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Tartosa - Haus Fam. Falck Sr.
#1
#2
<<< Dennah kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen (2) <<<
<<< Holger kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen (2) <<<
--- Cordula Falck - Start
--- Heiner Falck - Start
Charaktere: Dennah, Holger, Cordula, Heiner
Geschichtsstrang: Hin und her
Schmollend verlässt Dennah an Holgers Seite das Schulgebäude. Der Typ geht ihr gehörig auf die Nerven. Völlig egal, womit er zu tun hat - es endet immer mit Problemen für sie.
Unelegant lässt sie sich auf den Beifahrersitz fallen, während Holger seinen Platz hinterm Steuer einnimmt.
"Ich muss ganz ehrlich sagen, es ist nicht leicht, dich zufrieden zu stellen.", seufzt der Heimleiter beherrscht.
"Interessiert doch eh keinen, was ich will.", meckert sie mit verschränkten Armen.
"Bei aller Liebe, Dennah - dein Wunsch war es, in eine Pflegefamilie zu wechseln. Ich habe mir beide Beine ausgerissen, dich schnell und bestmöglich unterzubringen. Und jetzt willst du nicht." Holgers Wangen färben sich rot.
"Doch nicht am Wochenende! Ich hatte es vor." Zeternd trampelt sie im Fußraum herum.
"Es tut mir leid, das wirst du verschieben müssen." Er steckt den Schlüssel in die Zündung und startet den Motor. "Hättest du mir von deinen Plänen erzählt, hätte ich Rücksicht nehmen können."
"Aber ich kann doch Sonntag umziehen." Energisch wirft sie sich zur Fahrerseite herum. Der Vorschlag ist logisch, er muss einfach zustimmen.
"Sicher könntest du das. Aber die Dame der Jugendbehörde arbeitet nicht am Sonntag.", entgegnet Holger genervt, aber betont ruhig. "Ich erkläre es dir gern noch einmal: Du bist nicht in der juristischen Lage, dich wie eine Kaiserin aufzuführen. Du tätest dir selbst einen Gefallen, wenn du dich ein wenig anpasst." Den Gang eingelegt, rollt der Wagen aus der Parklücke, um die Straße anzusteuern. "Würdest du dich bitte anschnallen."
In sich hineingrummelnd legt sie den Sicherheitsgurt an und schaut aus dem Fenster. Brindelton Bay zieht an ihnen vorüber, als Holger den Wagen zur Schnellstraße, entlang der Küste lenkt. Wo zum Teufel geht es hin?
Eine Weile fahren sie schweigend, bis Holger die Stille bricht: "Cordula und Heiner Falck sind gute, freundliche und erfahrene Pflegeeltern. Sie freuen sich schon darauf, dich kennenzulernen." Wenn die wüssten ...
Dennah reagiert nicht auf den Gesprächsversuch. Stur die Landschaft betrachtend bleibt ihre Aufmerksamkeit am Seitenfenster.
"Ich erinnere dich an unser Gespräch über die Regeleinhaltung.", setzt Holger erneut an. "Wenn du abhaust, erfahre das nicht nur ich, sondern auch die -"
"Die Staatsanwaltschaft. Jahaaaa!" Augenrollend betont sie ihr Missfallen. Traut ihr niemand zu, sich beknackte Drohungen merken zu können? "Ich bin nicht bescheuert." Heino. Was fürn dämlicher Name.
In sich hineinseufzend stellt Holger das Radio an. Die Fahrt fühlt sich jetzt schon lang an - und sie haben gerade erst die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht. 
Eine Stunde später erreichen sie Tartosa. Dennah war noch nie zuvor hier gewesen. Es sieht ... bonzig aus. Auf eine andere Weise als die reichen Viertel in Sequoia. Alles wirkt nicht nur sauber, sondern auch gepflegt. Dennah rümpft kaum merklich die Nase. Spießertum. Sie wird hier sowas von nicht rein passen. Sorgenvoll vertieft sich die Frage in ihrem Kopf, wie Blaze sie hier finden soll. Sie hat keine Ahnung, wo dieses Tatinsta liegt und wie weit es von hier nach Sequoia ist. Sie MUSS! einen Weg finden, ihn zu kontaktieren. Die Augen schließend formt sich sein Bild in ihrem Geist. Sein Lächeln, als sie sich küssten zwingt ihre Mundwinkel in die Höhe. Gleichzeitig zieht sich ihr Brustkorb schmerzlich zusammen. Sie vermisst seine Stimme, seinen Duft und die Worte, um die er sich bemüht, wenn er ihre Launen abfängt. Er hat nichts - keinerlei Besitztümer und trotzdem gibt er ihr so viel mehr, als jeder andere Sim, dem sie begegnet ist. Sie versteht nicht, warum er das alles tut - warum er sie mag. Aber sie fing gerade an, zu glauben, dass es nicht gelogen ist. Er mag sie. Er sieht mehr in ihr, als die Bitch, die sie die letzten Jahre war. Zu der sie sich hat machen lassen.
Im Gegensatz zu Boom wünscht er ihr mehr, als das jeder sie angeifert und benutzt. Sicher, ihre langjährige Freundin hat sie oft unterstützt, sie nie verurteilt und sie genommen, wie sie nun einmal ist. Doch sie gab ihr nie das Gefühl, darüber hinaus Qualitäten zu besitzen. Das ist eine völlig neue Erfahrung.
Nun wird sie keinen der beiden wieder sehen. Wieder einmal wurde sie ihrer Welt entrissen und in eine vollkommen fremde hinein geworfen. Als wäre sie ein Ding, das man nach Belieben hin und her schieben kann.
Eine Träne rinnt über ihre Wange, als ihr ihre auferlegte Bedeutungslosigkeit bewusst wird. Conny und Hugo freuen sich, sie kennen zu lernen? Das ist zynisch. Warum sollte sie nicht einfach weg laufen? Sie wird Blaze nicht wieder sehen. Dann kann sie ebensogut in den Knast gehen. Es interessiert ja doch niemanden, was sie will.
Tief seufzend öffnet sie die Augen, als der Wagen endlich zum Stehen kommt. Ein großes Wohnhaus liegt einladend vor ihnen. Widerwillig steigt Dennah aus und vernimmt sofort das Rauschen des Meeres. Die Luft riecht salzig, auf eine angenehme, erfrischende Art.
"Sieht doch gar nicht schlecht aus.", kommentiert Holger, als er die Taschen ausgeladen hat. Dennah ihren Rucksack in die Hand drückend, deutet er ihr, voraus zu gehen.
"Ach, du bist ein Spinner.", kommentiert Cordula die Geschichten ihres Mannes, als es gerade an der Tür klingelt. "Hoch mit dir jetzt, das sind sie." Ihre Aufregung zurückhaltend bewegt sie sich katzenhafter, als ihre Statur es erahnen ließe, in den Eingangsbereich. Gedanklich atmet sie ein letztes Mal tief durch, bevor sie öffnet. Die Muffins sind drapiert, alle Unterlagen bereits unterschrieben und der Gatte in die Schranken gewiesen. Es kann los gehen.
"Willkommen.", begrüßt sie zuerst das unzufrieden aussehende Mädchen, dann ihren verkrampft wirkenden Begleiter. "Kommt rein, macht es euch gemütlich."
Zögerlich kommt Dennah der Aufforderung nach, während sie sich verstohlen umsieht. Bider. Aber nicht so spießig wie erwartet. Rechterhand ist durch den Türbogen die Küche zu erkennen, geradezu eine Treppe ins obere Stockwerk, linkerhand das Wohnzimmer. Ein vor sich her alternder Zausel steht dümmlich grinsend da, leicht hinter ihm eine deutlich Jüngere Frau in Sakko. Die von der Behörde - die erkennt man sofort.
"Ich bin Cordula." Die Pummelige reicht Dennah die Hand. "Und das ist mein Mann Heiner - und Frau Saling von der Jugendbehörde."
Die Frau nickt freundlich, aber kontrolliert lächelnd, während Heiner ein paar Schritte näher kommt. "Und wer von euch ist jetzt Dennah?", fragt er.
Die Teenagerin rollt mit den Augen. Klasse. Ein Witzbold. Genervt bemerkt Dennah das belustigte Kichern hinter sich - im Ernst? DAS findet der witzig? Er sollte nen Zirkus leiten, anstatt des Heimes. 
"Er hat einen Clown gefrühstückt." Cordula winkt mit einem Kopfrucken in Richtung ihres Gatten ab. "Ist ihm nicht gut bekommen." Dem Begleiter die Tasche abnehmend schiebt sie ihn sanft in Richtung Wohnzimmer, während sie sich mit entspannter Mimik dem Mädchen widmet. "Was hältst du davon, wenn ich dir kurz das Haus zeige? Dann kann der Scherzkeks da drüben in Ruhe seinen Humordurchfall ablassen und dann füllen wir das peinliche Kennenlernen mit frisch gebackenen Muffins."
Dennahs Blick huscht zwischen den Erwachsenen hin und her, die sie erwartungsvoll betrachten. Vermutlich ist der Vorschlag vernünftig. Die Lippen aufeinandergepresst nickt sie und folgt der Hausherrin nach oben.
>>> Heiner geht nach San Myshuno (5) >>>
#3
Charaktere: Dennah, Cordula
Geschichtsstrang: Es ist okay
Auf dem Bett an der Wand kauernd, die Arme um die Knie geschlungen, sieht Dennah sich in ihrem neuen Zimmer um. Es ist groß, mit fröhlichen Farben eingerichtet, sie hat einen Computer und sogar eine Nähmaschine. Woher wissen die, dass sie genäht hat? Oder ist das nur Zufall?
Unter anderen Umständen würde Dennah sich vielleicht über dieses Reich freuen. Doch Trübsal hängt schwer über ihrem Gemüt. Sie fühlt sich einsam. Und leer. Hier ist niemand, den sie kennt. Und sie hat nicht die geringste Lust, irgendwen kennenzulernen.
Sie schließt die Augen und versucht, gegen den schmerzenden Kloß im Hals anzuschlucken. Sie sehnt sich nach seiner Umarmung. Blaze.
Was er jetzt wohl macht? Denkt er an sie? Oder lässt er sich wieder von Boom ... aussaugen?
Das leise Klopfen an der Tür lässt sie aufschrecken. Die klopfen an? In ihrem eigenen Haus? Den Kopf anhebend haucht sie ein zögerliches "Ja?"
Cordulas Gesicht erscheint hinter dem breiter werdenden Spalt. "Hey." Freundlich lächelt sie dem Mädchen entgegen. "Ich wollte mal sehen, wie es dir geht. Man sieht und hört nichts von dir."
Dennah weicht dem Blick schweigend aus. Die Alte versteht gar nichts. Was denkt die denn, wie es ihr geht? Beschissen geht's ihr!
"Möchtest du darüber reden?" Die Hausherrin zieht den Stuhl unter dem Nähtisch hervor und setzt sich.
Nein, verdammt! Sie will nicht reden. Sie will zu Blaze. Sich von ihm halten lassen. Einfach nur bei ihm sein.
Der Schmerz zieht ihre Brust zusammen. Eine Träne rinnt über ihre Wange.
Cordula seufzt lächelnd, steht auf und kommt zu ihr herüber, um sich neben sie zu setzen. Ihr Arm legt sich um das Mädchen und drückt sie leicht an sich. "Es ist okay, Dennah. Das ist eine ... richtig beschissene Situation. Du musst dich nicht zurückhalten. Aber vielleicht sagst du mir, wie ich dir helfen kann, hm?" 
Sie versucht es mit aller Kraft, doch Dennah kann sich nicht wehren. Die Nähe der fremden Frau sprengt die Ketten und öffnet die Tore. Leise wimmernd stellt sie sich vor, der weiche Körper an ihrer Seite wäre etwas weniger gepolstert.
Schluchzend ergibt sie sich den Tränen. Sie helfen nicht. Der Schmerz bleibt. Müdigkeit kommt hinzu.
"Um wen geht es hier?", fragt Cordula nach einem Moment des Schweigens. "Deine Eltern? Freunde? Einen Jungen? Ein Mäd- alles klar." Cordula nickt verstehend, als das Wimmern beim Wort 'Jungen' energischer wird.
"Iwermissihnsoooooo...", klingt es dumpf hinter den vorgehaltenen Armen.
"Erzählst du mir von ihm?"
"Er ..." Dennah hebt den Kopf, schnieft, schaut ins Leere, bis Cordula ihr eine Packung Taschentücher ins Blickfeld reicht. Zögerlich greift sie zu und schnäuzt sich. "Er hört mir zu.", beginnt sie noch einmal. "Bringt mich zum Lachen. Und zum Nachdenken." Sie atmet schwer. "Manchmal weiß er nicht, was er sagen soll. Aber das macht nichts. Weil er es wenigstens versucht." 
"Das klingt nach einem tollen Jungen.", nickt Cordula. "Habt ihr euch gestritten?"
"Was? Nein." Verständnislos schüttelt Dennah den Kopf. "Ich kann ihn nicht kontaktieren. Ich hab kein Handy. Ich kenn seine Nummer nicht auswendig."
Cordula schmunzelt fürsorglich. "Na, das lässt sich doch bestimmt rausfinden." Eine Kopfbewegung deutet zum Computer. "Ihr habt doch heute alle diese Konten. Simbook und Simstsgram und was weiß ich für modernes Zeug. Da kannst du ihm doch schreiben."
Kopfschüttelnd ziehen Dennahs Mundwinkel ins Kinn. "Ich hab das alles nicht."
Staunend betrachtet die Erwachsene das Mädchen. Wie ungewöhnlich. "Na, dann wird es Zeit, dass du dir was zulegst."
"Ich kenn mich doch gar nicht aus."
"Ich auch nicht. Aber so schwer wird das ja wohl nicht sein." Auffordernd klopft Cordula mit der flachen Hand auf Dennahs Knie, ehe sie aufsteht und zum Computer hinüber geht. 
Während die Hausherrin das Gerät einschaltet und die Suchmaschine startet, schält Dennah sich, neugierig geworden, aus dem Bett. Mit großen Augen kommt sie näher, wie ein wildes Tier, das die Skepsis der, simlischen Hand gegenüber, zu überwinden versucht, um Futter abzugreifen.
"Also,", Cordulas Finger ruhen auf der Tastatur, "wie heißt denn dein Freund?"
"Blaze."
Die Finger zögern. Sie hatten mit Vor- und Zunamen gerechnet, aber fürs Erste muss das reichen. "Blllllaaaaze." Enter. "Oh, sieh an.", murmelt Cordula, als unzählige Bilder eines Spielzeugautos erscheinen. "Ich denke, sein richtiger Name würde besser funktionieren." Die Finger legen sich in Position, wartend, doch eine Antwort bleibt aus. Cordula sieht auf, schräg hinter sich, dem Mädchen ins ratlose Gesicht.
Sein richtiger Name? Dennah stutzt. Sie hat keine Ahnung. Er hat ihn ihr nie verraten. Wie erbärmlich ist das? Sie kennt nicht einmal den Namen von dem Jungen, in den sie ... 
Cordula sieht sie an und versteht. "Na, macht nichts.", ringt sie sich ab. "Wir werden schon irgendwas finden. Wo wohnt er denn?"
"Sequoia."
Cordula fügt den Ort der Suche hinzu. "Wir brauchen einen Namen.", murmelt sie laut denkend. "Was weißt du noch über ihn?"
Dennah grübelt. Verzweiflung kommt in ihr auf. "Seine Mutter ist gestorben.", plappert sie haltlos. "Er war bei der Army, sein Bruder auch."
"Bei der Army?" Cordulas Alarmglocken leuten. "Wie alt ist er denn?"
Dennah blinzelt. Sie weiß es nicht. "Ehm ... In meinem Alter." Die Unsicherheit zu überspielen, gelingt ihr nicht. Ihr Unbehagen wird größer. Sie weiß beinahe nichts über ihn. Niedergeschlagen senkt sie den Kopf. "Es hat keinen Zweck." Sie wird ihn nicht wieder sehen. Zutiefst betrübt schleicht sie zurück zum Bett, setzt sich und hüllt sich in die Decke. 
Nichts Gutes ahnend, schließt Cordula den Browser. Dennah wird doch wohl nicht mit einem Erwachsenen...? Womöglich ist er schon über dreißig.
"Ich werde mit Heiner sprechen.", versucht sie einen Kompromiss zu finden. "Wir können bestimmt mit dir nach Sequoia fahren. Dann sehen wir weiter." Es ist besser, wenn sie sich diesen Blaze mal persönlich ansehen. "Bis dahin mach uns doch bitte die Freude, uns beim Essen Gesellschaft zu leisten. Ich rufe dich dann." Einen letzten Blick auf den neuen Schützling werfend, verlässt sie das Zimmer.
#4
<<< Boom kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen (2) <<<
Charaktere: Boom, Dennah
Geschichtsstrang: Auf der Suche II
Ihr knurrt der Magen, als Boom Boom endlich die Siedlung in Tartosa erreicht. Übel. Der penetrante Duft des Meeres wird nur vom Gestank nach Konservativität überlagert. Ganz! Übel! Das Haus mit der Nummer sieben a umrundend betrachtet sie die Fenster. Wie zuvor im Waisenhaus springt Boom Boom ins Innere des Gebäudes. Langsam bekommt sie Übung in ihrer Zielgenauigkeit. Im Elektromarkt war das Risiko deutlich größer. Aus der Erinnerung musste sie einschätzen, an welchem Punkt sie nicht in einem der unzähligen Regale landen würde. Mit mehreren Teilsprüngen war es ihr dennoch gelungen, unversehrt hineinzuteleportieren. Innerhalb weniger Minuten hatte sie ihren Einklau erledigt und sich auf den Weg hierher gemacht. Der Rest sollte ein Kinderspiel sein.
Naserümpfend bewegt sie sich durchs Erdgeschoss. Diese Leute backen bestimmt jeden Sonntag Kuchen für ihre Treffen der christlich-demokratischen Partei. "Urgh ...", entfleucht es ihr, bevor sie die Treppe entdeckt. Oben angekommen, lauscht sie einen Moment konzentriert. Links zwei Herzschläge, einer davon auffallend unregelmäßig. Rechts einer - ruhig, gleichmäßig, kräftig. Ihrer Sache sicher nimmt Boom Boom die rechte Tür. Bingo. Die Inneneinrichtung interessiert sie nicht und so schlendert sie lässig zum Bett herüber, wo sie sich plump auf die Beine ihrer Freundin fallen lässt.
Brummend schreckt Dennah zusammen. Die Beine an den Körper ziehend, macht es den Anschein, als würde sie aus dem Schlaf erwachen, doch bevor sie die Augen überhaupt öffnen kann, dämmert sie zurück in die Tiefen des Traumes.
"Bitch." Boom rüttelt unsanft an Dennahs Hüfte. "Ey, Biiiiiiiiitch. Wach auf, Zottelkopf."
Das Gesicht verkniffen, die Stimme belegt, blinzelt Dennah irritiert in den Raum. "Mmmmmmhhhhwasnnn..."
"Komm schon.", fordert der Eindringling weiter. "Du hast Besuuuhuuuuch."
"Boom?" Die Augenlider liegen schwer vor der Sicht, als Dennah sich ungläubig aufstemmt. Das muss ein Traum sein.
"Tadaaaaa!" Die Arme von sich streckend grinst die Vampirin ihre Freundin an. "Hast wohl gedacht, ich finde dich nicht. Aber here I am." 
Sie ist es wirklich. Noch immer verschlafen reibt Dennah sich die Augen. "Was ... Wie kommst du ... Oh, endlich!" Sie wirft sich nach vorn, in die kühlen Arme ihrer Freundin. Boom ist hier. Sie ist endlich nicht mehr allein. Jetzt wird alles gut.
Boom Boom fängt sie auf, wiegt sie freudig lachend in ihrem Arm. "Die haben dich ja echt an den Arsch der Welt gesetzt.", kommentiert sie dicht an Dennahs Ohr.
"Wie hast du mich gefunden?"
"Hab rumgeschnüffelt." Schulterzuckend schiebt Boom Boom sie von sich, um sie zu betrachten. "War nicht schwer." Grinsend greift sie in ihre Tasche, bereit die frische Beute zu übergeben. "Und ich hab dir was mitgebracht."
"Was ist das?" Überrascht senkt Dennah den Blick. Ein ... "ein neues Handy?!" Mund und Augen aufgerissen leuchtet sie Boom Boom entgegen, ehe sie hektisch das Gerät auszupacken beginnt. "Boom! Das ist so geil! Danke!"
"Gib her,", die Freundin pflückt Dennah das Geschenk aus der Hand, "ich richte es dir ein. Du packst in der Zwischenzeit deinen Kram zusammen, damit wir von hier verschwinden können."
Große schuldbewusste Augen schauen der Vampirin entgegen.
"Bitch?"
"Ich ... kann nicht."
"Was?" Sie hat sich wohl verhört. "Was soll das heißen, du kannst nicht?!"
Dennahs Brust schnürt sich zusammen. Normalerweise würde sie hier nichts halten. Aber .... "Ich muss hier bleiben."
"Wieso??"
"Man, Boom, ich hab echt Ärger am Hals. Ich kann nicht gehen. Die lochen mich ein, wenn ich mich nicht dran halte."
Gerade will Boom Boom widersprechen, als die Teile hinter ihrer Stirn ineinander klicken. Vielleicht ist es besser, wenn Dennah und Blaze nicht unter einem Dach hocken.
"Das kommt davon, wenn du einen Rückzieher machst. Was war das mit Stäffi? Wieso hast du nicht durchgezogen?"
Beschämt schaut Dennah auf ihre Finger, die noch immer im Schoß liegen. "Was weißt du darüber?"
"Sagen wir mal so - Dein Kumpel Blaze ist nicht so vertrauenswürdig, wie du glaubst."
Dennahs Blick flimmert, als aus erstaunt aufsieht. "Er hat es dir erzählt?"
"Scheinbar bedeutest du ihm nicht so viel, wie er behauptet." Beinahe gelangweilt widmet Boom Boom sich wieder dem Handy. "Aber was willst du erwarten von einem Dreibein? Ich sag dir immer wieder, trau denen nicht. Sind alle schwanzgesteuerte Arschlöcher." Belächelnd schüttelt sie den Kopf, als könne sie nicht glauben, was auf der Hand liegt. "Und was machst du? Verknallst dich in Blaze."
"Ich bin nicht-" Dennah bricht ab. Ihr Blick senkt sich erneut.
"Was? Verknallt?" Sorgenvoll betrachtet Boom Boom die Freundin, bevor sie ihr eine Hand tröstend aufs Knie legt. "Bitch, du bist dem egal. Ehrlich." 
Das kann nicht sein. Sie haben sich geküsst. Das fühlte sich ... gut an. Das war mehr als nur stumpfes Rumknutschen. Das Bild seines Lächelns schiebt sich in ihren Geist. "Nein, das stimmt nicht.", protestiert sie. "Wir haben uns geküsst. Er mag mich."
Was? Die haben ... Fuck! "Klar mag er dich." Ein humorloses Lachen unterstreicht Boom Booms abfälligen Ton. "Du hast nen Zungenschlag wie keine Andere."
"Aber er hat gelächelt. So wie, wenn ..." als ob er glücklich war.
Kühl zieht Boom Boom eine Braue in die Stirn. "Hätte ich auch, wenn ich gewonnen hätte." Sie nimmt ihr eigenes Handy aus der Tasche und öffnet die Kontakte, um einige davon auf Dennahs neuem Gerät zu speichern.
Die Jüngere beobachtet ihr Tun mit stutzendem Blick. "Gewonnen?"
"Die Wette." Boom Boom sieht Dennah mit einer Selbstverständlichkeit an, dass dem Mädchen ein unwohler Schauer über den Rücken läuft. "Was denn für eine Wette?"
Als wäre sie total neben der Spur, zieht die Ältere die Brauen zusammen. "Na, was sie auf Sulani klar gemacht haben. Du weißt schon - ob Blaze es schafft, dass du dich in ihn verknallst."
Was? Dennah schüttelt den Kopf. "Das ist doch ... so ein Blödsinn."
"Man, Bitch, sei doch nicht so dumm. Du bist mit Chip los und Blaze und Stäffi haben sich zusammengerottet und sich nen Spaß mit dir erlaubt."
Dennahs Blick verliert sich in der Leere zwischen ihnen. Könnte das sein? "Warum hast du mir das denn nicht gesagt?"
"Warum sollte ich?" Ungläubig stößt Boom Boom ein lachendes Schnaufen aus. "Es versuchen doch dauernd irgendwelche Typen dich zu ihrem Preis zu machen."
Da ist etwas dran. Aber Blaze?
"Das überrascht dich jetzt nicht wirklich, oder?" Amüsiert taxiert die Unsterbliche ihre Freundin. "Als hätte es irgendwann mal irgendein Kerl gut mit dir gemeint." Kopfschüttelnd widmet sie sich wieder den Handys. "Manchmal ist es echt süß, wie naiv du bist."
Die Brauen tief ins Gesicht gezogen hebt Dennah den Blick. Süß?! Ihre Brust krampft sich zusammen. Ist sie denn für alle nur ein beschissener Spielball? Heiße Tränen schießen in ihre Augen. "Nein, ich glaub dir nicht.", presst sie hervor. "Warum hätte er mir zuhören sollen, als es mir scheiße ging? Er hat mir geholfen, das Richtige zu tun. Das macht man doch nicht, wenn einem die Person egal ist."
"Man Bitch, du Dumpfnudel. Er hat nicht dir geholfen, das Richtige zu tun. Er hat Stäffi geholfen, aus dem Knast zu kommen. Du trägst jetzt die Konsequenzen oder? Nicht die beiden. Hätte er das für dich getan, wärst du jetzt nicht in diesem Spießerkäfig, sondern zu Hause bei uns. Wo du hin gehörst."
Dennah schweigt. Gedanken rasen durch ihren Verstand, sämtliche Erinnerungen und Eindrücke, die sie mit Blaze verknüpft, zu einem einzigen Scherbenhaufen umwerfend.
"Man, die geben nen Fick auf dich." Boom Boom lässt nicht locker. Sie hat sie fast überzeugt. "Und du fällst voll drauf rein."
Der Kloß in Dennahs Hals brennt schmerzhaft. Noch immer weigert sich ein Teil in ihr, all das einfach hinzunehmen. Aber wie kann sie sicher sein? Es hat sich nie einer wirklich für sie interessiert. Sie war immer nur Bitch. Ablenkung. Spielzeug. Mittel zum Zweck. Sie dachte, Blaze wäre anders. Hat er sie nur verarscht? Ihr gesagt, was sie hören wollte? War das alles nur gelogen?
Mit dem Ärmel wischt sie sich über das tränennasse Gesicht. "Was wenn ..." Das Sprechen fällt schwer. Sie würgt, das Kneifen im Hals ignorierend, den Kloß herunter. "Wenn du dich irrst? Wenn er wirklich... anders ist?"
Boom Boom lässt genervt die Augenlider sinken. Wie kann man nur so stur sein? "Gut. Ich hab dich zwar nie belogen, aber wie du willst. Glaub irgendeinem arschigen Typen mehr als mir. Wir kennen uns ja erst unser ganzes scheiß Leben."
Fuck, jetzt ist Boom gekränkt. Ich bin eine beschissene Freundin! "Boom, so war das nicht-"
"Was?! Du willst den Penner?" Die Vampirin zuckt beleidigt mit den Schultern. "Gut, nimm ihn. Ruf ihn an. Schreib ihm. Wirst schon sehen. Der hat dich längst vergessen." Hektisch sucht sie auf ihrem Handy seine Nummer heraus. "Hier ..." tippend überträgt sie die Zahlen "haste seine scheiß Nummer." Das Geschenk auf die Bettdecke werfend, steht sie auf. "Werd glücklich damit. Aber beschwer dich nicht bei mir, wenn er dir das Herz bricht."
"Boom, komm schon." Verzweiflung steht Dennah ins Gesicht geschrieben.
"Ne, Bitch. Ist cool. Mach deine Erfahrung. Manchmal muss man auf die Fresse fliegen." Sie greift ihre Tasche und geht zum Fenster. "Wir sehen ja, was bei rauskommt."
Geschmeidig klettert sie durch den Rahmen, bis beide Beine in der Nacht baumeln. "Vergesst nicht, mich zur Hochzeit einzuladen." Mit den Worten stößt sie sich ab und lässt sich fallen.
Dennah bleibt zurück. Aufgewühlt und innerlich zerrissen laufen ihr Tränen ungehindert über die Wangen. Wieso ist nur alles so scheiße?! Sie wirft sich auf die Matratze und weint ins Kissen.
>>> Boom geht nach San Sequoia - Haus S. Schmidt (2)
#5
Charaktere: Dennah, Cordula
Geschichtsstrang: So dumm!
Fassungslos starrt Dennah auf das Dsiplay ihres neuen Telefons. Ihre Augen sind schwer, die Sicht tränenverhangen, so dass die Zeilen vor ihr verschwimmen. Das k a n n ! nicht sein! Sie kann sich nicht so getäuscht haben. Der Schmerz in der Brust breitet sich aus, raubt ihr den Atem, als sie wieder und wieder die letzten Zeilen liest.
Zitat von {{Blaze}}
08:16
'Mann, lass gut sein. Mach die Bitch für irgendwen und komm klar. Schönes Leben!'
'Man, Bitch, sei doch nicht so dumm.' Sie hatte sich ihm anvertraut. Und er ihr. Das war etwas Echtes. Etwas Tiefes. Wie kann er so kaltherzig sein? 'Er hat nicht d i r geholfen, das Richtige zu tun. Er hat S t ä f f i geholfen, aus dem Knast zu kommen.' Brauen und Mundwinkel ziehen sich tiefer, als die Tränen ihre Wangen fluten. Boom hatte recht. Er ist nur ein beschissener Lügner. Ein Wichser, wie jeder andere auch. Mit einem verletzten Aufschrei schlägt sie das Handy wütend auf die Bettdecke. Innbrünstig reißt sie die Hände vors Gesicht und weint hemmungslos die Enttäuschung, die Einsamkeit und diesen alles zerfressenden Schmerz heraus. Unbändige Wut mischt sich in den Ausbruch, so dass sie dem Drang des Körpers, aufzustehen, folgt und brüllend rastlos im Zimmer auf und ab läuft. Die Fäuste, geballt neben den Hüften, sammeln Energie, um in Kürze irgendetwas kurz und klein zu schlagen.
Die Tür wird aufgerissen und Cordulas alarmiertes Gesicht stürmt herein. "Dennah! Was ist denn passiert?" Das Mädchen im ersten Moment hilflos anstarrend steht die Hausherrin im Raum und versucht, die Situation zu erfassen.
Nicht fähig, sich in klaren Worten zu äußern, stampft Dennah energisch mit den Füßen auf dem Boden auf. Ihre grollende Stimme überschlägt sich in schrillen Nuancen, wie die eines verletzten Wildtieres, während ihr Körper sich unkontrolliert krümmt und windet.
Die Familienmutter hat schon Wutausbrüche und Panikattacken traumatisierter Kinder und Jugendlicher miterlebt, doch dieses Bild überfordert sie im ersten Moment - nicht zuletzt, weil sie keine Ahnung hat, wer oder was der Auslöser für diese Emotion ist. Beschwichtigend hebt sie die Hände, bemüht um einen ruhigen Ausdruck macht sie kleine Schritte auf das Mädchen zu. "Dennah, was immer auch geschehen ist, wir können darüber reden. Es wird alles in Ordnung kommen, Liebes."
"Neineineineinein!" Die geballten Fäuste der Teenagerin schlagen gegen ihre eigene Stirn. "Er hasst miiiiiiiich!"
"Schatz, hör bitte auf damit." Im Laufschritt erreicht die Erwachsene sie, ergreift ihre Hände und zwingt sie einige Zentimeter Abstand von ihrem Körper einzunehmen. "Wer hasst dich? Was ist passiert?"
"Blaaaaaaaaaaiiiiiiiiss..." Dennah wirft sich an Cordula und schluchzt herzzerreißend in den weichen Körper hinein, der sie mit einer tröstenden Umarmung empfängt und an sich drückt. "Sshhhhh, ist ja gut." Wie ein Kleinkind wiegt die Mutter das Mädchen hin und her, lässt sie eine Weile ihr Shirt durchnässen, bis der kraftvolle Schwall versiegt und in ruhigeres Schluchzen übergeht. "Es kommt alles in Ordnung." Sanft schiebt sie den Schützling zum Bett und drückt die Schultern herunter, bis Dennah auf dem Möbelstück sitzt. "Warum denkst du, dass er dich hasst? Wo kommt das so plötzlich her?"
Wortlos weinend greift Dennah zum Handy und zeigt es Cordula, die neugieriger, als es ihr selbst lieb ist, beginnt, die Nachrichten zu lesen. "Das klingt nicht gut.", murmelt sie nachdenklich.

