Sulani Nr. 3 - Familie Greentail

  • Seite 3 von 3
04.10.2025 23:10 (zuletzt bearbeitet: 25.11.2025 18:23)
avatar  Murloc
#21
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Phönix kommt von Sulani (2) <<<
<<< Bella kommt von Sulani (2) <<<

Charaktere: Bella, Phönix
Geschichtsstrang: Im Rhythmus der Wellen


Was macht ihn nervöser? Bella im knappen Bikini, die ihn ermunternd anlächelt oder die Aussicht, gleich den festen Boden unter den Füßen zu verlieren um seine hundertfünfzehn Kilo Lebendgewicht einem Element an zu vertrauen, das ihn ... trägt? Phönix steht in Badehose bis zum Bauch im Meer vor dem Haus der Greentails. Die leichten Wellen umspielen seine Taille und die Nachmittagssonne brennt ihm auf seinenHut, den er als Talisman aufbehalten hat. Bis jetzt zumindest. Eigentlich fühlt er sich ganz wohl im Wasser, solange es um Frisbee spielen, herumalbern oder in der seichten Brandung liegen und mit den Zehen wackeln, geht.
Heute steht aber anderes auf dem Plan. "Ich würde ja lieber dich auf Händen tragen und eine Luftmatratze entern, als mich dem Nass anzuvertrauen.", sagt er und verzieht den Mund zu einem schiefen Grinsen. "Aber ich bin bereit. Legen wir los."

Bella lächelt aufmunternd. "Das kannst du später immer noch." Sie zwinkert ihm zu. "Das Meer hat schon ganz andere Kaliber getragen. Es ist wichtig, dass du ruhig bleibst, tief einatmest. Und dass du mir vertraust." Ihre Stimme ist leicht, ganz so als wollte sie ihm die Angst nehmen. "Lass die Schultern locker und das Wasser die Arbeit übernehmen. Leg dich auf die Wellen. Ich halte dich, wenn du willst."

In unveränderter Standposition lockert Phönix die Schultern wie verlangt, kreist vor uns zurück, schüttelt sie und blickt Bella dann fragend an. "Ich soll mich auf die Wellen legen? Wie meinst du das?"



"Treiben lassen
.", erklärt die Meerfrau. "Stell dir vor, du wärst ein Brett oder ein Seestern. Je breiter du dich machst, desto leichter trägt dich das Meer. Hab keine Angst." Sie lehnt sich selber etwas zurück. "Schau her, genau so. Einfach hinlegen, Arme und Beine ausbreiten und die Wellen erledigen den Rest. Zeig dem Meer, dass du vertraust." Sie lässt sich eine Weile treiben, dann stellt sie sich wieder auf ihre Beine. "Ich pass auf dich auf, keine Sorge."

Als ob ein Schwergewicht wie er, genauso auf den Wellen schaukeln könnte, wie eine zarte Meerfrau. Ein Seestern. Na toll. Misstrauisch beobachtet er, wie Bella rücklings ins Wasser gleitet und korkengleich auf der Wasseroberfläche treibt, als läge sie auf besagter Luftmatratze. "Es ist ja nicht so tief hier, ich kann stehen. Du musst mich nicht halten." Das wäre ja noch schöner Dann grinst er. "Nur wieder beleben, falls ich aus irgendeinem Grund nicht rechtzeitig auftauchen sollte. Weil...untergehen werde ich auf jeden Fall." Beim letzten Wort spreizt er die Arme seitlich ab und lässt sich nach hinten fallen. Augenblicklich sinkt sein Hinterteil Richtung Meeresboden und der restliche Körper folgt. Prustend und lachend taucht er wieder auf. "Okay, das war die falsche Technik. Ich versuch mal das Brett und dann den Stern." Diesmal lässt er sich etwas sanfter fallen, breitet erst im Wasser die Arme aus, spreizt die Beine leicht und visualisiert eine Boje. Eien Boje namens Phönix, die lustig schaukelnd auf den Wellen schwimmt und voll in ihrem Element ist. Die gedankliche Ablenkung bewirkt, dass er tatsächlich einige Augenblicke lang an der Oberfläche treibt, ehe ihn seine Körpermitte wieder aus dem Gleichgewicht bringt und gen Meeresgrund drängt. "Es hat geklappt, ich glaubs ja nicht.", ruft er freudig, wieder auf den Beinen stehend.

