Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias

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09.05.2025 19:28 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2025 18:02)
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<<< Marina kommt von Tartosa <<<

Charakter: Marina
Geschichtsstrang: Wenn plötzlich alles anders ist - Teil 4

Es ist 22:37 Uhr. Marina sitzt hinter dem Steuer ihres Wagens. Der Motor ist aus, doch sie fühlt sich wie gelähmt und unfähig, sich zu bewegen. Dieser Tag ist einer der schlimmsten ihres Lebens.



Nachdem sie im Krankenhaus gewesen war und die schreckliche Nachricht erhalten hatte, wusste sie sofort, dass sie jetzt diejenige sein musste, die stark blieb. Hannah war es sonst immer gewesen – die Starke, die Halt gab, die für alle da war. Schon die letzten Wochen und Monate nach der Trennung hatte sie Marina unterstützt. Nein, ihr ganzes Leben lang war es Hannah, die für sie da war. Und jetzt war es an ihr, diese Rolle zu übernehmen.

Nachdem sie das Krankenhaus verlassen hatte, hatte sie als Erstes ihren Bruder Valentin angerufen und ihn von zu Hause abgeholt. Gemeinsam waren sie zu ihrem Vater gefahren, um ihm die schreckliche Nachricht mitzuteilen. Valentin war bei Opa Horst geblieben, um ihm beizustehen, doch Marina hatte weitergemacht.

Sie war zurück ins Haus gegangen – erst in Julius Zimmer, dann in Naels Zimmer und hatte angefangen, Taschen zu packen. Kleidung, Hygieneartikel, alles, was für einen längeren Krankenhausaufenthalt nötig war. Dann war sie wieder ins Auto gestiegen und hatte Joachim angerufen.

Er sollte es Tania und Vanice beibringen. Marina wusste, dass sie es selbst nicht schaffte, doch die beiden sollten informiert werden. Während Joachim unterwegs zu Tania war, fuhr Marina zurück ins Krankenhaus und brachte die Taschen für Nael und Julius.

Doch es gab noch eine Person, die sie informieren musste - Annett. Vermutlich eines der schwersten Gespräche, die sie je geführt hatte.

Und jetzt sitzt sie hier. Immer noch im Auto. Vor dem Haus der Garcías.
Es fühlt sich so unwirklich an, als wäre das alles nur ein schlechter Traum.

Doch es ist kein Traum.

Die Tränen, die sie den ganzen Tag über zurückgehalten hat, brechen aus ihr heraus. Sie kann sie nicht mehr stoppen. Es fließt. Ohne Ende.



>>> Marina geht nach Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (4) >>>


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20.05.2025 08:53 (zuletzt bearbeitet: 17.07.2025 17:14)
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<<< José kommt von Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) <<<
<<< Pablo kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) <<<

Charaktere: José, Pablo
Geschichtsstrang: Seit Samstag

José sitzt nachdenklich auf dem Sofa. Eigentlich sollte er sich freuen, der neue Wintergarten ist endlich fertig. Doch die Umstände nehmen ihm jeden Grund zur Freude. In diesem Moment betritt Pablo das Wohnzimmer mit einer Tasse Tee in der Hand. Er stellt sie auf den Tisch vor seinem Bruder ab. "Er muss nur ein paar Minuten ziehen, dann kannst du etwas trinken", murmelt er und setzt sich neben ihn.

José starrt still vor sich hin mit einem leeren Blick. Dann spricht er leise in seiner Muttersprache. "Ich verstehe das nicht … Wie konnte das nur passieren? Es war doch alles noch in Ordnung." Sein Blick wandert zur Wand mit den Familienfotos. Er bleibt bei dem großen Bild von Theo hängen. Pablo sieht es ebenfalls. José erinnert sich genau, wie sie die Fotos gemacht hatten, wie Theo gelacht hatte, so voller Leben. Jetzt ist es nur noch eine Erinnerung. Und selbst die wird mit der Zeit verblassen.

Pablo legt ihm eine Hand auf die Schulter. "Wir werden das überstehen, Bruderherz." In diesem Jahr haben die Brüder schon so viel verloren. Erst der Tod ihrer Mutter, noch nicht lange her. Und jetzt verliert José seinen Schwager und sein Sohn wird schwer verletzt.

"Wir werden das nur mit Gottes Hilfe überstehen. Allein schaffen wir das nicht", sagt José auf spanisch. Pablo glaubt nicht an Gott, doch widerspricht er nicht. Stattdessen nickt er, seinem Bruder zuliebe.

José beginnt laut und eindringlich zu beten. Er zählt jeden Einzelnen auf und legt sie in Gottes Hände. Hannah, Nael, Julius. Auch Pablo, Irina und die Kinder. Bei diesen Worten muss Pablo schlucken. Gestern Abend hatte er noch einen heftigen Streit mit Irina. Sie versteht, dass er seinem Bruder beistehen möchte und dass José gerade Trost braucht. Aber sie macht ihm Vorwürfe: Er dürfe seine Familie zu Hause nicht vernachlässigen. Seit Samstag sei er schließlich jede freie Minute bei seinem Bruder.

Pablo kann ihre Sicht nicht teilen. Sein Bruder erlebt gerade eine Ausnahmesituation und Irina ist nicht alleine. Ihre Schwester ist immerhin vor Ort. Wenn sich alles beruhigt hat, wird er wieder mehr zu Hause sein. Doch jetzt sollte sie sich zusammenreißen und ihre Bedürfnisse hinten an stellen. Seine Gedanken bringen ihn in Rage, aber es ist nicht der richtige Moment für solche Gefühle.

"Amen", beendet José das Gebet.

>>> Pablo geht nach Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) >>>


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21.05.2025 17:00 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2025 15:47)
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<<< Hannah kommt von Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) <<<
<<< Alma kommt von Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) <<<
<<< Jarred kommt von Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) <<<
<<< Marina kommt von Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (4) <<<
<<< Valentin kommt von Windenburg Nr. 12 - Luigi's Pizza (2) <<<

Charaktere: Alma, Jarred, Horst, Hannah, José, Marina, Valentin
Geschichtsstrang: Was wirklich zählt

Es ist Abend. Im neu renovierten Wintergarten der Garcias versammelt sich langsam die Familie. Opa Horst sitzt bereits am Tisch, an seinem gewohnten Platz mit Blick in den Garten. Gegenüber von ihm hat sich Valentin niedergelassen. In den letzten Tagen kommt er fast täglich vorbei und leistet seinem Vater Gesellschaft. Kurz darauf sind Schritte auf der Treppe zu hören. Marina kommt von oben herunter. Mit einem nachdenklichen Blick setzt sie sich leise dazu. Wie so oft ist es Hannah, die mit einem Tablett voller Tassen, einer Kanne Tee, Kaffee und einer Auswahl an sorgfältig ausgesuchtem Gebäck hereinkommt. Kurz darauf öffnet sich die Tür erneut. José tritt ein, gefolgt von Alma und Jarred. Man sieht ihnen an, dass sie gerade durch das Haus gegangen sind. José hat den beiden die abgeschlossenen Renovierungsarbeiten gezeigt. Alles wirkt neu und ordentlich, fast surreal, als hätte es nie Spannungen gegeben. Niemand spricht alte Konflikte an, niemand macht Alma Vorwürfe. Der Unfall hat das Leben der Familie auf den Kopf gestellt und plötzlich scheint das, worüber man sich früher gestritten hat, völlig unwichtig. Als schließlich alle Platz genommen haben, breitet sich für einen Moment Stille aus.

Dann beginnt Hannah ruhig und bestimmt zu sprechen. "Schön, dass ihr alle da seid. Und ich freue mich auch sehr, dass du hier bist, Jarred. Du gehörst jetzt zur Familie und deshalb sollst du auch bei diesem Familienmeeting dabei sein." Alma lächelt. Unter dem Tisch nimmt sie Jarreds Hand und drückt sie fest. Noch nie hat sie sich einem Mann so nah gefühlt wie jetzt mit ihm.

"Es ist wirklich unglaublich, was aus dem Haus geworden ist.", staunt Jarred. "So hell und einladend freundlich. Passend zu den Bewohnern." Was würde wohl seine Mutter von den Veränderungen halten? Aus heutiger Sicht versteht er ihren damaligen Entschluss, alles hinter sich zu lassen. Dieses Haus hat beinahe nichts mehr mit dem gemein, in dem er seinerzeit aufwuchs. Wenn Wände sprechen könnten, erzählten sie von einer lebendigen Familie, deren Tragödie den Zusammenhalt zerriss. Nun trifft ein neuer Schicksalsschlag die Bewohner dieses Hauses. Beinahe, als läge ein Fluch in diesen Mauern. Alma hatte es in den vergangenen Wochen vermieden, über ihre Familie zu sprechen. Nicht nur ein Mal hatte Jarred vorgeschlagen, sie zu besuchen, doch aus irgendeinem Grund hatte sie jedes Mal abgeblockt. Wenn sie sich ihm doch nur emotional öffnen würde. Halt suchend greift sie seine Hand, als sie am Tisch sitzen. Instinktiv drückt er zurück. Er ist an ihrer Seite. Bereit alles zu geben, was er hat. Er nickt Hannah ein dankendes Lächeln zu, als sie ihn in der Runde aufnimmt.



