und sich wahllos einen Queue aus der Halterung nimmt.
In wenigen Schritten steht sie neben ihm. Zielsicher greift sie nach einem anderen, prüft kurz die Spitze und reicht es ihm.
"Der."
Logan wiegt es in der Hand. "Der andere is schwerer."
"Genau."
Einen Moment zögert er, als müsse er die Entscheidung mit seinem Stolz vereinbaren. Dann stellt er kommentarlos den schwereren zurück.

[[File:WJNS_2.png|none|fullsize]]

Die Frau bringt die Kugeln in Ausgangsposition, ehe sie Logan den Anstoß überlässt.
Seine rechte Hand presst sich auf das Grün und spreizt die Finger, ohne recht zu wissen, wohin mit ihnen.
Er zieht den linken Arm weit zurück. Der Stoß kommt mit viel Schulter und nahezu keiner Technik. Der Queue erwischt die Weiße knapp neben der Mitte. Mit einem harten Knall fährt sie in das aufgebaute Dreieck. Die Kugeln stieben auseinander, prallen gegen Banden und aneinander. Keine fällt. Die Weiße schießt schräg über den Tisch, küsst die Seitenbande und kommt nur wenige Zentimeter vor dem Eckloch zum Stehen.
Logan betrachtet das Ergebnis. Eigentlich ganz okay, findet er. Immerhin sind die Kugeln verteilt.
Die Frau mustert ihn mit einem Blick, als würde sie ihn nach defekten Schaltkreisen absuchen.
"Wie oft hast du schon gespielt?", fragt sie mit monotonem Interesse.
"Dieses mitgezählt ..." Er hebt den Zeigefinger. "Ein Mal."
Ihre Brauen zucken. Irgendetwas ist ungewöhnlich.
"Was?"
"Du hast ungefähr sieben Dinge gleichzeitig falsch gemacht." Ihr Blick senkt sich auf den Tisch und beginnt, die Positionen auseinanderzunehmen.
"Aber der Griff war okay", ergänzt sie und beugt sich vor.
Nicht ganz sicher, was er mit dieser Aussage anfangen will, schweigt Logan. Er weiß, dass sie oft und gut spielt. Er hat sie schon öfter gesehen. Normalerweise ist sie mit einem Kerl hier.
Gerade kommt der Impuls in ihm auf, sein Glas zu holen, als ihr Blick ihn trifft. Ein Nicken deutet ihm, näher zu kommen und sie zu beobachten. Sein Kiefer mahlt, bevor er der Aufforderung nachkommt.
Sie spricht leise, als würde sie mit sich selbst reden, während sie die Haltung ihrer 'Brückenhand', wie sie es nennt, erläutert. Handgelenk flach gegen den Tisch, die Finger wie eine Klaue, den Daumen gegen das Gelenk des Zeigefingers. Schön locker.
Der Queue trifft mit Präzision. Das charakteristische Klacken ertönt, dann versinkt die Rote im Loch.
Die Weiße rollt nur wenige Zentimeter weiter.
Die Frau richtet sich auf, umrundet den Tisch und nimmt den nächsten Winkel ins Visier. Zwei weitere Kugeln verschwinden, eine im mittleren, die andere im gegenüberliegenden Loch. Dazwischen fallen kaum mehr Worte als das leise Murmeln, mit dem sie ihre eigenen Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen scheint.

[[File:WJNS_3.png|none|fullsize]]

Logan verfolgt ihre Bewegungen. Jedes Mal gleitet der Queue durch ihre Finger, ohne dass sich der Rest ihres Körpers dabei merklich bewegt. Nur dieses trockene Klacken und anschließend das dumpfere Geräusch einer Kugel, die durch das Loch in den Tisch fällt.
Beim vierten Stoß entscheidet sie sich für eine Kugel nahe der Bande. Der Winkel wirkt beschissen. Sie trifft sauber, doch die Kugel prallt an der Kante des Lochs ab und bleibt davor liegen.
Die Frau verzieht keine Miene. Sie richtet sich auf und deutet mit dem Queue auf eine gestreifte Kugel, die fast in gerader Linie vor dem gegenüberliegenden Eckloch liegt.
"Die."
Logan sieht vom Tisch zu ihr. "Du suchst die für mich aus?"
"Noch."
Ein Brummen arbeitet sich aus seiner Kehle. Trotzdem tritt er an die bezeichnete Stelle.
Es dauert einen Moment, bis seine rechte Hand in die ungefähre Haltung findet, die ihm gezeigt wurde. Das Handgelenk liegt flach auf dem Stoff, die Finger wölben sich darunter zu einer unbeholfenen Klaue. Den Daumen presst er so fest gegen den Zeigefinger, dass kaum Platz für den Queue bleibt.
"Locker", murmelt sie.
Er entspannt die Hand gerade so weit, dass das Holz nicht länger zwischen den Gelenken klemmt.
"Rechter Fuß vor."
Logan sieht an sich hinab. Seine Füße stehen nebeneinander.
"Wieso?"
Sie tippt mit der Spitze ihres Queues auf eine Stelle schräg vor ihm. "Das entspannt."
Sein Kiefer schiebt sich zur Seite. Dann setzt er den Fuß nach vorn. Die neue Haltung fühlt sich lächerlich an. Als hätte er vor, einen Balztanz aufzuführen.
"Jetzt nur der Unterarm", sagt sie.
Er wirft ihr einen Blick zu.
Dann schnellt der Queue vor. Wieder steckt zu viel Kraft darin, doch diesmal bleibt seine Schulter weitgehend an ihrem Platz. Die Weiße trifft die Gestreifte beinahe mittig. Sie rollt auf das Eckloch zu, berührt die Kante und fällt.
Logan richtet sich auf. Ein kaum sichtbares Zucken hebt einen Mundwinkel.
"War ja nich schwer."
"Sollte es auch nicht sein."
Die Frau tritt zur Seite und überlässt ihm den Blick auf den Tisch.
"Du bist dran."

