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Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High
Charaktere: Dylan, Karlotta
Geschichtsstrang: Von Charlies und Gigolos
Mit gesenktem Kopf seine Schuhe musternd, lehnt Dylan an einem Pfosten der Überdachung für die Fahrräder. In Gedanken geht er das Gespräch mit Charlie in der Mensa noch einmal durch. Es ist das erste Mal, dass er sich spontan dazu hin reißen lassen hat, jemanden aus dem Bauch heraus als Mitglied der Gruppe in Betracht zu ziehen. Das passiert sonst erst, nach längerer Bekanntschaft und Prüfung auf Herz und Nieren. Unruhig scharrt er mit der Schuhspitze im Schnee. Es hat sich ganz natürlich angefühlt, aber jetzt kommen ihm leise Zweifel. Er hebt den Kopf um tief die kühle Luft ein zu atmen. Die andere Sache ist Sky. Fällt er ihm gerade in den Rücken, in dem er mit Charlie etwas unternimmt? Beim zocken hat er ihm verschwiegen, dass sie mal sowas wie ein Date hatten. Einen Abend lang Spaß im Club zusammen, tanzen bis zum abwinken, mehr war da nicht. Damit wollte er nicht in die rosarote Bubble platzen, in der Sky sich zu dem Zeitpunkt befand. Außerdem war das eine einmalige Sache. Keiner von ihnen hatte das Bedürfnis das zu vertiefen und es blieb danach bei lockeren Plaudereien in der Schule.
Dylan wechselt die Blickrichtung und sieht Karlotta auf sich zu kommen. Warum zerbricht er sich so viel den Kopf? Er wird sich weiter auf sein Bauchgefühl verlassen.
Winkend verabschiedet sie sich von einer Mitschülerin und schlägt den Weg zu den Fahrrädern ein. Karlottas Blick trifft Dylans und jagt ein kurzes Kribbeln durch ihre Brust. Zu wissen, dass sie sich nicht einfach so und ganz zufällig hier begegnen, fühlt sich aufregend an - als würde sie etwas Verbotenes planen. Zwar ist ihr unbegreiflich, warum er sie in sein Geheimnis einweiht, doch treibt die Neugierde sie an, ihm zuzuhören.
"Hey,", grüßt sie mit einer für sie ungewohnten Zurückhaltung, "sorry, ich wurde noch aufgehalten." Verstohlen mustert sie den Mitschüler. Eine gewisse Faszination legt sich über ihre Gedanken. Zwar geht sie schon lange mit Dylan in eine Klasse, doch war der Kontakt nie eng genug, um zu bemerken, was ihr jetzt klar wird: Er ist bei weitem nicht so oberflächlich, wie es den Anschein hat.
"Hi." Dylan stößt sich von dem Pfeiler ab und schlägt die Richtung zur Bushaltestelle ein. "Kein Ding, ich steh hier noch nicht lange." Schweigend gehen sie ein paar Schritte bis er schließlich sagt. "Hast du Lust noch mit zu mir nach Hause zu kommen? Ich würde dir gerne was zeigen."
"Du machst mich richtig neugierig." Ein Mundwinkel in die Wange gezogen funkelt sie ihn aufgeregt an. "Ich schätze, du wirst mich nicht spoilern, hm?"
"Nein." sagt Dylan schmunzelnd. "Es ist nichts Spektakuläres, aber mich interessiert deine Meinung." 
Karlotta geht nach Copperdale - Haus der Familie Sievers
Dylan geht nach Copperdale - Haus der Familie Sievers
#102
<<< Raven kommt von Willow Creek Nr. 16 - Haus Darkholme <<<
<<< Holger kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen <<<
<<< Gereon kommt von Brindleton Bay (5) <<<
<<< Nouki kommt von Evergreen Harbor Nr. 14 - Familie Engel (4) <<<
Charaktere: Raven, Holger, Gereon, Nouki
Geschichtsstrang: Alles in Ordnung
"Offengestanden mache ich mir Sorgen." Die Hände übereinander gelegt sieht die Schulpsychologin von Gereon zu Karde. "Morbide Kunst zu kreieren, ist eine Sache. Aber in Verbindung mit einer offensichtlichen Affektverflachung finde ich dieses Verhalten durchaus bedenklich."
Der Heimleiter nickt zustimmend. "Wir versuchen schon seit einigen Jahren, ihn emotional zu unterstützen. Große Erfolge hatten wir bis jetzt nicht."
"Was denkst du, woran das liegt, Gereon?" Interessiert neigt Raven den Kopf.
Der Teenager zuckt mit den Schultern. Es ist nicht so, dass er nichts fühlt. Nicht immer. Meistens gehören die Emotionen nicht ihm, dennoch spürt er sie. Es ist fast so, als wäre für seine eigenen Gefühle nicht genug Platz vorhanden. Ausdruckslos hält er dem Blick der Psychologin stand. Er wird nicht den Fehler begehen, seine Erfahrung mit irgendeinem Erwachsenen zu teilen. Das hat er früher versucht und es nahm nie ein gutes Ende.
"Was beschäftigt dich?", fragt Raven weiter. Aus irgendeinem Grund hat sie Mühe, in die Gedanken des Jungen einzudringen. Bemüht, sich die Irritation nicht anmerken zu lassen, lächelt sie freundlich. Auf Gereon wirkt es eher professionell. Innerlich ermahnt er sich, jetzt nichts Falsches sagen. Möglichst vage bleiben. "Nichts Besonderes. Schule, Leute, Zeug eben."
"Zeug.", wiederholt sie ruhig nickend. Einige Sekunden vergehen, in denen sie den Schüler schweigend mustert, ehe sie sich dem Heimleiter zuwendet. "Ich möchte, dass Gereon mich in meiner Praxis besucht. Wöchentlich." Sie sieht den Jungen mit einem Blick an, der ihm merkwürdig vorkommt. Ohne zu wissen warum, taucht das Bild von der versteckten Kammer auf der Insel in seinem Geist auf. Zeitgleich warnt ihn irgendetwas davor, dieser Frau zu vertrauen.
"Außerdem möchte ich empfehlen, ihm eine Aufgabe zu geben, in der er mit Verantwortung und Empathie in Berührung kommt."
"Woran denken Sie?", fragt Karde aufgeschlossen.
"Arbeit mit Tieren ist oft ein gutes Mittel." Wieder sieht sie ihn an. "Magst du Pferde?"
Pferde? Gereon hatte nie mit dieser Spezies zu tun. Langsam zieht er die Schultern in den Nacken.
"Pferde sind sehr feinfühlige Wesen. Ich denke, es könnte dir helfen." Zu Karde wechselnd berichtet sie von der Anzeige der Ranch in Chestnut Ridge.
"Wir werden darüber reden.", versichert der Heimleiter. 
"Gut.", nickt Raven zufrieden. "Dann erwarte ich dich in meiner Praxis." Auf einer Visitenkarte notiert sie einen Termin, ehe sie sie Gereon reicht. Zögerlich greift er danach. Es scheint keine Ausrede zu geben. Wieder einmal wird er zu einer Therapie gedrängt.
Während die Erwachsenen sich die Hände reichen, überlegt Gereon noch, wie es dazu kommen konnte. Er hat sich so viel Mühe gegeben, ihnen keinen Anlass zu bieten. Was kümmert sie eigentlich, was er fühlt oder nicht? Es ist sein Seelenheil und ihm geht es gut so, wie es ist.
Als Karde sich erhebt, tut er es ihm gleich. Wie ein treuer Hund folgt er dem Heimleiter hinaus in den Korridor, wo der Erwachsene sich ihm zuwendet. "Wir reden später darüber.", sagt er beunruhigend neutral. Sein Blick fällt auf das Mädchen, das wenige Meter entfernt steht und herüber schaut. Gereon folgt dem Blick und erkennt Nouki. Er will ihr zulächeln, doch die Geste erreicht sein Gesicht nicht.
Nur beiläufig registriert er, wie Karde sich verabschiedet und sich auf den Weg macht. Gereon selbst setzt sich in Bewegung, Nouki entgegen.
"Hi."
Eigentlich ist Nouki auf dem Weg zur Kantine, als sie ihren Freund aus dem Zimmer der Vertrauenslehrerin kommen sieht. Ein fremder, ernst drein blickender Mann begleitet ihn. Es ist keiner der Lehrer, wahrscheinlich jemand vom Waisenhaus. Aus Gereons Miene ist wie immer nichts heraus zu lesen, aber seine Bewegungen sind etwas hölzern, was ihr ein ungutes Gefühl macht. "Hi Gereon." grüßt sie mit einem fragenden Lächeln. "Gibt's Schwierigkeiten?" Sie weist kurz mit einem Finger Richtung Zimmer.
"Frau Darkholme will, dass ich in ihre Sprechstunde komme. Sie findet mein Verhalten bedenklich.", zitiert er. Trotz unveränderter Mimik, ist ihm die Unzufriedenheit anzumerken. "Hast du schon was gegessen?"
"Ich bin grad auf dem Weg zum essen." sagt Nouki und runzelt im weiter gehen die Stirn. "Was für Verhalten? Ist das wegen dem Geburtstag? Gab 's da ein Nachspiel?"
"Abgesehen vom Küchendienst?" Gereon wendet den Blick nach vorn. Er hat keinen Appetit, begleitet Nouki aber trotzdem zur Kantine. "Ich dachte, das wäre alles gewesen. Aber Karde hat ihr davon erzählt. Er sagte, dass es untypisch für mich sei, mich nicht an die Regeln zu halten." Während er das Gespräch Revue passieren lässt, seufzt er leise. "Dann haben sie über meine Gefühle geredet. Und jetzt will sie, dass ich auf einer Ranch arbeite." Bevor sie die Kantine betreten, bleibt er stehen und sieht Nouki mit einem suchenden Blick an. "Kann ich dich mal was fragen?"
Schweigend hört Nouki zu. Gleich von zwei Seiten wird Gereon bearbeitet. Sicher keine angenehme Situation. Gerne würde sie ihn fragen, was er mit Gefühlen meint, aber das erscheint ihr zu direkt. "Klar." sagt sie in festem Ton auf seine Frage hin.
Unsicher wendet Gereon den Blick ab. Seine ausgelatschten Schuhe sind wie immer nur halb zugebunden. Die Schnürsenkel bilden auf dem Boden eine abstrakte Figur, die ihn vage an einen Fischschwanz erinnert. "Denkst du, ich bin schlecht? Dass ich ... naja ... etwas Schlimmes tun könnte?"
Abrupt bleibt Nouki stehen. "Was bedeutet etwas `Schlimmes'? Jemanden verletzen? Gewalttätig werden? Jemanden umbringen?" fragt sie irritiert und bleibt vor der Kantine stehen. Sie kennt Gereon noch nicht lange, aber trotz seiner morbiden Neigung, hat sie sich noch nie unwohl gefühlt in seiner Gegenwart. Im Gegenteil. Unangenehm berührt erinnert sie sich an den Typ von Stephs Party. Mit dem hat sie sich auch wohl gefühlt. Damals hat sie schon an ihrem Urteilsvermögen gezweifelt, lässt es sie gerade wieder im Stich?
"Komm, wir gehen raus und setzen uns auf eine Bank. Da kann man sich besser unterhalten, als mit dem ganzen Geklapper und Stimmengewirr in der Mensa."
"Und ... dein Essen?" Gereons Frage geht in den Nebengeräuschen unter. Nouki hinterher schleichend verlässt er das Gebäude und setzt sich neben sie. Unsicher, ob er ein solches Gespräch wirklich mit ihr führen sollte, schaut er stoisch geradeaus in den Hof. Ein paar Kinder spielen weiter entfernt auf einem Gerüst, was ihm ein vertrautes Gefühl vermittelt. Hier ist es beinahe wie im Heimathfen.
"Ich hol mir später was. Bin 's vom Sport gewohnt längere Pausen zu machen. Dafür hab ich das." Sie kramt einen Traubenzucker aus der Hosentasche, entfernt die Plastikhülle und schiebt ihn in den Mund. "Das reicht vorerst." Sie wendet den Kopf Gereon zu. "Magst du's mir erklären?"
Zögerlich zieht er eine Schulter in den Nacken. Ihm ist nicht wohl dabei, aber gleichzeitig brennt es in ihm, seine Gedanken loszuwerden. "Als wir auf der Insel waren, da gab es doch diesen Schacht.", beginnt er, weiter die Kinder beobachtend. Seine Hände liegen auf der Sitzfläche der Bank und reiben kaum merklich an der Oberfläche. Unter der Haut spürt er die feinen Unebenheiten des Materials, die sein Bewusstsein im Hier und Jetzt erden. "Da unten habe ich etwas gesehen. Etwas ..." Seufzend bricht er ab. Wie soll er es umschreiben, ohne zu dramatisieren, was seither in seinem Kopf herumspukt?
"Ja, deshalb wolltest du uns alle schnell raus haben und bist im Freien mit mir los gerannt." erinnert sich Nouki. "Was hast du gesehen? Ein Wesen? Oder hattest du sowas wie eine Vision?" Der Traubenzucker zerfällt in ihrem Mund zu einer klebrig süßen Masse. Sie verteilt ihn mit der Zunge und sieht Gereon fragend an. "Hat es etwas mit deiner Gabe zu tun?"
"Er hat mir gezeigt, was er getan hat." Gereons Stimme wirkt gedämpft, als er Nouki endlich ansieht. Sein Blick ist ernst und wirkt verloren. "Und er will es wieder tun. Aber dafür braucht er einen Körper. Darum mussten wir weg." Ein prüfender Blick richtet sich in den Hof, ehe er den Kopf weiter zu Nouki neigt, um noch leiser zu sprechen. "Er hat furchtbare Sachen getan da unten. Sachen, die man nicht tun sollte."
Der Zuckerrest auf ihrer Zunge nimmt einen bitteren Geschmack an. Gereons Tonfall und was er andeutet verursachen im Magen und in der Kehle einen Kloß. Mühsam presst Nouki den süßen Speichel den Hals hinab, ehe sie ebenso leise fragt: "Was für Sachen?"
Sich erneut abwendend, zögert Gereon. "Er hat ... ihnen weh getan. Sie aufgeschnitten. Aus Neugier, glaub ich. Aber dann ..." Gereon schweigt. Er erinnert sich gut an dieses Gefühl. Seine Mimik bekommt einen weicheren Ausdruck, als er an die Szene zurück denkt. "Es hat ihm gefallen.", flüstert er mit einem perfiden Genuss in der Stimme. "Das Gefühl ihrer Eingeweide in seinen Händen, so glatt und rutschig, feucht und anschmiegsam." Gereon schließt die Augen. Mit einer inneren Zufriedenheut taucht er in die Erinnerung ein und bemerkt nicht, dass er mit den Händen die imaginären Innereien ertastet.
Schockiert starrt Nouki ihn an. Aufgeschnitten? Körper von Sims? Ihre Gedanken überschlagen sich, während ihr Blick wie gebannt an Gereon hängt. Sind das nur Fantasien? Wer wird das wieder tun? Existiert dieser jemand wirklich? In der heutigen Zeit? Die Veränderung in seinem Tonfall verursacht ihr Gänsehaut. Langsam gleitet ihr Blick zu seinen Händen, die auf den Oberschenkeln Bewegungen ausführen, als mische er Zutaten für einen unsichtbaren Teig. Kräftig, dann wieder beinahe zärtlich schließen sich die Finger um Formen, die nur in seiner Vorstellung existieren, schlängeln sich weiter und verweilen schließlich zu zwei Schalen geformt, als hielten sie etwas sehr kostbares, in seinem Schoß. Noukis Nackenhärchen sträuben sich. Zaghaft tippt sie ihn an. "G..Gereon? Alles in Ordnung?"
Aus der Trance gerissen starrt er sie überrascht an. Als wäre nie etwas geschehen, sind die intensiven Gefühle im Nichts verschwunden. Übrig bleibt nur der sich aufbauende warme Druck im Schoß. Gereon räuspert sich, lehnt sich ein wenig vor, die Ellenbogen auf die Oberschenkel gelegt und die Unterarme herunterhängend, hofft er, das peinliche Malheur verbergen zu können.
"Ich sehe diese Bilder immer wieder.", sagt er gewohnt neutral. "Ich träume davon. Und jedes Mal kann ich fühlen, wie sehr es ihm gefällt. Vielleicht ...", nachdenklich macht er eine Pause, unsicher, ob er weiter sprechen soll, "bin ich ja wie er."
"Warte mal.." Nouki schüttelt irritiert den Kopf. "Du träumst von diesem Mann, der Körper aufschlitzt und in den Eingeweiden seiner Opfer wühlt? Und du fühlst dich mit ihm ...seelenverwandt oder sowas?" Mit leicht zusammen gekniffenen Augen und geneigtem Kopf sieht sie ihn an. "Versteh ich dich gerade richtig?"
"Ich weiß nicht, was ich fühl." In ruhigen Bewegungen steckt Gereon sich eine Zigarette an. Die Glut betrachtend versucht er in sich hinein zu horchen, doch wie so oft, ist dort nur Stille. "Ich weiß nicht, ob diese Gefühle ihm oder mir gehören." In den Hof schauend nimmt er einen langen Zug. "Weißt du, warum ich immer noch im Heim bin?" Den Kopf zur Seite wendend, sieht er Nouki in die Augen. Groß und grün leuchten sie ihn an. "Sie haben mich alle zurück gebracht, weil sie mich gruselig fanden." Ausdruckslos richtet sich Gereons Gesicht zurück zu den Kindern. "Vielleicht hatten sie alle recht. Was, wenn ich böse bin? Man kann sich nicht aussuchen, was einem gefällt und was nicht. Es ist einfach so. Ich weiß, dass es falsch ist, so etwas zu tun." Langsam hebt er den Blick, zurück zu dem Mädchen, und sieht sie eindringlich an. "Nouki... Bin ich ein Monster?"
Sprachlos sitzt Nouki da, während Gereons Worte in ihr nachwirken. Ihr Blick geht ins Leere, registriert nichts von den Vorgängen auf dem Schulgelände. Als sie über die Faszination, die der Tod und Sterben auf einen ausüben können, gesprochen haben, war sie noch ganz bei ihm. Die Tatsache, dass er mit den Seelen Verstorbener und denen der Tiere, deren Knochen er verwahrt, sprechen kann, bereitet Nouki in ihrer Vorstellung auch keine Schwierigkeiten, es gibt genug Unerklärliches in der Welt. Aber das hier geht weit darüber hinaus. Sie hat schon Dokus gesehen über Serienmörder, die in ihrer Kindheit Tiere gequält haben und dabei Lust und Freude empfanden. Gereon erzählt ihr aber etwas anderes...oder? Ihre Unterhaltung auf dem Friedhof scheint ebenfalls eine neue Bedeutung zu bekommen. Seine letzte Frage ignorierend richtet Nouki sich auf und strafft die Schultern. "Es IST gruslig." sagt sie ehrlich und sieht ihn ernst an. "Hast du wirklich schon einmal ein Tier getötet für so ein Erlebnis? Ist das der Grund warum die Familien dich nicht haben wollten? Weil sie dich bei sowas erwischt haben?" Die Worte klingen surreal in ihren Ohren. "Oder ist das nur eine Vorstellung in deiner Fantasie, die dich fasziniert?" Sie löst ihren Blick und sieht kurz konzentriert zu Boden. "Ich kenne sie alle." zitiert sie Gereon. "Meintest du damit, dass du die Tiere kennst, weil du sie getötet hast?"
Mit großen leeren Augen sieht er sie an. Ihre Fragen sollten ihn verletzen, doch sie dringen nicht zu seinem Inneren durch. "Ich töte nicht.", sagt er mit eindringlicher Bestimmtheit. Zaghafter und betretener fügt er an: "Ich habe mal daran gedacht. Aber ich habe es nie getan."
"Und hältst du es für möglich, dass sich das irgendwann ändert?" fragt Nouki weiter, aus dem Bestreben heraus, ein Gesamtbild zusammen zu puzzeln, mit dem sie etwas anfangen kann. Sie ist weit davon entfernt zu verstehen, wie so eine Neigung entsteht und welche Ursachen dafür in Frage kommen, aber Gereon sitzt hier mit ihr und spricht über sehr intime Dinge und damit verbundene Ängste. Sicher ist es ihm schwer gefallen sich zu öffnen und Gefühle ans Licht zu zerren, die ihn zum Außenseiter machen.
"Es ist falsch, sowas zu tun.", wiederholt er die Worte von vorhin. Er weiß, dass das ihre Frage nicht beantwortet, doch wagt er nicht darüber nachzudenken, dass er eines Tages der Neugier erliegen könnte. Er darf es nicht tun. Es ist falsch.
"Ja, das ist es." Nouki sieht ihn nachdenklich an. "Weiß Fr. Darkholme etwas von diesen Fantasien? Will sie deshalb dass du zu ihr kommst?" Sie kann sich nicht vorstellen, dass er mit einem Erwachsenen darüber gesprochen hat.
Er schüttelt den Kopf und zieht an der Zigarette. "Sie sagt, sie macht sich Sorgen wegen ... Affektverflachung."
Nouki kraust die Nase. "Was heißt du empfindest zu wenig?" Das scheint ihr plausibel. Es ist offensichtlich, dass selten eine Gefühlsregung Gereons meist ausdruckslose Mimik durchbricht. Sie hat bisher angenommen, dass er Empfindungen gut zu verstecken weiß, aber es könnte sich auch anders verhalten. "Einfach ausgedrückt?"
"Zumindest wird das behauptet." Nach einem letzten Zug lässt Gereon die Zigarette auf den Boden fallen und zerdrückt den glühenden Filter mit dem Fuß. "Wobei ich nicht verstehe, wer das entscheidet." Er steht auf und dreht sich halb herum, den Blick auf das Schulgebäude gerichtet. "Möchtest du jetzt etwas essen? Die Pause ist bald vorbei."
"Ich möchte dir vor allem sagen, dass du kein Monster bist. Bitte denk nicht sowas." Nouki sieht ihm fest in die Augen und lächelt. "Lass dir keinen Stempel aufdrücken." Sie steht auf und wischt sich Brösel von der Jeans. Egal wo man sich hier hin setzt, irgendwas bleibt immer an einem haften. "Wenn du möchtest kannst du mir erzählen wie es dir bei Fr. Darkholme geht, ich bin für dich da."
Anerkennend nickt Gereon. "Danke.", sagt er leise und gemeinsam schlagen sie den Weg zur Mensa ein.
(in Zusammenarbeit mit @simscat2 )
>>> Raven geht nach Willow Creek Nr. 16 - Haus Darkholme >>>
>>> Holger geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen >>>
>>> Gereon geht nach Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines >>>
>>> Nouki geht nach Windenburg >>>
<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell kommt von Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Chip und Denize <<<
<<< Adrian "Chip" Töpfer kommt von Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Chip und Denize <<<
<<< Dennah Delany kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen <<<
<<< Nael Garcia-Klein kommt von Willow Creek Nr. 2 - Gerichtsgebäude <<<
<<< Vero Engel kommt von Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin, Logan <<<
<<< Nadine Schröder kommt von Windenburg - Eventhalle <<<
<<< Nathan Niessen kommt von Evergreen Harbor Nr. 15 - WG Tom, Jim, Valentin, Logan <<<
Charaktere: Blaze, Chip, Dennah, Vero, Nael, Nouki
Geschichtsstrang: Wir brauchen einen Anwalt
"Ich geh mal kurz.." Chip gestikuliert mit der Hand 'telefonieren' an seinem Ohr und entfernt sich ein paar Schritte von Blaze. Seine Nervosität steigert sich langsam wieder und das ausstehende Telefonat mit seiner Mutter lenkt wenigstens kurzzeitig von den Blicken der Mitschüler und seinem Gedankenkarussell ab. Der erste Ton ist noch nicht verklungen, als ihm schon Margas Stimme entgegen tönt.
"Hi..ja, tut mir leid.." - "..." - "Es war chaotisch gestern und.." - "..." - "Warum denkst du..." - "..." - "Jaaaa, is ja schon gut! Ich komm nach der Schule vorbei. Muss los jetzt, die Stunde fängt an.", lügt er, legt auf und schiebt das Handy in die Außentasche seiner Hose.
Wieder bei Blaze angelangt, stellt er fest dass Hr. Garcia-Klein immer noch nirgends zu sehen ist. Chip lehnt sich neben der Klassenzimmertür an die Wand und seufzt angespannt. "Hoffentlich taucht der bald auf."

