Toronto

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05.09.2026 18:27
#51
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Bestseller-Schmied

Charaktere: Logan, Bob, Ash, Ro
Geschichtsstrang: Samstag


Das Gestell steht bereits, die Toms sitzen, nur mit der Hi-Hat ist Logan noch nicht zufrieden. Er dreht die Schraube ein Stück zurück, prüft den Abstand der Becken und tritt zweimal aufs Pedal. Zu weit. Noch einmal lösen, etwas tiefer, wieder festziehen.
Bob hat ihm beim Reintragen geholfen und den Großteil der Hardware mit aufgebaut. Inzwischen sitzt er mit Ororo und Ashley in der Sitzecke. Von dort zieht ihr Gespräch in Fetzen durch den Raum, während Logan sein Schlagzeug feinjustiert.



"Halbe Stunde pro Band", sagt Bob. "Mehr geben sie keinem, weil sie möglichst viele von den Leuten aus dem Haus unterbringen wollen."
Ashley lässt sich tiefer in das Sofa sinken. "Dreißig Minuten. Großzügig. Da können wir ja fast zwei Songs spielen."
"Wenn du bis dahin lernst, zwischen den Songs keine Romane zu erzählen, vielleicht sogar drei."
Bob erntet einen trockenen Blick seiner Lebensgefährtin und muss leicht grinsen.
Ororo hebt den Blick zu ihm. In ihrem Mundwinkel liegt etwas, das beinahe ein Lächeln ist.
"Eine halbe Stunde reicht vollkommen", sagt sie. "Für eine Eröffnung ist das ein vernünftiger Rahmen."
Bob nickt. "Sehe ich auch so. Und wir spielen nicht allein. Ich habe bisher vier andere Bands auf der Liste gesehen, aber es sollen wohl noch ein paar dazukommen."
Logan richtet sich auf.
"Was isn das fürn Club?"
Drei Köpfe drehen sich zu ihm.
"Der neue auf der anderen Seite vom Gebäude", erklärt Bob.
Logan sieht ihn einen Moment an.
Ashley schnaubt. "Du hast wirklich nichts davon mitgekriegt oder?"
"Sollte ich?"
"Seit Wochen rennen da Handwerker rum."
Logan beugt sich wieder über die Hi-Hat. "Hier rennen ständig irgendwelche Leute rum."
"Die haben Wände rausgenommen, die Elektrik neu gezogen und nachts halbe LKW-Ladungen durch den Hintereingang geschleppt."
"Nachts bin ich nich hier."



"Das Ding stand einige Monate leer. Neuer Betreiber, neues Konzept", erklärt Bob. "Livebetrieb soll ein ziemlich großer Teil davon werden. Deshalb wollen sie zur Eröffnung auch die Bands aus den Proberäumen dabeihaben."
Logan tritt erneut auf das Pedal. Diesmal schließt die Hi-Hat sauber.
"Wann?"
"Nächsten Samstag."
Logans Hand bleibt einen Augenblick auf der Flügelschraube liegen.
Was für ein Tag ist heute? Samstag? Kommt hin. Gestern hat er die Mail geschrieben. Im Datum stand Freitag.
Zum wiederholten Mal greift seine Hand nach dem Telefon. Noch immer keine Antwort. Hat er sie wirklich abgeschickt?
"Passt das bei dir?"
Bobs Frage holt ihn zurück in den Moment. Kurz überlegt er, worum es gerade ging.
Auftritt. In genau einer Woche.
"Klar."
"Gut." Bob nimmt einen Schluck aus der Tasse. "Ich würde morgen endgültig zusagen. Falls keiner von euch Einwände hat." Sein Blick geht zu den beiden Frauen.
Ororo schüttelt den Kopf. "Von mir aus gern. Es ist klug, Präsenz zu zeigen, wenn sie regelmäßig Liveabende veranstalten wollen."
"Genau mein Gedanke."
Ash streckt die Beine aus. "Und falls der Laden scheiße ist, haben wir wenigstens nur dreißig Minuten unseres Lebens verloren."
Ororo wirft ihr einen prüfenden Blick zu. Sie weiß um den Sarkasmus der Bassistin. Dennoch hat sie manchmal Mühe, gespielte von ehrlicher Abneigung zu unterscheiden.
"Was?" Ashley zieht die Schultern an.
"Du könntest neuen Dingen gegenüber aufgeschlossener sein. Ihnen eine Chance geben."
"Ich gebe ihnen eine Chance. Dreißig Minuten lang."
Bob lacht leise in seine Tasse.
Logan nimmt die Sticks vom Hocker, setzt sich und lässt einen davon einmal über das Fell der Snare springen. Dann noch einmal.
"Was spielen wir?"
Ash dreht den Kopf zu ihm. Aus irgendeinem Grund ist sie jedes Mal überrascht, wenn er unaufgefordert spricht. "Alles, was du ohne stolpern hinkriegst."



