San Sequoia Nr. 3 - Veronikas Boutique

14.05.2025 17:02 (zuletzt bearbeitet: 31.05.2025 17:15)
avatar  Murloc
#1
avatar
Bestseller-Schmied
































 Antworten

 Beitrag melden
21.05.2025 18:48 (zuletzt bearbeitet: 29.05.2025 16:21)
avatar  Murloc
#2
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Veronika kommt von Windenburg Nr. 12 - Luigi's Pizza (2) <<<
<<< Irina kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) <<<
<<< Aurelia kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) <<<
<<< Jim kommt von Windenburg Nr. 12 - Luigi's Pizza (2) <<<
<<< Valentin kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (33) <<<

Charaktere: Veronika, Irina, Aurelia, Jim, Valentin, "Kunde" (Gastrolle von Riva)
Geschichtsstrang: Der Stoff aus dem Träume sind


Veronika lächelt. Die Einweihung ist im vollen Gange. Nicht nur, dass viele Bekannte dabei sind – z.B. die WG-Mitglieder, Irina, Aurelia, auch viele Passanten waren neugierig genug, hier hereinzuschauen. Auf einem kleinen Tischchen werden Snacks und Getränke für die Gäste bereitgestellt. Veronika hebt ihr Glas, stößt mit Irina an. „Schön, dass du kommen konntest, trotz deines Nachwuchs.“ Irina hebt den Kopf. „Ja, Lucía macht die Babysitterin. Natürlich nicht umsonst. Ich zahle ihr was dafür.“ Sie seufzt. „Mit Pablo lässt sich momentan ja wirklich nichts anfangen!“ Veronika hebt eine Augenbraue. „Was ist mit Pablo?“ Irina schüttelt den Kopf. „Erzähle ich dir später mal. Jetzt...“, nun lächelt sie doch, „gibt es erst mal was zu feiern! Deine neue Boutique!“ Die Modedesignerin grinst. „Oh ja, das war Arbeit genug!“ Aber als sie das alte Gebäude gesehen hat, war sie sofort Feuer und Flamme. Mit dem Geld aus der Versicherung und den Verkauf des Grundstücks konnte sie es sich leisten, hier anzufangen. „Die WG-Leute haben mir beim Umzug geholfen.“ Und sich dabei ebenfalls etwas dazu verdient. Sogar Valentin hat sich daher zum Arbeiten überreden lassen. „Und jetzt ist es endlich geschafft!“ Hoffentlich läuft die Boutique und die Kunden bleiben nicht aus.



Aurelia sieht sich begeistert um. Überall hängen Kleider und Outfits, so viele schöne Stücke – hoffentlich findet sie auch etwas in ihrer Größe. Doch das ist jetzt erstmal zweitrangig. Sie freut sich wirklich für Veronika, dass sie es geschafft hat, ihre Boutique zu eröffnen. Gleichzeitig belasten Aurelia Schuldgefühle, denn ihr Bruder Gregorius hat zu Veronikas Misere beigetragen. Trotzdem hat sie sich von ganz unten hochgekämpft und endlich ihr Ziel erreicht. Doch eigentlich sorgt sie sich um jemand anderen. Irina. Sie ist froh, dass Pablos älteste Tochter auf die Zwillinge aufpasst. Irina braucht wirklich mal Zeit ohne die Kinder. Seit Pablo ständig bei seinem Bruder José ist, vernachlässigt er das Familienleben. Aurelia kann ihren Schwager irgendwo verstehen, aber Irina kümmert sich alleine um die Zwillinge und Hugo. Drei Kinder, die alle Aufmerksamkeit brauchen, das ist nicht leicht. Und wenn Irina denkt, sie hat mal Ruhe, hält sie doch wieder einer der Kinder auf Trab. Selbst wenn es nur Lucia ist, die über ihre Umzugspläne sprechen möchte. Irina ist mehr als fertig mit den Nerven. Wenn Pablo mal zuhause ist, streiten sich die jungen Eltern oft, was dem Familienleben keineswegs guttut. Aurelia versucht, ihrer Schwester so gut es geht zu helfen, doch sie arbeitet selbst Vollzeit im Pflegedienst. Da kann sie sich nicht wie Pablo einfach verdrücken, wie es ihr passt. Den Ärger über Pablo will Aurelia jetzt aber nicht in den Vordergrund schieben, schließlich will Irina auch nicht darüber reden. Also hält die Schwester sich zurück und genießt den Moment. "Hier ist es wirklich klasse geworden, Veronika." Sie nimmt sich ein Glas und stößt mit an. "Auf dein neues Leben!" Nachdem sie einen Schluck getrunken hat, sieht sie sich weiter um. "Wer waren denn die WG-Leute?", fragt sie neugierig.



