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Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines
<<< Gereon Castillo kommt von Brindleton Bay Nr. 10 - Brindleton High <<<
Charaktere: Isla / Gereon
Geschichtsstrang: Ein Versuch
Den Eingang des Shady Pines im Blick, zögert Gereon, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Nicht sicher, was er sich von diesem Besuch erhofft, überdenkt er seine Strategie. "Es ist gruselig." Noukis Worte hallen in seiner Erinnerung wieder. Sie hat ihn zwar nicht verbal verurteilt für das, was er ihr erzählte, doch hat er deutlich ihre Zweifel an ihm wahrgenommen. Welche Möglichkeiten hat er schon, sich über sein Wesen klar zu werden? Tomasz? Die Schulpsychologin? Die Vertrauenslehrerin? Sie haben alle nicht den Hauch einer Ahnung von dem, was in ihm vorgeht. Die Seniorin ist seine einzige Chance - wenn er überhaupt eine hat. Sie spricht zwar nicht mit Verstorbenen, so wie er selbst es tut. Aber sie weiß, was es bedeutet, anders zu sein. Dinge zu wissen oder zu spüren.
Die Zweifel beiseite schiebend betritt Gereon das Gebäude. Zielstrebig geht er auf die Frau am Empfang zu und fragt nach Frau Lakatos.
"Ich glaube, sie ist da. Wenn du mit nach oben kommst, sehe ich nach." Claudia geht voran, oben angekommen klopft sie an die Tür der Seniorin, während Gereon in der Sitzecke Platz nimmt, in der er auch bei dem Interview saß.
"Hier ist ein junger Mann, der Sie gern sprechen würde." Claudia tritt nach Aufforderung ein und schließt die Tür hinter sich. "Sind Sie verfügbar?"
Unsicher ob der Detective es nochmal versucht - diesmal über Claudia, statt über Chris, setzt Isla sich hin. Sie kam grade erst auf ihrem Zimmer an. So viel Besuch hatte sie lange nicht an einem Tag. "Geht es um den Polizisten? Dann lieber nicht." sagt sie.
"Polizist?" Claudia hat nichts von einem solchen Besuch mitbekommen. "Nein, es ist ein Junge. Ein Teenager."
Isla legt den Kopf nachdenklich leicht schief und lächelt schliesslich. "Wenn das so ist. Ja." Ein Junge? Denize Freund Adrian vielleicht? Oliver? "Bitte ihn herein."
Nickend verschwindet die Pflegeassistentin im Flur. "Du kannst rein gehen.", ertönt ihre Stimme, gefolgt von sich entfernenden Schritten.
Die Tür, zu einem schmalen Spalt offenstehend, bewegt sich kurz darauf in den Raum. "Frau Lakatos?" Vorsichtig tritt Gereon ein. An diesem Ort gibt es viele Präsenzen - nicht alle zeigen sich ihm, doch spürt er ihre Gegenwart. "Guten Tag. Ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern. Mein Name ist Gereon." Leise schließt er die Tür hinter sich und bleibt einige Meter von der Seniorin entfernt stehen.
"Hallo mein Junge." Isla lächelt als sie das Gesicht erkennt. "Ich erinnere mich. Es freut mich, dass du mich besuchst, setz dich doch." Sie steht auf und setzt sich an den Tisch mit dem bestickten Tischtuch auf der ihre Box steht und weisst auf den Stuhl gegenüber. Es riecht nach getrockneten Kräutern und Räucherstäbchen, deren Geruch Isla selbst gar nicht mehr auffällt. "Wie geht es dir?"

Beinahe zurückhaltend nickt er und setzt sich. "Danke,", hastig nimmt er den Deckel vom Kopf, als ihm wieder die Erzieherin einfällt, "ganz okay. Geht es Ihnen gut? Ich wollte Sie nicht stören." Beiläufig sieht er sich im Zimmer um. Er hatte etwas esoterischeres erwartet. Stattdessen ist die Einrichtung eher pragmatisch, ohne eine vorherrschende Farbe oder etwas, das Auschluss auf ihre Fähigkeiten geben würde. Insgesamt wirkt es unauffällig.
"Keines Wegs, ich denke... ich bin ganz froh, dass du grade kommst." sie lächelt ohne weiter auf den Grund einzugehen. "Kann ich dir etwas Gutes tun?"
Eine Hand fährt durch die Locken, während Gereon versucht, sich die passenden Worte zurechtzulegen. Auf dem Weg von der Schule hierher wusste er, was er sagen wollte. Doch nun sind ihm die Sätze entfallen. "Ich bin nicht sicher.", beginnt er. "Ich habe vor Kurzem etwas erlebt, das mich nicht loslässt und ich habe mich gefragt, ob Sie mir die Karten legen würden." Das Bild vom Schacht schiebt sich zum unzähligen Male in sein Gedächtnis. Schwer schluckend sucht er den Blick der Seniorin. "Ich brauche Rat."
Als wäre das nicht das erste Mal, dass Isla diese Worte von jemandem hört, heben sich ihre Mundwinkel aufmunternd. "Das mache ich sehr gern für dich." sagt sie und legt eine Hand auf ihre Holzbox mit den Karten. Sie kann seine Beklemmung spüren und erinnert sich, dass es vielen so geht wie ihm, wenn sie ein bestimmtes Anligen haben. Vielleicht auch dem Polizisten... nur das... war etwas anderes. Isla verwirft den Gedanken und öffnet die Schachtel. "Lass usn sehen was die Loa dazu zu sagen haben. Du brauchst dein Anliegen nicht laut zu stellen. Schliesse deine Augen und konzentriere dich darauf. Visualisiere es vor deinem inneren Augen und wenn du bereit bist, fangen wir an."
Nickend schließt er die Augen. Das Unwohlsein kriecht ihm unter die Haut. Das Gefühl des alten Leuchtturmwärters ist ihm inzwischen allzu vertraut. Die Sorge, sich darin zu verlieren, ist seit dem Gespräch mit Nouki weiter gewachsen. Doch hier und jetzt muss er sich darauf einlassen. Die Präsenzen vergangener Bewohner ausklammernd, erreicht er schnell die innere Gier, die ihn so sehr verunsichert. "Okay.", nickt er noch einmal.

Während Gereon die Augen schliesst, öffnet Isla ruhig die Box, nimmt die Karten und mischt sie behutsam und leise.
Nachdem er bereit ist, sagt sie, "Ich werde vier Karten legen." sie mischt sie noch immer und denkt dabei nicht daran, ob er den Ablauf noch kennt. Sie wiederholt ihre Wort immer, wie ein altes Ritual. Es sei denn es sind 'Stammkunden' wie Denize. "Die erste Karte..." sie wartet, den Stapel in beiden Händen, "sagt dir worum es geht." Sie zieht eine Karte vom Stapel udn legt die Karrte 'Der Stern' vor Gereon ab. In ihrer unschuldigen nacktheit, ist eine junge Frau zu sehen, die Wasser aus zwei gefüllten Krügen auf das Land und in das Gewässer giesst. Über ihrem Kopf ein leuchtender Stern.
Isla wirkt erfreut.
"Der Stern, er steht für geistige Klarheit und Hoffnung. Dass wir aus unserer Kraftquelle neue Energie schöpfen können. Er ist eine Einladung, die Gefühle frei und unbekümmert sprudeln zu lassen. Seelische Narben erfahren Heilung durch belebende Energien und das Auflösen von Ängsten." Isla sieht die Karte kurz zweifelnd an, als ob sie sie berichtigen möchte und meint, "Der Stern ist eine Schutzkarte für Seelenfreundschaften und ein Harmonisches miteinander. Sie liegt richtig herum, was bedeutet, dass du dein wichtiges Anliegen nicht dem Zufall überlasst. Das ist sehr gut."
'Gefühle frei und unbekümmert sprudeln lassen. Seelenfreundschaften, harmonisches Miteinander.' Gereon schluckt. Er wagt nicht, daran zu denken, was das für ihn bedeutet.

"Bei der nächsten Karte, geht es darum, was du vermeiden solltest." sagt Isla und legt die nächste Karte rechts neben die erste. Die Gerechtigkeit, steht auf der Karte - auf dem Kopf aus Gereons Sicht. Sie zeigt zwei Säulen die einen Thron flankieren. Die Richterin auf dem Thron schaut objektiv auf den Betrachter. Sie hält eine Waage in der linken und ein Schwert in der rechten Hand. "Gerechtigkeit auf dem Kopf." sagt Isla. "Vermeide es voreilig zu urteilen. Die Karte verweist vielleicht auf eine ungeklärte Angelegenheit. So wie sie da liegt, verdeutlicht sie das Gefangenen sein in einem Netz aus Lebenslügen, geistige Bewegungsunfähigkeit und die Angst vor der Wahrheit." Isla sieht Gereon so objektiv an wie die Frau auf der Karte, "Karma ist das Gesetz der Aktion und Reaktion auf der spirituellen Ebene. Wenn du in diesem oder in einem früheren Leben etwas gutes oder schlechtes getan hast, wird dieses Gute oder Schlechte auf dich zurück kommen. Dagegen kannst du nichts machen. Es kommt." Ein unheilvoller Unterton schwingt in Islas Stimme mit, den sie selbst jedoch nicht zu bemerken scheint.
Nachdenklich kräuselt der Teenager die Stirn. Zwei Karten stehen noch aus, doch schon jetzt hat er den Eindruck, dass er Einiges zu überdenken haben wird.

Über die beiden Karten, legt Isla jetzt den Hierophanten, ebenfalls auf dem Kopf stehend ab. "Unwahrheit, Hinterlist, Heuchelei." murmelt Isla. Das Motiv zeigt einen Hohepriester, einen Papst oder einen Medizinier. Als Band zwischen dem Geistigen und Weltlichen, thront er zwischen zwei steinernen Säulen. Vor ihm kniehen Mönche. "Der Hierophant demonstriert die traditionelle Sicht der Dinge, was bedeutet das Ratsuchende, sich gern an anerkannten Werten orientieren. Die Karte ist zwar positiv besetzt aber es ist vorsicht geboten, denn nicht jeder Sim trägt gutes in sich. Verkert herum wie du sie vor dir hast, spiegelt eine auf den Kopfgestellte Sichtweise wider. Wer sich massiv gegen Traditionen und Sitten wendet, kann Inneres Chaos entfachen. Nun... was hast du zu tun?" fragt Isla in den Raum, als ob sie die Geister laut danach fragt, "Du sollst etwas geben. Jemandem helfen etwas zu erreichen was du selbst haben möchtest. Dadurch kommst du automatisch deinem Ziel näher und deine Angelegenheit wird gut verlaufen."

Unter all die Karten, so dass sie zusammen ein Kreuz bilden, legt Isla den Turm. Ein gewaltiger Blitz, aus einem schwarzen Nachthimmel trifft auf den Turm und zwei Gestalten stürzen aus den Fenstern, aus denen das Feuer schlägt. "Die letzte Karte soll dir zeigen, warum alles passiert wie es passiert und wozu es gut ist." Sie betrachtet den Turm, der wie die letzten beiden Karten auf dem Kopf stehen und vermeidet es die Negativen Stichworte, 'Zwang, Zerstörung und Zusammenbruch', die der Turm mit sich bringt nach dem vorherigen Satz auszusprechen. Sie sagt: "Der Turm erinnert uns an festgefahrene, dogmatische Ansichten. Sichere Pläne können scheitern, Verdrängtes bricht hervor. Er weißt uns auf Veränderungen hin die blitzartig in unser Leben dringen und in dieser Position ebenso auf eine unheilvolle Heimsuchung oder eine Sackgasse. Die Loa sind gerade sehr darauf versessen, auf überholte Ansichten zu deuten. Übereile keine Entscheidungen." Isla schließt die Augen und spricht direkt zu dem Jungen, "Du kannst nicht weiterleben wie bis jetzt. Du kannst es versuchen, aber es wird nicht funktionieren, egal was du machst. Es zerbröselt zwischen deinen Fingern wie alte Knochen. Es ist eine höhere Kraft, die dich zwingt etwas neues auszuprobieren, weil die alten Wege nirgendwo hinführen. Nimm alles was du nicht ändern kannst, als einen Segen, nicht als einen Fluch."
Isla öffnet die Augen und seufzt leicht, als hätte sie grade viel Kraft verbraucht.

Gereon öffnet die Augen. Den Blick auf die Karten gerichtet lässt er die gehörten Worte auf sich wirken. Im ersten Moment scheint alles klar. Wenn da nicht die Warnung wäre, nichts zu überstürzen. Sich am Kopf kratzend seufzt er in sich hinein. "Darf ich Sie nach Ihrer persönlichen Meinung fragen?" Ausdruckslos schaut er auf und in ihre Augen.
Manchmal ist Isla neugierig, was die Ratsuchenden für eine Frage stellen. Was könnte einen inspirierten jungen Mann belasten? Laut den Karten, muss er eine Entscheidung treffen, einen Weg wählen und sein Karma wird ihm helfen oder nicht. "Was du stehts für richtig oder falsch hieltest, musst du neu überdenken. Was ist schon richtig? Was ist falsch?" sagt Isla aufmunternd. "Ich bin sicher, du wirst das richtige tun." als ob sie mehr weiss als sie zugeben wird.

Den Blick wieder auf die Karten senkend, legt Gereon den Deckel auf den Schoß ab und schiebt die Hände tief in die Hosentaschen. Hätte er doch seine Münze nicht für dieses dämliche Kunstwerk hergegeben. "Denken Sie, dass Sims für etwas vorbestimmt sind? Dass schon feststeht, was wir tun sollen und wohin wir gehen? Ist der freie Wille nur eine Illusion?"
"Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt." gibt Isla zu. "Ich glaube das bestimmte Dinge passieren müssen, damit andere Dinge folgen können. Ich tendiere dazu zu sagen, dass alles was wir tun einem bestimmten Zweck dient. Er ist weder gut noch böse, aber er sorgt dafür das wir im Gleichgewicht bleiben."
Einige Sekunden verharrt Gereon regungslos. Nach dieser Aussage, würde es bedeuten, es gibt weder gute, noch schlechte Sims. Nur diese, die Gutes oder Schlechtes tun.
"Ich danke Ihnen für Ihre Zeit, Frau Lakatos." Gereon steht auf und schiebt den Stuhl unter den Tisch. "Ich habe Einiges zum Nachdenken."
"Das ist immer gut." sagt sie und zwinkert beim letzten Wort. "Danke für deinen Besuch, mein Junge. Du bist hier herzlich Willkommen."
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
Charaktere: Mel / Secco / Gereon
Geschichtsstrang: Dem Loa auf der Spur II
Auf dem Weg das Pflegeheim zu verlassen, weil Isla nicht mit ihnen reden will, vernimmt Secco im Vorbeigehen eine Unterhaltung zwischen einer Pflegerin und einem Jungen mit Mütze. Der Name Isla fällt und kurz darauf wird er zu ihr begleitet. Secco geht weiter, gefolgt von Mel. Sie wechseln die Straßenseite und er bleibt stehen. Mel, verwundert, dreht sich um. "Was ist?"
Er hebt den Kopf und wendet sich dem Gebäude wieder zu. "Eine Chance haben wir noch." murmelt er.
"Der Junge?" fragt sie. Dem hat sie beim rausgehen keine Bedeutung bei gemessen. "Was willst du denn sagen?"

"Weiß ich noch nicht." antwortet Secco. 'Verführ ihn, nimm sein Blut, töte ihn, befrag ihn!'
Zweifelnd sieht Mel ihm zu, wie er wieder diesen 'Blick' bekommt. "Na gut. Dann warten wir."
Seccos Kopf bewegt sich in ihrer Richtung. "Nein ich glaub ich frag ihn allein."
"Ist ja überhaupt nicht gruselig." sie rollt mit den Augen.
"Was meinst du?"
"Ein Erwachsener der nem fremden Jungen auflauert um ihn was zu 'fragen'." Sie hebt die Finger zu Gänsefüßchen.
Seccos Brauen heben sich, wie aus überraschung, verwirft den Einwand aber und sagt, "Ich bin Detective, das ist was anderes! Jetz hau schon ab."
Mel verzieht einen Mundwinkel und geht kopfschüttelnd.

Es vergeht eine Weile, bis jemand in der Tür erscheint und das Gebäude verlässt. Beide Hände in den Hosentaschen, achtet Gereon kaum auf seine Umgebung, als er den Weg zur Busstation einschlägt. Plötzlich bleibt er stehen und zieht etwas aus der Tasche. Mit zwei Fingern angelt er eine Zigarette aus der Schachtel. Gerade als er sie anstecken will, fällt sein Blick auf einen Mann, der sich ihm nähert.
Secco bleibt vor ihm stehen, „Hi, ich bin Detective DeVir und ich leite die Ermittlungen in einem Fall der… äusserst speziell ist.“ sagt er nach Worten und seiner Marke fischend. Er betrachtet den Jungen und es beginnt in seinen Händen zu kribbeln. „Hast du einen Moment Zeit?“

Unter den Brauen aufschauend, die Zigarette zwischen den Lippen, bleibt Gereons Aufmerksamkeit zuerst bei den unterschiedlichen Augenfarben des Mannes hängen. Erst dann registriert er die Marke und zuletzt die Worte. Ein Detective? Was könnte der von ihm wollen? Das Gefühl, bei etwas erwischt worden zu sein, wälzt sich in seinen Magen. In Gedanken erinnert er sich daran, dass er noch gar nichts getan hat, was einen Detective auf ihn aufmerksam machen würde. Niemand wird befragt, weil er daran denkt, grauenvolle Morde zu begehen. Wie Kreide von einer Schiefertafel wischt Gereon das Unwohlsein beiseite. "Ja ...?" Endlich entzündet er die Zigarette, zieht einmal flüchtig daran und steckt das Feuerzeug in die Tasche.
Secco richtet sich auf und sieht über Gereon hinweg zum Altersheim, bevor er sagt, „Du warst grade bei Isla Lakatos, richtig?“ den Blick zurück auf dem Jungen. „Ist sie mit dir Verwandt? Befreundet?“ Secco fragt nicht weil es Relevanz hat. „Ich würde gern mit ihr sprechen, das ist wichtig, nur leider lässt sie mich nicht. Vielleicht kannst du mir helfen, was sagst du?“ Er lächelt auffordernd freundlich, wenn auch eher weil er etwas will, nicht weil ihm danach zumute ist.

"Wir sind nur Bekannte." Die Brauen ins Gesicht ziehend, mustert Gereon den Erwachsenen. Irgendetwas an ihm ist merkwürdig. Warum wollte Isla nicht mit ihm sprechen? Gereon hat sie immer als sehr aufgeschlossen und entgegenkommend erlebt. "Ich wüsste nicht, wie ich -" Er bricht ab und atmet tief ein. Beinahe überrascht scannen seine Augen die Umgebung unmittelbar um den Mann herum ab. Es ist niemand zu sehen, doch die Präsenz ist stark. Entschlossenheit und etwas Dunkles durchfahren ihn und er braucht einen Moment, um diese Eindrücke zu verarbeiten.
Sein Vorgehen ist nicht nach Lehrbuch. Im Gegenteil, wahrscheinlich würde man ihn feuern wenn er Minderjährige in einen Mordfall reinzieht. Andererseits ist es kein simlischer Fall, sondern okkult. Da laufen die Dinge ohnehin ein wenig anders.
Secco mustert den Jungen, "Wenn du sie kennst, kennst du bestimmt diese Loa-Geschichte. Glaubst du daran?" Lange hat Secco sich nicht mehr so an magische Themen herantasten müssen. Es war ihm lieber, als das alles hinter ihm lag. Die Chance wie ein Verrückter auf Sims zu wirken, steigt und das ist weder für ihn noch für seine Karriere gut.