"Es wird viel auf uns zukommen", beginnt Hannah ihre Rede und seufzt tief. "Nael muss noch mindestens drei bis vier Wochen, vielleicht sogar länger, im Krankenhaus bleiben. Wenn die Wundheilung gut verläuft und keine Infektionen auftreten, kann er direkt im Anschluss in eine Reha. Aber ob er so schnell einen Platz bekommt, ist ungewiss. Auf jeden Fall müssen wir einen Pflegedienst mit ins Boot holen." Sie schluckt schwer. Der Gedanke an die Schmerzen, die Nael durchmachen muss, Phantomschmerzen, die Anpassung der Prothesen, raubt ihr den Schlaf. Sie hat sich bereits umfassend informiert und würde lügen, wenn sie behaupten würde, keine Angst vor dem zu haben, was noch auf ihn zukommt. "Wir werden für ihn da sein, das ist keine Frage", sagt Marina beruhigend. "Aber es ist gut, dass er jetzt in medizinischer Behandlung ist. Dort kann man ihm wirklich helfen. Wir sind nur Laien, können ihm nichts anderes tun als Unterstützung anbieten, wenn er uns braucht." Durch Marinas Worte fühlt sich Hannah zwar ein wenig beruhigt, doch tief in ihrem Inneren ist sie sehr unruhig. Sie weiß, dass ihre Schwester recht hat, dennoch fällt es ihr schwer, diese Realität wirklich anzunehmen und loszulassen.

Dann lenkt Marina das Gespräch auf ein anderes Thema. "Ich habe mit Annett gesprochen. Sie möchte unbedingt helfen, die Beerdigung für Theo zu organisieren. Er war ihre große Liebe, auch wenn sie nur wenig Zeit miteinander hatten." Die Familie nickt still zustimmend. Niemand sagt etwas, zu schwer lasten die Gedanken an die bevorstehende Beerdigung. "Die Polizei ermittelt noch", fährt Marina fort. "Aber man hat mir gesagt, dass Theo nächste Woche zum Bestatter überführt werden kann. Wenn alles gut läuft, könnte die Beerdigung Anfang bis Mitte Juli stattfinden." Ein erneutes Schweigen legt sich über die Runde. Julius hat nicht am Gespräch teilgenommen. Seit seiner Entlassung hat er sich in sein Zimmer zurückgezogen. Zum Glück sind Pirate und Nero immer an seiner Seite. Die beiden Hunde spüren, dass mit ihrem Herrchen etwas nicht stimmt. Sie weichen ihm nicht von der Seite und schenken ihm Trost.

Dann übernimmt Hannah wieder das Wort. "Die Renovierung war eigentlich abgeschlossen. Der Wintergarten, die Einliegerwohnung, selbst die Umbauten für Theo …" Sie stockt kurz, bevor sie weiterspricht. "Aber wir müssen uns jetzt um Naels Bereich kümmern." Sie legt einen Plan auf den Tisch, den der Architekt entworfen hat. "Wir müssen die Wohnung komplett behindertengerecht umbauen. Aber bei der bisherigen Größe wird das schwierig." Marina sieht sich die Skizzen an. "Die Idee mit dem Aufzug ist gut, aber ein großes Bad und dafür keine Küche mehr? Meint ihr wirklich, das ist der richtige Weg?" José zuckt nur mit den Schultern. Er bringt kaum ein Wort heraus und kämpft mit den Tränen. Seit dem Unfall ist er kaum wiederzuerkennen. Hannah nimmt seine Hand. All die Streitereien der letzten Monate sind bedeutungslos geworden. Jetzt zählt nur noch der Zusammenhalt. Oft liegen sie sich einfach nur wortlos in den Armen und trauern gemeinsam. Da meldet sich plötzlich Alma zu Wort. "Das könnt ihr nicht machen." Entschlossen schaut sie in die Runde. "Nael braucht Platz. Und einen Ort, an dem er dauerhaft leben kann." Sie wirft einen kurzen Blick zu Jarred, bevor sie fortfährt. "Wisst ihr was? Ihr solltet die beiden Wohnungen oben einfach zu einer großen Wohnung zusammenlegen. Dann hätte er eine Küche, ein großes Badezimmer, ein Schlafzimmer und einen Wohnbereich."

Opa Horst sieht seine Enkeltochter stolz an, nicht nur, weil sie endlich wieder da ist, sondern vor allem, weil sie sich so sehr um ihren Bruder sorgt. Er legt eine Hand auf ihre Schulter und lächelt. Hannah hingegen ist nicht begeistert. "Aber Alma, das ist doch deine Wohnung … Wo würdest du dann wohnen?" Alma hebt beschwichtigend die Hand. "Ich wohne doch bei meinem Freund Jarred." UPPS!



Da war der Mund wohl schneller als der Kopf. Obwohl sie es gut meinte, fällt ihr wieder ein, dass sie Jarred noch gar nichts von ihrem Einzug erzählt hat. Sie rührt sich keinen Millimeter und traut sich kaum, ihn anzusehen. Sie hofft nur, dass sie ihre Beziehung dadurch nicht gefährdet hat.

Liebevoll hebt sich ein Mundwinkel, ohne dass Jarred die Information kommentiert. Zwar haben sie nicht darüber gesprochen, doch hat er in seinem Alter genug Erfahrungen sammeln können, um die Hinweise zusammen zu zählen. Anfangs war es die Zahnbürste in seinem Becher, dann mehr und mehr Klamotten, die den Weg nicht mehr aus der Wohnung fanden. Make up, Schmuck, Hygieneartikel - und zuletzt erreichte sie sogar ein Brief unter seiner Adresse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte er überlegt, sie darauf anzusprechen. Doch dann beschloss er, sie nicht dem Irrglauben auszusetzen, er könnte etwas gegen ihren Einzug haben und schwieg auch darüber. Seine Hand streicht sanftmütig über ihren Rücken, zieht sie ein Stück näher zu sich, so dass er ihr einen Kuss auf die Stirn hauchen kann, während seine andere Hand ihre fester umfasst und der Daumen zart über ihre Haut streicht.

Stirnrunzelnd sieht Hannah ihre Tochter prüfend an. Sie gibt ihre Wohnung auf? Eigentlich hatte sie sich insgeheim darauf gefreut, Alma wieder um sich zu haben, besonders, nachdem sie sich in den vergangenen Monaten so viele Sorgen gemacht hatte. Der angebliche Drogenkonsum, die plötzlichen Stimmungsschwankungen … Doch jetzt wirkt Alma ruhig und gefasst. Ganz anders als noch vor einiger Zeit. Hannahs Blick wandert zu Jarred. Wie lange geht das überhaupt mit den beiden? Und sie ziehen schon zusammen? Ist das nicht etwas überstürzt? Doch ehe sie ihre Gedanken weiterverfolgen kann, reißt Marina sie aus der Grübelei. Ihre Schwester spricht über die geänderten Umbaupläne und Hannah zwingt sich, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Alma hingegen ist mit ihren Gedanken ganz woanders. Sie hatte mit einer irritierten Reaktion von Jarred gerechnet, vielleicht sogar mit einem schockierten Blick oder einer spitzen Bemerkung. Oder wollte er sie längst fragen, ob sie bei ihm einzieht? Ist es ihm etwa ganz recht so? Langsam hebt sie den Kopf und schaut vorsichtig zu ihm hinüber. Ihre Augen suchen seinen Blick, fragend und beinahe schüchtern.

Eine seichte Bewegung dreht Jarreds Blick zu ihr. Seine Lippen zeichnen ein zuversichtliches Lächeln als Antwort, während seine Hand an ihrem Rücken sich weiter Richtung Schulter schiebt, wo sie ihr mit sanftem Druck zu verstehen gibt, dass alles in Ordnung ist. Dennoch ist dies weder der Ort, noch der Zeitpunkt, verschiedene Beziehungsebenen zu thematisieren. Daher zieht er es vor, zu schweigen.

Schmunzelnd sieht Alma nach unten. Jarreds Reaktion beruhigt sie und sie versucht, sich wieder auf das Gespräch zu konzentrieren. Zunächst dreht sich alles um die Finanzierung. Die neuen Pläne bedeuten höhere Kosten, mehr Umbauten, mehr Aufwand, mehr Zeit. Hannah und José wirken angespannt, doch Marina greift rasch ein. "Ich kann euch das Geld vorstrecken", sagt sie ruhig. "Ich verfüge inzwischen über den Verkaufserlös vom Haus. Es ist nur fair, wenn ich damit unterstütze." Hannah sieht sie überrascht an, dann nickt sie dankbar. José murmelt ein kaum hörbares 'Danke'. Anschließend kommt das Gespräch auf Julius. "Wir müssen uns überlegen, wie wir Julius auffangen können", sagt Hannah leise. "Er wirkt, als würde er innerlich zerbrechen. Und mit Nael im Krankenhaus …" Sie seufzt. "Er braucht jemanden. Nicht nur Familie. Einen Sim auf Augenhöhe." Sie dreht sich zu Jarred. "Jarred, du kennst Julius zwar noch nicht besonders gut, aber ihr seid ungefähr im gleichen Alter. Könntest du dir vorstellen, ein bisschen Zeit mit ihm zu verbringen? Ich denke, ein Freund würde ihm gut tun."

