Del Sol Valley - Jacks Eigentumswohnung

15.05.2025 23:40 (zuletzt bearbeitet: 25.05.2025 10:26)
avatar  S.Bin.
#1
avatar
Bücherstapler



Del Sol Valley 8 - Wohnkomplex, Whg. B




















 Antworten

 Beitrag melden
15.05.2025 23:40 (zuletzt bearbeitet: 20.06.2025 07:09)
avatar  S.Bin.
#2
avatar
Bücherstapler

<<< Jack kommt von Del Sol Valley (2) <<<

Charaktere: Jack
Ort: Del Sol Valley 8, Eigentumswohnung von Jack
Geschichtsstrang: Was es sich zu merken gilt


Express yourself


Mit einem melodischen 'ka-lack' drückt sie die Eingangstür ihrer Wohnung mit dem Hintern zu, und lässt alle mitgeschleiften Snacks und die Wodka-Flasche auf dem Boden nieder. Müde blinzelnd blickt sie nach rechts, in den riesigen Wohn- und Küchenbereich der Designerwohnung. Das Morgenlicht flutet alles und gibt den farblich neutral bis kühl gehaltenen, sterilen, überteuerten Hochglanzmöbeln einen angewärmten Schein. Jack schmunzelt. Trotz ihrer totalen Erschöpfung, die sich nun, zurück in IHREM Zuhause rasant in ihr breit macht, fühlt sie sich energetisch. Sie.... wurde auch angewärmt. Vor einigen Stunden. Erst auf einer befürchtet beschissenen Party und darüber hinaus auf dem Spielplatz. Zufriedenheit gesellt sich zur Wärme und der Erschöpfung. Eine gute Stunde später ist sie frisch gebadet und hat ihr absolutes Seelen-Comfy-Kleidungsstück an. Ihre Aubergine. Sie liebt sie. Das Ding ist eine Ganzkörperumarmung.



Gut laufen und hören kann man nicht in ihr, aber das stört sie überhaupt nicht. Im Gegenteil. Alles ist wattig und leicht rauschend. Die Umgebung tritt jedes Mal ein Stück weit in den Hintergrund und sie kann besser bei sich bleiben. Ihre Gedanken und Empfindungen greifen. Eingebettet in ein Riesenkissen aus kuschelweichem Stoff.



Und überhaupt liebt sie dieses Nachtschattengewächs. Die Pflanze als solche, die Früchte in ihren Farben und kulinarisch gesehen in vielfachster Zubereitung. Eingepuffert eiert sie zum Kühlschrank und mixt sich einen Abschlussdrink aus dem mitgebrachten Wodka, ihrer kühlschrankkalten Sprite und dem Saft einer frisch gepressten Limette.



Auf dem Weg ins Schlafzimmer greift sie noch die unangerührte Popcorn-Tüte. Umständlich platziert sie sich und ihr zweites Frühstück für ein kleines Resümee auf dem Bett. Mit Drink, Popcorn und Musik lauscht sie in sich rein.

Nachdem Vaasi-Hasi davongehoppelt und abtransportiert ist, hat sie sich lachend aus ihrem Gewinke gelöst und seine Nummer im Sandkasten zwischennotiert. Ihr Schoß noch immer heiß und schlüpfrig. Sie hätte so gerne eine weitere Runde bestritten... diese dämliche Binsenweisheit von 'Wenn's am schönsten ist, aufzuhören'', hat sie noch nie nachvollziehen können. Der sanfte Lufthauch, der ihren Körper auf dem Weg zurück zum Sandkasten und der Rutsche umhüllt, bringt Jack auf eine Idee. Einem Impuls folgend, langt sie zwei angeschmolzene Eiswürfel aus der Plastikverpackung und beginnt, mit beiden Kühl-Stücken, sich über ihre hitzigen und noch immer in Bereitschaft stehenden Körper zu fahren, bis sie zwei Handbreiten unterhalb ihres Bauchnabels zum endgültigen wegschmelzen kommen. Die Kälte ist zart beißend und herrlich, ein schöner Abschluss, den sie mit einem langgezogenen Seufzer zu Ende genießt. Wieder angezogen, stärkt sie sich kurz an Chips und Wasser, dann marschiert Strubbel in Richtung ihres neuen Zuhauses, mit einem behelfsmäßigen Zahlen-erinner-mich-Mantraspruch.

Das süße, vor Eiswürfeln klirrende Getränk wird kurz abgestellt, dann schaut Jack sich im kahlen Raum um.



Bevor es in ihrem Kopf ähnlich aussieht, sollte sie seine Nummer einspeichern. Sie will eine Schaukel, die sie an diese Nacht und an ihre - quasi - sexuelle Befreiung erinnert. Jeden. Tag. Und sie will, dass Vaas sie baut, weil sie auch etwas von ihm zur Erinnerung behalten will. Ein Foto wird es von ihrer Seite aus nie geben - nicht, dass er das wollen würde! Mit keinem Sim, der irgendwie, egal ob kurz oder lang, ein Teil ihres neuen Lebens sein wird, wird sie sich ablichten lassen. Zu gefährlich für alle, die mit ihr zu tun haben, wenn sie ihren Plan eines Tages durchzieht.

Genüsslich schnuppernd, reißt sie vorsichtig das Popcorn auf. Sie ist abgeschwiffen. Was war ihr letzter Gedanke vor, vooooooor... der Schaukel? Eine handvoll der gepufften Maiskörner landet in ihrem Mund. Yeah! Super süß, superlecker. Mit dem Zuckerboost kommt die Erinnerung zurück. Die Nummer wollte sie sichern. Gesagt getan, alle Aufgaben erledigt. Oder doch nicht? Auf dem Heimweg hatte sie, wärend sie durch die Straßen, Häuser und die Morgenröte mit ihren leuchtenden Farben zuruckgelatscht war, noch ein paar tiefe, schöne Gedanken, die sie ebenfalls notieren wollte.



1.) Der zurückliegende Abend mit seinen Geschehnissen hat ihr gezeigt, dass es ihr möglich ist, trotz ihrer frischen Umverpflanzung von ihrem Knast-Planeten in eine 'normale' Welt einzutauchen, sowie Anschluss zu finden.

2.) Sie scheint nicht so krass abnormal zu sein, wie befürchtet. Nicht nur als anonyme Unbekannte in einem Club gut aufgehoben zu sein. Trotz ihrer so anderen Sozialisation. Obwohl... von ihrer Party-Crew schien auch nur der nette Blauschopf aus der Ecke 'normal' zu kommen, wenn man (sie selbst?) es unbedingt kategorisieren will. Wie auch immer, sie scheint in der Lage zu sein, Leute zu finden, zu denen sie passt.

3.) Eine weitere Erkenntnis war, dass auch aus der sonobbistischen Ecke coole Sims dabei waren. Sehr (!) überraschend, fast nicht schön, grübelt sie darüber nach.

4.) Und auch optisch gab es eine herrliche Sims-Vielfalt. Das war wunderbar zu erleben.

5.) Es waren viele Studenten vor Ort, und sie selbst wird auch bald ein Teil dieser Lebensrealität sein. E N D L I C H. Schritt Zwei ihrer 5-10 Jahresplanung ist eingeleitet.

6.) Sie hat sich 'Vaasieren' lassen, beziehungsweise sich selbst 'aufdecken' lassen?!? , Feiern, tanzen, konsumieren, Diebstahl, Sex auf einem Spielplatz... Man war das alles h e r r l i c h?!!! Gerade die das-macht-man-so-aber-nicht-bis-illegal-Aktivitäten haben sich besonders echt und gut angefühlt. Und alles was sie erlebt hat, dafür hat sie sich entschieden. Aus sich heraus.

Die Empfindungen zu den Punkten waren und sind in ihrer Summe sehr überschwemmend, aber auf die beste und farbenfrohste Weise. Die wunderschöne Himmelszeichnung der jungen Morgenstunden in Kombination mit all den bewerteten und analysierten Momenten haben den Wunsch in ihr geweckt, ihr für sie gekauftes und eingerichtetes Loft ein wenig umzugestalten. Was ihr Stil genau ist, weiß sie nicht. Aber sie M U S S etwas verändern, und zwar umgehend. Sie hat Lust, sich selbst und ihr neues Heim mit Licht und Fröhlichkeit aufzumotzen, den teuren und kühlen Schleier des vom Elternhaus bezahlten Inneneinrichters mit Akzenten und Farbtupfern aufzumischen. So, wie sie berührt und erleuchtet wurde. Auf Pinterest erstellt sie sich sofort eine Pinnwand mit vorerst einem Inspirationsbild.



Quelle: https://pin.it/2LWNi0WiJ

Dann rutscht sie auf ihrer Schale ein Stückchen herunter und befindet sich in einer bequemen Liegeposition, in der ihr umgehend die Augen zufallen.


>>> Jack geht nach San Sequoia (2) >>>


 Antworten

 Beitrag melden
19.06.2025 23:38 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2025 08:55)
avatar  S.Bin.
#3
avatar
Bücherstapler

Jack kommt von San Sequoia (2) <<<

Charaktere: Jack
Ort: Del Sol Valley 8, Auf dem Gehweg
Geschichtsstrang: Was es sich zu merken gilt


Erinnerungen & Ziele


Rauchend sitzt die Anfang zwanzig Jährige auf dem Bordstein vor dem riesigen Wohnkomplex, in dem sie eine Wohnung ihr eigen nennen kann. Zumindest fast. Also schon, wenn man davon absieht, dass ihre Eltern ihr das Loft gekauft und durch eine Inneneinrichterin haben ausstatten lassen. Alles schööön teuer. Sie lächelt schwach und abfällig, zieht an dem Filter, atmet langsam aus.



Quelle: https://pin.it/1WwCdzDMr

Die vergangenen Tage waren intensiv und voller Ablenkung. Und Trigger! Nun wartet sie auf eine von zwei Lieferungen der von ihr bestellten Wohnaccessoires - alle in leuchtenden, kräftigen Farben. Durch die Warterei ergibt sich auch leider Raum für Gedankenschleifen.

Die Sorte, die 'man' gerne verdrängt.
Die Sorte, die 'man' gerne mit Pizza, Drinks und Kaufrausch aufs Abstellgleis stellt.
Die Sorte, die 'man' noch viel lieber betäubt. In ihrem, Neuen-Ich-Fall, hart tanzend und konsumierend in Clubs.
Die Sorte, die 'man' ab jetzt sogar mit neuen Leuten kompensieren kann.

Leute, mit denen es unvorhersehbar, spannungsgeladen, abenteuerreich und zumindest nicht emotional verbindlich ist. Eine geschäftsmäßige Verbindlichkeit ist tragbar und auch notwendig. Jack nimmt einen weiteren Zug und schaut auf die Kippenschachtel in ihrer linken Hand. Diese ist leicht zerknüllt und das Überbleibsel ihrer Einführung in die Villa. Mehrfach hat sie schon den Abend überdacht und versucht, für sich zu sortieren. Es fällt ihr schwer. Unwichtige Details sind bereits verloren gegangen, vor prickelnder Aufregung, Anspannung, Stress. Was auch immer, wahrscheinlich eine gute Portion von allem. Zum Beispiel weiß sie nicht mehr, wann sie die Zigarette, ihre stressabbauende Nr. 9 aufgeraucht hatte. Aus irgendwelchen Scheißgrgründen war diese Ziggi in dem Moment ziemlich wichtig für sie gewesen, bevor sie mit Boom Boom losgezogen war. Hmmm. Hatte sie sie einfach verloren? In Booms Küche, vor dem Haus? Tja und nun? Nun ist die Erinnerung ist einfach weg. Zum kotzen. Dieser Umstand schrammt am verhassten Kontrollverlust.

Ein kleine Gruppe Sims läuft an ihr vorbei und steuert den Parkplatz an, auf den sie im Augenwinkel schauen kann. Sims, mit quasi Zero Besonderheiten. Normalos. Höchstwahrscheinlich stumpfe Langweiler und Ja-Sager, so wie die meisten, die sie bisher abseits des Feierns getroffen hat. So, wie die Angestellten oder treffender gesagt Leibeigenen ihres Vaters. Bei der erneuten Erinnerung an ihren Alten stellt sich dieses beschissene Gefühl von Unbehagen und Steißbein beißendem Misstrauen ein. Jack zieht erneut am therapeutischen Stengel. Nach kurzem innehalten entweicht ihr der Qualm aus den schmal gezogenen, breiten Lippen. Sie stützt ihre Unterarme auf den Knien ab und schaut zu Boden. Ihr Vater. Dieser Bastard. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn die Geschichte stimmt, heißt das. Ein namenloser Niemand, der mit der Mutter ihrer Mutter in einer sehr (!!!) seltsamen Verbundenheit steht. Seit dem Tag, an dem sie sich zum ersten Mal trafen. Laut ihres verstorbenen Großvaters hat ihre skrupellose und furchteinflösende Großmutter in ihrem Schwiegersohn scheinbar ihren Seelenverwandten gefunden und ihn immer weiter befördert, bis er ihre 'Rechte Hand' geworden war und den Bumms übernommen hatte. Die beiden führen seit nunmehr fast dreißig Jahren gemeinsam das Milliarden schwere Familienimperium, in einer Schreckensherrschaft. Und ihre Mutter? Eine schwache, unterwürfige Person. Nicht in der Lage, sich selbst oder die Frucht ihrer Lenden zu beschützen und oder zu verteidigen. Schwer schluckend schaut Jack auf und unter den Baum, unter dem sie sitzt. Ein kraftspendendes, schönes Gewächs mit roten Blüten.



Quelle: https://pin.it/7kcPzSpHV

Der Wind rauscht durch das Geäst und ihr wildes, loses Haar. Die junge Erwachsene wird von der unliebsamen Erkenntnis eingeholt, dass sie, obwohl sie es gegenüber jedem abstreiten würde, bis etwa vor einem halben Jahr genauso wenig Rückgrat gehabt hat. Und ihrer Mutter somit eigentlich keinen Vorwurf machen kann. Was eine Scheiße!

Nach einer Weile verknüpfen sich die Gedanken- und Erinnerungsstränge neu, Jack inhaliert erneut und lässt den Rauch durch die Nase entweichen. Boom erinnert sie stark an ihre Familientyrannen. Dieser Umstand hat etwas ekliges, aber auch beruhigendes, denn sie kennt dieses Machtgefälle mit seinen Strukturen. Sie hat darunter gelitten, ist damit sozialisiert worden. Jack schluckt trocken. Die Masche, selbstkreierte Macht zu nutzen, um arme Schlucker sowie auch nahestehende Personen unter Kontrolle zu halten, kennt sie so gut wie sich selbst. Leider macht es auf diese Weise Sinn, so sehr sie diesen Umstand auch verabscheut. Und wenn sie eines Tages zurückschlagen will, muss sie sich dementsprechend anpassen. Ein letztes Mal zieht sie an der Zigarette, drückt sie an der Steinkante aus und schnippt den übrig geblieben Filter auf die Straße. Seufzend nickt sie sich zu. 'Du hast dich bewusst entschieden. Denn abgesehen von den ätzenden Parallelen, ist sie auch eine bemerkenswerte Bad-Ass-Persönlichkeit.' Was für eine beschissene Ambivalenz! Ein grinsen stiehlt sich auf ihr Gesicht. Trotz allem mag sie Stärke bei einem Gegenüber. Es tut ihr gut, sich mit einer gleichaltrigen kompromisslosen Führungsuschi zu umgeben und 'Dinge zu regeln', die ausschließlich den eigenen Interessen dienen. Stress verursachen. Sie hat ne Menge neuer Chancen durch B.

