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Evergreen Harbor Nr. 13 - Wohnung Jarred Cunningham
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<<< Alma kommt von Henford-on-Bagley - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk
<<< Jarred kommt von Henford-on-Bagley - Haus Frietmann / Wohnung Jacob Bresk
Sexuelle Inhalte
Charaktere: Alma, Jarred
Geschichtsstrang: Geheimnisse
Ein sanfter Sonnenstrahl streicht über Almas Gesicht und weckt sie aus ihrem Schlaf. Langsam öffnet sie ihre Augen.
Die vergangene Nacht hatte sie in Jarreds Gesellschaft verbracht. Intensiv und leidenschaftlich wälzten sie sich in den Laken, ihre Körper verschmolzen miteinander.
Voller Verlangen dreht sie sich erwartungsvoll zu ihm um. Doch der Platz neben ihr im Bett ist leer. Verwirrt und ein wenig enttäuscht schaut sie sich um und entdeckt schließlich einen handgeschriebenen Zettel auf dem Nachttisch.

Nachdem sie den Brief gelesen hat, seufzt sie leise. Jarred muss sich in der Nacht herausgeschlichen haben, um zur Arbeit zu gehen. War sie so erschöpft, dass sie sein Fortgehen nicht bemerkt hatte?
Nach ein paar Minuten erhebt sie sich und begibt sich ins Badezimmer, um sich frisch zu machen. Neugierig lässt sie ihren Blick umherschweifen und öffnet einige Schubladen. Rasierer, Wattestäbchen, Seife - aber keinerlei weibliche Hygieneartikel. Es gibt keine andere Frau, sehr gut!
Im weiteren Verlauf beginnt sie, seinen Wohnbereich genauer zu inspizieren. Unsicher bleibt sie für einige Sekunden stehen und blickt sich um. Soll sie wirklich seine Sachen durchwühlen? Ich informiere mich nur. Mehr nicht.

Während sich Alma umsieht, entdeckt sie einen frisch gedeckten Tisch mit Kaffee und gekochten Eiern. Glücklich lächelt die Schwarzhaarige. Er kümmert sich wirklich um mich. Die liebevollen Details zeigen ihr deutlich, dass es ihm nicht nur um Sex geht. Er hat sich Mühe gegeben, ihren Morgen zu verschönern und das bedeutet ihr viel. Sie fragt sich, ob er es wirklich ernst mit ihr meint. Könnte das der Anfang von etwas Tieferem und Beständigem sein? Nie wieder allein sein.
Gerade als sie sich hingesetzt und einen Schluck Kaffee genommen hat, sieht sie sich weiter im Wohnraum um. An der Wohnwand entdeckt sie viele Kisten. Neugierig stellt sie die Kaffeetasse zurück auf den Tisch und geht näher heran. Vorsichtig öffnet sie eine Kiste nach der anderen. Darin findet sie Bilder, Souvenirs und allerlei Krimskrams. Doch nichts scheint von Bedeutung zu sein. Trotz ihrer Entdeckung bleibt ein Gefühl der Neugier in ihr bestehen. Sie fragt sich, was diese Dinge über ihn verraten und ob sie vielleicht etwas übersehen hat.

Plötzlich fällt ihr Blick auf die Regaltüren im unteren Bereich. Erwartungsvoll öffnet sie sie und entdeckt eine weitere Kiste. Neugierig holt sie sie heraus und öffnet sie. Zu ihrer Überraschung findet sie darin jede Menge Briefe. Die ersten Briefe liest Alma nur oberflächlich. Es sind Nachrichten von Verwandten und Schulfreunden, nichts Erwähnenswertes. Doch dann fällt ihr ein anderer Brief auf. Auf der Rückseite des Briefumschlags steht 'Franky'. Eine alte Flamme? Gespannt holt sie den Brief heraus und beginnt zu lesen.
Zitat von {{name}}
Lieber Jarred,
es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, um auszudrücken, was ich empfinde. Die Zeit mit Dir war wunderbar und ich werde sie immer in meinem Herzen tragen.
Doch so sehr es mir auch schwer fällt, muss ich eingestehen, dass unser gemeinsamer Weg nun zu Ende geht. Es ist bitter, aber ich denke, dass wir beide tief in uns spüren, dass es das Beste ist, wenn wir loslassen und getrennte Wege gehen. Neben den schönen Momenten, gab es auch Zeiten des Zweifels und der Ungewissheit, die uns beide belastet haben.
Du hast mir gezeigt, was es heißt, wirklich geliebt zu werden. Dafür bin ich Dir unendlich dankbar. Deine Geduld, Dein Verständnis und Deine Liebe haben mich durch viele schwere Zeiten getragen. Du wirst immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Ich werde Dich nie vergessen.
In Liebe
Franky
Alma legt den Brief einen Moment lang beiseite und atmet tief durch. Ob Franky Probleme mit seinem langen Gemächt hatte und deshalb die Beziehung zerbrochen ist? Oder war da noch etwas anderes? Gerade als sie den Brief zurück in den Umschlag stecken will, fällt ein Foto heraus. Gespannt hebt sie das Foto auf.
Das Bild zeigt ihn und einen anderen Mann, offensichtlich Franky, in einem glücklichen Moment. Sie stehen Arm in Arm, lächelnd und mit funkelnden Augen beieinander. Die Vertrautheit ist unübersehbar. 
Schockiert beginnen Almas Hände zu zittern. Jarred ist schwul? Der Brief zeigt ihr deutlich, dass es zwischen Franky und Jarred um Liebe ging. Doch warum hat er nichts gesagt? Was, wenn er Alma nutzt, um seine Homosexualität zu verstecken? Sind seine Gefühle für sie wirklich echt? Sie sieht zurück zum Frühstückstisch. So aufmerksam und liebevoll angerichtet. Nur für sie. Moment mal! Alma richtet sich auf und sieht genauer hin. Auf dem Tisch befindet sich auch Dekoration. Welcher Mann dekoriert? Dann denkt Alma an die Duftseife, die sie in seinem Badezimmer gefunden hat.
In diesem Moment treffen Almas Augen auf Objekte im Wohnbereich, die ihre Befürchtungen noch mehr bestärken. Die Rotweinflaschen auf dem Kühlschrank. Welcher Mann trinkt Wein? Da müsste eine Kiste Bier stehen. Die sorgfältig ausgewählte Wanddeko, die frischen Blumen in der Vase, die makellose Ordnung – all das verstärkt ihre Unsicherheit.
Almas Augen füllen sich mit Tränen. Sie wird ihn verlieren ... wieder einmal. Plötzlich ertönt ein Schlüssel im Schloss der Wohnungstür. Blitzschnell räumt Alma den Brief in die Kiste zurück, stellt diese an ihren Platz, schließt die Regaltüren und macht ein paar große Schritte, um sich wieder auf den Stuhl zu setzen. Fest umklammert sie die Kaffeetasse und hört, wie sich die Wohnungstür öffnet.
Am Eingang streift Jarred Jacke und Schuhe ab, ehe er das Wohnzimmer betritt. Seine Augen beginnen schlagartig zu leuchten, als er Alma am Tisch sitzen sieht. Mit wenigen Schritten steht er neben ihr, nimmt ihre Hand und zieht sie von Stuhl hoch, direkt in seinen Arm. "Hi.", haucht er nah an ihrem Gesicht und küsst sie sanft.
Die junge Frau lässt sich von ihm hochziehen und küssen. Sanft und liebevoll. Schwul! Wieso fällt mir das erst jetzt auf?! Trotz ihrer Enttäuschung und Traurigkeit versucht sie, ein Lächeln zu zeigen. "Hallo."
