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Oasis Springs - Delsyns Camper
<<< Maryama kommt von Oasis Springs Nr. 11 - Familie Töpfer <<<
Charaktere: Delsyn, Maryama
Geschichtsstrang: Gemischte Gefühle
Delsyns Auge schwillt bereits ab und die Lippe fühlt sich verkrustet an. Der Boxhieb in die Seite ist nur noch ein Phantom. Es ärgert ihn, dass er Unterlegen war aber sagt ihm, dass er zu lange zu wenig für seinen Körper getan hat. Deshalb hat er seine alte Übungspuppe entstaubt. Vor ihr stehend, wärmt er sich auf, macht ein paar Dehnübungen und dann schlägt er unerwartet zu. Die Puppe dreht ihre beweglichen Arme, er duckt sich, nächster Schlag. Bedauernd muss er fest stellen, das seine Kondition massgeblich abgebaut hat. Wenn dieser Mann nochmal auftaucht, diesmal wegen Blaze oder wenn er sich an die Familie in Newcrest wendet bevor er geschnappt wird, darf sich dieser Kampf nicht wiederholen. Obwohl Del natürlich hofft, dass dass das letzte Mal gewesen ist und er will nicht daran denken was gewesen wäre, hätte er eine Schusswaffe dabei gehabt.
Während er trainiert, bemerkt er nicht wie sich Besuch nähert. 
Gerädert, aber endlich vor Ort, steigt Maryama in Oasis Springs aus dem Bus. Die Nacht war kurz, von Alpträumen durchsetzt und vormittags kreisten ihre Gedanken laufend um die gestrigen Ereignisse. Jetzt, nach dem ersten Arbeitspensum frisch geduscht und angezogen, fühlt sie sich zwar wieder wie ein Sim, aber der Überfall lastet dunkel auf ihrer Seele. Als sie sich Delsyns Domizil nähert, sieht sie ihn vor dem Camper an einem Trainingsgerät üben. Einerseits erleichtert, dass er auf und aktiv ist, erfüllt sie der Anblick auch mit Sorge. Übernimmt er sich nicht damit, nach der Prügelei gestern? Eilig geht sie weiter und bleibt nur wenige Schritte von ihm entfernt stehen. Delsyns Bewegungen sind präzise und schnell. Ein leichter Schweißfilm überzieht seinen Körper und die Adern treten an manchen Stellen hervor. Maryama beobachtet fasziniert die wechselnden Schlagpositionen und das geschmeidige Spiel der Muskeln, die sein ärmelloses T-Shirt noch betont. Als sie bemerkt wie lange sie ihm schon zu sieht, richtet sie den Oberkörper auf und räuspert sich beim näher treten. "Delsyn? Hi." Sie stellt sich in sein Blickfeld und lächelt. "Meinst du, das ist gut schon so zu trainieren? Nach gestern?"
Aus der Konzentration gerissen, erschreckt Del sich sichtlich. Der beschleunigte Herzschlag macht einen Satz und beruhigt sich als er sie erkennt. "Hi." grüsst er zurück und greift nach dem Handtuch um sich das Gesicht abzuwischen. Er muss kurz über die Frage nachdenken. "Das hat... psychologische Gründe." sagt er, "Was verschafft mir die Ehre?" Lächelnd legt er das Handtuch um den Nacken und hängt die Hände an je eine Seite. Die Abendsonne taucht Maryama in ein warmes Licht, und eine zarte Freude über ihren Besuch breitet sich in Del aus.
"Ehrlich gesagt.." Maryama zieht einen Campingstuhl zurück und plumpst auf die Sitzfläche. "Ich komm nicht zur Ruhe und.." Sie zuckt leicht mit der Schulter und lächelt ein wenig. "Ich hab mir Sorgen um dich gemacht."
„Ich bin mir sicher er wird geschnappt.“ sagt Del zieht das Handtuch ab und setzt sich auf den Gartenstuhl neben ihr. Er versucht darüber zu lächeln, dass sie sich Sorgen um ihn macht. In seinem Ton schwing jedoch seine eigene Unruhe mit. „Ich mache mir mehr Sorgen um meinen Bruder und Adrian. Ich glaube sie stecken ganz tief in Schwierigkeiten aber Sullivan redet nicht darüber.“ Del stützt sich mit den Unterarmen auf die Knie und schaut auf Maryamas Füsse als ob es noch mehr Gäbe was ihn beschäftigt. „Ich hoffe die Polizei ist schnell.“
Stirnrunzelnd mustert Maryama ihn. Warum übergeht er so oft seine eigenen Belange? Sie erinnert sich an die Schneewanderung und seinen narbenbedeckten Oberkörper. Die Schläge gestern haben im zugesetzt, das war nicht zu übersehen. Gerne würde sie nachhaken, lässt es aber bleiben.
Seufzend nickt sie. "Das ist es, was mich auch nicht los lässt. Nicht nur die beiden, sondern auch Denize und das Baby sind in Gefahr." Sie stockt. "Warte. Ist Blaze hier? Bei dir? Ich dachte er wäre in Strangerville beim Militär." 
„Er hat aufgehört.“ sagt Del und es ist schwer zu erkennen ob er froh darüber ist oder es bedauert. „Ich weiss nicht warum.“ er zuckt mit den Schultern. „Was soll ich sagen, er ist erwachsen und trifft seine Entscheidungen selbst...“ unschlüssig reibt er sich den Nacken, dann fällt ihm etwas ein. „Entschuldige, willst du etwas zu trinken?“
"Ja, gern ein Wasser." nickt Maryama . "Du hast versucht mit ihm zu reden und er verschließt sich?" erkundigt sie sich als er mit dem Getränk zurück kommt und nimmt dankend ein Glas entgegen. Sie schenkt sich ein und stellt den Krug zurück in die Tischmitte. Nachdenklich nippt sie am Getränk. "Erinnerst du dich? Der Mann sagte was von vor fünf Jahren. Blaze und Chip waren da ..zwölf? Könnte die Wurzel des Ganzen in dieser Zeit liegen?"
„Das ist genau das Alter über das unser Vater sich bei ihm ständig beschwert.“ fällt es Del plötzlich wie Schuppen von den Augen. „Du hast vielleicht Recht, nur…“, er lehnt sich nachdenklich zurück, „Das bringt uns nicht viel, so lange er oder Adrian nicht darüber reden.“ Delsyn seufzt und greift nach dem Wasser, „Die Geschichte kommt zugegeben, zeitlich nicht besonders gelegen.“
Maryama, die sinnend ihr Wasserglas schwenkt, blickt auf. "Was meinst du?"
Del reibt sich die Stirn wie um Zeit zu schinden. „Meine Mutter kommt aus New Jersey zu Besuch und sie sollte das hier“, er weist auf sein Gesicht, „Besser nicht in den falschen Hals bekommen.“ Er lächelt verlegen. „Ausserdem ist mir nich besonders wohl dabei, wenn grade ein schwergewichtiger Mann in der Gegend einfach in Häuser kommt.“ 
Als Delsyn seine Mutter erwähnt, ist Maryamas erster Impuls, nachzuhaken. Wenn er über Familie spricht, betrifft das normalerweise die Blaisdells, daher horcht sie jetzt auf. Sein letzter Satz kickt aber Erinnerungen an, die sie von interessierten Fragen ablenken.
"Ja, das ist der Horror." sagt sie mit belegter Stimme. "Ich habe schon einmal etwas ähnliches erlebt." Sie pult mit dem Fingernagel an ihrem Glas herum. "Letzten Sommer. Ein stadtbekannter Straftäter hat mich in meinem Zelt überfallen und versucht .. versucht mich zu vergewaltigen." bringt sie stockend heraus. "So etwas sitzt tief und es dauert lang, bis man innerlich so stabil ist, sein Leben wieder annähernd so gestalten zu können, wie vor dem Erlebnis." Sie sieht ihn an und atmet tief auf. "Deshalb wühlt mich dieser Überfall so auf. Wenn der Typ in diesem Fall so skrupellos vorgegangen ist, wird er das wieder tun.. das ist es, was mich nicht zur Ruhe kommen lässt."
"Maryama, das tut mir unglaublich leid." sagt er ehrlich betroffen.
Innerlich zögert er einen Moment, dann legt er leicht seine Hand auf ihre und schaut sie an. Er will nicht das seine folgenden Worte irgendwie falsch rüber kommen, aber sagt, "Wenn du dich zu Hause allein mal nicht sicher fühlst, kannst du jederzeit her kommen oder mich anrufen, okay?"
Überrascht von der Geste blickt Maryama auf und lächelt Delsyn mit einem Anflug von Verlegenheit an. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass ihr jemand so etwas sagt. Schlagartig erkennt sie, wie sehr sie sich daran gewöhnt hat, solche Dinge allein mit sich auszufechten und wie wohltuend es sich anfühlt, Anteilnahme zu erfahren. Dass sie von Delsyn kommt bedeutet ihr viel. In der Stille, die seinen Worten folgt, wird sich Maryama der Wärme und sanften Berührung seiner Hand immer bewusster. Sie wünscht sich, er würde sie dort liegen lassen und gleichzeitig ist es nicht richtig das zu denken. Mit klopfendem Herzen macht sie eine sanfte Bewegung mit der Hand, drückt seine kurz und greift zu ihrem Wasser. "Das ist lieb von dir, Del. Danke." Um ihre Verwirrung zu verbergen, trinkt sie ein paar Schlucke und sieht ihn über den Rand des Glases an. "Es ist beruhigend zu wissen, dass es diese Möglichkeit gibt." nickt sie. "Glücklicherweise passiert es nur noch selten, dass mich solche Emotionen überfallen." Sie lächelt zuversichtlich. "Ich hab dich unterbrochen vorhin." wechselt sie das Thema. "Deine Mutter kommt? Ist das ihr erster Besuch hier?"
Del richtet sich auf, als sie los lässt und nach dem Wasser greift. Ein undefinierbar irritierendes Gefühl steigt ihn ihm auf und er hat das Bedürfnis verlegen wegzusehen. Stattdessen lächelt er als sie zuversichtlich klingt und lehnt sich im Stuhl zurück. Mit verschränkten Armen denkt er über ihre Frage nach und nickt. „Es ist das erste Mal, dass ich mich an einem Ort niedergelassen habe.“ Er denkt an den letzten Besuch. Damals wohnte er in einer Wohnung, war aber selten zu Hause. Gesehen hat er sie zum letzten Mal, bevor er aufgebrochen ist und ihren Mann ebenso. Sein Blick wandert unbemerkt zu Maryama und bleibt dort. Es wäre ihm unangenehm, würde seine Mutter sich versehentlich bei irgendjemandem versprechen und sein Leiden offenlegen. An ihr kann er am besten sehen, wie es das Verhalten der Sims um in herum verändert, sobald er todgeweiht ist. „Ich denke, ich bringe sie irgendwo in Newcrest oder Willow Creek unter.“, sagt er, „Vielleicht zeige ich ihr das Camp.“ Hauptsache so wenig wie möglich hier. Jetzt ist er es, der zuversichtlich lächelt.
Aufmerksam hört Maryama seinen Ausführungen zu. „Umher zu ziehen von Ort zu Ort würde mir auch gefallen. Ungebunden, immer da zuhause wo ich es gerade schön finde und dann wieder los, um Neues zu entdecken.“ In ihrer Stimme schwingt ein wenig Sehnsucht mit, ehe sie ihn offen an lächelt. „Was für ein Glück, dass du beschlossen hast, hier in der Gegend nicht nur kurz einen Teil deiner Familie zu besuchen, sondern zu bleiben.“ Die Erkenntnis, dass Delsyn theoretisch jeden Tag die Zelte abbrechen und weiter ziehen könnte, trifft sie unvorbereitet. „ Du bist nicht nur für Blaze ein wichtiger Freund geworden.“, sagt sie und sieht in Richtung Töpfer Haus, um die Unruhe, die sich womöglich in ihrem Blick spiegelt, zu verbergen. „Natürlich zeigst du deiner Mutter das Camp. Es ist dein Projekt und sie wird stolz auf dich sein.“ sagt sie überzeugt, dann kommt ihr ein Gedanke.“Werdet ihr euch mit Irving und dem Rest der Familie treffen?“
Delsyn senkt den Blick lächelnd. Sie hat so viele ähnliche Interessen. Nur… aufgebrochen von einem Ort der ihm gefiel, ist er immer nur dann, wenn sich Freundschaften anbahnten. 
Das Lächeln verschwindet langsam bei diesem Gedanken. Es ist schwer einzuschätzen, ob es immer noch Rücksicht auf die Sims war, damit er nicht betrauert werden muss, oder ob es einfach nur Feigheit war. Er fasst sich und sieht auf. „Vielleicht.“ antwortet er, „Sie ändert öfter ihre Meinung.“ er greift nach dem Glas und es wird merkwürdig Still zwischen ihnen. Eine Schweissperle sucht sich in der üppigen, oasischen Frühlingsluft einen Weg seine Schläfe hinab. Unruhig, sich beobachtet fühlend und um die Stille zu unterbrechen sagt er, „Wäre Blaze nicht gewesen, wäre ich längst weiter gezogen.“ Aus irgend einem Grund klopft sein Herz fester, „Ich bin froh, bin ich nicht…“, und trotz des geschundenen Ausdrucks, scheint etwas Liebevolles durch seinen Blick.
Maryama wendet den Kopf und sieht ihn an. "Es gibt glaube ich einige Sims, die sehr froh darüber sind, dass du geblieben bist." Ihr Blick verweilt kurz warm bei Del, ehe sie mit einem leisen Lächeln einen Punkt auf der Tischplatte fixiert. "Allen voran sicher Blaze. Wird er noch länger bei dir wohnen?"
Del zuckt die Schultern. „Weiss nicht. Meinetwegen kann er so lange bleiben wie er will.“ sagt er und verschweigt, dass er sich Sorgen macht, was seine Zukunft angeht.
Unbedacht hebt er den Arm und wirft versehentlich sein Wasserglas um. Reflexartig greift er es, kann aber nicht verhindern, dass Wasser auf ihn und Maryama spritzt. „Fuck.“ sagt er ungewohnt ordinär und ist aus der Hektik heraus fast soweit, dass er ihr Bein anfasst um das Wasser wegzuwischen und hält in der Bewegung inne. Entschuldigend senkt er die Hand und sieht verlegen auf. „… Tut.. mir leid.“ Ihm wird plötzlich bewusst, dass er bei jeder anderen Person nicht gezögert hätte.
Delsyns verbaler Ausbruch bringt Maryama zum Lachen.
Sie springt auf, schnappt sein abgelegtes Handtuch und beginnt ihre Hose zu trocknen. "Muss es nicht." sagt sie giggelnd. "Jetzt bin ich endlich richtig wach." Sie sieht ihn an und hebt den Zeigefinger. "Meine Mutter hätte gesagt: "Kein Grund zum aufregen, du bist nicht aus Zucker." schließt sie und hängt sich mit einer automatischen Bewegung das Handtuch um den Hals, ehe sie sich wieder setzt. Ihr Blick schweift zum Haus der Töpfers, doch die kühle Feuchtigkeit, die durch den Frotteestoff auf ihre Haut einwirkt, hält die Gedanken vor Ort. Es ist, als schaffe dieses Handtuch eine unsichtbare, prickelnde Verbindung zwischen ihnen, die ihr Herz zum pochen bringt. Entgegen dem Impuls es abzulegen, rückt sie die Enden zurecht, räuspert sich und sieht Delsyn an. "Ich schau noch zu den Töpfers. Marga war ziemlich durch den Wind und Bertl.." Sie sieht schmunzelnd auf. "Bertl ist eben wie er ist. Ich werd sehen was ich tun kann." Normalerweise hätte sie jetzt gesagt: Kommst du mit? Aber eine unerklärliche Befangenheit, lässt sie schweigen und zunehmend nervös mit einem losen Ende des Handtuchs spielen. "Tja, ich werd dann mal.", bringt sie schließlich heraus und erhebt sich. 
Es ist ihm ein wenig unangenehm, als sie sein verschwitztes Handtuch umlegt, sagt aber nichts um es nicht real werden zu lassen. Er lächelt stattdessen und steht mit ihr auf. „Warte.“ er geht in seinen Wohnwagen und bringt ein Glas getrocknete Tomaten mit. Sie hatten die Tage darüber gesprochen. Er hatte von dieser speziellen Sorte geschwärmt und versprochen dass er ihr ein Glas bringt. Allerdings weiss er, dass es schwierig ist, wieder zu gehen wenn man Marga besucht. Eine niedliche Eigenschaft, aber heute hat er keine Zeit. „Bringst du ihr das mit? Ich werd mich jetzt umziehen und zum Gemeindezentrum fahren. Es gibt da noch etwas, was ich für das Sommercamp unterschreiben muss.“ Als er ihr das Glas im Gegenzug für das Handtuch reicht, berühren sie sich kurz. Del hält inne, sieht sie an und macht schliesslich Platz. „Es ist schön das du vorbei gekommen bist.“ Um nach mir zu sehen. , denkt er warm. "Danke.“
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha)
>>> Maryama geht nach Brindleton Bay >>>
<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell kommt von Oasis Springs <<<
Charaktere: Blaze / Del
Geschichtsstrang: Kampfgeist
Als Blaze bei Del ankommt, ist niemand da. Rauchend, sieht er sich auf dem Platz vor dem Wohnwagen um. An der Stelle, an der bisher immer nur ein von einer Plane verdeckter Gegenstand stand, befindet sich nun eine Übungspuppe zum Sparren. Interessiert tritt Blaze näher und gibt den Armen der Puppe einen Schubs. Sie drehen sich ein Stück, bis sie auf einen mechanischen Widerstand stoßen.

