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Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Jordyn und Tania
#11
<<< Denize kommt von Willow Creek - Denize' Haus <<<
Charaktere: Denize, Jordyn, Tania
Geschichtsstrang: Eine Frage der Einstellung
Langgezogen atmet Denize aus und klingelt an der Tür zu Tani und Jordyns Apartment. Sie streicht ihre Kleidung über dem Bauch glatt und und stellt sich nervös vom linken auf das andere Bein. Ihre Füsse tun weh, aber der Job ist Notwendig. Chip weiss nichts davon, doch Denize hofft, dadurch, dass sie Tani kennt, hat sie Vorteile.
'Sehr geehrter Herr Lamont,
wir bedanken uns für Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Zu unserem großen Bedauern ...' Jordyn seufzt. Wieder eine Absage. Er war immer ein guter Schüler gewesen und hatte nicht erwartet, dass er solche Schwierigkeiten haben könnte, eine Anstellung zu finden. 'Zu unserem großen Bedauern
müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir nicht darauf eingestellt sind, körperlich eingeschränktes Personal zu beschäftigen. Sollten Sie -'
Die Türklingel unterbricht den Lesefluss. Ist das schon die Bewerberin? Voller Konzentration hatte er überhaupt nicht auf die Zeit geachtet. Vielleicht ist sie früher als vereinbart angekommen. Mit den Fingern ertastet Jordyn die Uhr auf dem Tisch. Es ist bereits nach vier Uhr. Tania hätte längst zu Hause sein müssen. Scheinbar wurde sie aufgehalten. Verunsichert, weil er die Bewerberin allein empfangen muss, zählt Jordyn die Schritte bis zur Wohnungstür. Drei Wochen genügen bei Weitem nicht, um sich völlig frei und sorglos durch die Räume zu bewegen. Dass er durch die ständig wechselnde Unordnung um sich herum auch an Selbstsicherheit einbüßen musste, verdrängt er Tania zuliebe.
An der Tür angekommen, greift er nach der Sonnenbrille, die, anders als die meisten Dinge in der Wohnung, immer griffbereit an ihrem Platz auf dem Regal neben der Tür liegt. Noch während er sich die Gläser auf die Nase schiebt, öffnet er die Tür. Ein angenehmer, süßer Duft weht ihm entgegen. Vanille und ein Hauch von weißer Rose. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau vor ihm steht, schätzt Jordyn sehr hoch ein. "Ja? Frau Panera?" Neutral und bemüht freundlich richtet sich die Sonnenbrille geradeaus, einige Zentimeter am Gesicht seiner Gegenüber vorbei. 
Es hat sich schon einiges in der Schule herum gesprochen aber Denize ist sich nicht mehr sicher was wahr und was falsch ist. Ist er Tanias Freund-Freund oder nur ein Freund? Der junge Mann kann ihr Lächeln hören als sie spricht, "Hallo. Uhm... Bitte, Denize ist okay." Sie hebt nervös die Hand und schüttelt über sich selbst den Kopf. Obwohl sie schon mitbekommen hat das Jordyn Sehbehindert ist, wirft sie kurz einen Blick über die Schulter zurück um sicher zu gehen, dass dort niemand anderes steht.
Jordyn macht einen Schritt beiseite und lässt das Mädchen eintreten. "Denize.", korrigiert er sich, reicht ihr die Hand entgegen und wartet darauf, dass sie zum Gruß ergriffen wird. "Ich bin Jordyn. Bitte mach es dir bequem. Möchtest du etwas trinken?"
"Freut mich, Jordyn." Denize schüttelt ihm leicht die Hand und tritt sich umsehend an ihm vorbei, darauf bedacht nichts umzustoßen. Der Grundriss ist hübsch, denkt sie. "Gerne, ein Wasser..." sie setzt sich leicht umständlich auf einen der Sessel im Wohnzimmer und ihre Fersen danken es ihr. "Ihr habt so viele Pflanzen, das finde ich schön." sagt sie um etwas positives zum Chaos zu sagen und lässt den Blick durch den Raum schweifen.
Stumm seufzend bewegt Jordyn sich der Wand entlang zur Küche. In Gedanken hofft er, dass Tania nicht wieder alles zu gestellt hat. Vor dem Gast wäre es ihm unangenehm, den halben Hausstand zu zerbrechen. Vorsichtig, beinahe ängstlich, tasten seine Finger die Arbeitsplatte ab. Trotz einiger Hindernisse gelingt es ihm unfallfrei, das Getränk zur Sitzecke zu bringen. "Ich fürchte, die werden nicht mehr lange bei uns wohnen, wenn sich niemand findet, der mir bei der Pflege hilft." Obwohl keinerlei Vorwurf in seiner Stimme mitschwingt, wird die Dringlichkeit der Unterstützung deutlich. "Um ehrlich zu sein,", Jordyn setzt sich und dreht den Kopf in Denize' Richtung, "ich habe noch nie so ein Gespräch geführt. Und Tania scheint sich zu verspäten. Sie hat sehr viel um die Ohren. Darum brauchen wir auch jemanden, der sich um den Haushalt kümmert. Ich kann zwar helfen, aber ich kann nicht für sauberes Geschirr garantieren."
Bewundernd schaut sie Jordyn zu und ist kurz davor aufzuspringen und ihm entgegen zu kommen. Aber sie weiss, dass die meisten Sims mehr oder weniger zurecht kommen und will nicht Ungestüm wirken. "Ich auch nicht." sagt sie lächelnd und bedankt sich für das Glas. Sie hält es in beiden Händen über dem Bauch. Unsicher ob sie ihr Baby erwähnen soll, zögert sie. "Also es ist so, das ich... wir, mein Freund und ich in eine eigene Wohnung ziehen wollen. Ich weiss noch nicht genau wo. Er arbeitet zwar aber ich fürchte für alles wird das Geld nicht reichen. Wir gehen ja alle noch zur Schule..." sie lacht verlegen. "Ich würde mich wirklich gern um Pflanzen und Geschirr kümmern." Schnell fügt sie an, "Und um alles andere was so anfällt..."
Sie geht noch zur Schule ... dann ist sie wirklich so jung, wie sie klingt. "Zu den Aufgaben würde alles gehören, was ich nicht tun kann. Abwasch, kochen, Wäsche sortieren und anstellen. Aufhängen kann ich es selbst, aber gegebenenfalls bräuchte ich Hilfe beim wegräumen. Ich gieße die Pflanzen, kann sie aber nicht von abgestorbenen Blättern befreien. Und die Post. Ich brauche jemanden, der mir die Briefe vorließt und sie abheftet. Und ich bräuchte Hilfe beim Einkaufen. Ich vergesse bestimmt einiges, aber das wären im Groben die Aufgaben." Einen kurzen Moment überlegt Jordyn, ehe er weiter spricht: "Bist du sicher, dass das nicht zu viel wird ... neben der Schule?"
Denize schüttelt den Kopf. "Ich habe sonst keinen Job, das geht in Ordnung." Wieder zögert sie, "Ich könnte mich nach einer Wohnung hier in der Nähe umsehen. Das wäre praktisch."
Mit einem Seufzen betritt Tania den Wohnkomplex und läuft zur Haustür. Ihre Augen fühlen sich schwer an, der Ärger über die Unzuverlässigkeit ihrer Kollegen lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Und dann sind da noch die Gedanken an das bevorstehende Bewerbungsgespräch mit Jordyn und der potenziellen Haushaltshilfe.
Nervös schließt sie die Tür auf und betritt den Wohnraum. Ohne einen Blick dort hinein zu werfen, lässt sie ihren Rucksack auf den Boden fallen und zieht ihre engen Schuhe aus. "Bin wieder da!", ruft sie laut durch die Wohnung.
Nach ein paar Sekunden richtet sie ihren Blick auf und erblickt Jordyn mit einem Gast. Denize? Was will die denn hier? Verwirrt gibt Tania ein kurzes "Hallo" von sich.
"Hier im Haus sind noch Wohnungen frei.", merkt Jordyn gerade an, als ihm die vertrauten Schritte Tanias ans Ohr dringen. "Meine Mitbewohnerin kommt." Kaum hat er den Satz ausgesprochen, ist der Schlüssel in der Tür zu hören.
"Tani, darf ich vorstellen? Das ist Denize. Sie hat sich auf die Stelle beworben. Denize - das ist Tania."
Den Kopf leicht zur Freundin geneigt, fährt er unbeirrt fort: "Du bist spät und sicher erschöpft. Möchtest du dich einen Moment ausruhen? Wir können auf dich warten. Das heißt, wenn du die Zeit hast, Denize."
Direkt hier? Das ist... "Hi Tania." lächelt Denize verlegen. Obwohl sie wusste wer hier wohnt, ist die Begegnung etwas seltsam. "Mh, ja, wir kennen uns aus der Schule..." erweitert sie kurz. "Ich hab Zeit." sagt sie zu Jordyn.
Mit großen Augen betrachtet Tania Denize. Ungläubig bringt sie hervor: "Du willst hier arbeiten?" Ihre Stimmlage ist hoch und das Entsetzen ist deutlich heraus zu hören.
Tania kennt Denize nur als Mitschülerin. Bisher hat sie keine große Meinung zu ihr gehabt. Still, freundlich, Freundin von Chip. Und mittlerweile schwanger. Das ist nicht mehr zu übersehen. "Für wie lange denn?", kann sich die Rothaarige nicht verkneifen.
Irritiert verfolgt Jordyn den Austausch. Eine gewisse Unsicherheit liegt in der Luft. Hätte er geahnt, dass die Mädchen sich kennen, hätte er anders mit Tania über den Termin gesprochen. Die Situation muss für beide merkwürdig sein. Hat Denize gewusst, dass sie ihre Mitschülerin hier antreffen würde?
Denize schluckt. "Wenigstens bis ich den Abschluss nachgeholt habe und danach werd ich sowieso zu Hause sein... also kann ich auch weiter machen wenn ihr zufrieden seit." sie schaut auf ihren Bauch, faltet die Hände fast flehend davor und sieht ihre Mitschülerin an. "Bitte... niemand stellt mich so ein... aber es ist kein Problem, versprochen." 
Skeptisch betrachtet Tania die Schwangere und erinnert sich daran zurück, dass sie auch selbst in der Situation hätte sein können. "Was meinst Du denn dazu, Jordyn?" Sie kennt ihren Mitbewohner, herzlich und mitfühlend würde er Denize auch mit Drillingen anstellen. Aber wird sich die Schwangerschaft negativ auf ihre Arbeitsweise auswirken? Und was würde Liza dazu sagen? Tanias Ziel ist mehr Ordnung und vor allem Ruhe vor Jordyns Mutter zu haben, doch wenn sie erfährt dass die Haushaltshilfe in Umständen ist, wäre das nur die Ruhe vor dem Sturm.