Veronika grinst, zeigt mit dem Daumen in die hintere Ecke, dort wo die Umkleidekabinen sind. "Der schweigsame Typ da ist Jim. Und der andere daneben ist Valentin." Sie schmunzelt. "Aber Achtung! Der hält sich für den größten Casanova." Sie muss selber lachen. "Da komm selbst ich nicht mit, Schätzchen!" Irina ist ungewöhnlich ruhig. Der Stress mit Pablo sitzt ihr noch in den Knochen. Und auch die Frage, was ist, wenn Lucía umgezogen ist... Wer hilft ihr dann mal mit den Zwillingen aus, wenn der Vater der Babys sich rar macht?

Aurelia folgt Veronikas Blick in die Ecke zu den Umkleidekabinen. Sie erkennt sofort, wen Veronika meint, der eine sieht wirklich aus, als würde er am liebsten mit der Wand flirten. Auf angemacht werden hat Aurelia heute aber gar keine Lust. Sie ist frisch getrennt, innerlich noch viel zu aufgewühlt und für etwas Neues ist sie absolut nicht bereit. Selbst angeblicher Spaß ist ihr im Moment einfach zu viel. Sie wendet den Blick ab, nimmt einen Schluck aus ihrem Glas und versucht, sich wieder auf das Positive zu konzentrieren. Doch kaum hat sie sich beruhigt, spürt sie plötzlich einen Blick. Als sie unauffällig zur Umkleideecke schielt, sieht sie, wie Valentin direkt zu ihr herüberschaut – als hätte er genau gespürt, dass sie ihn zuvor beobachtet hat. "Hey, ein neues Chick", murmelt er gen Jim und grinst breit. "Die schau ich mir mal genauer an."



Gerade in diesem Moment wird Veronika von einer Kundin abgelenkt und dreht Aurelia den Rücken zu. So bekommt sie Valentins Blick nicht mit. Jim jedoch reagiert sofort: "So kennt man dich ja.", murmelt er unbeeindruckt. Er macht es sich auf der Bank bequem, lässt seinen Blick streifen. "Immer auf dem Sprung, immer dabei, Frauen auf die Nerven zu gehen." Er sieht zu der Vampirin, die zu ihm und Valentin rüber schaut. Eigentlich hat Valentin einen guten Geschmack. Sie ist wirklich gut aussehend. Aber er wird sie ja doch wieder in Ruhe lassen, so wie immer. Im Gegensatz zu Valentin, der sein neues Ziel offenbar schon erfasst hat. Jim seufzt, nippt an seinem Glas Sekt. Wenigstens gibt es hier Alkohol.



Selbstbewusst macht Valentin sich auf den Weg zu Aurelia, die ihren Kopf leicht zur Seite geneigt hat, in der Hoffnung, dass er es als Abwehr empfindet. Doch davon lässt sich Valentin nicht beirren. "Na hallo, schöne Frau", sagt er mit seinem vermeintlich verführerischen Tonfall und bleibt direkt vor ihr stehen. Aurelia wendet sich ihm langsam zu mit ernstem Blick. "Kein Interesse", sagt sie kühl. Valentin blinzelt und weicht keinen Zentimeter zurück. "Warte erst mal ab, bis du mich besser kennst", entgegnet er unbeeindruckt. Doch plötzlich bleibt sein Blick an jemand anderem hängen. Irina. Valentin runzelt die Stirn. Da war doch was. Kommt sie ihm nicht bekannt vor? Sein Blick senkt sich kurz zu Irinas Bauch. War da nicht ...? Er versucht sich zu erinnern, doch das Bild bleibt verschwommen. Vielleicht irrt er sich auch.