Auf dem Weg in den oberen Stock verharrt Nouki an der Treppe, als sie ein Stück entfernt Chip erkennt und auf den zweiten Blick auch.. Blaze? Neugierig geworden, ändert sie den Kurs. "Hey ihr zwei.", grüßt sie und wendet sich mit einem kleinen Grinsen Blaze zu. "Jetzt sag nicht, du beehrst uns wieder an der BBH?" Ihr Blick bekommt einen bedeutsamen Ausdruck. "Oder willst du eine ..bestimmte Person besuchen?" Erst jetzt bemerkt sie die ernste Mimik bei beiden Jungs. Das sieht nicht nach einem lockeren Freundschaftsbesuch aus.
Fast wie eine Statue lehnt Blaze neben der Tür, neben Herr Garcias Klassenzimmer. Sein Blick ist starr an die gegenüberliegende Wand gerichtet. Sich hier aufzuhalten bringt ihm ein seltsames Gefühl ein. Es weckt Erinnerung und trotzdem gehört er hier so gar nicht mehr hin. Während er versucht das treiben auf dem Gang zu ignorieren, spricht Nouki sie an und er schaut auf.

"Garantiert nich." antwortet er und muss über das Wort 'bestimmte' nachdenken. Seine Augenbrauen heben sich kurz als er erkennt wen sie meint. Scheisse. Das hat er total verdrängt.
"Wir sind nur hier um was zu klären.." Er hat die Unterhaltung mit Nouki im Bandraum nicht vergessen. Ebenso wenig, dass sie ihre Freundschaft vielleicht angehoben hat, aber hier auf dem Schulflur herrschen andere, uralte Regeln, an die er sich irgendwie halten muss. Keinen an sich ran lassen, aus dem Weg räumen wer im Weg steht und sein Ding durchziehen.
"Aha." Nickend wägt Nouki kurz ab, ob sie weiter fragen soll, aber Blaze' Gesichtsausdruck ist verschlossen genug, um erkennbar zu machen, dass da nichts mehr kommt. Vielleicht ist Chip später gesprächiger. Sie sieht zum Konterfei von Hr. Garcia-Klein neben der Klassenzimmertür und zurück zu den beiden. "Dann wünsch ich euch mal viel Erfolg." Mit Blick zu Chip hebt sie grüßend die Hand. "Bis später." Auf jeden! Fall wird sie nachher Chip anzapfen.

