Windenburg Nr. 24 - Park von Windenburg

10.01.2026 13:15 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2026 17:07)
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10.01.2026 17:26 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2026 20:56)
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Bücherstapler

<<< Maja Trasker kommt von Windenburg-Viertel Innenstadt <<<
<<< Jarred Cunningham kommt von Sulani Festivalgelände <<<

Charektere: Maja, Jarred
Geschichtsstrang: Tollpatsch

Die Sonne steigt über die Baumwipfel und beginnt die ohnehin schon warme Luft mit Mittagshitze zu fluten. Nur durch die Nähe zur Küste bleibt das Klima im Windenburger Park erträglich im Vergleich zu Willow Creek weiter im Landesinneren und dem städtischen Myshuno im Süden.Eine Stunde ist vergangen, seit Jarred nach dem Frühstück mit Mayve die sportlerfreundliche Anlage erreichte, um einen freien Kopf zu bekommen was nach den Ereignissen der letzten Tage bitter nötig ist. Unentwegt kreisen seine Gedanken um Alma und Avaluna. Damit nicht genug, hatte ihm der gestrige Besuch im Shady Pines die letzte geistige Kraft abverlangt der neue Bart hatte Gerlinde derart missfallen, dass er ihn noch am selben Tag abrasierte. "Du siehst aus, wie einer, der kleinen Jungs auflauert.", hatte sie gesagt. "Ist das jetzt dein Ding? Besorgt es dir dein kleines Flittchen nicht mehr?" Obwohl Jarred es gewohnt ist, von ihr beleidigt und denunziert zu werden, gelingt es ihm oft nur mit Mühe, ihre Sticheleien beiseite zu schieben, um nach einem tiefen Atemzug in seinen Alltag zurückzukehren. Doch dieses Mal spürt er, wie ihre Worte etwas in ihm verändern. Alles, was er tut, ist falsch. Es fehlt nur noch der sprichwörtliche letzte Tropfen, bis das Fass überläuft. Er muss einen Weg finden, Ausgleich zu schaffen. Das Tempo anziehend, beendet er die xte Runde im schnellen Lauf, hält auf den stattlichen Baum am Rand des Weges zu, und setzt einen Fuß zum Sprung gegen den Stamm, um im Aufstieg nach dem kräftigen Ast zu greifen. Seine Hände finden Halt, so dass er sich einige Male in fließenden Klimmzügen auf und ab bewegt, ehe er die Füße wieder auf den Boden setzt. Elegant federn Knie und Sprunggelenke die Landung ab. Kaum im stabilen Stand angekommen, beginnt er die nächste Runde in forderndem Lauftempo. Aufmerksam sucht er die Umgebung nach kleinen Herausforderungen ab, um sich einem erfrischenden Parcours zu widmen, als sein Augenmerk auf einige Spielplatzgeräte fällt. Damit ließe sich etwas anfangen. Da der Park um diese Zeit, bis auf einen Hundebesitzer und eine junge Mutter, verlassen ist, wendet er dem Ziel im Lauf den Hinterkopf zu und setzt den Weg im Rückwärtsgang fort, ohne zu ahnen, dass just in diesem Moment jemand den Pfad betritt.

Maja wirkt gedankenverloren, während sie durch den Park spaziert.Die warme Sonne liegt wie ein Filter auf den Blättern, und das Vögelgezwitscher ist eines der wenigen Geräusche, die sie wahrnimmt. Den roten Pullover, den sie heute Morgen noch benötigt hatte, hält sie in der einen Hand, in der anderen einen Tee to go einen Früchtetee, mit Honig gesüßt.
Chase hat sie durcheinandergebracht; immer wieder hallen seine Worte nach: „Face to Face… du siehst aus wie eine von den Guten… war kurz davor, nur noch Quatsch zu reden, um länger zu bleiben.“Während sie geht, blickt sie auf den Boden und schießt immer mal wieder einen Kieselstein zur Seite.Natur, Umgebung und die dazugehörigen Reize wandern in den Hintergrund.„Warum denke ich überhaupt über ihn nach?“, fragt sie sich. Sie hat den Gedanken nicht nur im Kopf ausgesprochen, sondern leise vor sich her gemurmelt.Dem Pfad folgend, bleiben ihre Augen weiterhin auf den Boden gerichtet. Das sollte sich jedoch jetzt ändern sie achtet nicht auf ihre Umgebung und stößt mit einem Mann zusammen. Ohne zu begreifen, wie die Situation passiert ist und mit wem sie da nun auf der Erde sitzt, ist sie spätestens jetzt im Hier und Jetzt. Ihr mittlerweile abgekühlter Früchtetee ist komplett auf seinem T-Shirt verteilt.Ihre Augen weiten sich…