"Natürlich, keine Frage.", nickt er, ohne zu zögern. "Ich habe viel Arbeit, aber meine Freizeit gehört der Familie." Vielleicht hilft es Julius, wenn er ihn dazu bewegen kann, das Haus zu verlassen. Ablenkung und andere Eindrücke bekommen. "Ich überlege mir etwas. Ich bin froh, wenn ich helfen kann."



Lächelnd sieht Hannah ihn an. "Vielen Dank, Jarred! Wir wissen das wirklich sehr zu schätzen." Ein guter Junge, denkt sie sich. Wahrscheinlich ist es sein Einfluss gewesen, der Alma wieder auf die richtige Bahn gebracht hat. "Da wir jetzt alles besprochen haben, würde ich sagen, wir gönnen uns heute ausnahmsweise mal etwas und bestellen Essen", schlägt Hannah schließlich vor. "Worauf hättet ihr Lust?" Valentin ist sofort begeistert dabei. "Pizza!", ruft er ohne lange zu überlegen. Alma beugt sich zu Jarred und flüstert ihm ins Ohr. "Willst du überhaupt mitessen oder sollen wir zu dir ... zu uns nach Hause?", fragt sie und sieht ihn dabei aufmerksam an.

Leicht zu ihr herüber gelehnt, spricht er leise genug, dass nur sie es hören kann. "Ich richte mich da ganz nach dir. Wenn du bei deiner Familie sein möchtest, verstehe ich das." Alma nickt. "Danke", flüstert sie. Hannah beginnt die Bestellungen aufzunehmen. Jeder nennt seinen Wunsch und für einen Moment fühlt es sich beinahe an, als wäre nie etwas gewesen.

(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon.)

>>> Hannah geht nach Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) >>>
>>> Valentin geht nach San Sequoia Nr. 3 - Veronikas Boutique >>>
>>> Marina geht nach Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Jordyn und Tania (2) >>>
>>> Jarred geht nach Brindleton Bay (5) >>>
>>> Horst und José gehen nach Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg >>>


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26.05.2025 21:05
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<<< Julius kommt von Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) <<<

Charakter: Julius
Geschichtsstrang: Ein Zimmer voll Erinnerungen

Julius wurde vor ein paar Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Er ist vorerst krankgeschrieben. Der Arzt sprach von mehreren Wochen, bis er sich körperlich und seelisch wieder in der Lage fühlen könne, zur Arbeit zurückzukehren. Doch daran denkt Julius im Moment überhaupt nicht.

Seit Tagen schläft er nicht in seinem eigenen Zimmer, sondern im Schlafzimmer seines Vaters. Auch heute sitzt er wieder dort auf dem Bett.



Neben ihm liegen verstreut alte Fotos. Seine Eltern bei ihrer Hochzeit, gemeinsame Urlaube, Schnappschüsse aus der Kindheit, als seine Mutter noch lebte. Den Tod seiner Mutter hatte er irgendwann akzeptiert. Damals war er noch ein Kind. Damals war sein Vater da. Und jetzt? Jetzt ist niemand mehr da, der ihn auffängt.





Julius starrt ins Leere. Wie soll es weitergehen? Er weiß es nicht. Immer wenn er versucht sich seine Zukunft vorzustellen, sieht er nur Dunkelheit. Alles fühlt sich leer an. Haltlos. Hoffnungslos. Und trotzdem weiß er, dass aufgeben keine Option ist. Sein Vater hätte das nie gewollt.

Er ist dankbar, dass er den Unfall überlebt hat. Die Gehirnerschütterung ist abgeklungen, der gebrochene Arm verursacht kaum noch Schmerzen, jedoch ist er auch noch ruhiggestellt. Er kann wieder allein aufstehen, sich bewegen. Sogar mit den Hunden geht er wieder spazieren, meist zweimal täglich. Marina übernimmt einen Teil der Gänge, doch Julius geht trotzdem viel. Die Bewegung tut gut und gibt ihm Halt. Die Hunde spüren, dass etwas anders ist. Sogar Nero, der sonst gerne seinen eigenen Kopf hat, bleibt eng an seiner Seite, aufmerksam und fast immer gehorsam.

Wenn Julius mit ihnen unterwegs ist, hat er manchmal das Gefühl, sein Vater wäre noch da. Als würden sie die Runde gemeinsam gehen wie früher. In Gedanken redet Julius mit ihm, auch wenn er weiß, dass niemand antworten wird.

Seit seiner Rückkehr kümmert sich Marina um die alltäglichen Dinge. Sie bringt ihm regelmäßig warme Mahlzeiten, auch wenn Julius sagt, er habe keinen Hunger. Sie kocht trotzdem. Opa Horst kommt oft vorbei und sitzt einfach bei ihm. Manchmal schweigen sie nur gemeinsam. Und wenn José ihn besucht, erzählt er von Geschichten aus der Bibel und betet. Julius war nie besonders gläubig, doch er hört inzwischen gerne und interessiert zu. Zum ersten Mal beginnt er zu begreifen, wie viel Kraft darin liegen kann. Nicht in der Religion selbst vielleicht, aber in der Hoffnung, die die Bibel und Gott vermitteln.

Alma war auch schon bei ihm. Sie saßen zusammen, hielten sich fest und weinten. Julius weiß, wie viel sein Vater ihr bedeutet hat. Theo war für sie wie ein zweiter Vater. Verständnisvoll, ruhig, vermittelnd, wenn es schwierig wurde. Auch sie spürt diese Lücke.

Von Nael hat Julius seit dem Unfall kaum etwas gehört. Ein einziger kurzer Besuch auf der Intensivstation war bisher möglich. Nael spricht kaum noch ... mit niemandem. Julius weiß, dass sein Cousin nun weiß, was passiert ist. Weiß, was ihm fehlt. Doch Worte hat er bisher keine gefunden. Julius versteht das. Wie soll man auch begreifen, dass man seine Unterschenkel verloren hat? Dass man mit einem Schlag nicht mehr derselbe ist wie vorher? Niemand weiß, ob Nael jemals wieder laufen wird, ob Prothesen eine Option sind oder ob er für immer im Rollstuhl sitzen muss.

Die Gedanken kreisen. Julius kann sie kaum noch ordnen. Alles ist zu viel. Es wird zu laut in seinem Kopf. Er greift nach den Fotos und schaut sie ein letztes Mal an, bevor er sie zur Seite legt. Dann legt er sich hin. Seine Augen schließen sich langsam. Die Müdigkeit gewinnt ... wenigstens für einen Moment.


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29.05.2025 21:50 (zuletzt bearbeitet: 11.10.2025 10:15)
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<<< Jake und Nicole kommen von Henford-on-Bagley Nr. 10 - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk (2) <<<
<<< Hannah kommt von Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) <<<

Charaktere: Jake, Nicole, Hannah, Alma, Julius
Geschichtsstrang: Ein gemeinsamer Verlust

Jake und Nicole haben sich heute auf den Weg gemacht, um Alma und Julius zu besuchen. An der Haustür werden sie herzlich von Hannah empfangen. Nicole kennt sie bereits vom Shady Pines und Hannah freut sich ehrlich über die Anteilnahme, die ihre Familie in diesen schweren Tagen erfährt. Doch Alma ist zunächst sichtlich irritiert, als sie Jake sieht.

Während Alma und Jake sich im Wintergarten niedergelassen haben, begleitet Hannah Nicole leise durch den Garten bis zur Wohnung von Julius. Dieser liegt noch immer im Bett seines Vaters. Inzwischen hat er seinen Laptop mitgebracht und eine Serie läuft nebenbei. Folge um Folge, Stunde um Stunde. Ablenkung ist im Moment alles, was ihm hilft, nicht an die Geschehnisse zu denken.

Plötzlich klopft es an der Tür. Ohne hinzusehen sagt er leise "Herein", da er mit Marina oder Hannah rechnet. Doch dann tritt Nicole ein. Überrascht pausiert er die Serie und setzt sich hastig auf. Fragend und zeitgleich verwirrt blickt er sie an. Was macht sie hier?

"Hallo, Julius", sagt Nicole leise. "Ich wollte dich besuchen … Ich habe gehört, was passiert ist und ... ich wollte einfach wissen, wie es dir geht. Darf ich mich zu dir setzen?" Er nickt stumm. Noch immer kann er kaum glauben, dass ausgerechnet Nicole vor ihm steht.
"Weißt du", beginnt sie vorsichtig, während sie sich setzt. "Ich hab das auch erlebt. Mein Vater … ist auch bei einem Autounfall ums Leben gekommen." Er schaut sie an mit geweiteten Augen. "Dein Vater … ?", flüstert er heiser. "Wie alt warst du?"