Eigentlich ganz froh über die Ablenkung, sieht Chip bedauernd Nouki hinterher. Er hätte sich gern ein paar Minuten unterhalten oder am Handy was gespielt. Hauptsache die Minuten tröpfeln nicht mehr so zäh dahin.
"Weißt du was total schräg war?" Nachdenklich folgt sein Blick immer noch ihrem Rücken. "Leon hat Artjom verdroschen wegen Nouki." Er wendet den Kopf zu Blaze. "Und jetzt hockt er in Spanien und Freundschaft am Arsch." Kurz verweilt sein Blick noch bei Blaze. "So schnell kann's gehen."
„Die Matschbirne steht auf Nouki?“ fragt Blaze gelangweilt, „Wer hätte das gedacht…“ mit Sarkasmus im Ton, lässt Blaze den Blick schweifen.
Das Thema interessiert ihn herzlich wenig. „Du weisst, was wir gleich sagen werden?“ versichert er sich mit unauffällig neutraler Stimme.

Etwas abseits, kickt Nadine Nathan mit dem Ellbogen in die Seite. „Sieh mal da…“
Nate hebt den Kopf. Seine Augen suchen den Flur ab und bleibt bei den beiden Jungs an der Wand hängen.
„Was macht Blaze denn hier?“
„Frag ihn doch.“ antwortet Nathan trocken.
„Spinnst du?“ empört Nadine sich und blickt wieder zu Chip und seinem Freund. „…ich dachte der wär zur Army gegangen. Hat Denize gesagt.“
Nathan rollt mit den Augen. Lästern ist das Einzige was er bei Nadine abstellen würde, wenn er könnte.
„Ob er da rausgeworfen wurde? Würd zu ihm passen. Hätte eh nicht ged-…“
„Gehn wir was essen?“ schneidet Nate ihr das Wort ab und steht auf. Ohne auf sie zu warten, bewegt er sich Richtung Mensa. Nadine sieht ihm nach, ein letzter Blick zu Blaze der jetzt den Kopf in ihre Richtung dreht, dann eilt sie Nate schleunigst hinterher, bevor Blaze bemerkt, dass sie ihn angestarrt hat.

Leyla verlässt den Biologieraum. Sie hat mit Herrn Aratos gesprochen. Kurz darauf hört sie bekannte Stimmen. Es sind ihre Freundinnen vom 'Fashion Club'. Die Mädchen begrüßen sich herzlich und wie üblich sehr überschwänglich. "Gehen wir in der Mensa?", schlägt Leyla vor. "Oui", antwortet Nicole. "Madame Borowski hat diese Woche leckere Tarte im Angebot ... Tout simplement délicieux!", schwärmt sie von der Leckereien. Apollonia und Svetlana stimmen der Französin zu. Eine Stärkung würde ihnen allen gut tun. Als sie sich auf den Weg zur Mensa machen wollen, bemerkt die Gruppe die beiden Jungen vor dem Rechtskunde-Unterrichtsraum. "Pri vide etogo u menya nachinayetsya migren", seufzt hörbar die Russin.
Die Anwesenheit von Blaze und seinem genauso unverschämten, nervtötenden und modisch katastrophalen Kumpanen, dessen Anblick nur Augenkrebs verursachen kann, ekelt die Teenagerinnen zu tiefst an. "Feccia!", raunt Apollonia hörbar. Mit solchen >Abschaum< ist es nicht wert sich länger zu beschäftigen. Der 'Fashion Club' setzt sich in Bewegung und sucht die Mensa auf.

Vero sitzt im Schulhof in einer Ecke für sich allein. Sie meidet die Gesellschaft ihrer Mitschüler und ist in sich gekehrt. Der Schultag ist einfach trist und getrübt. Die Laune hebt sich erst recht nicht, besonders wenn man vor kurzem Blazes Visage erblicken musste. Zum Glück hat dieser Mistkerl sie nicht gesehen, da er es scheinbar, in Begleitung seines Dauer-Anhängsels namens Chip, sehr eilig hatte. Das Mädchen lehnt den Kopf an ein Mauerstück der Schulfassade und schließt die Augen. Ich hasse ihn ... soll er doch einfach nur verrecken ... Ich will ihn nie wieder sehen oder seine ätzende Stimme hören ... Hoffnungs stirbt bekanntlich zuletzt.

Chip nickt. "Ich hoffe der unterliegt der Schweigepflicht und tratscht das dann nicht im Lehrerzimmer herum." Er verschränkt die Arme vor der Brust und denkt kurz an den Unterrricht bei Hr.Garcia-Klein nach. Eigentlich ist er nicht der Typ für sowas.
Blaze denkt darüber nach. Er hofft das selbe, aber wenn sie es so machen wie das Militär beim grossen Brand in Strangerville, wird das schon. Sie dürfen sich nur nicht verquatschen. Er steckt eine Hand in die Tasche und umschliesst das Metal darin. Vorsichtig sagt er, „Hast du drüber nachgedacht, ob Denize nich ne Zeit lang zu ihrem Vater zurück ziehen sollte…?“ dabei sieht er Chip nicht an, als ob dieser Gedanke, laut ausgesprochen, einen Fluch lostreten könnte und er geht das Risiko beinhart ein.
Chip atmet gequält auf. "Ja, die halbe Nacht..sie muss zuerst in Sicherheit und dann müssen wir schnellstens umziehen. Weiter weg oder nach San Myshuno. Da kann man anonymer leben und wird nicht so leicht aufgespürt ..Windenburg ist n Dorf." Chip hat keine Ahnung, wie das funktionieren soll, vor allem weil die ganzen Ämter mit drin hängen und sie auf die Gelder angewiesen sind. Er fährt sich mit den Händen über das Gesicht. Als er wieder aufblickt, hüpfen Dennahs Möpse auf ihn zu.

Aufs Handy starrend zieht Dennah über den Flur. Warum meldet Boom sich nicht mehr? Vor zwei Tagen kam die letzte Nachricht. 'Hab ne Überraschung für dich, Bitch' Seither Funkstille. Dennah beißt genervt auf ihrem Kaugummi herum. Das Heim ist rotzlangweilig, in der Schule ist nichts los und die Jungs dieser Gegend sind Nulpen. Hemmungslos stöhnend steckt sie das Telefon weg. Ihr Blick erhellt sich, als sie das einzige Gesicht sieht, dessen Anhang halbwegs etwas taugt. Mit dem kann man wenigstens tiefgründige Gespräche darüber führen, ob und vor allem wem BHs etwas nützen. Wie er gerade dieses spießige Mauerblümchen zum Walross machen konnte, wird sie vermutlich nie begreifen. Vielleicht eine verlorene Wette ...
"CHIPS!", ruft sie ihm zu, bevor sie ihn und den anderen erreicht. Die kräftige Mähne lasziv hinter die Schulter werfend hüpft sie unbeschwert auf ihn zu, wohlwissend, dass ihre Brüste jeden Schritt mitwippen. "Hey du." Grinsend bleibt sie vor ihm stehen, streckt sich an ihm hoch und lässt den Kaugummi ein winziges Stück zwischen den Zähnen hervorlugen. "Willste 'n Kaugummi? Ich teil mit dir.", flötet sie. "Oder dein Kumpel?" Verspielt wendet sie sich herum, so dass sie Blaze, rücklings an Chip angelehnt, einen heißen Blick zuwerfen kann. "Ich Teil auch mit euch beiden." Gerade will sie dem Großen kokett zuzwinkern, als es hinter ihrer Stirn zu arbeiten beginnt. Den kennt sie doch. Mit Namen hat sie es zwar nicht besonders, aber Gesichter kann sie sich zu sechzig Prozent merken. "Ouh..." Bilder durchfluten ihr Gedächtnis - eine wilde Party, fliegendes Bier, nasse Klamotten und ... Vee. "Du bist der Geburtstagsboy." Das freudige Grinsen kehrt zurück, als sie bekräftigend mit dem Finger in der Luft wedelt. "Die passivste Zunge, die je in mir drin war. Was treibt ihr hier?" Neugierig wirbelt sie zurück, nimmt so Abstand von Chip und platziert sich zwischen beide, an die Tür gelehnt und schaut von einem zum anderen.

Trotz der angespannten Lage kommt Chip nicht umhin, diesen Anblick innerlich zu würdigen. Er hat ihr eine 8,5 von 10 gegeben beim Brüste ranking in der Pause, eine von Dennahs kreativen Ideen. Sie sitzen an einem Platz mit guter Sicht auf die Mitschüler und jeder muss begründen, warum er wem welche Wertung verpasst. 8,5 ist ein hervorragendes Ergebnis, im Vergleich zu den Mitschülerinnen. Jetzt bekommt sie jeden Tag einen Müsliriegel von ihm und seit dieser Woche ist sie eine 9, weil er behauptet hat, sie sind ein bisschen gewachsen davon und wippen jetzt fröhlicher, dabei sind ihre Dinger immer schon eine perfect ten und beflügeln seit Blaze' Geburtstagsparty regelmäßig seine Fantasie. In diesem Moment erscheinen ihm diese harmlosen Blödeleien, wie aus einer anderen Welt.
Er grinst unwillkürlich ein wenig bei ihrem Zungenkommentar und überlässt es Blaze zu antworten.

Ach du scheisse... denkt Blaze als eine von Stephens Freundinnen daher tanzt. War das Zicke 1 oder Zicke 2? Trotz Trunkenheit, weiss er noch ziemlich gut wer sie ist obwohl er den Namen dauernd vergisst. Das mit den Zicken hat sich eingebrannt. Er richtet sich an der Wand auf und löst wehmütig den Blick von ihrer... Freimütigkeit hoch in ihr sommersprossiges Gesicht. 2 Monate, 5 Tage... Blaze' Gesicht verhärtet sich, "Geht dich nix an." Sie oder ihre Freundin haben Viola abgefüllt, weswegen die dann ihm die Schuld gab, dass sie hacke war, "Und ich war besoffen, also denk dir bloß nich du wüsstest was über mich." scheinbegründet er unnötigerweise und bereut es sofort. Was kümmerts ihn was die von ihm denkt..?

"Oh, ich weiß Einiges über dich. Immerhin warst du besoffen." Der Ernst in Dennahs Stimme wird durch ihren erfahrenen Blick bestärkt. Wenn sie sich mit etwas auskennt, dann mit Rauschzuständen. Lässig winkekt sie ein Bein an, mit dem Fuß gegen die Tür gestützt. "Niemand ist so ehrlich wie die Abgefüllten. Ich weiß, dass du treu bis aufs Blut bist." Schwungvoll stößt sie sich von der Tür ab und macht zwei große Schritte in den Flur hinein. Wie bei einem gelangweilten Kind schwingen ihre Arme dabei unelegant von vorn nach hinten. "Voll schade.", seufzt sie laut, macht eine Drehung um hundertachtzig grad und schürzt resignierend die Lippen. "Verbotene Früchte sind am ... saftigsten." Ihre Schultern zucken, als sie beiden Jungen einen verspielten Blick zum Abschied zuwirft und mit einem kindlichen Winken der Finger davon hüpft.
Blaze merkt nicht wie ihm der Mund offen stehen bleibt. Bis Dato, wusste er gar nicht mehr, dass sie sich unterhalten hatten.
Unwillkürlich beginnt er damit, Informationen über sie abzurufen, muss aber feststellen, dass neben der Obenohne-Aktion, nichts weiter vorhanden ist.
Blaze’ Blick zuckt eine Sekunde zu Chip bevor er sich rafft und von seiner Reaktion ablenkend, sagt, „Seit wann geht die denn auf die Brindleton?“ Dabei breitet sich ein ungutes Gefühl in seiner Magengegend aus, welches alle Entscheidungen die dazu führten, dass er jetzt hier steht, anzweifelt. Eines, dass sich nach der unbeschwerten Zeit in der Schule zurück sehnt. Missmutig lehnt er sich wieder an die Wand. Wo bleibt dieser Lehrer…?

Nael beendet das Telefonat. "Ich danke Ihnen für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen ebenfalls eine schöne Woche! Auf Wiederhören." Er legt sein Handy beiseite und hört Stimmen vor seiner Tür. Neugierig fragt er sich, ob jemand auf ihn wartet. Ein Blick auf die Uhr verrät ihm, dass er keinen Termin hat. Vielleicht ist es jemand mit einem dringenden Anliegen, der seine Hilfe benötigt.
Voller Energie steht Nael auf und öffnet die Tür. Im Flur entdeckt er die Schüler Sullivan und Adrian, die direkt vor ihm stehen. "Hallo, kann ich Euch helfen?", fragt er freundlich.
Blaze richtet sich auf und sieht den bärtigen Mann an. Ein bestätigender Blick zu Chip, dann sagt er, "Äh ja." Wie immer dachte er, dass ihm die richtigen Worte schon einfallen werden wenn es soweit ist, wo er grundsätzlich weiss was er sagen will, aber er ermahnt sich, dass ein Fehler sich nicht mehr glattbügeln lässt. "Wir recherchieren für ein Projekt und brauchen die Meinung eines Anwalts." Ein wenig besorgt sieht er Herr Garcia-Klein an.