[[File:WJNS_4.png|none|fullsize]]

Sein Anflug von Zufriedenheit schwindet, als er die übrigen Kugeln betrachtet. Keine davon steht auch nur annähernd so freundlich wie die erste.
"Welche?"
"Jetzt suchst du aus."
Logan nimmt sich Zeit. Schließlich deutet er mit dem Queue auf eine Kugel am anderen Ende des Tisches.
Ihre Brauen heben sich.
"Was?"
"Nichts."
"Das Gesicht sagt was anderes."
"Das Gesicht fragt sich nur, warum Anfänger immer den beschissensten Stoß auf dem Tisch nehmen."
Er neigt sich vor, sucht die Position. Die Hand liegt eine Spur schneller bereit als zuvor.
"Größenwahn is das Minimum an Selbstvertrauen", murmelt er.
Die Kugel verfehlt das Loch um eine gute Handbreit.
Die Frau schmunzelt kaum merklich, ehe sie sich in Bewegung setzt.

Einige Minuten später versenkt sie die Schwarze. Logan hat drei Kugeln vom Tisch bekommen, eine davon vermutlich nur, weil selbst ein blinder Hund gelegentlich über einen Knochen stolpert. Trotzdem stellt sich kein Gefühl ein, abgezogen worden zu sein. Sie hat ihn nicht gewinnen lassen. Sie hat ihm lediglich oft genug eine Möglichkeit gegeben, überhaupt am Spiel teilzunehmen.
Die Frau greift in die Öffnung des Tisches und sammelt die Kugeln ein.
"Noch eins?"
Logans Blick wandert zu seinem Bier am Fenster. Dann greift er nach der Kreide.

[[File:WJNS_5.png|none|fullsize]]

Thema
Magaret Kavanagh – Stammgast in kanadischer Kneipe
Thema von RivaBabylon im Forum Randfiguren

am 15.08.2026 18:031786809836

[[File:1.png|none|fullsize]]


Name:
Margaret Kavanagh
Spitzname: Mags

Alter:
18.11.
Alter: 44

Geschlecht:
Weiblich

Orientierung (Optional):
(folgt)

Okkultismus (Optional):
-

Beruf:
Aufzugstechnikerin

Einkommen/Vermögen:
durchschnittlich. Sie kommt über die Runden

Ziele:


Gruppierung:


Herkunft:
geboren und aufgewachsen in Toronto, CA

Hobbies
Billard
(Rest folgt)

Wohnort/Haus:
(folgt)

Wohnsituation:
(folgt)

Familie/Tiere/NPCs:
(folgt)

Fähigkeiten:
Wer sie beim Spielen beobachtet, merkt schnell, dass sie keine Anfängerin ist. Sie hat ein gutes taktisches Auge für die Kugeln.

Aussehen:
Größe: 1,71m
Die Ausstrahlung einer Butch ist präsent. Sie wirkt maskulin, ohne daraus bewusst eine Show zu machen. Ihr Körperbau ist kompakt, kräftig, körperlich belastbar.
Die kurzen, dunklen, leicht ergrauenden Haare sind meist ohne jede Eitelkeit so frisiert, wie der morgenliche Bürstenstrich sie hinterlässt.
Ihr Gesicht ist markant, etwas müde, aber meist aufmerksam.
Mags trägt praktische Kleidung, schwere Schuhe, so gut wie keinen Schmuck.

Geruch/Duft:


Persönlichkeit:
trocken, knapp, pragmatisch, selbstständig, wenig neugierig auf fremde Privatangelegenheiten. Sie kann Menschen in Ruhe lassen, ohne dass dahinter außergewöhnliche psychologische Feinfühligkeit stehen muss. Sie zieht klare Grenzen, löst Probleme lieber praktisch und spricht Persönliches eher ungern an.
Mags ist emotional schwer erreichbar. Sie neigt dazu, Gefühle eher zu umgehen als auszusprechen.

Geschichte:

Beitrag
Was hört ihr gerade?
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Was hört ihr gerade?

am 14.08.2026 22:041786737873

Fühl mich sehr angesprochen >.<

Beitrag
An wen denke ich?
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema An wen denke ich?

am 14.08.2026 20:021786730550

Hier sind theoretisch (mindestens) 3 Antworten möglich

[[File:20260813_131757.jpg|none|fullsize]]

Beitrag
Granite Falls
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Granite Falls

am 10.08.2026 20:191786385964

<<< David kommt von Evergreen Harbor (2) <<<

Charaktere: David, Ellie
Ort: In den Bergen von Granite Falls
Geschichtsstrang: Mach keinen Scheiß.



Der schwere Transporter holpert langsam über den staubigen Weg, den Bergen entgegen. Die Klimaanlage läuft auf kleinster Stufe, um die Temperatur im Inneren stabil zu halten, ohne einen künstlichen Luftzug zu provozieren. Durch die geschlossenen Fenster brennt die Sonne auf Davids Haut. Feine Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn. Seit sie vor etwas mehr als einer Stunde die asphaltierte Straße verließen, konzentriert er sich darauf, die größten Stolpersteine und Schlaglöcher aus dem Wimmelbild namens Natur rechtzeitig genug zu erfassen, um sie unaufgeregt umfahren zu können.
Bisher läuft alles gut. Laute Geräusche von einer Motorradkolonne hatte Queen gut verkraftet. Gewissenhaft richtet Ellie immer wieder das Tuch, wenn es auf der Box verrutscht und gibt alle zwanzig Minuten einen knappen Zustandsbericht nach vorn. Zuletzt ist Queen aufmerksamer geworden, als sich die Klangkulisse veränderte. "Atmung ist ruhig, aber sie steht jetzt", hatte Ellie berichtet.
Trotzdem findet er nicht in seine sonst so selbstverständliche Gelassenheit. Noch ist Queen nicht frei, und bis dahin kann selbst auf den letzten Metern etwas schiefgehen. Bei keiner der zweifelhaften, illegalen und mitunter gefährlichen Aktionen von NOW war er dermaßen angespannt.
Dabei hatte Fiona vor der Abfahrt noch einmal alles mit eigenen Augen überprüft, was er ihr keineswegs übel nimmt. Schlussendlich trägt sie als Ausbilderin und Chefin die Verantwortung. Ihre letzte Kontrolle hatte nichts daran geändert, dass dies heute seine Aufgabe ist.