Nicole blickt auf ihre Hände und spricht ruhig. "Ich war noch klein. Mein Bruder war ein bisschen älter. Ich erinnere mich vor allem daran, wie viel meine Mutter geweint hat. Meine Oma war auch da für lange Zeit … Und meine Mutter … sie wurde danach ganz anders." Ihre Stimme zittert leicht. Erinnerungen steigen auf. "Mein Vater war ein sehr liebevoller Sim. Aber meine Mutter konnte das nicht mehr zeigen. Erst wollte sie, dass alles bleibt, wie es war, als wäre er nur kurz weg. Und dann hat sie plötzlich alles verändert. Seine Sachen, seine Fotos, alles weg. Als hätte es ihn nie gegeben." Julius hört zu. Er sagt nichts, aber seine Augen sprechen Bände.

"Hannah hat mir erzählt, dass du jetzt hier schläfst, im Zimmer deines Vaters", sagt Nicole sanft. "Ich versteh das. Ich habe es anders erlebt ... aber ich verstehe es." Einen Moment lang ist es still. Dann fährt sie fort. "Mir hat Reden geholfen. Und je älter ich wurde, desto mehr hab ich auch verstanden. Diese Lücke … sie bleibt. Aber ich habe mir kleine Erinnerungen bewahrt. Sätze, die er mal gesagt hat. Gesten. Daran halte ich mich fest, besonders an seinem Todestag." Sie legt ihm vorsichtig die Hand auf die Schulter. "Ich will dir einfach sagen: Wenn du jemanden brauchst zum Reden … Ich bin da. Wirklich." Julius sieht sie an und sieht ihr tief in die Augen. In diesem Moment spürt er zum ersten Mal seit Tagen etwas wie Trost und Geborgenheit. "Danke", flüstert er.

Sie sehen sich einen Moment an. Dann zieht Nicole ihre Hand zurück und erhebt sich langsam. "Ich will dich auch gar nicht länger stören", sagt sie sanft. "Ich wollte es dir nur sagen. Und … wenn du möchtest, komm ich dich bald wieder besuchen." Julius nickt und ein schwaches Lächeln huscht über sein Gesicht. "Bis bald", sagt sie noch und verlässt das Zimmer.


>>> Julius geht nach Brindleton Bay (5) >>>
>>> Alma geht nach Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg >>>
>>> Nicole und Jake gehen nach Henford-on-Bagley Nr. 10 - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk (2) >>>


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01.06.2025 14:46 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2025 15:50)
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#326
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<<< Marina kommt von Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Jordyn und Tania (2) <<<

Charaktere: Hannah, Marina
Geschichtsstrang: Schwesterngespräche

Es ist später Nachmittag, als sich Marina mit Hannah im Wintergarten zu einer Tasse Kaffee niederlässt. "Morgen ist die Wohnungsübergabe", beginnt Marina und rührt gedankenverloren in ihrer Tasse. "Ich kann es noch immer kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Erst der Auszug aus unserem großen Haus, dann ist Tania aus der Wohnung ausgezogen … und jetzt wird das Reihenhaus frei und ich ziehe wirklich dort ein." Verständnisvoll nickt Hannah. "Wirst du direkt mit den Renovierungen anfangen?" Seufzend atmet Marina tief durch. "Ja, ziemlich zügig sogar. Ich werde in den nächsten Tagen kaum hier sein. Nach der Übergabe fahre ich direkt rüber, verschaffe mir einen Überblick und mache mir eine Liste mit allem, was ansteht. Ich hoffe, es bleibt bei ein paar Streicharbeiten und nichts Größeres kommt dazwischen. Ich möchte nicht zu viel Zeit verlieren. Besonders wenn nächste Woche schon die Handwerker bei euch oben loslegen. Ich kann ja nicht ewig auf eurer Couch schlafen."

Die Augenbrauen hebend sieht Hannah ihre Schwester skeptisch an. "Aber alleine schaffst du das doch kaum." - "Ich bin nicht allein", erwidert Marina und lächelt. "Mein Chef hat mir die kommende Woche freigegeben. Ich kann in Ruhe alles planen und Lasse wird mir helfen. Einen Teil der Möbel, die ich eingelagert habe, holen wir bald schon rein. Joachim hat übrigens auch angeboten mit anzupacken."

Daraufhin schüttelt Hannah nur den Kopf und nimmt einen Schluck aus ihrer Tasse. "Jetzt auf einmal bringt sich Joachim ein. Erst drängt er auf eine schnelle Trennung, klare Verhältnisse und einvernehmliche Lösungen und jetzt tut er so, als wäre ihm die Familie doch wieder wichtig. Ich weiß ja nicht …" In ihrer Stimme schwingt deutliches Misstrauen mit. Hannah traut ihrem Noch-Schwager längst nicht mehr über den Weg.

"Ich war auch baff", sagt Marina leise. "Beim Umzug von Tania war er wie ausgewechselt. Hat mit angepackt, war durchweg freundlich, sogar zu Tanias Mitbewohner. Und vorher? Da hat er den Jungen wie Dreck behandelt." Sie schüttelt ungläubig den Kopf. "Ich versteh nicht, warum er plötzlich so einen Kurswechsel gemacht hat." Eine Weile sagen beide nichts. Dann übernimmt Hannah wieder das Wort. "Vielleicht merkt er jetzt, was er verloren hat. Aber pass auf, Marina. Lass ihn dir nicht wieder zu nahe kommen. Du bist in einer neuen Beziehung. Das muss er akzeptieren."

Nickend nimmt Marina die Worte ihrer Schwester an. "Ja, das hat er ja auch. Zumindest hat er nichts Negatives gesagt, als er von meiner neuen Beziehung erfahren hat. Vanice war natürlich alles andere als begeistert, aber Joachim … er hat tatsächlich Partei für mich ergriffen." Hannah schüttelt nur den Kopf. "Ich trau dem Braten nicht. Wart mal ab, das gibt noch ein Nachspiel."

Normalerweise verlässt sich Marina auf das Bauchgefühl ihrer Schwester. Doch diesmal kann sie sich nicht vorstellen, dass Hannah recht behalten wird. Also lässt sie das Thema fallen und nimmt einen Schluck von ihrem Kaffee.

>>> Marina geht nach Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg >>>


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06.06.2025 10:03 (zuletzt bearbeitet: 01.10.2025 19:30)
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<<< Tabea kommt von Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (8) <<<

Charaktere: Hannah, Tabea
Geschichtsstrang: Geplant mit 'Herz und Hand'

Trotz des Nieselregens ist Tabea zu Fuß, mit Regenschirm, in Brindleton Bay unterwegs. Das Haus der Familie Garcia liegt nicht weit vom Shady Pines entfernt und es tut gut durchzuatmen nach dem Dienst. Die feuchte Luft ist getränkt mit einem schweren, süsslichen Duft. Irgendein Frühsommerlicher Strauch hat wohl Blütezeit. Sommerflieder vielleicht. Sie betritt den Park und bemerkt zu ihrem Erstaunen Ambrosius Fassbinder, der auf dem Weg zum Getränkestand ist, vermutlich um einen Kaffee zu trinken. Angesichts seines wackeligen Gangbildes springt sofort der Pflegeprofi in ihr an. Er trägt nicht die in der Pflegeplanung festgelegten Schuhe. Wer war heute bei ihm im Dienst? Stirnrunzelnd verfolgt sie seine unsicheren Bewegungen. Dirk war bei ihm eingeteilt..natürlich. Lieber schnell in die ausgeleierten Treter schieben, als sich bei den Knöchelhohen Arbeit mit dem Verschluss zu machen und deshalb noch mit dem Senior zu diskutieren, der die Gewohnten Schuhe ohnehin favorisiert. Im inneren Notizbuch vermerkt unter: ernstes Gespräch mit Dirk führen. Als sich ihre Wege kreuzen, begrüßt sie den alten Herrn lächelnd und weist auf sein Schuhwerk. "Bitte seien Sie achtsam beim Gehen, das Pflaster ist teilweise glatt vom Regen." Nach seiner glaubhaften Versicherung, dem Rat Folge zu leisten, wendet sie sich innerlich seufzend wieder ihrer ursprünglichen Route zu.