'Niemand stellt mich so ein. Aber es ist kein Problem. Versprochen.' Jordyn hat keine Ahnung, was das bedeutet. "Ich ... bin verwirrt.", gesteht er. "Gibt es ein Problem?"
Denize reibt sich die Stirn und gibt sich mühe nicht zu weinen. Sie muss einen guten Eindruck machen. "Ich bin schwanger." sagt sie. "Ich dachte wenn ich hier nahe wohnen kann, kann ich das auf jeden fall handeln. Ich wollte immer Theaterpädagogin werden... ich bin engagiert und fleissig. Ich schaffe das." sagt sie nervös. Sie möchte diesen Job, unbedingt.
Hat sie ihm etwa nichts davon gesagt?, seufzend schüttelt Tania den Kopf. So kann das doch nichts werden. Räuspernd sieht sie sich um. Denize würde sich freiwillig dieses Chaos antun. "Ich habe zwei wichtige Bedingungen.." Innehaltend denkt die Rothaarige nach. "Nein.. Drei! Erstens unterstützt Du uns. Ich will hier keine halben Sachen vorfinden, nur weil Jordyn deine Arbeit nicht sehen kann." Die Arme verschränkend steht Tania direkt vor ihr.
Was denkt sie von ihr? Denize schluckt den Ärger herunter. Sie schreibt gute Noten, war noch nie schlampig im Gegensatz zu anderen hier Anwesenden. Sie schüttelt den Kopf. „Natürlich.“ sagt sie.
Nickend stellt Tania die zweite Bedingung: "Wenn Termine vereinbart werden, sollten sie auch eingehalten werden. Ich habe keine Lust, dass das eine Woche klappt und dann ständig der Haushalt liegen bleibt, weil Du zum Arzt musst oder wegen sonst welchen Wehwehchen." Der harsche Tonfall lässt selbst die Rothaarige erschaudern. "Also.. wenn mal irgendwas sein sollte, okay, aber nicht ständig."
„Mir gehts gut.“ sagt Denize und gibt sich Mühe nicht trotzig zu klingen. „Tania. Du kennst mich…“ sie fehlt niemals in der Schule, warum sollte sie es bei der Arbeit tun?
Schwanger. Jordyn senkt nachdenklich den Kopf. Sie weiß, dass er blind ist und hat es verheimlicht. Was sagt das über ihren Charakter aus? Das Gefühl, von ihr hinters Licht geführt worden zu sein, kriecht ihm in den Nacken. Wäre Tania nicht aufgetaucht ... hätte sie es ihm noch gesagt? Wäre sie das Risiko eingegangen, den Job nicht zu bekommen? 'Niemand stellt mich so ein.'
"Ich denke, was Tania damit sagen will, ist, dass körperliche Arbeit zunehmend anstrengender wird. Sie möchte bestimmt nur sichergehen, dass du dir der Herausforderung bewusst bist."
Zustimmend nickt die Mitbewohnerin und benennt ihre letzte Forderung. "Stillschweigen! Ich brauche hier niemandem was vor zu machen, mein Ruf in der Schule ist nicht der Beste. Es muss nicht noch schlimmer werden. Egal, was hier passiert oder besprochen wird, keiner wird davon erfahren. Auch nicht Chip! Okay?" Mit erwartungsvollem Blick mustert sie die Schwangere.
„Es geht auch mich nichts an.“ sagt Denize. „Ich möchte wirklich nur ehrlich Geld verdienen. Das hier,“ sie zeigt mit den Handflächen nach unten, „ist mir wichtig. Und auch, dass ihr zufrieden seid.“
Noch immer wirkt Jordyn nachdenklich. "Wann kannst du anfangen?", fragt er.
Unschlüssig und mit einem Funken Hoffnung schüttelt sie den Kopf. „Sofort, eigentlich.“ Sie sieht Tania an, „Nur eine Frage…“
Erwartungsvoll wird sie daraufhin von der Rothaarigen angesehen.
"Welche?", wirft Jordyn ein, ohne zu ahnen, dass er nicht gemeint ist.
„Ich weiss nicht wegen Adrian.“ sie reibt sich die Hände, „Jordyn sagte hier ist eine Wohnung frei. Das würde sich anbieten. Wenn wir da einziehen wäre das für mich und für euch gut.…“ sie sieht beide an. „Aber…“
"Dein Freund.", hakt Jordyn nach, um sicher zu gehen, dass er folgen kann.
„Ja.“ sagt Denize. „Ich kann ihm sagen, dass er nichts sagen soll… wenn ihr das möchtet. Aber er wird es halt… wissen… das ich hier arbeiten würde.“
"Tut mir leid, ich kann nicht folgen." Irritiert versucht Jordyn, etwas aus der Stimmung aufzufangen. Irgendetwas ist Denize unangenehm. Aber er kennt weder sie, noch ihre privaten Umstände und ebensowenig ist er im Bilde, was in der gemeinsamen Schule der Mädchen passiert. "Warum ist das ein Problem?"
„Ich meine nur weil Tania sagte er soll nichts erfahren…“ sagt Denize. „Sein Spitzname ist Chip…“
"Wie gesagt..", wiederholt die Angesprochene nun. "Keine Details, ansonsten passt es für mich."
Denize nickt.
„Ich meine. Ja. Kein Problem.“
"Okay, wenn dann keine Fragen mehr sind, würde ich gern die Nummern austauschen und vorschlagen, wir versuchen unser Glück." Jordyn legt sein Telefon auf den Tisch vor sich ab.
Erfreut sagt Denize: "Ja? Oh Danke." sagt sie und nimmt das Telefon. Sie tippt ihre Nummer ein und stockt ein paar mal da ihr alles vorgelesen wird. Sie legt das Handy zurück. "Wirklich. Vielen Dank." sie strahlt beide an.
"Ja, dann.." Tania hebt die Hand. "Was Bezahlung betrifft, macht Jordyn mit Dir aus. Ich leg mich jetzt hin." Mit einem gezielten Schwung nimmt sie den Rucksack vom Boden und schlendert in ihr Zimmer.
Jordyn wartet, bis er die Tür im Schloss klicken hört. Er räuspert sich, steht auf und kommt zu Denize herüber, um leise sprechen zu können. "Ich verstehe, warum du deine Schwangerschaft verheimlicht hast.", beginnt er mit friedvollem Unterton. "Ich wünschte allerdings, du hättest es mir von vornherein gesagt. Ich bin darauf angewiesen, dass ich dir vertrauen kann." Einige Sekunden schweigt er, nach Worten suchend, ihr die Notwendigkeit begreiflich zu machen. "Ich möchte, dass wir ehrlich miteinander umgehen. Und ich hoffe, dass du mir in Zukunft erzählst, wenn du wegen etwas Sorge hast." Er nimmt die Brille ab und lenkt den leeren Blick in ihre Richtung. Seine hellen Augen schauen leblos an ihr vorbei. "Sind wir uns einig?" 
Denize blickt ihn an. "Jah.. nein... ich wollte es nicht verheimlichen... ich wollte nur einen besseren... ersten Eindruck machen..." sagt sie besorgt, "Tut mir Leid. Ich dachte ich hätte sonst sowieso keine Chance..." Ihre Gedanken schweifen zu den vielen Absagen. "Ich dachte wenn du erst siehst, wie ich bin... egal... Keine Geheimnisse." sagt sie lächelnd.
"Danke. Das ist wichtig für mich." Wieder die normale Lautstärke anstimmend, geht er zurück zu seinem Platz. "Ich sollte dich noch vor meiner Mutter warnen. Sie kommt manchmal unangekündigt her und ...", er schmunzelt verlegen, "versucht, mich zu retten. Sie ist ... nicht einfach. Sehr anspruchsvoll. Aber sie hat hier nichts zu entscheiden. Wenn sie dich hier sieht, wird sie nicht erfreut sein. Lass dich davon bitte nicht beeindrucken. Und sage es mir ruhig, wenn sie ... Grenzen überschreitet. Ich kläre das dann mit ihr."
Unsicher was das bedeutet, nickt Denize. "Okay." Sie entscheidet es auf sich zukommen zu lassen. "Dann werde ich jetzt gleich den Vermieter hier nach der freien Wohnung anfragen." sie lächelt, "Danke für den Tipp. Und für die Chance."
Denize geht nach Windenburg
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha und @Spatz )
#12
Charaktere: Jordyn
Geschichtsstrang: Aufstehen
Die Tür fällt ins Schloss und plötzlich kehrt Stille in der Wohnung ein. Lediglich der eigene Atem liegt dem Teenager in den Ohren.
Die Augen starren leblos an die Zimmerdecke, obwohl sie ebenso geschlossen bleiben könnten. Für Jordyn macht es keinen Unterschied.
Seit gefühlten Stunden liegt er so da, von den Gedanken des gestrigen Einstellungsgespräches nicht loskommend, hört er wieder und wieder die Stimme seiner Mitbewohnerin und Freundin in seiner Erinnerung. '...ich will hier keine halben Sachen vorfinden...'
Bei den Verhandlungen mit den Eltern hatte Tanias Kompromisslosigkeit ihn tief beeindruckt. Voller Überzeugung und Zielstrebigkeit hatte sie für sich selbst eingestanden und ihn aus den Fängen der Überbehütung befreit. Voller Stolz hatte er ihr dabei zugehört, wie sie die Diskussion anführte. Nicht zuletzt hatte dieser Einsatz ihn mit liebevoller Wärme erfüllt.
Warum also stößt ihm ihr gestriges Verhalten so sehr auf, dass er darüber nicht schlafen kann? Die selbe Tania, der selbe Kampfgeist, lassen ihn seither nicht los. '...keine Lust, dass das eine Woche klappt und dann ständig der Haushalt liegen bleibt ...'
In seiner Brust zieht sich etwas zusammen. Das ist nicht seine Tania. Oder hatte er diese Seite an ihr nur vorher nie gesehen? Unwillkürlich fragt er sich, wie sie wohl aussah, als sie Denize ihre Forderungen stellte. War sie angespannt? Hochmütig? Lag Triumph in ihrem Gesicht?
Zwar ist Jordyn in der Lage, feinste Stimmungsschwankungen im Tonfall eines Sim herauszuhören, die Sehende meist nicht wahrnehmen, doch bleibt ihm die Körpersprache verwehrt.