Gedanklich noch nicht ganz fertig mit Dennahs Auftritt, streiten sich die Erleichterung nicht mehr länger warten zu müssen und das jahrelang antrainierte 'keine Silbe, nicht mal im Ansatz, über die Sache' - Gefühl in Chips Brust, als die Tür endlich auf geht. Ein Projekt. Das ist ein guter Einstieg. Innerlich angespannt, äußerlich um einen freundlich gelassenen Gesichtsausdruck bemüht, verfolgt Chip die Reaktion des Rechtskundelehrers, während der Gedankenzug im Kopf Fahrt auf nimmt.
Ein Projekt? Nael fragt nicht weiter nach, ist sich aber sicher, dass es sich nicht um ein Schulprojekt handelt. Schließlich ist Sullivan nicht mehr als Schüler an der Brindleton High eingeschrieben. Lächelnd nickt Nael den beiden zu. "Kommt gerne rein, dann können wir ungestört sprechen," sagt er und öffnet die Tür weiter. Er wirft einen Blick auf die Uhr; da der Unterricht noch nicht begonnen hat, hat er genug Zeit, um in Ruhe mit den Jungs zu sprechen.
Die Meinung eines Anwalts Blaze' Worte erinnern Chip daran, dass seine Mutter genau wegen solcher Anliegen jetzt mit der Familie des Lehrers befreundet ist.
Hr. Garcia hat ihnen aus verschiedenen Klemmen geholfen und weiß vermutlich mehr über die Töpfers als ganz Oasis Springs zusammen. Er ist sich nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist.
Sie werden herein gebeten, aber Chip hat keine Ruhe sich zu setzen. Er lehnt sich mit gekreuzten Füßen an einen der Tische, stützt die Arme seitlich auf der Platte ab und sieht zu Hr.Garcia.“Ich gehe davon aus, dass alles hier gesprochene unter uns bleibt.“ schickt er rhetorisch voraus und räuspert sich, ehe er weiter spricht.
„Ja, also...das Projekt.“ Er löst die Arme und verschränkt sie vor der Brust. „Es hat sich so ergeben, dass Blaze und ich ein paar Stunden damit verbringen, Sozialarbeitern bei der Betreuung von obdachlosen und teilweise straffällig gewordenen Jugendlichen zu helfen.“ Chip verzieht mit einer halb schuldbewusst, halb shit-happens Grimasse das Gesicht. Weder Blaze noch er selbst sind für ihr soziales Engagement bekannt, daher erscheint ihm die Andeutung von Sozialstunden recht glaubhaft.
„Eine Person hat Vertrauen zu uns gefasst und etwas erzählt, das wir online nicht zufriedenstellend recherchieren konnten.“ Er sieht zu Blaze und zurück zu Hr.Garcia-Klein. „Das Rechtssystem ist ziemlich kompliziert.“

Blaze setzt sich an einen der Tische und lehnt sich zurück, um entspannt zu wirken. Er hört Chip zu und nickt bestätigend. "Die Person hat Schuldgefühle und macht sich Sorgen, was passiert wenn sie zur Polizei geht." Jetzt doch innerlich aufgewühlt, kippelt Blaze mit dem Stuhl vor und zurück, seine Mimik bleibt neutral und er verschränkt die Arme. "Also vor ein paar Jahren, als sie noch ein Kind war, hat sie einen Freund aus Spaß, in ein Silo gesperrt. Dann kam der Bauer und sie ist vor Schreck weggelaufen und der Freund ist im Silo erstickt. Scheinbar kam nie raus, wie das passiert ist aber das schlechte Gewissen... dieser Person macht sie fertig. Sie ist inzwischen Volljährig und will es jemandem erzählen, traut sich aber nich, weil sie angst hat sie muss dafür büßen." Je länger Blaze spricht desto schwerer fällt es ihm, dem Lehrer in die Augen zu sehn. Er betrachtet die Tischfläche vor sich und konzentriert sich darauf normal zu sprechen.
Nael hört den Jungs aufmerksam zu und macht sich seine Gedanken. Der Fall, den sie schildern, erscheint ihm besonders und er hat Zweifel, ob es sich wirklich nur um ein hypothetisches Projekt handelt. Dennoch will er den Jungs kein schlechtes Gefühl geben und freut sich über ihr Vertrauen in ihn. Deshalb antwortet er neutral und bedacht: "Entscheidend bei dieser Angelegenheit ist das Alter der Person, die den anderen im Silo eingesperrt hat. Handelte es sich um eine vorsätzliche Tat mit böswilliger Absicht, um jemanden zu schaden? Oder war es lediglich ein harmloser Kinderstreich, der unglücklich verlaufen ist?" Er räuspert sich kurz, um seine Worte sacken zu lassen. "Diese Fragen solltet ihr in eurem Projekt berücksichtigen und darüber nachdenken. Habt ihr spontan eine Antwort darauf?" Geschickt versucht er, mehr Informationen aus den Jungs herauszubekommen, in der Hoffnung, dass sie ihre wahren Beweggründe offenbaren.

Die Worte 'entscheidend ist das Alter der Person', geben Chip einen Kick in der Brust. Sein Blick zuckt kurz zu Blaze und zurück zum Lehrer. "Ja, es ist wohl im Rahmen eines Spiels passiert, also nicht vorsätzlich." Chip wechselt die Position und stützt sich wieder auf dem Tisch ab. Ohne dass er es beeinflussen kann steigen Bilder des Tages in ihm auf. Das Reh..die blutige Schale am Boden..Sid, der sich vor dem Kopf ekelt.. Er würgt den beginnenden Kloß im Hals herunter und richtet sich etwas auf. "Die Person war zwölf damals."
Nickend nimmt Nael die Worte zur Kenntnis. "Strafmündig wird man erst mit Vollendung des 14. Lebensjahr, sofern die Person die notwendige geistige Reife besitzt, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Wenn die Person zwölf Jahre alt ist, wird sie nicht strafrechtlich belangt", erklärt er ruhig und beobachtet dabei die Jungen genau.