"Ich hab dich vermisst.", flüstert er in ihr Ohr und küsst ihre Wange. Sein Blick wandert zum Tisch. "Du hast noch gar nicht gefrühstückt?"
Unsicher sieht sie zum Tisch. "Eh ... ja, bin gerade erst aufgestanden." Kurz lächelt sie ihm zu, ehe sie sich zurück auf den Stuhl setzt. "Ich esse dann jetzt."
Einen kurzen Moment beobachtet Jarred sie. Was ist los mit ihr? Verhält sie sich merkwürdig oder bildet er sich das ein? Ihr gegenüber nimmt er Platz, den Blick noch immer auf ihr ruhend. "Hast du gut schlafen können?", fragt er mit weicher Stimme.
Ohne ihn anzusehen, nickt Alma und schmiert sich währenddessen eine Scheibe Brot. Fassung wahren! So oft hat sie in der Vergangenheit schon gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Ihr bleiben zwei Optionen: Entweder sie spricht ihn auf den Brief an oder schweigt und genießt die Zeit, die ihr noch mit ihm bleibt. Seufzend beißt sie in die Schnitte.
Sein Gefühl trügt nicht. Irgendetwas bedrückt sie. Missfällt ihr, dass er sie allein gelassen hat? Oder ist das körperliche Problem doch größer, als sie zugeben mag. Nachdenklich lehnt er sich ein wenig vor, die Ellenbogen auf dem Tisch stützend. "Alma?" Sorgenvoll legt sich seine Stirn in Falten, als er sie eindringlich ansieht und ihren Blick sucht.
"Hm?", lässt sie leise verlauten, während sie einen Schluck Kaffee trinkt.
"Was ist los?"
Wie in Zeitlupe stellt Alma ihre Kaffeetasse auf den Tisch zurück und sieht ihn an. Ertappt denkt sie über ihre Antwortmöglichkeiten nach. "Ich ...", beginnt sie und stockt. Nein, sie bringt es nicht über sich ihm die Wahrheit zu sagen. Die Angst, die Unsicherheit, die Zweifel. Sie schluckt schwer und stottert vor sich her. "... also, ich dachte ..." Erneut verstummt sie und ringt nach den richtigen Worten. Ihr ist bewusst, dass sie ihm nicht das bieten kann, was dieser Franky konnte. Oder doch? "... ich will, dass Du mich von hinten nimmst." Ernst sieht sie ihn an. Habe ich das jetzt wirklich gesagt?
Jarred stutzt. Von hinten? Prüfend schaut er ihr in die Augen. Einige Sekunden herrscht Schweigen, bis er nachdenklich den Mund öffnet. "Wenn du sagst 'von hinten', was genau meinst du dann? Reden wir von Doggy oder von Anal?"
Räuspernd spielt sie mit ihrem Messer. "Anal, oder ... magst Du das nicht?" Erwartungsvoll blickt sie ihn an und mustert seine Gestik und Mimik.
"Schon." Verwundert seufzt Jarred in sich hinein. Er begreift nicht, was Almas Anliegen ist. Hat er sie im Intimbereich verletzt? "Alma, war ich letzte Nacht zu fordernd? Hast du Verletzungen davongetragen? Du musst es mir sagen, wenn ich zu energisch werde." Ein lautes Seufzen wälzt sich aus ihm heraus, als er den Blick abwendet. "In manchen Beziehungen musste ich vor dem Höhepunkt raus ziehen. Weil es zu schmerzhaft wurde. Ist das bei dir auch so?"
Genervt legt sie das Messer zur Seite. "Nein, ich habe mich nicht verletzt. Wenn Du mir nicht glaubst, kannst Du Dich gerne selbst davon überzeugen!" Schnippisch verschränkt sie die Arme ineinander. "Ich will nur mal was anderes ausprobieren. Okay?!"
"Okay.", nickt Jarred. Etwas Trauriges mischt sich in seinen Blick. "Wenn es das ist, was du möchtest ... Ich will nur, dass du glücklich bist." Schwer schluckend senkt er den Kopf. "Bitte sei nicht böse auf mich."
Ihr verhärteter Gesichtsausdruck wird weicher. "Das bin ich doch gar nicht ..." Traurig blickt sie nun auf ihr Brettchen. "Jarred?", fragt sie nach ein paar Minuten des Schweigens. "Nimmst Du mich in den Arm?"
Warm lächelnd steht er auf, umrundet den kleinen Tisch und zieht sie zu sich herauf. "Das tu ich liebend gern." Seine starken Arme legen sich um sie und drücken sie sanft an sich. "Lass uns bitte immer ehrlich zueinander sein." Seine weichen Lippen schenken ihr einen Kuss auf die Stirn.
Alma schließt die Augen und spürt seine Nähe. Seine Worte hallen in ihrem Gedächtnis wider. "Gibt es irgendetwas, was ich noch über Dich wissen sollte? Abgesehen von ..." Sie zeigt auf seinen Schritt.
Jarred löst die Umarmung, seine Hände ruhen auf Almas Oberarmen. Sein Lächeln wirkt gleichermaßen bedrückt wie aufrichtig. "Wie soll ich so eine Frage beantworten? Woher weiß, was für dich relevant ist?"
Mit ihrer Hand streicht Alma über seine Wange. "Naja, das Thema Sex haben wir inzwischen ausführlich besprochen, aber ... über deine vorherigen Beziehungen weiß ich noch nicht so viel. Erzähl mal." Ihre Hand wandert über seinen Oberkörper.
"Du bist wirklich anders.", schmunzelt er liebevoll. Er führt sie wieder an den Tisch und schenkt Kaffee nach. Sich selbst gießt er ebenfalls eine Tasse ein. "Was genau willst du wissen?"
Mit dem Löffel köpft sie das gekochte Ei. "Mit wem warst Du so zusammen? Wie ernst waren die Beziehungen? Sowas eben."
"Ich sollte dich warnen." Den Kopf gesenkt, sieht er unter den Augenbrauen zu ihr auf. "Die Liste ist nicht unbedingt kurz." Innehaltend pustet er über den dampfenden Kaffee, ehe er einen vorsichtigen Schluck nimmt. "Von meiner Seite aus waren alle ernst. Was die andere Seite betrifft, kann ich nicht sagen. Ich hatte ... einige ... viele Beziehungen. Manche gingen wenige Monate, andere ein paar Jahre. Ich war auch schon verlobt. Aber zur Hochzeit kam es nicht. Meine Exen sind so verschieden, wie die Sims da draußen auf der Straße. Ich habe keinen bestimmten Typ."
Seine Worte bringen sie zum Nachdenken. "Wenn Du keinen bestimmten Typ hast, was gefällt Dir denn an mir?"
Jarred muss liebevoll lachen. "Deine offene, verspielte Art. Deine Körperhaltung. Dein Mund. Dein Po. Deine Stimme."
Alma hat genug von den Gesprächen. "Weißt Du was? Zeig mir doch einfach, was Du noch an mir magst." Sie legt das Besteck hin, steht auf und nimmt seine Hand.
