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Sulani Festivalgelände
#11
<<< Zac kommt von Glimmerbrook (3) <<<
Zac
Seit den frühen Abendstunden zieht Yitzhak seine Runden über das Festivalgelände. Voller Zufriedenheit und endloser Ruhe betrachtet er die Natur und Dekorationen, die Besucher und Angestellten, das große Ganze als einheitliches Kunstwerk des Lebens und nimmt jeden Moment davon in sich auf. Beinahe so, als würde er, wie der Zuschauer einer Geschichte, in die vielfältigen Handlungen eintauchen, ihre Figuren studieren, um sich an ihrer Buntheit zu erfreuen und sie in seinem Gedächtnis zu verewigen.
Dabei streift ihn der Gedanke, wie faszinierend es doch ist, wie ähnlich die Völker auf der Erde ihre Feste feiern - bei all ihren Unterschieden gibt es dennoch ebenso viele Gemeinsamkeiten. An Orten wie diesen liegt unendlich viel Energie in der Luft, mit all den feinen Nuancen, die das Dasein so kostbar machen. Aus einfachen Begegnungen werden intime Momente - daraus Beziehungen, die ein Leben lang halten, oder auch nur für einen Atemzug.

Selten bringt er sich in eine Szene ein. Er zieht es vor, im Hintergrund zu bleiben - wie es einem Zuschauer gebührt. Am Rande des Zentrums hat er sich eingefunden, um das junge Paar mit bewegender Ausstrahlung zu beobachten. Seinem feinen Gespür entgeht nicht, dass hinter ihrer jugendhaften Sorglosigkeit tiefe Geheimnisse verborgen liegen. Ein Umstand, den viele Bewohner dieses Kontinents teilen.
Das Leben hierzulande scheint intensiv. Als würde sie diesen Gedanken bestätigen wollen, prallt eine neue, kraftvolle Aura in Yitzhaks Wahrnehmungsfeld. Voller Innbrunst tritt die dazugehörige Sim an ihn heran, drückt ihm ohne Vorwarnung ein Knäul aus Gegenständen in den Arm und erklärt mit gewinnendem Abstand, sie müsse umgehend vor die Bühne. Das zarte Lächeln, das sich auf sein schlankes Gesicht legt, findet lediglich den Weg zu ihrem Rücken. Noch ehe er die Habseligkeiten inspiziert, sendet er ihr ein angedeutetes Nicken hinterher, wie es vor Epochen für Bedienstete des Adelsgeschlechts üblich war. Nachdem er den Weg der starken Persönlichkeit aufmerksam verfolgt, wandert sein Augenmerk auf den Ballast in seinen Armen. Ein Paar Schuhe, die nicht ungeeigneter für sandiges Gelände sein könnten, ein Eimer zur Hälfte gefüllt mit weinhaltigem und inzwischen aufgewärmtem Getränk - Sangria. Es waren die Römer, die vor Tausenden von Jahren die Urform dieser Weinmischung einführten. Der Grund war einfach: Trinkwasser war voller Bakterien. Deshalb wurde es mit Wein gemischt, der in Spanien damals bereits in großem Umfang produziert wurde. Die Zugabe von Kräutern und Gewürzen machte das Getränk nicht nur sicherer, sondern auch geschmackvoller.

Zuletzt trifft Yitzhaks Blick auf den länglichen Papierstreifen aus dem Fotoautomat. Interessiert betrachtet er die einzelnen Bilder. Da sind sie wieder - die kleinen Geschichten des Lebens, das ihm wieder und wieder das warme Lächeln auf die Lippen zaubert. Mit ehrfürchtigem Abstand bleibt er in Reichweite des Fotomodells, wie eine Erinnerung, die ihr auf Schritt und Tritt folgt, ohne sie zu bedrängen. Eine unsichtbare Verbindung zwischen ihnen, damit sie sich lediglich umdrehen braucht, sollte sie ihn aufsuchen wollen.
<< Chase Rodríguez kommt von Windenburg Nr. 8 - Narwal Arms (3) <<<
Chase stolpert an einem Stand vorbei, der bunte Shots in kleinen Reagenzgläsern verkauft. Er greift nach einem blauen und kippt ihn runter. Es brennt süsslich. Wie das Gefühl, recht zu haben, wenn einem keiner zuhört.
Sein Blick verliert sich irgendwo zwischen Bühne und Menge, und plötzlich ist wieder dieses andere Licht da – das sterile aus dem Meetingraum.

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Der Raum roch nach Kaffee, Druckerfarbe und nassen Jacken.
Chase sass halb quer auf seinem Stuhl, die Kapuze tief im Gesicht. Er hatte schon beim Reingehen gespürt, dass heute nicht diskutiert, sondern geurteilt werden würde.
„Wir müssen die Tonalität überdenken“, sagte Naomi, die neue Koordinatorin, Anfang zwanzig, frisch von irgendeiner Nachhaltigkeitskonferenz. Sie ist seit etwa 8 Monaten bei LG aber Chase hatte nie wirklich viel mit ihr am Hut. Bis jetzt. „Wenn wir langfristig Wirkung erzielen wollen, müssen wir konsistenter auftreten. Keine unkoordinierten Aktionen mehr, keine Einzelgänge, keine...“ eine kurze Pause, „... Eskalationen, die das Image gefährden.“
Ein paar Köpfe nickten. Lola nicht. Sie sass neben Chase, die Beine übereinandergeschlagen, die Lippen zu einem dünnen Strich gepresst.
Chase starrte auf die Rillen im Tisch. „Das ist jetzt euer Wort? Nicht Wandel? Nicht Konsequenz? Image.“ sagte er ohne aufzusehen. Er klang mehr wie jemand der einen Gedanken laut aussprach. Erst dann hob er den Kopf.
„Über dich müssen wir sowieso reden, Chase“, sagte Naomi. „Die Aktion vor zwei Wochen…“
„...war notwendig“, fiel er ihr ins Wort.
„Nein“, sagte sie, „sie war gefährlich. Und unberechenbar. Genau wie die Aktion am Dienstag.“
„Welche?“, fragte Chase trocken.
„Die auf der Brücke. Die, bei der du...“ sie blätterte, als wäre das eine Gerichtsverhandlung „die Polizei als ‘staatlich finanziertes Placebo für moralische Unsicherheit’ bezeichnet hast...“
Ein kollektives Raunen.
„Es war ein Zitat.“
„Von wem?“
„Von mir.“
Durch die Anwesenden ging ein leises Schmunzeln.
„Wir müssen darauf achten, wie wir wahrgenommen werden“, sagte eine weitere Stimme. Sie hiess Tilda. Oder Tessa. Oder sonst wie. „Die Aktion am Bahnhof war auch kontraproduktiv. Gewaltfreie Kommunikation, Leute!“
Chase lehnte sich nach vorne um sie rechts von sich anzusehen.
„Ich hab niemanden geschlagen.“
„Du hast einem Security-Mann nen Kaffee über den Anzug geschüttet.“
„Weil er mir den Ellenbogen in die Rippen gerammt hat.“
„Und du hast ‘Systemsklave’ gerufen.“
„War das gelogen?“
Naomi verschränkte die Arme. „Chase,“ sagte sie, mit bemüht ruhiger Stimme, „niemand will dir absprechen, dass du viel geleistet hast. Aber wir müssen Verantwortung übernehmen. Für den Ton und für das Bild nach aussen. Und... für das, was du gesagt hast.“
Er lehnte sich zurück, die Hände im Nacken. „Meinst du den Satz, wo ich meinte, dass man Korruption nicht mit Petitionen heilt?“
„Den Satz, der danach kam.“
„Ah. Den mit dem Benzin.“
Lola stiess leise Luft aus, als wollte sie den Rauch eines unsichtbaren Feuers vertreiben.
Naomi schüttelte anklagend den Kopf.
„Was? Ich hab hypothetisch gesagt. Hypothetisch!“ protestierte Chase und hob die Arme.
„Du hast es auf Kamera gesagt,“ mischt sich jemand anderes ein. „Und du hattest das Banner von LG hinter dir!“
„Damits viral geht!“ Chase Stimme dehnte sich, als könne er nicht verstehen wie absurd diese Unterhaltung war. Er hob die Hände, spielte Entrüstung. „Ok, Stopp. Ich sag euch jetzt was: Ihr redet von Verantwortung, während ihr PowerPoint-Folien über Systemkritik bastelt. Ich sag, was wir alle denken. Und das ist jetzt euer Problem?“
„So funktioniert Kommunikation nicht mehr, Chase,“ sagte Naomi. „Wir müssen anschlussfähig bleiben. Die Bewegung ist grösser als du.“
„Grösser?“ Chase lachte kurz. „Klar. Ihr seid jetzt ne Marke. Mit Sprecherteam, Corporate Design und Workshops über Krisenkommunikation. Herzlichen Glückwunsch. Ich war dabei, als wir uns mit Sekundenkleber die Hände ruiniert haben. Und jetzt reden wir darüber, wie wir rüberkommen?“
Lola erhob die Stimme: „Ohne ihn gäbe es LG in dieser Form gar nicht.“
Naomi verschränkte die Arme. „Das IST doch das Problem, Chase ist für viele das Gesicht dieser Bewegung. Und Gesichter mit Molotow-Zitaten sind… schwierig.“
Lola rührte in ihrem Tee. Chase merkte, dass sie sich beherrschen musste, nichts mehr zu sagen.
Dann stand Chase auf und ging vor den Sitzenden auf und ab. „Wenn ihr wirklich Systemkritik übt, könnt ihr nicht gleichzeitig systemkompatibel sein. Ihr wollt radikal sein, aber bitte mit Versicherungsschutz.“ Er hob die Finger an die Schläfe, „Ihr merkt schon, dass das irgendwie nicht auf geht, oder?“
Lola hob vorsichtig die Stimme: „Wenn wir anfangen, uns selbst zu zensieren, verlieren wir die Energie, die uns überhaupt erst glaubwürdig macht.“
„Danke, Lola“, sagte Chase, verneigte sich vor ihr und liess sich wieder in den Stuhl fallen.
Doch Naomi blieb hart. „Niemand zensiert dich, Chase. Aber Sims fühlen sich von deiner Art provoziert. Deine… Haltung...-“
Chase Stimme wurde fester, ohne aggressiv zu werden. „Die Klimakrise ist kein PR-Problem. Ihr redet über Formulierungen, während draussen Leute verrecken. Ich studiere Sozialwissenschaften, ich kann euch das gerne empirisch belegen, aber...-.“
Ein „Jetzt reicht’s“ kam von hinten. Jemand zitierte Passagen aus der internen Verhaltensrichtlinie.
Chase hörte kaum zu. Er wusste das wars. Sein Gesichtsausdruck, müde und angewidert.
Lola hob die Hand, bevor Naomi wieder ansetzen konnte. „Er hat doch nicht unrecht,“ sagte sie. „Chase hat das Ziel verfehlt, ja. Aber nicht die Absicht. Es ging darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und das hat funktioniert. Wir haben über 40.000 Views auf das Video und die Diskussionen laufen überall.“
Naomi schien das aber nicht zu interessieren. „Der Preis ist zu hoch. Wir möchten, dass du dich vorläufig zurückziehst, Chase. Bis sich die Lage beruhigt.“
Chase lachte leise und stand auf. Schnappte sich seinen Rucksack. „Vorläufig. Klar. Das ist das neue Wort für ‚rausgeschmissen‘, oder nicht?“
Dann ging er, während der Beamer im Hintergrund noch den Satz „Interne Harmonisierungsstrategie“ an die Wand warf.
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Jetzt steht er hier. Voll. Zu voll für klare Gedanken, aber genau richtig für das, was er „soziale Feldstudie unter erschwerten Bedingungen“ nennen würde, wenn Lola ihn fragen würde.
Der Shot liegt wie flüssiges Plastik in seinem Magen, und das Kostüm klebt ihm am Rücken. Der Einhornkopf hängt im Nacken und er zerrt unbewusst immer wieder am Kragen. Er hat das Ding hier irgendwo gefunden, oder getauscht, oder… keine Ahnung mehr. Er weiss nicht mehr, wer ihn überredet hat, das Ding anzuziehen. Vielleicht wars seine Idee. Egal. Er grinst.