[[File:file_000000008ebc81f49df199ac1755c1df.png|none|fullsize]]

Endlich erreichen sie das kleine Plateau zwischen den Bergen und David stellt den Motor aus. Ein sammelnder Blick zu Joreg entlockt ihm ein tiefes Schnaufen. Der Kollege nickt ihm bestätigend zu. Das hier war für keinen eine angenehme Fahrt. Die ständige Unsicherheit, ob vielleicht ein Stau, eine Panne oder eine Veränderung in Queens Zustand sie zu einer Pause zwingt, liegt allen drei noch im Nacken.
"Wir sind da." Davids Stimme klingt ungewohnt müde. Die Worte gelten eher ihm selbst als den Kollegen. Sie haben schließlich mitbekommen, dass der Transporter nicht mehr rollt.
David wischt sich mit der linken Hand über die verschwitzte Stirn und streift die Nässe im Hosenbein ab. Dann öffnet er die Tür und steigt aus. Joreg tut es ihm gleich.
Kurz darauf dringen Tageslicht und frische Luft in den Frachtraum, als er vorsichtig den ersten Türflügel öffnet und prüfend hineinschaut. Ellie kneift im plötzlich einfallenden Tageslicht die Augen zusammen und blinzelt ihm entgegen.
"Wie sieht's bei euch aus? Noch alles im grünen?" Aufmerksam springt sein Blick zu der großen Kiste, von der unter der Decke nichts zu sehen ist. Ein leises Kratzen ist darunter zu hören, als würde ein kräftiges Tier mit den Krallen auf den Boden aufsetzen. Erst als David sicher ist, keine unnötigen Reize zum Seeadler durchzulassen, zieht er die Türen ganz auf.

"Queen hat sich wie eine echte Königin verhalten!", sagt Ellie lächelnd, "Stolz und ohne ihre Angst zu zeigen." Tatsächlich war der Vogel während der Fahrt erstaunlich ruhig geblieben. Und jetzt, wo sie die bekannten Gerüche und Geräusche wahrnimmt, erhöht sich ihre Aufmerksamkeit. Ellie kann es dem Tier nicht verdenken. "Schön hier!", sagt sie anerkennend, als ihr Blick über die abgelegene Gegend schweift. Der See liegt ruhig, die Bäume bieten Schutz vor Lärm und die Straße wird hier nur wenig befahren. Ihr Blick wandert zurück zu der Kiste. Sie kann es nicht erwarten, Queens Freiheit zu erleben.

[[File:file_000000006ac8824688c8c8af49706bd6.png|none|fullsize]]

David folgt ihrem Blick hinaus über das stille Wasser und die bewaldeten Hänge.
"Ja", sagt er leise, "da will man doch sofort sein Zelt auspacken, was?" Für einen Moment legt sich ein müdes Lächeln auf seine Züge, dann wendet er sich wieder Ellie zu und reicht ihr die Hand, um ihr vom erhöhten Frachtraum herunterzuhelfen. "Dass sie stolz wirkt, glaube ich sofort. Angst nicht zu zeigen gehört bei Greifvögeln allerdings eher zur Berufsbeschreibung." Während Joreg die kurze Laderampe ausklappt, steigt David zu Queen in den Wagen. Die Box steht unverändert auf der rutschfesten Gummimatte, gehalten von zwei an den Bodenschienen befestigten Gurten und der zusätzlichen Fixierung quer zur Fahrtrichtung. Joreg legt eine Hand an die Seitenwand, ehe David die erste Ratsche löst. Langsam lässt er die Spannung nach, damit weder der Gurt über das Holz schlägt noch der Metallhaken scheppernd zu Boden fällt. Erst nachdem auch die beiden übrigen Sicherungen entfernt sind und das Tuch noch fest über allen Sichtöffnungen liegt, greifen sie an die eingelassenen Tragegriffe. "Gerade halten", mahnt David leise, obwohl Joreg das ebenso gut weiß wie er. Gemeinsam heben sie die Kiste von der Matte und setzen den ersten vorsichtigen Schritt auf die Rampe.

Ellie lächelt. Wie schön es doch wäre, wenn sie mehr Zeit mit ihm verbringen könnte, und... Sie schüttelt kurz, fast unmerklich, ihren Kopf um die Gedanken zu vertreiben. Er sieht sie nicht so... Sollte sie nicht langsam erwachsen genug sein, um mit Abweisung umzugehen? Auf rein freundschaftlicher Ebene funktioniert es doch trotzdem noch. Sie schließt die Augen, kann ihn in diesem Moment nicht ansehen, solange diese Gedanken in ihr kreisen. Stattdessen wandert ihr Blick zu Joreg, der gewissenhaft darauf achtet, seine Hände ruhig zu halten.