Ein plötzlicher Stoß im Rücken bringt Jarred ins Stolpern. Mit den Armen rudernd versucht er, das Gleichgewicht zurückzugewinnen was den Zusammenprall nur schlimmer macht. Anstatt der erhofften Balance findet er weiteren Widerstand, als sein Arm gegen einen zierlichen Körper prallt und beide ächzend im Staub landen. Durch das jahrelange Training geschult, rollt sich sein Körper automatisch ab, so dass er unbeschadet, aber mit den Beinen in denen der jungen Frau verknotet liegen bleibt. "Meine Güte!", seufzt er überrascht, während er die Gliedmaßen sortiert und sich elegant in den Stand bringt. "Das tut mir furchtbar leid." Eine Hand zu ihr herunter streckend hilft er ihr beim Aufstehen, ehe er eilig Pullover und Pappbecher zusammensammelt, um ihr beides entgegenzureichen. "Bitte entschuldigen Sie. Ich hätte aufpassen müssen. Haben Sie sich verletzt?" Die hellgrünen Augen mustern sie prüfend, tasten ihre Gelenke nach auffallenden Schonhaltungen ab, bis er zuletzt das leicht gerötete Gesicht inspiziert. Hat er ihr einen Kinnhaken verpasst?

Maja sagt einen Augenblick nichts und versucht sich zu orientieren.Ihre Atmung ist vor Schreck schnell, und sie schaut an sich hinunter, während sie sagt: „Nein… ich glaube nicht.“Sie streicht einmal über ihre Arme und Beine, als wolle sie prüfen, ob alles noch an Ort und Stelle ist.Maja versucht, das Chaos in ihrem Kopf einzufangen, bevor sie wieder aufblickt und ihm ein vorsichtiges, fast entschuldigendes Lächeln schenkt.„Das war eindeutig meine Schuld. Ich habe nicht aufgepasst.“
Sie nimmt seine Hand an und steht wieder auf. Ihre Bewegungen wirken ruhig, fast elegant.Nachdem sie ihm den Pullover und den Pappbecher dankend abnimmt, fällt ihr Blick auf sein T-Shirt.Erschrocken sagt sie, ein wenig zu schnell:
„Es tut mir so leid… Ihr T-Shirt. Kann ich etwas tun? Die Reinigung bezahlen, zum Beispiel?…“

Überrascht sieht Jarred an sich herunter. So ein Mist! Auf der Brust saugt sich ein roter Fleck tiefer in den Stoff des Shirts hinein. "Einigen wir uns darauf, dass wir beide nicht besonders achtsam waren.", lächelt er freundlich. "Eine professionelle Reinigung wird nicht nötig sein. Es ist nur ein Sport-Shirt." Mit etwas Geduld und Gallseife wird er es vielleicht sauber bekommen. "Darf ich Ihnen stattdessen Ihr Getränk ersetzen? Ich wollte ohnehin gerade etwas trinken." Eine glatte Lüge. Wenn es nach ihm ginge, würde er seinen Körper bis in die Abendstunden schinden. Aber die Vernunft sagt ihm, dass eine Pause durchaus angebracht ist.

