Windenburg Nr. 2 - Maja's Haus

10.01.2026 13:04 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2026 17:03)
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11.01.2026 14:54 (zuletzt bearbeitet: 13.01.2026 19:29)
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Bücherstapler

<<< Maja Trasker kommt von Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers <<<
<<< Chase Rodríguez kommt von Windenburg- Viertel Innenstadt <<<

Charaktere: Maja, Chase
Geschichtsstrang: Ganz selbstverständlich

Maja kämmt sich durch ihr volles, langes Haar..sie trägt es heute offen.Sie atmet einmal tief ein und aus, als sie ihr Outfit begutachtet. Maja trägt eine weiße, elegante Bluse, die in einer schwarzen, enganliegenden Lederjeans steckt.Ein dezenter Gürtel trennt beide Bereiche voneinander. „Gut, besser wird es nicht…“, sagt sie zu sich selbst und begibt sich in die Küche, um Tee zuzubereiten.Sie wählt natürlich Früchtetee, und süßt diesen mit Honig. Auf dem Tablett liegen ein Päckchen Zucker und eine Schale mit Gebäck.Ein Blick auf die Uhr verrät, dass sie nur noch zehn Minuten Zeit hat. Mit einem zu schnellen Puls geht sie ins Büro, um Stifte und Zettel auf den Schreibtisch zu legen. Maja hatte schon den einen oder anderen Kunden, aber normalerweise hat sie ihre Kunden nicht vorher kennengelernt.Sie hält inne. Heute Morgen war sie kurz davor, seine Nummer wieder zu löschen doch nur zehn Minuten nach diesem Gedanken kam ein Lebenszeichen von ihm, als hätte er es geahnt.Maja wird unsanft wieder in die Realität geholt. Es klingelt an der Tür. Ein wenig zu hektisch geht sie hin..die Klinke fest in der Hand, zögert sie einen kleinen Augenblick, bevor sie sie herunterdrückt und die Tür einen Spalt öffnet.



Mit den Händen in den Hosentaschen, steht er lässig ein paar Zentimeter vor der Fussmatte und beobachtet wie die Tür sich einen Spalt öffnet. Die Sonne scheint ihm warm auf Shirt und Nacken. Das Gesicht, das im Türschlitz auftaucht lässt ihn lächeln. „Hey.“ sagt er automatisch, seine Stimme locker und unbekümmert. Er ist neugierig was jetzt passieren wird.

Maja lächelt ihn verlegen an und sagt fast flüsternd: „Hey…“ Die Tür nun komplett aufgemacht, geht sie einen Schritt zur Seite und fügt hinzu: „Komm doch rein…“ Sie atmet einmal tief ein und aus und deutet auf das Zimmer rechts vom Eingangsbereich. „Schön, dass du es einrichten konntest… du kannst dich schon mal ins Büro setzen, mach’s dir bequem. Ich hole nur fix den Tee.“ Eigentlich ist das nur ein Vorwand, damit sie sich kurz sortieren kann. Sie vertraut darauf, dass er wirklich ins Büro geht, und geht in die Küche, um das vorbereitete Tablett zu holen. Vor dem Tablett angekommen, versucht sie sich nochmal zu beruhigen.„Maja, er ist hier als dein Kunde. Entspann dich.“ Das Tablett fest umklammert geht sie auf ihn zu.

Wie immer wenn man ein fremdes Haus betritt, ist da dieser Geruch der ihm anhaftet, den Maja wahrscheinlich nicht mehr wahrnimmt. Es mag den Duft. Maja scheint ordentlich zu sein. Er folgt ihrer Wegbeschreibung mit einem feinen Lächeln und betrachtet dabei offen was ihm auf dem Weg begegnet. Sie lebt schlicht, was er gut findet. Kein übermässiger Materialismus. In ihrem Büro, betrachtet er die Einrichtung und stellt sich vor, wie Sims hier Maja ihre Geschichten vorstammeln, und Maja diese dann in verständliche halbe Sätze übersetzt. Er muss grinsen bei dem Gedanken, bis ihm einfällt, dass es vielleicht um Sims geht die nicht so sprechen können, wie es andere tun. Er denkt an seinen Bruder und wischt den Gedanken weg. Chase nimmt im Sessel neben dem Schreibtisch platz und beobachtet kurz darauf wie Maja mit köstlich dampfendem Tee in den Raum tritt. Er bemerkt das einzelne Zuckerpäckchen und zeigt schmunzelnd darauf. „Ist das… ein Test? Du traust mir zu, dass ich lernfähig bin, oder?“

Maja stellt das Tablett auf den Schreibtisch und erkundigt sich, ob er bequem sitzt. Das würde sie keinen Kunden sonst fragen, aber vermutlich möchte sie einfach alles richtig machen. „Mhhh“, sagt sie nachdenkend, „bist du lernfähig?“ fragt sie leicht neckend mit einem schiefen Grinsen. Sie reicht ihm eine Tasse und das dazugehörige Päckchen Zucker und setzt sich direkt gegenüber von ihm an den Schreibtisch, schlägt die Beine übereinander und beobachtet ihn, bevor sie fragt: „Und… welche Art von Text schwebt dir vor?“Sie versucht, so professionell wie möglich zu wirken, aber ihr Kauen auf der Unterlippe verrät sie.

Er behält das Päckchen zwischen Zeige und Mittelfinger und hält die Tasse mit beiden Händen. Mit den Unterarmen auf die Knie gestützt, rührt er anerkennend, grinsend in der Tasse. Als er nach ihrer Frage aufschaut, spürt er einen leicht unbehagliche Energie aus ihrer Richtung, die ihn dazu bewegt zu fragen: „Mach ich dich nervös?“, nicht zuletzt, auch um ihre Frage hintanzustellen.

Maja senkt den Blick und überlegt kurz, was sie jetzt sagt. „Egal, was ich jetzt sage, entweder er merkt es an meinem Verhalten oder ich gebe es einfach zu und bin unprofessionell…“ Sie schluckt. „Ach, egal.“ Maja gesteht: „Vielleicht ein bisschen…“ Ihr Lächeln ist entschuldigend, während sie parallel ihren Tee umrührt. „Ehm… möchtest du vielleicht erst von deiner Vorlesung erzählen..? Also… nur, wenn du möchtest.“

Er grinst. „Solang du nicht vom Stuhl kippst....“ Er lehnt sich zurück, die Knie etwas zu weit offen, als hätte er vergessen, wo er hier ist. Er zuckt mit den Schultern. „Es ging um Latané und Darley’s Model of Helping“, sagt er nach einer kurzen Pause. „Unsere Dozentin hat von deren Experiment erzählt. Weiss nicht, ob das spannend für dich ist. Jedenfalls haben wir darüber diskutiert, warum Sims in einer Gruppe weniger … uhm … alarmbereit sind. Egal, ob es um ihr eigenes Leben oder um das von jemand anderem geht.“ Chase kippt die Tasse in seinen Händen so weit, bis der Tee fast den Rand berührt, als würde es ihm helfen, sich zu erinnern, wie die Vorlesung abgelaufen ist.„Ich mags, wenn sie mir Kontra geben. Diesmal haben sie mich ausgesessen. Keine Ahnung, die waren irgendwie kollektiv im Energiesparmodus oder so.“ Er schaut auf und lächelt. „Vielleicht auch, weil ich vorher behauptet habe, dass die Wenigsten vor einer Gruppe ihre persönliche Meinung äussern aus Angst, falsch zu liegen.“ Seine Augen blitzen verspielt, dann stellt er sich halb auf, greift mit der Hand zwischen seinen Beinen nach dem Stuhl und zieht ihn näher zu Maja und dem Schreibtisch, ehe er sich wieder setzt. Er stellt die Tasse ab und stützt den Ellbogen auf dem Tisch ab. Mit dem Kopf in der Hand sieht er sie verschmitzt an.„War weniger aufregend, als es klingt. Sag mir lieber, warum ich dich nervös mache. Hab ich was Falsches gesagt? Sähe mir ähnlich.“

Maja atmet tief ein und aus, ihm zuzuhören entspannt sie sichtlich. Sie greift, während er erzählt, zur Tasse, trinkt aber nicht daraus. Sie lässt ihn aussprechen und beobachtet ihn. Maja ist innerlich tief beeindruckt, wie er seine Worte wählt gelassen, und er hat die Fähigkeit, so zu reden, als hätte sie die Vorlesung selbst miterlebt. Nach seinem letzten Satz fügt sie nur hinzu:„Ich denke… jeder war schon einmal in dieser Position und dementsprechend fühlten Sie sich vielleicht ertappt? Ich meine, eine Gruppe beinhaltet zwar vielleicht eine Verbindung durch eine gemeinsame Interesse/Zeit, aber ich denke, zum Beispiel ab drei Leuten kann ja gar nicht mehr diese Dynamik der Tiefe zwischen den Menschen sein… sowas empfinden ja vielleicht dann doch eher Zweier-Konstellationen. Und dementsprechend fehlt es vielleicht an Vertrauen, dass jeder sagen kann, was er möchte, ohne dass nicht mindestens einer dagegen wäre… oder wie siehst du das?“ Ihre Worte sind nicht provokant gewählt, sondern warm und nachdenklich. Sie trinkt einen Schluck Tee und beginnt zu husten, weil sie sich verschluckt, als sie sieht, dass er sich aufrichtet und ihr nun direkt gegenüber sitzt. Maja kann ein Lächeln nicht zurückhalten.Sie sieht tief in seine Augen und sagt: „Du hast eine Präsenz… du bist einfach da, voller Energie. Versteh mich nicht falsch, es ist nicht unangenehm.“

„Heisst also… ich mach irgendwas richtig.“ sagt er und schürzt neckisch die Lippen. Schliesslich nimmt er den Faden wieder auf.„Das ist ein berechtigter Gedanke, aber kurz gesagt: Sims drücken sich gern. Wenn zehn Leute rumstehen, wartet jeder, dass der andere was macht, damit er sich nicht zum Depp macht. Darum sterben Leute im vollen Zug fast unbemerkt.“ Chase schüttelt den Kopf, der immer noch in seine Faust gestützt ist. Dann lächelt er. „Willst du wirklich mit mir über den Zuschauereffekt debattieren?“Er schaut sie direkt an. Ihr Gesicht ist weich, aber nicht beliebig. Die Sommersprossen über Nase und Wangen, die ihm auffallen, nehmen ihr die Perfektion und gleichzeitig nicht. Sie hat nichts von dieser aufdringlichen „Schau mich an“ Schönheit. Sie sitzt da und ist einfach angenehm anzuschauen. „Ich wär dabei, aber ich glaub, du wolltest mir was zeigen. Wie fangen wir an?“

„Du hast recht… ich wollte nur… ja, fangen wir an. Welche Art von Text soll es denn sein, was ist der Anlass?“ Maja stellt ihre Tasse auf dem Tisch ab und streift dabei unbeabsichtigt seinen Arm. Sie hält kurz inne, zieht ihre Hand aber nicht direkt weg. Ein verlegendes aber gleichzeitig warmes lächeln spielt um ihre Lippen, während sie ihm tief in die Augen sieht.

