Windenburg - Neue Wege Klinik

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22.01.2025 16:46 (zuletzt bearbeitet: 24.01.2025 01:34)
#21
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Bestseller-Schmied

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Charaktere: Dennah, Stephen, Tanyl, Brigitte, Jan
Geschichtsstrang: Neue Wege



Gewalt
Sexuelle Übergriffe


Dennahs Blick fokussiert die Eingangstür zur Klinik. Trotz dem beinah aufgerauchtem Joint von Tomasz, pocht ihr Herz so aufgeregt, dass es ihr Übelkeit bereitet. Das letzte Mal, als sie hier war, schaffte sie es nicht, hineinzugehen. Die Angst vor dem, was sie erwarten könnte, war zu groß. Nichts von dem war greifbar und ergab in ihrer Vorstellung einen Sinn.
Heute ist es anders. Sie weiß, weshalb sie hier ist. Sie wird sich den Dingen stellen, die hinter diesen Mauern auf sie warten. Nicht, weil sie es will. Sie tut das nicht für sich. Es ist notwendig, um die Ereignisse abzuhaken und weiter gehen zu können. Sie tut es für ihn. 'Es kotzt mich an, dass du das mitmachst.' Er hatte recht. Sie hat viel zu viel einfach mitgemacht. Aber damit ist jetzt Schluss. Jetzt bestimmt sie die Regeln. 'Das stört dich doch nicht, Schatz?' Verbissen nimmt sie einen weiteren Zug, hält ihn lange in den Lungen und stößt die Luft kampfbereit aus.
Dennah würgt den stechenden Kloß herunter und setzt einen Fuß vor den anderen. Ihr ganzer Körper wehrt sich gegen die Bewegungen, doch sie wird diesen Plan umsetzen. Es muss sein. Vor der Schwelle fällt die qualmende Rolle auf den Weg, als Dennah ihr inneres Chaos zu einem schluckbaren Klumpen zusammenpresst und alles tief in die Eingeweide verbannend das freundliche Gesicht hinter dem Empfangstresen anlächelt. "Hi. Ich möchte zu Delany. André und Brigitte."
Nur einen Augenblick später erreicht sie das Obergeschoss und blickt sich verstohlen um. Ein leerer Stuhlkreis fällt ihr ins Auge und provoziert groteske Assoziationen. Dort sitzen diese Leute also und jammern über alles, was sie zu den Verlierern gemacht hat, die sie sind. Bringen einander Verständnis entgegen, wie es nur Gleichgesinnte können, um sich das Gefühl von Zusammengehörigkeit einzuheucheln. Dabei weiß jeder, dass man letztlich allein kämpft.
Unwillkürlich fragt sich Dennah, was ihre Eltern wohl erzählen. Reden sie über sie? Oder klammern sie sie aus, wenn sie von den wilden Parties berichten, die sich so richtig und gut und lebendig anfühlten? Dennah spürt Unbehagen in sich aufsteigen. Haben diese Leute Geschichten über sie gehört? Wissen sie, was André und Brigitte ihr alles genommen haben, nur um den nächsten Rausch zahlen zu können? Dass sie die meiste Zeit auf sich allein gestellt war, ihnen Erbrochenes aus den Mündern kratzte und sie wusch, wenn sie sich vollgepisst und geschissen hatten? Dass sie nicht nur ein mal die Schulden bei den Dealern beglichen hatte, weil ihre Eltern schlichtweg nicht in der Lage waren. 'Das stört dich doch nicht, Schatz?' Und ob es sie störte. Es war nicht ihr Problem gewesen. Und trotzdem musste sie es ausbaden. Sie musste herhalten, weil sie 'Mami und Papi lieb hat' und ihnen helfen wollte. Sie verstand damals nicht, dass es nicht ihre Aufgabe gewesen war. Vollgepumpt mit Schuldgefühlen hatte sie getan, was nötig war und es all die Jahre nicht infrage gestellt. Erst jetzt, Stück für Stück, rieselt die Erkenntnis in ihren Verstand. Zerrissen zwischen dem Drang, Anderen gefallen zu wollen, ihnen zu geben, was sie zufrieden stellt, ohne ihre eigenen Bedürfnisse zu beachten einerseits und dem Trotz, den sogenannte Respektspersonen in ihr auslösen, weil sie keine verdammte Marionette sein will andererseits, erkennt Dennah, dass sie nicht die geringste Ahnung hat, was sie eigentlich will. Für einen Moment dachte sie beinahe, sie wollte Blaze. Aber ist es das? Will sie ihn? Oder hat er ihr nur imponiert, weil er sie nicht so behandelt, wie Andere? Das tut David ebenfalls nicht. Dennoch sind die beiden nicht vergleichbar. Zwischen David und Dennah gab es nie - nicht einmal eine Sekunde - auch nur den Hauch von zweideutiger Energie. Blaze hingegen ... Bilder ziehen in ihren Gedanken vorüber. Blaze schiebt sie im Einkaufswagen durch die Straße, sein Lachen umhüllte sie und sie mochte diesen Klang.
Er zieht den Pullover aus, um ihn ihr gegen die Kälte zu geben. Das Nippelpiercing war ihr aufgefallen und sie hatte sich unwillkürlich gefragt, ob es der einzige Schmuck an ihm ist. Und sie hatte seine Bauchmuskeln gesehen, bevor er die Jacke überzog. Sie war erstaunt gewesen, dass er so trainiert ist.
Und dann liegt er auf dem Sofa, nackt, in die Polster gedrückt, von dem offensichtlichen Ritt mit Boom. Sie hatte sich nicht erlaubt, bei dem Anblick etwas zu fühlen, doch es war da gewesen. Selbst jetzt lässt sie der Schmerz die Lippen angespannt aufeinander pressen. Sie weiß, wie Boom vögelt. Sie hat es gesehen. Dennah war dabei gewesen, als Boom und Vaas übereinander hergefallen waren. Das hatte nichts Liebevolles. Boom war schon damals - vor ihrer Verwandlung - wie eine ausgehungerte Bestie. Dennah kann einfach nicht glauben, dass Blaze diese rabiate Art gefällt. Er ist sensibler, als er zugeben würde. Zu wissen, dass er es mit ihr getrieben hat, ist einfach absurd. Schlimmer noch - es ist demütigend. Jeder weiß, dass er eigentlich Dennah wollte. Dann auf Boom zurückzugreifen, aus reiner Bockigkeit, ist erniedrigend. Er zieht es vor, liebloses Gerammel über sich ergehen zu lassen, anstatt seinen Stolz herunterzuschlucken und gefühlvollen, erfüllenden Sex mit ihr zu haben. Und gibt ihr die Schuld an allem. Weil sie Chips mit ins Bad genommen hat. Dabei hat alles mit Stäffi angefangen. Diesem verdammten Junkie.



