Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias

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09.12.2023 12:57 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2023 13:08)
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Charaktere: Hannah, José
Geschichtsstrang: Die Vampir-Religion


José sitzt am Frühstückstisch, die Zeitung vor sich, als eine ungewöhnliche Anzeige seine Aufmerksamkeit erregt. "Corazon, du gucke. Hier Anzeige." Interessiert steht Hannah auf und stellt sich neben ihren Mann, um die Anzeige zu lesen. "Eine 164-Jährige Vampirin sucht männlichen Gegenpart mit viel Geld zum Ausnehmen." Während der Ehefrau ein kleiner Lacher entweicht, ist José schockiert und kann die Reaktion seiner Frau nicht fassen. "Diese Vampir-Religione ist furchtbar. Schlecht. Das dürfe nicht sein! Ich kanne Pablo nicht verstehe." Er liest nochmals die Zeilen. "164 alt? Das nicht gehen. Sim tot ab 90 Jahre. Das ist Lüge!"

Hannah runzelt die Stirn und setzt sich auf ihren Platz. "José, du weißt schon, dass Vampire keine Religion, sondern eine Okkulte Lebensform darstellen? Vampire können durchaus über 100 oder 200 Jahre werden. Auch älter." Der Ehemann lässt sich jedoch nicht so leicht überzeugen. "No, das ist Religione. Deren Gott heißen Vampir. Deshalb sie Vampire. Die könne nicht so alt werde. Alles Lüge."



Die Diskussion zwischen dem Ehepaar gewinnt nicht an Fahrt, da José beharrlich an seinem Standpunkt festhält. Für ihn handelt es sich bei den Vampiren um eine eigenartige Religion oder gar um eine Sekte und dies betont er auch immer wieder gegenüber seiner Frau.

Nach einer Weile kann Hannah die Worte ihres Mannes nicht mehr ertragen. "José! Bitte sag sowas nie in Gegenwart deines Bruders. Das ist ja peinlich! Das ist keine Religion, es ist eine alternative Lebensform. Und jetzt will ich wirklich nichts mehr davon hören."



José empfindet seine Frau als stur und beschließt, nichts mehr zu sagen. Er denkt sich seinen Teil. Hannah muss offenbar immer im Recht sein, selbst wenn sie Unrecht hat. In seinem Inneren nagt jedoch weiterhin das Unverständnis über die Vampirangelegenheit. Überzeugt von seinen Argumenten beschließt der Ehemann mit seinem Bruder ein ernstes Wort zu sprechen, damit er aus dieser 'Religion' austritt. Doch seiner Ehefrau würde er davon nichts sagen. Die Reaktion kann er sich denken und das Theater möchte er sich ersparen.


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10.12.2023 16:48
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#292
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Schicksalslenker

Charakter: Alma
Geschichtsstrang: Nebel im Hirn

Alma sitzt vor den Steuerunterlagen ihres Mandanten, die vor ihr wie ein undurchdringlicher Dschungel aus Zahlen und Formularen erscheinen. Sie muss die Frist bis zum 10. Januar einhalten. Jetzt mach schon!, ermahnt sie sich selbst. Doch die Drogen, die sie vor einiger Zeit genommen hat, fangen nun an ihre Wirkung zu entfalten. Ein seltsames Gefühl der Benommenheit legt sich über ihre Gedanken und die Zahlen verschwimmen vor ihren Augen.



Ihre Finger, die normalerweise sicher über die Tastatur fliegen, wirken nun schwer und ungeschickt. Trotz ihrer besten Bemühungen schleichen sich Fehler in die Steuerunterlagen ein.

Während sie sich weiter durch die Unterlagen kämpft, drängen sich Gedanken an Scott in ihren Kopf. Er ist nun mit Marie zusammen und dieses Wissen stört Alma auf schmerzliche Weise. Die negativen Emotionen verfolgen sie wie ein Schatten, während sie versucht, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.



In einem Moment der Ablenkung denkt Alma an Maryama. Meine liebe Freundin! Die Vorstellung ihres fröhlichen Gesichtes bringt kurzzeitig eine positive Wendung in Almas Gemütszustand. Die Freundschaft wirkt wie ein Lichtblick in ihrem von Drogen benebelten Verstand.

Doch plötzlich taucht Logan in ihren Gedanken auf. Die Erinnerung an ihre vergangene Beziehung entfacht in Alma eine Welle aus Ärger und Enttäuschung. Die Drogen scheinen ihre Emotionen zu intensivieren und Alma findet sich gefangen in einem Strudel widersprüchlicher Gefühle.



Trotz der Verwirrung in ihrem Kopf gelingt es Alma in ihren Gedanken die Umsatzsteuervoranmeldung abzuschicken. Doch im Rausch der Drogen übersieht sie dabei, dass ihr Mandant eine Zahlung von über 1000 Simoleons entrichten muss, obwohl er keinen Umsatz im vergangenen Monat gemacht hat. Welche Konsequenzen wird dies für Alma haben?


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17.12.2023 01:36 (zuletzt bearbeitet: 28.04.2024 16:08)
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Bestseller-Schmied

<<< Jarred kommt von Brindelton Bay - Seniorenresidenz Shadey Pines <<<

Charaktere: Jarred, Hannah, Alma
Geschichtsstrang: Vergangene Gegenwart


Früh morgens, lange bevor das Tageslicht anbricht, schleicht Jarred durch die Straßen von Brindelton Bay. Hier irgendwo muss es sein. Die Hände tief in die Taschen vergraben, den Jackenkragen aufgestellt, versucht er der noch immer winterlichen Kälte zu trotzen. Die ganze Nacht hat er draußen verbracht, seine Füße schmerzen ihn, weil er seit unzähligen Stunden auf den Beinen ist. Sein neuer Job als Security ist langweilig und undankbar, aber der beste, den er bisher abgreifen konnte. Hatte er die meiste Zeit der Nacht ein Hörbuch auf die Ohren geschaltet, ist er jetzt zufrieden mit der morgendlichen Stille der Kleinstadt.
Nostalgische Gefühle kommen in ihm auf, als er die Seitenstraße einbiegt. Ja, dieser Ort kommt ihm vertraut vor. Er ist dem Ziel ganz nah.
Vor einem grauen Gebäude bleibt er stehen. Die Augen nachdenklich zusammen gekniffen betrachtet er, was vor ihm liegt. Es wirkt ... kleiner als in seiner Erinnerung. Aber dieser Eingang ... Neugierig geht er um die Ecke des Hauses. Nanu? Ein weiterer Bau dieser Art ... Daran erinnert er sich nicht. Es scheint das selbe Grundstück zu sein. Möglicherweise ein Anbau? Mit dem Rücken zum Haus positioniert er sich in die vermutete Himmelsrichtung und betrachtet den Ausblick. Ein Lächeln huscht über sein vor Kälte angespanntes Gesicht. Das ist es. Vor seinem inneren Auge formt sich das Bild, das ihn seit all den Jahren nicht losließ. Kinder, die auf der unbefahrenen Straße tollen, Ball spielen und sorgenfrei ihre Kindheit genießen.



Im Inneren des Hauses setzt Hannah ihren Putzwahn fort. Sie betritt den Wohnraum und sieht, dass José seinen Schreibtisch mit allerlei Dingen überladen hat. Ein Seufzen entweicht ihr und sie beginnt, leere Verpackungen und Taschentücher einzusammeln, um etwas Ordnung zu schaffen. Mit geübten Handgriffen füllt sie den Restmülleimer und tauscht dann den vollen Beutel aus. Mit dem Abfallbeutel in der Hand geht sie entschlossen Richtung Mülltonnen neben dem Hauseingang.
Als sie den Deckel der grauen Tonne öffnet, erblickt sie einen jungen Mann. Der Anblick überrascht sie und sie schaut ihn verwundert an. "Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?", fragt sie ihn.