Bemüht kontrolliert nimmt Gereon einen Zug, ehe er antwortet: "Keine Ahnung. Warum nicht? Ich weiß, dass es Vieles gibt, was unerklärlich wirkt. Aber man muss nicht alles erklären können. Diese Sachen existieren so oder so." Gereon weiß, dass der Detective versteht. Er muss seinen Begleiter hin und wieder bemerken. "Glauben Sie denn daran?"
Wo er recht hat... "Ich glaube nicht... bedauerlicherweise weiss ich es." antwortet Secco fast wie zu sich selbst, bevor er den Fokus wieder auf den Jungen legt. "Du wirkst aufgeschlossen. Wie heisst du?"
"Gereon."
"Ok Gereon." sagt Secco, "Was wenn ich dir sage, dass Isla die Möglichkeit hat oder kennt, einen Geist zu beschwören? Okay, nicht direkt ein Geist, aber... eben... ein ... Wesen." Er kreist mit dem Handgelenk, wie um sich selbst beim sprechen anzutreiben, weil er überlegen muss, wie er das am besten erklärt.
Der Teenager zuckt lässig mit den Schultern. "Dann frage ich mich, warum jemand vom SMPD sich dafür interessiert."
"Tja.." Secco kratz sich am Kopf und schaut zur Laterne im Hintergrund, "das ist... ein bisschen kompliziert." Er schweigt einen Moment, mustert dabei Gereon. 'Lösch einfach seine Erinnerung, wenn's schief läuft. Das ist ganz einfach, du weisst wies geht...'

Seccos untere Augenlider zucken kurz, dann sieht er sich um. Auf den Straßen fahren Autos, auf den Gehwegen zu viele Sims. "Es gibt Dinge..." beginnt er vorsichtig, "auch in der Polizeiarbeit, die übersteigen das normale simlische Denken. Übernatürliches, fern der bekannten Realität... die aller meisten Sims verlernen mit zunehmendem Alter, an die Dinge zu glauben oder sie Wahrzunehmen und manche können es nie. Und dann gibt es... Leute wie mich..." sagt er sachlich, mit einem Hauch bedauern im Unterton. Dabei hebt er beide Hände auf halbe Höhe, als wäre die eine das Normale, und das andere er. "Und weil ich beim SMPD arbeite, muss ich gleichzeitig dafür sorgen, dass diese beiden..." er hebt und senkt abwechselnd die Hände, "im Gleichgewicht bleiben... sie machen sich sonst gegenseitig... verrückt." Eine Untertreibung, stellt Secco fest.
Fast hätte er hinzugefügt, dass er damit bis vor kurzem nichts zu tun hatte, aber was macht es für einen Unterschied. "Ich weiss das es... vielleicht seltsam klingt aber... Kannst du mir folgen?"
Gereon nickt, schaut dem Detective aber nicht in die Augen, sondern hinter dessen rechte Schulter. Dort steht er, der Schatten, der den Mann verfolgt. "Es klingt nicht seltsamer als das Auslöschen von Erinnerungen.", stellt er trocken fest, den Blick fest auf die dunkle Seele gerichtet. Sie zeigt sich nicht in ihrer eigentlichen Gestalt, die Umrisse sind schwammig und unscharf, als hätte sie etwas zu verbergen. Eine Hand krallt sich in die Schulter des Lebenden, als wolle sie ihn lenken.

"Sie müssen mit mir nicht reden, als wäre ich ahnungslos.", wendet Gereon sich nun Secco zu. "Ich kenne sowas. Ich weiß zum Beispiel, dass Sie nicht allein sind." Ein Mundwinkel hebt sich kaum merklich. Es ist ungewohnt, so offen darüber zu reden - besonders mit einem Erwachsenen. Aber vielleicht ist es genau das, was sie beide in diesem Moment brauchen. 'Jemandem helfen, etwas zu erreichen, was du selbst haben möchtest.', hallt Islas Stimme in seiner Erinnerung. "Ilario ist ungeduldig. Wir sollten zum Punkt kommen."
Seccos Reaktion gleicht der Körpersprache des Schattens, den er im Gegensatz zu Gereon nicht sehen kann. Der Körper richtet sich überrascht und erschrocken zu gleich auf. Die Rauchwaben die den Schatten umgeben züngeln hektisch in die Höhe und kurz darauf schlängelt er sich blitzschnell an Secco vorbei hinter Gereon als würde er ihn mustern. Dem Detective bleibt das verborgen. Er ist hauptsächlich angespannt, weil er es hier offensichtlich mit einem Jungen mit okkulter Affinität zu tun hat. Ein Volltreffer, würde er sagen, wenn ihn seine Worte nicht so überrumpeln würden. „Wie…“ fängt er an und verwirft den Satz. „Woher…“ ebenso diesen. Die Information, dass der Junge die Stimme gehört und sie jemandem zugeordnet hat die Secco kennt - in Sekunden - ist verstörend. Er hat ihn nie erkannt und weiss nicht wie er damit umgehen soll. So gern er ihn fragen würde, was er noch sieht, so wichtig ist es, dass er weiss, „Hör ihm nicht zu, verstanden? Es ist böse.“
Der Schatten lacht.

"Wenn ich es richtig verstanden habe,", entgegnet Gereon mit ruhiger, beinahe nachdenklicher Stimme, "ist niemand gut oder böse. Nur die Taten können gewertet werden, nicht aber die Seelen." Bestimmt wendet er sich zu Ilario herum. "Ich möchte nicht, dass du mich berührst. Nimm bitte etwas Abstand." Secco zugewandt fragt er: "Er ist ... eigen. Er zeigt mir nur wenig von sich. Wer ist er?"
Der Schatten berührt Gereon nicht, als wäre es ihm verboten, aber empfindet offensichtlich Spass daran um ihn herum zu schweben.
Secco runzelt die Stirn. "Das... weiss ich nicht." sagt er. Warum nennt er ihn bei diesem Namen? Es würde einiges erklären. "Taten machen Wesen aus und 'es' erzeugt schlechtes Karma. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. In Meinen Augen IST es böse. Es ist besser, es zu ignorieren." Der Schatten, windet sich zurück hinter Secco, hält die wabernde Hand über seine Schulter und stutzt. Die Augen sind nur weiss leuchtende Löcher, sind aber durchaus in der Lage seine Emotionen zu offenbaren. Ilario wirkt unschlüssig, kurz darauf wirft es Gereon einen wütenden Blick zu.
Secco indes, versucht sich zu sammeln. Bemüht die Dinge anzunehmen wie sie sind, da es für Gereon offenbar nichts ist was ihn überrascht oder abschreckt und er ihm möglicherweise behilflich sein kann, sagt er, "Ich muss mit einem Loa sprechen. Leider ist Isla Lakatos mein einziger Anhaltspunkt."
'Sie hat angst vor mir.' haucht der Schatten, 'Bestrafen wir sie.'

Verstehend nickt Gereon. Er weiß nicht, ob eine Seele Karma erzeugen kann. Aber diese ist definitiv anders, als die meisten anderen, die er bisher wahrgenommen hat. Sie ist nicht simlisch. Noch nie hatte er Kontakt zu einer offensichtlich okkulten Seele. Dessen Gefühlswelt bleibt ihm weitestgehend verschlossen, daher weiß er den Blick nicht zu deuten.
"Wenn jemand Angst hat, ist es kontraproduktiv, ihn zu bestrafen.", erklärt Gereon. "Vielleicht bleibst du einen Moment draußen. Frau Lakatos ist hilfsbereit. Möglicherweise lässt sie dann mit sich reden."
Secco schüttelt den Kopf. "Ich glaube du verstehst nicht. Es ist an mich gebunden wegen... egal." Stirnreibend schaut er sich nachdenklich nochmal um. "Es ist ihm vollkommen egal was ich will und ich will diesen Mord aufklären. Ohne Sims mit hinein zu ziehen... soweit es sich vermeiden lässt. Mit dir spricht sie..." lässt er die Frage offen.
"Wegen was?" Gereon neigt interessiert den Kopf, den Blick zu Ilario schweifend. "Mord? Was haben die Loa damit zu tun?" Er winkt ab. Im Grunde spielt es keine Rolle. "Vielleicht ... könnte ich helfen ..." Eine Schulter in den Nacken ziehend sieht er zu Secco herauf. "Möglicherweise ist sie noch irgendwo und kann erzählen, was geschehen ist."

Secco braucht einen Moment um zu verstehen. "Du meinst den Toten, richtig?" Er schüttelt den Kopf. "Ihn hab ich schon gefragt... Ich meinte Isla. Wenn du sie nach Bwonsamdi fragst und sie dir sagt wie man mit ihm Kontakt aufnehmen kann, dann kann ich vielleicht herausfinden warum die Mörderin es getan hat. Ob sie gezwungen wurde oder nicht. Das ist wichtig. Sie ist so oder so schuldig, nur ist das magische Gericht, genau so pingelig wie das Simlische, wenn es um Beweise geht..." Secco verschränkt die Arme. "Ich erzähl dir, was ich habe, wenn du es für dich behälst ..." Secco fühlt sich nicht unbedingt wohl damit. '...oder du sorgst dafür, nicht wahr?' zischt es begeistert.
"Das wird nicht nötig sein." Gereon wirft Ilario einen undeutbaren Blick zu, während er an der Zigarette zieht. Es muss anstrengend sein, das den ganzen Tag zu hören.
"Ich wüsste nicht, wie ich das anstellen sollte. Was soll ich ihr sagen?"
"Ja tja... das braucht ein wenig... Feingefühl." sagt Secco und grinst ein bisschen. "Es sei denn du kennst noch jemanden, der mehr wissen könnte."
Gereon schüttelt verhalten den Kopf. "Ich fürchte, Feingefühl ist nicht -" Die Augenbrauen heben sich in die Stirn. "Ein Mädchen aus der Schule könnte etwas wissen. Sie ist die Enkelin von Frau Lakatos."

Seccos Gesicht erhellt sich. Natürlich! "Wie heisst sie? Bist du gut mit ihr befreundet? Und wenn sie nicht viel weiss, spricht sie mit ihrer Grossmutter! Eine bessere Vertrauensbasis gibts gar nicht." laut denkend, schmiedet Secco schon Pläne ins Blaue. Hoffentlich ist es keine Sackgasse.
"Nicht besonders, nein." Gereon wirft den Zigarettestummel auf den Boden und zertritt ihn mit einer drehenden Bewegung des Fußes. "Sie heißt Denize. Den Nachnamen weiß ich nicht." Sein Blick fällt auf das wabernde Wesen. "Sei nett zu ihr. Sie ist schwanger und kann keinen Stress gebrauchen."
Das bremst Seccos Enthusiasmus. Schule, Schwanger...? Keine Sims mit reinziehen, was? Soviel dazu. Er sollte, während 'es' so präsent ist, nicht so viele Unschuldige kontaktieren. Wer weiss, wann es wieder die Kontrolle übernimmt. Secco blickt zur Seite und dann nachdenklich, als währe ihm etwas eingefallen wieder auf Gereon. "Was für Fähigkeiten hast du noch?"
"Keine." Gereons Ausdruck lässt keinerlei Regung durchblicken. "Ich nehme nur auf, was sie mir zeigen. Das wars."
"Hatte Isla ein... Anhängsel?"