Lächelnd steht er auf und schmiegt sich an sie. Eine Hand liegt auf ihrem Po, die andere gräbt sich in ihr Haar. Innig küsst er sie, während eine Hand zu ihrem Oberteil wandert, um es ihr über den Kopf zu ziehen. Gekonnt öffnet er den BH-Verschluss und zieht die Träger über ihre Arme. Kraftvoll packt er Alma mit beiden Händen, um sie anzuheben. Ihr Unterleib presst sich an seinen, so dass sie seine aufkommende Lust spüren muss. Seine Küsse werden leidenschaftlicher, als er sie zur Couch trägt. Geschmeidig lässt er sie auf die Polster herunter, wo er sich ihrem Oberkörper widmet. Ihre zarte Haut mit Küssen bedeckend, öffnen seine Hände ihre Hose. Scheinbar mühelos zieht er den Stoff von ihren Beinen und wirft die Kleidung achtlos in den Raum.
In diesem Moment vergisst Alma ihre Zweifel und Ängste und lässt sich von Jarred verwöhnen.
Jarreds Lippen liebkosen Almas Brust, während eine Hand ihren Unterleib anhebt. Die zweite zieht ihr Höschen die Beine herunter und streicht zärtlich über ihre Schenkel. Gänsehaut bildet sich unter seinen Fingern, als er sanft ihre Rundungen massiert. Einen Moment hält er inne, schaut ihr liebevoll in die Augen, ehe er hastig sein eigenes Shirt auszieht und in den Raum wirft. Schnell befreit er sich vom Rest der Kleidung und beugt sich erneut über sie. Das Verlangen nach ihr ist unbändig, doch wie so oft, muss er sich gedulden, bis sein Körper bereit für den nächsten Schritt ist. Geduldig lenkt er die Aufmerksamkeit auf Almas Lust. Fordernd gleiten seine Hände ihren Körper entlang, tiefer Richtung Hüften, streifen seine Finger ihren wohlgeformten Po, umrunden ihn bis zur Innenseite der Schenkel. Schwer atmend vergräbt er das Gesicht in ihrer Halsbeuge, bedeckt sie weiter mit Küssen, bis die Ungeduld ihn packt und er endlich in sie einzutauchen beginnt. Genüsslich stöhnend streift sein warmer Atem ihr Ohr. Zuerst zaghaft, verlangt die Lust nach mehr, so dass er in wenigen Bewegungen Almas Wärme spürt. 
(in Zusammenarbeit mit @Spatz )
Charaktere: Alma, Jarred
Geschichtsstrang: Wer ist Dennis?
Über die Küchenzeile geneigt studiert Jarred das Rezept. Butter, Zucker, Eier, Backpulver, Mehl und Äpfel. Der Reihe nach deutet er auf die bereitgestellten Zutaten, als Alma frisch geduscht aus dem Bad kommt. Lächelnd legt er seine Arme um sie und küsst sie sanft, ehe sein Blick auf die Utensilien deutet. "Ob du es glaubst oder nicht,", schmunzelt er, "ich habe noch nie gebacken."
Alma genießt die Umarmung und mustert die Zutaten vor sich. Backen war noch nie ihre Stärke, dafür hatte sie immer ihre Mutter. Doch die ist jetzt nicht da. "Das kriegen wir schon hin", sagt sie lächelnd. Insgeheim ist sie froh über die Ablenkung, die ihr eine Pause von den Bettaktivitäten verschafft. Seit sie Jarred angeboten hatte, sie von hinten zu nehmen, kämpft sie mit leichtem Schmerz. Sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen und stark zu wirken – schließlich will sie mithalten, auch wenn sie leise vermutet, dass Jarred vielleicht auch Interesse an Männern haben könnte. Bevor er sich wieder von ihr löst, geht sie lieber noch einen Schritt auf ihn zu.
Sie löst sich aus der Umarmung. "Dann zeig mir mal, was du in der Küche kannst."
Ein zurückhaltendes Lächeln streift Jarreds Züge, ehe seine Brauen sich heben und sein Mund ein leichtes Schmollen formt. "Pass jetzt gut auf, das wird dich umhauen.", prophezeit er, die Hand an den Drehknauf des Ofens gelegt. "Ich kann aufheizen. Also, vorheizen. Auf ... ehm ...", prüfend streckt er sich zum Rezept und überfliegt den Text. "Zweihundert Grad." Seiner Unbeholfenheit bewusst schleicht sich ein schüchternes selbstironisches Lachen in die letzten Worte.

Alma grinst und beobachtet, wie Jarred den Ofen anschaltet. Ein Blick ins Rezept verrät ihr den nächsten Schritt. Zögerlich und ein wenig unsicher ordnet sie die Zutaten, damit sie weiß in welcher Reihenfolge sie diese abmessen muss. Sie versucht selbstbewusst zu wirken und greift locker nach einem Ei, um es am Rand der Schüssel aufzuschlagen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Es braucht mehrere Anläufe, bis die Schale bricht, und prompt fällt ein Stück davon in die Schüssel. Wie ärgerlich, denkt sie und wirft Jarred nur ein flüchtiges Lächeln zu. Mit Mühe und Not fischt sie die Schale mit einem Messer heraus. "Ganz schön widerspenstig", sagt sie schmunzelnd zu ihm, während sie das nächste Ei in die Hand nimmt.
Jarred beobachtet ihr Tun lächelnd. Jeden Kommentar sparend, geht er zu der kleinen Stereoanlage herüber und schaltet Musik ein. Sanfte Klänge erfüllen den Raum, als er zurückkehrt. Hinter Alma stehend legt er seine Arme um sie und haucht einen Kuss auf ihre Wange. "Danke, dass du mir hilfst. Das bedeutet mir viel."
Es fällt ihm schwer, sich von ihrem verführerischen Duft zu lösen. Wie gern würde er sie einfach nur im Arm halten und an ihr riechen. Doch dieser Kuchen muss fertig werden. Und nicht nur das - er muss gut werden. Wenn es auch nur ein banaler Apfelkuchen ist, muss er doch strengen Anforderungen gerecht werden. Es ist nicht leicht, seine Mutter zu beeindrucken.
Jarred bemerkt, wie eine leise Nervosität in ihm aufsteigt. Vielleicht hätte er doch etwas beim Konditor bestellen sollen.
Die Sorge, bei diesem Projekt zu versagen, unterdrückend lässt er von Alma ab, holt den Mixer aus dem Schrank, um ihn vorzubereiten, ehe er den Schäler nimmt und sich den Äpfeln widmet.
"Als ich klein war, gab es bei uns jedes Wochenende einen selbstgebackenen Kuchen." Geschickt gleitet der Schäler über den ersten Apfel, dessen Äußeres sich wie eine länger werdende Locke um sich selbst zu winden beginnt. "Meine Mutter war immer eine Meisterin darin. Das ganze Haus roch danach. Das war herrlich." Der gelockte Streifen fällt auf die Arbeitsplatte herab. Jarred bricht sich ein Stück ab und lässt es hinter seinen Lippen verschwinden. Fragend reicht er Alma ein Stück der Schale herüber. "Gab es das bei euch auch?"
Alma kann sich lebhaft vorstellen, wie Jarred einst mit seiner Mutter und den Geschwistern im jetzigen Haus der Garcias lebte. Zwar hat sie keine genaue Vorstellung von der Einrichtung, aber kleine Bilder spielen sich in ihrem Kopf ab. Dabei schweifen ihre Gedanken zu ihrer eigenen Kindheit. "Ja, meine Mutter hat sich auch immer gut um uns gekümmert und wir haben oft mit der Familie zusammen gesessen. Meine Tante mit ihrer Familie, mein Onkel, mein Cousin und meine Großeltern. Als meine Oma noch lebte, kam sie regelmäßig vorbei und hat auch bei uns gern für Kaffee und Kuchen gesorgt."