Wärend ihre Gedanken pausieren, lehnt sich Strubbel mit dem Oberkörper zurück, um aus ihrer linken Hosentasche ihr Zippo zu angeln. Nachdem sie sich eine neue Kippe angezündet hat, steckt sie den kleinen Flammenspender nicht sofort zurück. Das nützliche Fundstück liegt mit seinem Gewicht angenehm in ihrer Handfläche. Gefunden hat sie es vor zwei Tagen, im Bus. Ihr Namensvetter Jack Skellington und seine Sally sind mit unglaublich niedlichen und tiefgründigen Gesichtsausgrücken abgebildet. Eigentlich ist ihr der Tim Burt'ische Kosmos relativ lachs, aber dieses Bild und sein Sinnspruch, rühren sie an.

'Your soulmate is the person who ends your broken heart' als Headline und abrundend, um den Kreis zu schließen:
'By simply giving you theirs'.

Jack blinzelt ins späte Nachmittagslicht, legt den Kopf in den Nacken und lauscht den Blättern im Wind, wärend der Ascheanteil an der neuen Zigarette wächst, ohne dass sie inhaliert. Ist das so, weil ihre Spezies normalerweise nicht aus Einzelgängern besteht? Triggert es, weil sie selbst folglich trotz isoliertem heranwachsen (oder gerade deswegen?) insgeheim nicht Einzelgängerin sein will? Fuck! Vielleicht, weil es eine stumme Sehnsucht seit Kindheitstagen ist, Freunde zu haben? Anschluss an jemanden zu finden? Leute, mit denen man gleichgesinnt rumspacken kann? Die auch in kniffligen Situation es aushalten, zu bleiben und zu trösten, auch wenns brennt? Sie starrt auf die grauschwarze, weiter wachsende Spitze.



Quelle: https://pin.it/2KiK4hGJ3

Das klingt schon wohlig in ihr an, dass muss sie zugeben. Dennoch: KEINE tiefen Bindungen! Spaß und Kooperation sind super und auch gewollt. Jack setzt den Filter bedacht an ihre Lippen und zieht so lange, bis die abgebrannte Last zu Boden fällt. Ein Firmenwagen mit irgendeiner Handwerksbeschriftung und einem Schraubenschlüsselsymbol fährt an ihr vorbei. Umgehend wird ihre Stimmung leichter, als sie an ihre zweite neue Bekanntschaft denkt.
Vaas. 'Diese Knalltüte!' Belustigt prustet sie knapp Luft und Rauch aus. Seine direkte und so krass im Moment lebende Art ist hart erfrischend. Faszinierend, wie er alles so intensiv, laut und schnell lebt. Und seine Schrauberfähigkeiten scheinen abgefahren zu sein. Sie möchte noch so viel lernen, mitnehmen und erleben. Erleben... bei dem Stichwort stellen sich Ihre Armhärchen auf. Er hat sie sein Auto fahren lassen, obwohl sie versehentlich seinen Fernseher-Patienten geschlachtet hatte. Und es war soooooooo geil gewesen! Und noch besser! Er hatte ihr ein Angebot gemacht, dass sie nicht ablehnen kann. Mit der Zigarettenhand hebt Jack ihr Telefon auf und verfasst eine Nachricht, die binnen einer Minute ihren Empfänger erreicht.

"Hey Speedy, ich hab Bock auf dich und n eigenes, schnelles Autoooooo! Ich möchte keins kaufen, ich will am liebsten nem Wichser eins abziehen. Kennst du da ne gute Ecke?"

>>> Jack geht nach San Sequoia (3) >>>


 Antworten

 Beitrag melden
26.10.2025 08:48 (zuletzt bearbeitet: 02.11.2025 11:41)
avatar  S.Bin.
#4
avatar
Bücherstapler

<<< Jack kommt von San Sequoia - Haus S. Schmidt <<<

Charaktere: Jack
Ort: Start -> Del Sol Valley, Jacks Wohnung -> Überall & Nirgens
Geschichtsstrang: Zwangspause


Rück*Reise



Mit neuen Stiletto-Stiefeln, ihrem pfefferfarbenen Reisemantel und der großen, schweren Handgepäckstasche erreicht sie am späten Nachmittag das Gleis. Jack schnauft aus. Die neuen Stiefel sind zwar ultra weich und von feinster, fußschmeichelnder Qualität, dennoch sind sie ungewohnt hoch und auf Strecke gesehen ziemlich schwierig zu laufen. Ihre Wadenmuskulatur brennt mittlerweile. Zum Glück kann sie sich auf eine der wie aus einer anderen Zeit stammenden Sitzgelegenheiten fallen lassen und auf die Einfahrt des zweiten Zuges warten.



Quelle: https://pin.it/4APOja7Zt

Die Entlastung ihrer Füße und Waden lässt sie erlöst aufstöhnen. Was hat sie sich nur dabei gedacht, die Mördertreter für ihre An- und Abreise ausgewählt zu haben?!?!?? Ach ja richtig! Das so krasse Feeling, dass ihr diese Dinger beim Laufen, beim Stehen und überhaupt beim Atmen geben: Sicherheit, Kontrolle, Spannung, Empowerment, Sexappeal. Eine Lady und ein Boss sein.
Ge-upgraded sein.
Jack sein.
Jetzt sogar, Jack 2.0.

Interessant ist, dass sie all diese Eigenschaften noch nicht lange, beziehungsweise nicht so gebündelt auf sich selbst bezieht. Das ist neu. Die letzten Wochen sind wie im Flug vergangen: Nach dem "Teilbruch" mit der Fam, ging alles ganz schnell und dann ging es flott: Ihr Umzug nach Del Sol Valley - Einschreibung Uni - Party-Life begonnen - Tattoo zugelegt - Leute kennengelernt- Befreiungsfick auf nem Spielplatz - Wohnung personalisiert und mit farbigen Accessoires aufgepimpt - Villa und Boom bekannt geworden - Sporen verdient beim Praktikumsausflug - Auto geklaut und Kind entführt - Lady Boss geworden - Leute wieder getroffen, dazu Flashback-Erlebnis der Extraklasse. Abschließend: Ihr direkt im Anschluss gewesener, letzter Villa Besuch.

Sie ist nicht mehr die, die sie vorher, genauer gesagt vor zwei einhalb Monaten war. Nicht mehr der unterdrückte und kleingemachte Störenfried, der erst über einen Unfall und eine daraus resultierende Entstellung es geschafft hat, sich vorerst ein Stück weit abzukapseln. Weil ihre Mutter ihren Anblick nicht erträgt, sie ihren Vater - dem Himmel sei Dank - erpressen kann und ihre Großmutter generell keinen Bock auf ihre Visage hat. Weil sie anders als ihre Mutter und älteren beiden Zwillingsschwestern optisch weder nach der (Groß)mütterlichen oder der Speichel leckenden väterlichen Linie schlägt. Sie, Jack, kommt nach ihrem verstorbenen Großvater. In so vielerlei Hinsicht. Das ist es, was ihre Blutsverwandten stört, besonders die Hexe.

Ihre Gedanken werden von dem einfahrendem Ungetüm von Retro-Bahn, im angelehnten Stil des Orientexpress' (oder so ähnlich) unterbrochen. Mit ihrer schweren Reisetasche lässt sie die trostlosen Bänke des Bahnhofes irgendwo im Nirgendwo, zurück und steigt ein.



Quelle: https://pin.it/3tHyuUMVu

Jack lässt sich mit einem schweren Grunzen auf das schöne alte Lederpolster fallen, mit den herrlich großen, weichen Sitzpolstern. Es riecht nach alten Stoffen und ein paar klitze kleine Staubflöckchen tanzen um sie herum, wie Glitzer. Nun muss sie doch schmunzeln. Ihre Entscheidung, über zwei Tage aufwendig und umständlich mit dem Zug zu fahren, wird sie nicht bereuen. Alles ist besser, als vom Familienhelikopter in Del Sol Valley abgeholt zu werden. Sie will kein Aufsehen erregen, keine sichtbare Verbindung zum Familienkonzern... Niemand soll eine Zugehörigkeit in irgendeiner Art - und sei es auch nur eine Vermutung - zu ihrer Mafiosi-Familie herstellen können.

Je länger und öfter Strubbel an ihre Angehörigen denkt, desto mehr spürt sie die stets bei Seite geschobene, lähmende Wut, die ihr die Speiseröhre hoch zu kriechen scheint. Es wird Zeit für eine aus ausladende Bestellung von Köstlichkeiten und einem steifen Getränk mit Eiswürfeln. Nachdem sie ihre Bestellung aufgegeben hat, betrachtet sie die wenigen Mitreisenden, die schon vor ihr Zeit hatten sich einzurichten und ausnahmslos zu zweit und in Gespräche vertieft sind, insgesamt acht Personen, alle älteren Alters und nicht an ihr interessiert. Aber das stört sie nicht. In der Regel wird sie, so wie von dem Angestellten des Zug-Restaurants auch, kurz wegen ihrer Gesichtszeichnung angestarrt, bis es dann geht und sich dafür entschieden wird, betont auf ihre Haare oder seit neuestem, ihr Tattoo zu gaffen. Oder sie zu meiden. Business as usual.



Quelle: https://pin.it/3xruZYPAt

Ihr Drink und die Vorspeise finden sich just in dem Moment ein, als sie ihren für diese Jahreszeit völlig überflüssigen Mantel ausgezogen und abgelegt hat - sie braucht dieses Erbstück als moralische Stütze. Nachdem sie ihn zusammen gelegt hat, wendet sie sich dem putzigen Rollwagen neben ihr zu. Das schwere Glas mit den Prozenten liegt angenehm und beruhigend in der Hand. Während sie einige Schlucke trinkt, beobachtet sie die zurückgeblieben Regentropfen, die das Dampfross im Laufe des heutigen Tages zwischen irgendwelchen Stationen gesammelt haben muss. Ein schöner Kontrast zu dem Wetter von heute. Früh in Del Sol Valley. Das Fensterwetter passt besser zu ihrer Stimmung. Jack räuspert sich, nachdem die Hälfte des Getränkes sich wohlig in ihrem Inneren ausbreitet und sich mit der ihr stets innewohnenden Kälte vermischt die sie jedes Mal einholt, wenn sie an ihre Verwandten, ihr Gefängnis, ihre Lebensgrundlage, ihr Abhängigkeitsverhältnis denkt. Und erst recht jetzt, wo sie das erste Mal zurück ins alte Nest zurückkehren muss.

Beim letzten Mal feiern kam ihr eine Leuchtschrift an einer Wand in einem Club unter. Strubbel hatte gelacht, ohne zu wissen warum. Nachdem sie ein Foto davon gemacht hatte, ging sie wieder tanzen.



Quelle: https://pin.it/6DOw2Wn2I

Und nun ist sie hier, auf dem Weg zu ihren Dämonen. Zur Familie. Zu den Sims, die sie stets nur nach ihren Bedürfnissen zurechtgestutzt und manipuliert haben. Geformt, benutzt, rum geschoben und... Mit einem Schlag fällt ihr das für sie Offensichtlichste und wohl verdrängte auf. Die Farbe hinter den leuchtenden Buchstaben war ROT. Und somit ironischer, p a s s e n d e r Weise nahezu glimmend in "ihrer" Farbe! Bedeutungsschwanger ohne Ende. Fuck. Darn könnte sich eine Gruppe Philosophiestudenten mit Freude austoben und die Essenz dessen schmerzhaft und bezeichnend heraus pressen und widerliche Abhandlungen darüber schreiben... Aber das ist Schwachsinn. Niemand würde das tun, niemand interessiert sich für sie und ihren Scheiß. Und das ist auch gut so, auch wenn es manchmal schmerzt. Jack ist es gewohnt, alleine zu kämpfen. Sie ist es gewohnt, sich den traditionellen Umständen ihres "Zuhauses" zu ergeben und ihre Rolle einzunehmen, weil es nicht auszuhalten ist, 24/7, an dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr gegen alles und jeden alleine anzukämpfen. Außerdem ist es nicht klug, diese Form der Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wenn sie eines Tages den Zahltag einzuläuten gedenkt. Und d a s, wird sie! Ihr Rachefeldzug ist in Planung. Zufrieden mit diesem Abschlussgedanken stürzt sie den Rest des Brennstoffes hinunter und widmet sich dann ihrer Vorspeise.


>>> Jack geht nach Del Sol Valley & Unterwegs II>>>


 Antworten

 Beitrag melden
02.11.2025 10:56 (zuletzt bearbeitet: 11.11.2025 15:33)
avatar  S.Bin.
#5
avatar
Bücherstapler

<<< Jack kommt von Del Sol Valley & Unterwegs<<<

Charaktere: Jack
Ort: Start -> Del Sol Valley, Jacks Wohnung -> Überall & Nirgens
Geschichtsstrang: Zwangspause



Rück*Blick



Der Handywecker klingelt und reißt sie mit einem Ruck aus ihrem zu kurzen und traumreichen Schlaf. Der Lichtschein der sich durch das Fenster neben ihr presst, weckt zeitgleich die nicht ganz ausgeschlafen Kopfschmerzen, auf die Jack es gestern Abend beim bezug ihre Schlafkabine angelegt hat. Man! Und nun brummt ihre Birne schon im Liegen so sehr, dass sie es mit aufstehen lieber noch nicht versuchen will. In ihrem Mund befindet sich scheinbar eine Wolldecke... übel schmeckend und alt. Sehr alt. Wahrscheinlich hat sich diese Decke auch schon bei anderen Säufern heimlich in der Nacht selbst in den Mund gelegt, so eine Art Wanderdecke mit Eigenleben und wirklich krankem Fetisch. Alkoholisierte Mundfäule. Bääh. Der Gedanke zieht einen zarten Würgereflex mit sich und sie beschließt, sich doch leicht aufzusetzen, um Geschmack und Gedanken mit Wasser runter zu spülen, was mäßig klappt. Nachdem das Glas geleert ist, versucht sie im Liegen schon mal ein weiteres Gliedmaßen zu mobilisieren und legt einen Arm über den Kopf.