Maja hält kurz inne und schüttelt sanft den Kopf.„Ein Ersatz ist nicht nötig… aber…“Sie schenkt ihm ein freundliches Lächeln und deutet zum Marktplatz, während sie fragt: „Was halten Sie davon, wenn wir ein Stück in Richtung Markt gehen? Das wäre eh meine Richtung. Dort ist ein kleiner Stand mit frischer Limonade und auch Wasser, falls Sie es als Sportler eher gesünder mögen?“ Maja richtet ihren Pullover und fügt hinzu: „Und sich natürlich trauen, mit so einem großen Fleck auf dem T-Shirt die Blicke auf sich zu ziehen…“ sagt sie leicht amüsiert.

"Meine Mutter würde mich vermutlich ohne Abendessen ins Bett schicken, wenn ich mich so sehen lasse.", schmunzelt er den Fleck betrachtend, ehe er den Blick der jungen Frau auffängt. "Aber die alte Dame ist Gott sei Dank nirgends zu sehen. Also wage ich es." Erneut reicht er ihr die Hand. "Ich bin Jarred." Sein warmes Wesen betrachtet sie offen. Sie ist im Hochsommer mit einem Pullover unterwegs. Ungewöhnlich, findet er, doch bei einer so zierlichen Statur wäre sie nicht die erste Bekanntschaft, die selbst bei warmen Temperaturen zum Frieren neigt.

„Meine auch…“, sagt sie mit einem freundlichen Lächeln.Sie sieht auf seinen Fleck und dann wieder zu ihm. „Dann lass dich aber nicht erwischen“, fügt sie hinzu.Sie nimmt seine Hand entgegen und sagt: „Maja..“Ihr Blick wird sanft.
„Darf ich dich fragen, warum du nicht wie jeder andere auch vorwärts läufst?“ Der Markt ist nur wenige Meter entfernt und zusammen spazieren sie auf einen kleinen Stand zu.Bedient wird er von einer älteren Dame. Sie hat eine tolle Ausstrahlung.Maja schenkt ihr ein höfliches Lächeln, als sie sie begrüßt.Sie schaut in das Regal frisch gepresster Orangensaft, Apfelsaft, diverse andere Säfte, Wasser und überlegt, bevor sie sich zu Jarred dreht:
„Was kann ich dir anbieten?“

"Eine berechtigte Frage." Jarred lacht leise. "Rückwärtslaufen trainiert Gleichgewicht, Koordination und Balance.", erklärt er, während sie zum Stand gehen, wo er sich ohne Zögern für Orangensaft entscheidet. "Die Muskulatur wird anders beansprucht und die Gelenke weniger belastet.", fährt er dann fort. "Es trainiert vor allem die hintere Muskulatur, also Waden, Gesäß und Rücken und ganz nebenbei ist es auch fürs Gehirn eine gute Abwechslung." Höflich dankend nimmt er die Bestellung entgegen, zieht ein dünnes Portemonnaie aus der Hosentasche und legt einen Schein auf die provisorische Anrichte. "Aber das sind Dinge, die nur Sportbesessene faszinieren." Entschuldigend zuckt sein Mundwinkel in die Wange und lässt das Grübchen hervorlinsen. "Treibst du Sport?"

Maja sucht sich einen Apfelsaft raus.„Hey! Ich wollte dich einladen, nicht andersherum…“ Sie lächelt ihn an, kann ihn aber nicht abhalten.Dankend nimmt sie ihm den Saft ab.„Das klingt logischer, als ich es mir vorgestellt hatte…“, sagt sie freundlich, nachdem sie einen Schluck vom zu vollen Pappbecher abgetrunken hat.„Ich hab mal ’ne lange Zeit Yoga gemacht und immer mal wieder danach meditiert. Es hat Spaß gemacht, aber im Alltag finde ich nicht mehr so die Zeit dafür oder beziehungsweise ich nehme sie mir nicht. Du klingst aber so, als würdest du noch mehr Sport machen als nur zu joggen?“