Für einen Moment wird Alma still und denkt an einige dieser Erlebnisse, eine leichte Trauer macht sich breit. Wie es ihrer Familie wohl jetzt geht? Doch bevor sie weiter darüber nachdenken kann, schleichen sich andere, unangenehme Gedanken ein. Was, wenn keiner mehr an sie denkt? Was, wenn sie tatsächlich froh sind, dass sie weg ist?

Jarred lauscht ihren Worten, während er weitere Äpfel schält. "Das klingt schön.", lächelt er warm. "So lebhaft und harmonisch." Beiläufig den Stimmungswechsel registrierend, bemüht er sich, Alma nicht zu bedrängen. Ihm ist nicht entgangen, dass das Thema 'Familie' für sie schwierig ist. "Was denkst du, warum sich die Dynamik in vielen Familien ändert? Ich habe mich oft gefragt, wie so etwas passiert."
Alma zuckt mit den Schultern und vermeidet Jarreds Blick. "Sims verändern sich. Vielleicht ist das einfach der Lauf der Dinge." Sie will das Thema nicht weiter vertiefen und spürt, wie es in ihr arbeitet. Dann wechselt sie schnell das Thema. "Lass uns mal schauen, wie weit wir mit dem Kuchen sind. Ich glaube, der Teig muss jetzt gerührt werden."
Sims verändern sich. Damit hat sie Recht. Und nicht nur Sims, sondern auch Umstände ändern sich. 'Das ist das, was man Leben nennt', hatte er einnmal irgendwo gelesen und muss seither immer wieder daran denken. Jarred schweigt, schenkt Alma aber ein warmes Lächeln, auch wenn sie einander nicht ansehen. Er weiß, dass sie ihn im Blick hat, ebenso wie es umgekehrt der Fall ist.
Mit einer Kopfbewegung deutet Jarred auf den vorbereiteten Mixer. "Dennis wartet schon auf seinen Einsatz." Ein weiteres Stück der Apfelschale naschend nimmt er das kleine Messer und beginnt, die Früchte in gleichmäßige Scheiben zu schneiden. Seine Gedanken schweifen zwischen Almas Schweigen und dem bevorstehenden Besuch im Shadey Pines hin und her. Ein Teil von ihm würde sie gern bitten, ihn zu begleiten. Doch er weiß, dass das keine gute Idee ist. Seine Mutter war noch nie mit seinen Freundinnen einverstanden. Warum sollte es dieses Mal anders sein?
Alma lässt Jarred den Vortritt mit dem Mixer und beobachtet ihn dabei aufmerksam. "Das sieht aus, als ob du das öfter machst", sagt sie schmunzelnd, während der Teig langsam Form annimmt. "Aber wie kommst du eigentlich auf den Namen Dennis?"
Sie überlegt kurz, ob es sich dabei um einen Freund oder vielleicht sogar um einen festen Freund aus der Vergangenheit handeln könnte. Der Gedanke bringt sie zum Grübeln, aber sie sagt nichts weiter, beobachtet ihn nur aus den Augenwinkeln und ist neugierig auf seine Antwort.
"Das steht hier drauf." Grinsend schaltet Jarred das Gerät aus und zeigt Alma das verblasste Firmenemblem an der Seite. "Wir haben schon unzählige Dinge zusammen gemacht. Pancakes, Eiscreme, Joghurt, aber noch nie einen Kuchen." Mit einem Knopfdruck nimmt Dennis laut röhrend wieder seine Arbeit auf. "Wenn uns das hier gelingt,", er schaut Alma leuchtend in die Augen, "wer weiß, vielleicht wird es dann zu einer Gewohnheit."

Alma atmet erleichtert auf und ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Seine Worte erfreuen sie, besonders der Gedanke, dass er an eine gemeinsame Zukunft denkt. Nie mehr alleine sein. "Das wäre schön", erwidert sie sanft.
Glücklich strahlen Jarreds Augen sie an. Er reckt ihr den Hals entgegen, um ihr einen Kuss auf die Lippen zu hauchen. Nur ungern lenkt er den Blick von ihr ab, dem lärmenden Küchengerät zu. "Denkst du, das genügt?" Er schaltet Dennis aus und kontrolliert die Konsistenz. Beiläufig nimmt er ein weiteres Stück der Schalen, Alma ebenfalls eins anbietend.
Lächelnd nimmt Alma das Stück der Schale entgegen und wirft einen Blick auf den Teig. Ehrlich gesagt hat sie keine Ahnung, ob er die richtige Konsistenz hat, aber sie nickt zustimmend. "Ja, bestimmt", sagt sie mit einem leichten Schmunzeln in der Hoffnung, dass es richtig ist.
Die eigene Zuversicht pushend, seufzt er leise. Das muss gut werden. "Dann kommen jetzt die Apfelscheiben dazu.", zitiert er aus dem Gedächtnis. Mit beiden Händen legt er zwei Drittel der geschnittenen Obststücke auf den Teig, holt einen Löffel aus der Schublade und rührt sie vorsichtig unter. "Würdest du schon die Mandeln öffnen?" Sein Blick deutet auf eine Tüte geraspelter Mandeln. "Die müssen zum Schluss oben drüber."
Entschlossen nimmt Alma die Tüte mit den Mandeln in die Hand und beginnt, sie zu öffnen. Doch fast wäre ihr die Tüte aus den Händen gerutscht, im letzten Moment fängt sie sie geschickt wieder auf. Sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen, während sie Jarred beobachtet, wie er die Obststücke vorsichtig unter den Teig rührt.
"Ich hoffe, das ist gleichmäßig genug.", murmelt er vor sich her. Ein Hauch Dringlichkeit schwingt in den Worten mit, die andeuten, wie wichtig ihm dieses Projekt ist. Dass er hierbei keinerlei Routine hat, macht ihn insgeheim nervös. Gerlinde ist eine kritische Frau. Obwohl sie ihm keinen Anlass zu glauben lässt, er könnte seine Sache gut machen, versucht er immer wieder, sie zufrieden zu stellen. Bei jedem Gefallen, jeder Aufmerksamkeit legt er die große Hoffnung an den Tag, ihr damit eine Freude machen zu können.
Der Löffel landet in der Spüle, die übrigen Apfelscheiben drapiert Jarred sorgsam auf der Oberfläche des rohen Kuchens. "Jetzt du.", lächelt er auffordernd gen Alma. "Streu, wie du noch nie gestreut hast."
Alma gibt ihr Bestes und streut die Mandeln so gleichmäßig wie möglich über den Kuchen. Es gelingt ihr zumindest einigermaßen und sie tritt einen Schritt zurück, um ihr Werk zu betrachten. "Okay so?", fragt sie ohne wirklich auf eine Antwort zu warten. Stattdessen sieht sie Jarred mit ernstem Blick an. "Er muss ja nicht perfekt sein, solange er schmeckt."
Jarred legt einen Arm um Alma. Wie falsch sie doch liegt. "Danke für deine Unterstützung." Eine Hand legt sich sanft auf ihr Gesicht, streicht in den Nacken hinein, während er sich zu ihr herunterbeugt. Ihre Lippen sind so weich. Er liebt es, sie zu küssen.

(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon.)