Hinter Blaze fährt ein Wagen vor, biegt in das Grundstück ein und kommt endlich mit dem Knarzen der Handbremse zum Stehen, nachdem der Motor abgedreht wird. Delsyn steigt aus und kommt auf Blaze zu. Es scheint, als ob ihn Harry interessiert, denkt er.
„Hi“, grüßt Blaze zurück und zerdrückt den Zigarettenstummel zwischen den Fingern. „Sag mal, wenn ich dir sage, wer der Kerl war, gehst du dann zu den Bullen und zeigst ihn an?“
Del stellt die Einkaufstüte, die er auf dem Arm hatte, auf den Gartentisch und mustert Blaze. „Eine Anzeige gegen Unbekannt haben wir schon gemacht. Aber ja, das würde ich tun.“
Nachdenklich nickt Blaze. „Und wenn ich dir nur ein Bild von ihm mitgebe, weil ich sonst erklären müsste, woher ich seinen Namen kenne?“
Stutzig beobachtet Del seinen Bruder. „Möchtest du auf etwas Bestimmtes hinaus?“
Blaze zuckt die Schultern. „Ich will nicht damit in Verbindung gebracht werden, damit er sich nicht rächt.“
„Was habt ihr ihm getan?“ fragt Del direkt. Blaze’ Ausweichmanöver geht ihm ehrlich gesagt auf die Nerven, aber er will einfühlsam bleiben. „Er hat den Namen Sid erwähnt. Was hat es damit auf sich?“

Blaze' Körper versteift sich. Del weiß jetzt schon mehr, als er dachte. „Fuck… also… ich will einfach nur, dass er eingesperrt wird, okay? Und ich will, dass keiner mehr da reingezogen wird.“
„Wovor hast du wirklich Angst, Blaze?“ fragt Del und kommt näher.
Blaze sieht ihn an und schweigt. Davor, dass Del ihm einen Strich durch die Rechnung macht? Davor, die Sache auszusprechen? Davor, was Del von ihm hält, wenn er es tut?
„Vor den Konsequenzen der Polizei…? Oder davor, dass ich noch tiefer hinein gerate?“ fragt Del ins Blaue. „Das brauchst du nicht. Lass mich dir helfen.“
Blaze bleibt stur, „Du hast schon genug eingesteckt.“
„Mach dir darum mal keine Sorgen“, sagt Del und weist mit dem Arm auf die Puppe. „Wenn du mir nicht glaubst…?“
Verblüfft horcht Blaze auf. „Was meinst du?“
„Na komm, kämpf gegen mich“, sagt Del und es schleicht sich ein kaum merkliches Lächeln in seine Stimme. „Wenn du gewinnst, stelle ich keine Fragen. Wenn ich gewinne, erzählst du es mir.“
Immer noch perplex starrt Blaze ihn an. So ramponiert wie Del ist, kriegt er Blaze doch niemals klein. Del hat zwar Kraft, aber die hat er laut eigener Aussage länger nicht in Kampftechnik trainiert. Dann ist er auch noch zehn Jahre älter, während Blaze in seiner wohl körperlich fittesten Zeit steckt. Nicht zu vergessen die Muskeln, die er in der Army deutlich aufgebaut hat. Er mag vielleicht nicht mit Jinoh mithalten, aber mit Del bestimmt. Sie haben schließlich auch Nahkampf geübt.
Entschlossen senkt Blaze den Kopf. „Gut. Aber ich glaub, du unterschätzt mich.“

Del lächelt wissend. „Übungskampfregeln, okay? Keine faulen Tricks, keine Psychospielchen, du kennst sie, richtig?“
Blaze nickt und zieht die Jacke aus, während er sich mental auf seinen Gegner einstellt, der sich ein wenig vor dem Kampf dehnt.
„Okay“, sagt Del, als er bereit ist, und hebt die Hände.
Die ersten Sekunden stehen sie sich regungslos gegenüber, die Luft zwischen ihnen knistert vor Anspannung. Blaze hat seinen Bruder noch nie so herausgefordert gesehen. „Woher kommt dieser Kampfgeist?“ fragt er, während sie beginnen, sich langsam zu umkreisen.
„Kampfgeist?“ Del's Augen funkeln. „Den hatte ich schon immer. Und du auch, bis du deine Ausbildung abgebrochen hast. Ich sollte dich fragen, wo deiner geblieben ist?“
Blaze schüttelt den Kopf, versucht seine Nervosität zu verbergen. „Was willst du damit sagen?“
„Ich will sagen, dass du nicht aufgeben sollst.“ Mit einem plötzlichen Vorstoß greift Del blitzschnell an. Blaze kontert reflexartig seine Linke und weicht zurück, überrascht von der Geschwindigkeit seines Bruders.
„Du bist jung und kannst noch alles machen. Aber du weigerst dich.“ Dels Stimme ist fest, beinahe väterlich.
Blaze presst die Zähne zusammen. „Ich arbeite dran!“ Er schlägt von rechts zu, doch Del fängt seine Faust mühelos ab. Blaze lässt seine Linke folgen, trifft aber nur seinen eigenen rechten Arm, den Del zur Verteidigung vor sich schiebt. Blaze befreit sich hastig und tritt zurück, seine Bewegungen ungeschickt und unsicher.
„Seit wann bist du so fürs Kämpfen?“ fragt Blaze und versucht, seine Fassung wiederzugewinnen.
„Es schärft Geist und Körper. Ich habe immerzu Kampfkunst trainiert. Dann hab ich es vergessen wollen.“ Del's Stimme ist ruhig, beinahe meditativ, während sie sich weiter umkreisen.

Staub wirbelt auf, als Blaze einen erneuten Angriff wagt. Sie prallen aufeinander, packen sich gegenseitig. Blaze schafft es, Dels Arm zu verdrehen und ihn unbeweglich zu machen. Siegessicher sucht er den besten Halt im sandigen Boden. „Zu lange, würd ich sagen“, meint Blaze und macht sich bereit, Del zu Boden zu bringen.
„Im Gegenteil.“ Mit einer geschickten Drehung bringt Del Blaze aus dem Gleichgewicht und wirbelt ihn von sich. Beinahe fällt Blaze hin, fängt sich aber und dreht sich um, Entschlossenheit in den Augen. Fast hatte er ihn.
„Als dieser Kerl aufgetaucht ist, konnte ich über meinen Schatten springen. Ich habe ihn zwar nicht besiegt, aber er hat mich daran erinnert, wozu es gut ist, nachdem ich, nach der Kugel, nur noch das Schlechte darin gesehen habe.“ Del's Stimme ist jetzt schärfer, eindringlicher.
Blaze wartet, sein Blick fokussiert auf die kleinste Bewegung seines Bruders.
„Die Puppe ist schön und gut, aber es geht nichts über eine echte Übung.“ Del bewegt sich geschmeidig, jede seiner Bewegungen ist präzise und kontrolliert.
Konzentriert versucht Blaze, nicht zu viel Wert auf Dels Worte zu legen und sich auf den Kampf zu fokussieren. Trotzdem versteht er, was Del meint. „Man muss nach einer Niederlage sofort wieder aufs Pferd sitzen, sonst traut man sich nie wieder. Das hast du doch auch gelernt, oder nicht?“
Blaze erinnert sich an diese Lektion aus seiner Ausbildung. Mit einem erneuten Angriff bringt er Del beinahe zu Fall, indem er ihn über seine Füße zieht, scheitert aber erneut.

„Den Kampfgeist nicht verlieren?“ Blaze' Atem geht schwerer, weil er Dels Kraft ausgleichen muss. Aber Del geht es ähnlich. Schweißtropfen bilden sich auf der Stirn.
„Ganz genau.“ Del setzt an und Blaze wehrt vehement das meiste ab, bis er Dels Handgelenk greifen kann und es nach außen dreht. Damit hat er ihn in einer schmerzvollen Position, in der Blaze die Oberhand hat.
„Ich weiß, wie man wieder aufsteht“, sagt er mit Triumph im Unterton. Ihr Vater hat ihn oft genug vom Pferd geschubst. Und ehe Blaze sich versieht, blitzt es in Dels Augen. Mit einer geschickten Drehung greift Del Blaze' Arm, beugt sich vor und schleudert ihn über seinen Rücken. Blaze schlägt hart auf, der Arm immer noch ausgestreckt.
„Warum...“ beginnt Del, verhindert, dass Blaze sich losreißt, rollt ihn auf den Bauch und streckt den Arm nach hinten. „tust du’s dann nicht?“
Blaze’ Arm streckt sich schmerzhaft nach hinten und er kann sich nicht mehr bewegen.
„Okay. Ich geb auf“, fleht er sandspuckend. „Du hast gewonnen.“
Del senkt Blaze’ Arm behutsam und nimmt den Fuß von seiner Schulter. Blaze bleibt liegen, als würde er sich schämen. „So ’ne Scheiße.“ Er hat Dels Erfahrung unterschätzt. Er hätte vielleicht nicht so lange durchgehalten wie Blaze, aber er weiß deutlich mehr über Technik als der jüngere Bruder. Den Vorteil kann Blaze mit Kraft nicht ausgleichen.
Del ist viel schneller und gefühlt machen ihm Schmerzen rein gar nichts aus.
Blaze seufzt, stemmt sich hoch und schaut auf den Knien sitzend zu Del auf, bevor dieser ihm die Hand reicht und auf die Beine zieht.
Del lächelt, während Blaze sich den Staub abklopft. „Na schön, dann erzähl ich’s dir eben“, murrt Blaze und setzt sich erschöpft hin.
Del wischt sich den Schweiß von der Stirn und sagt: „Du musst nicht, wenn du nicht willst.“

Erneut seufzt Blaze und denkt an das Gespräch mit Chip. „Der Kerl heißt Jinoh, und Chip und ich haben vor fünf Jahren seinen Bruder…“ Blaze stockt und schaut in den sandigen Boden. Sein Bein beginnt nervös zu wippen, die Hände zwischen den Knien gefaltet. „Wir haben ihn aus Spaß in eine Kühlkammer gesperrt und sind abgehauen, weil der Besitzer kam. Wir durften da nicht sein. Aber wir dachten,“ Blaze’ Stimme wird brüchiger, „er findet ihn schon. Und dann ist er da drin erfroren.“ Er zieht die laufende Nase hoch, das Wippen geht in ein Zittern über, das seinen Körper übernimmt. „Er war ganz allein. Und Jinoh weiß jetzt, dass wir das waren, und will uns umbringen. Vermutlich… ich weiß nicht.“

Blaze beugt sich vor, das Gesicht verzerrt. Es ist das erste Mal, dass er es jemandem sagt, und es fühlt sich an, als würde er sich selbst ein Messer in den Bauch rammen. Er legt eine Hand an die Stirn und stützt den Kopf, um sich vor Del zu verbergen. Das Wippen bleibt und sein Atem zittert. Es ist, als käme die Panikattacke im Zug zurück. „Ich weiß, dass das scheiße war und es tut mir leid, aber Jinoh…“ Nervös und peinlich berührt wischt Blaze sich das nasse Gesicht, ohne Del anzusehen, „Es tut mir leid.“
Del bleibt still, seine Augen fest auf Blaze gerichtet, als er sich neben seinen Bruder setzt. Die Spannung, die zuvor durch den Kampf in der Luft lag, hat sich in etwas Schwereres verwandelt – in etwas Schmerzvolles und Echtes.