Quelle: https://pin.it/1EtM6IMLK

So bleibt sie liegen und versucht den letzten Abend und ihre Ziele des heutigen Tages durchzugehen. Strubbel muss sich jetzt, wo sie nur noch eine dreiviertel Tagesreise vom vorletzten Ankunftsort entfernt ist, mit einer Pflichtaufgabe herumschlagen. Eine, die zu der Vereinbarung mit ihrem Vater gehört, die ihr zum Teil den Auszug und den Ortswechsel mit dem größtmöglichen Abstand ermöglicht hat. Und zwar, für das herannahende Herbstsemester Studien- und Lernpläne erstellen, die es dem in Verantwortung stehenden Familienteil ermöglichen zu überprüfen, ob sie sich ihrerseits an die vertraglich festgehalten Absprachen hält, um fernab der Fam, außerhalb des direkten Einwirkungskreises studieren und l e b e n zu dürfen. Vom Geld der Familie - was ja klar ist. Mit einem Ächtzer quält sie sich erneut hoch, "Komm schon Jack - los geht's."



Quelle: https://pin.it/50s3JIfWE

Nach der Katzenwäsche und einem Frühstück mit zwei Bechern Kaffe, welches vom Magen angenommen und gehalten wird, bereitet sich die Berufstochter im bald wieder aufzunehmenden Studium 'Strategic Communication & Leadership' auf den Spießrutenlauf mit Vater und Großmutter vor. Strubbel wirft kurzerhand die grüne Tagesdecke über das ungemachte Bett und macht sich ans Werk.



Quelle: https://pin.it/14daF5nl8

Nach zwei Stunden ist sie fertig und reißt das Fenster neben ihrem Bett auf - für eine erlösende Zigarette und frische Luft. Mit jedem hinter sich gelassenen Kilometer und der Auseinandersetzung mit ihrem schon mal begonnenen und durch den Unfall unterbrochenen Studium rückt das beklemmende Gefühl das ihre Familie in ihr auslöst, immer näher.

Aber dabei bleibt es nicht allein. Das Flashback das sie beim Paintball überrumpelt hat, mischt Jacks Verstand seitdem immer wieder auf. Ihr zweites Trauma beschwört Erinnerungsfetzen und Beklemmungsgefühl herauf und zapft ihr jegliche Selbstsicherheit oder einfaches, rationales Denken ab. Ihre merkwürdige Panikassoziation von gestern in der Villa ist das beste Beispiel. Die noch nicht angezündete Zigarette liegt wie ein kleines Gewicht auf ihrem rechten Mittelfinger. Das monotone Klappern des Zuges, welcher in regelmäßigen Abständen über die aneinander gesetzten Gleisteile donnert, hält sämtliche Erinnerungen, Gedanken und Emotionen wie in einer Bowle-Schale zusammen. Das Ratten ist ähnlich wie der Rührlöffel in ihrer metaphorischen Cocktail-Schale. Klack-klacker-di-klack. Jack schließt ihre Augen und versucht ruhiger zu atmen. Alles in ihr schreit. Sie zündet mit einem starken Inhalationszug die Kippe an, dass Zippo landet anschließend auf dem Bett. Die fast vergessene Übelkeit ihres übertriebenen Trinkverhaltenes am Vorabend kehrt zurück, trotzdem raucht sie weiter. Immerhin ist das ein physisches Ekelempfinden, dass Lady Boss selbst steuern kann. Strubbel lehnt sich aus dem geöffnetem Fenster und nimmt sich Zeit um zurück zu schauen.



Quelle: https://pin.it/5AlOCetpR

Nun muss sie lächeln. Als sie beginnt, über sich als Lady Boss nachzudenken, festigt sich etwas in ihr.
Sie KANN kontrolliert entgegen ihrer Körper- und Gedankenlage handeln, so wie bei ihren ersten Fesselspielen.
KANN Ruhe bewahren, auch wenn eine imposante Frau mit nem riesigen Hammer ihren Höhepunkt unterbricht, Aufschnitt-Vergleiche zieht und psychologische Profile über Anwesende erstellt. Funfakt dabei: Sie hatte mal von jemandem zu hören bekommen, das sie 'chübsch' sei. Trotz Narbe.
Außerdem KANN sie einfach weiter auf ihr Ziel zuhalten, obwohl sich strafrechtliche Verantwortung der Sonderklasse auf dem gemopsten Porscherücksitz eingefunden hatte.
'Du KANNST trotz einer Rück-Katapultierung in deine erste Nahtoderfahrung dich selbst in einen Angriffs und somit bestimmt auch Verteidigungsmodus bringen. KANNST auf dich selbst aufpassen.'
Jack schnippst die Asche an der Spitze aus dem Fenster, zieht wieder tief und nickt sich dabei bestätigen zu. All das zusammen gesehen, wirkt dem klackernden Gerühre entgegen.

Als die Zigarette beendet und der Zimmerservice das leere Geschirr abgeräumt hat, ist Platz für Vorahnungen und erneutes sich im Kreis drehen geschaffen. Thematisch ist sie nun bei den zu zweihundert Prozent kommenden Gesprächen und Spitzen angelangt, die ihr während der gemeinsamen Essens- und und der verpflichtenden Gesellschaftszeiten von ihren Schwestern und ihrer Mutter zugespielt oder in ihrem Beisein über sie gemacht werden. So, wie es seit ihrer Pubertät ist. Immerhin haben sich die Themen etwas verschoben. Dieser Tage sind Narbe, Auszug und ihr Platz in der Familie, dem sich noch nicht im Ansatz gewachsen ist, die Grundlage.

Jack fährt sich durch die dicke Frontmähne, nachdem sie ihren Arbeitsdutt gelöst und wieder ihre gewohnten offenen Haare hat. Vielleicht hat sie Glück und die vorhergesehenen Bemerkungen zu ihrem Gesicht werden endlich weniger und sich dafür mehr um ihr Chestpiece drehen. Jack muss breit grinsen. JETZT haben die Arschlöcher vom Familien-Clan mal nen richtigen Grund, sich gegen das aus ihrer Sicht hitzige, unbelehrbare und kontroverse Schaf"böckchen" unter sich zu verbünden. Sie hat sich unverkennbar zeichnen lassen, unabgesprochen, ohne Einwilligung.



Quelle: https://pin.it/3lEPNUoEn


>>> Jack geht nach Sulani Festivalgelände >>>


 Antworten

 Beitrag melden
03.04.2026 22:39 (zuletzt bearbeitet: 03.04.2026 23:33)
avatar  Ripzha
#6
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Jack kommt von Windenburg (3) <<<
<<< Vaas Del Toro kommt von Sulani Festivalgelände (2) <<<


Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Gemüseauflauf I


Huuuuuuuuuuup Huuuuuuuuuuuuuup Hup Hup Hup!!!!
Vor dem Block in dem einst eine Party stattfand, auf der Vaas diese Begegnung hatte die unverhofft in Ekstase auf einem Spielplatz endete, steht ein dunkel grüner Porsche und röhrt die Gegend wach. Darin ein Typ zu dem der Wagen nicht mal im Traum passen würde. Die Haube ist elchschadenfrei und das Nummernschild dem ursprünglichen Besitzer so fremd, dass er seine Karre zu 100% abschreiben müssen wird. Unauffindbar. Die Seriennummer ist ersetzt und die Papiere auf Jacks unaussprechlichen echten Namen ausgestellt. Dafür musste Vaas seinem Kontakt metaphorisch mächtig einen blasen, aber was solls. Ein glückliche Jack ist gleichbedeutend mit einem glücklichen Vaas und darum gehts doch. Er versucht nicht dran zu denken, dass er zwei mal in Versuchung war, die Karre zu verticken und Jack zu erzählen, dass da irgendwas schief gelaufen ist. Aber nein. Er hat den inneren Schweinehund dahingehend abgewürgt und sich gesagt, dass er seinen Kram nich auf Kosten von dieser besonders abenteuerlichen Glückstreffer-Frau regelt. Wär ja bescheuert. Ausserdem ist lügen - je nach dem - viel zu anstrengend. Wer kann sich die ganzen Details alle merken?
Huuuuuuuuuuup!!!!
Vaas hängt im offenen Fenster, schiebt die Sonnenbrille nach unten und start zu den Fenstern hoch. Kann doch nich sein, dass sie ausgerechnet heute nicht zu Hause ist. Hallo?!

'Yessss! Mit einem zufriedenen Seufzer platziert sich der Kaffeejunkie mit einem vollen Becher auf dem Bett und zwischen die Stapel von diversen Klamotten, Accessoires und Gedöns, welches sich vom Schrank aus über den Boden bishin auf das Fußende des Bettes zieht. Ein Seitenblick auf die Uhrzeit verrät ihr, dass der Tag reif ist für irgendwas, was nicht mit einer weiteren unliebsamen Konfrontation oder Rückzug zu tun hat. Ein paar Schlucke des starken Kaffees später beschließt sie das Umorganisieren und Aufräumen erneut zu verschieben. Es ist Samstag, das Wetter ist verdammt geil! Morgen oder übermorgen können dann einen neuer Platz für das Kostüm, dass keines ist und den anderen Stuff, der sich aus Trotz-, Selbstfindungs- und Rebellionskäufen zusammengehäuft hat, finden lassen. Aaaaber Was kann sie heute-
Ein durch die geschlossenen Fenster abgedämpftes Hup-Geräusch schallt zu ihr hoch. Jack runzelt die Stirn, dann stellt sie den Becher ab. Das ist ein zu ungewöhnliches und aufdringliches Aufscheuchen für die Spießergegend hier. Sie lauscht, bis erneut das Horn gedrückt wird... 18 Sekunden lang! Ein Gongschlag brettert sich zu ihrer Denkmasse durch. "Das wird doch nicht etwa...", ist sie mit einem Satz am Fenster und reißt es auf. Der Anblick der sich ihr bietet, kommt einer gefühlten Halluzinationen gleich. Mit einem hohen Begeisterungsschrei rennt sie los, in Richtung ihres zum kleinen Teil selbst erfüllten Traumes. Binnen Nanosekunden ist Strubbel durchs Treppenhaus geflogen, durch die Hauseingangstür und dabei die Straße zu überqueren, ohne sich um den Verkehr zu kümmern. Sie schaut nicht nach links und nicht nach rechts. Nur nach vorne, zu Vaas. Als sie am Wagen ankommt, findet sie keine Worte, sie strahlt einfach nur aus jeder Pore und legt beide Hände auf die Motorhaube und streicht sacht über den neuen und wunderschönen Lack.

Vaas erkennt endlich durch die Sommersonnenstrahlen dass sich an der Fassade ein Fenster bewegt. Gefolgt von einem ihm bekannten Haarschopf. Er grinst, schiebt die Brille zurück, setzt sich zurück in den Wagen. Das Papier liegt sorgfältig gefaltet auf dem Beifahrersitz. Er zieht den Schlüssel ab, an dem ein Schnutenring als Schlüsselanhänger baumelt, die Batterien vom Schlüssel sind auch neu. Dann steigt er aus dem tiefen Gefährt aus. Kurz darauf huscht Jacks Schatten schon in seinem Augenwinkel vorbei und verharrt über dem Kofferraum. Ohne Eile schliesst Vaas die Tür, geht zu ihr nach vorn und hält ihr den Schlüssel hin, als hätte er grade die letzte Rate erhalten und das Gefährt gehört jetzt vollständig ihr. Tut es auch. Der Name auf dem Beifahrer beweist es. Er blickt auf die Haube, dann zurück zu ihr. Ein schiefes Grinsen auf den Lippen.
„Sag gut gemacht Vaas."

Ihre Hand streckt sich aus, ohne daß sie die Bewegungen wirklich steuert. Das Anhängerdetail aus dem festen Nylon lässt ein amysiertes Zucken durch ihr Gesicht fahren, während ihre Finger den Schlüssel und somit die Realität des Augenblicks prüfen. Dann landet Strubbels Aufmerksamkeit ganz bei dem frechen Grinsen und seiner Forderung. Für einen kurzen Moment überlegt sie, ob es okay ist, genau das nicht zu sagen, aber das geht nicht. Er hat es sich mehr als verdient. "Gut gemacht, Vaas.", glimmt sie ihm zu, jede sonst so geliebte Spielerei ist weggeschoben. "Das ist unglaublich was du da alles für mich gemacht und organisiert hast. Ich dachte, du hast vorerst keine Zeit wegen deiner Gary-Keller-Quest. Was ist mit deinem Scheiß?"

Es liegt was Komisches in der Luft. Ein seltsamer Ernst, wie sie den Schlüssel nimmt. Vaas kriegt das mit, irgendwie, aber er denkt nicht drüber nach. Muss er auch nicht. Denn sie sagt irgendwas, und schon ist es weg.
„Nnjjaaaa… weisste…"
Er knackt mitm Rücken, streckt sich wie ein Kater, der keinen Bock auf Entscheidungen hat. Hände in die Hüfte gerammt, Kopf schief. Guckt links. Guckt rechts. Tut so, als müsste er kurz überlegen, ob er heute überhaupt reden will. Dann, mit einem Grinsen:
„Sagen wir mal so… mit n bisschen Glück… hat sich das erledigt."
Er klappt sich wieder zusammen und wechselt das Thema, ohne Punkt oder Ankündigung und zieht einen gefalteten Meter aus der Seitentasche. Er dreht sich ruckartig, zielt auf ihr Fenster, kneift ein Auge zu und zielt. „Nächstes Projekt, Baby. Muss ja irgendwie wach bleiben. Zeig mir dein Schnöselnest. Hoffentlich hast du Kaffee und…"
Blick aufs Handy. 09:00.
„…. Jap. Beste Zeit. Sag ich doch. Zeit für n Schuss. Und los."
Und dann marschiert er los, ohne zu warten, ob sie überhaupt hinterherkommt.

Natürlich, was hat sie eigentlich erwartet?! Jack schließt kurz gequält die Augen. Dann schüttelt sie sich quiekend vor Freude und schnappt sich die Papiere vom Autositz. Da. Steht. Ihr. Name. Sie hat ein eigenes Auto. Absolut und v ö l l i g unabhängig sowie ungeahnt von der Familie beschafft. Ihr kostbarster Schatz. Sie verriegelt Porschita und ruft über die Straße, "Du musst noch ein Stockwerk höher als auf der Party." Vaas Rücken verschwindet in der Eingangstür des riesigen Wohnkomplexes. "Boy... Das wird jetzt spannend.", sagt sie zu sich selbst, dann lauter zum mauernden Wirbelsturm, "DIE HAUSTÜR IST OFFEN."