Nicht zum ersten Mal erwischt er sich bei dem Gedanken, der Umzug könnte ein Fehler gewesen sein. Seit Wochen steigert sich die Unzufriedenheit in ihm. Wie gern würde er all das mit Shane besprechen ... Jordyn wagt es nicht, irgendwen sonst mit seinen Sorgen zu behelligen. Wen auch? Tania ins Gesicht sagen, dass ihre Rettungsaktion ein Fehler war? Das würde sie zerstören.
Jadyn? Die Brüder verbindet längst nicht mehr ein so starkes Band, wie einst. Er würde ihm nur die Freundschaft zu Tania vorhalten.
Ein Wort gegenüber Liza und seine Mutter würde ihn zurück nach Willow Creek zerren - und ihn Zeit seines Lebens nie wieder gehen lassen.
Und sein Vater? Patrick hat immer Verständnis für ihn aufgebracht. Doch auch ihm gegenüber wagt Jordyn nicht, seine wahren Gedanken zu teilen. Ist es die Sorge, die erkämpfte Selbstständigkeit aufgeben zu müssen? Eine fragwürdige Unabhängigkeit, wie er zugeben muss - büßt er doch mehr und mehr seines Selbstvertrauens ein.
Ihm fällt durchaus auf, dass er seltener sein Zimmer verlässt. All die Male, in denen er über Tanias Schuhe und Taschen stolperte, Dinge umwarf und zerbrach, sich sogar verletzte, keimen in seiner Sicherheit auf und zerreißen den hart erkämpften Mut, sich allein fortzubewegen.
Wie eine parasitäre Pflanze schlagen die Zweifel ihre Wurzeln in sein Gemüt, ernähren sich von den vielen kleinen Zwischenfällen und durchbrechen die Hülle - seine Selbstständigkeit.
Er ist ein Gefangener seiner selbst erwählten Umstände.
Eine Träne rinnt Jordyn aus dem Auge, das Jochbein hinab und hinterlässt eine kühle Spur bis zum Ohr. Den Brocken der Verzweiflung herunterwürgend wischt Jordyn sie mit dem Handrücken weg und registriert erst jetzt unter welcher Anspannung er steht.
Die einzige Hoffnung findet er in Denize. Es muss einfach klappen. Ohne ihre Unterstützung hat er keine Chance, sein eigenes Leben zu führen. Ein Leben, das er sich so sehr ersehnt, dass es körperlich schmerzt. Frei und selbstbestimmt möchte er sein. Wie jeder andere auch. Das ist nicht zu viel verlangt, findet er, und zwingt sich schließlich zum Aufstehen.
Chip kommt von Windenburg
Denize kommt von Windenburg
Charaktere: Jordyn, Tania, Chip, Denize, Nouki
Geschichtsstrang: Zukunftsplanung und Stolpersteine II
Jordyn wischt sich die Hände an dem Handtuch ab. Eine Sekunde lauscht er in die Wohnung hinein. Auf der anderen Seite der Tür sind keine Geräusche zu vernehmen und so lässt er von seiner Skulptur ab, um die Tür zu öffnen. Die meisten Sims sind ungeduldig, wenn es darum geht, Einlass zum Wohnraum zu bekommen, doch die Sorge, auf dem Weg zum Besucher auf Hindernisse zu stoßen, liegt ihm im Nacken und so dauert es einen Moment, bis Jordyn schließlich die Klinke in der Hand hält. Die Sonnenbrille aufs Nasenbein schiebend, öffnet er und nimmt einen bekannten Duft wahr. "Hallo, Denize.", grüßt er das Mädchen überrascht. Noch während er in Gedanken nach einem Grund für ihr außerplanmäßiges Erscheinen sucht, bemerkt er etwas anderes. Jemand ist bei ihr. Ein herberer Duft geht von der zweiten Person aus, vermutlich männlich. "Du bist nicht allein.", stellt er fest und wendet das Gesicht um einige Zentimeter zu dem ihm fremden Sim.
"Hm." Denize lächelt geräuschvoll, "Hallo Jordyn. Das ist mein Freund Adrian. Wir haben grade die Wohnung oben besichtigt und wollen sie nehmen." Freude überkommt sie plötzlich bei dem Gedanken, "Ist das nicht toll?"
Sie versucht offensichtlich eine Stimmung zu heben die nicht da ist. "Wenn wir Nachbarn werden, solltet ihr euch kennenlernen." schickt sie kleinlaut hinterher, um so zu tun als wäre das der Grund warum sie klingeln.
Tania liegt auf ihrem Bett und stöbert gedankenverloren im Internet, als die Klingel ertönt. Durch die geschlossene Tür nimmt sie ein paar gedämpfte Stimmen wahr. Ist das nicht eine Frauenstimme? Neugierig legt sie das Handy weg und überlegt. Liza war heute schon da, ihre Mutter hätte sich angemeldet. Wie eine Spionin legt sie ihren Kopf an die Tür und kann die Stimme zuordnen: Denize! Tania richtet ihr Outfit und kommt aus ihrem Zimmer. Zielstrebig geht sie zur Haustür. "Hallo", grüßt sie die Schwangere, als sie auch Chip erkennt. Stimmt, da war ja was..
Tani wohnt auch hier Denize' letzter Satz, die Bedeutung des Namensschildes, und was sie über ihre Anstellung gesagt hat, kollidieren noch in Chips Gedanken, als die Tür geöffnet wird und er einem ungefähr gleichalten Sim mit Sonnenbrille gegenüber steht. Aber die macht noch keinen Blinden... Bevor er zu Wort kommt, stellt ihn Denize vor. "Hi." Er lässt das 'Adrian' stehen, schließlich will er mit dem Typ keine Freundschaft etablieren. "Ja, wie's aussieht werden wir Nachbarn, aber das ist nicht der Grund warum ich hier bin." sagt Chip ungerührt. "Ich will den 'Jungen' kennen lernen, der meine schwangere Freundin eingestellt hat." Im selben Moment taucht eine weitere Person neben Jordyn auf. Es stimmt also. Tani. Für ein paar Sekunden sprachlos, starrt er seine Klassenkameradin an. "Das ist nicht euer Ernst. Ihr wohnt hier zu zweit und Denize soll bei euch putzen?"
"Das wäre dann wohl ich." Aufgeschlossen freundlich reicht Jordyn dem Größeren die Hand. 
"Ich weiß, dass das eine ungewöhnliche Konstellation ist. Aber niemand SOLL hier etwas tun. Denize hat mir ihre Unterstützung angeboten. Die übrigens wesentlich mehr beinhaltet, als zu putzen. Aber bitte,", Jordyn tritt aus der Tür, "Kommt doch erst mal rein und macht es euch bequem. Dürfen wir euch zu Trinken anbieten?" Wie von seiner Mutter gelernt, wird in Jordyn das Programm 'guter Gastgeber' abgespielt.
Denize reagiert freundlich auf Tani und lässt sich nicht anmerken wie sehr ihr Chip auf die Nerven geht mit seinem chauvinistischen Beschützertrieb. Sie nimmt lächelnd das Angebot an und wirft ihrem Freund einen Blick zu, der besagt, er soll nicht so forsch sein.
„Vielen Dank, für mich nichts.“ sagt sie und setzt sich auf das Sofa. Die Hände faltet sie zwischen den Oberschenkeln, so als fühle sie sich unwohl. Sie weiss nicht was auf sie zu kommt, aber der letzte Satz von Chip, in Kombination mit Jordyns Antwort, macht ihr jetzt schon Sorgen.
Tania indes beobachtet die Gäste und setzt sich ebenfalls auf einen freien Platz. Ganz wohl ist ihr die Kombination aus Jordyn, Denize und Chip nicht. Viel hatten die Mitschüler bisher nicht zu schaffen und das schlechte Gewissen gegenüber ihrem Mitbewohner macht die Sache nicht besser.
Denize' Blick auffangend, bleibt Chip unschlüssig neben dem Sofa stehen. Sein aufgewühltes Inneres kommt nicht zur Ruhe. Kopfschüttelnd lehnt er Jordyns Getränkeangebot ab, ehe ihm wieder einfällt, dass er es mit einem Blinden zu tun hat. "Danke, nein.“, ringt er sich ab. "Beinhaltet 'wesentlich mehr' als putzen?" wiederholt er misstrauisch, ohne den Blick von Tani zu nehmen, aber an Jordyn gerichtet. "Was soll das heißen?" Ist Denize hier Mädchen für alles und soll die beiden noch bespaßen? In Chips Körpermitte beginnt sich ein heißer Energieball zu bilden. Er stützt sich mit den Armen auf der Sofalehne hinter Denize ab und sieht jetzt zu dem Teenager. 
"Das heißt, sie unterstützt mich im Alltag." Jordyns Ausdruck bleibt freundlich. Zwar bemerkt er die in der Luft liegende Anspannung, sieht aber keinen Grund, darauf einzugehen. Denize hatte bereits erwähnt, dass ihrem Freund die Situation nicht gefallen könnte - so ist Jordyn nicht überrascht von dessen kritischen Fragen. "Beispielsweise öffnet und ließt sie Post für mich. Die Gesellschaft ist leider noch nicht so weit, dass Briefe in Brailleschrift versendet werden."
In Denize brodelt Stress und Wut. Adrian führt sich auf, als wäre er ihr Vater. Zwar nicht WIE ihr Vater, aber 'ein' Vater. Denize kann selbst entscheiden was sie kann und was nicht. Sie vergräbt das Gesicht in den Händen und sagt vorerst nichts, so lange sie nicht ruhig genug ist. Sonst wird das mit Sicherheit eine unschöne Szene. Sie ist froh das Jordyn diese Geste nicht sehen kann. 
Die Spannung beeinflusst auch Tania, die sich ruckartig mit ins Gespräch einbindet. "Ja ... und eh ich kann nicht 24/7 Jordyn zur Seite stehen. Neben der Schule gehe ich arbeiten und durch seine Einschränkungen erhält er finanzielle Hilfe, um Denize zu bezahlen." Nervös beobachtet die Rothaarige Chip. Wieso guckt er mich so an?!