"Das ist ja grossartig!" entwischt es Blaze, der sich aufrichtet und den Mund sofort schliesst. Die ganzen Jahre hatten sie angst vor dem Knast, dabei ist das gar kein Thema. Er verschränkt die Arme, "Ich meine, das wird die Person freuen." Er sieht zu Chip rüber und nickt kaum merklich, wie um zu sagen, dass sie mehr Infos gar nicht brauchen.
"Ja, damit haben sie uns sehr geholfen." bekräftigt Chip nickend. "Wir. geben die Info so weiter." Er hat das Gefühl man müsse den Stein, der von seinen Schultern gefallen ist, durchs Zimmer poltern hören. "Vielen Dank Hr. Garcia-Klein, dass Sie sich die Zeit für usn genommen haben." sagt er mit einem aufrichtigen Lächeln und stößt sich vom Tisch ab. "Dann werden wir wohl wieder aufbrechen."
"Das freut mich", entgegnet Nael. "Und wenn Ihr noch weitere Fragen habt ... für euer Projekt ... ihr wisst ja wo ihr mich findet."
(In Zusammenarbeit mit @Spatz @simscat2 @RacBadger)
>>> Dennah geht nach Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen >>>
>>> Chip geht nach Oasis Springs >>>
>>> Blaze geht nach Oasis Springs >>>
>>> Nael geht nach Willow Creek (3) >>>
>>> Vero geht nach San Myshuno Nr. 7 - Haus der Geschwister Hawk (4) >>>
>>> Nathan geht nach Del Sol Valley Nr 8. - Wohnkomplex 4er WG Logan >>>
<<< Bella kommt von Sulani <<<
<<< Phönix kommt von San Myshuno <<<
Charaktere: Phönix, Bella
Geschichtsstrang: Darf ich bitten? 
Dieses fettige, ungesunde Zeug in Kombination mit einem Zuckerkonzentrat, dass sein Gehirn vermutlich den halben Nachmittag lang unter Strom setzen wird. Warum packt ihn in letzter Zeit immer öfter diese unbändige Lust auf Fast Food und Cola? Phönix kaut genießerisch einen großen Bissen von seinem Doppel Cheeseburger, während er aus dem Fenster seines Dienstautos sieht und das moderne Schulgebäude mustert. Wie es Ronja wohl in den letzten Tagen dort ergangen ist? Hoffentlich öffnet sie sich und erzählt von ihrem Start an der Brindleton High, bevor sie bei Dr. Darkholme ankommen. Vielleicht entspannt sie das etwas.
Stirnrunzelnd wendet er sich wieder ab, schiebt das Einwickelpapier des Burgers zurück und lässt den letzten Happen im Mund verschwinden. Ein Blick auf das Armaturenbrett zeigt, dass er noch relativ früh dran ist. Phönix stellt die Uhr nie auf Sommerzeit um, auch dass sie zehn Minuten nach geht ist kein Thema. Sein Gehirn ist geübt im sekundenschnellen umrechnen der angezeigten Zeit. Dieses Herumgefummel mit der Elektronik regt ihn nur auf. Ein Grund mehr, warum er seinen Unimog schätzt. Solide, belastbar und ohne jeden unnötigen, modernen Schnickschnack, der ständig kaputt geht und eine Menge Geld für Reparatur verschlingt.
Rasch wischt Phönix seine fettigen Finger an der Papierserviette ab, knüllt alles in den leeren Colabecher und setzt seinen Cowboyhut auf. Eine Minute später befördert er alles in einen Papierkorb vor der Schule und betritt interessiert das Gebäude. Es schadet nichts, sich einen oberflächlichen Eindruck von der Atmosphäre zu verschaffen. Falls Ronja erzählt, hat er zumindest ein klein wenig Ahnung.
Auf den ersten Blick wirkt alles hell, modern und freundlich. Die üblichen langen Gänge, große Treppen, gefühlt tausend Türen. Positiv fällt ihm auf, dass vor jeder ein Porträt der Lehrkraft hängt, die dort unterrichtet. Zwei Schüler werfen ihm neugierige Blicke zu. Als sie sich entfernen, boxt einer den anderen lachend in die Seite und Phönix vernimmt etwas von 'Deckel' und Rodeo. Vermutlich geht es um sein Outfit, schlussfolgert er amüsiert.
Schilder weisen zur Mensa, Aula und Turnhalle im Erdgeschoß und an einer Wand hängt ein großes schwarzes Brett mit allerhand Aushängen. Das sieht nach einem kurzweiligen Zeitvertreib aus. Verschiedenste Zettel versetzen Phönix in seine eigene Schulzeit zurück. Kongas, mit Telefonnummer zum abreißen, werden von einer Macy zum Verkauf angeboten, diverse Nachhilfestunden tummeln sich zu den unterschiedlichsten Preisen und ein gewisser Chip bietet seine Dienste beim ausführen oder hüten von Haustieren an.
"Entschuldigung? Dürfte ich bitte kurz etwas aufhängen?" Die weibliche Stimme in seinem Rücken lässt Phönix herum fahren. Leuchtend grüne Haare und ebensolche Augen, fangen kurz seine Aufmerksamkeit, ehe er zur Seite tritt und das Anschlagbrett frei gibt.
"Tut mir leid. Ich hab gar nicht bemerkt, dass ich mal wieder ziemlich raumfordernd bin.", sagt er und richtet sich zu voller Größe auf. Die schlanke, exotische Erscheinung trägt ein Plakat in der Hand und sieht ihn freundlich an.
Bella lächelt. Interessante Modewahl, mit so einem Cowboyhut hier anzukommen. „Ach, das macht nichts.“, sagt sie, „Ich komm schon ran.“ Geschickt pinnt sie ihr Plakat an die Pinnwand. „Kommen ja immer mal wieder neue Schüler hier an. So wissen die dann genau, was sie in meinem Wahlfach erwarten wird.“
Das Plakat zeigt eine stilistische Zeichnung, das eine grünhaarige Frau zeigt. Trotz des Stils, der nicht jedes einzelne Gesichtsdetail zeigt, ist anzunehmen, dass es sich um eine Darstellung ihrer selbst handelt. Doch es ist die Tätigkeit, die im Fokus steht. Diese Frau tanzt um ein Feuer vor einem Strand am Meer als Hintergrund. Auch der Titel fällt ins Auge: „Fremde Kulturen“, steht geschrieben, und in einer etwas kleineren Schriftgröße: Taucht ein in die sulanische Kultur und lernt den Feuertanz.
Tanz. Helle Augen hinter einer silbernen Maske tauchen in Phönix Gedanken auf. Sqars kraftvoll elegante Bewegungen, die ihn völlig in ihren Bann gezogen hatten. Tanz. Ist das jetzt sein Thema? Unwillkürlich verzieht er amüsiert die Mundwinkel, bei der Vorstellung, selbst in Aktion zu treten. "Feuertanz? Das klingt spannend. Wo geben Sie den Unterricht? Hier auf dem Schulgelände? „ Er weist auf die Zeichnung. "Ich gehe davon aus, dass Sie das sind?" ]
Die Meerfrau lächelt den Mann an. Er wirkt interessiert und neugierig; beides Eigenschaften, die sie gerne dazu verleiten, mehr zu erzählen. „Ja, stilistisch zwar, aber dank der grünen Haare gut zu erkennen.“ Sie zwinkert. „Meine Tochter hat mir beim Design geholfen.“ Nun nickt sie: „Ja, der Unterricht findet hier auf dem Schulgelände statt. Meistens zumindest. Eine Doppelstunde reicht leider nicht für eine Reise!“ Sie lässt ihr Lächeln erscheinen. „Aber Museumsbesuche kommen auch immer wieder mal vor.“
Bella zeigt auf das Plakat. Im unteren Bereich werden auch die anderen Kulturen vorgestellt, die bei diesem Schulfach eine Rolle spielen werden, mit jeweils einem passenden Bild dazu. „Ich plane auch andere Poster, bei denen dann andere Kulturen in den Vordergrund rücken, sobald diese im Unterricht vorkommen.“ Sie lächelt. „Tomarang finde ich auch immer interessant und den dortigen Glauben. Tiger, die in dieser Gegend heimisch sind, gelten zum Beispiel als Götterboten.“, erklärt Bella gerade. Aber im Moment ist Sulani das Thema, und somit auch das Hauptmotiv für das Plakat.
"Tiger?" Phönix nimmt den Cowboyhut ab, weil ihm plötzlich sehr warm wird unter der Kopfbedeckung. "Wie werden die denn ins Programm integriert?", fragt er nicht ganz ernst gemeint, was deutlich an den sich vertiefenden Lachfältchen um die Augen herum zu erkennen ist.
„Och, Sie unterschätzen mich.“ Bella fängt an zu lachen. „Wer mit dem Feuertanz klar kommt, der wird auch in einem gestreiften Tigerkostüm eine gute Figur machen!“ Vor ihrem inneren Auge stellt sie sich vor, wie sie damit vor die Schüler springt und muss grinsen. Womöglich wäre das wirklich eine witzige Idee für den Unterricht. Nun fällt ihr auf, dass sie sich noch gar nicht einmal vorgestellt hat. Das holt sie nun nach. „Bella Greentail!“, sagt sie und reicht dem Mann ihre Hand, „Lehrerin für Fremde Kulturen. Und leidenschaftliche Tänzerin.“
„Und Tigerbändigerin in spe. Perfekte Voraussetzungen für eine Lehrerin, die so viele Schüler in Zaum und bei der Stange halten sollte.“ Beeindruckend, was für eine vitale Energie die Frau versprüht. Der Kontrast von gebräunter Haut und meergrünen Augen unterstreicht die Wirkung noch. Phönix wechselt den Hut in die Linke und erwidert Bellas Gruß. "Phönix Bright." Plötzlich hat er das Bedürfnis seine Anwesenheit im Schulgebäude zu erklären. "Ich bin Sozialarbeiter und betreue eine Schülerin, die noch nicht lange hier zur Schule geht. Ich wollte mir ein Bild von ihrem Umfeld machen." Phönix deutet schmunzelnd auf das schwarze Brett. "Und wie sich es für die Schule gebührt, lerne ich auch gleich was fürs Leben. Sulani ist Ihre Heimat?" 
„Richtig!“, erklärt Bella. Sie freut sich, dass Phönix aufgepasst hat, „Ich brauche das Meer. Ich brauche die Wellen und das Wasser.“ Neugierig auf seine Reaktion mustert sie Phönix. Wer wohl die Schülerin ist, von der er spricht? „Sozialarbeiter ist ein guter und wichtiger Beruf. Schade, dass zu wenig Menschen dafür bereit sind.“, sagt Bella ehrlich, und fügt dann noch hinzu: „Wer ist denn die Schülerin, um die es geht? Vielleicht kenne ich sie ja.“
Mit welcher Inbrunst sie über das Meer spricht, könnte sie ..?. Bevor Phönix auf das Thema weiter eingehen kann, spricht Bella weiter. „ Ronja Thaler.“,beantwortet Phönix ihre Frage und schickt, „Sie ist Rollstuhlfahrerin.“, hinterher, um Bella die Zuordnung leichter zu machen.
Natürlich kennt Bella diese Schülerin. Phönix‘ Schützling hat sich für den Fremde Kulturen Unterricht entschieden, und so hatte die Meerfrau auch die Möglichkeit, sie auch dort etwas näher kennen zu lernen. Ein ruhiger, aber freundlicher Charakter, so schätzt sie das Mädchen ein. Leider noch ein bisschen zu verschlossen. „Da bin ich aber froh, dass sie einen so offenen und interessierten Sozialarbeiter gefunden hat.“, stellt Bella fest, „Viel zu viele Menschen in sozialen Berufen machen nur das Allernötigste.“ Oder noch schlimmer. Bella hat sogar schon Geschichten über Krankenpfleger gehört, die sich mehr für Social Media Likes interessieren als für ihre Patienten und während ihrer Arbeit lieber livestreamen als sich um die Menschen zu kümmern. Wobei… sie mustert Phönix… er scheint noch aus einer ganz anderen Generation zu stammen. Eine Generation, die auch ohne SimsTok auskommt. Das macht ihn in ihren Augen umso sympathischer.
"Danke für offen und interessiert." Phönix nickt leicht und wieder zeigen sich die Lachfältchen in den Augenwinkeln. Er würde viel darum geben, gerade ihre Gedanken zu kennen, während sie ihn so prüfend anschaut. "Ja, ich liebe meinen Beruf." Er sieht die Insulanerin aufmerksam an. "Das Gefühl hab ich bei Ihnen auch, Bella."
Zufrieden nickt Bella, als Phönix die Vermutung aufstellt, sie würde ihren Beruf lieben. Und wie! Sie mochte es schon immer, Leute um sich herum zu haben. Als Barkeeperin kann sie den Problemen zuhören und einfach die Gesellschaft genießen. Und auch als Aushilfslehrerin hat sie viel mit Menschen zu tun. Sie ist sich bewusst, dass nicht jeder das Glück hat, einen Beruf zu finden, in dem man aufgeht. Bei ihr ist es sogar so, dass ihr beide ihrer Arbeitsstellen gefallen – jede auf ihre Weise.
Phönix weist auf das Poster. "Ich war noch nie auf Sulani. Um die Inseln und die Sims , die dort leben ranken sich allerlei spannende und geheimnisvolle Legenden." Eine kleine Schweißperle wandert zögerlich seine Schläfe hinab. Was ist das jetzt wieder? Hoffentlich wird es nicht mehr Phönix wirft einen Blick zur Wanduhr und seufzt innerlich.Wer hat an der Uhr gedreht.. Dieses unverhoffte Gespräch ist sehr angenehm und eigentlich möchte er mehr erfahren über Sulani und ..Bella.
Jeden Moment ist mit dem Gong zum Unterrichtsende zu rechnen und Scharen von Schülern werden sich tsunamiartig in die Gänge ergießen. Phönix fasst sich ein Herz. "Bitte verzeihen Sie meine Direktheit, aber ich befürchte mit unserem ruhigen Gespräch wird es in ein paar Minuten vorbei sein." Er weist mit dem Kinn zur Uhr. "Hätten Sie Lust, sich mit mir auf eine Kaffee zu treffen? Sagen wir um sechzehn Uhr? Ich würde sehr gerne dies Unterhaltung fortsetzen und mehr über die Kultur der Inseln erfahren."
Bella lächelt. Diese Einladung nimmt sie gerne an. Phönix ist ihr symphatisch. Einen Moment denkt sie an Richie zurück. Auch er war charismatisch, aber am Ende ist aus der Sache doch nichts draus geworden. Aber wer sagt denn, dass aus Phönix überhaupt eine Liebesgeschichte werden muss? Wenn es bei einer Freundschaft bleibt, ist auch schon viel gewonnen. Bella findet, dass man nie genug Freunde haben kann. "Ich bin dabei.", lächelt sie, "Dann ist auch Feierabend und ich muss keine Tiger mehr bändigen."
"Wunderbar. Im Café Waschbär? In Windenburg?" Bella stimmt zu und Phönix setzt schwungvoll den Cowboyhut wieder auf. "Und damit ich nicht gleich eine Tigerin durch meine Anwesenheit hier in Verlegenheit bringe, warte ich im Auto auf Ronja.", sagt er leise schmunzelnd. "Ich freu mich auf unser Treffen. Bis später, Bella." Einen Moment sieht Phönix der Lehrerin nach, wie sie in Richtung Klassenräume entschwindet und verlässt dann hoch aufgerichtet und mehr als zufrieden mit der Welt, das Schulgebäude.
(in Zusammenarbeit mit @Murloc)
>>> Phönix geht nach Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers >>>
>>> Bella geht nach Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers >>>
#105
<<< Bea kommt von Magnolia Promenade Nr. 2 - Shopping Destrict (6) <<<
<<< Kurt kommt von Willow Creek Nr. 16 - Haus Darkholme <<<
Charaktere: Bea, Kurt
Geschichtsstrang: War es das ...?
Bea steckt ihre Schulsachen in ihren Rucksack. Jetzt, während der Pause, kann sie ihr Vorhaben endlich umsetzen. Auf dem Schulhof fängt sie Kurt ab. "Ich muss mit dir reden." Sie führt ihn in eine Ecke des Hofes, in der sie sich in Ruhe unterhalten können, ohne Zuhörer. "Diese ständigen Nachrichten von dir...", fängt sie an, unterbricht sich, und startet den Satz noch einmal komplett neu: "Ich fühle mich dadurch eingeengt. So, als würdest du mir keine Freiheit lassen."
Verdutzt von Beas Überfall folgt Kurt an eine wenig belebte Seite des Schulgeländes. Wohl ist ihm hier nicht, könnte doch jeden Moment ein Störenfried ins Gespräch platzen. Was kann nur so dringend sein?
Verunsichert folgt er den Ausführungen seiner Freundin. So überstürzt kennt er sie nicht und er hat Mühe, ihre Worte zu begreifen. Eingeengt? Keine Freiheiten?
Angst steigt in Kurt auf. Sein Kopf fühlt sich plötzlich heiß und schwer an. Will sie etwa ... Nein! Seine Knie werden zittrig, geben nach und er sinkt vor ihr zu Boden. "Bitte, Bea, verlass mich nicht. Es tut mir leid." Zitternd ergreift er ihre Hände, mit Tränen in den Augen zu ihr aufschauend, vergisst er alles um sich herum. Er muss um jeden Preis verhindern, dass sie Schluss macht. "Ich wollte nicht ... ich liebe dich doch. Ich brauche dich. Ich tu, was du verlangst, aber bitte bitte, bleib bei mir." 
Erschrocken sieht Bea den Jungen an. Er wirkt verzweifelt, so als könnte er überhaupt nicht ohne sie leben... Und sie denkt daran, was er ihr erzählt hat: Wie sein Vater war. Was er erlebt hat. Kurt hatte sich nirgends zu Hause gefühlt, auch in der Simswelt nicht. Und dann kommt sie.. zeigt ihm Freundlichkeit, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Aber dass er so obsessiv wird, hatte sie nicht eingeplant. Das ist weder für ihn gesund noch für sie selbst. Sein Verhalten nimmt Bea den Wind aus den Segeln. Sie sieht in Kurts tränennasses Gesicht. Einerseits will sie ihn trösten, beruhigen. Andererseits fragt sie sich, was das Richtige wäre.
Bella hatte sie immer zu Offenherzigkeit und Toleranz erzogen, und diese Werte hat Bea auch für sich selbst übernommen. "Kurt, du musst mir nicht gehorchen oder sonst was. Ich brauche jemanden als Freund, der auch eigenständig denkt." So wie Kurt in diesem Moment wirkt ist sie sich sicher, dass sie ihn durchaus auch zum Sklaven hätte erziehen können, wenn sie das denn wollte. Doch sie will keinen Sklaven. Sie will einen Freund, der auf ihrer Ebene steht.
"Das ... das kann ich." Hektisch nickend erhebt sich der Hybrid. "Ich bin eigenständig. Wenn du das willst." Seine Hände lassen ihre los, er greift in die Hosentasche und zieht sein Handy hervor. "Ich werde dir nicht mehr schreiben, wenn du das nicht magst. Ich kann deine Nummer löschen, siehst du?" Unwirsch streift sein Finger über das Display, um die Kontakte aufzurufen. Sie darf ihn nicht verlassen. Und wenn das bedeutet, dass er ihr nicht schreiben darf, zahlt er diesen Preis.
So kann das wirklich nicht weiter gehen. "Das ist nicht gesund, Kurt.", murmelt sie langsam. "Deine Obsession mit mir. Auch jetzt willst du nur das tun, was ich will." Sie wiederholt ihren Satz noch einmal: "Ich brauche jemanden, der auch selber denkt. Einen eigenen Willen hat. Ja, vielleicht auch mal eine andere Meinung hat als ich selbst. Verstehst du das? Das wichtigste ist gegenseitiger Respekt. Dann kann man auch Meinungsverschiedenheiten überwinden, die immer mal vorkommen können. Aber wenn du nur alles tust, was ich dir sage, ohne an dich selber zu denken, ist das für uns beide keine gute Lösung."
Verständnislos schaut Kurt ihr aus flimmernden Augen entgegen. Es ergibt keinen Sinn. Der einzige Gedanke, den er fassen kann, ist der, dass er ohne sie nicht zu leben weiß. Erfüllt er damit nicht Beas Kriterium, an sich selbst zu denken? Er will etwas sagen, schließt aber die Lippen sofort wieder. Was, wenn er es mit jedem Wort schlimmer macht? Das Gefühl, ohnehin das Falsche zu tun, lässt ihn schweigen. Die Verlustangst greifbar nahe, steht er auf. Er darf jetzt keinen Fehler machen.
Bea betrachtet Kurt. Es ist deutlich, dass er rein gar nicht versteht, was sie sagen will. Wie kann sie es ihm deutlich machen? Sie fasst sich an die Stirn. "Es ist einfach anstrengend. Ich möchte keinen Sklaven. Bitte, Kurt. Ich brauche mehr als nur das. Es tut mir leid." Sie seufzt. Es fällt ihr schwer, den nächsten Satz auch auszusprechen: "Vielleicht ist es das beste, wenn wir das mit der Beziehung erst einmal pausieren."
Pausieren? Kurt stockt der Atem. 'Herr, hilf mir.' Pausieren ist nicht beenden. Es bleibt noch eine winzige Chance, Bea zu überzeugen. "Nein! Nein, ich kriege das hin. Versprochen! Du darfst mich ..." Er unterbricht sich, tritt einen Schritt näher an sie heran, und beginnt von vorn. "Bitte Bea. Gib mir eine Chance. Ich ... brauche dich." Kurt gibt sich Mühe, tapfer zu sein, doch gegen das Beben seines Kinns kann er nichts tun.
Beas Blick zeigt die Traurigkeit, die sie fühlt. Wie ist das nur mit Kurt passiert? War er schon immer so? Sie erinnert sich an das interessante Gespräch über seine Vergangenheit. Das, und seine Freundlichkeit, waren gute Gründe dafür, dass sie sich in ihn verliebt hat. Auch, als er sich in der Kirche versteckt hat, hatte sie Liebe gefühlt. Oder war es einfach das Gefühl, ihn beschützen zu müssen und nicht Liebe? War ihr seine Obsession da noch nicht bewusst gewesen? Oder hatte die sich erst deshalb gebildet, weil sie ihn nicht im Stich lassen wollte?
Bea erinnert sich an ihren Geburtstag. Da fing es an, dass sie so langsam das Gefühl hatte, dass Kurt schwierig werden könnte. Ist es richtig, ihn jetzt alleine zu lassen? Wo er sie doch so braucht? Eine andere Stimme in ihr bleibt jedoch stur: Es ist auch für ihn besser, wenn die Obsession nachlässt. Vielleicht kann ein Ende der Beziehung das bewirken.
Bea bleibt stehen, schweigt. Was ist das Richtige? Was kann sie tun, um ihm und ihr selbst zu helfen? Sie horcht in sich rein. Ist sie überhaupt noch verliebt in ihn?
Wie angewurzelt stehen sie voreinander. Keiner von ihnen weiß etwas zu sagen. Kurts Verzweiflung zerreißt ihn innerlich. Dieser Moment, der nicht zu Ende gehen will, erscheint zu unwirklich. Träumt er?
Einer der Fünftklässler rennt plötzlich an ihnen vorbei, dicht gefolgt von einem Mädchen. "Hey, du hast gesagt, du gibst es mir wieder."
Von den Jüngeren aus der Situation gerissen, schreckt Kurt auf. Sein Blick jagt den Kindern hinterher, ehe er sich unruhig Bea widmet. Sein sorgenvolles Gesicht versteinert, als er einen Gedanken aufschnappt. "Du ..." Er senkt den Blick. Tränen laufen über seine Wangen. "Wenn du jemanden liebst, musst du dir diese Frage nicht stellen." Seine Stimme klingt schwach, beinahe wie ein stimmenloses Flüstern.
"Es... es tut mir leid.", sagt Bea leise. Das tut es wirklich. Das schlechte Gewissen, das sie spürt, kann sie nicht leugnen. Aber in diesem Satz hat Kurt Recht. Noch immer ist sich Bea nicht sicher, ob es wirklich je Liebe war, die sie empfunden hat. Anfangs schon, oder? Sie schluckt. Es bringt jedoch nichts, sich etwas vorzumachen. Sie haben sich auseinander gelebt. Es hat nicht funktioniert. Warum nicht? Bea weiß darauf keine Antwort.
Erneut bebt sein Kinn. Kurt wagt nicht, ihr in die Augen zu sehen. "War es das? Mit ... uns?"
Bea nickt nur. "Es tut mir leid.", sagt sie erneut. Haben sie sich zu viel vorgenommen? Was ist schief gelaufen? Doch es ist auch Kurt gegenüber nicht fair, ihm etwas vorzumachen. Sie dreht sich um, und geht langsam weiter. Niedergeschlagen, und sich schuldig fühlend. Doch trotzdem hat sie das Gefühl, das Richtige zu tun. 
(in Zusammenarbeit mit @Murloc )
>>> Bea geht nach Sulani Nr. 3 - Familie Greentail (2)
>>> Kurt geht nach
<<< Gereon kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen <<<
<<< Nouki kommt von Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers <<<
Charaktere: Nouki, Gereon
Geschichtsstrang: Fremde Welten I
Der Gong zum letzten Stundenende ertönt und kurz darauf ergießen sich lärmende Ströme von Schülern über die Flure der Brindleton High. Nouki lässt sich ein Stück weit mit treiben und plumpst dann auf eine der Sitzbänke, die an der Wand platziert sind. Artjom ist in die Bibliothek verschwunden, Ellie und Tani hatten früher Schluss, das gibt Nouki unverhofft Gelegenheit ungestört mit Gereon zu reden. Sie erspäht ihn etwas weiter den Gang hinab, im Gespräch mit einem Schüler der untersten Jahrgangsstufe. Der Kleine sieht strahlend zu ihm auf und erzählt aufgeregt. Plötzlich wird seine Miene ernster, er senkt den Kopf und beginnt den Saum seines Pullovers zu kneten. Gerührt beobachtet Nouki, wie der Junge kurz darauf seine Arme um Gereon schlingt und ihn stürmisch drückt. Eine Minute später rennt er, seine Jacke in der Hand und mit auf dem Rücken hin und her schleuderndem Schulranzen, durch die Tür ins Freie, wo er von den Eltern in Empfang genommen wird. Nouki kennt die Leute vom sehen. Sie wohnen eine Straße weiter und die Frau bringt ihre Bügelwäsche und manchmal auch Näharbeiten bei ihrer Mutter vorbei.
Seit einiger Zeit bietet Emily diesen Service an. Für Nouki wird es immer ein Rätsel bleiben, wie man bügeln befriedigend finden kann, aber ihre Mutter hat scheinbar großen Spaß daran. Sie erinnert sich an ein Gespräch, dass vor ein paar Tagen nach dem Mittagessen statt gefunden hat.
Rückblende
Gedanklich mit ihrer eher durchschnittlichen Laufzeit heute beschäftigt, hört Nouki nur mit halbem Ohr der Unterhaltung ihrer Eltern zu.Sie liegt auf der Bank am Fenster und krault Chica, die es sich auf ihrem bauch bequem gemacht hat. Ihre Mutter bügelt und ihr Vater sitzt am Wohnzimmertisch, den Laptop und einen Stapel Papiere vor sich.
„Sie haben wirklich lange dafür gekämpft, diesen Jungen adoptieren zu können. Die Auflagen wurden zwar etwas gelockert hat mir Fr. Dehner erzählt, aber trotzdem ist es ein mächtiger Bürokratiekampf.“ Emily zupft das Kleidungsstück zurecht und versetzt ihm einen Dampfstoß mit dem Bügeleisen, ehe sie kurz zu ihrem Mann blickt. Raphael linst über den Bildschirmrand. “Das kann ich mir vorstellen. Einerseits gut, dass bei solchen Sachen alles doppelt und dreifach geprüft wird, andererseits eine Tortur, die man durchhalten muss.“
Schwungvoll wendet seine Frau das Hemd und bearbeitet auch die andere Seite zischend mit Dampf. „Ich freu mich für den Jungen. Die Dehners sind sehr angenehme Leute. Vor allem ER hat eine wunderbaren Sinn für Humor. Das ist immer gut, wenn man Kinder hat.“ Interessiert blickt Raphael auf und hebt schmunzelnd eine Braue. „So, so...hör ich da eine Nuance Schwärmerei heraus?“
Kichernd setzt Nouki sich auf und grinst ihren Vater an. „Tja, man sollte sich nie zu lange auf seinen Lorbeeren ausruhen, Papa.“ Sie steht auf und drückt nacheinander jedem ein Küsschen auf die Wange. „Deshalb werd ich jetzt auch ans Rudergerät gehen, ich brauch noch paar Trainingseinheiten.“ Im Hinausgehen hört sie ihre Mutter seufzen. “ Die Kinder im 'Heimathafen' haben solch harte Startbedingungen ins Leben. Es ist so schwer für sie.“
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Als Gereon zu ihr aufschließt, steht Nouki auf und begrüßt ihn. "Lass uns ein Stück zusammen gehen." Im Freien sieht sie ihn von der Seite an, aber aus seiner Miene ist wie immer nichts heraus zu lesen. "Der Junge eben, das war ein Kind, dass bei euch im 'Heimathafen' gewohnt hat, oder? Meine Eltern haben erzählt, dass die Dehners einen Jungen von dort adoptiert haben. Ich kenn die, sie haben ihn abgeholt nach der Schule." Ein weiterer Blick streift Gereon. "Er scheint dich sehr zu mögen. Ich hab gesehen, wie er dich umarmt hat."
Den Weg vor sich betrachtend lässt Gereon die Worte einen Augenblick vor sich her schweben, ehe er zögerlich den Mund öffnet, um etwas zu sagen, im letzten Moment aber doch schweigt. Es ist immer merkwürdig, wenn ein Kind das Heim wieder verlässt. Die meisten gewöhnen sich recht schnell an ihn, wenn er beim Herumhängen hilft, auf die Jüngeren zu achten. Schon oft hat Gereon sich gefragt, ob er ihnen im Gedächtnis bleibt, wenn sie fort sind. Er vergisst keines von ihnen.
"Tilo hat Glück.", sagt er schließlich mit gewohnter Monotonie in der Stimme. "Er ist schon in einem Alter, das die Leute abschreckt." Aus der Hosentasche zieht er die verbeulte Zigarettenschachtel, um sich eine anzustecken. "Er wurde bei uns oft geärgert. Ich bin ein paar Mal dazwischen gegangen." Ein weiterer Zug lässt ihn kurz schweigen, ehe er anfügt: "Ich wünsche ihm, dass er nicht wieder kommt." 
Betroffen schweigt Nouki, während die Bilder, die Gereon vom Heimalltag zeichnet, in ihr nachwirken. "Kommt das denn oft vor, dass Kinder zurück gebracht werden?" Die Vorstellung ist beklemmend.
"Hin und wieder. Aber die meisten scheinen ein gutes zu Hause zu finden." Ernst sieht er auf und flüchtig in Noukis Augen. "Aber die gehen in der Regel noch nicht in die Schule." Auf der anderen Straßenseite tollt eine Gruppe Fünftklässler lautstark vorbei. Gereon registriert sie kaum, als er wieder geradeaus schaut. "Die besten Chancen haben die, die jung und unauffällig sind. Psychisch und so. Die sehen wir nie wieder. Tilo war drei Jahre bei uns. Er hat oft Albträume."
Unangenehm berührt stellt Nouki fest, was für eine dumme Frage sie gestellt hat. Gereon hat ihr von seinem eigenen Hin und Her berichtet, weil Familien ihn 'gruslig' fanden. Jeder Sim hat Seiten, die unbequem und nervig sind oder nicht der Norm entsprechen. Wie demütigend muss es sein, dafür immer wieder abgelehnt und zurück gestoßen zu werden, als wäre man eine Ware, die beliebig umgetauscht werden kann. Rückporto zahlt Empfänger... Tiefes Mitgefühl für Gereon und alle Kinder im Waisenhaus überkommt sie. "Es ist schön, dass du Anteil nimmst am Geschehen bei euch und den Schwächeren hilfst." Was hatte er gesagt? Fr. Darkholme macht sich Sorgen, weil er zu wenig empfindet...Affektverflachung. "Ich würde es wirklich jedem von euch wünschen, ein Zuhause zu finden...eins in dem man sich fallen lassen kann und geliebt wird." Eins, wie meines.
Statt zu antworten, zieht Gereon ein letztes Mal an seiner Zigarette, schnippt sie zu Boden und tritt sie aus. Den Rauch bläst er in kunstvollen Kreisen in die Luft. Was könnte er schon sagen ... Nouki beschreibt eine Utopie. Wünschenswert, aber naiv und absolut unrealistisch. Liebe - geliebt zu werden und selbst zu lieben - das sind Dinge, die nun einmal nicht jedem vergönnt sind. Er weiß, dass gewisse Erfahrungen und Erlebnisse vorherbestimmt sind. Es muss so sein. Sonst ergäbe das alles keinen Sinn. Alles, was er weiß, sieht und hört.
'Nimm alles, was du nicht ändern kannst, als einen Segen nicht als Fluch.' Die Worte von Frau Lakatos liegen ihm zum unzähligen Mal in den Ohren. Soll es etwa ein Segen sein, keine Heimat zu haben - keine Familie? Wozu soll das dienen? Ungebundenheit? Flexibilität? Unbefangenheit? Freiheit, Dinge zu tun, die kein Anderer tut? Du kannst nicht weiter leben wie bis jetzt. Es ist eine höhere Kraft die dich zwingt, etwas Neues auszuprobieren.
Wenn er doch nur verstehen würde, was das bedeuten soll.
In der Stille, die ihren Worten folgt schweifen Noukis Gedanken zu Artjom. Er hat ein Zuhause und wird auch nicht akzeptiert, so wie er ist. Zumindest nicht von seiner Mutter, über den Vater äußert er sich selten.
Anastasia....
Wahrscheinlich fällt es ihm genauso schwer wie Artjom, sich gegen sie zu behaupten. Noukis Magengegend beginnt unruhig zu ziehen. Für sie selbst war ihr Zuhause immer ein Ort der Geborgenheit. Ein Umfeld, dass sich rein anfühlt und in das sie keine dunklen Gedanken oder Gefühle einbringen möchte. Sie kann sich ihre Eltern nicht mit Abgründen oder Bosheiten vorstellen und alles was sie selbst beschäftigt in Bezug auf solche Themen, behält sie für sich. Stephen, Drogen, Artjoms Probleme, sogar Denize' Schwangerschaft, nichts davon hat sie zuhause angesprochen. Es würde sich anfühlen, als ob man einen vollen Staubsaugerbeutel mutwillig in einer liebevoll gepflegten Wohnung ausschüttelt. Schlimm genug, was in Mt.Komorebi mit Artjoms Mutter vorgefallen war.
Nouki hebt den Kopf. "Hast du Lust mit uns zu Mittag zu essen? Wir könnten bei mir noch bisschen herumhängen." Das kommt spontan, aus dem Bauch heraus.
Lust? Keine Ahnung. Zeit ja. Gereon sieht Nouki an. Ihre Augen leuchten ein bisschen weniger als gewöhnlich. Oder bildet er sich das ein? "Okay.", sagt er und folgt ihr. Er hat keine Ahnung, wo oder wie sie lebt. Hat sie Geschwister? Zwei Elternteile? Sie ist keine von denen, die ständig unsichtbaren Besuch bekommen, wie beispielsweise Vero oder Denize. Er wird es herausfinden.
>>> Gereon geht nach Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers >>>
>>>Nouki geht nach Windenburg Nr. 6 - Familie Jaspers >>>
<<< Chip kommt von Oasis Springs Nr. 11 - Familie Töpfer<<<
<<< Viola kommt von Britechester Nr 7 - Violas kleine Hütte<<<
Charaktere: Chip, Viola
Geschichtsstrang: Zeitvertreib
Emsiges Summen arbeitswütiger Bienen vibriert durch Chips Überlegungen was den heutigen Schultag angeht. Er hockt mit einer Zigarette in der Hand an einem der hölzernen Picknicktische, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulgewächshaus und den Bienenstöcken. Unbewusst gleiten seine Fingerspitzen wie suchend über die Tischplatte. Genau die Art Tisch, die in der gemeinsamen Wohnung in Windenb... Scharf bohrt sich ein winziger Holzsplitter in die Kuppe seines Zeigefingers. Zischend zieht Chip die Luft zwischen den Zähnen durch und schüttelt unwirsch den Kopf. Gut, dass dieser Gedanke gestoppt ist.
Die Ruhe, die er in dieser abgeschiedenen Ecke des Schulgeländes gesucht hat, wird durch die herumschwirrenden Pollensammler erheblich gestört. Angespannt wippt er mit dem rechten Bein und lässt den Blick durch den Begrenzungszaun Richtung Meer schweifen. Heute ist der dritte Tag in Folge, an dem Denize nicht in der Schule war. Das kann nichts Gutes bedeuten. Die Vorstellung, sie könnte wegen der Schwangerschaft in Gefahr sein..sie oder das Baby, treibt ihn schon den ganzen Vormittag innerlich um. Kurz gab es die Überlegung Nadine darauf anzusprechen, aber das würde nur schnippische Bemerkungen oder Herumgegifte zur Folge haben. 
Null Bock auf sowas. Als wäre es sein letzter Zug, inhaliert Chip gierig und schnippt dann den heiß gerauchten Filter ins hohe Gras. Mit leerem Blick beobachtet er, wie die Glut einen Grashalm langsam ankokelt. Ein dünner Rauchfaden steigt auf und verflüchtigt sich sofort wieder. Chip schluckt. Er muss heraus finden, was los ist. Unbedingt. Genervt stoppt er sein wippendes Bein und zieht das Handy aus der Tasche. Ein paar Sekunden später tippt er konzentriert online in einem neuen Casinospiel mit Drachen und Zwergen herum. Wenigstens noch ein paar Minuten Ablenkung und andere Gedanken. Plötzlich fällt ein Schatten über seinen Teil der Bank. Stirnrunzelnd hebt er den Kopf, während sich auf dem Display die Walzen weiter drehen. Viola. "Hey.", grüßt er sie kurz und prüft das Spiel, ehe er wieder zu ihr blickt. "Was geht?"
"Ach, ich suchte nur etwas Gesellschaft.", Viola grinst, und setzt sich seitlich auf die Bank. "Immer nur alleine rumhocken wird selbst mir zu langweilig." Und Lucía ist heute krank geschrieben. Sie hört die Töne, die aus Chips Handy kommen. Klingt eindeutig nach irgendeinem Spiel. Die Vampirin blickt ihm über die Schulter. Das Bild, das sich ihr bietet, sagt ihr überhaupt nichts. Irgendein Drache erscheint auf dem Bildschirm. "Also ich mag Zocken an der Konsole lieber. Hatte letztens erst Crimson Ascension durchgespielt. Kann ich nur empfehlen, wenn du Bock auf herausfordernde Kämpfe hast!"
Einen Moment lang erinnert sie sich wieder an den Vergleich, den sie zu Viktors Kampf gezogen hat, der so anders auf den Endboss-Sieg reagiert hat wie sie selbst. Doch sie verwirft den Gedanken wieder. "Was spielst du denn grad?"
"Hm?" Crimson was? "Ich versuch Millionär zu werden.", grinst Chip und schiebt das Display in ihr Blickfeld. "Warte!" Er erhöht den Einsatz für die nächste Runde und lässt einfach weiter laufen. "Ich vertreib mir manchmal die Zeit damit. Abschalten." Sein Zeigefinger vollführt eine kreisende Bewegung an der Schläfe. "Das funktioniert ganz gut. Kommst auf andere Gedanken." Er schweigt kurz, will sie gerade nach dem erwähnten Spiel fragen, als seine Miene von neutral zu verwundert wechselt. "Sag mal..wieso hockst du hier mit mir in der Sonne, als wär's nix besonderes?" Er schüttelt verhalten den Kopf. "So...grundgechillt?"
Oh. Viola erkennt ihren Fehler. Mittlerweile hat sie sich so an den Sonnenwendetrank gewöhnt, dass sie nicht weiter darüber nachdenkt. Vor allem, da sie dank Aidarias Nachschub auch nicht unbedingt sparsam damit umgehen muss. "Ich schätze, mit der Zeit gewöhnt man sich an alles!", sagt sie ausweichend, "sogar an die Sonne." Eigentlich hatte Mel ihr eingeschärft, über den Trank nichts weiter auszuplaudern. Aber sie schätzt Chip als jemanden ein, der schweigsam darüber sein kann. Sie sieht sich um, doch sonst ist niemand in Hörreichweite. Schließlich entscheidet sie sich für eine vage Antwort: "Naja, um ehrlich zu sein: Es gibt Möglichkeiten für uns Vampire. Zumindest für eine begrenzte Zeit geht das schon mit der Sonne." Bevor das Thema zu sehr vertieft wird, lenkt Viola das Gespräch zum Spiel zurück: "Millionär werden? Mit einem Handyspiel?"
"Ach ja?" Chip zuckt amüsiert mit den Brauen. "Möglichkeiten. So, so." Er setzt an, sie ein bisschen damit aufzuziehen und mehr aus ihr raus zu holen, als die Geräuschkulisse am Handy ihn ablenkt. "Bäm! Fünf Freirunden! Wir haben nen Lauf.", involviert er Viola spontan und muss lachen. "Ich gewinn schon öfter was, aber verlier mindestens genauso oft.", gibt er freimütig zu und verfolgt nebenbei die Vorgänge im Spiel. "Klar hoff ich, dass mal richtig was dabei raus springt. Hab genug zu zahlen in Zukunft." Das ist es schließlich, was alle von ihm erwarten. Das ist auch, was er selbst von seiner Zukunft erwartet. Geld zu haben für ein gutes Leben, wenn möglich mit ein paar kostspieligen, spaßigen features. "Bist dabei? Wenn du gute Tipps gibst, teilen wir den Gewinn?" Violas Gegenwart fühlt sich gut an. Sie gehört zu dem Teil seines Lebens, der noch relativ unkompliziert war. Auf eine schräge Art ist das tröstlich.
Viola grinst, froh darüber, um eine genaue Antwort zu ihrer Sonnenresistenz herum gekommen zu sein. Zumindest für den Moment. "Geld zu haben klingt nach einem guten Plan. Vor allem, da meine neue Bude recht klein ist, im Vergleich zu der Villa, die ich gewöhnt bin." Sie klopft Chip auf die Schulter. "Klar, bin ich dabei." Sie erwähnt nicht, dass sie keine Ahnung von diesem Spiel hat und nicht weiß, wie ihre "Tipps" ihm dabei helfen sollten. Aber es geht auch eher um Glück als um eine Strategie. Ihre Gedanken fallen auf Chips Aussage zurück: Hab genug zu zahlen in Zukunft... Vermutlich geht es um das Baby. Doch sie spricht das Thema nicht an. Ob Denize mit ihm Schluss gemacht hat? Würde sie nicht wundern... sofern er seinen Seitensprung nicht einfach geheim gehalten hat.
"Gut, dann arbeiten wir jetzt an einer Luxusbude." Chip hält Viola das Handy hin. "Keine Tipps. Drück den Spin Button und dann heißt es Daumen drücken." Er deutet auf die Stelle und nickt auffordernd. "Ich hab erhöht, das läuft. Wirst sehen." Es macht Spaß mit jemand zusammen zu zocken. Chips Herz beginnt vorfreudig zu klopfen, als Violas Fingerspitze das Display berührt und die bunten Walzen fröhlich zu rotieren beginnen.
Viola blickt ihm über die Schulter. Die mittlerweile bekannten Töne und Soundeffekte laufen, bis die Animation der rollenden Walzen endet und die Symbole angezeigt werden. Eine triumphale Melodie regt das Belohnungssystem des Gehirns an und blinkende Lichter erscheinen. Dann erscheint ein Symbol, das Viola vorher noch nicht gesehen hat: Eine der Walzen zeigt nun eine Fee. "Das ist ein gutes Zeichen, das erkenn selbst ich.", sagt sie grinsend. Sie blickt in Chips Augen. "Aber was heißt das genau?"
"Schschhhh." Chip packt Violas Handgelenk, während sein Blick gebannt auf den letzten Bewegungen der Walzen hängt. Wenn jetzt... zwei gleiche plus die Fee. Yes! Und diesmal sind es keine Freirunden, diesmal klingelt es gewaltig. "Scheiße mann! Du hast magische Hände, Viola!" , ruft er euphorisch, ohne das Geklingel und Blinken aus den Augen zu lassen. Als es ruhiger wird, hebt er ungläubig den Kopf. "Alter...wir haben grad 200 Simoleons gewonnen." Er sieht Viola groß an. "Einfach mal so." In Zeitlupe zieht sich ein breites Grinsen von Ohr zu Ohr. "Soll ich auszahlen und wir hauen 's gemeinsam auf den Kopf oder weiter setzen?" Die Glücksgefühle lassen ihn Alltagsprobleme und den nächsten Stundenbeginn vergessen.
"Ha, wir haben es echt drauf!" Sie klatscht ihm lachend auf die Schulter. Sie lässt sich von Chips Euphorie mitreißen. "Lass uns 50 behalten, aber den Rest hau raus! Wer weiß schon, wann wir wieder so eine Glückssträhne haben!" Weder Viktor noch Lilly halten all zu viel von Glücksspielen, aber Viola ist ein wenig abenteuerlustiger als ihre Eltern was das betrifft. Trotzdem ist es ihr lieber, zumindest einen Teil des Einsatzes sicher zu haben.
Durch den unerwarteten Schlag auf die Schulter entgleitet Chip beinahe das Handy. "W-w-aas?!", fragt er ungläubig, während er, vorn über gebeugt, das mobile Spielcasino zwischen den Händen jonglierend vor dem Sturz zu Boden bewahrt. "Pass mal auf deine Vampirkräfte auf, sonst sind die Millionen futsch.", sagt er sich aufrichtend. Violas Worte schießen kreuz und quer durch sein Endorphin gepushtes Hirn. So viel setzen? Nur fünfzig behalten? Das ist gewagt.. vielleicht nur hundert setzen und nochmal so nen Lauf haben? Dann wären die Sorgen ums Geld erstmal zweitrangig... und wenn es schief geht? Alles weg ist? Nervös beginnt er an seinem Daumennagel herum zu kauen. Sein Bein nimmt den schnellen Wipprhythmus wieder auf. Für einen Moment blitzt der Gedanke an Denize und das Baby wieder auf. Verdammt. "Wir machen's andersrum. Ich lass auszahlen und setz fünfzig." Feigling Kurz darauf drehen sich die Walzen erneut und zwei Augenpaare kleben gebannt auf dem Display.
Viola seufzt. "Wie du meinst. Aber dann ist unser Gewinn natürlich auch niedriger." Die Vampirin sieht zu, wie die Walzen sich drehen und schließlich erneut zum Stehen kommen. "He, wusste ich doch, dass wir eine Glückssträhne haben!" Sie klopft Chip in die Seite, diesmal jedoch weniger stark, so dass er sein Handy nicht wieder verliert. Grinsend zeigt sie auf das Display, das einen erneuten Sieg anzeigt - wenn auch diesmal ohne Fee. "So langsam kapiere ich das Spiel." Lachend beobachtet sie die Animation, als die Symbole aufblinken.. drei Zwerge. "Schade, vorher gab es einen höheren Gewinn. Aber immerhin 10 Simoleons mehr!" Sie grinst noch immer, bevor sie fortfährt: "Und Dad wäre überhaupt nicht begeistert, wenn er davon wüsste, was wir hier treiben." Ihr Blick wird wieder etwas nachdenklich. Und was, wenn sie doch recht hat mit ihrer Einschätzung von Viktors Sieg?
Aufmerksam das farbenfrohe Getingel verfolgend, antwortet Chip ohne aufzusehen. "Und? Wen juckt's?" Mist. Diesmal war nichts. Noch drei Runden. Er erhöht nochmal den Einsatz und startet. "Hat dir immer alles gefallen, was deine Oldies so treiben?", fragt er und blickt nun doch auf, um ihre Reaktion zu checken. Wir brauchen Drachen oder Schatzkisten.
Viola lacht. "Also mich juckt das nicht." Der Part ist nicht gelogen. Sie ist nun mal nicht Viktor. "Ich plane vielleicht nicht zehn Züge im Voraus wenn ich Schach spiele, so wie er. Aber das heißt nicht, dass meine spontanen Entscheidungen immer ein Fehler sind." Sie grinst. "Man darf auch nicht vergessen, einfach zu leben." Vielleicht sollte sie wirklich mal vorbei schauen. Laut sagt sie: "Und nein, natürlich bin ich nicht mit allem zufrieden. Aber alles in allem habe ich eigentlich ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern."
"Wenn's dich nicht juckt, warum denkst du dann jetzt an deinen Dad?", schmunzelt Chip. "Wenn nötig schreib ich dir n Attest, dass du unter Aufsicht einer volljährigen Person gezoc..." Er verstummt und greift nach Violas Unterarm. "Jetzt noch nen Drachen, dann..", lenkt er mit rauer Stimme ihre Aufmerksamkeit wieder zum Spiel. "Ach scheiße! Die Kohle ist weg!" Verstimmt boxt Chip in die Luft und haut die App zu. Er schiebt das Handy in die Jackentasche, zieht eine Zigarettenpackung heraus und wirft Viola einen enttäuschten Blick zu. "Wir waren sooo knapp dran." Mit Daumen und Zeigefinger formt er einen Spalt von maximal einem Zentimeter. "Das gibt's doch nicht."
"Ach mist!" Viola flucht. "Das wär's echt noch gewesen!" Sie seufzt. Sie hat gar keinen Bock, sich einen Job suchen zu müssen, um die Miete zu zahlen. Der Jackpot hätte da wirklich geholfen. Aber immerhin haben sie ja noch die 150.
Seufzend fummelt Chip einen Glimmstängel aus seiner knittrigen Packung und zündet ihn an.
Violas Aussage über ihren Vater fällt ihm wieder ein. "Dein Vater hält dich für zu spontan?", erkundigt er sich.
"Naja, Spontanität hat mir den Mist mit Vero eingebracht." Sie zuckt die Schultern. "Aber das ist doch lange her!" Vor Chip will sie keine Schwäche zeigen, und so verschweigt sie ihm ihr schlechtes Gewissen deswegen. "Mich zu dir raus zu setzen, war auch spontan. Aber diesmal kein Fehler." Sie mustert Chip. "Auch wenn es nicht mit der großen Kohle geklappt hat." Es tut ihr gut, sich mit Chip unbeschwert zu unterhalten. So wie damals, bevor Blaze Schluss gemacht hat. Pff.. von dem lasse ich mir nicht mehr die Laune verderben..
"Hm.." Chip schweigt kurz, denkt an den Vorfall beim Festival und lässt den Blick übers Gelände schweifen. Kaum mehr jemand zu sehen. "Spontanität hat mir ein Kind eingebracht und meinen besten Freund aus meinem Leben gekickt...spricht für die Theorie von deinem Vater." Er steht auf und streckt sich. "Aber hundertfünfzig Simoleons, die man wenigstens zum Teil spontan auf den Kopf hauen könnte, sprechen für unsre Seite." Er schmunzelt. "Was meinst du? Sollen wir die letzten zwei Stunden ausfallen lassen und was damit anstellen?"
Viola grinst und hakt sich bei Chip unter. "Ich sagte ja, dass es kein Fehler war, mich zu dir zu setzen!" Sie wirft dem Schulgebäude noch einen letzten Blick zu. "Gehen wir!"
"Hey, was geht, wir sind doch kein altes Ehepaar.", lacht Chip, hakt sich wieder aus und knufft Viola spielerisch mit dem Ellbogen in die Seite. "Wir sind jetzt coole Casinogangster." Der Zigarettenstummel landet in der Wiese und Chips vergnügtes Grinsen trifft auf Violas unternehmungslustig funkelnde Augen. "Ja, hauen wir ab."
(in Zusammenarbeit mit @Murloc)
>>> Chip geht nach Brindleton Bay (5) >>>
>>> Viola geht nach Brindleton Bay (5) >>>
#108
<<< Gereon kommt von Chestnut Ridge <<<
<<< Hannah kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (32) <<<
Charaktere: Gereon, Hannah
Geschichtsstrang: Ein guter Rat
Mit dem Aufschrillen der Pausenglocke bricht gewohnte Unruhe aus, als die Schüler, teils hektisch, teils gemächlich, ihre Hefter zusammenklappen und die Taschen packen. Gereon wartet den Ansturm ab, bevor auch er sich erhebt. Tomasz kurz zunickend, erinnert er an die Abmachung, sich später in der Raucherecke zu treffen. Jetzt muss er sehen, dass er die Vertrauenslehrerin erwischt. Durch die Flure schleichend erreicht er wenige Minuten später ihren Raum und klopft. Sollte sie noch irgendwo im Gebäude herumstreifen, wird sie früher oder später herkommen.
Derweil sitzt Hannah am Schreibtisch und ordnet die Papiere. Das Schuljahr nähert sich dem Ende und die Unterlagen der Abschlussschüler sind sorgfältig vorbereitet. Für jeden Schüler hat sie ein paar persönliche Worte zusammengeschrieben und freut sich bereits auf die bevorstehenden Schulferien. Die Arbeiten am Haus sollen diese Woche abgeschlossen werden, insbesondere da Nael aus Kostengründen auf Renovierungsarbeiten in seiner Wohnung verzichtet.
Plötzlich reißt ein Klopfen die Vertrauenslehrerin aus ihren Gedanken. Sie geht zur Tür und öffnet. "Hallo Gereon, was kann ich für dich tun?"
"Hallo.", grüßt der Junge knapp zurück. "Haben Sie kurz Zeit? Ich brauche einen Rat wegen der Bewerbungen."
Hannah nickt. "Natürlich", sagt sie und tritt einen Schritt zur Seite, um ihm den Weg freizugeben. Sie lässt ihn in den Klassenraum eintreten und zeigt ihm mit einer Geste, wo er sich setzen kann. Nachdem sie sich ebenfalls gesetzt hat, schaut sie ihn aufmerksam an.
"Dann erzähl mal", sagt sie ruhig.

