Windenburg - Lost Place

28.04.2026 14:08 (zuletzt bearbeitet: 01.05.2026 22:48)
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Ehemaliges Gemeinde- und Bürgeramt von Windenburg


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28.04.2026 14:21 (zuletzt bearbeitet: 23.05.2026 17:45)
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<<< Zac kommt von Evergreen Harbor Nr. 6 - Old Station Bar (2) <<<


Charaktere: Zac
Geschichtsstrang: Nichts vergeht



Es ist Abend, als er zurückkehrt. Es war Abend, als er ging. Wie viel Zeit vergangen ist, hinterfragt er nicht. Nicht mehr. Es spielt keine Rolle - weil es keinen Unterschied macht.
Dieses Mal war es unkompliziert. Sie war kooperativ - verstand, worum es ging. Und dass es keine Frage der Wahl war. Die Dinge sind eben, wie sie sind.
Yitzhak zieht die Luft tief durch die Nase ein, als würde er sein Bewusstsein in diesem Atemzug suchen. Seine Lippen formen ein unsichtbares Lächeln. Es gab eine Zeit, in der sich an diesem Punkt die Sehnsucht in ihm ausbreitete. Doch heute empfindet er nichts als Respekt und Ehrfurcht. Das Bild vor seinem inneren Auge legt er ab, zu all den anderen Erinnerungen, bevor er schließlich seinen Weg fortsetzt.
Das alte Gemeindehaus von Windenburg ist sein Ziel. Während der Arbeit im Shady Pines hatte er davon gehört. Vor Jahren wurde auf kommunaler Ebene beschlossen, verschiedene Gemeinden zu wenigen Verwaltungseinheiten zusammen zu schließen. Werden die meisten Amtsgebäude, die plötzlich ihrem eigentlichen Sinn und Zweck nicht mehr nachkamen, inzwischen anderweitig verwendet, bleibt der alte Bau in Windenburg ungenutzt und dem Verfall überlassen. 'Lost Places' nennt die heutige Jugend Orte wie diesen. Das Erkunden auf eigene Faust - oft mehr oder minder gesetzeswidrig - ist zu einem Szenetrend geworden, für manch einen eine sportliche Herausforderung.
Yitzhak begrüßt diese Entwicklung. Selbst wenn das aufrichtige Interesse an geschichtlichen Hintergründen zweitrangig bleibt, entsteht dennoch ein zarter Kontakt zum Vergangenen. Ehrfurcht für das, was einst war und vielleicht zu dem beitrug, was nun ist.



Die kleine Fähre ankert vor der Insel, und gemeinsam mit Einheimischen, Reisenden und Pendlern betritt er das kleine Eiland. Nur wenige Minuten geht er den Weg entlang, bis vor ihm das große Gebäude in die Höhe ragt.
Trotz der deutlichen Verwitterung ist es imposant. Zerschlagene Fenster, unkontrollierter Pflanzenwuchs und vom Meereswind gelöste Dachschindeln erzählen von Jahren der Vernachlässigung. Und doch haftet dem Bau etwas Unerschütterliches an – als hätte er sich dem Verfall nie ganz ergeben.
Yitzhaks Schritte verlangsamen sich. Sein Blick wandert über die Fassade, folgt den Linien, die einst mit Sorgfalt gezogen wurden und nun von der Zeit verzerrt erscheinen. Für einen Moment bleibt er stehen. Seine Finger streifen über das raue Mauerwerk, spüren Kälte, Feuchtigkeit, Widerstand.



Es überrascht ihn nicht, dass man diesen Ort irgendwann aufgegeben hat. Hin und wieder geraten Dinge aus dem Blick, wenn sie beginnen, mehr zu fordern, als sie unmittelbar zurückgeben.
Und doch ist da etwas, das sich benennen lässt. Ein leiser Nachhall – wie der verlassene Ort, der darauf wartet, wieder belebt zu werden.
Yitzhak entzieht der Wand seine Hand und setzt seinen Weg fort, mit einem zarten Lächeln im Gesicht.




>>> Zac geht nach Newcrest (2) >>>


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