Sie leisten sich Personal, weil Tani so furchtbar viel zu tun hat? Um Beherrschung ringend, hält Chip den Blick krampfhaft auf Denize gerichtet. Jordyn wäre noch akzeptabel, wenn er tragisch auf sich allein gestellt wäre. Aber das. Was für eine Demütigung. Sein Brustkorb hebt und senkt sich schneller. Inbrünstig wünscht er sich, dass seine Freundin nicht vor ihm auf dem Sofa säße. Auf seiner Zunge formen sich schon deutliche Worte, was Tani weniger 'treiben' könnte, damit ihr mehr Zeit für Hausarbeit bleibt. Die ganze Schule weiß, wie beschäftigt sie in ihrer Freizeit ist. Die Hitze breitet sich aus und besiedelt seine gesamte Bauchregion. Er schluckt zweimal trocken und zählt auf...zwei. "Das ist natürlich ganz! was anderes. Ich hab auch nen Butler und Chauffeur, weil ich noch zwei Jobs neben der Schule her hab, um unsere Zukunft zu finanzieren. Die zahlt auch das Amt.“ bricht es aus ihm heraus. " Dass du das lesen verlernt hast merkt man im Unterricht gar nicht." greift er sarkastisch Jordyns Äußerung zur Post auf. Denize' Wutausbruch in Kauf nehmend, setzt er nach. "Das meine Freundin deinen Dreck mit weg putzt akzeptier ich nicht."
Schockiert und mit großen Augen steht der Rothaarigen der Mund offen. So sehr sie sich anstrengend, doch kein Ton kommt über ihre Lippen.
"Bei aller Freundlichkeit,", Jordyn steht noch immer bei Chip und richtet den Blick nah an ihn vorbei, "es war die Entscheidung deiner Freundin, diesen Job anzunehmen. Wenn dir das nicht gefällt, tut mir das leid für dich, für euch, aber vor allem für Denize. Ich habe den Eindruck, dass sie sehr gut weiß, was sie möchte und was nicht. Tania hat damit nichts zu tun und ich möchte dich dringend bitten, deinen Ton zu mäßigen. Ich verstehe, dass du aufgewühlt bist. Du stehst unter großem Druck. Und wenn ich,", sich selbst unterbrechend schwenkt Jordyn die Aufmerksamkeit zu den Möbeln, wo die Mädchen sitzen, "wenn WIR etwas für dich, oder euch, tun können, dann wäre ich froh, wenn ihr uns das mitteilt. Wir wollen doch alle nur in Frieden leben, einigermaßen gut zurecht kommen und wir alle brauchen Unterstützung. Auf die eine oder andere Weise. Und jetzt setz dich bitte und versuche, dich zu entspannen."
Erstaunlich wie beruhigend der Junge auf sie wirkt. Denize erkennt, dass sie das verlernt hat. „Er hat recht, Adrian….“ sie dreht sich zu ihm und sieht ihn mit Rehaugen an, „Nimm mir diese Entscheidung nicht weg…“
Jordyns Worte bringen Tania aus ihrer Schockstarre und sie ringt sich um ein Lächeln.
Chips gesamtes Inneres sträubt sich dagegen, Tani auszuklammern. Wenn sie hier wohnt, kann sie auch aufräumen und Briefe vorlesen. Punkt. Trotzdem lässt ihn etwas in Jordyns Wortwahl aufhorchen. Du stehst unter großem Druck Jordyn weiß nichts von all den anderen Sachen, die derzeit zu bewältigen sind. Er spricht über die Schwangerschaft und die damit verbundenen Herausforderungen. Dennoch hat er unwissentlich den Finger direkt auf den wunden Punkt gelegt. Gefühlt vergeht kein Tag, ohne dass irgendetwas Neues dazu kommt, was die Lage noch komplizierter macht, als sie ohnehin schon ist. So wie heute. Immer öfter fühlt sich Chip wie ein wandelndes Pulverfass, dass jeden Augenblick explodieren kann. Die Worte des blinden Teenagers geben ihm das Gefühl, dass er gesehen wird. Paradox, aber wahr.
Schließlich ist es Denize', die ihn knackt und tief durchatmen lässt. Es tut weder ihr noch dem Baby gut, wenn sie sich so aufregt. Mit steinerner Miene schießt er noch einen vernichtenden Blick zu Tani und setzt sich neben seine Freundin auf das Sofa. "Kann ich bitte ein Glas kaltes Wasser haben?"
"Natürlich." Jordyn bewegt sich zur Küche, wo er bemüht zielsicher das Glas aus dem Schrank nimmt. "Wann zieht ihr ein?", fragt er ehrlich interessiert, als er das Wasser einen Augenblick darauf auf dem Tisch abstellt und hinter der Couch entlang zum Sessel geht, der ihm in den letzten Wochen ein geliebter Stammplatz geworden ist. Stehen die restlichen Möbel eher offen im Raum, fühlt Jordyn sich wohler in der Ecke, als gäbe sie ihm Schutz vor all den unerwarteten Berührungen und Begegnungen, die im Alltag auf ihn einprasseln könnten.
Die Lage scheint sich zu entspannen. Denize nimmt sich vor, später unter vier Augen mit Chip zu reden - oder auch nicht - je nach Stimmung.
„Ich hoffe Bald. Es klang zuversichtlich.“ Dann muss sie nicht mehr von Willow Creek bis hier pendeln. Um ihre Vorfreude zu unterstreichen, greift sie Chips Hand und hofft inständig, dass sein Hitzkopf abgekühlt ist.
Glücklicherweise bringt Jordyn Chip das Glas Wasser, denn nachdem der erste Schock verflogen ist, breitet sich in Tania Wut aus. Wie kann er es wagen?! Das Glas Wasser hätte sie ihm womöglich ins Gesicht gekippt und dann wäre die Situation komplett eskaliert.
Für einen kurzen Moment schließt die Rothaarige ihre Augen und versucht lange ein- und auszuatmen. Er weiß nichts über dich und abgesehen davon ist er kein Deut besser.
Angenehm kühl rinnt das Wasser durch Chips Kehle. Die Hitze im Bauch löscht es aber nicht. Er beobachtet wie Jordyn den Platz wechselt und Tani ihn aufgebracht anfunkelt. Das verschafft ihm eine gewisse Befriedigung. Wohl doch ins Schwarze getroffen. Das Bedürfnis ihr weiter die Meinung zu sagen, drängt wieder nach oben. Denize' Berührung lenkt ihn ab. Schweigend sieht er auf ihre ineinander verschränkten Finger, dann hebt er den Kopf und richtet das Wort an Jordyn. "Was ist mit der Sicherheit? Was, wenn Tania außer Haus aktiv ist und Denize von einer Leiter stürzt oder ausrutscht..womöglich auf den Bauch fällt, ungelenk, wie sie bald sein wird?" Er sieht Denize an und runzelt die Stirn. " Dann ist ein blinder Junge dein einziger Beistand." Er wendet den Kopf in Richtung Sessel. "Nichts für ungut,Jordyn, aber mir macht das ganze Angst."
Jordyn senkt nachdenklich den Kopf. "Das verstehe ich." Für einen kurzen Moment vom Gefühl der eigenen Ohnmacht, abgelenkt, sieht er sich konfrontiert mit all den Unzulänglichkeiten, die seine Erblindung mit sich brachte. Bestimmt wäre er nicht als Ersthelfer geeignet. Aber das macht ihn nicht zu einem Sicherheitsrisiko. "Ich habe dazu eine Gegenfrage.", setzt er an. "Denize, bist du den ganzen Tag in Gesellschaft? Bist du nie allein irgendwo?"
Sie schaut bei Chips Worten schon auf und sagt Jordyn antwortend, „Genau das wollte ich auch sagen.“ an ihren Freund gerichtet, „Das kann genau so gut bei uns passieren und Jordyn kann einen Notruf wählen was sogar noch besser ist, als wenn ich allein zu Hause bin!“ Sie atmet schwer aus, „Adrian, bitte hör auf Gründe zu suchen warum das keine gute Idee ist. Du redest dich in Rage…“ Das ist so peinlich. Ihr ist nach gehen zu mute und macht sich mental darauf bereit sich mit dem schweren Bauch aufzustemmen.
Außer Haus aktiv? Tania dreht sich gefühlt der Magen um und ihre kurzfristige Entspannung ist wieder verflogen. Glücklicherweise ist Jordyns Verstand Tanias Waffe, denn seine Gegenfrage lässt ihrer Meinung nach Chip dumm dar stehen. Mit einem siegreichen Blick sieht sie zu Chip und grinst. Selbst Denize ist von seinem Verhalten nicht begeistert. "Ja, hör mal lieber auf deine Freundin, anstatt hier schlechte Stimmung zu verbreiten. Wir wollen hier Harmonie in der Nachbarschaft. Es wäre schön, wenn Du dich dem fügen könntest." So sehr sie sich auch bemüht hat, doch ihr schnippiger Unterton ist nicht zu überhören.
Chips Kopf ruckt herum, als Tani sich äußert. "Es geht hier nicht um schlechte Stimmung machen, sondern.." Er verstummt, weil ein energisches Klingeln an der Wohnungstür ertönt.
Überrascht dreht sich die Rothaarige zum Hauseingang. "Ich geh schon", sagt sie, damit Jordyn sitzen bleibt und öffnet gespannt die Haustür.
"Hi Tani, Überraschungsbesuch." Nouki grinst und umarmt ihre Freundin. "Schön dass du auch daheim bist, ich wollte zu Jordyn."
Den Anblick der Freundin nimmt Tania das Angespanntsein. "Hey, schön Dich zu sehen!" Eine Unterstützerin kann sie gut gebrauchen. "Komm rein, komm rein", drängt sie Nouki und zieht sie in die Wohnung.
Nouki folgt ihrer Freundin amüsiert. Warum so stürmisch? Verwundert entdeckt sie im Wohnzimmer Chip und Denize. Sie begrüßt alle und setzt sich. "Was habt ihr denn grade für eine Versammlung hier?" fragt sie interessiert und lächelt vergnügt.
Immer noch angespannt, holt Noukis Auftauchen Chip aus der Denkschleife. Sie weiß offensichtlich dass die beiden zusammen wohnen, wirkt kein bisschen überrascht. Er hebt die Brauen und grinst leicht schief.. "Jordyn und Tania sind quasi unsere neuen Nachbarn und Arbeitgeber in einem."
"Hä?" Nouki nimmt dankend eine Limo von Tani und sieht dann alle der Reihe nach an. "Kann mir das bitte mal einer übersetzen?" fragt sie und kraust belustigt die Nase.