"Yoga ist äußerst anspruchsvoll und deutlich anstrengender als viele glauben." Anerkennend heben sich Jarreds Brauen. "Ich habe tiefen Respekt vor jedem, der das ernsthaft betreibt." Ein selbstironisches Funkeln glimmt in seinen Augen auf nur einen kurzen Moment, ehe es hinter dem Grün verschwindet. Jarred und Maja verlassen wie von einer unsichtbaren Hand geführt den kleinen Platz, zurück in Richtung Park, der sich langsam zu füllen beginnt. "Außerhalb der Ferien unterrichte ich drei Mal die Woche Karate.", antwortet er auf ihre Frage. "Manchmal mache ich Parcour-Training oder spiele mit ein paar Kindern aus dem Heim Basketball." Zaghaft nimmt er einen Schluck aus dem Becher, woraufhin sich seine Mimik erhellt. Der Saft ist angenehm kühl und erfrischt augenblicklich.

„Das klingt nach ziemlich viel Verantwortung.Ich habe Respekt vor deiner Disziplin.“ Maja lächelt leicht.
„Wie alt sind die Kinder beim Basketball, kommst du gut mit ihnen aus ?“Sie nimmt einen Schluck Apfelsaft.
„Und… bekommst du bei all dem überhaupt noch freie Minuten für dich, oder ist dein Kalender einfach durchgetaktet?“ Während die beiden wieder im Park angekommen sind, merkt Maja nun auch die Wärme auf ihrer Haut und holt einen Zopfgummi aus ihrer Hosentasche hervor um sich während er spricht einen hohen halben Pferdeschwanz zu binden, dabei hört sie ihn weiterhin gespannt zu.

Verlegen schmunzelnd nimmt Jarred einen kräftigen Schluck. Der fruchtig süße Geschmack tut unheimlich gut, so dass er direkt noch einmal nachsetzt und erst danach antwortet: "Das ist ganz unterschiedlich. Die Kleinsten sind gerade Schulanfänger oder kurz davor. Aber hin und wieder sind auch Teenager dabei. Manche sind richtig gut, da komm ich ganz schön ins Schwitzen.", lacht er, ohne zu bemerken, wie die Ablenkung von den alltäglichen Gedanken seine Augen zum Leuchten bringen. "Im Karatekurs sind die Schüler natürlich nach Altersgruppen angemeldet, aber beim Basketball geht das auch mal quer durcheinander." Das aufgeregte Bellen zweier herumtollender Hunde erlangt seine Aufmerksamkeit, gerade als die Vierbeiner auf ihn und Maja zustürmen. Ausweichend macht Jarred einen Schritt zur Seite, so dass beide Tiere ungestüm zwischen ihnen hindurch preschen. Mit ernster Miene sieht er ihnen einen kurzen Moment hinterher. Er hat keine Ahnung von Hunden, aber sollte der Besitzer nicht auf etwas mehr Abstand bedacht sein? "Was ist mit dir?", fragt er, seine Gedanken neu ausrichtend. "Was beschäftigt dich so sehr, dass du keine Zeit mehr für Yoga und Meditation hast?"





Maja beobachtet Jarred aufmerksam, während er erzählt, und trinkt nebenher den süßen Apfelsaft.„Das klingt, als würdest du viel Herz und Energie reinstecken…“, ihre Stimme ist ruhig.„Wie gestaltet sich sonst deine Woche?“, fragt sie freundlich.Irritiert von den beiden Hunden tritt auch Maja einen Schritt zur Seite, schaut zu Jarred und ist sichtlich erleichtert, dass er es ihr gleich tut. Wieder zurück im Gespräch: „Ich bin selbstständig und schreibe Texte in jeglichen Arten mit meinen Kunden. Und, wenn ich nicht für andere schreibe, dann lese ich. Ich bin erst hergezogen und muss mich erst noch einleben“, gesteht sie.