Zitat von {{Dennah}}
06:25
'Blaze ich hab entlich wieder ein Handy! das ist meine neue nummer. ich vermis dich so! Dennah'
08:17
'hi Blaze ich hoff du bist ok! ich mach mir sorgen das was nicht in ortnung ist. bitte antworte mir.'
09:23
'bist du mir böse weil ich mich nicht gemeldet hab. ich konnte nicht. ich hatte kein handy. bitte melde dich!'
11:04
'es tut mir leid Blaze! ich will dich so gern wieder sehen. ich denk die ganze zeit an dich.'
21:54
'was ist den nur los! ich versteh das nicht! warum schreibst du nicht zurück!'
23:43
'wen ich dich in ruhe lassen soll sag es einfach und ich melde mich nie wieder. aber hab den arsch in der hose mir zu sagen das du mich verarscht hast!!!'
Heute
Zitat von {{Dennah}}
07:11
'Blaze! bitte! ich ertrag das nicht!'
Zitat von {{Blaze}}
07:18
'Psych! Hör auf mich vollzuspammen! Was willst du von mir?!'
Zitat von {{Dennah}}
07:18
'ich will dich wieder sehen. bitte.'
07:20
'Blaze!'
Zitat von {{Blaze}}
07:57
'Ich weiß nicht mal wo du bist'
Zitat von {{Dennah}}
07:57
'Tatoga'
Zitat von {{Blaze}}
08:16
'Mann, lass gut sein. Mach die Bitch für irgendwen und komm klar. Schönes Leben!'
"I-ich dachte, er ma-ma-mag mihihihich." Den Ärmel übers Gesicht ziehend, versucht Dennah ihre Gedanken in Worte zu fassen. "Ich hab ... ihm ... vertraut."
Mitfühlend betrachtet Cordula das Mädchen. Insgeheim erleichtert, dass dieser merkwürdige Typ scheinbar keine Gefahr für Dennahs Sicherheit darstellt, schmerzt es sie dennoch, sie so leiden zu sehen. "Ach, Schatz, das tut mir leid. Ich weiß, das ist furchtbar für dich." Liebevoll legt sie den Arm um Dennahs Schulter. "Aber wenn er solche Dinge zu dir sagt, musst du dich fragen, ob er es wirklich wert ist, dass du so um ihn weinst. Ich finde, du hast etwas Besseres verdient."