Dennah seufzt. Sie kann Blaze nicht böse sein. Er ist ein Kerl. Und Kerle sind eben fremdgesteuert. Sie werden manipuliert von Frauen, Eltern, Gefühlen, die sie angeblich nicht haben und ihren Schwänzen. Sie ist das Mädchen. Sie muss besser sein. 'Wenn DU mich magst, kann ich auf alles andere scheißen und besser sein.'
"Dennah?"
Aus den Gedanken gerissen fährt sie herum und blickt direkt in die fremden Augen eines vertrauten Gesichtes.
"Oh, Dennah, Schatz." Die hagere Frau legt ihre Arme um sie und drückt sie an sich. "Du glaubst gar nicht, wie schön es ist, dich zu sehen."
"Ehm .. hi ... Mama?"
Die Arme schwer herabhängend lässt Dennah die Begrüßung hilflos über sich ergehen. Überfordert und ahnungslos, wie sie reagieren soll, wartet sie, bis Brigitte die Umarmung löst.
"Lass dich ansehen." Beide Hände der Mutter ruhen auf den Oberamen ihrer Tochter. "Du siehst wunderschön aus."
Müde lächelnd weicht Dennah dem ergriffenen Blick aus. Diese Frau, die vor ihr steht, ist eine vollkommen fremde Person. Als hätte sie das Gesicht ihrer Mutter ausgeschnitten und trüge es als Maske. Doch alles an dieser Figur ist falsch. Die Körperhaltung, die wachen Augen, die klare Stimme. Sie ist nicht Dennahs Mutter.
"Wo ist denn ... Papa?" Unsicher streift Dennahs Blick hinter Brigitte den Flur entlang.
"Er ist bei einem Einzelgespräch. Noch etwa zwanzig Minuten. Hast du so viel Zeit?" Die Augen flimmern das Mädchen erwartungsvoll an.
"Ich weiß nicht." Das Unwohlsein kehrt zurück. Was tut sie hier eigentlich? Seit Wochen, Monaten hat sie ihre Eltern nicht gesehen. Nun steht diese Frau vor ihr und erwartet - was? Dass sie sich bei Kaffee und Kuchen unterhalten? Nett plaudern? Wie stellt die sich das vor? Worüber sollten sie reden? Auf welcher Basis sollte sich irgendein Gespräch aufbauen? Sie kennen einander doch gar nicht. Dennah spürt, wie sich ihr Kiefer anspannt. Das alles ist absurd. 'Manchmal müssen Mädchen geben, was Andere wollen.' Nein, nicht dieses Mal. Sollen sie clean und glücklich werden. Aber diese Familie ist tot.
"Ich ... ich bin hier, um Stäffi zu besuchen.", hört sich Dennah sagen. Ihre Stimme ist kühl, sachlich und ein routiniertes Lächeln legt sich auf ihr Gesicht. "Weißt du, wo sein Zimmer ist?"
Brigitte schluckt. Sie kann nicht glauben, was sie hört. Wer ist ... "Steffi?"
"Ja. Dünner Typ, hässliche Tattoos, matschiges Gesicht. Du kennst den."

