Brindleton Bay Nr. 8 - Brindleton Bay Highschool

  • Seite 16 von 27
15.04.2023 12:38 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 18:50)
avatar  Knox
#151
avatar
Hausmeister

Erschrocken sieht Shane zu wie der Vater von Vero durchgreift. Miyu hatte ihm Mut gemacht. Einen kurzen Moment lang hatte er wirklich geglaubt alles wird wieder gut. Das man ihnen verzeiht was sie angestellt haben wenn sie geloben sich zu bessern und Wiedergutmachung leisten. Doch der Mann packt Vero und nimmt sie eisern mit. Eigentlich sollte er ihn ausschimpfen, schliesslich hat er sie gebissen. Sie hat gar nichts gemacht. Und vor dem Biss wusste sie nicht mal was los war. Shane würde zu gern wissen was sie ihm erzählt hat, als er sie halb tot im Wohnzimmer gefunden hatte.. Wohl nichts von der Geisternacht.



Shane blickt zur Rektorin. Was macht er jetzt? Alle zwischenmenschliche Aktionen die er kennt, die sich nicht zwischen Mutter und Sohn abspielen, hat er hauptsächlich aus Film und Fernsehen. Er würde ihnen gern hinterherfliegen und Herr Engel bitten nachsichtig zu sein. Doch ist er unschlüssig. Ein Gespräch mit dem wütenden Mann blüht ihm irgendwann wohl auch noch... unter anderen Umständen... "Ich werd nach der Schule zu ihnen gehen." beschliesst er. Er weiss ja wo Engels wohnen. Frau Watanabe muss auch enttäuscht sein. Aber sie kann nichts dafür wenn der Vater eines Kindes das Ruder übernimmt. Shane hat verstanden was sie erreichen wollte und ist ihr dankbar. "Sie haben's versucht." sagt er deswegen mit einem kleinen aufmunternden Lächeln. Eine nichtige Geste, die wie er weiss nicht viel ausrichten kann. Rektorin zu sein muss ein harter Job sein, denkt er. Dann verlässt er das Zimmer mit gesenktem Kopf.


 Antworten

 Beitrag melden
15.04.2023 12:38 (zuletzt bearbeitet: 24.05.2023 14:04)
avatar  Knox
#152
avatar
Hausmeister

Titel: What the F...

Blaze bekommt wohl langsam Hunger. Er schielt Richtung Kantine. "Kommst du mit? Oder bist du wirklich scharf drauf noch ins Büro zitiert zu werden?" Schließlich sagt er noch, während er bereits rückwärts geht: "Komm nach, falls dir danach noch nach Schule ist." Bevor Viola antworten kann, hört sie ein "Auf Wiedersehen." Die Stimme klingt bestimmt, so, als ob sie keine andere Antwort gelten lassen würde. Kurz darauf kommt der Mann wieder herunter, mit Vero im Schlepptau. Muss wohl ihr Vater sein. Und wegen dem lässt Watanabe sie noch länger warten? Pff... Andererseits hätte sie sonst ja Veros bedröppelten Blick verpasst.

Viola kann sich das Lachen nur mit Mühe verkneifen. "Schönen Feierabend, Vero!", ruft sie ihr noch spöttisch hinterher. Dann schaut Viola zur Treppe hoch. Watanabe müsste nun bald runter kommen. Was sie wohl will?

>>> Blaze geht nach - Blaisdell Anwesen >>>
Vero - Nächster Post


 Antworten

 Beitrag melden
15.04.2023 12:38 (zuletzt bearbeitet: 19.04.2023 19:48)
avatar  Knox
#153
avatar
Hausmeister

Titel: Vom Blut und vom Petzen

Miyu hatte zwar auf einen gefassteren Herr Engels gehofft. Aber nun ja. Sie war vorhin auch erst mal Hölle bratzig gewesen, dass diese jugendlichen Spacken in ihrer Schule vampirische Experimente betreiben und am Ende noch ihren handgeschliffenen naturlasierten Schreibtisch blutig einsauten. Da kann man schon mal sehr angesäuert sein.

Normale Reaktion eines erstmal geschockten wütenden Elternteils bei Herrn Engels, der sich kein X für ein U vormachen lassen möchte. Miyu schätzt ihn aber so ein, dass er letztendlich das Beste für seine Tochter will und vernünftig werden wird. Shane wendet sich enttäuscht ab, als sei das das Ende der Welt. Das denken Jugendliche immer, dass der Stress mit Eltern übermächtig und unlösbar sei. Tja, er weiß wohl nicht viel von Eltern, die erstmal wütend aus der Haut fahren, abrauschen und sich nachher wieder einkriegen ... Miyu ist nicht so verzagt. Sie lächelt leicht vor sich hin. Dass weiß man aber erst ... später.

Sie geht Shane gleich nach, legt ihm von hinten nochmal die Hand auf die Schulter: "Warten Sie. Das ist nicht das Ende." Sie lächelt ihm zuversichtlich zu und nimmt die Hand wieder zurück als er stehen bleibt. Sie ist tatsächlich ganz wohl gestimmt und lächelt ihm zu. "Ich war vorhin doch auch erst einmal viel ärgerlicher als jetzt. Es war richtig, ihm das zu erzählen, was passierte, auch wenn Veros Vater jetzt noch Schwierigkeiten hat, an das für ihn Unwirkliche zu glauben. Ich meine, seine Realität fällt gerade etwas zusammen, obwohl ich nie ein Geheimnis draus machte, dass okkulte Schüler an dieser Schule sind." Miyu nickt Shane aufmunternd zu: "Es ist meine Aufgabe, ihm verständlich zu machen, dass hier mehr passierte als er sich vorstellen kann und dass er seiner Tochter zuhören muss, um ihr wirklich zu helfen. Sie müssen dann den Inhalt liefern. Den kennen nur Sie."

Miyu bedeutet Shane, die Treppe zusammen runterzugehen. Viola wartet ja gegebenenfalls auch noch. Während sie neben ihm hergeht, erklärt sie ihr Vorhaben. "Ich werde Herrn Engels per Phone anschreiben und ihm nochmal versichern, dass er sich mit mir in Verbindung setzen sollte und dass nicht Vero allein betroffen und in Gefahr ist. Und ich werde ein gutes Wort für Sie einlegen, dass er ihre Geschichte in Gänze anhört." Miyu spricht die nächsten Worte eher nachdenklich für sich: "Hier bräuchte ich wohl wirklich die Nebeljägers zur Unterstützung." Sie wendet sich Shane wieder Mut zulächelnd zu: "Sie sollten wirklich Lilly kennenlernen. Und Veros Vater wird zur Vernunft kommen, weil seine Tochter ihm wichtig ist. Glauben Sie mir. Wohlwollende Eltern sind so und ich schätze ihn so ein.