Er hört Jack noch irgendwas schreien, aber da ist er schon im Treppenhaus, hoch, zwei Stufen auf einmal nehmend.
Und dann: Bäm. Tür offen.
Betritt die designerwohnung und betrachtet die teuren Möbel, ditscht ein paar mit dem Meter an, schaut in jeden Raum bis er die Tür zum Schlafzimmer aufstösst.
Vaas bleibt abrupt stehen. Ein Schritt ins Chaos - eine lebendige Explosion aus Stoff, Farbe und Kaffeegeruch. Der Boden bedeckt. Wieviele Sachen kann eine Frau haben? Ja!
Klamotten, Ketten, irgendwas mit Kunstfell, Glitzer, vielleicht auch ein Einhornhut.
„Holy shit", murmelt er, mehr anerkennend als geschockt. Sein Blick fällt aufs gelebte Leben, das sich vom Schrank aus über den Boden bis ans Bett zieht. Er geht weiter, tritt über einen halboffenen Schuh, weicht einem glitzernden BH aus, nimmt beiläufig einen verrutschten Haarreif auf und setzt ihn sich mit todernster Miene auf.
„Du wohnst in nem Moodboard auf Crack!" sagt er grinsend als sie hinter ihm in den Raum kommt. Dann lässt er sich rücklings aufs Bett fallen, ohne Rücksicht auf die Kleidung, die dort liegt. Ein dumpfes fluff, gefolgt von einem noch dumpferen Lachen. „Ich will hier sterben. Und n Espresso. Und vielleicht nen Exorzismus." Er richtet sich auf die Unterarme auf, grinst. „Aber zuerst: Kaffee."



Ihrer Sportlichkeit ist es zu verdanken, dass sie zügig den entstandenen Abstand aufholt und mitverfolgen kann, wie Vaas sich mit seinem Zolli seinen Weg durch ihre Räumlichkeiten bahnt.
Die Erinnerung an sein schockiertes Abbild, als sie ihm vor ihrer letzten Heimreise und dem darauf folgenden Festival gesteckt hatte, dass sie ein ungewolltes aber übelstes Rich-Kid ist, knallt noch zwischen der Euphorie hin und her. Das Thema ist bisher noch sensibel, zumal es für Jack noch nicht klar ist, wie sie in ihrem Partnerschaftsverhältnis die Mühen und Unkosten halbwegs glattziehen kann, sodass es zumindest ein bisschen fair ist. Und Mr. Uuuh-ich-brauch-zwar-Geld-aber-ich-will-nix-mit-deiner-Mafia-Family-zu-tun-kriegen, wollte bisher so gar nicht kooperativ auf ihre Vorschläge oder Hilfeangebote eingehen. Und mit einer gelegentlich festgespaxten Schraube, ist es nicht getan. Oder ihren schwachen Aufräum- und Sortierversuchen in der Villa. Sie ist klasse im Autos fahren, Bart tragen, Autos klauen und Kaffeekochen, ja. Aber nicht im praktischen Sinne. Zumindest bisher. Die Frage ist, wie sie ihn dazu bekommt, ihr mehr zu zu trauen und vorallem zu vertrauen. Dieser ständige Rückzug und das überspielen...

Jacks Gedanken werden jäh und herrlich unterbrochen, als sie im Türrahmen zum Schlaf- und Arbeitszimmer ankommt. Der Typ, ey! Die Art und Weise wie er sich selbst drapiert hat, bringt sie umgehend zum Lachen, vergessen sind alle Zweifel und Überlegungen. Ihre Blicke treffen sich und Vaas ist einfach Vaas, zwischen ihren Klamotten und gaaanz viel Glitzer. Er sieht zum anbeißen aus!
"Du darfst hier jederzeit sterben, solange du diesen - also jetzt deinen - Haarreif trägst. Ich mach dir nen Schuss. Doppio Espresso?!", fragt sie und verschwindet kurzerhand. Mit einer fürchterlich neutralen und nicht ganz in das Szenario passen wollenden kleinen weißen Tasse, ist sie nach drei Minuten zurück.
"Wovon willst du dich gegebenenfalls exorzieren lassen?", erkundigt sich Strubbel und reicht ihm seine Bestellung. Anschließend schnappt sie sich ihren mittlerweile fast kalten Kaffeebecher und wurschtelt sich ebenfalls auf den versprengten Haufen an Superfummeln.

Mit aufgesetzter Priesterstimme und gefalteten Händen:
„Herr, befreie mich von allem, was Boom heisst, Schubladen aufreisst, Sachen durch die Gegend schmeisst und mir danach mit m Feuerlöscher droht, weil der Pfändungstyp ihren Vibrator mitgenommen hat."
Vaas nimmt und schlürft von der mitgebrachten winzigen Tasse, die in seinen Händen nur absurd wirkt und sein Monolog gerät ins rollen. „Die macht mir grad Hölle Deluxe, weisst du? Sie merkt grade, dass Nachkaufen nicht drin liegt. Ich sag ihr, ich hab ne Idee, aber es geht halt nicht zack-zack. Und sie so: zack-zack oder knall-knall. Ich leb aufm Countdown, Jack. Schon wieder! Nur diesmal ists nicht meine Schuld. So siehts aus." Erneut zieht er an der Tasse. Man könnte meinen der Espresso gibt ihm das Benzin für noch mehr Worte. „Vorgestern hat Boom versucht, mir die guten Ideen mit nem Gurkenglas auszutreiben. Und ich schwör, ich hab nix gemacht - war nur nackt. Und müde. Und sehr, sehr einverstanden." er hält inne, sieht Jack neben sich an und die Maschine geht aus. „Naja egal, hey das Zeug is Bombe. Ne grössere Tasse wär nice." sagt er bevor er den letzten Schluck mit gespreiztem Finger daraus trinkt und Jack dabei über den Tassenrand ansieht. Beobachtend. Wie eine skurrile Katze.

Das amysierte Grinsen bleibt bei Jack hängen, bis er das Tässchen ausgeschlürft hat, obwohl sich auch ein Teil ernsthafter Alarmbereitschaft einstellt. "Das klingt komplex und ein bisschen festgefahren", nickt Strubbel und nimmt ihm das kleine Porzellan ab, mit einer deutlichen sanften Berührung. Als sie diese löst, nimmt sie seinen Blick mit spielerischem Grundton entgegen. "Hmmm...", brummt sie wie eine Lehrkraft, die gerade überlegt, ob sie noch einen halben Punkt zur Notenverbesserung vergeben kann. Strubbel kann. Allerdings muss sie den Blickkontakt kurz lösen, um sich auf die Unterlippe zu beißen. Das Bild das er von sich und Boom gezeichnet hat, ist zu komisch um ausschließlich ernst betrachtet zu werden. Nach einem Pruster erkundigt sie sich, "Ihr macht Dinge mit Gurken in Gläsern? Da bin ich aber froh das ich nicht dabei war." Nachdem sie kurz die Augen zusammengepresst hat um das Bild in ihrem Kopf zu vertreiben. "Nicht, dass ich Sex unter Einbeziehung von Konsumgütern nahezu aller Art zu schätzen weiß, aber Gurken...", schüttelt sie jetzt vehement den Schopf, "Gurken finde ich gar nicht sexy! Sahne und Popcorn allerdings...", zwinkert sie ihm zu und kniet sich hin, "das sind Geschichten nach meinem Geschmack."
Mit dem halben Aufrichten und der Geste für Nachschub, weicht auch der ehrlich gemeinte Humor ein Stück zur Seite.
"Aber im Ernst. Ich finds nich gut, dass sie ihre Wut an dir auslässt, auch wenn sie Boom ist, und das gewöhnlich ihr Ding ist. Das hast du nicht verdient. Auch, wenn du sie genau dafür schätzt und liebst. Es ist nicht okay, sie ist dir Kräfte-mäßig zu überlegen - kein faires Machtgefälle." Wieder verschwindet Jack für einen kurzen Moment. Es klappert, rumpelt, piept, zischt und summt, dann ist sie zurück. Mit zwei Tassen, etwa doppelt so groß wie die zuvor, mit jeweils einem Americano darin. Sie platziert sich auf den selben Nähe haltenden Abstand, den sie zuvor verlassen hat. Dann überreicht sie erneut ein weißes, zu schlichtes Gefäß mit wärmenden, belebenden Koffein. Beschwichtigen stubst sie ihn mit dem nackten Fuß an der Hüfte an, bevor sie ergänzt, "Aber du liebst wen du lieben willst und du lässt zu was du zu lassen willst. Das geht mich wenn überhaupt nur am Rande etwas an und ich hänge mich nicht manipulierend zwischen euch. Aber ich hab das Bedürfnis dir ungefragt meine Meinung zu stecken, weil du mir wichtig bist." Strubbel deutet auf die Tassen. "Sonst wird hier niemand von mir bedient, dass kannste wissen." Es folgt ein Pädagogen ähnliches Einatmen. "Was kann ich für dich tun, Vaas. Ich bin bereit, für was auch immer." Jack hebt die freie Hand und zählt die Finger nach einander hochstreckend ab, "Ladenüberfall mit vermummendem Glitzerfummel, alle Gurkengläser der Stadt und im Umkreis von 100 km zerdeppern, mein hässliches Designer Mobiliar verkaufen um dir Kohle zu geben", der letzte Finger hebt sich, "mach du nen Vorschlag, weil ich weiß grad nix weiter und ich steh auf deine Ideen." Es entsteht eine kleine Pause.

Vaas schweigt. Die Tasse in der Hand, den Fuss-Stupser noch auf der Haut. Irgendwas in ihrem Tonfall hat ihn kurz erwischt. Schon wieder.
„Strubbel…" er wirkt als ginge ihm sehr viel, sehr untypisches durch den Kopf. Den Satz spricht er nicht zu Ende. Stattdessen atmet er aus. Dann grinst er unerwartet breit.
„Ach bullshit! Boom ist nicht schlimm. Ich bin schlimm! Ich übertreib – weisste doch!" sagt er, während er eine übergrosse Sonnenbrille aus dem Chaos fischt und sich aufsetzt.
„Wir haben zusammen Scheiss gebaut, schon bevor sie… naja… du weisst schon. Blutsaugerin. Dämonin. Was auch immer, wurde."
Dann holt er tief Luft und streicht sich mit übertriebenem Pathos die Haare nach hinten, wobei der Haarreif fast runter fällt. Er rückt ihn zurecht. „Du darfst nicht vergessen: Boom war die erste, die sich vor mich gestellt hat, als die Cops mir das Knie ins Gesicht drücken wollten. Und später war sie die erste, die mir die Nase gebrochen hat, weil ich ihre Zahnbürste benutzt hab. Fair trade."
Sein Blick gleitet einen Moment nach unten, als überlege er was er anfügen muss, damit Jack versteht, dass sie das kaputt lassen darf. Dass seine Intention nur ist, dass man ihm belustigt, seinetwegen auch kopfschüttelnd bestätigt, was für ein übertrieben gestörter aber wahnsinnig wortgewandter Idiot er ist.
„Und ja, sie wirft mit Gurkengläsern. Und ja, sie ist unfair und laut und überfordernd. Und ja, sie ist mir kräftemässig überlegen… aber du bist mir auch überlegen. Anders halt. Und jetzt Schluss mit dem Ernst! Das geht mir auf die Eier!"
Er stellt den Kaffee ganz ab, wühlt weiter, zieht ein Paillettenoberteil heraus, wirft es über seine Schulter, hebt eine Netzstrumpfhose mit der Miene eines Mannes, der gerade Excalibur gefunden hat, und kramt sich weiter durch ihre Schätze, bevor er sich wieder aufrichtet und zu ihr umdreht.
„Und noch was: Ich steh zwar auf deine Ideen, aber wenn du mir nochmal sagst, dass ich dir wichtig bin, dann fang ich an zu weinen, und dann wird das hier sehr unangenehm für uns beide. Weil ich echt hässlich weine."
Dann wird er kurz ganz stumm, die Augen gross, steht langsam auf, starrt auf den Fund den er vor sich hochhält.
„Ohhh nein. Nein nein nein. NEIN! Das ist nicht dein Ernst! Was ist das?! Was zur Hölle! Warst du mal Obst auf nem Kindergeburtstag oder ist das Teil von nem Fetisch, den ich noch nicht kenne, aber definitiv ausprobieren will?"
Er wirft Jack einen Blick zu, der irgendwo zwischen Anklage und kindlicher Vorfreude hängt.
„Ich zieh das SOFORT an."
Er beginnt, sich auszuziehen. Alles was ihm im Weg ist. Shirt über den Kopf, wirft es Richtung Deckenlampe und verfehlt sie nur knapp. Er zwängt sich rein. Erst ein Bein, dann das andere. Es quietscht leicht beim Überziehen. Dann steht er da.
Ein Pfirsich.
Ein sehr selbstzufriedener, leicht zerzauster Pfirsich mit diesem Blick, der sagt: Ich bereue nichts.
„Okay… okay. Es ist… snug. Unerwartet snug. Sag mal… hast du dazu vielleicht noch ne Banane?"

Jack lauscht seinen Worten und trinkt von ihrem Kaffee. Es ist ein bisschen so, als hätte sie unerwartet ein Loch in die mit Haarreif geschmückte Piñata geprokelt, und zwar ohne ihre sonstige, einengende, konfrontative Art. Sie hat es geschafft,
a) ohne schützendes Spiel und b) ohne mit dem Zollstock auf das so fest verschlossene Tierchen einzupieksen, tiefere und weichere Seiten gezeigt zu bekommen. Einen Teil seiner Vergangenheit, der ihn maßgeblich geprägt hat und trägt. Wow. Damit hat sie nicht gerechnet. In Jack's Gedankengang will gerade eine Erinnerung an ein Gespräch mit einer neuen Bekannten hochschnellen, als er mit seinem Showtalent den brennenden Bühnenscheinwerfer wieder umschwenkt. 'Fokus noch haaaaalteeeen Jaaaaack...'
Vaas. Er öffnet sich ihr gegenüber.
Zeigt Verletzlichkeit.
Sucht Schutz und Resonanz?!
Zack!, Ende mit Fokus auf Gefühlsduseligkeiten und Pappmaché-Figuren.
Da ist jetzt der Moment, in dem das Szenario im Kostüm probieren gipfelt und Strubbel sich vor Freude fast vergisst. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes köstlich anzusehen, wie Vaas mit der absolutesten Begeisterung den Pfirsich für sich entdeckt.
"Es ist schön zu hören, dass eure Geschichte mehrere Facetten hat. Und, dass du meine Klamotten so feierst", schließt Strubbel die bewegenden Themen ab, seinen Gesprächswechsel mit einem Nicken akzeptierend, obwohl sie gerne noch auf die Überlegenheitsbehauptung eingegangen wäre. "Wirklich." Kichernd und mit leuchtenden Augen schießt sie quer übers Bett und Richtung Kleiderschrank, nicht ohne zu kleckern. "Eine Banane hab ich nicht, aber dafür diese Ganzkörperumarmung, mein Baby hier!" Stolz und glücklich präsentiert sie ihm ihre Aubergine. "Tata tatadaaaaa! Das ist Aubi. Aubi, dass ist Vaas, der schnellste und gewandeste Spinner, den ich kenne." Sie sieht sein Grinsen und die sprühenden Funken, die sie sofort kribbelig werden lassen. Etwas leiser, aber gut vernehmbar flüstert sie ihrem Lieblingskleidungsstück zu, "Und der aller Leckerste." Umgehend zieht sie sich ebenfalls aus, bis auf den Slip und nach wenigen Sekunden und nur ein Mal fast doof stecken bleiben, ist sie umhüllt von Compfy-Aubi. Mit verzückter Schnute wackelt sie ihm langsam entgegen. "Bisher hatte ich keinen Obst- oder Gemüsefetisch, aber Boy..." Das Grinsen schlägt um, "das wird sich wahrscheinlich noch ändern. Vorausgesetzt..." Jack kommt vor ihm zum Stehen, "du schaffst es mich zu fangen und zu überzeugen." Ein Buffer mit dem Auberginenteil der am weitesten hervorsteht am Pfirsichrand, dann flitzt sie kreischend in Trippelschritten davon.