[[File:file_00000000c43482468758a48ed7776609.png|none|fullsize]]

"Vorsicht, Kaninchenloch! Nicht stolpern!", warnt Ellie ihn plötzlich. Joreg hört die Warnung zu spät, bleibt mit dem Fuß hängen.
"Oh verdammt!", ruft er noch aus, doch er fängt sich und findet schnell seinen Halt wieder ohne die Kiste loszulassen. Ein Beschwerderuf aus der Kiste bleibt jedoch aus. Offenbar kam Queen auch mit diesem Hindernis klar.

"Stopp!" Das Wort fährt David härter über die Lippen als beabsichtigt. Scharf atmet er ein, während sein Blick den Kollegen anfunkelt. Chill, Dietschman. Hätte dir auch passieren können. Die Kiste ist wenigstens nicht auf den Boden gekracht.
Mit langem Hals sieht er zu Joreg und prüft, ob dieser sicher steht. Erst dann wandert sein Blick zurück zu Queen. Unter dem Tuch kratzt es zweimal kräftig über den Boden. Kein Schlagen gegen die Wände, kein hektisches Poltern. Trotzdem wartet David einige Atemzüge ab, bevor er das Zeichen zum Weitergehen gibt. "Langsam. Wir haben es nicht so eilig, dass wir sie auf den letzten zehn Metern noch durchschütteln müssen." Ein Blick über die Schulter zu Ellie. "Gehst du vor und hältst uns den Weg frei?"
Dann nickt er Joreg zu. "Weiter?"
Joreg nickt grummelig.
Langsam bewegen sich die Männer voran — die schwere Kiste zwischen ihnen. Ellie geht voraus, schiebt lose Steine mit dem Schuh beiseite und gibt schließlich das Zeichen, die Box abzusetzen.
David stemmt die Hände in die Hüften. So weit, so gut. Sein Blick geht fragend zu Joreg, der noch immer etwas verärgert aussieht.
"Alles okay?", fragt David in seine Richtung. "Entschuldige den Tonfall gerade."
Der Kollege nickt knapp und fasst nach dem Tuch, als wolle er die Sache jetzt möglichst schnell hinter sich bringen.
David bremst seine Bewegung aus. "Wir haben Zeit. Lass uns kurz Luft holen."

Ellie legt den Ast, den sie in ihrer Hand hält, noch zur Seite, dann lehnt sie sich an einen Stein. "Genau. So sehr ich Queens Freilassung auch nicht erwarten kann... Ihr Jungs habt eine Pause verdient. Ich habe nur Äste und Steine getragen." Sie blickt auf den Weg, der noch vor ihnen liegt. Auf den ersten Blick sind keine weiteren Kaninchenlöcher zu sehen, nur ein paar Äste und Steine. Aber um die kann sie sich auch dann noch kümmern, wenn sie wieder unterwegs sind und an ihnen vorbei kommen.

[[File:file_00000000105881f4a3fb07f08c0f9cee.png|none|fullsize]]

"Du hast drei Stunden lang unseren wichtigsten Passagier überwacht", entgegnet David und hebt eine Braue. "Ich würde deinen Beitrag also nicht auf Landschaftspflege runterstufen."
Er macht einige Schritte zurück zum Wagen, wo er drei kleine Flaschen Apfelschorle aus der Kühlbox holt, und kehrt zu den anderen zurück. Joreg wirft er ein Getränk zu, dann Ellie, bevor er die letzte Flasche öffnet und zur Hälfte leert. Sein Blick geht zu der verhüllten Box. Das Kratzen im Inneren hat aufgehört. Gut. Trotzdem lauscht er noch einen Moment.
"Drei Minuten", entscheidet er schließlich. "Dann packen wir den Rest."
Ein beherrschtes Seufzen ringt sich aus seiner Brust. Wenn Queen mitspielt, werden sie sie in Kürze davonfliegen sehen.
Kurz schweifen seine Gedanken zu Abeena. Wie schwer ihr der Abschied von Donner fiel. Welche Lücke das Tier hinterließ. Dann lächelt er, ohne es zu merken. Welche Verbindung die kleine Rabendame schuf ...

"Ja!", sagt Ellie. Sie öffnet die Flasche und nimmt einen gierigen Schluck. Das tut gut an dieser sommerlichen Hitze. Als sie am Morgen losgefahren sind, war es noch angenehm kühl. Doch jetzt zeigt sich die Mittagssonne ohne Gnade. "Ich finde das wirklich gut!", sagt sie schließlich. "Dass es Menschen gibt wie uns. Denen es um die Tiere geht und die Natur, nicht nur um Geld oder Macht." Queens Freilassung ist die erste, die sie in ihrer Zeit bei der Auffangstation erlebt. Aber während der Ferien, solange die Uni noch nicht losgegangen ist, kann sie auch mal ganztags arbeiten, und lange Autofahrten in Kauf nehmen. Wichtig ist das Tier.

David sieht sie über den Rand seiner Flasche hinweg an. "Für Macht bin ich jedenfalls deutlich zu schlecht bezahlt." Ein müdes Grinsen hebt seinen Mundwinkel.

"Viele Menschen da draußen sind gar nicht so übel." Joreg fängt Ellies Blick auf. "Sie müssen nur manchmal daran erinnert werden, was wirklich wichtig ist." Ein feines Zwinkern trifft die junge Kollegin. "Andere wiederum sind vielleicht einen Tacken zu großspurig." Bewusst wendet er den Blick auf die Flasche in seiner Hand, nimmt einen letzten Schluck und macht sich bereit für die letzten Handgriffe.

