Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung Kitty, Felix, Abs

25.05.2025 21:13 (zuletzt bearbeitet: 12.10.2025 14:33)
avatar  Murloc
#1
avatar
Bestseller-Schmied








































 Antworten

 Beitrag melden
25.05.2025 22:09 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2026 12:53)
avatar  Murloc
#2
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Felix kommt von San Sequoia - Doppelhaushälfte der Familie Janko <<<
<<< Kitty kommt von Windenburg Nr. 8 - Narwal Arms (3) <<<
<<< David kommt von Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation (2) <<<
<<< Alessa kommt von Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation (2) <<<
<<< Louis kommt von Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation (2) <<<

Charaktere: Felix, Kitty, David, Alessa, Louis
Geschichtsstrang: Kitty und der Vogelfreund

„Hey, Großer, es geht los!“
Felix klopft David lachend auf die Schulter. „Ich bin bereit für das Kätzchen!“ Seine Augen funkeln vor Vorfreude, und ein breites Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. Endlich zieht er nach Britechester. Eigentlich mag Felix seine Familie und die beiden Hunde, aber er freut sich auch auf die Selbständigkeit. Auch wenn der Anfang anders verläuft als ursprünglich geplant. Ursprünglich wollte er zu David in die Wohnung mit einziehen. Doch beim Ausräumen des Zimmers wurde den Brüdern bewusst, wie klein es doch ist. Viel zu klein eigentlich für einen weiteren Bewohner. Es gibt aber eine Alternative: Im selben Wohnkomplex wohnt auch Kitty. In ihrer Wohnung ist mehr Platz und sie sucht ohnehin nach Mitbewohnern. Felix lächelt. Sie schien soweit ganz cool zu sein, als er sie aus diesem Grund vor ein paar Tagen kennengelernt hat. Er drückt den Klingelknopf von Kittys Wohnung. Mal sehen, was ihn erwartet.

"Das klingt ja fast nach einer Kampfansage.", lacht David und klopft seinem Bruder mit einer Hand auf die Schulter.
Die Tür öffnet sich, Katherine steht einsatzbereit im Rahmen. "Hi, ihr beiden.", grüßt sie locker. "Seid ihr allein?" Fragend wirft sie einen Blick in den Hausflur.
"Die Eltern sind unten am Wagen.", erklärt David.
"Na, dann wollen wir mal." Katherine schiebt den Schlüssel in die Jackentasche und folgt den Jungs nach unten. "Wie habt ihr das vor?", fragt sie. "Kette bilden oder einzeln laufen?"
"Kette dürfte effektiver sein
.", nickt David zustimmend. Die Idee gefällt ihm. Obwohl die Anstrengungen sich beim zweiten Stock in Grenzen halten dürften.
"Hallo, Frau Pryde.", grüßt Alessa die junge Frau, als sie am Wagen ankommen. Die Mutter hatte ihren Sohn bei der Besichtigung begleitet und die Hauptmieterin schon kennengelernt. "Das ist mein Mann Louis." Sie deutet mit einer Hand hinter sich, wo der Gatte bereits die ersten zerlegten Möbelteile bereitstellt.
"Hallo. Ich bin Kitty.", zum Gruß hebt Katherine nur die Hand, um den Familienvater nicht bei seiner Arbeit zu stören. "Gleich losgelegt, ja? Sehr zielstrebig.", lacht sie freundlich. "Hier wird keine Zeit verschwendet."



Louis lächelt. "Soweit mir bekannt ist, hat mein Sohn sich ja bereits bei der Besichtigung ein Zimmer rausgepickt. Da würde ich sagen, packen wir das schnell an. Umso schneller ist der Wagen aus der Einfahrt und stört niemanden mehr."
Felix grinst. "Genau! Das mit den vielen Fenstern! Aber eine Kette ist eine gute Idee. Ich werde dann die letzte Station übernehmen, und im Zimmer auf die Sachen warten. Dann kann ich die Kisten zumindest ungefähr schon in die richtige Ecke schieben." Bereits beim ersten Besuch hatte er sich im Kopf einen groben Plan erstellt, was wohin kommt.



"Na dann,", David drückt dem Bruder die ersten Teile des Bettes in die Arme, "lauf Lassie. Ich geb dir gleich die nächste Ladung hoch." An Katherine gewandt fragt er: "Und Zimmer zwei schon vergeben?"
"Nein, das ist noch frei. Ich hab aber eine Annonce geschaltet und hoffe, dass sich jemand meldet."
Sie setzt ein provokantes Grinsen auf. "Oder willst du zu uns ziehen?"
"Nein, nein."
Lachend winkt David ab. "Ich finds ganz gut alleine da oben. Da kriegt keiner mit, was für Scheiß ich baue." Breit grinsend zwinkert er, als ginge es ihm nur um Sarkasmus.
"Oho, na vielleicht komm ich mal schnüffeln. Klingt ja spannend."
"Tu das. Aber lass vorher einen Termin machen, damit ich alle Beweise beiseite schaffen kann.
" Die nächsten Teile im Gepäck folgt David dem Weg ins Haus.

Die Kette bildet sich. Louis fängt unten an, reicht die Gegenstände an Alessa, dann geht es über Kitty und David zur Endstation. Felix nimmt seinem Bruder gerade die Kiste mit dem Fotoequipment entgegen. "Vorsichtig damit! Das ist teuer!" Während der Fahrt hat er diese extra auf dem Schoß gehabt, damit nichts kaputt geht. Aber auch David bleibt vorsichtig, und so schiebt Felix seine Schätze in die richtige Ecke. "Und? Wie läuft es so? Irgendwelche Pläne für die Abstellkammer? Jetzt wo doch kein Schlafzimmer daraus wird?", fragt Felix seinen Bruder, während der gerade eine weitere Kiste von Kitty entgegen nimmt.



"Ich schätze, sie bleibt, was sie ist." Lässig nimmt David die Stufen nach unten, lässt sich die Kiste in die Hände drücken und kommt mit sicheren Schritten wieder Felix an.
"Wir kommen gut voran.", teilt Katherine die Information weiter. "Nur noch 2 Teile. Dein Bruder ist bescheiden."
"Sag das nicht zu laut. Sonst ändert sich das schneller als du 'Gemüsesuppenkellepoliermaschine' sagen kannst."
"Als ob ich so ein Wort jemals sagen wollen würde."
Kopfschüttelnd wendet sie sich ab.
"Ich glaub, sie steht auf mich.", grinst David seinem Bruder zu.

"So, das war's! Ging schneller als ich dachte." Felix stellt gerade die letzte Kiste - Dekozeugs - an ihren Platz. "Ausräumen kann ich auch später. Danke euch für die Hilfe!"
Louis nickt. "Wir gehen dann mal wieder!", verabschiedet er sich, "Du kommst ja klar."
Felix nickt seinen Eltern zu. Er klopft sich in die Hände und lässt sich erschöpft auf einer der Kisten nieder. Aus einer Wasserflasche nimmt er einen tiefen Schluck. "Die ganze Arbeit hat mich hungrig gemacht. Was haltet ihr davon, uns Pizzen zu bestellen oder irgendwas?"
Während sie warten, entwickelt sich ein Gespräch: "Was hat dich zu deiner Studienwahl bewogen?", fragt Felix in Kittys Richtung. Beim ersten Besuch hat er bereits herausgefunden, dass sie Sozialwesen studiert.

"Ich wollte helfen.", zuckt sie mit den Schultern. "Klischee erfüllt, würde ich sagen." Selbstironisch lacht sie in die Runde. "Ich bin nicht sicher, ob ich es durchziehe. Das Problem mit Studiengängen ist, dass man oft vorher nur ein vages Bild hat. Und irgendwann stellt sich heraus, dass etwas Anderes besser gepasst hätte."



Ein falsches Bild... Felix kratzt sich am Kinn. Er ist sich mit seiner Wahl - Biologie - eigentlich ziemlich sicher, vor allem, weil er das auch mit seinem Hobby verbinden kann. Aber was, wenn er sich doch irrt? Aber es wird schon gut gehen, da ist er sich sicher. Und wenn sich doch heraus stellt, dass es nicht passt, stehen ihm sicher andere Türen offen. "Was hättest du denn aus heutiger Sicht anders gemacht?", fragt er.

"Die Polizeischule interessiert mich.", erklärt sie. "Das ist weniger theoretisch. Ich bin jemand, die auch gerne mal körperlich gefordert wird. Letztes Jahr habe ich mich beworben, aber der Aufnahmetest ist echt nicht ohne. Hab ich unterschätzt und voll versemmelt." Wieder lacht Sie offenherzig. "Ich werde wiederholen und es noch mal versuchen. Aber solange ich da nicht angenommen werde, bleib ich beim Studium. Irgendwas muss man ja machen."



"Oha. Dann muss ich wohl aufpassen, dass ich besser nichts in deiner Nähe anstelle
.", schmunzelt Felix, "jedenfalls viel Erfolg." Die Tür klingelt. Felix sitzt am nähesten, er steht auf und kehrt kurz darauf mit drei Pizzen zurück. Er überreicht David und Kitty die ihren, und nimmt sich selber ein Stück seiner Gemüsepizza. Er ist kein Vegetarier, aber heute hatte er da mal Lust drauf. "Ich werd mich auf das Vogelbeobachten beschränken, also keine nackten Männer oder so. Und keine nackten Frauen." Felix grinst und beißt in seine Pizza. "Also, gibt keinen Grund, mich wegen Voyeurismus zu verhaften, Officer."

"Jaja,
", Katherine lacht nickend, "hättest du das mal früher gewusst, was? Wärst du nicht bei Miss Benimm-dich eingezogen." Sie klappt den Pizzakarton auf und greift nach dem ersten Stück. Der Käse zieht lange Fäden. "Mhh, supergeil." Ihr Mund formt sich zu einem genüsslichen Schmunzeln. Sie liebt alles, das fettet und trieft.
"Ach komm schon, kleines Eff." David mustert seinen Bruder neugierig. "Da gibt's doch bestimmt einen, den du gern beobachten würdest." Fragend ziehen seine Brauen in die Stirn. Zwei Augenpaare sehen den Jüngsten wissbegierig wartend an.



"He, sicher gibt es das.", lacht Felix. "Nennt sich Tyto alba!" Verschwörerisch beugt er sich vor. "Die hat so ein sexy Gefieder, da kann ich einfach nicht widerstehen!" Sein Lachen wird lauter. "Oder für die Laien unter euch: 'Schleiereule'. Hatte letztens eine in der alten Burgruine hier gesehen. Leider nur kurz, so dass keine Zeit für ein Foto blieb. Aber das will und werde ich ändern." Er schmunzelt.

Lachend greift Katherine zum nächsten Stück Pizza, während David seinen Bruder ernst ansieht. "Ich sags dir nicht gern. Aber das ist irgendwie creepy. Ist ja okay, dass du auf Eier stehst, aber sexy Federn... Phew..." Davids Augen blitzen auf, als er den Kopf schwenkend den Blick senkt und seinerseits zur Pizza greift.

Creepy? Nein, Bruder. Das ist ornithologische Wertschätzung auf höchstem Niveau.“ Er nimmt einen Bissen Pizza. Er schafft es jedoch nicht lange, diesen ernsten Gesichtsausdruck beizuhalten. „Aber ernsthaft: Sexy Federn. Lass dir das doch mal auf der Zunge zergehen! Das klingt schon einfach... lecker!“

Schallend lacht David auf, wobei er sich einen Arm vors Gesicht reißt, um nicht die Pizza in der Runde zu verteilen. "Oh man, ich sag dir, wenn du irgendwann mal jemanden abschleppst, will ich euch zusehen. Das wird ganz großes Kino."