„Blaze,“ beginnt Del leise, „das ist wirklich schlimm. Ich verstehe dich. Wir werden jetzt eine Lösung finden, und ich verspreche dir, Jinoh wird nicht erfahren, dass du es erzählt hast, okay?“
Blaze nickt schwach, immer noch in seine Hände starrend. „Ich weiß nicht, was ich tun soll. Jinoh ist gefährlich, und ich will nicht, dass noch mehr Leute da reingezogen werden.“
Del legt eine Hand auf Blaze’ Schulter, seine Stimme beruhigend und fest. „Hör zu, wir machen das zusammen. Wir gehen anonym zur Polizei, schildern den Fall und liefern ihnen die nötigen Beweise, ohne dich direkt zu involvieren. Du bist nicht allein in dieser Sache. Wir schaffen das.“

>>> Blaze schreibt nach Britechester >>>
#23
<<< Logan kommt von Del Sol Valley Nr 8. - Wohnkomplex 4er WG Logan <<<
<<< Del kommt von Oasis Springs (2) <<<
Charaktere: Logan, Del
Geschichtsstrang: Was zu tun ist II
Ernüchtert betrachtet Logan sein Werk. In der spiegelnden Blechplatte wirkt sein Gesicht fahl und surreal. Wie in einer der Dissoziationen, mit denen er seit Jahren eine unliebsame Beziehung führt, ist das Bild, das er sieht, verzerrt, undeutlich - fremdartig.
Träge fällt Logans Blick auf den dünnen Schriftzug an der rechten Schläfe. Musste Jim seine Kreativität unbedingt im Gesicht unter Beweis stellen? Verschiedene Möglichkeiten, das eindeutige Erkennungsmerkmal zu beseitigen, stolpern unelegant durch seine Gedanken. Säure, Feuer, etwas Scharfkantiges ... Make Up? Was würde das bringen? Auch ohne die Tattoos ist seine Visage markant genug, um es wiederzuerkennen. Resignierend seufzt er, knüllt das frisch gekaufte Handtuch zusammen, das, über das kleine Waschbecken gelegt, die schwarze Masse auffangen sollte, und legt es auf den vergrauten Bodenfliesen ab. Mit beiden Händen fischt er daneben Gegangenes aus dem Becken, ehe er den Hahn aufdreht und die kleinen Schnitthaare in den Abfluss spült. Nach vorn gebeugt, reibt er einige Male über den kurz geschorenen Kopf. Kleine schwarze Borsten rieseln ins Becken. Abschließend spült Logan beide Hände ab, beugt sich weiter herunter, um den Kopf, so gut es geht, vom Wasserstrahl umfließen zu lassen und benässt zuletzt das Gesicht. Mit Papierhandtüchern wischt er sich grob trocken, bevor er, die Kapuze über den Kopf gezogen, das kleine Bad verlässt, das Bündel langer Locken in der Hand. Irgendwo anders wird er es entsorgen.
Zurück im Wagen zückt Logan sein Handy. Auf dem Server der Kleinanzeigen ist eine Nachricht eingegangen. Jemand interessiert sich für den Pick Up. Einen Moment zögert Logan, den Finger über den Button schwebend, um dem potentiellen Käufer zu antworten. Will er das wirklich tun? Klar, wenn er abhaut, braucht er Kohle. Aber was wird aus Billie und dem Zwerg? Er hat versprochen, für sie da zu sein. Wie soll er sich daran halten, wenn er weiß-der-Teufel-wo untertaucht? Andererseits ... Wie, wenn er in einer Klinik eingesperrt ist?
Vage Bilder schieben sich in seinen Verstand. Ein kleiner Raum, beißend hell. Verwirrte und ängstliche Rufe dringen dumpf durch die Wände. Die Brust ist mit Gurten fixiert. Tobende Panik presst sich dagegen.
Logan kneift die Augen zu. Ein tiefer Atemzug durch die Nase, kurz Luft anhalten, durch den Mund ausatmen. Noch einmal. Langsam öffnet er die Augen. Sein Blick liegt auf einem imaginären Punkt weit in der Ferne. Er kann nicht hier bleiben. Sie dürfen ihn nicht einsperren. Das übersteht er nicht.
Schwer seufzend schreibt er dem Fremden zurück. "Hey, gib mir deine Adresse, ich komm dahin." Das Handy beiseite legend, schaut er hinaus. Sein Verrat bricht ihm das Herz. 
Dels Hände sind nass, da er grade vor seinem Camper die Schläuche seines alten Fahrrads in eine Wanne taucht um herauszufinden wo die Löcher sind wegen denen die Reifen immer Luft verlieren. Er hebt die Hände, kurz unschlüssig als sein Handy in der Tasche pingt. Die Hände schüttelnd, dann an den Cargoshorts abgewischt um das Handy herauszunehmen. Er stutzt kurz als er die Nachricht liest und sieht sich im Vorgarten um. Es ist der kurze Moment der ihn an Jinoh erinnert. Ein Fremder taucht auf und hat keine Skrupel zuzuschlagen. Kurz darauf verscheucht er den Gedanken. Es ist keine Angst, sagt er sich, Menschen sind gut. Schnell tippt er seinen Standort und schickt ihn ohne weiter nachzudenken ab. Das Auto des Anbieters hat seine Interesse geweckt und er hat mit dem Besitzer des Camps darüber gesprochen. Der Wagen kann sich bestenfalls besser durch die Wälder zum Camp bewegen, da die Strecke quasi Offroad ist. Sein kleiner Van hat mühe. Und wenn er will dass das Camp den Sommer über versorgt bleibt, macht ein Allradgetriebe mit genug Ladefläche Sinn. Der Besitzer war einverstanden. Das Auto liegt im Budget.
Del steckt das Handy weg und greift wieder nach den Schläuchen. Er hat keine Erwartungen an das Treffen mit dem Verkäufer. Schlimmstenfalls ist das Auto Schrott, aber das wird er sehen. 
Zwanzig Minuten später erreicht der schwarze Pick Up das Grundstück. Auf der Straße parkend, schaut Logan skeptisch aus dem Fenster. Ein Camper? Die Bestie in seiner Brust beginnt, Knoten aus seinen Eingeweiden zu knüpfen. Das wird doch nicht darin enden, dass er gefesselt zu Hack verarbeitet wird ...? 'Wait a sec.' Könnte ER ... Nein, das ist Bullshit. Der Mistkerl müsste noch immer im Knast schmoren. Oder ... Die Jahre zählend rechnet Logan zurück. Nein, fünfzehn Jahre sind noch nicht vorbei.
"Entspann dich. Du hast dieses Treffen veranlasst. Nicht der Typ."
Erschrocken fährt Logan zu der unwirklichen Stimme herum. Ahote?! Hier? Wieso jetzt?
Statt zu erklären, lächelt das Wesen Logan sanft an. "Steig aus. Dir wird nichts zustoßen."
Logan streicht mit zwei Fingern über die Augen. Vermutlich ist er doch irre. Tief seufzend zieht er den Schlüssel und steigt aus.
Die Luft ist trocken und kühler als erwartet. Den Wagen umrundend betritt er das Grundstück. Noch immer die Knoten im Oberkörper spürend, schiebt er das gut trainierte, aber dennoch falsche Selbstbewusstsein vor sich her. Von irgendwoher dringen klappernde Geräusche zu ihm, doch er hat Mühe, die Richtung auszumachen. Viel zu angespannt greifen seine Sinne jeden kleinen Umschwung in Klang, Optik und Luft auf. Es fühlt sich verdammt noch mal nach einer Falle an. 
Del vernimmt den Motor vor seinem Camper der abgestellt wird und kommt um den Van herum, aus dem er grade den Werkzeugkasten der nur noch aus der Hälfte besteht holen wollte. Ein Mann, Buzzcut, reicht ihm etwa bis zur Brust, bewegt sich auf den Camper zu. Del mustert ihn kurz, dann geht er mit einem offenen Lächeln auf den Besucher zu.
„Hi.“ sein Blick fällt auf den Pick Up den er vom Inserat kennt. Freundlich reicht er dem Fremden die Hand. „Delsyn.“ stellt er sich vor. „Das ging schneller als ich erwartet habe.“ grinst er.
Großartig. Ein Händeschüttler. Logan reicht ihm nickend die Rechte. "War grade in der Nähe.", weicht er bewusst der Vorstellung aus. "Nich frisch gewaschen, aber top in Schuss." Ohne Umschweife deutet er auf den Wagen. "Zündkerzen vor Kurzem erneuert und frische Bremsscheiben drauf. Schnurrt wie ein Stubentiger. Tüv hält noch bis Winter nächstes Jahr."
Der Mann wirkt als hätte er es eilig. Schnell verkaufen, schnell weg. „Kann ich mal reinsehen?“ fragt Del schliesslich ohne sich die Skepsis anmerken zu lassen und nickt gen Motorhaube. Er verzichtet auf eine Erklärung, da ihm sein Gegenüber keiner von der Small-Talk Sorte erscheint.
"Sure." In wenigen Schritten erreicht Logan das Gefährt, das ihm gerade ans Herz zu wachsen begann. Es ist ein gutes Auto - robust, kräftig, zuverlässig. In den vergangenen Jahren hatte Logan schon einige Wagen sein Eigen genannt. Wenige hatten ihm so treu gedient, wie dieser hier. Lediglich in Kanada hatte er den alten Chevy. Augenscheinlich eine Klapperkiste. Aber wenn man ihn gut behandelte, war er ein treuer Freund auf Reisen. 
Logan greift unter dem Armaturenbrett nach dem Hebel. Kurz darauf erklingt ein schnappendes Geräusch und die Abdeckung der Motorhaube springt wenige Zentimeter auf.
"Enjoy." Zwei Meter neben dem Hünen stehend kramt Logan seine Kippen hervor und steckt sich eine an. Der Typ muss die Karre nehmen. Es bleibt zu wenig Zeit, von Käufer zu Käufer zu tingeln. Mit Fünftausend Simoleons ist das Stück ein Schnäppchen. Beinahe schmerzt es Logan, ihn so billig zu verticken, aber zur Not würde er sogar noch handeln. Es ist nur Geld. Wenn er gelandet ist, kann er neues beschaffen.
Del steht vor dem alten Pickup, seine Stirn in Falten gelegt, während er die Motorhaube langsam hochklappt. Das Quietschen des Metalls stört ihn nicht, denn was ihm wirklich wichtig ist, ist, ob dieses Fahrzeug ihm durch die raue Landschaft in Granite Falls helfen kann. Er ist kein Autokenner, aber er weiß, was er für das Pfadfindercamp braucht: Zuverlässigkeit und Geländegängigkeit.
Der Motorblock vor ihm sieht solide aus, auch wenn er ein bisschen veraltet wirkt. Er prüft den Ölstand. Das Öl scheint sauber genug. Er streicht mit den Fingern über die Riemen und Schläuche, überprüft die Dichtungen. Dann prüft er den Kühler – das Wasser ist klar, ohne Anzeichen von Rost. Del atmet tief durch. Er hat ein gutes Gefühl. Er schließt die Motorhaube und schaut den Verkäufer an, der ihn beobachtet.
"Sieht gut aus. Sind das Ganzjahresreifen?", fragt Del und weisst auf die Räder. Seine Augen sind neugierig, und er betrachtet die tiefe der Rillen. Leicht abgefahren aber noch für sicher ein Jahr brauchbar.
"Ja. Aber es gibt keinen Ersatzreifen." Logan pustet den Rauch seitlich von dem Großen weg. "Und hinten rechts spinnt das Ventil manchmal rum.", fügt er an, den Kopf zum betreffenden Reifen deutend. "Wenn man drauf achtet, dass das Ding richtig sitzt, macht es aber keine Probleme. Man muss nur regelmäßig die Luft checken."
„Alles in Ordnung?“, fragt Del, seine Stimme, fast beiläufig. Er tut so, als würde er einfach das Gespräch am Laufen halten, weil der Verkäufer einen wenig greifbaren Eindruck hinterlässt. Del schiebt die Hände in die Taschen, sein Blick wandert über den Pickup, bevor er wieder zu Logan zurückkehrt der irgendwie Unruhe auf ihn überträgt. Es gibt noch einige Dinge, die ihm durch den Kopf gehen – schließlich will er keinen Reinfall kaufen, besonders nicht für das Pfadfindercamp. „Ich will dich nicht aufhalten, aber… wenn das Ventil wirklich spinnt und es keinen Ersatzreifen gibt… was wolltest du nochmal für den Wagen?“
Ein Knurren unterdrückend nimmt Logan den letzten Zug, lässt den Filter auf die Straße fallen und zertritt ihn. "Fünf.", sagt er mit fester Stimme, ohne Delsyn anzusehen. "Hör mal, das ist ne gute Karre. Hat mich nie enttäuscht und nich in Stich gelassen. Vor längeren Fahrten die Luft zu checken, is kein Aufwand." Logan hebt den Blick und sieht dem Großen das erste Mal direkt in die Augen. Sie wirken tief und freundlich. "Also, Soldat, willst du das Baby oder nich?"
Der ex-Soldat streicht sich kurz über den Nacken. „Ja, klar...“ nachdenklich, als wäre er kurz abgeschweift. Er schüttelt eine Erinnerung ab die ihn kurz gestreift hat und fixiert sich wieder auf den Pickup. „Ich würd gern eine Probefahrt machen. Okay? Kommst du mit?“ sagt Del, das aufmunternde Lächeln wieder auf den Lippen.
Probefahrt ... In Dios Namen. Ist nur fair. Aber mitfahren? Prüfend tastet Logans Blick die Umgebung ab. Wieder bekommt er das beklemmende Gefühl, in einen Hinterhalt zu geraten. Was, wenn das ein Trick ist? Der Typ fährt ihn irgendwo hin, wo ihn niemand findet. Er sieht trainiert aus. Gegen den hat er im Zweikampf keine Chance. Logan weicht einen Schritt zurück und wirft ihm die Schlüssel zu. "Gute Fahrt. Ich warte hier."
Del fängt die Schlüssel. Schade, er hätte sich gern mit dem Mann unterhalten, etwas die Stimmung aufgelockert, aber sein Verhalten verstärkt das Gefühl, dass in Del selbst hochbrodelt.
Er steigt ein, startet den Motor, "Bis gleich." sagt er durch das offene Fenster zu Logan und fährt an. Die Kupplung kommt angenehm, nicht zu schwer und nicht zu leicht. 
Auf der Fahrt, spürt Del relativ schnell, das die Abwesenheit des Verkäufers ihn... erleichtert wäre zu viel gesagt, aber es geht in die Richtung. Der Wagen fährt sich gut auf der Strasse. Auf einem erdigen Gelände, testet er die Stabilität im Sand. Das Allradgetriebe macht das Manöver deutlich einfacher als sein Van.
Zurück steuernd, versucht Del zu analysieren was es für ein Gefühl ist, was ihn bei diesem Mann heimsucht. Fällt es ihm schwer das Auto zu verkaufen? Hängt er emotional daran? Das könnte Del nachvollziehen, wars bei seinem ersten Wagen doch das selbe. Aber wenn man sich was neueres, umweltfreundlicheres leisten will... Del betrachtet den Tacho und die Anzeige des Verbrauchs. Tja, damit muss er wohl leben wenn die Versorgung ins Camp laufen soll. Ob Marga mit dem Pickup zurecht kommt wenn sie mal eine Versorgungstour machen soll? Del grinst und verwischt die Gedanken. Das wird schon. Am Strassenrand sieht er Logan stehen und hält den Wagen an.
Es könnte auch sein das der Mann Schwierigkeiten hat, so wie Blaze und Chip sie hatten. Vielleicht muss er das Auto loswerden, weil es gesucht wird.
Del steigt aus.
Oder er hat Geldnot. Obwohl es ihn nicht unbedingt kümmern sollte, vertraut Del auf das Gute in den meisten Sims. "Fühlt sich gut an." meint er zu dem Verkäufer. "Eine letzte Frage, wenns okay ist." sagt er und fährt fort als wäre die Frage so normal wie die nach dem Preis, "Würdest du ihn behalten, wenn du könntest?" 
Stutzig sucht Logan in den Augen des Fremden den Grund für eine solche Frage. Irgendetwas an ihm lässt ihn nicht los. Hat er den Kerl schon mal irgendwo gesehen? Vielleicht war der mal zu Besuch in der WG. Fieberhaft versucht er das Bild zu erreichen, das weit entfernt im Hinterkopf abgelegt ist, doch er kann keine Szene rekonstruieren. Entweder war es extrem egal oder extrem belastend, dass seine Amnesie den Moment aussortiert hat.
Den Blick skeptisch auf dem Gesicht haltend antwortet er mit einem überzeugten: "Scheiße, ja!"
Das reicht Del sich zu überzeugen. Die Energie in den Worten seines Gegenübers ist verglichen mit der davor zweifellos anders. Vorbereitet, greift Del lächelnd nach hinten zu seinem Geldbeutel. Es tut ihm Leid, das zu hören aber es erleichtert ihm die Entscheidung. Selbst wenn es Leute gibt, die den grössten Schrott behalten, obwohl es das selbe in besser gäbe. Er versteht das.
Da er gewusst hat, dass er möglicherweise das Auto kauft, hat er vorab Geld abgehoben und zieht die Scheine heraus. "Er ist in guten Händen." sagt er und reicht Logan das Bündel mit sechs Tausendern. "Mein Angebot." fügt er ernst hinzu ohne Gönnerhaft zu wirken. "Wenns für dich Okay ist."
Gerade will Logan zugreifen, als ihm klar wird, wie viel der Soldat ihm reicht. Ungläubig sieht er den Großen an. "Bloody hell, das is zu viel." Die Brauen tief ins Gesicht gezogen, schüttelt er den Kopf. Die Karre ist es wert. Aber die Rede war von fünf. Logan hält sich an sein Wort. Wenn schon nicht bei Billie, dann wenigstens bei dieser Sache.
Geld bedeutet Del nichts und alles was er noch hat, wird in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren, wenn es vorbei ist, sowieso gespendet. Warum damit warten, wenn es Leute gibt die das Geld, jetzt brauchen. "Passt so." Als wärs ein Zeichen hustet er einmal zur Seite, kontrolliert die freie Hand und richtet sich wieder auf, entschuldigend lächelnd. "Das ist er mir wert." auffordernd zuckt er ihm die Scheine entgegen.
Noch immer zögernd presst Logan die Lippen aufeinander. Er hatte nicht erwartet, das Geld bar zu bekommen. Und dann auch noch ein Tausender extra. Er wäre ein Idiot, das abzulehnen. "Fine." Er weiß, er sollte sich bedanken. Warum fällt ihm dieses Wort so schwer? Es ist nur ein Wort, wie jedes andere. Scheu aufschauend nickt er dem Großen zu. Das muss reichen. Seine dunklen Augen funkeln auf, ehe er schulbewusst den Blick senkt und sich halb herum dreht. Die Scheine tief in die Hosentasche schiebend, wendet er sich dem Pick Up zu. Eine Hand auf die Motorhaube gelegt, verabschiedet er sich gedanklich. Mit diesem Wagen hat er Alma nach Tartosa und später zu Jake gefahren. Die gemeinsame Zeit mit ihr ist ebenso beendet, wie die mit dem Auto. Ein letzter Griff ins Innere, um Rucksack und Gitarre herauszuholen, begleitet von einem unbemerkten Seufzer, ehe er zum Käufer zurückgeht, dessen Namen er längst vergessen hat, und ihm die Hand reicht. Dieses Mal meint er es ehrlich.
Del ergreift die Hand mit einem warmen zuversichtlichen Lächeln, dass verspricht, dass alles irgendwann Besser wird und sagt: „Alles Gute.“
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )
>>> Logan geht nach San Sequoia (2) >>>
<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell kommt von Windenburg (2) <<<
Charaktere: Blaze, Del
Geschichtsstrang: Immer wenn ich Sorgen habe...
Blaze sitzt mit Del vor seinem Camper, die Vormittagssonne wärmt ihre Köpfe und es ist für Blaze angenehm dort zu sitzen, zu rauchen und zu schweigen.
Er hängt seinen Gedanken nach, seinen Problemen wie immer und kann nicht aufhören über die Nacht nach dieser Hausparty nachzudenken. Dennah und ihre Ansichten.
Irgendwann sieht er Del an und sagt; "Hattest du schon mal eine die jedem alles recht machen wollte?"