Sie sind schon fast am unteren Treppenabsatz angekommen. Vielleicht war es heute zu viel für Veros Vater. Morgen ist auch noch ein Tag. Sie bleibt nochmal stehen, zückt ihr Phone und tippt eine Nachricht, während Shane neben ihr wartet: "Hallo Herr Engels. Schade, dass Sie gleich fortliefen. Wenn Sie ihrer Tochter wirklich helfen wollen, hören Sie mich und diesen Jungen Shane nochmal in Ruhe an. Ich verstehe, dass es heute etwas viel war, aber glauben Sie mir, Sie werden die Wahrheit wissen wollen. Ich weiß, dass ihre Tochter ihnen wichtig ist und sie ihr Bestes wollen. Melden Sie sich bitte, wenn es ihnen wieder möglich ist, sich in Ruhe zu besprechen. Nicht nur Ihre Tochter ist betroffen ... Sie braucht echte Hilfe, kein Hausarrest. Mit freundlichen Grüßen, Rektorin Watanabe und ein verzagter junger Mann namens Shane, der sehr enttäuscht über Ihren schnellen Aufbruch zurückblieb. Sie hätten ihn vor allem anhören sollen."

Miyu hält Shane den Text hin und lässt ihn lesen, bevor sie sendet: "Ok so? Und lassen sie ihm Zeit bis Morgen". Sie blickt Shane freundlich fragend an, ob er einverstanden ist. Es geht um mehr. Sie denkt an ihre Tochter, die dort ... wieder so bleiern liegt. Diese Nacht hat einen Nachhall für einige. Sie hat auch ein eigenes Interesse, dass geglaubt wird ...


 Antworten

 Beitrag melden
15.04.2023 12:39 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 18:50)
avatar  Knox
#154
avatar
Hausmeister

Unten an der Treppe zeigt die Rektorin einen Text, den er liest. Er blickt kurz zu Viola die noch da steht und wer weiss was denkt. Den Blick wieder zur Rektorin gewendet nickt er nur. Sie ist die Erwachsene und wird wissen was Gut und Richtig ist. Er atmet einmal tief ein und wieder aus. Dann wird er eben nicht zu Vero gehen nach der Schule. Aber... vielleicht kann er ihr schreiben? Er sieht sich um, wieder mit mehr Energie.
Er versichert der Rektorin, dass er abwarten wird bis Herr Engel sich beruhigt hat. Er erkennt die Parallelen zwischen ihrer anfänglichen Aufgebrachtheit und der von Veros Vater. Bestimmt hat die Rektorin recht. Mann... was haben sie da bloss losgetreten...



Darauf hin wird Shane entlassen. Er eilt in die Kantine wo er nach Nouki Ausschau hält. Er will sie nach Veros Nummer fragen. Er hat in ihrer Erinnerung gesehen, dass sie eine Freundin von Vero ist. Und mit Nouki hat er sich an der Geisternacht ganz gut verstanden, meint er. Bestimmt kann sie ihm helfen.


 Antworten

 Beitrag melden
15.04.2023 12:42 (zuletzt bearbeitet: 04.07.2023 12:49)
avatar  Knox
#155
avatar
Hausmeister

Nouki kommt von Newcrest Nr. 10 - Tropenbad

Einen großen Teller Spaghetti Bolognese vor sich her tragend, ist Nouki auf der Suche nach einem Sitzplatz mit guter Aussicht in der Mensa. Sie liebt es die Anwesenden zu beobachten und sich ihre Gedanken dazu zu machen. Sie lässt sich auf einen Stuhl gleiten und schnappt sich die Dose mit Parmesan, die immer auf dem Tisch steht. Der Duft der Spaghetti lässt ihr das Wasser im Munde zusammen laufen. Heute ist nicht viel los , stellt sie fest. Kein Chip, den man übers skaten ausquetschen könnte und auch kein Leon, der was Spannendes aus dem Urlaub zu erzählen wüsste. Vielleicht taucht ja noch eine der Freundinnen auf. Sie wickelt eine Gabel dick mit Nudeln auf und schiebt sie genüsslich in den Mund. Die Soße ist genial. Seit einiger Zeit schmeckt das Essen hier richtig lecker. Kauend sieht sie, wie Blaze hereinkommt. Anders als sonst sieht er heute ziemlich zufrieden aus. Man könnte beinahe meinen die Andeutung eines Lächelns umspielt seine Mundwinkel. Nouki grinst innerlich. Nicht bei Blaze...muss ne optische Täuschung sein. Sie widmet sich wieder ihren Spaghetti, als kurz darauf Shane auftaucht. Was macht der denn hier? Essen wird er kaum wollen... Nouki lächelt ihn an und hebt eine Hand zum Gruß.
Shane folgt ihrem wink und gesellt sich an ihren Tisch. Sie wirkt nicht, als hätte sie den Tumult von vorhin mitbekommen. "Hey." sagt er, "kann ich dich was fragen?"
Nouki nickt mit vollem Mund und deutet mit der Gabel auf den freien Stuhl am Tisch. Nachdem sie geschluckt hat antwortet sie: "Klar, was gibt's denn?" Sie schaut ihn etwas aufmerksamer an und denkt: Er sieht nicht grade glücklich aus...hm. Seit der Geisternacht hat sie nicht mehr mit ihm gesprochen und kann sich jetzt nicht wirklich vorstellen, was er von ihr wollen könnte.
Shane hebt die Mundwinkel, zieht den Stuhl zurück und setzt sich. "Guten Appetit." wünscht er. Dann kratzt er an der Oberfläche des Tisches herum. "Also.." wie soll er am besten anfangen?