Die Worte dringen kaum zu ihr durch. Der Schmerz umhüllt sie wie eine schwere Decke. Nie zuvor hat sie so etwas gefühlt. Sie glaubt, ihre Brust bestünde aus Feuer, das niemals zu brennen aufhören wird. Ihr Kopf tut weh und in ihrem Magen hat sich ein Unwohlsein eingenistet, als hätte jemand seine Fäuste in ihren Bauch gerammt. Warum tut es nur so weh? Warum hat sie es zugelassen, dass er ihr das antut? Dass er so viel Macht über sie hat? Blaze' Lächeln erscheint vor ihrem geistigen Auge - das Lächeln, das sie so gemocht hat. Das ihr so viel Wärme und Freude bereitet hat. Das jetzt wie ein brutaler Stich ins Herz schmerzt, sie verhöhnt und auf sie niederspuckt. Wie konnte sie nur so dumm sein? Nie wieder wird so etwas passieren.
>>> Dennah geht nach Tartosa >>>
>>> Cordula geht nach San Myshuno (5) >>>
#6
>>> Heiner, Blaze und Cordula kommen von San Myshuno (5) >>>
>>> Dennah kommt von Tartosa >>>
Charaktere: Heiner, Cordula, Blaze, Dennah
Geschichtsstrang: Prinzessin und Bitch II
Der salzige Duft des Meeres liegt in der Luft, als sie in die Straße der Siedlung einbiegen. Gepflegte Gärten ziehen rechterhand an ihnen vorüber, während auf der linken Seite das Meer zu erahnen ist. Die vergangenen zwanzig Minuten erstickte die Anspannung jedes Gespräch im Keim. So ist es Cordula, die als Erste das Wort ergreift, kaum dass der Wagen zum Stehen kommt. "Ich werde sehen, wie sie drauf ist." Nervosität schleicht durch ihre Knochen, als sie aussteigt und den Hausschlüssel aus der Handtasche fummelt.
Heiner löst den Gurt, macht aber keine Andeutungen, seiner Frau zu folgen. "Waren Sie schon mal in Tartosa?", fragt er über den Rückspiegel.
Während der Fahrt wurde Blaze teilweise von Sekundenschlaf überrollt. Das monotone Brummen, die warme Sonne, der Schlafmangel der letzten Tage. Das Adrenalin und die Vorfreude darauf endlich Klarheit in die Situation mit Dennah zu bringen, kam nicht dagegen an.
Als sie halten, blinzelt er schläfrig und wird, als er aus dem Fenster schaut und sich erinnert, schlagartig wach. Er prägt sich sofort die Umgebung um das Auto ein. „N-nein..“, murmelt er und schnallt sich los. Er traut sich nicht das Auto zu verlassen und damit das Schicksal herauszufordern. Er wird sich benehmen, so sehr, wie es sein Vater immer von ihm wollte und selten bekommen hat. Alles, damit er sie sehen darf. Er reibt sich eine Auge, blickt sich weiter um wir ein Kind, welches zum ersten Mal auf dem Rummel parkt. „Können Sie mich bitte duzen - das andere fühlt sich voll falsch an…“
Mit Schnabelschnute nickt Heiner gemächlich vor sich her. Er will gerade zu einer Antwort ansetzen, als die Haustür aufgerissen wird und eine wilde Mähne im Rahmen erscheint. Dennahs ganzer Körper scheint in Alarmbereitschaft. Angespannt, leicht vorgebeugt, starrt sie zum Auto herüber, rührt sich nicht, bis Cordula hinter ihr erscheint und etwas zu ihr sagt. Einige rasante Schritte stolpert sie der Straße entgegen, bleibt abrupt stehen, als hätte ihr Körper von einer Sekunde auf die andere vergessen, wie man sich fortbewegt.
Blaze‘ Kopf ruckt zur Seite. Augenblicklich rutscht er auf der Rückbank auf den Sitz daneben, die Hände an der Tür, der Blick auf Dennah. Er kanns nicht glauben. Sein Herz setzt aus, der verdammte Türgriff klemmt, er zerrt mehrmals daran bis er endlich die Autotür aufbekommt und ins Freie stolpert. Fast fällt er dabei hin und er fühlt sich wie in einem Traum, in dem man nicht laufen kann obwohl man es versucht, verzweifelt. Er kommt hoch, eine Hand an der offenen Tür und starrt zu ihr, wie sie dort angewurzelt stehen bleibt, genau wie er. Mit trommelndem Herzschlag versucht er ihren Gesichtsausdruck zu lesen. Wartet auf den Mikroimpuls der ihm erlaubt auf sie zuzulaufen, der ihm sagt, dass alles was Boom laberte Bullshit war, dass sie will, dass er es tut.
Endlose Sekunden stehen sie voreinander, betrachten sich aus der Ferne, ohne dass einer von ihnen sich rührt.
Wie ausgeschaltet, darauf wartend, dass Körper und Geist wieder hochfahren und ihr sagen, was zu tun ist, starrt sie ihn an. Er ist wirklich hier. Aber warum? Die Leere in ihrem Kopf wird schlagartig durchbrochen, als unzählige Gedanken auf sie einbrechen. Er wäre nicht hier, wenn er sie nicht sehen wollte. Aber seine Nachricht.. Er beteuert, sie nicht geschrieben zu haben, sagt Cordula. Aber wer ...? Wieso? Für den Bruchteil einer Sekunde überwiegt die unbändige Freude, ihn zu sehen. Dann durchbricht die Angst ihre Brust. Was wenn er ihr weh tut? Sein Gesicht ist ernst. Kein Lachen. Keine Freude. Haben die ihn genötigt, herzukommen? Warum sollten sie ....? Will er ihr den letzten Gnadenstoß Angesicht zu Angesicht verpassen? Sich an ihrem Schmerz aufgeilen, um gemeinsam mit Stäffi über ihre Dummheit lachen zu können?
Von hinten tritt Cordula an sie heran, legt sanft eine Hand auf ihr Schulterblatt und löst damit ihre Starre. Ihr Körper richtet sich auf, ihre Augen blinzeln, als sie die freundliche Stimme hinter sich hört. "Redet miteinander."
Ohne es zu merken, macht Dennah einen Schritt auf Blaze zu. Einen weiteren und einen nächsten. Ihr Tempo wird schneller, energischer, doch ehe sie ihn erreicht, werden ihre Bewegungen langsamer, zögerlicher. Ihr Hals ist plötzlich so trocken, dass ihre Stimme versagt, als sie versucht, seinen Namen auszusprechen.
Blaze hält es keine Sekunde länger aus. Sobald ihre Schritte sich in Bewegung setzen, läuft auch er los. Er weiss nicht, ob er lachen oder heulen soll. Weiss nur, dass seine Beine kaum mitkommen, dass irgendwas in seiner Brust brennt. Seine Augen glänzen. Verräterisch. Da ist kein Pokerface mehr, nur rohe, nackte Erleichterung.
Er sieht, wie sie stockt. Scheissegal.
Er bremst nicht. Kommt direkt vor ihr zum Stehen, keine halbe Armlänge entfernt. Dann zieht er sie einfach an sich, beide Arme fest um ihren Rücken, das Gesicht tief an ihrer Schulter, ihrem Haar, atmet sie ein, um sich davon zu überzeugen, dass sie wirklich da ist.
„Dennah... fuck, Mann...“
Seine Stimme bricht beinahe, rau, dumpf gegen ihren Hals gepresst. Er drückt sie fester.
„Ich hab dir diesen Scheiss nicht geschrieben. Das musst du mir glauben.“
Er lässt sie nicht los. Sein Atem zittert. Seine Hände verkrampfen sich in ihrem Rücken.
"I-ich hab dich gesucht."
Seine Hände umschließen sie, jagen ihr ein Gefühl durch den Körper, als wäre ein Blitz in sie gefahren. Sie schließt die Augen, atmet klangvoll durch den leicht geöffneten Mund aus. Sein Atem auf ihrer Haut durchdringt sie und endlich erwidert sie seine Geste. Die Arme fest um ihn schlingend presst sie sich gegen ihn. Er ist warm, kraftvoll und alles, was sie sich ersehnt hat. Die Gebrochenheit in seiner Stimme erfüllt sie mit Schmerz und Reue, doch darin verbirgt sich weitaus mehr. Die Gewissheit, dass sie sich nicht in ihm getäuscht hat. Unter geschlossenen Lidern rinnen ihr heiße Tränen über die Wangen. Er ist hier. Sie spürt und riecht ihn mit jeder Faser ihres Seins. "Ich bin hier.", flüstert sie, erschöpft von all diesen Gefühlen, die sie innerlich zerreißen.
Die Hände auf seine Schultern lenkend, drückt sie sich von ihm weg, gerade genug, um ihn ansehen zu können. Ihre Augen flimmern ihm entgegen, während sie sein Gesicht abtasten. "Tu mir nicht weh.", seufzt sie beinahe stimmenlos, ehe sie ihn innig küsst. Ihre ganze Sehnsucht liegt in den Worten, die Verletzlichkeit, die sie weniger ihm, als dem Universum offenlegt - es ist kein Vorwurf, sondern das aufrichtige Flehen, sie nie wieder zweifeln zu lassen.

Der Kuss durchbricht jede letzte Barriere, die Blaze noch versucht hatte aufrechtzuerhalten. Jede verfluchte Mauer, die er so lange gebaut und mit Mühe verteidigt hat, fällt in sich zusammen, als ihre Lippen ihn treffen. All der Stress, die Villa, die Scheisse mit Vaas und Boom Boom, die beschissene Einsamkeit, die ihm in den Knochen sitzt, die endlosen Nächte mit Leuten, die ihn weder kennen noch verstehen – alles zersplittert und löst sich auf, als würde sie mit diesem Kuss endlich den Schmerz aus ihm herausziehen.
Er küsst sie mit allem, was er noch in sich trägt. So intensiv, dass es wehtut. Etwas in ihm gibt einfach nach, ohne dass er eine Chance hätte, es zu verhindern. Er will den Moment halten, ihn verlängern, ihn niemals enden lassen, aber er schafft es nicht.
Als der Kuss endet, kämpft er verzweifelt darum, den Halt nicht zu verlieren. Doch er verliert. Komplett. Die Tränen kommen ohne Vorwarnung, brennen heiss und unwiderruflich. Er presst die Augen zusammen, dreht sein Gesicht weg, aber es hilft nicht. Fuck, er will nicht heulen. Aber es ist zu spät.
„Scheisse“, murmelt er erstickt, dann vergräbt er sein Gesicht wieder an ihrem Hals, versteckt sich vor der Welt, vor Heiner und Cordula, vor seinem verdammten Ego, das ihn dafür verurteilt, hier draussen vor einem fremden Haus zu stehen und einfach zu heulen. „Scheisse—“
Seine Stimme bricht, versagt ganz. Er hält sie fest, zittert, versucht das beschissene Gefühl von Schwäche und Scham runterzuschlucken, aber er kann es nicht. Es tut zu sehr weh und gleichzeitig fühlt es sich gut an, sie hier zu haben, sie zu spüren, jemandem endlich wieder vertrauen zu können.
Dennahs Herz blutet, als Blaze einbricht. Schweigend hält sie ihn - zuerst überrascht. Doch je tiefer er in ihren Arm hineinsackt, desto mehr spürt sie die eigene innere Stärke aufsteigen. Wie hart er gekämpft haben muss - für sie. Tief gerührt und dankbar wiegt sie ihn im Arm, wie Cordula es wenige Tage zuvor bei ihr tat. Nie zuvor hat sie solch eine Zuneigung für jemanden empfunden. Nie zuvor war sie sich so sicher, gemocht - sogar geliebt zu werden. Glücklich lächelnd lässt sie ihn sein, was er ist, so lange es dauert. Sein schwacher Moment erschrickt sie nicht im Geringsten - im Gegenteil fühlt sie sich ihm so nah und verbunden, dass sie tief im Inneren weiß: Alles ist gut, solange sie einander haben.
Die Augen geschlossen atmet sie ruhig und gleichmäßig, meditativ und vollkommen entspannt. Sie bemerkt nicht, dass sich die Pflegeeltern ins Haus zurückziehen und sie weiß nicht, wie viel Zeit vergeht, bis Blaze' Atem ruhiger wird. "Danke.", haucht sie warm in sein Ohr. "Dass du nicht aufgegeben hast. Und dass du bist, wie du bist."