Seine Finger lösen sich von der Tasse, und bevor ihr Arm sich zurückziehen kann, liegt seine Hand auf ihrer. So, als hätte sein Körper entschieden, bevor sein Kopf hinterherkam. Chase schiebt seine Finger tiefer in ihre Handfläche, als wäre sie etwas, das man genauer ansehen muss, bevor man versteht, wie man es hält. Seine Daumenkuppen streifen ihre Haut. Sein Puls zieht an, heftig und unangemeldet, und er tut so, als wäre es völlig normal, ihre Hand in seinen zu haben, während er spricht.„Gerade dachte ich… vielleicht sollte ich meiner Mom mal danke sagen.“ Es rutscht raus, bevor er prüfen kann, ob es lächerlich klingt. Für ihn klingt es plötzlich nebensächlich, verglichen mit der Tatsache, dass ihre Hand immer noch in seiner liegt. Seine Finger lösen sich erst Sekunden zu spät, wie wenn man etwas Warmes loslässt, das man eigentlich behalten wollte. Er räuspert sich, legt ihre Hand langsam zurück. „Keine Ahnung...“ Er lehnt sich zurück. Der Arm der zuvor eine Stütze war, hängt über die Tischkante. „Wie bringst du deine Kunden… ins rollen? Also… wie holst du die Wörter raus aus ihren Köpfen?“

Ihr Blick haftet auf Chase, sie weiß, was gerade passiert und benötigt keinen einzigen Blick zu seiner und ihrer Hand, um sich abzusichern. Er berührt nicht zum ersten Mal ihre Hand, aber dieses Mal ist es anders, näher… Sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen, und doch ist ihr Atem aus dem Rhythmus gekommen. Wie schaut man jemanden an, um ihm zu signalisieren, dass es okay ist, ich möchte das, denkt sie sich. Sie hört seine Worte, kann ihnen aber nicht folgen.Maja sortiert sich erst wieder, nachdem er ihre Hand losgelassen hat, und holt sich seine Frage wieder ins Gedächtnis.Nachdem er sich sanft gelöst hat, bleibt ihre Hand noch einen kurzen Augenblick so liegen, bevor sie zum Zettel und Stift greift. Noch mit dem Gefühl seiner Hand auf ihrer, dreht sie sich zum Schreibtisch und schreibt auf ein komplett weißes Blatt Papier in sauberer Handschrift die Überschrift: „Ein Dankeschön..“ Ihr Blick verharrt kurz auf dem Papier, ein kleines Ein und Ausatmen hilft ihr, ihn wieder anzusehen und sich wieder zu ihm zu drehen.„Eine schöne Idee…“, gesteht sie und schenkt ihm eines ihrer natürlichsten Lächeln. Solche Aufträge liebt Maja. Sie bieten die Chance, dass sie mit den Kunden philosophieren kann und trotzdem immer nur so viel, wie der andere geben kann. Sie hält den Stift fest in der Hand und schiebt ihn zwischen ihren Fingern hin und her. „Wofür möchtest du ihr danken…? Was verbindest du mit ihr…?“Ihre Worte sind ehrlich, fast behutsam, und sie nimmt ihn ernst. Sie rutscht nochmal auf ihrem Stuhl hin und her, bis sie eine Position gefunden hat, in der sie ihm gut zuhören kann. Sie legt den Zettel auf den Tisch, hält aber weiterhin den Stift in der Hand. Sie sieht auf seine Hand, die ihre vor einem kleinen Augenblick noch berührt hat, und schaut dann hoch und gibt ihm ein „Ich bin bereit“ Lächeln.

Chase lehnt sich zurück, verschränkt die Hände im Nacken und schaut einen Moment zur Decke. Er sagt ihr manchmal Danke, aber es fühlt sich oft nicht nach genug an.„Sie hat viel um die Ohren.“ beginnt er, ohne den Blick sofort zu Maja zu bringen. „Mein Bruder war… zehn als der Unfall passierte und unser Quartier abfackelte.“ Sein Kiefer spannt sich beim Erzählen. „Er sitzt seitdem mit kognitiven Einschränkungen im Rollstuhl.“ Er lässt die Hände sinken, sucht dabei Worte, die nicht pathetisch klingen. „Und meine Mom stemmt den Laden zu Hause quasi alleine. Auch wenn sie selber kurz vorm Umfallen ist. Ich bin nicht sicher ob sie, weiss das wir das sehen.“ Er lacht trocken durch die Nase, eine Mischung aus Bitterkeit und Bewunderung. „Sie hat nicht mal Zeit, sich scheisse zu fühlen. Sie macht einfach weiter. Für ihn, für mich, für meinen Dad.“ Er fährt sich durch die Haare. „Ich find diese Danke-Sachen schnell kitschig. So Hallmark-Karten-Bullshit. ‘Danke, dass du immer für mich da bist’… sowas würd ich ihr nie schicken.“ Er sieht Maja wieder an. „Ich will, dass sie weiss, dass ich sehe, was sie jeden Tag leistet. Auch wenn ich nicht mehr jeden Tag zu Hause bin um zu helfen. Weil sie Stärke hat, die ich bei den meisten nicht mal ansatzweise sehe.“ Seine Finger trommeln einmal auf die Tischkante, dann, ein kurzer Zug an einem Mundwinkel.„Wenn du das hinkriegst, dann bist du wirklich gut.“

Maja sieht ihn an, kein Mitleid, kein tröstender Blick, sondern respektvoll und warm.Nachdem er ausgeredet hat, beobachtet sie ihn, ohne zu bewerten. Ihr Gesichtsausdruck ist sanft und weich.Sie lässt den Moment still werden.Während sie mit dem Daumen über den Stift streicht, sagt sie ehrlich: „Du möchtest ihr zeigen, dass du sie siehst, und ein Danke wirkt dahingehend auch nicht als genug. Du möchtest ihr zeigen, dass sie nicht unsichtbar kämpft. Du willst ihr nicht danken, sondern ihr deine Bewunderung und Anerkennung geben… Das ist ein:“Ich habe gesehen, wie du gekämpft hast. Auch dann, als niemand hingesehen hat…“ Maja gibt ihren Worten Verstärkung, indem sie kurz nichts sagt.Sie schaut ihn tief in die Augen.„Wir machen das, Schritt für Schritt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Du könntest kreativ werden, indem du sie vielleicht in einem ihrer starken Momente zeichnest und wir mit kleinen Worten das Bild beschreiben, um die Wirkung des Bildes zu verstärken.Eine weitere Möglichkeit wäre, wir schreiben über einen dieser Momente, in denen du sie wirklich gesehen hast: über ihre Stärke, ihren Mut. Wir könnten auch eine kleine Geschichte schreiben, die dann versteckte, aber sichtliche Botschaften beinhaltet.Es gibt verschiedene Wege, um das zu sagen, was man empfindet, ohne es direkt auszusprechen aber sodass die Message klar ist.“Sie hält kurz inne..„Es muss nicht laut sein.. nur wahr..“ Während sie die Worte formuliert sieht sie zu seiner Hand..

Chase betrachtet sie. Er stellt sich vor, wie seine Mutter eine dieser Vorschläge erhält und wie sie leicht lächelt, ihn umarmt und selbst nicht weiss, wie sie sich bedanken soll. Und es kommt ihm der Gedanke, dass das vielleicht der Grund ist, warum es sich nicht nach genug anfühlt. Was erwartet er eigentlich? Er ist sich sicher, dass sie von Herzen dankbar ist, und das zeigt sie, indem sie sich kümmert, ohne sich zu beschweren. Maja hat möglicherweise recht. Er muss ihr keine Rede halten, in der alles gesagt wird. Eine Kleinigkeit, die sie nicht erwartet, das wird ihr sowieso gefallen. Und vielleicht wird sie, wenn sie zu Bett geht, nochmal dran denken, und das ist im Grunde doch schon alles, was er will. Er sagt naserümpfend: „Ich kann nicht zeichnen. Und subtile Geschichten sind glaub ich nicht so mein Ding. Ich würd gern benennen, was ich gesehen hab, aber mein Problem ist, dass ich sie damit nicht daran erinnern will, wie übel es manchmal war. Weisst du, was ich meine?“

„Verstehe..“ Sie überlegt und kaut sich dabei auf die Unterlippe.
„Vielleicht..ich hoffe, dass du weißt, dass du es echt gut machst. Auch wenn ich es nicht andauernd sage. In Kombination mit einer Umarmung oder einem Lächeln? Weißt du, es geht bei einem Danke nicht um die Worte, sondern darum, wie viel Gewicht mitschwingt.“ Sie atmet einmal tief ein und aus. „Darf ich dir etwas zeigen..?“Maja nimmt vorsichtig seine Hand und legt sie in ihre. Ihr Blick wird warm. „Es ist schön, dass du hier bist..und es versuchst.“ Ihre Wangen färben sich rosa, während sie hinzufügt.„Viel mehr wert als ein ‚Danke‘, oder…?“