"Ich will Vero was wichtiges sagen, aber sie ist grade von ihrem Pa abgeholt worden... und ich hab ihre Nummer nicht." Er blickt Nouki jetzt an. "Würdest du mir die geben?"
Nouki verharrt einen Moment mit der Gabel in der Luft, bevor sie sie in den Mund schiebt. Hab ich da was verpasst? denkt sie überrascht. "Vero wurde abgeholt?? Wieso das denn?" fragt sie dann erschrocken, den Part mit der Nummer erstmal ignorierend.
Ohweh... Shane seufzt. "Sie ist ohnmächtig geworden..." sagt er und ist sich nicht sicher ob er weiter sprechen muss oder ob das reicht. Es gibt viele Gründe umzufallen. Muss er ihr wirklich sagen, dass er sie gebissen hat? Bald weiss es wirklich die ganze Schule.
"Waas? Schon wieder?" Nouki legt die Gabel weg. "Das ist doch nicht normal...bestimmt hat das noch mit dieser Nacht in der Villa zu tun...sie ist also immer noch nicht stabil..." An Ellies Geburtstag hatte sie so gelöst gewirkt und Nouki war so froh gewesen, dass sie wieder Späße gemacht hatte und sich mit ihnen vergnügen konnte. Und jetzt das.
Shane zuckt mit den Schultern und nickt. Eigentlich stimmt es ja, dass es mit der Villa zu tun hat. Oder zumindest mit der Spuknacht. Er kriegt trotzdem ein schlechtes Gewissen, weil er nicht alles sagt. Wenn es sich rumspricht und Nouki das erfährt....
Nouki fällt ein, dass Shane ja noch etwas gefragt hat. "Trotzdem weiß ich nicht so Recht....einfach so ihre Nummer raus zu geben...ich mein,sie hätte sie dir ja auch schon selber geben können...nicht falsch verstehen, aber ... das kommt mir vor wie ein Vertrauensbruch..." Sie fühlt sich nicht wohl dabei, ohne Veros Zustimmung ihre Handynummer raus zu geben...womöglich ist ja was vorgefallen und Shane sagt ihr das jetzt nicht...oder sie will es einfach gar nicht, sonst hätte sie es ja schon längst tun können. Schließlich hat er sie gerettet und nach Hause gebracht...sollte man doch meinen, die beiden hätten Kontakt?
Shane lässt den Kopf hängen. Sie war als er sie heimgebracht hat zu fertig und danach war sie lange krank zu Hause. Er ist sich sicher sie würde ihm ihre Nummer geben. „Es ist echt wichtig. Sie hat wegen mir ärger und..“ Meeep zu viel gesagt. Mist.



Nouki fixiert ihn aufmerksam mit ihrem Blick. Shane wirkt aufrichtig zerknirscht. Eigentlich würde sie schon gern mehr erfahren, aber sie nimmt sich vor Vero bei Gelegenheit selbst zu fragen. "Shane...was auch immer da heute war, Vero wird's mir eh erzählen irgendwann... ich denk du weißt das, oder?" Sie zieht ihr Handy aus der Tasche "Okay, ich geb dir ihre Nummer und vertrau dir dass du keinen Sch...damit machst. Wenn es hilft ihr Schwierigkeiten zu ersparen...." Nouki mag Shane eigentlich und in der Spuknacht hatte er sich besonnen und zuverlässig gezeigt.
Shanes Gesicht hellt sich auf. Ja vermutlich hat sie recht und Vero wird ihr erzählen was war. Aber besser sie sagt ihr dass sie mit dem Biss einverstanden gewesen war, statt er. „Danke!“ freut er sich und zieht sein Handy hervor.
Nouki gibt ihm die Nummer und sagt dann: "Weißt du was? Du könntest mir deine eigentlich auch geben, nur für den Fall dass mal irgendwas wäre in Zusammenhang mit Vero und ich dich brauche."
„Na klar.“ sagt Shane und gibt bereitwillig auch seine Nummer her. „Hoffe aber nicht dass du mir nur schreiben musst wenn Vero was passiert.“ er lächelt.
Nouki blickt auf und lächelt zurück. "Ich MUSS weder das eine noch das andere." Sie zwinkert ihm zu. "Vielleicht gibt's ja mal einen schöneren Anlass, ja...da hast du Recht."



"Das wär cool." gibt er zurück. "Ich lass dich jetzt weiter essen." meint er und steht auf. "Danke nochmal." er hebt lächelnd das Handy hoch.
"Alles klar, Shane. Ich hoffe du kannst das regeln, ich mach mir Sorgen um Vero." Sie schaut ihn ernst an. "Viel Glück."
Ja ich auch. Denkt er und geht mit dem Telefon vor sich, bereits tippend aus der Mensa.
Nouki bleibt nachdenklich zurück. Irgendwie ist ihr der Appetit vergangen. Sie schiebt den Teller mit den kalt gewordenen Spaghetti zur Seite und steht auf. Heute wird sie sich wohl nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren können. Seufzend wirft sie sich ihren Rucksack mit den Schulsachen auf den Rücken und geht zurück zum Unterricht.

Shane bemerkt nicht, das er scheinbar überall wo er nur geht die Stimmung kippen lässt. Viola, Blaze, Tim, Nouki, die ganze Schule! Er tipp die Nachricht für Vero:




(in Zusammenarbeit mit simscat2)

Shane - Nächster Post
Nouki geht nach Evergreen Harbor Nr. 14 - Familie Engel


 Antworten

 Beitrag melden
15.04.2023 12:43 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 18:57)
avatar  Knox
#156
avatar
Hausmeister

Miyu sieht lächelnd Shane hinterher, wie er etwas erleichterter von dannen zieht und blickt sich nach Viola um: "Entschuldigen Sie, dass Sie warten mussten. Das war nicht meine Absicht. Ich hätte verstanden, wenn Sie schon gegangen wären. Passt es es jetzt?" Sie hält Viola die Tür zum Vorzimmer auf. Die junge Vampirin hatte gewartet. Scheinbar möchte sie wissen, was Miyu von ihr will. Viola tritt ein. Miyu macht sich nicht viel Mühe, die schlafenden Teens vor Violas zu verbergen. Vor einem Vampir versteckt man nicht so viel.
Viola wirft Yuna und Keito nur einen kurzen Blick zu, ohne es zu kommentieren. Dann folgt sie der Rektorin.



Miyu geht weiter vor in ihr Büro und bietet Viola Platz an, bevor sie sich selber setzt. Etwas ratlos schaut sie dann auf ihrem Schreibtisch herum. Wenn sie jetzt etwas verschiebt, gibt's wieder Blut zu sehen. Sie faltet die Hände im Schoß. Besser nichts anrühren. Verschmitzt lächelnd blickt sie zu Viola hoch. Ob sie's riecht? Miyu ist so langsam fern von Gut und Böse. Ein Höllentag!