"Wenn sie dich besser kennt, hat sie erst Recht kein Interesse.", mischt sich Jim nun doch noch ein, eher um Valentin zu necken als um Aurelia zu retten. Sie sieht so aus als wüsste sie selbst genau, wie sie sich wehren kann. Das scheint auch unnötig, denn Valentin hat sich bereits ein weiteres Ziel ausgeguckt... Jim traut seinen Augen nicht, als sie Valentins Blick verfolgt. Veronikas Freundin... die damals noch schwanger war, als er sie das letzte Mal gesehen hat. Aber die ist doch auf jeden Fall vergeben! Oder interpretiert er Valentins Blick nur falsch? Er zuckt die Schultern, widmet sich wieder seinem Glas. Irina fühlt sich beobachtet, dreht sich um, und bemerkt, wie Valentin ihren Bauch mustert. Sie interpretiert diesen Blick falsch. "Ja, die Babys sind mittlerweile geboren!", erzählt sie stolz, "Zwillinge, das war vielleicht eine Überraschung. Mailo und Elodie." Veronikas Freunden kann sie doch vertrauen, oder? Also lächelt sie: "Sie sind so süß. Aber auch sehr anstrengend. Hoffentlich findet sich bald ein Babysitter." Sie mustert Valentin: "Also, falls da Interesse besteht, ich zahle natürlich auch." Veronika dreht sich um und kann sich ihr Lachen nur schwer verkneifen. Valentin als Babysitter ist eine unglaubliche Vorstellung.

Grinsend sieht Aurelia zu Jim hinüber. Sein trockener Kommentar gefällt ihr und sie weiß es zu schätzen, dass er die Situation entschärft. Nicht, dass sie Hilfe nötig hätte. Interesse an einem näheren Kennenlernen mit Valentin? Fehlanzeige. Und selbst wenn, sie wäre die Letzte, die sich selbst in Versuchung bringen würde. Doch bevor sie etwas erwidern kann, dringen Gesprächsfetzen von Irina und Valentin zu ihr durch. Neugierig spitzt sie die Ohren. Valentin hingegen steht plötzlich wie versteinert. Die Schwangere! Jetzt fällt es ihm wieder ein. Die Szene von damals in der WG, sein erster Gedanke, dass sie mit ihrem Babybauch bald zwischen den Kisten auftaucht und für Drama sorgt. Und jetzt steht sie da, die Babys schon geboren und spricht mit ihm. Für einen Moment schaltet Valentins Hirn auf Durchzug. Geld? Babysitten? Warum nicht. Schnell verdientes Taschengeld – besser als sich zu bewegen oder irgendwo mithelfen zu müssen. Doch kaum malt er sich zwei schreiende Babys aus, verzieht sich sein Gesicht. Zwillinge. Zwei. Gleichzeitig. "Nein, nein, nein", wiederholt er hastig und hebt seine Hände abwehrend. "Da habe ich kein Interesse dran", sagt er dann mit fast derselben Tonlage, mit der Aurelia ihn zuvor abgewiesen hatte. Veronikas Lachen ignoriert Valentin gekonnt. Er fühlt sich ohnehin überlegen. Veronika kann ruhig in ihrem neuen Laden schuften, Tag für Tag. Er hingegen liegt mit dem Hintern auf der Couch, lässt andere malochen und bekommt trotzdem Geld. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.



Veronika muss lachen. „Das war gut, Irina. So hast du seine Flirtversuche gekonnt unterbrochen!“ Irina lächelt. Doch im Inneren fühlt sie sich gebrochen. Natürlich hat sie kein romantisches Interesse an Valentin. Aber der Mann, dem ihr Interesse gilt, macht sich rar. Was, wenn all das in die Brüche geht? Was wenn es endet? Eine Sorge lässt sie nicht mehr los: Hat sie zu schnell gehandelt, ihr Häuschen zu verkaufen? Irina reißt sich zusammen. Jetzt wein hier nicht rum. Veronika hat auch ein wenig Glück verdient nach dem Brand. Lass sie diesen Tag genießen und erzähle ihr einem anderen Tag von deinen Sorgen.
Veronika ist zu sehr auf ihre Boutique fokussiert, dass sie Irinas Körpersprache nicht registriert. Stattdessen wendet sie sich lautstark an die Kunden: „Willkommen, willkommen.“ In ihrer typischen Art breitet sie die Arme aus, tänzelt fröhlich ein paar Schritte vor: „Und einen guten Abend euch allen! Ich kann es selbst kaum glauben, dass wir heute hier stehen. Vor nicht allzu langer Zeit war alles noch Chaos – der Brand, das ganze Durcheinander... Aber manchmal bringt gerade ein Neuanfang die besten Möglichkeiten. Ich danke euch allen, die ihr mich begleitet, unterstützt, motiviert habt – besonders Aurelia, Jim und Valentin fürs Schleppen und Einrichten – und Irina, die trotz frischer Zwillingsgeburt noch Energie für mich übrig hatte. Dieser Laden ist nicht nur mein Arbeitsplatz – er ist mein Traum. Und heute darf ich ihn mit euch teilen.“ Jim hebt grinsend sein Glas. Er weiß nicht, was außergewöhnlicher ist: Dass er gelobt wird, oder dass Veronika in ihrer Rede nicht einmal das Wort Schätzchen verwendet hat. Aber das liegt bestimmt daran, dass sie ihre Gäste hier als Gesamtheit anspricht und nicht eine einzelne Person. Und... „Also, Schätzchen, willkommen in meiner kleinen Boutique. Und jetzt: Esst was, trinkt was – und kauft euch was Schönes!“ Jim muss beinahe laut auflachen. War ja klar!