Langsam beginnt Brigitte zu nicken. Stephen. Die Enttäuschung steht ihr ins Gesicht geschrieben, als sie zögerlich in den Flur hinein zeigt. Sie will gerade ansetzen, etwas zu sagen, doch Dennah schneidet ihr das Wort ab. "Da drüben? Fett. Danke." Zielstrebig geht sie festen Schrittes in die angezeigte Richtung, klopft flüchtig an die Tür und öffnet ungeduldig. Sie kann das Risiko nicht eingehen, weitere Worte aus dem Mund ihrer Mutter zu hören.



Steph liegt auf dem Bett, ein Arm locker hinter den Kopf gelegt, der andere unter der Decke, die leicht über seine Hüften fällt. Er blinzelt zur Decke, lässt seine Gedanken schweifen, zurück zur Party.
Kein Alkohol. Keine Drogen.. Er hat durchgehalten. Er müsste sich stolz fühlen, ein gelungener Start in sein neues Jahrzehnt. Zwanzig. Ein guter Geburtstag. Klar, es war langweilig, aber hey, das ist eben der Preis. Er hat nichts gemacht, was ihm seine Freiheit hätte kosten können. Das zählt doch, oder……?
Seine Hand gleitet gedankenverloren tiefer, ohne dass er gross darüber nachdenkt. Halbwegs entspannt streicht er über den Stoff seiner Boxershorts.
Er denkt an die Gesichter von der Party, an die Musik, die ihm irgendwann auf die Nerven ging, und an die anderen, die irgendwann angefangen haben, Mist zu bauen. Das Feuer war ein Highlight. Aber er ist stark geblieben. Hat sich zu nichts überreden lassen. So einfach…
Sein Blick wandert zur Wand, die ihn anstarrt wie eine leere Leinwand. Er lächelt leicht. Vielleicht kriegt er das ja hin. Vielleicht wirds diesmal wirklich anders. Er atmet tief ein, schliesst die Augen, während seine Finger über seinen halbsteifen gleiten und - Die Tür geht auf. Ein Ruck fährt durch ihn, und seine Hand schiesst zurück, als hätte er sich verbrannt.
Steph richtet sich auf, sein Herz hämmert. Seine Augen fixieren..
„Dennah?“
Er blinzelt, sein Körper angespannt wie ein Teenager, der von seiner Mutter überrascht wurde. Dann lässt er sich zurücksinken, die Schultern entspannen sich und er lacht erleichtert.
„Du? Hier? Wie komm ich denn zu der Ehre?“