Logan sieht sie über die Becken hinweg an. "Dann fällt 'Bad days' schon mal raus."
"Das macht nichts." Ororo richtet sich etwas auf, als sie ihr Handy vom Tisch nimmt und ihre Notizen öffnet. "Wir haben genug Songs. Wenn wir uns eine top Ten Liste erstellen, können wir einmal auf Zeit durchgehen. Dann sehen wir, was passt." Anerkennend lächelt sie in die Runde. "Das Meiste sitzt schon ziemlich sicher."
Innerhalb weniger Minuten notiert sie Titel um Titel, die Logan ablehnend oder zustimmend kommentiert.
Schließlich pult Ashley sich aus dem Polster. "Na, dann wollen wir mal die Stoppuhr starten."
Ororo erhebt sich und zieht ihr Oberteil glatt.
Logan dreht einen Stick zwischen den Fingern und wartet, bis die anderen ihre Plätze einnehmen.


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21.09.2026 19:24 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2026 09:51)
#52
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Bestseller-Schmied

Charaktere: Jason, Gerda, Logan
Ort: WG Gerda/Logan
Geschichtsstrang: Alles okay



Gewalt
Homophobie



Die Türklingel wird in einem mehr als fröhlichem Rhythmus gedrückt. Gerda schmunzelt und lässt die Zierleiste fallen, die sie gerade aus der Gehrungslade herausgenommen hat, um sie an einer der langen Seiten des neuen und mittlerweile eingeräumten Plattenregals zu befestigen. Noch während sie aufsteht, vermisst sie das aufgeregte Gewusel von Bonnie. Ashbo hatten die Hündin gestern abgeholt - eine weitere Verlängerung des Aufenthaltes bei ihr und Logan war nicht mehr möglich. Eine beachtlich kurze Zeit nach dem drücken des Summers später, steht Jason in der der Haustür und begutachtet sie, nachdem er sie sich herzlich gedrückt haben. Mit den Händen in den Hüften erkundigt er sich nach ihrem verbundenem Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Unter geschlossenen Augen erklärt sie knapp "Ich bin beim Schrauben... ungünstig abgerutscht." Sie öffnet ein Auge um zu prüfen, ob Jason es bei der dürftigen Erklärung belassen kann.

Amüsiert hebt Jason das Kinn, ohne die Freundin aus den Augen zu lassen.
"Ungünstig abgerutscht ..." Seine Lippen formen ein schiefes Grinsen. "Könnte das mit der Fahne in Zusammenhang stehen, die hier dezent weht?" An ihr vorbeispähend scheint er nach etwas oder jemandem Ausschau zu halten. Doch weder in der Küche noch im Wohnzimmer wird er fündig.
Den gespielt giftigen Blick Gerdas ignoriert er und folgt ihr die wenigen Schritte durchs Wohnzimmer.

Ein missbilligendes "Pfft" lässt Gerda verlauten, dann marschiert sie voran auf den Balkon und klappt sehr umständlich die beiden kleinen Holzklappstühle auf. Nachdem sie sich auf einem niedergelassen hat, schmollt sie nur noch zur Hälfte. "Wie geht's bei dir und euch?" will sie ablenkend wissen und drapiert sich so auf dem Stuhl, dass sie ihre bandagierte Hand hinter Armlehne und aufgestelltem Bein in ein eingeschränkteres Sichtfeld rückt.



Jason folgt ihr schmunzeld. Einen Moment bleibt seine Aufmerksamkeit an dem Regal mit unzähligen Schallplatten hängen. Der Geruch von frischem Holz, Leim und Lagerung steigt ihm in die Nase. Na, das nenne ich mal Blickfang ...
Kommentarlos gesellt er sich zu Gerda, die beinahe eilig eine kaschierende Sitzposition einnimmt. Mit einer Hand rückt er den Stuhl zurecht, ehe er sich setzt und den Blick über die verhältnismäßig wenigen Blumentöpfe schweifen lässt, bis er auf das ausrangierte Gurkenglas stößt. Es ist über die Hälfte mit Zigarettenfiltern gefüllt und will sich nicht recht in die ansonsten eher liebliche Dekoration des Balkons einfügen.
"Och, du weißt doch", winkt er beiläufig ab, "uns geht's gut."
Eine kurze Pause entsteht, als würde Jason einen inneren Gedankengang abschließen, ehe er sich Gerda zuwendet.
"Billy hat ein neues Spiel." Er rollt gespielt genervt mit den Augen. "Irgendwas mit Sachen abreißen und aufbauen. Was weiß ich ... Seit vier Tagen bekomme ich ihn kaum noch zu Gesicht. Gestern zum Beispiel." Ein stummes Lachen kommt kopfschüttelnd über seine Lippen. "Da hab ich richtig schön gekocht. Braten. Ein Riesenaufwand. Ich hab ihn zwei mal zu Tisch gebeten. 'Ja, bin gleich da'." Belustigt imitiert er den Wortlaut seines Lebensgefährten. "Eine dreiviertel Stunde später fragt er mich, warum ich nicht auf ihn gewartet habe." Das schiefe Schmunzeln trifft Gerda, wohlwissend, dass sie versteht — ja, es nervt ihn. Dennoch ist es weniger eine ernstzunehmende Beziehungskrise als eine gelegentlich wiederkehrende Phase ihres Zusammenlebens.