Jack ist längst um die Ecke gedribbelt – oder besser: davongeglitscht, mit dieser lächerlich anziehenden Aubi. Vaas setzt an zur Verfolgung, voller Inbrunst, voller Stolz und... völlig ohne realistische Chance.
Ein Schritt. Zweiter. Wackeln. Er kriegt keine seitliche Drehung hin, das Fruchtkostüm reibt an seinen Rippen, der Schaumstoff quietscht wie ein gequälter Delfin.
Während er versucht, elegant die Richtung zu wechseln, aber der Pfirsich will nur geradeaus. Seine Beine rudern drunter wie unter einer verdammten Kirchenglocke.
BOING.
Er prallt an der Sofaecke ab, kippt schräg, taumelt rückwärts, rudert und stürzt.
Voll. Auf. Die. Fresse.
Okay, eher auf die Seite. Aber mit Soundeffekt. Er liegt auf dem Rücken.
„Scheisse. Ich glaub… ich hab mir den Pfirsich gestaucht.“

In dem Moment des Lossprintens verlässt Jack jede Form des zuvor aufgenommenen erotischen Kontextes - hier geht es jetzt einfach nur um den Wettlauf, ein "Fang mich doch du Eierloch" bahnt sich den Weg über ihre Lippen, ohne dass Aubi darüber nachdenkt. Der Kinderreim des klassischen Fange-Spiels hallt durch das Kombi-Zimmer. Laut kichernd düst sie mit lauten Stoffgeräuschen vor ihrem Verfolger davon, das Adrenalin rauscht durch sie hindurch und vermischt sich in ihren Ohren mit dem abgedämpften Rascheln, das ihr Ganzkörperkostüm auch sonst jedesmal so heilend bei jedem Schritt verschluckt, wenn sie es trägt. In der Jagd allerdings, behindert es Strubbels Wahrnehmung und katapultiert sie krass in den Fluchtinstinkt, der sie antreibt. Da sie den Abstand zu Vaas nicht realistisch einschätzen kann, versucht sie, sich durch Hindernisse im Vorteil zu halten - weg ist das ursprünglich geplante sich fangen lassen wollens. Jack will sich gerade quiekend vor Begeisterung linksseitig über das zweite Sofa bringen, als sie hinter sich eine Sieg versprechende Geräuschkulisse aufschnappt. Sie kommt zum Stehen und blickt auf das eingepuffte Fallobst mit überraschtem, hilflosen Ausdruck. Sofort waschelt sie auf ihn zu, ihr Grinsen so breit, dass es fast schmerzt. "So so. Den Pfirsich gestaucht" wiederholt sie. Es ist ihr nicht möglich, den offensichtlichsten Spruch nicht zu äußern. Mit gespieltem Ernst will sie wissen, "Noooh. Soll ich 'pusten'?" Die dazugehörigen Anführungszeichen mit vier Fingern in die Luft setzend, stellt sie sich über ihn und schaut auf ihn herab, spielerisch.

„Sag das nochmal."
Vaas Stimme wird tiefer als gerade eben noch. Wie etwas, was zwischen Warnung und Versprechen liegt.
„Aber diesmal… ohne Anführungszeichen."
Seine Augen bleiben bei ihren Fingern. Dann wandert sein Blick weiter, so gut es eben geht – der Pfirsich schränkt den Bewegungsradius seines ganzen verdammten Körpers ein. Er blinzelt.
„Weisst du eigentlich, wie schlimm es um einen Mann stehen muss… wenn er in dieser Lage noch Bock kriegt?"
Ein Zucken durchläuft seinen Körper. Zu mehr eh nicht in der Lage.
„Ich bin nicht sicher, obs die Prellung ist. Oder… du. Oder der Pfirsich, der mir ins Nervensystem drückt."
Er keucht, rollt die Augen und wird jetzt etwas zwischen Enthusiasmus und Panik. „Oder du… oder die Situation, oder deine Aubergine… Strubbel. Ich verliere langsam den Überblick." sein Körper der sich währenddessen angespannt hat um erfolglos hoch zu kommen, entspannt sich ruckartig und er liegt wieder da, wie ein Käfer der sein Schicksal akzeptiert hat. „Hilf mir."

Sein Anblick ist einerseits zum Gott erbarmen und andererseits zum totlachen. Jack muss sich hart am Riemen reißen. Zur Kompensation zieht sie die Brauen zusammen und schaut kurzzeitig zur Seite. Ihm wieder zugewandt, raschelt sie sich ein Stückchen zu ihm runter und hält ihm beide ausgestreckten Arme hin. "Ich finde es nur logisch, dass du selbst im gefallenen, lädierten Zustand Bock bekommst, Pfirsi. Du weißt, dein Ladyboss hat ne irre schöne, weiche Haut, einen wollüstigen Zungenschlag und hungrige Lippen", erinnert Jack ihn lachend, seine beiden Hände in die ihren nehmend. Ein vorsichtiges ziehen und eine entschieden ruckartige Bewegung später, ist Vaas entkäfert. "Außerdem hat die Bossaubergine auch mächtig Bock bekommen", säuselt die Eierpflanze. "Schlimmer sogar!" Nun drückt sie ihren Kostümbauch an seinen. "Scheinbar entfesselt gefallenes Steinobst gerade einen übelsten Fetisch und neue Fantasien, wenn es wehrlos am Boden liegt und strampelt. Also bei dieser hier" deutet sie auf sich selbst, "zumindest."
Süffisantes Schmunzeln und ein belustigt-gieriger Blick bohrt sich in seinen. "Aber ich möchte dein Geständnis und deine prekäre Situation nicht gänzlich ausnutzen. 'Nur ein bisschen.' Darf ich dir, bevor ich dich befreie, ein Trostpflaster fürs verlieren anbieten?"

Er stöhnt auf, als Jack mit dem Ruck den Käfer kippt. Die Frucht wackelt nach, aber er landet halbwegs stabil auf den Knien, dann auf den Füßen – zumindest anatomisch korrekt. Er braucht einen Moment. Seine Haltung ist schief. Und doch – da steht er. Leicht vornübergebeugt. Atem spürbar.
Der Blick hungrig, getroffen und... ein bisschen verwirrt? Dann kommt sie näher. Zieht ihren Auberginenbauch an seinen Pfirsich.
„Ich weiss nich, was mich mehr killt", flüstert er. „Dein Blick. Oder die Tatsache, dass wir aussehen wie das Pärchen-Special aus nem Bio-Werbespot für Fruchtbarkeitstee."
Er lehnt sich wieder ein Stück zurück, zuckt mit den Schultern, wobei das Blatt auf seinem Kopf verrutscht.
„Ok, falls dein Trostpflaster ungefähr da unten angesetzt werden muss – ich sag nur: Ziel ist markiert. Eingepackt. Bereit zum... pflücken."

Jack muss bei seinem Tee-Vergleich so lachen, dass sie ein Stück in sich zusammensackt und versehentlich ein bisschen Spucke versprüht, weil der krampfhafte Versuch die Contenance zu halten nicht glücken konnte. Als sie sich ihrem Pfirsich wieder zuwendet, kassiert sie einen herrlichen Blick, der von belustigt über stolz und überrumpelt taumelt und bei ein bisschen - ja was - begeistert-angeekelt ist?! Da ist sie sich jetzt nicht so ganz sicher, aber es ändert überhaupt gar nichts. Das Band der Anziehung wird nach wie vor von beiden gehalten. Nachdem Jack sich wieder einigermaßen gefangen hat, entschuldigt sie sich für ihr am falschen Körperende entstandenes Sprühfeuerwerk. Vaas Augen funkeln, dass ist alles was sie jetzt braucht. Japsend beginnt Strubbel, ihn an ihren Ideen teilhaben zu lassen.

"Aaalsoooo wenn man's genau nimmt, sind es sogar zwei mögliche Pflasteroptionen", atmet sie ihre Stimme klärend ein. "Nummero uno: Du darfst mich vor meiner Pustefix-Heilung anziehen, wie und womit du willst, da gibt es keine Grenzen." Mit aller zurückgewonnener, zärtlicher Ernsthaftigkeit rückt sie ihm sein Blättchen auf dem Kopf zu recht und betrachtet die Korrekturmaßnahme. Zufrieden nickend, nimmt sie seinen Blick auf und traut sich, eine schon mal überdachte Vorstellung und Überlegung im Zuge des Vertrauensaufbaus zu äußern. "Oder Nummer due: du darfst mir zur Abwechslung mal ein bisschen was vorschreiben und befehlen und" sie räuspert sich eine Spur verlegen, aber mit Entschlossenheit, "sagen wir mal..., eine Gemüse-Rouladen aus mir machen?"
Ladyboss denkt umgehend an den übertrieben langen, schmalen, roten Seidenschal, mit dem es problemlos möglich sein sollte, einen Oberkörper mit spannender Knoterei zu verzieren. "Vielleicht gefällt mir sowas, das würde ich gerne ausprobieren." 'Jetzt.' sagen ihre Augen, nun wieder ruhiger und klarer. Ein Kontakt bringender halber Schritt auf ihn zu, dann ein einladender, tiefer aber nicht fordernder Kuss, der seine Lippen findet und ihn brummen lässt. "Oder vielleicht später" haucht Ladyboss mit einem schweren Seufzer der ihn wissen lässt, wie sehr sie ihn will. "Oder irgendwann einmal, suchs dir aus."

Vaas brummt gegen ihren Mund. Seine Hände gehen automatisch an ihren Körper – naja, an das, was davon erreichbar ist. Seine Finger tasten über das Auberginenkostüm, stossen gegen Polsterung. Sie suchen weiter, gleiten ungeniert der Rundung entlang zwischen ihre Beine und er fühlt… Enttäuschung. Kein Weg hinein. Er hält inne. Ein Moment purer Frustration zeichnet sich in seinem Gesicht ab.
„Strubbel… ich will ehrlich sein."
Sein Ton ist ernst.
„Ich hätte in meinem Lebenslauf… wahnsinnig gern stehen, dass ich mal ne Aubergine gefickt hätte."
Pause. Er lächelt nicht. „Aber hier gibts keinen Eingang. Nicht einen einzigen. Was… zutiefst schade ist."
Er drückt sich gegen sie, genervt, vom Puffer zwischen ihnen. Dann bricht er ab. Sein Kopf sinkt gegen ihren Hals, als müsste er sich neu sortieren. Dann hebt er sich wieder.
„Du willst mir die Kontrolle geben? Gut." Vaas tritt zurück, verliert nochmal fast das Gleichgewicht, fängt sich, breitet die Arme aus wie Jesus vor der Meerteilung.
„Dann befreie mich aus dieser verdammten Vitamin-Zwangsjacke. Gib mir Bewegungsspielraum. Und n Safe-Word. Und DANN!" ein schiefes breites Grinsen breitet sich unter dem Tattoo aus.

Der kurze Moment des Hautkontaktes an und zwischen ihren Oberschenkeln bringt Jack zum schaudern und kichern - dann wird es komisch-ernst und seine Stirn kippt gegen sie. Diese Geste lässt immer einen kleinen Topf mit Wärme in ihr aufkochen. Sie blinzelt, er steppt einen Strauchelschritt zurück und fordert Befreiung. Und... Ein Safe-word?! In ihrem Hirn arbeitet es plötzlich wild.
'Safe-word, darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht! Auf Porschita hatte es keines gegeben. Was heißt das..., heißt das was?!', drängt sich die Überlegung in den Auftrag. Strubbel unterbricht sich. 'Fokus, Ladyboss, Safe-word und Freilegen.' Grübelnd beginnt sie. Es dauert eine kleine Weile, bis sie ihre Finger und Handflächen an den Außenseiten seiner Beine unter die Kanten des Schaumstoffes bekommt, um mit Ruckelbewegungen Stück für Stück das Kostüm auf dem selben Wege zu entfernen, wie er es sich angezogen hat. Erleichtert und befreit keucht er auf und beide grinsen. Zufrieden mit ihrem Werk stemmt Jack ihre Hände in die Aubi-Hüfte und teilt ihm "Rohkost als Pause oder Vor-Stopp" mit, nicht ohne dabei fragend eine Braue zu heben. "Und Bechamel, als Stopp-Stopp" schickt sie hinterher und nickt dabei, bevor sie mit roten Wangen beginnt, ungeduldig ihren Oberkörper entgegen ihres Unterkörpers rotieren zu lassen, nicht ohne dabei die Arme seitlich locker schwingen zu lassen.

Die Luft ist kühl auf der Haut, als er endlich aus diesem Pfirsichgefängnis befreit wird. Er grinst, wie ein König der sein Zepter wieder erlangt hat. Auf Jacks Vorschläge reagiert er kaum. Stattdessen steigt er, nur noch in Unterwäsche, ganz aus dem Pfirsich, packt die Aubergine ohne viel zu sagen und trägt sie über der Schulter zurück ins überladene Schlafzimmer. Dort platziert er sie auf dem Bett und sich direkt auf dem weichen Gemüse. „Wär ich nich so voller Koffein und geil würd ich hier einschlafen.. aber…" er bewegt das Becken gegen die schützende Aubi. Jack fühlt davon wahrscheinlich gar nichts. „Entweder du wirst das Gemüse los, oder ich muss mir einen Weg freischalten." er greift in einen seiner Stiefel, die er ebenfalls noch trägt, und zieht ein Taschenmesser hervor. Todernst klappt er die winzige Schere aus und sieht Strubbel wieder an. „Was is dir lieber?" Im selben Moment stellt er fest wie untypisch seine Frage ist. Ein kurzes Zucken in der Mimik verrät es. Normalerweise wäre er jetzt schon lang dabei, diesem Kostüm ein Gloryhole zu verpassen aber irgendwas in Jacks Blick, als sie dem Kostüm einen Namen gab, hält ihn auf. Respekt vor Eigentum? Das nervt!