Etwas verwundert über die Frage hüpfen seine Brauen in die Stirn. Wieso interessiert sie sich für seinen Wochenablauf? Oder ist das ein verzweifelter Versuch, seine Person zu thematisieren? Erfahrungsgemäß haben manche Sims Sorge, sie könnten desinteressiert wirken, wenn sich ein Gespräch nur um sie selbst dreht. Sanft lächelt er ihr zu, als er beschließt, das spannendere Thema zu vertiefen. "Dann hast du das Schreiben studiert?" Einen Moment ruht sein Blick auf ihr. Sie wirkt jung. Möglicherweise hat sie vor Kurzem erst das Studium abgeschlossen. "Warum diese Gegend?", fragt er weiter. "Warum nicht Rom, Paris oder Sydney?"

Maja hält inne.„Es ist gar nicht so leicht, das Gespräch nicht komplett auf sich selbst zu richten, ohne einer Person zu nahe zu treten mit Neugier und Fragen…“, denkt sie. Ein kleiner Augenblick der Stille. „Windenburg ist klein und für viele hier schon immer ihr Zuhause. Wenn ich meine Kunden verabschiede, dann mit einem lachenden und weinenden Auge. Sie öffnen sich bei mir und ich halte sie dabei, das verbindet.“ Sie atmet kurz ein und aus. „All diese Orte sind schön, aber die Wahrscheinlichkeit, die Menschen wiederzusehen, ist geringer, weißt du?..“ Sie denkt kurz nach, ob sie ihm erzählen sollte, dass sie eigentlich andere Träume hatte, aber lässt den Teil dann doch weg.„Ich hab erst angefangen und bin dieses Jahr erst fertig geworden.“ Sie lächelt freundlich.„Hast du auch studiert?“

Interessiert lauscht Jarred ihren Worten, ohne den Blick von ihr abzuwenden. Es ist offensichtlich, dass ihr der Kontakt zu Sims am Herzen liegt. Beinahe wirkt es, als hätte sie einen romantischen Blick auf die Welt, was ihn wärmend berührt. Tief im Inneren kann er diese Sichtweise gut nachvollziehen. Er hat sich immer nur gewünscht, Nähe und Harmonie zu teilen, vollkommen unabhängig von der Art der Beziehung zu Anderen. "Also ganz frisch im neuen Lebensabschnitt.", fasst er warmherzig zusammen. "Eine aufregende Zeit. Sich selbst finden, Wege und Grenzen austesten." Seine Augen leuchten auf. Wie herrlich ist es, wenn jemandem die ganze Welt offen steht. "Ich habe Bewegungs- und Sportpädagogik studiert.", erklärt er mit melancholischem Zucken in den Mundwinkeln. Ein Jammer, dass weder Schulen, noch Studios dieser Gegend Arbeit zu vergeben hatten. Vielleicht sollte er hin und wieder die Stellenangebote durchsuchen. Der Security-Job kann keine dauerhafte Lösung sein.

Maja nickt.„Genau, das hast du schön gesagt“, sagt sie, während sie ihm ein warmes Lächeln schenkt.
„Wenn du einen Sim kennst, dem mal die Worte fehlen, dann schick ihn zu mir. Du scheinst auf jeden Fall mit Worten umgehen zu können.“ Maja denkt zurück an all seine aufgezählten sportlichen Interessen.
„Das erklärt deine vielen sportlichen Aktivitäten. Ist Sport dann trotzdem noch ein Ausgleich, oder ist er dann doch eher dein Alltag?“, fragt sie interessiert.

"Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen." Die Brauen legen die Stirn nachdenklich in Falten. "Täglicher Ausgleich vielleicht." Verlegen lächelnd nimmt er das Kompliment entgegen. Nicht, wenn es drauf ankommt, denkt er mit einem schmerzenden Stich in der Brust bei den Gedanken an Alma, Avaluna und seine Mutter einer Person, deren Launen er verbal nie gewachsen war. An einer Bank setzen die beiden sich mit dem Blick zum Kinderspielplatz. "Könnte ich irgend etwas kennen, das du für jemanden geschrieben hast?"