Del schaut auf, etwas iritiert. Sein seeliges Lächeln, was er bisher auf den Lippen hatte während er die Sonne genoss schmälert sich. "Wie meinst du das?"
Blaze zuckt die Schultern, "Ich meine... also.. da ist ein Mädchen... und keine Ahnung..." Blaze überlegt wie er das erklären soll, "Sie sagt halt, dass sie bei jedem einfach mitspielt und es gibt nur welche die sie mögen und welche die sie wollen... oder so..."
Del neigt den Kopf leicht, "Hört sich an als wüsste sie nicht so richtig wer sie ist?"

Fragend sieht Blaze Del an, "Das glaub ich nich... sie is ultra selbstbewusst."
Vorsicht hebt Del die Schultern und schweigt einen Moment. "Wie stehst du zu ihr?"
"Naja... ich mag sie aber..."
Del lächelt ein wenig, "Aber....?"
"Ich mein, warum will sie das jeder sie anglotzt oder antatscht? Sie meint ich würde sie nich 'wollen'." Blaze macht Gänsefüsschen in die Luft, "Und sie findet sich damit ab und passt sich dem an, oder so, denk ich. Aber das nervt total, Mann."

"Warum sagst dus ihr nicht?" fragt Del.
"Was denn?"
"Das da mehr ist als nur 'mögen'" Del kling als wäre das offensichtlich und Blaze schüttelt angespannt den Kopf.
"Und dann? Dann steckt sie mich in die Kategorie von den sabbernden Vollidioten. Aber so is es halt nich. Irgendwie gibts bei ihr nur das eine oder andere und was dann? Dann machen wir rum und dann haut sie ab weils 'das war'" Blaze verdreht die Augen, genervt davon dass diese Situation nur zwei Optionen hat die beide Mist sind.
"Du kannst ihr doch sagen, was du darüber denkst."

"Das versteht sie glaub nicht." Blaze zündet sich eine neue Kippe an und lehnt sich resigniert zurück.
"Traust dus ihr nicht zu, oder...?"
Blaze muss darüber nachdenken. "Weiss nicht, doch... aber sie klingt so..."
"Festgefahren?"
"Genau."
Del richtet sich auf und lehnt sich auf die Knie. Er sieht Blaze an der die Beine ausgestreckt hat und den Rauch in den Himmel stösst. "Was willst du denn?"
"Weiss ich nicht."

"Sicher?"
"Ja. Nein..." Blaze sieht zu seinem Bruder, "Es stresst mich einfach. Ich will nicht, dass sie denkt ich würd sie nur ficken wollen und dann wegschmeissen. Und ich will nicht, dass sie sich damit abfindet und zum nächsten hüpft wenn sie denkt ich sei so... ich mag sie echt. Sie ist cool..."
Del lächelt, "Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole... sag es ihr einfach.."
"Dann bin ich doch voll der Langweiler. Was wenn sie das gar nich will? Wenn sie eigentlich nur vögeln will und dann abhaut? Und wenn wir 'nur' Freunde sind, dann kann ich wenigstens weiter mit ihr abhängen."

Blaze überlegt nachdem er das ausgesprochen hat. Es erinnert ihn ein wenig an die Sache mit Viola. Erinnerungen daran wie er ähnlich gestrugglet hat. Er wollte die Freundschaft nicht zerstören aber alle, Chip, Nouki, alle meinten dass er es bereut wenn er nicht was sagt. Und wo hat es hingeführt....?
Aber das mit Dennah ist nicht wirklich das selbe, oder? Sie holt sich einfach jeden der sie will. Er wäre nur einer von Vielen und wenn er etwas hasst, egal worum es geht, dann wenn er nur eine Nummer ist.
"Es wär so viel einfacher wenn sie nicht so scharf wär..." sagt er resigniert und bringt Del damit zum lachen.
"Was?!" fragt Blaze verstört.

"Oh Mann, ich höre ein bisschen heraus, dass sie vielleicht sehr einsam ist. Vielleicht denkt sie, dass ihr Wesen niemanden interessiert und dass sie nur auf diese Weise überzeugen kann. Und du bist darauf fixiert, wie du auf sie wirkst, anstatt einfach du selbst zu sein und zu sagen was du denkst." Del macht eine kurze Pause und führt fort bevor Blaze Einwände erheben kann, "Ich verstehe dass du vielleicht angst hast dadurch abgelehnt zu werden. Aber am Ende... wenn du nicht für deine Denkweise, so wie du eben bist, geschätzt wirst, dann weisst du, dass dich das nicht Glücklich machen wird."
Blaze fehlen die Worte und er sucht sie vor sich in der Luft.

Dann verhärtet sich sein Gesicht. "Das is doch scheisse..."
Del lächelt.
>>> Blaze geht nach Sulani - Clemens Ferienhütte >>>
Charaktere: Monika, Del
Geschichtsstrang: Besuch aus New Jersey

Am Busbahnhof ist es heiss. Das Pflaster flimmert, irgendwo surrt ein alter Verkaufsautomat. Delsyn steht mit einer Flasche Wasser in der Hand an der schmalen Schattenkante des Unterstands und hebt den Blick, als der Fernbus in die Station einbiegt. Ein leichter Anflug von Nervosität liegt auf seiner Brust, wie immer, wenn es um Familie geht. Es ist eine gute Art Nervosität. Nur ungewohnt.
Als sich die Tür des Busses öffnet und Monika mit leichtem Schwung die unterste Stufe nimmt, hebt er die Hand zum Gruss.
„Deslyn“, da ist sie schon an ihm dran und küsst ihn überall auf die Wangen. Die Umarmung ist fest, warm und dauert ein paar Sekunden. Er spürt ihre Hände an seinem Rücken, die Art, wie sie prüft, ob er noch da ist.
„Himmel, bist du dünn geworden“, murmelt sie gegen seine Schulter.
„Und du hast mehr graue Haare, Mom“, murmelt er zurück, schmunzelt und zieht sie einen Schritt zurück, um sie anzusehen.

„Du bist die Hauptursache“, kontert sie und lächelt. Ihre Augen glänzen, und sie blinzelt ein paarmal zu viel. Er drückt ihr die Wasserflasche in die Hand.
Der Weg zum Parkplatz ist kurz. Er öffnet ihr die Beifahrertür, wartet, bis sie sitzt, klappt dann den Rucksack auf die Rückbank und setzt sich selbst ans Steuer. Die Fahrt ist nicht lang, aber sie reden wenig. Es ist keine unangenehme Stille, eher eine, in der sich beide sortieren. Als er auf den staubigen Parkplatz vor seinem Stellplatz einbiegt, legt sie kurz die Hand auf seinen Arm.
„Es ist schön, dich zu sehen. Wirklich.“
„Geht mir auch so.“ Er nickt und steigt aus. Die Hitze schlägt ihnen entgegen, als sie zur Tür des Wohnwagens gehen. Er hält sie ihr auf, lässt sie eintreten.

Drinnen ist es angenehm kühl. Er hat am Morgen alles durchgelüftet. Monika schaut sich um, mit diesem prüfenden Blick, der nicht abwertet, sondern besorgt ist. Der Blick einer Mutter die sich anschaut wie ihr Kind wohnt- Ihre Hand streicht über die kleine Küchenzeile und über das Tischchen. Dann sieht sie ihn an.
„Ich weiss, du brauchst nicht viel. Aber… du isst regelmässig, oder?“
„Ich bin nicht verhungert, oder?“ Er lächelt, schiebt sich an ihr vorbei und nimmt das Zitronenwasser mit dem Eis aus dem Kühlschrank. Sie bleibt stehen, in der Mitte des kleinen Raums. Fast als wolle sie fragen, wo sie sich hinsetzen darf, obwohl sie genau weiss, dass es hier keine Etikette gibt.
„Es macht mir Angst, dich hier so allein zu sehen.“
Del antwortet nicht gleich.
„Ich bin nicht allein, Mom.“
Delsyn tischt draussen die Getränke auf und sie setzen sich auf die Campingstühle. Sie erzählt von Vincent - seinem Stiefvater - und dass sie einen Töpferkurs belegt haben. Ebenso, dass sie nicht besonders geschickt darin ist, aber lächelt dabei. Sie sprechen alles was passiert ist, seit er hier quasi sesshaft geworden ist. Er erwähnt das Camp, Maryama, Marga, Blaze. Das Gespräch ist zwanglos und fühlt sich gut an. So hat Del es sich erhofft - nicht anders... Aber dann...
Die Sonne ist untergegangen. Die Steine am Rand des Stellplatzes geben die Wärme langsam wieder ab. Delsyn sitzt im Campingstuhl. Die Flammen des kleinen Lagerfeuers, welches er für sie angezündet hat, werfen lange, zitternde Schatten auf das Gesicht seiner Mutter.
Monika streicht sich eine Haarsträhne hinters Ohr.