>>> Jarred geht nach Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (8) >>>
>>> Alma geht nach Britechester - Vereinshalle Britechester Tigers >>>
#4
<<< Jarred kommt von Windenburg Palazzo - Dinner, Tanz & Show <<<
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Charaktere: Jarred, Alma
Geschichtsstrang: Große Worte
Leise öffnet Jarred die Tür zu seinem Schlafzimmer. Alma liegt friedlich auf der Seite, eine kräftige Locke hängt quer über ihrem Gesicht, die bei jedem Atemzug, begleitet von einem leisen "khhhhh" sanft hin und her wiegt. Die Anstrengungen der Nachtschicht sind bei ihrem Anblick sofort vergessen. Ein liebevolles Lächeln legt sich auf Jarreds Lippen und Wärme durchströmt seinen Brustkorb.
Um Alma nicht zu wecken, zieht er sich ins Wohnzimmer zurück, wo er Jeans und Pullover abstreift, beides sorgsam über die Sofalehne legt und zurück zu seiner Freundin schleicht. Vorsichtig schlägt er die Decke zurück und verharrt mit angehaltenem Atem, als er registriert dass ein Teil des Stoffes von Almas Körper gehalten wird. Die Lippen konzentriert aufeinander gepresst, will er gerade einen Fuß unter die Decke schieben, als sein Blick auf die Socke fällt. Kurz überlegt er. Nein, Socken im Bett sind einfach unsexy. Mit einem Finger streift er die Kleidungsstücke über die Fersen ab, ehe er, zufrieden mit seiner Entscheidung, die gespitzten Zehen wie eine Ballerina zwischen die Laken schiebt. Erst der rechte Fuß, dann der linke - Alma wendet brummend den Kopf halb herum und Jarred erstarrt. Shhhh ... Nicht. Aufwachen. Schlaf. weiter. Klanglos atmet er durch gespitzte Lippen aus, als sie sich nicht weiter regt. Wie in Zeitlupe lehnt er sich in die Kissen, den Blick auf Alma gerichtet und kann nicht widerstehen. Der Zeigefinger streicht ihr die hartnäckige Strähne aus dem Gesicht, während der Daumen sanft ihren Wangenknochen streichelt.
Alma blinzelt langsam und öffnet die Augen, verwirrt von der sanften Berührung an ihrer Wange. Ihr Blick klärt sich und als sie Jarred erkennt, entspannt sich ihr Gesicht. "Wie spät ist es?", murmelt sie leise, ihre Stimme noch verschlafen.
So ein Mist. Innerlich ohrfeigt Jarred sich selbst. Er hatte sich so große Mühe gegeben, sie nicht zu wecken. Hätte er sich nur ein wenig mehr zusammen gerissen. "Kurz vor sieben.", raunt er, sich an sie schmiegend. "Schlaf weiter, mein Herz." Seine Hand legt sich auf ihre Wange, seine Lippen küssen sie nachdrücklich auf die Stirn. Ein beherrschtes Seufzen ringt sich aus seinen Lungen und die Worte, die er seit Tagen im Kopf hat, liegen ihm auf der Zunge. Aber dies ist nicht der Zeitpunkt. Oder? Nein, Alma schläft mehr, als dass sie wach ist. Er wird warten. Die Finger gleiten von ihrer Wange, dem Kiefer entlang, bis zum Kinn, wo sie ihr Gesicht sanft anheben. Gott, diese Frau macht ihn willenlos und stark zugleich. Seine Lippen legen sich auf ihre, ertasten einen sanften Kuss und formen, nur einen Zentimeter vor Almas Gesicht, klanglos die Worte, die er nur mühevoll zurückhalten kann, um wenigstens ein bisschen von dem Bedürfnis loszulassen.
Alma nimmt die Berührung kaum wahr, nur ein flüchtiger Gedanke streift sie – Jarred muss von der Arbeit gekommen sein. Schon gleitet sie zurück in den Schlaf, die Träume ziehen sie wieder fort.
Jarreds Brust fühlt sich an, als könnte sie jeden Moment aufspringen, so gefüllt von Liebe und Glück wie er ist. Jede Sekunde, die er Alma betrachtet, kommt ihm perfekt vor. Er könnte sie sein ganzes Leben lang ansehen und wäre dem Anblick niemals überdrüssig. Doch so sehr er sich bemüht, die Augen offen zu halten, fallen sie ihm nach wenigen Minuten unbemerkt zu und er schläft ein.
Als er nach Stunden erwacht, ist es früher Nachmittag. Alma liegt nicht mehr neben ihm. Er gähnt herzhaft, streckt sich und fährt sich beim Aufstehen durch die Haare. Barfuß und leise wie eine Katze betritt er den Wohnraum und sieht sie - und muss schon wieder lächeln.
Alma scrollt gedankenverloren auf ihrem Handy, als ihre Augen auf eine Nachricht von Nael stoßen. Ihr Gesicht verzieht sich, als sie liest, dass ihr Verhalten inakzeptabel sei und sie sich endlich melden soll – außerdem fehlt jede Spur von Logan. Was soll sie darauf antworten? Sie hat keinen Kontakt mehr zu ihm, ihr Leben dreht sich mittlerweile um Jarred.
Gerade als sie die Nachricht beiseite schieben will, kommt eine weitere Benachrichtigung – diesmal von Jake. Die Nebenkosten seien gestiegen, er habe sie gerne bei sich aufgenommen, aber wenn sie jetzt dauerhaft bleiben wolle, müsste sie sich an den Unkosten beteiligen. Alma schnaubt - keine Lust darauf. Sie lehnt sich zurück, als sie plötzlich Geräusche hinter sich hört.
Langsam dreht sie sich um und erblickt Jarred. In diesem Moment kommt ihr eine Idee. Warum nicht hier einziehen?
"Guten M- ... Hi." Sie sieht so schön aus, wie sie einfach nur da sitzt, die wilde Mähne umrahmt ihr markantes Gesicht und ihre Augen, so grün wie saftiges Gras, schauen ihn an. "Danke, dass du nicht gegangen bist." Er kommt näher und küsst sie auf die Wange. "Hast du gut schlafen können?" Jarred geht die wenigen Schritte zur Kaffeemaschine herüber, leert den Filter und bereitet alles für eine neue Kanne vor.
"Wenn ich bei dir bin, kann ich immer gut schlafen", antwortet Alma und lässt ihren Blick nicht von ihm ab. Sie beobachtet ihn und denkt daran, wie ihre Fantasie ihn letzte Nacht präsent hielt.
Ihr Blick wandert durch den Raum und sie spürt, wie wohl sie sich hier fühlt. Es wird immer klarer: Sie kann sich vorstellen, hier einzuziehen.
"Wie hast du denn die Woche über Schicht?", fragt sie schließlich nachdenklich. "Musst du jetzt jede Nacht arbeiten?"
"Vier hinter einander." In weichen Bewegungen stellt Jarred sich sein Frühstück zusammen. Frischer Joghurt, Früchte, verschiedene Nüsse. Knäckebrot und ein leichter Aufstrich. "Du solltest einen Schlüssel bekommen." Vielsagend wendet er sich herum, an der Küchenzeile angelehnt und wartend, bis der Kaffee durchgelaufen ist. "Zur Wohnung. Also, zu dieser. Finde ich." Ein verlegenes Lachen legt sich auf sein Gesicht. Er benimmt sich albern. "Es würde Vieles für dich einfacher machen. Flexibler." Mit einem zaghaften Schubs lässt er die Küchenzeile hinter sich, bewegt sich auf die Couch zu und kniet sich zu Alma herunter. Sein Herz schlägt, als hätte er einen Marathon bestritten, als er ihren Blick sucht. "Ich ..." Sag es ihr. "habe eine Einladung bekommen. Von Mayve und ihrem Freund." Jarred nimmt Almas Hand in seine und betrachtet ihre Finger. Sie sind so gepflegt und feminin. Das gefällt ihm. Er senkt den Kopf, um ihr einen Kuss auf den Handrücken zu hauchen. "Würdest du mich begleiten? Ich hätte dich gern an meiner Seite." Sanft dreht er ihre Hand mit der Innenenfläche nach oben, streicht zart über ihre Haut und küsst sie erneut.