In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon

>>> David geht nach Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers >>>


 Antworten

 Beitrag melden
04.09.2025 20:45 (zuletzt bearbeitet: 05.09.2025 22:02)
#3
avatar
Bestseller-Schmied

<<< David und Abs kommen von Britechester Nr. 11 (E) - Wohnung von David Janko <<<


Charaktere: Felix, David, Abs, Kitty
Geschichtsstrang: Kleiner Donner, große Wirkung II (Teil 2)



Felix eilt zur Tür, öffnet. „Ach, Bruderherz, da bist du ja!“, sagt er freudig. „Mit Abeena, nehme ich an?“ Den Namen der potentiellen WG-Erweiterung kennt er von David, der sie ankündigte. Doch es ist das erste Mal, dass er sie persönlich vor sich sieht. „Ich bin Felix. Komm' nur herein.“ Er schielt zum Paket in ihrer Hand. „Kitty ist gerade noch unter der Dusche, sollte aber bald kommen. Bis dahin kannst du dein Gepäck in der Ecke abstellen und...“
Ein lautes Kjäh-Kjäh-Kjäh unterbricht seine Gedanken. Das klingt nach einem jungen Raben. Das muss draußen gewesen sein!, redet er sich ein, obwohl es ungewöhnlich nah klang. Doch kaum ist der Gedanke verklungen, sieht Felix kurz den kleinen Schnabel aufblitzen, der aus einem der Atemlöcher lugt, die Abeenas Kiste zieren.
„Das ist ja tatsächlich ein Rabe!“, ruft er erstaunt, kniet sich nieder und schielt hinein. „Hallo Kleiner.“ Er schmunzelt. „Du hast wirklich allen Grund, mich so auszuschimpfen. Habe ich dich doch glatt als Gepäck bezeichnet.“ Er verbeugt sich tief vor der Kiste. „Ich bitte vielmals um Verzeihung, oh ehrenwerter Meister der Lüfte. Ich wusste nicht, dass ich einen weiteren Besucher zu erwarten hätte.“

"Hey, kleines Eff.", grinst David seinen Bruder an. "Ja, das hier ist Abeena Silva." Ein Blick zur Seite deutet auf die Dreadhead neben ihm. "Hast du schon mal so einen schönen Namen gehört?! Und das hier ...", behutsam reicht er Felix den Karton, "ist Kleiner Donner. Vermutlich um die sechs Wochen alt und offenkundig noch kein Meister der Lüfte. Ersie hat sich gestern beim Üben verletzt und braucht jetzt eine Pflegestation." Die drei treten ein, David schließt die Tür, während er weiter spricht: "Bei uns in der Station ist gerade kein Platz, weil ..." er holt tief Luft, seine Augen beginnen zu leuchten, der Kopf macht einen hingebungsvollen Schlenker, "Wir haben vor zwei Tagen eine Adlerdame rein bekommen und mussten ein bisschen umorganisieren. Felix, du würdest weinen vor Freude, wenn du ihre Schönheit sehen könntest." Den Daumen über die Schulter hinter sich deutend macht er eine entschuldigende Geste. "Darum muss ich auch gleich weiter. Ich wollte euch nur eure potentielle neue Mitbewohnerin bringen, das hab ich getan, und dich bitten, ob du auf Kleiner Donner achten könntest. Das Nest ist gebastelt, Futter für heute ist dabei, mehr bringe ich am Abend rum. Könntest du das machen? Wäre eine riesen Hilfe."



Felix strahlt. "Da fragst du noch? Natürlich mache ich das! Kleiner Donner wird es hier gut haben." Er lächelt, sieht noch einmal in die Kiste und blickt das Tier an. Dann geht er einen Schritt auf David zu. "Und wage ja nicht, mir die Fotos der Adlerdame vorzuenthalten. Sonst tauche ich noch höchstpersönlich bei euch auf, um sie mir anzuschauen." Er grinst, glücklich über die Aufgabe, die ihm aufgetragen wurde.
Dann wendet er sich zu Abeena. "Am besten suchen wir uns einen schönen Platz für das Nest, damit er nicht die ganze Zeit in der Kiste hocken muss." Hoffentlich zieht sie hier ein. Jemand, der Vögel genauso liebt wie er ist immer eine Bereicherung.

Mit Freunde betrachtet Abs den unbetont herzlichen Umgang der beiden Brüder miteinander. Sie beneidet sie beide ein wenig. Obwohl es ihr als Einzelkind immer gut ging, wünscht sie sich gelegentlich auch ein Geschwisterteil, mit dem man immer auch irgendwie auf eine ganz besondere Art verbunden ist. Felix' Begeisterung für das kleine toughe Vogelkind wärmt ihr das Herz, ebenso wie seine direkte Einladung, eine gemütliche Bleibe für ihn zu gestalten, damit er aus dem Provisorium ausziehen kann. Den Fokus auf das Wesentliche, nicht auf sie, nicht auf den Sim. Das findet sie gut und ist sofort begeistert dabei. "Meine Ziehma und meine Gran haben ein total süßes Nympfensittigmädchen das zu hundert Prozent ein nahezu gleichberechtigtes Familienmitglied von uns ist.", schwärmt sie mit zunehmend vergessener Wohnungssuche Felix vor. Ihre Klamotten lässt sie einfach fallen und schließt sich bei der Plätzchensuche mit an.

Begeistert lauscht Felix der Geschichte über den Nymphensittich. "So muss das auch!", erzählt er feierlich, "Unter Familienmitglied geht es auch nicht." Er öffnet die Tür zu seinem Zimmer und erzählt weiter: "Ich hatte leider nie einen Vogel als Haustier." Er zeigt an die Vogelbilder an den Wänden. "Aber sie zu fotografieren habe ich schon immer gerne gemacht."
Er blickt sich um. "Vielleicht hier, am Sofa?", schlägt er vor, klopft mit einer Hand auf das blaugelbe Möbelstück. "Da ist das Fenster in der Nähe zum Rausschauen. Und wenn dann doch mal Vogelkot daneben geht, lässt sich der Kissenbezug auch waschen. Die Schälchen für Futter haben hier auch noch Platz." Er sieht sich weiter um. "Oder gibt es eine andere Idee?"

"Ihr drei macht das schon." David hebt zum Abschied die Hand. "Ich muss los. Grüß Kitty." Er verschwindet schon im Wohnungsflur, als seine Stimme noch zum Zimmer weht. Wenige Sekunden später fällt die Tür ins Schloss.



"War das nicht David?" Als hätten sie sich die Klinke in die Hand gegeben, tritt Katherine um die Ecke. Ein freundliches Lächeln umspielt ihre Züge, als sie das neue Gesicht erblickt. "Oh hi. Bist du die Bewerberin?" Mit ausgestreckter Hand kommt sie auf Abeena zu. "Kitty. Entschuldige, ich war noch im Bad. Nach dem Joggen muss ich immer gau fix aus den Sportklamotten raus." Lachend rümpft sie die Nase, wohlwissend um ihre ungeduldige Eigenart.

"Das ist ein guter Platz", bestätigt Abs ihm, "So kann er aus einer Ecke heraus den ganzen Raum im Blick haben, ohne dass man ihn umrunden muss." Felix Kommentar zur ihrem Vogelgeschwisterchen, macht ihr Mut. Sie überlegt gerade ob sie die Gesprächsrichtung gleich als Überleitung zu Fridolin ausbauen soll oder seine Fotografien näher betrachten mag, als David ungesehen mit einem Abschiedsgruß verschwindet und dafür eine junge Brünette in den Raum tritt, schätzungsweise etwas älter als sie selbst. Natürliche, geradlinige Ausstrahlung und ein freundliches Gesicht kommen forsch auf sie zu. "Hallo Kitty, ich bin Abeena.", nimmt sie die ihr entgegen gestreckte Hand an und schüttelt sie freundlich und mit der Festigkeit reiner Freude auf die Bekanntschaft. Die beiden mit Blicken einladend, richtet sie ihren ersten Wunsch an sie. "Bitte nennt mich Abs. Das klingt weniger besonders."

"Also, Abs. Verstanden." Felix lächelt und schiebt ein Kissen zur Seite, damit das Vogelnest Platz finden kann. Er nickt Kitty kurz freundlich zu und grinst. "Mein erster Eindruck sagt jedenfalls: Abs passt perfekt hier rein. Jemand, der einen Nymphensittich als Familienmitglied bezeichnet, kann kein schlechter Mensch sein!"
Mit diesen Worten wendet er sich an diese: "Bereit, Kleiner Donner sein neues Zuhause zu zeigen?"

Etwas irritiert betrachtet Katherine den Vogel. Wo kommt der jetzt her? Hat die Neue den mitgebracht? Einfach so? "Ehm ... der zieht aber nicht hier mit ein, oder?" Ihre Stimme klingt mehr verwundert als vorwurfsvoll. "Also, an sich sind Tiere kein Problem, sage ich mal. Aber man müsste vorher drüber sprechen."



Als Abs Kitty's Worte aufnimmt, ist sie sofort da, wo es zieht. "Eheermm... Tja also das ist nicht mein Begleiter, also schon... Aber nicht als Zimmergenosse." Nervös begimmt sie ihre an einem Dread zu zwiebeln. "Der kleine hier ist mir gestern quasi vor die Füße gefallen, David hat Felix gebeten auf ihn zu achten, bis er auf Arbeit wieder Platz hat.", schluckt Abeena mit steigendem Puls. "Ich habe ein anderes, sehr friedfertiges Terrariumstier. Seit sieben Jahren ist er bei mir." Die Spannung klatscht sie fast weg, als sie Fridolins Tierart und Gattung beschreibt - nicht ohne mehrfach zu betonen, dass er nicht mal zur Pflege und Reinigungszeiten sein gläserne Zuhause verlässt, dass keiner Angst oder Sorge haben muss, plötzlich vor ihrem Eulenersatz-Gefährten zu stehen, wenn sie das nicht selber wollen. Nach einem schweren Ausatmer, kann sie wieder in die Gesichter ihrer h o f f e n t l i c h zukünftigen Mitbewohner blicken. Verlegen presst sie die Lippen zusammen und wartet. "Was... wollt ihr noch über mich wissen?"

Neugierig hört Felix Abs Erklärung über Fridolin zu. Er hebt überrascht eine Augenbraue "Eine Spinne?" Nicht gerade sein Lieblingstier. Doch er zwingt sich zu einem Lächeln.
An Kitty gerichtet bestätigt Felix die Aussage, "Ja genau! David bat mich darum, den Vogel aufzunehmen. Ich habe zugesagt, weil es das Richtige ist, Tieren in Not zu helfen." Er blickt zu Abs, dann zu Kleiner Donner. "Und ich übernehme die Verantwortung." Er kratzt sich am Hals. "Aber ja, als ich den Vogel gesehen habe, habe ich nicht daran gedacht, dass eine Absprache nicht schaden kann." Einen Moment schweigt er, dann wendet er sich an Kitty: "Aber jetzt ganz offiziell: Kann der Rabe hier bleiben? Es ist ja nur vorübergehend." Wenn sie absagt, wird er es irgendwie heimlich machen. Er will das Versprechen, das er David gegeben hat, nicht brechen.

Katherines Mimik spricht Bände. Skeptische, vom Ekel erregte Bände. Abgleichend versucht sie in Felix' Blick etwas über das possierliche Tierchen mit acht possierlichen behaarten Beinen zu lesen. Begeisterung sieht anders aus, findet sie. Aber andererseits ... macht so ein Haustier vermutlich weniger Lärm und Dreck, als der besterzogene Hund. Und dass sie neugierig auf ... Fridolin? ist, würde sie bei aller Ehrlichkeit nicht abstreiten wollen. Die Nase kraus gezogen seufzt sie kurz und laut, bevor sie ansetzt: "Wenn er ausbüxt, fang ich ihn nicht ein, sondern ruf den Kammerjäger. Und wenn ich Albträume von ihm bekomme, musst du mir Tröstetee machen und die Stirn streicheln, bis ich wieder einschlafe." Nun muss sie selbst ein wenig lachen, während sie versucht ernst und bestimmend zu gucken. "Und du", sie wendet sich an Felix, "wenn du irgendwo Vogelkacke liegen lässt, mach ich die mit deinem Seidenschal weg. Und dann leg ich ihn dir in den Schrank und wenn du ihn das nächste mal trägst, hast du Kacke am Hals." Breit grinsend stolpert ihr glucksendes Lachen aus der Kehle. "Also, von mir aus." Abwinkend wendet sie sich um, den Weg Richtung Küche einschlagend. "Aber vielleicht willst du dir erstmal die Wohnung ansehen? Irgendwas fragen? Was trinken?"