„Delsyn.“ Ihr Blick ist ernst. „Ich weiss, du willst, dass ich mir keine Sorgen mache. Aber ich mach sie mir trotzdem.“
Er sieht ins Feuer. „Ich weiss.“ Jetzt kommts...
Das Eis im Glas ist geschmolzen, als Monika zum zweiten Mal ansetzt. Die Pause davor war lang. Zu lang, als dass Del nicht gewusst hätte, worauf sie hinauswill.
„Die Ärzte? Gibt es etwas Neues?“ Ihre Stimme klingt, als hätte sie sich vorher dreimal gefragt, wie sie das Thema anschneiden soll. Del blickt nicht sofort auf.
„Nein.“ Seine Stimme ist ruhig. „Es ist wie vor ein paar Monaten. Keine Veränderung. Keine Verschlechterung, aber auch keine Überraschung.“
„Ist das gut?“ fragt sie, fast flüsternd.
Er zuckt mit einer Schulter. „Ist stabil. Und stabil ist… gut.“
Monika nickt, sagt aber nichts. Sie schaut ihn nur an. Wieder dieser Blick. Als wollte sie wissen, ob er lügt.
Ein Moment vergeht. Dann bricht sie die Stille. „Du… hast Irving getroffen?“
Überrascht nickt er. „Wir haben uns… gut verstanden.“ Er greift nach dem Becher neben sich, trinkt einen Schluck. „Ich hatte Angst, es würde seltsam werden. Aber es war erstaunlich leicht.“
Monika sieht ihn von der Seite an. Ihre Züge sind weich, aber erschöpft auf eine stille Art. „Ich bin froh, dass du es getan hast.“
„Ich auch.“
„Hat er dich erkannt?“
„Nicht sofort. Aber als ich deinen Namen genannt hab, hats Klick gemacht.“
Ein leises Lachen schüttelt sie.
Del sieht sie an. „Er war aufrichtig. Das hätte ich nicht erwartet.“
Monika nickt langsam. „Ein schlechter Sim war er nie.“ Sie blickt in die Glut. „Nur… überfordert.“
„Er hat sich entschuldigt.“
„Das heisst mehr, als er vielleicht denkt.“

Er nickt. Und sagt dann leise: „Ich habs ihm gesagt.“
Ihre Augen schnellen zu ihm. „Was?“
„Den Grund, warum ich nicht mehr diene.“
Monika atmet ein. Hält den Atem. Dann langsam wieder aus. „Wie hat er reagiert?“
„Wie du. Wie alle. Sprachlos..“
Sie sagt nichts. Aber ihr Blick auf das Feuer ist glasig.
„Und… wie wars die letzten Wochen?“ fragt sie leise. „Sei ehrlich.“
Del lehnt sich etwas zurück. Schweigt erst. Dann: „Ein paar Tage waren hart. Aber nichts, womit ich nicht klarkomme. Ich habs im Griff.“
„Hattest du Schmerzen?“ Ihre Stimme ist vorsichtig, als wüsste sie, dass sie eigentlich über dieses Thema nicht sprechen soll.
Er sieht sie an. Ehrlich. „Ja.“
Sie schliesst kurz die Augen. Dann räuspert sie sich. „Hast du jemandem Bescheid gesagt?“
„Nein.“
„Warum nicht?“
„Weils vorbei ging.“

„Delsyn…“ Sie sieht ihn tadelnd an. „Du kannst nicht allein durch alles durch…“
„Doch, Mom. Ich kann.“ Seine Stimme ist ruhig. „Wir haben das doch besprochen. Du findest es nicht gut, das weiss ich. Aber du respektierst es. Und das… ist alles, was ich mir wünsche.“
Sie zögert und ihre Hand findet seinen Arm, wie schon so oft an diesem Tag.
„Du bist so stur wie dein Vater“, sagt sie irgendwann lächelnd.
„Wenigstens was geerbt“, murmelt Del, und sie lachen beide leise.
„Du hast vorhin jemanden erwähnt“, beginnt sie schliesslich, ohne aufzusehen. „Maryama.“
Del hebt eine Braue. „Ja.“
„Du hast nicht viel über sie gesagt.“
Er zuckt leicht mit den Schultern. „Sie hilft beim Firefly-Camp. Ist sehr engagiert. Organisiert mit, bringt Ideen ein, kümmert sich um die Kinder. Sie ist sehr verlässlich.“

Monika lässt sich Zeit, bevor sie weiterspricht. „Und… kennt sie dich gut?“
„So gut wie man jemanden kennen kann, wenn man zusammen Zelte aufstellt und Mahlzeiten plant“, sagt er lächelnd. Eher als Schutz. Er weiss, worauf sie hinaus will – und sie weiss, dass er es weiss.
„Ich frag nur, weil du ihren Namen mit so einem Tonfall gesagt hast.“
„Was für ein Tonfall?“
„Der, den du benutzt, wenn du… dich ein bisschen freust, dass jemand da ist.“
Delsyn lässt den Blick über das Gelände gleiten. Eine kleine Staubwolke zieht am Rand des Weges vorbei.
„Sie ist gut im Zuhören“, sagt er dann. „Hat viel erlebt. Viel reflektiert. Man kann sich mit ihr auf Augenhöhe unterhalten. Und sie… stellt die richtigen Fragen.“

„Und du beantwortest sie?“
„Manchmal.“
„Weiss sie es?“
„Nein.“
„Aber Irving hast dus gesagt.“
Das sitzt. Del atmet ein. Dann aus. Blick in die Ferne. Es dauert, bis er antwortet.
„Ich war ein Fremder. Und im Gespräch mit ihm wusste ich einfach, dass ich es ihm sagen kann. Es hat keine Illusion zerstört. Und er ist mein Vater.“
„Und Maryama?“ fragt Monika leise.
„Bei ihr wars anders“, sagt er. „Ich dachte nicht, dass ich so lange bleibe und jetzt ist es... zu spät. Ich will nicht, dass sie Rücksicht nimmt. Oder distanzierter wird.“
Er schaut auf den Boden in den dunklen Sand. Dann sieht er seine Mutter an.
Sie legt das Glas auf den Tisch, sehr behutsam. Dann faltet sie die Hände. „Aber ich frag mich… ob du dich mit dieser Entscheidung nicht um etwas bringst, was dir eigentlich so wichtig ist.“
„Was meinst du?“
„Du sagst immer, du willst das Leben auskosten. Jeden Moment. Keine Klinik, keine Geräte. Draussen sein, wandern, zelten, leben. Aber…“ Sie schaut ihn jetzt an. „Wenn du niemanden richtig an dich ranlässt, dann lässt du vielleicht gerade das Wichtigste aus.“
Er schweigt eine Weile. Er weiss was sie sagen will, hat aber gehofft sie würde es nicht tun. Natürlich hat er darüber nachgedacht, aber ein neuer Gedanke findet sich nicht. Es bleibt wie es ist.
„Ich bin nicht... krank. Ich bin einfach… dazwischen. Das ist ein Unterschied“, murmelt er dann. „Ich will nicht, dass mich jemand anschaut und nur noch das sieht.“
„Ich seh dich nicht so.“

„Ich weiss, was es mit dir gemacht hat. Wie du jedes Gespräch drehst, um zu fragen, obs mir gut geht. Ich hab nichts davon, wenn mich jemand so anschaut. Oder anfängt, vorsichtig mit mir zu reden. Oder sich fragt, wie viel Zeit noch bleibt. Ich will, dass man mich anschaut, wie jeden anderen.“
„Und was, wenn sie das kann?“
„Vielleicht. Aber das Risiko… ist mir zu hoch.“
Monika legt eine Hand auf seinen Arm. Ihr Griff ist zart, aber fest. Sie sagt nichts weiter. Und das ist vielleicht das Klügste, was sie in diesem Moment tun kann.
Del lässt es zu. Er weiss sie meint es gut. Er kann es ihr nicht verübeln. Aber diese Entscheidung ist seine.
„Lass uns… das Thema wechseln, ja?“
>>> Monika geht nach Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers >>>
<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell kommt von San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) <<<
<<< Dennah Delany kommt von San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) <<<
<<< Adrian "Chip" Töpfer kommt von Brindleton Bay (5) <<<
Charaktere: Dennah, Blaze, Chip, Del
Geschichtsstrang: Familientreffen
Sie sitzen im Bus ganz hinten links. Blaze schweigt und schaut aus dem Fenster auf der anderen Seite. Booms Worte hallen nach. Und die von Vaas. Irgendetwas wird sie unternehmen – da ist er sich sicher. Das heisst, er muss so schnell wie möglich irgendwo eine Wohnung finden, die sie nicht kennt. Denn sie weiss, wo Dennah untergebracht ist.
Er denkt daran, was Dennah zu Vaas gesagt hat. Und daran, wie es ihm – obwohl ers nicht zugeben würde – ein wenig das Herz gewärmt hat, als sie ihm die Schmerzmittel gab. Er ist ein Vollpfosten, klar. Aber… ja, na ja. Er muss zugeben: Wirklich in den Rücken gefallen ist Vaas ihm nie.
Er hat geholfen, diese Nähmaschine zu besorgen – auch wenn er sie am Ende nicht repariert hat. Vielleicht hat er einfach Schiss vor Boom und gibts nur nicht zu. Wäre wohl verständlich.
Vaas bleibt aber trotzdem… Vaas.
Dennah und Blaze gehen jetzt. Sie gehen. Und alles, was Boom versucht hat zu säen – er schiebt es zur Seite. Denkt lieber an letzte Nacht. Und an den Tag, den sie zusammen verbracht haben.
Seine Hand findet ihre. Ganz automatisch. Er drückt sie leicht. Ein aufmunterndes Lächeln huscht über seine Lippen.
Sie sollten jetzt voraus schauen. Wohnung in Tartosa. Job. Geld.
Blaze blickt auf die Anzeige der nächsten Haltestelle. Dann sagt er spontan: „Lass uns in Oasis kurz halten.“
Ihr linker Arm liegt quer über der Tasche mit den Wertgegenständen, als würde ein unbewusster Teil in ihr sie schützen wollen. Ihr Blick schwebt im leeren Raum vor sich. Sie hat die eine Freundschaft beendet, von der sie dachte, sie hätte ewig Bestand. 'So ist sie nicht.', hatte David gesagt. 'Sie liebt dich.' Er hat sich geirrt. Boom liebt nicht. Sie besitzt. Und Dennah glaubt nicht daran, dass sie ihren Besitz einfach davon ziehen lässt. Sie werden noch von ihr hören. Gerade als sich eine Welle von Angst in ihre Gedanken schieben will, spürt sie Blaze Hand. Ihre Blicke treffen sich. Er lächelt sanft. Es ist nicht der fröhliche unbeschwerte Ausdruck, den sie so mag. Es ist still und zaghaft, seine Augen leuchten schwach. Das Muster seiner rechten Iris zeichnet leichte Strahlen ins tiefe Blau. Wie die Sonne, wenn sie kraftvoll durch die Wolken bricht. Für einen Moment verliert sie sich in diesem 'Himmelauge'. Und sie weiß, dass er immer alles für sie geben wird. Sie merkt nicht, wie sich ein liebevolles Lächeln auf ihre Lippen schleicht.
"Wieso?", fragt sie leise, noch immer von dem Anblick gefangen. "Was ist in Oasis?"
Blaze blickt nicht weg. Normalerweise fällt es ihm schwer, anderen zu lang in die Augen zu sehen. Aber bei ihr ist das anders. Sie anzuschauen fühlt sich richtig an. Unbeschreiblich.
Dennoch löst er vorsichtig seine Hand aus ihrer und legt den Arm um sie, zieht sie sacht näher zu sich.
„Mein Bruder wohnt da“, sagt er. „Du wirst ihn mögen.“
Er meint es ernst. Und obwohl er nicht weiss, was Del sagen wird, wenn er plötzlich mit Dennah auftaucht, nachdem er sich so lange nicht gemeldet hat – irgendwas in ihm ist sich sicher, dass es okay sein wird. Del ist nicht wie andere.

Es ist dunkel. Vor dem Camper steht ein verbranntes Lagerfeuer, zwei Stühle davor. Wirkt nach Besuch. Vielleicht Eve. Vielleicht… die Töpfers. Blaze wirft einen Blick zum Nachbarhaus – und es kickt ihm in den Magen. Das mit Chip ist so beschissen gelaufen, und er kann nicht mal genau sagen, was er fühlt. Sie ignorieren sich.
Egal.
Mit der Gitarre und dem Seesack über der Schulter geht Blaze auf den Wohnwagen zu. Er klopft an die Tür und tritt einen Schritt zurück. Im Innern geht ein Licht an. Dann öffnet sich die Tür, und Delsyn kommt heraus.
„Blaze“, sagt er, sichtlich überrascht.
„Yo“, antwortet Blaze, als wäre das ein vollständiger Satz. Er lässt die Tasche sinken, als Del die Stufen herunterkommt, und ihn kurz umarmt.
„Ich hab mich schon gefragt, ob was passiert ist.“

Blaze nickt. „Sorry… war… irgendwie viel los.“ Er wendet sich halb zu Dennah und hebt den Arm, um ihn um sie zu legen. „Das ist Dennah. Meine Freundin. Dennah, mein Bruder Del.“
Delsyn reicht ihr die Hand und lächelt. „Schön, dich kennenzulernen. Wollt ihr was trinken?“
Blaze blickt kurz zu Dennah. „Wir sind nur auf der Durchreise… aber ich denke, geht klar.“
Del schaut sich um, prüft die Temperatur. Es ist trocken. Oasis-trocken aber angenehm warm.
„Dann setzt euch hin. Ich komm gleich nach. Mach das Feuer an, wenn du willst.“
Er verschwindet im Camper, und Blaze legt die Gitarre ab. Er lächelt Dennah zu. „Er ist cool. Wirst sehen.“
Vor der Feuerstelle leuchtet er mit der Handytaschenlampe über die Reste der letzten Glut. Ein paar Holzscheite liegen daneben. Nur knapp erinnert er sich noch, wie man ein Feuer aufstellt. Blaze kniet sich in den Sand, baut eine kleine Pyramide und zündet die Zeitung mit seinem Feuerzeug an, die er zusammengeknüllt daruntergelegt hat. Als das Feuer sich auf das Holz überträgt, hebt er den Kopf – ein bisschen stolz.
Kurz darauf kommt Del zurück. In der Hand ein Tablett mit Gläsern. Er schenkt ihnen Wasser ein, mit Eiswürfeln und einer Zitronenscheibe.
„Dann erzählt mal“, sagt er mit ruhiger Stimme, als er sich dazusetzt. „Wo geht die Reise hin?“