Die Sterne verbergen sich hinter dem trüben Schein der Lichtverschmutzung, deren Schleier die Stadt weit in den frühen Nachthimmel trägt. Die Straßen sind bei weitem nicht so belebt, wie die von Paris oder London, dennoch herrscht buntes Treiben in den Gassen. Die neue Boutique feiert Eröffnung zu ungewöhnlicher Stunde. Ein Blick ins Innere bietet die Erklärung. Die Besitzerin ist ein Vampir. Es stimmt also, was ihm zu Ohren gekommen ist. Auf diesem Kontinent leben Okkulte und Nicht-Okkulte friedvoll zusammen. Ein Bild, das es nicht an vielen Orten zu sehen gibt. Gerade Vampire leben zwar auch in Europa und Amerika, doch halten sie sich dort noch immer bedeckt und gelten daher seit unzähligen Jahren als Fantasiewesen. Die meisten Sterblichen wissen nicht einmal um ihre Existenz. Hier allerdings gehen sie in normale Schulen, bewirtschaften gewöhnliche Arbeitsplätze - und eine von ihnen, Veronika, dem Namen des Geschäfts nach zu urteilen, eröffnet ihre Boutique. Ob sie wohl noch Angestellte sucht? Er wird auf lange Sicht einen Job benötigen, wenn er sich in dieser Gegend niederlassen möchte. Dabei spielt es kaum eine Rolle, womit er Geld verdient. Genügsamkeit ist eine seiner hervorstechendsten Eigenschaften - sei es aus materieller oder geistiger Sicht. Schon seit Ewigkeiten definiert er sich nicht durch das, was er tut. Und Erfüllung findet sich nahezu überall, wenn man sich ihr öffnet. Dennoch ist das Stadtleben nichts, was er sich für die nächsten Jahre vorstellt. Nachdem er gerade die Metropole verlassen hat, ist es Zeit, sich mal wieder etwas Landleben zu gönnen. Mit offenem Blick betritt er den Verkaufsraum. Hell und großräumig gestaltet, bietet sich ihm ein übersichtliches, freundliches Bild. Die Ware ist gut sortiert, in höherer Preisklasse wirkt sie von hochwertiger Qualität. Die Nähte sind sauber verarbeitet, die Stoffe stabil. Doch für einen Einkauf mit reinem Gewissen benötigt er weitere Informationen.

Mit warmem Ausdruck in den tiefbraunen Augen wendet er sich offenherzig an die Gruppe von Damen hinter dem Tresen. "Verzeihung,", den Oberkörper kaum merklich vorgebeugt, ruht seine Hand flach auf seinem Solar Plexus, als Geste des Respekts für sein Gegenüber, während sein Blick von einem Gesicht zum anderen übergeht. "Dürfte ich der Betreiberin dieser Boutique einige Fragen stellen?"



Veronika ist zufrieden. Immer mehr neugierige Gäste drängen sich ins Innere, durchstöbern ihre Kleiderständer, und viele sehen durchaus zufrieden aus und steuern die Umkleidekabinen an. Natürlich wird es nicht jeden Tag so voll werden wie zur Eröffnung. Aber es scheint zu laufen, bisher, auch wenn sicher nicht jeder Besucher heute etwas kaufen wird. Sie lehnt sich auf den Tresen, als sie angesprochen wird. Veronika dreht sich zu dem Mann um. Dunkle, lange Haare, T-Shirt, lässige Hose.. Er wirkt hier, in dieser Boutique, eigentlich fehl am Platz. Aber das muss nichts heißen. „Natürlich, Schätzchen. Schieß los!“, fordert sie ihn auf, seine Fragen zu stellen.