Ohne das es Abs bewusst ist, hält sie die Luft an, während die Hauptmieterin ihr und Fridolin ein an Bedingungen geknüpftes 'JA' gibt! OMG!!! Wie an einer Schnur gezogen folgt sie der Brünetten. "Das geht voll klar, abgemacht!", sprudelt sie heraus. "Ein Wasser wäre toll, gerne einfach aus der Leitung. Und für Kleiner Donner" deutet sie mit dem Daumen überflüssiger Weise über ihre Schulter, "auch, bitte." Ein breites Grinsen teilt ihr Gesicht beinahe in zwei Hälften, als sie das ihr gereicht Glas von Kitty in Empfang nimmt und dankbar nickt, ihre Augen erst noch auf Felix gerichtet, dann im Raum umher wandernd. "Auf jeden Fall möchte ich die Wohnung sehen, ich platze vor Neugier. Und Fragen habe ich natürlich auch. Wie lange wohnt ihr schon zusammen und was wünscht ihr euch von einer weiteren Mitbewohnerin?" Abeena trinkt ein paar wohltuende Schlucke und setzt fort, "Auch interessiert es mich, wie ihr euch zwecks Ordnung und Sauberkeit strukturiert. Habt ihr eine gemeinsame Putzroutine oder einem Putzplan? Soll der Abwasch immer gleich oder einfach zeitnah erledigt werden?"

Felix grinst bei Kittys Erwähnung mit dem Seidenschal, lässt lässig ein "Verstanden, Boss!" hören, bevor er sich zu Abs dreht: "Also ich mag deine Tierliebe. Mehr könnte ich mir nicht wünschen."
Einen Moment hält er inne. Hat er selbst die selbe Tierliebe, die er immer behauptet, wenn er bei Fridolin schon dachte, es sei nicht sein Lieblingstier? Ist das nicht etwas widersprüchlich? Es ist keine ausgewachsene Spinnenphobie aber ein gewisses mulmiges Gefühl. Er verwirft den Gedanken. Und wer weiß, vielleicht kann Fridolin ihm sogar dabei helfen seine Meinung zu ändern.
Er wechselt das Thema: "Was den Putzplan betrifft haben wir nichts schriftlich. Das lohnte bei zwei Leuten noch nicht. Aber wir wechseln uns ab mit den Aufgaben."

Katherine lacht ihr helles Glucksen. "Na, du willst es ja wissen. Gefällt mir." Sie wendet sich der Küchenzeile zu, um die Zutaten für ihren Proteinshake aus den Schränken zu holen. "Felix ist erst seit letztem Monat hier. Davor habe ich mit zwei Mädels zusammengewohnt." Drei Komponenten landen im Shaker, gefolgt von dem Puzzelspiel der Ein- und Aufsätze, bevor letztlich der Deckel alles verschließt und die junge Frau kräftig zu schütteln beginnt. Der Aussage des Mitbewohners zustimmend nickt sie. "Bisher hat das gut funktioniert, wenn jeder seinen Kram weg räumt und sich nicht zu fein ist, mal den Müll zu leeren. Ich halte nicht viel davon, Pläne zu schreiben nur damit einer bloß nicht mehr machen muss als der andere. Wir sind doch alle alt genug. Wenn du da andere Vorgehensweisen bevorzugst, können wir das gern besprechen. Mir ist nur wichtig, dass es irgendwie läuft." Sie nimmt den Deckel ab und spült ihn sorgfältig unterm Wasserhahn ab, während sie auf den Einkauf zu sprechen kommt: "Da gabs mit den Mädels echt Probleme. Seitdem mache ich es gern so, dass jeder monatlich einen vereinbarten Betrag ins Schweinchen wirft und davon wird alles für den Haushalt eingekauft. Auch essen, vollkommen egal, ob der eine Schnitzel mag und der nächste Dosenravioli. Wenn etwas besorgt werden soll, kommt es auf die Liste - die zeige ich dir dann - und wer Zeit hat, geht einkaufen." An der Arbeitsplatte angelehnt, greift sie nun zu ihrem Drink und nimmt einen Schluck nach dem anderen. "Im Grunde alles recht simpel. Wir nehmen Rücksicht aufeinander und spielen das Geben und Nehmen-Spiel. Dann läuft alles von allein." Mit einem auffordernden Kopfrucken stößt sie sich von der Zeile ab. "Komm, ich zeig dir paar Sachen." Im Wohnzimmer erklärt sie mit wenigen Sätzen die moderne Gegensprechanlage, bevor sie den Flur zu den Schlafzimmern betritt.
Auch das Bad rechterhand ist schnell in Worte gefasst. "Das hier ist mein Zimmer,", deutet sie auf eine der Türen, dann auf die zweite, "bei Felix warst du schon und das da", zuletzt weist sie auf den hintersten Raum, "das könnte deins sein. Die Größe ist bei allen ziemlich gleich, aber hier gibt's nur von einer Seite Tageslicht. Streichen und so weiter steht dir natürlich alles frei, wie du lustig bist. Und weil es schon verfügbar ist, kanns von unserer Seite sofort los gehen. Miete bar oder auf mein Konto und es ist deins." Ein einladendes Schulterzucken rundet die Umschreibung ab.



Begeistert lässt sich Abs durch die Wohnung führen, ihr Wasserglas noch in der Hand. Die beiden Mieter haben ein harmonisches Zuhause, mit frischen, nicht zu aufdringlichen Farben gestaltet. Auch was Kitty und Felix über ein gemeinsames Teilen der Aufgaben und selbstverständlichen Pflichten, sowie das Vorräte-Management sagen, klingt großartig. Kein krampfiges Joghurts gegeneinander auf rechnen und Lebensmittelverpackungen beschriften. Ihr WG-Konzept hört sich so richtig erwachsen an! Nicht nach regelmäßig wildem und ungezügelten Studenten- und Partyleben. Ehr nach verantwortungsbewusster Wohngemeinschaft, innerhalb derer man miteinander auch viel über Achtsamkeit und Rücksichtnahme regelt. Wunderbar! Als sie zu dritt im Freien Zimmer ankommen, atmet Abs ungläubig ein. Was für ein großer Raum! Zuhause hat sie ein Zimmer, dass halb so groß ist. Freie Gestaltungsmöglichkeiten und auch streichen kann sie. "Dass es nur an einer Seite natürliches Licht gibt, ist für mich kein Problem. Ich mag es auch ehr höhlig und gemütlich.", zieht sie ihre Schultern soweit hoch wie sie kann und grinst. Sie kann es kaum glauben - sie hat eine WG gefunden!!!!!! Freudestrahlend blickt sie zwischen ihren neuen Mitbewohnern hin und her, dann trinkt sie ihr Glas leer und stellt es auf ihrem (!!!) Fensterbrett ab. "Ich nehme das Zimmer, wenn ichs mir leisen kann heißt das." Mit roten Wangen und Ohrenspitzen stellt sie die alles entscheidende und letzte Frage, mit hinterm Rücken überkreuzten Fingern. "Was kostet das Zimmer?"



(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. und @Murloc )

>>> David geht nach Forgotten Hollow (3) >>>


 Antworten

 Beitrag melden
06.09.2025 00:52 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2025 17:35)
avatar  S.Bin.
#4
avatar
Bücherstapler

<<< Abs kommt von Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung von Kitty Pride <<<

Charaktere: Abs
Ort: 3. WG-Zimmer bei Kitty und Felix
Geschichtsstrang: Nestbau I


Renovierung & Chai

Pfeifend stellt Abeena Silva, aka neue WG-Zimmerbesitzerin, aka neue Renovierungskünstlerin stolz den Tappeziereimer mit dem angerührten Kleister zur Seite. Das Glück ist ihr weiterhin hold - die Mustertapete hält auf der zuvor schon mal mit glatter Tapete bekleben Wand. Sie musste keinen halben Tag mit dem Abfetzen von Tapetenbahnen zubringen, sie konnte einfach drüber arbeiten. Zufrieden betrachtet sie ihr Werk. Dafür, dass sie zum aller ersten Mal eine solche handwerkliche Arbeit verrichtet hat, ist es ziemlich gut gelaufen. Es war zeitlich zwar sehr intensiv, aber dass Ergebnis kann sich sehen lassen. Nach einigen stolzen Minuten begibt sie sich in die Küche, um sich einen großen Becher Tee zu gönnen.

Felix' Zimmertür hat sie auf ihrem Weg in die Küche verschlossen gefunden, wahrscheinlich schläft er noch. Kitty hatte sie kurz getroffen und sich mit ihr zum gemeinsamen Einkaufen gehen für später verabredet, um sich die neue Hood und ein paar gute Läden zeigen zu lassen. Zudem braucht sie auch neue Lebensmittel und möchte sich mit den bevorzugten Essgewohnheiten und Lieblingsgerichten ihrer beiden neuen Alltagsbegleiter auseinandersetzen, sodass sie sich demnächst auch als Wocheneinkäuferin anbieten kann. Das kennt die junge Erwachsene auch so von Zuhause. Jeder ist mal dran, man teilt sich die gemeinsamen Aufgaben.

Als das Wasser im kleinen Kochtopf beginnt zu sieden, stellt Abs die Herdplatte aus und gibt eine großzügige Portion von der losen Chai-Mischung in den Topf.



Quelle: https://pin.it/7buEs7vpp

Während der Tee vor sich hin zieht, schäumt sie Milch auf und stellt eine große Tasse bereit, dann lässt sie ihre Aufmerksamkeit in dem hellen Raum umher wandern. Bisher hat sie noch keine finale Entscheidung für sich getroffen, in welcher Farbe die ihre Zimmerwände streichen mag. Dieses helle, zarte türkis mit grauem Unterton gefiel ihr gleich. Aber die selbe Farbe nehmen? Hm. Damit fühlt sie sich nicht ganz wohl. Aber vielleicht einfach etwas dunkler? Sie muss sich innerhalb der nächsten Stunde entscheiden und die Farbe besorgen, denn schon übermorgen bringen ihre gefühlte Mama und ihre Oma mit einem kleinen Transporter ihre wenigen Möbel aus dem alten Zuhause nach. Sie, Abeena, kann bis dahin ihr Zimmer und Fridolins neues Terrarium einrichten. Zum Auszug und als vorzeitiges Geburtstagsgeschenk von ihren beiden Ankern gesponsort. So in Gedanken an ihre beiden Mamas lächelt sie breit. Trotz aller Freude über ihren neuen Lebensabschnitt und den Hype über eine gefundene WG schmerzt sie der Gedanke, dass sie nicht mehr auf kurze Distanz zu ihrer Familie wohnen wird. Sie waren schon ein harmonisches Dreiergespann. Aber... nun ist nicht die Zeit für Wehmut! Sie hat alles was sie braucht und nun gilt es, sich das neue Zuhause zu gestalten, die neue Umgebung zu erkunden und Schulkram für ihre bevorstehende Ausbildung zur Tischlereien zu besorgen, sowie entsprechende Arbeits- und Schutzkleidung.

Erneut stiehlt sich ein breites Lächeln auf ihr Gesicht. In einem Monat wird sie ihren beruflichen Traum beginnen in die Tat umzusetzen. Sie hat soooooooo Bock auf die kommenden drei Jahre. E n d l i c h mit Holz arbeiten! Und wie es wohl wird, in einem von Männern dominierten Handwerksberuf zu lernen? Was für Kollegen wird sie um sich herum haben, wie wird ihr Ausbilder sein? Und wird es in ihrer Berufsschulklasse auch ein paar Mädchen geben? Sie hofft es sehr! Bisher waren die meisten gleichaltrigen Jungs - zumindest die aus ihrem gewohnten Umfeld - von ihrem Verhalten und ihren Interessen her überwiegend wie Jungs, die auf der geistigen Ebene von fünfzehn jährigen stehengeblieben sind.