Chase sagt nichts, lässt sie seine Hand halten und merkt ziemlich genau, was sie damit meint. Er schaut sie an, länger als geplant. Dann lächelt er. „Du bist gut.“ Er meint es so. Und das irritiert ihn selbst ein bisschen.Wenn das ihr Geschäft ist, dann kommt das, was sie ihm beschrieben hat, nicht ansatzweise an das ran, was er sich vorgestellt hat. Er hätte erwartet, dass es technisch ist, sachlich, irgendein Werkzeugkasten für Worte. Aber das hier fühlt sich… anders an.Er fragt sich, ob sie das bei jedem Kunden so macht. Wie schnell sie Nähe aufbaut.Wie leicht sie sie hält. Sein Kopf fängt an zu arbeiten. Er sieht Muster, mögliche Gründe. Man kommt zu ihr wahrscheinlich schon mit einem Grundvertrauen. Vielleicht wirkt das wie bei einem Therapeuten: Die Leute öffnen sich, weil sie es wollen. Oder weil sie es dürfen. Er blinzelt, löst sich ein Stück aus dem Gedankenstrom und hebt leicht das Kinn.„Wo hast du das gelernt?“

Maja atmet erleichtert auf und schenkt ihm ein warmes Lächeln.„Du bist..anders zu erreichen als die anderen Sims, deswegen musste ich anders an die Sache herangehen“, gesteht sie. Seine Hand immer noch in ihrer, streicht sie unbewusst mit dem Daumen vorsichtig über seinen Handrücken. Sie fragt sich, ob er sich jetzt aus ihrer Hand lösen wird, ob es zu viel ist..und doch fühlt es sich so vertraut an. Maja sieht ihn an und beginnt zu erklären,“Meine Kunden bringen ein Grundvertrauen mit. Sie wollen sich öffnen und erzählen. Bei dir ist es anders..Man muss Sims nicht unbedingt überzeugen..ihnen nur einen sicheren Weg zeigen.“ Sie lächelt zart und fügt leise hinzu„Auf diese Art zu arbeiten wird vermutlich einmalig bleiben.“

Chase bemerkt, dass sie seine Frage umschifft hat. Der Daumen, der über seinen Handrücken streicht, ist warm und ruhig. Er löst sich nicht. Stattdessen dreht er ihre Hand leicht, betrachtet ihre Finger. Die Nähe fühlt sich überraschend selbstverständlich an, auch wenn sein Kopf das Gegenteil behauptet. Schliesslich kennen sie sich kaum.„Und wie lautet die Antwort auf die Frage?“ sagt er grinsend und sieht sie wieder an. „Oder ist das ein Geheimnis?“

Maja lächelt entschuldigend.„Das..war keine Absicht. Ein Teil davon kommt aus meinem Studium, ich habe in Foxbury Literatur und Sprache studiert. Ich bin dieses Jahr erst fertig geworden, ich erwähne es meistens nicht.Natürlich sieht man mir an, dass ich noch jünger bin, aber ich möchte nicht, dass jemand daraus schließt, ich hätte keine Ahnung von dem, was ich tue. Ich möchte helfen, inspirieren und, wenn die Sims mein Büro verlassen, sie in ihrer selbstbewussteren, glücklicheren Version verabschieden.Der andere Teil..war schon immer da, schätze ich.“ Keine Ahnung, ob es an seiner Hand liegt, aber die Worte platzen aus ihr heraus, ohne dass sie lange nachdenken konnte. Ihr Blick wirkt nachdenklich, sie hält seine Hand nicht fester, aber auch nicht mit dem Gedanken, sie loszulassen.„Ich denke, wir haben ein ähnliches Ziel..wir wollen etwas verändern, oder?“

Chase hebt kurz den Kopf, als sie Foxbury erwähnt. Ein leises: Ah, okay. Er sieht sie einen Moment lang genauer an und irgendetwas zwischen Respekt und Verstehen gleitet durch seinen Blick.„Mit Leuten, die nicht schätzen was du kannst, weil sie dich für zu jung halten, möchtest du doch sowieso nicht arbeiten, oder?“ Seine Stimme ist urteilsfrei. In der nächsten Bewegung legt er seine freie Hand auf die, die er schon hält. Seine Daumen ruhen kurz auf ihren Fingern.„Verändern will ich was das ist richtig. Aber meine Art ist bei weitem nicht so einfühlsam wie deine.“ Er lässt offen, ob er mit Art, seine Art von Sims oder Seine Art des Verhaltens meint.Er drückt ihre Hand leicht. Dann öffnet er seine Finger, sodass ihre Hand auf seiner liegt und sie sie weg nehmen kann. Mit der anderen greift er nach der Tasse, nimmt einen Schluck.„Mh. Das nehm ich mit in die nächste Debatte.“ Er Grinst als wäre ihm das grade eingefallen.. „Einfühlsam VS in your Face.“ Der Blick bleibt bei ihr. „Wahrscheinlich kommt es aufs Thema an.“ Dann schnaubt er ein kurzes Lachen.„Bei dem, was ich verändern will, komme ich mit Einfühlsamkeit nicht weit. Die meisten Sims reagieren in diesen Themen erst, wenn ihnen jemand einen Spiegel hinhält.“ Kurz hält er inne und denkt, nach. Stellt sich vor wie er den Leuten ins Gewissen redet und wie besagte Leute dann zu Maja gehen, weil sie nicht wissen wie sie ihre neue Erkenntnis ausdrücken sollen.„Ich schubs sie an. Du holst sie ab.“Ein Kontrast, der ihm gefällt. Er weiss es, weil er dabei lächelt.

Maja spürt, wie sich seine Finger öffnen, doch anstatt die Hand wegzuziehen, rückt sie ein kleines Stück näher.Genug, dass er ihren Atem und ihre Wärme wahrnehmen kann. Ihre Finger suchen bewusst nach seinen, mutig, aber vorsichtig verschränkt sie ihre mit seinen.Nicht fordernd, nur ein Angebot, aber auch nicht zufällig.„Ich möchte tatsächlich nicht mit Sims arbeiten, die mich unterschätzen“, antwortet sie leise. „Alter sagt nicht viel über Tiefe aus.“ Ihr Blick sucht seinen.„Vielleicht..“, flüstert sie, „Sind Kontraste genau das, was ein gutes Team ausmacht.“ Ihre Augen funkeln, ihr Lächeln wird weich. „Darf ich dich etwas Persönliches fragen..?“

Sie kommt überraschend nah und er vergisst seine Hand, lässt sie offen. Eine Braue hebt sich, ohne dass er zurück weicht. Er kann das Muster in ihren braunen Augen erkennen. „Klar.“ sagt er schliesslich, nicht sicher was jetzt kommt.

„Du schiebst andere an, sagst du aber wer schubst eigentlich dich?“ Ihre Stimme ist sanft, fast zögernd. Sie lässt den Satz kurz ruhen. Maja schaut ruhig, nicht fordernd.„Jemand, der so viel Kraft nach außen gibt braucht doch auch jemanden, der ihn auffängt, oder?“ Langsam öffnet sie ihre Hand nicht drängend, eher als stilles Angebot. Er darf entscheiden, ob er sie zurücknehmen möchte.

Chase legt den Kopf leicht schief. Seine Braunen zucken kurz, nachdenklich. Er grinst, „Ist das die kryptische Fassung von: Hast du eine Freundin? Oder versuchst du den Bogen zu meiner Mom wieder zu schliessen?“ dann zwinkert er. Mit der Hand entscheidet er nichts, seine Wahrnehmung beobachtet was ihre Hand tut, die nun flach auf seiner liegt.

Maja lächelt schief, als hätte er sie durchschaut.„Ich frage mich nur..wer dir Halt gibt, wenn du für alle anderen die starke Stimme bist. Jeder braucht eine Kraftquelle..oder?“Ihre Finger verschränken sich langsam in seine, er hat die Hand vorher nicht weggezogen, das lässt sie mutig werden, auch wenn ihre Atmung schneller wird. „Und nein..ich glaube nicht, dass du eine Freundin hast, zumindest wäre sie bestimmt nicht glücklich hierüber.“ Sie hebt beide Hände an, ohne seine loszulassen, um genau zu zeigen, was sie meint. Ihr Mundwinkel zuckt. „Aber..du hättest es mir doch gesagt, oder?“ Als würde sie doch noch einmal seine Bestätigung benötigen.

Chase denkt kurz nach. Lola bringt ihn meistens auf den Teppich zurück, aber nicht immer. „Selbstantrieb.“ sagt er schliesslich gespielt trocken. „Funktioniert gut genug.“ Er schaut auf ihre Hände. Wie sie… Grenzen testet? Seine Finger tun es ihren gleich und verschränken sich mit ihren. Dann sieht er wieder zu ihr. Dabei kann er nicht genau sagen was er fühlt. In seiner Brust wird es eng und weit zugleich.Sein Grinsen wird schmaler. „Wenn ich eine hätte, würd ich hier nicht so sitzen.“ versichert er.„Sag mal…“, seine Stimme sinkt etwas, „…was geht dir eigentlich durch den Kopf, wenn du meine Hand hältst? Du machst das jetzt zum dritten Mal. Also irgendwas muss das ja in dir auslösen.“

Maja spürt, wie seine Finger sich mit ihren verschränken, und sofort stolpert ihr Atem.Ihr Blick wandert runter zu ihren Händen, als müsste sie sich noch einmal vergewissern, dass das, was sie spürt, auch wirklich stimmt.Ihr Blick wandert wieder hoch, errötet, und eine Haarsträhne fällt ihr ins Gesicht, sie stört, aber ihre andere Hand zittert; sie ist zu nervös, um sie wegzustreichen.Sie atmet tief ein und aus.„Selbstantrieb..“, wiederholt sie kaum hörbar.„Das..ist bewundernswert. Aber auch..einsam, findest du nicht?“ Sie bleibt mutig genug, nicht wegzusehen, auch wenn irgendwas in ihr sich definitiv verstecken wollen würde.Ihre Gedanken sortieren sich, bevor sie antwortet. Er wirkt distanziert, als könnte er seine Nähe und seine Emotionen kontrollieren, aber vielleicht macht es ihm nichts aus, vielleicht hat es keine Bedeutung. Seine Worte strahlen kaum Wärme aus, aber seine Handlungen sagen definitiv etwas anderes.Ist er wirklich so kühl, oder ist das seine eigene Unsicherheit, die mit eisigen Worten Abstand schafft, fragt sie sich.Innerlich ermahnt sie sich, Maja, er hält genauso deine Hand wie du seine, er hat sie nicht zurückgezogen und er macht mit. Ihr sitzt im selben Boot, nur hinterfragt er, warum..? Das sagt mehr über seine Unsicherheit aus als über deine.Also.. was löst es in mir aus?Sie merkt, wie lange ihre Antwort benötigt, und hat keine Zeit mehr, Folgendes zu überdenken,„Es..macht mich nervös und gleichzeitig..fühlt es sich an, als würde ich mit dem Feuer spielen und nicht wissen, ob ich mich verbrenne oder ob es mich zum ersten Mal wärmt“, gesteht sie.Sie lässt ihre Worte wirken und holt sich seine wieder hervor.„Dreimal..“ Sie lacht leise, ein bisschen ertappt. „Du zählst mit.“ sagt sie eher feststellend als fragend. „Dir ist die Anzahl bewusst, du spürst es auch. Was löst es in dir aus?“ Sie erinnert sich daran, er hatte genug Möglichkeiten, um seine Hand wegzuziehen hat er aber nicht. Das lässt sie verschmitzt grinsen auch, wenn ihre Wangen rot sind.