Er hatte nicht erwartet, angesprochen zu werden und so dreht er sich überrascht zu der weiblichen Stimme herum. Erst, als er den irritierten Blick zu deuten beginnt, wird ihm klar, wie seine Anwesenheit aussehen muss. Freundlich lächelnd klappt er seinen Kragen herunter, um in guter Absicht mehr von seinem Gesicht zu zeigen. "Bitte verzeihen Sie. Ich wollte nur Ihr Haus bewundern." Verlegen lacht er. Das klingt noch immer nicht beruhigend. "Ich habe als Kind hier gewohnt.", erklärt er. "Ich komme gerade von der Arbeit und dachte, ich schau mal, ob ich das Haus finde. Ich wollte niemandem einen Schrecken einjagen." Vorsichtig macht er einen Schritt auf sie zu. "Cunningham. Jarred."



Hannahs Augen leuchten begeistert, als sie den Gast genauer betrachtet. Der junge Mann vor ihr ist also der kleine Junge von damals, der gemeinsam mit seiner Mutter das Ehepaar Garcia bei der Hausbesichtigung begrüßte. "Hannah Garcia-Klein", stellt sie sich freundlich vor, während die Erinnerungen an diese vergangene Begegnung lebendig werden. "Ich erinnere mich an Sie. Da waren Sie noch viel kleiner. Möchten Sie reinkommen?" Mit einem herzlichen Lächeln zeigt sie in Richtung der Haustür und lädt ihn ein ihre Wohnung zu betreten. Dabei schwingt eine Mischung aus Wärme und Neugier in ihrer Stimme mit.
Aufgeschlossen lacht er: "Ja, ich bin etwas gewachsen. Ich war ein schmächtiger Elfjähriger." Dankend nimmt er die Einladung an. "Es sieht so anders aus als früher. Und trotzdem ist es so ... vertraut." Freudestrahlend schaut er sich um, während er eintritt. "Ich möchte nicht zu neugierig sein, aber wie viele Personen leben hier derzeit?"
"Wir haben sehr viel umgebaut.. Um ehrlich zu sein, sind wir ständig irgendwas am Ändern. Das ist wie eine Sucht." Hannah lacht und geht mit ihm durch das Erdgeschoss. "Hier im Haupthaus leben wir zu viert. Ich wohne mit meinem Mann hier unten und meine beiden Kinder haben oben ihr eigenes Reich. Die obere Etage haben wir zu zwei kleinen Wohnungen umgebaut." Sie schaut aus dem Fenster in Richtung Nebengebäude. "Und am Ende des Grundstücks haben wir letztes Jahr ein weiteres Gebäude errichtet. Dort lebt mein Vater und mein Schwager mit Sohn. Möchten Sie etwas trinken?", fragt sie ihn.



Irgendetwas Heißes wäre gerade richtig gut, nach den Stunden in der Kälte. "Danke, ich möchte wirklich keine Umstände machen.", lächelt er mit ablehnender Geste. "Dass ich Ihr Heim von innen betrachten darf, macht mich zu einem zufriedenen Mann." Noch immer leuchten seine Augen warm. "Sie haben es wirklich zu einem schönen zu Hause gestaltet. Es wirkt einladend und offen und dabei so angenehm schlicht." Er lächelt die Hausherrin herzlich an. "Es gefällt mir sehr."
Strahlend erklärt Hannah Jared, dass sie ohnehin gerade dabei war einen Kaffee aufzusetzen. "Das sind keine Umstände. Setzen Sie sich doch bitte an den Tisch." Die Freude in ihrer Stimme ist deutlich spürbar, als sie erwähnt, wie erfreut sie darüber ist, dass ihm das neu gestaltete Haus trotz der Veränderungen gefällt. "Wie geht es ihrer Mutter?"
"Es geht ihr gut, danke." Für eine Schreckschraube, mit der niemand etwas zu tun haben will... Jarred zieht den Stuhl zurück und setzt sich. "Sie wird im Alter etwas vergesslich. Gerade ist sie wieder her gezogen. In die Seniorenresidenz."
Hannah geht in die Küche und stellt die Maschine an. Während der Kaffee durchläuft, kommt sie zurück zu Jarred. "Hier in Brindleton Bay im Shady Pines?"
"Ja, ganz recht." Jarred nickt zur Bestätigung. "Sie wollte wohl zurück in ihre alte Heimat. Ich kann es ihr nicht verdenken.", lächelt er warm. "Mir hat es hier auch besonders gut gefallen."



Aus Erfahrung weiß Hannah, dass die Senioren in der Residenz gut aufgehoben sind. "Mein Vater ist häufiger dort zu Besuch. Er verbringt dort auch immer seine Ferien." Hannah zeigt mit ihren Fingern in die Höhe. "Ferien für uns." Ein Lächeln durchzieht ihre Mimik. "Er fühlt sich dort sehr wohl. Ihrer Mutter wird es sicherlich auch so gehen." Sie denkt kurz nach. "Meinen Sie Ihre Mutter hätte etwas dagegen, wenn ich Sie mal besuchen gehe? Ich würde mich sehr gerne bei ihr bedanken, dass Sie sich damals für uns entschieden hat. Sie glauben gar nicht, was dieses Haus uns bedeutet."
"Da wird sie sich bestimmt freuen.", hofft der Gast. Das Innere Seufzen unterdrückt er gekonnt. Er verschweigt, dass seine Mutter mit den Jahren immer schwieriger wurde. Schließlich weiß sie sich an guten Tagen zu benehmen. Und die guten Tage sind meist an die Vergangenheit geknüpft. "Ist es nicht erstaunlich, wie ein Gebäude einem das Herz erwärmen kann?"
Zustimmend nickt Hannah und mustert den jungen Mann. "Das ist wahr. Ich würde hier auch nicht mehr weg wollen. Was diese Mauern alles erzählen könnten." Die Hausfrau hört das Piepsen der Kaffeemaschine und geht in die Küche. Anschließend kommt sie mit einem Tablett wieder und stellt beide Tassen auf den Tisch ab. Auch an Milch und Zucker hat sie gedacht. "Bitte sehr. Bedienen Sie sich." Das Tablett legt sie auf den Stuhl neben sich ab und setzt sich wieder. "Und wo wohnen Sie inzwischen?"
"Vielen Dank." Vorsichtig gießt Jarred einen Schluck Milch in die Tasse und rührt einige Male um. Mit beiden Händen nimmt er das heiße Gefäß und wärmt sich daran - was für eine Wohltat. "Ich bin in Evergreen Harbor gelandet. Gerade gestern ist die Wohnung fertig geworden. Man vergisst schnell, wie viel Arbeit so ein Umzug macht.", lächelt er.



Als Hannah gerade etwas erwidern will, rauscht Alma in die Wohnung ihrer Eltern. "Ma, haste was zum.. Eh hallo." Da bemerkt die Tochter, dass noch jemand Fremdes anwesend ist. Hoffentlich kein Mandant. "Ach Alma, schön Dich zu sehen. Darf ich vorstellen - das ist Jarred Cunningham. Er lebte vor uns in diesem Haus." Ok, kein Mandant. Erleichterung ist in dem Gesicht der Gelockten zu erkennen und sie geht einen Schritt auf den Gast zu. "Das ist Alma, meine Tochter.", sagt Hannah ergänzend.
Nach bester Manier erhebt sich Jarred und reicht ihr lächelnd die Hand. "Guten Morgen. Es ist mir eine Freude. Haben Sie Zeit, sich zu uns zu setzen?"
Überrascht nickt Alma und nimmt Platz. Eigentlich hatte sie gehofft, sich etwas Essbares zu schnappen, ohne von ihrer Mutter einen negativen Kommentar zu ernten. Die Frage, ob sie auch einen Kaffee möchte, kommt von Hannah aus und Alma bejaht. Die Gastgeberin eilt in die Küche, um eine Tasse zu holen und bringt gleichzeitig eine Plätzchendose mit, die sie in die Mitte des Tisches stellt. "Bedient euch."
Während Alma genüsslich einen Keks in den Mund schiebt, wirft sie einen prüfenden Blick auf Jarred. Was macht er hier?