Die Frau mit dem extravaganten Stil schenkt ihm ihre Aufmerksamkeit. "Mich würde interessieren, woher Sie diese Ware beziehen. Arbeiten Sie mit einem Großhändler zusammen?"

„Großhändler? Aber nein Schätzchen
.“ Veronika zeigt ihr freundlichstes Lächeln. „Ich arbeite schon lange mit lokalen Stoffhändlern zusammen. Oder manchmal werde ich auch auf Märkten fündig. Du ahnst nicht, was für Schätze dort verborgen sind. Manchmal finde ich Stoffe, da spürst du beim ersten Griff: Die haben eine Geschichte. Und genau sowas liebe ich.“ Sie zwinkert.
Auch für ihre Auftragsarbeiten bevor sie die Boutique kaufte nutzte sie Stoffe aus dieser Quelle. „Für besondere Anlässe stelle ich die Stoffe gelegentlich auch selber her. Was du hier siehst...“... mit einer schwungvollen Geste lässt sie ihren Arm durch den Raum schweifen, „ist das Ergebnis langer Monate von Arbeit.“ Sie schmunzelt. Selbst während sie bei Irina untergekommen ist, hat sie an Ideen gearbeitet. Aurelia und Irina haben ihr bei der Verarbeitung auch ein wenig geholfen.

Interessiert heben sich die Brauen des Kunden kaum sichtbar in die Stirn. Ihm gefällt, was er hört. "Geschichte ist es, die nicht nur Lebewesen Seele verleiht." Ein zaghafter Schatten auf seiner Wange deutet ein Lächeln an, das auf den Lippen ungesehen bleibt. "Und wer schneidert aus diesen prächtigen Schätzen die ebenso prächtige Kleidung, die ich hier sehen kann? Ich habe nicht den Eindruck, dass es sich um Einzelstücke handelt. Das deutet auf eine Maschinerie hin. Oder kennen Sie ein fleißiges Schneiderlein, dessen Stich sicher genug ist, um eine gewisse Verfügbarkeitshäufigkeit herzustellen - ohne den Gebrauch von Industriemaschinen?"



Veronika lacht. „Wo bliebe dann die Leidenschaft? Nein, keine Industriemaschinen. Die Designs stammen allesamt aus meiner Feder. Und bei der Verarbeitung hatte ich Zeit. Und auch Hilfe.“ Sie hatte die einfachen Arbeitsschritte delegiert und den Rest selber übernommen. Gut, dass die Finanzspritze höher ausgefallen ist als erwartet. So konnte sie ihre Freunde auch entlohnen für die Hilfe.
Wenn es hier wirklich gut läuft, werde ich nicht nur einen Verkäufer, sondern auch einen Näher fest einstellen müssen.“, erkennt Veronika an. Hoffentlich.

"Beachtlich.", nickt der junge Mann. "Sie beweisen nicht nur außerordentliches Geschick, sondern auch Leidenschaft für Ihre Arbeit." Das warme Lächeln breitet sich unter dem dichten Bart zart aber ehrlich auf den Lippen aus. "Ich danke Ihnen und wünsche den bestmöglichen Erfolg für Ihre Boutique. Er wäre verdient." Freundlich nickt er den Umstehenden zu, als sich erneut seine Hand unter den Brustkorb legt. "Ich werde mich nun weiter umsehen. Einen schönen Abend, die Damen ..."

Veronika nickt zufrieden. "Danke, ebenfalls, Schätzchen.", grinst sie fröhlich, "Ich gebe mir Mühe." Sie verbeugt sich leicht, ohne dass es übertrieben wirkt. Die Worte des Mannes tun ihr wirklich gut. Sie lächelt Aurelia und Irina zu. "Und das alles verdanke ich der Hilfe guter Freunde." Ihr Blick fällt auf Irina, die noch immer sehr still ist. Vielleicht sollte sie sie mal auf Pablo ansprechen. Sobald die Kunden wieder fort sind. Doch noch ist die Eröffnung im vollen Gange.