Chase sagt eine Weile gar nichts. Er lässt ihre Worte wirken und sieht ihr dabei direkt ins Gesicht, um zu prüfen, ob sie wirklich meint, was sie gerade gesagt hat. Seine Finger bleiben mit ihren verschränkt. Er verändert nur die Position ein wenig, damit die Hände besser ineinander liegen. Eine beiläufige, aber sehr klare Geste. „Ich versuchs mit der sozialverträglichen Version…“ kurz sucht er an der Decke nach Worten, dann sieht er sie wieder an. „Das… ist ne merkwürdige Situation.“ Ein kurzes Aufziehen seiner Braue. „Zwei Fremde, die so tun, als wär das hier normal. Drum frag ich mich auf der einen Seite, ob du das öfter machst. Vielleicht um Leute zu öffnen, vielleicht weil Berührung sie aus dem Kopf holt. Könnte ja sein.“ Seine Stimme bleibt unaufgeregt und er weiss dass er oft zu analytisch klingt. Aber das abstellen? Unmöglich. Auf sozialpsychologischer Ebene ist das einfach viel zu interessant. „Auf der Anderen Seite, gibt es nichts Greifbares, das das hier rechtfertigt.“ Seine Hand bleibt trotzdem um ihre geschlossen. „Rein logisch macht es null Sinn, dass wir hier sitzen und Händchen halten.“ Ein kurzes, trockenes Lachen. „Und ich bin jetzt nicht der Typ, der das romantisiert.“ Er lehnt sich etwas vor, sein Daumen bewegt sich kaum merklich über ihren.„Es ist angenehm. Und… du gefällst mir.“ Das auszusprechen regt den Rhythmus seines Herzens an, weil er nicht weiss wie sie das aufnimmt.„Das ist der Teil, den man schwer sagen kann, ohne dass es dich auf dein Äusseres reduziert.“ Er schüttelt leicht den Kopf, als wäre ihm sein eigenes Dilemma peinlich. Er würde lügen, wenn er sagen würde, dass das hier gar nichts mit Anziehung zu tun hat. Es hat. Und er hat keine Lust, so zu tun als wäre das nicht relevant. „Der Punkt ist: ich versteh noch nicht, warum es sich besser anfühlt als es das in diesem Kontext sollte.“ Dann ein fast schuldbewusstes Grinsen. „Das ist das Greifbarste, was ich dir anbieten kann.“

Sie schüttelt langsam den Kopf.„Chase..wenn ich jemanden öffnen will, stelle ich Fragen. Ich fasse denjenigen nicht an.“ Sie schluckt und versucht, nicht die Stimme zu verlieren.„Berührungen sind nichts, das man spielt. Nicht bei mir.“ Ihr Blick wird ernst, ihre Worte ehrlich.„Nein..ich mache das nicht oft, ehrlich gesagt gar nicht. Egal, ob fremd oder bekannt.“Sie atmet tief ein und aus, ihre nächsten Worte kosten Mut. „Ich mache es, weil mein Körper in deiner Nähe nicht ausweicht..sondern hingeht. Vielleicht brauchst du es dieses Mal nicht verschlüsselt, sondern ausgesprochen. Du ziehst mich an, ich bin beeindruckt von dir, und manchmal ist das, was man nicht kontrollieren kann..genau das, was man erleben sollte.“ Sie drückt seine Hand fester, spiegelt seine Bewegung und lehnt sich auch vor. Ihr Blick ist leicht gesenkt, ihr war nicht klar, dass sie sich jetzt so dicht gegenüber sitzen. „Du gefällst mir auch, dass du gut aussiehst, ist halt ein netter Nebeneffekt.“ Mutig hebt sie den Blick und lächelt ihn verlegen an, auch wenn die Wangen heiß sind. „Ich mache das..,weil du mich daran erinnerst, dass es Momente gibt, die nicht geplant sind. Nicht analysiert. Nicht verdient. Einfach da. Vielleicht musst du dich auch selbst daran erinnern. Oder du lässt mich dich daran erinnern. Das hier ergibt vielleicht keinen Sinn. Aber es fühlt sich richtig an..braucht es wirklich eine logische Erklärung?“

Seine Hand löst sich vollkommen selbstverständlich aus ihrer, nur um langsam zu ihrer Schläfe zu gehen. Kontrolliert vorsichtig schiebt er die Strähne die sie zuvor nicht zurückstecken konnte, hinter ihr Ohr. Er streift dabei ihre Haut und beobachtet ganz genau, wie sie reagiert Atem, Augen, Spannung im Körper. „Das…“ seine Stimme sinkt, „…mag ich.“ Ein leichtes Grinsen, schief und warm, nicht mehr rein analytisch. Sein Blick bleibt auf ihren Augen. „Wenn du nicht verschlüsselst.“ Sein Finger berührt noch immer den Punkt hinter ihrem Ohr, gewillt ihr Gesicht zu berühren, überwindet sich aber nicht. Dann lässt er die Hand sinken, aber nur bis zu ihrem Unterarm. Seine Hand bleiben dort. Er lehnt sich automatisch näher. „Mach das öfter.“ Sein Blick fällt kurz auf ihre Lippen kaum sichtbar, aber bewusst. Dann wieder hoch in ihre Augen



Maja friert für einen Moment ein, als seine Hand ihre Schläfe berührt. Ihr Atem stockt, sie hört seine Worte, kann aber nichts sagen. Sie rutscht näher, als hätte ihr Körper die Kontrolle übernommen.Sie spürt seine Wärme, atmet seinen Geruch ein. Der Blick auf seine Lippen, sie wartet so lange, bis er es merkt, und schaut ihn dann tief in die Augen. Der Mund ist minimal geöffnet, ihre Wangen glühen.

Nichts an ihm drängt. Er lässt nur zu, was ohnehin schon zwischen ihnen passiert. Seine Hand am Unterarm gleitet langsam nach oben, über die Innenseite bis zu ihrem Ellbogen. Sie rückt von selbst näher. Ihre Knie berühren seine. Ein leiser, körperwarmer Moment, der ihm unter die Haut fährt wie ein tiefer Atemzug. Er lehnt sich vor. Die Luft zwischen ihnen wird schmal. Seine Hand wandert vom Ellbogen weiter nach oben zu ihrer Schulter, dann an ihren Hals. Die Fingerspitzen landen knapp hinter ihrem Ohr. Erst seine Lippen, berühren ihre flüchtig testend. Für einen Moment hält er inne und spürt in sich hinein, ob etwas falsch, richtig oder einfach unausweichlich ist. Ein warmes Ziehen breitet sich aus, wie ein Kompass, der plötzlich exakt weiss, wo er hinzeigt. Er küsst sie, langsam und lässt sie den Rhythmus setzen, und als sie sich ein kleines bisschen näher schiebt, folgt er. Seine Hand gleitet in ihr Haar, nicht tief, nur an den Ansatz, wo er die Wärme ihres Kopfes spürt. Sein anderer Arm liegt nun an ihrer Hüfte. Ein kurzer Moment, in dem er sich erneut fragt, ob das zu schnell geht. Dann verläuft sich der Gedanke.

Eine Hand berührt vorsichtig seine Wange, die andere bleibt liegen. Ihre Gedanken mischen sich. Seine Lippen auf ihre, das Gefühl ist gleichzeitig verwirrend und doch erlösend. Als wäre es nie die Frage gewesen, ob es passiert, sondern nur wann.Seine Lippen sind sanft, beinahe vorsichtig. Maja erhöht nicht das Tempo, aber vertieft den Kuss. Nicht fordernd, aber als Zeichen, dass sie wirklich will.Ihre Augen geschlossen, lächelt sie in den Kuss hinein, während sie die zuvor ruhige Hand an seinem Rücken legt, vorsichtig zieht sie ihn damit dichter, einladend, nicht drückend.Ihr Kopf ist aus, die Umgebung verschwommen, als sie sich kurz vom Kuss löst. Nicht, um aufzuhören, sondern um ihre Atmung zu kontrollieren. Danach setzt sie von sich aus neu an, sie übernimmt den Rhythmus und wird dabei mutiger. Die eine Hand hält sein Gesicht nun ein bisschen fester und die Hand am Rücken krallt sich leicht in sein T-Shirt. Der Kuss wird ein wenig inniger als vorher, sie gibt sich dem Gefühl hin.

Es ist unausweichlich. Aber auf die gute Art. Chase spürt ziemlich genau was sie will und was er will und zieht sie näher. Er denkt nicht darüber nach. Die Hand an der Hüfte schiebt sie zu sich heran, bis sie auf seinem Stuhl kniet. Seine Hände wandern beide ihren Rücken hinauf, fast darum flehend, dies unter dem weissen Stoff den sie trägt tun zu dürfen. Seine Lippen bleiben bei ihren. Er hört nur noch das rascheln des Stoffes und ihrer beider Atem. Seine Augen sind geschlossen, während das weite Gefühl schubweise von seiner Brust in den Bauch pulsiert. Er umarmt sie fester, will ihr Gewicht auf, und ihre Körperwärme an sich spüren. Sein Denken ist vollständig abgeschaltet. Aber er bemerkt ihr lächeln und tut es ihr kurz gleich, ehe er vorsichtig testet, ob sie ihm gewährt ihre Zunge zu kosten.