Denize ist erschöpft und steht auf. Ausserdem muss sie pinkeln. "Ich glaube wir sollten jetzt gehn..." sagt sie ausweichend. Dass sie von Jordyn Geld bekommen wird, der in ihrem Alter ist, in dem sie ihn im Alltag unterstützt ist eine Sache. Aber sie vor all den Mitschülern breit treten ist ihr mehr als unangenehm. So hat sie sich das nicht vorgestellt und sie versteht plötzlich wie Tania sich fühlen muss. Niemanden geht irgend etwas davon an. Weder, Tanias Vergangenheit in Verbindung mit ihrer jetzigen Wohnsituation, noch, Denize Schulimage, kombiniert mit dem Baby und dem Job. "Danke, dass wir kurz vorbei schauen durften." sagt sie zu Jordyn und Tania und wendet sich Richtung Tür. 
In Nouki eine Verbündete witternd, zögert Chip. Er steht auf, folgt Denize aber nicht sofort. "Stell dir vor. Wir werden wahrscheinlich eine Wohnung hier im Haus bekommen und.." Mit einer ironischen Verbeugung weist er auf Tani und Jordyn. "..und die beiden hier geben Denize eine Anstellung als Haushalts - Verzeihung - Alltagshilfe, zur Aufbesserung unserer finanziellen Situation. Ist das nicht toll?" Er sieht Nouki bedeutungsvoll an und sein Blick sagt, entgegen seiner Worte: Ist das nicht total daneben?
Seine Intention prallt an Nouki ab, wie Wassertropfen auf poliertem Autolack. "Waas?!" Begeistert sieht sie zu Tania. "Das ist ja super! Zwei Fliegen mit einer Klappe. Euch ist geholfen und .." sie lächelt Chip an. "..und euch beiden auch. Besser geht's gar nicht."
Sie sieht zu Denize. "Es freut mich für dich Denize. Jordyn ist ein Engel und ihr drei werdet sicher ein tolles Team." Freudig blickt sie zu Chip. "Weißt du noch in Mt.Komorebi? Als wir über die Schwangerschaft und all die Sorgen, die du dir deshalb gemacht hast gesprochen haben? Du sagtest..." Sie runzelt die Stirn. "Ich bin froh um jeden der bei uns im Team spielt. Und schon sind zwei mehr an Bord. Ich freu mich." Wieder blickt sie zu Denize. "Ich habe Chip schon gesagt, dass ich euch gerne jederzeit unterstütze, egal wie und wo ich gebraucht werden könnte. Das möchte ich dir gegenüber nochmal bekräftigen. Ihr seid nicht allein."
Bei all der Bewegung im Wohnzimmer hält Jordyn sich regungslos zurück und versucht, dem Geschehen zu folgen. Erst als er die veränderte Frequenz in den Stimmen der jetzt stehenden Personen registriert, erhebt auch er sich, schweigt aber weiterhin. Der Sarkasmus in Adrians Ausführungen entgeht ihm nicht - ebenso wenig wie das Gefühl, das der zukünftige Nachbar damit in ihm weckt. Etwas, von dem er sich vor Jahren abwandte und bis vor Kurzem der Überzeugung war, er hätte es hinter sich gelassen, wirft seinen bedrückenden Schatten auf ihn. Geduldig hatte es sich bedeckt gehalten und auf seine Zeit gewartet. Gegen das Gefühl ankämpfend, eine Last zu sein, begreift Jordyn, dass der damalige Kampf gegen die Depressionen nicht gewonnen, sondern nur pausiert ist.
"Passt aufeinander auf.", hört er sich dem Pärchen zum Abschied sagen, sich selbst bei dem Gedanken erwischend, dass Adrian hoffentlich weniger schuldsuchend mit Denize umgeht, als mit dem Rest der Simheit. 
Wenn Blicke töten könnten, würde Chip jetzt ins Gras beissen. Eingeschnappt wartet Denize nicht auf ihn, antwortet Nouki nur mit einem erzwungenen Lächeln, verabschiedet sich und geht aus der Tür.
"Hab ich was Falsches gesagt?" Verunsichert sieht Nouki zu Chip. Weder Tani noch Jordyn reagieren. "Ich hab's grad nur gut gemeint, kam wohl anders an."
Einen nachdenklichen Blick lang rührt Chip sich nicht, dann schüttelt er den Kopf. "Nein, gar nicht." Er lächelt. "Im Gegenteil." Schwungvoll dreht er sich zu den beiden anderen Teenagern. "Wird schon werden alles. Bis bald." Er hebt grüßend die Hand gen Nouki und folgt Denize nach draußen. 
"Hey, jetzt warte doch mal. Warum rennst du so?" Chip macht ein paar schnelle Schritte und holt seine Freundin ein. Mit gesenktem Kopf hält er mit ihr Schritt und mustert sie aus dem Augenwinkel. "Das lief nicht so gut."
Denize bleibt stehen, obwohl sie lieber herum tänzeln würde um den Harndrang auszuhalten. Bevor sie sich umdreht, schluckt sie den Ärger herunter und sagt mit geladenem Unterton, „Ach was du nicht sagst! Woran das wohl gelegen hat!“
Schweigend sieht Chip sie an. Unterschiedliche Gefühle liefern sich einen Kampf in seiner Brust. Der Ärger dass seine Freundin bei ihrer Klassenkameradin putzen soll, ist noch nicht verflogen. Noukis Worte arbeiten weiter in ihm und Denize zu sehen, wie sie sich jetzt mit seinem Kram herum schlagen muss, tut weh. "Sei bitte nicht ZU sauer..ich..ertrag einfach den Gedanken nicht, dass Tani dir beim putzen zuschaut und womöglich noch Anweisungen gibt." Und auch nicht, dass ich nicht in der Lage bin, dir das zu ersparen Er sieht sie um Verständnis bittend an. "Aber ihr habt ja Recht, Nouki genauso wie du...ich hab das gesagt mit froh sein um jeden der in unserem Team spielt und ..wir beide müssen zusammen halten."
"Was glaubst du warum sie jemanden zum aufräumen anstellen? Weil Tania nicht zu Hause ist! Sie geht zur Schule, sie arbeitet, genau wie du!" Denize muss sich jetzt doch bewegen, weil das Baby ihre Blase malträtiert, "Und was war das mit Nouki? Warum erzählst du ihr das alles, hinter meinem Rücken? Das war so peinlich!" Sie wendet sich um und geht Richtung Bushaltestelle.
„Was ist daran peinlich?“ Chip sieht ihr einen Moment nach und schließt dann schnell wieder zu ihr auf. „Wir sind im Streit auseinander gegangen und irgendwie sind meine Sorgen aus mir raus geplatzt als sie mich gefragt hat wieso du nicht mit nach Komo gefahren bist.“
Denize bleibt stehen und dreht sich ruckartig zu ihm um, "Das geht sie alles überhaupt nichts an!" Zähneknirschend sucht sie nach Worten, bis sie zusammen zuckt und ihre Augen grösser werden. "Au.." kleinlaut legt sie die Hände auf den Bauch.
"Wir sind befreundet, warum sollte ich sie anlü...was ist?" Erschrocken legt Chip seine Hand auf ihre. "Hast du Schmerzen? Das Baby?"
"Ich weiss nicht." sagt sie sich krümmend, "Bring mich bitte zur Ärztin." In Gedanken redet Denize sich gut zu. Sie wurde vorgewarnt, vor allem bei Stress. Obwohl der Streit damit in den Hintergrund rückt, ist die Sache mit Nouki noch nicht vom Tisch.
Noch während sie redet zieht Chip das Handy aus der Tasche und ruft ein Taxi. "Komm, setz dich hin." Behutsam schiebt er sie zu der Sitzbank an der Haltestelle. Scheiße..what the fuck!? Um Fassung bemüht lächelt er sie an. "Taxi kommt, in zehn Minuten sind wir dort."
(in Zusammenarbeit mit @RivaBabylon, @Ripzha und @Spatz)
>>> Chip geht nachWindenburg Nr. 11 - Wohnung von Chip und Denize >>>
>>> Denize geht nach Windenburg Nr. 11 - Wohnung von Chip und Denize >>>
Charaktere: Jordyn und Tania
Geschichtsstrang: Weil wir Freunde sind
Es ist ein ruhiger Nachmittag, als Tania aus ihrem Zimmer tritt und den vertrauten Weg ins Wohnzimmer einschlägt. Seitdem Denise Jordyn unter die Arme greift, hat sich das Zusammenleben verbessert, aber die feinen Spannungen bleiben. Tania hat es sich zur Gewohnheit gemacht, ihre wahren Gefühle und Gedanken, besonders in Bezug auf Liza, zu verbergen. Die ständigen kleinen Reibereien machen sie müde und manchmal fragt sie sich, ob der gemeinsame Haushalt wirklich die richtige Entscheidung gewesen ist.
Aber aufgeben ist nicht ihre Art. Die zusätzlichen Arbeitsstunden in den Ferien helfen, ihren finanziellen Spielraum zu vergrößern. Dennoch gönnt sie sich auch ein paar freie Tage.
Als sie das Wohnzimmer betritt, entdeckt sie Jordyn auf dem Sofa. Der Gedanke, sofort wieder umzukehren, durchzuckt sie, aber sie schüttelt ihn ab. Heute will sie den Mut aufbringen, sich zu ihm zu setzen. Mit einem unsicheren Lächeln auf den Lippen geht sie auf ihn zu und setzt sich neben ihn. Die Anspannung ist deutlich zu spüren, aber sie zwingt sich, ruhig zu bleiben. "Na, was machst du gerade? Ist Denise schon fertig für heute?", fragt sie, ihre Stimme zittert leicht, doch sie versucht, locker zu wirken.

Jordyns Kopf wendet sich einige Zentimeter zur Mitbewohnerin, so dass sie ihn im Halbprofil sieht. Sein Gesicht wirkt gewohnt freundlich. "Sie ... ja, es gab heute nicht viel zu tun." Tanias Ansprache zum Bewerbungsgespräch ist ihm im Gedächtnis geblieben. Daher verschweigt er, dass es Denize heute nicht gut ging und er sie früher in den Feierabend schickte. Gern hätte er mit dem Mädchen darüber gesprochen, was es bedrückt. Vielleicht liegt es an der Anstellung als Haushaltshilfe, dass Denize sich ihm nicht anvertrauen wollte. Vielleicht schwieg sie aber auch aus ganz anderen Gründen.