Neugierig lässt Dennah den Blick über das Gelände schweifen. Das sieht irre friedvoll aus. Und irre langweilig. Dieser Ort hat alles, was man braucht. Wenn man mit Mitte vierzig keinen Bock mehr auf Action hat.
Dennah bleibt einige Schritte zurück, als Blaze an den Camper klopft, die Tasche vor ihrem Füßen abgestellt, nimmt sie die schmale Haltung ein, die sie zierlicher und schüchterner wirken lässt, als sie ist, und wartet geduldig. Blaze hat nicht viel von seinem Bruder erzählt. Sie weiß, dass er ein Soldat war. Und dass er viel von ihm hält, beinahe zu ihm aufschaut. Angetan heben sich ihre Mundwinkel, als das freundliche Gesicht aus dem Inneren des Campers hinausragt. Der ist süß, erkennt sie spontan eine leichte Ähnlichkeit zwischen den Brüdern.
Sie lässt sich einen Schritt vor holen, als Blaze den Arm um sie legt. Augenblicklich ist sie von seiner Wärme durchflutet, ihr Lächeln wird ganz von allein breiter. Sie erwidert den Handschlag mit einem "Hi." - der feste Griff ist ihr sympathisch.
Am Lagerfeuer lässt sie sich in einem der Stühle sinken und beobachtet Blaze bei seinem Werk. Er hat sie seine Freundin genannt. Vor seinem Bruder. Es klingt merkwürdig und fremd. Aber es erfüllt sie mit etwas, das sie sich nie hätte vorstellen können. So ist es also, wenn man nicht allein ist. Wenn da jemand bei einem ist. WIRKLICH bei einem - nicht weil es sich so ergibt oder man jemandem etwas nützt.
Ihr Lächeln scheint sich in die Wangen zu brennen, als wolle es nie wieder aus ihrem Gesicht weichen.
Delsyn setzt sich zu ihnen, reicht Dennah ein Glas mit frischem Wasser und erst jetzt bemerkt sie, wie durstig sie ist. In großen Schlucken stürzt sie die Hälfte hinunter - das tut richtig gut! Das Glas sinkt zu ihrem Schoß, ein vorsichtig fragender Blick zu Blaze, bevor sie sagt: "Ich wohne derzeit in Tattunga." Den Rest überlässt sie ihm. Sie will nichts ausplaudern, dass Blaze lieber verheimlicht hätte.
Del sieht sie irritiert, aber freundlich an.
„Tartosa“, korrigiert Blaze. Leicht grinsend.

„Schön da“, sagt Del anerkennend. „Zieht ihr zusammen?“
Blaze schüttelt den Kopf und stockt dann. Er schaut zu Dennah. „Also… sie wohnt da bei Pflegeeltern. Ich will da ne Wohnung mieten oder so.“
„Ich verstehe“, sagt Del. „Hast du einen Job da?“
„Noch nich…“, murmelt Blaze und scharrt mit dem Fuss im Sand. „Aber ich krieg das hin.“
Del lächelt. „Klar. Daran zweifle ich nicht. Und ihr geht heute noch? Darfst du im Haus der Pflegeeltern übernachten?“
Wieder blickt Blaze zu Dennah. Diesmal muss er fett grinsen. „Ich glaub nich“, sagt er fast lachend. „Ich halt erstmal nach ner Herberge Ausschau oder nem Airbnb… und morgen dann sehen, wos was Billiges gibt.“
„Klingt nach einem Plan“, antwortet Del und sieht zu Dennah. „Du bist diesen Sommer fertig mit der Schule?“
Blaze hadert mit der Frage nach der Kohle. Aber Tartosa ist echt nicht ohne. Mit dem Pfand-Kram und den paar Kröten, die er auf der Strasse machen könnte, wird er nie eine Wohnung bekommen. Jedenfalls nicht in einem Tag.
Dennah grinst verspielt zurück, als die Frage nach der Übernachtung fällt. "Natürlich pennst du bei mir.", wirft sie selbstsicher ein. "Ich lass dich nicht in eine Herberge gehen." Ihr Blick löst sich widerwillig von ihm, wendet sich aber schließlich dem Älteren zu. "Ich muss noch ein Jahr." Die Brauen in der Stirn zeigen ihr Missfallen. "Ich hab zu viel verpasst und darf noch mal ran." Resignierend zuckt sie mit den Schultern. Dieses Mal muss sie sich zusammenreißen.
Del lehnt sich leicht zurück, das Glas locker in der Hand, und sieht Dennah mit einem warmen Blick an. „Ein Jahr ist machbar“, sagt er aufmunternd. „Zweite Chancen haben manchmal die beste Aussicht.“
Dann schaut er zu Blaze. Die Augen blitzen.
„Im Gegensatz zu gewissen anderen, die beim ersten Anlauf einfach rausspazieren.“
Blaze verzieht das Gesicht. „Komm schon....“
„Was denn?“ Del grinst. „Den Spruch hast du dir selbst eingebrockt.“
Blaze schnaubt, zieht einen Kiesel mit dem Fuss durch den Sand. „Du redest hier mit nem künstlerischen Freigeist, ja? Schule war nix für mich.“
„Ja, das sagen sie alle. Bis sie bei mir Zelte aufbauen lernen müssen.“ lacht er und Blaze rollt - in Erinnerung an das Zelten hier in Dels Garten - mit den Augen.
Del nimmt einen Schluck, stellt sein Glas wieder ab und tippt mit dem Finger gegen den Rand.
„Sag mal…“, beginnt er, ein neuer Gedanke blitzt in seinem Blick auf. „Was wär, wenn du erst mal hier bleibst? Zumindest ein paar Tage.“

Blaze hebt skeptisch die Braue. „Du meinst… wieder hier-hier?“
„Ja“, meint Del. „Firefly startet bald. Ich könnt Unterstützung brauchen. Du könntest mithelfen.“
Blaze runzelt die Stirn. „Wobei denn?“
„Aufbauen. Zeug schleppen. Kleinkram machen. Vielleicht Musik, wenn du willst. Mit den Kids den Wald erkunden.“
„Mit Kindern?“ Blaze verzieht das Gesicht, als hätte ihm jemand Essig in den Drink geschüttet. „Urgh.“
Del lacht leise. „Ach komm... du hast doch ein Herz.“
„Ja. Aber das schlägt nicht für Kindergarten, okay?“ Blaze schüttelt den Kopf. „Ich bin kein Pfadfinder, Alter. Ich wär da maximal der, vor dem die Eltern ihre Kinder warnen.“
„Du unterschätzt dich. Die wären begeistert von dir.“
„Joa. Bis ich versehentlich 'ficken' sage.“

Dennahs Grinsen wird immer breiter, während sie die Energie zwischen den Brüdern aufsaugt. Liebevolles Necken, ohne dass es wirklich weh tut. Erst jetzt erkennt sie, dass die bissigen Sprüche der Sequoia-Crew nicht diese Zuneigung in sich trugen. Sie waren einfach nur gemein.
"Oh, komm schon Blaze, das klingt total cool." Dennahs Augen leuchten ihm begeistert entgegen. "So weit ist es nicht von hier nach Ta-" sie stockt, überlegt eine Sekunde, "Tatum- mir egal!" Ihr Gesicht kneift sich zusammen, schüttelt ab, was sie ohnehin nicht hinkriegt, und lässt die Begeisterung einfach frei heraus. Zu ihm herübergebeugt, ergreift sie Blaze' Hand und stützt sich so auf seinem Oberschenkel ab. "Stell dir vor, die kommen nach Hause mit einem Haufen Schmuddelwitzen und unanständigen Fremdworten und fragen ihre Alten, was das bedeutet. Das wäre total witzig." Bei dem Versuch, das Lachen zu unterdrücken, beginnt ihr Körper zu beben, bis sie schließlich aufgibt und ein unbeschwertes Glucksen aus ihrer Kehle stolpert. Ihr Lachen wird zu einem Lächeln, liebevoll, aber mit ernster Eindringlichkeit, als sie sich wieder aufrichtet.

"Du könntest Musik machen. Zur Ruhe kommen. Hier bei deinem Bruder. Das würde dir gut tun." Ihr Blick schweift herüber zu Delsyn, beinahe um Erlaubnis fragend. "Und vielleicht ...", ein Seufzen pausiert den Satz, "kann ich dich ja besuchen. Helfen. Ich kann mich gut um Andere kümmern. Naja,", ihr Blick senkt sich, die Stimme wird leiser, "zumindest konnte ich immer vor Schaden bewahren." Die Freude ist nun komplett aus ihrem Ausdruck verschwunden. "Und ich wette, niemand würde im Wald nach uns suchen. Ich muss natürlich nachts zurück. Oder?" Die großen Augen strahlen nun wieder Delsyn entgegen. "Schläft man auch dort?"
Blaze sieht Dennah an. Ihr Glucksen steckt ihn sofort an. Ein kleines Lächeln zuckt über seine Lippen, auch wenn er es nicht ganz rauslässt. Es ist das echte Lachen, das sie bei ihm auslöst – das ungefilterte, das ihm immer wieder sagt, dass sie anders ist.
Delsyn lehnt sich nach vorn, stützt die Ellbogen auf die Knie, das Glas locker baumelnd zwischen den Händen.
„Ja, wir schlafen dort wenn es los geht.“, sagt er mit einem sanften Lächeln. „Aber es ist nicht die Armee. Wir fesseln niemanden ans Zelt. Es gibt Betten in der Hütte.“
Dann zu Blaze, der noch nicht recht weiss, ob das hier alles gerade schräg oder peinlich ist.
„Ich hätte nichts dagegen, wenn ihr beide da wärt. Du bist willkommen, Dennah. Wenn du helfen willst - super. Und wenn du einfach nur da sein willst - auch.“ Er richtet sich wieder auf. „Und falls du abends zurückmusst, dann finden wir auch dafür eine Lösung. Ich red mit deinen Pflegeeltern wenn du willst. Ich bin nicht der Typ, der Türen zuschlägt.“
Dann schwenkt er zu Blaze. „Und du kannst von mir aus so lange bleiben wie du willst. Je nachdem, wie viele Notfall-Delikte es nach Tag eins gibt.“
„Delikte?“, fragt Blaze irritiert.

„Naja“, Del hebt eine Braue, „du mit schmutzigen Witzen am Lagerfeuer und ein Haufen verstörte Achtjährige. Ich seh schon die E-Mails der Eltern.“
Blaze zieht eine Grimasse, schiebt Dennahs Hand in seiner etwas höher, ohne bewusst zu merken, dass er sie fester hält. „Ich bin halt... pädagogisch ungeschliffen, ok?“
„Dann ist das hier die Schleifstation.“
Blaze schüttelt den Kopf. „Das ist die mieseste Jobanzeige der Welt.“
„Und trotzdem überlegst du“, antwortet Del ruhig. Er schaut zu Blaze runter, dann zu Dennah. „Aber nur unter einer Bedingung.“
„Welche?“, fragt Blaze misstrauisch.
Del deutet auf die Gitarre. „Du spielst mindestens einmal 'Country Roads'.“
Blaze rutscht tief in den Stuhl. „Gott, bist du alt.“
Das bringt den Älteren zum lachen.
Blaze öffnet den Mund, schliesst ihn wieder. Ohne etwas zu sagen. Stattdessen sagt Delsyn:
„Sag ruhig, dass es ein 'beschissener' Vorschlag ist.“
„Ich hab mich noch nich entschieden....", murmelt Blaze in den Stuhl gesunken, das Kinn fast auf dem Glas abgestützt. Der Blick nachdenklich ins Feuer gerichtet. Er versteht was Dennah meinte. Sie wären sicher. Vor Boom. Und die andere Sache ist... es würde ihm gut tun...? Hat sie das so gesagt und gemeint? Er weiss nicht was er davon halten soll.
Del grinst. „Ich weiss. Aber du hast auch noch keinen Gegenvorschlag gemacht.“
„Ich wollt eigentlich... also... Tartosa. Wohnung. Plan.“
„Wohnung ohne Job?“ Del hebt die Brauen. „Klingt super konkret.“
Blaze seufzt unschlüssig. „Ich weiss halt nich, ob ich mich mit ätzenden Gören in nem Kackzelt wiederfind...“ Ohne den Kopf zu drehen, jetzt bereits so tief, dass der Glasrand seine Lippen berührt, heben sich seine Augen zu Dennah. In der Hoffnung sie hat nur gescherzt und nimmt ihm die Entscheidung zu seinen Gunsten ab.

Einen Moment schweigt sie. Denkt nach. Es hätte Vorteile. Ihr Blick gleitet Blaze' Körper entlang. Die Erinnerung an die vergangene Nacht jagt ihr einen heißen Stromschlag durch die Muskeln, so dass sie beherrscht den Blick abwendet und ins Feuer richtet. Das Knistern der Flammen liegt in der Luft. "Wann geht es denn da los?", fragt sie, ohne wegzusehen. "Wir brauchen Geld, damit Blaze sich eine Wohnung mieten kann. Ich werd ein bisschen Krempel verkaufen, das dauert ein paar Tage." Seufzend beißt sie sich auf die Unterlippe. "Aber auf Dauer reicht das nicht. Wir brauchen entweder Jobs oder einen Plan B." Blinzelnd schaut sie zu Blaze herüber. "Das könnte ein guter Plan B sein. Das Andere läuft uns nicht weg. Ich kann die Kids von dir fern halten. Aber wenn du das nicht möchtest, ... " Sie wird ihn nicht dazu überreden. Sie weiß, wie es ist, Wege zu gehen, die man verabscheut. Ein Augenaufschlag richtet sich an Delsyn. Sie hat keine Scham, ihn zu fragen und so sprudeln die Worte geradezu aus ihr heraus. "Hast du Geld? Kannst du uns was leihen? Ich verspreche, dass wir jeden Cent zurückzahlen. Ich gehe arbeiten. Ist mir egal was, ich will nur, dass wir zusammen sein können."
Die Hände locker in den Hosentaschen, rollt Chip auf dem Skateboard den Gehsteig nach Hause entlang. Kleine Unebenheiten mit den Knien ausbalancierend, bereitet ihm das Bewusstsein, immer noch fit zu sein auf dem Board, gewaltige innere Genugtuung.
Denize zuliebe hat er das skaten vernachlässigt, aber jetzt fühlt es sich an, als wäre es ihm gelungen, eines von mehreren fehlenden Mosaikteilchen wieder an Ort und Stelle zu setzen. Der warme Oasis Wüstenwind zerstrubbelt wie gewohnt seine Haare und das Gefühl ist fast wie früher. Einfach rollen, immer weiter. Den Alltag vergessen.
Der Nachmittag war geil. Er hat mit Viola im Park von San Myshuno neue Tricks geübt und anschließend einen Berg Hamburger verdrückt. Den Skatepark in Oasis Springs meidet Chip immer noch. Wer weiß, ob dort nicht doch noch Schergen von Jinoh herum hängen.