An der Bank angekommen, nimmt Maja neben Jarred Platz. Auf dem Spielplatz gegenüber ist eine kleine Familie, die Eltern spielen mit ihrem Kind. Ein Bild wie aus einem Buch, und trotzdem wirkt es fremd für Maja. Sie schüttelt den Kopf und schlägt die Beine übereinander, der Blick nun auf Jarred gerichtet.„Hmmmm… ich denke nicht, vermutlich bin ich auch eher ein Thema, welches man verschweigt, weißt du?“ Sie überlegt kurz.„Meine letzte Kundin wollte ein Ehegelübde für ihren zukünftigen Mann schreiben.“ Sie lächelt.„Wir haben eine Menge Humor integriert, es kam sehr gut beim Mann an. Ich habe bisher eher persönliche Aufträge, aber wer weiß, was noch kommt.“
Ihr Blick ist fragend: „Welche beruflichen Möglichkeiten hast du nach dem Studium? Und es beinhaltet ja auch Pädagogik ist damit gemeint, wenn du mit den Kleinen trainierst?“




Ernst betrachtet Jarred seine Gesprächspartnerin. Er hatte sie falsch verstanden, wird ihm klar. Sie schreibt keine Bücher, zumindest nicht grundsätzlich. "Ich vermute, beinahe jeder Sim hat irgendwem irgendetwas zu sagen." Seine Worte klingen gedankenverloren, als würde er nicht merken, dass er sie ausspricht. "Kann man von so etwas leben?", fragt er, nun zielgerichteter und zurück im Dialog. "Entschuldige.", winkt er hastig ab, das verlegene Lächeln kehrt in sein Gesicht zurück. "Das geht mich gar nichts an." Mit einem großen Schluck leert er den Becher, um sich zeitkaufend neu zu ordnen. "Das müssen keine Kinder sein.", schwenkt er um. "Grob gesagt, geht es um den symbiotischen Fluss zwischen Körper und Geist. Das bewusste Wahrnehmen und die Verbindung zur Physis. Als Therapeut zum Beispiel, oder Sportlehrer, Trainer oder Coach." Entschuldigend ringt er sich ein Lächeln ab. "Das ist nicht sonderlich spannend."

„Möchtest du auch jemandem etwas sagen?“, platzt es aus Maja heraus.Ihr Blick wird nachdenklich.
„Naja, keine Kunden bedeutet kein Einkommen… Das Eigenkapital sollte stimmen, wenn man anfängt.“
Sie atmet einmal tief ein und aus und setzt sich im Schneidersitz auf die Bank. „Es ist am Anfang noch nichts, womit man leben kann, aber ich denke, das kommt noch“, gesteht sie.Sie schenkt ihm ein freundliches Lächeln.„Ich finde es sehr spannend. Danke, dass du es mir erklärt hast.Ich hoffe, ich gehe nicht zu weit mit der Frage: Ist es das, was dich glücklich macht?“