Den Gedanken verlassend und ihrer inneren Uhr folgend, macht sich Abs daran, den fertig gezogenen Tee durch ein feines Sieb in eine Kanne abzugießen und sich mit der vorbereiteten Milch ihren absoluten Lieblingstee zu kredenzen. Mit dem Becher setzt sie sich an den kleinen Tisch. Den köstlichen Dampf ihres Getränkes einatmend, wandern ihre Überlegungen von eben zu den beiden Brüdern, die sie vorgestern und gestern kennengelernt hat. Die, die freundlich, hilfsbereit und Verantwortungsbewusst scheinen. Die ihr super sympathisch sind und die sie gerne langsam kennenlernen mag. Wie zur Bestätigung erhascht sie das Geräusch einer sich öffnenden Türklinke. Ah. Nun ist Bruder Nummer II wohl aufgewacht. Vielleicht kann sie gleich mal einen Blick auf Kleiner Donner werfen, bevor Felix ihn zu eben bedachtem Bruder I zu einer weiteren Untersuchung in die Tierauffangstation bringt?

Entschlossen widmet sie sich ihrem Gewürztee und entschließt sich dafür, nachher beim Einkauf eine kleine Karte für David mitzunehmen, die sie ihm unter der Tür durchschieben mag, mit ein paar Dankesworten darauf. Genüsslich schlürft Abs Schaum und Tee in sich hinein, voller Vorfreude auf den restlichen Tag mit den verbleibenden Aufgaben.


 Antworten

 Beitrag melden
30.09.2025 22:38 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2026 08:43)
avatar  S.Bin.
#5
avatar
Bücherstapler

<<< Abs kommt von Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung von Kitty Pride <<<
<<< Felix kommt von Britechester Nr. 11 (D) - Wohnung von Kitty Pride <<<
<<< David kommt von Magnolia-Promenade <<<

Charaktere: Abs, Felix, David
Geschichtsstrang: Nestbau I (Teil 2)


Umzug


"Yeeees! Es ist geschafft!" Mit einem übertrieben breiten Grinsen beginnt Abeena, die Farbrollen und Pinsel auszuwaschen, die soeben ihren getanen Dienst zu ihrer vollsten Zufriedenheit erfüllt haben.



Quelle: https://pin.it/6jKaUqsEL

Es lohnt sich einfach, nicht immer das Billigste zu nehmen ruft sie sich zum x-ten Mal ins Gedächtnis: sparen am falschen Ende bedeutet meistens, mindestens doppelt so viel Geld ausgeben zu müssen. Oder das dreifache an Zeit zu investieren. Zeit, die sie dafür nicht hat, da ihre Mama und Oma in ein paar Stunden mit ihren Möbeln, Klamotten und Fridolin ankommen werden. Somit hakt sie abschließend die Entscheidung ab, so unfassbar viel Geld für Wandfarben ausgegeben zu haben. 'Schon okay, du kannst dich ja in den nächsten Wochen etwas zurück halten. Nudeln mit Ketscup gehen auch einmal öfter.' In der hintersten Ecke des Badezimmers parkt die Farbspritzerverschmierte auf einer ausgebreiteten Zeitung die beiden Farbeimer und das nun ausgewasche Malerzubehör. Zurück in ihrem Zimmer setzt Abs sich, ihren Rücken an die gestern tapezierte Wand gelehnt aufrecht hin. Ihr Blick fällt aufs Handy. Nach einem flotten Uhrzeit-Check entschließt sie sich dafür, nichts neues mehr anzufangen und auf die Lieferung von Fridolins neuem Terrarium zu warten. Sie ist so unfassbar aufgeregt und glücklich! Eigentlich hat sie keine Simoleons über gehabt, aber ihre Mamis haben sich dazu hinreißen lassen, ihr Geburtstagsgeschenk quasi vorzuziehen und noch etwas obendrauf zu legen, als Aussteuerbeitrag in ihren neuen Lebensabschnitt. Nach einer viertel Stunde Pause mit Tee und der gekauften Grußkarte von gestern sitzt Abs mit überschlagen Beinen noch immer am Boden. Sie ist sich noch nicht ganz sicher, was sie schreiben möchte. Ohne Kleiner Donner und David hätte sie diese Wohnung nicht bekommen und sie möchte sich unbedingt mit einem kleinen Gruß bedanken. 'Aber was schreib ich drauf?', wendet sie die Karte hin und her. Bisher hat sie keine Gedanken um ihre Begegnung vor drei Tagen kreisen lassen, viel zu viel war losgewesen und musste in die Spur gebracht werden. Bis jetzt.

Mit dem Stift klopft sie sachte auf die schon entfolte Klappkarte nebst Umschlag. Er war super sweet mit kleiner Donner gewesen, 'du darfst mich auch Krah nennen', fällt ihr seine Ansprache wieder ein. Die weiteren Dialoge durchgehend, zieht sie weitere Quintessenzen für sich heraus. Zu zweihundert Prozent ist er ein interessanter und oft nicht einfacher Gesprächspartner sowie Stänkerer, mit Ahnung und Intelligenz. Er wirkt empatisch sowie direkt kritisch. Sein unverklärtes, nüchternes und trotzdem zugewandtes Simsbild ist sehr angenehm. Es scheint, als würde er trotz eigener Meinung es möglich halten, ihn zu überzeugen. Über gesagtes hat er immer nachgedacht. Und David hat keine Angst oder Ekel vor Spinnen. Insgesamt nicht 08/15. Mit solchen Leuten mag sie sich umgeben, solche Leute bekommen keine 08/15-Karte.



Quelle: https://pin.it/20v7GuhKH

Abs Entschluss steht und sie begibt sich in die Küche, um sich mit der Haushaltsschere auszustatten.

Von draußen dringt gedämpftes Vogelgezwitscher herein, gemischt mit dem eindringlichen Rufen von Kleiner Donner. Felix stöhnt, streckt sich und blickt zu seinem kleinen Zimmernachbarn. "Pünktlicher als mein Wecker!", schmunzelt der Junge, "Aber du hast schon Recht. Gibt wichtigeres als meinen Schlaf, wie?" Er nimmt es dem Raben nicht übel. Vögel haben bei ihm immer etwas Narrenfreiheit. "Na dann bereite ich dir mal dein Frühstück vor. Glaub mir, das wird lecker!"
Felix begibt sich in die Küche, gerade als Abs nach der Haushaltsschere sucht. "Morgen!", murmelt er verschlafen. Er nickt ihr kurz zu, bevor er sich zu einer kleinen Schüssel reckt und diese mit Haferflocken füllt. Nicht für ihn selbst, sondern für kleiner Donner. Während er die Flocken aufweicht, schneidet er den Apfel in kleine Stücke. "Seine Majestät verlangt nach dem Zimmerservice.", erklärt er lachend, "Mein eigenes Frühstück kommt dann später."
Als Felix die Flocken in der Flüssigkeit versenkt, findet sie ihr benötigtes Hilfsmittel und hält kurz für den Smalltalk inne. Abs lächelt auf seine Aussage ihm zu. "Ja das kenne ich, unser Nympfensittich reißt gefühlt auch immer ihren halben Käfig ein, wenn sie nicht ihre Extraportion Aufmerksamkeit und Obst am Morgen bekommt." Nach einem kurzen Pläuschchen verabreden sie sich für später. "Danke das du uns beim Tragen hilfst. In knapp zwei Stunden kommen meine Mom's mit meinem Gedöns und Fridolin." Eine kurze Pause des Wartens, dann entschließt sie sich gleich ehrlich zu sein, "Es sin auch ein paar fies schwere Massivholzteile dabei. Geht das wirklich in Ordnung?"
"Na klar!", lächelt Felix, während er das Vogelfrühstück vollendet. "Das kriegen wir hin! Gemeinsam klappt es auch mit fiesen schwerwiegenden Problemen." Er zwinkert ihr zu.

Zurück in ihrem Zimmer, angelt Abs nach ihrem am Boden liegenden Rucksack neben der Tür und nimmt ihn mit zu ihrem zuvor verlassenen 'Werkplatz', dort wo auch die Karte liegt. Sitzend kramt sie eine handvoll Stifte aus dem vordersten, kleinsten Fach hervor. Wie gut, dass sie immer etwas zum Schreiben dabei hat. Ihren Bücherkalender lässt sie stecken, es gibt keine neuen Termine einzutragen. Also wieder mit Konzentration auf die Klappkarte, die sie fix in der Mitte durchgeschnitten hat. Den hinteren, unbedruckten Teil nimmt die ins Augenmaß und zieht nach ein paar Sekunden des Überlegen zwölf zarte Linien, wobei zum oberen, unteren und für die Zwischenzeilen jeweils eine Bleistiftbreite frei gelassen wird, für den Text der ihr vorschwebt.

Nachdenklich zieht Abs ihre unbewusst entstandene Schnute hin und her. Beim Frühstück hatte er beiläufig erwähnt, dass er gerne feiern geht. Tanzen und Musik sind kein regelmäßiger Bestandteil ihres Lebens. Sie ist ehr der Bücherwurm, der sein Zuhause genießt. Obwohl es auch mal schön sein kann mit anderen auszugehen, dass geliebte Schneckenhaus muss und mag auch mal verlassen werden. Sie hatte beim Einkauf mit Kitty ein bisschen den Busch abgeklopft und versucht zu ermitteln, ob und wie die beiden gerne ausgehen und wie sie allgemein zu Partys und Musikveranstaltungen stehen. In dem Zuge erfuhr sie von einem Musikfestival, dass sich ganz gut angehört hatte, zu dem ihre neue Vermieterin aber vorerst nicht angedacht zu gehen, da sie schon etwas anderes vor hat. Aber hey: Sie ist groß genug um alleine hinzugehen, falls Felix und auch.... "Ja!", ruft sie aus, "Brüderchen hat bestimmt Lust, oder lässt sich motivieren. Ich probiere es einfach Mal."



Quelle: https://pin.it/bbzz5Vxm9

Nach zehn Minuten ist ihr zweites und so viel künstlerisches Werk des Tages fertig. Kann sich auch extrem gut sehen lassen. Dafür, dass sie für gewöhnlich kaum Lettering macht, ist sie mit den wenigen zusätzlichen Vertikalen Linien, die sie hinzufügt hat, gut klar gekommen. Während sie das Radiergummi und den Bleistift nach der Liniensäuberung zur Seite legt, formt sich der kurze Text für die Rückseite, die sie mit dem blauen Text Marker ihrer Sammlung hinzufügt.

Danke für deine Hilfe mit Donnerchen und der Wohnung, Nachbar. :)
Wenn du Zeit hast: MACHDICHTANZKLAR
Wann: in 4 Tagen
Wo: Sulani
Was: Tanzfestival


~*~ 4 Stunden später ~*~


Mit Glanz im Blick und brennenden Muskeln stellt Abs den schweren Regalboden, einen ersten Teil ihres Kleiderschrankes ab. Der bereits bewältigte Schreibtisch und das pünktlich gelieferte Terrarium, sowie ihr Lesesessel bilden eine einladende und motivierende Optik beim Betreten Ihres Zimmers. Die Mustertapete passt so unglaublich gut zu ihren Möbeln. Auch wenn das neue, monströs anmutende, gläserne Zuhause von Fridolin mit seinem modernen Stil sich deutlich vom Rest der Möbel abhebt, funktioniert es. Es gliedert sich mit seinem Torfboden und der schönen Baumstammhöle, sowie der Kunstpflanzen herrlich ins Gesamtbild ein. Auf die letzte Minute hat sie sein Terrarium fertig bekommen. Nun wartet er in der Küche - nach Rücksprache mit Kitty und Felix - in seiner Transportbox, bis die wilden und lauten Zimmerbestückungswurschtelein abgeschlossen sind. Abs möchte ihrem Freund in der ersten, großen Pause die Möglichkeit gegeben, in Ruhe sein neues Zimmer zu erkunden und sich einen Rückzugs- und Wohlfühlort graben zu können, ohne störende und ablenkende Geräusche und Bewegungen. Aber noch ist es nicht soweit, die erste Pause wird eingelegt, wenn der Kleiderschrank, der insgesamt aus zehn Teilen besteht (ohne Einlegeböden und Schubläden), zusammengesetzt in ihrem Zimmer steht. 'Loooohooos Abster... zurück ans Tragewerk!' , schiebt sie sich an und marschiert beschwingt über den Flur und das Treppenhaus vor das Haus auf dem Gehweg. Der 3,5 Tonnen-Transporter parkt ausladend aber dafür mit leuchtendem Warnblinker direkt vor dem Eingang, etwas schräg und mit der Fahrerkabine dezent aber deutlich in die Fahrbahn hineinragend. Das geöffnete Heck hat die Rampe auf Augenhöhe von Durchschnittssims, die beim Entlanglaufen des Fußgängerwegs deutlich auf ihren Kopf und ihr Augenlicht Acht geben müssen. Als Abs schmunzelnd am Fahrzeug ankommt, winkt ihre Tutu gerade betont freundlich mit einem 'Sag-was-zu-meiner-Parkkunst-und-ich-beiß-dir-den-Kopf-ab' Grinsen einem offensichtlich verärgert Sim hinterher. "Wie viele Kommentare zum Thema Frau am Steuer möchtest du noch bekommen, bevor du Mama vernünftig und nicht Verkehrsbehindernt umparken lässt?", kann die eigentliche Enkelin sich nicht verbeißein. Aus dem inneren der Ladezone dringt genervt die Stimme der eben Erwähnten hervor. "Solange wie es braucht, dass einer deiner neuen Nachbarn die Polizei ruft und ein attraktiver Beamter sie höflich aber streng dazu auffordert. Alle anderen Mitsims - sogar putzige Kinder - werden gekonnt überhört oder unverschämt weggestarrt." Das Abeenas' Mama genervt ist, ist unüberhörbar. Nach einem tiefen und lauten Seufzer erkundigt sie sich fordernd, "Wer kommt denn jetzt und hilft mir mit diesem furchtbar schweren Schrankelement?"