Maja zögert nicht. Kein Gedanke findet seinen Platz.Sie verlagert ihr Gewicht, langsam, bewusst, bis der Abstand zwischen ihnen verschwindet und sie auf seinem Schoß ihren Platz findet. Der Kuss vertieft sich, sobald sie seine Zunge annimmt. Beide finden einen gemeinsamen Rhythmus. Kein Zurückweichen mehr, keine Unsicherheit.Ihr Atem wird schneller, während beide Hände unter sein T-Shirt gleiten. Seine Haut ist warm, und ihre Fingerspitzen wandern in vorsichtigen, aber intensiven Bewegungen seinen Rücken hoch und runter. Der Kuss wird mutiger, sie testet und riskiert gleichzeitig, während jede Berührung ein unausgesprochenes „Ja“ ist. Ihre Atmung wird ungleichmäßiger, ihre Zunge sucht seine, schneller, intensiver als vorher. Wärme steigt auf, während jede Berührung von ihm ein Vibrieren auf und unter ihrer Haut auslöst. Maja lehnt sich näher an ihn aber sie löst sich erneut vom Kuss und merkt direkt, dass er fehlt. Ihr Blick wandert zu seinem Hals, ihr Atem stockt kurz. Sie zögert wenige Sekunden bevor sie sich ihrem Gefühl hingibt. Sie küsst seinen Hals entlang, langsam, zärtlich fast in Zeitlupe, bis sie wieder fast schüchtern seine Lippen sucht.



Schon fast dabei deutlich zu stöhnen, als sie seinen Hals küsst und die Gänsehaut sich schlagartig über Schultern und Arme abzeichnet, zieht er sie noch näher. Rutscht tiefer in den Stuhl, Becken an Becken. Der Kontakt macht eindeutig, wie er sich fühlt. Seine Lippen gleiten zu ihrem Ohr. Er streicht vorsichtig mit den Fingern ihr Haar dahinter und küsst die weiche Haut unter dem Ohr. Saugt langsam am Ohrläppchen, sein Atem geht stärker und er könnte sich komplett darin verlieren, während sie sich kaum merklich auf ihm beweget. Das ist so quälend gut, dass das nächste was er tut, während er wieder ihre Lippen findet, den obersten Knopf ihrer Bluse zu lösen. Nicht hastig. Im Gegenteil. Dann der Zweite.

Maja schließt kurz die Augen, als würde sie sich selbst erlauben, das zu fühlen, was sie sonst kontrolliert. Sie rückt näher, schiebt sich fester an ihn, sodass kein Raum mehr zwischen ihnen bleibt. Sie merkt, wie er ihre Bluse öffnet. Knopf für Knopf, zwei fehlen noch..Seine Lippen finden ihre, und sie übernimmt automatisch. Der Kuss wird inniger als davor, sie fordert seine Zunge heraus und stöhnt dabei leise auf. Bevor sie erneut zu seinem Hals wandert, diesmal selbstbewusst. Sie küsst erst die Stelle, dann beißt sie leicht hinein, immer wieder. Abdrücke entstehen, und sie lächelt zufrieden dabei.Ihre Finger finden den Knopf seiner Hose. Einen kurzen Moment hält sie inne, nicht aus Zweifel, sondern um ihm die Möglichkeit zu geben, es zu verstehen. Dann öffnet sie den Knopf, und die Hand liegt ruhig auf seiner Hose. Während die Hand bleibt, fordert sie den nächsten Kuss ein, unkontrollierter. Es ist nicht nur ein Kuss es ist ein lautes ich will dich.

Optionale Szene: [Fsk 18] Windenburg Nr. 2 - Maja


( in Zusammenarbeit mit Ripzha )

>>> Maja geht nach Willow Creek Nr. 17 - Magnolienblüten Park >>>


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14.01.2026 00:39 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2026 21:38)
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Bestseller-Schmied

<<< Ben kommt von Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers (2) <<<
<<< Ellie kommt von San Myshuno (6) <<<
<<< Maja kommt von Willow Creek Nr. 17 - Magnolienblüten Park (5) <<<

Charaktere: Ellie, Ben, Maja
Geschichtsstrang: Die Schönheit ungeplanter Wege

„Nur noch ein Katzensprung, versprochen
!“ Ben stemmt die Riemen seines schweren Rucksacks nach oben. Er wischt sich über die Stirn, während er gemeinsam mit Ellie seinen Weg fortsetzt. „Wäre doch echt schade, wenn wir die Chance nicht nutzen würden, dieses Wochenende noch unter freiem Himmel zu verbringen.“ Er lächelt. „Der Spot ist absolut abgelegen. Nur eine einsame verlassene Hütte ist in der Nähe, aber da wohnt keiner mehr.“ Er erinnert sich genau an den Moment vor einem Jahr, als er diesen Platz in der Nähe von Windenburg durch Zufall beim Wandern entdeckte.

Aber wir hätten doch wenigstens ein bisschen näher ranfahren können!“, beschwert sich Ellie. Ben quittiert ihr Klagen nur mit einem verschmitzten Grinsen. „Komm schon, wir sind doch gerade erst eine halbe Stunde unterwegs. Und jetzt schau mal da vorne! Da ist der See doch schon!“ Das Meckern ist schlagartig vergessen. Vor ihnen breitet sich der See aus wie ein flüssiger Spiegel, in dem sich das warme Gold der Abendsonne bricht. Ein sanftes Flattern und Zwitschern erfüllt die Luft, ansonsten herrscht eine fast andächtige Stille. Die Großstadt scheint Lichtjahre entfernt zu sein.



Ellie lächelt. „Okay, du hast gewonnen“, sagt sie zu ihrem Bruder, „Der Weg war wirklich alle Mühe wert. Muss ich direkt festhalten!“ Schade, dass sie ihre Staffelei nicht dabei hat, aber die hatte sie dann doch nicht schleppen wollen. Der Zeichenblock tut es aber auch. Ben lässt seinen Rucksack auf den Boden fallen. „Lass uns das Zelt aufschlagen, dann haben wir das hinter uns. Wer weiß, ob das Wetter so stabil bleibt. Danach gehört der See ganz deinen Stiften.“ Motiviert packen beide an. Es dauert nicht lange, bis das bunte Nylon gespannt ist und ihr Nachtlager sicher in der Abendsonne steht.

Der Wald um sie herum ist still. Diese vertraute, schützende Stille.Maja geht den schmalen Weg nach Hause, während der Gedanke an Chase hängen bleibt.Sie merkt, dass sie ihn innerlich prüft. Nicht misstrauisch. Sondern aufmerksam. Warum berührt er mich?
Dann ein Geräusch.
Nicht laut.
Maja bleibt stehen.Der Gedanke an Chase löst sich auf. Ihre Aufmerksamkeit zieht sich zusammen, richtet sich nach außen. Der Ort ist abgeschieden. Sie wohnt noch nicht lange hier. Sie geht weiter, langsamer jetzt.Ein kurzer Stich. Kein Schrecken. Nur dieses klare Wissen: Hier ist etwas nicht richtig.Maja tritt näher, sichtbar, aufrecht.
Dann Stimmen.
Gedämpft, aber deutlich genug, um nicht zum Wald zu gehören. Lachen, ein Satz, der abbricht.Maja bleibt im Schatten der Bäume stehen.
Sie beobachtet, und ihre Atmung wird schneller.Bis sie versteht, was sich dort abspielt.„Warte mal… steht da ein Zelt auf meinem Grundstück?“, fragt sie sich, als sie nun nur wenige Schritte davor steht.Zwei junge Menschen treten in ihr Sichtfeld.Maja versucht, die Situation zu sortieren.Das ruhige Zusammenspiel zweier Menschen, die sich hier nicht heimlich aufhalten. Es ist nur Unwissen.Das nimmt der Situation die Schärfe. Nicht die Irritation.Ein leiser Gedanke meldet sich: Sie konnten das nicht wissen. Der Ort ist abgeschieden. Ihr Haus verborgen. Sie wollte genau das.Sie nimmt den Mut zusammen und fängt an die beiden anzusprechen.
„Entschuldigung… ich glaube, ihr konntet das nicht wissen“, sagt sie ruhig. „Das… hier ist mein… Grundstück. Ich wohne hier…“ Ein kurzer Moment vergeht. Sie sieht die junge Frau an, dann ihn. Anders jetzt. Suchender. Und plötzlich klickt etwas. Maja runzelt leicht die Stirn.
Warte mal…“
Ein vorsichtiges, fast ungläubiges Lächeln.
„Wir kennen uns doch, oder?“



Ben dreht sich um. Sein Blick schweift zu der jungen Frau. Schweiß bildet sich auf der Stirn. Am liebsten wäre er im Boden versunken. Privatgrundstück. Und er zeltet hier einfach. "Oh, Entschuldigung, das letzte Mal wohnte hier noch niemand. Ich räume das Zelt natürlich gleich weg." Er will sich gerade bücken um mit dem Abbau zu beginnen, als ihm die Stimme plötzlich bekannt vorkommt... "Moment... die Kundin im Laden! Das warst du, oder?"

Er lächelt nervös. "In dem Fall sollten wir uns vielleicht auch namentlich vorstellen. Ich bin Ben, und das ist meine Schwester Ellie." Erneut fügt er nun hinzu: "Wir wussten tatsächlich nicht, dass jemand neu hier eingezogen ist. Im Haus war alles dunkel, aber das ist ja auch kein Wunder wenn du gerade unterwegs warst. Aber das ist schnell behoben." Zum Glück wirkt die junge Frau freundlich und verständnisvoll.

Maja schüttelt leicht den Kopf, als Ben schon Anstalten macht, das Zelt abzubauen.
Nein“, sagt sie ruhig. „Ihr müsst nicht aufbrechen..“
Sie lässt den Blick kurz über den See gleiten. „Ich verstehe, warum ihr hier geblieben seid. Der Ort ist wunderschön.“
Sie sieht zu Ellie, dann wieder zu Ben.
Ihr konntet nicht wissen, dass hier inzwischen jemand wohnt. Ich bin erst vor Kurzem eingezogen, und ich habe mir diesen Platz bewusst ausgesucht, gerade weil er so abgeschieden ist.“
Ein kleines Lächeln liegt auf ihren Lippen, mehr für den Moment.
„Ich bin Maja. Was führt euch hierher?“
Sie erinnert sich nochmal zurück, Ben hat in den Laden soviel Bedeutung gesteckt das ging nicht spurlos an Maja vorbei.
Sie fragt sich ob die Pflanzen und das campen im Zusammenhang stehen, ob er generell naturbegeistert ist.
Maja liebt die Ästhetik und den Dingen Bedeutung zu geben aber mit der Natur kennt sie sich nicht aus.