Durch Horst Kleins Aufenthalte im Shady Pines, hatte sie schon öfter Kontakt mit der Familie Garcia. Herzliche Leute mit Temperament. Wenn sie sich richtig erinnert, spanische Wurzeln. Ihr heutiger Besuch gilt nicht 'Opa Horst#, wie ihn die Bewohner liebevoll betiteln, sondern dem Sohn der Familie. Nael Garcia-Klein. 30 Jahre alt und nach einem Autounfall schwer pflegebedürftig. Mehr weiß sie noch nicht. So ein Erstgespräch ist immer eine spannende Herausforderung. Die Ängste und Sorgen der Angehörigen wollen genauso aufgefangen werden, wie die des Kunden. das betrifft Finanzielles, aber auch Fragen zur Genesung, dem Leistungsangebot, den zu erwartenden Pflegekräften und, und, und :..
Sollte sich die Familie zum Vertragsabschluss entscheiden, wäre Nael ihr jüngster Kunde. Das erfordert Flexibilität. Der Umgang mit einem Sim in diesem Alter unterscheidet sich deutlich von der Pflege im Seniorenheim. Nicht jede Pflegekraft ist dafür geeignet, aber den Luxus sich ausssuchen zu können, wen man einsetzt, gibt es schon lange nicht mehr. Gut, dass sich ein Neuer beworben hat, der gerne ambulant arbeiten möchte und einen Führerschein besitzt. Yitzhak Hanan. Er stammt aus Israel und seine umfangreichen Qualifikationen, die er in verschiedenen Ländern erworben hat, lassen ihn als Glücksgriff erscheinen. Serena konnte es kaum fassen, dass ihr beim vorherrschenden Pflegekräftemangel, eine solche Bewerbung ins Haus flattert. Was die Bewohner allerdings aus seinem Namen machen werden, wird spannend. Serena und sie selbst haben gesoogelt wie das ausgesprochen wird. Sicher bekommt er bald einen seniorentauglichen Spitznamen, schmunzelt sie in sich hinein.

Ihr Ziel rückt in Sichtweite und der Regen hat sich in die tief hängenden Wolken zurückgezogen, um Anlauf für den nächsten Guss zu nehmen. Tabea schließt den Schirm, holt Kamm und Lippenstift aus ihrer Tasche und frischt ihr Äußeres auf. Nach einem prüfenden Blick in den Taschenspiegel, klappt sie durchatmend das Utensil zu, stellt ihr Handy auf 'stumm', streckt ihren Rücken und drückt den Klingelknopf.

Am großen Tisch im Wintergarten hat Hannah alles für das Erstgespräch mit dem Pflegedienst vorbereitet. Zwei Gläser und zwei Tassen stehen bereit, daneben der Wasserkocher mit heißem Wasser, eine Kaffeekanne, eine Flasche mit Sprudelwasser und eine mit stillem Wasser. Zusätzlich hat sie Kaffeemilch, Hafermilch, weißen und braunen Zucker, Kandiszucker sowie Süßstoff hingestellt. Die Beraterin soll sich während des Gesprächs gut versorgt fühlen. Auch eine Auswahl an Keksen in verschiedenen Geschmacksrichtungen liegt bereit.

Hannah ist nervös. Immer wieder streicht sie sich durchs Haar oder richtet unbewusst die Stühle zurecht. Wahrscheinlich hat sie sich zu viel Mühe gegeben für ein einfaches Erstgespräch, aber die Situation, die auf sie zukommt, verunsichert sie zutiefst und sie ist dankbar, dass der pflegedienst ihr so schnell einen Termin angeboten hat. Ihr Sohn hat die Not-OP zwar überstanden und ist mittlerweile auch aus dem Künstlichen Koma erwacht, doch der Schock sitzt tief – bei ihm und bei der ganzen Familie. Beim Unfall hat er beide Unterschenkel verloren. Dass er nie wieder aus eigener Kraft richtig laufen kann, ist inzwischen klar. Ob Prothesen ihm irgendwann helfen können, wissen die Ärzte im Moment noch nicht. Fest steht nur: Er wird Hilfe brauchen – beim Waschen, beim Anziehen, beim Fortbewegen. Daher haben die Ärzte dringend geraten, einen Pflegedienst mit ins Boot zu holen. Die Mutter plagt jedoch ein schlechtes Gewissen. Nicht, weil sie sich nicht kümmern will – sie kann es einfach nicht allein schaffen. Sie pflegt zusätzlich ihren Vater. Und dann sind da noch die ganzen Kosten für das Haus, die gedeckt werden müssen. Ihren Beruf kann sie also auch nicht aufgeben. Wie soll das alles nur weitergehen?

Sie presst die Lippen aufeinander und reibt sich kurz über die Stirn. Ihre Gedanken kreisen unaufhörlich, ihre Finger trommeln nervös auf die Tischkante. Hätte sie vorher gewusst, wie überfordernd das alles wird, hätte sie sich die ganzen Umbauarbeiten am Haus gespart. Aber immerhin: Nächste Woche beginnt der Umbau der oberen Etage. Nachdem Alma sich bereit erklärt hat, ihre Wohnung aufzugeben, kann die Etage großzügig und barrierearm umgebaut werden, damit Nael dort mit dem Rollstuhl selbstbestimmt leben kann.

Plötzlich klingelt es. Hannah schreckt leicht zusammen. Sie wird aus ihren Gedanken gerissen, atmet tief durch und richtet sich auf. Schnell legt sie noch sorgfältig die Arztberichte zurecht, die ihr für das Gespräch übergeben worden sind – vorläufige Diagnosen und Behandlungsverläufe. Dann fährt sie sich ein letztes Mal durchs Haar, zieht sich das Oberteil zurecht und läuft zur Haustür. Sie öffnet und zwingt sich zu einem höflichen Lächeln. "Guten Tag. Sie kommen zum Erstgespräch vom mobilen Pflegedienst, richtig?", fragt sie, obwohl sie die Antwort längst kennt. Zudem kommt ihr die Dame bekannt vor, doch durch den ganzen Stress, kann sie sich nicht mehr an ihren Namen erinnern.



Das erste, was Tabea auffällt, sind die dunklen Ränder unter den Augen von Fr. Garcia-Klein. Das zweite ist mehr ein Gefühl. Eine Aura tiefer, emotionaler Erschöpfung, die sich äußerlich zeigt, indem das Lächeln auf ihren Lippen, die Augen nicht erreicht. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, erwidert sie das Lächeln freundlich und reicht ihr mit leichtem Druck die Hand. "Ja, ich bin Tabea Eichhorn, die Pflegedienstleitung im Shady Pines und seit ein paar Wochen auch des ambulanten Dienstes 'Mit Herz und Hand." Pflege, die ankommt.', ergänzt sie im Stillen. Während Tabea spricht, folgt sie der Hausherrin und nimmt die Eindrücke, die das Hausinnere vermittelt, in sich auf. Geräumig, hell, ordentlich, kein unnötiger Schnickschnack. Sehr angenehm. Leben und wohnen mit Struktur. Bilder der Familie schmücken in großer Zahl die Wände, was den etwas nüchternen Eindruck auflockert und spiegelt, welchen Stellenwert das Familienleben hier hat. Unschwer sich vorzustellen, wie der Unfall ihres Sohnes in diese Ordnung eingeschlagen und das Gefüge erschüttert haben muss.

"Wir haben uns schon ein paar Mal kurz gesehen, als Opa Horst bei uns in Kurzzeitpflege war." Als würde ihr erst jetzt bewusst, was sie gesagt hat, berührt Tabea Fr. Garcia leicht am Unterarm. "Entschuldigen sie bitte, diesen liebevollen Spitznamen hat er von unseren Bewohnern verliehen bekommen und ehrlich gesagt, mag ich ihn.", sagt sie mit einem offenen Lächeln und der Hoffnung, Fr. Garcia - Klein ein bisschen von ihrer spürbaren Nervosität zu nehmen.

Hannah bittet Tabea, Platz zu nehmen. Dass ihr Vater im Shady Pines inzwischen liebevoll 'Opa' genannt wird, ist ihr nicht neu. Er selbst erzählt oft und mit leuchtenden Augen davon. Es freut sie ehrlich, dass er dort Anschluss gefunden hat und nicht den ganzen Tag alleine vor dem Fernseher verbringt. "Das geht schon in Ordnung", sagt Hannah mit einem kurzen und dankbaren Lächeln auf Tabeas Bemerkung hin. Dann deutet sie auf die Getränke. "Möchten Sie lieber Kaffee, Wasser – mit oder ohne Sprudel – oder vielleicht einen Tee? Ich habe auch Milch, Kaffeemilch, braunen und weißen Zucker, Kandis, Süßstoff …" Während sie spricht, merkt sie, wie sehr sie sich an den Details festhält, fast schon klammert, um die Kontrolle über die Situation zu behalten. Doch noch bevor Tabea antworten kann, erstarrt Hannah plötzlich. Ihr Blick fällt auf den Wasserkocher und dann auf den leeren Bereich daneben. "Oh nein", sagt sie leise und bringt eine Hand an den Mund. "Es tut mir leid. Ich habe die Teebeutel ganz vergessen." Sie steht hastig auf und fährt sich fahrig mit den Händen über ihr Oberteil, als müsse sie sich erst sortieren.

"Fr. Garcia.", sagt Tabea ruhig. "Wie wäre es, wenn Sie sich setzen, ich mache uns Tee und Sie erzählen mir inzwischen etwas Genaueres über die derzeitige Situation und was Ihnen im Moment am meisten Sorge bereitet." Sie lotst Hannah sanft zum Tisch und wartet bis sie Platz genommen hat. "Leider kann ihr Sohn heute nicht am Gespräch teil nehmen, das ist nicht ideal, aber wir bekommen das schon hin."
Inneres Notizbuch Tabea: Baldmöglichst Nael im Krankenhaus besuchen. Nachdem geklärt ist, wo sich die Teebeutel befinden, macht sich Tabea an die Zubereitung und wartet, was Fr. Garcia ihr berichten wird.