"Ich denke nach." Jordyns leerer Blick senkt sich, als würde er auf den Boden einige Meter vor sich schauen. Nicht nur Denize trägt Kummer in der Stimme. Auch Tanias Nuancen verraten ihm, dass sie sich unwohl fühlt. Seit dem gemeinsamen Einzug hat sich ihr Verhältnis geändert. Alles hat sich verändert. In seiner Vorstellung lief das WG-Dasein harmonisch und friedlich ab. Tania und er waren entspannt und glücklich und vielleicht hätten sie sich sogar näher kommen können. Wie naiv er gewesen war. Auch wenn er Tania und ihre Gegenwart mag, hätte er im Traum nicht daran gedacht, dass ihr fehlender Ordnungssinn ihn einschränken könnte. Mit Denize' Unterstützung im Haushalt kehrt seine Sicherheit langsam zurück. Doch es ist anstrengend, einen längst gewonnenen Kampf erneut auszufechten. Noch immer gibt es Tage, in denen er sich kaum aus seinem Zimmer wagt. Zu groß ist die Angst, über ein achtlos auf den Boden geworfenes Kleidungsstück zu stolpern.
Doch inzwischen gibt es mehr gute als schlechte Tage. Sich dessen bewusst machend, überwindet er sich immer häufiger, ziellos durch die Wohnung zu streifen - quer durch den Raum, anstatt an den Wänden entlang. "Ist bei dir alles in Ordnung?", fragt er nach einem kurzen Augenblick der Stille.

Tania nickt, obwohl es ihr im Grunde nicht wirklich wichtig ist, ob Denize ihre Arbeit schon beendet hat. Es ist nicht so, dass sie etwas gegen Denize hat, aber Chip ist ein ganz anderes Thema. Jedes Mal, wenn sie ihn sieht, schafft sie es gerade noch, ihn zu grüßen, aber weiter reicht ihr Enthusiasmus auch nicht. "Ja", antwortet sie ihrem Mitbewohner, "heute habe ich frei, dafür muss ich morgen in die Spätschicht." Sie hatte sich absichtlich für diese Schicht eingetragen, weil Liza sich für morgen angekündigt hatte. Tania versucht, so gut es geht, Liza aus dem Weg zu gehen und dieser Plan ist der beste Weg, um Konfrontationen zu vermeiden. "Und worüber denkst du nach?", fragt sie ihn neugierig, während sie ihn aufmerksam mustert.
"Das ist nicht einfach zu erklären." Seufzend lehnt Jordyn sich zurück, winkelt ein Bein an und legt den Unterschenkel auf dem Sofa ab. In dieser Pose ist er Tania zugeneigt, als er, nach Worten suchend, schweigsam an ihr vorbei starrt. Sein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig. Wehmütig erkennt er, dass Tanias Nähe es nicht mehr zum Aussetzen bringt. Er wird nicht mehr nervös, wenn er ihren Duft wahrnimmt. Gewissermaßen hinterlässt diese Erkenntnis eine stumme Traurigkeit in ihm. Wann hat er aufgehört, sie auf diese Weise zu mögen? Kam die Veränderung schleichend oder wachte er eines Morgens auf und das Gefühl war fort? Und warum bedauert er es? Ist es die verpasste Gelegenheit? Oder steckt mehr dahinter?
"Tani?" Jordyn spricht leise und nachdenklich, als er das Wort an sie richtet. "Wir ... sind doch noch Freunde. Oder?" Stutzig sieht die Gefragte ihren Mitbewohner an. Was hat das zu bedeuten? Ihr Herz schlägt schneller, als sie versucht, ihre Stimme wieder zu finden. "Eh ... ja klar sind wir Freunde." Ihre Stimme klingt unsicher, sie spürt wie ihre Hände zittern. Sie senkt den Blick und spielt nervös mit ihren Fingern auf ihrem Bein. Warum fragt er das? "Oder siehst Du das anders?" Tania fühlt, wie sich ein Knoten in ihrem Magen bildet.

"Nein." Eine Hand streckt sich ihr entgegen, bereit, ihre zu ergreifen. "Es ist nur, ... Es lief nicht alles wie erwartet und ich ... vermisse dich. Die letzte Zeit leben wir nebeneinander her. Was vermutlich okay ist. Wir sind Mitbewohner und kein Paar. Vielleicht ist das normal." Ein dünnes Schmunzeln gleitet ihm über die Lippen, als er sich seiner Worte bewusst wird. "Entschuldige, das ist meine erste WG."
Mit einem leicht traurigen Lächeln auf den Lippen nimmt Tania seine Hand in ihre und betrachtet sie nachdenklich. "Vielleicht hatten wir einfach andere Erwartungen", sagt sie leise und hebt schließlich ihren Blick, um ihm in die Augen zu sehen. "Mein neuer Job war auch eine ziemliche Umstellung für mich", fährt sie fort, wobei sie erleichtert aufatmet. "Aber langsam wachse ich mit meinen Aufgaben und finde meinen Platz."

Jordyn spürt die Wärme von Tanias Hand. Ein Gefühl der Vertrautheit durchströmt ihn. "Ich fände es schön, wenn du mir mehr darüber erzählst. Mich an deinem Alltag teilhaben lässt." Mit einem Lächeln auf dem Gesicht beginnt sie zu erzählen, wie ihre letzten Tage verlaufen sind. Sie berichtet begeistert davon, dass sie inzwischen einige Kollegen kennengelernt hat, mit denen sie sich gut versteht. Außerdem teilt sie ihre Überlegung mit, nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zu beginnen. Doch wo genau ihr Weg sie hinführen wird, ist noch ungewiss. "Ich habe ja noch ein wenig Zeit, bis zum Abschluss habe ich sicherlich eine Idee. Aber jetzt genug von mir ... Wie sieht es bei Dir aus?"
Aufmerksam hört Jordyn zu. Tanias zunehmende Begeisterung erfreut ihn und vertreibt das sorgenvolle Gefühl. "Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken.", antwortet er. "Es wäre ein Traum, wenn ich einige meiner Skulpturen verkaufen könnte. Aber das ist vermutlich naive Kinderträumerei." Ein leichtes Seufzen entgleitet ihm. Kunst war nie eine sichere Einnahmequelle. Man muss kein Genie sein, um das zu wissen. "Ich habe daran gedacht, zu studieren. Vielleicht Psychologie. Oder Sozialwesen. Ich würde gern Sims helfen."
Tania schweigt einen Moment und überlegt. In letzter Zeit liest sie häufiger die Tageszeitung und plötzlich fällt ihr eine Anzeige ein. "Warte mal", sagt sie aufgeregt, springt auf und beginnt im Mülleimer zu wühlen. Nach ein paar Minuten kehrt sie mit einer zerknitterten Zeitungsseite zurück. Begeistert öffnet sie die Zeitung und deutet auf eine Anzeige. "Hier!", ruft sie aufgeregt und liest vor. "Du kannst auf dem Handwerkermarkt deine Statuen verkaufen. Es gibt noch freie Plätze. Versuch’s doch mal!"
Irritiert verfolgt Jordyn Tanias geräuschvolles Tun. "Ein Handwerkermarkt?" Davon hört er zum ersten Mal. Hellhörig lässt er sich Ort und Konditionen von Tania vorlesen. "Das klingt interessant.", murmelt er halblaut. Er bräuchte Unterstützung am Stand, aber es wäre eine gute Gelegenheit, Wohnung und Alltag zu entfliehen. "Jeden zweiten Sonntag.", zitiert er aus dem Gedächtnis. "Das bedeutet, es findet nächste Woche wieder statt, richtig? Bis dahin könnte ich vielleicht jemanden finden." In Gedanken versunken zählt er verschiedene Sims im Geist auf, die er um Begleitung bitten könnte. Liza wäre sicherlich zur Stelle, doch sie würde ihn ungewollt blamieren. Patrick ist eine deutlich bessere Wahl. Auch Jadyn käme in Frage. Möglicherweise könnten die Brüder sich so wieder einander annähern und vielleicht könnte Jay einige Bilder beisteuern. Auch Nouki und Tania könnte Jordyn sich vorstellen. Allerdings scheinen beide viel beschäftigt zu sein. Nachdem letztere in der Vergangenheit viel für ihn getan hat, würde er es nicht wagen, sie um Begleitung zu bitten. Ihre Zeit ist kostbar und er möchte ihr nicht mehr als nötig zur Last fallen. Wenn Shane doch nur erreichbar wäre ...
"Das ist eine gute Idee.", beendet er schließlich die Stille. "Ich würde es gern versuchen." Tania greift in ihre Hosentasche und zieht ihr Handy heraus. Neugierig ruft sie ihren Kalender auf. "Weißt du was? Wenn du möchtest, begleite ich dich ... Lass uns am besten gleich dort anrufen und dir einen Platz sichern."

"Ja, wirklich?" Interessiert hebt er den Kopf an. "Das würdest du tun?" Sichtlich erfreut über Tanias Angebot legt sich ein ehrliches Lächeln auf sein Gesicht. "Das fände ich großartig. Aber nur, wenn du wirklich Zeit und Lust hast." Tania legt ihre Hand auf seinen Arm. "Ja, ich habe Zeit. Lass uns das angehen!" Begeistert gibt sie die Nummer in ihr Handy ein und reicht es Jordyn.
Nach außen hin ist von seiner Nervosität nichts zu erkennen. Seriös führt er das Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter, bespricht Abläufe und lässt sich schließlich als Verkäufer registrieren. Freudig aufgeregt beendet er das Telefonat nach wenigen Minuten. "Wir bekommen Standplatz Zweiundzwanzig. Und eine Mail mit dem Lageplan.", erklärt er Tania, ihr das Handy zurückgeben. "Ich freue mich riesig. Das ist richtig aufregend. Ich danke dir."
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon.)
>>> Tania geht nach San Myshuno Nr. 7 - Haus der Geschwister Hawk (4) >>>
>>> Jordyn geht nach San Myshuno (4) >>>
<<< Tania kommt von Willow Creek Nr. 18 - Familie Lamont (2) <<<
Charakter: Tania
Geschichtsstrang: Ein Ausbildungsplatz – aber zu welchem Preis?
Tania beendet das Telefonat und legt ihr Handy auf den Tisch. Vor ihr liegen zahlreiche Absagen für Ausbildungsplätze. Sie ist verzweifelt und weiß nicht, was sie tun soll. In Kürze wird sie ihren Schulabschluss in der Tasche haben und die Sommerferien stehen ebenfalls bevor. Eigentlich könnte sie die Zeit nutzen, um Praktika zu machen oder sich auf ihre Ausbildung vorzubereiten – doch weder das eine noch das andere hat sich für sie ergeben.