„Chase? … Bist du das?“
Er dreht sich zur Stimme um, breitet die Arme aus. „Ich bins. In voller … ökologisch abbaubarer … Pracht.“ Er sieht an sich herunter, zieht am Stoff. „Symbolisch quasi. Einhorn vom Aussterben bedroht, du weisst schon. Hab ich mir grade ausgedacht - gut nich?“
Die Frau die ihn erkannt hat, verschränkt die Arme, wie jemand, der sich das Lächeln verkneifen muss. „Du bist offenbar…“ Sie mustert das Kostüm. „… ein sehr buntes Argument gegen Nüchternheit.“
Chase blinzelt, schaut an sich runter. „Ich bin ein Konzept.“
„Ein was?“
„Einhorn-Industrie trifft postkapitalistische Symbolik.“
„Du bist voll.“

Er gluckst. „Das auch.“
Sie lacht, leise, ein bisschen gegen ihren Willen. „Was machst du hier, Chase?“
Er schwenkt sein leeres Glas. „Ich arbeite an meinem Image. Naomi will, dass ich weicher werde.“ als hätte er noch nicht erkannt das sie selbst vor ihm steht
„Ich will, dass du Verantwortung übernimmst.“
Er grinst, realisiert Naomi, geht aber nicht drauf ein. „Das sagst du immer so sexy.“
„Ich sag das nicht sexy!“
„Doch, tust du.“
„Nein.“
„Doch.“

Naomi zieht die Augenbrauen hoch und schiebt die Brille zurück. „Du hast dich verändert.“
„Sag das nicht... das ist mein Text. Ich bin der Typ, der sowas sagt.“ Seine Stimme leicht beleidigt, protestierend erhoben.
Naomi schüttelt leicht den Kopf. „Ich dachte, du wärst in Newcrest. Also bist du nur hier um dich zu betrinken?“
Er deutet schwungvoll in die Menge. „Das hier ist Feldforschung. Soziologische Beobachtung. Fallstudie: Wie viele Shots braucht ein Student, um an Kapitalismus zu glauben?“
„Und?“, fragt sie leicht amüsiert.
„Vier.“ Er hält den Finger hoch, wankt leicht. „Vier, dann fängt man an, Spotify-Playlists als Kulturbeitrag zu sehen.“
Naomi lacht wieder, diesmal offener, aber mit einem Rest Bedauern. „Ich mein ehrlich… du könntest doch besseres tun...“

Chase zieht eine Braue hoch. „Hey.. Du hast gesagt 'Tonalität überdenken' und 'Image blabla'. Und die Leute findens süss, wenn das Einhorn ihnen Fragen stellt über soziale Verantwortung.“
„Was fragst du sie denn?“
„Ob sie wissen, wer ihre Klamotten genäht hat.“
„Und?“
„Die meisten sagen: ‘Amazon’.“ In seinen Ton mischt sich etwas missbilligendes, gemischt mit Resignation. Dann richtet er sich wieder auf. „Trinkst du einen mit mir?“ fragt er mit einem betrunkenen Hoffnungsschimmer im Blick.
„Nein danke...“
„Komm schon, das is Feldforschung. Für beide.“
„Ich brauch keine Studie, um zu wissen, dass du morgen Kopfschmerzen hast. Und das weil du dich ganz allein betrinkst, weil du wütend und verletzt bist..“
Chase stockt, dann nickt er. „Das isn fairer Punkt, Miss Nachhaltig.“

Naomi sieht ihn an, zögert, und sie lässt die Arme sinken. „Ich wollte das nicht so sagen.“
„Doch, wolltest du.“ Chase lacht kurz, aber es kippt sofort in etwas Bitteres. „Siehst du? Das mein ich. Du sagst was und nimmsts dann zurück. Und das selbe macht ihr mit LG. Wieso?“ Er tritt schwankend einen Schritt näher. „Und dann willst mir ernsthaft erzählen, DAS ist glaubwürdiger als das, was ich mache?“
Naomi weicht nicht zurück. „Wenn ich so falsch liege, warum ist dann keiner im Meeting aufgestanden und hat dagegen protestiert – so wie ihr angeblich immer gemacht habt? Nicht mal Lola. Sie hat zwar was gesagt, aber sie ist nicht ausgerastet. Du warst der Einzige der eine Szene gemacht hat.“

„Autsch. Das hat gesessen.“ Er hebt das Shotglas an die Lippen, mustert Naomi mit betrunkenem Blick und schüttelt den Kopf. „Du bist echt gut geworden, Naomi. Rhetorisch mein ich. Politisch weiss ich nicht.“
Für einen Moment stehen sie einfach da. Sie sieht ihn an – den Mann im dreckigen Kostüm, der mal eine Bewegung beeinflusst hat. „Ich glaube du hast Angst, dass die Bewegung ohne dich weiterläuft.“
Er starrt sie an, und irgendwas in seinem Blick kippt. „Du meinst, ich wär ersetzbar?“
„Ich mein,“ sie zögert kurz, „niemand ist unersetzbar. Auch du nicht.“
Er lacht, diesmal heiser. „Na dann – vielleicht gründ ich halt was Neues. Dann sehn wir, wer besser fährt. Ich mach wieder echte Aktionen. Nich so....“ er kreist sie mit dem Finger ein, „wie ihr.“
„Chase, das meinst du nicht–“

„Doch klar.“ Er schneidet ihr das Wort ab, wankt einen Schritt zurück. „Und euer Meeting Raum ist dann leer und meine HQ is voll - weil die Leute eigentlich wissen, was wirklich Wirkung zeigt. Wirst schon sehn. Ich mach das. Morgen. Ich schwörs.“
„Pass auf dich auf, Chase.“ sagt Naomi mit einem Blick, als könne sie sich das nicht länger mit ansehen und wendet sich ab.
Er hebt die Hand zum Gruss. „Mach ich. Ich bin immerhin das letzte fucking Einhorn.“
#13
<<< Abs kommt von Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung Kitty, Felix, Abs <<<
Abs, David, Chase
Mit einem "Dankeschön, habt noch eine schöne Schicht" verabschiedet sich Abs von den drei Mitarbeitenden am Einlass und schwingt sich zu einer noch freien, unbetanzten Stelle, um sich erstmal zu akklimatisieren. Eigentlich war der Tag ruhig und entspannt, sie hatte alles erledigt und sich vorab ausreichend über die Wegstrecke und die benötigte Zeit informiert. Sie wollte zeitig sein, relativ zu Beginn der Veranstaltung, um David mit seinen Leuten schnell ausfindig zu machen. Nun ist das Festival in vollem Gange und es ist nur noch ein Streifen Helligkeit am Himmel zu erkennen. Seufzend denkt sie an die letzten Stunden zurück, die sie mit dem kleinen Rabenkind verbracht hat. Angeglichen an ihr gestriges, herausgefundenes Geschlecht heißt es nun Kleine Donna. Das Jungtiermädchen hatte sich ungesehen auf Wohnungserkundungstour begeben und sich ganz hervorragend als Versteckerin geoutet. Abs hatte ganz schön zu tun und war nach zwei Stunden nicht nur fündig, sondern auch begutachtet worden. Mit wenig Scheu und viel Neugier hatte sie sich für ihre Dreads zu interessieren begonnen. Und das auf die wohl niedlichste Weise, seit Simsgedenken. Ohne das es jemand wollte, war Bonding passiert - bäm! Da konnte sie sich nicht an ihren Ursprungsplan halten.
Abs lässt den Blick über die Menge gleiten und die Erinnerungen in den Hintergrund treten. "Tja, es war schon so richtig schlau von dir, k e i n e Nummer mit Dr. Krah im Vorfeld auszutauschen.", tadelt sie sich, dann beschließt sie sich erstmal mit etwas zu trinken auszustatten. Die Bar ist schnell gefunden und erreicht, die Club Mate schmeckt und schubt nach der halb geleerten Flasche. Der Beschluss einer entspannten Großraumsuche ist gefasst und sie begibt sich auf ihren Weg, schlängelt sich ruhig und freudig gespannt durch die feiernden und tanzenden Leute. Es ist schon irre, wie viele Sims sich hier selbstbewusst und selbstvergessen zur Musik bewegen und dabei von schlicht zu absurd extravagant gekleidet sind - gerade bleibt ihr Staunen an einem mega Glitzerfummel hängen. Leider ist das so gar nicht ihr Ding - aber an anderen kann sie sowas umso mehr genießen. Besonders an Frauenkörpern, obwohl sie auch schon wunderschöne Pallietten-Cat-Suits an Männern mit Blicken weggesuchtet hat, da ist sie auch stets angetan. Es ist doch irgendwie stark Männer und Frauen gleichermaßen attraktiv und begehrenswert finden zu können. D o p p e l t so viel Auswahl, beziehungsweise Genuss. Gerade beschmunzelt sie ihre Mal-wieder-Erkenntnis, als... ein großes, weißes... Kaninchen? Oder... Einhorn? Nicht weit von ihr entfernt langstolpert. "Na wenn da keiner in Party-Stimmung kommt.", grinst sie im Takt mitwippend in die Welt, den sie immer mehr einlullenden Mikro-Kosmos um sich herum, an. Falls sie David demnächst nicht finden sollte, wird sie sich vorerst nach dem Kostüm-Sims umschauen und sehen, wohin ersiees eventuell führen könnte. Ob zum Eingang ins Wunderland, zum Tanzen oder zu anderen Sims, wird sie dann schon sehen. Ihr Gefühl sagt ihr, 'Folge dem Kaninchen'.

Als hätten sie mit Vaas Worten als Gruppe geschlossen einen Auftrag erteilt bekommen, setzen sich David, Jack, Pita und Elena hinter ihm in Bewegung. "Beschellsu mirn Meggsigana?", lallt die Jüngste dicht hinter ihrem Bruder.
Mit einer erhobenen Braue legt er den Arm um sie und zieht sie an sich heran, als würde er sie in den Schwitzkasten nehmen wollen. "Mir solls egal sein.", sagt er trocken. "Du weißt aber, wenn du zu kotzen anfängst, ist die Party für dich vorbei." An der Bar angekommen, übernimmt Pita die erste Runde. Mit dem Finger die zuvor gesammelten Wünsche aufzählend, stützt sie sich sanft auf dem Tresen auf, die Konversationen um sie herum ausblendend, bekommt sie nichts von der Gruppe hinter sich mit. Indessen parkt David seine Schwester mit einem "Halt mal kurz" an Vaas' Seite, als er gleich zwei bekannte Gesichter einfängt.
"Geil!" Mit zwei großen Schritten erreicht David die Nachbarin. "Dachte schon, du versetzt mich.", grinst er mit frech fragendem Blick. "Und dann bringste auch noch ein Einhorn mit. Und was für eins." Die geballte Faust knufft den Bekannten in den Oberarm. "Hey, Chasing? Beeindruckendes Outfit. Für Sonne, Strand und Hitze." Abcheckend schwenkt sein Blick zwischen beiden hin und her. "Kennt ihr euch? Oder steht ihr nur gern beide existenziell in der Gegend rum?"

Chase Pupillen sind leicht zu gross, die Augen glasig, aber fokussieren mit der Hartnäckigkeit eines Mannes, der sich weigert, die Kontrolle zu verlieren... oder wenigstens so zu tun, als hätte er sie noch. Er schwankt, ja, aber mit Würde, würde er sagen. Ein Philosoph im Endstadium des Promillepegels. Seine Zunge ist schwer geworden, doch sein Vokabular noch erstaunlich intakt - Chase persönlicher Stolz. Er kann kaum noch geradeaus gehen, aber er bringt es fertig, Wörter wie sozialwissenschaftlich oder moralische Inkonsistenz mit fast schon beleidigender Präzision zu denken UND auszusprechen! Er hat das Gefühl, dass er gerade irgendwas Wichtiges entdeckt hat, irgendwas über Sims, Verantwortung oder die lächerliche Ironie von Festivals, aber die Idee entgleitet ihm jedes Mal, wenn er versucht, sie festzuhalten.
Chase hebt träge den Kopf, als Davids Stimme zu ihm durchdringt. Für einen Moment scheint er nicht ganz sicher, ob er wirklich gemeint ist. Er blinzelt, langsam, sein Blick wandert über das Gesicht des Typen, dann weiter nach unten über die Frau, dann wieder zurück. Nicht wissend wie er in die Gruppe geraten ist, aber auch ohne es zu hinterfragen.
„Wenn ich dich nich doppelt sehen würd,“ meint er, den Knuff ausbalancierend, die Stirn leicht in Falten, „würd ich dich kennen, glaub.“ Er blinzelt noch einmal, als müsse er die Gedanken sortieren. „Also ich steh nicht rum... ich bin… sozialwissenschaftlich legitimiert betrunken... jep.“

Abeena schüttelt lachend den Kopf. "Iwo, auf keinen Fall wollte ich dich versetzen. Kleine Donna hat sich nur mit einem unabgesprochenen Versteckspiel und einer anschließenden Patenschaft meiner Haare meine Pläne durchkreuzt. Darum bin ich so spät dran.", erklärt sie entschuldigend. "Aber ich freu mich umso mehr, dich jetzt zu sehen, das tut richtig gut." Ein warmes Grinsen und eine wirklich erleichterte, intensive Umarmung später, wendet sie sich dem Kostümierten zu. "Entschuldige bitte, du bist mir ins Sichtfeld geraten und dann hab ich dich einfach Alice-like verfolgt, dachte, du bist das weiße Kaninchen, dass die verirrten zu ihrem Abenteuer führt." Abs merkt, dass ihr die Röte der Hose langsam über den Oberkörper in die Ohren wandert. 'Wie ne Stalkerin' drängt es ihr zum ersten Mal unangenehm in die Gedanken. Sie hebt verlegen die Hände, "Irgendwas an dir hat mich mit dir gezogen, da bin ich einfach hinterher gelatscht. Sorry für die creepy Nummer, Chasing?!", hebt sie fragend eine Braue. "Ich bin Abs."
"Wenn das so weiter geht,", zufrieden nickt David Abeena zu, "kann die junge Dame bald entlassen werden. Ihr macht nen guten Job. Danke dafür." Ungehemmt legt er den Arm um ihre Schulter und drückt sie kurz an sich. "Und du...", der freie Arm deutet auf das Einhorn, "brichst mir das Herz." An Abeena gerichtet erklärt er: "Wir haben uns in einer Bar kennen gelernt. Hatten geile Diskussionen. Und jetzt erinnert er sich nicht an mich." Wieder zu Chase schauend, führt er aus: "David. Der Typ, der seine Schwester abfüllt, weil sie unbedingt 'Erfahrungen' machen will. Du hast sie kennen gelernt. Sie fand dich und deine Freundin unheimlich schön. Da drüben steht - ", die Brauen erhoben wirft er einen Blick hinter sich, wo Elena wie ein nasser Sack an Vaas' Schulter hängt und ihm kichernd den Finger ins Ohr zu stecken versucht, "... hängt sie."