Pustend wirbelt sie herum, die Hände hinter sich, liegt der Rücken an der geschlossenen Tür. Das war ... unangenehm. Ein Atemzug lang regt sie sich nicht, während ihr Blick auf Stephen ruht. Ich wollte dich besuchen? Unglaubwürdig. "Ich bin hier wegen meiner Eltern." Sie stößt sich von der Tür ab und geht einen Schritt ins Zimmer. "War ne scheiß Idee." Ausweichend lässt sie den Blick durchs Zimmer schweifen. Sieht richtig langweilig aus. Passend zu diesem ganzen Laden. "Meine Mutter ist draußen im Flur. Ich ... musste irgendwohin flüchten." Vielsagend schaut sie zu ihm herüber, ein leichtes verschmitztes Lächeln auf den Lippen. "Störe ich dich?"



Steph legt die andere Hand auch noch hinter den Kopf und lässt die Schultern noch ein bisschen tiefer ins Kissen sinken. Seine Gedanken hängen kurz an dem, was sie gesagt hat. Ihre Eltern sind hier? Seltsam. Er denkt an die Frau im Stuhlkreis. Irgendwas an ihr kam ihm bekannt vor, aber er konnte es nicht richtig einordnen. Jetzt ergibt es langsam Sinn – irgendwie.
„Ne,“ sagt er schliesslich, sein Ton entspannt und vielleicht etwas anzüglich - gewohnt anzüglich. „Bei mir darfst dich immer verstecken.“
Sein Blick bleibt auf ihr hängen, während sie das Zimmer mustert, als wäre sie auf der Flucht. Dieses verschmitzte Lächeln auf ihren Lippen ist das einzige, was nicht so richtig in ihr Bild als „Verfolgte“ passt. Steph hebt eine Augenbraue, dann verzieht er leicht die Lippen.
„Und?“ fragt er während er an ihre letzte Begegnung denkt. „Wie war die Party noch? Hab dich nicht mehr gesehen, nachdem du Adi ins Bad gezogen hast,“ fährt er fort, und das Grinsen wird ein bisschen deutlicher. Er hält ihren Blick, sucht nach einer Reaktion. „Und dann ist irgendwie die Bude abgefackelt. Das war sicher Boom.“ Seine Stimme klingt amüsiert.

Dennahs Brauen ziehen sich irritiert tiefer ins Gesicht. Adi? "Du meinst Chips. Wieso sagst du A- Ach, ist mir eigentlich auch egal." Desinteressiert winkt sie ab und setzt sich in Bewegung - auf Stephen zu. "Rutsch mal rüber", fordert sie und lässt sich neben ihn fallen. "Dann hatte wenigstens sie ihren Spaß, schätze ich." Beiläufig schlägt sie ein Bein über das andere, so dass der Rock einen weiten Teil ihres Oberschenkels preisgibt. "Chips war ein Reinfall." Sie lehnt sich langsam zurück, die Arme hinter sich auf die Matratze gestützt und strafft so den Stoff ihres Oberteils, dessen Spitze nur knapp ihre Brüste bedeckt. "Ich dachte ja, der Junge bringts. Da habe ich mich wohl getäuscht." Provokativ gleitet ihr Blick an Stephen herab, bis zur Unterleib verhüllenden Decke, steigt dann wieder auf und verharrt schließlich funkelnd auf seinen Augen. Das Herz donnert nervös in ihrem Brustkorb. Dennoch geht ihr Atem kontrolliert gleichmäßig, hebt und senkt dabei die Brust gut sichtbar, während sie sein Grinsen einfängt und mit einem neckischen Schmunzeln erwidert. "Vielleicht hätte ich lieber dich nehmen sollen. Was denkst du?" Ein lasziver Wimpernschlag, die Brauen heben sich fragend in die Stirn. "Bringst du's?"