Berührt von Majas Frage senkt Jarred zart lächelnd den Blick. Es gäbe unzählige Situationen zu bereinigen. Er würde gern seinem Vater sagen, dass er ihm vergibt, weil er versteht, dass er gehen musste. Seine Brüder würde er bitten, der Familie nicht länger die Rücken zuzukehren. Ihnen allen würde er sagen, dass er alles dafür geben würde, könnte er die Zeit zurück drehen und die Vergangenheit ungeschehen machen. Ein Teil in ihm möchte ihnen entgegenschreien, was er jeden Tag in sich trägt. Die Schuld, die Last, die Familie zerstört zu haben. Nur wegen ihm ist alles zerbrochen. Aber was würde das ändern? Nichts in der Welt könnte seine Mutter besänftigen. Er weiß es. Er hat es versucht. Jahrelang. Nicht nur mit Worten. Er hat alles aufgegeben, um sie beim Umzug zurück in die Heimat zu unterstützen. Nichts hat es gebracht. Keinerlei Wertschätzung bringt sie ihm entgegen. Zu tief sitzt der Schmerz, den er ihr gebracht hat. So sehr er sich bemüht, ihr Gutes zu tun so sehr erinnert seine bloße Anwesenheit sie an alles, was sie durch ihn verloren hat. Er mag es sich nicht eingestehen, aber womöglich wäre es für beide Seiten besser, wenn sich ihre Wege trennen. Vielleicht kann sie dann endlich loslassen. Und vielleicht gelingt es ihm selbst auch eines Tages. Die Zukunft mit Alma liegt in Trümmern. Und Avaluna ...? Sie ist getrieben und ungebunden. Ein solches Leben kann er sich nicht vorstellen. Er möchte sesshaft werden, Kinder haben. Er sehnt sich nach Beständigkeit und Ruhe in einer vertrauensvollen Beziehung. Er sehnt sich nach ... Franky. Ihm hätte er sich öffnen können. Fast hätte er es getan. Vielleicht war Franky wirklich die Liebe seines Lebens. Ohne die traditionellen Werte seiner Mutter im Nacken hätten sie unter Umständen glücklich werden können. Ein zögerliches Aufschauen fängt den Blick Majas ein und holt die Frage zurück in den Vordergrund. 'Möchtest du auch jemandem etwas sagen?' "Wie viele Anliegen darf ein Kunde denn äußern?", fragt er peinlich berührt. "Ich habe zu viele Fehler gemacht, um mich für einen entscheiden zu können." Sein schuldbewusster Ausdruck lässt keine Zweifel aufkommen, dass er Majas Magie nicht in Anspruch nehmen würde selbst wenn es ihm ein Bedürfnis wäre. So persönliche Anliegen wie die mit Franky, Alma oder Avaluna könnte er nicht von Anderen bereinigen lassen. Obgleich Alma zumindest noch immer eine ausreichende Erklärung verdient. Ihr gegenüber ist die Scham zweifellos am größten. Das Vibrieren des Telefons reißt ihn aus den Gedanken. "Glück ist ein ziemlich großes Wort.", wechselt er das Thema, als er das Handy aus der Tasche zieht. Na also jemand interessiert sich für das Bike. Auf bemerkenswerte sechzehntausend Simoleons wurde der Wert des Fahrzeugs geschätzt. Geld, das er durchaus brauchen könnte. Doch es für sich zu behalten, kommt nicht in Frage. Noch immer treibt dieses absurd wertvolle Geschenk einen verletzenden Beigeschmack in seine Sinne. Als würde Avaluna ihn kaufen wollen. Ein weiterer Grund, nichts Ernstes mit ihr einzugehen. Zu seinem Bedauern hatte er bisher nicht den Mut, sie darauf anzusprechen. Schließlich will er nicht auch noch sie verletzen. Zusätzlich ist aus irgendeinem Grund das Zusammensein mit ihr jedes Mal so erotisch aufgeladen, dass er kaum dazu kommt, Worte in seinem Verstand zu bilden normalerweise gar nicht seine Art. Darauf kann man keine Beziehung aufbauen. Je mehr Tage vergehen, seit er sie das letzte Mal sah, desto klarer wird die Gewissheit: Sie ist und bleibt nichts weiter als ein Abenteuer. Ein über die maßen sinnliches zwar, aber mindestens ebenso ungesundSo sehr er sie gern als Freundin in seinen Kreisen sehen würde - er sollte einen klaren Schlussstrich ziehen. Vielleicht täte ihm ein Jahr Beziehungspause gut. Er könnte sich auf die Verwirklichung seiner Karriere konzentrieren. Zu sich selbst finden. Neu beginnen. Mit kurzen Worten willigt er einem Treffen mit dem potentiellen Käufer ein und widmet sich wieder seiner neuen Bekanntschaft. "Entschuldige, das war wichtig.", lächelt er warm. "Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht, dass ein Beruf mich glücklich machen kann. Aber er kann manche Dinge besser machen. Erträglicher. Einen Sinn schaffen."