Gerda verzieht bei den entstandenen Bildern der Erzählung mitfühlend das Gesicht. Seeehr unangenehm. Das Jason nicht schon nach sieben Minuten ausgetickt war und Billy das Wort zum Sonntag verpasst hatte, beeindruckt und verstört sie zutiefst. Das ihr Freund so einen langen Geduldsatem hat, hat sie schon immer bewundert. "Du bist soooo krass! Ich glaub... Ich hätte ihm das kalte Essen in die Schuhe gestopft" empört sie sich. "Oder alles alleine aufgegessen. Du bis so übernatürlich im Aushalten, Mann." Etwas beschämt guckt sich Bird ziellos auf dem Balkon um und zum Schluss auf ihre bandagierten, schlecht versteckten Finger.

Jason schürzt die Lippen. Ihr wandernder Blick entgeht ihm nicht.
"Och, irgendwann lernt man, welche Schlachten sich lohnen. Manche führen nur zu Stress."
Seine Brauen hüpfen einige Millimeter höher, als er unverhohlen ihre Hand betrachtet. Mit einem Ausdruck á la 'Merkste selber' richtet er sich neu auf dem Stuhl aus.
"Möchtest du darüber reden oder tun wir beide so, als wäre da nichts?"



Ein langer Blick der 'ja tu ich und ich geb mich trotzdem trotzig-dumm' findet seinen Weg zum Empfänger. Aber Jason hat das eindeutig lässigere und standhaftere Pokerface. "Na gut" gibt Gerda unter fünfzehn Sekunden auf. "Deine ursprüngliche Vermutung trifft zu, ich hab mir etwas Whiskey-gestützt beim hämmern auf die Finger gekloppt." Mit einer Bitte-da-hast-du's-Geste wirft sie unerwartet beide Unterarm in die Luft. Sich rechtfertigend erklärt sie weiter, "aber das musste nur soweit kommen, weil Logan ein traumatisiertes, stumpfes Männer-Arschloch ist, in den sich nicht reinkriegen lässt, worum eigentlich geht. Also wie viel mehr er ist, als er von sich denkt. Vorallem aber tut er so, als wäre ich ne beschissene Heulsuse! Also ob ich aaaandauernd Gefahr laufe, ihn emotional unter Druck zu setzen! Ich könnt ihn..." verzieht sich Birds Gesicht zu einer finsteren Grimasse. Obwohl ihr Schädel noch immer ein bisschen brummt, bekommt sie sofort Lust, sich ne Mische zu machen und sich wieder ins geistig wattige zu katapultieren. "Und auf jeden Fall hab ich mir das Scheiß-Gespräch sowie die weitere Zwangsarbeit schön und meine Reaktions- und Koordinationsfähigkeit langsam getrunken. Ich hab dir alles erzählt und du kennst mich." mault sie jetzt mehr wie ein Kind. "Sonst hätte ich ihn auseinander genommen - ohne sexy Eier kochen. Ich koche NIE WIEDER EIER! Egal ob metaphorische oder reale. Dieser Mistkerl. Auch wenn er sein bestes gegeben haben sollte, reicht es mir langsam. Ich bin kein Püppchen."

Jason lauscht dem Wortschwall mit schmaler werdenden Augen. Die Lippen formen ein freundliches Lächeln, als sie zu schimpfen beginnt und schließlich mit düsterer Miene endet.
"Lass mich das kurz rekonstruieren." Sein Zeigefinger legt sich für einen Moment gegen die Oberlippe.
"Ihr habt geredet. Über irgendwas das mindestens dich aufgebracht hat." Der Finger deutet auf sie, ehe die Hand auf das überschlagene Bein sinkt.
"Dann hat er dich Heulsuse genannt und gesagt, dass du ihn unter Druck setzt ..." Seine Brauen wandern betonend etwas höher. "Emotional." Nun neigt sich sein Kopf ein wenig, als würde er über die nächsten Worte noch während des Sprechens nachdenken.
"Und aus Rache hat er dir Whisky in den Schlund geschüttet und dich genötigt, dieses Ding da drinnen zusammenzubauen?" Wieder hebt sich der Finger, deutet dieses Mal auf die Hauswand, hinter der sich das neue Möbelstück befindet.