Steph schaut sie an, während sie sich provokativ zurücklehnt, ihre Haltung so perfekt kalkuliert, dass er merkt, sie hat das ganz genau geplant. Was ihn nicht im mindesten stört. Es ist nahezu eine Ehre, dass sie das für ihn macht. Ihre Worte prallen zwar irgendwie an ihm ab, aber ihre Wirkung nicht.
Steph grinst leicht. „Kommt davon, wenn man bei nem Anfänger ansetzt.“ Er lacht, hebt dann einen Arm, um den Kopf darauf zu stützen. Sein Blick wandert kurz über sie, ist aber respektvoll genug, nicht zu lange an ihren Brüsten hängen zu bleiben. „Nicht jeder kann so abliefern wie ich.“
Er hebt leicht die Schultern, als wäre es ihm egal. Und das ist es irgendwo auch. Dennah hat ihn früher nie gelassen. Er hatte nie ein Problem damit, weiterzuziehen. Es gibt immer jemanden, der will. Seine Stimme ist rauer als beabsichtigt, und er räuspert sich kurz. Sie hat sich umentschieden und ist endlich ready? „Komm schon, Dennah.“ Sein Grinsen wird breiter, während er sie betrachtet.
„Wenn du wissen willst, ob ichs bring, dann lass die Spielchen weg. Wir kennen uns und wissen, wies läuft.“ Seine Worte sind direkt, wie er es immer ist. Aber tief in seinem Inneren ist er überrascht – nicht von ihr, sondern davon, wie sehr es ihn tatsächlich interessiert, was sie jetzt tut.

Zufrieden lächelnd nickt sie. "Ja, du hast Recht. Ich bin es gewohnt, von Jungs und Feiglingen umgeben zu sein." Sie rutscht vom Bett und stellt sich dicht vor ihm auf. Für einen Moment wird die Welt um sie herum dumpf. Sie ignoriert das sich ausbreitende taube Gefühl und konzentriert sich auf ihr Ziel. Die Innenseite ihres Beins berührt seines, eine Hand in die Hüfte gestemmt, sieht sie zu ihm herunter. Ihr Ausdruck ernst und fordernd. "Ich will, dass du mich fickst. So richtig. Kein Blümchensex, kein Weicheikram. Schaffst du das oder muss ich mir einen Anderen suchen?"



Steph blinzelt, sein Grinsen erstarrt kurz, bevor er sich fängt. Es ist die Überraschung, die ihn kurz sprachlos macht. Dennah hat nie etwas Ähnliches gesagt, und jetzt steht sie da, so nah, dass er die Hitze ihres Körpers spüren kann, ihre Stimme voller Provokation. Ihr Blick ist ernst, herausfordernd. Das ist kein Spiel mehr – oder zumindest keines, das er von ihr gewohnt ist.
Er lehnt sich ein Stück zurück, stützt sich auf die Ellbogen. Sein Blick wandert von ihrem Gesicht zu der Hand, die sie in die Hüfte gestemmt hat, dann wieder nach oben in ihre Augen. „Also, das ist mal ne Ansage,“ sagt er.
Für einen Moment spielt er mit dem Gedanken, die Sache einfach abzutun, sie mit einem frechen Kommentar in die Schranken zu weisen. Aber das Funkeln in ihren Augen hält ihn zurück. Sie meint es ernst.
„Du redest, als würdest du mich testen wollen,“ sagt er schliesslich, sein Ton leicht spöttisch, aber seine Augen verraten ihn – er ist interessiert. Er lässt seinen Blick bewusst langsam über sie gleiten, ihre Haltung, die Spannung in ihrem Körper, ihre Nähe. „Aber… du weisst schon, dass du nicht einfach wieder die Regeln ändern kannst, oder?“ Er muss sich versichern dass sie auch mitmacht. Nicht so wie bei den Malen einige Jahre zuvor.
Er richtet sich langsam auf, sein Gesicht nun auf Höhe ihres Bauches. Eine Hand legt sich lässig auf ihren Oberschenkel. „Ich mein, ich bin für fast alles zu haben,“ sagt er, „aber du bist sicher, dass du das willst?“ Irgendwo in seinem Hinterkopf, ist er sich nicht ganz sicher. Weiss aber nicht ob es daran liegt, dass er Dennah kennt und mag oder wegen der Sache mit Lyn. Hier in der Klinik kam noch nie was gutes raus.
Sein Grinsen kehrt zurück, während seine Finger leicht über ihren Oberschenkel gleiten. „Weil ich dir eins sagen kann: Wenn ich anfange, hab ich keinen Bock auf halbe Sachen...“

Stephens Hand auf ihrer ihrer Haut lässt sie kurz schlucken. Du ziehst das jetzt durch! Dennahs Finger gleiten unter ihren Rock, sie beugt sich vor, den Blick auf Stephen verharrend, und richtet sich kurz darauf wieder auf. Zwischen den Fingern hält sie ihren Slip, ihm entgegenstreckt. Die Finger öffnen sich und der Stoff fällt auf Stephens Schoß. "Genau wie ich." Sich wieder vorbeugend kommt sie seinem Gesicht so nah, dass er ihren Atem spürt, als sie mit leiser Stimme sagt: "Weniger labern, mehr machen."