"Die Lust, das Wetter noch auszunutzen.", meldet sich nun Ellie zu Wort. "Ben hat so von hier geschwärmt, da hat er mich dann doch überzeugt, selber mal mitzukommen." Sie macht eine kurze Pause. "Es ist so anders hier als das Stadtleben in San Myshuno. Ein bisschen beneide ich dich für diesen Wohnort." Aber der Nachteil ist, dass es hier ziemlich abgelegen ist. "Danke, dass wir hier bleiben können." Ellie lächelt. Vor ihrem inneren Augen sieht sie sich bereits die Gegend hier auf Papier bringen. Bestimmt freut sich Maja auch über eine Zeichnung als Dankeschön.



Maja hört Ellie zu, ohne sie zu unterbrechen. Ein Nicken, ruhig, anerkennend.Ihr Blick bleibt einen Moment länger bei den beiden hängen. Wie Ellies Begeisterung noch nachschwingt. „Man merkt“, sagt sie ruhig, „dass du dich hast überzeugen lassen.“
Ihr Blick wandert zu Ben, offen, fast warm. „Nicht viele schaffen das.“ Ihr Blick löst sich vom See und findet Ben. Nur kurz. Dann dieser feine Zug um ihre Lippen, der mehr meint, als er zeigt. „Ich wusste gar nicht“, sagt sie beiläufig, „dass du dir das, was du verkaufst, später noch einmal face to face bei deinen Kunden ansiehst.“ Ein kaum hörbares Schmunzeln „Qualitätskontrolle, nehme ich an.“ Ein kurzer Atemzug. „Habt ihr alles, was ihr braucht?“, fragt sie schließlich. „Wasser, etwas Warmes? Wenn ich später Tee mache, kann ich euch gern etwas rausbringen.

Ben muss grinsen. "Natürlich Qualitätskontrolle. Für meine Kunden nur das Beste! Ich hoffe, deine Wahl war richtig? Bist du zufrieden mit deinem Kauf?" Maja wird ihm immer sympathischer. Nicht jeder würde so locker damit umgehen, auf dem eigenen Grundstück Camper zu erwischen, selbst wenn es nur ein Versehen war. "Wir wollen keine Umstände machen, aber ein Tee klingt wirklich gut. Wir haben zwar Getränke dabei, aber nur Wasserflaschen." Auch Ellie nickt. Sie wühlt in ihrem Rucksack um den Zeichenblock hervor zu holen. "Bei Tee bin ich auch dabei!"



Maja lächelt, als Ben von Qualitätskontrolle spricht.
Offenbar“, sagt sie trocken. „Ich war zufrieden. Die Blumen haben sich gut gehalten.“
Sie nimmt Ellies Bewegung wahr, den Zeichenblock, der aus dem Rucksack auftaucht. Sie überlegt zu fragen, aber es ist ja offensichtlich, dass sie zeichnet, und verwirft den Gedanken daran. „Tee klingt nach einer guten Idee für diesen Abend.“ Ein kurzer Blick auf die Wasserflaschen. „Hier draußen wird es schnell kühl.“
Sie nickt einmal, als hätte sie für sich entschieden. „Ich bringe euch gleich welchen raus. Gebt mir ein paar Minuten.“ Maja macht sich auf den Weg ins Haus.
Während das Wasser erhitzt, wandert ihr Blick zu dem Teller mit Gebäck auf der Anrichte. Sie zögert einen Moment, dann nimmt sie diesen und stellt ihn auf einem Tablett ab.
Maja trägt das Tablett hinaus.
Der Wald ist dunkler geworden, die Geräusche weicher. Das Zelt hebt sich nun deutlicher vom Ufer ab, ein warmer Farbfleck in der Dämmerung.
Sie bleibt kurz stehen, nicht aus Unsicherheit, sondern um den Moment einzuordnen. Dann tritt sie näher. Sie stolpert. Versucht noch, das Gleichgewicht zu finden. Dann gibt sie es auf. Das Tablett schlägt neben ihr auf, Tassen zerbrechen, Tee läuft heiß ins Gras.

Ellie dreht sich um, sieht Majas Ungeschick. Und sie hört ihren Bruder, der sofort zu ihr rennt. "Komm, ich helf dir auf.", ruft Ben. Er greift Maja unter die Arme, hilft ihr wieder auf die Beine. Er sieht sie genauestens an, überprüft sie auf kleine Wunden, die durch die Scherben entstanden sind. Doch es scheint alles in Ordnung zu sein. "Schade um den Tee." Aber es ist wichtiger, dass niemand verletzt ist.

"Und um die Kekse!", fügt Ellie wehmütig hinzu, während sie dabei aushilft, die Scherben aufzusammeln. Vorsichtig, in dem Versuch sich nicht zu schneiden. Einzelne Kekse sind noch auf dem Tablett verblieben, doch die meisten sind im Dreck gelandet oder vom Tee durchnässt. Sie legt die Scherben auf das Tablett, damit am Ende alles in eine Mülltüte geschüttet werden kann. Bald sammeln sie sich dort, bunte Muster auf der schwarzen Unterlage des Tabletts.

Es dauert nicht lange, da ist alles aufgeräumt. "So was passiert.", beruhigt Ben schnell. Ellie wirft einen letzten Blick auf die ruinierten Kekse. "Vielleicht können wir zu dritt neue backen?", schlägt sie vor, "Macht auch mehr Spaß als alleine. Wenn die Zutaten noch da sind, natürlich."



„Danke…“
, sagt sie leise, als ihre Füße wieder festen Boden haben.
Sie sieht Ben kurz an, einen kleinen Moment. Es hätte jeden bewegt, denkt sie, und beruhigt sich gleichzeitig. Niemand denkt, du bist schwach, Maja, sagt sie zu sich selbst. Sie schiebt den Gedanken nicht weg. Sie ordnet ihn ein. Sie tritt einen halben Schritt zurück, nur um wieder bei sich anzukommen.
Sein prüfender Blick bleibt an ihr hängen, und sie lässt es zu. Für diesen Moment.
„Es geht“, fügt sie hinzu.
„Der Tee ist ersetzbar“, sagt sie ruhig. „Ich bin froh, dass nichts passiert ist.
Als Ellie von den Keksen spricht, lächelt Maja. Ellie bringt so eine Leichtigkeit mit, die sie direkt vergessen lässt, dass ihr die Situation eigentlich unglaublich unangenehm wäre.
Sie überlegt kurz, geht das Rezept im Kopf durch.
„Neue Kekse backen klingt gut“, sagt sie nach einem Moment.
Nachdem alles aufgesammelt ist, schenkt sie beiden ein ehrliches Lächeln.
Maja geht zur Tür, öffnet sie und tritt zur Seite.
„Kommt rein“, sagt sie ruhig. „Macht es euch bequem. Die Küche ist direkt geradeaus kommt erst mal an.“
Maja ist anzumerken, dass sie außer ihren Kunden noch nie wirklichen Besuch in ihren eigenen vier Wänden hatte.
Man merkt ihr an, dass ihr Zuhause sonst stiller ist.

Die beiden Geschwister folgen den Anweisungen und finden die Küche ohne Probleme. Der kleine Raum strahlt eine Gemütlichkeit aus, die perfekt zur Bewohnerin passt. Ein Bild hängt an der Wand, auf dem "Bon Appetit" geschrieben ist. Bestimmt liebt Maja das Kochen und es schmeckt immer lecker bei ihr. Ellie setzt sich. Sie lächelt. Sie freut sich auf das Kekse backen. Eigentlich passt das eher in die Weihnachtszeit, als in den Sommer, aber das macht ja nichts. Es waren Kekse da, und die werden nun durch selbstgebackene ersetzt. "Hast du da ein Wunschrezept?", fragt sie, als auch Maja die Küche betritt.

„Eigentlich nicht“, sagt sie und bindet sich die Haare improvisiert zu einem hohen Pferdeschwanz.
„Ich backe selten nach festen Rezepten. Eher nach Gefühl.
Sie geht zum Schrank, öffnet ihn, schaut kurz hinein. Sie greift nach einer Schüssel, stellt sie auf den Tisch, dann folgen Mehl, Zucker, Kakao, Schokolade. Alles verteilt sich nach und nach, nicht ordentlich ausgerichtet, eher so, wie es gerade passt.
„Schokokekse gehen immer“, sagt sie ruhig und ein wenig aufgeregt.Sie dreht sich zu Ellie. „Du könntest die Schokolade klein machen, wenn du magst“, und stellt ihr die nötigen Utensilien auf den Tisch.Sie dreht sich ein Stück weiter, nimmt noch einen Messbecher aus dem Regal und stellt ihn dazu.



Und…“, sagt sie dann, „Vielleicht kannst du mir gleich beim Abmessen helfen?“ Und sieht dabei zu Ben.
Sie versucht sich zurückzuhalten, eigentlich würde sie im Normalfall diese kleinen Handgriffe alleine machen, aber sie genießt die gemeinsame Zeit.

"Auf jeden Fall!", freut sich Ellie und macht sich direkt an die Arbeit. Sie zerbricht die Schokolade zuerst in grobe Stücke und zerteilt sie dann ein weiteres Mal. Auf einem kleinen Unterteller sammeln sich die Stückchen, wo sie warten bis auch der restliche Teig fertig ist. Sie kann nicht widerstehen, sich einzelne Stücke auch schon vorher in den Mund zu schieben.

Ben bekommt von Ellies Nascherei nichts mit. Er ist abgelenkt durch das Abwiegen des Kakaos und der anderen Zutaten. "Ich backe ganz gerne.", erzählt er gerade, "Auch beim Einweihungsfest von Green Fingers vor einigen Monaten habe ich Kuchen in Blütenform gebacken. Was Kekse betrifft, ist es allerdings etwas her, dass ich die mal gemacht habe."