Bella lacht. "Natürlich klappt das. Das liegt daran, dass dein Gewicht im Meer irrelevant ist. Dein Körper verdrängt das Wasser, und das ist der Grund, warum du oben bleibst. Zumindest solange du ruhig bist und das Meer nicht bekämpft. Es ist nicht dein Feind." Sie lächelt. "Versuch es noch einmal. Vielleicht klappt es diesmal ja etwas länger. Und wenn nicht, vergiss nicht, dass du hier stehen kannst und keine Angst haben brauchst."

Ob es Angst ist, kann Phönix gar nicht so genau definieren. Er kann sich schlicht nicht vorstellen, länger schwerelos zu werden, in der Form wie Bella es beschreibt. Dafür lebt er schon zu lang mit diesem massigen Körper. Bella den Rücken zu wendend breitet er die Arme aus. "Fang mich." Er gleitet eher in Rückenlage und hebt sofort sein Becken und die Beine an. Das Wasser umspült seinen Körper, Bellas stupst ihn kurz und schiebt dann sanft ihre Hände unter seinen Rücken. Das gibt ihm den Mut sich völlig zu entspannen. Relaxed gibt er sich den Wellen hin, balanciert immer wieder seine Körpermitte aus und genießt die Schwerelosigkeit. Sie hat Recht, auch wenn sie ihn noch stützt. "Du kannst die Hände weg nehmen." Nichts passiert. Er dreht den Kopf und sieht sie ein Stück weit weg stehen und lächeln. "Was zum...?" Überrascht strampelt er kurz, sinkt ab und bohrt verankernd seine Zehen in den sandigen Untergrund. Ein Stück Treibholz hat sich unter seinen Rücken geschmuggelt. Keine sanften Meerfrauenhände haben ihn getragen. Lachend winkt er ihr zu. "Ich glaub, ich habs verstanden, sogar ohne deine Hände. Zeit für das nächste Level."



Bella lächelt. Es erfüllt sie mit Stolz, wie Phönix nach und nach mehr Vertrauen schöpft. "Als nächstes können wir die ersten Schwimmbewegungen üben. Dreh dich auf dem Bauch." Ihre Beine sind noch immer in der menschlichen Form, kein Fischschwanz zeigt sich. Hier, wo beide noch stehen können, ist die Illusion einer ganz gewöhnlichen Schwimmstunde perfekt. "Zieh die Arme im Halbkreis, dann die Beine." Mit anmutiger Leichtigkeit gleitet sie ins Wasser, lässt ihre Brust vom Nass umspülen. Langsam macht sie die Bewegungen vor.

Mit jedem Zug bewegt sich Bella ein gutes Stück vorwärts. Ihre Beine schieben Sie kräftig weiter, der gesamte Bewegungsablauf wirkt elegant und effizient. Etwas, was Phönix nicht von sich behaupten kann. Tapfer imitiert er was er sieht, aber die Züge sind kurz, abgehackt und im kommt es vor, als bewege er sich nur zentimeterweise vorwärts. Ganz davon abgesehen, dass er gefühlt mehr Wasser verschluckt, als er verdrängt. Bei Bella wirkt es, als würde das Wasser für sie arbeiten. Als ünterstütze es ihre Schwimmbewegungen. Phönix arbeitet angestrengt mit Armen und Beinen, aber sich einfach hingeben ist keine Option. Wenn er aufhört schnelle Bewegungen zu machen, sinkt er ab. Sein Hinterteil will ihn permanent nach unten ziehen und die Arme kämpfen dagegen an. Nach ein paar Minuten wilder Paddelei, lässt er sich schwer atmend mit den Füßen in den Grund sinken. "Was mach ich falsch?" Ratlos zuckt er die Schultern und sieht Bella an. "Musst du mich doch stützen?" Peinlich, die Vorstellung, die er gerade abgibt.