"Mir ist niemand aufgefallen. Aber das heißt nichts."
Secco schaut auf die Uhr an seinem Handgelenk, "Scheisse..." und zieht eine Karte aus der Innenseite seiner Jacke. "Okay folgendes... Wenn du irgendetwas Loa-mässiges herausfindest - egal von wem - ruf mich an, okay? Und..." Secco richtet sich auf. "Naja wenn du auf irgend eine Art mal ein Problem hast, mit dem du dich an keinen Sim wenden kannst. Dann auch..."
Flüchtig schaut er sich die Karte an und steckt sie in die Hosentasche. "Danke.", nickt er und schaut Secco einen Moment hinter, bevor er selbst weiter zur Busstation geht.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
>>> Gereon geht nach Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (3) >>>
>>> Secco geht nach Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Chip und Denize >>>
>>> Melissa geht nach San Myshuno Nr. 19 - San Myshuno Police Department >>>
#73
<<< Jarred kommt von Newcrest Nr. 13 - Waisenhaus Heimathafen <<<
Charaktere: Gerlinde, Jarred, Arnim
Geschichtsstrang: Kontraste
"Nein! Nein! Nein!" Gerlinde zieht einen Gegenstand nach dem anderen aus der Einkaufstüte und wirft alles auf den Boden. Die Taschentücher sind mit Duft, das Toilettenpapier ist zu hart und das Wasser hat zu viel Kohlensäure. "Du bist doch zu dumm zum Scheißen!", schimpft sie energisch. "Das kannst du alles wieder mitnehmen!"
Stumm in sich hineinseufzend verfolgt Jarred das Chaos, das seine Mutter anrichtet. "Mama, ich bitte dich. Das sind die gleichen Sachen wie beim letzten Mal, nur aus einem anderen Geschäft."
"Du bist aus den gleichen Genen, wie deine Schwester und trotzdem zu nichts nutze! Schaff mir diesen Müll aus den Augen!"
Natürlich. Debbie hätte alles richtig gemacht. Die alte Wunde sticht tief in Jarreds Brust. Den gewohnten Schmerz herunterwürgend, schiebt er den schweren Brocken in die hinterste Ecke seines Seins - wo all die anderen Demütigungen seit Jahren ausharren. Schweigend greift er nach der Tüte, geht in die Hocke, um die Einkäufe aufzulesen und sie wieder zu verstauen. Von Gerlindes Blick missgünstig verfolgt, stellt er das Wasser auf den Tisch, und bringt die restlichen Sachen ins Bad, wo er sie in die Regale räumt. 
"Wie gefällt es dir hier?", fragt er, als er fertig ist und zurück ins Wohnzimmer tritt. "Hast du schon Kontakte knüpfen können?"
"Ich weiß nicht, was dich das angeht. Warum mischt du dich immer in meine Angelegenheiten ein?" Stur geradeaus schauend setzt sie sich auf die Couch.
"Ich interessiere mich für dich und dein Wohlbefinden."
"Seit wann?" Giftig funkelt sie ihren Sohn an.
Jarred sieht hilflos zu ihr zurück. Er gibt sich so viel Mühe, ihr Gutes zu tun. Er würde seine Seele verkaufen, wenn er damit rückgängig machen könnte, was geschehen ist. Doch diese Möglichkeit gibt es nicht. 
"Du bist so ein Heuchler!", flüstert sie garstig in seine Richtung. Ihre Augen flimmern vor Wut, die gebrechlichen Hände zu Fäusten geballt. "Ich weiß, warum du mich nicht in Ruhe lässt. Du willst einfach nur dein Gewissen beruhigen. Aber diesen Frieden gebe ich dir nicht."
"Mama, bitte, das ist do-"
"Nenn mich nicht so! Du bist nicht mein Sohn!"
Jarred schürzt die Lippen. Tränen zurückhaltend, atmet er schwer ein und aus. Im Hals bildet sich ein schmerzhafter Kloß, der sich nicht herunterwürgen lässt. Schweigend senkt er den Blick. Es gibt so vieles, das er sagen möchte, doch er wagt es nicht. Mit der ersten Silbe würde er schluchzend vor ihr zusammenbrechen. Wie damals als kleiner Junge, fühlt er sich auch heute im Stich gelassen - zerfressen von Trauer und Schuld. All das tief herunterschluckend wendet er sich von seiner Mutter ab. Ohne noch einmal zu ihr zu sehen, verlässt er ihre Wohnung.
Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss. Mit geschlossenen Augen ringt er nach Fassung. Einige kontrollierte Atemzüge verharrt er dort, ehe er sich in Bewegung setzt und mit aufrechter Körperhaltung den Flur entlang geht. Nichts anmerken lassen. Wenn du lächelst, lächelt die Welt zurück.
"Cunningham!"
Am Ende der Treppe ruft jemand nach ihm. Das ungute Gefühl, ertappt worden zu sein, lässt Jarred herumfahren. Einer der Pflegeassistenten kommt mit freundlich aufgeschlossenem Blick auf ihn zu. "Jarred Cunningham?", betont Arnim den Vornamen.
"Ja?"
"Ich soll von Mayve grüßen."
"Mayve?"
"Odenthal.", nickt Arnim.
"Tut mir leid.", irritiert versucht Jarred das schlechte Gefühl abzuschütteln, um klare Gedanken fassen zu können. "Ich glaube, ich verstehe nicht." 
Arnim lacht freundlich. "Mayve ist meine Freundin. Ich habe den Namen Cunningham zu Hause erwähnt und da wurde sie gleich hellhörig. Sie sagte, wenn ich einen Jarred sehe, soll ich ihn unbedingt grüßen."
Jarreds Gesicht erhellt sich. "Oh, okay ... Das ist ... eine Überraschung."
Als Kind hatte er das Mädchen in einem Sommercamp kennengelernt. Sie hatten sich auf Anhieb gut verstanden und sich, meist in den Ferien, gelegentlich besucht. Nach dem Umzug der Familie, hatte Jarred sie schnell aus den Augen verloren. Hatte er anfangs noch häufig an Mayve gedacht, verblasste ihre Präsenz mit der Zeit. Nun kehrt das freundliche Lächeln zurück in sein Gesicht. "Ich bin mit meiner Mutter zusammen her gezogen. Es ist spannend, wenn man alte Freunde wieder trifft. Oder in diesem Fall ... Freunde der Freunde."
"Mein Name ist Arnim.", der Blonde reicht ihm die Hand. "Wenn du magst, kommst du mal zum Essen zu uns und ihr könnt über alte Zeiten plaudern."
"Sind wir schon so alt, dass das ein Thema ist?" Jarred lacht zurückhaltend, die Hand der neuen Bekanntschaft schüttelnd.
"Der Verfall kommt schleichend.", nickt Arnim mit einem breiten Grinsen. "Hier,", er reicht dem Besucher einen kleinen Zettel, "das ist Mayves Nummer. Sie freut sich darauf, von dir zu hören."
"Das ist wunderbar. Ich melde mich gern." Ehrlich gerührt nimmt Jarred das Papier entgegen und steckt es in die Hosentasche. Scheinbar ist der alten Freundin das Wiedersehen wirklich wichtig, sonst hätte sie ihren Lebensgefährten nicht beauftragt, den Kontakt herzustellen. Ohne dieses Geschenk wäre er mit einem bedrückten Gefühl zurück nach Evergreen gefahren. So hat der Besuch doch noch etwas Gutes gehabt. 
>>> Jarred geht nach: San Myshuno Nr. 20 - Sky Fitness & Spa Fitnesscenter >>>
>>> Arnim geht nach: Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Arnim und Mayve >>>
#74
<<< Jarred kommt von Evergreen Harbor - Wohnung Jarred Cunningham <<<
Charaktere: Jarred, Gerlinde
Geschichtsstrang: Eine kleine Freude
Guter Dinge erreicht Jarred das Shady Pines. In einer Hand balanciert er einen Karton, mit der anderen rückt er die Krawatte gerade. Gerlinde hat es gern, wenn er sich zurecht macht. Heute ist ihr fünfundsiebzigster Geburtstag. Zwischen der Schicht im Heimathafen und dem abendlichen Karateunterricht hat er sich Zeit für sie genommen. Mit leichtem Unbehagen tritt er ein. Am Empfang nickt ihm eine junge Frau freundlich zu. Den Gruß erwidernd nimmt er die Treppe ins obere Stockwerk. Oben angekommen, zupft er zum unzähligen Mal am Hemdkragen herum. In diesem Moment wünscht er, Alma hätte ihn begleitet.
"Warum bist du nur so nervös?", hatte sie gefragt, als sie sein Hemd noch einmal glatt strich.
"Ich finde es nur schade, dass du nicht mit kannst. Schließlich hast du mir hierbei geholfen." Seine Augen glänzten gerührt, als er den Karton mit dem Kuchen anhob.
"Ich weiß, es ist ärgerlich.", bedauerte Alma. "Dass der Termin auch gerade heute sein muss."
Jarred küsste sie. "Ist schon okay. Das ist wichtig für dich."
In Wahrheit war ein Teil von ihm froh darüber, dass Alma verhindert war. Besuche bei seiner Mutter sind vergleichbar mit russischem Roulette. Umso mehr macht ihn sein Einzelauftritt jetzt nervös. Wie ist es möglich, dass er vor einer Gruppe Sims seinen Körper präsentieren kann, aber Bauchschmerzen bekommt, wenn er seine Mutter besucht? Sie hat ihm das Leben geschenkt. Er fühlt sich ihr nahe. Er tut alles, um sie zufrieden zu stellen. Und dennoch ist es nicht genug. Er ist nicht genug. 
Vor Gerlindes Wohnungstür geht Jarred ein letztes Mal in sich. Heute ist ein freudiger Tag. Es wird gut gehen. Ein Lächeln auf den Lippen klopft er.
"Du bist es.", kommentiert Gerlinde einige Sekunden später mit starrem Ausdruck. "Was willst du? Heute ist nicht Sonntag."
"Nein, viel besser." Ehrlich erfreut lächelt Jarred ihr entgegen. "Heute ist dein Geburtstag."
"Das weiß ich selbst. Ich bin nicht senil." Die Seniorin schleicht in den Raum und setzt sich an den Tisch. Die Tür noch immer geöffnet fühlt Jarred sich eingeladen, ihr Gesellschaft zu leisten. Er stellt den Karton auf dem Tisch ab, beugt sich zu seiner Mutter herunter und drückt sie an sich. "Herzlichen Glückwunsch, Mama. Ich gratuliere dir."
Genervt lässt sie die Prozedur über sich ergehen. Kaum löst er sich von ihr, richtet sie Kleidung und Frisur. "Was nützt mir das schon?"
Stumm seufzt Jarred in sich hinein. Wieso kann sie ihm nicht ein wenig entgegen kommen?
"Ich habe dir Kuchen mitgebracht." Lächelnd deutet er auf das Mitbringsel. "Selbst gebacken. Meine Freundin ... hat geholfen." Er hat sie erwähnt. Wieder schießt ihm Nervosität in den Kopf. Dies wäre ein guter Zeitpunkt, mehr von Alma zu erzählen. Auf Reaktion wartend, betrachtet er Gerlinde.
"Na, ganz toll. Schon wieder eine Neue. Habt ihr euch wenigstens die Hände gewaschen?"
Betreten senkt Jarred den Blick. Was läuft hier nur falsch? "Ich dachte, du freust dich. Du magst doch Kuchen."
"Rate mal, was Ich noch mag." Grimmig sieht die Alte ihn an. "Meine Ruhe. Aber die bekomme ich nicht. Weil ständig irgendwer hier auftaucht und glaubt, mich belästigen zu müssen. Und jetzt kommst du hier an mit so einem billigen Mist." Zornig reißt sie den Deckel vom Karton und wirft einen flüchtigen Blick hinein. "Was soll das sein? Da war ja deine Matschepampe aus Dreck ansehnlicher!"
Niedergeschlagen ruht Jarreds Blick auf dem Kuchen. Er war ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis gewesen. Und er hatte wirklich geglaubt, Gerlinde könnte es würdigen. Wie naiv er immer wieder ist. Er sollte ihr die Stirn bieten. Er ist schon lange nicht mehr der kleine Junge, dem sie die Schuld für alles geben kann. Er ist ein erwachsener Mann, mit beiden Beinen fest im Leben stehend. Er hat seinen Stolz und Anerkennung verdient.
"Ich habe mir wirklich Mühe gegeben.", hört er sich mit brüchiger Stimme sagen. "Möchtest du nicht wenigstens probieren?"
"Vielen Dank auch." Abwertend hält sie ihm die Hand vors Gesicht. "Wer weiß, was für ein Flittchen da ihre Finger drin hatte!"
"Sie ist kein Flittchen." Jarreds Stimme klingt kraftlos, als würde er es nicht wagen, seiner Mutter zu widersprechen.
Sie registriert seine Worte nicht. Zittrig stemmt sie sich auf und geht in kleinen Schritten zur Anrichte, um Teewasser aufzusetzen.
Den schlechten Gefühlscocktail herunterwürgend beobachtet Jarred seine Mutter. Sie wirkt unsicher auf den Beinen. "Warte, Mama. Lass mich dir helfen.", die gewohnte Freundlichkeit aufsetzend, begibt sich Jarred an ihre Seite. Möglicherweise ist sie so grantig, weil es ihr nicht gut geht. Ihr Leben lang hat sie voller Stolz aufrecht gestanden. Es muss belastend sein, dem eigenen Verfall nichts entgegensetzen zu können. Behutsam hakt er die Alte unter und geleitet sie zu ihrem Platz zurück. "Welchen Tee möchtest du?"
"Earl Grey, das solltest du wissen."
Kommentarlos bereitet Jarred den Tee vor, deckt den Tisch und schenkt einige Minuten später ein.
Verkniffen schaut Gerlinde zum Fenster, als würde sie auf etwas warten. "Kommt Deborah auch noch?", fragt sie plötzlich.
Jarred schluckt. Debborah war immer ihr Liebling. Manchmal fragt er sich, ob sie ihre ersten Töchter auch den Söhnen vorgezogen hätte, hätte sie nur die Chance gehabt. "N-nein,", sein Blick ruht auf Gerlinde, "sie kann leider nicht." Ein Schauer läuft ihm über den Rücken. "Aber ...", er nimmt einen vorsichtigen Schluck aus der Tasse, "sie lässt dich von Herzen grüßen."
"Ist der Kuchen von ihr?" Neugierig mustert Gerlinde das goldbraune Gebäck. 
Der ...?! Bestürzt wandert Jarreds Blick von seiner Mutter zu dem selbstgebackenen Mitbringsel. Gefühle von Unzulänglichkeit und Resignation durchfluten ihn. Er bringt es nicht übers Herz, den Kuchen wieder mitzunehmen. Alma soll nicht erfahren, dass seine Mutter die Arbeit nicht gewürdigt hat. Alma. In sich hineinseufzend hofft er, dass ihr Vorstellungsgespräch besser läuft als ... das hier. Jarred könnte sich ohrfeigen. Wie kam er nur auf die Idee, er könnte Gerlinde eine Freude bereiten?
Noch immer den Kuchen anstarrend, rieselt ihm die Lösung des Problems in den Verstand. Er kann ihr eine Freude machen. Die Erkenntnis trifft ihn überraschend hart. Er sollte daran gewöhnt sein. Debborah war immer besser als er. Er wird ihr niemals das Wasser reichen können. "Ja.", beantwortet er endlich die Frage. Blinzelnd kämpft er gegen die aufkommenden Tränen an, als er hinzufügt: "Sie hat ihn selbst gebacken. Sie weiß, wie sehr du Apfelkuchen magst." Jarreds Gesicht lächelt geübt. Doch tief in ihm zerbricht etwas.
Gerlinde beginnt zu strahlen. "Wie lieb von ihr, nicht wahr?"
Den Schmerz beiseiteschiebend nickt Jarred, während er dabei zusieht, wie seine Mutter den Kuchen anschneidet. 
>>> Jarred geht nach Britechester - Vereinshalle Britechester Tigers >>>
Start Serena Hummel
Start Tabea Eichhorn
<<< Arnim kommt von Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Arnim und Mayve
<<< Nicole kommt von Britechester - WG Jean, Megan, Victor, Dora, Nicole
<<< Dirk kommt von San Myshuno - Appartement Falck/Dämpfle
<<< Horst kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias
Charaktere: Tabea, Serena, Dirk, Arnim, Nicole, Ambrosius, Robinia, Hilde, Gerlinde, Horst
Geschichtsstrang: Erster Arbeitstag und schon jede Menge 'Problemchen'
Prüfend sieht Serena Hummel im Schwesternzimmer auf die Wanduhr. "Um zehn treff ich mich im Kindergarten mit Fanny, um die Einzelheiten für das gemeinsame Frühlingsfest zu besprechen. Dann sollte ich mit einem Plan zurück kommen, mit dem Sie etwas anfangen können." Sie wirft Tabea neben sich einen Blick zu. Vor ihnen auf dem Schreibtisch liegt der Rohentwurf für ein Veranstaltungsplakat und eine Liste mit den wichtigsten Eckpunkten. "Vielleicht schaffen wir es, dass der Bürgermeister anwesend ist. Fanny hat einen ganz guten Draht zu ihm." schmunzelt die Einrichtungsleitung und sieht wieder auf die Papiere.
"Das ist super." Als Pflegedienstleitung ist es Tabeas Aufgabe, in Absprache mit Fr. Hummel, die Aktivitäten mit den Senioren zu planen, das Personal dafür einzuteilen und wenn möglich noch weitere helfende Hände auf zu treiben. "Ich habe mit Sarah schon abgeglichen, was die Kinder bei steuern werden an Bastelarbeiten und dachte mir, die neue Praktikantin könnte mit unseren Bewohnern noch fehlende Dekoration her stellen." Tabea streicht eine leicht feuchte Haarsträhne hinters Ohr. "Sie fängt heute an. Arnim nimmt sie unter seine Fittiche."
Es ist noch vor Dienstbeginn, der im Shady Pines glücklicherweise nicht zu nachtschlafender Zeit wie im Pflegeheim startet. Ein Grund, der für diesen Job spricht. Viel mehr könnte Dirk derzeit nicht ins Feld führen, würde man ihn fragen.
Er sitzt mit vorgeblich interessierter Miene am Tisch mit einer Tasse Kaffee vor sich und tut, als verfolge er das Gespräch der beiden Frauen.
In Wirklichkeit amüsiert er sich über Tabeas Frisur und malt sich aus, warum sie Montag Morgen immer mit feuchten Haaren zum Dienst kommt. Ihr Mann arbeitet auf Montage. Wahrscheinlich fährt er montags los und so ein kleiner Quickie als Abschied erscheint ihm plausibel, wenn sie den Rest der Woche 'hungern' muss. Er grinst in sich hinein und schlürft vernehmlich vom Kaffee. Klar, dass man dann später dran ist mit duschen und allem. Der Gedanke lässt ihn aufblicken. Sie ist nicht sein Typ, aber ihre Rückansicht..so über den Schreibtisch beugt..schon appetitlich. Geräuschvoll saugt er den letzten Schaum vom Tassenrand, was ihm einen kritischen Blick über die Schulter seitens Tabea ein bringt. Er verzieht entschuldigend das Gesicht, aber Arnims Eintreten erspart ihm verbale Konsequenzen.
"Hey, guten Morgen Arnim. Gerade haben wir's von dir und unserer neuen Praktikantin." Warm lächelt Tabea ihm entgegen. "Hast du schon einen Schlachtplan für den heutigen Tag?"
Fr. Eichhorn grüßt ebenfalls und nimmt schmunzelnd die Unterlagen vom Schreibtisch.
"Ich lass euch mal allein und widme mich der montäglichen Flut in meinem E-Mail Postfach." Sie wendet sich zu Tabea. "Ich ruf Sie dann ins Büro wenn ich zurück bin. Bis später ihr Lieben."
"Guten Morgen.", grüßt Arnim gut gelaunt in die Runde. Der Pflegeassistent ist bereits seit einigen Stunden vor Ort und hat den ersten Bewohnern beim Aufstehen geholfen. "Sie müsste ja jeden Moment eintreffen,", antwortet er mit einem Blick zur Uhr, "darum dachte ich, starten wir entspannt mit dem Frühstück. So haben alle die Gelegenheit, sich gegenseitig zu beschnuppern. Und Essen anreichen ist schnell gelernt."
Aufgeregt betritt Nicole das Shady Pines und steuert auf den Gemeinschaftsraum zu. Heute startet ihr Praktikum. Sie hat sich für die Pflege entschieden, weil sie seit einiger Zeit die Zustände in Pflegeeinrichtungen untersucht und gesellschaftlich etwas verändern möchte. Doch neben der Unterhaltung der Senioren gehören auch pflegerische Aufgaben wie das Waschen und die Essensausgabe zu ihren Tätigkeiten. Für Nicole wird es eine spannende Zeit werden.
Mit einem Lächeln tritt sie in die Runde ein. "Guten Morgen!"
"Ja, das ist gut. Am besten setzt du sie zu Ambrosius, der plaudert gerne." schmunzelt Tabea, als hinter ihr eine weibliche Stimme ertönt. Erfreut wendet sie sich um und strahlt dem Neuankömmling entgegen. "Da ist sie ja schon. Guten Morgen, Nicole. Ich bin Tabea und Pflegedienstleitung hier." sie reicht der Praktikantin die Hand und stellt sie den anderen Kollegen vor. "Schön, dass du unser Team verstärkst. Arnim ist heute dein Begleiter. Er arbeitet dich die nächsten Tage ein, aber natürlich ist bei Fragen jeder von uns Ansprechpartner. Fühl dich frei zu alles was dir auffällt oder unklar ist anzusprechen."
Dirk nickt bekräftigend. "Klar, allzeit bereit.", grinst er.
Tabea blickt mit ausdrucksloser Miene zu ihm und bleibt mit den Augen an einem unübersehbaren Fettfleck auf seinem Kittel hängen. Eine Braue zuckt streng in die Stirn. "Dirk, du kümmerst dich darum, dass Nicole in der nächsten halben Stunde mit Arbeitskleidung versorgt ist und ziehst dich selbst bitte um." sagt sie mit leicht verkniffenem Ausdruck. "Du weißt, dass solche Schmuddelei nicht geht."
Sie wendet sich um und richtet das Wort an alle. "Ihr findet mich am PC wenn was ist oder einfach anrufen. Guten Start, Nicole."
"Wenn du angekommen bist, können wir das Frühstück ausgeben." Arnim gesellt sich zur Praktikantin. "Einige der Bewohner benötigen Unterstützung dabei, das zeige ich dir dann." Einen Kaffee einschenkend verkündet er, auf sie zu warten, als Dirk bereits aus dem Raum schleicht.
Nicole betritt den Umkleideraum und erhält ihre Arbeitskleidung. Nachdem sie sich umgezogen hat, wirft sie einen kurzen Blick in den Spiegel, um sicherzustellen, dass alles ordentlich sitzt. Ihr Herz schlägt schneller, während sie den Raum verlässt und sich wieder der Gruppe anschließt. Sie steht nun vor Arnim. "Da bin ich." Ihre Nervosität ist spürbar, doch als sie die erwartungsvollen Gesichter der älteren Bewohner sieht, die sie neugierig mustern, spürt sie Zuversicht. Der Gedanke, dass sie etwas bewirken kann, selbst wenn es nur durch ein einfaches Lächeln ist, beruhigt sie.
"Na, dann mal los." Voller Tatendrang führt Arnim sie zur Essensausgabe, wo Körbe mit Brot und Brötchen bereit stehen. "Die verteilen wir jetzt an den Tischen, der Rest ist schon da, und dann sehen wir, wer Hilfe braucht. Ambrosius zittert manchmal und Hildegard sieht schlecht. Auf diese beiden konzentrieren wir uns." Gerade als er mit Nicole den Saal betreten will, hält er sie unauffällig zurück und deutet auf eine der alten Damen, die sich klapprig auf einen Stuhl setzt. "Siehst du sie? Die so griesgrämig schaut? Das ist Frau Cunningham. Sie besteht darauf, so viel wie möglich allein zu machen, obwohl sie kaum Kraft in den Beinen hat. Auf sie müssen wir immer einen feinfühligen Blick haben. Sie ist etwas ... anspruchsvoll." 
Arnim schmunzelt bei der Wortwahl. Um die Nerven der jüngst zugezogenen zu schonen, stellt er ihr zuerst den Korb auf den Tisch. "Guten Morgen, Frau Cunningham.", grüßt er freundlich. "Darf ich Ihnen unsere Praktikantin vorstellen? Das ist Nicole."
Missgünstig betrachtet die Seniorin das junge Fräulein. "Die werden ja immer jünger.", meckert sie halblaut und greift nach einer Scheibe Vollkornbrot. "Gehen Sie, ich brauch kein Publikum."
Unsicher mustert Nicole die ältere Dame. Dank Arnims rechtzeitiger Warnung weiß sie, dass das Verhalten der Dame nicht persönlich gemeint ist. Mit einem freundlichen Lächeln wünscht Nicole ihr "Guten Appetit" und bleibt dicht an Arnims Seite.
Gemeinsam steuern sie den nächsten Tisch an, als an der Seite eine kleine Frau auftaucht. "Sieh mal, Nicole.", nickt Arnim in dessen Richtung. "Das ist unsere wilde Hilde. Guten Morgen, Hilde. Kommst du zurecht?"
"Arnim, gut dass du da bist. Reichst du mir einen Arm?" Unsicher streckt Hildegard eine Hand aus.
"Das würde ich gern Nicole überlassen, wenn das in Ordnung ist. Sie ist unsere neue Praktikantin." Nicole zugewandt sagt er: "Magst du sie zum Tisch begleiten? Ich sehe eben nach den anderen." Routiniert stellt er daraufhin die Körbe auf den übrigen Tischen ab, begrüßt alle Anwesenden, bis er zuletzt bei Ambrosius ankommt.
"Wie geht's dir heute? Brauchst du Hilfe?", fragt er aufmerksam, ein Auge auf Nicole gerichtet, die mit Hildegard gerade den Platz bei Robinia erreicht.
Nicole kommt der Aufforderung nach und nimmt Hildegards Arm. "Schon besser?", fragt sie die Bewohnerin.
"Guten Morgen Arnim." Lächelnd begrüßt der Senior den Pfleger und stellt seinen Rollator neben dem Tisch ab. Mit zitternden Händen hält er sich an der Tischkante fest und schiebt sich auf einen der Stühle. "Ich hab mir heute Porridge gewünscht und wenn die Wäscherei keine Sonderschicht einlegen möchte, wäre es schön, wenn mir jemand hilft."
"Im Namen der Wäscherei danke ich dir für deine Rücksicht." Arnim klopft sanft auf die Schulter des Senioren. "Ich schicke dir die neue Praktikantin."
"Ich freu mich auf ein neues Gesicht." lächelt Ambrosius. "Lasst euch Zeit, ich genieße solange meinen Kaffee." Er greift nach der Tasse mit den zwei Henkeln, die es ihm an den schlechten Tagen ermöglicht, trotz bebender Hände, zu trinken. 
An Nicoles Seite in kleinen Schritten tapsend, nähert sich Hildegard dem Tisch. Ihre Hand tätschelt den Arm der jungen Frau. "Danke, ist recht so." Vor sich her singend wiederholt sie: "Ist recht soooooo." Am Tisch angekommen, tastet sie nach dem Stuhl, den Nicole hilfsbereit zurecht schiebt. An jedem Hosenbein den Stoff wie bei einem Kleid anhebend, setzt die Seniorin sich, begleitet von einem verrückten Laut. "Ooohh, danke sehr, junge Dame."
Gedankenverloren halbiert Robinia ihr Brötchen und legt eine Hälfte zur Seite.
Ihr Bruder runzelt unwillig die Stirn. "Nun fang doch nicht wieder damit an, Biene. Du weißt, dass Mama gleich fürchterlich schimpfen wird wenn du mit dem Essen spielst." - "Ich spiel nicht damit." Ärgerlich funkelt Robinia ihn an. "Du lässt mir nie das Obere vom Brötchen, also muss ich das 'Mäuschen' raus pulen. Mir schmeckt das nicht." Energisch fahren ihre Finger in die Brötchenhälfte und entfernen einen Großteil der Teigmasse, die sie sorgsam zu einer Kugel rollt. "Hier. Dann iss es doch du." Lachend wirft sie das Bällchen nach Martin, der sich zur Seite weg duckt. In dem Moment tritt ihre Mutter...
.. mit Hilde an den Tisch. Ertappt zuckt Robinia zusammen, sieht die Teigkugel
in ihren Fingern und wirft sie reflexartig in Richtung der jungen Blondine. "Es ist Martins Mäuschen, ich war`s nicht." sagt sie schnell und wendet sich, ein Grinsen verkneifend, wieder dem Tisch zu. 
Nicole schaut erschrocken zu der Bewohnerin hinüber, nachdem sie von ihr getroffen wurde. Obwohl sie weiß, dass es keine Absicht war, ist sie dennoch überrascht von den Zuständen und Verhaltensweisen, die eher bei Kindern zu erwarten wären. Der Spruch, dass ältere Sims im Alter wieder wie Kinder werden, scheint doch einen wahren Kern zu haben. "Schon gut", sagt sie beruhigend zu Robinia. Trotzdem schweifen Nicoles Blicke umher und suchen nach Arnim.
"Du schimpfst gar nicht?" Robinia blickt auf und sieht in zwei fremde, blaue Augen. Das ist nicht ihre Mutter. Wer ist die Frau? Erschrocken wird sie ihrer Umwelt gewahr. Der Frühstückstisch und gegenüber sitzt nicht Martin, aber ein vertrautes Gesicht. "Warum ist sie hier?" flüstert sie weit zu der freundlich aussehenden Dame, mit der sie schon einmal im Haus herum gelaufen ist, gelehnt. "Wo ist Arnim? Er soll sie weg schicken. Sie macht mir Angst." 
"Wie ich sehe, ist Hilde sicher angekommen." Arnim gesellt sich zu den Frauen, geht neben Robinia in die Hocke und betrachtet sie aufmerksam. Ihm entgeht nicht, dass ihr etwas Sorge bereitet. "Gibt es Probleme?" Seine Stimme klingt ruhig und freundlich.
Verlegen sieht Nicole zu Arnim. Hat sie etwas falsch gemacht? Der Start gestaltet sich schwieriger als erwartet. Sie beginnt an ihrer Entscheidung, das Praktikum hier zu machen, zu zweifeln. Doch da fallen ihr die Worte ihres Bruders in den Sinn. Aller Anfang ist schwer. In der Ruhe liegt die Kraft. Daraufhin ermahnt sie sich ruhig zu bleiben und abzuwarten, was ihr Kollege erreichen kann.
Erleichtert atmet Robinia aus. "Die Frau..sie steht hier am Tisch. Ich kenne sie nicht." Sie senkt die Stimme, aber der ängstliche Unterton ist nicht zu überhören. "Was will sie von uns?" 
"Keine Sorge." Arnim legt ihr tröstend eine Hand auf den Unterarm. "Sie ist eine Freundin. Sie hilft uns. Ihr Name ist Nicole." Aufmunternd schenkt er der Praktikantin ein Lächeln. "Wenn du möchtest, kommen wir beide dich später mal besuchen. Dann kannst du sie in Ruhe kennenlernen."
"Ich habe eine Aufgabe für dich." wendet Arnim sich Nicole zu. "Da vorn sitzt Ambrosius. Er brennt darauf, dich kennenzulernen. Du kannst ihm das Frühstück anreichen." Kurz erklärt er, worauf dabei zu achten ist - das Besteck locker halten und lieber zu wenig portionieren als zu viel. "Wenn es Fragen gibt, bin ich hier."
Arnims Hand ist warm, das fühlt sich beruhigend an. Aber warum denkt er, sie will seine Freundin näher kennen lernen? Robinias Blick folgt der jungen Frau, die zum Nebentisch eilt. Ihr Lächeln wirkt eigentlich ganz freundlich. Wenn Arnim etwas daran liegt... Sie neigt den Kopf in seine Richtung und nickt. "Ja, das könnt ihr gerne machen. Sie kann mir mit den Bienen helfen, es wird jetzt wärmer und da gibt es einiges zu tun." Entspannt nimmt sie sich ihre Brötchenhälfte und beginnt sie mit Butter zu bestreichen.
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Nicole atmet erleichtert auf, als Arnim bei Robinia eingreift.
Nachdem er ihr die neue Aufgabe zugewiesen hat, macht sie sich entschlossen auf den Weg zu Ambrosius. Diesmal geht sie die Sache selbstbewusster an.
"Hallo, Sie sind Ambrosius, richtig?", fragt sie höflich und sieht den Senior gespannt an. "Ich bin Nicole, die neue Praktikantin. Ich bin erst seit kurzem hier und möchte Ihnen sehr gerne behilflich sein." Ambrosius' freundliche Mimik beruhigt sie sofort und nimmt ihr die Nervosität.
"Das Porridge bitte mit zwei Löffeln Zucker und einer Prise Zimt." Ambrosius lächelt die neue Mitarbeiterin aufgeschlossen an. "Nicht nervös sein, wir schaukeln das schon."
Mit einem verlegenen Lächeln bereitet Nicole Ambrosius den Porridge zu, nimmt einen Löffel und führt ihn zu seinen Lippen. "Bitteschön", sagt sie leise, während sie ihm den ersten Bissen reicht und gespannt seine Reaktion beobachtet. "Der erste Tag ist wohl immer etwas schwierig. Ich hoffe wirklich, das gibt sich mit der Zeit", fügt Nicole nach einer Weile hinzu. Nach kurzem Zögern fragt sie: "Darf ich fragen, wie lange Sie schon im Shady Pines wohnen?"
"Das ist eine gute Frage.", sinniert Ambrosius, während er der Neuen Kraft zusieht, wie sie sein Porridge verfeinert. "Ich meine, es müsste jetzt ungefähr ein Jahr sein. Warum interessiert sie das?" erkundigt er sich und sieht sie aufgeschlossen an.
"Ich finde die Geschichten der älteren Sims faszinierend. Es ist erstaunlich, wie viel Tiefe und Persönlichkeit sie haben und welch großen Erfahrungsschatz." Nicole macht eine kurze Pause. "Vom Shady Pines habe ich schon so viel Gutes gehört. Das ist letztlich auch der entscheidende Grund, warum ich mich entschieden habe, mein Praktikum genau hier zu machen."
Genießerisch kaut Ambrosius seinen ersten Bissen zu Ende und nickt dann. "Ein schöneres Zuhause kann ich mir nicht vorstellen. Wir haben hier so viele Freizeitmöglichkeiten und niemand bevormunded einen, sondern unterstützt freundlich und hilfsbereit wo es nötig ist. Ich bin sehr dankbar dafür." lächelt er und nimmt den nächsten Löffel entgegen. Er kann die Hemmungen spüren, die die junge Pflegekraft beim ausführen der Tätigkeit bewegen und versucht ihr möglichst die Nervosität zu nehmen. "Darf ich fragen, was sie dazu bewogen hat, diesen Beruf zu ergreifen?", er schweigt kurz. "Sie wollen doch Pflegekraft werden? Oder dient das Praktikum einem anderen Zweck?" erkundigt er sich, während er beobachtet, wie Nicole einen weiteren Löffel mit Haferbrei füllt.
Nicole lächelt, während sie Ambrosius behutsam beim Essen hilft. Sie legt den Löffel sanft in seine Hand und spricht mit ruhiger, freundlicher Stimme. "Ich möchte die Welt im Seniorenheim kennenlernen", beginnt sie. "Ich studiere soziale Arbeit und habe bereits ein Vorpraktikum im Kindergarten gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich besser mit älteren Sims als mit jungen Sims zurechtkomme."
Sie hält kurz inne und richtet sich an Ambrosius, der sie aufmerksam anschaut. "Nicht, dass ich etwas gegen Kinder habe, im Gegenteil", fügt sie hinzu. "Ich möchte auch einmal Kinder haben. Aber ich habe festgestellt, dass ich von älteren Sims so viel lernen kann. Ihr habt so viel Lebenserfahrung und Weisheit, die ihr weitergeben könnt. Das ist unglaublich wertvoll für mich."
Nicole nimmt einen weiteren Löffel und hilft Ambrosius, ihn zum Mund zu führen. "Ich möchte der Generation vor mir etwas zurückgeben," sagt sie leise und denkt dabei sowohl an ihre Oma, als auch ihren Vater. "Ihr habt so viel für uns getan und jetzt ist es an der Zeit, euch zu unterstützen und für euch da zu sein. Diese Erfahrung hilft mir sicherlich dabei, besser zu verstehen, was es bedeutet, in Würde zu altern und welche Herausforderungen damit verbunden sind."
"Das sind sehr noble Motive, junge Frau." nickt Ambrosius anerkennend. Während er sein Mahl genießt und zwischendurch vom Kaffe trinkt, mustert er Nicole aunaufällig und macht sich seine Gedanken. "Aber..." Er lehnt sich ihr etwas entgegen und senkt die Stimme leicht, als solle niemand hören, was er ihr Geheimes mitzuteilen hat. "..nicht vergessen, dass wir auch gerne für ein paar Späßchen und Blödsinn zu haben sind, das hält uns jung."
Schmunzelnd nickt Nicole dem Senior zu. "Das kriegen wir hin", erwidert sie und zwinkert ihm zu.
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"Ich weiß nicht, wie sie sich mit Bienen auskennt.", denkt Arnim laut. "Zur Not musst du sie anleiten. Das schafft ihr schon." Zwischen den Frauen nimmt der Pflegeassistent Platz und beginnt, Hildegard beim Schmieren des Brotes zu helfen. "Was habt ihr denn heute vor? Steht etwas Besonderes auf dem Plan?"
Robinia blickt auf. "Ich werde einen Spaziergang machen draußen. Die Frühlingssonne ist so herrlich. Vielleicht hat ja jemand Lust mit zu gehen?" wirft sie in die Runde und beißt mit Appetit in ihr Brötchen.
"Ich!" Opa Horst betritt den Raum langsam, gestützt auf seinen Stock und begleitet von einem Pfleger. Mit Anstrengung bewegt er sich zum Tisch und setzt sich mühevoll auf einen freien Stuhl. Als er seine Freunde ansieht, seufzt er: "Endlich bin ich hier. Ach, meine Tochter hat wieder nur ihren Bau im Kopf. Deshalb bin ich jetzt auch schon so spät." Ein Blick auf die Uhr zeigt allerdings, dass er gerade einmal fünf Minuten zu spät ist – für ihn als Rentner jedoch bereits viel zu viel.
"Ach, diese jungen Leute mit ihren Flausen." Hildegard reicht Horst die Hand zur Begrüßung, drückt sie fest und umschließt sie mit der anderen. "Wie schön, dass du mal wieder hier bist.", freut sie sich. Ihm entgegen gelehnt grinst sie mit halb zugekniffenen Augen und flüstert halblaut: "Ik heff dacht, du mochst uns nich mehr."
Horst schnauft abfällig. "Ach, diese Familie …", beginnt er gereizt und lässt seinen Unmut über die Lage zu Hause freien Lauf. "Ich werde bald hier einziehen, das könnt ihr mir glauben. Haltet mir schon mal ein Zimmer bereit!" Er wirft einen prüfenden Blick in die Runde. "Wo ist eigentlich Serena? Ich muss dringend mit ihr sprechen!"
"Serena?" Hinter Horst ertönt die klare Stimme der Pflegedienstleitung. "Sie ist gleich in einer Besprechung, wird aber gegen elf Uhr circa zurück sein." Tabea ist gerade aus ihrem Büro auf dem Weg ins Freie und tritt näher an die Gruppe heran.
Am Nebentisch lässt Dirk unauffällig die Hälfte seines Honigbrötchens, das er gerade abstauben wollte, auf Robinias Teller gleiten und schenkt ihr Kaffee nach. Wenn Arnim mit im Dienst ist und sich aufmerksam um die Alten kümmert, nutzt Dirk die Gelegenheit, schmuggelt sich plaudernd von Tisch zu Tisch und genehmigt sich ein Frühstück auf Raten, weil zuhause der Kühlschrank meist nicht viel mehr her gibt, als eine Flasche billigen Wodka und Fertigpizza. Den Kollegen gegenüber rechtfertigt er das mit 'den Senioren ein Gemeinschaftsgefühl geben', aber Tabea ist ein anderes Kaliber. Sie bürstet die Haare auf der Zunge morgens noch gegen den Strich, wenn es sein muss, da heißt es aufpassen.
"Na, wer ist uns denn da ins Haus geschneit?", scherzt Tabea und legt Horst schmunzelnd einen Arm um die Schulter. "Herzlich willkommen Horst, schön dich wieder einmal hier begrüßen zu dürfen. Wir haben dich vermisst." Sie drückt ihn kurz und löst sich. "Kann ich dir irgendwie weiter helfen, bis Serena wieder im Haus ist?"
"Ach, Tabea", fängt Horst an und kratzt sich verlegen an der Stirn. "Vielleicht kannst du mir wirklich helfen." Er zögert kurz, als suche er nach den richtigen Worten. "Mein Enkel Julius sucht nach Arbeit. Habt ihr hier nicht vielleicht eine Stelle für ihn? Der Jung ist sich für nichts zu schade, wirklich." Horst atmet tief durch und fährt leiser fort. "Aber er hat ein kleines Problemchen."
"Ein..Problemchen?" Tabea ist an die verschiedensten Formulierungen gewöhnt, hinter denen Angehörige oder Bewohner ihnen unangenehme Themen verstecken. Ein Problemchen kann von Stottern bis Drogen prinzipiell alles sein.
Kurz wägt sie ab und entschließt sich dann für neutralen Boden. "Wollen wir in meinem Büro weiter sprechen, Horst? Dort kannst du mir in aller Ruhe dein Anliegen schildern." Tabea neigt den Kopf leicht zur Seite und nickt ihm aufmunternd zu.
Horst nickt langsam. "Das ist eine gute Idee", murmelt er und versucht sich mit etwas Mühe aus seinem Stuhl zu erheben. Sein Körper wirkt steif und er greift zögerlich nach seinem Gehstock. Bei Tabea hakt er sich dankend ein und langsam beginnen sie, gemeinsam in Richtung des Büros zu gehen.
Vor ihrem Büro angekommen, verstellt Tabea den Schieberegler am Schild neben der Türe von 'Frei' auf 'Im Gespräch' und führt den älteren Herrn hinein. "Nimm Platz Horst und entspann dich erstmal."
Tabea schiebt einen Stuhl für den Senior zurecht, unterstützt ihn beim hinsetzen und kippt dann das zweite Fenster. Spontan ergreift sie ihren ergonomisch geformten Drehstuhl, schiebt ihn zu Horst und stellt ihn schräg gegenüber von ihm ab. Den Schreibtisch wie ein Bollwerk zwischen sich und dem offensichtlich angespannten Mann zu haben, fühlte sich nicht gut an. Sie füllt ein Glas Wasser am Trinkwasserspender in der Ecke, stellt es mit einer einladenden Geste vor Horst ab und setzt sich. "So. Jetzt darfst du mir dein Herz ausschütten.", sagt sie lächelnd, den Oberkörper leicht in seine Richtung geneigt.
Horst nimmt zunächst einen kräftigen Schluck aus dem Glas, während er spürbar durchatmet. Das kurze Stück Laufen hat ihn mehr angestrengt, als er zugeben will. Die Spritzen vom Orthopäden wirken zwar, aber nur mäßig. Mit längerer Behandlung - so hofft er - könnte es besser werden und vielleicht bleibt ihm ein neues Kniegelenk dann erspart. Nachdem er sich kurz umgeschaut und das Glas behutsam abgestellt hat, richtet er seinen Blick auf Tabea.
"Mein Enkel", beginnt er schließlich und erzählt, dass er seinen Job verloren hat. "Er sucht jetzt was Neues, aber möchte nicht mehr im Hausmeisterservice arbeiten." Horst macht eine kurze Pause, bevor er fortfährt. "Er hat da so eine Vorstellung ... Er würde gerne mit Sims arbeiten, aber ..." Er hält inne und ein leicht verlegenes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. "Er kann kaum mit Frauen sprechen. Der Junge ist so schüchtern." Horst winkt grinsend ab, als wolle er die Situation mit einem Achselzucken entschuldigen, zugleich aber auch selbst ein wenig darüber schmunzeln.
"Ein schüchterner, junger Mann also, der gerne mit Sims arbeiten möchte. Das spricht für ihn. Viele introvertierte Sims ziehen sich eher zurück und scheuen den Kontakt zu anderen." Tabea legt die Stirn in Falten. " Du sagst, er kann 'kaum' mit Frauen sprechen.", wiederholt sie mit Betonung. "Was heißt das? Gibt es Bedingungen, unter denen es ihm eher möglich ist?"
Der Senior wägt sorgfältig ab, welche Bedingungen er nennen soll. Julius würde vor der Arbeit keinen Alkohol trinken, das ist sicher, aber ... Horst zögert kurz bevor er weiterspricht. "In Begleitung seiner Hunde fühlt er sich sicher. Und ... naja, unattraktive Frauen sind für ihn kein Problem." Er lässt die Worte einfach so heraus ohne groß darüber nachzudenken. Doch kaum sind sie ausgesprochen hält er inne. Was wenn Julius mit Tabea problemlos reden könnte? Horst wird plötzlich unsicher. Hatte er seinen Enkel mit dieser Bemerkung gerade unabsichtlich ins Fettnäpfchen treten lassen? Doch Tabea ist ein hübsches Mädchen. Ach iwo, mit Tabea wird er kein Wort wechseln können.
"Vielleicht könnte er zusammen mit Arnim arbeiten?", fügt er schnell hinzu in der Hoffnung das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken.
"Dann stellt sich nur noch die Frage, wie sich unattraktiv für ihn definiert.", sagt Tabea mit einem leisen Lachen. In ihrem Kopf beginnt sich sachte ein Bild und gleichzeitig eine Idee zu formen.
"Mit Arnim? Ja, sicher auch." Leicht abwesend nickt sie. "Sag mal Horst, weiß dein Enkel, dass du heute mit mir über ihn sprichst?"
Ertappt sieht Horst Tabea mit großen Augen an. Für einen Moment bleibt er still, dann beginnt er sich nervös im Raum umzusehen, als hätte er plötzlich eine Stimme gehört. "Ha, da habe ich doch meinen Namen gehört", sagt er hastig und steht langsam auf. "Ich glaube die anderen warten schon auf mich."
Er klopft leicht mit seinem Stock auf den Boden und lächelt entschuldigend. "Also würde ich sagen, mein Enkel kommt morgen einfach mal mit mir. Dann kann er ja mal mit Arnim quatschen." Er nickt dabei eifrig, als wolle er die Situation möglichst schnell beenden.
Verschmitzt lächelnd erhebt sich Tabea ebenfalls. "ICH würde sagen, er darf einen seiner Hunde mit bringen und dann mit mir quatschen.", sagt sie und schiebt ihren Stuhl wieder an die angestammte Position. "Er kann gerne zu einem Gespräch in mein Büro kommen und anschließend mit Arnim ein wenig durchs Haus gehen und sich umsehen.", stellt sie die Prioritäten richtig. "Oh, ich glaube ich hab grad wieder jemanden rufen hören. Komm, ich begleite dich." Sie umrundet den Schreibtisch, hakt Horst mit der ihr eigenen, frischen Energie unter. "Ich freue mich darauf, deinen Enkel kennen zu lernen und bespreche die Angelegenheit heute Mittag mit Serena.“ Schwungvoll öffnet sie die Bürotür und weist einladend mit einem Arm gen Speisesaal. „ Und du genießt jetzt erstmal ein kleines Frühstück.“
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon und @Spatz)
>>> Arnim geht nach Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Arnim und Mayve >>>
<<< Julius kommt von Brindleton Bay <<<
Charaktere: Tabea, Julius
Geschichtsstrang: Schnupperstunde
Nase rümpfend runzelt Tabea die Stirn, als sie nach drei freien Tagen, ihr Büro betritt. Was um alles in der Welt müffelt hier so? Leicht modrig...erdig..? Nervös beginnt ihre rechte Braue zu zucken, während sie angespannt nach der Geruchsquelle fahndet. Wenn sie etwas nicht ausstehen kann, dann sind das fremde Gerüche in ihrer nächsten Umgebung, die sie nicht zuordnen kann. Die Spur führt sie zum Blumentopf in der Ecke. Misstrauisch beäugt sie die nasse Erde und zieht probehalber einmal ruckartig am Stängel der mitgenommen aussehenden Zimmerpflanze. Zack, das ganze Grünzeug samt Wurzelstumpen in der Hand. Eindeutig abgefault.
Tabea zupft seufzend ein paar Kosmetiktücher aus der Box neben dem Schreibtisch, wickelt die Farnruine darin ein und verlässt das Büro Richtung Personalzimmer. Glücklicherweise ist noch keiner da, der sich am fauligen Geruch ihres Bündels stören könnte. Naserümpfend befördert sie es in den Biomülleimer und schaltet die Kaffeemaschine ein. Eine Extraportion Pulver sorgt für genügend Power und Aroma, das ist jetzt wirklich bitter nötig.
Ein paar Minuten später dringt die noch frische Morgenluft durch das weit geöffnete Fenster in ihr Büro und Tabea fährt mit einer dampfenden Tasse schwarzen Gebräus in der Hand, ihren Laptop hoch. Um acht Uhr kommt Horsts Enkel...Tabea wirft einen Blick auf die Pinnwand hinter sich..Julius Vinkrath zum Gespräch. Was das wohl bringen wird? Er scheint ja etwas..speziell zu sein.
Nicht nur die dicke Luft im Büro, sondern auch die zuhause heute morgen, haben Tabea das üblicherweise sonnige Gemüt umwölkt.
Frank, ihr Partner, hat ihr auf den letzten Drücker mitgeteilt, dass er das kommende Wochenende eine Sonderschicht einlegen müsse und deshalb nicht heim kommen könne, aber sie könnten ja über Facetime oder bla, bla, bla...
Tabea fühlt sich immer noch ausgetrickst, weil er auf diese Art geschickt einer drohenden Diskussion aus dem Weg gegangen ist und das dämpft die Stimmung.
Nichtsdestotrotz ermahnt sie sich zu Disziplin, schließlich kann niemand etwas für ihre privaten Quereleien. Stattdessen nimmt sie sich vor, mit Hilde nochmal den wöchentlichen Gießplan durchzugehen. Vielleicht fällt es ihr auf Grund der eingeschränkten Sehfähigkeit schwer die richtige Wassermenge zu treffen, dann könnte es helfen die Häufigkeit anzupassen.
Wieder etwas versöhnter mit der Welt, weil sie einen konkreten Plan gefasst hat, steht Tabea auf, kippt das Fenster und macht sich daran den neuen Dienstplan auszuarbeiten. Als es verhalten an der Tür klopft, zuckt ihr Blick überrascht zur Uhr. Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Kurz vor acht. Pünktlich, der junge Mann.
Nervös steht Julius vor der Tür und wartet darauf, hereingebeten zu werden. Vor Kurzem hat Opa Horst ihm voller Begeisterung erzählt, dass er einen Job für ihn gefunden hatte und der Enkel war zunächst überglücklich. Doch als Opa Horst dann beiläufig erwähnte, dass dort vor allem Frauen arbeiten, war sein Mut plötzlich wie weggeblasen. Überraschenderweise darf er einen Hund mitbringen und hat sich für Pirate entschieden, die durch ihre ruhige und freundliche Art gut ankommt. 
Zuhause hatte Julius zusammen mit Nael stundenlang geübt, wie er sich vorstellen und seine Beweggründe für eine Arbeit im Shady Pines erklären würde. Selbstbewusst war er bereit alles vorzutragen. Doch in dem Moment, als er ein leises Herein hört, bleibt ihm plötzlich alles im Hals stecken - ein komplettes Blackout.
Zögernd drückt er die Tür auf und betritt den Raum. Sein Blick wandert unsicher zu der Dame, die hinter dem Schreibtisch sitzt und ihn freundlich anlächelt. Schüchtern hebt er den Kopf und führt Pirate neben sich.
Aufgeschlossen mustert Tabea den Bewerber für einen kurzen Moment und befindet sein Äußeres für ansprechend. Vielleicht nicht der letzte Schrei in Sachen Mode, aber es ist ersichtlich, dass er sich für den heutigen Tag Gedanken über sein Outfit gemacht hat. Schwungvoll erhebt sie sich, umrundet den Schreibtisch, um Julius zu begrüßen, als ein intensiver Angriff auf ihre Geruchsnerven ihr beinahe den Atem raubt. 
Selbstdisziplin im beruflichen Feld, ist ihr zur zweiten Natur geworden und greift glücklicherweise auch jetzt. Statt dem Impuls folgend zum Fenster zu stürzen, um für Frischluftzufuhr zu sorgen, atmet sie deutlich flacher, lächelt und bietet dem Interessenten mit einer einladenden Geste einen Stuhl an. Wie kann man sich in eine solch dichte Wolke von Rasierwasser hüllen und völlig unbeeindruckt davon, in der Gegend herum spazieren? Mühsam zwingt sie ihre Augenbraue zu Stillstand und nimmt mit kontrollierter Mimik wieder auf ihrem Drehsessel platz. "Hr Vinkrath, schön, dass Sie da sind. Wie geht es Ihnen? Haben Sie gleich her gefunden?" Hoffentlich bewegt er sich nicht zu viel. Es ist alles gut, aber provozier keine After Shave Wolke
Schüchtern und mit zittriger Stimme beginnt er zu reden. "Eh ... d-d-danke, mir ... geht es gut." Vorsichtig schluckt er. "Ich habe gut her gefunden ... eh ... ich wohne auch hier in der Nähe." Pirate macht Sitz und sieht ihr Herrchen an, als wolle sie ihm Mut zusprechen. Unsicher sieht er zu ihr und just in diesem Moment zwinkert sie, als wolle sie ihm nun ein Zeichen geben. "Und Ihnen?" Er mustert Tabea. Opa Horst hat mich angelogen! Zuhause erzählte der Senior, die Dame sei alt und hässlich mit einem dicken Pickel auf der Nase. Diese Beschreibung passt allerdings überhaupt nicht. Pirate macht einen kurzen Laut, als wolle sie seine Konzentration auf das Gespräch zurück lenken und Julius reißt sich zusammen.
Überrascht blickt Tabea ihn an. "Ähm..danke. Mir geht es ebenfalls gut.", antwortet sie leicht aus dem Konzept gebracht, fasst sich aber schnell wieder. Die gefalteten Hände auf der Tischplatte ablegend, beugt sie sich leicht in Julius' Richtung. "Erzählen sie mir doch ein wenig über Ihre letzte Tätigkeit und warum Sie sich vorstellen könnten, hier im Shady Pines zu arbeiten.", sagt sie freundlich. Sein Hund verhält sich tadellos, vermerkt sie innerlich auf der Plusseite. Nichts könnte ihr mehr entgegen kommen. Seit der giftige Chihuahua einer Freundin sie in den Knöchel gebissen hat, als sie an ihm vorbei musste!, weil er den Weg zur Toilette blockierte, plagt sie eine gewaltige Unsicherheit in Gegenwart von Hunden.
Julius rutscht nervös auf seinem Stuhl hin und her, während er versucht, sich zu sammeln. "Eh, ja … also … ich habe bisher im Hausmeisterservice gearbeitet", beginnt er stotternd und bemüht sich, Tabeas Blick zu halten. "Aber, eh … ich, also ... ich habe gemerkt, dass ich ... nicht wirklich … also, ich meine, ich möchte lieber mit Sims arbeiten." Er hält inne und schluckt, bevor er weiterspricht. "Immer nur Werkzeug und so, das war nicht ... das Richtige für mich." Während Pirate weiterhin ruhig neben ihm sitzt, ist seine Unsicherheit nicht zu übersehen.
"Was stellen Sie sich denn unter 'mit Sims arbeiten', hier im Shady Pines vor?" Tabea hat beschlossen heute eine andere Strategie zu fahren. Wenn er nicht fragt, wird sie versuchen nützliche Informationen aus ihm heraus zu kitzeln. Sie steht auf, zapft zwei Gläser mit Wasser aus dem Spender und stellt eines, mit freundlichem Lächeln vor ihm ab. Aufatmend nimmt sie wieder auf ihrem Stuhl Platz. Du machst kein Fenster auf, das verunsichert ihn nur noch mehr
Julius' Hände zittern leicht, als er nach dem Glas Wasser greift und einen kleinen Schluck nimmt. "Ähm, ich habe mir vorgestellt, dass ... ich mich um die Bewohner kümmere", beginnt er vorsichtig. "Mit ihnen reden, zuhören ... vielleicht auch so Sachen wie ... eh ... Anziehen, wenn sie Hilfe brauchen." Er schaut kurz zu Pirate hinunter, die geduldig zu neben seinen Füßen sitzt, als wolle sie ihn weiter bestärken. "Ich will einfach ... nützlich sein", fügt er leise hinzu.
Tabea bemüht sich nickend um einen beruhigenden Gesichtsausdruck. Die nervöse Anspannung des Interessenten ist überdeutlich zu spüren. Mischt sich eine Spur Schweißgeruch in die After Shave Wolke? Gott bewahre "Das deckt sich ziemlich genau mit meinen Gedanken, Hr Vinkrath. Da der Umgang mit Senioren für Sie Neuland ist, dachte ich an einen langsamen Einstieg, erstmal in der Begegnung mit den Bewohnern. Zum Einfühlen. Nach zwei Wochen würden wir uns erneut zusammen setzen um zu reflektieren und gegebenenfalls das weitere Vorgehen besprechen." Vielleicht hat der Hund auch Durst? Wie unaufmerksam von ihr. Zu beschäftigt, mit der Geruchsbelästigung fertig zu werden, hat sie vergessen ihm eine Wasserschüssel hin zu stellen, was Tabea ein bisschen ärgert. Dinge zu übersehen ist nicht ihre Art. Nachdem sie heroisch die Schüssel vor das Tier platziert hat, lächelt sie Julius zu. "Ich dachte an einen Aushang, in dem wir den Bewohnern eine Begegnungskreis anbieten..sagen wir zwei Mal die Woche, den sie in Zusammenarbeit mit einer unserer Pflegekräfte gestalten. Ihr Hund ist wichtiger Bestandteil des Ganzen. Viele Menschen hatten ihr Leben lang Haustiere und können aus den verschiedensten Gründen keine mehr halten. Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Angebot eine große Bereicherung für unser Haus wäre. Wie hört sich das für Sie an?"
Die Augen des jungen Mannes leuchten auf. Er nickt eifrig. "Das ... eh ... hört sich wirklich toll an!"
Pirate bemerkt die Freude ihres Herrchens und wedelt mit dem Schwanz, während sie weiterhin neben ihm sitzt. "Ich … ich meine, ich hätte … wirklich Freude daran, so etwas mit Pirate zu machen. Sie … sie ist sehr geduldig und … die Bewohner … ich glaube, das könnte denen wirklich gefallen."
"Sehr schön." Tabea schenkt ihm ein warmes Lächeln. "Ihre Bezahlung für diese Stunden, entspricht bis auf weiteres denen einer ungelernten Pflegehilfskraft. Alles andere wird die Zeit zeigen." Sie erhebt sich. "Dann schlage ich vor, wir machen einen kleinen Rundgang durch das Haus. Ich stelle Sie den Kollegen im Dienst vor und Sie dürfen sich zusammen mit unserer neuen Praktikantin Nicole schon mal Gedanken machen, wie sie den Aushang gestalten wollen." Am besten gleich ins kalte Wasser, ist eine von Tabeas Devisen. Julius scheint ihr in Begleitung des Hundes der Anforderung gewachsen.
(in Zusammenarbeit mit @Spatz)
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<<< Viola und Lucía kommen von Britechester Nr 7 - Violas kleine Hütte <<<
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<<< Alvaro kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) <<<
Charaktere: Lucía, Viola, Aidaria, Alvaro
Geschichtsstrang: Ein Pferd will reden I
Aufgeregt kommen Lucia und Viola am Seniorenheim an, um Aidaria zu besuchen. Es hat eine Weile gedauert, bis sie ihren Bruder Alvaro gefunden haben, der mittlerweile vor dem Eingang wartet. Aufgrund seiner neuen Größe kann er die Räumlichkeiten nicht betreten. Lucia ist erleichtert, dass Viola den heutigen Termin mit Aidaria organisiert hat, denn sie hofft, dass diese ihrem Bruder helfen kann, endlich zu sprechen. Doch Lucia ist unsicher, wann der Zauber gebrochen wird. Es wirkt, als wolle Alvaro ihr etwas Wichtiges mitteilen, aber sie versteht nicht, was es ist. Kein Wunder – auch wenn sie die Fähigkeit hat, sich in einen Vampir zu verwandeln, bedeutet das nicht, dass sie die Sprache der Tiere beherrscht. Die beiden Mädchen betreten die Eingangshalle und gehen auf Aidarias Zimmer zu. Unterwegs begegnen sie einigen Senioren, die sie freundlich grüßen. Manche blicken sie jedoch verwundert an – woran das wohl liegen mag? Lucia kann sich keinen Reim darauf machen. Schließlich erreichen sie die Zimmertür, klopfen, warten auf eine Antwort und öffnen dann vorsichtig die Tür. .
Aidaria lächelt. Viola hatte nicht viel gesagt, nur dass Lucía bei etwas Hilfe brauchen würde. Und so ist sie neugierig, worum es geht. "Womit kann ich dir helfen, Lucía?"