"Ihre Mutter war so freundlich, mich einzuladen." Offenherzig sieht er die Dunkelhaarige an. "Als ich ein Junge war, hatte ich das Zimmer oben links, am Ende des Flures. Aber ich hörte schon, dass dort fleißig umgebaut wurde."
Alma kann sich nicht mehr daran erinnern, wie das Haus beim Einzug aussah. "Meine Tochter war noch klein, mein Sohn kann sich sicher noch erinnern. Früher haben wir oben alle Schlafzimmer gehabt und hier unten den Wohnbereich. Damals haben wir allerdings schon viele Wände herausgerissen und versetzt. Alma hat ihre Wohnung zur Straße hin mit dem kleinen Balkon. Mein Sohn hat die Wohnung zum Garten mit direkter Verbindung zum großen Balkon." Interessiert hört die Lockige ihrer Mutter zu. "Wollen Sie das Haus zurück kaufen?", fragt Alma unverblümt.
Interessiert hört Jarred zu. Das Elternschlafzimmer wurde also zur Wohnung der Tochter "Oh nein, nein, ganz bestimmt nicht." Eilig winkt er Almas Vermutung ab. "Das könnte ich mir gar nicht leisten." Verlegen nimmt er einen Schluck aus seiner Tasse. "Es ist nur... in diesem Haus hatte ich eine sehr bewegende Zeit. Ich wollte nur sehen, was aus allem geworden ist."



Mit einem überraschten Blick beobachtet Hannah ihre Tochter. In letzter Zeit fragt sie Dinge und sagt Sachen - so kennt sie Alma gar nicht. Was ist mit ihr los? "Das kann ich sehr gut verstehen, Jarred. Schön, dass Sie den Mut aufgebracht haben und hergekommen sind." Hannah freut sich wirklich, doch Alma bleibt skeptisch. Wehe er will meine Wohnung sehen. Bei diesen Zuständen und der Unordnung kann sie niemanden nach oben lassen.
"Ich bin auch froh darüber." Nostalgisch lächelnd hebt der Gast den Blick. "Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Hier war eine Wand." Er zieht eine imaginäre Linie vor der Sofaniesche hinter der Hausherrin. "Dahinter war unser Fernsehzimmer. Eine riesige Couch hatten wir dort. Sie ging über zwei Ecken und füllte beinahe den ganzen Raum aus. Da haben wir immer Sportsendungen gesehen. Jeder von uns stand auf etwas anderes, aber trotzdem haben wir alles zusammen angeschaut." Er muss ein wenig lachen, als sie die Szene vor ihm aufbaut. Mit seinen zwei Brüdern und seiner Schwester kletterten sie den halben Tag auf der Wohnlandschaft herum, in den undenkbarsten Posen verfolgten sie jedes lange Footballspiel, Wrestling, Fußball und sogar Golf. "Wir haben immer um die Hausarbeiten gewettet. Der Sieger brauchte eine Woche keinen Handgriff tun." Seine Augen funkeln, während er die kleine Anekdote beschreibt.



Hannah hört dem Gast begeistert zu. "Das hört sich nach einer wundervollen Kindheit an. Es war sicherlich schwer das geliebte Heim zu verlassen."
"Licht und Schatten gibt es überall." Lächelnd senkt er den Blick und trinkt seine Tasse leer. "Ich danke für Ihre Gastfreundschaft und für den Kaffee. Es war wundervoll, noch einmal hier sein zu dürfen. Aber nun werde ich aufbrechen. Sie haben sicherlich noch mehr zu tun." Elegant steht er auf, wirft beiden Frauen einen warmen Blick zu und schiebt den Stuhl unter den Tisch. Einen Moment überlegt er, ob die Wohnung des Sohnes ansehen könnte. Die alten Kinderzimmer müssten in dem Bereich liegen. Doch er verwirft den Gedanken. Es ist nicht seine Art, die Freundlichkeit seiner Mitsims überzustrapazieren. Er hat bereits mehr bekommen, als er sich erhofft hatte.
Während Alma vom Stuhl aus den jungen Mann beobachtet, steht Hannah mit ihm auf und führt ihn zur Tür. "Kommen Sie gerne wieder, wenn Ihnen danach ist. Vielleicht ist beim nächsten Mal auch mein Mann zuhause. Er hätte sich sehr gefreut."
"Vielleicht mache ich das sogar.", lächelt Jarred. "Einen schönen Tag für Sie beide, wünsche ich." Gedanklich verabschiedet er sich von dem Haus und macht sich auf den Weg zu seiner Wohnung.


(In Zusammenarbeit mit @Spatz.)

>>> Jarred geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen >>>
>>> Hannah geht nach Windenburg Nr. 7 - Kleinkinderspielplatz (2) >>>
>>> Alma geht nach San Myshuno (4) >>>


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30.12.2023 21:57 (zuletzt bearbeitet: 01.01.2024 19:58)
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<<< Hannah kommt von Windenburg Nr. 7 - Kleinkinderspielplatz (2) <<<

Charaktere: José, Hannah, Theo
Geschichtsstrang: Nachbarschaftliche Herausforderungen

José empfindet Erleichterung, als er endlich Post von seinem Anwaltsfreund erhält. Die letzten Monate waren von Problemen mit Frau Herschböller geprägt. Das Bauamt stellte fest, dass die Dachterrasse von Theo zu nah am Waldgrundstück der Nachbarin liegt. Eine Baulast sollte daher abgegeben werden, was Frau Herschböller jedoch hartnäckig verweigerte. Sie war der Überzeugung, dass es auch ohne diese Maßnahme ginge.

Trotz Josés Bemühungen, rechtliche Argumente gegen die Verweigerung der Baulast vorzubringen und mehreren erfolglosen Gesprächen mit der Nachbarin, blieb sie standhaft. Selbst ein schriftliches Schreiben von José blieb unbeantwortet, was ihn dazu veranlasste, rechtliche Schritte einzuleiten. Entschlossen ging er vor Gericht und entschied sich, einen befreundeten Anwalt mit Spezialisierung im Baurecht hinzuzuziehen. Gemeinsam setzten sie sich dafür ein, eine Lösung für das Problem zu finden und die rechtlichen Angelegenheiten zu klären.

Nachdem José einen Vergleich akzeptiert hatte, der eine Entschädigung an Frau Herschböller beinhaltete und im Gegenzug die Abgabe der Baulast, war das rechtliche Verfahren abgeschlossen. Er konnte aufatmen, dass eine akzeptable Lösung gefunden wurde.



In dem Moment als José seiner Frau die Neuigkeiten mitteilen will, kehrt sie von einem stressigen Tag zurück und hat bereits eine weitere Hiobsbotschaft zu berichten. Hannah erklärt, dass Nachbar Dreckler sie auf die angeblich instabile Mauer angesprochen hat, die die Grundstücke trennt.

José versucht zu beschwichtigen und erklärt, dass die Mauer nicht instabil sei. Ein Fachmann habe bereits vor Ort bestätigt, dass alles in Ordnung sei. "Ich habe versucht, es ihm zu erklären, aber das scheinte ihn gar nicht zu interessieren. Er wollte es mir mitteilen, bevor er das Bauamt informiert", berichtet Hannah besorgt. "Was sollen das? Er drohe uns? Ich bei Amte anrufe und frage. So nicht gehe!"

Kurze Zeit später hat José mit dem Bauamt telefoniert und herausgefunden, dass das Amt für privatrechtliche Angelegenheiten nicht zuständig ist. "Das ich wisse! Wieso Dreckler so sage?" - "Ach, die wollen wieder nur Druck ausüben. Seine Frau ist doch mit Frau Herschböller befreundet. Wer weiß, was die untereinander wieder reden.. Soweit ich weiß, mag mich Frau Dreckler auch nicht, nur weil ich im Gegensatz zu anderen Nachbarn meinen Mund aufmache. Die ältere Generation meint auch, sie könne sich alles erlauben!"



Einige Zeit später betritt Theo die Wohnung der beiden. "Störe ich?", fragt er. "Habt ihr die graue Tonne reingeholt?" Hannah und José verneinen und Theo erklärt, dass nur noch die Tonne von Nachbar Dreckler an der Straße steht.



Hannah reagiert empört. "Anstatt uns hier auf die Nerven zu gehen, weil ihm unsere Mauer nicht passt, sollte er vielleicht mal darauf achten, welche Mülltonnen er mitnimmt. Der hat bestimmt unsere. Ich geh da jetzt aber nicht hin. Ich bin zu wütend." - "Ich niche. Sonst böse werde. Dios mío!" Nachdem Theo verwundert nachfragt, warum die Eheleute gegen ihren Nachbarn erzürnt sind, erzählen sie ihm was vorgefallen ist. "Wisst ihr was, ich frage einfach mal den Sohn von Herrn Dreckler."