Das Gespräch mit ihrer Mutter sollte sie eigentlich aufmuntern, doch so richtig zufrieden ist sie nicht. Marina hat mit ihrer Freundin Lisa Ramirez aus Blauseidigheide telefoniert und erfahren, dass bei "Anitas Mottenkiste" eine Auszubildende mit extravagantem Stil gesucht wird – genau das Richtige für Tania. Sie liebt farbenfrohe Kleidung und ausgefallene Styles, aber Blauseidigheide ist nicht gerade um die Ecke. Ein Umzug wäre unumgänglich.

Das würde bedeuten, dass sie ihre WG mit ihrem besten Freund Jordyn aufgeben müsste. Dabei wohnen die beiden noch gar nicht so lange zusammen und sie weiß nicht, ob sie ihm das antun kann. Wenn sie auszieht, müsste er wahrscheinlich wieder nach Hause ziehen – und die gewonnene Selbstständigkeit möchte sie ihm eigentlich nicht nehmen.
Zudem hat ihr Lisa Ramirez angeboten, vorübergehend bei ihr und ihrem Mann Juan unterzukommen, falls sie die Stelle bekommt. Und Juan, der durch sein Möbelgeschäft "Feinste Möbel bei Ramirez" viele Leute kennt, könnte ihr sogar helfen, eine Wohnung zu finden.

Sie müsste sich also nicht einmal aktiv um eine neue Bleibe kümmern, sondern würde vollste Unterstützung erhalten. Trotzdem wird sie mit Jordyn darüber sprechen müssen.
Charakter: Tania
Geschichtsstrang: Wehmut und Erleichterung
Tania packt ihre Tasche und kann es noch immer kaum glauben: Keine zwei Tage hat es gedauert, bis sie eine Rückmeldung von der Inhaberin der Mottenkiste auf ihre Bewerbung erhalten hat. Jetzt ist sie zu einem Kennenlerngespräch eingeladen – der Ausbildungsplatz ist so gut wie sicher. Nur die Chemie muss stimmen. Sie ist dankbar für diese Chance, vor allem aber dafür, dass das Gespräch mit Jordyn besser gelaufen ist, als sie erwartet hatte.
Als sie gestern mit ihm gesprochen hat, hat sie eher befürchtet, ihm wehzutun – dass er wieder nach Hause zurück und seine Selbstständigkeit aufgeben müsste. Doch was sie da noch nicht wusste: Jordyn und sein Bruder Jadyn planen, ins Ausland zu gehen, um dort zu studieren. Die beiden Brüder haben in den letzten Wochen wieder zueinandergefunden und das freut Tania sehr. Auch Jordyn wollte schon länger mit ihr sprechen, wusste aber nicht so recht, wie. So konnten beide zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, ohne dem anderen ein schlechtes Gefühl zu geben.
Natürlich sind sie traurig und wehmütig, dass sich ihre WG auflöst und dass ihre Freundschaft nun eine Distanz bestehen muss. Aber es spricht nichts gegen ein Wiedersehen. Sie wollen weiterhin in Kontakt bleiben und Tania plant, die Brüder in ihrer neuen Heimat zu besuchen – irgendwann, wenn sie Urlaub hat. Erstmal aber beginnt für sie die Ausbildung, vorausgesetzt das Kennenlerngespräch läuft gut.

Als sie ihre Tasche fertig gepackt hat, geht sie aus ihrem Zimmer und schaut sich noch einmal in der gemeinsamen Wohnung um. Wenn alles gut läuft, wird sie schon nächsten Monat umziehen – nach Blauseidigheide. Zunächst wird sie bei Familie Ramirez ein Zimmer beziehen, aber Juan sucht bereits nach einer kleinen Wohnung für sie. Zum Glück sind die Mieten dort noch erschwinglich, da es keine besonders beliebte Wohngegend ist. Abends kann sie aber immer mal nach Downtown fahren, um Leute kennenzulernen.
Jordyn ist gerade bei seinem Bruder, also geht sie vorsichtig in sein Zimmer und sieht sich dort um. Was waren das für aufregende, aber auch komplizierte Wochen und Monate! Mit Liza war es am Anfang nicht einfach, aber sie haben sich in den letzten Wochen gut miteinander arrangiert. Auch Jordyns Erblindung hat sie anfangs auf die leichte Schulter genommen, bis sie den Ernst der Lage verstanden hat.
Nur eine Sache hat Tania sich nicht mehr getraut anzusprechen: Ob es stimmt, dass Jordyn einmal Gefühle für sie hatte. Sie hatte es vor anzusprechen, aber irgendetwas hat sie davon abgehalten. Und so hat sie beschlossen, es ruhen zu lassen. Wenn es so war, dann bleibt es eben ein Geheimnis.
Nachdem sie kurz in Erinnerungen geschwelgt hat, geht sie zurück in ihr Zimmer. In einer Stunde fährt ihr Zug. Sie schaut noch einmal nach, ob sie alle Unterlagen dabei hat und macht sich dann auf den Weg nach Blauseidigheide.
#17
<<< Marina kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (33) <<<
<<< Joachim kommt von Henford-on-Bagley - Haus der Winters (3) <<<
<<< Jordyn und Jadyn kommen von Haus von Familie Lamont (2) <<<
Charaktere: Tania, Marina, Joachim, Jordyn, Jadyn, Patrick, Liza
Geschichtsstrang: Ende eines Kapitels
Tania steht in ihrem leeren Schlafzimmer und lässt den Blick langsam durch den Raum schweifen. In Gedanken weiß sie noch genau, wo was stand. Und jetzt ist es weg.
Heute haben die Winters und die Lamonts gemeinsam die Wohnung leergeräumt. Tanias erste Wohnung, die sie sich mit Jordyn geteilt hat. Nächste Woche wird Tania nach Blauseidigheide ziehen, um sich auf ihre Ausbildung vorzubereiten. Jordyn macht sich mit seinem Bruder Jadyn bereit für das Auslandsstudium.
Sie kann es kaum fassen. Mehrere Monate lang war diese Wohnung ihr Zuhause mit Höhen und Tiefen, Lachen, Streit und Versöhnung. Alles, was eine echte Freundschaft ausmacht. Als der Entschluss zur Ausbildung gefallen war, war sie besorgt und traurig. Doch jetzt steht sie da, im Türrahmen, sieht in den Wohnbereich, wo nur noch die Küchenzeile geblieben ist. Der Rest ist verschwunden.
Und inmitten dieser Leere fühlt sie sich melancholisch, als auch voller Vorfreude auf ihren Neuanfang. Und ja, sie ist auch traurig. Traurig über das Ende dieses Kapitels, traurig, weil sie vielleicht nicht zur Beerdigung ihres Onkels fahren kann. Der Verlust sitzt tief und die ganze Familie ist erschüttert. Aber Marina hat ihr Mut gemacht. Sie solle sich davon nicht aufhalten lassen, gerade jetzt ist es wichtig, das zu tun, was einen erfüllt. Wenn das Leben so unberechenbar ist, dann sollte sie wenigstens versuchen, glücklich zu sein, solange sie kann.
Diese Worte trägt Tania jetzt in sich. Wie einen inneren Kompass.
Marina stellt eine Flasche alkoholfreien Sekt und ein paar Gläser auf die Küchenzeile. Sie lächelt ihrer Tochter zu. "Wir haben es geschafft", sagt sie sanft.
In diesem Moment kommen Jordyn und Jadyn aus dem Nebenzimmer. Und Tania spürt, dass sich etwas verändert hat. Jadyns Blick ist weicher. Vielleicht ist es der Abschied oder die Tatsache, dass die Zwillinge nun wieder vereint sind und sie nicht mehr im Wege steht.
Sie räuspert sich leicht und schaut zu den Brüdern. "Jetzt ist die Wohnung wieder leer … fühlt sich komisch an, oder?"
Jordyn neigt den Kopf, um die Richtung auszumachen, aus der Tanias Stimme erklingt. Jetzt, da der Raum leer ist, hallen die Geräusche ungedämpft von den kahlen Wänden und geben der Orientierung einen ungewohnten Charakter. "Ja, allerdings.", antwortet er mit leichter Verzögerung. "Schwer zu glauben, dass wir nur ein paar Monate hier gewohnt haben. Die Zeit fühlt sich länger an."
"Du sagst es, Bro." Jadyns Aufbruchstimmung ist schwer zu übersehen. "Aber jetzt sind wir frei, Alter." Voller Tatendrang klopft er seinem Bruder auf den Rücken. "Neue Stadt, neues Leben. Das wird geil."
Sie versucht, Jadyns Worte nicht allzu persönlich zu nehmen. Schließlich kann sie gut nachvollziehen, dass es sicherlich nicht leicht gewesen sein muss, die letzten Monate mit den Eltern allein, insbesondere mit Liza unter einem Dach zu leben. Jordyn hatte ihr ein paar Dinge erzählt und sie selbst hat ihre Erfahrungen gemacht mit Liza, obwohl sie sich zuletzt sogar ganz gut mit ihr verstanden hat. Vielleicht lag das aber auch daran, dass Liza spürt, wie selten sie ihren Sohn künftig sehen wird. In der WG konnte sie wenigstens regelmäßig vorbeikommen, im Ausland wird das nicht mehr möglich sein.
"Das wird bestimmt richtig aufregend für euch beide! Ich freu mich sehr für euch", sagt Tania, während sie einen Schritt auf die Brüder zugeht. Sie hat ein aufrichtiges Lächeln auf den Lippen.
Da öffnet sich auch schon die Wohnungstür und Joachim, Liza und Patrick treten in den Raum. "Alle Kartons sind im Auto", verkündet Joachim mit einem Blick auf Marina, die ihm ein Lächeln zuwirft.
Es ist schön, wie sehr er sich heute bemüht, mitzuwirken. Sie hätte eigentlich gedacht, dass er erleichtert wäre, dass die beiden nun getrennte Wege gehen – immerhin war er von Anfang an gegen ihre Verbindung. Es hätte sie nicht überrascht, wenn er seine Hilfe einfach verweigert hätte. Aber der Unfall hat ihn scheinbar auch verändert. Den ganzen Tag über war er freundlich, fast zugewandt Jordyn gegenüber. Als er Tania vom Unfall erzählt hatte, hat er Jordyn nicht weggeschickt, sondern ihn am Gespräch teilhaben lassen. Das hat Tania gutgetan. In dem Moment hat sie Jordyns Nähe gebraucht.
"So, dann sollten wir jetzt auch zusammen auf das Leben unserer Kinder anstoßen", sagt Marina schließlich und beginnt, die letzten Gläser mit dem alkoholfreien Sekt zu füllen. Der Sekt perlt leise, als sie ihn verteilt.