Stephs Herz schlägt schneller, aber nicht vor Unsicherheit – vor purer Lust und einer leisen, unterschwelligen Erleichterung. Es ist echt, das passiert wirklich. Dennah vor ihm und es gibt keine Grenzen, die er erst austesten müsste. Ein verdammter Freibrief. Für einen Moment denkt er, dass er das in diesem Saftladen nicht erwartet hätte. Clean sein kann es doch bringen.
Sein Blick gleitet von dem kleinen Stück Stoff zu ihrem Gesicht. Sie schaut ihn verlangend an. Kein Nein im Hinterkopf wie früher. Nur sie und diese verfluchte Spannung zwischen ihnen, die sich endlich entladen darf. Das Grinsen auf seinem Gesicht wird breiter und siegessicher. Er fühlt eine Spur von Selbstzufriedenheit in sich aufsteigen. Das macht das jetzt umso besser. Es ist, als hätte sie endlich kapiert, worauf sie all die Jahre verzichtet hat.
Seine Gedanken schweifen kurz ab. Ein Schatten zieht über seine Stimmung. Lyn. Der Name taucht auf wie eine hässliche Schramme auf einer ansonsten makellosen Oberfläche und er schiebt ihn sofort wieder weg.
„Ich muss sagen,“ sagt er, während er sich langsam bewegt. Seine Hände greifen bestimmt nach ihr. „Du machst es einem verdammt einfach, dich zu mögen.“
Das ist alles, was er sagt, bevor er sie mit einem schnellen Ruck packt. Er wirft sie zurück aufs Bett, sein Körper folgt automatisch. Seine Knie schieben sich zwischen ihre Oberschenkel, und er fühlt, wie sein Puls mit jedem Atemzug spürbarer wird. Er zieht die Luft scharf durch die Zähne ein, ein letztes Nachdenken... Aber das Gefühl, das in ihm aufsteigt, ist zu stark. Sie will es. Und er nimmt, was ihm angeboten wird. So war es immer, so wird es immer sein.
Eine Hand wandert an ihren Oberschenkel, dann unter ihren Rock, als er sich mit der anderen nach unten tastet, seine Boxershorts mit einem einzigen Zug herunterzieht. Sein Glied springt frei, hart und bereit, während seine Hand sich um seinen Schaft legt, der Griff fest, zielgerichtet..



Mit einem kehligen Laut entweicht Dennah Luft aus der Lunge, als Stephen sie packt und herumwirft. Es geht los. Wenn Blaze sie doch nur so gepackt hätte ...
Stephen nimmt sich nicht die Zeit, sich selbst oder sie zu entkleiden. Seine Geilheit liegt schwer im Raum, als er sich zwischen ihre Schenkel schiebt. 'Du musst ihn nicht mögen.'
Dennah atmet klangvoll aus, der Mund leicht geöffnet, die Augen geschlossen, wartet sie darauf, dass er in sie eindringt. Ihr Herz hämmert schmerzhaft gegen das Brustbein, für einen Moment glaubt sie, keine Luft zu bekommen. 'Das macht nichts. Ist nur der Körper.' Sie öffnet die Augen, starrt ihn durchdringend an. "Tu es!", stöhnt sie angestrengt. Und dann ...