"Nun...!" Miyu stock noch einmal einen Moment. Wie am besten anfangen? Ok, immer direkt drauf zu: "Es geht um einen Wolf. Besser gesagt den Werwolf der Geisternacht!" Miyu blickt Viola einen Moment abwarten ab, ob sie irgendeine Reaktion zeigt.
"Mir war schon klar, dass Sie mir keine Standpauke halten wollen", sagt Viola auf die Annahme hin, dass Miyu sich fragt, warum sie nicht vorher gegangen sei, "schließlich bin ich mir keiner Schuld bewusst." Wenn sie sich ab und an mal eine Doppelstunde klemmt, gibt es normalerweise nicht gleich ernste Gespräche.

Sie sieht Miyu eine Zeit lang an. Wieviel hat Yuna ihrer Mutter eigentlich erzählt? Sie weiß sogar vom Werwolf.. dabei hatten sie das Ergebnis von Adams Untersuchung erst seit kurzem. Woher....

Oh, klar, Vero war hier vorhin. Sie wird es Miyu erzählt haben. Viola weiß nichts von deren Gedächtnisverlust.



"Die Existenz des Wolfes ist meiner Familie schon bewusst.", sagt Viola langsam. Warum hat Miyu Watanabe den erwähnt? Als Warnung? "Wir sind schon dabei, uns darum zu kümmern. Mit der Hilfe eines..." Wie sollte sie Adam Deathdealer am besten erklären? "eines bekannten Vampirs. Eventuell ist auch Shane ein gemeinsamer Bekannter von dem, doch das ist noch zu klären."
Miyu nickt bedächtig dazu. Es ist gut, dass sich schon darum gekümmert wird. Shane ist … eventuell ein Puzzlestück? Später mehr dazu.

Dann fährt die Rektorin fort: "Das war wohl nur eine Kreatur von ... mehreren in dieser Nacht. Einige Schüler ... haben mit verschiedenen Folgen zu kämpfen durch ... sagen wir mal ... diverse Kontakte." Miyus Mimik verzieh sich etwas schmerzhaft. Ihre schwarzen Augen werden noch eine Spur dunkler, wenn das überhaupt möglich ist. "Sie werden mehr als andere im Haus mitbekommen und verstanden haben, was dort vor sich ging!" Miyu stellt das einfach ganz sachlich fest. Ob Viola selber auch betroffen ist? Sie wird mit ihren Kräften maßgeblich das Leben ihrer Tochter gerettet haben. Yuna hatte es auch bestätigt, dass sie Terence niederstreckte. Miyu kann nicht anders als Viola einen Moment anzulächeln und ihr Haupt kurz dankbar zu neigen. Die durchlebte Angst spiegelt sich noch einmal in Miyus traurig lächelnden dunklen Augen wider. "Wie geht es Ihnen seitdem?", fragt sie freundlich nach.

Miyu erwähnt nun auch andere Kreaturen der Geisternacht? Ihre Augen verziehen sich schmerzhaft? Ist etwa auch Yuna von den Folgen betroffen? Die wirkt immer so, als sei alles in Ordnung... Aber für Außenstehende wirkt wohl auch Viola so.

Einen Augenblick bröckelt Violas Maske, als sie an den Geist zurückdenkt. Dann fasst sie sich wieder. "Ich schätze, dass die Geisternacht anders verlief als wir es geplant hatten ist wohl kein Geheimnis mehr. Genauso wie die Tatsache, dass wir Vampire einen sechsten Sinn für das Übernatürliche haben." Viola macht eine Pause. "Ja, dass Shane und ich nicht die einzigen Okkulten hier an dieser Schule sind, ist mir ebenfalls bewusst." Sie spielt dabei hauptsächlich auf Victoria an. Bea scheint auch irgendein Geheimnis zu haben, doch die kann Viola noch nicht richtig einordnen.

"Kommen Sie zum Punkt. Weshalb erwähnen Sie den Geist? Ist etwas mit Yuna?" Viola rät einfach ins Blaue. Sie wird weder ihr eigenes noch Blaze' Geheimnis einfach so verraten.



“Ich frage mich …, Viola, ob es ein Zufall ist, dass mindestens drei Ereignisse in einer Nacht zusammentrafen.“ Miyu beginnt Viola die Ereignisse soweit sie sie weiß zusammenzuzählen: „Von diesem Werwolf weiß ich erst seit heute. Vero ist schwer betroffen. Existentiell sogar würde ich sagen und Shane hat auch schwer damit zu schaffen. Yuna erwähnte anfangs nur die Ereignisse … um Terence.“ Miyu stockt einen Moment. Wie soll sie Yunas Rolle als ihre Tochter an der Schule erklären?

Watanabe weiß also tatsächlich Bescheid, dass sie da war. Viola spürt die Dankbarkeit der Rektorin. Da kommt wohl ihre mütterliche Seite durch. Viola nickt nur und ist froh, als das Thema schließlich wechselt. Sie weiß nicht, wie sie mit dieser Dankbarkeit umgehen soll. Wird jetzt mehr von ihr erwartet als vorher, nur weil sie einmal wirklich mal jemandem helfen konnte?

Miyu blickt wieder auf ihren Schreibtisch. Eines nach dem anderen. Erst nochmal die Sache mit Vero erklären. Miyu schiebt mit einer einzigen ausladenden Handbewegung des rechten Armes einfach alle Akten vom Tisch, während sie mit der linken Hand die drunter liegenden aufgefächerten Bio-Klausuren an einem hervorblitzenden Punkt auf die Tischplatte gepresst festhält. Die ganzen Blutspuren werden wieder sichtbar und Miyus erfolglose Wischversuche. Die Rektorin zupft Violas Arbeit raus und reicht sie ihr rüber: „Sehr gute Note, sehr gut. Das ist übrigens Veros Blut.“
Viola betrachtet die Blutstropfen auf der Bioarbeit und fährt mit dem Finger vorsichtig drüber. Mittlerweile ist das Blut getrocknet und verwischt nicht mehr. "Bestechung also? Danke, aber so verzweifelt, dass ich das jetzt ablecken würde, bin ich dann auch nicht." Natürlich ist es eher scherzhaft gemeint. Viola versucht, ihre eigene Unsicherheit damit zu überspielen. Aber jetzt wo Miyu es erwähnt... Es riecht hier tatsächlich ein wenig nach Blut!

Miyu blickt Viola fest an: „Vero ist ziemlich durchgedreht, wohl weil sie mich vorhin missverstand. Sie schien zu glauben, ich hätte ihr aufgetragen, nach dem Wolf zu suchen.“ Miyu schüttelt nachsichtig den Kopf in Erinnerung an so juvenilen Glauben, sie würde sich so einen Unfug für Kinder ausdenken.
„Nun ja, Shane wollte wohl helfen … mit seiner vampirischen Kraft, aber ich glaube, er braucht Hilfe, mehr Anleitung ...“ Wie soll Miyu der widerborstigen Viola erklären, dass sie mit Eltern gesegnet ist, er aber nicht. Sie ist zu schnell bereit, geringschätzig über andere zu denken. Wie würde es aber ihr gehen, wäre sie allein auf sich gestellt? Die Rektorin hatte nicht den Eindruck eben draußen vor der Tür gewonnen, dass die beiden sich viel zu sagen haben, Shane und Viola - trotz ihrer gleichen Art.