Blaze atmet irgendwann ruhiger. Die Tränen lassen nach, auch wenn seine Brust noch leicht zuckt. Er bleibt noch einen Moment so, eingekuschelt in sie, als wäre sie der sicherste Ort der Welt. Dann zieht er sich langsam zurück, die Hände fahren automatisch über sein Gesicht – wischend, versteckend, versuchend, wieder der Typ zu sein, der er vorgibt zu sein. Er schnaubt leise, zieht die Nase hoch und lacht – peinlich berührt, aber echt. Ein schüchterner Ton, der selten aus ihm kommt.
„Sorry. War… nicht geplant.“
Er sieht sie an, seine Augen immer noch glasig, aber lächelnd. Ehrlich. Dankbar. Dann beugt er sich vor und küsst sie. Die Berührung ihrer Lippen ist unbeschreiblich.
Er löst sich langsam, schaut sich um – und erst da wird ihm bewusst, dass sie allein sind. Die Pflegeeltern sind verschwunden. Er hebt die Augenbraue, ein bisschen überrascht.
„Okay. Die sind wohl ganz okay, schätz ich..“
Er sieht sie wieder an. Mit einem Lächeln, das mehr sagt als alles, was er je formulieren könnte. Dann küsst er sie noch einmal – länger. Dankbarer. Mit dem Nachdruck von jemandem, der endlich nicht mehr allein ist.
Als sich ihre Lippen trennen, lehnt er seine Stirn kurz an ihre und flüstert:
„Ich geb dich nie wieder her.“
Er atmet tief ein, senkt dann langsam den Blick. Ein Gedanke kehrt zurück, drückt sich in seinen Hinterkopf, bleibt hartnäckig.
„Hey… kann ich mal sehn? Dein Handy?“
Er hebt leicht die Brauen, schnieft erneut einmal.
„Ich will wissen, wer das war.“
Sein Blick ist ruhig, aber konzentriert. Blaze ist wieder auf der Spur.
Dennahs seliges Lächeln bleibt ungebrochen, bis er nach ihrem Handy fragt. Ihr Gesicht wird ernst, die Hände tasten ihre Hüften ab. "Ich habs oben. Komm." Wie selbstverständlich nimmt sie seine Hand und zieht ihn mit sich ins Haus, durch den Eingangsbereich, ins Obergeschoss und direkt in ihr Zimmer. "Hier." Sie nimmt das Telefon vom Tisch und reicht es ihm, ohne einmal drauf zu schauen.

Blaze betritt ihr Zimmer staunend. Der Raum ist ruhig, hell, auf eine schlichte, persönliche Art. Nicht viel Schnickschnack, aber alles an seinem Platz. Dann bleibt sein Blick an der Nähmaschine hängen.
Toll, denkt er. Sie hat eine. Dann kann er das Schrottteil ja vergessen.
Er freut sich, irgendwo tief drinnen. Aber gerade drängt alles andere nach vorn.
Er konzentriert sich aufs Handy. Setzt sich aufs Bett, das unter seinem Gewicht kaum knarzt, und wischt sich entschlossen durch die Oberfläche. Schnell findet er den Chat. Die Nachrichten. Und sein Blick wird dunkel. Die Wut kommt schnell, heiss und klar.
„Das war ich ganz sicher nicht“, sagt er, während sein Daumen schon auf Anrufen tippt.
Er weiss, dass keiner rangehen wird. Würde er auch nicht, wenn er ein feiger Wichser wär der sich als jemand anderes ausgibt. Als die Mailbox kommt, tippt er automatisch eine Nachricht:
Hör zu du Missgeburt, wenn ich dich in die Finger krieg, reiss ich dir den Kopf ab—
Dann stoppt er. Löscht alles. Presst die Lippen aufeinander. Das bringt nix. Zu leicht, zu dumm, zu impulsiv.
Er zieht sein eigenes Handy raus, gibt die Nummer manuell ein.
Während es klingelt, hebt er den Kopf und sieht Dennah direkt an. Entschlossen.
„Wenn das jemand war, den wir kennen… ich schwör dir, ich find raus, wer.“
Er hält das Handy an sein Ohr. Es klingelt. Und klingelt.
Sorgenvoll beobachtet sie sein Tun. Den sie kennen? "Wer sollte denn sowas tun? Und warum?" Und wie? Sie war doch dabei gewesen, als Boom Boom seine Nummer einge-
Dennahs Augen werden größer, als es ihr wie ein Donnerschlag ins Gehirn schießt. Nein! Das kann nicht -
Das würde sie nicht -
Wieso sollte Boom -
Tränen schießen ihr in die Augen. Für einen Moment setzt ihr Herzschlag aus. 'Manchmal ist es echt süß, wie naiv du bist.' - 'Die geben nen Fick auf dich.' - 'Die Wette.'
"Boom.", sagt sie leise, kaum hörbar, wie unter Schock vor sich her starrend.

Blaze’ Blick bleibt starr auf Dennah gerichtet, während es weiterklingelt. Doch bei ihrem geflüsterten „Boom“ hält er abrupt inne. Die Bewegung, mit der er das Handy sinken lässt, ist langsam, fast mechanisch. Seine Augen verengen sich, als würde sein Hirn gerade mühsam ein Puzzle zusammensetzen, das er die ganze Zeit nicht sehen wollte.
„Boom?“
Er sagt den Namen leise, fassungslos, als würde er ihn zum ersten Mal hören.
Die Erinnerung knallt ihm sofort gegen die Schädeldecke:
„Ich liebe sie wie eine Schwester. Aber sie… manipuliert Leute. Sie weiss genau, was sie tun muss, um zu bekommen, was sie will.“
Er schaut Dennah an. Ihre Tränen, der Schock in ihrem Blick, das Zusammensacken ihrer Schultern.
„Das glaub ich jetzt nich“, murmelt er, als würde sein Mund nicht mehr ihm gehören. „Diese dreckige Lügnerin..“
Dennahs Lippen beginnen zu zittern, als sie versucht, die Worte auszusprechen. "S-sie hat ... das Handy ... es war ein Gesch-" Die erste Träne rollt über ihre Wange. "Sie hat deine Nummer ... eingespei- ..." hohl atmet sie aus, voller Schmerz und Enttäuschung. "Deine Fake Nummer." Ihr Blick hebt sich zur Decke, einige Male schwer blinzelnd. "Sie sagte, ... du hast mich verarscht ..." Ihre Stimme bricht immer wieder ab, wie ein Sturm, der sich durch raue Böen ankündigt, klingt sie mal deutlicher, dann wieder leiser, fast geflüstert, während ihr das ganze Ausmaß des Verrats deutlich wird. "... zusammen mit Stäffi. Dass ich dir nichts bedeute und - diese beschissene ..." Ungläubig hebt sie die Hände vor den von Entsetzen geöffneten Mund. Sie will es nicht wahrhaben und doch ist es das Einzige, das Sinn ergibt.
Scheise, Luca. Sie hat die Bitch für ihn gemacht. Einfach nur, weil Boom Boom es wollte. Ohne zögern hat sie sich direkt in den Schoß des Nächstbesten treiben lassen. Sie erinnert sich noch an seinen Geschmack. An seinen Klang, als er in ihrem Rachen kam. Seinen erschöpften, überwältigten Gesichtsausdruck. Das alles war nur ein Spiel. Und sie hat sich selbst zu einer Figur darin gemacht.
Dennahs glasiger Blick findet findet nur schwer ins Hier und Jetzt zurück, zu Blaze, den sie mit erschreckender Selbstverständlichkeit hintergangen hat. Schon wieder. Das darf er nicht erfahren. Er hat gerade erst zu ihr gefunden.

Blaze sieht ihr zu, sieht, wie ihr ganzer Körper zittert, wie ihre Stimme bricht.
Er will schreien. Will irgendwas zerstören. Stattdessen sitzt er da, mit schmerzverzerrtem Gesicht.
„Nein“, sagt er dumpf. „Nein, nein, nein…“
Er legt die Hände an ihre Wangen, damit sie weiss, dass er da ist.
„Das war alles gelogen, okay?“
Seine Stimme ist rau, kehlig. Er schluckt hart. Sein Blick wandert zwischen ihren Augen hin und her.
„Ich hab mich jeden Tag gefragt, wo du bist. Und sie – sie hat dir gesagt, ich hätt dich verarscht?!“
Er schüttelt den Kopf, drückt die Stirn an ihre, als könne er so irgendwas wieder ganz machen. Seine Stimme ist nur noch ein Flüstern. Seine Hände zittern jetzt. „Ich hab gedacht, du willst nichts mehr mit mir zu tun haben... sie hat gesagt du meldest dich absichtlich nicht. Weil sie dich kennt und ich Vollidiot hab ihr geglaubt.“ Er zieht sie in die Arme. „Es tut mir Leid.“
Wie paralysiert steht sie da, lässt sich in Blaze' Arme ziehen. Das Atmen fällt ihr schwer. Wieso das alles? Sie sind doch Freunde. Schon ihr ganzes Leben lang.
Langsam, wie in Zeitlupe heben sich Dennahs Hände an Blaze' Rücken. "Nein." Sie drückt sich weg, ihr Blick wird kalt. "Ihr wird es leid tun."

Seine Brauen ziehen sich tiefer. „Was hast du vor?“
Dennahs Hände ballen sich zu Fäusten. Unbändige Wut schießt ihr heiß durch den Körper, bis in den Kopf. Das Gesicht färbt sich rot, die Augen flackern vor Zorn. Wie konnte diese verdammte Ratte es wagen, sie dermaßen zu belügen?! "Das weiß ich noch nicht.", presst sie hervor. "Aber es wird richtig hässlich." Erst jetzt sieht sie Blaze direkt ins Gesicht. Ihre Augen sind beinahe schwarz vor Wut, der Kiefer angespannt, als würde er jeden Moment aus seinem Gelenk platzen. "Ich mach die dreckige Schlampe fertig! Das kann die mit uns nicht machen!"

(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )
#7
Charaktere: Blaze, Dennah, Heiner, Cordula
Geschichtsstrang: Beziehungsstatus (un)geklärt
Blaze sitzt am Tisch, die Hände unter der Platte verschränkt. Er hat seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen, das nicht aus einer Dose kam. Oder aus nem Spendenpaket, das jemand mit schlechtem Gewissen hingestellt hat. Dass jetzt jemand für ihn kocht – richtig kocht – fühlt sich falsch an.
Neben ihm sitzt Dennah. Und das ist das Einzige, was ihn halbwegs davon abhält, aufzustehen und zu sagen, dass er keinen Hunger hat. Lüge. Er hat Hunger. Verfickt viel. Die Blaisdell-Manieren schalten sich automatisch ein, wie ein Backup-System, wenn das echte Innenleben ausfällt. Nicht schmatzen. Nicht mit vollem Mund reden. Besteck von aussen nach innen. Keine Ellbogen. Keinen echten Hunger zeigen. Sitzen, als würde jemand bewerten, ob dus verdient hast.
Du bist ein Blaisdell. Du bist kein Tier. Er weiss nicht mal, ob jemand je diesen Satz gesagt hat. Aber er ist in seinem Nacken.
Heiner sitzt ihm gegenüber, ruhig. Blaze wirft ihm einen kurzen Blick zu, dann senkt er den Blick wieder auf den Tisch. Der Geruch aus der Küche ist so echt, dass ihm der Magen knurrt.
Er räuspert sich leise, tastet nach Worten, die nicht nach Bittsteller klingen.
„Wissen Sie zufällig... wie ich heute Abend wieder nach Sequoia komm? Also... fährt ein Bus oder Zug?“
"Ich dachte, wir hatten uns auf ein 'Du' geeinigt.", lässt der Hausherr die Frage unbeantwortet. "Guck nicht so.", schiebt er hinterher. "Das geht nur in beide Richtungen." Als müsste er eine folgenschwere Entscheidung besprechen, wirft er einen forschenden Blick zu seiner Frau. "Was meinst du? Kriegen wir den irgendwie nach Sequoia?"
Cordula zieht den Knoten der Schürze auf, ehe sie den Auflauf auf dem Tisch drapiert. "Wieso? Ist dein Fahrvermögen kaputt?" Sie setzt sich neben ihren Gatten und beginnt, reihum die Teller zu befüllen. Beiläufig fängt sie Dennahs beherrschte Mimik ein, die sich für sie undeutbar zwischen Himmel und Hölle bewegt. "Wie eilig hast du es denn, zurück zu kommen? Wirst du von irgendwem erwartet?"

Blaze hebt den Blick nur zögerlich, als würde jedes Wort ihn ein Stück weiter in eine Ecke treiben. Die Szene fühlt sich an wie aus einem anderen Leben.
Er zuckt mit den Schultern.
„Ne... nicht wirklich.“
Die Stimme ist entschuldigend. „Also… ich mein nur. Wär gut zu wissen, wie ich zurückkomm. Weil ich wohn halt in ner... WG.“ Seine neue Hölle auf Erden. Weil sie Boom gehört. Er hat keine Lust auf sie zu treffen, weil er nicht weiss was dann passiert.
Er greift zum Wasserglas, dreht es in den Händen, ohne zu trinken.
„Weiss nich, ob noch was frei ist, wenn ich heut Abend wiederkomm.“
Er sagt es mit einem schiefen Grinsen, einem halbgaren Versuch, es wie einen Witz klingen zu lassen. Aber der Witz stirbt in der Kehle. Weil es eben keiner ist.
Dennah sieht ihn aus ernsten Augen an. Sie versteht den Wink. Für ihn ist diese Situation auf einer ganz anderen Ebene kompliziert. Er muss zurück. Dahin, wo Boom ihre ganz eigenen Regeln aufstellt und verfolgt. Wo er nichts weiter ist, als eine Marionette, ohne zu wissen, für welchen Zweck er an ihren Fäden tanzt.
Die Kiefer aufeinander pressend, kocht die Wut über den Verrat ihrer langjährigen Freundschaft erneut auf. Sie hat Boom Boom vertraut. Ihr alles gegeben, was sie jemals verlangt hat, ohne es infrage zu stellen. Sie hat sie geliebt. All ihre Verschrobenheiten und Macken hingenommen, sogar verteidigt, weil sie eine Einheit waren. Wie konnte sie nicht sehen, dass sie die ganze Zeit nur ein Spielball war? Oder gab es einen Moment, einen Punkt, an dem sich ihre Beziehung in dieses Ungleichgewicht veränderte? War es die Verwandlung? Oder war ihre beste Freundin schon immer so ein hinterlistiges Miststück?

Dennah greift nach Blaze' Hand. Ihn zu berühren gibt ihr Halt, erdet sie, macht ihre Gedanken ein wenig ruhiger. Er ist jetzt hier. Die Fotze hat es nicht geschafft, einen Keil zwischen sie zu treiben. Und trotzdem muss er irgendwann zurück gehen. Das ist verdammt noch mal nicht fair. Sie haben sich gerade erst gefunden. Sie wünschte, er könnte ... Es fühlt sich merkwürdig fremd an, die Worte an das Ehepaar zu richten. Sie hat immer getan, wozu sie Lust hatte. Jemanden um Erlaubnis zu fragen, war nie in irgendeiner Form relevant. "Kannst du nicht- " Sie bricht ab, sieht über den Tisch zu Cordula und Heiner. "Kann er nicht hier bleiben?" Ihre Hand drückt sich fester in seine. "Nur heute Nacht?"
Cordula verharrt in der Bewegung, als sie ihrem Mann auffüllt. Beratende Blicke wechseln von ihm zum gemeinsamen Schützling und zurück.
"Müssen wir über Blümchen und Bienchen sprechen?" Eine Braue vielsagend in die Stirn gezogen taxiert er zuerst Dennah, dann Blaze, während Cordula augenrollend schmunzelt und den letzten - ihren eigenen Teller befüllt.
"Ich weiß nicht, Liebes. Das ist eine heikle Frage. Wir sind immerhin für dein Wohlergehen verantwortlich."
"Ich denk schon, dass der Bursche für ihr ... Wohlergehen ... sorgen kann." Über seine Brille hinweg mustert Heiner die beiden Teenager bedächtig nickend.
Cordula seufzt. Diese Befürchtung hat sie auch. Aber die beiden waren so glücklich, sich heute in die Arme schließen zu können. Ein flüchtiger Seitenblick schwenkt dem Hausherrn zu, der daraufhin, noch immer nickend, zu brummen beginnt. "Das andere Zimmer.", fokussiert er Blaze. "Und wenn ich nur ein glückliches Stöhnen höre - egal von wem - ", sein Zeigefinger deutet abwechselnd zwischen ihnen hin und her, "ist der Besuch sofort beendet. Ich warne euch. Ich hab Ohren wie ein Lux." Stutzend wechselt seine Aufmerksamkeit zur Seite. "Da fällt mir ein - hast du meinen Haartrimmer gesehen? Ich glaub, ich hab wieder Ohren wie ein Lux."