Ellies Freude steckt an, Maja kann nicht anders, als sie immer wieder lächelnd anzusehen. Sie hört Ben aufmerksam zu.
„Blütenform…“, wiederholt sie leise. „Das passt irgendwie“, und schenkt ihm ein Lächeln.
Sie rührt weiter, prüft die Konsistenz, gibt noch einen kleinen Löffel Zucker dazu.
„Ihr wolltet ja offenbar campen, war das eher ein Wir schauen mal was passiert Plan, oder macht ihr so etwas öfter?“ Sie hebt kurz den Blick zu den beiden. „Ich finde die Idee irgendwie schön.
Für einen Moment bleibt sie mit dem Löffel in der Schüssel stehen. Maja hat keine Geschwister, sie stellt sich das aufregend vor, gemeinsame Interessen zu teilen, dahingehend familiäre Sicherheit zu erfahren. Diese hat sie generell nie in der Familie gehabt, außer finanziell vielleicht, aber von Wärme keine Spur. Sie schüttelt den Kopf. Dann sieht sie wieder zu Ben. „Und falls du dir Sorgen machst“, fügt sie hinzu, „Kekse sind deutlich weniger anspruchsvoll als Kuchen.“

"Es war eine spontane Idee, aber manchmal machen wir das schon."
, erklärt Ben, "einmal sind wir dafür auch nach Granite Falls gereist. Aber als regelmäßig würde ich es jetzt auch nicht bezeichnen. Es kommt mal vor, ja. Aber ohne Muster." Er blickt aus dem Fenster. Das Zelt ist von hier aus nicht zu sehen. "Aber es ist auch schön. Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Und manchmal kann ich auch Ellie dazu anstiften." Die grinst. "Und diesmal hat es sich ja auch besonders gelohnt! Es gibt Kekse!"

Maja nickt. „Das klingt… frei“, sagt sie ruhig.Maja hört den beiden aufmerksam zu, während sie das Mehl abwiegt.
Ihr Blick geht kurz zu Ellie.
Und Kekse sind natürlich ein starkes Argument… damit kriegt man fast jeden überzeugt.“ Sie kippt das Mehl in die Schüssel. Ein wenig zu hastig. Ein kleiner Rest geht daneben, landet auf der Arbeitsfläche und ein wenig davon auf Bens Hand.
Maja hält inne.
Oh… tut mir leid, das war keine Absicht“, sagt sie sofort.
Maja greift nach dem Lappen, wischt die Arbeitsfläche sauber. Sie reicht ihm das Küchentuch, schmunzelt, überlegt kurz. Dann nimmt sie eine Fingerspitze Mehl zwischen ihre Finger und erwischt ihn an der Wange.
„Das… war jetzt Absicht.“
Maja beginnt zu lachen.
Upss.“



Ben kann nicht anders und er fällt in das Lachen mit ein. "Absicht, also. Soso. Machst du das immer? Deine Pflanzenprovider einmehlen?" Es ist ihm anzusehen, dass er das Ganze scherzhaft sieht und keinesfalls böse ist. "Aber ich muss schon sagen, die Kriegsbemalung steht mir gut." Er grinst, als er sein Spiegelbild im Fenster erblickt. "Fehlt nur noch deine!" Er schaut auf seine Finger, dann sucht er sich ebenfalls etwas Mehl um es Maja nachzumachen.

Ellie lehnt sich zurück und betrachtet die Szene schmunzelt. Sie steht auf, holt ihren Zeichenblock, und beginnt eine schnelle Skizze.

Maja lacht auf, als sie das Mehl an ihrer Wange spürt. Sie wischt sich mit dem Handrücken über die Wange, betrachtet den weißen Fleck auf ihren Fingern.
„Hmm…“, sagt sie nachdenklich.
Sie greift ihm zuvor, bevor er reagieren kann, und schnappt sich eine ordentliche Menge Mehl. Mit einer schnellen Bewegung tupft sie ihm noch einmal gegen die andere Wange. „So“, sagt sie zufrieden.

Ihr Blick wandert zu Ellie, die mit dem Zeichenblock dasteht. Maja schüttelt schmunzelnd den Kopf. Natürlich hält sie das fest. Maja findet den Gedanken irgendwie schön. Ellie hat diese Art, denkt sie, aus kleinen Momenten etwas Eigenes zu machen. Sie fragt sich kurz, wie viele solcher Szenen Ellie wohl sammelt unscheinbare Augenblicke, die sonst niemand festhält. Maja lässt ihr den Moment. Sie dreht sich zum Ofen, stellt die Temperatur ein, zieht ein Backblech aus dem Schrank, legt Backpapier darauf und stellt es auf den Tisch.
Maja greift nach den Schokostückchen, die Ellie vorbereitet hat, kippt sie in den Teig und rührt einmal langsam durch. Sie nimmt zwei Löffel aus der Schublade, reicht einen Ben. „Bist du bereit?“

"Mein zweiter Vorname ist "Bereit
", lacht Ben gut gelaunt. Er schnappt sich den Löffel. "Großes Indianerehrenwort!"

Während die beiden an den Keksen arbeiten, nimmt Ellies Szene auf dem Papier so langsam Gestalt an. Sie hat beide Personen in Indianerkleidung gesteckt, mit echtem Federschmuck und echter Kriegsbemalung.

Sie lächelt, während die Kekse im Backofen vor sich hin backen. "Das schenke ich dir!", sagt sie schließlich zu Maja und reicht ihr ihre Zeichnung. Fast so, als wäre es ihr etwas peinlich. "Sieh es als kleine Entschädigung für unseren Schreck vorhin, dass ein Zelt einfach auf deinem Grundstück steht."

Maja nimmt die Zeichnung vorsichtig entgegen. Sie hält sie noch einmal ein Stück von sich weg, betrachtet die Details. „Das ist..wunderschön“, sagt sie schließlich. Ihre Stimme ist ruhig, aber weicher als zuvor. Sie hebt den Blick zu Ellie, ein kleines, zurückhaltendes Lächeln. „Danke“, fügt sie hinzu. „Wirklich.“ Sie ist es gewohnt, Nähe zu geben nicht, sie anzunehmen. Aber die Wärme der beiden lässt ihr keinen Grund, sich zu verschließen. Also erlaubt sie es sich.. Maja hält die Zeichnung noch einen Moment in der Hand, dann hebt sie den Blick. „Es ist irgendwie schön“, sagt sie leise, „Dass ihr heute hier seid.“ Sie überlegt kurz, als würde sie die richtigen Worte suchen. „Manchmal glaube ich, dass Dinge nicht zufällig passieren“, fügt sie hinzu. Ein kleines, zurückhaltendes Lächeln.

In Zusammenarbeit mit @Simirechen

>>> Ben geht nach Granite Falls >>>
>>> Ellie geht nach Granite Falls >>>


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24.01.2026 20:32 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2026 18:11)
#4
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Bücherstapler

<<< Freya Leroy Start<<<

Charaktere: Maja, Freya
Geschichtsstrang: Zwischen Lärm und Stille

12:30 Uhr.
Zwanzig Minuten zu spät.
Maja sitzt auf ihrem Bürostuhl und blickt aus dem Fenster, ohne wirklich etwas zu sehen. Ihre Stirn liegt in leichten Falten. In ihrer rechten Hand hält sie den Stift, lässt ihn immer wieder leise, rhythmisch auf die Tischplatte tippen. Keine Nachricht.
Kein Anruf. Keine Absage.Geduld ist eine ihrer Stärken. Das redet sie sich zumindest ein. Ein kaum greifbares Unwohlsein liegt in ihr, nicht laut, sondern leise und hartnäckig.Sie öffnet noch einmal die E-Mail von heute Morgen. Liest sie noch einmal durch. Zeile für Zeile.

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Sehr geehrte Frau Trasker,

ich wende mich heute mit einer persönlichen, zugleich bewusst zurückhaltenden Nachricht an Sie.
Mir ist aus meinem Umfeld zu Ohren gekommen, wie positiv sich Ihre Arbeit auf Menschen auswirkt, die sich Ihnen anvertrauen. Insbesondere wurde mir berichtet, dass es den Sims, die bei Ihnen in Begleitung waren, heute deutlich besser geht – stabiler, klarer, bei sich. Das ist nicht selbstverständlich und verdient Anerkennung.
Es gibt eine Frau namens Freya. Ich wünsche mir für sie denselben Raum, dieselbe Sorgfalt und die Möglichkeit, dass auch sie einen Weg findet, ihre Geschichte zu ordnen. Vielleicht zunächst nicht im Gespräch, sondern in schriftlicher Form. Manchmal ist das Papier der erste Ort, an dem Heilung beginnen kann.
Freya könnte noch heute vorbeikommen, wäre dies möglich?
Mehr möchte und werde ich an dieser Stelle nicht sagen.

Mit freundlichen Grüßen.
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Maja arbeitet seit Wochen durch, Pausen wirken nicht mehr integrierbar. Sie hat sich fest vorgenommen, den heutigen Tag zu nutzen, um ihre eigenen Batterien aufzuladen. Aber die Anfrage ist ungewöhnlich, und gleichzeitig ist ihre Neugier geweckt.Sie reagiert kurz und professionell auf die E-Mail und schlägt tatsächlich für den heutigen Tag eine Uhrzeit vor. Diese ist mittlerweile deutlich überschritten.Sie steht nicht auf. Noch nicht. Sie wartet. Aber langsam kommt der Gedanke auf, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Ein letzter Blick auf die Uhr. „Das kann doch wohl nicht wahr sein“, murmelt sie vor sich hin.Sie atmet einmal aus. Und hält inne. Sie überlegt, ob sie der E-Mail noch einmal schreibt mit der Bitte, sie nicht erneut zu kontaktieren. Die Finger wandern bereits zur Maus, um das E-Mail-Programm erneut zu öffnen.
Maja schreckt leicht auf.
Es klingelt.
Da ist sie.