Lucia atmet tief ein, bevor sie beginnt, Aidaria von den Ereignissen zu erzählen. Sie berichtet, dass sie mit Viola, entgegen aller Warnungen, die magische Essenz gesucht und ausprobiert hat. Dabei gesteht sie, dass sie es wohl etwas übertrieben hat. Auch ihren Zusammenbruch verschweigt sie nicht, sondern schildert alles bis ins Detail, damit Aidaria sich ein klares Bild von der Situation machen kann. "Und jetzt", fährt sie fort. "Ist mein Bruder immer noch ein Pferd, obwohl ich dachte, der Zauber würde schneller nachlassen. Es sieht so aus, als wolle er mir unbedingt etwas sagen, aber ich kann ihn nicht verstehen. Deshalb brauchen wir deine Hilfe, damit er in unserer Sprache sprechen kann. Kannst du uns dabei helfen oder weißt du jemanden, der es könnte?"
Aidaria mustert die Teenagerin schweigend. Sie spart es sich, Vorwürfe zu machen. Lucía hat ihren Fehler längst eingesehen. Und wenn sie ehrlich ist... war sie im Teenageralter genauso neugierig und leichtsinnig, wie die beiden Mädels vor ihr. "Danke für deine Ehrlichkeit.", sagt sie wahrheitsgemäß. "Ich müsste mir von deinem Bruder selbst ein Bild machen um zu überlegen, ob ich helfen kann. Allerdings bin ich keine Expertin was Verwandlungsmagie betrifft. Ich kenne mich eher mit Tränken aus." - "Wissen wir.", mischt sich Viola ein, "aber diese Eartha, die ihr den Zauber beigebracht hat, kommt wohl nicht als Hilfe in Frage." Warum genau weiß Lucía besser als sie selbst. Eartha kratzt sich am Kinn. "Ich kenne diese Eartha nicht, aber ich gebe mein Bestes. Auch wenn die Hilfe der Magierin bestimmt besser wäre als meine eigene." Doch sie drängt Lucía auch nicht weiter. "Dann zeig mir mal deinen Bruder.", spricht Aidaria die Teenagerin an. Der Erzählung nach müsste der ja vor dem Seniorenheim stehen.
Angespannt geht Lucia gemeinsam mit Viola und Aidaria nach draußen, wo Alvaro bereits auf sie wartet als ein prächtiger Hengst. Als er seine Schwester erblickt, bäumt er sich kurz auf, bevor er wieder ruhig wird. "Das ist er", sagt Lucia leise, während sie zu Aidaria blickt. Hoffentlich kann sie uns helfen, denkt Lucia und wird nervöser.