David zieht amüsiert die Brauen an. Ein Schmunzeln liegt auf seinem Gesicht, als er Ellie ein kaum merkliches Nicken zuwirft. Er schraubt den Deckel auf die Flasche und schiebt sie in die Gesäßtasche. Die drei Minuten sind noch nicht ganz vorbei, doch die verhüllte Box zerrt schon wieder an seiner Aufmerksamkeit.
Kurz darauf heben er und Joreg die Kiste erneut an. Ellie geht vor ihnen her und hält den Weg frei, bis sie den vorgesehenen Platz erreichen. Behutsam setzen sie Queen so ab, dass die Öffnung zum See weist.
Hohe Bäume rahmen das Bild zum See ein, das Gebirge ragt stolz in den Himmel.
"Also dann", strafft David die Schultern. Ein aufgetegter Herzschlag poltert ihm gegen den Brustkorb. Jetzt wird's ernst. Vorsichtig rafft er die Decke an der Vorderseite der Kiste zusammen, bis er sie in einem Streifen auf dem Dach ablegen kann. Langsam, in ruhigen und gleichmäßigen Bewegungen löst er den Haken am Verschluss der Tür und tritt beiseite. Ein tiefer Atemzug entweicht ihm.
Dann öffnet er die Kiste.

Ellie hält den Atem an. Der Deckel hebt sich nur langsam. David vermeidet ruckartige Bewegungen, um den Vogel nicht zu verunsichern. Queen wird sofort auf den Spalt aufmerksam und dreht sich um. Es ist schön, etwas gutes zu tun, denkt Ellie noch, als in diesem Moment der Deckel ganz aufgehoben wird. Queen schüttelt ihre Federn, breitet die Flügel aus und erhebt sich ohne zu Zögern direkt in die Lüfte. Ohne sich auch nur einmal umzudrehen, dreht sie ihre Runden am Himmel weiter und steuert in Richtung des Gebirges. Queen. Einen passenderen Namen hätte die Tierauffangstation nicht finden können.

[[File:file_00000000834c82468c93cd7b9d77fffc.png|none|fullsize]]

Die drei Tierfreunde sehen dem Vogel lange nach, auch als man das Tier schon lange nicht mehr erkennen kann. "Die Freiheit ist ein wichtiges Gut, das man erst zu schätzen weiß, wenn sie einem genommen wird.", philosophiert Ellie vor sich hin, ohne wirklich einen ihrer Kollegen damit anzusprechen. "Und Queen wird die ihre nun in vollen Zügen genießen." Sie wird diesen anmutigen Vogel, diese stolze Kreatur, niemals vergessen. Ellie wischt sich eine Träne aus den Augen. Hier wurde erfolgreiche Arbeit betrieben.

Davids Blick folgt Queen, bis das dunkle Flügelschlagen mit den Konturen der Berge verschwimmt. Wochenlang hatte jede Entscheidung darauf gezielt, dass sie diesen Ort ohne ihn verlässt. Nun ist die Kiste leer, und der Erfolg fühlt sich überraschend still an. Ein stolzes Lächeln zieht über sein Gesicht, als er sich aus der Bewegungslosigkeit löst und mit beiden Händen durch die verschwitzten Haare fährt.
"Na dann, Majestät", murmelt er in die Richtung, in der Queen verschwunden ist. "Mach keinen Scheiß."
Ellies Worte beantwortet er nur mit einem kurzen Seitenblick. Die Träne in ihrem Gesicht lässt sein Lächeln wärmer werden, doch er erspart ihr jeden Kommentar dazu. So geht er ungewöhnlich schweigsam vor der geöffneten Box in die Hocke und betrachtet den verlassenen Innenraum, als könnte darin noch irgendeine letzte Aufgabe auf ihn warten. Stattdessen findet er dort nur Leere. Nicht eine Feder ließ sie zurück.
David greift nach der Decke, um sie zusammenzufalten und legt sie in die Kiste, bevor er die Tür schließt. Ein Blick geht zu Joreg, als er sich aufrichtet.
"Hilfst du mir?" Auch ohne ausgewachsenen Seeadler wiegt die Transportbox genug, um sich im ungünstigen Fall den Rücken zu verrenken.
Ohne Lebendfracht dauert es nicht lange, bis sie die sperrige Kiste wieder verladen haben und sich Zeit für eine Stärkung nehmen. Mit dem vorbereiteten Lunchpaket nimmt David Platz auf der Kante des Frachtraums, während Joreg sich mit seinem Sandwich in der einen, dem Telefon in der anderen Hand entschuldigt und ein Stück den Weg hinuntergeht.
"Setz dich zu mir", lädt David Ellie ein und rückt ein Stück zur Seite. "Du warst eine große Hilfe." Er sieht sie direkt an. "Danke." Einen Moment ruht sein Blick auf ihr, ehe er den Weg hinunterschaut. Auf den ersten Eindruck wirkt es nicht, als würde Joreg gleich zurückkommen.
"Es gibt etwas, worüber ich mit dir reden möchte." Die Papiertüte knistert in seinen Händen, während er sie entfaltet, um das Sandwich auszupacken.

Ellie lässt sich das nicht zweimal sagen. Schwungvoll setzt sie sich neben ihn auf den Transporter. Mit gemischten Gefühlen sieht sie ihn an. Erzählt er nun doch davon, dass er sich in sie verliebt hat? Sie schmunzelt selbst über diesen Gedanken. So naiv ist selbst sie nicht. Aber sie hat wirklich keine Idee, welches Thema ihm auf dem Herzen liegt. "Worum geht es denn?", fragt sie schließlich.

"Erinnest du dich an Abs?", fragt David und beißt in das Snackpaket. Kurz kaut er darauf herum, ehe er mit halbvollem Mund erklärend ansetzt:
"Sie hat eins von deinen Bildern gekauft. In San My." Er schluckt. "Das mit dem Fluss. Du hast einen Pfau dazu gemalt."