Verzweifelt versucht Hannah, sich etwas zu beruhigen. Es ist ihr unangenehm, dass Frau Eichhorn nun den Tee zubereitet. Eigentlich wollte sie diejenige sein, die sich kümmert. Sie fühlt sich überrumpelt, sogar fast ertappt. So hatte sie das Gespräch nicht geplant. Aber Planbarkeit ist momentan ohnehin ein Fremdwort. Niemand hatte damit gerechnet, dass Nael bei dem Unfall so schwer verletzt wird. Hannah weiß, dass sie sich von dem Gedanken verabschieden muss, alles kontrollieren zu können. Sie muss die Realität annehmen. So schwer das auch ist.

Einige Minuten vergehen, während der Tee zieht. Dann beginnt Hannah zu sprechen. Ihre Stimme ist zunächst leise und etwas zögerlich, doch schon nach den ersten Sätzen überschlagen sich ihre Worte, als hätten sie sich über einen längeren Zeitraum aufgestaut. "Es ist sehr schwer für mich, meinen Sohn so zu sehen. Er wird nicht mehr laufen können ... vielleicht nie mehr. Er war so ein vitaler junger Mann! Das Leben noch vor sich. Er sollte nach den Sommerferien seine erste eigene Schulklasse übernehmen. Er hat sich so darauf gefreut … und jetzt?" Sie greift fahrig nach der Teetasse, hält sie fest, aber trinkt nicht, als ginge es ihr nur darum, etwas in den Händen zu haben. "Alles ist anders. Wir müssen hier zuhause so viel verändern. Alles muss barrierefrei werden, behindertengerecht! Und wir müssen rund um die Uhr für ihn da sein. Ich weiß nicht, wie das gehen soll." Sie spricht schnell und atemlos. Ihre Augen brennen vor Erschöpfung und zugleich vor Anspannung.



Schweigend nimmt Tabea die Informationen und Emotionen in sich auf. Das Gefühlschaos ist nachvollziehbar, ebenso die Überforderung. Als Fr. Garcia still ein paar Schlucke Tee nimmt, holt sie ihre Mappe mit allen Unterlagen heraus und legt sie auf den Tisch. "Ich verstehe gut, dass die Ereignisse Sie und die ganze Familie überwältigt haben und es den Anschein hat, als könne niemals wieder so etwas wie Normalität einkehren. Es ist eine sehr schwere Zeit und wird es auch erstmal bleiben." Sie sucht den Blick der verzweifelten Frau und lächelt warm. "Wichtig ist, Sie sind nicht allein. Sie müssen das nicht allein auf ihren Schultern tragen, es gibt uns den Pflegedienst und andere Institutionen, die Sie als Familie und auch Ihren Sohn psychisch, wie physisch unterstützen. Das werden Sie alles heute von mir erfahren, dafür bin ich da." Sie zieht die Unterlagen des Krankenhauses zu sich und liest die relevanten Textabschnitte durch. "Sehen sie, um den ganzen Umfang der benötigten Pflege erfassen zu können, werde ich ihren Sohn im Krankenhaus besuchen und alles mit ihm besprechen, kurz bevor er entlassen wird. Es betrifft ihn persönlich und seine Wünsche, Bedürfnisse und Ressourcen stehen im Mittelpunkt der Pflege, die kann er mir selbst am besten mitteilen. Wie ist denn seine aktuelle psychische Verfassung?"

Bedrückt seufzt Hannah. Wenn sie diese Frage nur beantworten könnte. "Die Ärzte sagen, er ist traumatisiert. Er spricht nicht mit uns." Ihre Stimme zittert leicht. "Das Einzige, was er wohl macht, ist auf die Fragen der Ärzte und Pfleger zu antworten. Aber wenn ich mit meinem Sohn sprechen will … ich bekomme nichts von ihm zu hören. Kein Wort. Ich weiß nicht, was los ist." Sie stockt und legt verzweifelt die Hand an die Stirn, bis sie nach einem Taschentuch aus der Box vor ihr greift. "Entschuldigung", murmelt sie, während sie sich ein paar Tränen von den Augen wischt. "Wissen Sie, es ist so schlimm ihn so zu sehen. Mein Sohn … ich liebe ihn wirklich. Und ich würde am liebsten jede Minute bei ihm sein. Aber ich fürchte mich jeden Tag davor ihn im Krankenhaus zu besuchen, weil ich es kaum ertragen kann, ihn so zu sehen." Sie schnäuzt leise und presst das Taschentuch zwischen ihre Hände, ehe sie wieder zu Tabea blickt.

Ohne sich ihre Betroffenheit anmerken zu lassen, nickt Tabea verständnisvoll. "Ja, das ist sehr hart ihn so zu erleben." Sie räuspert sich und nimmt einen Schluck Tee. "Ihr Sohn hat durch den Unfall und die körperlichen Folgen einen tiefgreifenden, emotionalen Schock erlitten. Er muss erst einmal für sich selbst verarbeiten, was passiert ist und das kann sämtliche noch verfügbaren Ressourcen kosten, was zur Folge hat, dass er sich abkapselt und erst einmal nicht erreichbar ist für andere." Sie legt behutsam eine Hand auf Hannahs, spürt das leichte Zittern. "Er spricht mit den Ärzten, das ist gut. Es bedeutet, er agiert in einem kleinen Rahmen, der für ihn möglich ist und tastet sich an die neue Realität heran. Alles andere wäre jetzt emotional viel zu herausfordernd." Aufmerksam mustert sie ihr Gegenüber. "Das ändert sich wieder. Irgendwann kann er sich Ihnen gegenüber öffnen und sie werden das gemeinsam verarbeiten. Bis dahin braucht es viel Geduld von Ihrer Seite, was nicht einfach ist." Tabea lässt Hannah los und nimmt ein Kärtchen aus ihrer Mappe und schiebt es Fr. Garcia zu. "Hier. Das sind die Kontaktdaten einer Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige. Es kann helfen, sich mit anderen Sims, die ähnliches erlebt haben auszutauschen. Sich den Kummer in einem neutralen Umfeld von der Seele zu reden und zu hören, was andere für Wege gegangen sind." Sie lächelt aufmunternd und bekräftigt. "Das Verhalten ihres Sohnes ist nichts persönliches, aber es fühlt sich so an. Gespräche helfen und vielleicht möchte Ihr Mann Sie ja begleiten."

Zustimmend nickt Hannah auf Tabeas Worte hin. Sie hat ja recht. Natürlich hat sie recht. Doch es fällt ihr schwer, das Verhalten von Nael nicht persönlich zu nehmen. Ihr Sohn war immer so offen und zugewandt zu ihr. Und jetzt ist er genau das Gegenteil. "Eine Selbsthilfegruppe?", wiederholt sie leise, nimmt das kleine Kärtchen in die Hand und betrachtet es nachdenklich. "Das könnte wirklich etwas für mich sein. Und auch für meinen Mann ... Ja, da haben Sie recht." Einen Moment lang denkt sie darüber nach, dann richtet sie sich ein wenig auf. Ihr Blick wandert zu den Unterlagen, die bereits vor Tabea auf dem Tisch liegen. "Das Krankenhaus hat mir die Dokumente zur Verfügung gestellt. Da ist auch noch das Schreiben vom sozialen Dienst dabei, das, mit dem der Pflegegrad für meinen Sohn beantragt wurde. Hilft Ihnen das schon ein wenig, um die Situation einzuschätzen? Können Sie damit etwas anfangen?"



Aufmerksam liest Tabea die Berichte, macht sich ein paar Notizen und sieht dann wieder zu Fr. Garcia. "Ja, vielen Dank. Aus dem Antrag ist ersichtlich, dass ihr Sohn, rund um die Uhr umfangreiche Hilfe und Unterstützung in allen Lebensbereichen benötigt. Normalerweise erfolgt der Besuch des SIMDK zur Einstufung wenige Tage nach Eingang des Antrags. Ihr Sohn ist noch länger im Krankenhaus, daher wird dort über den Pflegegrad entschieden werden. Sie dürfen derzeit mit Grad 4 oder 5 rechnen, allerdings kann es sein, dass nach einiger Zeit zuhause ein
erneuter Besuch des SIMDK erfolgt, um fest zu stellen, ob sich der Pflegebedarf verändert hat."
Sie ordnet die Papiere wieder sorgfältig und schiebt den Stapel zur Seite. "Üblicherweise werden auch vom Krankenhaus die benötigten Hilfsmittel für zuhause beantragt, daher brauchen wir uns damit heute nicht zu beschäftigen. Das wird der Sozialdienst dann mit Ihnen besprechen." Aus ihrer Mappe entnimmt Tabea weitere Formulare. "Da ihr Sohn im Moment nicht in der Lage ist, uns wichtige Auskünfte zu seiner Person, seinen Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Interessen und so weiter zu geben, möchte ich Sie bitten, dass Sie das für ihn übernehmen." Sie schiebt Hannah einen Biografiebogen, ein Stammblatt für alle wichtigen Daten und ein Anamneseblatt zu. "Diese Angaben sind für uns sehr wichtig, um die Pflege ganzheitlich und individuell auf ihn abgestimmt planen zu können. Machen Sie das ganz in Ruhe und werfen Sie die Papiere dann einfach in den Briefkasten des Shady Pine."