Theo verlässt die Wohnung und tritt nach draußen, um das Missverständnis mit Dreckler Junior zu klären. Entschlossen und ruhig nähert er sich dem Nachbargrundstück. Dort angekommen spricht er freundlich aber bestimmt mit Dreckler Junior über die Verwechslung der Mülltonnen. Der Senior hat versehentlich die falsche Tonne reingeholt. Theo tauscht die Tonnen aus und stellt die Richtige an ihren Platz.

"Vielen Dank Theo!", bedankt sich Hannah bei ihrem Schwager. Sie hält einen Restmüllbeutel in der Hand. "Dann kann ich auch direkt den Müll ent-" Empört sieht die Kurzhaarige in die geöffnete Tonne. "Das darf nicht wahr sein. Jetzt ist da auch schon neuer Müll drin." Sie entdeckt verschiedene Abfälle, darunter leere Verpackungen und Essensreste. Der Ärger steht ihr ins Gesicht geschrieben und sie schüttelt den Kopf über das respektlose Verhalten des Nachbarn. "Einfach unglaublich wie rücksichtslos manche Menschen sind. Das grenzt ja schon an Unverschämtheit! ... Ich muss ja nur die Gebühren zahlen. Also - wen interessierts?! Meine Güte.." Theo schaut ebenfalls in die Tonne und zeigt Verständnis für den Ärger seiner Schwägerin. "Das kann aber auch aus Versehen gewesen sein. Ich habe mit Junior Dreckler auch nicht in die Tonne geschaut, sonst hätte er den Beutel sicher herausgeholt."

Sauer schlägt Hannah den Deckel der Mülltonne zu - ein lautes Klappern, das ihren Ärger widerspiegelt. Sie weiß, dass ihr Schwager sicher Recht hat, dennoch ist sie genervt von den ständigen Forderungen und Ärgernissen durch die Nachbarn. Es scheint, als würde der Frieden in der Nachbarschaft immer weiter schwinden und Hannah fühlt sich von den vielen Konflikten überfordert.

Das laute Klackern des Mülltonnendeckels hallt einen Moment lang durch die ruhige Nachbarschaft, während sich in Hannahs Miene Frust und Unmut widerspiegeln.



Als die beiden wieder in die Wohnung gehen, kommt José mit weiteren Neuigkeiten. Die Spannung liegt förmlich in der Luft, als er die Tür hinter sich schließt. "Ich Neues wisse! Dreckler nicht Eigentümer des Flurstücke neben Zaun. Stück verkauft an neue Nachbarfamilia. Nur Eigentümer von Hause." Josés Tonfall lässt erahnen, dass er überrascht ist. Zudem aber auch, dass er sich bereits Gedanken darüber gemacht hat, wie sich diese Entwicklung auf die aktuellen Konflikte auswirken könnte.

Hannah erklärt, dass die neue Familie sich Anfang letzten Jahres beim Einzug über das Aussehen der Mauer geärgert hat. Ihrer Meinung nach ist das Erscheinungsbild der Grund für das Ärgernis, nicht jedoch die tatsächliche Stabilität der Mauer.
"Die neuen Nachbarn haben alles neu gebaut und denken jetzt, der Grenzzaun könnte auch neu sein und nicht diese alten Steine. Die hätten sicherlich lieber einen Doppelstabmattenzaun, wie bereits an den anderen Stellen ihres Grundstückes."

Theo versteht ebenfalls, worum es hier eigentlich geht. Die neuen Nachbarn haben Herrn Dreckler erzählt, wie instabil die Mauer sei und er meint sich nun einzumischen. "Mein Vorschlag, erstmal Füße stillhalten und wenn nochmal was kommt, sehen wir weiter." Hannah und José nehmen den Vorschlag von Theo an und versuchen sich erstmal wieder zu beruhigen.

>>> Hannah geht nach Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (2) >>>


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02.01.2024 01:17
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<<< Nael kommt von Willow Creek (3) <<<

Charaktere: Nael, Julius, Theo
Geschichtsstrang: Bedränge mich, Maryama!

Nael erzählt Julius von seiner letzten Verabredung mit Miss Payne. Im Glauben gelassen ernsthaftes Interesse an ihr zu entwickeln und es langsam angehen lassen zu wollen, hat sie ihn überrumpelt und zu einem Techtelmechtel bedrängt. "Ich konnte ja schlecht nein sagen, konnte ich ja vor ein paar Monaten auch nicht." - "Ich wäre froh, wenn Maryama mich bedrängen würde." Nael verdreht die Augen. Solch eine Aussage seines Cousins ist keine Überraschung.



Plötzlich kommt Theo von der Arbeit nach Hause. "Hallo Jungs, alles klar?" Die Angesprochenen nicken nur und sagen kein Wort mehr. "Stör ich euch oder warum herrscht hier eisige Stille?" Nael sieht seinen Cousin an, der fragend die Schultern zuckt. "Habt ihr was angestellt?" Entsetzt sieht der Grauhaarige zu den Jungs.

Julius kratzt sich am Kopf. "Naja, Nael schläft mit einer Frau, mit der er nicht schlafen will." Beschämt gibt der ehemalige Anwalt ein Grunzgeräusch von sich. Er möchte nicht, dass diese Story die Runde in der Familie macht.
"Nael?!", fragt sich Theo laut. Solch ein Verhalten hätte er seinem Sohn zugetraut, der aus Schüchternheit nicht nein sagen kann. Aber Nael? "Willst du drüber sprechen?"

Nachdenklich überlegt der Bärtige, ob es eine gute Idee wäre, Theo einzuweihen. Im Gegensatz zum Rest der Familie, kann Theo Stillschweigen bewahren, wenn es drauf ankommt. Aber ehrlich sagen, dass er Mist gebaut hat?

Nach ein paar Minuten Stille kommt Nael mit der Wahrheit heraus.

Während der Erzählung, hat sich Theo zu den Jungs gesetzt und hört aufmerksam zu. "Zieh deinen Plan durch, sobald du merkst, es klappt nicht, hast du noch immer andere Optionen."



Erleichtert bemerkt Nael, dass Theo keineswegs urteilt oder auch nur einen Gedanken daran verschwendet, seinen Eltern die Wahrheit zu sagen. Daher findet der Bärtige nur eine Möglichkeit: "Na dann, werde ich wohl weiterhin die Beine breit machen müssen."
Theo lächelt aufmunternd und klopft Nael auf die Schulter. "Du wirst deinen Weg schon finden. Kann ja auch Spaß machen." Julius kichert auf den Satz seines Vaters wie ein Mädchen.

"Wenn du Fragen hast oder Rat brauchst, bin ich immer für dich da", versichert Theo seinem Neffen, der dankbar nickt. Julius hingegen beobachtet schmunzelnd die Szenerie und denkt an seine Herzensdame. "Ich denke, es gibt Schlimmeres als Techtelmechtel ohne Ende", wirft Julius ein. Wenn Maryama doch nur so denken würde. Bedränge mich, Maryama! Bitte!

Ein amüsiertes Lächeln huscht über Theos Gesicht und er sagt mit einem Augenzwinkern: "Bist du etwa neidisch?" Nael lacht leise, während Julius mit einem leicht erröteten Gesicht nickt. "Aber natürlich nur, wenn es…""…um Maryama geht", unterbrechen Nael und Theo gemeinsam Julius Satz und müssen lachen. Zwei Dumme, ein Gedanke.