Aidaria fasst dem Pferdevampir aufs Schulterblatt. Die Magie ist deutlich zu spüren. "Seltsam.", sagt sie, "dass er anfangs sprechen konnte und dann nicht mehr. Vielleicht ein fehlgeschlagener Zauber." Sie mustert Lucía. "Es gibt etwas, das ich ausprobieren kann. Einen Trank, der Tieren das Sprechen erlaubt. Doch dazu bräuchte ich..." Sie macht eine kleine Pause, "einen Tropfen seines Blutes. Um den Trank auf ihn abzustimmen. Und der Trank wirkt nur vorübergehend." Sie sieht vom Pferd zu Lucía und dann zu Viola. "Und es gibt noch etwas: Alvaro ist eigentlich Vampir, während der Trank auf Tiere ausgerichtet ist. Es ist möglich, dass er nicht wirkt. Seid ihr trotzdem bereit dazu?"
Lucia blickt zunächst fragend zu ihrem Bruder und dann zu Viola. Als Alvaro schließlich nickt, ist die Entscheidung gefallen. "Wir machen es", erklärt sie mit entschlossener Stimme. Alvaro schnaubt zustimmend und stampft mit einem Huf auf den Boden. "Kannst du das sofort machen?", fragt Lucia hoffnungsvoll.

"Wenn ihr mir bei den Zutaten hilft. Außer dem Blutstropfen brauche ich noch anderes." Sie holt ein altes Buch hervor und schlägt die Seite auf. "Trank der Redegewandheit." steht als Titel da. Viola macht mit dem Handy ein Foto davon, während Aidaria weiter erzählt: "Die Mondträne findet sich nur an Vollmond, aber da habe ich noch eine vorrätig. Die braucht ihr nicht. Aber ihr könntet euch um die Silberblätter kümmern. Wo es das zu finden gibt, wird im Buch angegeben. Und Dunkelsalz überlasse ich euch ebenfalls. Die restlichen Zutaten habe ich entweder vorrätig oder um die kümmer ich mich selbst."
Lucia betrachtet die Liste der Zutaten und runzelt die Stirn. Wo soll sie die nur so schnell herbekommen? Zum Glück ist Viola an ihrer Seite. "Na gut", sagt sie schließlich und wendet sich an Alvaro. "Bitte warte hier, während wir uns auf die Suche machen." Sie schaut zu Viola. "Kommst du mit?" Eine Zutat, das Dunkelsalz, scheint besonders schwierig zu beschaffen sein. "Das soll sich in einer Höhle befinden", murmelt Lucia und zeigt auf die Liste. "Eine Höhle tief im Wald von Glimmerbrook." Sie spürt, wie ein Schauer ihren Rücken hinabläuft, schließlich ist die Stadt bekannt für die Werwölfe, die nicht gut auf Vampire zu sprechen sind. Doch dann sieht sie entschlossen zu Viola. "Wir müssen es versuchen. Ohne das Salz können wir nicht weitermachen."
Viola nickt. "Ist ja nicht das erste Mal, dass wir dort sind." Sie sieht Aidaria an. "Ich melde mich, wenn wir alles haben. Treffen wir uns dann hier oder in der Hütte?" - "In meiner alten Hütte wäre am besten. Da ist mein Kessel.", antwortet die Magierin. Das wäre somit geklärt. "Dann holen wir das Salz als letztes, wenn wir danach eh in Glimmerbrook sind.", sagt Viola, während sie gemeinsam mit Lucía das Grundstück des Seniorenheims verlässt. "Und das Silberblatt zuerst. Das schickt uns in wäldliche Gegenden, ohne spezifisch zu sagen, welcher Wald gemeint ist. Bestimmt gibt es das in verschieden Wäldern." Sie grinst. "Oder wir verbinden das ebenfalls mit Glimmerbrook. Da gibt es das bestimmt auch."
(In Zusammenarbeit mit @Murloc.)
>>> Viola und Lucía gehen nach Glimmerbrook (3) >>>
>>> Aidaria und Alvaro gehen nach Glimmerbrook - Aidarias alte Hütte >>>
<<< Viktor kommt von Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose (20) <<<
<<< Aidaria kommt von Glimmerbrook - Aidarias alte Hütte <<<
Charaktere: Viktor, Aidaria
Geschichtsstrang: Ein magisches Objekt II
Aidaria streicht mit den Fingerspitzen langsam über den Armreif. Ihre Augen sind auf das filigrane Muster gerichtet, aber ihre Stirn legt sich in Falten. „Ich spüre nichts. Keine offensichtliche Magie. Bist du dir sicher, dass das das richtige Objekt ist?“ Viktor stockt. „Aber es muss so sein! Die Ohrringe können nicht gemeint gewesen sein, und sonst haben wir nichts vergoldetes, auf das die Beschreibung passt.“ Nachdenklich betrachtet Aidaria ihren Jugendfreund. „Es ist natürlich möglich, dass die Magie versteckt wurde. So etwas ist aufwendig und nicht unkompliziert. Und es würde meine Fähigkeiten übersteigen.“ Aidaria hebt ihren Kopf. „Aber sie aufzuspüren, das sollte mir gelingen. Gib mir einen Moment, ich teste etwas.“
Aidaria beginnt sofort damit. Sie wirkt einen Feuerzauber auf den Armreif. Nichts passiert. Auch der Wassertest bleibt ohne Erfolg. Sie wirkt Luft- und Erdzauber. Schlichte Zauber zwar, die zum normalen Potential eines Magiers gehören, unabhängig dessen Spezialisierung. Aber um eine Reaktion hervor zu rufen hätten sie ausreichen müssen... Der Armreif bleibt leblos, als wäre er nichts weiter als ein Stück Metall.