Viola ist richtig gut geworden und traut sich was. Egal, ob sie die Flatter machen könnte, sie tut's nicht und nimmt Stürze in Kauf. Das nötigt ihm Respekt ab. Entschlossen erst zuhause wieder Gedanken über die nähere Zukunft zuzulassen, nimmt er ein Bein vom Brett, schubst an und formt im weiter rollen die Augen zu Schlitzen. Delsyn hat ein Feuer am Start und wie es aussieht, in Gesellschaft. Marga? Nein, nicht um diese Zeit. Maryama vielleicht. Vorfreudig lächelnd nimmt Chip nochmal Schwung, bremst am Grundstück und schnappt im Abspringen mit einer Hand betont lässig das Brett. „Hi Del, ich hab das Feu..“
Der Schreck bläst ihm sein Gehirn leer. Als hätte man ihn mit einer Ganzkörperkörperstarre verflucht, stiert er perplex erst Blaze, dann Dennah an. Sorglos ist den Bach runter. Mit Wucht schießt wieder Leben in seinen Körper. Dröhnend pumpt sein Herz Blut durch Ohren und Brustkorb und stürzt es dann heiß wirbelnd in die Magengegend. Ein Mundwinkel versucht zuckend ein schiefes Grinsen auf Chips Lippen zu drängeln, als sein Blick schließlich an Blaze hängen bleibt. Er sieht normal aus. Es geht ihm gut, zumindest oberflächlich gesehen. Irritiert über die Erleichterung, die sich darüber in seinem Inneren breit macht, verschließt sich Chips Miene wieder. „Alter..seit wann bist du in Oasis?“ Pennt Blaze bei Del und er hat nichts mitbekommen?
Grade noch irritiert darüber, dass Dennah seinem Bruder aus dem Nichts heraus einfach eine Kreditanfrage vor den Latz geknallt hat, kriegt Blaze die Gedanken nicht sortiert, als das Geräusch eines Skateboards seine Konzentration zerschneidet. Ein trockenes, rhythmisches Rattern, das ihm seltsam vertraut vorkommt – und dann im Feuerschein taucht Chip auf.
Blaze friert ein.

„Nabend Chip“, sagt Delsyn. Auch auf seinem Gesicht flackert kurz Irritation – allerdings weniger wegen Chip, als weil er gerade dabei war, Dennah zu antworten. Jetzt schweift sein Blick zu Blaze.
Der sitzt noch immer tief eingesunken im Stuhl, das Glas im Gesicht. Ein innerer Sprecher schreit, sich zu bewegen, irgendwas zu sagen, nicht nur dazusitzen wie ein kaputter NPC. Aber Blaze hatte Chip verdrängt. Erfolgreich. Und jetzt ist da nur... Leere.
Wut? Nein. Enttäuschung? Nicht greifbar. Erleichterung? Nicht das richtige Wort.
Nicht mal sein Inneres kann sich einigen, und so bleibt er einfach hängen – zwischen Reaktion und Nichtreaktion. Es fühlt sich an, als würden alle warten. Als hätte sogar das Feuer kurz angehalten. Und das Beste, was ihm einfällt, ist:
„Yo.“
Er hebt sein Glas ein bisschen. Der Versuch eines Willkommensgrusses..
„Was geht, Mann...“
Klingt dumpf und beiläufig. Die Art von Antwort, die ihn selbst nervt.
Del wartet nicht auf mehr. Vielleicht spürt er, dass es nicht mehr gibt. Jedenfalls sagt er lächelnd:
„Setz dich zu uns. So wie ich das verstehe sind Blaze und Dennah hier nur auf der Durchreise, aber wir diskutieren grade ob es sich lohnt stattdessen ein wenig zu.. hm.. chillen.“

Die Brauen irritiert tiefer ins Gesicht gezogen, versucht Dennahs Verstand Chips Erscheinen einzusortieren. Aber irgendwie will seine Figur einfach nicht in diese Situation passen. Was macht er hier? Für alle anderen scheint seine Anwesenheit weniger überraschend. Den knappen Wortwechsel registriert sie beiläufig, während ihre Gedanken sich an die Tatsache krallen, dass er sie nicht begrüßt hat. Sie ist es nicht gewohnt, übergangen zu werden. Zumal er sonst kaum seine Blicke von ihr lösen konnte. Das muss an dieser Babysache liegen., schlussfolgert sie stumm. "Hi, Chips!", lächelt sie merklich zu spät - fröhlich, aber bedeutungslos. Wie man einem Kumpel zulächelt, den man eine Weile nicht gesehen hat. "Wie läufts? Bist schon Papa?"
Als hole ihn Dennahs Stimme aus einer Unterwasserhöhle, taucht Chip wie elektrisiert wieder in die Situation ein. In Sekunden checkt er die äußerlichen Gegebenheiten. Blaze, komplette Nußschale. Er kennt ihn viel zu gut, um nicht zu wissen, dass die Schale Haarrisse hat, aber das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um das an sich heran zu lassen. Yo, vergiss es. Ihre ineinander verschlungenen Hände. Dennahs 'Bitch' Tattoo. Delsyns einladendes Lächeln. Ein surrealer Mix und kein gesunder Boden, um sich nieder zu lassen. Also hat Blaze es endlich geschafft, bei ihr Farbe zu bekennen. Gut. Gönnt er ihm. Nur wird Chip sicher nicht hier am Feuer sitzen und Smalltalk mit jemandem machen, der mal sein Blutsbruder war. Genausowenig braucht er vorgetäuschtes Interesse an seinem Familienleben. Er gehört nicht hierher. Ist nicht Teil dieses Miniuniversums und will es auch nicht werden. Als er den Blick auf Dennah richtet, rinnt ihm unwillkürlich ein zarter, prickelnder Schauer über den Rücken und zieht weiter in Richtung Leisten. Mit einer unauffälligen Bewegung, richtet er vorsichtshalber das Skateboard vor dem Körper neu aus und wendet sich ihr zu. Ein kleines, aber aufrichtiges Lächeln huscht über seine Züge. „Hi Dennah, siehst gut aus, wie immer.“, erwidert er im selben unbedeutenden Tonfall, wie sie ihre Frage gestellt hat, obwohl er es aufrichtig meint. Es ist auf eine schräge Weise schön, sie zu sehen und wieder streift ihn dieses seltsame Gefühl, das an Dankbarkeit erinnert. “Das wüsste ich auch gern.“, beantwortet er knapp ihre Frage und sieht, Blaze den Rücken zu kehrend, zu seinem Bruder. „Das ist nett von dir Del, aber ist glaub besser, wenn ich heim geh.“ Das klingt falsch. „Ist schon spät und morgen Arbeit.“, ergänzt er und lässt das Board auf den Gehsteig knallen.

Ihm wird kurz schlecht, als Chip Dennah anspricht. Einfach nur… weil.
Das ist doch alles Scheisse. Knallt der Impuls durch seinen Brustkorb, aber bevor er sich entscheiden muss, tut Delsyn es für ihn.
„Kein Problem. Ein Andermal. Gute Nacht, Chip“, sagt er freundlich.
Bevor Chip auf das Board springen kann, drückt Blaze in einer fliessenden Bewegung das Glas in Dennahs Hand – die er bis eben noch gehalten hat – und steht auf. Er sagt nichts und geht auf ihn zu. Sein Körper bereut die Aktion bereits. Egal. Das muss jetzt sein und der Anfang ist gemacht.
Er geht auf Chip zu. Schiebt die Hände in die Taschen. Er steht nicht gebeugt wie ein reumütiger Hund, sondern offen.
„Hast n Moment?“ fragt er, dabei ein kurzes Nicken Richtung Töpferhaus.
Blaze aktuelle Lage ist nicht perfekt, aber stabil. Kein völliges Chaos mehr. Er hat einen halben Plan, ist nicht mehr von der Villa gestresst, Dels Präsenz wirkt wie ein Anker, Leute sind da und er hat gelernt, Dinge auszusprechen – mehr oder weniger. Nicht zu letzt von Del. Auch von Nouki im Bandraum. Viola halbwegs. Und bei Dennah. Und was auch immer jetzt gleich kommt – schlimmer als das Gefühl, das er hatte, als er sich mit Dennah wegen Chip angebrüllt hat, kann es kaum werden. Und wenn doch, dann liegts gleich offen da. Er weiss, dass es besser wird, sobald der Druck raus ist. Und da Chip kein kompletter Vollidiot ist, weiss der das auch.

Del blickt zum Strassenrand, zu den Jungs, dann zu Dennah. Er hat gehört, wie wichtig ihr ist, dass sie und Blaze zusammenbleiben. Und er will sie nicht einfach übergehen.
„Ich hab nichts dagegen, euch Geld zu geben“, sagt er ohne aber.
„Du hast ein gutes Gespür für ihn.“ Er nickt gen Blaze und lächelt warm. Sie hat gesagt, die Ruhe würde ihm gut tun. Wahrscheinlich auch ihr selbst.
„Ich fahr morgen ins Camp. Ich würde es schön finden, wenn ihr ein bisschen bleibt. Nicht unbedingt wegen eurer Hilfe.“ Ein kurzer Blick zu Blaze, dann wieder zu ihr.
„Einfach weil ihr dann Zeit habt zu überlegen, was ihr machen wollt. Und nicht morgen spontan, aus Mangel an Optionen, irgendwas unterschreibt, ohne Einkommen… Ich geb euch morgen was mit, aber überlegts euch.“
Das Kompliment aus Chips Richtung freut sie mehr als es sollte. Gesehen zu werden, aufzufallen, das Verlangen steckt ihr einfach zu tief in der Seele. Das antwortende herzliche Lächeln verliert sich jedoch schnell in der nächsten Irritation. Er weiß nicht, ob seine Seekuh immer noch rund ist? Haben die sich etwa getrennt? Scheiße - wegen ihr? In dem Moment, in dem sie in sich hineinhorchend nach einem Gefühl zu dieser vermutlichen Erkenntnis sucht, drückt Blaze ihr das Glas in die Hand. Ehe ihre Gedanken seiner Bewegung folgen können, steht er bereits vor dem einst besten Freund. Sein 'fucking Bruder' hatte er gesagt, bei ihrem Krach in Sequoia. Die Lippen schief aufeinander pressend beobachtet sie die beiden unverhohlen. Will Blaze ihm Ärger machen? Jetzt? Nachdem sie offiziell zusammen gekommen sind? Nachdem sie ihm gezeigt hat, zu was sein Körper imstande sein kann, wenn nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden? Oder ... reibt er es ihm unter die Nase? Nein, das passt nicht zu ihm, sagt sie sich. 'Es versuchen doch dauernd irgendwelche Typen dich zu ihrem Preis zu machen.' Nein, Blaze ist nicht so. Er mag sie. Er mag sie wirklich. Verärgert darüber, dass Boom Booms offensichtliche Lügen noch immer Wirkung zeigen, reißt Dennah sich von dem Anblick los. Die Finger pressen sich kraftvoll um das Glas, als Delsyn das Wort an sie richtet. Seine warme freundliche Stimme zieht sie sanftmütig aus den dunkler werdenden Gedanken. 'Du wirst ihn mögen.', prophezeite Blaze auf dem Weg hierher. Wie zur Bestätigung seiner Annahme, lässt ein Lächeln ihr Gesicht schlagartig weicher werden.

"Wie geil, vielen Dank!", strahlt sie ihm ehrlich entgegen. Dann sackt der nächste Satz zu ihr durch. Ein gutes Gespür? Mit leuchtenden Augen huscht ihr Blick zum Straßenrand, wo die beiden gerade den Weg zum Nachbarhaus einschlagen. Ein warmer Stromschlag durchfährt ihre Brust, so dass sie tief durchatmet, ehe sie Delsyn ansieht.
Ihr Lächeln verschwindet hinter einem bedauernden Ausdruck. "Ich bin noch nicht achtzehn.", sagt sie, den Kopf betrübt senkend. "Ich darf nicht über mein Leben entscheiden. Ich kann nur da pennen, wo es mir erlaubt wird. Ich krieg so schon Ärger, weil ... ich den ganzen Tag weg war."
Ihre Blicke verhaken sich kurz, stumm prüfend, dann nickt Chip, klemmt das Skateboard unter den Arm und schlägt den Heimweg ein. Blaze' Offenheit kommt überraschend und hebelt seine eigene Mauer ein Stück weit aus. Trotzdem bleibt er wachsam. Chips Blick schweift kurz in den Nachthimmel. Nur vereinzelt blinken Sterne. Unzählige Male sind sie diese Straße schon zusammen entlang gegangen. Zu jeder Tages-und Nachtzeit. Nüchtern und zugedröhnt. Jetzt fühlt es sich an, wie zum ersten Mal. „Sag an.“ Instinktiv spannt sich Chips Bauchdecke und seine Antennen fahren wieder aus. Das nächtliche Zirpen der Grillen flutet plötzlich in sein Bewusstsein, als würde gerade ein 'High' einsetzen. Kakophonisch und schrill.

Sie gehen nebeneinander her. Blaze hats nicht wirklich mit Worten, aber weiss, dass es nötig ist. Dass Chip nicht weiss, ob er Vater ist, kann damit zusammenhängen, dass er Denize nicht mehr sieht. Vielleicht hat ers ihr gesagt. Vielleicht wegen was anderem. Offengestanden hat Denize ihm leid getan, weil er so stinksauer auf Chip war. Aber… es gibt mehr Möglichkeiten.
„Ich… hab ne Weile gebraucht, um zu checken, dass es gar nich um mich ging…“, beginnt er frei, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt. Seine Hände finden eine Schachtel Kippen in der Tasche, und er schnippt zwei heraus. Reicht Chip eine und das Feuerzeug. Blaze nutzt die Zeit, um die Kippe anzuzünden, zum Nachdenken.
„Es gab vermutlich irgendwas, was… dich hart abgefuckt hat… Irgendwie dacht ich, nach Jinoh kanns nix mehr geben, was einen stresst. So richtig mein ich.“ Etwas überrascht, wie sich die Worte aneinanderhängen, zieht er an der Kippe. Und trotzdem hat er nicht das Gefühl, irgendwas zu sagen, was ‘relevant’ ist. Also sagt er:
„Was ich sagen will…“ Er stockt. Es hat nicht geholfen, den Satz so zu beginnen.