Blaze fühlt, wie ihre Hand sich fester in seine schiebt, wie ihre Stimme zögert, dann bricht, dann doch die Frage stellt, die er sich selbst nicht zu stellen gewagt hätte. Sein Magen krampft sich noch einmal zusammen, aber diesmal vor dem absurden, weichen Ding in seiner Brust, das verdammt nochmal schon wieder versucht, Hoffnung zuzulassen.
Als Heiner seinen Spruch loslässt, hebt Blaze nur kurz den Blick, sein Mund zuckt unmerklich aus Trotz, Peinlichkeit und dem reflexhaften Bedürfnis, zu sagen „Leck mich.“ und „Und wenn schon.“ In seinem Kopf beginnt längst die Planung. Was, wenn sie einfach reden? Was, wenn sie sich irgendwann einfach anlehnen, einschlafen, keine Ahnung. Passiert halt. Wäre doch möglich. Oder?
Trotz flackert auf – weil er sich sofort gegängelt fühlt. Weil er sich unwillkürlich fragt, wie man jemanden so nah sein kann und dann getrennt schlafen soll.
Unvorstellbar.
Aber dann schiebt sich was anderes dazwischen. Etwas, das lauter ist als der Trotz. Sie lassen ihn bleiben. Die sagen ja. Die machen Witze. Die befüllen Teller. Die sprechen nicht in Rätseln. Die sind einfach... nett.
Und das ist fast schwerer zu ertragen als alles andere.
Blaze schluckt, presst kurz die Lippen zusammen, dann atmet er aus und murmelt: „Danke.“
Er schaut flüchtig zu Dennah.
„Das ist... sehr.. freundlich.“
Die Worte fühlen sich komisch an in seinem Mund. Wie was Geliehenes. Aber es ist das Beste, was er grad hat.
Er greift zum Besteck, hebt die Gabel, zögert einen Sekundenbruchteil – und dann nimmt er den ersten Bissen. Beim Kauen hält er kurz inne.
Boahh!
Das ist... das ist das Beste, was er seit einer Ewigkeit gegessen hat. Nicht bloss Kalorien – sondern Geborgenheit, aus Mehl und Fett und Geduld gekocht. Er kaut ehrfürchtig, schluckt, schiebt den nächsten Bissen nach. "Fuck ist das gei-" er hällt inne. Sieht die beiden Älteren an als hätten ihn jemand ausgezischt, wie bei einer Katze die auf den Tisch springen will. Sein innerer Irving schlägt ihm auf den Hinterkopf. "Ich meine...", räuspern, "das ist echt lecker, danke."

Heiner lacht auf und erntet einen überraschten Blick seiner Frau. "Was?", fragt er an sie gewandt. "Ist wirklich geil." Unschuldig zuckt er mit den Schultern.
Dennah merkt nicht, wie sich ein Lächeln auf ihr Gesicht legt. Verhalten kaut sie an ihrer Portion herum. Eigentlich hat sie keinen großen Appetit. Sie ist viel zu aufgeregt. Immer wieder sieht sie von ihrem Teller auf, als würde sie versuchen, in die Köpfe ihrer Pflegeeltern hineinzuschauen. Vielleicht war es doch eine gute Sache, herzukommen.
Verstohlen schwenkt ihre Aufmerksamkeit zu Blaze. Wie er den Auflauf verputzt, als wäre er die erste Mahlzeit eines vor langer Zeit Gestrandeten. Sie selbst legt das Besteck auf dem leeren Teller ab, dann die Hände brav in den Schoß. Noch immer ist sie unsicher, wie man sich in einer zivilisierten Familie verhält. Zu Hause hat sie nie mit irgendwem zusammen am Tisch gesessen. Muss man warten, bis alle fertig sind? Soll man Gespräche führen?
"Na los." Cordula deutet mit einer Kopfbewegung zum Ausgang, als auch der Gast aufgegessen hat. "Seht zu, dass ihr raus kommt." Freundlich lächelt sie Dennah entgegen.
Das Mädchen springt auf, zieht Blaze am Arm mit sich und stürmt zur Tür hinaus. "Das ist irgedwie voll schräg oder?" Ihre Hand schiebt sich tief in seine, wie vorher, als sie am Tisch saßen. "Tochter spielen. Regeln befolgen. Ich weiß gar nicht, wie sowas geht. Sag mir eins, Blaze." Sie wendet sich ihm zu, blinzelt ihm entgegen. "Gefalle ich dir als braves Mädchen?" Das breiter werdende Grinsen verrät den Sarkasmus in ihren Worten. "Oder soll ich mich nachher in dein Zimmer schleichen? Wenn der Lux eingeschlafen ist."
Draussen fällt all das Seltsame von ihm ab. Der Wind kommt ihm entgegen, salzig und frisch. Diese Leute sind wirklich... WIRKLICH nett. So richtig nett. Und trotzdem – hier draussen, mit ihr, fühlt sich alles sofort wieder mehr nach ihm an.
Er atmet tief durch, das erste Mal seit Stunden, Tagen, vielleicht Wochen. Neben ihm: Dennah. Ihre Hand schiebt sich in seine wie ein Schlüssel in ein Schloss.
Und dann muss er lachen. Echt und laut und frei.

Er greift sie sich, zieht sie in die Arme, hebt sie einfach hoch, wiegt sie gegen den Wind, dreht sich mit ihr. „Wehe du schleichst dich nicht zu mir“, sagt er und lacht wieder, während er sie absetzt.
Seine Lippen finden ihre, voller Unglauben, dass sie wirklich hier ist. Ein Kuss. Dann noch einer.
„Du weisst gar nich, wie froh ich bin...“ murmelt er gegen ihren Mund, küsst sie noch mal, langsamer, inniger.
Als sich ihre Lippen lösen, sieht er sie an. Dieses verfickt schöne Gesicht. Diese Augen. Diese hellen, wunderschönen Augen. Die vollen, zarten Lippen. Jede Sommersprosse, jedes Hautdetail. In diesem Moment... ist alles weg. All das ganze Bitch-Zeug. Die Gerüchte. Die Angst, dass sie ihn anlügen könnte. Die Zweifel. Weg. Ausradiert. Einfach... bedeutungslos und weggeschoben.
Seine Hände fahren zu ihren Wangen, halten sie, als könnte er sie so vor der Welt schützen. Und dann kommt der Moment, wo der Ernst wieder zurückkehrt.
Eine Sekunde. Zwei. Und dann fragt er:
„Sag mir, wie’s dir geht.“
Er meint nicht nur jetzt, sondern alles. Das Heim. Die Strafe. Tartosa. Die Pflegeeltern. Steph. Der ganze Scheiss.

Sie jauchzt auf, als er sie packt und anhebt. Ihre Haare fliegen schwerfällig hinter ihrer Drehung her. Den Oberkörper an seinen gepresst, breitet sie die Arme aus, den Kopf nach hinter gelegt, streckt sich ihr schlanker Hals ihm entgegen. Ihr unbeschwertes Lachen liegt in der Luft. Wie in der Nacht im Einkaufswagen. Die Drehung stoppt und sie sieht zu ihm herunter. Warm und erfüllt von diesem Moment, der sich so gut und richtig anfühlt, wie sie es selten erlebt hat. Vollkommen anders als die letzten Tage, in denen alles an ihr unecht und gespielt war, nur um diese grauenvolle Einsamkeit zu übertünchen. Wie an dem Abend, an dem sie sich gewünscht hatte, er wäre es gewesen, mit dem sie in der Toilettenkabine verschwunden ist.
Ein schmerzvoller Stich in der Brust erinnert sie daran, dass sie ihn im Grunde nicht verdient hat. Er hat sie gesucht, nicht aufgegeben und alles getan, sie zu finden - während sie irgendeinem fremden Typen den besten Blowjob seines jungen Lebens verpasst hat. Aus Eitelkeit, verletztem Stolz und alles zerfressender Angst, vergessen zu werden.
Die Schuld herunterwürgend gibt sie sich Blaze' Küssen hin. Seine Lippen sind so weich, dass sie sich vollkommen in dem Gefühl fallen lässt, ihm nah zu sein. Ihre Hände ruhen an seinen Schultern, die Finger graben sich zart in seine Haut, bis er sich von ihr löst. Sie lächelt ihn sehnsüchtig an, als könnte sein Anblick alles Gewesene wegwischen. Sie liebt dieses Gefühl, von ihm gehalten zu werden, seinen Duft zu atmen, seinen Körper an ihrem zu spüren.
Sein Blick wird ernst, als er ihr die Frage stellt, die sie nicht zu beantworten weiß. Etwas Schweres, Trauriges mischt sich unter ihr Lächeln. Sie schluckt trocken, weicht seinem suchenden Blick aus. Sekunden vergehen, bis sie den Mund zu einer Antwort öffnet. "Keine Ahnung." Kaum merklich zuckt eine ihrer Schultern. "Durcheinander?" Versucht, ihre Gedanken zu ordnen, entgleitet ihr ein tiefer Atemzug. "Ich will, dass alles ist wie früher. Ohne dass es so ist, wie früher." Etwas Schweres liegt in ihrem Ausdruck, als sie ihm in die Augen sieht. "Das macht vermutlich keinen Sinn, oder?"

Es ist genau das. Exakt das, was er seit Monaten fühlt und nicht mal sich selbst erklären konnte.
„Doch“, sagt er. „Das macht total Sinn.“
Seine Stimme klingt rau, aber warm. Er hat einen Song darüber geschrieben. Aber das sagt er nicht.
Sie muss es nicht wissen.
Er schaut sich um. Tartosa liegt in goldenes Licht getaucht, das Meer glitzert irgendwo zwischen den Häusern durch. Der Ort sieht aus wie aus einem Katalog – gepflegt, ruhig und zu perfekt. Und wahrscheinlich schweineteuer. Aber trotzdem... ist es schön.
Er nimmt ihre Hand, schliesst sie fest in seine, und geht mit ihr ein paar Schritte die Auffahrt runter.
„Wie lange musst... wirst du jetzt hierbleiben?“
Sein Blick bleibt auf den Boden gerichtet.
"Solange ich muss." Resignation liegt in Dennahs Stimme. Sie will nicht hier sein. Auch wenn sie es vermutlich sehr viel schlechter hätte treffen können. "Ich soll den Schulabschluss hier machen. Und das Jahr fängt erst an." Sie seufzt leise. "Kannst du dir das vorstellen? Ich in der Schule. Jeden verdammten Tag. Man, das wird sowas von ätzend." Im Gehen schmiegt sie sich an seine Seite, ihre freie Hand umfasst seinen Oberarm. "Ich wünschte, ich könnte dich in meinen Spind schließen. Dann würde ich jede Pause zu dir kommen und wir würden heimlich rummachen." Grinsend beißt sie sich auf die Unterlippe. "Du wärst mein kleines verbotenes Geheimnis."

„Wird eng da drin“, sagt Blaze mit schiefem Grinsen, „aber ich würds versuchen. Für dich.“
Sein Ton bleibt locker, aber während sie sich an ihn lehnt, ihren Arm um seinen schlingt und sich vorstellt, wie sie sich in der Pause heimlich küssen, wird er innen still.
Einerseits weil ihn die Vorstellung ein wenig erregt, andererseits...
Früher hätte er gelacht. Hätte gesagt: Schule ist für Trottel. Für Systemsklaven. Für Leute, die sich nicht trauen, was Eigenes zu machen. Voll will er sich immer noch nicht eingestehen, dass das seine schlimmste und dümmste Idee war, die er je hatte. Weil er sich damit belügt, keine andere Wahl gehabt zu haben. Oder anders gesagt, es hatte sich mal richtig angefühlt - mit Betonung auf 'hatte'.
Jetzt aber... wo Dennah von ihren Plänen spricht – so halb ironisch, halb müde – und trotzdem dran festhält...
Was, wenn sie irgendwann weiterzieht und er bleibt zurück?
Was, wenn sie sich aus dem Dreck zieht und er weiter darin rumsitzt, cool tut, aber keine Ahnung hat? Klingt erbärmlich.
Sein Blick gleitet seitlich über die gepflegte Strasse. Häuser mit sauberen Fassaden, winzigen Gärten, die nach Routine riechen. Tartosa ist teuer. Er weiss das. Aber vielleicht... gäbe es irgendwo hier ne Abstellkammer mit Fenster. Oder ne Einzimmerbude am Rand der Stadt. Irgendwas.
Die Idee nistet sich ein.
Nicht nur wegen ihr. Sondern auch, weil er satt hat, sich durchzuschlagen.
„Vielleicht…“, beginnt er, zögert, dann zuckt er mit den Schultern. „Ich mein, vielleicht kann man hier irgendwo was finden. Ne Bude. Nix Krasses, aber... halt nich Sequoia.“
Seine Stimme bleibt beiläufig. Aber sein Daumen streicht über ihre Hand. Ernst meint ers trotzdem.
Dennah sieht auf, direkt in sein Gesicht. Ihr Blick tastet seine Wimpern ab, dann den Haaransatz. Liebevoll streicht sie mit zwei Fingern über seine Schläfe. "Du willst hierher ziehen? In dieses Spießerkaff?" Ein warmes Gefühl breitet sich in ihrer Brust aus, so dass sie tief Luft holen muss, um nicht zu platzen. "Das wäre großartig." Er will in ihrer Nähe sein. Gerührt heben sich ihre Mundwinkel. Zwischen Nase und Oberlippe bildet sich eine kleine Falte, die von der Echtheit ihrer Freude zeugt. "Ich hab keine Ahnung von so Kram. Wir bräuchten Geld, für deine Miete. Vielleicht kann ich mir einen Job suchen." Obwohl sie keine Idee hätte, wie das aussehen könnte. "Während der Ferien ist ja genug Zeit. Und viel unternehmen kann man hier eh nicht." Der Gedanke, diesen Weg für Blaze zu gehen, fühlt sich so natürlich an, dass Dennah sich bei der Frage erwischt, ob das das ganze Geheimnis eines normalen Lebens ist. Jemanden zu finden, für den man diese Dinge gern tut. Einfach nur, damit man zusammen sein kann.
Sie richtet den Blick nach vorn, als sie vom Straßenverlauf abweichen und wie von selbst Richtung Meer gehen. Die Promenade ist um diese Zeit spärlich besucht. Das seichte Rauschen der Wellen liegt in der Luft, wie der meditative Herzschlag der Siedlung.

Blaze zieht leicht die Brauen hoch, als sie von Job und Miete redet. Dass sie sowas sagt. Für ihn.
„Du willst in deiner Freizeit malochen, damit ich mir hier n Loch leisten kann?“, murmelt er und blinzelt, als müsse er innerlich einmal kurz die Realität gegenchecken. Er schüttelt langsam den Kopf, sein Blick gleitet über ihre Gesichtszüge. Und irgendwie zerreisst es ihn fast ein bisschen, wie selbstverständlich sie bereit ist, sich dafür reinzuhängen.
„Ne Mann. Nicht du. Ich muss das hinkriegen. Das liegt schliesslich in den Blaisdell-Genen, oder? Geld aus dem Nichts organisieren.“
Er grinst kurz, zieht die Schultern ein wenig hoch. Sein Vater verdient sich dumm und dämlich mit Zahlen, und sein Onkel Seymour - was auch immer der genau tut - kann es sich leisten Startups hochzuziehen Er deutet auf sein Gesicht.
„Das hier ist Premium-Erbmasse. Ich muss nur rausfinden, wie ich die richtig ausschlachte.“
Die Promenade öffnet sich vor ihnen, das Licht fällt schräg aufs Pflaster, das Meer rauscht sanft. Und plötzlich ist der Gedanke nicht mehr so lächerlich, wie er sich früher angefühlt hätte.
„Ich könnte wieder Mucke machen. Einfach so. Strasse, Bars, was weiss ich. Vielleicht springt sogar was bei rum. Wenn ich meine Gitarre aus der Villa hol....“
Er bleibt kurz stehen, schiebt die Hand durch sein Haar und denkt laut:
„Oder ich leih mir was zum Start. Del... würd mir sicher was geben...“ Dem muss er immer noch antworten.
Dennahs Lippen werden zu einem breiten Grinsen. Nicht höhnisch. Stolz und neugierig. "Dann wär mein Freund ein Musiker. Das ist voll cool." Ihr Lächeln erstirbt, die Augen weiten sich flimmernd. Hat sie das grade wirklich gesagt?! Der Beziehungsstatus ist gar nicht geklärt. Sie haben ein paar mal rumgeknutscht. Aber es fühlt sich so an, als wäre er ... "Ich mein,", sie reißt den Blick von ihm ab, holt tief Luft und schluckt das Gemisch aus Panik und Scham herunter. "Ich hab dich noch nie spielen gehört." Auf ihre Füße starrend presst sie die Lippen zusammen und bemerkt nicht, wie sich ihre Hand fest an seine krallt.