Steph hält inne, sein Blick bleibt auf Dennah gerichtet, während die Hitze des Moments um sie herum brodelt. Ein Grinsen, halb arrogant, halb belustigt, zuckt über sein Gesicht.
„Ich hab meim Kumpel vor kurzem erst erzählt, dass wir zwei schon was hatten.“ Er klingt als würde er nur einen unwichtigen Fakt ausplaudern. "Er hatte dumm danach gefragt." Ihr Körper ist angespannt und als er versucht, weiterzumachen, spürt er die Trockenheit zwischen ihren Beinen. Ohne weiter nachzudenken, spuckt er in seine Hand, ein leises Schmatzen ist zu hören, während er die Flüssigkeit, mit der Gleichgültigkeit von jemandem, der solche Momente gewohnt ist, über sein Glied und zwischen ihre Beine verteilt. Seine tätowierte Hand, die er so oft für andere Dinge benutzt hat, macht ruhig weiter, während er redet. Sein Blick, vollkommen gelassen, bleibt dabei auf seinem Tun. Es amüsiert ihn ein wenig, wie leicht er sich an Dinge erinnert und Assoziationen bekommt, nur weil er einmal nicht total drauf oder zu war.
„Eigentlich wollte ich ihn nur verarschen.“ Stephs Hand gleitet weiter, seine Bewegungen methodisch. "Jetzt stimmts dann ja sogar.“ Er grinst schief, mehr zu sich selbst als zu ihr. „Lustig, wie sich sowas ergibt, oder? Er wird mich wohl doch nicht für einen Lügner halten müssen.“ Er schmunzelt dreckig, als er das Glied wieder ansetzt...

Dennahs Blick wird kühl. Voller Entschlossenheit funkelt sie ihm entgegen. "Ja, lustig. Er wird dafür büßen, mich verarscht zu haben." DU wirst dafür büßen! Sie stemmt den Oberkörper auf, eine Hand nähert sich Stephens Stirn bis ihre Finger durch sein Haar gleiten. An der Schädeldecke krallen sich ihre Finger in seinen Schopf und sie zieht ihn ein Stück näher zu sich heran. "Was ist jetzt?" Ihre Stimme wird scharf, beinahe ungeduldig. "Willst du diesen Sieg über ihn oder nicht?"

Stephs Stirn legt sich in Falten, als Dennah ihn fixiert. Woher weiss sie, wen ich meine? fragt er sich. Hatte er sich verplappert? Oder war es einfach geraten? Soviel dazu, dass clean sein das Gedächtnis stärkt.
Ihr Griff an seinem Schopf zieht ihn näher, und er fühlt die Kontrolle, die sie ausüben will. Irgendetwas daran passt ihm nicht. Es stört ihn, obwohl er selbst nicht genau sagen kann, was. Vielleicht, weil sie plötzlich zu viel Macht beansprucht – und das mochte er noch nie. Die Häschen die ihn für den Grössten halten und ihn machen lassen sind ihm weit lieber. Er hatte irgendwie das Gefühl Dennah wäre so jemand, aber da hat er sich wohl getäuscht. Stephs Grinsen zuckt kurz, wird dann schmaler. Sein Blick bleibt auf ihren Augen, aber seine Hand schnellt nach oben, packt ihr Handgelenk und zwingt ihre Finger aus seinem Haar. Er drückt es mit einer festen Bewegung zurück auf die Matratze, während er sich etwas aufrichtet. „Chill, Prinzessin,“ meint er. „Du bist hier nicht die, die das Tempo bestimmt.“ Er richtet sich auf, versucht, die Kontrolle zurückzuholen, aber als er wieder ansetzt, merkt er, dass sein Glied nicht mehr mitmacht. Die Hitze des Moments ist abgeklungen. Er versucht es ein weiteres Mal, doch der Versuch scheitert. So kommt er nicht rein...
Scheisse, denkt er. Das kann doch nicht wahr sein. Er wollte gerade einen lockeren Spruch raushauen – An mir liegt’s nicht – aber jetzt tut es das doch.
„Tja,“ murmelt er kühl während er sich über sie schiebt. Seine Knie landen neben ihrem Kopf, ihre Arme sind nicht mehr beweglich unter seinen Beinen, sein Blick bleibt auf ihr haften, diesmal ohne Grinsen, nur mit einer distanzierten Entschlossenheit. „Mund auf,“ sagt er, und sein Tonfall lässt keinen Widerspruch zu, während er sich in Position bringt.