Viktor lässt ein leises, frustriertes Seufzen hören. „Also ist er es nicht.“ Aidaria hält kurz inne, doch sie gibt nicht auf. „Vielleicht ist es wilde Magie, keinem der Elemente zugeordnet.“, überlegt die Magierin. „Für solche Fälle gibt es noch einen weiteren Test. Der ist nicht ganz so genau wie die vorherigen. Aber zumindest lässt sich feststellen, ob überhaupt Magie im Spiel ist.“
Sie legt den Armreif sorgfältig auf den Tisch und streckt die Hände darüber aus. Ihre Lippen formen leise Worte, ein alter Zauber, der auf alles reagiert, was magische Essenzen enthält. Ein weiches Licht beginnt, den Armreif zu umhüllen – ein flüchtiger Hoffnungsschimmer. Viktor hält die Luft an, seine Augen sind gebannt auf das Objekt gerichtet. Doch das Licht verblasst so schnell, wie es gekommen ist. Keine Reaktion. Keine Veränderung. Der Armreif bleibt, was er war: ein gewöhnliches Schmuckstück. „Das hätte funktionieren müssen, wenn Magie im Spiel wäre.“ Aidaria schiebt den Armreif zurück in Viktors Richtung und lehnt sich zurück. „Du hattest Recht, Vik. Das hier ist nicht das, wonach du suchst. Da ist keine Magie.“

Unzufrieden steckt dieser das Schmuckstück wieder ein. „Aber sonst hat Amanda mir nichts vererbt, das passen könnte. Verdammt. Es muss etwas anderes gemeint sein als ein Erbstück.“ Oder? .. Plötzlich formt sich ein Bild in Viktors Gedanken. Er erinnert sich an ein altes Foto, das seine Mutter zeigt, mit einem breiten Lächeln... und einer goldenen Halskette.
„Moment... es gab doch noch ein weiteres Erbstück!“, kommen die Erinnerungen nun doch wieder zurück. „Aber was ist daraus bloß nur geworden?“ In Lillys Schmuckkästchen war sie jedenfalls nicht.
>>> Aidaria geht nach Britechester Nr 7 - Violas kleine Hütte >>>
>>> Viktor geht nach Britechester Nr 7 - Violas kleine Hütte >>>
<<< Aidaria kommt von Britechester Nr. 7 - Violas kleine Hütte <<<
Charaktere: Julius, Hildegard, Claudia, Ambrosius, Gerlinde, Nicole, Horst, Robinia, Ornella, Aidaria, Bertl
Geschichtsstrang: Der Seniorenkurs
Julius steht heute vor seinem ersten Kurs mit den Senioren im Shady Pines. Die Aufregung ist ihm anzusehen und Pirate spürt das sofort. Immer wieder stupst sie ihn sanft am Bein an, wenn sie merkt, dass er wieder nervös wird. Ihre Nähe gibt ihm etwas Ruhe. Nicole hatte ihm geholfen, die Abläufe für den Kurs zu planen, auch wenn die Zusammenarbeit zunächst holprig war. Julius hatte Schwierigkeiten, überhaupt ein Wort herauszubringen, doch Pirate war die ganze Zeit an seiner Seite und half ihm, die richtigen Worte zu finden. Er erinnert sich daran, wie Nicole mit ihrem Elan den Kursraum vorbereitet hat: Große, farbenfrohe Plakate mit Bildern, die den Senioren zeigen, was sie erwartet. Selbst Pirate hat ihr eigenes Bild bekommen – sie ist jetzt offiziell die 'Seniorenhündin', die den Kurs begleiten wird. Als Julius den Raum betritt, sieht er, dass alles bereit ist. Die Stühle stehen in einem großzügigen Kreis mit genügend Platz für Rollatoren und Gehstöcke, damit sich alle wohlfühlen können. Er wirft einen Blick zu Pirate, die sich bereits aufmerksam neben ihm positioniert hat, als die ersten Senioren den Raum betreten. Manche kommen alleine, andere werden von Pflegern begleitet. Julius atmet einmal tief ein und aus. Jetzt wird es ernst, denkt er und lächelt den Senioren zu. Pirate wedelt ruhig mit dem Schwanz, als wolle sie sagen: "Wir schaffen das."

Hildegard kommt mit kleinen Schritten in den Raum, bleibt im Eingang stehen und sieht sich um. Heute ist ein guter Tag, an dem sie sich auch allein die Gänge entlang wagt. Trotzdem braucht sie einen Moment, um die Begebenheiten des Raumes zu erfassen. "Guuuten Morrrgen,", trällert sie gut gelaunt dem Fremden entgegen. Sie wüsste nicht, den Herren schon mal gesehen zu haben. Aber das bedeutet nichts. An anderen Tagen entgeht ihr, was sich direkt vor ihrer Nase abspielt. "Bin ich richtig zum neuen Kurs? Machen Sie das, junger Mann?" - "Vorsicht, Hilde, hinter dir." Claudia führt die nächste Teilnehmerin am Arm. "Hat man Ihnen nicht beigebracht, nicht im Weg zu stehen?", zetert Gerlinde. "Beruhigen Sie sich, Frau Cunningham." Claudia beschwichtigt, obwohl sie am liebsten ganz anders mit der alten Hexe reden würde. "Sie wissen doch, dass Frau Rix nicht gut sieht. Sie macht uns sicher Platz, wenn wir freun-" - "Dann soll die Kuh in ihrer Wohnung bleiben, wo sie keinen stört." Eingeschüchtert und peinlich berührt macht Hildegard ein paar Schritte zur Seite, wo sie prompt den Kleiderständer anstößt und erschrocken zusammenfährt. "Mach dir keinen Stress, Hilde,", winkt Claudia geduldig ab, "es ist alles in Ordnung." - "Dummes Gewäsch!" Gerlinde reißt sich von der Pflegekraft los und tapert auf zittrigen Beinen weiter in den Raum. "Wenn ich hier schon mitmachen muss, dann soll man mir gefälligst nicht dumm im Weg rumstehen. Ich könnte jederzeit zusammenbrechen, ist Ihnen das klar? Frau ... Rix?" - "Darum sollen sie ja ein Hilfsmittel bekommen." Claudia hat große Mühe, nicht mit den Augen zu rollen. "Das haben Sie nicht zu entscheiden!" Am erstbesten Stuhl angekommen, ächzt Gerlinde in die Polster.
Ambrosius, der schon seit geraumer Zeit im Stuhlkreis sitzt, weil ihn die Aussicht einem Vierbeiner zu begegnen regelrecht beflügelt hat, lüpft die Brauen. "Na, na Gerlinde. In unserem Alter ist es nicht mehr ratsam so stürmisch vor zu gehen.", sagt er mit einem leisen Schmunzeln und deutet auf seinen Rollator. "Ich kann dir so ein Gefährt nur wärmstens empfehlen. Man kann darauf sitzen, Sachen transportieren und hat jederzeit eine Stütze, die sich niemals beschwert.", schließt er zufrieden und klopft auffordernd auf den freien Platz neben sich. "Hilde, komm an meine Schokoladenseite. Der junge Mann möchte bestimmt los legen."
"Für Sie, Herr Fassbinder, immer noch Frau Cunningham!", empört sich Gerlinde. "Ich wüsste nicht, wann wir Freundschaft geschlossen hätten." Unglaublich, dass sich dieser Holzkopf überall einmischen muss.
Während Julius freundlich nickt, um Hildegards Frage zu bejahen, beobachtet er das rege Treiben um sich herum. Sein Opa Horst wird von Nicole in den Kreis geführt. "Hallo, mein Enkel!", ruft Horst voller Stolz. Julius wird rot, als er Nicole sieht, doch die angehende Pflegerin tut so, als hätte sie nichts gesehen. Sie kennt Julius etwas unbeholfenes Verhalten inzwischen ganz gut – Horst hat ihr schließlich einiges über seinen Enkel erzählt. "Danke Nicole", sagt der Senior höflich, bevor er sich neben eine Gruppe Damen setzt.
Mit jedem weiteren Senior spürt Julius, wie seine Nervosität stärker wird. Bald sind alle Stühle besetzt und die Gruppe sieht ihn erwartungsvoll an. Julius merkt, dass es jetzt kein Zurück mehr gibt. Er atmet tief ein, setzt sich ebenfalls und lächelt zaghaft.
"Guten Tag zusammen", beginnt er und legt eine Hand auf den Kopf von Pirate, die ruhig neben ihm sitzt. "Ich bin Julius und das hier ist Pirate." Die Hündin hebt den Kopf, bellt einmal leise und wedelt mit dem Schwanz – als wolle sie sich selbst vorstellen. "Wir ... ähm ... werden in diesem Kurs gemeinsam verschiedene Übungen machen", fährt Julius fort und mit jedem Wort wird er sicherer. "Es geht darum, Spaß zu haben und Freude mit Bewegung und Gedächtnisübungen zu verbinden."
Hildegard setzt sich neben Ambrosius und lässt die kurzen Beine verspielt baumeln. Gerlindes Gemecker verdrängt sie schnell und widmet sich freudig gespannt dem neuen Kurs. Pairit, denkt sie, was für seltsame Namen sich diese jungen Leute einfallen lassen. Aber die Hundedame wirkt offen und freundlich und weckt Hildegards Neugier. Gern erinnert sie sich an die Zeit, als sie mit ihrem ersten Ehemann diese angsteinflößende Schmusemaschine adoptierte. Der Rüde war ein ehemaliger Polizeihund gewesen und anfangs hatte sie sich nicht getraut, dem Tier auch nur nahe zu kommen. Aber sie hatten sich schnell angefreundet und lange zusammen gelebt. Dieser Hund, Pai... wie war das? Die Hündin ist viel kleiner. Mal sehen, was sie mit dem Kurs zu tun hat. "So so so,", murmelt sie melodisch vor sich her. "Dat is all en smucken Hund, nech?" Grinsend beugt sie sich zu ihrem Sitznachnarn herüber. "Un en smuck jungen Keerl.", lacht sie zur anderen Seite.

In sich hinein lachend, steckt Ambrosius die verbale Attacke seitens Gerlinde amüsiert weg und widmet sich stattdessen Hilde. "Hier." Er kramt kurz im Rollator hinter sich und befördert eine kleine Papiertüte zutage. "Das sind Hunde Leckerli, vielleicht dürfen wir unsere neue Freundin hier ja später belohnen. Ich hab sie extra einkaufen lassen, nachdem ich das Plakat gelesen habe. Du darfst dich gern auch bedienen.." Er stockt. "Also für den Hund mein ich..." Zufrieden richtet er den Blick auf Julius, gespannt was für Übungen sie erwarten.
"Es ist so schön, wie die Blumen alle sprießen im Garten." Robinia kommt, einen kleinen Strauß Maiglöckchen in der Hand, bei ihrer Tochter untergehakt in den Speisesaal. "Oh, was ist denn hier los heute?" Staunend mustert sie den Stuhlkreis und lässt den Blick über die Gesichter schweifen. Manche kommen ihr bekannt vor, andere sieht sie zum ersten Mal. "Mama, erinnerst du dich denn nicht? Heute habt ihr doch Besuch von einem jungen Mann, der seinen Hund mitgebracht hat." Ornella spricht sanft, mit einem dezenten Unterton, der erkennen lässt, dass sie heute nicht zum ersten Mal mit ihrer Mutter über dieses Thema redet. "Deshalb sind wir doch jetzt vom Garten hierher gekommen." - "Ach ja." Robinia strahlt, löst sich vom Arm ihrer Tochter und geht zielstrebig auf Julius zu. "Das ist eine ganz wunderbare Idee von Ihnen. Hier, bitte. Ein kleiner Frühlingsgruß." Aufgeschlossen drückt sie dem verblüfften Julius den Blumenstrauß in die Hand und beugt sich zu seiner vierbeinigen Begleitung hinunter. "Hallo Elsie, dass ich dich mal wieder sehen darf, du kleine Ausreißerin." Sie tätschelt Pirate kurz den Kopf und setzt sich ohne ihre Tochter weiter zu beachten, auf den nächsten freien Stuhl.
Zögerlich hebt Ornella die Hand, unsicher ob sie nochmal erklären soll oder sich verabschieden. Schließlich wendet sie sich leise Claudia zu, die etwas abseits des Kreises steht. "Wenn es gar nicht geht, bringen sie meine Mutter bitte in ihre Wohnung. Ich bin dort noch eine Weile."
Julius hält den Blumenstrauß in den Händen und vergisst für einen Moment, was er eigentlich sagen wollte. Verlegen steckt er den Strauß in das Wasserglas auf dem Tisch neben seinem Stuhl und versucht, sich wieder auf das Programm zu konzentrieren.
"Ähm ... also ... Pirate und ich sind neu hier", beginnt er unsicher. "Wir dachten, wir stellen uns erst mal vor. Ich bin Julius, Ende 20 und habe vorher in einem Hausmeisterservice gearbeitet. Aber ... ich wollte eine Veränderung und deshalb bin ich jetzt hier." Er atmet tief ein und sieht in die Runde. "Haben Sie vielleicht ... äh ... irgendwelche Fragen an mich?" Zögerlich lächelt er dabei und denkt an Nicoles Ratschlag, den Senioren die Gelegenheit zu geben, ihn besser kennenzulernen.

Während Hildegard neugierig in die Leckerli-Tüte greift, ist einige Plätze weiter ein abfälliges Schnauben zu vernehmen. "Hausmeister!" Gerlinde rollt herablassend mit den Augen. "Sollen wir etwa Glühbirnen auswechseln?!" Dieser Bursche 'Ende zwanzig' hat vermutlich ebenso wenig Ahnung wie Schneid. Der Bengel ist so nutzlos wie ihre missratenen Kinder. "Was qualifiziert Sie denn, uns in Ihre Wunder einzuweihen? Der Wunsch nach Veränderung etwa? Das ist doch empörend! Haben Sie eine Ausbildung vorzuweisen?"
"Aber Gerlinde." Innerlich amüsiert, äußerlich mühsam seine Gesichtszüge in Zaum haltend, schüttelt Ambrosius langsam den Kopf. "Was für eine Art Ausbildung sollte er denn für diese Stunde brauchen?" Er deutet auf den Hund. "Peiret sitzt brav bei ihm, ohne sich von Gezeter.." Ein bedeutsamer Blick trifft Gerlinde. "..oder Unruhe irgendwelcher Art irritieren zu lassen. Wohl erzogen nennt man das. Das müsste selbst dir ein Begriff sein." Der Senior lächelt Julius ermunternd zu. "Ich hoffe Sie lassen sich auch nicht irritieren, Julius. Werden Sie uns länger erhalten bleiben? Vielleicht sogar als Pflegekraft?", erkundigt er sich interessiert. "Dafür müssten Sie dann wohl noch eine Ausbildung machen, oder?"
Gerlindes scharfe Worte hätten Julius beinahe völlig aus dem Konzept gebracht. Doch Pirate spürt sofort, dass ihr Herrchen unsicher wird und eilt zu ihm, um ihn zu beruhigen. Ihre Anwesenheit gibt ihm Halt und auch Ambrosius’ Worte tragen dazu bei, dass Julius wieder etwas sicherer wird. "Äh ... ja, also, ich würde gerne dauerhaft hier arbeiten", beginnt er leicht nervös. "Wie das beruflich weitergehen kann, werde ich dann mit der Heimleitung besprechen. Das ist jedenfalls mein Plan." Während er spricht, schweift sein Blick kurz zu seinem Opa Horst, der alles aufmerksam verfolgt.
Horst hätte sich am liebsten bereits bei Gerlindes Bemerkungen eingemischt, doch seine Tochter Hannah hatte ihn gewarnt. "Lass Julius das selbst regeln. Sonst wird er nie lernen, auf eigenen Beinen zu stehen." So bleibt Horst ruhig sitzen, auch wenn es ihm schwerfällt, nicht einzugreifen. Stattdessen beobachtet er die Szene genau. Hannah hatte ihn schließlich gebeten, später ausführlich zu berichten, wie Julius sich in seinem ersten Kurs geschlagen hat. "Wenn es sonst keine Fragen mehr gibt, würde ich vorschlagen, dass ich euch jetzt einmal Pirate vorstelle – die Hündin der Stunde", sagt Julius mit einem zaghaften Lächeln. Er schnippt mit den Fingern und Pirate erhebt sich aufmerksam. Langsam trottet sie los und geht gemächlich an den Senioren vorbei. Dabei wirft sie jedem Einzelnen einen neugierigen Blick zu, als wolle sie sich ebenfalls vorstellen. Die Senioren haben nun die Gelegenheit, sie genauer in Augenschein zu nehmen und sie, wenn sie möchten, auch zu streicheln. Vereinzelt bleibt Pirate länger vor einem der Teilnehmer stehen. Geduldig wartet sie, damit dieser genug Zeit hat, ihr sanft über das Fell zu streichen oder ihr ein paar freundliche Worte zuzuflüstern.
"Cunningham! Frau Cunningham! Geht das in Ihren Dickschädel, Herr Fassbinder?!" Aufgebracht gestikuliert ihr Arm nach vorn zu Julius. "Etwas Pädagogik wäre hier angebracht. Da könnte ja jeder kommen." Giftig reißt sich ihr Blick von dem Alten los und funkelt den Jungen an. "Ich korrigiere: Da KOMMT einfach jeder an." - "Ja, was bist du eine Feine?", säuselt Hildegard, das Gezeter krampfhaft ignorierend, als die Hündin vor sie tritt. Ihr Fell ist fest und gepflegt, ihre Rute wedelt freudig, als sie das Leckerli in der Hand der Seniorin wittert und schließlich unter aufgeregtem, kindlichen Kichern angereicht bekommt.
"Elsie, meine Süße." Mit Tränen in den Augen beugt sich Robinia zur Hündin und streichelt sie hingebungsvoll. "Wo hast du denn so lang gesteckt? Du weißt doch, dass du nicht immer weg laufen darfst."