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04.01.2024 21:12 (zuletzt bearbeitet: 24.01.2024 18:33)
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<<< Maryama kommt von San Myshuno - Wohnung Sibylle Wolff <<<

Charaktere: Maryama, Julius
Geschichtsstrang: Das turbulente Telefonat

Es ist ein trüber Tag, draußen hängt der Nebel tief und kriecht durch sämtliche Kleidungsstücke, sobald man sich länger als eine Viertelstunde im Freien aufhält. Maryama ist gerade von einem ausgiebigen Spaziergang zurück gekehrt und liegt jetzt gemütlich in eine Wolldecke gehüllt, Browneye zur Linken und dem zusammengerollten Bungee auf dem Bauch, auf ihrem Sofa und lässt die Gedanken ziellos schweifen. Die neuesten Bestellungen für die selbstgemischten Teesorten sind verschickt und sie tüftelt gerade an einer neuen Komposition, als das Handy in ihrer Hosentasche vibriert. Stirnrunzelnd darum bemüht Bungee nicht aufzuscheuchen, der sie schon mit diesem -was-fällt-dir-ein-dich-zu-bewegen-Katzenblick anstarrt, holt sie es so vorsichtig heraus. Etwas ratlos blickt sie auf das Display, auf dem: J.Fehler? angezeigt wird.



Was um alles in der Welt bedeutet das?? Wen hat sie so abgespeichert? Während das Brummeln weiter geht überlegt sie ein paar Sekunden fieberhaft. Plötzlich kommt die Erkenntnis.



Alarmiert reißt sie die Augen auf, muss aber gleichzeitig grinsen. Das darf doch nicht wahr sein... Kurz zögert sie noch und nimmt den Anruf dann an. "Julius? Na das ist ja eine Überraschung. Wie geht's dir?", fragt sie betont neutral ins auf Lautsprecher gestellte Telefon. Browneye hebt den Kopf und spitzt die Ohren, als eine Stimme antwortet.



Als Julius die wohligen Klänge ihrer Stimme vernimmt, fühlt er deutlich seinen Herzschlag. Maryama! Mit einem Grinsen schweigt er ein paar Sekunden, bis er auf den Zettel in seiner Hand sieht. Lies schon vor, ermahnt er sich. Nael hat ihm schließlich geholfen, damit er überhaupt ein Telefonat mit ihr beginnen kann ohne Stottern oder gar Schweigen.



Nervös und mit zittrigen Händen fängt er an, den Text vom Brief abzulesen. "Hallo Maryama. Ich freue mich deine Stimme zu hören. Mit schönen Erinnerungen denke ich an die Feier bei meiner Tante im Garten zurück, insbesondere unser Wiedersehen!" Seine Stimme hört sich monoton an, als würde ein Band abgespielt werden.
Ohne auf Maryamas Frage einzugehen, liest er weiter ab. "Ich rufe Dich an wegen unserer Verabredung zum Essen. Dazu wollte ich Dir etwas sagen."




Plötzlich klopft es an seiner Zimmertüre. "Ich kann nicht!", ruft er laut ohne den Hörer zur Seite zu legen. Leise vernimmt er Schritte im Flur und hört die Treppenstufen knarren. Völlig aus dem Konzept gebracht, sucht er die Textstelle, an der er aufgehört hat. Vor Nervosität kann er diese aber nicht auf Anhieb finden und fängt an vor Aufregung laut zu atmen. Wo war ich? Was soll ich sagen?

Mehrmals macht Maryama eine Anlauf etwas zu erwidern, aber Julius überfährt sie regelrecht mit Text. Nach: 'Dazu wollte ich dir etwas sagen', verharrt sie wie erstarrt und hält kurz die Luft an. Was hat sie nur geritten diesem Date zuzustimmen? Sehnlichst wünscht sie sich Sarah an ihre Seite, wie in der Schulzeit. Bei solchen Sachen konnten sie sich Blicke zuwerfen, entsprechende Grimassen schneiden oder gestikulieren, bis man verstanden hatte, wie zu reagieren ist. Dabei wurden Lachanfälle unterdrückt bis man fast vom Sofa oder Bett gekippt ist. Leider muss sie da jetzt allein durch. Sie mag Julius und kann sich vorstellen wie schwer ihm dieser Anruf gefallen sein muss. Allein die Tatsache, dass er fließend gesprochen hat beweist, dass er mindestens geübt hat. Obwohl er schon ein bisschen klang, als hätte er Beruhigungsmittel genommen.

Maryama runzelt die Stirn. Das ist hoffentlich nur eine verrückte Idee von ihr. Innerlich tief durchatmend, setzt sie zu einer Antwort an, als er plötzlich ruft: "Ich kann nicht!" Maryamas Augen weiten sich erneut und wandern kurz von links nach rechts, als gleich darauf schwere Atemzüge zu vernehmen sind. Hat er vielleicht ganz was anderes genommen? Oder ist er randvoll mit Alkohol und hat eine Aufnahme abgespielt? Und jetzt kommt das Kopfkino? Beunruhigt schluckt sie und sagt dann mit sanfter Stimme: "Julius, das ist vollkommen okay. Beruhige dich..ich..ich nehme dir das nicht übel." Was jetzt? "Wir müssen ja nichts erzwingen."



Gespannt lauscht sie weiter dem leicht gruseligen Atmen aus dem Mikro. Browneye sitzt und horcht ebenfalls mit schief gelegtem Kopf, während Bungee nur seinen Körper um ein paar Zentimeter verschiebt und mit schwerem Seufzen den Kopf anders platziert.

Verwundert über Maryamas Worte sieht er irritiert auf das Telefon. Wieso denkt sie denn jetzt...? Da fällt es ihm auf. "Nein, nein!", antwortet er ihr und sucht weiter die Textstelle. Doch wie soll er das Missverständnis nun aufklären? Der Text passt nicht mehr und verkrampft hält er sich am Handy fest. "Verdammt." Schockiert über sein Fluchen, hält er sich die Hand vor dem Mund. Wie kann er nur vor Maryama fluchen?
So oft hat er die letzten Tage mit Nael, als auch Alma das Telefonat geübt. Doch jetzt geht alles schief. Er ist sich sicher, dass seine Herzensdame das Date ablehnen wird.

"Ich wollte doch nur mit Dir essen gehen", spricht er frei heraus und schluchzt ins Telefon.



Erschrocken zuckt Maryama zusammen als Julius flucht. Ähm..? "Und was ist das Problem?", fragt sie trotzdem freundlich nach. Sie legt das Handy auf der Sofalehne ab und platziert Bungee behutsam auf dem Boden, um sich auf zu setzen. Trotzdem gibt der Kater ein unwilliges Miauen von sich und fährt die Krallen aus. "Sei halt nicht so garstig", rügt sie ihn, lehnt sich in der Couch zurück und nimmt das Telefon wieder zur Hand, auf Julius' Erklärung wartend.

Garstig? Irritiert sucht er die letzte Textstelle heraus, um die Situation doch noch zu retten. Er atmet tief ein und aus. "Hättest Du Lust und Zeit am kommenden Freitag Abend mit mir ins Restaurant Panorama in Willow Creek Essen zu gehen?" Gespannt wartet er auf Maryamas Antwort. Bitte sag ja. Bitte sag ja.

Er hat sich etwas beruhigt, das ist gut. Erleichtert atmet Maryama aus. Wenn schon die Verabredung so dramatisch ist, wie wird dann erst der Abend verlaufen? Egal, sie steht zu ihrem Wort. "Das ist eine gute Wahl, Julius und nächsten Freitag passt mir gut." Sie überlegt kurz. "Sollen wir uns dann dort treffen? Schlag eine Uhrzeit vor."

Yes!, jubelt Julius innerlich. Er liest Naels Notiz vom Zettel. Wenn sie eine Uhrzeit vorschlägt, sag ja. Wenn nicht, dann frag: "Um 19.00 Uhr?" Mutig fügt er hinzu. "Wir treffen uns beim Restaurant." - "19.00 klingt gut, ja." Maryama schweigt und überlegt was sie noch sagen könnte.



Als sich das Schweigen ausdehnt wird sie nervös. "Ja, Julius, äh..sollen wir dann so verbleiben? Ich muss leider aufhören. Browneye hat schon vor deinem Anruf zum raus gehen gedrängelt und ich glaube es wird akut langsam." Besagter Vierbeiner hat sich gerade gähnend wieder eingerollt und just in diesem Moment schmiegt sich Bungee wie eine zweite Haut an ihn, kuschelt sein Köpfchen an das vom Hund und beide schließen wohlig seufzend die Augen.