"Versuche, deine Bewegungen etwas langsamer und ausschweifender zu machen.", versucht sie zu erklären. Ihre Tochter und Sohn konnten von Anfang an schwimmen, ohne dass sie es ihnen hätte beibringen müssen. Doch sich in die menschliche Schwimmfähigkeit hineinzuversetzen ist schwieriger als gedacht. "Wir können uns sonst auch erst mal auf die Armbewegungen konzentrieren und die Beine außen vor lassen. Ich stütze dich, so dass du dann nicht untergehst."



Das kratzt an seinem Stolz. Muss doch möglich sein, das zu schaffen ohne Hilfe, wie bei einem Schulkind. Wenn ich langsam mache, sink ich gleich auf Grund Energisch drückt er den Hut auf den Kopf und watet ein Stück weiter ins Meer, bis ihm das Wasser bis zur Brust geht. Das sollte reichen. Also langsamer und ausholender. Den Blick fest auf Bella gerichtet, schubst er sich vom sandigen Untergrund ab und schiebt gleichzeitig mit den Armen Wasser zur Seite. Die Beine machen den Frosch und strecken sich, die Arme wieder weit...Phönix ist eisern konzentriert, balanciert das Gewicht aus, spürt wie ihn das Meerwasser umspült, ohne dass er absetzen muss. Er kommt vorwärts. Nicht mehr so hektisch, dafür mit drei Zügen deutlich weiter als vorher. Allerdings ist bei drei auch Schluss und er muss neu ansetzen. Motiviert steuert er Bella erneut an, stoppt kurz vor ihr, taucht ab, fasst ihre Beine und hebt sie mit einem Jubelschrei hoch. "Ich kann's!", lacht er triumphierend und plumpst, inmitten einer steilen Spritzwasserfontäne, mit ihr zurück ins Wasser.



"Super gemacht!" Bella freut sich ehrlich, springt ihm fröhlich in die Arme. "In dir steckt mehr als du denkst." Sie küsst ihn, während das Wasser beide umschließt. Die Sonne versinkt im Wasser und färbt die Luft in ein leuchtendes Orange. Erst nach einer Weile löst sie sich wieder von ihm. Sie blickt zum Haus zurück. "Komm mit."



Sie umfasst seine Hand, zieht ihm zum Haus. Es ist das erste Mal, dass sie Phönix auch ihr Gebäude zeigt. Nicht, dass es ein Geheimnis ist wie sie wohnt. Aber es gab vorher nie eine Gelegenheit. Sie legt ihren Arm um seine Hüfte. "Das Schwimmen war sicher anstrengend für dich. Ich zeig' dir die Räume, und danach gibt es Essen." Sie schaut auf ihre Uhr. "Die Kids sind gerade noch unterwegs und jetzt nicht hier." Sie schmunzelt. "Seit Theo seinen Fischschwanz hat, ist er ständig unterwegs, um seine neuen Fähigkeiten auszunutzen. Bea begleitete ihn heute dabei. Kann also noch etwas dauern, bis sie hier aufschlagen."

Phönix muss sich eingestehen, dass Bella recht hat. Es hat ihn angestrengt und schon wieder streift ihn dieses unangenehm, flaue Gefühl, das er manches Mal spürt nach körperlicher Betätigung. Wahrscheinlich kommt jetzt gleich der Heißhunger. Heute nicht gefrühstückt, mittags schnell einen Burger und jetzt den ganzen Nachmittag im Wasser geplantscht. Sein Magen könnte definitiv etwas vertragen. "Sturmfrei? Wie schön", scherzt er, ohne sich etwas anmerken zu lassen. "Ja, zeig mir euer Reich, ich bin neugierig." Phönix' Arm gleitet wie selbstverständlich um ihre schlanke Taille, bis seine Hand locker auf ihrer Hüfte zum liegen kommt. Gemächlich nähern sie sich dem im Inselstil gehaltenen Gebäude auf Pfählen. "Ich mag die Bauweise hier sehr. Das Meer rauscht direkt unter deinem Bett. Stell ich mir stimmungsvoll vor."