„Abs, okay. Hi.“ Chase hebt die Hand, um sie zu schütteln, merkt dann aber, dass er eine Bierflasche hält. „Uhm.. ja. Ich bin Chase. Das letzte konsequente Einhorn von LG…oder von LG war...? Wie auch immer.“ Ein verneigt sich mit einem müden Grinsen und richtet sich unbeholfen wieder auf. „Freut mich.“ Dann schaut er David an, die Stirn leicht gerunzelt, als müsse er eine komplizierte Gleichung lösen. „David…“, wiederholt er langsam. „Ja. Ja, das kann sein. Klingt plausibel. Ich erinnere mich an, ich… äh… Adoption? Irgendwas klingelt.“ Er schüttelt leicht den Kopf. „Tut mir echt leid, Mann. Morgen erinner ich mich bestimmt wieder an alles... An das Gespräch und an…“ Er schaut auf seine Füsse. Dann wendet er sich noch einmal an Abs. „Du bist also einfach hinter mir hergelaufen?“ Er blinzelt, der Anflug eines ehrlichen Lächelns bricht durch. „Ist sogar erwünscht. Also.. heute nicht im gleichen Sinn aber… dann hab ich ja was richtig gemacht. Oder so… Scheisse… der blaue Shot war glaub n Killer…“ Er fasst sich an die Stirn, wischt sich unter der Nase durch und schnieft. „Ach jetzt weiss ich. Der klare Verstand.“ Chase schnippt mit den Fingern - oder versuchts. „Mann… da bist mir 10… hicks Kilometer voraus im Moment.“
Das Gefühl von David's Arm auf ihrer Schulter ist angenehm und zur Bestätigung der freundschaftlichen Geste, drückt sie sich an ihn heran. "Ohhh... Lobende Worte von Dr. Krah! Welch eine Ehre.", zwinkert sie ihm zu, ihr Blick liegt prüfend auf seinem Gesicht, bevor dieser seinem Gezeige auf Chase folgt. Interessiert lauscht sie der bemühten Gedankenreise, bis das Einhorn seine Worte wieder an sie richtet und seine Getränkeerkenntnis hat Revue passieren lassen. "LG? Hol mich bitte mal kurz ab, ich bin erst vor kurzem nach Britechester gezogen und komm aus ner ganz anderen Gegend... Es klingelt gerade nichts bei mir, sorry. Und hier, nimm ein Schluck Mate, wenn du willst. Ist gelb, neutralisiert blau und verwandelt es so vielleicht in Erinnerungen helfendes Grün? Aber vielleicht schrumpfen wir dadurch auch einfach nur und kommen besser durch den Kaninchenbau. Wer weiß?" Abs macht einen Schritt auf ihn zu und streckt ihm ihre Flasche entgegen. "Und erzähl mal, in welchem Sinne genau ist ein dir folgen und hinterherlaufen erwünscht? Was machst du gern und wo würdest du mich hinführen?"

Chase nimmt die Flasche mit leichtem Zögern entgegen, dreht sie in der Hand. „Mate“, wiederholt er ehrfürchtig. „Gelb neutralisiert blau… klingt logisch“, sagt er zufrieden, nimmt einen Schluck und verzieht das Gesicht. „Jap… Genau so.“ Er hält die Flasche wieder hin. „LG…“, wiederholt er träge, „das war – ist – eine Gruppe. Last Generation. Klima, Gerechtigkeit, Gesellschaft, das ganze volle Programm. Ich bin… war da ziemlich… aktiv.“ Er stockt und blinzelt ein paarmal. Dann grinst er. „Weil.. Ich nerv halt gern Leute.“ Er hebt seine Flasche, als würde er darauf anstossen. „Ist so n Hobby von mir. Ich stell unbequeme Fragen, mach irgendwas kaputt, zeig mit dem Finger auf sie und dann tu ich überrascht, wenn sie mich scheisse finden.“ Er schnaubt, die Worte kommen mit einer seltsamen Mischung aus Müdigkeit und Überzeugung. „Und wer sieht was das bewirken kann… darf mir gern folgen. Also… nich blind für likes oder was… dieselbe Richtung mein ich. Gleicher Gedanke. Nicht nur reden, sondern machen. Konsequent halt.“ Chase zieht die Brauen zusammen als hätte er erneut eine Erkenntnis die er jetzt nicht mehr zu fassen kriegt. Den Blick wieder hebend sieht er David an, dann Abs. „Damit… die dies nicht tun.. aufwachen…“ sagt er, schiebt ein schiefes Lächeln hinterher, „Wenn einer von hundert mal kurz nachdenkt dann hat sich der Abend gelohnt. Also,“ die Mundwinkel heben sich charmant, „wenn du jetzt sagst, du findest das gut oder wenigstens interessant, dannnn bist du schon weiter als die meisten.“
"Interessant, deine Selbsteinschätzung. Vielleicht solltet ihr beide zusammen was starten?", Abs schaut zwischen David und Chase begeistert hin und her, "Klingt, als wärt ihr Brüder im Geiste oder so." Das Schmunzeln kann sie sich nicht verkneifen. Als Übersprungshandlung trinkt sie drei große Schlucke aus ihrer zurück erhaltenen Flasche. Dann knufft sie fragend den Blonden neben sich an. "Oder etwa nich?" An das Einhorn mit starkem Auftrag gewand sagt sie, "ich finde es überzeugend und notwendig, was du tust." Langsam nickt Abs leicht abwesend vor sich her, bevor sie den Blick von Chase sucht und mit der Flasche zum anstoßen auffordert. "Es ist bewundernswert, wenn sich jemand für andere einsetzt, die es selbst nicht können. Klare, direkte Worte rausbringt, die auf Missstände hinweisen. Ich wünschte, ich würde mich manchmal mehr trauen, hätte mehr Mut um Dinge zu verändern."

Je länger Chase spricht, umso ernster wird Davids Ausdruck. Wirkte die Trunkenheit auf ihn anfangs nach Spaß an der Freude, beschleicht ihn bei den Formulierungen des Einhorns mehr und mehr ein ungutes Gefühl. 'Das war eine Gruppe ... war ziemlich aktiv ...' "Ist was passiert?", fragt er mit ehrlichem Interesse. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass die Meinungen in diesen Gruppen stark auseinander und noch stärker aneinander gehen können. LG ist längst nicht mehr die kleine Zusammenkunft idealistischer Naivlinge, die belächelt und verbal getätschelt werden, weil man sie im Grunde kaum ernst nimmt. Das sollte jedes Mitglied mit Stolz erfüllen. Doch stattdessen steht nun das Gesicht und Gründungsmitglied dieser Vereinigung in kindlich-süßem Kostüm hier und lässt sich voll laufen. Gäbe es etwas zu feiern, wäre er nicht allein und vermutlich in besserer Stimmung. "Hat sie was damit zu tun?" Eine kaum sichtbare Geste deutet auf die junge Frau einen Meter neben ihm, die augenscheinlich zu ihm gehören oder rein zufällig dort stehen und betreten vor sich her starren könnte. "Mut ist Übungssache.", kommentiert er trocken in Abeenas Richtung, als, er beiläufig einen Schritt näher an Chase heranrückt, um leiser sprechen zu können. "Ich würde dich zu einem Treffen einladen. Aber ich weiß nicht, ob wir deinen Ansprüchen genügen." Abwägend ziehen die Mundwinkel ins Kinn. "Unser Fokus ist deutlich kleiner als der von LG. Und auch bei uns ist nicht jeder so ... entschlossen, wie es der Sache dienlich wäre."

„Naaoomi ist passiert.“ Chase zieht das Wort abschätzig lang. Die Flasche hängt locker in seiner Hand, sein Blick verliert sich kurz irgendwo zwischen Abs und David. Dann grinst er schief und blickt auf. „Wirst bestimmt bald von ihr lesen. Sie macht das jetzt richtig, weisst du? Gesittet und regelkonform. Vielleicht macht sie bald ne Soli-Kampagne gegen Worthington Industries mit genehmigtem Sitzkreis und mit Sicherheitsabstand. Oder ne.. sie schreiben offene Briefe, in denen sie dann höflich um moralische Besserung bitten und kriegen dafür wahrscheinlich noch n Sponsoring von deren Nachhaltigkeitsabteilung.“ Chase geht die Luft aus während er ohne Pause - zwar mit Zungenschlag, aber verständlich - spricht und atmet tief ein. Dann hält er sie eine Sekunde und lacht kurz trocken. „Hoffe für sie das wirkt. Glaubs aber weniger… Also!“ er hebt den Finger. „Da ich ja jetzt quasi freischaffend bin - klingt fancyer als suspendiert -“ Er trinkt, verschluckt sich leicht, fängt sich aber schnell wieder. „lad mich ein. Ich weiss nicht, was du erwartest, dass ich erwarte. Aber schlimmer als PowerPoint-Aktivismus kanns kaum werden.“ Dann sieht er Abs an und seine Mimik wird vertraulich. „Und er hat recht,“ sagt er und greift David an der Schulter. „Mut ist… Und… also… wenn dus dann geübt hast, ist es kein Mut mehr. Hat dich schon mal wer mutig genannt und du dachtest so, huh? War doch nix?“ Er denkt kurz nach. „Zu sagen, dass jemand mutig ist,“ fährt er fort, „ist eigentlich nur n Geständnis, dass er Angst hätte. Das ist die Wahrheit hinter dem Kompliment.“ Er schnaubt leise, hebt die Flasche spöttisch aber stolz. „Ha! Doch noch pädagogisch wertvoll heute.“ Dann sieht er wieder zu David. „Also, das Treffen… wann muss ich wo sein? Und sag jetzt bitte nicht morgen früh…“ und noch etwas müder, „ich brauch jetzt Wasser…“