Glückselig lächelt er verliebt vor sich hin und lauscht ihren Worten. Als sie aufhört zu reden, sieht er auf den Zettel. Keines der Enden passt. Doch er vernimmt Tierlaute aus dem anderen Ende des Telefons, sodass seine Nervosität wie verflogen ist. "Streichle die beiden von mir. Viel Spaß beim Spazieren gehen!", kriegt er locker heraus. "Bis Freitag", verabschiedet er sich und legt auf. Hach, Maryama!

(In Zusammenarbeit mit @simscat2.)

>>> Maryama geht nach San Myshuno - Wohnung Sibylle Wolff
>>> Julius geht nach Willow Creek Nr 7 - Restaurant Panorama >>>


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06.01.2024 17:18 (zuletzt bearbeitet: 28.04.2024 16:08)
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#297
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<<< Hannah kommt von Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (2) <<<

Charaktere: Hannah, José, Nael
Geschichtsstrang: Kein Blatt vor dem Mund

Nach einem regnerischen Tag kehrt Nael müde von der Arbeit in seine Wohnung zurück. Beim Betreten bemerkt er sofort, dass auf den Fensterbänken zum Garten hin überall Handtücher ausgelegt sind. Neugierig fasst er eines der Handtücher an und spürt Feuchtigkeit. Was geht hier vor sich?



Mit schnellen Schritten geht er aus seiner Wohnung und nimmt die Treppe nach unten, um seinen Eltern einen Besuch abzustatten. Beim Öffnen der Tür blickt er in den Wohnraum und erkennt auch dort auf den Fensterbänken zum Garten hin Handtücher.

"Mam?" Er geht näher an den Esstisch heran, der mit Plänen und Angeboten gefüllt ist.



Hannah kommt aus dem Badezimmer und lächelt, als sie ihren Sohn sieht. "Schatz, schön Dich zu sehen. Wie war die Arbeit?" - "Eh.. ja ganz ok, aber was ist hier los?" Erst zeigt er zu den Fenstern, dann zum Tisch. "Hach, ja. Sehr ärgerlich alles." Detailliert erklärt die Mutter ihrem erwachsenen Kind, dass es Undichtigkeiten an den Fenstern gibt, die dringend behoben werden müssen. "Wir kommen um einen Fensteraustausch nicht herum. Sie sind schon recht alt. Außerdem haben wir überlegt, im Zuge dessen direkt einen Wintergarten anzubauen. Auf Nachfrage hat das Bauamt grünes Licht gegeben. Wir sind weit genug von den Grundstücksgrenzen entfernt und dann wäre hier das Büro weiterhin und im Wintergarten nur unser privates Reich zum Entspannen."
Der Austausch der Fenster ist Nael schlüssig, doch ein weiterer Anbau? Immer wenn es in der Vergangenheit Probleme oder Änderungen in der Familie gab, reagierten seine Eltern mit Renovierungen oder Sanierungen.

Die Alterung von Opa Horst und seine nachlassende Selbständigkeit und Selbstfürsorge, sowie der geplante Umzug von Theo und Julius haben bereits zu den Neubauplänen geführt.
Statt nur außerhalb des Haupthauses Veränderungen vorzunehmen, kamen seine Eltern auf die Idee, auch bei Alma und in der Elternwohnung ein paar Renovierungsarbeiten auszuführen.

Nach Almas angeblichem psychischen Ausfall, der für jede Menge Chaos in der elterlichen Wohnung führte, musste das Garcia-Ehepaar direkt renovieren, anstatt ein paar kaputte Möbel auszutauschen.

Und jetzt? Die Trennung von Marina und Joachim, Almas unverantwortliches Verhalten bei ihrer Arbeit und dann noch seine plötzliche Partnerin - weitere Gründe, die Rücklagen auszureizen und erneut Handwerker im Haus zu haben.

Doch bevor Nael seine Bedenken äußern kann, kommt José aus dem Schlafzimmer und betritt von der Küche aus den Wohnraum. "Hijo, du hiere. Madre schon erzahlen?" - "Ja, José, er weiß Bescheid. Nael, du kannst dann auch direkt überlegen, ob wir deine Wohnung nicht auch renovieren sollten. Der Fensteraustausch ist in deinem Bereich und sind wir mal ehrlich. So oder so müssen wir danach die Stellen ausbessern lassen. Beim Ausbau kann immer etwas kaputt gehen." Nach dieser Anmerkung kann sich der Bärtige einen Kommentar nicht mehr verkneifen. "Fensteraustausch ja, aber direkt eine Renovierung? Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ihr diesen Handwerkerstress braucht, um Euch von den anderen Problemen unserer Verwandten zu distanzieren."



Mit einem bösen Blick mustert die Ehefrau und Mutter ihren Sohn und verschränkt die Arme. "Also bitte, Nael. Wir haben hier keinen Neubau. Man muss immer investieren. Und wenn Du ehrlich bist, deine Freundin scheinst du ja vor uns verstecken zu wollen. Ist dir unser Haus etwa peinlich?" - "Das stimmt doch gar nicht, Mam! Es hat sich halt noch nicht ergeben und ich ... ich hab doch gesagt, wir sind bald zum Abendessen hier." Doch Hannah schüttelt den Kopf. "Ja und dann kommt wieder etwas dazwischen. Das Spiel kenne ich schon aus deinen früheren Beziehungen. Nael, sei doch ehrlich, deine Wohnung ist veraltet und die Atmosphäre stört Euch beim Sex."

"MUTTER!" - "HANNAH!"



Entsetzt blicken die Männer zur Hausherrin, die einen ernsten Blick ihren Männern entgegenbringt. "Also bitte, tut doch nicht so, als wüsste ich nicht, dass unser Sohn sexuell aktiv ist." Verlegen wendet Nael seinen Blick ab. "Corazon, hore auf so reden. Hijo Sex habe - wir nicht rede. Puncto."
Die Verklemmtheit ihres Mannes kennt Hannah. Die Aufklärungsgespräche durfte sie in der Vergangenheit mit ihren gemeinsamen Kindern alleine führen. Daher verkneift sie sich den Kommentar, dass Josés kleine brave Tochter ebenfalls aktiv ist.

Mit hoch rotem Kopf und peinlich berührt, will Nael aus der Szenerie fliehen. "Wisst ihr was, ich mache mir einfach Gedanken, wie ich mein Zimmer neu gestalten möchte und es bleibt beim morgigen Abendessen. Wir kommen auf jeden Fall. Aber bitte rede nie wieder über .. du weißt schon." Mit einem Kopfschütteln und geweiteten Nasenlöchern mustert er seine Mutter, die mit einem Grinsen nickt. Daraufhin verschwindet Nael nach oben.

Unterdessen steht José noch immer schockiert vor seiner Ehefrau. "Was?", fragt sie ihn mit einem genervten Unterton. "Was er tut, tun wir schon lange." - "Hannah!" Mit einem Lächeln geht sie auf ihren Mann zu und schlingt seine Arme um ihn. "Entspann Dich, wir sind alleine. Apropos alleine..."


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07.01.2024 19:24 (zuletzt bearbeitet: 16.05.2024 18:16)
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#298
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<<< Miss Payne kommt von Willow Creek (3) <<<

Charaktere: Hannah, José, Nael, Miss Payne
Geschichtsstrang: Abendessen mit den zukünftigen Schwiegereltern

Heute haben José und Hannah ihre vermeintlich zukünftige Schwiegertochter zum Essen eingeladen. Der Tisch ist liebevoll gedeckt. Die Atmosphäre verspricht eine angenehme Zeit.

Während Hannah die Gerichte serviert wird das Gespräch lebhaft. Die Eltern werfen liebevolle Blicke auf ihren Sohn und dessen Freundin, während sie die leckeren Speisen genießen. Nach einiger Zeit lenkt sich das Gespräch auf Nael und Geschichten aus seiner Kindheit.

Verlegen spürt Nael die Aufmerksamkeit aller. Miss Payne freut sich darauf, mehr über Naels Vergangenheit zu erfahren. Ein Schmunzeln huscht über Josés Gesicht, während er sich an eine humorvolle Episode erinnert. "Mi Hijo konnte stundenlange mit seine Spielzeugautos spiele. Er habe eine ganze Sammelunge. Wir musste aufpasse, nicht darauf trete."