'Richtig aufregend' ist nicht der richtige Ausdruck, denkt sich Jordyn. Veränderungen dieser Größenordnung wirken noch immer einschüchternd auf ihn. Konnte er bisher bei Schwierigkeiten auf seine Eltern zurückgreifen, wird er in den kommenden Monaten, vermutlich Jahren, allein zurechtkommen müssen. Sicher, Jadyn ist bei ihm. Doch wer weiß, ob die Verbindung stabil bleibt? Früher oder später wird ein neues Mädchen zwischen sie geraten.
Das flaue Gefühl im Magen geübt beiseite schiebend, lässt er sich eines der Gläser in die Hand drücken, um auf den Aufbruch anzustoßen.
Während Liza tapfer die Tränen zurückhält, entweicht ihr bei aller Willenskraft hin und wieder ein leises Schniefen, so dass Patrick einen Arm um sie legt und sie sanft an sich drückt. "Wir könnten nicht stolzer sein.", sagt er mit Blick auf die Jungen - und schenkt auch Tania ein wehmütiges Lächeln. Seine Aufgabe als Familienvater betritt nun in eine neue Ebene. Eine, in der er nicht mehr täglich präsent sein wird. Er würde lügen, würde er behaupten, er sei nicht aufgewühlt. Doch er hat seinen Jungs alles mitzugeben versucht, was er für wichtig hält. Sie werden ihren Weg machen. Dessen ist er sich sicher.
Die Gläser klirren leise aneinander, als sie gemeinsam anstoßen. "Auf unsere Kinder!" Während sich die Eltern angeregt unterhalten, nippt Tania immer mal wieder an ihrem Glas, doch eigentlich bleibt ihr Blick an Jordyn hängen.
Es scheint, als würde das Gespräch der Erwachsenen kein Ende nehmen, bis Joachim schließlich das Wort ergreift. "Ich bringe jetzt die Möbel ins Lager und hole danach Vanice von der Musikschule ab."
"Stimmt, ja", sagt Marina daraufhin, nickt und sieht dann ihre Tochter an. "Alles gut bei dir?"
Schnell nickt Tania. "Ja ... schon, aber ... ich würde mich gern noch kurz von der Wohnung verabschieden. Ihr könnt schon mal vorgehen."
Vorsichtig schaut Marina zu Patrick und Liza. Letztlich noch zu Jordyn. "Und du, Jordyn? Möchtest du auch noch einen Moment bleiben?"
Der Teenager hat kaum einen Schluck getrunken. Seine Gedanken kreisen um die nächsten Stunden, die kommenden Tage und die Hoffnung, dass alles reibungslos ablaufen wird. "Ein oder zwei Minuten vielleicht.", antwortet er leise, beinahe abwesend. Hier, mit dieser Wohnung, sollte der Weg in seine Unabhängigkeit beginnen. Tania ist es zu verdanken, dass er nun hier steht. Und nun weiß er nicht, ob sie sich jemals wieder begegnen werden. Noch immer hat er keine Ahnung, wie sie überhaupt aussieht. Rote Haare, hatte sie einmal gesagt. Aber er brachte nie das Bedürfnis über die Lippen, sie ansehen zu wollen - auf seine Art.
"Komm schon, Schatz. Lassen wir die beiden Abschied nehmen." Patrick nimmt seiner Frau das Glas aus der Hand, stellt es in die Küchenspüle und führt sie nach draußen, dicht gefolgt von Jadyn.
Als der Raum schließlich leer ist und nur noch Tania mit Jordyn zurückbleibt, stellt sie ihr Glas auf der Arbeitsplatte ab und geht ein paar Schritte auf Jordyn zu. "Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Zeit hier so schnell vorbei sein würde", murmelt sie traurig. "Aber ich habe in den letzten Monaten wirklich viel gelernt, über mich ... über das Leben ... und dank dir geht es mir heute deutlich besser."
Der Duft ihres Shampoos steigt Jordyn in die Nase. Lieblich und fruchtig. Er mochte es immer, wenn dieser Duft sich nicht nur im Bad ausbreitete. "Nein, das ist nicht mein Verdienst." Ein zartes Lächeln legt sich auf sein Gesicht, als sein leerer Blick nur knapp an ihr vorbeizieht. "Du vergisst nur manchmal, wie stark du bist." Ein kurzes Zögern, ehe er wieder ansetzt: "Ich werde dich vermissen, Tani."
Der Abschied fällt Tania alles andere als leicht. Nach seinen Worten steigen ihr Tränen in die Augen. "Ich dich auch", flüstert sie mit gebrochener Stimme. Langsam geht sie einen Schritt auf ihn zu und schließt ihn sogleich in ihre Arme. Sie hält ihn lange fest, vermutlich zu lange, doch sie kann sich einfach nicht lösen. Denn sie weiß, dass wenn diese Umarmung endet, dann endet auch dieses Kapitel. Sie werden den Raum verlassen, jeder in das Auto seiner Eltern steigen und die Zukunft beginnt. Weit weg von zuhause, die Ausbildung, das Studium, die Verpflichtungen. Die harte Realität. 
Als sie sich doch schließlich löst, bleibt ihre Hand in seiner. Ihre Finger zittern. "Vergiss mich nicht, ja?" Dann beugt sie sich vor und für einen Augenblick zögert sie, ehe sie ihm einen sanften Kuss auf die Lippen gibt.
Die Brauen leicht erhoben, vergisst er für einen Moment zu atmen. Ihre Hand ist warm, ihr Mund weich und ihr Duft umgibt ihn, als existierte nichts anderes. Sein Herz setzt zwei Schläge aus und Trockenheit schneidet in seine Kehle. "Tani, ich ...", die freie Hand hebt sich zögerlich bis auf Schulterhöhe an, "darf ich ... "
Zögerlich nickt sie. Sie weiß nicht genau, was er sagen oder tun will, doch in diesem Moment zählt nur, dass sie noch gemeinsam hier sein können. "Ja", flüstert sie.
Jordyns Stirn legt sich in Falten, als er zaghaft beide Hände nach ihrem Gesicht ausstreckt. Ein dumpfer Schlag trifft ihn in der Brust, in der Sekunde, in der sein Finger auf ihre Haut trifft. Aufgeregt zitternd gleiten seine Fingerspitzen an ihren Wangen hinauf, über die Schläfen bis zur Stirn. Ihre Haut ist glatt und gepflegt, feine Brauen ziehen sich gleichmäßig symmetrisch über beide Seiten. Sein Daumen erkundet ihre Nasenwurzel, während Zeige- und Mittelfinger vorsichtig die langen Wimpern streifen, der Augenhöhle entlang, bis sie mit den Daumen am Nasenrücken zusammentreffen und gemeinsam Spitze und Flügel umrunden. In sanften Bewegungen zeichnen seine Finger Linien zurück zu den Wangen, bis sie die Kiefergelenke erreichen, fahren unterhalb zurück Richtung Kinn, wobei die Daumen nun ihre Lippen streifen. Konzentriert atmet Jordyn in tiefen Zügen und registriert sein eigenes Lächeln nicht, das ihn hin und wieder streift. 
Endlich, nach all der Zeit, kann er sich ein Bild von ihr machen. Ihre Nase ist gleichmäßig gerade geformt, ihre Oberlippe liegt mit einem weiten Amorbogen geschmeidig auf der passend gewachsenen Unterlippe - nicht zu füllig, nicht schmal, sondern in einem stimmigen Zusammenspiel. Alles an ihrem Gesicht ist ausgewogen und muss von harmonischer Schönheit sein. Er wünschte, dieser Moment würde ewig andauern, doch tief im Inneren weiß er, dass es Zeit ist, loszulassen. Bedächtig neigt sein Kopf sich ihr entgegen. Er will sie ein letztes Mal atmen. Das magische Flirren ihrer feinen Härchen spüren. Alles in ihm brennt darauf, ihren Kuss zu erwidern. Aber die Angst, diesen Moment zu zerstören, ist beinahe überwältigend. Also verharrt er einen Augenblick. Endlose Sekunden, in denen ihre Ausstrahlung ihn magisch anzieht, näher heran, bis seine Lippen ihre kaum berühren. Er hat noch nie ein Mädchen geküsst.
Ihr Gesicht in seinen Händen, als hätte er Angst, jeden Moment von ihr fortgerissen zu werden, spürt er ihren Atem an seiner Nase, als er die letzten Millimeter zu ihr überwindet. Seine Augen schließen sich intuitiv, obwohl es keinen Unterschied macht, um das ganze Gefühl in diesen Kuss zu bringen.
Während Jordyn mit seinen Fingerspitzen sanft ihr Gesicht entlangfährt, breitet sich Gänsehaut auf Tanias Haut aus. Ein feines Kribbeln zieht sich durch ihren ganzen Körper, bis er sie schließlich auf den Mund küsst.
Sanft erwidert Tania seinen Kuss und legt ihre Hände auf seinen Oberkörper. Unter ihren Handflächen spürt sie seinen schnellen und unruhigen Herzschlag, der sich allmählich zu beruhigen beginnt.
Für einen Moment scheint die Welt stehen geblieben zu sein, als gäbe es nur diesen Kuss und nur sie beide.
Behutsam löst sie sich von seinen Lippen, um ihre Stirn an seine zu legen. Ihre Augen sind weiterhin geschlossen und sie atmet ruhig. "Wir sagen jetzt nicht Lebewohl, sondern nur bis bald."
Gegen den festen Kloß im Hals ankämpfend öffnet Jordyn langsam die Augen. "Okay." Seine Stimme ist kaum mehr als ein beherrschtes Flüstern. Das ist nicht fair. Er will nicht, dass sich ihre Wege trennen. Aber was ist die Alternative? Soll sie ihn ins Ausland begleiten? Ihre Ausbildung und alles, was auf sie wartet, absagen? Soll er nach Blauseidigheide ziehen? Und dann? Weiter von Tag zu Tag vor sich her vegetieren? Seufzend erkennt er, dass es keinen gemeinsamen Weg gibt. Nicht jetzt. Wenn es so sein soll, werden sie sich wieder begegnen. Irgendwann.
"Wir sollten gehen." Erst jetzt lösen sich seine Hände von ihr - und vermissen die Berührung sofort. Dennoch richtet er sich zu voller Größe auf, reicht ihr einen Arm, um sich einzuhaken. "Die anderen warten schon."
(In Zusammenarbeit mit @Spatz.)
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