>>> Chase geht nach Windenburg (2) >>>
#14
Jack, Zac, Abs
"Woooooooh! Das ist die Idee für den Moment!", ruft Jack aus und zeigt mit ausgestreckten Armen und Zeigefinger auf Vaas' Rücken und beginnt sich rückwärts laufend von der Gruppe zu entfernen. "Bestellt mir fünf Ingwer-Zitronen-Shots, bitte!", brüllt sie euphorisch lauter werdend, zunehmend in der Menge verschwindend. "ICH HOL' NUR SCHNELL MEIN ZEUG UND DANN BIN ICH WIEDER BEEEEEEIIIIII EEEEEEUUUUCH!"
Beschwingt, nein, b e l e b t hält sie Ausschau nach dem unfreiwilligen Helfer, aka dem mobilen Garderoben-Sims. Lange suchen muss sie nicht. Da steht der Typ, der ein bisschen die Ausstrahlung von einem modernen Jesus hat?!?!??? Zumindest so, wie sie sich den biblischen Zimmermann vorstellt. Diese Assoziation lässt sie mit grüblerisch zusammen gezogener Mimik auf ihn zutreten. Als sie vor ihm zum Stehen kommt, ist ihr Gesicht von leicht nervösem Ausdruck. "Hey" ruckt sie ihm ihren Kopf entgegen. "Du entstammts nicht zufällig einer christlich kanonisierten Textsammlung religiöser Überlieferung und bist dem zu Folge eine Wahnvorstellungen meines überreizten Geistes, oder?" Sie macht einen kleinen, vorsichtigen Schritt auf ihn zu. "Ich meine, du bist einfach nur ein realer, netter Kerl und Eimerhalter uuund.... nicht Jesus?!"
Hinter dem dichten Vollbart lässt sich Yitzhaks zartes Lächeln nur erahnen. Sein Hauptaugenmerk liegt auf einem Dreiergespann an einem der Tische, das sich angeregt unterhält, unterbrochen von kleinen und größeren Neckereien seitens des Pärchens. Eine wilde Frisur tritt auf ihn zu, ihre Vorsicht steht konträr zu dem, was er bisher von ihr beobachten konnte und weckt seine Neugier. Seine Augen werden schmal, als das amüsierte Lächeln bis in die Wangen zieht. "Ich bin nicht Jesus.", sagt er mit ruhiger Stimme, dennoch so kraftvoll, als gäbe es die Geräusche um sie herum nicht. "Er ist mein Großcousin." Geduldig reicht er ihr ein Utensil nach dem anderen, wartend, bis sie sich mit all den Habseligkeiten sortiert und neigt sich leicht nach vorn, als ihr Blick ihn trifft - eine Geste, die jeden Dank ihrerseits überflüssig macht. 
'Nice.' "Großcousin. Alles klar.", schmunzelt sie ihm entgegen, als sie sich mit ihren Siebensachen wieder ausgestattet hat. "Und wie heißt dem Jesus sein Cousin 2. Grades und mag er mit was trinken kommen? Ich hab meine Leute getroffen und nach einer Rettungsaktion ist nun eine Runde Getränke dran." Mit schief gelegtem Kopf studiert sie seine freundlichen Züge und entscheidet dich dafür ihn vielleicht näher kennen lernen zu wollen, er macht den Eindruck, kein gewöhnlicher Typ zu sein. Einer, dem man mit Offenheit und Klarheit begegnen kann, auch wenn es nicht passen sollte. Sie will es riskieren, auch wenn sie nicht weiß ob es für die Gruppe ok ist, einfach jemand neues mit an zu schleppen. Darf man das? Sie wird es heraus finden. Und falls die anderen ihr eins vorn Bug knallen sollten, hat sie immer noch Eimi, von dem Nicht-Jesus sich scheinbar nicht bedient hat. Ohne seine Antwort abzuwarten, hakt sie sich mit ihrer Fotostrecken-Hand bei ihm unter und zieht ihn mit sich in Richtung Crew an der Bar. "Komm."
"Ich bin Zac." Die rechte Hand legt sich auf seinen Solar Plexus, die Mitte des Brustkorbs, als er sich erneut leicht vorbeugt. "Wie darf ich dich nennen?" Beinahe reflexartig öffnet sich seine Armbeuge, in die sie sich einhakt, und er folgt ihr ohne Umschweife.
"Jack.", antwortet sie knapp. Mit zügigen Schritten bahnen sie sich den Weg auf die anderen zu, eine illustre Auswahl an Getränken in unterschiedlichsten Größen und Farben steht bereit. Ebenso weitere Gesichter, die ihr noch unbekannt sind. Aufregung kribbelt in ihrem Bauch. "Hey da bin ich wieder und ich hab noch wen mitgebracht." Sie löst sich von dem Neuzugang, stellt ihren Eimer, das geile sowie unbrauchbare Schuhwerk und den Bilderstreifen neben Vaas auf dem Tresen ab und zwinkert ihm zu, nicht ohne neckisch reizend über dessen linke Seite zu streichen. Als er sich unter ihrer Berührung leicht spannt, funkt es kurz in ihrem Unterleib. "Hey Loverboy, wie geht es dir?", erkundigt sie sich, der Streich-Zeigefinger auf seiner Haut, direkt über dem Hosenbund ruhend, ein Auge auf dem Teeniegirl, dass an seiner anderen Seite herumdropst. Schmunzelnd lässt sie ihn wissen, dass sie seine Meinung bezüglich der Lippenpflege teilt. "Uuuuund wenn du später deine weiteren Verabredungen loslassen kannst," Strubbel verräuspert einen schadenfreudigen Lacher, "würde ich mich über etwas exklusive Zeit mit dir alleine freuen." Während sie weiterspricht, wandern nun zwei Finger langsam wieder an seiner Flanke empor, bis auf den Rippenbogen. "Ich hab noch was von Kistes Päckchen über und dabei - das würde ich gerne mit dir teilen. Was sagst du? Hast du Lust?", die letzten Worte haucht sie ihm ins Ohr, dann leckt sie sich brummend über die Lippen und zieht anschließend eine feine, saugende Spur unterhalb des Ohrläppchens, am Kieferknochen entlang. Bevor sie sich vernehmlich an die Versammelten wendet, wedelt sie sich ein bisschen übertrieben Luft zu. "Hi, für die, die mich kennen und auch nicht kennen: das ist Zac, nicht Jesus. Und für die die mich nicht kennen: Ich bin Jack.", winkt sie in die Runde und grinst Zac zusprechend und nickend an. 
Abs überlegt nicht lang. "Na dann gehen wir mal Wasser besorgen, hm? Gehst du vor?", bittet sie David, dann winkt sie dem Einhorn auffordernd zu. "Komm, jetzt kannst du Alice folgen." Unsicher, ob der Aufruf funktioniert hat, geht sie langsam trinkend weiter um sicher zu stellen, dass Chase mitkommt. 'Man Abs... lass jetzt diese Literaturbezüge... sei einfach du selbst ohne deinen Lese-Nerd-Scheiß.' Mit gestrafften Schultern und neuem Plan überwinden sie die kurze Distanz zu der Gruppe, zu der David gehören zu scheint. Ein ziemlich buntes Trüppchen, dass bei näherer Betrachtung fünf Leute umfasst. Die schönste Ausstrahlung geht von einem mal ganz anderen blonden Schopf aus und sackt dann kurz zu einer ziemlich betankten, jungen Minderjährigen ab. Diese hängt wie zuvor von David beschrieben an einem Kerl mit Schädelzeichnungen im Gesicht. An seiner anderen Seite saugt sich - ein bisschen übertrieben für ihren Geschmack - eine etwa gleichaltrige mit Haaren, die von Hermine Granger's Schwester sein könnten, in definierbarer Buschform sowie einer Narbe über dem linken Auge an seiner Seite fest. Komplettiert wird der Halbkreis in den sie nun treten von einem Mann unbestimmbaren Alters. Sein Gesicht hat keine auffälligen Falten oder Zeichnungen, aber seine Aura ist definitiv älter als sein Aussehen. Er strahlt Ruhe und Wärme aus. [i]'Bei dir stehen, ist bestimmt gut. Vielleicht überträgt sich etwas von deiner Ausgeglichenheit (?!) auf mich.'[/] Als Abs zum Stehen kommt, hört sie eben noch, dass der Wuschelkopf sich selbst als Jack und ihren neuen Stehnachbarn als Zac vorstellt. "Und ich bin Abs.", nickt sie in die Runde mit dem Versuch, jeden einmal in die Augen zu schauen.
ABS; DAVID; VAAS; JACK; DENNAH; ZAC
Elena hängt sich an Vaas wie ein zu kleiner Rucksack, kichert hysterisch und versucht ihm – völlig überzeugt von der Brillanz ihrer Idee – den Finger ins Ohr zu stecken. Vaas dreht den Kopf leicht weg, greift ihre Hand, hält sie fest. „Finger weg von meinen Ohren, die sind sensibel, klar?“ Er lässt sie los, und David kommt rechtzeitig, um sie einzusammeln. Mit einem amüsierten Kopfschütteln schaut Vaas die beiden an, hebt kurz das Glas in Davids Richtung. „Gute Gene, Bro. Betrunken und anstrengend – gefällt mir.“ Er lacht, lehnt sich gegen den Tresen, kippt den Rest seines Drinks, als Jack seine Aufmerksamkeit zieht. Die Schuhe, die sie auf den Tresen stellt, fängt er mit einem Blick auf, der viel zu lange an den Absätzen hängen bleibt. Er stellt sich unwillkürlich vor, wie die Dinger aussehen würden, wenn sie nichts anderes trägt. Das Grinsen kommt von selbst. Dann berührt sie ihn. Genau da. Seine Schwachstelle. Fuuuu! Er schliesst die Augen, der Schauer kriecht ihm über den Rücken, bis runter in die Beine. Ein dunkles Lachen entkommt ihm als sie fragt wie es ihm geht. „Meine Hose wird grad eng, danke der Nachfrage.“ Jack lehnt sich leicht vor, die Finger bleiben auf seiner Haut, und das Spiel hat ihren Rhythmus. Er tritt näher. Seine Hand landet an ihrem unteren Rücken, wandert tiefer, über die Kurve ihrer Hüfte bis an die Rückseite der Schenkel. Die Bewegung genüsslich. „Ob ich Lust hab?“ Er lacht leise an ihrem Ohr. „Frag noch mal und ich zeigs dir gleich hier.“ Sie lacht, tritt einen Schritt zurück, fächelt sich Luft zu, als wüsste sie dass er sowas ernst meinen könnte. Er lässt sie, lehnt sich wieder gegen den Tresen, das Grinsen bleibt. Als sie dann die Runde anspricht und Zac vorstellt, grüsst Vaas den Fremden. „Hi, Nicht-Jesus“, grinst er breit, hebt das Glas und prostet ihm zu. „Ich bin Vaas. Chronisch untervögelt.“ Er trinkt, tippt mit dem Glas gegen Jacks Schulter. „Aber sie arbeitet dran.“

Lachend nimmt David seine Schwester an sich, die augenblicklich an dessen Ohren herumzufummeln beginnt. "Du hast auch eigene am Kopf." Ihre Hand herunterreißend funkelt er sie an. Sein genervter Blick wechselt schlagartig zu Belustigung. "Steck dich da rein. Wenn du tief genug bohrst, kannst du deine Gedanken fühlen." Die Aufmerksamkeit dem Tresen zulenkend bestellt er ein Wasser. Die kleine Erfahrungssammlerin wird in der nächsten Stunde keinen Alkohol mehr bekommen, beschließt er. "Wasndas?", lallt sie, als er ihr das Glas kurz darauf in die Hände drückt. "Tequilaschorle.", sagt er, als wäre es etwas, das sie unbedingt probieren müsste, was sie mit einem aufgeschlossenen "Mmmhhh" direkt in die Tat umsetzt. "Das ist meine kleine Strafe dafür, so ein netter Typ zu sein.", wendet er sich nun Abeena zu. "Hört auf Ena oder Ela oder wahlweise auch HierTrinkDas." Der Reihe nach auf die Anwesenden zeigend sagt er die passenden Namen auf, weil man das so macht und es sonst keiner tut. Er ist einfach zu anständig. Der letzte Neuzugang bildet den Abschluss: "Ihn kenne ich nicht. Aber offensichtlich ist er nicht Jesus - Hi.", reicht er dem Unbekannten die freie Hand. "David." Wie es seine Angewohnheit ist, neigt Yitzhak sich leicht nach vorn, die Hand flach auf der Brust. Jedem Gesicht der Runde ein warmes Lächeln schenkend, unabhängig davon, ob sie es bemerken oder nicht, betrachtet er einen Sim nach dem anderen mit der Aufmerksamkeit, die das Wesen eines jeden einfordert - was durchaus unterschiedlich ist. Das tatsächliche Geltungsbedürfnis einer Person geht nicht immer parallel zu der Erscheinung oder dem Verhalten einher und kann sogar von Moment zu Moment variieren. Der Gesichtstätowierte scheint ein herausragendes Beispiel dafür zu sein.
Humoristische Provokation - oftmals ein Test, wie "der Neue" einer Gruppe mit ungefilterter Offenheit umzugehen vermag - oder wie man heutzutage sagen würde - ob er cool ist. Doch das Verhalten des jungen Mannes könnte ebenfalls auf einen Besitzanspruch hindeuten. Schließlich war es Jack, die Yitzhak, am Arm eingehakt, her brachte. Empfindet Vaas nun den Drang, klarzustellen, dass es klüger ist, dieser jungen Dame keinerlei Avancen zu machen? Unterschwellige Botschaften unter vermeintlichen Konkurrenten begegnet sozialen Spezies häufig im Alltag, weiß Yitzhak. Für ihn spielt im Grunde keine Rolle, warum genau der Andere sich so äußert. Er hat nicht vor, sich in ein bestehendes soziales Feld einzuordnen. Er ist lediglich ein Gast, der sich an den bunten Eindrücken erfreut. Er liebt Beobachtungen und Analysen dieser Art. Das komplexe Zusammenspiel einzelner Individuen ist ebenso magisch, wie die Welt, in der sie sich bewegen. Eine Welt, die sich um so Vieles langsamer verändert, als normalsterbliche Sims es jemals begreifen könnten. Mit der inneren Diskrepanz zwischen natürlicher und selbst auferlegter Entwicklung muss es zu Verwirrungen, Konflikten und Missverständnissen - und somit zu Klarstellungen kommen. "Das ist vermutlich sehr erfreulich für dich, Vaas, chronisch untervögelt.", nickt er dem Ambivalenten mit amüsiert-weichem Blick zu. Der Kopf bleibt leicht gesenkt, gerade ausreichend, um seine Ergebenheit auf unterbewusster Ebene zu signalisieren.

"Da bin ich!" Wie aus dem Nichts wirft sich Dennah in die Gruppe, Blaze zurückhaltend im Schlepptau. Seine Nähe ist das Einzige, das ihr Halt gibt. Nicht nur das Gefühl, dass sie all den Mist nicht allein durchstehen muss. Sondern auch das Verdrängen der Erlebnisse ist an seiner Seite viel einfacher. Natürlicher. Als würde er ihre Sorgen und düsteren Gedanken durch seine bloße Anwesenheit einfach in den Wind schlagen. Doch nach all dem Adrenalin - zuerst auf, dann hinter der Bühne - ist sie vollkommen aufgekratzt. Die herbeigeführte Unruhe schreit nach deckelnder Ablenkung. Bloß nicht still stehen. Es darf keinen Platz für arbeitende Gedanken geben. "Hier gibts Sangria?! Her damit!" Zwischen David und Jack hindurchlangend, fischt sie mit ausgestreckten Fingern nach dem Eimer, von dem sie im Simstagram gelesen hat. Beiläufig schwappt die aufgeheizte Luft zwischen Jack und Vaas zu ihr herüber. Scheiße, die treibts echt mit ihm .... Mit Rehkiz-Augen, irgendwo zwischen Verständnislosigkeit und Sorge, blinzelt sie Vaas zu, während sie das sommerwarme Getränk zu sich heran zieht. "Ich darf doch oder?", fragt sie rückversichernd an Jack, die ihr wohlwollend bestätigt. Wie ein ausgehungertes Tier klammert Dennah sich daraufhin an den Eimer, umfasst den inzwischen halb zernuckelten Strohhalm mit spitzen Lippen und beginnt die knallende Brühe aufzusaugen. "Woah!", zieht es ihr die Brauen aus dem Gesicht. "Steile Mische." Und geile Hose! Fleißig weiter saugend scannt sie Jacks Bekleidung mit einem anerkennenden Nicken, begleitet von einem hochgestreckten Daumen.
"Mach mal lieber langsam, Dennah,", mit einer Mischung aus Sorge und Amüsement bemerkt David das vorherrschende Tempo der Wahlschwester, "sonst hängst du im Null Komma Nichts durch. Wie Fräulein Erfahrung hier." Betonend drapiert er Elena auf einen frei gewordenen Hocker. "Na, das hoff ich doch.", nuschelt Dennah, ohne ihn anzusehen.