Nickend nimmt Hannah die Unterlagen entgegen und streicht sie vorsichtig glatt. "Ich fülle das alles aus, sobald ich einen klaren Kopf habe", sagt sie, jedoch mehr zu sich selbst. Für einen Moment verharrt sie und hebt dann ihren Blick zu Tabea. "Darf ich Sie noch etwas fragen?" Zögerlich fährt sie fort. "Wissen Sie, wie es nach dem Krankenhaus weitergeht? Also … ob mein Sohn in eine Reha kommt und wie lange so etwas dauert? Die Ärzte hatten das angedeutet , aber sie konnten noch nichts genaues sagen. Vielleicht wissen Sie da mehr ... aus Erfahrung? Ich hab da einfach gar keine Vorstellung von. Und vor allem was bedeutet das für uns zuhause?"

"Ja, ich denke schon, dass Nael eine Reha Maßnahme genehmigt bekommen wird. Die Dauer erstreckt sich üblicherweise auf drei bis vier Wochen, kann aber auch verlängert werden. Das hängt vom individuellen Verlauf der Genesung ab", erklärt Tabea und geht zum persönlicheren Vornamen über. 'Ihr Sohn' fühlt sich auf Dauer zu steril an. "In dieser Zeit wird intensiv darauf hin gearbeitet, dass er so selbstständig wie möglich und auch psychisch stabilisiert, nach Hause entlassen werden kann." Tabea trinkt ihre Tasse aus und überlegt kurz. "Während dieser Zeit kann der Umbau hier im Haus weiter gehen. Sollten die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sein, wenn Nael entlassen wird, bestünde die Möglichkeit ihn im Shady Pines in Kurzzeitpflege aufzunehmen für ein paar Wochen." Sie lächelt Hannah aufmunternd zu. "Das würden wir aber besprechen, falls es tatsächlich dazu kommt."



Hannah atmet tief durch und lässt die Worte von Tabea auf sich wirken, ehe sie weiter spricht. "Der Umbau hier oben beginnt nächste Woche. Die Wände kommen raus, ein barrierefreies Bad wird eingebaut … Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob wir damit wirklich alles abdecken, was er später braucht. Gibt es da irgendwie eine Stelle, die sich das vor Ort anschaut? Ich möchte nichts vergessen und bloß nichts falsch machen." Unbewusst verschränkt Hannah ihre Hände ineinander.

Nachdenklich hört Tabea zu und geht in Gedanken verschiedene Optionen durch. "Wie sind Sie denn bisher vorgegangen? Haben Sie Födergelder beantragt und dann eine Spezialfirma beauftragt?"

Daraufhin schüttelt Hannah den Kopf. "Bisher haben wir die Handwerksarbeiten einfach selbst in Auftrag gegeben … und auch selbst bezahlt." Sie senkt den Blick. "Unsere finanzielle Situation ist dadurch im Moment … ziemlich angespannt. Wir bekommen zwar Geld geliehen, aber das muss ja auch irgendwann zurückgezahlt werden." Sie stockt kurz und runzelt die Stirn, als ihr etwas einfällt. "Warten Sie einen Moment." Ohne eine Antwort abzuwarten, steht sie auf, geht zum Wohnzimmertisch und kehrt wenig später mit einem dünnen Stapel Unterlagen zurück. "Hier … das ist der Plan, den wir mit dem Architekten ausgearbeitet haben." Sie legt die Papiere auf den Tisch, streicht über die oberste Seite und beginnt zu erklären. "Oben waren ursprünglich zwei Wohnungen … die werden jetzt zusammengelegt, damit mein Sohn dort wohnen kann. Es ist ein großes, barrierefreies Badezimmer geplant mit Dusche und Wanne … und eine Küche, die er im Rollstuhl bedienen kann." Sie wirft einen kurzen Blick zu Tabea und zögert, bevor sie weiterspricht. "Die Türrahmen werden verbreitert … und auch der Kleiderschrank soll so gebaut werden, dass er alles gut erreichen kann." Einen leisen Seufzer gibt sie von sich. "Das alles kostet natürlich eine Menge."



Hannah sieht Tabea nun direkt an. "Meinen Sie, ich könnte da vielleicht noch Fördergelder beantragen?" Nach einem Moment fügt sie etwas vorsichtiger hinzu. "Wenn Sie möchten … ich kann Ihnen die obere Etage auch zeigen. Die Möbel sind schon raus, meine Tochter und ihr Freund haben in den letzten Tagen wirklich mit angepackt. Ich könnte Ihnen zeigen, welche Wände rauskommen sollen … und wo der Aufzug geplant ist." - "Sehr gerne. So kann ich mir am besten ein Bild machen." Tabea steht auf und folgt Fr. Garcia. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Fördermittel. Teils von staatlicher Seite, teilweise von der Pflegekasse, sobald Nael den Pflegegrad erhalten hat.", erklärt sie. "Wir können das im Anschluss an die Besichtigung detailliert besprechen. Ich gebe Ihnen die entsprechenden Kontaktdaten und teilweise könne wir auch schon Papiere dazu ausfüllen." Hannah nickt zustimmend. "Ja, das machen wir." Gemeinsam mit Tabea geht sie die Treppe zur oberen Etage hinauf.

Oben angekommen zeigt sie ihr die leergeräumten Räume, deutet auf die Wand, die entfernt werden soll und erklärt, wo bisher Naels Wohnung war und was sich seit der letzten Renovierung bereits verändert hat. Der frühere Balkon ist bereits geschlossen worden, hier soll der Aufzug hinkommen und der Flur vergrößert werden.

Während sie spricht, nimmt sie Tabeas praktische Hinweise zur Kenntnis und notiert sie sich, um mit dem Architekten Rücksprache zu halten. Als sie die Besichtigung abschließen, bleibt Hannah noch einmal in der Tür stehen. "Danke", sagt sie leise. "Ich bin wirklich froh, dass ich das nicht alles alleine machen muss."

Der Raum füllt sich spürbar mit unausgesprochenen Emotionen und Trauer. Einer spontanen Regung folgend, umarmt Tabea die besorgte Mutter, hält sie für einen Moment und löst sich dann wieder. "Wir schaffen das gemeinsam. Wann immer Ihnen etwas über den Kopf wächst oder Sie sich ratlos fühlen, rufen Sie an oder schreiben Sie mir und wir finden eine Lösung. Dafür sind wir ein professioneller Pflegedienst und vor allem Menschen, die Ihre Sorgen verstehen.", sagt sie sich lösend und lächelt warm. "Und jetzt erledigen wir Papierkram, soweit das zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist. Dann ist schon eine erste Hürde genommen."

(In Zusammenarbeit mit @simscat2.)

>>> Tabea geht nach Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (3) >>>
>>> Hannah geht nach Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg >>>


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27.09.2025 11:18 (zuletzt bearbeitet: 28.09.2025 07:20)
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#328
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Schicksalslenker

<<< Hannah und José kommen von Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg <<<
<<< Pablo kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) <<<

Charaktere: Hannah, José und Pablo
Geschichtsstrang: Zeit für die Familie

Die obere Etage, die für Nael hergerichtet wird, ist beinahe fertig. Die Handwerker haben die Umbauten abgeschlossen, nur die Wände müssen noch gestrichen und die Möbel eingeräumt werden. Viel fehlt nicht mehr und doch wirkt jede Kleinigkeit wie ein riesen Berg.

Seit der Beerdigung schleicht sich langsam der Alltag zurück. Die Gespräche drehen sich nicht mehr ausschließlich um Trauer und Verlust, sondern auch um ganz praktische Angelegenheiten, wie wer welche Aufgaben übernimmt, was noch ansteht und wie es weiter geht. Julius wird bald wieder in seinen Beruf zurückkehren, Hannah muss sich bereits auf das kommende Schuljahr vorbereiten und auch José nimmt seine Aufgaben in der Kanzlei wieder auf.

Am Nachmittag sitzen Hannah, José und Pablo im Wintergarten am Tisch und besprechen die nächsten Schritte. Dabei bringt Hannah ein ernstes Thema zur Sprache. "Pablo, wir sind dir sehr dankbar, dass du uns in den letzten Wochen so tatkräftig unterstützt hast. Aber die Arbeiten sind nun fast abgeschlossen." Sie wirft einen kurzen Blick zu José und fährt dann fort. "Für die Einliegerwohnung haben wir inzwischen eine Lösung gefunden. Wir werden sie an eine Firma vermieten, die regelmäßig Monteure und Mitarbeiter unterbringen muss. Die Firma stellt selbst die Möbel, sodass wir uns um nichts weiter kümmern müssen." Für einen Moment herrscht Stille, dann wendet sich Hannah wieder direkt an Pablo. "Wie geht es eigentlich Irina und den Kindern?" Einen Moment lang beobachtete sie Pablo, während sie auf seine Antwort wartet. Schon seit Längerem ist ihr aufgefallen, dass er kaum über seine Familie spricht. Nur beiläufig hatte er mal erwähnt, dass sie eine Haushaltshilfe eingestellt haben, um Irina etwas zu entlasten. Mehr hat er nie erzählt. Hannah hat ihm schon öfter gesagt, dass er nicht ständig hier sein müsse, dass er sich Zeit für seine Frau und die Kinder nehmen solle. Doch jedes Mal hat er nur den Kopf geschüttelt und gemeint, er wolle helfen.