Ein Schlüssel zu seiner Wohnung? Alma spürt, wie ihre Gedanken rasen. Das würde tatsächlich alle ihre Probleme lösen. Sie könnte hier ein- und ausgehen, ohne ihn direkt fragen zu müssen und ein 'Nein' zu riskieren. Bei Jake würde sie sich elegant verabschieden. Wenn eine Zeit vergangen wäre, würde sie Jarred vorschlagen, dass es sinnvoller ist dauerhaft bei ihm zu bleiben. Das ist es! Ob unter dem Bett genug Platz für meine Koffer ist? "Das würde es wirklich leichter machen", antwortet sie schließlich und schenkt ihm ein Lächeln. Seine Worte hallen noch nach, während sie sich ausmalt, wie unkompliziert alles sein könnte.
Auch auf seine Einladung reagiert sie sofort positiv. "Natürlich komme ich mit", antwortet sie nickend. Mit Mayve verstand sie sich besser, als sie anfangs erwartet hatte. Und wer weiß, was sich bei diesem Treffen ergeben könnte. Vielleicht würde sie mehr über Jarred herausfinden.
Jarreds Augen leuchten, als sie zustimmt. "Du bist großartig, Alma." Eine Hand legt sich an ihre Wange und zieht sie sanft näher. Seine Lippen berühren ihre und er sieht ihr tief in die Augen. "Ich liebe dich."
Mit großen Augen starrt Alma ihn an. Die Worte hallen in ihrem Kopf wider. Ist das ernst gemeint?, fragt sie sich. Sie weiß nicht, was sie sagen soll. Wurde sie jemals wirklich geliebt? Und hat sie selbst schon echte Liebe für einen Mann empfunden?
Doch anstatt weiter darüber nachzudenken, entscheidet sie sich instinktiv. Sie zieht Jarred näher zu sich und küsst ihn leidenschaftlich. Worte sind nicht ihr Ding, aber dieser Moment sagt alles, was sie fühlt.
(In Zusammenarbeit mit @Spatz )
>>> Alma und Jarred gehen nach Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Arnim und Mayve >>>
#5
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Charaktere: Jarred, Alma
Geschichtsstrang: Alles kaputt!
Der Schlüssel rutscht widerwillig ins Schloss, beinahe so, als würde etwas ihn daran hindern wollen, die Wohnung zugänglich zu machen. Und doch tut er, wofür er geschaffen wurde. Die Tür springt auf, durch einen handbreiten Spalt ertönt das Geplänkel des Fernsehers bis nach draußen. Sie ist also da. Jarred atmet tief ein, bevor er den ersten Fuß über die Schwelle setzt.
Als er einzog, hatte er sich Mühe gegeben, die Räume warm und heimisch zu gestalten. Er wollte dafür sorgen, immer einen Ort zu haben, an den er sich gern zurückzieht, wenn alles zu viel ist. Und nun spürt er diese Übelkeit erregende Nervosität, als er nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt. Weil diese Wohnung schon seit Wochen nicht mehr der Ort der Entspannung ist. Das Leben hat ihm diesen Halt genommen. Sein Herz sollte vor Freude bis in die Knie schlagen - nicht vor Sorge.
Leise schließt er die Tür hinter sich, stellt seine Tasche auf dem Regal ab und streift die Schuhe von den Füßen.
"Hi." Seine Stimme ist leise, als er das Wohnzimmer betritt. Ein vorsichtiges Lächeln in Almas Richtung sendend, versucht er, die heute vorherrschende Stimmung zu erspüren. Zwei Tage ist es her, dass sie ihn kalt hat abblitzen lassen. Seither haben sie kaum ein Wort gewechselt. Ein Teil von ihm ist dankbar für die langen Schichten im Heim - der andere schämt sich. Für das, was er ihr antut, indem er so denkt. Für die Begegnungen mit Avaluna, deren aufregende Ausstrahlung er einfach nicht vergessen kann. Und für seine Unbeholfenheit, Alma nicht aus ihrem Tief holen zu können. Was er auch tut - es reicht einfach nicht.
In den vergangenen Tagen hat er unentwegt über all das nachgedacht. Und er hat Entscheidung gefällt. Er weiß, was er mit dem Motorrad anstellen wird. Und er weiß, dass er mit Alma reden muss. WIRKLICH reden.
"Hey." Alma hebt nur kurz die Hand. In letzter Zeit war sie ständig unterwegs ... im Krankenhaus bei Nael, bei Opa Horst oder bei Julius. Die Tage verschwimmen ineinander und sie fühlt sich ausgelaugt und kraftlos. Gerade jetzt ist sie einfach froh, auf der Couch zu sitzen und sich vom Fernseher berieseln lassen zu können.
Wann Jarred arbeitet oder nach Hause kommt, bekommt sie kaum noch richtig mit. Es macht ihr nicht einmal Sorgen. Sie hat vor kurzem entschieden, bald wieder bei ihrem Vater im Büro einzusteigen. Lust und Freude sind keine Kategorien mehr für sie bei der Arbeit. Jetzt geht es nur noch ums Funktionieren. Und um Pflichterfüllung. Um die Rolle, die sie als 'gesundes Kind' nun hat. Seit dem Unfall lastet diese Verantwortung auf ihr und sie glaubt, sie muss stark sein und ein Vorbild für Nael. Doch jedes Mal, wenn sie Nael im Krankenhaus besucht, stößt er sie mit seiner Wut von sich. Alma erträgt es, lässt seinen Zorn über sich ergehen und das alles wegen ihres schlechten Gewissens.
Mit einem Seufzer greift sie nach der Fernbedienung und schaltet den Fernseher aus. "Der Termin für Naels Reha steht jetzt endlich fest", sagt sie Jarred zugewandt. "So böse das klingen mag, aber … ich bin froh, dass ich ihn dann nicht mehr so oft besuchen muss. Er ist so anstrengend geworden." Sie hat das Bedürfnis, ihm mehr zu sagen und ihren Frust herauszulassen. "Morgen muss ich Opa ins Seniorenheim bringen. Ich bin also schon früh weg."
"Das ist doch verständlich. Die ganze Situation ist für alle äußerst belastend." Jarred lässt sich neben ihr in die Polster sinken. Worte, schwer wie Stein, drücken ihm auf die Gedanken und blockieren den Verstand. Eine ermüdende Taubheit schiebt sich in seine Glieder. "Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Du gibst so viel, du kannst.", hört er sich dumpf sagen, ohne den Inhalt zu fühlen. Der ausgestreckte Arm ruht auf der Rückenlehne, so dass Jarred mit den Fingern sanft ihr Haar berührt. Er würde alles dafür geben, ihr wieder nah zu sein. Geistig, seelisch, körperlich. "Weißt du, wann du zurück sein wirst?" 
Seufzend zuckt Alma mit den Schultern. "Keine Ahnung", murmelt sie. "Paps hat mich noch gefragt, ob ich beim Möbelaufbau helfe. Seit sein Bruder nicht mehr jeden Tag da ist, fehlt ihm jemand. Ich weiß also nicht, wann ich zurück bin."