Jack bewegt sich mit und in die Streichberührung hinein und ist binnen Sekunden aufgeladen bis in die Haarspitzen. Sein Lachen rau und leicht kehlig - ein Versprechen. Mit einer sachten Gänsehaut bewegt sie sich erneut auf ihn zu, nachdem die Runde, auf die sie sich wild und neugierig stürzen wollte, nickend beginnt sich vorzustellen. Sie kann, nein will sich jetzt keine neuen Namen merken, die Gesichter müssen vorerst reichen. Jetzt will sie ihn. Ohne Umschweife reagiert sie auf das Glas, mit dem Vaas sie als Erlöserin angekündigt und angeprostet hat. Sie nimmt es ihm aus der Hand, leert den Spuckerest und lässt es hinter sich auf den mit Sand gepufferten Boden fallen. Wieder an seinem Körper, legt sie ihre linke, nun wieder Glas freie Hand auf seiner Schulter ab. Ihr rechtes Bein schiebt sich langsam zwischen seine und dabei unauffällig hoch, bis ihr Oberschenkel nicht weiter kommt. Mit Genuss beobachtet sie ihn, wie er die Luft einzieht. Lächelnd bestellt sie an ihm vorbei zwei Gin Tonic. Dann wiederholt sie ihre Frage mit dem Zusatz, dass er es ihr gleich, fast hier, um die Ecke zeigen kann. "Eigentlich wollte ich jetzt socializen, ein paar neue Kontakte vertiefen und knüpfen und dich für später heiß machen." Jack saugt ihre Fingerspitze des rechten Zeigefingers an und spurt seine andere Seite damit nach. "Aber du hast mich jetzt schon in den Bereitschaftsdienst geholt - und ich will dich jetzt. Mit den Drinks." Pause. "Und dann muss ich zurück, tanzen. Und die Vorstellungsrunde nachholen." Nun nimmt sie festen Blickkontakt mit ihm auf.
"Danach würde ich gerne mir dir in die zweite Runde gehen, mit mehr Zeit und noch was von Kistes Päckchen, als Appetizer. Aus meinem Bauchnabel und von von deiner Halsbeuge. Mindestens.", kichert sie erst, dann wird ihr Blick etwas schnippisch und kühler. "Aber nich mit deiner weißhaarigen Toilettentussnelda von vorhin!", zieht Strubbel ihre sichtbare Braue über der Narbe kurz und scharf hoch. Ihr Blick wird wieder leuchtend und weicher, "Aber dafür bitte mit Haare kraulen."
Vaas Grinsen bleibt, doch in seinen Augen flackert kurz etwas anderes – ein winziges Zucken, das er nicht kontrollieren kann. Als Jack „Toilettentussnelda“ sagt, zuckt sein Mundwinkel unmerklich und das Lächeln wird schärfer. „Handbuch Seite 12. ‚Jack will Vaas für sich alleine.‘“, sagt er wertfrei, während sein Blick zwischen ihren Augen pendelt um herauszufinden ob das stimmt. „Und zwar wirklich gleich hier?“ meint er weiter, als ob er lieber keine Antwort auf die Behauptung will. Seine Hand schiebt sich über ihre Taille nach oben unter den Stoff des Tops zu ihrem Rücken. „Mit den Zuschauern? Hab ich kein Problem mit.“ Er lehnt sich näher, bis sein Atem ihr Ohr streift. „Aber wenn ich jetzt anfange, tanzt du heut nicht mehr, Lady Boss..“

Seine prüfenden, etwas dunkler gewordenen Augen und der Handbuchvergleich regen etwas in ihr an, dass sie unter einem Blinzler vergräbt. 'Und w e n n es so wäre? Was, wenn es Seite zwölf gäbe?' "Ich glaube, ich sagte hinter der Bar. Und prinzipiell hab ich kein Problem damit dich hier vor all den Leuten über den Tresen zu jagen. Aber...", zieht sich ihren Mund zur Schnute, "ich bin mittlerweile auch dabei, hier Leute kennen zu lernen und ich will sie nicht gleich verprellen und in jede meiner Körperöffnungen blicken lassen. Denn die sind exklusiv.", lässt sie ihn wissen. Der Barkeeper stellt ihre Bestellung ab und sieht sie wartend an. Jack ignoriert ihn, schaut Vaas fest und ruhig an. "Und nicht weniger will ich für mich, ja. Exklusivität für den heutigen Abend." Ohne den Blick zu lösen fingert sie mit der linken Hand einen Schein aus ihrem Hosenbund und legt ihn vor den Drinks ab. "Geht das klar für dich und du versuchst mich tanzunfähig zu machen oder steig ich aus und such mir für jetzt eine andere Bushaltestelle? Ich sag' dir wie's is, Loverboy. Ich hab Bock", stupst sie ihn herausfordernd mit dem rechten Zeigefinger auf die Brust, "auf dich."
Er nickt ihren Gedankengang anerkennend, mit einem „Fair.“ Aber als sie ‚Exklusivität für den ganzen(?) Abend‘ dropt, zieht ein kurzes, unsichtbares „Was?“ durch seinen Blick. Er lacht trocken, als müsste er sich selbst daran erinnern, dass es nichts zu verstehen gibt. „Ich steh hier. Du stehst hier. Warum erwähnst du sie?“ Er lehnt sich ein Stück vor, bis seine Stirn fast ihre berührt. „Seit wann hab ich den Ruf Gangbangs zu veranstalten?! Da is mir aber mächtig einer entgangen.“ Sein Ton bleibt locker, aber ein kleiner Funken Enttäuschung vielleicht – oder Misstrauen, das er sofort im Spott erstickt als er sich aufrichtet. „Also“, murmelt er, während er beinahe gedankenverloren an ihrem Reisverschluss rumspielt. „Wir machens jetzt so:“ dann blickt er auf, „du tanzt jetzt, ich trink was, und wenn wir danach beide noch stehen können, sehn wir, ob und wie...“ Ihm ist klar dass er sie grade vertröstet, nicht zu Gunsten von sich selbst. Aber an dieser Stene kommt ihm irgendwas spanisch vor, was er nicht genau benennen kann. Zu anstrengend ist tieferes Denken im Moment. Ein schiefes Lächeln, eine kurze Pause, dann drückt er ihre Hüfte mit einem spürbaren Zug gegen sich. „Und falls ja – dann reden wir nicht mehr über die, klar? Dann reden wir über das.“ Er hebt ihre Haare an und zieht die Zunge genüsslich von ihrem Schlüsselbein, bis zum Ohr.
"Gut. Wir machen es so, wie du's vorgeschlagen hast.", lächelt sie ihm mit einem kraren, leicht belustigtem 'Feigling' zu, revangiert sich fürs anheizen mit einem Sauger an seinem Ohrläppchen, der viel zu vielversprechend ist, als dass er sich bis zur Untauglichkeit die Kannte geben kann. Unter dem wohligen, zarten Schauer der ausgelösten Gänsehaut erklärt Strubbel im Anschluss. "Nun, ich erwähne sie, weil es meiner Erinnerung nach, als du mich in der Villa und Boom vorgestellt hast, es einen Kommentar in Richtung Dreier gab. Und das ist nicht mein Ding, denke ich.", stellt sie ihm mit einem leichten kopfrucken zur Verfügung. Diplomatisch ergänzt sie, "Vielleicht trügt mich meine Erinnerung auch." 'Was sie sogut wie nie tut.' Jacks linke Hand wandert von der Schulter über die Seite seines Halses in seinen Nacken und ein Stück weit unter die Beanie. "Außerdem saht ihr in dem Moment in dem ich euch gesehen hab etwas vertrauter als flüchtig begegnet aus." Ihr rechter Zeigefinger hakt sich in seinem vorderen Hosenbund ein und zieht ihn ebenfalls näher, nicht ohne sachte Beckenbewegung auszuüben. "Und da du mir von dem Festival erzählt hast, bin ich davon ausgegangen, dass wir auch miteinander verabredet sind. Tja. Und dann ist da noch jemand an deinem Ohr." beendet sie mit einem Seufzer. "Ich will das eigentlich auch gar nicht aussprechen, weil es für mich dann realer wird, aber ich will das du's verstehst." Jack hält in ihren Bewegungen inne. "Dieser Typ Frau triggert mich einfach hart, geht in die Richtung meiner beschissenen Schwestern. So. Jetzt ist es raus.", würgt Strubbel hervor, mit Schamesröte im Gesicht.

Vaas Blick bleibt ohne ausflucht bei ihr, während sie redet. Er sieht nur noch, wie sich ihr Mund bewegt, wie ihr Finger an seiner Haut runterwandert, immer näher an die Zone, wo Denken aufhört. Ein raues Lachen entweicht ihm. „Weiss nicht obs dir aufgefallen ist, aber ich red viel Scheiss, wenn der Tag lang ist.“ Er lehnt sich näher, sein Atem streift ihren Hals und flüstert: „Aber sags keinem.“ Seine Hand liegt jetzt auf ihrer Hüfte, zieht sie fester ran. „Also notier dir, ich leb nicht in dem, was mein Hirn irgendwann mal spontan rausgehauen hat und nicht in dem, was du dir daraufhin zusammenreimst.“ Er drückt sie an sich, bis kaum mehr Luft dazwischen ist. „Ich steh doch jetzt hier, oder?“ Seine Stimme kippt tiefer, wärmer. „Dein Finger is grad gefährlich nah dran, mir die Birne auszuschalten. Reicht dir das?“
Strubbel entweicht ein genüssliches Brummen, als sie komplett an ihm landet. "Ja, dass reicht mir. Und" der Finger findet seinen Weg etwas höher an die rechten Seite, an d i e s e andere Stelle und führt dort wieder runter gehend, Schreibbewegungen aus. "Ist notiert", haucht sie ihm auf die Lippen, ihre nur einen Millimeter von seinen entfernt, dann leckt sie ihm sanft über den Teil seiner Unterlippe zwischen den Pircings. "Wir sehen uns dann bald wieder. Falls du die Kapazität hast, kannst du nen Auge auf meine Schuhe haben? Die kann ich grad nich gebrauchen." Ohne seine Antwort abzuwarten, löst Jack sich von ihm und dreht sich mit trichterförmig gehaltenen Händen vor dem Mund zur Gruppe um und brüllt, "Daaaaviiiiid! Zeit zum abspackeeen!" Sekunden später springt und zappelt sie lachend mit ihm zur DJ-Musik ab
Abs nickt David wohlwollend und seine Aussage unkommentierend entgegen. "Das wird es sein, da gibt es wohl keine zwei Meinungen." 'Was ein Typ.' grinst sie in sich hinein. Es bereitet ihr Freude, David im Kreis seines sozialen Umfeldes zu sehen. Das der junge Mann neben ihr ebenso wie sie niemanden kennt, aber allen einen so herzliches "Hallo" schenkt, bereitet ihr ein warmes Gefühl in der Brust. Sehr angenehm. Ohne Umschweife eröffnet sie ein Gespräch, um den so sympathischen und schlagfertigen ebenfalls Neuen kennenzulernen.

>>> Abeena geht nach San Myshuno (6) >>>
>>> Zac geht nach San Sequoia (3) >>>
Blaze / Vaas
Blaze setzt sich an die Bar, als Dennah in der Menge verschwindet. Er fühlt sich gut, aufgeputscht, lebendig aber auch verdammt durstig. Kaum dass er sich setzt, legt sich ein Arm um seine Schultern. Der Griff ist fest, vertraut und gleichzeitig eine Zumutung. Vaas. Natürlich.
„Sechs Shots“, ruft der, ohne überhaupt zu gucken, ob jemand zuhört. „Und Blaze zahlt.“ Blaze verzieht das Gesicht und atmet aus.
„Zahl die mal schön selbst.“
„Was denn?“ Vaas zieht die Augenbrauen hoch, das Grinsen schief. „Ich dachte, du hast jetzt Frau, Haus und Job und bist auf dem richtigen Weg, ein echter Vorstadtlangweiler zu werden.“
Blaze schüttelt stirnrunzelnd den Kopf, will was sagen, aber er hält inne. Er denkt an Boom. Daran, dass Vaas immer noch bei ihr wohnt. Dass das Gespräch schnell in eine Richtung laufen könnte, auf die er keinen Bock hat. Vor allem dann nicht, wenn Vaas bei Boom irgendwas ausplaudert.
„Geile Nummer auf der Bühne“, meint Vaas und setzt sich hin, das Kinn auf den Tresen gestützt. Er starrt auf die sechs Glässchen die die Barkeeperin befüllt, wie eine Katze die eine Maus beobachtet. „Dachte nicht, dass du die Eier für sowas hast.“ Blaze sieht auf ihn runter.