"Sozusagen, ja" erklärt sie trocken und mit der Mine einer Politikerin, die gerade auf etwas sehr unangenehmes gelenkt wurde, zudem sie nichts sagen kann, weil ihr die Themenkompetenz fehlt. "Für weitere Fragen kannst du dich an meinen Mitbewohner wenden, der hat vielleicht differenzierter Erinnerungen. Und mehr. Wobei... Ich bin nicht allein für den ungelüfteten Whiskey-Dunst in der Wohnung verantwortlich, sollst du wissen." Als ob sie durch die Wand blicken kann, mustert sie das Regal, dem sie jetzt alleine noch den Zierleisten-Feinschliff verpasst, auf ihre Rechnung und ihr Zeitkonto. "Das ich das versäubern der hässlichen Schnittkanten übernehme, war so abgemacht."



Genervt wirft Logan sich in die Rückenlehne. Das hässliche dicke Kind glotzt ihm aus dem Monitor entgegen. Manche Sims sehen doch bei jedem Standbild scheiße aus. Diese Eigenschaft scheint um ein Vielfaches schlimmer zu werden, wenn man den Mist ansehen und übersetzen muss.
Der Job nervt ihn. Das meiste, mit dem er sich beschäftigen muss, ist Bullshit. Jenseits der Grenze des vertretbaren Entertainments.

Und Natalie hat noch immer nicht geantwortet. Vielleicht ist sie doch angefressen. Er könnte es ihr nicht verübeln.
Oder ihre E-Mail-Adresse ist nicht mehr aktuell. Nach so vielen Jahren wäre das durchaus möglich.
Oder vielleicht ... ist ihr etwas zugestoßen. Sie könnte im Rollstuhl sitzen. Oder unter der Erde liegen.
Logans Brauen ziehen sich enger zusammen. Nein, das ist absurd. Das hätte er erfahren.
Die Stirn legt sich in Falten und lockert die strenge Miene etwas auf.
Hätte er das?
Er seufzt. Kopfschmerzen ziehen über seine Schädeldecke. Er hasst es, in der Luft zu hängen. Nicht zu wissen, woran er ist ...
Sein Blick fängt die Uhrzeit am unteren Rand des Bildschirms ein. 01:27PM — keine fünf Minuten sind vergangen, seit er das letzte Mal nachsah.
Vielleicht ist ja jetzt etwas gekommen.
Das dicke Kind glotzt immer noch.
Scheiße.
Das ist doch lächerlich.
So kann er unmöglich arbeiten. Er braucht endlich Gewissheit. Beinahe zwei Tage ist es her, dass er sie kontaktiert hat. Warum antwortet sie nicht?
Er nimmt die Kopfhörer aus den Ohren und wirft sie auf den Tisch. Ein missmutiges Pfeifen quietscht aus einem der Stecker.
Logan steht auf und greift nach dem Zigarettenetui. Rauchen ist gut. Das beruhigt die Nerven.
Mit strammen Schritten erreicht er die Tür und verharrt kurz, als sein Blick auf das Regal gegenüber fällt.
Was zum ...
Sie hat schon alles eingeräumt? Er hatte doch gesagt, er macht das. Er hat ein System. Bestimmt hat sie einfach alles irgendwie reingestopft. Nach Farben und Mustern sortiert oder so. Dieser weibische Drang, alles zwanghaft durchzustylen ... Logans Brauen fallen tiefer ins Gesicht.
"Hey!" Gerade als er sich fragt, wo seine Mitbewohnerin steckt, dringt ihm die vertraute Stimme ans Ohr. Ohne darüber nachzudenken, nimmt er den Weg zum Balkon.
"Du!" Er hat kaum einen Fuß über die Schwelle gesetzt, als er ungehalten losblubbert:
"Wieso haste schon wie-"
Sein Blick trifft auf den Kerl, der bei ihr sitzt.
Der.
Was will der schon wieder hier?

Jason hebt den Blick, als die brummige Gestalt unelegant durch die Balkontür walzt und abrupt verstummt. Die Körperspannung, über die Gerda schon einige Male gesprochen hatte, entgeht ihm keine Sekunde. Ebenso wenig wie die Kälte, die ihm entgegenschlägt. Dennoch, oder gerade deswegen, nickt er dem Misepeter freundlich zu.
"Hallo."