Jarreds Worte hallen in ihr nach. Du gibst so viel, du kannst. Wenn er wüsste. In Wahrheit, denkt sie, hat sie viel zu wenig gegeben. Und das wird sie nie wieder aufholen können. Diese Schuld sitzt tief in ihr und brennt sich in ihre Gedanken, während sie stumm auf ihre Hände schaut.
Sie hatte sich abgewandt und distanziert von der Familie, weil sie glaubte, sie müsse ihren eigenen Weg gehen. Doch dieser Weg hat sie getrennt von allem, was wirklich zählt. Von Theo.
Ich hätte mich verabschieden können, schießt es ihr durch den Kopf. Ich hätte einfach antworten können.
Aber sie hatte es nicht getan. Nicht einmal seine letzte Nachricht hatte sie gelesen.
Alma spürt, wie sich ihre Kehle zusammenschnürt. All das will sie Jarred nicht erzählen. Nicht jetzt. Vielleicht nie. Er soll sie nicht so sehen. Also zwingt sie sich zu einem schwachen Lächeln.
Jarred betrachtet sie in all ihrer zerbrechlichen Schönheit. Und es zerreißt ihm das Herz. Er spürt, dass sie ihm nicht alles erzählt. Seit Wochen schon herrscht dieses wortreiche Schweigen zwischen ihnen. Warum nur kann sie sich ihm nicht öffnen? Warum ist er nicht gut genug?
In einer geschmeidigen Bewegung gleitet er von der Couch auf den Boden, um direkt vor ihr in die Knie zu gehen. Links und rechts von ihr stützen sich seine Ellenbogen in die Polster, als er ihre Hände nimmt und sie zu gehauchten Küssen an seine Lippen führt. Sein Herz beginnt angsterfüllt laut genug zu schlagen, dass es seine gedrückte Stimme wie ein kraftloses Wispern erscheinen lässt. "Ich liebe dich, Alma." Er kann sie nicht ansehen und so richtet sich sein müder Blick auf ihre gepflegten Finger. "Aber ich ertrage das nicht mehr." Seine Hände gleiten über zu ihren Hüften, sein Kopf sinkt in ihren Schoß. "Ich vermisse dich so sehr.", seufzt er aus tiefer Verzweiflung. 
Überrascht blickt Alma zu Jarred hinunter. Seine Worte überfordern sie. Was will er damit sagen? Er liebt sie und vermisst sie, aber sie ist doch hier. Für sie klingt das wie ein Widerspruch. "Was meinst du damit?", fragt sie vorsichtig. "Du musst mich doch nicht vermissen, ich bin doch hier."
Ja, sie ist hier. Und sie ist es nicht. Aber was soll er ihr sagen? Wie könnte er ihr Vorhaltungen machen, weil sie den Verlust zweier geliebten Sims betrauert? Alles, was er sagen könnte, wären Gemeinheiten ihr gegenüber. Dass sie ihn nicht sieht - er sie nicht fühlt - sie ihn von sich stößt und ihn nicht an sich heran lässt. Sie behandelt ihn wie einen Gegenstand, der ihr mal nützlich und mal lästig ist. Wie kann er sagen, dass die Trauer ihre Liebe auffrisst und nichts als schmerzende Leere hinterlässt. Eine Leere, die Avaluna auffing und in etwas verwandelte, das nun zwischen ihnen steht. Er hasst sich dafür, schwach zu sein. Dieser Energie nicht widerstanden zu haben. 'Du bist ein verdammter Schwächling! Du machst alles kaputt!' Immer macht er alles kaputt. Schon sein ganzes Leben lang. "Ich habe etwas Furchtbares getan.", hört er sich sagen, die Stimme schwach und monoton. Die Schuld drückt schwer auf seinen Brustkorb und presst den kleinsten Rest Kraft aus seinen Knochen.
Alma runzelt die Stirn und blickt ihn verwundert an. Etwas Furchtbares? Wiederholt hallen seine Worte in ihrem Kopf nach, doch sie versteht nicht, was er meint. Was könnte er getan haben? Sie denkt an die letzten Wochen ... Er geht arbeiten, kümmert sich um die Wohnung, sorgt dafür, dass der Kühlschrank gefüllt ist, dass alles funktioniert. Was soll daran furchtbar sein? Wilde Ideen kommen ihr in den Sinn. Hat er etwa jemanden beklaut? Hat er jemanden verletzt? Aber das ist doch nicht seine Art. "Was denn?", fragt sie schließlich neugierig mit einer in Falten gelegten Stirn. Sie kann sich nicht vorstellen, dass er etwas wirklich Schlimmes getan hat. Vermutlich ist es etwas belangloses, was er nun verdramatisiert.
Er schließt die Augen, als würde es leichter fallen, die Worte auszusprechen. 'Was hast du getan?!' Die grelle Stimme seiner Mutter peitscht durch sein Gedächtnis. Seine Arme umschließen ihre Hüfte fester. Der Versuch, sie an sich zu binden. "Ich ... wollte nicht ... Sie war ... " Ein tiefes Seufzen unterbricht die gestammelten Worte. "Ich hatte nie vor, irgendwem weh zu tun." Und doch hat er es getan. Er hat sich von dem Gefühl der vermeintlichen Leidenschaft umwerben und mitreißen lassen. Obwohl er die ganze Zeit wusste, dass es falsch ist. Jetzt muss er wenigstens dazu stehen. Langsam stemmt er sich auf, so dass er aufrecht vor ihr sitzt, der Kopf voller Reue gesenkt, die Augen geschlossen. "Ich ... habe dich betrogen."
Ungläubig reißt Alma die Augen auf und blickt ihn an. Hat er das wirklich gesagt? Ein kalter Schauer läuft ihr über den Rücken. Vielleicht will er sie auch nur auf den Arm nehmen. Doch tief in ihr spürt sie, dass das kein Scherz ist ... und wenn doch, wäre es ein unfassbar schlechter. "Du verarschst mich, oder?" Sie bleibt ernst und ihre Augen sind weit aufgerissen.
Sein Körper sackt in sich zusammen, als ihre Verletzlichkeit auf ihn einbricht. Schwer schluckend sucht er nach Erklärungen. Doch es gibt keine Rechtfertigung für das, was er getan hat. "Ich war so einsam ..." flüstert er stimmlos. "Ich hab versucht, - Ich bin schwach, Alma." Noch immer sieht er sie nicht an. Seine Hand schleicht sich an ihre, will sie halten. "Ich kann nicht allein sein. Du warst ni-" Er bricht ab, atmet tief durch. Es klingt wie ein Vorwurf, wenn er sagt, sie war nicht da. Aber so war es nun mal. Ständig war sie geistig abwesend. Nicht einmal begrüßt hat sie ihn, wenn er den Raum betrat. Sie sind nur noch ein atmender Schatten des jeweils anderen. "Du hast mich von dir fern gehalten." Die Stimme, von Trauer durchtränkt, klingt tiefer als gewöhnlich.
Almas Mund bleibt erst offen stehen vor Fassungslosigkeit, doch je mehr er sagt, desto mehr kocht in ihr Wut hoch. "Ach so, jetzt bin ich also schuld daran, dass du fremdgegangen bist? Das ist ja ganz großes Kino!" Ihre Stimme wird schärfer und sie schlägt seine Hand weg. "Na los, sag schon ... wer war sie? Kenn ich sie? Wars wenigstens gut? Hat es sich gelohnt?!" Ruckartig steht sie auf und betrachtet ihn von oben. Es ist nicht nur Wut, die aus ihr spricht, sondern auch tiefe Verletzung. Sie dachte wirklich, es wäre etwas Besonderes zwischen den beiden, doch jetzt hat sie den Beweis, dass sie sich wieder etwas vorgemacht hat.