„Du kennst mich auch nicht.“
„Ach nein?“ Vaas richtet sich auf, das Grinsen breiter werdend. „Ich kenn dich besser, als du glaubst. Du bist der Typ, der vorgibt, erwachsen zu sein, und dann aus Gewohnheit immer noch die Faust ballt. Du wehrst dich, und dann weinst du, wenn sich trotzdem nichts ändert.“ Er nimmt ein Glas und reicht es Blaze. „Und du bist der Typ, der für ein Mädchen die ganze Welt abfackelt und sich dabei die hübschen Finger verbrennt.“ Er wackelt mit den Fingern vor seiner Nase. „Stimmts? Komm, trink einen mit mir. Boom ist nicht da, Jack und D tanzen, McRotz liegt wahrscheinlich unterm Tresen, und Steph – tja, der hat wohl vergessen aufzutauchen. Bleibst nur du, Prinzessin.“
Blaze blinzelt, als Stephs Name fällt. Es wischt alles weg, was er gerade noch sagen wollte. „Steph wollte herkommen?“ Seine Stimme klingt dumpf und leicht ungläubig.
„Ah, stimmt ja – du kennst ihn. Hat er mal irgendwann erwähnt. Die Welt ist n Scheissdorf, was?“ Vaas Blick zuckt zu Blaze Gesicht, als ihm die Mimik auffällt, dann beugt er sich näher. „Was guckstn so? Hab ich was verpasst?“
Blaze hebt nur langsam den Blick. Dieser war eben noch nach innen gekehrt, gedankenversunken. „Steph hat sich erschossen.“
Stille.
Vaas Grinsen bleibt, aber ohne Fröhlichkeit, als wüsste sein Gesicht nicht, was es tun soll. „Was?“
Keine Reaktion.
„Fuck.“ Er lehnt sich zurück, das Shotglas in der Hand, aber er trinkt nicht. Nur ein kurzes, raues „Fuck“ mehr. Dann kippt er es doch. „Okay.“ Er schluckt, reibt sich mit der Hand übers Gesicht. „Dann trinken wir auf ihn. Oder gegen ihn. Weiss nich. Irgendwas halt.“ Er zieht die nächsten Gläser heran, stellt eins vor Blaze. „Komm, sonst wirds noch pathetisch.“
Blaze ist nicht sicher, was er von der Reaktion halten soll. Er konnte sich nicht vorstellen, wie ein Vaas auf so eine Nachricht reagiert. Offenbar aber nicht so kalt, wie erwartet. Er spürt, dass Vaas das ernst nimmt. Auf seine Art. Das hat etwas unerwartet Erleichterndes: Er hat es jemandem erzählt. So wie Dennah. Und jetzt weiss er auch warum. Vaas ist vielleicht kein Freund, aber er kannte Steph. Und er teilt jetzt dieses Ereignis. Und er macht sich weder lustig, noch macht er einen Spruch darüber, dass Blaze sich einkriegen sollte. Blaze hebt das Glas und trinkt. Dann sieht er zu Vaas, der sich über den Tresen lehnt und versucht, eine der Barkeeperinnen noch einmal zu stoppen, um weitere sechs Shots zu bestellen.
„Hab ich dir jetzt den Abend versaut?“ fragt Blaze aus reiner Neugier. Weil er aus Vaas nicht schlau wird. Er hatte erwartet, dass er sowas sagt wie: 'Der Wichser schuldet mir noch Geld, so ne Scheisse.' Unemotional halt. Irgendwas in Richtung 'Scheiss auf das Leben anderer'. Aber das macht er nicht.
Vaas setzt sich zurück auf den Hocker und sieht Blaze an. Eine Pause. Dann legt er Blaze die Hand auf die Schulter und beugt sich zu ihm. „Ne. Ich bin nur überrascht, dass dus erzählt hast.“ Seine Stimme wird wieder rauer, aber ohne Angriff. „Hab ich nich einkalkuliert in deinen Typus.“ Vaas lässt los und greift nach dem nächsten Glas. „Aber ich schätze, du brauchst jetzt was, das dir hilft, damit fertig zu werden.“ Er reicht ihm das Glas. „Option Nummer eins: Trink mehr. Option zwei: kotz dich bei irgendwem aus - aber nicht bei mir. Ich bin nich dein scheiss Therapeut.“
Blaze nimmt das Glas. Er stellt sich vor, wie er einem Therapeuten erzählt, dass Steph ihn angerufen hat. Und was er dann getan hat. Er stellt sich vor, wie dieser Gelehrte ihn dann fragt: Und wie fühlen Sie sich jetzt? Es schüttelt Blaze direkt. Er sieht zu Vaas. „Bestell noch einen.“
>>> Vaas geht nach Del Sol Valley - Jacks Eigentumswohnung >>>
#17
~ David, Jack, Dennah ~
Grade noch befindet David sich tief in Abeenas zufrieden-amüsierten Gesichtsausdruck, als der gedehnte Klang seines Namens in den Moment hineingrätscht. Zu einer verspielten Antwort ansetzend, öffnet er mit erhobenem Finger den Mund, wird aber vor der ersten Silbe an der anderen Hand davon gezogen. Lachend stolpert er, Abeena entschuldigende Gesten zuwerfend, rückwärts hinter Jack her, bis zu einem Punkt, an dem die Musik allgegenwärtig wird. Ohne dass er etwas dagegen tun könnte, beginnen seine Gliedmaßen im Takt das Bild einer Choreographie zu zeichnen - nicht schön, aber ausladend und voller Enthusiasmus.
Den laufenden Song kennt er nicht, doch das tut seinen Bemühungen keinen Abbruch. Sobald der Rhythmus erfasst ist, ergibt sich der Rest von selbst. Seine Begleitung angrinsend verfällt er in den klassischen Ententanz, leicht in die Knie gebeugt, umkreist er sie mit flatternden Flügeln, hakt sich dann in sie ein und wirbelt sie doppelt so schnell in die entgegengesetzte Runde, so dass sie nach wenigen Umdrehungen lachend den Halt im Sand verliert und wegzurutschen droht. Einen Ausfallschritt rückwärts in ihre Richtung, fängt er sie mit dem Körper auf. Rücken an Rücken stemmt er sie hoch, beide Arme eingehakt beugt er sich vor, ihre strampelnden Beine ragen mehr und mehr dem Nachthimmel entgegen, bis er sich ins Hohlkreuz legt und sie schließlich sanft die Füße in den warmen Sand setzt. Die Musik fadet aus, Orgelgeplänkel strömt in die übergehenden Töne und David zerreißt es begeistert das Gesicht. Augenblicklich wirft er sich vor Jack auf die Knie, die Brauen gespielt leidenschaftlich gekräuselt, die Faust liegt theatralisch auf der Brust, als seine Lippen den Monolog von Christian Steiffen formen:
'Baby Da ist etwas, dass ich dir sagen möchte
Da ist ein Gefühl so tief in mir
Und wenn du mich fragst, wie ich mich fühl
Dann sag ich dir...'
Der rechte Arm schlägt mit den vier anzählenden Takten in die Luft, bevor David aufspringt und, die Knie in halber Hocke angewinkelt, vollkommen taktischer auf der Stelle zu marschieren beginnt. Der Kopf liegt leicht im Nacken, die Hände zu Fäusten gebildet ziehen abwechselnd vor und zurück, als würde ein übereifriger Rentner seine Nordic-Walking-Sticks spazieren führen.
'Ich fühl mich Disco, ich bin so heiß
Disco, Disco, sexy in the night
Ich fühl mich Disco, oh
Baby, bin so heiß Disco, Disco
so sexy in the nigh-igh-ight.'
Vor lauter Lachen und Bewegung kann Strubbel nur Japs-Geräusche von sich geben und ihren Bauch mit beiden Händen halten, als der Enterich das Tanzhuhn aus der Akrobatik wieder zurück auf die Füße gestellt hat. Jack will gerade zurück in irgendeine Quatschtanz-Pose finden, als der neue Song einspielt. Die verstörenden Anfangsgeräusche werden mit einer solch kindlichen Begeisterung quittiert, dass sie keine andere Wahl hat, als sich erneut mitreißen zu lassen. Den eine Spur zu ernst parodierenden Schlagerfutzi-Disco-Shitter unterstützend, kommentiert sie stumm und mit aller ihr innewohnenden rmtheatralik, indem sie seine Gesten annimmt und weiter ausbaut. Ein Handrücken landet vom getroffenen Herzen gesteuert in ihrer Stirn um dann sich auf das 'heiß' mit unappettitlich herausgestreckter Zunge dem eigenen und Davids Gesicht Luft zuzufächeln. Dabei verdreht sie ihre Augen und wackelt affig und alles andere als sexy mit ihrem Gesäß durch die Gegend, immer wieder zu ihrem Abspackpartner zurückkehrend. Das sich keine weiteren Crewmitglieder von ihrem gezucke und gerucke animieren lassen wollen, stört sie nicht - sie ist ganz in Simbiose mit Mr. Disco, der mittlerweile auf seinen Knien erbarmungswürdig um sie herum robbt, die Fäuste immer noch in der Lieblingsbewegung. Jack strahlt über beide Ohren und lässt ihrerseits die Fäuste vor ihrem Oberkörper im Takt übereinander rollen und streckt dabei gelegentlich einen Finger am ausgestreckten Arm in die Luft, um dann wieder von vorne zu beginnen. So, wie sie es aus DEM Tanzfilm der siebziger Jahre mit John Travolta gelernt hat.

Plötzlich schießt Dennah von der Seite zwischen die beiden. Laut und kehlig kichernd reißt sie beide Arme in die Luft, an deren Enden je ein Baustellenhütchen prangt.
"Wo hast du die denn her?", ruft David ihr durch die Musik entgegen.
"DaaasnOchamWeechhinnadeBüühneunnawaanieunnhamnamiaerufn." Mit Silberblick und ausladenden Gesten berichtet Dennah von ihren Abenteuern. "IhaddedassonesehnalsichmiiiBleesawaaaunndachdedaseowasfüadiiiischhdawroidasichrüübaunndarumschengichdiedia." Einen Schritt nach hinten taumelnd streckt sie ihm beide Arme entgegen, damit er die liebevolle Gabe an sich nehmen kann. Lachend pflückt er beide Zylinder - wobei Dennah rücklings an Jack anbufft. Irritiert wendet sie sich schwer schwankend um, braucht einen Moment, um die Sicht zu fokussieren und legt dann mit einem breiten Lächeln ihre Arme um sie, während sie unverständliche Laute vor sich her murmelt. Aus dem Augenwinkel sieht sie, wie David eins der Hütchen auf Jacks Kopf absetzt. Träge löst sie sich von ihr, der schwere Blick auf das neue Accessoire gerichtet, ehe sie sich mit einem unsicheren Schritt halb herumwendet, um David anzusehen. Auch er trägt das Mitbringsel auf dem Kopf, grinst Jack fordernd an und lässt mit einem nickenden Ruck den Zylinder nach vorn und über das Gesicht kippen. "En garde!", bringt er sich in Position, die Arme seitlich halb von sich gestreckt und darauf wartend, dass Jack ihn angreift.

Jack wird mit geschlossenen Augen aus ihrer Tanzerei gerissen, als Dennah in sie reinpurzelt und sie schlussendlich in eine Umarmung zieht. Wooow! Das ist der zweite freundschaftliche Körperkontakt an diesem Abend, noch dazu von jemandem, den sie erst zum dritten Mal sieht. Okay, okay, das zierliche Geschöpf mit den Sommersprossen und den Dreads ist voll wie ne Haubitze... Und trotzdem genießt sie es und wertet es als unterbewussten Sympathiebeweis ihr gegenüber. Worum Dennah bemüht ist sie zu unterrichten, versucht sie nicht zu verstehen - selbst wenn das Genuschel aufgeschrieben wäre, hätte ihr Gehirn keine Chance mitzukommen, zu überrumpelt und verwirrt ist sie. Sowas ist Jack mit ihren zwanzig Jahren noch nicht ein Mal passiert. Und vorhin Davids Reaktion auf sie... so freudig und echt... Alles ein bisschen viel und ungewohnt. Nach ein paar weiteren Gedanken kommt Strubbel zu dem Schluss, dass sie bei so viel lieber Zuwendung und Reaktion auf ihre Person ihr Herz gar nicht geschlossen halten kann! Bemüht, vor lauter Empfindungen und etwaigen Erkenntnissen nicht kirre zu werden, versucht sich Strubbel an i r g e n d e i n e n ablenkenden Impuls zu klammern. Und da ist er! Eingeschlagen wie gerufen.
Nachdem sie sich von Dennah lachend gelöst hat, zieht sie das Ding auf ihrem Kopf etwas tiefer, damit es ihr durch die Haarflut nicht vom Schädel gedrückt wird. Das Verkehrshütchen drückt sich gegen ihre Stirn und sie fokussiert sich auf ihren Gegner, der sie zum Duell herausgefordert hat. "EN GARDE", entgegnet sie ihm so laut sie kann und nimmt nicht nur ihre Kopffechtposition ein, sondern geht direkt in den Angriff über.
Dumpf rumpelnd kracht es von außen gegen Davids Kopfbedeckung. Von der Wucht überrascht lacht er auf, als es ihn zwei Schritte zurückwirft, bevor er sich, den hinteren Fuß in den sandigen Boden stemmend, halten kann. Von der Umgebung nimmt er kaum mehr wahr, als abgedämpfte Bässe und eine nuschelige Wall of Sound. Sein warmer Atem staut sich unter dem festen Kunststoff, schlimmer als unter jeder plastikdurchzogenen Sturmhaube, von denen er ein halbes Dutzend in seinem Geheimfach im Schrank liegen hat. Den Kopf in weiten Zügen von links nach rechts schwingend macht er blinde Schritte vorwärts, bis er rechtsseitig auf Widerstand stößt - KLONK - prallt die Mitte des Zylinders gegen die behornte Kampfpartnerin. Der Druck schiebt sich weiter abwärts in Richtung Kopf, presst ihn dann unnachgiebig in eine Drehung nach links, so dass er ins Stolpern gerät und beinahe das Gleichgewicht verliert. Als er sich mit den Armen rudernd zurück in den Stand bringt, ist sie sofort wieder da, mit dem Gewicht auf halber Höhe. David senkt den Kopf ab, das spitze Ende des Hutes rollt in einer unkontrollierten Umrundung unter dem gegnerischen Horn ab und findet Halt auf der anderen Seite.