Noch ehr Jack bis fünf zählen kann, findet sie sich mit einem überraschten Keucher auf kühlen Gürtelschnallen, weichem Kunstfell und kratzigen Pallietten abgeparkt, Vaas ist auf und dicht über ihr. Seine Bewegungen drücken einen Großteil der Luft aus dem Schaumstoff und ihren Körper leicht auf den weichen Untergrund. Jack schluckt schwer und ihr Atem ist leicht zittrig. Sie ist Spitz wie Nachbars Lumpi und so langsam beginnt sie ernsthaft unter dem Kostüm zu schwitzen. Noch auf ihre Unterarme und Handflächen gestützt, beäugt sie erst das kleine Schneidewerkzeug in seiner Hand, dann ihn, dann wieder das Tool. Langsam und langsamer. "Es gibt links wie rechts zwei kleine verdeckte Reißverschlüsse" flüstert Strubbel, dann richtet sie sich nicht ganz mühelos etwas weiter auf, um ihm das Messer mit den Lippen aus der Hand zu nehmen und sich komplett Wirbel für Wirbel abzurollen zu lassen, bis sie ganz liegt. Die Arme über ihren Kopf, das kühle Metall in ihrem Mund. Ihre Augen sprühen. "If bim bereid" nuschelt sie überflüssiger Weise.

Vaas beobachtet und als sie liegt, breitet sich sein Grinsen aus. Ein dreckiges aber anerkennendes Grinsen. Er versteht, dass Aubi kein Blatt gekrümmt werden soll. Obwohl ein so gefährlicher Knebel auch was hat, beugt er sich runter, greift mit seinem Mund nach dem Taschenmesser und berührt dabei ihre Lippen mit seinen. Die Bewegung ist langsam. Mit dem Werkzeug nun im eigenen Mund, richtet er sich etwas auf, dreht den Kopf und spuckt das Ding in einem nicht ganz so vorhergesehenen Bogen in das Kleiderchaos, wo es wahrscheinlich nie wieder irgendjemand jemals finden wird. Egal. Keine Rückkehr vorgesehen. „So." Sein Ton ist zufrieden brummend. „Das war jetzt der Teil, wo ich kurz so getan hab, als wär ich verantwortungsvoll." Ein winziges Zucken in seinem Mundwinkel. Jacks Gesicht, rund umrahmt vom Kostüm ist leicht errötet. Er kann nicht genau deuten ob sie sich fallen lässt oder nur so tut - aber das wird er herausfinden. Seine rechte Hand streicht der Seite des Kostüms entlang, findet einen der versteckten Verschlüsse und zieht ihn auf. Statt auf der anderen Seite weiter zu machen, greift er in den entstandenen Zugang und fühlt sofort die angestaute Hitze darin. Seine Fingerspitzen gleiten weiter hinein, wandern auf ihrem Körper höher, über den Unterbauch, Bauchnabel, weiter, den Rippenbogen entlang und sieht zu, wie Jack in Erwartung die Luft anhält. Oder vielleicht weil es kitzelt, beides möglich. Er stoppt trotzdem. Zieht die Hand zurück, rutscht von ihr runter, zurück zum Bettende bis er wieder auf den Füssen steht. Die Aubergine liegt mit hoch gelegten Armen so verflucht sexy da, dass er einen Moment nur betrachtet. Er wirkt als würde er überlegen, wie er dieses Bild in sein Gehirn brennen kann um es nie wieder zu vergessen.
Mit einer unerwarteten Bewegung bückt er sich vor über und als er sich wieder aufrichtet ist er nackt. Während er samt Stiefel versucht aus der Unterwäsche zu steigen, redet er so selbstverständlich, als würde er grade Kaffee kochen. „Einer da und jetzt hol ich dich auch noch raus."
Er geht zurück ans Bett, lässt die Finger am Kostüm entlangtasten, bis der verdeckte zweite Reissverschluss unter der Kuppe seines Zeigefingers spürbar wird. Er zieht ihn langsam auf. Luft sickert hinein. Ihre Haut antwortet mit Gänsehaut. Er schiebt die obere Kostümhälfte über ihre Schultern und Oberarme zurück, bis Aubi zur gepolsterten Schale an ihrem Rücken wird. Sie liegt nun halb frei. Ihre Arme schiebt er wieder hoch in die vorherige Position. Dann beugt er sich hinab, stützt sich rechts und links von ihr ab, nur um den Luftzug seines Atems an ihrer Kehle vorbeistreichen zu lassen. Er atmet ihren Geruch ein, ihre süsse Eigennote, gemischt mit dem Geruch der künstlichen Aubergine die noch an ihr haftet. Vaas ist kurz davor etwas zu sagen und entscheidet sich dann dagegen. Stattdessen grinst er wissend und küsst unerwartet sanft, die gespannte Haut an ihrem Hals, wandert tiefer, über das Schlüsselbein, während er das Kostüm weiter zieht, bis zur Taille schiebt und dabei ihrer weiblichen Form mit den Handflächen nach unten gleitet, ehe er sich aufrichtet. Dann findet er im Bett-Chaos einen Schal, führt ihn locker über ihre Handgelenke und bindet sie über Kopf fest. Das alles mit einer zufriedenen Mimik. Und ungewohnt schweigend.
Schliesslich steigt er wieder vom Bett, und zieht an Aubi, um sie von Jacks Beinen zu entfernen. Dann macht er ihren linken Fuss mit einem herumliegenden BH fest, und für den rechten nutzt er einen schwarz-weiss gestreiften Strumpf. Als sie geschält vor ihm liegt, blickt er, die Fäuste in den Seiten, auf das Werk. Dann sagt er: „Ich dachte nicht, dass das heute so verläuft. Ich dachte ich bring dir den Wagen, sag kurz Hi, und dann schau ich mal wie du wohnst und wo die Rutschbahn hin kommt. Und das alles noch vor dem Mittagessen- Ou!"
Der Gedankenblitz zuckt sichtbar durch ihn hindurch. Grinsend tritt er zurück. „Ich muss jetzt was erledigen." Und dann geht er aus dem Schlafzimmer und lässt Jack ans Bett gebunden zurück.

Ein weiterer Zeitsprung ist gerade irgendwie passiert. Jack liegt geschält und auf einige Quäntchen über ihre gewöhnliche Betriebstemperatur gebracht, hilflos am Ort ihrer erhofften Abenteuerreise festgebunden. Zurückgelassen. Ihre Sinne spüren noch in seine Berührungen und angefachten Körperreaktionen nach, kurz vor der kompletten Hingabe, die ihr zur Hölle noch mal nicht leicht fällt einzunehmen. Es ist ein bisschen so, als hätte man einem Kind den wildesten und geilsten Eisbecher hingestellt und nach vier Happen von diesen lächerlich kleinen Löffelchen, den Becher weggenommen, um ihn erstmal wieder in die Kühlung zu stellen. Strubbel lässt einen Laut raus, der zwischen Überraschung, 'Komm schon' und anschürender Lust pendelt.

Den Kopf, den sie erhoben hat, als er seine Ansprache nebst Abgang hingelegt hat, fällt auf den Flausch ihrer Lieblingskunstfelljacke. Dann muss sie lachen. "Eigentlich solltest du dich nicht wundern, Jack. Das ist einfach sein sprunghaftes, vaasisches Chaosfeuer, dass du magst und herausgefordert hast. Mit dem Rückzug war zu rechnen." Ein Moment der Stille entsteht. Sie wollte ja, dass er mit ihr übertreibt. Das will sie immer. Nun hat sie den Salat, jetzt gilt es, dass auszuhalten. "Also gut. Dann füll ich eben meine Wartezeit mit dem Abgleich, ob es okay für mich ist, auch die Füße gefesselt zu bekommen. Das hatte ich mir so ja nun nicht ganz vorgestellt", ruckelt und räkelt sie sich prüfend in die improvisierten Riemen an ihrem Körperende zurecht.

Man hört ausserhalb des Schlafzimmers Geräusche die schwer zuzuordnen sind. Dann klingelt es – neben Jack auf dem Boden im Klamottenhaufen. Es ist irgend ein Elektrosound, statt dem üblichen iPhone Klingelton den gefühlt jeder hat.
Wenige Sekunden später steht Vaas im Türrahmen. Die Arme voll mit Schlagsahne, Brokkoli, vielleicht Butter, Salatgurke... Ein unverkennbares Durcheinander aus allem, was Jack in ihren Kühlschrank gelagert hatte. Er registriert das Klingeln und blinzelt. Dann kommt er näher, wirft den Kram mit einem Plumps, bei dem eine Zitrone runterrollt, auf dem Nachttisch ab und beginnt, im Stoffhaufen nach seiner Hose zu wühlen.
Er findet sein Handy. Steht nackt da. Keine gespeicherte Nummer. Vaas sagt nichts. Nur ein Zucken mit der Augenbraue. Dann nimmt er ab.
Die Stimme aus dem Hörer ist laut genug, dass Jack sie ebenfalls hört:
„Dieser Anruf stammt aus dem Greenridge Gefängnis. Wenn Sie den Anruf entgegennehmen möchten, drücken Sie die Eins."
Vaas zieht unwillkürlich die Brauen zusammen. Gefängnis? Also Steph ist es sicher nicht. Und sonst? Ihm fällt sonst keiner ein der ihn anrufen sollte. Schon gar nicht aus dem Knast. Sein Hirn weigert sich, den naheliegenden Gedanken zuzulassen.
„Sorry, kurz.", murmelt er. „Könnte wichtig sein."
Er drückt die Eins. Dreht sich dabei von Jack weg, gibt ihr seinen blossen Hintern zu sehen. Die Spannung in seinem Körper ist plötzlich spürbar. Die Schultern sind leicht angehoben aber seine Stimme bleibt unverändert.
„Hättest dir echt keinen schlimmeren Zeitpunkt aussuchen können Alte, ich war grade dabei-"
Pause.
Sein Gesicht verzieht sich nicht. Aber in seinen Augen blitzt Unruhe auf.
„Hä? Bist du bekloppt? Was soll...?"

„Okay, okay, schon gut, ich halt die Klappe…"

„Was heisst, sie kommen?"

„Warte mal –"
Aufgelegt.
„Mom?" Das Wort unerwartet verzweifelt, ohne dass er etwas dagegen tun kann.
Vaas starrt aufs Display, lässt das Telefon schliesslich sinken und dreht sich langsam zu Jack. Sein Blick wandert über sie, bleibt auf ihrem gefesselten Körper. Er beisst sich auf die Lippen, als würde er überlegen, ob er jetzt einfach so tun soll, als wär das alles nicht passiert. Dann schüttelt er den Kopf und bringt sich damit zurück.
Vaas kommt näher und bindet sie los. Er beeilt sich nicht sonderlich aber sein Blick ist woanders.
„Tut mir leid, Süsse", sagt er, während er seine Unterhose sucht und überzieht. „Ich... wir müssen das Spiel speichern. Und später weiterspielen."
Er sucht nach seinem Shirt, zieht es über, bleibt dann einen Moment still stehen. Seine Stimme bleibt flach, aber irgendwas vibriert darunter.
„Fährst du mich eben kurz nach Sequ? Aber kein Stress.." Er zieht die Hose hoch und verrät dabei ohne etwas zu sagen, dass der letzte Satz eine Lüge war.

"Okay" seufzt die geknotete Ladyboss sich zu. Jetzt ist sie sich sicher, was sie in ihrer Situation braucht, beziehungsweise nicht braucht und kann sich mit ihren Sinnen wieder der Umgebung und dem Gewühle aus dem angrenzenden Raum widmen. Ein Klingelton drängt sich ihr Kopfkino unterbrechend dazwischen. Jack hebt den Kopf so gut sie kann und schon ist der schöne Nackedei mit einem illustren Kombi-Haufen an Lebensmitteln im Arm wieder da und legt ab. Sekunden später wird sie Teil einer Situation, aus der klare Aufträge hervor gehen. Jack hört jedes Wort, dass auf beiden Seiten der Leitung fällt, registriert Dringlichkeit, Not, Zeitdruck und Besorgnis. Hängen bleibt sie auf seinem Tonfall, der den Namen ihres ersten Verdachts benennt - Anfisas Worte 'Mutter' und 'lacht im Knast tot' von vor ein paar Wochen noch im Hinterkopf. Als sich Rücken und Po-Backen in seine Vorderansicht verwandeln und auf sie zukommen, bleibt ihr Ausdruck ruhig und abwartend. Ihre Augen finden seine nicht wirklich. Weder zu ihrer Entfesselung, noch als seine Bitte folgt. "Natürlich" nickt sie ihm knapp zu. Ohne Hektik aber zügig, zieht sie sich die nächstgelegenen Klamotten über ohne darauf zu achten, ob sie zusammenpassen. Binnen drei Minuten ist sie fertig und sie sind auf dem Weg zu Porschita. "Du musst nichts sagen oder erklären, sag mir einfach wo ich langfahren muss."

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )

>>>> Jack & Vaas gehen nach San Sequoia (3) >>>


 Antworten

 Beitrag melden
03.04.2026 22:59 (zuletzt bearbeitet: 26.07.2026 15:53)
avatar  Ripzha
#7
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Jack & Vaas kommen von San Sequoia (3) <<<

Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Gemüseauflauf III


Mit deutlicher Zeitersparnis durch Porschitas Leistung und grünen Wellen, sind sie zurück im Loft und stehen erstmal erschöpft da. Ein Blick zur rettenden Sofa-Ecke. Noch bevor Vaas draufzu hält, leitet sie ihn um und führt ihn ins Bad. "Komm, wir können auch Chillen deluxe machen! Das" beginnt sie feierlich und nun mit nur noch einer Energie auf ihre Badewanne zeigend, "ist Bubble-Berta, neben der Kaffeemaschine und Aubi meine engste Vertraute. Ich brauch jetzt ein Bad, glaub ich. Und was zu futtern. Du kannst gleich auf die Couch oder hier mit mir starten... Wie du magst. Ich werde uns erstmal was zu essen bestellen und zu trinken herholen." Ein fragender Streichler findet seinen rechten Unterarm. "Magst du asiatisch? Hast du einen Wunsch?"