Ein mürrisches Brummen ist die Antwort.
Logans Hand schiebt das Etui in die hintere Hosentasche, während sein Gesicht der Mitbewohnerin einen anklagenden Blick zuwirft. Er wird ganz sicher nicht hier rauchen, bei Lorelei und Dorothy. Gerade will er abdrehen und die Wohnung verlassen, als Jason scheinbar ein Gedanke kommt.
"Oh", unterbricht er die angespannte Stille, "ich werde mal zur Toilette gehen. Entschuldigt mich." Ein kaum sichtbares Nicken trifft Gerda, während er sich erhebt, um sich zur Tür zu bewegen.
Jason schiebt sich aus dem Stuhl und dreht sich hinter Logan in Richtung Wohnzimmer. Der steht wie ein festgewachsener Baum noch immer vor dem Durchgang und setzt nur widerwillig einen Schritt zur Seite. So kann Jason unmöglich an ihm vorbeikommen. Halb hinter dem Sturkopf bleibt er hängen, eingekeilt zwischen Stuhl, Wand und Logans Rücken.
"Entschuldige, darf ich mal …"
Seine Hand legt sich auf Logans Schulter, um ihn mit leichtem Druck ein Stück weiter auf den Balkon zu dirigieren.



Die unerwartete Berührung treibt Logan einen eiskalten Schauer durch den Oberkörper. Sofort wirbelt er herum, in der selben Sekunde reißen seine Arme nach vorn. Mit beiden Händen stößt er reflexartig gegen den Körper vor sich. Der Stoß ist kräftiger als notwendig wäre, sodass Jason überrascht und ungebremst gegen die Wand prallt. Ein dumpfes Ächzen poltert aus seinem Brustkorb, als zuerst die Schulter, dann der Rücken landet.
Irritiert und erschrocken starrt er Logan an.
Der wiederum macht einen gezielten Schritt auf ihn zu, die Augen schwarz, jeder Muskel angespannt, der Finger nah vor Jasons Gesicht erhoben.
"Fass mich noch einmal an, du Schwuchtel."
Die Worte sind leise und heiß. Sie brennen zuerst in seiner Kehle, dann steigt die Hitze in die Schläfen und erreicht schließlich die Augen.
Irgendwo hinter sich hört er das Kratzen eines Stuhls auf dem Boden. Er will sich umdrehen, doch er weiß, dass das einzige, was er sehen wird, die verzerrte Gestalt ist, die über dem Haufen Fleisch steht und immer wieder danach tritt.

Gerda bemerkt den Panther erst, als er sie knapp mit dem Personalpronom und einem mürrischen Blick befeuert. 'Was soll das? Spinnt der jetzt total?' Sie will ihm gerade sagen, dass er sich diese Form der Anrede gar nicht erst anzugewöhnen braucht, als die Situation langsam aus dem Ruder läuft und eskaliert. Die Szene bei der sie plötzlich Gast ist hat eine Heftigkeit, die ihr Übelkeit bis in die Knochen treibt. Sie weiß, dass er Jason aus ihr noch unbekannten Gründen nicht besonders leiden kann und das Berührungen für Logan schwierig sind und in der Regel zu starken Reaktionen führen. Aber das hier? Das überschreitet jede Grenze, die sie kennt und nachvollziehbar findet. Es ist ihr Freund! Und sie sind hier im GEMEINSAMEN Zuhause. ZUHAUSE. Das ist zu extrem. Was ist hier los?! Gerda steht mit einem Mal, ohne das sie es registriert. Der Stuhl schnarrt hinter ihr. Mit einem schnellen Blick überprüft sie, wie Jason dem Angriff begegnet. Gut. Sie kann erkennen, dass die erlernten Schalter greifen. Auch Jason hat einiges an Berufserfahrungen im Umgang mit Menschen - vor allem mit schwierigen Jugendlichen. Er kommt klar mit der Bedrohung, die sich fünf Zentimeter vor seinem Gesicht manifestiert hat. Gerda kann nur Logans Rücken sehen. Dennoch weiß sie, dass er im Tunnel ist. "Baghi, hier ist Bird. Es ist alles Okay" wiederholt sie ein paar Mal, ruhig und sanft gesprochen.

Jasons Gesicht verliert jeden Rest von Wärme. Für einen Moment steht er vollkommen still an der Wand, eine Schulter leicht nach hinten gezogen. Der dumpfe Schmerz zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule erreicht ihn nur langsam.
Vor ihm steht Logan, so dicht, dass Jason den gestrigen Alkohol in seinem Atem riechen kann. Die erhobene Hand direkt vor dem Gesicht und die Augen schwarz funkelnd. Jetzt, aus dieser Nähe, fällt Jason auf, wie weit Logans Pupillen sind. Ist das Rage oder ist er auf irgendetwas drauf?
Innerlich zutiefst erschrocken und aufgewühlt, zwingt Jason sich zur Ruhe. Bloß nicht hastig bewegen oder unüberlegt sprechen.

Logans Brust hebt und senkt sich schwer. Hinter ihm zählt Gerda immer wieder die selben Worte auf, als wäre sie auf einer Mission.
Baghi.
Bird.
Alles okay.
Logan schnaubt. Nichts ist okay. Der Typ hat ihn angetatscht.
Wenn Gerda unbedingt mit solchen Leuten befreundet sein will, soll sie das tun. Aber er duldet es keine Sekunde, von so jemandem begrabscht zu werden. Nie wieder!
Die tiefe Abscheu sticht ihm aus den Augen, als er sich zwei Zentimeter vorlehnt.
"Halt dich von mir fern." Er raunt die Worte leise genug, dass nur Jason sie hört.
Dann richtet er sich auf, wirft Gerda einen harten Blick über die Schulter zu und verschwindet mit festen Schritten im Inneren des Wohnzimmers. Nur einen Augenblick darauf fällt die Wohnungstür ins Schloss.