Energischer pressend drängt er sie weiter zur linken Seite, fühlt sich überlegen, doch rechnet nicht damit, dass sie sich einfach einen Schritt entfernt. Plötzlich fehlt der Gegendruck und David strauchelt ungehalten durch den Sand. Drei, vier Schritte braucht er, um gerade genügend Kontrolle zu finden, nicht zu stürzen, als sein Fuß gegen etwas Festes prallt. Durch das Material hört er Dennah kehlig laut auflachen, bevor er schließlich seitlich abrollend mit der Schulter in den Boden rammt. Der harte Kunststoff schlägt unangenehm gegen Schädel und Nackenkuhle. In den Trichter hinein ächzend bleibt er einen Moment liegen, bevor er sich aufrappelnd das Baustellenhütchen anhebt, um darunter hervorzulinsen. Dennah hockt neben ihm, strahlt mit Silberblick über beide Wangen, während Jack triumphierend auf ihn herunter grinst. "Ich ergebe mich.", lacht er, die Hände heben sich kapitulierend, wodurch die Kopfbedeckung wieder nach vorn kippt und sein Gesicht verbirgt.
Mit aller Kraft und schon fast verkrampften Fingern zieht sich Jack das überdimensionale Kopfhorn bis über die Ohren, sodass es so fest sitzt wie möglich. Die Füße fest im Sand, dass Hirn leer gemacht und nun nur ein Gedanke im Körper. Angriff. Mit einem vage kalkulieren, halben Sprung ballert sie auf den gegnerischen Trichter und wird vom Aufprall mit Erfolg selbst überrascht. Zeit für Triumph gibt es keine, dass Hartplastik fühlt sich unangenehm und unnachgiebig an - egal. Jammern und Kühlpad holen kann sie später, nuuuun ist kämpfen mit eingeschränkter Si- HEEEYYY! Nicer move!!! David hat hervorragend pariert, schneller als sie dachte. Alle Umgebungsgeräusche die nichts mit David zu tun haben, werden bis zur beinahigen totalen Ausblendung verbannt. Sie hört sich atmen und ihn lachen. Dabei wird sie von ihm trotz aller Anstrengung des Widerstandes zurück geschoben, Horn an Horn. Er ist unglaublich stark! Es gibt nur eine einzige Chance, wie sie sich einen Vorteil zurückerobern kann.
Nachdem sie mit ihrer Taktik 'plötzlicher Rückzug' überraschend schnellen Erfolg hat, reißt sie sich lachend ihre Fechtwaffe vom Kopf, als ihr Gegner nicht wieder angreift. Blut und Adrenalin pochen ihr noch durch den ganzen Leib und besonders hartnäckig in den Ohren, sodass sie lauter spricht als nötig. "Besser is! Du herrlich Bekloppter, du! Und jetzt komm...", ruft Strubbel mit Hütchen unter dem Arm und hält ihm den freien hin, um leichter vom Boden hochzukommen. "Wir ballern jetzt auf Friedensmarsch erst zu meinem Lieblingsort hier und dann kommen wir zurück und schauen, wer von der Crew noch oder wieder steht, für weitere Action. Abgemacht?"
>>> David geht nach San Myshuno (6) >>>
>>> Dennah geht nach Tartosa - Haus Fam. Falck Sr. (2) >>>
Lilly / Jack
Viktor blickt zum Festivalgelände, das auch hier bereits zu sehen ist. Er hatte sich wirklich wohl gefühlt im Wasser... hatte für einen Moment wirklich mal Freude empfinden können. Und jetzt? Sollte er sich damit nicht zufrieden geben anstatt wieder zurück in die Enge zu gehen? Einen Moment zögert er. Aber andererseits ist der Abend noch längst nicht zu Ende. Warum also sollte er und Lilly die restliche Zeit in der Höhle verbringen, wenn die Sonne noch längst nicht aufgegangen ist? Seine Augen wandern zu Lilly neben ihm. „Na komm, lass uns gehen.“ Er hatte sich vorgenommen, sich der Herausforderung zu stellen. Es fühlt sich an wie cheaten, wenn er dann nur kurzzeitig dort bleibt. Lilly mustert ihn skeptisch. Aber sie hat Lust noch ein wenig zu tanzen. Sie nickt. Die beiden lassen ihr Gepäck in der Höhle liegen, nehmen nur ihre Wertsachen mit. Sie nimmt Viktors Hand, nähert sich wieder den tanzenden Gästen. Hoffentlich weiß er wirklich, was er tut, ohne sich zu überfordern. Mittlerweile spielen keine Livebands mehr, aber auch die Musik aus dem Radio lädt zum Tanzen ein. Lilly wippt ein wenig mit. „Geh ruhig tanzen.“, sagt er schmunzelnd, „ich freue mich, wenn du Spaß hast. Und glaub mir, du hast das verdient.“ Ihm selbst ist es ein wenig zu laut, zu hektisch. Doch er erträgt es stoisch für sie. „Für einen Tanz komme ich auch mit.“, bietet er ihr an, ergreift beide Hände und zieht Lilly in seine Arme. Sie bleiben am Rand, lassen sich nicht in die Menge ein. Und doch ist es genug. Ein kleiner Moment der Zweisamkeit.

Viktor sieht Lilly in die Augen. Wer hätte gedacht, dass auch er wieder zu Freude fähig sein würde? Und das alles dank ihr... Er blendet den Lärm aus, bewegt sich mit ihr. Und sieht, wie auch sie selbst sich in der Musik verliert. Für einen Moment schließt er die Augen. Hier, etwas abseits vom größten Tanzgetümmel ist es gar nicht so schlimm... Ein Musikstück lang genießt auch er den Tanz... bis der Lärm ihn doch noch einholt. Er sieht auf, hält sich ein Ohr zu. Er möchte Lilly nicht stören, sie nicht auch aus ihrem Tanz reißen. "Ich bin am Strand.", sagt er. "Bisschen Ruhe suchen. Aber lass dich davon nicht stören. Mach einfach weiter." Lilly sieht ihm nach. Sie nickt. Sie hat alle Zeit der Welt, sich mit ihm zu unterhalten. Für einen Moment hat auch sie es verdient, einfach nur ihren Tanz zu genießen. "Alles klar, bis später!", ruft sie ihm noch hinterher, bevor die Musik sie wieder einholt.
Voll der vielfältigen Emotionen läuft Jack noch zum Teil schwerer atmend durch die Leute - sie braucht jetzt etwas zu trinken und Raum, um ein bisschen klar zu kommen. Die letzten zweieinhalb Wochen mit der Familie waren hart und grauenvoll und dieser Abend verlief so anders als gedacht. Ohne es vorgehabt zu haben, hatte sie sich die Mission 'Leute kennenlernen' eröffnet, obwohl es eine ihrer größten Besorgnisse und Ängste bespielt. Und es läuft so gut, dass ihr ganzer Brustkorb vor Glück und Stolz nur so brummt. Okay... das MDMA wird seinen unterstützenden Beitrag leisten. Aber das ist egal. Was zählt ist ihr gegenwärtiges Gefühl. Ihre neue Verbindung zu David, das herzliche Miteinander mit Dennah. Und dann wären da auch noch Pita und Zac, die sie einfach nur mit ihrer Aura (oder wie das so Tücherschwinger immer sagen) geflasht haben. Sie alle haben ihr kaltes Herz erwärmt und sie wird einen Teufel tun, damit auf zu hören. Jetzt will sie alles, jetzt will sie die ganze Palette der Simslichkeit! (ggf Kleiber Stich durch Korb v V) Kurz bevor sie die Bar erreicht, fällt ihr Eibe junge Frau mit ziemlich blasse Teint und herrlich roten Haaren auf, die sich selbst vergessen und versunken sich im Rhythmus der Musik bewegt. Jack hält inne und beobachtet sie für einen kleinen Moment. Dann steuert sie entschlossen auf die Tanzende in dem Haarschopf komplimentierenden kurzen Kleid zu. "Hey, entschuldige bitte die Störung.", ist der unkreative Gesprächs-opener ihrer Wahl. Lilly verliert sich, lässt sich von der Musik leiten. Viktor geht es gut. Er ist stabil genug, auch mal eine Zeit alleine klarzukommen. Sie weiß, dass er keinen Widerspruch akzeptiert hätte. Und so tanzt Lilly alleine weiter, bis sie schließlich auf die junge Frau aufmerksam wird. "Kann ich helfen?", fragt sie.

"Hey, ja. Und Hi.", grüßt Strubbel mit der kurz in die Höhe gehobenen Hand. "Ich weiß das das n bisschen creepy klingt aber du bist mir aufgefallen, weil du dich so mega zur Musik bewegt hast." Mit einem breiten grinsen kommt sie vor den beiden zum Stehen. "Hi ich bin Jack und entgegen meiner sonstigen Art heute extrem Kontakt suchend zu Sims, die ich aus ganz unterschiedlichen Gründen angenehm, sympatisch Und oder spannend finde.", zählt sie an ihren Finger der rechten Hand auf. Lilly mustert die Frau neugierig. Eine auffällige Narbe im Gesicht, aber trotzdem durchaus hübsch. "Lilly!", stellt sie sich vor, "Vampirin. Aber keine Sorge. Ich habe vorgesorgt und jetzt keinen Blutdurst." Ugh... Hoffentlich macht sie ihr damit keine Angst. Aber Jack sollte wissen woran sie ist. "Ist mein Okkult das, was du spannend findest? Oder steckt da mehr dahinter?" Lillys Stimmlage ist freundlich und zeugt eher von Neugier als von Genervtheit.
Überrascht und erfreut über die Direktheit der Rothaarigen, nickt Jack ihr zu. "Ich schätze klare Ansagen und mache selber auch welche.", nickt sie ihr schmunzelnd zu. "Tatsächlich ja, jetzt wo du es so aufs Kennenlern-Beschnupper-Tablett legst, will ich auch offen und ehrlich mit dir sein. Ja, dein Okult interessiert mich, jetzt wo du es thematisiert. Aber angesprochen habe ich dich, weil ich es schön fand, dich beim Tanzen zu sehen. Und ich mag deine Haare extrem." Mit zwei Schritten auf ihre neue Bekanntschaft zutretend, streckt sie ihr die Hand entgegen. "Heute ist der Tag, an dem ich, zum ersten Mal in meinen Erwachsenenleben mich bestätigt und ungehemmt fühle, auf Leute zuzugehen, einfach nur weil ich sie ansprechend oder interessant finde." Fröhlich und fast schon glücklich sieht sie dabei aus. Nach einigen Sekunden des Nachdenken, klärt sie Lilly auf. "Uhmmm... Ich kenne schon eine beeindruckende Vampirin, aaaaber ich habe kein wirkliches Vertrauen zu ihr. Ich würde gerne noch andere deiner, eurer Art kennenlernen. Ich mag meinen simslicher Horizont erweitern, bin selbst sehr isoliert und einseitig geprägt groß geworden. Da gab ich keinen Bock mehr drauf."

Lilly lächelt. Man sieht ihr an, dass sie sich über das Interesse freut. "Ich danke dir.", sagt sie und streicht sich nachdenklich über die Haare. "Ich finde es sehr mutig, und erfrischend, dass du mich ansprichst." Sie blickt in den Himmel, lächelt. "Vor allem, da ich ganz andere Reaktionen auf meinen Okkult kenne. Viele zeigen Toleranz, aber bei weitem nicht alle." Einen Moment denkt sie an Letitia zurück. Die Schuldgefühle ihr gegenüber sind längst nicht mehr so stark wie einst, auch dank Viktor, aber die Gedanken sind auch nicht vollständig fort. "Und es ist wichtig, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen. Ich bin Pianistin, und mit meiner Musik versuche ich, anderen die Angst davor zu nehmen."
"Das tut mir leid, ich verstehe das mit der "angeblichen" Toleranz." Jack setzt sie Gänsefüßchen zur Unterstreichungen des Wortes. "Geht mir mit meiner Narbe oft ähnlich.", gibt sie traurig und somit eine Spur zu sarkastisch dieser Fremden von sich Preis, ungewohnt schnell. So schnell, dass Strubbel den erklärenden Bezug zur konsumieren Substanz zieht. Das MDMA entfaltet seine schöne Wirkung des leichteren Zugangs zur emotionalen Ebene, die sie hin und wieder gerne genießt. Hat sie, bis auf zu ihrem Großvater auch nie gemacht. Über Gefühle wird in ihrer Familie nicht gesprochen. Umso schöner empfindet sie es jetzt gerade, mit anderen darüber in Kontakt zu kommen. Und zwar nicht an der Oberfläche. "Verstehe ich das richtig, du willst anderen dabei helfen, ihre Ängste und Vorurteile gegenüber Vampiren abzubauen?!???", erkundigt sie sich mit ehrlichen staunen. "Über Musik? Wow." Jack nickt mit einem 'respekt' der so anders wirkenden Blutsaugerin zu. Als sie ihre eigene Begriffswahl überdenkt, fällt ihr ein das Lilly sie zu allererst beruhigen wollte. "Und mach dir mal keinen Kopp... Ich habe keine Angst vor dir oder vor Vampiren im allgemeinen, denke ich. Leider habe ich viel zu selten Angst und steh auch ein bisschen auf chaotisches und auch mal einen dummen Nervenkitzel. Uhmmm... So ala Simba, aus 'Der König der Löwen'. Zitat: Gefahr? Ich lach dir ins Gesicht - Hahahahaaa. Ergreifende Filmmusik, für nen Kinderfilm, by the way." Nicht sicher, ob sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat in puncto Nervenkitzel, wartet sie die Reaktion der anderen ab. 'Hoffentlich denkt sie nicht, ich will komische Spielchen spielen, das ist das letzte, was ich brauche. Ich brauche echte Sims, egal welcher Art und Laune.'