Shane braucht also Hilfe? Das wundert Viola nicht. "Shane hatte seine Chance, sich mir anzuvertrauen, wenn er Hilfe braucht.", sagt sie etwas missmutig, "aber er vertraut mir dazu wohl nicht genug. Vielleicht sollte ich wie Vero vor ihm in Ohnmacht fallen, damit das klappt." Also wirklich. Sie hat auch mit Shane noch das eine oder andere Wörtchen zu reden. Nach all der Mühe, die sie sich gemacht hat um sein Vertrauen zu gewinnen, bevorzugt er offenbar trotzdem Veros Gesellschaft. Ausgerechnet Vero... die nach wie vor nicht einmal ansatzweise Reife zeigt und sogar noch zickiger ist als Viola selbst.
„Er hat nicht Ihre Möglichkeiten, Viola, sich ratsuchend an Seinesgleichen zu wenden ….“ Sie sieht Viola aufmerksam an, ob sich irgendetwas erkennen ließe, dass nach Verstehen und Unterstützung für Shane aussähe.
Viola erwidert Miyus Blick, schweigt jedoch. Sie hat zum Thema Shane nichts mehr zu sagen, zumindest im Moment nicht.

„Ach ja, der Geist, den Sie erwähnten, oder vielleicht auch mehrere …“, fährt Miyu ihre Aufzählung fort. „Yuna erzählt mir normalerweise nichts über andere Schüler. Das ist zwischen uns tabu. Sie erwähnte anfangs nur – heilfroh lebend entronnen zu sein – wer ihr zu überleben half. Sie wollte wohl mein Wohlwollen für Sie alle erringen. Nun, und ich bin Ihnen auch allen sehr dankbar für das Leben meiner Tochter.“ Miyu muss einmal zwischendrin tief Luft holen. Dieser Teil ist schwer für sie. Da ist sie nicht mehr einfach die Rektorin. Da kommt einfach nur die Mutter zum Vorschein. Es ist nicht leicht, sich diese familiäre Blöße vor einer Schülerin zu geben. Es nützt aber nichts. Sie muss weiter erklären, um nach Lösungen zu suchen. „Es begann in der drauffolgenden Nacht … Anfangs dachte ich noch, Yuna stecke es weg wie auch andere Sachen zuvor schon im Leben. Tagsüber wirkt sie auch fast … wie immer, nur … kann sie nicht mehr richtig schlafen. Also, sie schläft schon, aber …“ Miyu wendet den Blick ab, steht auf und geht etwas ruhelos im Raum auf und ab, bevor sie fortfährt, aber Viola dabei nicht anblickt, „… ihr Schlaf ist so … todesähnlich. Sie fürchtet sich jeden Abend, sich hinzulegen und … nicht mehr zu erwachen. Und ich habe diese Angst auch.“ Miyu blickt mit dem Rücken zu Viola gewandt aus dem Fenster, ohne etwas zu sehen. Was sind Vampire eigentlich? Tot oder lebendig?



Miyu verharrt eine Weile stumm vor dem Fenster. Dann dreht sie sich zu Viola langsam wieder um, die Hände hinterm Rücken verschränkt. Wird die Vampirin ihre übliche kaltschnäuzige Art wie eine Fahne der Übermacht vor sich hertragen oder ist sie selber Leidtragende und zur Empathie wenigstens für ebenso Betroffene fähig? Kann sie sich in Vero hineinversetzen? „Yuna hat mir dann erst im Weiteren erzählt, dass noch etwas anderes … sie durchdrungen hat. Etwas, dass sie zum Bleiben gezwungen hatte, ähnlich wie vorher der Verschlag, in dem sie feststeckte. Sie erklärte nur, dass es wohl mehr Geisterwesen gab und andere schwerer betroffen waren. Aber hier, ganz nach ihrem Tabu, keine Schüler vor mir preiszugeben, nannte sie weder Namen noch konkrete Ereignisse. Das ist ihr Dilemma. Ich bin die Rektorin.“
Viola hört aufmerksam zu, als Miyu vom todähnlichen Schlaf ihrer Tochter erzählt. Man merkt der Rektorin an, dass sie sich sorgt. Auch Blaze hat die Erfahrung gemacht, wozu Geister fähig sind. Doch sie will sein Vertrauen nicht missbrauchen. So bleibt sie eher allgemein bei ihrer Erklärung: "Geister sind... oft unberechenbar." Unwillkürlich fährt sie sich mit der Hand über den Hals. Als sie merkt, was sie da tut, zieht sie den Arm schnell wieder zurück. Hat Watanabe diese Geste bemerkt?

Miyu setzt sich bedächtig wieder vor Viola hin, sieht sie wieder gefestigter an, ist wieder ganz die Rektorin, fasst alle Ereignisse noch einmal zusammen: „Da draußen rennt ein verzweifelter Vater mit seiner Tochter herum, der nicht ganz versteht und die Gefahr noch nicht ganz erkennen kann, in der sie steckt. Ein anderer Schüler versucht verzweifelt zu helfen und steckt selber in der eigenen Hilflosigkeit über sein Dasein zuweilen fest. Noch einige Schüler scheinen an einem Geistererlebnis schwer zu tragen und meine Tochter liegt halbtot dort draußen …“. Sie misst Viola ein wenig mit ihren Blicken. Werden diese Teens begreifen, dass sie das nicht alles allein lösen können und nur jeder einzeln für sich? Und was bedeutete der Griff an den Hals?

Viola schweigt eine Weile. "Ich bin keine Heldin.", sagt sie schließlich, "ich weiß nicht, was Sie jetzt von mir erwarten." Jaja, wie oft willst du dir das noch erzählen, dass du keine Heldin bist? meldet sich eine Stimme in ihr, "für Yuna warst du das, an diesem Tag.