Quelle: https://pin.it/3qYNha7lP

"Na, das hätte ja ein Querschnittsgelähmter nicht besser hingekriegt." Frech grinsend kommt David aus dem Haus getrabt und beäugt das parkende Fahrzeug. "Hi, ich bin David.", mit offenherzigem Blick und ausgestreckter Hand begrüßt er zuerst die jüngere der beiden Frauen, dann die ältere - nicht ohne einen giftigen Blick wegen seines Spruchs zu bemerken. "Beschwerden gehen direkt an meine Mutter.", erklärt er augenscheinlich unberührt. "Die hat in der Erziehung komplett versagt. Aber was will machen bei so resistenten Jugendlichen heutzutage, was? Da hilft nur der gute alte Gürtel." Plappernd umrundet er Abeena auf dem Weg zur Ladefläche und bufft ihr kumpelhaft in den Oberarm. "Ich mach nur Spaß. Erzähls ihnen." Scheinbar mühelos steigt er in den Innenraum des Transporters und sieht die neue Nachbarin mit großen wachen Augen an. "Erst der schwere Kram?"
Abs kann sich die Überraschung und Freude nicht aus dem Gesicht wischen, auch wenn sie es versucht. Glucksend ruht ihre Hand für eine Weile über ihrem Mund, bevor sie sie zum Gruß in die Luft hebt. Gar nichts wird sie sagen, sein Einstiegsspruch könnte noch für spannende, feurige Unterhaltung sorgen. Abeena braucht sich nicht umzudrehen um zu wissen, dass ihre Tutu innerlich die Ärmel hochkrempelt. Nicht, um bei der Rückseite des Schrankes mit anzufassen. Als die ältere Frau, ihre eigentliche Großmutter neben ihr ankommt, stemmt sie beide Hände in die Hüfte und betrachtet den Neuankömmling prüfend. "Bist du der arme, wissbegierige und wohnungsvermittelnde Klugscheißer, dem regelmäßig Unterstellung unterstellt werden?", will die 56jährige wissen. Sie schaut rückversichernd zu ihrer Enkeltochter-Tochter. Abs bestätigt mit aufeinander gepressten Lippen nickend, während sie zeitgleich die Ladefläche erklimmt, was bei ihrer Größe nicht mal im Ansatz lässig ist.

Mittlerweile ist auch Felix fertig. Kleiner Donner ist versorgt, er selbst ist versorgt... wird Zeit, dass er beim Umzug hilft. Er geht nach draußen, gerade als die Frau seine Frage an David stellt. Er schmunzelt und beschließt, einfach nur zuzuhören.
"Hey, du hast von mir erzählt.", grinst David belustigt, Abeena eine Hand unter den Arm klemmend, um ihr beim Aufrichten zu helfen. Der Älteren zugewandt stellt er das rechte Bein hinter das linke, um sich zu verneigen. "Stets zu Diensten. Grade hab ich meine Visitenkarten nicht dabei, aber man kann mich buchen. Für Hochzeitsfeiern, Geburtstage und Kegelclubausflüge." Die gepiercte Braue springt in die Stirn. "Das sollte ich wirklich mal anbieten, oder? Statt den üblichen DJ gibts dann einfach muntere Grundsatzdiskussionen." Die Hand hebend grüßt er Felix, als dieser mit dem typisch entspannt lächelnden Ausdruck sein Sichtfeld betritt. "Hey, Eff. Was meinst du dazu? Du könntest die Zugabe machen und die Gemüter wieder runter bringen. Wir wären ein geniales Duo."
Bevor ein weiterer Schlagabtausch erfolgen kann, nimmt die jüngere der beiden Frauen die Vorstellungsrunde an zweiter Stelle auf. Mittlerweile ist sie um das Fahrzeug herumgelaufen und steuert mit ausgestreckter Rechten auf den jungen Mann im Eingangsbereich zu. "Hallo. Du musst Felix sein, Davids Bruder und der neuer Mitbewohner.", stellt sie fest. "Ich bin Adalaide, Abs Mama, Schrägstrich biologische Tante." Mit einem warmen Lächeln schüttelt sie die Hand des jungen Mannes. Etwas lauter, so dass es vernehmlich bis zu den beiden jungen Leuten im LKW dringt, unterrichtet sie weiter, "Und die gestandene, Erwachsene und von der Wahrheit in ihrem Ego n i c h t angekratzte Frau" betont sie deutlich und unmissverständlich, "ist meine und Abeenas Mutter. Agnes." Ihr strenger Blick bohrt sich in den Rücken der Angesprochenen und ein paar Sekunden später weicht die Spannung aus ihrer Haltung. "Na schön. Dann wollen wir mal alle anpacken und fluchst ausladen, damit ich dieses fahrbare Ungetüm irgendwo anders verkehrsfreundlich abstellen kann." Die linke Hand schnellt mit einem bedeutsam und fast schon drohenden Zeigefinger in Richtung des vorlauter Zwanziger. "Und wenn du noch einmal Kegelklub mit mir assoziierst, nehme ich dich mal mit zum Crickit, statt zu meiner Dart-Runde. Da kannst du mal zeigen, was du außer hoffentlich versteckten Muskeln und einem locker, lustigen Mundwerk hast.", kündigt Tutu an, nicht ohne vor Belustigung und feuereifer zu lachen. "Nenn mich Tutu, wenn du magst.", zwinkert sie ihm zu.

Felix lacht. Die Frau ist ihm sofort sympathisch. "Da bin ich definitiv dabei. Und es ist nicht David, den ich anfeuern werde.", schmunzelt er, "Freut mich, euch kennenzulernen. Und keine Sorge: wir packen alle mit an, dann ist das Chaos schneller vorbei, als ihr denkt." Ohne lange zu zögern packt er die Kiste, hebt sie hoch und balanciert sie gelassen.
Das neue Zungenpiercing über den Gaumen vor und zurück streifend, stutzt David einen kurzen Moment. Eine Tantenmutti und eine Omamama? Ist aber nicht son Inzestding, oder? Ein prüfender Seitenblick trifft Abeena. Sieht normal und gesund aus. Muss ja nix heißen. Dennoch ist es wahrscheinlicher, dass es sich um eine Kuckucksgeschichte handelt. Mutter weg, Familie springt ein.
Das Thema wird 'für später mal' beiseite gelegt, als schon das nächste Fragezeichen durch die Gehirnwindungen stolpert. Wer assoziiert hier wen mit Kegelclubs? Das war doch nur eine Aufzählung. Interessant, dass Tantenmama sich gerade davon angesprochen fühlt, statt von der Hochzeitsfeier. Hat er da etwa einen Nerv getroffen? Innerlich halb amüsiert, halb mit den Augen rollend, weil wieder mal die Neutralität in seiner Aussage übergangen wird, setzt er ein belustigtes Grinsen auf. Lohnt sich nicht, in die Diskussion zu gehen. Kram wegschaffen hat Priorität.
Das Wort 'Crickit' lässt ihn innerlich aufhorchen. Ein aufgeregter Ruck durchfährt ihn, leise genug, dass es kaum wahrnehmbar ist, doch unter dem Shirt spannen sich die Muskeln reflexartig zusammen. Chill. Die meint den Rentnersport. "Crickit hab ich noch nie gespielt.", stellt er betont beiläufig fest, bleibt dabei selbst überrascht über die aufploppende Assoziationskette, die sich nur mit mittelgrosem Aufwand niederringen lässt. Er muss noch die Dateien für Rakete umwandeln, damit sie die digitalen Flyer an die Wände der Bonzenviertel werfen kann. "Die Herausforderung würde ich annehmen.", nickt er Tantemama offenherzig zu und holt sich damit gedanklich zurück ins Hier und Jetzt.
Beherzt packt er das Möbelstück, zieht es mit überraschender Geschmeidigkeit gerade genug aus der Ladefläche, dass es nicht kippt und gibt Abeena mit einem Nicken zu verstehen, sie möge es stabilisieren, bevor er auf den Gehweg springt, wo er das Monstrum in Empfang nimmt.
Auf dem Weg ins zweite Stockwerk, kommt ihnen Katherine entgegen. Voller Tatendrang, bei den handlicheren Dingen Muskelkraft zu spenden, stellt sie sich den Frauen freundlich aber zeitsparend vor, ehe sie nach einigen Einzelteilen greift.
Eine halbe Stunde herrscht im Hausflur reges Treiben, dann ist alles erledigt. Damit die Mamadamen sich erholen und in Ruhe das neue Reich der mutmaßlichen Ziehtochter begutachten können, bietet David an, den Transporter um die Straßenecke zu parken. Die Gelegenheit lässt sich nutzen, um dieses Modell probezufahren - für diverse Eventualitäten, die irgendwann einmal kommen könnten. Man weiß schließlich nie, wann man einen Haufen ausgebüchster Stalltiere oder zweckentfremdetes Abrisswerkzeug unauffällig verfrachten muss.
Als er zur Wohnung zurück kommt, sitzt die Runde munter plaudernd im Wohnzimmer, stärkt sich mit vorbereiteten Schnittchen und Salaten und erfrischenden Getränken.



Quelle: https://pin.it/3c3F3NzNv

"Erledigt.", gibt David den Wagenschlüssel an Tutu ab, nimmt sich einen kühlen Saft und parkt sich an Felix' Seite, den Ellenbogen lässig auf dessen Schulter.
Abs atmet tief und dankbar auf, als die Mitteilung des umgestellten Mini-LKW's in die Runde geworfen wird, und das freche Helferlein sich neben seinen Bruder pflanzt. Es hat alles geklappt. Und sogar mit mehr und unerwarteter Hilfe. Ein überaus guter Start, findet sie und genießt schweigend die Runde. Im Hintergrund weiß sie um das kleine Rabenkind, dass vergnügt die eine Hälfte, s e i n e n Teil der Dankeskarte beknispelt und zu Konfetti verarbeitet. David wird seine Karte finden, wenn er nachher nach Hause, zu ihrer Freude nur ein Stockwerk höher gehen wird.