In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon und @Spatz

>>> Aurelia geht nach Magnolia Promenade Nr. 1 - Kleiner Lebensmittelladen >>>
>>> Jim geht nach Magnolia Promenade Nr. 1 - Kleiner Lebensmittelladen >>>


 Antworten

 Beitrag melden
13.02.2026 10:58 (zuletzt bearbeitet: 05.04.2026 13:39)
#3
avatar
Bücherstapler

<<< Freya kommt von Chestnut Ridge <<<

Charaktere: Veronika, Freya
Geschichtsstrang: Haltung gegen Handwerk

Die Glocke über der Tür klingelt. Freya schlägt die Tür so hart auf, dass sie gegen den Anschlag knallt. Freya tritt rein, als würde ihr der Laden gehören. Freya verzieht das Gesicht. Sie bleibt mitten im Raum stehen und lässt den Blick einmal über die Boutique gleiten. „Wow“, murmelt sie trocken. „Sterile Barbie-Hölle.“ Ihre Stiefel schlagen hart auf die Fliesen. Sie setzt den Fuß auf eine der Sitzbänke. Selbstverständlich. Ohne zu fragen. Sie zieht den Stiefel aus, legt ihn mit einem dumpfen Schlag auf den Tresen. Ihre Finger bleiben darauf liegen. „Die haben mehr gesehen als dein ganzes Schaufenster“, sagt sie spöttisch. „Der Reißverschluss ist raus.“ Sie tippt mit dem Finger gegen das Leder. „Und bevor du auf die Idee kommst, mir irgendwas Neues anzudrehen, vergiss es.“ Sie lehnt sich über den Tresen. Zu nah. Ein schiefes Grinsen. Messerscharf. Freya dreht sich um, geht zu einer der Kleiderstangen. Sie greift nach einem zarten Stoffzipfel, lässt ihn zwischen den Fingern gleiten. Fast prüfend. „Reißt wahrscheinlich beim ersten echten Moment.“ Sie dreht sich zur Verkäuferin. „Also ?“



Entgeistert starrt Veronika die junge Frau an. Es gibt immer wieder Kunden, die rein schauen, aber dann an der Ware doch kein Interesse haben und ohne etwas zu kaufen wieder gehen. Aber die meisten davon fangen nicht gleich mit dummen Sprüchen an. „Und was ist daran mein Problem, Schätzchen?“ Entgegen ihrer sonstigen Art, kommt das Wort ‚Schätzchen‘ dieses Mal nicht wie ein fröhlicher Flirt rüber. „Zieh deinen Schuh wieder an, und dann verschwinde. Oder frage höflicher, vielleicht hilft das ja auch schon.“



Freya schaut sie an. Unbeeindruckt. „Und was ist daran mein Problem, Schätzchen?“ Freya lacht. Kurz. Scharf. Sie hebt den Stiefel an, dreht ihn in der Hand, prüft das Leder, als würde sie selbst entscheiden, ob dieser Laden würdig ist. Ihr Blick wird schärfer. „Du willst, dass ich höflicher frage?“ Sie kippt den Kopf leicht zur Seite. Studiert die Verkäuferin. Wie ein Objekt. „Interessant.“ Langsam setzt sie den Stiefel wieder auf den Tresen. „Ich brauch kein Höflichkeitstraining.“ Sie grinst frech. „Ich brauch jemanden, der sein Handwerk beherrscht.“ Sie hebt den Reißverschluss an, der lose baumelt. „Die hier haben Straßen gesehen, von denen deine Schaufensterpüppchen Albträume kriegen würden.“ Freya lässt den Reißverschluss wieder fallen. Das Metall klirrt leise auf dem Tresen. „Also?“
Ihr Blick ist wach. Herausfordernd.

„Und du bist dann wohl die Expertin für dumme Sprüche.“ So langsam ist Veronika genervt von der Besucherin. Klar, ihre Mode ist nicht unbedingt straßentauglich, aber dafür wurde sie auch nie gemacht. Doch das heißt noch lange nicht, dass Veronika zimperlich ist. Sie nimmt den Stiefel in die Hand, mustert ihn von allen Seiten. „Weißt du, was diesem Teil wirklich fehlt, Schätzchen? Ein paar niedliche Rüschchen.“ Ein leichtes Grinsen. „Ich seh es schon bildlich vor mir. In Rosa natürlich. Dazu ein hübsches Blümchenmuster. Wenn du also möchtest, kann ich mich direkt daran setzen!“ Eigentlich gehören Rüschen und Blümchenmuster nicht zu Veronikas Repertoire. Ihre Mode ist schick, aber nicht kitschig. Nicht nur zarte Kleider, auch Anzüge, und sogar ein paar Sachen für Männer. Doch sie konnte sich nicht zurück halten, die Besucherin ein wenig zu testen.