„Manchmal ist man beides, Viola, an nur einem einzigen Tag – oder in einer Nacht: Held und mächtig oder Opfer und ohnmächtig zugleich! Das ist eine enorme Spannbreite. Für keinen leicht zu verarbeiten.“, entgegnet Miyu und lächelt Viola sanft an. Sie ist sich sicher, dass sie auch eines der Opfer war und ihr fallen beide Rollen wohl nicht leicht. Sie kann weder Lob noch Dank annehmen und über Ängste reden schon gar nicht. Können viele nicht. „Ich erwarte nicht so viel von Ihnen, Viola. Ich wünsche mir, dass es Ihnen gut geht, ein wenig mehr Verständnis für andere in ähnlicher Lage vielleicht und … hilfreiche Informationen, soweit es Ihnen möglich ist, zu den Geschehnissen.“ Miyu blickt Viola nachsichtig an. Ist vielleicht nicht leicht … eine Vampirin unter vielen Menschen zu sein. So herum hatte Miyu es bisher nie betrachtet. Warum Viola sich dann ausgerechnet mit Shane nicht so versteht, bleibt der Rektorin unklar. Da scheint was quer zu liegen. Sie sitzt etwas nachsinnend da.

Nach einer Weile erklärt Miyu: "Ich glaube, wir brauchen hier ... die Hilfe Ihrer Eltern!" Miyu wartet ab, auf was sich Viola einlässt. Die Teenagerin sieht die Rektorin schweigend an und wartet nur, dass sie fortfahren würde. Verstockter Teen! Öffnet den Mund noch immer nicht. Also fährt Miyu erst einmal fort, ihr Anliegen verständlich zu machen: „Ich kann Veros Vater nicht alles erklären, was in der übernatürlichen Welt so vor sich geht. Ich brauche selber Erklärungen und … wir brauchen Hilfe, weil wir normal Sterblichen nicht wissen, wie wir uns schützen können. Selbst Ihre Familie macht sich ja wohl schon Sorgen um diesen Werwolf … Es ist für uns alle nicht leicht.“ Miyu holt noch einmal tief Luft: „Und mir ist am Wohl aller Schüler gelegen, nicht nur an meiner Tochter. Es reicht längst bis in den Schulalltag hinein … die Folgen der Geisternacht!“

Einen Moment bleibt es stumm zwischen der Rektorin und der Schülerin, während sich beide anblicken und wohl abwägen. Dann setzt Miyu noch einmal eindringlich an: „Viola, Sie waren dabei! Sie wissen was geschehen ist, können aufklären helfen und Ihre Eltern haben das vielleicht nötige Wissen für Lösungen und Erklärungen. Ist es für Sie in Ordnung, wenn ich Ihre Eltern in dieser Sache anspreche, wohl wissend, dass die dann über die Nacht mehr erfahren als Sie ihren Eltern vielleicht preisgeben wollten?“ Miyu kann jetzt nur noch abwarten, ob von Viola mehr zu erwarten ist als die übliche bräsige Abwehr.
Viola zuckt die Schultern. "Ich habe Lilly und Viktor schon erzählt, was sie wissen müssen. Es gibt nichts, was sie jetzt noch schocken könnte. Erzählen Sie ihnen, was Sie wollen."

Miyu lehnt sich zurück und begreift. Viola mag in der Sekunde der höchsten Not einschreiten, vielleicht auch nur, weil Terence ihrer Familie schon zu Leibe gerückt war. Aber sie versteht über sich selbst hinaus andere kaum, nicht mal die eigene Art …, bleibt in sich gefangen - in ihrer Abwehr. Sie versteht vielleicht höchstens ihr ähnliche Charaktere. Nein, Miyu erwartet nichts mehr von Viola - nicht für Shane, noch Vero oder Tim. Sie lächelt Viola freundlich an: „Ich rufe ihre Eltern an. Vielen Dank, Viola. Haben Sie noch fragen, bevor Sie gehen?“

Viola seufzt. "Ich... ich muss mir vieles durch den Kopf gehen lassen.", sagt sie schließlich. Miyu ist nicht dumm. Viola ist sich sicher, dass die Rektorin bemerkt hat, dass sie selbst ebenfalls ihre Sorgen hat. Doch Miyu drängt sie zu nichts. Sie wird sich auch heute die letzte Doppelstunde sparen. Jetzt kann sie sich eh nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren.



Miyu sieht Viola lächelnd nach als diese das Büro verlässt. War da eben doch noch ein kleiner Funken? Hoffnung stirbt erst zuletzt ...
Miyu tritt ins Vorzimmer, schaut besorgt, fühlt Yunas Hand. Sie ist kalt. Ob Keito das spürt? Sie kann nichts machen, außer die beiden weiter schlafen zu lassen ...

Die Rektorin greift zum Mobilphon: "Sehr geehrte Frau Nebeljäger, wir sind zuletzt nicht sehr einmütig am Elternabend auseinander gegangen. Seitdem ist viel passiert und ich musste ... ", wie hatte Viola es gerade formuiert?, "... mir vieles durch den Kopf gehen lassen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar für ein offenes Gespräch, gerne an einem Ort Ihrer Wahl. Es würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören. Mit freundlichen Grüßen Miyu Watanabe."

Miyu setzt sich seufzend auf den freien Stuhl im Vorraum, um über Yunas und Keitos Schlaf zu wachen. Es soll sie niemand mehr heute stören. Mit dunklen Augen starrt Miyu vor sich hin. Ja, es gibt vieles zu bedenken ...




Viola - Nächster Post


 Antworten

 Beitrag melden
15.04.2023 12:54 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 19:04)
avatar  Knox
#157
avatar
Hausmeister

Titel: Aussprache

Miyu taucht etwas aus ihren dumpfen Gedankengängen auf, als sie ihr Handy vibrieren fühlt. Sie holt es hervor … und lächelt … seit über einer Stunde zum ersten Mal wieder an diesem Nachmittag. Lilly Nebeljäger hat geantwortet:

"Guten Tag, Frau Watanabe.
Sie haben Recht. Es ist viel passiert. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihre Tochter entführt wurde. Ich hoffe, es geht ihr wieder besser.
Aber obwohl sich unsere Meinungen beim Elternabend nicht zu 100% deckten, bin ich durchaus bereit für ein Gespräch. Wie wäre es als Treffpunkt bei dem neuen Schulgebäude, in das im Herbst eingezogen werden soll? Viola hat mir von diesen Plänen erzählt. So dass wir unser Gespräch auch gleich mit einer Besichtigung verbinden können? … … …
Man hört sich. Lilly Nebeljäger."