Hannah fügt lachend hinzu: "Er hatte auch eine Schwäche für Süßigkeiten. Eines Tages fanden wir ihn mit Schokolade im Gesicht, als er sich heimlich über den Vorrat hergemacht hat. Es ist so schwer, da ernst zu bleiben. Zum Glück sieht man ihm davon nichts an."
Nael versucht, sein leicht errötendes Gesicht zu verbergen, während Miss Payne herzlich lacht. "Das klingt nach einem aufgeweckten kleinen Nael", bemerkt sie fröhlich.

"Ich hoffe, Nael und ich werden eines Tages auch so tolle Eltern sein, wie Sie es sind", bemerkt Miss Payne mit einem warmen Lächeln.

Die Erwähnung von Kindern überrascht Nael, sodass er sich beinahe an einem Schluck Wasser verschluckt. Er setzt sein Glas mit einem leisen Klirren auf den Tisch. Seine Augen weiten sich vor Überraschung und er wirft einen flüchtigen Blick zu Miss Payne, der eine Mischung aus Schock und Verlegenheit verspricht.



Naels Reaktion bleibt von seinen Eltern nicht unbemerkt, die sich kurz anschauen und zurückhaltend lächeln. "Wer wisse, was Zukunft bringe." Miss Payne ist nicht ganz auf den Kopf gefallen und nimmt die Atmosphäre wahr. "Oh, ich meinte das eher allgemein. Natürlich denke ich nicht sofort an Kinder. Wir sind doch noch jung und haben viele Pläne für die Zukunft." Neugierig setzt Hannah nach: "Das klingt interessant. Welche Pläne habt ihr denn für die Zukunft? Karriere, Reisen oder vielleicht sogar eigene Projekte?"

Miss Payne erzählt von ihren beruflichen Ambitionen und den gemeinsamen Träumen, die sie mit Nael teilt. Sie spricht über ihre Reiselust und die Wünsche, die sie für ihre gemeinsame Zukunft hegt. Die Eltern hören aufmerksam zu, während Nael sich allmählich von seinem anfänglichen Schock erholt.



Während Nael versucht, sich nicht anmerken zu lassen, dass er in Gedanken an die Zukunft mit Miss Payne nicht so enthusiastisch ist wie sie, spielt er gekonnt mit. Er lächelt, wirft ein paar bejahende Bemerkungen ein und versucht, die Leichtigkeit in der Unterhaltung aufrechtzuerhalten.

Jedoch spürt Hannah, dass etwas nicht stimmt, entscheidet sich jedoch dafür, es nicht direkt anzusprechen. Ihre Mutterinstinkte haben sie geschärft und sie erkennt, wenn etwas im Verborgenen brodelt. Ein feines Stirnrunzeln, das nur für einen Moment über ihre Augen huscht, zeigt ihre Besorgnis, während sie Nael beobachtet. Nimmt er sie deshalb kaum mit nach Hause? .. Ich werde es schon noch früh genug erfahren!

>>> Miss Payne geht nach Willow Creek (3) >>>


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23.01.2024 10:51 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2024 16:51)
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#299
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<<< Annett kommt von Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (2) <<<

Charaktere: Hannah, José, Annett, Theodor
Geschichtsstrang: Ob er noch Single ist?

Am heutigen Abend hat Hannah Annett eingeladen. Entgegen Hannahs Annahme haben ihre Kinder als auch ihr Vater für das gemeinsame Essen abgesagt. Horst hat sich lieber von Theo zu Freunden aus dem Seniorenheim bringen lassen.

Die drei Erwachsenen sind bereits am Speisen und unterhalten sich angeregt. Plötzlich kommt Theo von der Terrassentüre ins Haus hinein. "Hallo alle zusammen!", grüßt er das Grüppchen. "Oh Theo, du bist wieder da. Ist Papa gut angekommen?" - "Klar, ich hol ihn heute Abend ab. Er sagte aber schon, es kann spät werden. Den Spruch 'die Jugend von heute' sollte man vielleicht noch mal umschreiben. Die Senioren sind auch nicht mehr das, was sie mal waren." Lachend geht Hannah auf ihren Schwager zu und bietet ihn an sich zu setzen. "Das ist übrigens Annett Mertens, die Pächterin der Pferderanch." Theo nimmt gerne Platz.



"Wir kennen uns bereits." Fragend sieht Hannah zu Theo und Annett. Damit hätte sie nicht gerechnet. "Als ihr im Urlaub wart, habe ich Theo die Steuerunterlagen überreicht." Josè ist froh, dass zumindest Theo die Vertretung übernommen hat, wenn sich Alma schon ihrer Verantwortung entzieht. "Na dann." Hannah bringt aus der Küche Teller und Besteck für Theo und serviert ihm das Essen.


- Drei Stunden später -


Nachdem der Nachtisch verspeist und die vier Erwachsenen gute Gespräche geführt haben, steht Annett auf. "Ich müsste mich jetzt auf den Heimweg machen. Meine Angestellte wartet auf mich, wir wollten uns nachher besprechen wegen ein paar Reitschülern." Hannah und Theo stehen zeitgleich auf, nur José bleibt noch sitzen und beobachtet die Szenerie. "Schön, dass du hier gewesen bist. Wir können das gerne wiederholen." Freudig umarmt Hannah ihre neue Freundin. "Das wäre wirklich sehr schön", bestätigt Annett. Zur Verabschiedung umarmt sie Josè, als auch Theo. Bei Letzterem fällt ihr der angenehme Geruch des Witwers auf. Ob er noch Single ist?



Nachdem Annett das Haus verlassen hat, geht auch Theo in seine Wohnung.

"Die beiden wären ein hübsches Paar oder nicht?", fragt Hannah ihren Gatten, der nur den Kopf schüttelt. "Halte diche da rause. Nicht einmische, Theo nicht wollen Frau. Er noch lieben Bärbel." - "Ach..", gibt Hannah entgeistert von sich. "Du immer mit deinem Pessimismus. Meinungen können sich ändern, so auch Gefühle. Manchmal bedarf es einfach... einem kleinen Schubs." Josè kennt seine Frau gut genug, um zu wissen, dass er gegen sie keine Chance hat. "Du machen ja eh was du wollen." - "Richtig", bestätigt die Ehefrau. "Als Nächstes laden wir Julius ein. Er hat doch erzählt, dass er bald ein Date mit Maryama hat. Dann könnten wir ihr direkt zeigen, sie ist in unserer Familie herzlich willkommen." Josè sagt gar nichts dazu. Die Zeit des Schweigens ist für ihn in dieser Konversation gekommen.



>>> Theo und Annett gehen zu Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (2) >>>
>>> José geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen >>>


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25.01.2024 05:12 (zuletzt bearbeitet: 04.03.2024 21:02)
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#300
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<<< Julius kommt von Willow Creek Nr. 7 - Restaurant Panorama (6) <<<
<<< Marina kommt von Henford-on-Bagley - Haus der Winters (3) <<<

Charaktere: Hannah, Marina, Julius, Nael
Geschichtsstrang: Familie gegen den Rest der Welt

Hannah öffnet die Haustür und umarmt ihre weinende Schwester Marina, die mit Tränen in den Augen vor der Tür steht. "Komm doch rein."

Nachdem Marina in der Wohnung ihrer Schwester auf dem Sofa Platz genommen hat und Hannah eine Tasse Tee aus der Küche bringt, beginnt die Fragerunde. "Was ist passiert? Warum weinst du? Ist es wegen Kilian? Es geht ihm sicher gut auf dem Internat." Marina schnieft und schüttelt den Kopf. "Nein, es ist nicht wegen Kilian." Sein Umzug hat sie zwar auch mitgenommen, aber darum geht es nicht. "Es ist wegen Vanice." Die Tränen rollen nun verstärkt über ihre Wangen. Tröstend setzt sich Hannah neben ihre Schwester und nimmt ihre Hand. "Ist etwas passiert?" Nach der Sache mit Tania macht sich Hannah große Sorgen. Ob Vanice abgehauen ist?