"Ich soll neue Bewerbungen schreiben.", beginnt Gereon nüchtern. "Man sagte mir, meine Wahl sei nicht gesund für mich. Aber ich weiß nicht, wie ich mein Interesse für einen anderen Beruf ausarbeiten soll." Fragend schaut er zu der Lehrerin. "Ich kann ja schlecht schreiben, 'irgendeinen Job muss ich machen.' Ich glaube jedenfalls nicht, dass sowas für einen Arbeitgeber verlockend klingt."
Aufmerksam hört Hannah dem Schüler zu. "Wer genau sagt, du sollst dir etwas anderes suchen?", fragt sie ruhig. "Das ist deine Entscheidung. Wenn du dich mit deiner Wahl wohlfühlst und es wirklich dein Ding ist, dann ist das in Ordnung." Sie macht eine kurze Pause. "Niemand außer dir selbst kann wissen, was gut für dich ist ... jedenfalls nicht, wenn es um deine Zukunft geht."
Gereon blinzelt die Frau einige Male an. Ihre Argumente klingen logisch und vernünftig. Aber er ist minderjährig. Er kann nicht tun und lassen, was ihm gefällt. "Viele der Erzieher sagen das.", antwortet er monoton. "Und Frau Darkholme. Sie sagen, ich soll mich mit positiveren Dingen beschäftigen. Wobei ich nicht weiß, warum Bestattungen negativ sein sollen."

