Brindleton Bay Nr. 15 (C) - Wohnung von Aurelia Blutzahn

07.09.2025 21:18
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11.09.2025 15:34 (zuletzt bearbeitet: 16.05.2026 22:40)
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Charaktere: Aurelia, Irina, Jim und Yitzhak
Geschichtsstrang: Aurelias neue Bleibe

Der letzte Karton mit den wenigen Habseligkeiten ist in den Mietwagen verräumt. Alles ist geputzt und in bestmöglichem Zustand. Jetzt kann Yitzhak nur noch auf die neue Mieterin warten.
Seit er zurück auf diesem Kontinent ist, hatte er mit dem naheliegenden Gedanken gespielt, die Wohnung aus altem Besitz selbst zu nutzen. Doch obwohl Brindleton Bay eine charmante Kleinstadt ist, zieht es ihn in eine ländlichere Gegend. Dekaden sind vergangen, seit er ein Leben in Abgeschiedenheit führte. Die Ausflüge in den letzten Wochen lockten ihn vermehrt in die warmen Landstriche um Strangerville und Chestnut Ridge. Letzteres wird ab morgen sein neues zu Hause sein.
Im Licht der untergehenden Sonne setzt er sich auf die Terrasse und lässt geduldig die Zeit verstreichen. Obwohl er unzählige Male Schritte wie diesen unternahm, fühlt er bei jedem Aufbruch in einen neuen Abschnitt freudige Aufregung. Neue Eindrücke bringen frischen Wind in sein Dasein. Den vergangenen Jahren huldigend, sieht er sie im Zeitraffer vor seinem geistigen Auge vorrüberziehen, voller Dankbarkeit für all die Begegnungen, die ihm Herz und Seele wärmten und die er in diesem Moment ein für allemal in die ewige Zeit entlässt.

Aufgeregt fährt Aurelia mit ihrem Wagen vor. Bei ihr sind Jim und Irina, die ihr zur Seite stehen wollen, um die Kisten ins Haus zu tragen und beim Einräumen zu helfen. Zum Glück muss Aurelia sich nach der Trennung von Jeffrey nicht auch noch um neue Möbel kümmern – vieles darf sie vom Vermieter übernehmen. So bleibt ihr der Ärger von Bestellungen und Lieferzeiten erspart. Die Abschlagszahlung hat sie längst mit dem Vermieter vereinbart, heute geht es nur noch um die Übergabe.

Als sie den Wagen stoppt, fällt ihr Blick sofort auf den Mann, der vor dem Haus wartet. "Ah, das ist er", sagt sie aufgeregt und steigt aus. "Guten Tag", begrüßt sie Yitzhak freundlich. "Ich sehe, Sie packen schon. Ich bin ebenfalls bereit." Dann deutet sie auf ihre Begleiter. "Das sind Jim und Irina. Sie helfen mir gleich beim Tragen meiner Kartons. Es ist zwar nicht allzu viel, also werden wir rasch fertig sein."



Die Ruhe in Person erhebt der Mann sich, um sich leicht angedeutet zu verneigen. "Guten Abend. Man nennt mich Zac.", stellt er sich der Einfachheit halber vor. Jedem der drei schenkt er einen willkommenen Blick. "Bitte keine Eile.", hebt er beschwichtigend eine Hand. "Nicht um meinetwillen. Ich habe alle Zeit der Welt." Gemächlich schlendert er die kurze Treppe herunter, um seine Unterstützung anzubieten.

Flüsternd neigt sich Aurelia zu Irina hinüber. "Ich habe dir ja gesagt, er ist was ganz Besonderes!" Leise kichert Aurelia verlegen und räuspert sie hastig, um ihre Fassung zurückzugewinnen.

Irina lächelt. "Da kann Jeffrey definitiv einstecken!", flüstert sie gut gelaunt zurück. Dieses Mal ist Pablo zu Hause um auf die Zwillinge aufzupassen. Und sie genießt diese Pause vom Babygeschrei.

Jim schweigt. Er hängt seinen eigenen Gedanken nach. Eine eigene Wohnung ... und dann auch noch hier in Brindleton ... Vielleicht kann er sich mittlerweile so etwas leisten. Immerhin hat er nun einen festen Job. Und der Weg zum Kindergarten ist von hier aus auch kürzer. Erst nach einer Pause erhebt er doch noch die Stimme: "Genau, das schaffen wir schnell." Er lässt seinen Worten Taten folgen und holt schon mal den ersten Karton aus dem Wagen.

Aurelia klappt den Kofferraumdeckel hoch und beginnt sofort, Ordnung in das Chaos zu bringen. "Der hier kommt ins Schlafzimmer, der in die Küche … und der Karton bitte ins Wohnzimmer", erklärt sie bestimmt.



Gemeinsam räumen sie den Kofferraum leer und das dauert tatsächlich nicht lange. Schon stehen die Kartons ordentlich in den passenden Zimmern. Nur das Einräumen und Ordnen liegt noch vor ihnen.

Aurelia wischt sich eine Haarsträhne aus der Stirn und tritt vor die Tür, um tief durchzuatmen. Die Stufen hinauf und hinunter haben sie ordentlich zum Schwitzen gebracht. "Oh, das ging jetzt aber doch flott", sagt sie und lacht. "Gut, es waren auch nicht so viele Kartons. Die eigentliche Arbeit kommt ja jetzt erst. Also keine Müdigkeit vortäuschen!"

Sie wirft einen Blick zu ihrem Vermieter. "Zac, wirst du dein Zuhause nicht vermissen?"