"Es ist wirklich wunderschön hier."
, lächelt Bella. "Und ich bin froh, dass meine Familie hier schon seit Jahrzehnten wohnt. Heutzutage wird es immer schwieriger, sich ein eigenes Haus leisten zu können, jetzt wo Tourismus eine immer größere Rolle spielt und die Preise erhöht werden. Da bin ich wirklich froh über die Erbschaft." Stolz legt sie los. Zuerst geht es nach draußen auf den Steg. "Vor allem hier ist es wirklich stimmungsvoll. Ich sitze gerne einfach hier und genieße die Geräusche des Meeres."

Eine Weile sitzen die beiden am Tisch, genießen den Abend. "Komm mit, es gibt noch mehr zu sehen!", sagt sie mit einem breiten Lächeln. Durch die Hintertür geht es direkt ins Schlafzimmer. Sie holt aus einer Schublade eine kleine Truhe hervor, setzt sich auf das Bett und öffnet diese vorsichtig. Eine Muschelkette kommt zum Vorschein. "Das habe ich von meiner Mutter, als ich selber gerade in dem Alter war, meine eigenen Flossen zu bekommen habe. In unserer Tradition ist das ein Schutzsymbol. Es mag abergläubisch klingen, aber es gibt mir immer Ruhe, die Kette in meiner Nähe zu wissen."



Innerlich hin und her gerissen, ob er etwas wegen essen sagen soll, folgt Phönix der Meerfrau . Er lauscht interessiert ihren Erklärungen und versucht den sich im Mund ansammelnden Speichel schnellst möglich zu schlucken, ohne dass sie etwas merkt. Kleine Schweißperlen beginnen unter der Hutkrempe unangenehm zu jucken. Überrascht stellt er fest, dass sie plötzlich mit im Schlafzimmer stehen. Ausgerechnet jetzt, wo ihm so schwummrig wird. Wenn sie ihn jetzt küssen will... das wird nicht gut gehen..Als Bella das Kästchen aus der Schublade zieht, kullern ihm mehrere Steine vom Herzen. Dankbar, sinkt er neben ihr auf das weiche Bett und begutachtet die Kette, die ihm Bella in die Handfläche legt. Behutsam lässt er die kühlen, glatten Muscheln durch seine Finger gleiten. Er zittert. Verdammt nochmal. Seine Finger beginnen tatsächlich zu zittern. Tarnend rutscht er seitlich hinter sie, küsst sanft ihren Nacken, genießt den Duft nach Meersalz und exotischen Blüten, der von ihr ausgeht und versucht vorsichtig ihr die Kette umzulegen. "Warum trägst du sie nicht?", fragt er leise an ihrem Ohr vorbei. "Sie ist wunderschön wie du." Der zierliche Verschluss lässt sich nicht einhaken. Phönix kommt stärker ins Schwitzen. Er versucht die Eigendyamik seiner Hände zu unterdrücken. Vergeblich.

Sie lächelt. "Du hast Recht. Sie ist wirklich schön. Ich hebe es mir für besondere Gelegenheiten auf, damit sich das nicht abnutzt." Nun blitzt ein verschmitztes Grinsen bei ihr auf: "Besondere Gelegenheiten wie diese hier." Sie fährt mit ihren Fingern über die Muscheln, über die einzelnen Rillen und Zwischenräume. Eher versehentlich streift sie dabei Phönix' Hand. Einen Moment zuckt sie zurück. Schwitzt er? Nun achtet Bella wirklich auf die Nuancen seiner Körpersprache. Sie bemerkt seine Schweißperlen, sein Zittern. "Alles in Ordnung?", fragt sie besorgt. "Willst du dich etwas hinlegen? Oder etwas essen?" Es gibt noch Reste vom Vortag, und so müsste er nicht einmal auf die Fertigstellung warten.