Er sagt nichts. Aber sein Blick bleibt auf ihr. Die Art, wie sie plötzlich den Blick senkt, wie sie sich selbst erschreckt vor dem, was sie gesagt hat – fuck, ist das süss.
Er atmet aus. Kurz, flach. Und in seinem Kopf geht plötzlich alles so schnell: Sie macht die Schule. Er verdient irgendwas – genug für ein halbwegs stabiles Leben. Sie kommt nach dem Unterricht zu ihm. Sie hängen rum, hören Musik, machen Quatsch, vögeln auf dem Boden, essen zusammen Spaghetti aus einem Topf, streiten über Filme.
Ein Leben. Ein echtes fucking Leben.
Und er will das.
„Hm“, sagt er schliesslich schmunzelnd, „stimmt..“
Er schaut zur Seite, raus aufs Meer, dann wieder zu ihr.
„Weil ich dich zu spät kennengelernt hab. Sonst hättest du mich gesehen. Damals. Mit Deffekt.“ Aber da war er noch mit Viola... Er nimmt ihre Hand, die sich so fest an seine klammert, hält sie noch ein wenig fester.
„Spätestens morgen hol ich meine Gitarre aus Sequoia. Und dann spiel ich dir was vor, okay? Privatkonzert für meine Freundin.“ er küsst lächelnd ihre Finger und lässt sich nicht anmerken wie ultra schräg sich dieses Wort anfühlt. Aber gut schräg... glaub ich.

(In Zusammenarbeit mit @Ripzha )
#8
Charaktere: Dennah, Blaze, Cordula, Heiner
Geschichtsstrang: Reset
Nacktszenen
Es ist spät geworden, die Nacht ist über die Siedlung eingebrochen. Nur spärliche Beleuchtung brennt im Haus, als Dennah leise die Tür öffnet und sich verstohlen umsieht. Beinahe macht es den Eindruck, als hätten die Eigentümer extra ein wenig Licht gelassen, damit sie sich zurechtfinden in dem Haus, das ihr noch immer irgendwie fremd ist. Sie wendet sich zu Blaze um, zieht ihn zu sich in den Flur, ganz nah an sich heran, so dass er ihre Körperwärme spüren kann. Im Halbdunkeln leuchten ihm ihre Augen entgegen, als ihr leicht geöffneter Mund sich auf seine Wange legt und einen Kuss auf seiner Haut hinterlässt, so zart dass es kaum spürbar sein kann. Ihr Atem streift sein Ohr, eine Hand streicht über seinen Nacken. In der Position verharrt sie einen Moment, genießt die Nähe zu ihm und das geborgene Gefühl, das er in ihr entfacht.
Sie sagt nichts. Muss sie auch nicht. Ihr Körper sagt alles. Er umarmt sie, fest, eng, wie jemand, der etwas im Arm hält, das er nie mehr verlieren will. Sein Mund gleitet an ihren Hals, legt sich sacht gegen ihre Haut. Sie riecht nach warmem Staub, nach Salzluft und etwas, das nur ihr gehört.
Blaze flüstert, kaum hörbar, mit der Stirn an ihrem Schlüsselbein. Er wirkt fast ein wenig resigniert. Oder zwiegespalten. Unschlüssig. Er will die Gastfreundschaft dieser Leute aus irgend einem Grund nicht mit Füssen treten. Aber das ist so unfassbar schwer.
„Schmeisst er mich auch raus... wenn wir einfach kuscheln? Ganz leise?“

"Woher soll ich das wissen?" Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Hauchen. Sie schluckt kontrolliert, versucht, die aufkommende Gänsehaut mit tiefen Atemzügen in Schach zu halten. Seine Berührungen lassen sie wohlig schaudern. Sie neigt den Kopf, ihre Wange streicht an seinem Haar entlang, während ihre Finger mit sanftem Druck über seinen Nacken fahren, bis zum Hinterkopf und unter seinem Kiefer das Kinn anheben. Sie küsst ihn innig, sehnsuchtsvoll. Ein wohliges Raunen stöhnt aus ihrer Kehle. Wärme durchflutet ihre Glieder. Ein Knie anhebend, legt sich ihr Bein an seine Hüfte, reibt sich ein, zwei mal an seiner Seite, bevor ihr Fuß wieder auf dem Boden aufsetzt.
"Willst du ..." Widerwillig löst sie sich von ihm. Seine Wärme nachspürend, öffnet sie langsam die Augen. "Willst du was trinken?", fragt sie, nur um die Hitze unter Kontrolle zu halten. Am liebsten würde sie ihre Schenkel um ihn schließen und sich sofort von ihm auf den Küchentisch werfen lassen. Doch sie weiß, dass er für Überfälle dieser Art nicht zu haben ist. Räuspernd streift sie eine Strähne hinter ihre Schulter, während ihre Augen seinen kräftigen Hals abtasten.
Als sich ihr Bein an seine Hüfte legt, trifft ihn dieses Gefühl direkt unter der Haut – als ein Beben, das sich durch seinen ganzen Körper zieht. Und sein Atem verlangsamt sich. Wird dichter.
Blaze schüttelt den Kopf auf ihre Frage. So entschieden, wie ein stummes ‘Du spinnst, aber bitte hör nie damit auf’. Sein Körper ist zu angespannt von dieser Nähe, dieser Haut, dieser verdammten Anziehung, die ihm alles abverlangt, was er im Moment an Kontrolle besitzt.
Er will nichts trinken. Jetzt gerade... will er einfach nur ihre Lippen schmecken. Langsam. Weich. So, wie sie ihn vorhin geküsst hat – als wäre Zeit egal.
Er will wissen, wie sich ihre Zunge anfühlt, wenn sie ihn nicht küsst, um ihn zu reizen, sondern um ihm etwas zu sagen, das sie nicht in Worte fassen kann.
Sein Blick ist auf ihre Lippen geheftet, auf das Funkeln in ihren Augen, auf den Ausdruck, der ihn fast wahnsinnig macht.
Und dann zuckt etwas in ihm. Ein Gedanke.
Steph. Was er ihr angetan hat. Was sie durchgemacht hat. Wie tief das sass.
Und er... will nie, nie auch nur in die Nähe davon kommen. Nie riskieren, dass sie sich hinterher irgendwie fragt, ob das zu viel war, zu früh, zu falsch.
Das zieht kurz durch ihn durch. Wie eine Bremse in der Brust. Und er atmet durch.
Er sieht ihr tief in die Augen. Seine Stimme ist rau, aber weich als er - mit dem Hauch eines Fragezeichens im letzten Ton - sagt:
„Ich will dich küssen. Vielleicht... bisschen länger?“

Verwundert ziehen sich ihre Brauen zusammen und bilden eine kleine Falte über der Nasenwurzel. Das Lächeln, das sich in ihrem Gesicht formt, wirkt verspielt, amüsiert, aber auch fragend. "Bitte küss mich so lange und so viel du willst." Langsam setzt sie einen Fuß vor den anderen, bis sie dicht vor ihm zum Stehen kommt und ihn aus halb geschlossenen Augen ansieht. Er will sie lang? Intensiv? Der Gedanke gefällt ihr. Niemand hat sich bisher die Zeit genommen, sie zu genießen - geschweige denn, ihr etwas zurück zu geben. Blaze ist so anders, als alle Typen, die sie kennenlernte. Sie weiß es ganz sicher: Er kann sie aus diesem Leben befreien, das sie einst führte. In dem niemand sie für wertvoll hält. Ihr tiefe Gefühle zutraut oder eigene Wünsche eingesteht. So ungewohnt es ist, ihrem eigenen Verlangen zu folgen, beginnen ihre Finger, nach seinen zu tasten. Zaghaft streicht sie über seine Gelenke, den Handrücken mit der kräftigen Vene, und schleicht sich bis zum Unterarm hinauf, wo ihre Hand ihn umschließt und seine Hand mit sanfter Bestimmtheit an ihren Rücken führt. Sie liebt es, wenn er sie hält. Er ist ihr sicherster Ort auf diesem Planeten. Seine Finger gleiten über ihre Haut, und treiben augenblicklich einen spürbaren Schauer über ihren Körper. Das ist der Funke, der sie die letzten Millimeter voran an seine Lippen drängt. Endlich küsst sie ihn mit einer Leidenschaft, die ihr selbst den Atem raubt. Die freien Finger schieben sich in seinen Haaransatz und massieren seinen Hinterkopf, während ihre Zunge mit seiner tanzt - nicht stürmisch, wie sie es tut, wenn sie die Gier entfachen will, sondern sanft umkreisend, streichelnd und sich von seinem Rhythmus verführen lassend.
Blaze ist kaum mehr in seinem eigenen Körper. Alles an ihr, jeder Zentimeter ihrer Haut, jeder Atemzug zwischen ihren Lippen, lässt ihn brennen – auf die langsamste, qualvoll schönste Art, die er je gespürt hat.
Als ihre Zunge seine findet, zärtlich, wie eine Einladung statt einer Forderung, geht eine Tür auf, die verriegelt war.
Sein ganzer Körper spannt sich an, bäumt sich innerlich auf, will sie. Jetzt. Ganz. Aber er hält sich zurück.
Nur kurz stösst sein Becken gegen ihres, ungewollt, ein instinktiver Zuckmoment, der ihm sofort die Luft nimmt. Sein Herz hämmert. Und ja – es pocht nicht nur in der Brust. Der Schmerz zieht sich tief in seine Mitte, ein dumpfer, warmer Druck, der sich aufbaut, sich anfühlt wie eine Mischung aus Ekstase und Folter.
Er atmet schwer aus. Leise, geniessend. Ihre Hände in seinem Nacken, ihre Nähe, die Wärme zwischen ihren Körpern – genau richtig. Er will nie wieder aufhören, sie zu küssen. Er berührt sie wie etwas, das er nicht verdient hat, aber nie wieder verlieren darf.
Und dann...
Ein kleiner Schritt. Ein falscher Winkel.
Klirr.
Ein Topf fällt. Erde verteilt sich. Ein dumpfer Aufprall. Viel zu laut in diesem Flur.
Blaze erstarrt. Seine Lippen bleiben an ihren, als würde er noch ein letztes Stück des Moments festhalten wollen, bevor er zerbricht.
Dann zieht er langsam den Kopf zurück.
„Fuck“, flüstert er, kaum hörbar.
Sein Blick wandert zur Decke, als könne er jetzt schon Schritte hören.
Der Lux hat das gehört. Safe.

Sein Becken tippt gegen ihren Rock, ein verschwindend kurzer Moment, der sie wie ein Blitz durchfährt. Sie hat genügend Typen aufgeheizt, um seine Regung deuten zu können. Kaum merklich schleicht sich ein Lächeln in ihren Kuss. Es ist anders, als bei den anderen. Hier geht es nicht um pure Geilheit. Das hier geht tiefer. Bis unter die Haut, bis in ihre Brust. Wo sich sonst wollüstige Hitze ausbreitet, erstrahlt Wärme, die größer ist, als alles, was sie zuvor gespürt hat. Der Wunsch, sich mit genau ihm, keinen anderen, zu verschmelzen, schiebt sie tiefer in seinen Arm. Ihre Oberkörper pressen sich aneinander, als das Klirren hinter ihnen sie inne halten lässt.
Dennah hält den Atem an, ihr Mund presst sich zu einer schmalen Linie zusammen, der Kopf zieht ein Stück zwischen die Schultern und ihr Blick folgt seinem. Sie lauschen, doch alles bleibt still. Früher als Blaze wendet Dennah den Blick vom Obergeschoss ab, direkt in sein Gesicht. Fuck, das ist sowas von heiß! Sie beide hier unten, kurz davor, sich den Anweisungen des Hausherrn zu widersetzen. Ihre Augen funkeln erregt, als sie Blaze' angespannten Kiefer abtasten. Ihre Lippen nähern sich ihm, schnappen nach seinem Ohrläppchen, ihre Wange dicht an seiner, die Augen schließen sich, während ihr tiefer Atemzug sein Ohr streift. Die rechte Hand an seinem Gesicht, führt ihre Finger zurück in seinen Nacken, pressen sich sanft in seine Muskeln, während ihr Mund die Worte formt: "Lass uns ins Zimmer gehen." Ihre Wange reibt sich an seiner, ehe sie sich wie in Zeitlupe von ihm entfernt. Die Hand streift von seinem Nacken über die Schulter, den Arm entlang, bis sie nur noch seine Finger berühren. Brennend glüht ihr Blick ihm entgegen, als sie ihn, rückwärts die Treppe ansteuernd, mit sich zieht, der Zeigefinger der freien Hand legt sich auf ihre gespitzten Lippen.
Er folgt ihr ohne ein Zögern die Treppe hoch. Sie vor ihm, kaum Kleidung und trotzdem dieser eine, verfickte Gedanke, der sich immer wieder reinschleicht. Der flüstert, dass sie das hier nur spielt. Dass sie lacht, flirtet, nimmt, wen sie will. Und dass er sich wieder zum Idioten macht, wenn er glaubt, etwas Besonderes zu sein. Es ist ein Reflex, den er sich hart antrainiert hat.
Wie oft hat er sie runtergerechnet, schlecht gemacht in seinem Kopf, weils leichter war, als zuzugeben, wie sehr er sie wollte. Und wie oft hat er längst mit ihr geschlafen – in Gedanken.
Doch heute ist das anders. Heute steht sie vor ihm und sie hatte nicht nur gesagt, dass sie ihn mag. Sie hat ihn gebeten, von vorne anzufangen. „Wenn du mich magst, kann ich auf alles andere scheißen und ... besser sein.“
Er steht da, schaut sie an, als würde er alles auf einmal begreifen. Er drückt jetzt den Knopf: Reset. Scheiss auf Regeln. Auf Zweifel. Auf all das alte Denken. Heute ist der erste Tag vom Rest seines Lebens, oder wies in diesem dämlichen Film hiess. Einmal noch zurück zur Villa, dann ciao, ihr Wichser.
Er tritt wieder näher, legt die Hand an ihre Taille, zieht sie an sich. Seine Lippen finden ihre, weich, tief und mit dem verdammte Bedürfnis, sie zu spüren, bis in die letzte Zelle. Er küsst sie, weil da nichts mehr ist, das ihn jetzt noch zurückhalten will.

Rücklings öffnet Dennah die Tür zu ihrem Zimmer. Blaze noch immer an der Hand, seine Küsse auf der Haut, zieht sie ihn mit sich, schließt beinahe lautlos die Tür und lehnt sich mit dem Rücken gegen das Holz. Ihre Finger greifen nach seinen Schultern, holen ihn näher, schieben sich ungebremst unter den Saum seines Shirts, um es ihm kopfüber zu entreißen. Sie hat so lange darauf gewartet, ihn auf diese Weise zu berühren.
Ihre Hände gleiten an seinem Rücken über die nackte Haut, ihre Lippen lösen sich von seinen, wandern den Unterkiefer entlang zum Ohr, wo ihr Atem ihn sehnsuchtsvoll und heiß streift. Ein lustvolles Stöhnen entweicht ihr, als ihr Knie sich an seine Hüfte hebt, die Wade schmiegt sich um ihn und presst sein Becken an ihres, während sie mit Nachdruck seine Lippen zu ihrem Hals drängt. Gänsehaut überzieht ihren Körper. Wärme steigt in ihrem Inneren auf, ballt sich im Unterleib zusammen und treibt ein sanftes Pochen in die Brust, bis hin zur Kehle. Dieses Mal wird sie es geschehen lassen. Sie will endlich diesen alten Schmutz in sich ablegen. Jemandem vertrauen. Sich darin fallen lassen. Er ist der Richtige dafür. Sie will es. Sie will ihn.
Seine Hand suchend, lenkt sie seine Finger unter ihr Shirt an die Stelle, wo sich ihre Brust wölbt. Ihr Herz hämmert so heftig unter seiner Berührung, dass er die rasanten Schläge spüren muss.