Irina mustert Jim, der neben ihr auf einem der Kartons sitzt. Ungewöhnlich, ihn hier zu sehen. "Wusste gar nicht, dass ihr euch angefreundet habt.", fragt sie verwundert. Er nickt nur knapp. "Im Supermarkt getroffen." Dann schweigt er wieder, während sein Blick zu Zac wandert.

Yitzhak stellt einen der Kartons auf der Küchenzeile ab. Sanftmütig lächelt er seiner Mieterin entgegen. "Die Welt ist mein zu Hause. Warum sollte ich mich an Besitztümer binden, wenn ich alles, was ich brauche, in meinem Herzen trage?" Es ist eine schöne Wohnung an einem schönen Ort, dessen ist er sich bewusst. "Ich bin glücklich, wenn du dich hier wohl fühlst. Dann haben wir beide richtig entschieden."



Verlegen lächelt Aurelia. "Ich habe mich seit der ersten Minute in diesem Haus wohlgefühlt. Das ist so ein schöner Ort und das Haus ist echt klasse. Man merkt, dass du da richtig Liebe reingesteckt hast."

Jim streckt sich. Er fühlt sich hier unter den ganzen Leuten etwas fehl am Platz. Aber er wollte unbedingt die Wohnung sehen. Schön ist es hier ja. Er streicht mit den Fingern über die Fensterbank. "Ja, wirklich schön hier.", bestätigt er und meint es auch ehrlich. Er stellt eine Frage in den Raum: "Wie teuer ist so eine Wohnung hier denn? Vielleicht wäre das auch etwas für mich."

Aurelias Worte bringen Yitzhaks Augen zum Leuchten. Mitsims ein gutes Gefühl geben zu können, ist das Wertvollste auf Erden - nicht vergleichbar mit materialistischen Werten. Seine Verneigung zum Dank ist so dezent, dass sie kaum als solche zu erkennen ist.
Den offenherzigen Blick an Jim gerichtet, erklärt er, dass Aurelia Glück mit dem Preis hat, da er selbst nicht viel benötigt und keinen Wert auf Profit legt. "Mieter dieser Wohnungen genießen die beste Lage der Kleinstadt. Ich könnte einen Preis von bis zu Zweitausend Simoleons einfordern. Mir ist aber leider nicht bekannt, welche Summen die anderen Besitzer verlangen."

"Ich bin dir echt dankbar, dass du mir das hier ermöglichst", sagt Aurelia daraufhin und lächelt. "Ich freu mich, ich kann jetzt richtig den Neustart wagen. Nach allem, was war, fühle ich mich damit echt wohl. Und vor allem muss ich nicht mehr im kleinen Dachgeschoss meiner Schwester wohnen." Lachend legt sie eine Hand auf Irinas Schulter. "Ich bin euch wirklich sehr dankbar, nicht falsch verstehen."

Irina lacht. "Ich versteh schon. Du hast deinen Job, musst den ganzen Tag arbeiten, und dann wirst du noch von zwei kleinen Sirenen begrüßt." Sie sieht Aurelia an. "Ich finde es gut, dass du nun deinen eigenen Platz gefunden hast. Seit Lee bei uns im Haushalt hilft, ist es ja ohnehin einfacher geworden."

Jim ist wieder in tiefes Schweigen verfallen. 2000 Simoleons. Kein Schnäppchen. Er kann nicht darauf hoffen, dass auch die anderen Vermieter nur einen Freundschaftspreis verlangen. Das wird er sich nicht leisten können. Jedenfalls nicht alleine. "Sieht so aus, als müsste ich bei dir einziehen, damit wir uns die Miete teilen können.", sagt er scherzhaft zu Aurelia, "Dann wird es umso günstiger für dich." Er zwinkert ihr zu, um deutlich zu machen, dass es als Witz gemeint ist. Auch wenn er nicht nein sagen würde, wenn sie tatsächlich ein Angebot in diese Richtung machen würde.



Schnell fügt er noch hinzu: "Die alte Bude in Evergreen ist günstig, aber mittlerweile brauche ich etwas neues."

Aurelia erinnert sich an die Wohnung von Jim, besonders daran, dass ihre Freundin Veronica dort für einige Zeit gewohnt hat. "Aus dem Loch solltest du echt raus", lässt Aurelia anmerken. "Wenn ich mich hier eingelebt habe, können wir gemeinsam stöbern, ob wir für dich eine bezahlbare Wohnung finden. Das kriegen wir schon hin."

Sie wirft einen Blick auf die Uhr. "So, ich denke, wir räumen jetzt mal die Kisten aus. Zac, wir bleiben in Kontakt. Wenn etwas sein sollte, melde ich mich. Und sobald ich alles eingeräumt habe, lade ich dich gerne mal auf Kaffee und Kuchen ein – wie wärs?", schlägt sie ihrem Vermieter vor.

Jim lächelt dankbar. "Danke. Ich bin sicher, dass es irgendwo ein Plätzchen gibt für mich." Er grinst. "Und zu Kaffee und Kuchen sage ich auch nicht nein!"

Andächtig senkt Yitzhak, ein Nicken angedeutet, den Kopf. Das vorbereitete Schlüsselbund übergibt er an die neue Mieterin. "Darauf freue ich mich." Jim schenkt er ein dezentes, aber warmes Lächeln. "Ich werde Augen und Ohren offen halten. Sofern mein Eingreifen gestattet ist natürlich." Den Blick durch die kleine Runde gleiten lassend verabschiedet er sich, wünscht jedem alles Gute und tritt in die junge Nacht hinaus. Zufrieden atmet er tief ein. Jetzt geht's in seine eigene neue Bleibe.

(In Zusammenarbeit mit @Murloc und @RivaBabylon.)

>>> Aurelia geht nach
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