Unfähig seinen schlechter werdenden Zustand weiter zu verbergen, schüttelt Phönix den Kopf und nimmt mit einer fahrigen Bewegung den Hut ab. Er atmet flach, aber hektisch. Sein Herz pumpt immer schneller das Blut durch den Körper. Unwirsch reibt er mit dem Unterarm über die schweißnasse Stirn und sieht mit ängstlichem Ausdruck in den Augen zu Bella. "Nein, irgendwas ist ganz und gar nicht in Ordnung...und diesmal ist es schlimmer als sonst." Nickend bestätigt er Bellas Fragen. "Ja, essen wär gut...etwas Süßes oder ne Limo." Er spürt wie sein Magen sich hebt und steht mit wackeligen Beinen auf. "Ich glaub..." Er würgt und muss aufstoßen. "..ich muss brechen, sorry." So schnell ihn seine Beine noch tragen läuft er zum Badezimmer und fällt vor der Toilette auf die Knie. Was zur Hölle macht ihn so fertig? Angst kriecht die Eingeweide hoch und breitet sich in seiner Brust aus, wie ein flatternder Parasit mit Krallen. Es gibt kaum etwas zu erbrechen. Hustend, würgend und keuchend nach Luft ringend, quält sich Phönix ab, bis er schließlich schwankend auf die Beine kommt und sich am Waschbecken abstützen kann. Den Oberkörper vorgebeugt auf den Unterarmen abgestützt, schwappt er sich kaltes Wasser ins Gesicht, wieder und wieder. Spült den Mund, und lässt kaltes Wasser über die Handgelenke laufen. Geschwächt und zittrig schafft er es, die Toilettenspülung zu betätigen, als Bella im Türrahmen erscheint.



Besorgt hält die Meerfrau ein Tablett in ihren Händen. Schokolade hat sie nicht im Haus gehabt, aber eine Flasche Limo und auch ein paar Kekse. Ist sein Zuckerspiegel nicht in Ordnung? Oder ist etwas anderes die Ursache? Was auch immer es ist, auf keinen Fall wird sie Phönix im Stich lassen. Sie greift sich ihr Handy. Für alle Fälle will sie schnell bereit sein, einen Arzt zu rufen, wenn die Stärkung ihm nicht hilft. Doch bevor es so weit ist, stellt sie das Tablett auf dem Boden neben ihn und kniet sich zu ihm herunter. "Hier, stärke dich erst mal!"

Dabei hatte sie sich den Abend so schön vorgestellt! Mit Schwimmen, einem gemeinsamen Abend... Mit ihrer Überraschung, die sie vorbereitet hat, dann als krönenden Abschluss. Stattdessen wurde sie überrascht, und das nicht auf die gute Weise.

Langsam sinkt Phönix an der Wand entlang nach unten und greift dankbar nach der Limonadenflasche. Gierig schüttet er die Flüssigkeit in sich hinein, zittrig einen Teil davon verschüttend. Bella reagiert und unterstützt sichernd seine Hand. Das süße Getränk fließt wie Ambrosia in seine Magen. Phönix spürt beinahe sofort, wie die Panik nachlässt. Mit einem kräftigen letzten Zug leert er die Flasche und muss unkontrolliert rülpsen. Gott, wie peinlich "Entschuldige.", murmelt er und sieht auf. "Darf ich mich hinlegen? Kommst du mit? Bleib bitte bei mir." Es ist ein erbärmliches Gefühl, hier vor ihr so einen Zusammenbruch zu haben. Langsam fühlt sich Phönix, als könne er es wagen wieder auf die Beine zu stehen und stemmt sich mit dem Rücken gegen die Wand um besser hoch zu kommen. Sobald sein Zustand es zu lässt, muss er mit ihr reden. Egal wie unangenehm das Thema für ihn ist, Bella ist die richtige Person um sich ihr anzuvertrauen.