Maja schaut Jarred nun in die Augen, sie lässt seinen Worten den nötigen Raum.„Manchmal… fühlen sich Fehler größer an, weil wir uns selbst härter beurteilen als jeden anderen. Was würdest du jemandem sagen, der dieselben Fehler gemacht hat wie du? Würdest du so hart urteilen wie über dich selbst…?“ Ihre Augen weiten sich; sie hat zu spät verstanden, dass ihre Gedanken nicht nur in ihrem Kopf geblieben sind.„Fehler machen wir alle… wir können sie nicht abschütteln, aber wir können Verantwortung übernehmen“, fügt sie sanft hinzu.Noch bevor er antworten kann, klingelt sein Handy.
Ein Moment zum Sortieren und Durchatmen.„Ich glaube… ein Beruf muss nicht glücklich machen“, beginnt sie vorsichtig. „Aber er kann einen Menschen stabilisieren. Struktur geben. Halt. Vielleicht sogar Richtung.Glück… entsteht oft woanders.“ Ihr Blick wandert kurz zu der Familie auf dem Spielplatz und dann zurück zu ihm.
Maja hält inne. Glück… etwas, worüber sie schon unzählige Worte geschrieben hat, und trotzdem ist es so anders, es wirklich zu fühlen. Es ist zu schön, um es jeden Tag zu erleben, aber manchmal würde es den Tag leichter machen.
Maja denkt an Chase er hätte bestimmt die richtigen Worte gefunden, um ihr zu widersprechen.
Sie schüttelt die Gedanken weg und schenkt Jarred ein sanftes Lächeln.

Warm lächelnd ziehen Jarreds Mundwinkel in die Wangen hinein, während sie spricht. Natürlich würde er mit anderen nicht so hart ins Gericht gehen. In der Theorie weiß er das alles. Aber wie wendet man praktisch an, was man theoretisch weiß? Er hat versucht, Verantwortung zu übernehmen. Seit dreiundzwanzig Jahren versucht er es. Aber es genügt nicht. Die Schuld will einfach nicht verschwinden. Den Blick abwendend schaut er zu der kleinen Familie vor ihnen. Sie wirken nicht übermäßig glücklich, wie das Mädchen auf der Schaukel von seiner Mama bespaßt wird, während diese sich entspannt mit dem Vater des Kindes unterhält. Es ist eher eine Szene, die Zufriedenheit ausstrahlt. Eingespieltheit, Sicherheit. Wie schnell so etwas vorbei sein kann ..., huscht es Jarred durch die Gedanken. Ein Mal Unachtsamkeit zur falschen Zeit. Ein Wort, oder eine Tat, so verletzend, dass alles Andere zuvor im Schatten verschwindet. Und alles zerbricht. Glück und Sicherheit sind so unsagbar fragil. "Was macht dich glücklich?", fragt er und lenkt den Blick verzögert zu ihr zurück, in ihre rehbraunen Augen tauchend, auf der Suche nach etwas Tiefem, das Halt und Hoffnung gibt.

Maja senkt den Blick.Sie lässt den Moment wirken. „Mich…“, flüstert sie, als wäre sie selbst überrascht, dass dieses Wort sich zuerst formt. Sie hebt den Kopf, und ihre Stimme wird weich.„Es..sind die kleinen Dinge, die mich glücklich machen. Ein Lächeln, ein Buch mit Happy End, Kinder, die dieses Funkeln in den Augen haben, das ansteckend ist, ein Dankeschön, Liebe, gemeinsame Zeit, jemand, der wirklich zuhört..ich könnte unzählige Dinge aufzählen.“
Maja schenkt ihm ein sanftes Lächeln.„Vielleicht ist Glück manchmal nicht laut..vielleicht ist es das Gefühl, gesehen zu werden, so wie man eben ist. Ich habe Hoffnung, dass unter unzähligen Sims einer ist, den ich berühre mit Worten, Texten, Büchern, einem Lächeln..mehr wünsche ich mir nicht.“ Maja lässt den Moment still werden.

Jarred kann nicht anders, als zu lächeln. Was für eine schöne Seele diese junge Frau haben muss. Das Grün seiner Augen leuchtet kurz auf, als er sie berührt ansieht. "Das tust du."







( in Zusammenarbeit mit RivaBabylon )


>>> Maja geht nach Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers (2) >>>


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