Lilly weiß von der Entführung Yunas? Durch Viola? Obwohl … Lotta hat auch Verbindung zu Lilly Nebeljäger. Miyu weiß im Gegenzug von Lotta über ihre Rettung durch Lilly wie auch dem Einbruch bei Nebeljägers Bescheid. Lotta hatte ja auch in der Nacht von Yunas Entführung vorgeschlagen, Lilly Nebeljäger hinsichtlich Terence mit ins Vertrauen zu ziehen. Es gibt viele Gründe, den Kontakt zu Lilly Nebeljäger zu suchen. Miyu bedauert auch noch immer, ihr Konzert in der Schule in Frage gestellt zu haben. Da nimmt sie sich selber auch was. Lilly Nebeljäger spielt zweifelsohne einfach wundervoll. Jenkins war hoch enttäuscht, dass nichts zustande kam.
Und Viola hat das Talent ihrer Mutter geerbt. Miyu hätte nicht dagegen, wenn sie öfter spielte. Sie muss an Tim denken und lächelt wieder. Zum zweiten Mal in dieser Stunde des ohnmächtigen Wartens.

Ob der neue Schulort vielleicht ein Vorschlag ist, doch nochmal für ein Konzert anzutreten? Das Gebäude böte wesentlich mehr Möglichkeiten. Miyu wird Lilly Nebeljäger auf jeden Fall das Musikzimmer zeigen. Und auch die Aula wäre wundervoll für einen größeren Auftritt. Miyu freut sich schon regelrecht, das Gebäude mit Lilly zu inspizieren. Ach, einfach ein erfreulicher Aspekt an der ganzen Sache, so schwer die anderen Themen auch sind.



Lilly hat natürlich ein Treffen an einem Abend vorgeschlagen. Der Termin passt. Miyu schreibt erleichtert zurück:
„Ich danke Ihnen Frau Nebeljäger, für Ihre Antwort und ihr freundliches Entgegenkommen. Zeit und Ort sind perfekt. Gern zeige ich Ihnen die neuen Räumlichkeiten. Auch musikalisch bieten sie nun hervorragende Möglichkeiten. Ich freue mich auf unser Treffen. Danke der Nachfrage wegen meiner Tochter. Es geht ihr …“ hier stock Miyu. Ja, was schreibt man? Wie geht es Yuna? Wie geht es denn Viola, Vero und vielleicht noch anderen Schülern? Bislang weiß Miyu nicht, wer in der Geisternacht Yunas Beschreibung zufolge schwer getroffen sein sollte von dieser Geisterbesetzung. Meinte sie Viola? Kann ein Vampir von einem Geist besetzt werden? Miyu fragt sich wieder, was Vampire eigentlich sind. Es ist irgendwie eine besondere okkulte Form zwischen … tot und lebendig. Vielleicht kann Lilly ihr das … auch näher erklären?

Auf jeden Fall hält Miyu Viola auch für recht betroffen, welcher Art auch immer. Dieser Griff an den Hals … und sie war … weniger kratzbürstig, sondern eher … sehr schweigsam … bis nachdenklich. „… den Umständen entsprechend.“, endet Miyu den Satz zu Yuna und fügt noch an: „Ich hoffe, auch Ihrer Tochter geht es halbwegs gut. Es ist wohl viel passiert in dieser einen Nacht. Achten wir gut auf unsere Kinder, soweit wir es vermögen. Mit freundlichen Grüßen, Miyu Watanabe.“

Miyu legt das Handy beiseite als Keito gerade erwacht. „Mir ist … kalt!“, stöhnt er noch leicht benommen. Er setzt sich auf, indem er Yuna etwas beiseiteschiebt, blickt sich um, wo er sich eigentlich gerade befindet, sieht Miyu erstaunt hinter dem Tresen des Vorzimmers zum Rektorat sitzen. „Yuna … ist so kalt!“ Sein Blick ist entsetzlich als er seine Worte an Miyu richtet. Er lag die ganze Zeit neben dieser … Kälte, die in ihn kroch. Miyu gefriert das Blut. Sie kann Keito nur wortlos anstarren. Was ist hier los? Hoffentlich hat Lilly ein paar Antworten? Was wohl Veros Vater zurzeit macht?



Keito versinkt in eigene Gedanken …



Miyu kann gerade nicht mehr helfen … Zumindest ist sie durch die Nachricht von Lilly wieder etwas aus der eigenen Erstarrung und Erschütterung über Yuna und all die anderen Schüler erwacht. Zeit, mal alle ihre Nachrichten auf dem Handy zu checken. Der Tag war so brechend voll. Sie hatte noch gar keine Zeit gefunden …

Was schickt Lotta da? Ein Bild mit Ente und Fischer unten von ihrem Kai und eine Sprachnachricht? „.. bitte Miyu, falls ich es brauch‘, sag einfach, es sei ein bauliches Projekt … Und vielleicht … könnt man wirklich eins draus machen?“
Das Päckchen für Lotta auf ihrem Schreibtisch war weggewesen als sie heute in die Schule kam, hatte Miyu bemerkt. Wann hatte Lotta das denn abgeholt? In ihrer Nachricht steht nichts dazu drin. Die ist von gestern Abend. Miyu betrachtet das Bild vom Kai genauer. Irgend ein vorwitziger Sprayer sicherlich, wie früher an den Abbruchhäusern … … … … Irgendwie … … … … … Mhm, erkennt sie da eine Handschrift drin? Sie schmunzelt. Sie hat viele solcher Bilder gesehen in ihrer früheren Zeit. Jeder hatte seinen Stil. Streng dich ja fein an, mein Lieber. Ich will einen Wettbewerb gewinnen ...



Ja, die Docks sind furchtbar, Zeit, was draus zu machen, denkt sich Miyu. Sieht gut aus, das Bild. Im Stadtplanungsbüro war öfter über Sanierung und Revitalisierung der Docks debattiert worden, es ist aber nie etwas weiter draus geworden. Behörden malen doch langsam. Die Arbeit hat ihr Spaß gemacht, nicht aber die Institution. Miyu kennt noch die Hebel, so was in Bewegung zu setzen und hat auch noch die ganz alten Verbindungen für die alternativen Durchsetzungsstrategien. „Liebe Lotta, ich versuch‘ was ich kann. Das ist eine prima Idee …“ Miyu freut sich schon auf den Bauhaus-Kurs im nächsten Semester. Da kann man genau solche Projekte in Angriff nehmen. Sie horcht auf … Yuna wird wach … „Können wir gehen …“, fragt sie matt. Keito bleibt schweigsam. Miyu nickt nur langsam. Es gibt gerade nichts Hilfreiches zu machen. Die beiden Teens fahren getrennt heim. Miyu macht sich für das Treffen mit Lilly bereit. Der Tag ist schon weit vorangeschritten …



Bis zum neuen Schulgebäude ist es nicht weit. Quasi ein Spaziergang am Strand. Der tut Miyu jetzt gut nach dem Tag. Über dem Meer linker Hand geht die Abendsonne gerade unter ...