Die Lehrerin erinnert sich daran, dass Gereon im Unterricht einmal erzählt hat, dass er eine Ausbildung in einem Bestattungsinstitut machen möchte.
"Viele Sims verbinden Bestattungen automatisch mit Trauer und negativen Gefühlen. Dabei ist es ein Beruf wie jeder andere – einer, den jemand ausüben muss und der viel Respekt verdient", erzählt sie entschlossen. "Ich denke, die Erzieher und auch Frau Darkholme meinen es nur gut mit dir. Sie wollen dich vielleicht vor etwas schützen, das sie selbst nicht richtig verstehen. Aber am Ende ist es deine Entscheidung, schließlich wirst du diesen Beruf vielleicht dein ganzes Leben lang ausüben."
Während sie erzählt, lächelt sie ihren Schüler an. "Mein Mann zum Beispiel ist Anwalt und Steuerberater geworden. Auch das sind Berufe, die viele als trocken oder anstrengend empfinden. Aber wo wären wir, wenn niemand solche Berufe ergreifen würde?" Eine kurze Pause soll den Jungen zum Nachdenken anregen. "Was genau fasziniert dich an der Arbeit in einem Bestattungsinstitut?", fragt sie nun interessiert.
Zögernd sieht er auf seine Hände herunter. Ihm ist schon lange klar, dass er lieber mit Toten als Lebenden arbeiten würde. Nicht, weil er die Lebenden nicht mag. Er ist weder schüchtern, noch hat er Angst in ihrer Nähe. Es ist einfach logisch. Tote urteilen nicht über ihn. Sie lassen ihn sein, wie er ist. Sie haben keine Vorurteile und keine Scheu ihm gegenüber. Aber das kann er Frau Garcia-Klein nicht sagen. "Die Friedlichkeit.", antwortet er stattdessen. "Der Tod hat etwas Schönes an sich. Er gibt Ruhe und Frieden. Und er macht uns alle gleich. Er ist ehrlicher, als jeder lebende Sim sein könnte." Die Worte sind wahr, auch wenn sie nicht das ganze Spektrum aufzeigen. "Ich finde das beruhigend. Ich möchte das würdigen."