[[File:file_00000000480881f4a292f1c25f2023ad.png|none|fullsize]]

Ellie lächelt. "Natürlich erinnere ich mich an sie. Und ihre Erklärung, warum es unbedingt ein eitler Pfau sein sollte." Auch daran, wie stolz sie war, welche Summe für die Tierauffangstation am Ende rumgekommen ist bei der Bilderaktion. "Wieso, braucht sie ein weiteres Werk für ihren eitlen Pfau?"

David überlegt kurz, einen plumpen Spruch über die Eitelkeit Antonias zu reißen, entscheidet sich dann aber dagegen. Das tut hier nichts zur Sache.
"Es hat sich sozusagen nicht ergeben, dass dein Werk an seinem Ziel angekommen ist. Ich hab's mitgenommen und meinem Vater gezeigt. Hab ich dir mal von ihm erzählt?" Er hebt überlegend die gepiercte Braue. "Er ist Illustrator. Meistens macht er Kinderbücher und so Sachen." Ein weiterer Bissen bringt eine Pause in seine Erzählungen. Kauend registriert er, wie sich Neugier in Ellies Blick schleicht.
"Ich fand es gut und dachte, ich frag ihn mal nach einer professionellen Einschätzung."

Ellie kann ihre Frage nicht lange zurück halten. "Und? Was sagt er?" Sie drückt das Sandwich in ihren Händen fester. In der Ferne kann sie ein Kaninchen erblicken, das gerade aus seinem Loch krabbelt. Doch ihre Neugier auf die Antwort ist zu groß, so dass sie das Tier nur aus den Augenwinkeln beobachtet, aber ihm sonst nur wenig Aufmerksamkeit schenkt. Und andererseits ist sie nervös, dass es eine Antwort ist, die sie nicht hören will.

Davids Mundwinkel heben sich zu einem amüsierten Schmunzeln, während er den großen Brocken zerkaut. Erst als etwas Platz im Mund geschaffen ist, beginnt er zu erzählen:
"Er lobt deine Sauberkeit. Und deine Blickführung." Anerkennend nickt David vor sich hin. "Er fand es richtig gut." Einen kurzen Moment beobachtet er Ellies Gesicht, bevor er weiterspricht.
"Also bin ich noch einen Schritt weiter und hab gefragt, ob er Kontakte für dich hat."
Stille.
David grinst.
"Hat er. Drei potentielle Adressen, die daran interessiert sind, Ellie Hawk kennenzulernen."
Er hebt sich ein Stück von der Ladekante, um das Portemonnaie aus der Gesäßtasche zu ziehen. Kurz darauf reicht er ihr eine Visitenkarte. Die Vorderseite zeigt einen kleinen bärtigen Wichtel mit verschränkten Armen auf einem Fliegenpilz sitzend. Daneben der Name 'Ralph Clemens' und in kleineren Lettern darunter dessen Kontaktdaten.
Auf der Rückseite finden sich drei handschriftliche Namen mit E-Mailadressen und Telefonnummern.
"Von Praktika über Aushilfe bis Minijob", erklärt David. "Nicht alles sofort, aber in absehbarer Zeit. Papa meint, die taugen alle etwas, um Erfahrungen zu sammeln. Auf unterschiedliche Weise."

"Wirklich?" Ellie kann nicht anders. Mitsamt ihrem Sandwich erhebt sie sich und wirft sich in Davids Arme. "Danke! Danke!" Einen Moment lang verharrt sie so, dann löst sie sich schließlich und nimmt die Karte entgegen. Langsam sieht sie sich die Karte an, streicht mit den Fingern über das Bild mit dem Wichtel. Eigentlich hatte sie sich erst mal auf ihr Studium konzentrieren wollen, aber praktische Erfahrungen sind ebenfalls wichtig. Nun grinst sie. "Ich habe morgen einen freien Tag, den kann ich nutzen, mich mit den Adressen in Verbindung zu setzen. Ralph Clemens ist dein Vater, klar. Aber zu wem gehören die anderen E-Mail-Adressen?"

Lachend kippt David ein wenig zur Seite, als Ellie sich überraschend gegen ihn wirft. Er reißt das Sandwich aus der Schusslinie bringend in die Luft. Die freie Hand legt sich an ihren Rücken.
"Ich freue mich, dass du so reagierst", lacht er noch immer, als sie sich wieder löst. "Papa meinte, es wäre vielleicht zu übergriffig oder sowas."
Mit einem Strahlen, als hätte er ihr gerade einen Neuwagen geschenkt, setzt sie sich wieder neben ihn und betrachtet die Karte. David lehnt sich ihr ein Stück entgegen.
"Maren Vollmer macht irgendwas mit Kinderbüchern." Er nimmt einen kleinen Bissen und kaut einige Sekunden, bevor er die Zusammenfassung seines Vaters abzurufen versucht.
"Der hier hat ein Grafikatelier und nimmt manchmal Praktikanten. Und Nora Feldkamp organisiert Kunstprojekte mit Kindern." Er zieht die Brauen zusammen. "So ungefähr jedenfalls. Papa hat das ziemlich schnell runtergerattert. Möglich, dass ich was durcheinanderwürfel. Aber ich erinnere mich", er hebt den Zeigefinger zwischen sie, "dass ein Praktikum dabei war und viel mit Fleißarbeit. So Sachen wie Linien sauber nachziehen und colorieren."
David beißt erneut von seinem Sandwich ab, kaut dieses Mal etwas länger, während er vor sich hin nickt .
"Die wissen alle, dass du dich melden könntest. Schreib einfach dazu, dass du die Adresse von Ralph Clemens hast. Dann wissen die schon."