Jason schließt für einen Atemzug die Augen. Erst als die Tür sich schließt, schießt ihm Übelkeit in den Magen. Die Beine werden weich.
Es ist nicht das erste Mal, dass er angefeindet wurde. Dennoch war das hier anders.
Langsam öffnet er die Augen. Ohne etwas dagegen tun zu können, kommt Scham in ihm auf, als er Gerdas Gesicht sieht. Er hat nichts falsch gemacht. Und er ist nicht falsch. Es ärgert ihn, dass es sich trotzdem so anfühlt.



Erst als die Haustür knallt, verliert sich Gerdas Anspannung und sie nimmt eine regelmäßige Atmung wieder auf. Mit dem noch nachbrüllenden Schreck in den Gliedern bewegt sie sich vorsichtig auf ihren Freund zu, leicht den Kopf schüttelnd. Sie kennt diesen Blick. "Jason, nein. Stopp. Es gibt nichts an dir oder deiner Handlung, die rechtfertigt, was Logan getan hat! Nichts, hörst du?" Stützend reicht sie ihm ihre linke Hand und umklammert ihn vorsichtig mit ihrem rechten Arm. Langsam buxiert sie Jason, der sich allmählich wieder fängt und mehr und mehr nach sich aussieht, aufs Sofa. "Warte hier, ich mache dir eine Wärmflasche. Die wird deiner Seele oder deiner Schulter gut tun." Nachdenklich rollt sie ihren Krankenschwester-Satz erneut durch den Teil ihres Gehirns, der ihn zuvor schon auf Logik überprüft hat und sich sicher war, dass die vorgeschlagene Maßnahme eventuell nicht zielführend ist. Unsicher hängt sie an, "Und ein Kühlpack. Ich weiß grad nich... Bin gleich wieder da." Ohne das sie dem Angegriffenen noch eine Reaktionsmöglichkeit lässt, ist sie verschwunden und kurze Zeit später auch schon wieder da. "Hier ist schon mal das Kühlpack, fang damit an." Jason's Lippen umspielt ein dankbarer Zug und sie kann sich nicht beherrschen und nimmt ihn in den Arm. "Wenn es geht und du darüber sprechen magst, sag mir bitte was er zu dir gesagt hat, bevor er abgedampft ist." Entschuldigend löst sie sich soweit, dass sie ihrem Freund in die Augen schauen kann. "Ich glaube das das wichtig ist. Es hat soviel nicht gestimmt an der Situation... Mit dem Angriff auf dich" erklärt sie weich und streicht Jason mit einem Finger fast mütterlich über die Wange.

Bevor Jason irgendetwas sagen oder tun kann, ist Gerda an seiner Seite und führt ihn zum Sofa. Die Ereignisse der letzten Minuten erreichen seinen Verstand nur langsam.
"Alles okay, mir fehlt nichts", sagt er leise, als Gerda ihren Krankenschwestermodus hochfährt. Seine Stimme ist zu beschlagen, als dass sie ihn hören könnte, während sie bereits in die Küche abdreht.
Weniger als eine Minute später drückt sie ihm das Kühlpack in die Hand. Es ist deutlich zu klein für den ausstrahlenden Schmerz und so überlegt Jason einen Moment, wo es am effektivsten wirken könnte, ehe er es zwischen Rücken und Sofalehne einklemmt.
Die Selbstverständlichkeit, mit der Gerda ihn umsorgt, wärmt ihm das Herz. Gleichzeitig wird ihm ihre Fürsorge zunehmend unangenehm. Mit jedem besorgten Blick bekommt das Geschehene mehr Gewicht und sein eigener Schrecken mehr Kontur.
Er versteht gut, dass sie wissen möchte, was Logan zu ihm sagte. Einen Atemzug lang sieht er sie an. Dann wendet sich sein Kopf leicht zur Tür. Seit dem Knall lauscht ein Teil von ihm auf jedes Geräusch aus dem Treppenhaus. Die Sorge, die er Gerda vor einiger Zeit gegenüber Logan bereits angedeutet hatte, drängt sich wieder in den Vordergrund. Damals beruhte sie auf Beobachtungen und einem unguten Gefühl. Jetzt pocht seine Schulter als ziemlich konkrete Ergänzung dazu. Der Gedanke daran, dass Logan jederzeit zurückkommen könnte, liegt ihm unangenehmer im Nacken, als er zugeben mag. Die Worte des Angreifers hallen wieder und wieder in seinem Hinterkopf. Dennoch ist er gerade nicht fähig, sie zu wiederholen. Er braucht Abstand. Zeit. Vielleicht ein paar vertraute Stunden mit Billy, bevor er entscheiden kann, wie er das alles einordnen soll.
"Ich denke, ich möchte nach Hause", erklärt er schließlich. "Ich muss das verarbeiten."
Der Drang, sich zu sammeln, wieder sicher auf den Beinen zu stehen und das Gefühl loszuwerden, gerade hilflos an dieser Wand gehangen zu haben, wächst mit jedem Atemzug. Er kann nicht bleiben, und schon gar nicht darüber reden, solange er selbst kaum weiß, was in ihm vorgeht.