"Eine Entschuldigung ist nicht nötig. Natürlich darfst du dich etwas hinlegen. Wer wäre ich, dir so etwas zu verweigern?" Sie hilft ihm zurück ins Schlafzimmer. Das leere Tablett lässt sie einfach im Badezimmer liegen, mitten auf der Limopfütze, die es nicht in Phönix' Schlund geschafft hat. Da kann sie sich später immer noch drum kümmern. Sie hilft ihm auf das Bett, sieht ihm zu wie er sich hinlegt. Ein wenig scheint es geholfen zu haben. Das Zittern hat etwas nachgelassen, auch wenn er nach wie vor nicht wirklich gesund aussieht. Sie sieht ihm zu, wie er so da liegt, und streicht ihm mit ihrer Hand zärtlich über die Wange.



"Danke." Erleichtert seufzend lässt sich Phönix in das Bett fallen und atmet tief durch. Ein unangenehmes Frösteln schüttelt ihn unverhofft. Er greift nach der Decke und mummelt sich darin ein, weil die Kälte beginnt sich durch seinen Körper zu arbeiten. "Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich so fühle. Manchmal streift es mich nur, manchmal bekomme ich Heisshungerattacken, das kenne ich schon und es beunruhigt mich." Er wendet den Kopf und sieht Bella an. "Ich wollte schon längst beim Arzt gewesen sein, aber da gibt es einen Stolperstein." Doch besser lassen? Nein, sag's ihr jetzt und fertig "Ich hasse es zum Arzt zu gehen...richtiger, ich habe Angst davor." Verlegenheit schießt eine heiße Welle durch seinen Körper, mindestens so unangenehm wie die Kälte. "Ich bin da eine echte Memme." Ein Riesenkerl und muss so etwas eingestehen. Würde er nicht im Bett liegen, wäre klassisch im Boden versinken eine annehmbare Alternative. Er schluckt hart und zwingt sich weiter zu sprechen. "Würdest du mich zu einem Termin begleiten?"

Bella lächelt. Sie ist stolz auf ihn. Er hat Angst, aber er hat vor, etwas daran zu ändern. Er ist bereit, wenn sie ihn begleitet. "Sicher begleite ich dich." Einen Moment überlegt sie. So etwas wie die Muschelkette wäre gut für ihn, als Mutmacher. Doch die kann sie ihm nicht geben. Das sieht die Tradition nicht vor und sie ist für ihn auch etwas zu feminin. Aber sie hat auch etwas anderes. Etwas, das besser zu ihm passt. Sie schmunzelt. "Und das ist noch nicht alles. Auch die Meeresgötter werden uns begleiten." Sie bückt sich, greift in den Wäscheschrank und holt einen großen Cowboyhut hervor. Lange hat sie überlegt. Einfach nur einen Hut zu kaufen war ihr etwas billig. Sie wollte etwas Persönliches hinzufügen, etwas, das ihn an sie erinnert. Und so hat sie das Hutband mit einigen gestickten Muscheln dekoriert. "Mit diesem Geschenk seist du gesegnet." Sie macht eine feierliche Geste, auch wenn sie eigentlich nervös ist. Hoffentlich findet er die Muscheln jetzt nicht zu kitschig.

Sie geht mit. Dann ist es zu schaffen, auf jeden Fall. Die Decke bereitet mittlerweile eine wohlige Wärme, aber Bellas Geste intensiviert das Gefühl um ein Vielfaches. Phönix richtet sich halb auf, immer noch seitlich auf einen Ellbogen gestützt. "Setz ihn mir auf." Er passt wie angegossen. Beinahe andächtig nimmt er die Kopfbedeckung wieder ab und lässt sie langsam auf seiner Hand kreisen, um von allen Seiten die Verarbeitung und Dekorierung betrachten zu können. "Ein Muschelsegen von einer echten Meerfrau." Er hebt den Kopf und lächelt sie zärtlich an. "Danke Bella. Das ist ein wunderbares Geschenk und er wird mich.." Phönix unterbricht sich und setzt den Hut wieder auf. "Auf jeden Fall als erstes zum Arzt begleiten." Liebevoll zieht er sie in seinen Arm. "Komm kuscheln. Es geht mir zwar schon etwas besser, aber deine Nähe ist Balsam für meine beschämte Männerseele." Als ihr zarter Körper sich an seinen schmiegt, erfasst ihn eine warme Welle von Zuversicht und Dankbarkeit. Sie werden es gemeinsam bewältigen. Bestimmt.