„Ich hatte mit ner Freundin und anderen Helfern sogar mal ein Toleranzevent organisiert.", erklärt Lilly, nicht ohne Stolz, „In der großen Halle in Windenburg. Mit verschiedenen Bühnenauftritten unterschiedlicher Künstler, manche musikalisch, andere auch magisch.“ Sie lächelt, als sie an Aidarias Auftritt denkt. „Ich gab damals das Schlusslicht mit einigen Liedern am Klavier.“ Auch bei der Aussage über „König der Löwen“ muss Lilly lächeln. „Die alten Disneyfilme sind für die Familie gedacht, nicht nur für Kinder. Und du hast Recht, die Musik ist wirklich ergreifend.“ Lillys Augen leuchten bei diesem Thema auf. Sie kann nicht widerstehen, es zu vertiefen: „Du kennst ja diese berühmte Szene in der Schlucht, als Simba von der Gnuherde fliehen muss. Achte da mal auf die Musik. Hans Zimmer hat ein Meisterwerk erschaffen. Nichts ist dem Zufall überlassen. Jeder Schritt von Simba, jedes Trampeln der Herde, ist musikalisch nachempfunden. Man spürt förmlich die Bedrohung, allein schon durch die Musik. Sogar die geografischen Gegebenheiten werden von der Musik eingefangen.“ Lillys Begeisterung für Musik muss krass sein. Obwohl sie es großartig findet, wird es ihr gerade zu viel für eine spontane Begegnung - sie ist verabredet und will die anderen nicht länger warten lassen. Trotzdem mag sie sich nicht auf nimmer wiedersehen von der interessanten jungen Frau verabschieden. "Hey Lilly, ich bin irgendwie von dir ergriffen, habe aber keine Zeit mehr, da auf mich gewartet wird. Falls du mich auch gerne näher kennen lernen würdest, lass uns doch Nummern tauschen? Ich mag dir gerne meine ganze Aufmerksamkeit schenken, merke aber, dass es mich weiterzieht, zu meinen... vielleicht bald Freunden... Das ist so krass..."
Lilly hätte noch stundenlang weiter fachsimpeln können. Jacks Aufbruch holt sie ein wenig aus dieser Stimmung. Doch sie fasst sich schnell wieder. "Alles klar, dann dir viel Spaß noch Jack. Freut mich dich kennengelernt zu haben." Schnell sind die Nummern ausgetauscht. Lilly bleibt alleine zurück, bis Jack in der Menge untergetaucht ist und nicht mehr zu sehen. Vielleicht könnte sie nun ja wieder schauen, was Viktor so treibt.

Die Stunden ziehen ins Land, die Sims feiern und tanzen ausgelassen. Zu dieser späten Stunde bleibt die Bühne leer, doch die Boxen sind nicht stumm. Die Zeit eilt voran, viel zu schnell, bis auch dieser Tag endet. Ein Feuerwerk, das auch weit ins Land noch zu sehen ist, rundet diesen wilden Tag noch perfekt ab.
>>> Viktor geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (22) >>>
>>> Lilly geht nach Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (22) >>>
<<< Jack kommt von Sulani Festivalgelände <<<
Charaktere: Jack
Ort: Strand von Sulani
Geschichtsstrang: Was es sich zu merken, verarbeiten & anzustoßen gilt
Bewegungen
Geschafft lässt sich Jack in den Sand plumpsen, auf die geräuberte Decke mit den Utensilien, die ihr zumindest nach ihrer Planung in den nächsten Stunden ein bisschen beim Runterkommen helfen sollen. Die Nacht ist warm und trotzdem tut die kleinere der beiden Decken, die sie locker über die Schultern gelegt hat, gut. So sitzt sie eine Weile da, trinkt bewusst Schluck um Schluck von dem Wasser und betrachtet das Wasser mit seinem leichten Wellengang. Alles weichgezeichnet und irgendwie gefühlt ummantelt, wenn nicht sogar umarmt. Voller Genuss gibt sie sich dem sanften, psychedelisch beeinflussten Rausch und der Umgebung hin.
Wie schön.
Schön ruhig und monoton.
Friedlich lebendig, ohne fordernd zu sein.
Sanfte und trotzdem energetische Wassergeräusche.
Einfach herrlich.
Der Himmel? Fucking sternenklar!
Was für ein Ort, hierher wird sie definitiv mal wieder kommen. 
Überarbeitete Quelle: https://pin.it/6NdIpBpN2
Das Festival schiebt sich zwar noch im Hintergrund einladend durch die Luft, aber Strubbel braucht eine Pause. Sie hat es etwas übertrieben. Mit allem. Zuletzt mit dem Rauschmittel, dass für solche Veranstaltungen aus ihrer Sicht einfach nur perfekt ist. Für sie aber leider nicht nur als Genuss on top - aufgrund ihrer fehlenden sozialen Erfahrungen auch leider ein Hilfsmittel, um mit Fremden und auch sich selbst in Kontakt zu kommen. Um einen tieferen Zugang zu ihren Gefühlen zuzulassen.
Nachdem sie sich entgegen ihres ursprünglichen Planes auch schon ohne Vaas an Kistes Päckchen bedient hat, war sie ein bisschen stromern gewesen und hatte ja noch eine weitere Begegnung gehabt. Ihr Projekt 'Socializing af tonight' läuft bisher wie geschmiert. Ohne, dass Jack es zu Beginn des Tages oder des Musikfestes vorgehabt hatte. Der Plan entstand einfach, weil sie, wie sie soeben auf dem Weg vom Festival-Gelände hierher für sich ermittelt hat, wieder diesen fiesen Dauer-Floh ins Ohr und Herz gesetzt bekommen hatte. Von ihrer Blutsverwandschaft. Vor vier Tagen, zum Abschied des Horroraufenthaltes in der Festung, die sie bis vor drei Monaten noch Zuhause nennen musste. Und dagegen wird sie wie gewöhnlich, wie es ihre Art ist, hart gegensteuern.
Jeden. Tag.
Mit dem Gedanken- und Gefühlsschwenker fällt ihr auf, dass sie ihre verlorenen Kippen nicht nachgeschnorrt hat. Fuck. Eine Zigarette wäre jetzt geil, findet sie. 'Egal, immerhin habe ich Kaugummis dabei. Die ich auch echt brauche. War' n bisschen viel von den kleinen Kristallen.', analysiert sie mit sich selbst und angelt sich ihren Eimi heran, den sie als Hand- und Hosentaschenersatz mitgenommen hat. Ihr freundlich in blau leuchtender Begleiter beherbergt die kleine Verpackungseinheit der minzig-mentoligen Helfer, ihre Schuhe, ihr Telefon, das Zippo, die um eine weitere Serie ergänztender Fotostreifen sowie eine zweite Flasche Wasser. Was eine Sammlung. Strubbel lächelt und fischt die Verpackung des 'Nachtischs' aus dem Putzhelfer heraus. Dann schiebt sie sich zwei Dragees in den Mund, um ihre untere Gesichtsmuskulatur in Bewegung zu bekommen und zu halten. Viel zu lange hat sie schon die Kiefer zusammen gepresst. Diese mittlerweile unangenehm gewordene körperliche Konsequenz geht mit ihrer Stimmungslage dakor, die mehr und mehr Besitz von ihr ergreift. Jetzt, wo sie die feiernden Mitsims und die ausgelassene Umgebung gegen dieses Plätzchen der Ruhe eingetauscht hat.
Jack atmet kauend aus, zieht die Decke etwas dichter um sich und fühlt mit ihren wackelnden Zehen in den Sand hinein. Eigentlich hat sie keinen Bock in die Negativspirale ihres Unterbewusstseins einzusteigen. Aber sie weiß aus Erfahrung, dass sie nicht davor weglaufen kann. Zumindest nicht sehr lange. Und sie hat es heute auch schon bei Seite geschoben, mehrfach. Zuletzt, als sie gegenüber Vaas ausgespuckt hat, dass seine neue Bekanntschaft sie hart triggert. Dieser Typ Frau ist so... nicht ganz Eins zu Eins wie ihre Schwestern - aber verdammt nah dran. Unnatürliche, überdeutliche Akzente und die Möpse immer schön, zu mindestens fünfzig, wenn nicht sechzig Prozent sichtbar und fast aus dem Oberteil kippend. Damit man auch ja nicht an ihren vorbei gucken kann. Damit die Persönlichkeit, die zu schwach ist um andere auf sich aufmerksam zu machen oder an sich zu binden, Unterstützung bekommt. Das ist so... verstörend billig und armselig. Zumal ihre eineiigen Zwillingsschwestern top Abschlüsse haben und nicht dämlich sind. Eigentlich, theoretisch.
Da ihr Alter Ego Lady Boss sich gerade zurück gezogen hat, lässt nun Jack - ehemals Felicitas - die Augen zuklappen. Sie verachtet diese beiden Weibsbilder mittlerweile nur noch. So sehr! Aus diversen Gründen. Heute aber hauptsächlich für das, was sie verkörpern und ihre Art sich anzubiedern. Bei der alten Herrscherin, ihren Eltern und Maaaaariooo. Dem Alles-Stecher und Consigliere der Familie.
Und dafür, dass sie beim Verabschiedungsritual ihr gegenüber nun ein neues Verhalten an den Tag legen, abweichend von den letzten beiden Malen. Mittlerweile laut, schnippisch und mit diesen aufgestellten, rausgestreckten Supertitten, als wären es Ausrufezeichen. Kopfnickend zur Abschiedstirade dabeistehend, ihr Kommentare wie 'Genau' und 'Du wirst schon sehen' zu zischend, als der enge Familienkreis sie zum Helikopter begleitet hatte und ihre verfickte Großmutter ihre Lieblingsabschiedsansprache zum x-ten Mal wiederholt hat. Sie kann es nicht lassen, ob unter vier Augen oder vor versammelter Mannschaft.
"Du wirst nie woanders Anschluss finden, du gehörst zu uns, in unseren Kreis, ob du willst oder nicht. Nur hier weißt du, was du sicher bekommen wirst. Aber los, los. Versuch es ruhig. Wir sprechen uns bald wieder."
Zurechtgekürzt bedeutet das: Du bist zwar gebrauchs- und fickbar, aber nicht zum lieb haben oder gar geliebt werden gemacht - jeder wird dich irgendwann fallen lassen oder austauschen. Diese fast jahrzehnte lange Dauerimpfung schmilzt ihr Hirn, seitdem ihr Großvater das zeitliche gesegnet hat. 
Überarbeitete Quellen: https://pin.it/5ycpZjvcR & https://pin.it/43ZY1tunv
Jack ist dabei, Felicitas wieder in sich wegzuschließen. Entschlossenheit, Wut, Schmerz, Bitterkeit, Akzeptanz, Heilung, Kampf und Gegenwehr... all das und noch viel mehr strudelt und tobt durcheinander. Und zack!, da kommt ein weiterer Spieler hinzu. Als das Gefühl der Heilung sich gemeldet hat, kam auch die Eifersucht wieder dazu. Sie hasst diese Empfindung. Sie macht sie schwach und abhängig. Was sie nicht sein will. Weil sie sich fürs stark und unabhängig sein entschieden hat. Aber irgendwie...
Vaas ist der erste Sim, dem sie sich gegenüber geöffnet hat. Mehrfach. Sie hat ihm Dinge über sich erzählt, die sie nicht vor hatte zu teilen. Außerdem hatte sie sowas wie eine ungeahnte sexuelle Wiederauferstehung ihrer selbst mit ihm, durch ihn. Auf dem Spielplatz.
"Fuck it!", schimpft sie kräftig aber auch seltsam entspannt vor sich her, bevor sie aufsteht um sich ein bisschen zu bewegen. Die Decke bietet ihr eine Gelegenheit, dich zusätzlich fest zu halten. JACK tapst und schlürft mit den Füßen am Rande des sich auslaufenden Wassers. Es ist kalt und belebend. Ein angenehmes Kältegefühl, ganz anders als diese Eifersucht, die ihr viel schöne Zeit am Abend abgezweigt hat. Und das sogar völlig unnötig, zu ihrer großen Überraschung.
Strubbel hätte so gern, als Vaas und sie das gemeinsame Exklusivität vs. Gangbang-Gespäch hatten, ihre Stirn auch an seine gelegt. Hätte gerne die beruhigende Verbindungsgeste angenommen, bevor er wieder den Schutzregler hochgestellt, und sie zum Tanzen gehen animiert hat. Wirklich. Aber es ging nicht. Denn sie selbst ist ein Feigling. Die Erkenntnis, dass Ladyboss Jack an einem Punkt angekommen ist, an dem sie eine Verlässlichkeit für ein 2er-Date einfordert, trotz ihres so geliebten Freiheitsgefühls... ist hart verunsichernd. Sie gibt der Thematik eine weitere Runde Denkerei und bleibt stehen, als der Groschen fällt. "Fuck, Jack! Du warst eifersüchtig, weil du dich sicher und angekommen fühlen willst, trotz Ungebundenheit. Fuck!" Die Decke gleitet von ihren Schultern und fällt ins seichte Wasser. "Scheiße, man! Das macht doch... das macht doch gar keinen Sinn, ey." Verärgert hebt sie die nasse Decke auf und stapft den Fleecestoff auswringend zurück zu ihrem Ausgangspunkt. Dort angekommen, hat sie genug abgedampft und sich etwas runter reguliert.
Es ist keine Schwäche, so zu empfinden und das Bedürfnis nach Sicherheit zu haben.
Es ist simslich.
"DU bist simslich, Jack.", flüstert sie sich bestätigen sowie tröstend zu. "Das ist okay. Du bist okay."
Wieder kehrt Stille bei ihr ein, dieses Mal bleibt sie bewusst sitzen und hält aus, geht tiefer rein. Das sie mehr als Okay sein muss, hat ihr der Abend heute gezeigt. Strubbel lächelt. Ihre Erinnerungen an David und Dennah im Besonderen arbeiten sich in den Vordergrund. Grinsend wirft sie ihre Pony-Partie aus der Stirn und fischt sich erneut Eimi heran, dieses Mal um ihr Handy zu schnappen. Eine Danksagung sowie Einladung wird nach kurzer Überlegung an jene rausgeschickt, die sie schön und mächtig bewegt haben.
>>> Jack geht nach Tartosa >>>
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