Freya ist unbeeindruckt, fast gelangweilt. Rosa. Rüschen. Blümchen. Sie grinst, ihre Augen leuchten. „Mach.“ Sie stützt beide Hände auf den Tresen und beugt sich leicht vor. „Wenn du dich traust.“ Ihr Blick gleitet über die Frau. Bewertend. Wach. „Aber eins sag ich dir.“ Sie tippt mit dem Finger gegen das Leder. „Wenn du auch nur einen Faden da ransetzt, der nicht passt, trag ich die Dinger trotzdem.“ Ein schiefes Grinsen. „Und jedes Mal, wenn jemand fragt, wo ich sie hab machen lassen…“ Sie lehnt sich noch ein Stück näher. „Sag ich deinen Namen.“ Freya verschränkt die Arme. „Also überleg dir gut, ob du aus ’nem Straßenstiefel ein Barbie-Projekt machen willst.“ Sie zieht den Stiefel leicht zurück. „Oder…“ sagt sie zu ruhig. „…du zeigst mir, was du wirklich kannst.“

Veronika fährt mit den Fingern über den kaputten Reißverschluss. „Hmm… das wäre ein Leichtes“, sagt sie, stolz auf ihr Können. „Das Leder ist vielleicht etwas zickig, aber kein Problem. Alte Naht raus, Reißverschluss anpassen und einnähen, Leder glätten. 30 Minuten, maximal 40.“ Doch um diese Uhrzeit sind kaum noch Kunden da. Die Zeit hätte sie. Veronika sieht Freya direkt an und lächelt leicht spitz. „Aber das ist ja auch etwas zu einfach, Schätzchen.“ Ein kurzes Funkeln in ihren Augen, dann lehnt sie sich über den Tresen. „Wenn du wirklich sehen willst, was ich kann, dann machen wir das richtig. Mit den Rüschen. Den Reißverschluss erledige ich gleich mit, während ich schon dabei bin.“ Sie klappt die Hände auf den Tresen. „Das dauert natürlich länger. Ist schließlich echte Handarbeit. Für beide Stiefel mit Rüschen rechne ich etwa sechs Stunden. Dazu die Zeit, die das Einbauen des Reißverschlusses dauert. Kostet dich natürlich.“ Sie nennt ihren Stundenpreis. „Oder eben nur den kaputten Stiefel. Sag mir einfach, ob du nur den einen willst oder das komplette Programm!“

Freya hört sich den Preis an. Keine Reaktion. Kein Zucken. Dann lacht sie. Kurz. Trocken.„Sechs Stunden? Für Rüschen?“ Sie schiebt den Stiefel langsam zu sich zurück. Überlegend. „Weißt du was?“ Ihr Blick wird heller. Gefährlicher. „Wenn ich Zirkus will, geh ich ins Theater.“ Sie kommt einen Schritt näher. Ihr Blick eiskalt. „Und noch was.“ Sie legt den Stiefel wieder auf den Tresen. Mit Nachdruck. „Wenn du glaubst, ich kann mir das nicht leisten, nur weil ich nicht aussehe wie dein Schaufenster.“ Noch einen Schritt näher. Zu nah. „Dann unterschätzt du mich gewaltig.“ Ihr Lächeln ist frech. „Ich zahl für Können. Nicht für Spielchen.“ Sie tippt einmal mit dem Finger auf den kaputten Reißverschluss. „Also reparier ihn. Oder ich such mir jemanden, der weniger redet und mehr kann.“

Veronika hält ihrem Blick stand. „Ich habe keine Vermutungen über deinen finanziellen Status gestellt. Nur meinen Preis genannt. Wie ich das bei jedem Kunden mache. Nennt sich Professionalität.“ Doch so langsam reicht es ihr. Sie beschließt, das Gespräch jetzt nicht noch weiter auf die Spitze zu treiben. „Aber gut. Dann kümmere ich mich eben um den Reißverschluss. Ohne Rüschen.“ Sie nimmt den Stiefel vom Tresen. „Du bezahlst im Voraus, aber dann sind wir quitt. Du kannst entweder hier warten oder in etwa 30 bis 40 Minuten wieder kommen um den Stiefel abzuholen.“

„Professionalität …, dass ich nicht lache.“ Sie greift in die Hosentasche, zieht ihr Portemonnaie raus. Scheine landen auf dem Tresen„Behalte den Rest“, sagt sie kühl „Mach’s ordentlich.“ Ihre Augen blitzen. „Wenn ich zurückkomme und das Ding sieht aus wie ein Rosa-Kitsch-Traum …“
Sie tritt einen halben Schritt näher.„reiße ich dir die Naht persönlich wieder auf.“ Kein Lächeln mehr. Nur Feuer.„Ich bin pünktlich zurück. Du besser auch.“ Die Tür klingelt. Sie geht.