Ihre Worte, ihre Abweisung, ihre Empörung - ihr ganzes Wesen schlägt brutal in seinen Brustkorb und entreißt ihm das Herz. Das Wissen, dass er ihr diesen Schmerz zufügt, treibt ihm heiße Tränen in die Augen. Er hat wieder einmal ein Leben zerstört. Eines, das er schützen und achten wollte. "Nein, natürlich bist nicht du schuld." Sag es ihr. Dass auch du Empfindungen und Bedürfnisse hast. Sie hat dich verletzt. Sie hat dich in die Arme der Anderen getrieben. Sag es! "Ich wollte das nicht. Bitte glaub mir." Flehend sieht er zu ihr auf. "Ich hab versucht, zu widerstehen. Aber sie hat mich in ihren Bann gezogen, ich war vollkommen willenlos." Er weiß, wie klischeehaft und schmierig sich all das anhört, doch voller Verzweiflung an ihre Hosenbeine geklammert, hat er keine Kontrolle über die Worte, die aus ihm heraussprudeln. "Alma, ich liebe dich. Ich weiß, ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe dich furchtbar verletzt und es tut mir schrecklich leid. Ich werde sie nie wieder sehen. Und ich werde dir nie wieder so weh tun, ich schwöre es bei aller Schuld, die ich auf mich geladen habe, aber bitte, Alma, bitte vergib mir." 
Kopfschüttelnd verschränkt Alma die Arme vor der Brust. Ihr Herz rast. Wie konnte er das nur tun, in dieser ohnehin schweren Zeit für sie? Ihr Kopfkino spielt ihr übel mit und sie stellt sich die wildesten Szenarien vor. Es gibt kein Zurück, sie muss jetzt alles wissen. "Wann und wo ist es passiert?!"
Sein Blick senkt sich erneut. Wie ein geprügelter Hund hockt er vor ihr. "Vor drei Tagen. Im Hafen. Auf ihrem Hausboot." Er will sagen, dass sie die Einzige war, die an seinen Geburtstag gedacht hatte. Dass es ihn berührt und bewegt hatte, für jemanden von Bedeutung zu sein - endlich wieder zwischenmenschliche Nähe zu spüren. Doch er verschweigt all das. Es spielt keine Rolle mehr. Er tat, was er tat, aus freien Stücken. Er allein trägt die Schuld.
Vor drei Tagen ... Die Worte hallen in ihr nach wie ein Faustschlag. Auf ihrem Hausboot ... das Bild dazu entsteht sofort in ihrem Kopfkino und es brennt. Was für eine Frau ist das, die in so einem Umfeld lebt? Sicher jemand, der ihm mehr zu bieten hat. Stil, Reife und vor allem viel Geld. Eine, die ihn um den Finger wickeln kann. Alma wird speiübel. "Vor drei Tagen …?" Ein ungläubiges Lachen tritt aus ihrem Mund und sie braucht einen Moment, um die Fassung zu wahren, doch dann bricht es aus ihr heraus. "Warte mal ... vor drei Tagen? Und vorgestern wolltest du mit mir schlafen? Nachdem du einen Tag vorher mit einer anderen im Bett warst?! Ist das jetzt dein verdammter Ernst?"
Ihre Stimme überschlägt sich und ihre Hände zittern. Der Gedanke, dass er sie so bedenkenlos anlügen und gleichzeitig mit ihr schlafen könnte, macht sie sprachlos.
Ihre Stimme schneidet grell in seinen Ohren. Er lässt es über sich ergehen. Was könnte er schon sagen? Es spielt keine Rolle, dass er nicht mit Avaluna geschlafen hat. Er hätte es getan, wenn er imstande gewesen wäre. Er kann das Bild von sich, das in Almas Kopf entsteht, nicht mehr aufhalten. In ihren Augen ist er der skrupellose Mistkerl, der von einem Schoß zum anderen springt. Wie viele Facetten, Regungen und Abgründe dahinter stehen, wird sie nie erfahren. Niemand erfährt jemals die volle Wahrheit. Niemanden interessiert sie. Sie alle sehen nur ihren eigenen Standpunkt. Es bringt nichts, sich dagegen zu stellen. Erklärungen sind nur dann hilfreich, wenn sie gehört werden wollen. Und so schweigt er, wie er es immer tut.
Sie starrt ihn an und wartet auf die Wahrheit, doch da kommt nichts. Kein Wort, keine Geste. Nur dieses furchtbare Schweigen. Das trifft sie viel härter als jedes Geständnis. Wenn er nicht einmal mehr versucht, sich zu erklären, dann vielleicht, weil es gar nichts mehr zu erklären gibt.
Plötzlich blitzen Erinnerungen von den letzten Wochen auf. Die Abende, an denen er später nach Hause kam, das Foto, das sie in dem geheimnisvollen Karton gefunden hatte mit Jarred und einem Mann. Da hatte sie schon gezweifelt, nur wollte sie es sich nicht eingestehen. Jetzt kommt alles hoch.
"Klar ...", flüstert sie.. Ein letzter Blick zu ihm reicht, um zu wissen, dass sie das hier nicht länger ertragen kann. Ohne ein Wort stürmt sie ins Schlafzimmer, reißt den Schrank auf und greift nach der großen Reisetasche. Klamotten fliegen hinein. Sie bewegt sich sehr fahrig und haltlos dabei. Es gibt nur noch einen Gedanken, der sie voran treibt. Sie muss hier raus. Jetzt!
Wie gelähmt hockt Jarred auf dem Boden. Er will ihr nachgehen, sie aufhalten, in seine Arme schließen und irgendetwas sagen, damit sie versteht. Doch sein Körper gehorcht ihm nur widerwillig. Als hätte die Schwerkraft um ein Tausendfaches zugenommen, stemmt er sich gebrechlich in den Stand, um sich ins Schlafzimmer zu schleppen. Kaum hat er den Türrahmen erreicht, stürmt sie ihm bereits mit gepackten Taschen entgegen. "Alma, bitte, warte." Er hebt die Hand, doch wagt nicht, nach ihrem Arm zu greifen. "Können wir bitte darüber reden? In Ruhe."
Alma bleibt stehen, mit dem Rücken ihm zugewandt. "Was gibt es da noch zu reden", sagt sie. Ihre Hände zittern, als sie die Tasche fester umklammert. In ihren Augen sammeln sich Tränen, doch sie zwingt sich, sie nicht laufen zu lassen. Er soll sie so nicht sehen. Nicht schwach. Nicht verletzt.
Sie will einfach nur raus hier. Raus aus dieser Wohnung, raus aus dem Schmerz, aus allem, was sie erdrückt. Für einen Moment huscht der Gedanke an Logan durch ihren Kopf ... wie gern würde sie ihn jetzt anrufen, einfach fragen, ob er sie abholen könnte. Aber er hat sich nicht gemeldet. Wahrscheinlich ist er ohnehin nicht zurück. Also bleibt nur sie selbst.
Zu ihren Eltern? Zur Familie? Der Gedanke schnürt ihr die Kehle zu. Dort ist schon genug Leid. Sie will nicht, dass jemand erfährt, was passiert ist.
Mit einem tiefen Atemzug öffnet sie die Haustür. Ohne noch einmal zurückzublicken, tritt sie hinaus und zieht die Tür hinter sich ins Schloss.
(In Zusammenarbeit mit @Spatz )
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