Sie blickt auf und lächelt den jungen Mann dankbar an. Wie war noch gleich sein Name? Ist das nicht der Sohn von..die Buchstaben beginnen in ihrem Kopf zu tanzen. "Danke, danke, danke, dass Sie sie zurück gebracht haben. Wo steckte sie denn diesmal?" - "Natürlich frisst sie dir aus der Hand, wie könnte es anders sein.", schmunzelt Ambrosius, der Hildes Treiben beobachtet.
Gerlindes Worte schnüren Julius den Hals zu. Er versucht sich nichts anmerken zu lassen und blickt zu Pirate. Dort beobachtet er die Szenerie zwischen ihr und Robinia. Jedoch kann er nicht ganz erfassen, was Robinia von ihm möchte. Könnte es sein, dass Pirate früher einmal ihr gehört hat und deshalb ins Tierheim gebracht wurde? Dieser Gedanke lässt ihn nicht los, doch er weiß nichts Genaues darüber. Auch seine Tante Marina hatte ihm nie etwas in diese Richtung erzählt. Was könnte das alles bedeuten? Gerade als er etwas sagen will, bemerkt er den erwartungsvollen Gesichtsausdruck seines Opas. Es wirkt, als wolle Horst ihm stumm einen Hinweis geben. Julius zögert kurz, sammelt sich dann und geht einen Schritt auf Robinia und Pirate zu, um sich direkt zu ihnen zu gesellen. "Sie ist wirklich eine tolle Hündin, nicht wahr?", sagt er mit einem Lächeln, das sicher wirken soll, obwohl er innerlich noch immer unsicher ist. Horst ist erleichtert, dass Julius seinen Hinweis erkannt hat, doch tief in seinem Inneren brodelt es bei dem Senior. Na warte Gerlinde, noch ein Wort!
Aidaria eilt mit etwas Verspätung in den Raum. Amandas verzauberte Kette beansprucht sie noch immer. Die ganzen unterschiedlichen Tests, um den Zweck herauszufinden, sind anstrengend. Und diesmal war sie so vertieft darin, dass sie die Zeit vergessen hat. Doch natürlich kann sie den anderen Senioren nichts davon erzählen. Die meisten wissen nichts von ihrer Tätigkeit als Magierin. Und so erfindet sie eine Ausrede: "Tut mir leid für die Verspätung, ich muss eingenickt sein!" Sie hebt ihre Hand zur Begrüßung. "Aber freut mich, dass es hier so einen Anklang gefunden hat." Aidaria sieht sich im Raum um, als sie den Hund erblickt. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. Und der junge Mann, den sieht sie auch zum ersten Mal. Man sagte ihr, dass ein Julius dabei sein würde. Das muss er sein. "Sie sind Julius, oder?", Sie reicht ihm die Hand. "Ich bin Aidaria."
Der Dickschädel hat gesessen. Das hört Ambrosius nicht zum ersten Mal. Es gab schon Zeiten, in denen er an dieser Charaktereigenschaft gearbeitet hat, aber Gerlinde Cunningham bringt den trotzigen Teenager in ihm wieder zum Vorschein. Das muss man erstmal schaffen. Er presst die Lippen zusammen und wendet den Blick zu Julius und Robinia. Sie kennt die Hündin?
Ornella stellt fest, dass ihre Mutter nicht viel gegessen hat die letzten Tage. Der Kühlschrank ist noch ausreichend gefüllt, die Bienen gut versorgt und sogar die Blumen sind gegossen. Sie scheint stabiler zu sein als angenommen. Wenig nächtliches herum wandern in der Wohnung, was ihre Mutter sonst zum Kühlschrank treibt. Nach dem kurzen Rundumcheck, begibt Ornella sich wieder nach unten zum Seniorenkreis. Manchmal regt sich Robinia auf, wenn zu viel neue Eindrücke auf sie ein prasseln. "Ja das ist sie, nur.. Achim hat sie immer sehr verwöhnt, deshalb folgt sie draußen so schlecht und büchst oft aus." Robinia zuckt zusammen, als sich von hinten sanft eine Hand auf ihre Schulter legt. "Mama, das ist nicht Elsie." -"Was? Wie kannst du.." Ornella beugt sich zu ihrer Mutter und fährt leise fort. "Erinnerst du dich? Wir waren letzte Woche auf dem Tierfriedhof in Windenburg und haben ihr Grab besucht." Sie schmiegt ihre Wange kurz an die ihrer Mutter und richtet sich wieder auf. Robinia schweigt betroffen und krault weiter Pirates Kopf, die geduldig still hält. "Nein..ich erinnere mich nicht." Sie sieht zu Pirate und nun rinnt eine einzelne Träne über ihre Wange. "Elsie hatte kein schwarzes Auge." Mit zittrigen Fingern zeigt sie auf die Fellfärbung am Kopf der Hündin. "Aber vielleicht werden wir ja auch Freunde." Sie wischt eine zweite Träne weg und lächelt Julius zu. "Schön, dass ihr da seid." Mit einem erleichterten Seufzer richtet sich Ornella auf. Mama ist wieder auf Kurs. Das ist gut. Sie bedankt sich bei Julius, verabschiedet sich und eilt geschäftig Richtung Ausgang.
Nervös zieht Bertl nochmal Hose und Hemd zurecht, bevor er beherzt die Eingangstür zur Seniorenresidenz öffnet. Ein Bewerbungsgespräch. Er hat nicht gedacht, dass er jemals wieder in so eine Situation kommen würde. Im Geiste hört er Margas ermunternde Worte. Sieht ihr Lächeln. Womit hat er diese Ehefrau verdient? Obwohl die häusliche Situation durch Adrians unverhofftes Erscheinen ungeahnt schwierig geworden ist, hat sie die Kraft ihren verunsicherten Ehemann moralisch zu unterstützen. Unglaublich. Beinahe wäre er in Gedanken versunken mit einer jungen Frau zusammengeprallt, die ihre Jacke knöpfend um die Ecke geeilt kommt. Er stammelt eine Entschuldigung, biegt ab und bleibt verblüfft stehen. Auf dem Weg zum Büro der Leitung müsste er an einem Stuhlkreis vorbei, in dem sich ein Mann und ein Hund befinden? Einige Senioren sitzen dabei...was treiben die da? Bertl hat schon mehrfach schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht. Hier auf einen zu treffen, auch wenn er friedlich wirkt, damit hat er nicht gerechnet. Er ist noch früh genug dran für den Termin. Langsam weicht er zwei Schritte zurück und beschließt erst einmal zu beobachten, was vor sich geht.
Unsicher versucht Julius, seine Gefühle vor der Seniorin zu verbergen. Robinia hatte Pirate offenbar nur verwechselt, doch der Anblick der Träne, die ihr über die Wange läuft, lässt ihn schlucken. Mit einem aufmunternden Lächeln wendet er sich an sie. "Pirate mag Sie sehr gerne, sehen Sie?", sagt er und deutet auf die Hündin, die schwanzwedelnd vor Robinia sitzt.
Bevor er weiter überlegen kann, wird er aus seinen Gedanken gerissen, als Aidaria den Raum betritt. "Ja, hallo, genau, ich bin Julius. Setzen Sie sich doch", begrüßt er sie freundlich und zeigt auf einen freien Platz im Stuhlkreis. Während Aidaria Platz nimmt, fällt Julius’ Blick kurz auf Gerlinde. Ihre grimmige Miene lässt ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Am besten, ich sehe gar nicht mehr in ihre Richtung, denkt er und versucht, sich wieder zu beruhigen. Er setzt sich zurück auf seinen Platz, während Pirate weiter durch den Kreis läuft. Julius nimmt seinen Mut zusammen und lächelt in die Runde. "Wir werden heute ganz entspannt mit ... einem kleinen Spiel starten", sagt er und greift in die Tasche hinter ihm. Er holt einen Softball hervor und hält ihn hoch, damit alle ihn sehen können. "Mit diesem Ball werden wir gleich ein bisschen spielen und Pirate assistiert uns dabei", erklärt er und blickt gespannt in die Gesichter der Senioren.
Aidaria krault die Hündin, als diese ihren Weg zu der Magierin findet. Mittlerweile hat sie sich besser im Griff als noch am Anfang. Wilde, ungeplante Zauber passieren ihr nun viel weniger als in den Anfangstagen, jetzt wo sie für Viola und Lucía so einige Tränke zubereitet hatte. Es scheint so, als würde ihr das helfen, ihre Kontrolle zu trainieren. Und so erlaubt sie sich, ein wenig ihre Augen zu schließen und das weiche Fell des Tieres zu genießen. Als Pirate schließlich weiter trabt, mustert Aidaria nun Julius genauer. Er wirkt nervös. Aber das ist normal am Anfang. Am liebsten hätte sie ihm durch einen Zauber die Nervosität genommen. Doch sie kennt sich mit Tränken besser aus und ihr will kein passender Zauber einfallen.
Nachdem beinahe alle Augen neugierig auf Julius gerichtet sind, lächelt er nervös in die Runde. Pirate setzt sich aufmerksam neben ihn, als wolle sie ihm Mut machen. "Okay ... das Spiel heißt Ballwurf und Erinnerungen. Es ist ... ganz einfach: Ich werfe Ihnen den Ball zu und ... wenn Sie ihn fangen, beantworten Sie eine Frage, die ich Ihnen stelle. Danach werfen Sie den Ball weiter an jemanden, den Sie aussuchen." Julius schaut zu seinem Opa Horst. "Opa, ich nehme dich mal als ersten Probanden, okay?" Horst streckt die Hände aus. "Na gut Junge, dann mal her mit dem Ball."
Julius wirft den Ball mit einem weichen Schwung, den Horst sicher auffängt. "Super! Jetzt die Frage: Was war dein Lieblingsessen als Kind?" Horst lehnt sich zurück, während ein Lächeln über sein Gesicht erscheint. "Lieblingsessen. Das war eindeutig Mamas Grießbrei mit Zimt und Zucker. Den hätte ich jeden Tag essen können!" Kichernd hält sich der Senior die Hand vorm Mund. "Perfekt! Jetzt bist du dran, Opa. Wer soll den Ball als Nächstes bekommen?" Horst sieht sich in der Runde um. "Hm ... wie wäre es mit Hildegard?" Er wirft den Ball vorsichtig zu Hildegard und Julius fühlt sich erleichtert, dass der Start des Spiels so gut gelungen ist. Ja, die erste Hürde ist genommen. Es klappt! Auch Pirate beobachtet aufmerksam den Ball. Sollte ein Senior den Ball nicht auffangen können, würde sie direkt zur Hilfe eilen. Horst indes räuspert sich und blickt zu Hildegard. "Was war dein schönster Urlaub?"

Mit einem überraschten Ausruf "Huuch!" landet der Ball mehr im Schoß der Seniorin, als in ihren Händen. Obwohl ihre Augen heute mehr einfangen, hat sie ihn erst im letzten Moment auf sich zukommen sehen. Kichernd hält sie eine Hand vor den Mund, während die anderen den Ball zaghaft knetet. Die Scham über ihre schwache Sehkraft kann sie selten ablegen - zu groß ist die Sorge, aufzufallen, eine Last zu sein oder, im schlimmsten Fall, etwas umzustoßen. "Mein schönster Urlaub ...", wiederholt sie die Frage leise. "Da war ich ein junges Fräulein und ich habe meinen ersten Mann kennengelernt. Er hieß auch Horst." Ein liebevolles Lächeln legt sich auf ihr Gesicht. "Er war auf der Insel stationiert, wo ich mit meiner Schwester Ferien gemacht habe. Und da hat er mich angesprochen und mir den Hof gemacht." Die Lippen verzückt gespitzt prüft sie spielerisch damenhaft den Sitz ihrer Haare. "Er war so ein guter Mann. Und in seiner Uniform hat ihm jedes Deern hinterher geguckt, ich kann euch sagen." Wieder folgt ein verlegenes Lachen, bevor sie den Ball unbeholfen weiter wirft, ohne klar zu erkennen, wen es treffen könnte. Im fröhlich Lachen, das durch die Runde schwebt, glaubt sie Aidaria auszumachen. "Was war das Verrückteste, das du spontan gemacht hast?"
Aidaria dreht den Ball in ihren Händen. Sie lächelt, als sie an ihre Jugend denkt. Das Verrückteste in ihrem Leben? Da gibt es so einiges. Einmal hat sie einen Zauber in einem Buch gefunden, der Teppiche zum Fliegen bringt. Das wollte sie unbedingt ausprobieren und Viktor damit beeindrucken. In der Villa Blutrose gab es genug Versuchsobjekte. Der Teppich ging auch tatsächlich in die Luft. Das Blöde war nur, dass sie überhaupt keine Kontrolle hatte und mitten in den Geschirrschrank damit krachte. Viktors Eltern waren über die Unordnung nicht begeistert, doch der Teenager – damals war er zumindest noch einer – hatte seinen Spaß.
Aber wenn sie verheimlichen möchte, dass sie Magierin ist, ist das keine Geschichte, die sie erzählen sollte. Das mit den Katzen besser auch nicht... aber es gibt eine Sache, die dürfen die anderen erfahren: "Als junge Erwachsene habe ich mal einen Einbruch in ein Gewächshaus verübt. Das hatte so interessante Pflanzen, dass ich einfach nicht widerstehen konnte." Während die Senioren nun möglicherweise an Drogen denken, hatte Aidaria aus einem ganz anderen Grund Interesse: Im Gewächshaus wuchs die seltene Mondschimmerblüte. Eine Pflanze, die als Zutat für magische Tränke verwendet werden kann. Sie verdankt ihren Namen der Tatsache, dass die Blüten bei Vollmond leicht schimmern, ein Zeichen der Magie, die der Pflanze inne wohnt. Das macht sie auch so wirkungsvoll für starke Tränke. Das alles verschweigt Aidaria ihren Zuhörern. Laut sagt sie: "Ich bin also hin. Die Tür zum Gewächshaus war nicht abgeschlossen, ich konnte also rein, ohne dass ich die Scheibe hätte zertrümmern müssen. Ich buddelte tief genug, um auch die Wurzeln mitzunehmen, als ich Hundegebell hörte. Ich sage euch, ich bin so schnell gerannt wie noch nie in meinem Leben!" Sie lacht und lehnt sich entspannt zurück. Vermutlich hat der Besitzer gar nichts vom Wert der Pflanze geahnt, sonst wäre sie besser gesichert gewesen. Vielleicht fand er sie einfach hübsch und hat sie deshalb angebaut. Für Menschen ohne magische Kräfte ist die Pflanze auch ohne Nutzen. Sie, die von dem Nutzen wusste, baute die Pflanze damals in ihrer Hütte in Glimmerbrook wieder an, wo sie aufgrund der dort angesammelten Magie noch besser gedeihen konnte. Nun ist sie an der Reihe, den Ball weiter zu werfen. Sie wählt sich Ambrosius zum Ziel: "Wenn du vor deinem Tod noch einmal ein beliebiges Abenteuer erleben könntest: wie würde dieses aussehen?"
Überrascht von Aidarias Ausführungen, reagiert Ambrosius nicht schnell genug auf den Wurf und seine zitternden Hände befördern den Ball schusselig auf Julius' Schoß. Dort kullert er nach unten, prallt an einem Stuhlbein ab und rollt gemächlich direkt vor Pirates' Pfoten. Die Hündin hat die Vorgänge aufmerksam verfolgt, schnappt den Ball und trägt ihn wie selbstverständlich zu Ambrosius zurück. "Oh, vielen Dank du Brave." Er presst mit dem ruhigeren Arm das weiche Rund an sich und streichelt zum Dank kurz Pirates Kopf, ehe diese sich wieder bei Julius nieder lässt. "Ein Abenteuer? Hmmm...lange nicht daran gedacht Abenteuer zu erleben." Seine Augen wandern suchend durch den Raum, während er in seinem Gedächtnis kramt. "In meiner Jugend habe ich davon geträumt auf einem selbst gezimmerten Floß einen Fluss hinab zu fahren. Vom Ursprung bis er ins Meer mündet. Nur mit Zelt und dem Nötigsten dabei. Durch mehrere Länder im Idealfall und vielen interessanten Begegnungen mit Sims, die dort leben." Er fasst den Ball mit beiden Händen. "Das würde ich auch heute noch gerne tun." Er lächelt und blickt zu Gerlinde. "Fr. Cunningham." Zwei Sekunden beredte Pause. "Was war die größte Freude, die ihr Sohn Ihnen je bereitet hat?" Ambrosius kennt Jarred flüchtig. Er nimmt sich öfter Zeit für einen kurzen, freundlichen Smalltalk, wenn er auf dem Weg zu Gerlinde ist und der Senior fragt sich, wie Mutter und Sohn, so verschieden sein können. Hat er sie je lächeln sehen? So gut er es vermag, wirft er den Ball in ihre Richtung.
Unwillig nimmt Gerlinde das Ding in die Hände. Wer weiß, was da alles dran klebt, nachdem jeder es angefasst hat? Die Lippen geschürzt muss sie nicht einmal nachdenken. Was dieses Kind ihr bereitet hat, hat nichts mit Freude zu tun. Bis heute weiß sie nicht, wann das alles angefangen hat. Als er klein gewesen war, schien alles gut. Doch irgendwie hat unbemerkt der Teufel seine Klauen in das Kind geschlagen und es Stück für Stück verdorben. Das Balg ist schuld, dass alles auseinander gebrochen ist. "Sonntags", grummelt Gerlinde bitter. "Wenn er wieder abhaut und mich in Frieden lässt."

Mit spitzen Fingern drückt sie den Ball energisch an ihren Sitznnachbarn, ohne ihn anzusehen. Wie mit den restlichen Bewohnern, hat sie mit Hendrikus nicht viel zu tun. Doch im Gegensatz zu ihnen scheint er kein langweiliger Totalversager zu sein. Immerhin war er hochangesehener Arzt mit einer eigenen Praxis in den Niederlanden, bevor er sich ausgerechnet hier zur Ruhe gesetzt hat. "Warum hier?", lautet die logische Frage. "Warum haben Sie nicht einfach ein schönes Haus an der niederländischen Küste gekauft?" Das könnte er immer noch tun. Gerlinde selbst hat zwar genügend Geld in der Hinterhand, um sich nicht sorgen zu müssen, aber für ein Haus am Strand würde es nicht reichen.
Während Hendrikus die Frage beantwortet und den Ball an den nächsten Teilnehmer weitergibt, beobachtet Julius das Hin und Her der Senioren. Wann immer ein Ball herunterfällt, ist Pirate sofort zur Stelle, holt ihn auf direktem Weg zurück und legt ihn geduldig in die Hände des Seniors. Alles läuft genau so, wie Julius es sich vorgestellt hatte.
Doch plötzlich landet der Ball bei ihm selbst – er ist tatsächlich der Letzte in der Runde. Eine neugierige Seniorin nutzt die Gelegenheit und fragt. "Junger Mann, haben Sie eigentlich eine Freundin?" Julius blinzelt überrascht, seine Wangen röten sich, ihm fehlen die Worte. "Ich ... äh ... nein, habe ich nicht", stammelt er schließlich, während er sich hektisch umsieht. Genau in diesem Moment tritt Nicole in den Raum. Sie bleibt etwas abseits stehen, beobachtet aber das bunte Treiben aufmerksam. Julius nimmt ihre Anwesenheit wahr und ist so aus dem Konzept gebracht, dass er ganz vergisst, die Teilnehmer nach ihrem Befinden zu fragen. "Ähm ... unsere Zeit ist jetzt auch schon um", sagt er und schaut zur Uhr. "Ich danke Ihnen allen für Ihre Teilnahme. Ich hoffe, es hat Ihnen genauso viel Spaß gemacht wie mir."
Mit einem zögerlichen Lächeln blickt er in die Runde und sieht, wie die meisten Senioren ihn freundlich und zufrieden anlächeln. Während Pirate noch eine Runde dreht, um sich die letzten Streicheleinheiten abzuholen, treten Nicole und eine andere Pflegekraft näher, um den Senioren zurück in ihre Zimmer zu helfen. Julius beobachtet die Szenerie und lässt den Kurs gedanklich Revue passieren. Es war anstrengend und in manchen Momenten fühlte er sich überfordert, aber die Freude der Teilnehmer motivieren ihn. Vielleicht könnte dies wirklich mein Weg sein, denkt er. Wenn alles gut läuft, kann er sich vorstellen, dauerhaft mit dieser Gruppe und in diesem Seniorenheim zu arbeiten.
Mit einer Mischung aus Neugier und Befremdung beobachtet Bertl das Treiben im Stuhlkreis noch für einige Augenblicke. Ob der Hund zum Haus gehört? Wahrscheinlich..na toll. Und ich kann dann überall draußen die Haufen aufsammeln. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass er zu Fr. Hummel weiter ziehen muss. Innerlich angespannt nickt er den Senioren nur kurz zu, vermeidet Blickkontakt mit dem Hund und begibt sich erleichtert in den Gang zum Büro der Einrichtungsleitung. Jetzt heißt es Zähne zusammen beißen und durch. Ein leiser Schweißtropfen bahnt sich den Weg von seiner Achselhöhle in Richtung Taille, bevor Bertls Fingerknöchel auf die Bürotür trifft. Das darauf folgende 'Herein' treibt weitere Perlen auf seine Stirn. Er hört Margas Stimme. - 'Du schaffst das.' - Beherzt drückt er die Klinke herunter und betritt das Büro zum Gespräch.
(In Zusammenarbeit mit @simscat2, @RivaBabylon und @Murloc.)
>>> Nicole geht nach Britechester - WG Jean, Megan, Victor, Dora (2) >>>
>>> Horst und Julius gehen nach Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (32) >>>
<<< Vaas Del Toro kommt von San Sequoia (2) <<<
Charaktere: Bertl / Ornella / Robinia / Vaas
Geschichtsstrang: Fliegende Security
Das Shady Pines riecht nach Desinfektionsmittel, feuchten Wollsocken und aufgebrühtem Schwarztee – also nach allem, was Vaas hasst und gleichzeitig irgendwie... beruhigend findet.
Sein Blick schweift durch den Empfangsraum – ein Halblabyrinth aus Tischen, Rollatoren und Senioren, die aussehen, als wären sie in einem endlosen Ladebildschirm hängen geblieben. Ein paar murmeln übers Wetter - eines der wenigen Themen, das nie wegstirbt. Zwei spielen Karten. Einer schläft mit offenem Mund.
Vaas nickt langsam.