Überrascht hebt Hannah die Augenbrauen. Mit dieser Tiefe in seiner Antwort hat sie nicht gerechnet. Für einen Moment schweigt sie, damit seine Worte nach klingen.
"Das ist eine sehr reife und reflektierte Sichtweise, Gereon", sagt sie nun. "Ich finde es beeindruckend, wie klar du das für dich erkannt hast! Und auch, dass du so offen darüber sprichst. Der Wunsch, dem Tod mit Würde zu begegnen und anderen in einem schweren Moment beizustehen, ist alles andere als negativ. Ganz im Gegenteil!"
Sie lehnt sich vor. "Ich glaube, es wäre wichtig, dass du genau das auch den Erziehern und Frau Darkholme sagst. Vielleicht nicht unbedingt mit denselben Worten, aber so, dass sie verstehen, dass dein Wunsch nicht aus Trotz oder Verweigerung kommt, sondern aus Überzeugung. Du weißt, was dich daran fasziniert und du hast dir ernsthafte Gedanken gemacht. Deshalb sollte man dir auch zutrauen, diesen Beruf erlernen zu können."
Einen Moment schweigt der Teenager. Die Worte arbeiten in ihm. Den Blick gesenkt, die Stimme gedrückt, klingt es, als würde er zu sich selbst sprechen: "Sie halten mich für verrückt. Sie denken, dass ich mich zu viel mit dem Tod beschäftige. Und ich glaube, sie haben Angst, dass dieser Beruf mir schadet und ich ...", Gereon pausiert, sieht auf, der Erwachsenen direkt in die Augen, "... ein Psycho werde."

Besorgt betrachtet Hannah den Jungen und ringt mit den richtigen Worten. "Gereon, du bist kein Psycho", sagt sie schließlich. "Du bist ein junger Sim mit einer besonderen Sicht auf das Leben und den Tod. Das ist nichts Verrücktes. Es ist sensibel ... Vor allem aber simlich."
Mitfühlend legt sie eine Hand auf Gereons Schulter. "Ich weiß, dass es im Heim nicht leicht ist. Viele Erwachsene dort müssen so viele Dinge gleichzeitig im Blick behalten, dass sie manchmal das Kind oder den Jugendlichen hinter dem Verhalten übersehen. Aber das ist keine Entschuldigung dafür, dass du dich missverstanden oder abgestempelt fühlst. Und es macht mich traurig, dass du diesen Eindruck bekommen hast."
Kurz zögert sie, doch dann spricht sie weiter. "Ich kenne solche Situationen durch die Arbeit meines Mannes. Ich habe schon öfter gesehen, wie schwer es ist, in solchen Einrichtungen eine wirkliche Bindung aufzubauen. Aber du bist nicht allein! Und wenn du diesen Weg gehen willst mit so einer Haltung, wie du sie gerade gezeigt hast, dann solltest du das tun. Es braucht Sims wie dich in solchen Berufen."
Stumm nickt er vor sich her. Also gut, er wird bei seiner Entscheidung bleiben. Vielleicht wird er keine Anstellung finden, dann hat sich die Frage ohnehin erledigt. "Danke für Ihre Zeit." Ruckartig erhebt er sich, tritt beiseite und schiebt den Stuhl zurück unter den Tisch. "Und Ihre Worte natürlich."

Auch Hannah erhebt sich. "Sehr gerne, Gereon. Wenn du noch einmal Rat brauchst, du kannst jederzeit zu mir kommen. Ganz egal, ob du noch auf dieser Schule bist oder nicht."
Aufmunternd lächelt sie ihn an. "Wenn du möchtest, kann ich mit der Heimleitung sprechen. In deinem Beisein oder alleine, wie es dir lieber ist. Denk in Ruhe darüber nach und melde dich bei Bedarf."
"Das wird nicht nötig sein." Der Teenager schultert seine Tasche. "Trotzdem danke." Ohne sich noch einmal umzusehen zieht er die Tür auf und verschwindet auf den Flur.
(in Zusammenarbeit mit @Spatz )
>>> Gereon geht nach San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) >>>
>>> Hannah geht nach Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (32) >>>
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