Seine Haut prickelt wie elektrisiert, als ihre Finger unter sein Shirt gleiten –sie weiss, was sie will. Er lässt es geschehen, hebt die Arme, lässt sie ihn ausziehen. Und dann ihre Hände an seinem Rücken, so warm, dass es ihm den Atem raubt. Ihre Lippen an seinem Kiefer, dann sein Ohr – ihr Stöhnen ist so leise und gleichzeitig so laut in seinem Schädel, dass es ihm durch die Wirbelsäule hämmert.
Als ihr Bein sich wieder um seine Hüfte schlingt, presst sie sich an ihn – hart, heiss, weich – alles auf einmal. Sein Schaft ist so hart, dass es ihn schmerzt. Es ist ein animalisches, tiefes, pochendes Bedürfnis, das jede Zelle in ihm befeuert.
Ihr Körper gleitet an ihm entlang. Und als sie seine Hand nimmt und selbst unter ihr Shirt führt, spürt er ihren Herzschlag. Mit zitternden Fingern legt sich seine Hand an ihre Brust, spürt die Wölbung, die Haut, den harten Punkt. Seine Hand streichelt sie weiter, fährt den Rand ihrer Brust entlang, zart, wie in Zeitlupe. Und da ist nichts mehr, was er sagen kann. Nur ein ausgeatmetes, raues Keuchen, das sich in ihrem Haar verliert.
Er drückt sein Becken an ihres. Ihre Körper passen zusammen, als hätte jemand sie genau dafür gebaut. Seine Zähne pressen sich aufeinander. Jede ihrer Bewegungen gegen ihn ist ein Schlag in seinen Verstand. Sie zieht seine Lippen an ihren Hals, und er folgt ihr, hungrig, langsam. Seine Zunge tastet sich an ihrer Kehle entlang und schmeckt ihre Haut, nach Salz und Hitze.

Unter halb geschlossen Lidern schaut sie ihm bedeutsam in die Augen, als würde sie nach etwas suchen. Langsam lässt sie sich in die Hocke sinken, beide Hände an seinem Körper entlang gleitend, streifen sie wie unbeabsichtigt seine Schenkel, sinken weiter bis zu den Schuhen. Mit sicheren Handgriffen löst sie die Schnürsenkel, während ihr Gesicht direkt vor seinem Schritt zu schweben scheint, als würde sie ihn jede Sekunde berühren wollen. Ein Augenaufschlag nach oben, ehe sie ebenso schnell ihre eigenen Schuhe öffnet und sich wieder aufstellt. "Wir müssen leise sein.", flüstert sie, dicht an ihn gelehnt. Sie hebt die Arme über dem Kopf, schaut ihn an, darauf wartend, dass er sie vom Shirt befreit. Ihr Atem geht tief und gleichmäßig.
Als sie an ihm hinabgleitet, seine Schenkel mit ihren Händen streift, so nah dran, dass er spürt, wie seine ganze Mitte zu vibrieren beginnt, entgleiten Blaze die Gesichtszüge. Seine Lippen öffnen sich, ein stummes Fu-, das nicht rauskommt. Ein Zucken geht durch ihn, vom Brustbein bis tief in die Leistengegend. Sie weiss nicht nur, was sie will – sie weiss verdammt nochmal auch wie.
Als sie wieder aufsteht, ganz selbstverständlich, atmet er hart aus – ein kurzer, stossweiser Laut, der zwischen 'unfair' und 'heilige Scheisse' pendelt.
Dann hebt sie die Arme über den Kopf, mit einem stummen 'Jetzt du' und er zögert keine Sekunde.
Seine Hände gleiten unter den Stoff, berühren dabei zuerst ihre Taille, ihren Rücken, dann streift er ihr das Shirt über den Kopf, während er aus den Schuhen stolpert. Das Shirt fällt achtlos zu Boden.
Er murmelt heiser „Ich weiss“, direkt unter ihr Ohr, und zieht sie sofort an sich, mit dieser Dringlichkeit, die keine Worte braucht. Ihre Brüste drücken sich an seinen Brustkorb, und es fährt ein weiterer Schauer über ihn hinweg.
Jede Sekunde macht leise sein schwerer. Weil er sie spüren will. Komplett. Und langsam.
Aber...
Was, wenns zu lange dauert?
Was, wenn sie dann nicht mehr dürfen? - Sie dürfen eigentlich sowieso nicht...
Er zieht sie noch näher, saugt sanft an ihrem Ohrläppchen, seine Hände wandern tiefer, wieder hoch, schieben den Stoff mit nach oben. Ihre Form ist so unfassbar perfekt und er drückt sie an sich. Ein Keuchen, das er zwischen den Zähnen einsperrt.
Scheiss drauf, wie viel Zeit sie haben.

Optionale Szene - [18+] Tartosa - Haus Fam. Falck Sr.
---*---
Das nächste Klopfen prallt an ihm ab. Ein leises Lachen entweicht seinen Lippen, heiser, zittrig, ungläubig. Er schaut zur Tür. Dann zu ihr. Und stellt mit leiser Stimme, grinsend fest:
„Jetzt flieg ich wohl raus.“

Müde aber glücklich blinzelt Dennah ihn an. Ihr Mund zeichnet ein dauerhaftes Lächeln, als sie seine Nasenspitze küsst und ihm zärtlich übers Haar streicht. Am liebsten würde sie so liegen bleiben. Eng an-und ineinander. Doch sie drückt sich von ihm weg, mit den erschöpften Worten: "Ich kümmere mich mal darum." Er glitscht aus ihr heraus, als sie aufsteht und auf wackeligen Beinen zur Tür geht. Vollkommen nackt und ungehemmt öffnet sie. Noch in der selben Sekunde ist Heiners erschrockene Stimme zu hören. "Oh, mein Gott!" Die Hände vor die Augen geschlagen wendet er sich fluchtartig ab, während Cordula, ansonsten mild und umgänglich, dem Mädchen am liebsten eine scheuern würde.
"Tschuldigung.", säuselt Dennah der Pflegemutter entgegen. "Wir waren beschäftigt."
Cordulas Mimik verfinstert sich. Sie hatte das Kind für ein liebenswürdiges, missverstandenes Mädchen gehalten. Aber das hier ...
"Darüber reden wir noch." Der Zeigefinger schneidet durch die Luft, bleibt anklagend vor dem Gesicht des Schützlings stehen, bevor Cordula zähneknirschend im Schlafzimmer verschwindet.

"Okay." Dennah klingt vollkommen entspannt. Sie winkt der Hausherrin fröhlich hinterher. "Gute Nacht." Leise lässt sie die Tür ins Schloss klicken, ehe sie sich mit dem Rücken anlehnt. "Vielleicht will sie sich ein paar Tips für ihr Liebesleben holen." Ihre Schulter zieht verspielt in den Nacken, ihre Augen funkeln Blaze entgegen.
Blaze stützt sich auf die Ellbogen, sein Blick an ihr klebend, während sie sich lässig an die Tür lehnt, nackt, frech, leuchtend. Diese Frau ist der Wahnsinn. Nicht wie Boom Boom, nicht wie Viola, nicht wie irgendjemand sonst in seinem Leben. Dennah ist… einfach Dennah. Wild und weich zugleich. Und sie hat ihm gerade gezeigt, was es heisst, sich wirklich auf jemanden einzulassen.

Sein Mund kribbelt noch, das Adrenalin schiebt sich langsam zurück in den Kreislauf. Er merkt, wie seine Zunge wieder Gefühl bekommt.
„Komm wieder her“, sagt er leise.
Er will sie halten. Noch ein bisschen. Bevor er gleich aus dem Haus verschwinden muss und wohl nicht mehr zurückkommen darf.

(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )
>>> Dennah und Blaze gehen nach San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) >>>
#9
<<< Dennah kommt von Windenburg (2) <<<
<<< Boom kommt von San Sequoia (2) <<<
Charaktere: Dennah, Boom
Geschichtsstrang: Alles für die Liebe
emotionale Erpressung
sexueller Missbrauch
Nächtliche Stille durchzieht das Haus, wie dünner Nebel, der sich bis in die hintersten Ecken legt. Im oberen Stockwerk ist das leise Rattern der auf und ab treibenden Nadel das einzige Geräusch, das zu existieren scheint.
Im kleinen Lichtkegel der Arbeitslampe sitzt Dennah in ihre Pläne vertieft an der Nähmaschine - ihr Kopf voller Bilder mit Ideen und Visionen von Projekten, mit denen sie eine ganze Lagerhalle füllen könnte. Ewig hat sie sich nicht so kreativ gefühlt. Dass Cordula ihr diesen bideren Hausfrauen-Beerdigungs-Fummel aufgezwungen hat, erweist sich als inspirierender Glücksfall. Nicht nur Blaze wusste etwas mit diesem Ding anzufangen.

Ein heißes Kribbeln schießt ihr durch den Körper direkt in den Unterleib, als sie an den Nachmittag zurück denkt. Blaze kann so ... energisch sein. Dennah bemerkt nicht, wie sich ihr Mundwinkel lüstern hebt, doch der polternde Herzschlag entgeht ihr nicht. Immer öfter gerät ihr Puls ins Stolpern, wenn sie an ihn denkt. So etwas hat sie noch nie für irgendwen empfunden und obwohl sie dieses Gefühl genießt, ist da ein kleiner Teil in ihr, der sich zunehmend fragt, ob das noch normal ist. Wenn sie doch nur irgendwen hätte, mit dem sie über solche Dinge reden könnte. Aber wer ist ihr schon geblieben? Kiste? So gut ihr Herz auch ist, aber ihren Verstand hat sie gnadenlos vergiftet mit all dem Zeug, das sie sich einfährt.
Boom? Die ist nicht länger an Dennahs Seite. Und selbst wenn - die war nie gut darin, aufbauende Gespräche zu führen.
Vielleicht David, huscht es ihr durch die Stirn. Er war immer wie ein großer Bruder für sie. Aber Blaze kann ihn nicht leiden. Es wäre unangebracht, mit ihm über Liebeszeug zu reden. Und Corinna? Die spielt total gern diese Mutterrolle. Vielleicht wäre sie das kleinste Übel.
Die letzte Naht überprüfend zieht Dennah den Stoff aus der Maschine. Sieht gut aus. Mal sehen, ob die Länge passt.

Das Kleid in den Händen, steht sie auf, macht drei Schritte zum Spiegel herüber, und stutzt, als sie gerade den Stoff vor den eigenen Körper halten will. Ein merkwürdiges Geräusch von draußen - wie ein puffen - lässt sie zum geöffneten Fenster schauen. Die Frage nach dem 'was war das' ist schnell vergessen, so dass sie sich wieder dem Projekt widmet und in das inzwischen ärmelfreie Kleidungsstück steigt. Sich drehend und wendend betrachtet sie skeptisch das Spiegelbild. Viel zu brav. Aber das wird. Wenn sie den Rest des Stoffes hier vorn -
"Jo, Bitch!"
Dennah fährt erschrocken zusammen, als plötzlich aus dem Nichts Boom Boom in den Raum springt. Fröhlich grinsend, als hätten sie nie einen Disput gehabt, steht sie da und scheint auf eine Umarmung zu warten.

"Boom." Dennahs Stimme ist leise, beinahe brüchig vor Überraschtheit. Sie hier und jetzt direkt vor sich zu sehen, treibt ihr einen bittersüß schmerzenden Stich in die Brust. Will ein Teil in ihr sich freudig in ihre Arme stürzen, hält der noch immer verwundete Part sie zurück. "Was ..."
Die Vampirin legt den Kopf schief, als wäre dies die dümmste aller Fragen. "Na was wohl? Ich besuche meine Bitch." Eine Braue hebt sich zweifelnd, als ihre Aufmerksamkeit das ungewöhnliche Outfit der Gegenüber einfängt. "Was hastn da an? Siehst aus wie ne Edelnutte im Schülerkostüm. Gehst dem Direx einen blasen oder sowas?"
Dennah antwortet nicht. Noch immer starrt sie die Ältere aus großen Augen an.
"Was denn? Hat die Blitzbirne dir das Sprachzentrum zerfickt?."
"Du ... hast mich erschreckt.", findet Dennah ihre Stimme wieder. "Das ist alles." Vor allem ist es gelogen. Hinter der Stirn sucht sie nach Antworten auf die eine Frage: "Was willst du denn hier?" Immerhin verlief die letzte Begegnung nicht unbedingt harmonisch. Hatten sie nicht ihre Freundschaft beendet? Oder ist das nur in ihrer eigenen Erinnerung so?

"Na, ich wollte mal nach dir sehen." Boom Boom zuckt beiläufig mit den Schultern. "Ich vermiss dich eben." Ein freundliches Lächeln erscheint auf ihrem blassen Gesicht. "Komm schon, Bitch. Wir hatten Krach, aber wir sind doch Freundinnen. Oder?" Sie macht einen Schritt auf Dennah zu, die reflexartig ausweicht. "Echt jetzt?" Aus Freundlichkeit wird stechende Ungeduld. "Willst du mich beleidigen? Was hab ich dir getan?"
Peinlich berührt senkt Dennah den Blick. Ja, was hat Boom ihr eigentlich getan? Sie hat sie verarscht. Bewusst hintergangen. Sie wollte sie und Blaze gegeneinander ausspielen. "Komm schon, Bitch, ich könnte dir nie was antun. Das weißt du." Sanft lächelnd kommt die Vampirin erneut einen Schritt näher. Dieses Mal bleibt Dennah stehen. Boom Booms Finger streichen ihre Wange, bis zum Kinn, heben das Gesicht ein Stück an. "Ich lieb dich doch."
Dennahs Mundwinkel hebt sich. Zweifelnd, aber nicht ohne Hoffnung, dass die Worte wahr sein könnten. Sie hat ihr ganzes Leben mit Boom Boom verbracht. Sich von ihr trennen zu müssen, schmerzt noch immer brutal.
"Und ich bin mir ziemlich sicher,", neckisch grinst Boom Boom sie mit funkelnden Augen an, "du liebst mich auch. Hm?"
Der hoffnungsvolle Schimmer in Dennahs Augen verrät sie. Sie kann Boom Boom nicht kaltherzig von sich stoßen. Sie haben jahrelang alles geteilt. Einander beigestanden und getragen. Das muss etwas bedeuten. Das kann nicht umsonst gewesen sein - zerstört und vergessen durch eine selbstsüchtige Aktion. Es ist Boom. Sie meint Vieles nicht so plump, wie es daherkommt.
"Weißt du noch dieser dämliche Bulle, dem du eins über die Rübe gezogen hast?" Beinahe wie ein Weckruf reißt Boom Boom Dennah aus den Gedanken. Sie lacht gehässig, als die Bilder von vor einigen Jahren sich in ihr Gedächtnis schieben. "Wir hatten diesen Parkplatz geerntet.", beginnt sie, das gemeinsame Erlebnis zu rekonstruieren.