Und nach all dem Mist kommt noch so ein dummer Kommentar? Veronika lässt sich normalerweise nicht schnell aus der Ruhe bringen. Aber dass ihre Professionalität in Frage gestellt wird ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. "Weißt du was? Ich habe meine Meinung geändert. Ich verzichte auf dich als Kundin." Veronika steht auf, stellt Geld und Stiefel vor die Tür und dreht sich wieder um. So was muss sie sich nicht bieten lassen.

Sie hebt den Stiefel auf. Nimmt das Geld. Zählt es nicht einmal. Sie grinst. Ihre Augen leuchten. Dann greift sie nach dem Stiefel. Einmal kurz das Gewicht prüfen. Und dann. SCHLAG. Der Stiefel kracht gegen die Scheibe. Das Glas vibriert. Kein Bruch. Nur eine Warnung. Freya fängt den Stiefel wieder auf, als hätte sie nie vorgehabt, ihn zu verlieren. Freya tritt einen halben Schritt näher ans Schaufenster. Ihr Spiegelbild im Glas. Kapuze tief. Blick hart. Sie sucht Veronikas Augen durch das Glas. Dann dieses Grinsen. Breit. Frech. Unverschämt. Sie winkt ihr zu. Dann dreht sie sich um. Als hätte sie gerade eine Bühne verlassen. Und geht.



>>> Freya geht nach Evergreen Harbor Nr. 6 - Old Station Bar (2) >>>

[b]in Zusammenarbeit mit ( @Murloc )


 Antworten

 Beitrag melden
18.02.2026 15:31
avatar  Murloc
#4
avatar
Bestseller-Schmied

Charakter: Veronika
Geschichtsstrang: Riot in Rosé


Der Stift huscht über das Papier. Veronika vergisst alles andere um sich herum, sie ist in ihrem Element. Nur leises Murmeln: „Sterile Barbie-Hölle? Ich zeig dir Sterile Barbie-Hölle, Schätzchen!“ Sie lacht auf, spürt die Inspiration, die diese unschöne Begegnung hinterlassen hat. Wenigstens etwas Gutes. Veronika steht auf, stellt auch ihr Projekt in eine höhere Position. Mit ausladenden Gesten zeichnet sie weiter: ein Anzug. Blazer und Hose. Nicht irgendein Anzug. Ein Anzug mit Aussage. Mit Sinn! Und mit mehr Rüschen, als sie normalerweise verwendet. Und doch… fühlt es sich jetzt richtig an.

Sie geht einen Schritt zurück, betrachtet ihre Skizze von weitem. Das Material: Leder natürlich. Gemischt mit weichen, fließenden Stoffen. Mit pinkem Rüschenkragen und überzogenen Volants. Und – ganz wichtig – mit quergelegten, groben Reißverschlüssen. Romantik trifft Straßenästhetik. Zufrieden mit den ersten Entwürfen bringt Veronika nun Farbe ins Spiel: Leichtes Rosé, kombiniert mit Schwarz und Bordeaux.

Barbie-Hölle ist keine Schwäche. Das ist eine Waffe!“ Die Modedesignerin lehnt sich zurück. Das Feuer der Leidenschaft brennt noch immer in ihr. Nur noch ein paar Details überarbeiten, Feinheiten hinzufügen, und dann steht nichts mehr im Wege, ihrer Kreation auch Leben einzuhauchen. Der Anzug ist nur der Anfang. Auch Kleider, Röcke, Stiefel… alles wird später folgen, in diesem Stil. Radikal. Rosé. Rebellisch. Auch der Titel für die Kollektion steht bereits fest: Riot in Rosé.



Veronika ist sich dessen bewusst, dass ihre Kreation kein Kassenschlager werden wird. Keine Geldgrube, sondern eine Nische. Sie lacht laut auf, als sie der Gedanke trifft. „Versteht halt nicht jeder die Kunst. Das ist es, was es ist. Ein Statement. Provokation. Leben. Und keine billige Massenware!“


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!