„Uhm…“ Jetzt kratzt er sich am Hinterkopf. Dann lacht er kurz verlegen, weil ihm ein Gedanke durch den Kopf schiesst, den er ausspricht.
„Wir hätten uns einfach prügeln sollen und gut is…“ Das Lachen verschwindet augenblicklich.
„Oder so…“
Die Grillen verstummen. Zumindest in Chips Wahrnehmung. Diese Friedfertigkeit hat er nicht erwartet. Stattdessen weitet sich seine Brust, der Bauch wird locker und er greift wie selbstverständlich nach der angebotenen Zigarette. Er hat noch nicht geraucht heute. Der erste Lungenzug wirkt benebelnd und macht ihn schwindlig. Danach fühlt es sich gut an, etwas zum fest halten zu haben.
„Wie beim Festival.“, antwortet er trocken und spürt ein Grinsen aufkeimen. „Klärung die Zweite.“ Er ahmt eine Regieklappe nach. Jetzt ziehen seine Mundwinkel in die Breite, während er Blaze einen Seitenblick zuwirft. "Nicht so effektiv."
Schweigend sinniert er über den Rest des Gesagten. Es ist Zeit für Klartext. Sie haben nichts mehr zu verlieren.
„Du hast mich massiv angekotzt da in der Wohnung... selbstgerecht und 'moralisch korrekt'. Als hättest du noch nie was verwerfliches gemacht. So hat sich's angefühlt.“
Chip stößt hörbar den Rauch aus der Lunge. „Perfect match mit Denize.“ Er bleibt stehen und sieht Blaze direkt an. „Und dann nur die Frage vor den Latz knallen....Ganz ehrlich? Ja, das war's wert. Durch Dennah bin ich aufgewacht.“ Er zieht heftig an der Zigarette. „Auf der Party..ich hab auf alles geschissen in dem Moment. Hirn ausgeknipst, weil ich seit einem Jahr nicht mehr gefickt hab und endlich mal kein moralischer Zeigefinger auf mich gerichtet war.“ Er schnippt die Kippe auf die Straße. “Und ich hab mich dir gegenüber verhalten wie ein Arschloch, ja.“

Blaze bleibt stehen, als Chip es tut. Das Feuerzeug steckt er ein, raucht weiter. Sein Blick, geht langsam von der Strasse hoch und bleibt an Chip hängen. Ein paar Sekunden vergehn.
„Ich war nich selbstgerecht. Es hat nur… naja, verfickt weh getan.“
Er zuckt mit der Schulter und sieht zur Seite. Es gäbe so viel zu sagen, aber fast nichts, das sich sagen lässt, ohne sich dabei selber zu hassen. Chip hätte jede vögeln können, so wie sonst auch. Das sagt er aber nicht. Bringt nix. Ist nur wieder dieses alte Ding, das er eigentlich loslassen will. Ein tiefer Zug. Der Rauch beisst kurz in der Lunge.
„Ich hab nich gecheckt, dass du so… am Limit warst.“
Ein kurzer Blick zu Chip. Er sagt es nicht als Entschuldigung. Nur Anerkennung. Und ein bisschen Müdigkeit.
„Ganz ehrlich – ich schätze, ich wollte, dass du dich mies fühlst. Weil ich mich mies gefühlt hab. War halt irgendwie einfacher.“ Er kickt einen Stein mit der Schuhspitze weg.
„….. Ich hab dich vermisst, Alter. Richtiger Dreckssatz, aber is so.“
Dann schweigt er. Und zieht an der Kippe. Und wartet.
Verschiedenes kreist in Chips Kopf, was wichtig wäre zu erklären. Oder nicht? Je mehr man sagt, desto komplizierter wird's. Es ist Blaze. Und auch nicht. Sie sind beide Andere geworden und trotzdem fühlt es sich richtig an hier zu stehen. Zu reden. Bei verfickt weh getan zuckt Chip kurz zusammen. Er hat's gewusst und es war ihm egal. Damit wird er leben müssen. Plötzlich hängt Blaze' letzter Satz in der Luft. Die Grillen geben Vollgas. Für Sekunden ist Chips Inneres wie eingefroren, dann presst er die Lippen aufeinander und nickt. "Scheiße mann... ja ." Er fängt Blaze' Blick mit seinem ein. "Du hast so ein Loch gerissen."

Blaze sagt nichts. Dreht den Kopf langsam zurück zum Lagerfeuer, wo die Glut orange unter der Asche glimmt. Die Zigarette wirft er weg.
Dann dreht er sich wieder zu Chip, tritt einen Schritt vor – und umarmt ihn mit festem Griff. Brüderlich. Für drei Sekunden zu lang, um beiläufig zu wirken, aber zu kurz, um pathetisch zu werden. Beim Zurücktreten sagt er leise:
„Lass uns die Tage mal abhängen, okay?“
"Machen wir." Chip klopft ihm kurz auf die Schulter, löst sich und blickt ebenfalls in Richtung Camper. Er setzt an, etwas zu sagen, besinnt sich anders und lässt das Skateboard fallen. "Bis dann." Er hätte schwören können, dem Board seien Flügel gewachsen, als er mit einem kräftigen Schub startet. Genauso dankbar wie er, einen Teil der Zentnerlast in seinem Inneren los geworden zu sein, schießt es Chip durch den Kopf, ehe er aus Blaze' Blickfeld verschwindet.

Del nickt langsam, als sie spricht. Er lässt sie ausreden und hört zu.
„Verstehe“, sagt er dann.
Er streckt sich, kommt auf die Beine. „Warte kurz“, murmelt er und verschwindet im Camper.
Drinnen klappert es leise, dann knarzt die Tür wieder auf. In der Hand hält er ein zusammengefaltetes Stück Papier, das er beim Näherkommen glattstreicht. Er reicht es ihr hin, ganz selbstverständlich.
„Das ist der offizielle Flyer der Pfadfinder. Mit Logo und allem was Eltern gerne lesen wollen“, er zwinkert „Steht auch meine Telefonnummer drauf.“ Ein kleines Grinsen huscht über seine Lippen.
„Du kannst ihn deinen Pflegeeltern zeigen. Sagen, du warst zu nem Vorgespräch da. Oder dass ich dich eingeladen hab. Was auch immer sich besser anfühlt. Ist völlig legitim.“
Er setzt sich wieder, lässt sich ruhig ins Halbdunkel sinken.

Dennah leert das Glas und stellt es auf dem staubigen Boden neben sich ab. In der aufrichtenden Bewegung nimmt sie das Papier entgegen, entfaltet und studiert den Aufdruck mit ungewohnter Neugier. Nie im Leben hätte sie daran gedacht, irgendwann mal in Berührung mit Pfadfindern zu kommen. Diese Leute waren in ihren Augen immer lächerliche Streber. Und so richtig kann sie sich noch immer nicht vorstellen, wie die Tage in einem dieser Camps aussehen sollen. In ihrer Fantasie setzen sich Szenen zusammen von Zelten in einem saftig grünen Wald. Sie mit Blaze zusammen am Lagerfeuer, er spielt auf der Gitarre, während sie einen Dübel dreht. Im Hintergrund spielen Kinder Fußball, Delsyn zerkocht Kräuter zu einer würzigen Suppe mit Kaninchenschenkeln aus eigenem Fang. Niemand weiß, dass sie und Blaze sich im Laufe der Tage durch jedes einzelne Zelt durchkopuliert haben.
Ein freches Grinsen stiehlt sich auf ihre Lippen. Ziemlich sicher wird es so nicht ablaufen. Aber die Vorstellung gefällt ihr. "Danke.", murmelt sie sich in die Realität zurück. Mit der vorsichtigen Neugier eines scheuen Tieres schaut sie zu ihm herüber. Der Schein des Feuers tanzt auf seiner Haut, lässt die Narbe unter dem Auge aufblitzen und Dennah erwischt sich bei der Frage, wie so ein netter Typ zur Army kommt. Er hat dort aufgehört, erinnert sie sich an Blaze' Erzählungen. Vielleicht war er zu weich für den Verein. Prüfend sieht sie sich zur Straße um. Blaze und Chips sind weiter gegangen. "War er schon immer so verschlossen?", wendet sie den Blick zurück zu Delsyn.
Del hat den Blick auf die Glut gerichtet, als ihre Frage kommt. Ein stilles Lächeln zeichnet sich an seinen Mundwinkeln ab. Es dauert einen Moment, bis er antwortet. Wie jemand, der über jemanden spricht, den er nicht zerreden will.
„Ich kenn ihn erst seit knapp einem Jahr“, beginnt er. „Er ist nicht der Typ, der sich sofort öffnet. Das muss man sich wohl ein bisschen verdienen.“
Del hört das Knistern und ein leises Grinsen huscht über sein Gesicht.
„Er hat vor einiger Zeit von dir erzählt, glaub ich“, sagt er dann beiläufig. Er streckt die Beine ein Stück weiter aus, stützt sich mit beiden Händen hinten ab.
„Wenn er nicht spricht, dann meistens nur, weil er nicht will, dass man ihn für… ein Weichei hält.“
Kurz schnaubt er leise. Ein ehrliches, etwas müdes Lächeln zieht über seine Lippen.
„Was totaler Quatsch ist. Aber versuch das mal jemandem auszureden, der sich daran gewöhnt hat, ständig falsch verstanden zu werden.“

Überrascht heben sich ihre Brauen. Ein Jahr erst?! Sie hatte angenommen, dass die Brüder wenigstens ein paar Jahre miteinander gelebt hätten.
Blinzelnd folgt ihr Blick dem von Delsyn. Das bedächtige Nicken folgt intuitiv. Die Sorge, falsch wahrgenommen zu werden, kennt sie nur allzu gut. Wenn auch auf eine vollkommen andere Weise. "Er ist alles andere als ein Weichei. Warum müssen Jungs immer auf hart tun?" Der Moment seiner Ankunft in Tartosa schiebt sich in ihr Gedächtnis. Er weinte, wie ein verletztes Kind. Sie weiß, dass er dagegen ankämpfen wollte. Aber sein Gefühl war zu stark. Ein wenig schmerzt es sie, dass er denkt, er müsste sich verstellen. Tough sein. Sie würde ihm zu gern diese Bedenken nehmen.
"Ach ja?" Ein stolzes Grinsen breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Er hat über sie gesprochen? Oh fuck, er hat über sie gesprochen! Die Freude verschwindet hinter einem Schleier aus tiefen Zweifeln. Ist das gut oder schlecht? "Was ..." Die Zungenspitze befeuchtet ihre Unterlippe, als sie sich um Fassung bemüht. "Was hat er denn gesagt?"
Del lächelt schmal bei ihrer Frage, doch in seinem Blick liegt nichts Spöttisches.
„Weil viele Männer glauben, dass es niemanden gibt, der sie beschützt“, sagt er nachdenklich. „Also tun sie halt so, als wärs auch gar nicht nötig.“
Er sieht kurz ins Feuer, als würde er den Gedanken für sich selbst sortieren… Dann atmet er tief ein, hebt das Kinn ein wenig, und schaut wieder zu ihr.

„Er hat so gesprochen… als wärst du jemand, bei dem es ihm wirklich wichtig ist, was du denkst.“
Ein Moment Pause. Dann, entschuldigend: „Ich nehm ihm da aber nichts vorweg. Das wäre nicht fair.“
Schritte nähern sich und Blaze kehrt zurück.
„Wisst ihr was?“ sagt er, stützt sich auf die Lehne des Stuhls und sieht Del an. „Ich mach den Scheiss mit dem Camp. Ich verdien mir die Kröten. Aber ich will nach Tartosa fahren können, wenn Dennah nicht herkommen kann.“ Seine Stimme klingt motiviert und energiegeladen. Del sieht Dennah an, dann Blaze.
„Da drüben steht mein Wagen“, sagt er wie selbstverständlich. Er hat ja jetzt einen Zweiten. „Heisst, du hilfst uns bei den Vorbereitungen und kommst als Aufsicht mit?“
„Nur bis ich genug Kohle hab für ne Wohnung. Und nur wenn wir vor dem Start des Camps schon die Hütte nutzen können. Ich hab kein Bock mehr in nem Zelt zu leben.“ Blaze richtet sich auf und grinst selbstsicher.

Noch während Dennah die Worte Delsyns zu begreifen versucht, steht Blaze plötzlich da. Entspannt, aufgeräumt. Was immer die beiden gesprochen haben - es hat ihm gut getan. Mit einem leisen, erleichterten Lachen springt sie vom Stuhl auf, um sich in seinen Arm zu werfen. Ihre Wange schmiegt sich an seine Schulter, die Arme umschlingen ihn und pressen ihn an ihren Körper. Einen Atemzug bleibt sie in der Position, ehe sie den Kopf hebt und ihm tief in die Augen sieht. "Das wird richtig wild.", grinst sie verspielt zweideutig und greift mit ihren Lippen nach seinen, als wolle sie einen Teil von ihm in sich aufnehmen. "Ich tu alles, dass die mich gehen lassen.", haucht sie zwischen den Berührungen, findet dann etwas Abstand, so dass sie ihn wieder ansehen kann. "Programm 'braves Mädchen' wird aktiviert, sobald ich zurück bin." Verschmitzt stiehlt sich ein Seitenblick zu Delsyn, nur eine Sekunde, ehe ihre Augen Blaze verlangend anfunkeln. "Bis dahin ... lass uns einen ungestörten Ort suchen." Ihre Lippen nähern sich seinem Ohr und sie flüstert mit heiserem Atem: "Ich hab Lust auf wilde Natur." Zart schnappen ihre Zähne nach seinem Ohrläppchen, während ihre Hände seine an ihren unteren Rücken führen.

Del steht mit einem leisen Seufzen auf, streckt sich ein wenig und tritt mit der Schuhspitze bedächtig die letzten glimmenden Flammen aus. Der Rauch kringelt sich in der warmen Nachtluft. Dann greift er ruhig in die Jackentasche und holt einen Schlüssel hervor.
„Eve wird sich freuen“, sagt er mit einem Lächeln und reicht Blaze den Autoschlüssel – einfach so.
Blaze, der gerade Dennah im Arm hält, nimmt ihn mit einer Hand entgegen. Del legt ihm eine Hand kurz, aber fest auf die Schulter.
„Bring sie gut nach Hause, okay?“
Ein kurzes Zucken im Mundwinkel, ein Zwinkern. „Und nicht ZU wild – morgen früh zählt mindestens er hier als pädagogisches Personal.“
Er dreht sich um, geht ein paar Schritte in Richtung Camper, dann ruft er über die Schulter:
„Lasst mir bitte die Rückbank heil, ok?“ mit dem Grinsen eines grossen Bruders, geht er rein.
Blaze grinst, küsst Dennah. Fuck, er könnte es im Moment nicht besser treffen.

(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon und @simscat2 )
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