„Klingt gut. Hauptsache scharf…" sagt er, ist aber fixiert auf die Wanne.
„Bubble-Berta, huh?" murmelt er und zieht sich ohne Umschweife das Shirt mit einer Bewegung über den Kopf. „Klingt wie die Mafia-Schwester von Anfisa. Aber jo… wenn sie heiss ist, bin ich dabei."
Die Badewanne sieht aus wie ein Zimmersafe für Könige. Ein digitales Thermostat-Krams, blinkende Knöpfen, eingebaute Lichtershow, vermutlich auch WLAN.... Jack tippt was und das Wasser beginnt sofort heiss zu rauschen. Noch bevor der Schaum richtig aufschäumt, steht Vaas da und nickt langsam.
„Nicht schlecht, Lady Berta. Ich glaub, wir zwei könnten auch Freunde werden."
Mit einer Selbstverständlichkeit, die fast unverschämt wirkt, zieht er sich Schuhe und Hosen aus. Seine Bewegungen sind ruhig und unverhältnismässig zivilisiert - wenn auch chaotisch. Auf den Fliesen steht er splitterfasernackt, schaut die Wanne an wie ein Becken voller Wunder und lässt sich mit einem langen, gedehnten Laut in die noch nicht mal ansatzweise volle Wanne gleiten. Das Geräusch, das er dabei macht, ist ein tiefes, ehrliches, wohliges „Aaaaahhhfuckyes…"
Vaas sackt tief, die Arme über den Wannenrand gelegt, Kopf zurück, Augen zu. Die Wärme kriecht in seine Knochen. In diesem Moment denkt er: Ja, das ist schon geil so. Warum eigentlich nicht öfter?
Boom hatte auch mal so eine Wanne. Vaas hatte sich vorgenommen, sie zu reparieren. Hat er aber nicht. Weil die Idioten sie ständig lieber als Kühlschrank benutzt haben.... oder als Sarg für Alkoholleichen... Danach stank es immer wie n toter Delfin in Kotze. Irgendwann hat ers aufgegeben. In jener Wanne will keiner mehr liegen. Sie hat zu viel Scheisse gesehn - leider auch wortwörtlich...
Vaas ist widererwarten gern sauber. Wer meistens nur kaltes Wasser kennt, für den ist Wärme ein Ereignis. Man würde ihm das nicht zutrauen – aber er könnte stundenlang in dieser Brühe liegen. Es macht ihm zwar nichts aus, zu stinken. Wirklich nicht. Aber sich sauber fühlen? Das ist besser. Viel besser.
„Was ein Service. Willst du mir gleich noch die Eier massieren, Berta?" fragt er die Wanne und streichelt den Rand, während sie weiter voll läuft. Er ruckelt sich zurecht, legt einen Arm auf den Rand, den anderen unter seinen Kopf, das Bein angewinkelt über den Wannenrand gehängt. Unmöglich bequem. „Reich sein hat schon was", murmelt er neidlos. „Also richtig. Nicht nur Boom-mässig."
Mit geschlossenen Augen, spürt er wie das heisse Wasser immer höher steigt, bis er irgendwann ein Auge öffnet und meint: „Hey Jacky, kommst du auch? Sonst fang ich noch an, dich zu vermissen. Das wäre irgendwie übelst peinlich oder so."

Während Vaas sich der Wanne und dem Wasser hingibt, schlüpft Jack aus dem Raum und führt ein Telefonat mit dem Asiaten ihres Vertrauens - in circa zwanzig bis dreißig Minuten ist für den zweiten Teil des leiblichen Wohls gesorgt. Drei Minuten später, gerade als sie seine Stimme aus dem mittleren Teil der Wohnung hört, hat Strubbel das Badewannen-Tablett für die Futterlieferung vorbereitet, ihre Klamotten gegen einen kurzen Seiden-Kimono getauscht und sich mit zwei hochbefüllten Gin Tonic Gläsern ausgestattet. Mit einem fetten Grinsen tritt sie durch die Tür und kommt wortlos bei ihm an. Seine Pose ist unverändert und das Wohlbefinden steht ihm in jede Pore geschrieben. Ein schöner Anblick. Die Hand die ähnlich wie sein Bein halb über dem Wannenrand lungert, bekommt eins der Gläser mit Gurkenscheibe und Eiswürfel. Ihr Getränk balancierend setzt sich Strubbel so hinter ihm ab, dass sie ihre Füße links und rechts ein Stück neben seinen Schultern abstellen kann, sein Kopf ruht unmittelbar vor ihrer Mitte. Der heiße, empor steigende Dampf und einer der dezenteren, herber duftenden Badezusätze verbreitet seinen lieblichen und unaufdringlichen Geruch und lullen sie ein. Jack brummt zufrieden, trinkt einen großen Schluck und stellt das gut Gemixte neben sich in die Ecke der Wanne. "Eine gute Wahl", nickt sie ihm zu, in dem Wissen, dass er sie so hinter sich sitzend nicht sehen kann. Sein Kopf lehnt sich ein Stück weiter nach hinten und zu ihrem Schoß. "Warte mal, bleib so" bittet sie ihn. Als Vaas friedlich und mit leichter zurückgekehrter Spannung verharrt, legt sie ihre Fingerspitzen sachte auf seine Schulter und Nackenpartie und beginnt mit sanften Berührungen eine Massage, die sie langsam intensiviert, ohne Druck aufzubauen. Die feinen und belebenden Streich- und Kraulbewegungen bahnen sich ihren Weg über seine Oberarme und wieder zurück zum Hals, um dann erneut die Schultern und Schlüsselbeine einbeziehend.
Nach einer kurzen Teilunterbrechung setzt Strubbel neu an und hört erst wieder auf, nachdem die Kopfmassage den letzten Rest Spannung absorbiert hat. Sie lächelt fein und zufrieden. Ihre Fingerspitzen haben seine Haare ordentlich durcheinander gebracht und streichen nun fast kaum mehr spürbar über seine Schläfen.

Er grinst mit geschlossenen Augen und lässt sich treiben. Das warme Wasser, die leise Klirrmelodie der Eiswürfel im Glas und Jacks Finger in seinem Nacken – das ist ein unbeschreibliches Level an Reiz. Er ist… zufrieden.
Ihr Rhythmus ist angenehm chaotisch. Sie macht einfach. In seinem Kopf flackert das Bild von Boom auf. Schläge statt einer Massage im Wechsel mit Lust. Auch geil, keine Frage. Aber.... Boom gehts immer um sich selbst. Er ist ihr Spielzeug weil es nur diese eine Option gibt und nicht weil er sich das aussuchen könnte - nicht dass er sich darüber beschwert. Das ist schon okay so. Sagt er sich.
Er lehnt sich weiter zurück, rutscht noch tiefer, lässt den Hinterkopf in Jacks Schoss sinken. Seine Augen bleiben zu und die Finger an seinem Glas spielen träge mit dem Eis. Ihre Finger gleiten in langsamen, spiralförmigen Bewegungen über seine Schultern, wechseln über das Schlüsselbein in den Nacken, streichen sich durch den feuchten Haaransatz und verweilen manchmal sekundenlang an einem Punkt, bevor sie weiterziehen. Es fühlt sich an wie eine Reise, nicht wie eine Massage. Er gibt sich dem mit einem tiefen, langgezogenen Atemzug hin. Alles ist gedämpft: Geräusche, Gedanken, Realität. Und in diesem absurden Luxusmoment, beginnt sich etwas in ihm zu regen, das viel tiefer liegt als Entspannung.
Vaas spürt plötzlich das unsichtbare Seil um seine Kehle. Es hat sich schleichend drumherum gelegt, und er merkt es erst als es nicht mehr zu verhindern ist. Er versucht zu schlucken und es schmerzt. Jack fährt gerade mit Daumen und Zeigefinger seine Kiefermuskulatur entlang. So unglaublich vertraut, dass es ihn erschreckt. Niemand schafft das.
Seine Mutter vielleicht – früher. Auf ihre kaputte, kompromisslose Art. Wenn er zitternd im Bett lag nach einem Albtraum, kam sie, nahm ihn in den Arm und sagte rau: „Du lebst noch, Vaas. Also hör auf zu jammern."
Und es war Liebe. Auf ihre raue, schräge, schmerzhafte Art. Trotzdem konnte er sich auf sie verlassen. Selbst nachdem sie ins Gefängnis ging. Und jetzt liegt sie vielleicht auf einem Krankenhausbett und er sitzt hier in heissem Wasser und lässt sich streicheln.
Vaas will schlucken und kann es nicht. Sein Kiefer ist angespannt und die Luft die er grade noch normal eingeatmet hat, presst sich gegen die verschlossene Luftröhre. Seine geschlossenen Augen zucken leicht, aber sein Gesicht bewegt sich sonst kaum. Er hält einfach diesen Schmerz in der Kehle verborgen und hofft, dass er sich gleich wieder auflöst.
Aber seine Gedanken haben andere Pläne und führen ihn zu Pita. Sie hat ihn manchmal gehalten, als es ihm auf seine verdrehte, abwinkende Art schlecht ging. Das fühlte sich nur immer irgendwie geliehen an, nicht wie geschenkt. Warum kann er nicht so genau sagen. Vielleicht weil er das nicht benennbare Gefühl hatte, dass sie sich oft verstellte, obwohl er sie wirklich gerne mag.
Heut und hier ist Jack – und das ist…
…bedingungslos?
Der Gedanke trifft ihn wie ein Faustschlag.
So viel Nähe und Wärme. So viel „du darfst so sein, wie du bist". Und das nach einem Leben, in dem jeder scheiss Moment aus Drogen, Schulden, Strassen, Kälte, zittern, lügen, rennen, klauen und verlassenwerden... bestand.
Seine Miene verzieht sich, als wäre er plötzlich in Eiswasser gefallen. Die Lippen verschliessen sich fest, das Kinn zuckt. Wieder presst sich der Atem in seine Brust, statt zu entweichen und als ihm der Sauerstoff ausgeht, muss er in kurzen Schüben einatmen. Er schluchzt nicht. Mit zusammengebissenen Zähnen, verzieht sich sein Mund wie bei Schmerzen und eine Träne drückt sich seitlich aus den zusammengekniffenen Augen, verläuft kaum sichtbar über das dunkle Schädeltattoo... Weil diese Frau, die vorhin auf einer Porsche-Haube gegen Cops mit ihm gevögelt hat, mehr für ihn getan hat als die meisten in seinem Leben.

Der kurze Moment der Entspannung ist mit einem Mal wie weggespült. Jack spürt, dass seine Atmung markant umgeschlagen ist. Alles an und in ihm folgt der Synchronisation von unakzeptierten Gefühlsregungen. Sie für ihren Teil kann und will in diesem Moment, der ihr nicht gehört, den sie nur begleiten kann, ihrer unbestimmten Intuition folgen. Jack handelt ohne Analyse. Sie passt ihre Atmung seiner erst grob an, und lenkt diese dann in einen etwas ruhigeren Rhythmus um, bis sich sein ein- und ausatmen wieder so anhört, als hätte er die Kontrolle darüber zurück. Sehr gut. Ihre Hände bahnen sich ohne ein bewusstes Zutun einen Weg, als der Höhepunkt seiner zurück gekehrten, irgendwie anderen Spannung die Eroberung vollzieht. Jacks linke Hand findet ihren Bestimmungsort, ihn haltend auf seiner Brust. Dort, wo sein Herzschlag seinen inneren Kampf begleitet. Die rechte Hand reduzierte ihre Berührungsfläche auf Zeige- und Mittelfinger. Diese findet die Aufgabe, langsam, sanft und mechanisch über seine rechte Schläfenseite zu streichen. Genau an der Stelle, die seinen inneren Kampf losgetreten haben muss. Vaas' Gründe kann und will Strubbel nicht analysieren, sie sind nicht maßgebend. Was nun zählt ist, dass sie vermitteln kann, dass er nicht alleine ist, wenn er das möchte. Dass sie da ist, bei was auch immer ihn bewegt und durcheinander durchschüttelt. Als er merklich zuckend seine Augen und sein Gebiss zusammenpresst, legt sie ihre Wange kurz an seinen Schädel und gibt dem zerzausten blauen Haupt einen vorsichtigen Kuss. Die Träne, die sie man gerade durch die diesige Luft und seine vom fast heißen Wasser feuchte Haut erhascht, streicht sie mit dem Daumen weg.

Ihre Hand liegt flach auf seiner Brust, genau dort, wo sein Herz unkoordiniert gegen die Rippen hämmert. Ihr Handballen spürt jeden Schlag und jede Unruhe die durch ihn zuckt.
Vaas versucht, das unter Kontrolle zu bringen. Er presst die Zähne so hart aufeinander, dass ein Muskel an seinem Kiefer hervortritt. Sein Hals spannt sich erneut an, als er gegen etwas ankämpft, das von innen nach oben drückt. Seine Lippen öffnen sich minimal und ein heiserer Atemzug entgleitet ihm.
Als sie ihre Wange an seinen Schädel legt und ihm einen vorsichtigen Kuss in die zerzausten Haare drückt, ists vorbei.
Sein Gesicht verzieht sich erneut. Mit zuckenden Schultern, haucht er stossweise den Atem aus und senkt den Kopf nach unten. Seine Finger greifen nach ihrem Unterarm auf seiner Brust, während die Tränen weiterlaufen.
Nachdem die Luft draussen ist, atmet er tief ein und der Schmerz in der Kehle löst sich fast gänzlich auf. Die Hand an ihrem Arm, rutscht zu ihrem Ellbogen und zieht sie fester um sich. Ungerührt von seinem Zusammenbruch. Es stört ihn nicht, dass sie ihn weinen sieht. Seine Mutter hat ihm nie gesagt, dass es schwach ist. Wenn, dann war es Anfisa die ihm sagte, 'dass Männer nicht weinen'. Und das war ihm relativ egal. Sein Problem ist sein Verhalten Jack gegenüber, seit er sie kennt. Er dachte es würde sie davon abhalten ihm so nah kommen zu wollen, denn ihm ist klar was für ein Balanceakt es immer war, sie auf Abstand zu halten und gleichzeitig nicht zu sehr, damit...
Hat er ja schön hingekriegt.
Es dauert einen Moment, in dem er sich darauf konzentriert von ihr festgehalten zu werden und stösst schliesslich ein leises, spöttisches, selbstironisches Lachen aus, als der Selbstschutz wieder greift. Das Grinsen hält nicht an, sondern verschwindet sofort wieder. Er versteht nicht warum Jack sich das antut. So oft wie er ihr misstraut hat. So oft wie er sich wie eine Boom verhalten hat. Dann lässt er sie frei, neigt den Kopf nach hinten, will sehen wie ihr Gesichtsausdruck ist.
„Warum tust du das?" fragt er, als er das Gefühl hat sprechen zu können, ohne dass die Stimme bricht. Wobei 'das' alles umfasst, was sie je für ihn getan hat ohne ihm seine Art nachhaltig übel zu nehmen.
„Sag jetzt nicht, weil ich das verdiene." Vaas hält den Blick zu ihr, betrachtet sie auf dem Kopf. Er hat keine Angst vor der Antwort. „Ich bin nicht blöd. Ich seh schon, wie ich mit Leuten umgeh."
Ein kurzer Zug um seinen Mund, kein Lächeln.
„Ich hab dich behandelt wie ne Option. Ich hab dir Dinge unterstellt, die mehr über mich aussagen als über dich. Hab fast schon drauf gewartet, dass du die Schnauze voll hast... Warum zum fick investierst du in jemanden, der dich die Hälfte der Zeit von sich wegschiebt..?"