Marina holt tief Luft und versucht ihre Tränen zu unterdrücken. "Joachim hat mit mir gesprochen. Vanice möchte zu ihm ziehen. Sie meint, sie fühlt sich bei mir nicht wohl und ist sauer, weil ich Joachim rausgeschmissen habe." - "Kommt das wirklich von Vanice?", fragt Hannah, die dem Braten nicht traut. Doch Marina schluchzt. "Ja, Vanice kam später zum Gespräch hinzu und hat gesagt, ich hätte die Familie kaputt gemacht. Das kam nicht vom Joachim." Fassungslos schüttelt Hannah den Kopf. Die Pubertät. Die Rebellion als Teenagermädchen gegen die eigene Mutter.



"Jetzt sitze ich alleine in dem großen Haus. Ich gehe arbeiten, kümmer mich um beide Hunde und muss die gesamten Kosten alleine tragen. Joachim zahlt keinen Unterhalt mehr, was ich auch verstehen kann. Die Internatkosten, Tanias Wohnung und jetzt noch Vanice - das übernimmt alles er. Da kann ich keine Forderungen stellen." Traurig wischt Marina die Tränen aus ihrem Gesicht. "Ich liebe die beiden Hunde, aber sie sind mindestens sechs Stunden am Tag alleine. Tania hat kaum Zeit sich um die Beiden zu kümmern, Joachim kann die beiden nicht zu sich nehmen, da Tiere in seiner Dienstwohnung nicht erlaubt sind. Und Vanice.. Vanice meint, sie kann in ihr Elternhaus nicht zurück, das macht sie krank. Das heißt, sie kümmert sich auch nicht um Pirate und Nero."

Just in diesem Moment kommen Nael und Julius in die Wohnung. "Oh, hi." Nael bemerkt seine weinerliche Tante. "Stören wir?"
Hannah steht direkt auf. "Ehrlich gesagt ja, kommt doch bitte später wieder." Doch Marina lenkt ein. "Nein, nein. Bleibt hier." Besorgt sehen sich die Cousins an, bis Julius zu seiner Tante blickt. "Was ist denn passiert, Tante M?", fragt er. Daraufhin erzählt Marina, was sie derzeit bedrückt.

Naels Juristengehirn denkt nach. "Man könnte überlegen, ob du fürs Erste soziale Hilfen in Anspruch nehmen kannst, was das Haus betrifft." - "Nael, das wird nicht funktionieren", lenkt seine Mutter ein. "Das Haus ist viel zu groß für eine Person. Du weißt, dass Marina eine Erwerbsobliegenheit hat. Normalerweise müsste sie noch Unterhalt zahlen." Hannah hat Recht. Die Ämter würden jeglichen Antrag ablehnen.
"Hat Joachim Unterhalt verlangt?" Marina schüttelt den Kopf. "Nein, er wird sogar keinen Unterhaltsvorschuss beantragen, weil er nicht möchte, dass ich mich verschulde wegen dieser Arbeitspflicht." Julius hat keine Ahnung von Gesetzen, daher hält er sich aus dem Juristengequatsche heraus.

"Joachim hat mir ein Angebot gemacht." Gespannt sehen die Verwandten zur Langhaarigen. "Er will sein Elternhaus verkaufen, wir bekommen jeder die Hälfte des Kaufpreises und wir teilen die Wohnungen gleichmäßig unter einander auf." Zögerlich ringt Nael nach den richtigen Worten. "Das halte ich für keine gute Idee. Der Ehevertrag besagt anderes bei einer Scheidung wegen Ehebruch." - "Ja, aber der Ehevertrag wurde auf der Grundlage geschlossen, dass mindestens eines der Kinder bei Marina lebt. Das ist nicht mehr der Fall", gibt Hannah zu bedenken. Auch hier ist das Recht auf Hannahs Seite.



Die Angelegenheit ist verzwickt. Viele Stolpersteine und Tücken liegen auf dem weiteren Weg der alleingelassenen Mutter. "Was hälst du denn von Joachims Vorschlag? Würdest du darauf eingehen?" Hannah mustert die Mimik und Gestik ihrer Schwester. "Ich denke schon. Mein Arbeitgeber kann mich als Vollkraft derzeit nicht anstellen. Hätte ich einen Teil des Verkaufserlös, könnte ich diesen auch zur Deckung meines Lebensunterhalts nehmen. Zudem hatte ich überlegt, Tanias Wohnung neben eine der anderen zu nehmen. Joachim würde sich weiter an Tanias Kosten beteiligen, das hat er mir zugesichert."

Mit einem Grunzen schnappt sich Nael einen Stuhl und setzt sich gegenüber seiner Tante. "Eins muss man Joachim ja lassen, er versucht zumindest finanziell einiges wieder gut zu machen." - "Wenn das so wäre, könnte er Marina auch die Kosten für das Haus in Henford zahlen." Wütend verschränkt Hannah die Arme. "Mam, das ist total haltlos. Erstens ist es sein Elternhaus, seine Eltern haben ihm das vererbt. Das Erbe fällt nicht unter den Ehevertrag, sodass er Marina vom Erlös gar nichts geben müsste, geschweige denn sie aktuell mietfrei dort wohnen zu lassen." - "Stopp mal, er könnte auch alle Wohnungen an Marina geben, so wie der Ehevertrag es vorsieht. Aber nein, der Herr hält sich ein Hintertürchen offen, da er genau weiß, auf Dauer hat er mehr Gewinn von zwei Wohnungen, als einem Haus, das saniert werden müsste", argumentiert Hannah dagegen. "Du verstehst das nicht, Mutter. Das sind keine Luxuswohnungen, die Joachim hat. Außerdem laufen sicher noch Kredite, die er mit den Mieteinnahmen tilgt. Ich kann mir gut vorstellen, dass er seinen Erlös in die Deckung der Kredite steckt und dann hat Tante M auch was davon." Sowohl Hannah, als auch Nael reden sich in Rage. Im Gegensatz zu José gibt Nael jedoch nicht kleinbei und versucht, seine Mutter zu überzeugen. Doch der Betroffenen wird das Gerede zuviel. "HÖRT AUF!", schreit Marina durch den Raum. "Das Geld ist mir sowas von egal. Ich will einfach nur..." Ein lautes Schluchzen erfüllt nun die Atmosphäre. ".. meine Kinder. Ich schaff das so einfach nicht."



Die Kurzhaarige sieht ihren Sohn entschuldigend an und setzt sich wieder neben ihre Schwester. Es ist typisch, dass Sims mit einem juristisch-beruflichen Hintergrund an diese Dinge zuerst denken. Doch Marina hat Joachim geliebt und drei Kinder mit ihm. Da sind Gesetze und Regelungen zweitrangig. "Mach das, was dir gut tut." Tröstend streicht Hannah über den Rücken ihrer Schwester.

Julius beobachtet die Szene und ihm fällt etwas ein. "Tante M, ich könnte auch mal mit den Hunden spazieren gehen, wenn du willst." Mit einem Lächeln betrachtet Marina ihren Neffen. "Das ist lieb gemeint, aber ich fürchte ... ich werde die beiden ins Tierheim geben müssen. Sie brauchen nicht nur ein paar Spaziergänge, sie brauchen noch eine Menge Erziehung. Das kann ich ihnen auf Dauer nicht geben." Tierheim? Das ist für Julius keine Option. Er hat eine viel bessere Idee. "Nein, ich nehme die Beiden." Überrascht schauen die Verwandten nun auf Julius. "Ich wollte mir sowieso einen Hund anschaffen."



"Darüber habe ich schon mit Paps gesprochen. So könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Paps hat sicher nichts dagegen, wenn es zwei sind, statt einem. Außerdem wären zwei Wachhunde noch eine Bereicherung für das Grundstück, oder Tante H?" Freudig steht Hannah auf und umarmt ihren Neffen. "Das ist eine super tolle Idee, Julius. Ich bin so stolz auf Dich. Natürlich haben wir nichts dagegen, wenn auf dem Gelände auch Hunde sind. Und so ist deiner Tante sehr geholfen." Tränen der Freude kullern nun über Marinas Wangen. Soviel Unterstützung hatte sie nicht erträumt, als sie vor Hannahs Tür stand. "Die Familie ist immer füreinander da. Und den ganzen Rest mit Joachim wirst du auch noch meistern." Nael geht nun zu Marina und umarmt sie. "Familie gegen den Rest der Welt!"

>>> Nael geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen >>>
>>> Marina geht nach Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin, Logan (5) >>>


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