Der Zwillingsvater zögert mit seiner Antwort. "Es … also … ja, es geht schon ...", stammelt er vor sich her, ohne jemanden anzusehen. Es vergehen einige Sekunden bis Hannah die Stirn runzelt und behutsam nachhakt. "Pablo … ist alles in Ordnung zwischen dir und Irina?" Jetzt schaut auch José interessiert auf. Die letzten Wochen war er so sehr mit sich selbst und den Folgen des Unfalls beschäftigt, dass er Pablo kaum Beachtung geschenkt hatte. Kein einziges Mal hatte er nachgefragt, wie es ihm wirklich ging. Ausgerechnet José, der sich sonst so sehr auf seine Nächstenliebe beruft, hatte sie ausgerechnet beim eigenen Bruder vergessen. Sanft legt er eine Hand auf Pablos Schulter mit ernstem und sogleich warmen Blick.



Daraufhin nickt Pablo schließlich mit dem Kopf, als müsse er sich eingestehen, dass er nicht länger ausweichen kann. "Die Zwillinge sind wirklich nicht einfach", beginnt er leise. "Irina geht aufs Zahnfleisch. Ich gehe arbeiten und wenn ich nach Hause komme, dann sind entweder die Kleinen am Quengeln und brauchen volle Aufmerksamkeit … oder Irina ist am Ende ihrer Kräfte und beschwert sich über den Tag. Und Hugo …" Pablo schüttelt den Kopf. "Hugo braucht Hilfe bei den Hausaufgaben oder hat andere Dinge, die er einfordert. Es ist einfach immer irgendwas."

Das kennt Hannah nur zu gut. Auch wenn sie keine Zwillinge hatte, war es immer ein Spagat gewesen, alles unter einen Hut zu bekommen und José hatte sie wegen seiner Arbeit kaum unterstützen können. Irina würde es sicher genauso gehen, nur dass sie gleich mit zwei Kleinen konfrontiert ist. "Wie war es denn damals bei dir mit deiner Exfrau und den Kindern?", fragt Hannah interessiert.
Pablo lehnt sich zurück und denkt einen Moment nach, ehe er antwortet. "Es war anders. Damals war ich zuhause, habe mich ausschließlich um die Kinder gekümmert. Ich hatte nichts anderes um mich herum. Jetzt ist es einfach so viel … Arbeit, Verpflichtungen, die Zwillinge, Hugo, Irina."

José weiß nicht genau, was er seinem Bruder raten soll, doch Hannah hat eine klare Vorstellung, was jetzt wichtig ist. Sie legt eine Hand auf Pablos Arm und spricht ruhig. "Pablo, ich weiß, es ist nicht einfach, wenn sich die Familie vergrößert und sich die Rollen verändern. Aber es ist wichtig, dass ihr euch Zeit füreinander nehmt – auch wenn es nur fünf Minuten am Tag sind. Es ist vollkommen in Ordnung, sich Hilfe zu holen, wie ihr es mit der Haushaltshilfe gemacht habt. Und wenn ihr noch mehr Unterstützung braucht, könnt ihr euch jederzeit bei uns melden. Sobald Nael in der Reha ist, werde ich auch wieder mehr Zeit haben, weil ich nicht jeden Tag ins Krankenhaus muss. Dann können wir uns besser um alles kümmern." Pablo ist sehr dankbar, doch Hannah ist noch nicht fertig. "Es lohnt sich immer, für eine Beziehung zu kämpfen", sagt sie. "Es wird sicher Momente geben, in denen ihr am liebsten alles hinschmeißen würdet. Aber gebt nicht auf. Dann ist Kommunikation das Wichtigste, was ihr tun könnt. Redet miteinander, hört einander zu – das kann sehr viel bewirken."



Noch mehr fühlt sich Pablo verstanden, denn er würde lügen, wenn er behaupten würde, dass diese Gedanken ihm bisher noch nicht gekommen sind. "Wis­st ihr was? Ich fahre jetzt nach Hause und verbringe Zeit mit meiner Familie", sagt er entschlossen und steht auf. Hannah und José sehen sich an und lächeln. "Tuen das!", ermutigt José seinen Bruder.


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21.10.2025 07:55
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<<< Alma kommt von Evergreen Harbor Nr. 13 - Wohnung Jarred Cunningham <<<

Charaktere: Alma, Hannah
Geschichtsstrang: Almas Sorgen

Es ist die dritte Nacht, die Alma bei Jake geschlafen hat. Obwohl sie die Umgebung kennt, fühlt sie sich fremd. Heute ist sie bei ihrer Familie zum Kuchenessen eingeladen. Hannah möchte, seit Nael in der Reha ist, Routine und Alltag in die Familie bringen und solche früheren Gewohnheiten wieder aufleben lassen. Eigentlich hätte Jarred mitkommen sollen. Eigentlich ...

Jedes Mal, wenn jemand beiläufig nach ihm fragt, zieht sich etwas in Alma zusammen. Die Ausreden fallen ihr immer schwerer und sie spürt, dass ihre Mutter längst mehr ahnt, als Alma zugeben will.

Jake und Nicole haben schon gestern mit ihr gesprochen. So sehr sie Alma mögen – auf Dauer können sie sie nicht bei sich wohnen lassen. Die Wohnung ist klein und reicht für drei Personen nicht aus.

Jetzt sitzt sie am Küchentisch, die Tasse Kaffee ist längst leer, dennoch fest umschlossen von ihrer Hand und währenddessen starrt sie in das helle Licht, das durch das große Fenster im Wintergarten fällt. In ihrem Kopf kreisen die gleichen Fragen immer wieder ... Soll sie mit ihrer Mutter reden? Soll sie alles erzählen ... über Jarred, über das, was passiert ist, über den Schmerz, den sie kaum in Worte fassen kann und ihrer drohenden Obdachlosigkeit?

Als sie am Abend aufbrechen will, hält Hannah sie zurück. "Ist alles in Ordnung mit dir?", fragt sie vorsichtig mit einer großen Wärme in ihrem Blick. Alma bleibt stehen. Sie kann nicht antworten. Die Geborgenheit, die sie in diesem Moment verspürt, lässt alles aus ihr herausbrechen. Tränen steigen ihr in die Augen und all ihre Sorgen strömen aus ihrem Mund heraus.

>>> Alma geht nach Granite Falls Nr. 6 - Camp Firefly >>>


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27.10.2025 18:04
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#330
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Schicksalslenker

<<< Julius kommt von Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg <<<

Charakter: Julius
Geschichtsstrang: Im Sinne seines Vaters

Geschafft! Mit einem Lächeln setzt sich Julius auf die Couch. Nero kommt sofort schwanzwedelnd zu ihm gelaufen, als hätte er die ganze Zeit nur auf ihn gewartet. "Ja, du Feiner", murmelt Julius und streicht ihm über sein glänzendes Fell. Zum ersten Mal seit dem Unfall fühlt er sich wirklich gut.

Der erste Tag auf der Arbeit nach dem Unfall ist besser verlaufen, als er je gedacht hätte. Alle waren freundlich und rücksichtsvoll. Niemand hat ihn mit Fragen über seinen Vater oder Nael gelöchert. Auch die Senioren im Kurs haben wunderbar mitgemacht. Sie waren aufmerksam und voller Energie.

Am Vortag war Nicole bei ihm gewesen. Wieder einmal. Während seiner Krankschreibung hatte sie ihn oft besucht. Anfangs brachte er kaum ein Wort heraus ... erst, weil die Trauer ihn lähmte ... später, weil seine Schüchternheit ihn übermannte. Pirate hatte das natürlich sofort gespürt und ihm jedes Mal geholfen, zur Ruhe zu kommen. Und gestern hat er gemeinsam mit Nicole sich überwunden, die Kleidung seines Vaters zusammenzupacken und sie zum Sozialkaufhaus zu bringen.

Wenn Theo eins war, dann ein sozialer Sim ... Er war hilfsbereit, gütig und immer auf das Wohl anderer bedacht. Julius weiß, dass sein Vater gewollt hätte, dass seine Sachen jemandem zugutekommen, der sie wirklich braucht.

Gestern hatte Hannah ihn dann über etwas Neues informiert. Jarred und Alma haben sich getrennt und Alma hat im Moment keine Bleibe. Kaum hatte Julius das gehört, kam ihm sofort ein Gedanke. Das alte Zimmer seines Vaters steht nun leer. Es wäre genug Platz für Alma und irgendwie fühlt es sich richtig an ... ganz im Sinne seines Vaters.


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