Miyu - Nächster Post
Yuna - Nächster Post
Keito - Nächster Post


 Antworten

 Beitrag melden
16.04.2023 17:58 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2023 19:04)
avatar  Knox
#158
avatar
Hausmeister

Viola - letzter Post

Titel: Wieder ein Schultag

Die heißen Tage während des Festivals haben für einen Sommerregen gesorgt, der die Luft wieder etwas abgekühlt hat. Auch wenn dieser Regen längst wieder aufgehört hat, ist die Temperatur niedriger als vorher. Die kurzärmlige Weste vom Festival wäre nun vielleicht etwas kühl, zumal die nun auch so langsam eine Waschmaschine von innen sehen sollte. Veros Schuhabdruck kann man zwar nicht mehr erkennen, aber dreckig ist sie mittlerweile trotzdem. Viola hat sich daher für die Kapuzenjacke entschieden, die Blaze ihr zum Geburtstag geschenkt hat. Sollte es doch wieder wärmer werden, könnte sie diese einfach ausziehen und es bei dem T-Shirt, das sie darunter trägt, belassen.

Die ersten Stunden sind eigentlich ereignislos verlaufen.. jedenfalls ereignisloser als erwartet. Es wurde bekannt gegeben, dass Vero für längere Zeit ausfällt, ohne dass die Lehrer Gründe dafür nannten. Aber niemand scheint den wahren Grund für Veros Verletzung zu wissen. Dass die Lehrer der Klasse nicht alles verraten, ist nicht überraschend. Doch Viola hätte erwartet, von Miyu Watanabe in ihr Büro gerufen zu werden um dann dort zu erfahren, dass sie von der Schule geworfen wird nach diesem Vergehen. Oder zumindest, dass es eine Verwarnung geben würde, wenn man es als Unfall einstuft. Doch auch das ist nicht geschehen. Die Rektorin wirkte auch nicht so, als würde sie irgendetwas wissen. Dabei ist die Sache mittlerweile zwei Tage her. So lange kann Vero doch nicht unter Schock stehen!

Mittlerweile hat die Mittagspause angefangen. Während die anderen Schüler in die Mensa strömen, sucht Viola die Einsamkeit in der Bibliothek. Sie hat den zweiten Krimi ihrer Mum dabei. Ob sie in der neuen Schule auch eine Bibliothek haben würden? Bis zum Umzug dauert es aber noch ein paar Tage. Viola verwirft den Gedanken wieder und beginnt zu lesen.



Doch so richtig kann sich Viola nicht konzentrieren. Immer wieder kehren ihre Gedanken zum Festival zurück. Zu Vero, aber auch zu Blaze. Bisher hat sie ihn nicht weiter gedrängt, ihr mehr zu erzählen. Sollte sie...



Breuer betritt plötzlich den Raum und reißt Viola aus ihren Gedanken. Er sieht sich in der Bibliothek um, scheint jedoch nicht gerade begeistert zu sein von dem, was er da sieht. Verwundert vergisst die Vampirin sogar, ihm einen blöden Spruch an den Hals zu werfen. Etwas irritiert sieht sie nun, dass Breuer etwas notiert und dann wieder verschwindet. Whatever...


 Antworten

 Beitrag melden
16.04.2023 18:01 (zuletzt bearbeitet: 04.07.2023 13:07)
avatar  Knox
#159
avatar
Hausmeister

Nouki kommt von [ALT]Windenburg - Open Air Sommer Festival (Jahr 1)
Tani kommt von [ALT]Windenburg - Open Air Sommer Festival (Jahr 1)
Ellie kommt von [ALT]Windenburg - Open Air Sommer Festival (Jahr 1)

Ellie sieht Viola nach, die sich während der Mittagspause in die Bibliothek verzieht. Sie sah nachdenklich aus und Ellie fragt sich, warum sie nicht einfach Blaze Gesellschaft leistet, wie sie es früher bei Nio gemacht hat, als der noch öfters da war. Auch wenn sie dann selber nichts isst. Doch dieses Mal scheint Viola die Einsamkeit gezielt zu suchen.

Doch eigentlich kann es Ellie ja egal sein, was die Vampirin macht. Und als sie sich zu ihren Freundinnen an den Tisch setzt, hat sie Viola auch längst wieder vergessen. Ihr neues Tattoo ist eigentlich gut bei den Mitschülern angekommen, die davon noch nichts wussten. "Zu schade, dass wir Vero immer noch nicht unsere Tattoos zeigen konnten!", murmelt Ellie, während sie kaut. Dann dreht sie sich zu den anderen: "Was haltet ihr davon, wenn wir sie heute Abend im Krankenhaus besuchen?" Doch dann fällt ihr noch etwas ein: "Wobei, vielleicht sollten wir da vorher ihren Dad fragen. Aber was meint ihr denn?"


 Antworten

 Beitrag melden
16.04.2023 18:06 (zuletzt bearbeitet: 19.04.2023 19:50)
avatar  Knox
#160
avatar
Hausmeister

Bea - letzter Post

Auch Beas Gedanken drehen sich um Vero. Sie fällt für längere Zeit aus, hatten die Lehrer gesagt. Ist Vero krank? Ist das der Grund, warum sie beim letzten Festivalabend nicht mehr mit ihren Freundinnen unterwegs war?

Die Meerfrau wirft einen kurzen Blick auf Ellie, Tani und Nouki. Sie sind zu weit weg, als dass Bea verstehen kann, worüber sie sich unterhalten. Möglicherweise auch um Vero. Ob sie wohl mehr wissen?

Doch dann sieht sie zu ihren anderen Mitschülern. Ihr Blick streift Keito. Sie freut sich wirklich darauf, dass er den Ehrgeiz hat, Ellies Tipps auch umzusetzen und sein Gemälde zu verbessern, auch wenn es ihr auch so schon gefallen hätte. Schön, wenn jemand einen solchen Stolz für seine Leidenschaften entwickeln kann. Aber sie möchte auch nicht ungeduldig erscheinen und fragt daher nicht nach, wie lange es schätzungsweise dauern würde. Stattdessen wendet sie sich an Yuna. "Du kannst doch super klettern!", meint Bea zögerlich, "meinst du, du könntest mir das mal beibringen?"


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!