„Gemütlich“, murmelt er. Es riecht nach ‘Ich hab meine Tabletten genommen’. Ist ja fast wie zu Hause.
Ohne zu zögern steuert er auf eine alte Dame mit Brille auf der Nase zu. Ihr leicht gewelltes Haar ist heller als es Vaas' Socken je waren.
Er zieht den Stuhl gegenüber zurück, setzt sich und lehnt sich mit ernster Miene vor.
„Nonna“, sagt er mit weicher Stimme, „ich bins... Dein Lieblingsenkel.“
Es ist Zeit nach draußen zu gehen. Durch die großen Scheiben sieht Robinia schon eine Weile dem Spiel von Licht und Schatten im Garten zu. Wie gerne würde sie jetzt auf einer Wiese stehen, die Arme weit ausgebreitet. Hoch gereckt um die warmen Sonnenstrahlen aufzufangen und in ihr Inneres zu leiten. Die Frühsommersonne hat etwas ganz besonderes an sich. Ein Zauber, dem nicht nur ihre Bienen erliegen. Doch plötzlich gleitet ein Schatten, nein, eine..Person vor die strahlende Kulisse, setzt sich und spricht mit ihr. Die Hände ineinander verschränkt auf der Tischplatte liegend, den Rücken durchgestreckt sieht Robinia ohne eine Regung in das Gesicht ihres Gegenübers.

Ihr Blick ist unverwandt auf die blauen Augen gerichtet, die ernst, aber nicht unfreundlich zurück schauen. Was hat Ornella noch gesagt? Sie muss einen Test machen? Wie war das noch? Sie starrt die Erscheinung noch einen Augenblick an, dann macht etwas 'Klick' in ihrem Kopf. Langsam erhebt sie sich, umrundet den Tisch, bleibt vor dem Besucher stehen und beugt sich leicht nach unten zu dem Sitzenden. Langsam bewegt sie ihre Hände wie Scheibenwischer vor den Augen des Mannes hin und her.
Vaas hebt eine Augenbraue, folgt ihren Händen kurz mit den Augen, bevor er wieder ihren Blick einfängt. Er rührt sich nicht, während sich in seinem Gesicht eine verwirrte Neugier breitmacht. „Versuchst du meine Aura zu reinigen? Weil ich sag dir gleich – da brauchste mehr als wedelnde Rentnerhände, da musste schon mit Weihwasser ran.“ Er lehnt sich leicht zurück und mustert sie eingehend.
Er hat die Augen bewegt und reagiert. Robinia lächelt und zwickt ihn sicherheitshalber noch sachte in den Oberarm. Sein leichtes Zusammenzucken lässt das Lächeln wärmer werden. Er ist echt. Keine Fata Morgana, wie Ornella sagt, wenn Robinia ihr von Gestalten erzählt, die sich manchmal in ihrer Wohnung aufhalten.
Kichernd setzt sie sich wieder ihm gegenüber. "Weihwasser um dich zu waschen vielleicht." Sie mustert ihn genauer. "Warum hast du dich denn heute so angemalt, Franjo? Das wird Martin gar nicht gefallen, wo er doch so konservativ ist."

„Endlich nennt mich mal jemand beim richtigen Namen. Ich habs satt, immer nur 'Wrench' oder 'Vaas' oder 'Ey du mit dem Gesicht' genannt zu werden.“ Er macht Gänsefüsschen in die Luft, dann lehnt er sich grinsned zurück.
„Und Martin...“ er beugt sich vor, flüstert verschwörerisch, „Sind wir ehrlich... Der ist halt ein Spielverderber.“
Ein kurzes Zwinkern, eine kleine Pause. Dann wechselt er das Thema, mit einer beiläufigen, aber interessierten Stimme: „Wie ist das hier eigentlich so? Wird gut auf dich aufgepasst, oder musste ich mir Sorgen machen und ein paar Türen eintreten?“
Er schaut sich kurz um, als wolle er die Lage im Heim noch einmal genauer prüfen, bevor er fortfährt: „Ich mein, wenn jemand versucht, dich zu beklaut oder so... du hast doch sicher ein gutes Versteck für deine Schätze, oder? Socken, Matratze... Unterhosenschublade?“
Sockenschublade? In Robinias Augen tritt ein schelmischer Ausdruck. "Ich zeig's dir. Wenn dein Vater zu etwas nütze war, dann für bodenständige Tipps. Mein Gold ist immer in Sicherheit. Komm." Sie erhebt sich und hält ihm in einer auffordernden Geste ihren abgewinkelten Arm hin. "Stütz mich ein bisschen."

Vaas sieht sie kurz von unten herauf an, dann huscht ein amüsiertes Lächeln über seine Lippen. Er erhebt sich mit gespielter Eleganz, schiebt den Stuhl schwungvoll mit dem Fuss zurück und hakt sich vorsichtig bei ihr ein. „Aber klar doch, Nonna. Ich war schon immer gut darin, alte Damen in Sicherheit zu geleiten. Vor allem, wenn sie mich zu Goldschätzen führen.“ Seine Gedanken schiessen schon voraus. Hoffentlich meint sie damit nicht ihre Zahnfüllungen. Er wirft einen kurzen Blick zu den Pflegern, die offenbar andere Probleme haben, als sich um eine harmlose alte Dame mit ihrem tätowierten Enkel Sorgen zu machen.
Gemeinsam verlassen sie den Aufenthaltsraum. Während sie den Flur entlanggehen, neigt Vaas leicht den Kopf zu ihr: „Hast du noch andere nützliche Weisheiten von meinem guten alten Herrn?“
"Ach weißt du, er hat so viel gesagt. Manchmal tanzt alles in meinem Kopf, ich kann mich nicht richtig erinnern." Robinia schmiegt sich ein bisschen enger den Arm ihres Begleiters. Er ist viel größer als Martin. Wie Achim, als er noch jung und rank und schlank war. Die alte Dame richtet sich ein wenig auf und ihre Schritte bekommen etwas Vornehmes, als sie zusammen die Treppe in den ersten Stock hoch steigen. Sonst gibt ihr nur Arnim dieses gute Gefühl, wenn er sie zum Mittagessen in den Speisesaal abholt und ihr respektvoll den Arm reicht. "Sag mal Franjo, bist du immer noch Künstler?"

Verdammt. Unwillig die Stirn in tiefe Runzeln legend, beobachtet Bertl, wie der Kaffeeautomat im ersten Stock des Shady Pines wieder nur Milchpulver ausspuckt, statt der erhofften Cappuccinomischung. Wie oft muss er das Ding noch aufschrauben? Energisch verpasst er der Maschine einen Tritt. In Filmen hilft's doch auch immer. Hier nicht. Seufzend kratzt er sich mit dem Schraubenzieher hinterm Ohr, als ihn Stimmen von der Treppe her kommend ablenken. Was zur Hölle? Die putzige, aber auch reichlich nervige Frau aus Wohnung drei hängt am Arm eines Kerls, der auch einem Film entsprungen sein könnte. Einem 'unterste Schublade`- Horrorfilm. "... bist du immer noch Künstler?" Was? Wenn er dieser unseligen Sippschaft von Sims, die sich 'Künstler', 'Showtalente, 'Allroundunterhalter' und ähnliches schimpfen, in den Hintern treten dürfte, Bertl würde es mit Genuss tun. Sie infiltrieren die Gesellschaft und hindern ihre Kinder daran, etwas Ordentliches zu lernen.

Dieser Kerl allerdings...der riecht nach Ärger und Schwierigkeiten. Da macht ihm keiner was vor. Künstler..pff. Er kneift die Augen zusammen, als die Seniorin vor ihrer Tür anhält und offensichtlich auf der Suche nach ihrem Schlüssel, in der Handtasche zu wühlen beginnt. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit hier, hat Bertl eins gelernt. Es gibt die unwahrscheinlichsten Familienbande und man kann nie von einem dieser harmlosen, alten Sims auf den Rest der Bagage schließen. Der Sohn der Bissgurke aus Wohnung neun ist nett und hat vernünftige Ansichten. Bei den beiden hier scheint es sich zwar anders herum zu verhalten, aber es steht ihm ohne triftigen Grund nicht zu sich einzumischen. Sollte er die Leitung informieren? Und sich womöglich blamieren? Es gibt bei mehreren Bewohnern Anweisungen, gewisse Personen nicht zu ihnen vor zu lassen. Der hier steht auf keiner Liste. Unschlüssig was zu tun ist, verharrt er wachsam beobachtend und gibt vor, wieder an dem Automaten herum zu schrauben.
„Klar, Nonna“, sagt Vaas mit einem übertrieben feierlichen Nicken, während er sie vorsichtig stützt, als wäre sie tatsächlich zerbrechlich. „Ich bin sogar ein richtig guter Künstler, weisst du? Ich arbeite hauptsächlich mit Öl. Manchmal auch mit kaputten Autoteilen, aber das ist eher Avantgarde. Die Leute kapieren das meistens nicht.“
Seine Lippen zucken leicht, während er einen kurzen Seitenblick auf die alte Dame wirft. „Das Problem bei Künstlern ist allerdings, wir sind halt meistens arme Schlucker. Weisst du, wie teuer Öl ist? Da bleibt dir fast nichts anderes übrig, als es aus alten Autos zu gewinnen.“ Er tätschelt sachte ihre Hand. „Aber mach dir keine Sorgen, Nonna. Ich bin da ganz kreativ.“
Aus dem Augenwinkel beobachtet er währenddessen den Kerl, der den Kaffeeautomaten misshandelt. Vaas hebt leicht eine Braue, verzieht den Mund zu einem kaum sichtbaren, abschätzigen Grinsen. Wenn das so weitergeht, hat der Automat bald mehr Schläge kassiert als er in der Highschool.
In seinem Kopf formt sich eine Liste:
Ehemaliger Hausmeister? Rentner mit Gewaltneigung? Techniksadist? Wahrscheinlich ist sein Passwort „1234“ und seine Frau heisst Irmgard.

Vaas bleibt stumm, lässt den Blick nur einen Hauch zu lange auf dem Mann ruhen, bevor er sich wieder der Dame zuwendet, als wäre nichts gewesen. Erstmal muss er seine Rolle als braver Enkel aufrechterhalten.
„Sag mal“, fragt er in verschwörerischem Ton, während sie vor ihrer Tür steht und ihre Tasche durchwühlt, „hast du irgendwo auch eine Künstlerseele in dir? Oder bist du eher die Investorin in kreative Visionen?“
Sein Grinsen ist mild... Subtil.
Waum kramt sie hier in ihrer Tasche? Muss sie etwas suchen? Finden? Ihm geben? Robinia drückt kurzerhand Franjo das Behältnis in die Hand. "Mach du das. Ich finde nichts." Angestrengt versucht sie seinen Fragen zu folgen. Viele Worte. Sie schwingen, ordnen sich neu, verflüchtigen sich. Er darf das nicht merken. Künstlerseele. Das ist es. "Ich binde Blumen zu Sträußen.", sagt sie und folgt ihm durch die geöffnete Tür. "Und ich spiele Dart, das ist auch eine Kunst." Mit einem leisen Klicken fällt die Tür ins Schloss. "Setz dich doch. Magst du eine Tasse Tee?" Wo war noch die Küche?

Ungut wäre beschönigend, wollte man Bertls Gefühl beschreiben, als die Wohnungstüre ins Schloss fällt. Behutsam, als bestünde er aus chinesischem Porzellan, legt er den Schraubenzieher auf einem kleinen Beistelltischchen ab und schleicht leise zur Tür. Ein Ohr an die Aussenseite gepresst, verharrt er regungslos. Hoffentlich sind diese modernen Türen nicht schalldicht.

Er dreht die Tasche langsam in den Händen, schnüffelt kurz dran, zuckt dann mit den Schultern. Dann lässt er den Blick durchs Zimmer gleiten. Wohnzimmer. Zwei Türen, Balkon, kein Herd in Sicht. Er zieht eine Augenbraue hoch. „Tee wär super. Am besten mit einem Schuss Wodka, wenn du hast.“ Seine Stimme bleibt weich, aber sein Blick ist wachsam. Die Tasche landet auf dem kleinen Couchtisch.
Er setzt sich locker aufs Sofa, lehnt sich zurück, lässt den Blick weiter schweifen – alles notierend, ohne es zu zeigen.
Doch keine drei Sekunden später schiesst er wieder hoch. „Also weisst du, Nonna… bevor jemand mir hier ne Tagesdecke überwirft – wie wärs mit ner Tour de Wohnung?“ Er streicht sich mit dramatischer Geste die Falten aus dem Hoodie. „Ich bin ein visueller Typ. Ich brauch Raumgefühl. Du weisst schon..... Künstlerkram.“

Ratlos steht Robinia in der Mitte des Zimmers. Warum sind sie gleich nochmal hier her gekommen? Suchend wandern ihre Augen über die Möbelstücke. Raumgefühl... Wohnt Franjo hier? Warum hat er sie hierher gebracht. Durch die gekippte Balkontüre summt eine träge Biene in den Raum. Brummend umkreist sie die Deckenlampe, taumelt weiter über den Blumenbindetisch und landet schließlich auf der Sofalehne, wo sie sich tänzelnd im Kreis zu drehen beginnt. Die Miene der alten Dame hellt sich auf. Natürlich, deshalb sind sie hier. Für ihr Alter sehr behände dreht sie sich zu ihrem Besucher und ergreift seine Hand. "Komm, ich wollte dir doch mein Goldversteck zeigen." Wieder erscheint der verschmitzte Ausdruck auf ihrem Gesicht, als sie die Flügeltüre ganz öffnet und ihn mit auf den Balkon hinaus zieht. Rund um den Bienenstock herrscht reges Treiben. Die Pollensammler fliegen emsig ein und aus. Hinterleib und Beinchen dick gelb eingepudert vom Blütenstaub. Aufgescheucht durch die beiden Sims, kommen einige von der ursprünglichen Flugroute ab und umschwirren ärgerlich brummend ihre Köpfe. "Sie tun dir nichts, wenn ich dabei bin. Bleib einfach still stehen." Robinia lächelt zuversichtlich, nähert sich gebückt der Bienenbehausung bis auf ein paar Zentimeter und zieht, umschwirrt von Insekten, eine Kiste mit Deckel hervor. Wieder in der Wohnung angekommen, öffnet sie stolz den Deckel des Behältnisses. "Siehst du? Mein flüssiges Gold." Sie strahlt ihn an, ergreift seine Hand und nickt wissend. "Niemand außer mir, kann so nahe ran an den Stock. Deshalb kann auch keiner etwas davon klauen."

Mit schnellen Schritten kommt Ornella die Treppe empor. Unter dem einen Arm klemmt ein Wäschekorb mit gebügelten Sachen für ihre Mutter, auf der anderen Seite trägt sie eine Einkaufstasche mit Lebensmitteln. Abrupt stoppt sie, als ihr Blick auf die Wohnungstüre fällt. Ein Mann presst sein Ohr dagegen und lauscht offensichtlich angestrengt. „Na hören Sie mal!“ Empört landen die Mitbringsel auf dem Boden und Ornella rauscht dem Stalker entgegen. „Was glauben Sie..!“, ihr Wortschwall wird unterbrochen, als der Mann einen Finger gegen die Lippen legt und sich ihr zu wendet. „Ich bin der neue Hausmeister.“, raunt er. „Ihre Mutter ist da drin mit einem komischen Kerl.“ - „Bitte was?!“ Ornellas Augen weiten sich erschrocken.
Bertls Stimme bleibt gedämpft. „Ein Typ..jung, mit Tätowierungen im Gesicht, ist das Verwandschaft?“ -“Sicher nicht!“
„Dann schlag ich vor wir gehen da jetzt rein.“ Entschlossen drückt Bertl die Klinke und betritt schwungvoll das Wohnzimmer von Fr.Appelbeck.
Ornella stürzt ihm hinterher. Sie traut ihren Augen nicht. Robinia steht Händchen haltend mit einem..einem...entsprungenen Häftling? Dieb? Mörder? im Raum und beide gucken in eine Kiste mit Honiggläsern! „Wer zum Teufel sind Sie??“

Vaas steht wie angewurzelt da, während um ihn herum drölfzig Bienen in bedrohlich spiralförmigen Bahnen kreisen, als würden sie ihn mustern, bevor sie zur Attacke ansetzen. Sein Gesichtsausdruck ist ein wilder Mix aus heldenhafter Gelassenheit und innerlichem Kreischdrang. Seine Augen sind geweitet, seine Lippen zu einem halbgepressten Grinsen verzogen.
„Nonna“, beginnt er ruhig, „deine Security ist... sehr engagiert.“
Ein Brummen tönt nah an seinem Ohr. Eine besonders dicke Biene – mutmasslich bewaffnet und definitiv schlecht gelaunt setzt sich auf seinen Hoodie. Vaas erstarrt komplett. Seine Gedanken flattern wild durch seinen Schädel: Wenn mich eine von denen sticht, wach ich in der Notaufnahme mit nem Schlauch im Hals auf. Wenn ich Glück hab. Wenn ich Pech hab, lieg ich neben Röhrich im Jenseits und darf mir anhören, wie er mir vorwirft, dass ich ihn ersetzt hab.
Vaas starrt die Biene auf seiner Brust an, als wäre sie ein gezogener Revolver. Sein Mund formt langsam ein tonloses „Bro… bitte nicht.“

Die Biene ruckt mit dem Arsch. Vaas zuckt sofort zurück. Nur ein winziges Stück.
Dann hört er die nächste Killerinjektion, direkt am Ohr vorbei brummen. Fuckfuckfuck.
Er atmet so flach, dass es fast schon passiv ist. Kein Luftzug darf sie reizen.
Du bewegst dich nicht. Du denkst nicht. Du existierst nicht. Wenn du Glück hast, hält sie dich für Möbel. Dann zuckt die Biene wieder mit dem Hintern. Der Moment bricht. Vaas’ Körper fährt instinktiv hoch wie eine Katze, der man eine Gurke hingelegt hat.

Als die Tür auffliegt und zwei empörte Sims hereinstürmen, duckt er sich, entreisst dabei seine Hand aus der Todesfaust der Alten, macht einen Satz über das Balkongeländer – und landet mit einem unsauberen UFF auf dem begrünten Dach in selber höhe wie der Balkon. Seine Knie geben kurz nach, er rappelt sich auf, klopft sich hastig die Hose ab und tänzelt rückwärts auf den gepflegten Rasen hinaus, während er die Hände in beschwichtigender Geste hebt.
„Okay, okay – ich kann das erklären...."

"Da gibt*s nichts zu erklären. Na warte Bürschchen!" Bertl zaudert nicht lange und setzt dem Flüchtenden nach. Eine seiner leichtesten Übungen..kleiner Sprung über..."Aaaahhh! Oouuuh!" Ein dumpfer Schlag, dann Schmerzenslaute. Bertl rollt seinen linken Fuß haltend jammernd auf dem Rücken hin und her, während Ornella noch ihre völlig verdutzte Mutter im Arm hält. Einige wütende Bienen surren um den Gestürzten, der nur noch hilflos der sich entfernenden Gestalt hinterher blicken kann. Wild mit dem freien Arm fuchtelnd, um die Viecher zu vertreiben, versucht Bertl auf die Beine zu kommen.

"W..was ist denn los?" Robinia befreit sich energisch aus den Armen ihrer Tochter. "Franjo ...das..wie..", die Worte verflüchtigen sich und machen aufsteigender Panik Platz. Sie müssen flüchten. Wie Franjo. Robinia schiebt den Ärmel ihres Kleides zurück und drückt hektisch immer wieder auf den Nortufknopf, den sie an einem Band um ihr Handgelenk trägt. Wenn irgendetwas ihr Angst macht und wenn sie Hilfe braucht, muss sie den drücken. Das sagen alle. "Alarm!Alarm! Alarm!" Robinias Stimme überschlägt sich. "Hiiilfeee!" Ornella versucht vergeblich ihre Mutter in Zaum zu halten. Von draußen dringen Wehlaute und Stöhnen. Der Hausmeister ist nicht mehr zu sehen und dieser Verbrechertyp auch nicht. Hinter ihr fliegt die Tür auf und eine Pflegekraft, die sie noch nie gesehen hat, steht konsterniert im Raum. "Was um Himmels Willen ist denn los hier?" Wütend funkelt Ornella sie an. "Der Teufel ist los hier. Gehen sie raus auf dem Balkon und helfen sie dem Hausmeister." Sie fasst Robinias Hand, die mittlerweile mit wässrigen Augen ins Leere starrt. "Ich geh mit meiner Mutter einen Stock tiefer. Es besteht Redebedarf und zwar mit der Einrichtungsleitung." Sie hakt Robinia unter. "Was für ein unglaubliche Schlamperei! Das wird Folgen haben!"

(In Zusammenarbeit mit @simscat2 )
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