Gerda nickt erst nur stumm. „Das verstehe ich. Komm … ich bring dich noch raus und begleite dich bis zur Bahn.“
Vorsichtig und stützend untergehakt überwinden sie die wenigen Meter in den Flur. Beide ziehen sich ihre Schuhe an.
Armer Jason.
Man muss weder mit einer vollen Ladung Empathie beladen noch ein Freund sein, um zu sehen, wie tief, überraschend und allumfänglich schmerzhaft dieser plötzliche Eskalationsmoment war. Gerdas Augen beginnen nervös zu zucken – sie fühlt sich mitverantwortlich und schämt sich fremd, wie sie es lange nicht getan hat.
Obwohl sie weiß, dass Baghi einen Grund für sich haben muss, der sein so übertriebenes und falsches Verhalten erklären wird, will sie es nicht verstehen und für sich greifbar machen. Es ist eine Sache, wenn der Panther sie unangebracht unverschämt anranzt oder muffelig in die gemeinsame Umwelt plundert. Aber einen der liebsten und friedlichsten Sims Torontos so anzugehen und sogar anzugreifen … Das geht nicht!
Er ist ihr Freund. Nach Ash ihr bester Freund. Und das weiß Logan.
Mit versteinertem Blick schiebt sie sich und ihre aufgewühlte Fracht durch das Treppenhaus. Sollten sie ihm begegnen und er es wagen, auch nur die Luft schräg einzuziehen, wird sie ihm gehörig den Kopf waschen. Egal, ob er ihr eine zurückverpasst. Sie wird nicht zulassen, dass er in ihrer Gegenwart und in ihrem gemeinsamen Zuhause solche Grenzüberschreitungen bringt.
Vor Aufregung und Sorge bebend streckt sie die Hand nach der Türklinke der Eingangstür im Erdgeschoss aus.

Mit polterndem Herzen lässt Jason sich durchs Treppenhaus führen. Die Anspannung zieht krampfend an seinen Schultern, als Gerda die Haustür öffnet. Ohne es zu merken hält er für einen Moment den Atem an und lässt die Luft erst langsam ab, als auf den ersten Blick niemand vor dem Haus zu sehen ist.
Ein wenig eiliger als sonst führen Jasons Schritte den kurzen Aufgang entlang. Sein gehetzter Blick fällt flüchtig auf den hölzernen Torbogen. Das äußere Standbein zeigt einen tiefen Riss. Etwa auf Kniehöhe ist das Holz angebrochen. War das vorhin auch schon so?
Der Gedanke verflüchtigt sich sofort wieder. In seinem Kopf ist gerade kein Platz für Nebensächlichkeiten.
Gleich ist er weg und auf dem Weg nach Hause. Nur noch ein paar Schritte dem Haus entlang, dann liegt der Schrecken hinter ihm und er kann endlich richtig durchatmen.
Absichernd huscht sein Blick über das Grundstück, als sie auf den Gehweg abbiegen.
Scheiße!
Der Schock schießt ihm direkt in die Blutbahn, als er Logan an der Seite des Hauses stehen sieht.
Für den Bruchteil einer Sekunde krampft sich alles in ihm zusammen. Dann streckt er den Rücken durch, hebt das Kinn und sieht direkt hinüber. Er wäre nicht der, der er heute ist, hätte er sich von Homophobie einschüchtern lassen. Zugegeben: Logan hat ihn erwischt. Dieses Mal. Aber er ist nicht bereit, daraus eine persönliche Niederlage zu machen.