[[File:file_000000007a5c81f4803bb9ed945e6a53.png|none|fullsize]]

"Ben wird Augen machen, wenn ich ihm davon erzähle!", erzählt Ellie gut gelaunt, "Und ich habe zu Hause auch schon eine Mappe fertig gestellt, mit allen möglichen meiner Werke. Ich habe mehr vorzuweisen als nur ein Bild des eitlen Pfaus." Und wer weiß, was für Zukunftschancen sich daraus ergeben könnten. "Ich kann ja immer noch im Internet nach den Namen..." mit diesen Worten zeigt sie auf die handgeschriebenen Notizen, "suchen, vielleicht kann ich mir dann auch schon mal ein Bild davon machen, was sie eigentlich tun. Macht einen besseren Eindruck, als wenn ich da sagen würde: 'Ich hörte, Sie machen irgendwas mit Kinderbüchern'"

David lacht. Den letzten Rest seines Sandwiches zwischen drei Fingern, zerknüllt er das Papier und nickt.
"Ellie Hawk, das klingt nach einem richtig guten Plan."
Er steht auf und geht, den Wagen umrundend, nach vorn, um das Papier in die kleine Abfalltüte zu werfen, und kehrt zurück. Sein Kiefer arbeitet noch am letzten Bissen, während sein Blick in die Richtung wandert, in der Joreg zuletzt zu sehen war.
"Wir sollten bald aufbrechen", murmelt er. "Wer weiß, wie wir durch den Feierabendverkehr kommen ..."

"Es ist ein richtig guter Plan!", lächelt Ellie. "Aber so viel Glück muss man auch erst einmal haben!" Sie ist fast zu aufgeregt um jetzt zu essen, aber wegwerfen möchte sie ihr Sandwich auch nicht. Also futtert sie nun doch noch den letzten Happen auf, während sie auf Joreg wartet.

[[File:file_00000000b910824695e5fb87a25182f6.png|none|fullsize]]

(In Zusammenarbeit mit @Murloc )


>>> David geht nach
>>> Ellie geht nach

Beitrag
Evergreen Harbor
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Evergreen Harbor

am 07.08.2026 15:551786110901

<<< David kommt von Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung Kitty, Felix, Abs <<<

Charaktere: David
Ort: Irgendwo zwischen Evergreen Harbor und Ravenwood
Geschichtsstrang: Genug zu tun II



Die feuchte Erde gibt bei jedem Schritt ein wenig unter Davids Sohlen nach. Rechts von ihm liegt der breite Fluss als dunkle, kaum bewegte Fläche zwischen den Bäumen. Nur dort, wo das Licht seiner Taschenlampe über das Wasser streift, blitzt es schmutzig auf.
Die Luft ist noch immer warm. Sie hängt schwer zwischen dem Schilf und legt sich ihm unter die lange Kleidung, obwohl die Sonne längst verschwunden ist. David wischt sich mit dem Unterarm über die Stirn und hält kurz inne.
Auf dem Weg oberhalb des Ufers bewegt sich Licht.
Er schaltet die Taschenlampe aus und geht in die Hocke. Zwischen den Halmen wartet er, bis zwei Scheinwerfer hinter den Bäumen vorbeiziehen. Das Motorengeräusch bleibt für einige Sekunden hörbar, wird schwächer und verliert sich schließlich in der Nacht.
David richtet sich wieder auf.
Abeena würde vermutlich fragen, weshalb ausgerechnet er nachts durch ein feuchtes Gebüsch kriecht und tote Tiere in eine Kühltasche packt. Er sieht ihren zweifelnden Blick so deutlich vor sich, als stünde sie hier bei ihm.
Ein Lächeln zieht an seinem Mundwinkel.
Schon wieder.
In letzter Zeit taucht sie erstaunlich häufig in seinen Gedanken auf. Beim Radfahren, während der Arbeit, morgens kurz nach dem Aufwachen. Abends vor dem Einschlafen. Er denkt gern an sie. Es wäre nur praktisch, wenn sein Kopf gelegentlich bei der Sache bliebe.
David schaltet die Lampe wieder ein und setzt seinen Weg fort. Er sollte nicht herumtrödeln. Morgen wird ein anstrengender Tag. Queen wird seine volle Aufmerksamkeit brauchen, wenn sie endlich nach Hause zurückkehrt.
Zum unzähligen Mal geht er den Ablauf durch. Transportbox. Waage. Sender. Noch einmal die Flugfedern kontrollieren. Wetterbericht am Morgen prüfen. Den möglichen Ausweichplatz hat er mit eingeplant, ebenso die zusätzliche Sicherung für die Box und genügend Abstand zu den Leuten, die bei der Freilassung dabei sein werden.
Alles ist vorbereitet.
Trotzdem zieht sich sein Magen zusammen, sobald er daran denkt, wie sich die Klappe öffnet und danach nichts mehr zwischen seiner Planung und der Wirklichkeit steht. Es ist die erste Auswilderung, für die er vollständig verantwortlich ist. Wenn Queen zögert, falsch startet oder sich irgendwo verletzt, hat er Fionas Vertrauen nicht verdient.
Ein dunkler Umriss zwischen den Steinen unterbricht den Gedanken.
David bleibt stehen.