In Zusammenarbeit mit @simscat2

>>> Bella geht nach San Myshuno >>>
>>> Phönix geht nach San Myshuno >>>


 Antworten

 Beitrag melden
14.09.2026 11:52 (zuletzt bearbeitet: 14.09.2026 12:32)
avatar  Murloc
#22
avatar
Bestseller-Schmied

<<< Bella kommt von Chestnut Ridge <<<

Charaktere: Bella
Geschichtsstrang: Das Experiment


Klirrend stellt Bella das Glas Wein auf dem Tisch ab. Nicht das erste Mal in den letzten Tagen kreisen sich ihre Gedanken nur um eines: Phönix. Sie hatte ihn um Zeit gebeten, er hat diese Bitte akzeptiert.. Und doch fühlt sie sich, als sei sie keinen Schritt weiter gekommen. Eine offene Beziehung...

Ist es das, was sie möchte? Sie mag es, wie sie sich in Phönix' Nähe fühlt. Wenn er ihr Aufmerksamkeit schenkt.. er fühlt wirklich etwas für sie, das bezweifelt sie nicht. Doch die Sache mit Matteo bleibt der Dorn in der ganzen Sache... Kann sie vielleicht so tun, als gäbe es Matteo nicht, und...

Sie unterbricht diesen Gedanken sofort, als ihr bewusst wird, in welch gefährliche Richtung es sie führt. Es geht nicht gut, wenn nur sie diejenige ist, die zurückstecken muss. Wenn es mit Phönix weiter funktionieren soll, dann kann das nur geschehen, wenn die Bedingungen auf beiden Seiten die selben sind...

Bella nimmt einen weiteren Schluck aus ihrem Glas. Der Gedanke kommt ihr nicht zum ersten Mal, aber er macht ihr immer noch Angst: Und wenn ich es selbst ausprobiere? Wenn ich noch jemanden finde, außer Phönix, den ich lieben kann?

Mit neuer Entschlossenheit trinkt sie das Glas nun leer. Sie holt den Laptop, und fährt diesen hoch. Auf der Dating App findet sie bestimmt Kandidaten, die passen. „Hauptsache, es ist nicht wieder Joghurtfreak! Aber die Wasserfee jagt wieder!“ Bei dieser Aussage muss sie selber schmunzeln. Es tut gut, lachen zu können, und sei es nur über ihren eigenen albernen Alias.



Eines ist ihr klar: Sie muss mit offenen Karten spielen. Wenn sie erst Gefühle entwickelt, wird es nur umso schwerer. Nach und nach blättert sich Bella durch die Angebote, die gezielt nach einer offenen Beziehung suchen. Noch immer fällt es schwer, diesen Gedanken zu fassen. Will ich das wirklich? Oder ist es vielleicht klüger, eine monogame Beziehung zu suchen, nur dann eben nicht mit Phönix?

Doch der Entschluss ist gefasst. Sie sucht sich ein Profil, das ihr vielversprechend aussieht, und beginnt ihre Nachricht zu schreiben:

Zitat
Hallo Wilder Tiger! Ich bin es! Das Abenteuer, das du suchst. Ich trage die Wildheit des Meeres in mir und...



Bella hält inne. Fühlt sie das wirklich, was sie da schreibt? Oder ist es nur Verzweiflung? Es fällt ihr immer noch schwer, direkt gleich an eine Beziehung zu denken. Auch dann, wenn diese von Anfang an als 'offen' deklariert wird. Und wenn es für den Anfang nur ein One Night Stand ist? Um überhaupt zu schauen wie das ist, Sex mit unterschiedlichen Leuten zu haben und wie sie dabei fühlt?

Bella nickt. Für den Anfang ist das eine gute Wahl. Sie löscht die angefangene Nachricht, schließt die Tabs und sucht stattdessen nun nach One Night Stands.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!