Logan reibt sich die linke Hand. Der Schmerz zieht scharf von den Fingerknöcheln über den Handrücken bis ins Gelenk. Das Knie verzeiht den Tritt gegen das Holz deutlich schneller, als die Hand den Schlag gegen das Mauerwerk.
Die rasende Wut verdunstet langsam, wie der Rauch, der von der Kippe zwischen seinen Lippen aufsteigt und ihm die Sicht vernebelt.
Glückwunsch, du Freak. War ja ma wieder ne richtige Glanzleistung. So viel zum Thema Sicherheit und schönes Leben.
Beinahe von selbst setzt sich in Gedanken die Rechnung zusammen, wie sauer Gerda sein dürfte. Impulsivität plus Loyalität plus Überraschungseffekt mal Konflikt von gestern.
Aus dem Augenwinkel erkennt er Bewegung an der Straße. Jason sieht ihn zuerst.
Logans Finger nehmen die Zigarette auf, während er den Blick hält. Sofort kommt ein Teil der Wut wieder in ihm auf.
Dann sieht auch Gerda hinüber. Sieht übel aus, findet Logan. Egal, was bei seiner Rechnung herauskommt — das Ergebnis muss mit mindestens zehn multipliziert werden.
Er wendet den beiden den Rücken zu, nimmt einen letzten Zug und zertritt den Filter am Boden. Wenn sie zurück kommt, wird sie ihm ein Gespräch aufdrängen. Da hat er jetzt absolut keinen Bock drauf. Kurzentschlossen nimmt er den Weg hinters Haus, wo der Wagen parkt, steigt ein und startet den Motor. Keine Minute später fährt er, von lauter Metalmusik begleitet, an den beiden vorbei, ohne ihnen einen Blick zu schenken.

Gerda seufzt mitfühlend auf und drückt ihn an sich, als er zuckend innehält und sich sichtbar wappnet. Ihr Blick folgt dem seinen, bis sie den Panther erblickt, rauchend, angespannt, prüfend. Sie schiebt ihren Unterkiefer vor und fixiert ihn mit einem Blick, der klar sagt, dass er es unter keinen Umständen wagen soll, sich ihnen zu nähern. Ihr Freund braucht jetzt keine weitere Auseinandersetzung. Sie selbst hingegen ... Aber das muss warten. Nicht nur, weil ihr Mitbewohner einige Sekunden später mit seinem Wagen abdampft. Vor allem, weil sie Jason jetzt vielleicht sogar besser nach Hause bringen sollte. „Er kommt vorerst nicht wieder, das kann ich dir sagen“, versucht sie zu trösten. „Komm, ich bring dich zu Billy.“




---- Später ----




Mit einiger Mühe hat sie es geschafft, aus dem Tarantel-Modus auszusteigen und Jason nahezu zu übergeben, wie eine pädagogische Fachkraft ein Kind an seine Mutter – nach dem härtesten Kita-Tag des Jahres. Sie seufzt. Das Bild von Jasons Erlösung, als er sich in Billys rettende Arme werfen konnte, wird sie nie wieder vergessen.
Was zur Hölle ist hier passiert? OHNE, dass sie es hat kommen sehen. Tränen schwallen jetzt aus ihr heraus. Was hat sie nur falsch gemacht? Hat es überhaupt mit ihr zu tun? Wie k o m m t er nur dazu, so eine homophobe Nummer abzuziehen?
Logan war klar in einem Tunnelrausch. So ähnlich wie vor einer Weile, auf dem Abschieds-Gig von Jo. Als der Typ unverschämt wurde und ihr „Nein“ nicht akzeptieren konnte. „Aber das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe“, zwängen sich die Worte aus ihr heraus, als sie in ihre Straße einbiegt. Eine halbe Minute später ist sie wieder an dem Punkt angelangt, der die verdrängte Tatsache auf den Plan zieht, dass Baghi Jason immer über die Maßen stoffelig und pampig angesprochen hat. War das etwa kein Zufall oder einfach ein schlechter Moment?
Hat es was mit Jasons Sexualität zu tun? Nein! Das will sie einfach nicht glauben. Das. Kann. Nicht. Sein. Das darf nicht sein!
Gerda checkt mit einem schnellen Blick über die Schulter, ob sie die Straßenseite wechseln kann. Jawoll. Kurzum ist sie über die Fahrbahn gewechselt und steht vor dem Späti. Ob sie sich mit überteuerten Schokoriegeln eindecken sollte? Mac 'n' Cheese werden Zuhause nicht reichen. Sie hat so viel zum auseinander und wieder zusammen zu analysieren! Der Feigling wird sich eh vor zwei Tagen nicht unter ihre Augen wagen, vermutet sie. "Besser isses" motzt sie der Ladentür, ihren Gedanken und dem Panther, wo immer er auch stecken mag zu. Dann betritt sie den Laden mit dem festen Plan, sich für den Rest des Tages mit geile Scheiß einzudecken, der ihre zerrissene Seele hoffentlich zusammen zu halten vermag. Krampfhaft versucht sie, den Gedanken wegzudrücken, der sich plötzlich zwischen all die Fragen schiebt und alles auf den Kopf stellt.
'Was, wenn mir seine Antworten nicht reichen? Wenn sie etwas bedeuten, womit ich nicht leben kann? Wenn ich dann nicht mehr mit ihm zusammenwohnen kann? Wo ich ihn und ein' uns' doch so will?'


(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


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