[[File:file_00000000710882308c04932b6535aadd.png|none|fullsize]]

Der kleine Wasservogel liegt halb auf der Seite.
Ein Jungtier.
Eine Schwinge ist vom Körper abgespreizt, als hätte es noch versucht, sich aus dem Schlamm zu ziehen.
David seufzt und hält sich einen Moment zu lange an dem Bild fest. Irgendwo in ihm ziehen sich seine Eingeweide zusammen.
Mit langsamen Bewegungen stellt er die Kühltasche ab und zückt sein Handy, um ein Foto von dem Fund zu machen. Das widerwärtige Gefühl dabei würgt er hinunter. Pita hat ihm erklärt, wie er das Tier aufnehmen, verpacken und kennzeichnen muss. Seine Hände widersetzen sich trotzdem für einen Moment.
Als er den Körper anhebt, sinkt der Hals über seine Finger, die Flügel folgen jeder Bewegung, ohne dass das Tier sie zurückzieht. David presst die Lippen zusammen und legt es vorsichtig in den vorbereiteten Beutel.
Etwas in seinen Augen flackert kurz.
Er verschließt den Beutel, beschriftet ihn und legt ihn in die Kühltasche.
Dann hebt er den Blick. Eins hat er. Mindestens vier braucht er noch.
Komm schon, Dietschman. Das darf dich nicht zerlegen.
Entschlossen nimmt er die Kühltasche und geht weiter.
Wenn er Ellie morgen sieht, lenkt er die Gedanken bewusst um, kann er ihr von Papas Kontakten erzählen. Zwei von ihnen möchten ihre Arbeiten sehen. Die dritte Person hat momentan keine Möglichkeit für sie, könnte sich aber in einigen Wochen noch einmal melden. Eigentlich gute Nachrichten. Sehr gute sogar. David weiß nur gerade nicht, wie er sie überbringen soll. In seinem Kopf hatte es sich ganz logisch und unspektakulär abgespielt. Jetzt erscheint ihm ein verabredetes Gespräch zu groß, eine Nachricht zu beiläufig. Vielleicht ergibt sich etwas, wenn Queen zu Hause und der Druck raus ist.
David blickt zurück zum Fluss. Das Schilf raschelt, obwohl kein Wind geht. Weiter vorn liegt etwas Helles zwischen den Wurzeln eines Baumes.
Er zieht den Riemen der Kühltasche fester über seine Schulter und geht darauf zu.
Pita braucht die Tiere für ihre Untersuchungen. NOW braucht Ergebnisse, und Ergebnisse entstehen nicht dadurch, dass alle hoffen, jemand anderes werde sich um die unangenehmen Teile kümmern.
Das versteht er.

[[File:file_00000000c740822f833bbed93e1e7699.png|none|fullsize]]

Aber es macht den leblosen Körper in seiner Tasche nicht leichter.
Ein Teil von ihm hatte angenommen, jemand aus der Gruppe würde mitkommen. Nicht einmal eine bestimmte Person. Einfach jemand, der die Lampe hält, auf den Weg achtet oder einen dummen Kommentar macht, sobald die Stille zu dicht wird.
Er hatte allerdings niemanden darum gebeten. 'Ich bin nicht sehr gut darin, Hilfe zu brauchen.'


>>> David geht nach Granite Falls >>>

Beitrag
Versetzte Buchstaben
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Versetzte Buchstaben

am 07.08.2026 13:191786101561

1. Qualle
2. Aqua
3. Sequoia
4.
5.
6.

Beitrag
Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung Kitty, Felix, Abs
Foren-Beitrag von RivaBabylon im Thema Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung Kitty, Felix, Abs

am 05.08.2026 13:481785930511

<<< David kommt von Del Sol Valley - Haus Clemens <<<

Charaktere: David
Geschichtsstrang: Blickwinkel — Little Platypus


In der kleinen Fachbuchhandlung lässt David sich zu dem Regal mit den Tierbüchern führen. Er sucht nach etwas Bestimmtem, das er vor einer Weile eher zufällig entdeckt hat. Zu dem Zeitpunkt hatte er keine Verwendung dafür. Doch jetzt ist er froh, den Fund im Hinterkopf gespeichert zu haben.
Zielsicher zieht die Verkäuferin das Exemplar aus dem Regal und reicht es ihm.
"Wie alt ist denn das Kind?", fragt sie mit freundlich-seriöser Neugier.
"Achtzehn." David lächelt breit, als er durch die Seiten blättert. Die Illustrationen gefallen ihm. Sie sind irgendwie tapsig. Verspielt und unschuldig. So wie Abs.
"Oh, ach so." Die Verkäuferin lacht. "Wäre dann nicht etwas Reiferes sinnvoller? Wir haben hier auch no-"
"Nein, das hier ist perfekt."

Die Frau lächelt und glaubt zu verstehen.
Als David gehen will, streift sein Blick ein anderes Buch. 'Die schillernde Welt der Vögel'. Kurz überlegt er.
"Haben Sie auch etwas für Ornithologie-Fans?"
"Natürlich."

[[File:file_000000003a3882468bd182412929f6e8.png|none|fullsize]]

Vier verschiedene Bände präsentiert sie dem Kunden. Zwei davon sprengen Davids Vorstellungen einer Kleinigkeit bei weitem. Die anderen sehen interessant genug aus, dass Felix sie wahrscheinlich längst besitzt. Gerne hätte er auch seinem Bruder eine Freude gemacht. Aber das ist ihm einfach zu unsicher. Dankend lehnt er ab und verlässt das Geschäft mit nur einer Beute.


[[File:LPPCOV.jpg|none|fullsize]]
https://share.google/hw1Ij1U02SdvuGjY3


David verharrt vor der Wohnungstür und lauscht. Es ist absolut still. Vorsichtig hängt er die Tüte mit den handgeschriebenen Lettern 'Abs' über die Klinke. Einen Schritt zurücktretend betrachtet er zufrieden sein Werk. Das wird halten.
Insgeheim wünscht er, er könnte ihr Gesicht sehen, wenn sie die spannende Welt der Schnabeltiere kennenlernt.


[[File:LP4-5.jpg|none|fullsize]]

[[File:LPP8-9.jpg|none|fullsize]]

[[File:LPP10-11.jpg|none|fullsize]]

[[File:LPP12-13.jpg|none|fullsize]]

[[File:LPP14-15.jpg|none|fullsize]]

[[File:LPP BCOV.jpg|none|fullsize]]



>>> David geht nach Evergreen Harbor (2) >>>

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