Die Tür fällt hinter ihr ins Schloss, härter als nötig. Freya bleibt stehen, viel zu nah, viel zu viel Energie auf einmal.
„Ich werde geweckt, ja? Einfach so. Mit so einer ‚Du musst da heute hin‘-Nummer, als hätte ich irgendwas zugesagt, klar bei Verstand.“ Sie lacht kurz auf, scharf. „Hatte ich nicht." Ich war halb weg. Sie fährt sich durchs Haar, geht ein paar Schritte.„Seit Wochen sage ich, dass ich von dem ganzen Mist nichts halte. Wirklich nichts. Reden, Schreiben, Aufarbeiten das ist doch alles dasselbe, nur in anderen Worten.“ Ihre Stimme wird lauter. „Man wühlt, man gräbt, und am Ende sitzt man da und fühlt sich noch beschissener als vorher.“ Der Blick trifft Maja direkt. Ungefiltert.
„Und dann kommen Sie ins Spiel. Groß empfohlen. ‚Bei ihr geht’s den Leuten danach besser‘, ja? Super. Freut mich für die anderen.“ Sie breitet die Arme aus. „Ich bin aber nicht die anderen.“ Ein schneller Atemzug. „Ich wollte heute schlafen. Nicht herkommen. Nicht erzählen. Nicht schreiben oder um es mit meinen Worten zu sagen einen hübsch verpackten Selbstbetrug begehen. Wissen sie, der Unterschied zwischen Ihren sonstigen Kunden und mir ist, ich kann reden ich will es nur nicht!“ Sie holt Luft, denkt keine Sekunde drüber nach, dass sie all ihre Wut gerade an einer ihr fremden Person ausgelassen hat, die sie selbst nicht ausgesucht hat. Wahrscheinlich ist das für Freya das noch absurde daran.

Maja sagt zunächst nichts. Sie lässt Freyas Worte im Raum stehen, unverändert, ungefiltert.Sie atmet ein. Langsam. Atmet aus.„Gut“, sagt sie ruhig.Sie hebt den Blick, trifft Freyas Augen.„Sie wollten heute nicht hier sein.“ Ein kleiner Moment Pause.„Das habe ich verstanden.“ Maja lässt sich Zeit, ordnet innerlich, bevor sie weiterspricht.„Und trotzdem stehen Sie jetzt hier vor mir.“ Ihre Stimme bleibt gleichmäßig.„Wir können das hier abbrechen“, fährt sie fort.„Oder Sie geben dem eine Chance. Ich zeige Ihnen, was meine Arbeit beinhaltet, und Sie entscheiden selbst, ob Sie es versuchen wollen oder ob Sie danach gehen.“ Sie sucht Freyas Blick.„Ihre Entscheidung.“ Sie macht einen Schritt zur Seite, hält die Tür zu ihrem Büro auf.Stille.Maja wartet.



Freya bleibt im Türrahmen stehen.Ihr Blick bleibt einen Moment zu lang an Maja hängen. Sie hatte Widerstand erwartet. Rechtfertigung. Vielleicht sogar Gegenwehr. Nichts davon kommt.Ein schiefes Lächeln zieht über ihr Gesicht. Abwehrend.
„Wow“, sagt sie schließlich. „Das war’s?“ Freya lacht. Laut. Offen. Kein schönes Lachen.„Na gut“, sagt sie laut. „Respekt.“ Sie geht sich durch ihr Haar. „Ich brüll hier rum, werte Ihre Arbeit ab, steh halb wieder draußen und Sie?“ Sie deutet mit dem Kopf auf Maja.„Stehen da und bleiben ruhig.“ Ein schiefes Grinsen.„Gut“, sagt sie. „Ist ja auch Ihr Job.“ Sie zuckt mit den Schultern.„Mit allen klarzukommen. Auch mit mir.“ Dann kommt der Schritt. Spät. Fast zu spät.Freya geht durch die Tür, bleibt stehen, dreht sich noch einmal halb um. „Also“, sagt sie laut, frech, herausfordernd.„Überzeugen Sie mich von Ihrem Hokuspokus. Ich verspreche nichts.“

Sie lässt Freya den Vortritt. Während sie hektisch durch die Tür eilt, hält Maja einen Moment inne. Sonst wollen sie hier sein denkt sie flüchtig. Sims kommen mit Erwartungen, mit Hoffnung, mit einer leisen Bereitschaft zu Maja. Chase war die Ausnahme gewesen. Der erste. Der einzige, den sie hatte überzeugen müssen. Freya ist anders. Nicht Widerständig aus Angst. Widerständig aus Haltung.Maja lässt sich nichts davon anmerken. Im Büro bleibt sie stehen, dreht sich ruhig um und deutet auf den Stuhl gegenüber. Kein Zögern. Eine klare Einladung. Sie setzt sich selbst, schlägt die Beine übereinander. Aufrecht, offen. Hände ruhig im Schoß.Maja beobachtet, wie Freya Platz nimmt, ohne es zu kommentieren. Sie bleibt bei sich, bei ihren gewohnten Abläufen. Ein kurzer Moment Stille.Dann hebt Maja den Blick.„Ich bin Maja, und Sie sind Freya, richtig?“ Sie atmet einen Moment aus.„Was lässt Sie glauben, dass aufgeschriebene Worte Selbstbetrug sind?“

Ein Mundwinkel hebt sich.„Glauben?“ wiederholt sie leise, spöttisch.„Das hat nichts mit Glauben zu tun.“ Sie lehnt den Kopf leicht zur Seite, mustert Maja offen.„Schreiben ist sauber“, sagt sie dann. „Zu sauber.“ Ein Schulterzucken.„Man kann löschen. Umformulieren. Drüber schlafen. Sich selbst einreden, dass das jetzt die Wahrheit ist.“ Ein kurzes Lachen. Trocken.„Reden ist wenigstens ehrlich im Scheitern.“ Sie tippt sich gegen die Brust.
„Das hier stolpert. Verspricht sich. Verrät einen.“ Dann wieder dieser Blick. Wach. Herausfordernd. Freya lehnt sich ein Stück weiter zurück. „Ich hab kein Interesse daran, mir selbst eine Geschichte zu basteln, die sich am Ende gut anfühlt.“ Ein ernsterer Gesichtsausdruck. „Dafür bin ich zu klar im Kopf." Sie hält Majas Blick stand.„Also ja“, sagt sie ruhig, fast zufrieden.„Selbstbetrug.“ Ein letzter, prüfender Blick.„Aber machen Sie sich nichts vor“, fügt sie hinzu.„Ich sitze hier nicht, weil ich hoffe, dass Sie mich überzeugen.“ Ein Hauch von Spott. „Ich sitze hier, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass Sie es nicht schaffen.“ Sie legt den Kopf schief.Lächelt provokant.



„Sie haben recht“, sagt sie ruhig.Kein Zögern. Kein Haken.„Schreiben kann sauber sein. Zu sauber.“ Ein kurzer Atemzug.„Und genau deshalb ist es verdächtig.“ Sie hält Freyas Blick, ohne ihn festzunageln.„Aber wissen Sie, was mir aufgefallen ist?“ Eine kleine Pause. Bewusst gesetzt. „Sie haben sehr präzise beschrieben, wie man sich selbst täuschen kann.“ Maja neigt den Kopf kaum merklich.
„Löschen. Umformulieren. Sich eine stimmige Version bauen.“Ein ruhiger Ton.„Das ist nicht Naivität. Das ist Kontrolle.“ Sie lässt das wirken. Atmet aus. „Und jetzt interessiert mich etwas anderes.“ Ein kurzer Blick, wach.
„Wenn Sie so sicher sind, dass Sie sich selbst nicht belügen.“ Maja sucht ihren Blick. „Warum ist es Ihnen dann so wichtig, mir zu beweisen, dass ich Sie nicht überzeugen kann?“
Stille.
„Ich versuche nicht, Sie zu überzeugen“, sagt sie schließlich.„Ich höre Ihnen zu.“ Ein kleiner Moment.„Die Frage ist nicht, ob ich es schaffe.“ Ihre Stimme bleibt ruhig. „Die Frage ist, wovor Sie sich schützen, wenn Sie es gar nicht erst versuchen.“

Ein kurzes Nicken. Anerkennend. Und genau deshalb gefährlich.„Wirklich. Sauber gedreht.“ Sie lehnt sich ein Stück vor, die Stimme jetzt lebendiger. Wach.„Kontrolle.“ Sie lässt das Wort einen Moment stehen.„Klingt immer gleich wie ein Vorwurf, wenn jemand weiß, was er tut.“ Freya verschränkt die Arme nicht. Sie bleibt offen. Absichtlich.Ein kurzer Blick, direkt, frech.„Ich schütze mich nicht.“ Ein schiefes Grinsen.„Ich sortiere. Ich sortiere aus, was mir nichts bringt. Und ganz ehrlich? Schreiben gehört bisher dazu.“ Freya beugt sich leicht vor. „Und jetzt mal meine Frage an Sie.“ Keine Bitte. Keine Höflichkeit.„Was genau macht Sie so sicher, dass mein Widerstand ein Schutz ist und nicht einfach eine verdammt klare Entscheidung?“ Sie hält Majas Blick. „Weil wenn Sie recht haben“, fügt sie hinzu, ruhig,„dann bin ich kompliziert.“ Ein kurzes, freches Lächeln.„Wenn ich recht habe, bin ich einfach nur nicht Ihre Zielgruppe.“ Sie lehnt sich zurück.

Maja bleibt einen Moment still.Nicht, weil sie nach Worten sucht. Sondern weil sie entscheidet, welche sie benutzt. Dann hebt sie den Blick wieder. „Das ist möglich“, sagt sie ruhig. „Ich glaube Ihnen“, sagt sie leise. „Dass Sie klar im Kopf sind.“ Sie hält Freyas Blick, ohne ihn zu fixieren. „Und ich glaube Ihnen auch, dass Reden für Sie ehrlicher ist als Schreiben.“ Ein kurzer Atemzug.„Beides hat Vorteile“, sagt Maja ruhig. „Und beides hat Grenzen.“ Ein kleiner Moment Stille.„Reden zeigt, was noch lebt.Schreiben zeigt, was bleibt.“ Sie verschränkt die Hände locker. „Sie sind sehr gut im Ersten, Freya.Ich im Zweiten.“ Ein kurzer Blick zur Uhr. Unaufgeregt. „Wir sind für heute am Ende.“
Sie steht auf. Ruhig. Selbstverständlich.Schenkt ihr ein warmes Lächeln."Wenn Sie wiederkommen wollen“, sagt sie,
„wissen Sie jetzt, wie ich arbeite.“ Sie lässt ihre Worte wirken. „Wenn nicht“, fügt sie hinzu,„dann war das hier trotzdem keine verschwendete Zeit.“

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