Ruhig schließt sie gleichfalls die Augen, und hält ihn, geht mit allem was sie zu bieten hat in die Umarmung. In den sonst durch diverse Ablenkungsmanöver-Shows geschützten Raum und hinter seine sonstigen Mauern - aber auch... hinter ihren eigenen. Sie legt ihren Kopf wieder auf seinen und betrachtet seine Entblößung, sein Zutrauen und sein sich bei ihr fallen lassen. Es ist das größte und schönste Kompliment, dass sie je bekommen hat und es ist das, was sie sich seit einiger Zeit aus tiefstem, wohl nicht mehr versteinertem Herzen wünscht. Nun schluckt sie selbst. 'Fuck!' Das ist der ehrlichste, unvorbereitetste Moment, den sie beide bisher miteinander hatten. Dann löst er sich aus der Umarmung und ihr Gesicht schwebt über seinem. Strubbel hält ihre Haare so zurück, dass er sie ganz sehen kann.
"Ersteinmal: Ich bin so viel schlimmeres gewohnt und ich weiß, aus welchen Gründen ich selbst andere wegschiebe oder gar nicht erst an mich heran lasse" entgegnet sie abgeklärt, ohne jeden Unterton. Das Leben ist, was es ist. Sims sind was sie sind. Trotzdem hallt seine Frage nach wie ein aufräumendes Echo. "Du fragst, warum ich wegschubsresistent bin und bleibe?! Ich wills dir sagen, es will auch raus. Aber das wird jetzt ein bisschen anstrengend und sinngemäß von hinten durch die kalte Küche für dich sein" muss sie nun schmunzelnd die Lippen zusammendrücken. "Könnte sich wie Komplimente anhören - sind aber Tatsachen. Zumindest für mich." Sie prüft seine Haltung und deutet seine Zeichen. 'Okay.' Als sie sich sicher ist, legt sie los, die linke Hand ruht nun leicht an seinem Hals und hinter seinem Ohr. Ihr Daumen und ihre Fingerspitzen bewegen sich sachte.

"Erstens, weil ich es verdiene, wie ein ganz normaler Sim angenommen und behandelt zu werden und du genau das tust, Vaas. Für dich bin ich Jack, nicht das Rich-Mafia-Kid mit Narbe, dass gefürchtet oder aus den falschen Gründen geachtet wird oder die Tochter, Schwester oder Enkelin, die nichts Wert ist."
Kurz lässt sie ihre Haare los, um mit ihrem rechten Zeigefinger ihm mit einer Mischung aus neckischer Ernsthaftigkeit und liebevollem Spiel auf die Nasenspitze zu tippen, bevor sie sich transparent macht.

"Zweitens, weil ich mich bei dir nicht anpassen muss - du nimmst mich wie ich bin. Drittens, weil du deinem Chaos treu bleibst und dennoch meins ebenbürtig anerkennst und ihm auch Raum gibst - wenn du kannst und nicht gerade Panik-Drama-Zirkus erschaffen musst, um von deinen Ängsten abzulenken." Ein Lächeln huscht über ihre Züge. "Viertens, weil dein erster Spitzname für mich Strubbel und nicht Narbi war und du mich trotz Pigmentstörung und Narbe schön findest und es nicht hinterfragt oder thematisiert." Vaas Gesicht und jede Pore von ihm ist aufmerksam. Ihre Augen sind kurz davor, glasig zu werden. Sie ist diejenige, die nun schlucken muss. Das Aufzählen ist vergessen.
"Weil du meinen Körper behandelst wie einen heiligen Tempel und deine Berührungen so! - wirklich Vaas - so! wohltuend wie elektrisierend sind. Und der Sex mit dir herrlich experimentell und sinnlich ist." Jack brummt und zieht die Brauen nachdenklich zusammen, dann ein klares Nicken, "weil wir miteinander streiten können und du Sentimentaler-Scheiß-Autos uneigennützig mit mir klaust, ohne etwas dafür haben zu wollen." Jetzt blitzen ihre Augen. "Man. Das sind ne Menge weils gewesen. Ach ja" flüstert Strubbel nach einer kleinen Pause, in der sie bedächtig nickt. "Und auf jeden Fall, weil du mein Stoffobst und Gemüse feierst und ich mich bei dir wohl fühle. Auf Augenhöhe. Und um den Bogen nochmal zurück zu spannen: weil ich weiß, dass du mich aus Selbstschutz als Option eingestuft hattest... Nicht, weil du mich nicht um dich haben willst" beendet sie den ungeplanten langen Redeanteil und blickt ihn wartend an.

In seinem Kopf herrscht kurz Ruhe, was ihn mehr erschreckt als der Zusammenbruch eben. Vaas spürt seinen Puls gegen ihre Hand schlagen, die noch immer auf seiner Brust liegt. Er horcht in sich rein wie bei einem Motor, bei dem man rausfinden will, ob das Klackern normal ist oder kurz davor ist zu explodieren.
Unsicherheit?
Ja.
Angst?
Vorhanden.
Geilheit?
Auch.
Das Bedürfnis, jetzt so viel zu sagen, bis sie nicht mehr über ihn reden?
JA!
Das will er. Wie immer, der Klassiker, der alles von ihm wegschiebt. Der Satz bildet sich schon fast auf der Zunge, aber dann merkt er, dass er sich gerade selber nervt. Sein Blick wandert zu einer Wasserlinie an der Fliese. Ein dünner Streifen, der langsam, stockend nach unten wandert. „Hartnäckig" denkt er, und sein Gehirn macht den Rest.
„Du hast echt n Schaden." sagt er und hebt den Kopf. Sein Mund verzieht sich zu einem schiefen Grinsen. „Ändere das nie... Ich mag, dass du sagst, was du fühlst." Er mustert sie, als würde er etwas Entscheidendes prüfen. Dann erlischt der Schalk in seinem Blick, als hätte sein sprunghaftes Hirn ihm einen neuen Impuls gegeben. Ein ernsterer Gedanke. Er senkt den Blick und sucht den hartnäckigen Tropfen erneut.
In seinem Kopf muss wahnsinnig viel los sein. Viel, was schwer einzufangen ist. Er grinst, wie bei einer Erinnerung, ehe sich seine Lippen wieder entspannen. Seine Finger suchen ihren Unterarm und tasten daran entlang.
„Ich hab als Kind mal Rotz und Wasser geheult, weil so ein Vollpfosten mich auf dem Hof in den Kies gedrückt hat. Hab fast aus allen Löchern geblutet und mein Ego war komplett im Arsch... Keine Ahnung warum ich das erzähle... Jedenfalls, meine Mom hat sich ne Kippe angezündet, mich neben den Herd gesetzt und gesagt: ‚Solang du heulen kannst, liegst du nicht im Sterben. Also wisch dir das Gesicht und lern draus.' Dann hat sie mich im Nacken gepackt, den Kopf an ihren Bauch gezogen, ich hab sie umarmt und sie hat einfach weiter Gemüse geschnibbelt." Er hebt minimal die Schultern. Er ist unzufrieden mit der Story, denn sie fühlt sich ausgesprochen nicht so an wie in seiner Erinnerung. Aber er hat keine Ahnung wie er es auf den Punkt bringen soll. Lern draus... „Ende der Therapieeinheit."
Er atmet hörbar durch und versucht den Rhythmus zu halten. Der nass umrandete Blick wandert jetzt zu ihr hoch.
„Du machst ungefähr das gleiche auf Hardcore." Ein leises amüsiert-überfordertes Schnauben. „Du siehst mich komplett beschissen, mit allem Chaos - machst sogar mit - und anstatt wegzugehen, bestellst du Essen und machst Wellnessprogramm für meine kaputte Rübe."
Seine Hand klemmt sich fester um ihren Arm.
„Ich weiss, dass du mir grade kein Zucker in den Arsch bläst", murmelt er. „Du findest mich anstrengend - das wird sich nicht ändern - und du weisst genau, dass ich Scheisse bauen werde - und das wird sich ganz sicher nicht ändern - und trotzdem...." Vaas muss nicht nach den nächsten Worten suchen. Er kennt sie, weil er sie jedes Mal fühlt wenn Jack ihn ansieht. Aber er kann sie nicht ernsthaft aussprechen, deshalb sagt er während er dabei kurz hin und her wackelt: „Das macht mich ganz kribbelig. Oder so..."

Jacks Körper und Geist schaffen es man gerade noch, die ruhige und stützende Spannung zur Grundversorgung aufrecht zu halten, bis zu der Story mit seiner Mom. 'Fuck.' Ein Mutti-Vergleich in einem solchen Kontext?! DAS is Hardcore. Mehr als alles andere. Sie schluckt. Ein Teil ihres Verstandes zieht bereits daraus Schlüsse. Ein anderer Teil sucht nach dem Ausgang und findet jedoch nur weitere Töpfe mit Wärme. Scheiße. Nicht mal inneres Fluchen will ihr gelingen. Vaas große, vom Wasser aufgewärmte Hand umfasst sie wieder und jede Faser ihres Körpers will mehr Umarmung und Hautkontakt. Sie drückt ihn so sanft und beherrscht sie kann fester, ihr Atem wird schwerer, da sie versteht was er nicht aussprechen kann. Denn es ist in etwa das, was sie sich bewusst seit ein paar Wochen ausredet. Mit der Tatsache abdämpft, dass er ganz natürlich einen übergeordneten Stellenwert für sie hat, da er ihr allererster Kontakt in ihrer neuen Umgebung, ihrem neuen Leben war. Selbst ausgewählt, um wilde, befreiende Aktivitäten aller Art auszuprobieren. Um sich selbst zu spüren und sich zu finden. Und nun? Nun ist sie 'verdammt nochmal...' Mittendrin. Das Wasser schwappt leicht plätschernd durch seine Übersprungsbewegung und Strubbel lacht dankbar ein leises, erlöstes und überwältigtes Lächeln. "Du machst mich auch kribbelig, du süßer Spinner." informiert sie ihn und löst sich langsam und vorsichtig zwischen ihm und dem Wannenrand heraus. Sie braucht jetzt auch eine Umarmung, ohne den über einen Zipfel nass und schwerer gewordenen Seidenmantel. Mit zwei Handgriffen liegt das Teil neben der Wanne. Vaas sortiert sich zeitgleich und im vollsten Selbstverständnis so zurecht, dass sie halb liegend auf ihm ihren Platz findet. Durch ihr zusätzliches Volumen steigt der Wasserspiegel an und hüllt sie beide noch ein Stück mehr ein.
Jack legt ihre Arme um seinen Hals, ihre Finger fahren fast zu sachte nach hinten in seine nassen Haare. Erst über die kurz rasierten, dann in die längeren. "Du kannst, musst und wirst noch mehr Scheiße bauen, ja. Aber das werde ich mit Sicherheit auch. Wir sind fehlerbehaftet und haben auch nicht den Anspruch, das zu ändern, denke ich." Sie kommt seinem Gesicht noch näher, zieht sich kurz an ihn ran. "Aber ich finde wir machen ehrliche und fleißige Fortschritte in unseren Gebrauchsanweisungshandbüchern", nickt sie, ihre Nase an seiner entlang streichend hinzu. "Grad bin ich zwar zu erschöpft um Seitenzahlen und Inhalte zu benennen, aber ich merke mir für ein weiteres Kapitel das ich über Gefühle mit dir spreche?!"

Als Jack sich auf ihn legt, fährt ein kurzer, scharfer Strom durch seinen Körper. Gar nicht subtil.
Ihr Gewicht senkt sich warm und glatt auf ihn und plötzlich liegt sie einfach komplett auf ihm. Ihre Hüften genau da.. Vaas atmet einmal tief ein.. Seine Hände landen automatisch an ihren Seiten. Seine Finger spreizen sich leicht auf ihrer Haut.
Geil. Aber es übernimmt nicht überhand. Vaas hebt seinen Blick. Ihr Gesicht ist direkt vor seinem. So nah, dass ihre Nasen sich berühren und die Mundwinkel ziehen sich leicht hoch. Es ist schwer gesagtes zu verarbeiten. Also schnappt er das letzte auf, was er noch mitgeschnitten hat. Er mag wirklich, dass sie sagt was sie fühlt. So kann er abschätzen wo er steht. Aber drüber reden…? Sie über ihre und er über seine? In seinem Hirn kippt der Schalter wieder.
„Über Gefühle reden? Baby, das kann ich."
Er hebt selbstironisch eine Braue und meint, „Ich red die ganze Zeit über Gefühle. Wut, Geilheit, Hass, Langeweile, Hunger — ich bin quasi ein wandelndes Lexikon..."
Dann sieht er in ihrem Gesicht, dass er schon wieder ausweicht. Sein Grinsen kippt ein Stück. Er weiss, dass sie gerade nicht veralbert werden will. Und ehrlich gesagt will er das eigentlich auch nicht. Aber er kann. einfach. nicht. anders. Sein Daumen streicht langsam über ihre Seite, während er kurz die Lider senkt um sich das einzugestehen und nickt leicht.
„Okay…" Seine Stimme wird ruhiger. „Können es ja versuchen." Eine Pause in der er wieder aufschaut. Er sieht ihr direkt in die Augen. Kaum merklich flackert darin der Kampf gegen seine eigene Unsicherheit. Etwas muss er nachschieben. Irgendwas. „Wird bestimmt unterhaltsam." Er lächelt wieder um den Sarkasmus gering zu halten. Ehrlicher kriegt ers gerade nicht hin. Dabei will er das wirklich. Vielleicht. Ja doch. Oder? Ja. Weil sie es ist.
Vaas zieht sie näher an sich. Will ihr ganzes Gewicht und umarmt ihren perfekten Körper geniessend. Dann treffen seine Lippen ihre vorsichtig. Seine Linke wandert langsam ihren Rücken hinauf, während er im Kuss prüft ob es in Ordnung für sie ist. Dann vertieft er ihn.
Einfach, um das Reden zu beenden.

Jack summt wohlig und dankbar an seinem Mund, in die beginnende sanfte Flucht hinein - so langsam ist auch sie durch mit dem Deep talk. Auch wenn sich gerade alles gut und richtig anfühlt: Sie ist es einfach nicht gewohnt... Sie braucht jetzt auch eine Pause von dem ganzen Getexte! Somit gibt sich Jack komplett seiner Umarmung und seinem starken, schönen Körper hin. Und ohne dass sie es steuern kann, in den sich entwickelnden Kuss hinein, der so anders ist als das Sex begleitende Auffressen, schnabulieren und knutschen, was sie sonst miteinander veranstalten. Himmel! Und was für ein Kuss das ist! Jack löst sich kurz und zitternd, bevor sie neu ansetzt. Nun ist sie es, die nach einer Rückversicherung in seiner Resonanz sucht und sie findet. Seine Hand ist mittlerweile bei ihren Halswirbeln angekommen und Jack betet nahezu, dass seine Linke weiter in ihre Haare hoch wandert. Es ist viel zu lange her, dass er ihr die Haare gestrubbelt und den Schädel massiert hat. Ihre Bewegungen und Hände intensivieren ihre Worte, die eigentlich seine sind, weil ihr Hirn nicht mehr viel zustande bringt. "Einfach ja, Loverboy." Sie küsst ihn nochmal warm und weich. "Auf jeden Fall wird es unterhaltsam werden und wir versuchen es. Späterbald."

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


>>> Jack geht nach Evergreen Harbor Nr. 6 - Old Station Bar (2) >>>
>>> Vaas geht nach San Sequoia - Krankenhaus >>>


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!