>>> Abs geht nach Sulani Festivalgelände (2) >>>
>>> Felix geht nach Ravenwood >>>
>>> David geht nach San Myshuno Nr. 7 - Haus der Geschwister Hawk (4) >>>


 Antworten

 Beitrag melden
Gestern 13:59 (zuletzt bearbeitet: Gestern 14:00)
#6
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Abs kommt von Ravenwood <<<
<<< David kommt von Ravenwood <<<

Charaktere: Abs, David
Geschichtsstrang: Tutu Tata - David ist ja da



Abs reißt das Fenster im Badezimmer auf und verlässt Zähne putzend den Raum. Den Blick starr gerade aus entert sie die Küche und nimmt schrubbend einen Platz am Küchentisch ein. Heute gibt es zum ersten Mal kein kleines Zusatzfrühstück aus Insekten und Körnern, dass sie zusammenstellen muss. Darf. Sie schließt ihre Augen und konzentriert sich auf ihre unterste Zahnreihe, genauer: die Backenzähne. Wozu und für wen das wichtig ist weiß niemand, aber raus musste das wohl jetzt. Weil alles sich gleich bedeutungslos anfühlt. Abs weiß, dass ihr Herzschmerz und ihre misanthropische Stimmung sich auch bald besser werden. Ganz allgemein hält sie überhaupt nichts von einem negativen Mind Set, dass Leben ist definitiv zu kurz, um traurige oder runterziehende Zeiten die Overhand halten zu lassen. Aber gerade?... Keine Chance. Alles ist schwarzgrau. Und fatal ist, dass sie nicht wie gewohnt sich bei einer ihrer Ma's unterkriechen kann. Das ist es, was sie jetzt braucht. Anlehnen und kuscheln. So baut sie Stress und Traurigkeit ab.
Mit dem steigenden Heimweh-Gefühl wird auch der Putzschaum im Mund mehr, es ist Zeit auszuspucken. Auf dem Rückweg ist Bad, klingelt es plötzlich neben ihr an der Tür. "Waaahh" zuckt Abeena kurz zusammen, bevor sie stehen bleibt, um dir Tür zum Hausflur zu öffnen.

Ohne viel Schlaf hinter sich gebracht zu haben, startet David in den neuen Tag. Heute will er mit dem Rad die letzte Route für den Adlertransport auskundschaften, bevor er dann den nächsten Schritt mit dem Transporter einleitet. Er ist bald im letztes Ausbildungsjahr und er will die Aufgaben, die Fiona ihm zuweist, gewissenhaft erledigen.
Nachdem gestern der Abschluss des Arbeitstages unerwartete Emotionen mit sich brachte, war er spontan in einen der üblichen Clubs gegangen. Unkontrolliert zu lauter Musik zu tanzen befreit ihn immer wieder von grüblerischen Sackgassen. So ist er heute zwar um Einiges später aufgestanden, als ursprünglich geplant, doch die Zeit reicht noch immer aus. Schließlich ist Wochenende, das Wetter ist beständig und der Tag lange hell.
Mit den letzten Handgriffen packt er ausreichend Proviant in seine Tasche, ehe er die Wohnung verlässt und, das Fahrrad fest im Griff, die Treppe ansteuert. Ein Stockwerk tiefer fällt sein Blick, wie magnetisch angezogen, auf die Tür zur Dreier-WG. Ob Felix und Abs schon wach sind? Einen Moment verharrt er auf seinem Weg. Der Gedanke, kurz rein zu schauen und zu fragen, wie es ihnen geht, peitscht ihm penetrant hinter die Stirn. Beinahe genervt schüttelt er den Kopf. Nein, er hat Pläne. Sie haben einander, sie können sich gegenseitig aufbauen, wenn sie Trost brauchen. Bereit, sein Tagesziel umzusetzen, macht er einen entschlossenen Schritt, an der Tür vorbei - und stockt sofort wieder. Verdammt! Er begreift nicht, warum es Abeena so schlecht ging. Sie kann sich doch nicht in diesen paar Wochen so intensiv auf kleine Donner eingelassen haben. Das wäre höchst unprofessionell. Allerdings ... ist sie auch kein Profi, erinnert er sich. Vielleicht hätte er ihr diese Aufgabe nicht aufbürden dürfen. David seufzt. Angespannt fährt er sich mit der freien Hand durchs Haar.
Wie sie sich an ihn geklammert hat. Bei dem Gedanken daran spürt er noch immer ihre Hände an seinem Rücken. Es war die echte Verzweiflung eines Sim, der gerade etwas Wichtiges in seinem Leben verlor. Gewaltsam drängt sich die Erinnerung an Pita in seine Brust. Der Tag, an dem er dachte, er würde sie für immer verlieren, war der schlimmste seines Lebens. Ach, Scheiße! Er hat keine Wahl. Wenn er das jetzt nicht tut, denkt er vermutlich den ganzen Tag darüber nach. So gibt er sich dem Drang geschlagen, nach dem Rechten zu sehen und stellt das Rad an der Wand ab. Dann startet er eben etwas später.
Kaum hat er die Klingel betätigt, öffnet sich die Tür.
"Hey,", wie von selbst legt sich ein breites Lächeln auf sein Gesicht, als er in Abeenas Augen schaut, "haste vor der Tür campiert, dass du so schnell auf machst?"



Der Schreck ist schnell überwunden und die Nicht-Camperin tritt einen einladenden Schritt nach hinten, um den Besucher herein zu lassen. Gestenreich bedeutet sie ihm nach einem "Hi" mit Schaum an den Mundwinkeln und ihrer tropfenden Handzahnbürste kurz zu warten, dann verschwindet sie im Raum drei Schritte weiter. Mit abgespültem Mund und fragendem Blick steht Abs nach kurzer Zeit vor dem Älteren. "Nein, ich kam grad aus der Küche", erklärt sie ihr promotes Öffnen. 'Ach dieses liebe, freche Gesicht', schmunzelt sie zu ihm hoch und in sich hinein, 'Es tut gut ihn zu sehen.' "Felix schläft noch oder ist unterwegs" informiert sie ihn. "Seid ihr verabredet?"

"Ich war grad in der Nähe." , feixt er mit zuckender Schulter, bevor seine Mimik ernster wird. "Ehrlich gesagt wollte ich mal nach dir sehen." Beide Brauen ziehen ein wenig hoch. "Und mich entschuldigen. Hätte ich gewusst, dass du dich in so kurzer Zeit so intensiv bindest, hätte ich anders entschieden und dir wäre die Trennung erspart geblieben." Offen und direkt ruht sein Blick auf Abeenas Augen. Wie Herbstlaub. "Das war unprofessionell von mir und es tut mir leid, dass du dafür die Konsequenzen tragen musst." Ruckartig zuckt ein Mundwinkel in die Wange. "Krieg ich 'nen Kaffee?"

"Äh, klar. Komm", blinzelt Abs überrumpelt, dann geht sie los, David nochmal über ihre Schulter anblickend. Sie hört, dass er sich einen Platz am Küchentisch zuzeigen macht. Sie setzt in aller Ruhe den Kaffee auf - auch als Teetrinkerin weiß sie, wie man einen guten, belebenen Koffein-Trunk zubereitet. Als die Maschine geräuschvoll mit ihrer Arbeit beginnt, setzt sie sich ihm gegenüber, gesammelt. "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, du bist doch nicht verantwortlich für meine Entscheidungen" sagt sie weich und streicht sich einen Haarstrang nach hinten. "Ihr hattet räumlichen Engpass, ich hatte mich angeboten." Abeena nimmt sich die Zeit ihren Sitzpartner genau anzuschauen. Seine Haltung, sein fragenden und leicht zweifelnder Blick. Ausatmend lehnt sie sich ein Stück vor und legt ihre Unterarm auf dem Tisch ab, die Handflächen einander zugewandt. "Weißt du, das es zwischen Kleine Donner und mir gefunkt hat, ist einfach passiert. Das war nicht absehbar." Ihre Handrücken fallen in einer zusprechen den Geste auf die Tischplatte. "Es war professionell, eine Zwischenbleibe mit verlässlicher Versorgung zu finden. Meine Entscheidung war es, mich als Paten-Mama zu öffnen, als das kleine Ding Nähe gesucht hat. Dich trifft keine Schuld."

Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee breitet sich in der Küche aus. Fast herrlich genug, um das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Doch David hält den Blick auf seiner Gegenüber, mustert ihre Mimik, die Körperhaltung, ihre Hände. Sie wirkt einigermaßen gefasst. Außer schwachen Augenringen ist oberflächlich nichts von dem gestrigen Elend zu sehen. "Und wie geht's dir heute?", fragt er, einen Hauch zu sachlich.

"Bescheiden, Herr Doktor, aber ich habe zur Zeit keine Kraft mehr zu trauern. Und es geht ihr bald richtig gut. Sie ist ein aufgewecktes und neugieriges Vogelkind, die Ablenkung wird ihren Job tun. Und ich komm irgendwann auch wieder klar", erklärt sie leise und mit kummervoller Mine. Die Kaffeemaschine spotzt mittlerweile, der Kaffe ist gleich fertig. Schwerfällig als gewollt steht sie auf um zwei Becher und die Hafermilch aus dem Kühlschrank zu holen. Heute, ist Milchkaffee-Zeit, beschließt sie, da sie sich gleich wieder zu ihrem Nachbarn setzt mag ohne weiter rumzuwurschteln und ihren Lieblings Tee zusammen zu mischen. Das geht auch später. Da ist ein Bedürfnis, dass sich in ihr auszubreiten scheint. Sich selbst überprüfend schielt sie zu David rüber und trifft eine Entscheidung.



Sofort beginnt Davids Verstand, Gesagtes zu analysieren und mit dem Sichtbaren abzugleichen, um die vorherrschende Situation erfassen zu können. Sie ist noch immer traurig, das erkennt er. Sie versucht, loszulassen. Gibt sich tapfer. Das kann er respektieren. Wenn ein Meteorit einschlägt, hinterlässt er im ersten Moment unbändiges Chaos, doch wenn der Lärm verhallt und der Staub sich legt, kann Neues daraus entstehen. Manchmal dauert es etwas, bis die Natur sich aus dem angerichteten Schaden wieder ans Sonnlicht kämpft, doch das Ergebnis ist gut. Es braucht nur ein wenig Zeit. Dinge dieser Art sind nichts, bei dem Außenstehende viel bewirken könnten. Oder doch? David ist ein Problemlöser - wenn es um pragmatische Dinge geht. Wenn er handeln kann. Emotionale Gefechte bringen ihn den Grenzen nah. Zwar versteht er Sinn und Zweck von Gefühlen, doch was kann er gegen das innere Treiben schon ausrichten? Er kann Schultern zum Ausweinen und Arme zum Halten geben. Zuhören und eine Meinung kundtun - oder für sich behalten. Doch all das erscheint ihm banal. Es bietet keine Kontrolle über das Geschehen, zeigt keinen klaren Ausweg aus der Misere. Er ist gut darin, Pläne aufzustellen und diese durchzuführen, wenn nötig auch mit Abweichungen. Doch als Zuschauer in die Passivität gedrängt zu werden, mag er nicht besonders.
Einige Sekunden vergehen, in denen er Abeena offen betrachtet. "Willst du drüber reden?" Es ist das Einzige, was er in dieser Sache tun kann.

Bingo!
Reden. Nicht nur mit sich selbst. Abs nickt leicht, platziert die Becher und die Glaskanne mit dem frisch aufgebrühten Heißgetränk zwischen ihnen. "Ja, dass wäre schön, glaub ich. Ich hab... also eigentlich bequatsch ich so Herzensangelegenheiten mit meinen Mom's, aber die sollen sich nicht sorgen und die Stimmung ist grade nich so entspannt wie sonst" räuspert sie sich um Ruhe in ihrer Stimme bemüht. Als sie seine fragenden Augenbrauen sieht, erklärt sie ihm, "wegen des bevorstehenden Geburtstages meiner leiblichen Mutter." Das letzte Wort spuckt sie mehr aus als dass sie es spricht. "Entschuldige, ich habs mir nicht behalten. Trinkst du mit oder ohne Milch?"

"Hafermilch ist gut.", nickt er und lehnt sich im Stuhl zurück, den Blick interessiert auf Abeena gerichtet. Den Ton der Missachtung ihrer Mutter gegenüber registrierend, erinnert er sich an ihren Kommentar vor Kurzem bei Ellies Bilderverkauf. Sie wollte ihr 'nicht das Meer schenken' und hatte sie als eitel bezeichnet. "Sprich weiter."