Dennahs Blick suchend deutet sie mit dem Zeigefinger umher, als stünden die Bilder der Erinnerung mit ihnen im Raum. "Und die Taschen voll mit Autoradios für die Schädelfresse, weil wir keinen Plan hatten, was zum Teufel er genau brauchte. Da haben wir einfach jeden Scheiß mitgenommen."
Dennahs Mimik steigt in die Belustigung ein. Sie hatte die Tasche voll mit diesen Dingern. Es war schwer und unhandlich und klöderte bei jedem Schritt. "Wir hätten nur mal lesen brauchen, was er uns aufgeschrieben hat.", ergänzt sie schmunzelnd.
"Und dann war da dieser Sicherheitsfuzzi. Son schlacksiger Henfling, weißt du noch? Der sah aus, als hätte er das Hemd von seinem Daddy spazieren geführt." Ausgelassen kichernd krümmt Boom Boom sich, eine Hand auf dem Bauch. Ihr Lachen reißt Dennah für einen Moment mit. Liebevoll gluckst es kehlig aus ihr heraus.
"Und dann ...", Booms freie Hand legt sich auf Dennahs Schulter, als müsste sie sich stützen, um nicht umzufallen. "Dann hast du angefangen, den Wichser mit diesen Teilen abzuwerfen. Man, hattest du nen Wurf drauf. Der hat geheult wie ein Baby.", jappst sie. Ihr Kopf schüttelt sich lachend, sie keucht auf, wischt sich mit einem Finger über die feuchten Augen. "Haaaach, das war echt witzig."
Dennahs Lachen gefriert. Etwas stimmt nicht. Die Unbekümmertheit zwischen ihnen fühlt sich unecht an. Etwas Anderes lauert darunter. Etwas ... Bedrohliches? Düsteres?
"Warum hast du mich so verarscht?" Dennahs Stimme klingt leise, bekümmert. "Das hat echt weh getan."
Boom Boom seufzt. Das Augenrollen zu unterdrücken, fällt ihr schwer. Dass Bitch immer so gefühlsduselig sein muss ... "Ich schätze, ... Keine Ahnung, ich war wohl eifersüchtig oder sowas." Ihre leuchtenden Augen bohren sich in den zerbrechlichen Blick der Freundin. "Ich wollte dich nicht verlieren. Ich mein, die Blitzbirne ist ja an sich schon okay irgendwie." Boom Booms Ausdruck wird ernst. Kühl blitzt es in ihren Augen auf.

"Aber er verändert alles. Er verändert DICH. Und ich mag es nicht, wenn sich Sachen ändern." Ihre Hände ballen sich zu Fäusten.
"Du hast dich auch verändert." Mit großen Augen blinzelt Dennah ihrer ... noch - ehemaligen - wieder - Freundin entgegen.
"Son Quatsch!" Boom Boom wirkt ernsthaft betroffen. "Ich bin immer noch ich. Die selbe blöde Scheißkuh wie immer. Und du bist meine Bitch. Das wird keine Blitzbirne der Welt ändern!" Das entschlossene Glühen ihrer Augen bohrt sich tiefer. Niemand nimmt ihr ihre Sachen weg.
Dennah schweigt. Sie könnte sie bitten, Blaze nicht so zu nennen. Aber sie weiß, dass das nichts bringen wird. Ein Teil in ihr ist gerührt davon, wie sehr ihre Freundin an ihr festhält. Diese nicht endende Verbindung ist es, wonach sie sich sehnt. Nicht vergessen werden. Von Bedeutung bleiben. Ein zartes Lächeln umspielt ihre Züge. Dankbar. Sie nickt. Kurz und knapp, aber aufrichtig.
"Du weißt, dass dich niemand so sehr liebt, wie ich es tu." Einen kleinen Schritt auf Dennah zugehend sieht Boom Boom ihr fordernd in die Augen. Beiläufig nimmt sie ihre tätowierte Hand.
"Ich weiß." Dennah lächelt sanft und ist nicht überrascht, als sie die kühlen Lippen der Vampirin auf ihren spürt. Auch dass sie immer näher kommt, bis sich ihre Körper kribbelnd leicht berühren, fühlt sich seltsam vertraut und irgendwie beruhigend an. Sie vertragen sich also wieder? Boom akzeptiert die Beziehung mit Blaze?
Die kühlen Hände der Vampirin legen sich um Dennahs Schultern, drücken sie zu sich heran, während ihr Mund sich fest auf ihren presst. Die Zunge schiebt sich vor, umwirbt Dennahs kreisend, angelt nach ihr, doch die Freundin weicht zurück.
Sie haben früher öfter herumgeknutscht, manchmal nur, um die Jungs heiß zu machen. Es war ein Spiel irgendwo zwischen Belustigung und echter tiefer Zuneigung. Aber damals war Blaze noch nicht in Dennahs Welt getreten. Er ist nicht wie die anderen. Es würde ihm nicht gefallen, sie so zu sehen.

Fester schlingt Boom Boom ihre Arme um sie, eine Hand an Dennahs Hinterkopf kann sie sich nicht gegen die Avancen wehren. Beinahe verzweifelt stemmt Dennah beide Hände gegen die Schultern der Vampirin, doch sie hat keine Chance. Mit ihrem sterblichen Körper ist sie um Vielfaches schwächer. "Hnnnnchwllnch", würgt sie gepresst gegen das eisige Gesicht.
Mit einem festen Ruck stößt Boom Boom Dennah unsanft von sich weg, dass ihr Kopf wie bei einer Puppe in den Nacken schlägt, bevor er zurück nach vorn federt. Die Haare peitschen ungehalten durch die Luft. Ein verdammt ungutes Gefühl schießt in Dennahs Bewusstsein. Für einen Moment vergisst ihr Körper das Atmen. 'Wenn jemand Ärger macht, zeigst dus ihnen.' Panisch weiten sich Dennahs Augen. Nein! Nicht das! Nicht so! Nicht dieser Typ! Mit seiner ekelhaft krächzenden Fresse und dem gehässigen Gelächter, das ihre Adern gefrieren lässt.
"Was soll das, Bitch?" Garstig funkelt Boom Boom sie an. "Bist du jetzt auf einmal prüde?"
"Ich bin nicht mehr so, Boom." Die Arme schützend vor ihrem Oberkörper versucht Dennah sich loszuwinden, doch sie wird erneut gepackt.
"Du tust lieber, was ich sag." Boom Booms Gesicht rückt nah genug, dass Dennah ihren kalten Atem auf der Wange spürt. "Du willst doch nicht, dass ich zu deiner Blitzbirne geh." Abschätzig hebt die Vampirin eine Braue. "Er ist so zerbrechlich. Wäre schade, wenn ich ihm weh tu. Versehentlich natürlich."
Vollkommen entgeistert starrt Dennah sie an. Hat sie das gerade richtig gehört?! "Das würdest du ni-"
Boom Boom bleckt ihre Zähne. Und ob sie würde. Sie beide wissen das. "Wirst du brav sein und Boom geben, was sie will?"

Dennah schluckt. Was hat sie für eine Wahl? 'Manchmal müssen Mädchen geben, was Andere wollen. Das macht nix, ist nur der Körper.'
Die Demütigung herunterwürgend schnauft sie in sich hinein. Ihre Zungenspitze fährt befeuchtend über die Unterlippe. Dann nickt sie.
Boom Booms triumphierendes Lächeln ist wie ein Fausthieb in die Magengrube. Nicht weil sie von ihr verlangt, die Bitch zu sein. Das war sie so häufig, dass es jede Bedeutung verloren hat. Unzählige Male hat sie jeden und jede bedient, so wie es gerade gefordert wurde. Und sie hatte sich dabei auch noch nützlich gefühlt. Diese Rolle verschaffte ihr Ansehen. Sie war gut darin. Sie wurde bewundert. Wahrgenommen. Oh, und wie sie wahrgenommen wurde. Erst durch Blaze begann sie, zu verstehen, dass sie mehr als das sein kann. Dass sie Qualitäten darüber hinaus hat. Dass sie nicht auf einen Körper reduziert werden muss, um gesehen und gemocht zu werden. Dass sie nicht länger Bitch sein muss - sondern Dennah sein darf.
Die Tatsache, dass gerade Boom Boom es ist, die ihr diese neue Freiheit mit Gewalt entreißt, zerfetzt ihr das Herz. Boom, die ihr geschworen hat, sie zu schützen und für sie zu kämpfen. Die behauptet, sie zu lieben. Die Dennah so sehr geliebt hat, dass sie alles für sie getan hätte ... hat. Nun wird sie von ihr klein gehalten, mit Füßen getreten, für beschissene Machtspiele benutzt, als wäre sie nur eine kleine Marionette.
Das ist es, was sie innerlich vor Enttäuschung krampfen lässt, während Boom Boom beginnt, sich aus ihrer Kleidung zu pellen.
>>> Boom geht nach San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) >>>
>>> Dennah geht nach Del Sol Valley (2) >>>
#10
<<< Dennah kommt von Del Sol Valley (2) <<<
<<< David war in San Myshuno Nr. 7 - Haus der Geschwister Hawk (4) <<<
Charaktere: Dennah, David
Geschichtsstrang: Die Sache mit Stephen - Nachbeben
Blaze den Rücken zugekehrt starrt Dennah an die Wand. Obwohl sie so müde ist, wie gefühlt nie zuvor, kann sie nicht schlafen. Immer wieder spielen sich die Szenen der letzten Stunden hinter ihrer Stirn ab. Blaze ungehaltene Stimme, die Stephen entgegenbrüllt. Der Knall, der aus dem Lautsprecher bricht. Das Zerbersten seines Namens auf dem Display. Diese unerträgliche Stille, als wäre die ganze Welt verstummt. Das Schweigen zwischen ihr und Blaze.
Und dann am nächsten Tag die Blicke des Richters und des Anwalts. Die Nachricht, dass er nicht tot ist, traf sie wie ein Schlag. Den Rest seines Lebens - wie lange auch immer das sein mag - wird er vor sich her vegetieren. Und sie ist schuld.
War es das wert? Dieser kurze Moment der Rache?
Vor Gericht hatte sie noch Glück. Achtzig Stunden gemeinnützige Arbeit muss sie abreißen. Ein Eintrag im Vorstrafenregister. Aber die eigentliche Strafe ist es, mit ihrer Tat zu leben. Mit den Konsequenzen, die nicht sie tragen muss, sondern Stephen. Der Typ, von dem sie ihren ersten Kuss bekam. Der ihr Anerkennung schenkte. Sei es, was es ist - sie mochte ihn. Sie mag ihn. Er ist ein Freund. Und das wurde ihm zum Verhängnis.
Aus "Ermangelung an erzieherischen Maßnahmen", so sagte der Richter, sei sie "vermindert schuldfähig". Es mag ihr den Arsch gerettet haben, dennoch trifft es sie tief, zu hören, sie sei "ihrem Alter nicht entsprechend entwickelt" und habe "kein Empfinden für Richtig und Falsch". Soll er doch klar und deutlich sagen, was er meint: Sie ist ein dummer, schlechter Sim.
Der Kloß in ihrem Hals schnürt ihr die Luft ab, Übelkeit schießt in ihren Leib. Hastig richtet sie sich auf. Sie muss sofort ins Bad. Unelegant poltert sie über den Rahmen des Bettes und stürmt hinaus. Gerade noch rechtzeitig erreicht sie die Toilette, stürzt vor ihr zu Boden und erbricht die Suppe, die Cordula gekocht hatte, damit sie überhaupt etwas in den Magen bekommt. Das hätten sich alle Beteiligten sparen können. Unter heißen Tränen würgt sie einen Schwall nach dem anderen, bis nur noch beißender Schaum in der stinkenden Brühe landet. Bitterlich weinend hievt sie sich in den Stand, betätigt die Spülung und wäscht sich das Gesicht am Waschbecken. Kotzen ist so ziemlich das Widerlichste, was der simlische Körper zu tun im Stande ist.

Einen Moment verweilt sie auf das Waschbecken gestützt, betrachtet ihr aufgequollenes Gesicht, bevor sie zurück ins Zimmer schleicht. Blaze ruht unverändert auf dem Bett. Er ist ebenso mitgenommen wie sie und scheint in einem tiefen Schlaf der Erschöpfung zu liegen. Es ist so rührend, dass er trotz allem bei ihr bleibt. Zu ihr hält, obwohl sie ein solches Monster ist. Gefangen zwischen tiefer Dankbarkeit und Unwohlsein, weil sie seine Loyalität nicht verdient, seufzt sie, die nächsten Wellen des Weinens hinter vorgehaltener Hand erstickend. Leise angelt sie nach ihrem Handy und trottet mit hängenden Schultern in den Flur, die Treppe hinunter und aus der Haustür.
Die Nacht empfängt sie mit gähnender Gleichgültigkeit. Eine Weile steht sie nur da, hält die Leere in sich, wie einen treuen Begleiter, bis sie sich ihrer selbst erinnert. Sie muss mit jemandem reden. Irgendwem. Jetzt. Das Telefon in der Hand starrt sie aufs leere Display. Boom ist keine Option. Nie wieder. Vaas? Fühlt sich falsch an. Kiste? Zu verballert. McRotz? Abseits jeder Simlichkeit. David. Ja, das ist gut. Oder? Weiß er von der Geschichte? Nervös kaut Dennah auf dem Daumennagel herum. Ist ja eigentlich egal, denkt sie und öffnet die Kontakte auf dem Handy. Ihr Atem zittert, als das Freizeichen an ihrem Ohr ertönt. Es klingelt einige Male, bevor seine verschlafene Stimme sich meldet.
"Dan, was los?"

Sie hatte sich geschworen, nicht gleich loszuheulen, doch kaum hört sie die genuschelten Worte, bricht es aus ihr heraus. In einer unverständlichen Flut aus Geräuschen schluchzt sie ungehalten in den Hörer hinein - anfangs noch bemüht, eine Erklärung beizumischen, erkennt sie schnell, dass sie des Sprechens nicht fähig ist und reduziert sich aufs Weinen.
Augenblicklich ist David hellwach. Das klingt nach einem verdammten Nervenzusammenbruch. "Dennah, beruhige dich. Ich bin da. Ich hör dir zu, aber du musst durchatmen. Komm schon, du weißt, wie das geht. Durch die Nase ein - durch den Mund aus."
Zittrig folgt sie seiner Anweisung. Ohne es selbst zu registrieren, nickt sie gewissenhaft vor sich her. Durch die Nase ein, durch den Mund aus. Langsam klären sich ihre Gedanken, der Atem wird ruhiger und nach drei gleichmäßigen Zügen findet sie ihre Stimme wieder, um von dem Nachmittag zu berichten.
David traut seinen Ohren nicht. Zwar hatte er nie ein besonders tiefes Verhältnis zu dem Mitschüler, dennoch wälzen sich verschiedene Bilder durch seine Erinnerungen. Nicht nur das imponierende verschmitzte Grinsen des Bekannten erscheint vor seinem inneren Auge, auch der Anblick Pitas - damals, als er sie fand. Als dieser Anblick ihm Herz und Verstand aus dem Körper sprengte, der Geruch von all dem Blut und dem sicheren Gefühl, dass er nie wieder an irgendetwas anderes als diesen Augenblick würde denken können. Er hatte sich geirrt. Es hatte zwar eine Weile gedauert - und es hatte drastische Maßnahmen erfordert - aber er konnte diese Szene aus dem Alltag verbannen.
"Wo bist du? Ich komm zu dir." Noch ehe Dennah antworten kann, steigt er ins erste Hosenbein. Es steht außer Frage, dass er sie unterstützt.

"Nein, das musst du nicht." Schniefend wischt sie mit dem Handrücken über die Nase. "Ich bin nicht allein. Blaze ist hier."
"Habt ihr darüber gesprochen?"
"Nein. Er ... es ist ... schwierig." Tief seufzend ringt sie das aufkommende Mitgefühl herunter. Blaze ist so stark und so zielstrebig. Aber jetzt wirkt er einfach nur erschöpft.
"Gib ihm Zeit, Dennah. Für manche ist es nicht so einfach, sich mitzuteilen."
"Ich weiß.", nickt sie ins Telefon. "Ich will nicht, dass er das in sich rein frisst. Und ich will das auch nicht tun."
Stumm heben sich Davids Mundwinkel. Sie muss diesen Typen wirklich unheimlich gern haben. Trotz der Tragödie erfüllt es ihn mit Wärme, dass sie endlich jemanden gefunden hat, mit dem sie zusammen sein will. Ihre fragile Seele braucht dringend Stabilität. Halt. Vertrauen. "Der Zeitpunkt wird kommen. Der erste Schock muss verdaut werden. Und bis dahin kannst du mich jederzeit anrufen. Okay?"
"Das mach ich." Neue Tränen stürzen über ihre Wangen und treiben ihr entsetzliche Müdigkeit in die Knochen. "Ich geh jetzt wieder zu ihm."
Zögern.
Dann haucht ihre Stimme ein letztes Wort, bevor die Verbindung getrennt wird: "Danke."

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