Abeena öffnet den Mund um anzusetzen und schließt ihn daraufhin gleich wieder. Erstmal die Milch geholt. Gedacht, getan. Als sie David wieder vor sich hat, bittet sie ihn, ihren Becher nur zu einem Drittel zu füllen. Während er ihrer Bitte nachkommt, schüttelt sie das Hafermilch-Tetrapack kräftig und so lange, bis sie Milch leicht schaumig ist, dann bietet sie ihm stumm den Revanche Einschenkservice an, bevor sie mit ihrer Erzählung beginnt. "Weißt du, prinzipiell komm ich mit Verlusten ganz gut zurecht, sie gehören einfach zum Leben dazu. Zumindest dachte ich das. Ich dachte" hält sie für eine bewusste Kunstpause inne, "dass ich damit klar komme, Kleine Donner zu verabschieden. Weil es vereinbart war, dass sie wieder ins Freie, wilde Leben zurückgeführt wird. Weil ich weiß wie es ist, verlassen zu werden. Weil ich selbst auch schon verlassen habe." Abs nimmt ihren warmen Becher und gießt sich eine zum Milchkaffee runterkühlende Menge der hellen, zurechtgeschüttelten Flüssigkeit hinzu. Ihre Stimme kippt nach ein paar Mal am Getränk nippen in eine höhere Tonlage, was ihrer Stimme einen ungewohnten Ton verleiht. "Was mich unerwartet fertig macht ist, dass dieser Vogel mich mehr und inniger lieb hat, als meine Erzeugerin. Und das ist keine Übertreibung. Das ist ein Fakt, dass ist spürbar" 'gewesen'. Tränen kommen. "Und ich bin hier neu, habe meine alte, sichere Basis verlassen und in dieser neuen hier" zeigt sie in die gemeinsame Umgebung, "habe ich noch niemanden, mit dem ich hemmungslos vertraut umgehen kann. Lachen, weinen... Alles und nichts. Verstehst du? Mit kleine Donner war ich ein Team. Wir hatten einander. Und nun..."

Mit regungsloser Mine hört David zu. Beinahe wie eine Daten sammelnde Maschine nimmt er alle Eindrücke auf, die Abeena ihm bietet. Die hellen Augen ohne Ablenkung auf sie gerichtet, verleiht ihm nur das Blinzeln etwas Lebhaftes. Erst als sie verstummt, regt er sich, um die Tasse vor die Lippen zu führen. Einige Male pustet er über das dampfende Gebräu hinweg, bevor er einen vorsichtigen Schluck aufnimmt, während es hinter seiner Stirn arbeitet. "Nun hast du mich.", zuckt seine Schulter angedeutet selbstverständlich, die Tasse noch immer halb vor dem Gesicht, der Blick unerschütterlich auf sie gerichtet. Ein zweiter Schluck folgt, ehe er weiter spricht: "Tiere, egal welcher Art, sind besser als wir." Er lehnt sich vor, stellt die Tasse auf dem Tisch ab und legt beide Hände darum. "Ihre Zuneigung ist absolut ehrlich und echt. Darum mag ich sie so sehr. Du kannst sein, wer du bist und wirst genau dafür gemocht oder gemieden. Kein falsches Spiel. Keine Komplikationen. Unsere Spezies ist darin leider deutlich schlechter. Oft nicht mal böse gemeint." Resignierend neigt sich der Kopf ein wenig zur Seite. "Und trotzdem immer wieder enttäuschend." Die Worte verhallen in einer kurzen Gedankenpause. "Zu deiner Mutter kann ich nichts sagen. Ich kenn sie ja nicht. Und ich kann dir nicht versprechen, dass ich dich nicht hin und wieder enttäuschen werde. Ich bin schließlich auch nur ein Sim. Aber ich kann dich gut leiden und es wäre mir eine Freude, mit dir zu lachen und zu weinen." Ein ehrliches Lächeln zieht über sein Gesicht und lässt seine Augen für einen Moment aufleuchten. "Tanzen, kotzen, feiern, streiten. Scheiße, Abs, ich bin bei allem dabei. Wenn du das willst."



Kopf, Herz und Bauch atmen auf. Ihr innerer Kompass weiß, dass es stimmt. Jedes Wort ist gemeint wie ausgesprochen, völlig unumstößlich. Darum fühlt sie sich ihm nah, obwohl sie sich noch nicht wirklich kennen. Mit dieser nun greifbaren Fühlung, schmunzelt Abs ihm zu, dann nickt sie begeistert, "Und ob ich das will! Aber ich möchte, nein muss auch noch drücken und... kuscheln hinzufügen", hebt sie in einer Geste der Tatsachen Unterbreitung beide Hände in die Luft. "Ich bin wahnsinnig körperlich, ich b r a u c h e Berührungen." Ihr Blick ist fast entschuldigend.

Stumm lachend schnaubt David aus der Nase. "Ist mir aufgefallen." Mundwinkel und Brauen heben sich zeitgleich. "Ungewöhnliche Eigenart. Woher kommt das?" Interessiert neigt er den Kopf. "Ist das bei euch zu Hause üblich?" Seine Lippen formen sich zu einem schmalen Grinsen. "Ich mein, wenn ich zu dieser Familienfeier gehe, muss ich mich darauf gefasst machen, wie ein Stofftier geknetet zu werden?"

Abs muss jetzt richtig lachen und stellt den wieder aufgenommenen Becher ab, um nichts zu verschütten. "Hahaha. Oh jeh. Stimmt, ich hatte dich ja schon genötigt." Ein neuer Trinkversuch, dieses Mal um sich ein wenig Zeit zu verschaffen. Konzentriert und nachdenklich zieht Abeena ihr Gesicht zusammen. "Eeehm... ich würde schon sagen, dass meine Ma und meine Tutu ebenfalls sehr touchy sind, ja. Sowas kommt ja nicht von ungefähr." Das Bild der beiden geliebten Powerfrauen verdrängend, beginnt sie, ihr Gegenüber Maß zu nehmen und einzuschätzen. "Wie ist das bei dir und deiner Familie? Erzähl mir von dir und euch, bitte."

"Phoa!", poltert es humorlos lachend aus ihm heraus. "Wie viel Zeit hast du?" Die linke Hand greift nach der Tasse, um einen Schluck zu nehmen. "Ich bin ein Patchworkkind von zwei getrennt lebenden Familien.", beginnt er dann. "Meine Eltern haben sich früh getrennt und mit anderen Partnern weitere Kinder bekommen. Felix ist mein Halbbruder mütterlicherseits." Ein weiterer Schluck folgt, nicht zuletzt, um die Gedanken zu sortieren. "Ich habe fünf Halbgeschwister, vier Eltern, acht Großeltern, elf Onkel und Tanten und Cousins und Cousinen hab ich aufgehört zu zählen." Die Tasse setzt auf dem Tisch auf. "Zu den Meisten hab ich ein gutes Verhältnis. Nicht immer intensiv, aber gut. Trotzdem habe ich mich immer irgendwie wie ein Außenseiter gefühlt. Obwohl sich alle bemüht haben." Während er spricht, hält er den Blick entspannt, aber fokussiert auf Abeena, registriert ihre Neugier, studiert die kleinen Fältchen um ihre Mundwinkel herum, die hin und wieder kaum sichtbar zucken, als würde sie etwas kitzeln. "Umarmungen waren Standard, wenn ich von einem zu Hause ins andere gewechselt hab.", erinnert er sich an das eigentliche Thema. "Das wurde mir quasi antrainiert. Ich schätze, ich hab mich daran gewöhnt. Wie an eine Falte in der Socke." Die gepiercte Braue zieht skeptisch ein Stück höher. "Es gibt große Unterschiede in Umarmungen.", kommt er Abeenas Frage zuvor. "Die meisten fühlen sich nicht echt an. Eher wie eine greifbare Floskel." Gedanklich geht er Verwandte, Freunde und Bekannte durch, um seine Aussage gegenzuchecken. Ja, bei dem Statement kann er bleiben. "Bei Anita, zum Beispiel, ist das anders. Die Frau von meinem Vater. Seit sie fast blind ist, nutzt sie Berührungen dafür, um mich wahrzunehmen." Er erinnert sich an ihre Gewohnheit, seinen Kopf zwischen ihre Hände zu nehmen. Manchmal scheint es so, als würden ihre Finger auf seiner Haut nach etwas suchen. Er hat es nie angesprochen. "So kommt es mir jedenfalls vor. Das ist total okay für mich. Weil das für sie wichtig ist. Und Papa hat das ein bisschen für sich angenommen. Er ist mit Fortschreiten ihrer Blindheit auch körperlicher geworden. Ich glaub nicht, dass ihm das bewusst ist. Aber es ist mir aufgefallen." Wieder geht er im Inneren diverse Situationen durch. Umarmungen sind länger und intensiver als früher. Manchmal legt Ralph irgendwem aus dem Nichts heraus die Hand auf die Schulter. "Dadurch sind meine Geschwister auf dieser Seite auch hemmungsloser, was das angeht. Während Felix' Familie viel abgeklärter ist. Pragmatischer irgendwie und eben bei weitem nicht so körperlich."



Abs hört ihm neugierig zu und gleicht seine Erzählungen mit ihren Einschätzungen und Überlegungen ab. Es im Kern so, wie sie sich das Leben als Kind zwischen zwei zerrissenen Elternteilen vorstellen kann, die nochmal mit neuen Partnern durchgestartet haben. Sie hat durch ihre Familienkonstellation sich über hunderte Male eine Welt heraufbeschworen, innerhalb derer sie zwei Elternteile statt nur einem hat. Und dann auch noch, von ihren Erzeugern gewollt zu sein. Plus-minus weitere, dazugewonnene Familienmitglieder, die sie sich nicht aussuchen kann. Sie würde gerne auf ihn und seine geteilten Erfahrungen eingehen. Aber zu sehr beginnen die kleinen, aber dennoch scharfen, alten Wunden zu brennen. Zumal er etwas ausspricht, was sie jedes Mal spürt, wenn sie vor der vierunddreißig-jährigen Frau steht, die sie in diese Welt gebracht hat. Abeena spürt, dass sie apartisch nickt und mittlerweile durch David hindurch schaut als sie seine These bestätigt. "Ja ich kenne das sehr gut, mit den... Wie sagtest du?", blinzelt sie sich in einem klaren Blick zurück. "Floskelumarmungen. Total." Ein schmales, verächtlich Grinsen durchschneidet hässlich ihre Züge. "Diese Form der Zuneigungsbekundung hat meine Mutter, Antonia, perfektioniert. Und zwar so sehr, dass man es ihr fast glauben kann, wenn die einen in ihre Arme schließt."

David entweicht ein amüsiertes Schmunzeln.
Adalaide, Agnes, Antonia und Abeena. Das A scheint Tradition in dieser Familie zu sein. Seine Braue hüpft einen Zentimeter höher. Er verlagert das Gewicht nach hinten, der rechte Arm zieht sich zurück, um mit angewinkeltem Ellenbogen auf der Rückenlehne zu verharren, während die Beine sich der Länge nach unter dem Tisch ausstrecken. "Erzähl mir von ihr.", legt er den Kopf interessiert schief und mustert sie aufs Genaueste. "Wann und mit welcher Begründung hat sie dich abgesetzt?"

'Phuuuuuuu..' Sofort stellt sich das Ziehen in ihrer Brust ein, eine Kombination aus Abwehr und Vermeidung. Abs trinkt von ihrer klaren Milch mit Kaffeegeschmack und lässt einen gequälten Grunzer hören, bevor sie erklärt, "Sie war zu jung, es war ein One-Night-Stand, sie wollte ihr Leben nicht aufgeben, beziehungsweise keine Prioritäten umverlagern." Nach einem verletzten Schulterzucken spricht sie die verletzendste Tatsache aus. "Genauer meint das, dass sie weiterhin ungehemmt feiern und Drogen nehmen wollte."

Davids Mund wird schmal. Das registrierende Nicken hält sich einen Moment. "Dann hast du vermutlich Glück, dass du nicht bei ihr aufgewachsen bist." Kurz schweift sein Gedanke zu Dennah und ihrer mehr als fragwürdige Kinderstube. "Verantwortung ist wohl nicht jedermanns Sache." Wieder zieht die Braue in die Stirn und verleiht ihm dieses Mal einen scharfen, urteilenden Ausdruck. "Habt ihr je darüber gesprochen?"



"Ja ich sollte mich wohl glücklich fühlen. Glücklich und dankbar, oder?!" Fragend und die Antwort in den Raum stellend zieht die junge Frau nun ebenfalls ihre Brauen in die Stirn. "Tja. Das war ich, bis sie versuchen musste, wieder Kontakt zu ihrer Familie, also ihrer älteren Schwester und meiner Zieh-Mama Nummer Eins aufzunehmen. Und dann im späteren Verlauf auch zu meiner Oma, also in meinem Fall meine Zieh-Mama Nummer Zwei. Meine Tutu" fügt sie erklärend an. "Großzügiger Weise hat das mich mit eingeschlossen, obwohl ich es nicht wollte. Es war für mich okay, dass sie als etwa fünfzehnjährige weder abtreiben, noch ein Kind großziehen konnte. Ich habe einige Jahre dafür gebraucht und dann wars annehmbar für mich." Abeenas Augenbrauen fallen in sich zusammen und ihre Hände streichen resigniert über den Bauch des Bechers. Nach einer kleinen Pause sucht sie Halt in Davids Gesicht. "Aber dann MUSSTE sie ihre Schuldgefühle, die nach vierzehn Jahren sie heimsuchen kamen, versuchen wegzutherapieren. Auf meine Kosten. Also ja, wir haben darüber gesprochen. Gegen meinen Willen."

"Hmm.", nickt David erneut vor sich her. "Klingt nach 'Sie hat gesprochen und du hast zu Herzen genommen'." Ihre Worte in sich bewegend, gleiten die Finger seiner linken Hand nachdenklich über eine juckende Stelle an der Kinnlinie entlang. Die Haut ist gewohnt glatt, dank seines spärlichen Bartwuchs. "Hast du ihr gesagt, was das mit dir gemacht hat?" Die Brauen rutschen zur Nasenwurzel, als ihm ein anderer Gedanke kommt. "Warum tust du Dinge, die du nicht willst?"

Ebenso ruhig wie wütend verstört über seine Frage, poltert es aus ihr raus, "Als ob man es sich nicht zu Herzen nehmen könnte, wenn der Sim, mit dem man auf die erste, ursprünglichste und einzigartigste Weise verbunden ist, einen abstößt." Abs schließt kurz die Augen um sich zu sammeln und zu beruhigen. Dann blickt sie wieder auf. "Noch bevor man ihn kennengelernt und sich und dem wehrlosen Geschöpf eine Chance gegeben hat." Mit einem Ruck steht sie auf und entledigt sich ihres Bechers am anderen Ende der Küche. An der Spüle angekommen, betätigt sie den Wasserhahn und befühlt den Wasserstrahl. Die Temperatur ist angenehm kühl. Abs nimmt sich ein handgespültes Glas vom Abwasch. Ihr Rücken ist David zugewandt, als sie wieder zu sprechen beginnt. "Ich beuge mich und tue Dinge die ich nicht mag für meine Ma's. Ihnen ist es wichtig." Das Glas füllt sich und Abs trinkt in gierigen schlucken ab, bevor sie sich zurück an den Tisch setzt. "Und weil ich es nicht aushalte, wenn wir Streit miteinander haben. Sie sind die wichtigsten Sims für mich. Der damalige Bruch war schlimm für Tutu. Sie hat ihre Töchter alleine groß gezogen und ist, egal was auch passiert, eng mit uns dreien verbunden und will das dass so bleibt. Oder besser gesagt, dass es wieder so wird. Und um deiner Frage zuvor zu kommen, ja, sie pfeift da auf meine Bockigkeit, wie sie es nennt. Sagt, dass ich es tief in meinem Herzen auch brauche und mir wünsche. Das ich nur noch nicht die Reife habe das zu erkennen, weil ich aufgrund meiner Entwicklungsaufgsben dafür gerade keinen Platz habe. Weil ich flügge werde und das Nest verlassen muss" beendet sie schnaubend das Zitat. Beleidigt verschränkt sie ihre Oberarme vor ihrer Brust. "Ist das zu fassen? Da kommt die mir mit so nem pseudo Psychologinnen-Scheiß." Maulig kickt sie mit ihrem rechten Fuß gegen das Tischbein. "Und das hat leider irgendetwas in mir angeknipst, fürchte ich."



Zugegeben - David weiß nicht, wie es sich anfühlt, von der eigenen Mutter verlassen zu werden. Abgeschoben und im Stich gelassen. Aber er weiß ziemlich sicher, dass er ein solches Verhalten nicht tolerieren würde.
Sein Blick wirkt kühl, als er ruhig und beherrscht spricht: "Ist das nicht ziemlich übergriffig? Auch wenn es gut gemeint sein mag von deiner Tutu. Obwohl es in diesem Fall eher wie Eigennutz klingt - oder nenn es ruhig Egoismus."
Möglich, dass er hier seine Kompetenzen überschreitet. Selbst, wenn er und Abeena aus ihrer Sicht bereits den Freundschaftsstatus erreicht haben, kann er im Grunde nicht über ihre Mütter urteilen. Er kennt sie nicht. Daher ist seine Argumentation rein hypothetisch. Ein Hauch von gutmütigem Willen zieht in seine Mimik ein, als er sich vor lehnt und beide Arme auf dem Tisch platziert. "Ich weiß nichts über deine Tutu und deine Tata. Darum nimm nicht zu persönlich, was ich sage." Ein Atemzug lang schiebt er die Worte hinter der Stirn prüfend hin und her, bevor er fortfährt: "Aber wenn sie dir beigebracht haben, für dich einzustehen, dich nicht für andere zu verbiegen, selbstbewusst zu dem zu stehen, was du willst und nicht willst - dann ist es ein klassischer Fall von Doppelmoral, dich zu zwingen, dahin zu gehen. Die eigentliche Frage lautet doch: Willst du nicht hingehen, weil sie dir egal ist oder weil du Angst davor hast, dass sie es nicht ist? Ganz direkt: Was willst DU? Gibt es einen winzigen Teil in dir, der selbst dahin gehen will, weil es dir eine noch so kleine Chance eröffnet, etwas zu bekommen?" Sein Kopf senkt sich fragend. "Oder bist du bereit, das Risiko einzugehen, etwas zu verpassen und mit dem Thema Antonia abzuschließen?"

Die Erkenntnis trifft sie wie ein Faustschlag. Vor, nein... hinter die Stirn und in die Magengegend. Mit zunehmend aufgerissenem Gesicht starrt sie ihn an. Ihr ist schlagartig schlecht. Er hat recht. Sooooo recht. Und das tut weh. Über die Tatsache, dass ihre Moms so widersprüchlich zu dem Handeln, was sie selbst immer so predigen und ihr beigebracht haben, schockiert Abs so sehr, dass sie über seinen kleinen Tutu-Tata-Witz nicht mal schmunzelnd die Nase kräuseln kann. Mit einem Schlag sind sie ein Stück weit in ihrer Achtung gesunken. Und das, ist zuvor noch nie passiert. Sie waren besonders was ethische und moralische Grundsätze betrifft, von anderen Sims unerreicht. Aber nun sitzt sie hier, vor ihrem neuen Freund, der mit Gefühl, Abstand und klarer Rationalität zusammenfasst, was das ganze für sie, Abeena, so schwierig macht und sie aus dem Gleichgewicht gestürtzt hat. Aus ihrem eigenen und dem mit ihren Moms. Ein wenig hat sie das Bedürfnis, sich stundenlang unter heißes Wasser zu stellen und sich zu klären. Ebenso mag sie sich wie gestern an David's Brust schmeißen und sich von diesem Kraftzentrums-Sim Halt, Trost und Rat holen. Abs holt tief Luft und schüttelt mit einem für Sie undefinierbaren Gefühl den dread-igen Schopf. "Ich kenn die Antwort gerade nicht, glaub ich" flüstert sie fast wie abwesend. Ihr Blick hängt irgendwo zwischen ihm und dem Küchenfenster fest. Er trinkt wartend weiter seinen Kaffe, sie spürt seine ruhige Musterung. Nach ein paar Herzschlägen fragt sie, "Kannst du mir helfen meine Antwort zu finden? Irgendwie spüre ich mich gerade nicht so wie sonst, ich weiß nicht was das Richtige für mich ist, welche Konsequenzen weniger tragbar für mich wären."

"Ist nicht schlimm.", zuckt einer von Davids Mundwinkeln aufbauend. "Passiert, wenn man mit der Nase in einen Haufen getunkt wird." Ohne sie aus den Augen zu lassen, hebt er die Tasse an, schwenkt sie kurz und nimmt den letzten Schluck. "Das Wichtigste ist, dass du dir für Antworten dieser Art etwas Zeit nimmst. Aber ganz ehrlich." Die Tasse setzt mit einem klangvollen Geräusch auf der Tischplatte auf. "Es ist gar nicht so wichtig, WIE du dich entscheidest. Beides kann richtig oder falsch sein. Und was heute gut ist, kann sich morgen beschissen anfühlen." Sein heller klarer Blick durchdringt sie regelrecht, als er sich erneut ein Stück vor lehnt. "Viel wichtiger ist, DASS du eine Entscheidung triffst. Und dann zu ihr stehst. Weil sie in diesem Moment", Zeige- und Ringfinger tippen betonend auf den Tisch, "richtig ist. Dann brauchst du später nichts bereuen, egal was du machst. Oder eben auch nicht." Er neigt den Kopf, seine Mimik wird weicher. "Damit nimmst du dir eine Menge Druck raus." Einen kurzen Moment mustert er sie. Beinahe tut sie ihm leid, mit ihrem schleierhaften, unsicheren Ausdruck. "Mein Rat: Versuch, dich für ein paar Stunden abzulenken und NICHT darüber nachzudenken. Abstand gewinnen heißt die Devise. Wenn du weniger im Schockmodus bist, setzen wir neu an." Er steht auf und geht zwei kleine Schritte zu ihr herüber. Die Brauen heben sich einladend, als er die Arme ausbreitet. "Und jetzt komm mal her.", winkt er sie heran. "Gönn dir mal kurz körperlich."



Zack. Ohne viel federlesen nimmt Abs das Angebot umgehend an. Gerne hätte sie es weniger verzweifelt und bedürftig getan. Aber es ist was es ist, besonders nach dem gestrigen Verlust. Und selbst wenn ihre ehemaligen Sorgeberechtigten hier w ä r e n... sie könnte sich jetzt nicht in ihre Arme werfen, so wie sie es sonst tut. Ein Stich folgt. 'Tat, Abs, tat. So wie du es bisher immer getan hast. Nun ist da ein kleiner Abgrung.' Ihre linke Wange schrammt über Davids Brust, die Klammerumarmung löst sich ein wenig und wird weicher, harmonischer. Nun kann sie sein Kinn anschielen. "Du bist ein Kraftzentrum und Brückenbauer, weißt du das? Wenn du jetzt noch eine Idee für eine Ablenkung hast, hast du heute einem Sim den Tag gerettet."

David schließt die Arme eng um die zierliche Person an seiner Brust. Keine Spur von Zurückhaltung.
Sein Schmunzeln wird zu einem breiten Grinsen, als sie spricht. "Naja," gespielt überlegend schaut er an die Zimmerdecke, "Ließ ein Buch. Oder du könntest Nudelteig herstellen und daraus Spaghetti machen. Damit bist du eine ganze Weile beschäftigt. Oder du begleitest mich auf ne Fahrradtour in den Norden." Sanft schiebt er sie von sich, um sie ansehen zu können. "Oder du schreibst ein neunzigseitiges Referat über etwas, das dich interessiert. Die Geheimnisse des sagenumwobenen David Janko - Krafzentrum und Brückenbauer." Frech grinsend nickt er. "Mhm, ja, das könnte mir gefallen."


(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )

>>> Abs geht nach
>>> David geht nach


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!