Optionale Szene: [18+] Windenburg - Neue Wege Klinik

Dennah hat schon unzählige Blowjobs abgeliefert. Doch noch nie hat sie jemand in den Hals gefickt. 'Es kotzt mich an, dass du das mitmachst!' Ein würgender Laut krächzt aus ihrer Kehle, so dass Stephen ihr eine Atempause schenkt. "Hör auf", prustet sie ihm hohl entgegen.

Steph hält inne, als ihr Blick ihn trifft. Es ist ein Blick, den er zu kennen glaubt, ein Blick, der irgendwo tief in seinem Schädel eingeschlagen hat und sich festsetzt. Kalt. Unnachgiebig. Aber auch... vorwurfsvoll. Verdammt, das kenn ich doch, denkt er. Erst jetzt spürt er die leichte Panik, die sich in seiner Brust ausbreitet. Sein Griff lockert sich, seine Hand gleitet zögernd von ihrem Hinterkopf. Der Gedanke ist plötzlich da: Lyn.
Er erinnert sich an ihren Blick, als sie behauptet hatte, er hätte sie angefasst. Ein beschissener Witz in seinen Augen. Oder doch nicht? Der Zweifel, der damals in ihm aufkam, ist plötzlich wieder da. Sie hat gelogen. Das hat sie... oder? "Diese Spielereien – sie führen dich direkt zurück in die Hölle, aus der du versuchst herauszukommen." - "Ich habe Stephen vor 3 Jahren kennen gelernt. Damals hat er schon sowas gemacht ..."
Er löst sich von Dennah, schiebt sich zurück, bis er ihr direkt gegenüber sitzt. Die Hitze, die ihn eben noch verschlungen hat, weicht einem eisigen Gefühl, das ihm die Kehle zuschnürt. Er starrt sie an, wie sie beginnt wieder zu Atem zu kommen.
„War vielleicht keine gute Idee,“ murmelt er, seine Stimme trocken.

Leicht aufgesetzt, rückt Dennah hastig von ihm weg. Die Beine geschlossen und eng an sich gezogen, bohrt sich ihr kalter Blick in ihr Gegenüber, während sie nacheinander ihre schmerzenden Handgelenke reibt. So einfach wird er nicht davon kommen. Zwar hat sie anfangs alles für Blaze auf sich genommen, doch jetzt ist es persönlich geworden. Es spielt keine Rolle mehr, dass sie gute Zeiten zusammen hatten. 'Sie wird drüber weg kommen.' Kontrolliert atmend würgt sie die Erinnerungen herunter, die sie zu verschlingen drohen. Alles, was sie jahrelang tief in sich begraben hielt - Ekel, Zorn und Ohnmacht - ballt sich zu einem tiefsitzenden Hass zusammen. Du MUSST durchhalten. Nur noch. Einen. Moment. "Wasser", presst sie hervor. "Holst du mir ein Glas Wasser."
Zwei endlose Sekunden vergehen, bevor Stephen wortlos aufsteht und zur Tür schleicht. Dennahs Herz rast voller Angst. Das ist ihre letzte Chance. Wenn sie es jetzt vermasselt, dann war alles umsonst. Eine Träne rinnt über ihre Wange, als sie kurzatmig und mit fahrigen Bewegungen in ihre kleine Gürteltasche greift. Ihre Finger fühlen sich kalt und taub an, greifen zittrig nach den Kabelbändern, die sie Vaas geklaut hatte. Schnell wirft sie sich rücklings zum Kopfende des Bettes, legt das erste Plastikband um das Holz und fummelt flatterig an dem Ende herum, bis sie es endlich eingefädelt kriegt. Aus dem Bad hört sie den Wasserhahn laufen. Das Geräusch schnürt ihr beinahe den Atem ab. Mach schon! Das zweite Kabelband schließt sich. Eilig schlüpft sie mit einer Hand in die erste Schlaufe, zieht bis das Material ihr in die Haut schneidet. Die zweite Hand folgt. Jetzt muss sie mit den eingeschränkten Fingern festzurren, doch der Winkel passt nicht und sie kann nicht genügend Kraft aufbringen. Verzweifelt wimmernd fließen ihr die Tränen aus den Augen. Sie streckt sich, versucht mit den Zähnen das Band zu erreichen, erwischt ein winziges Endstück und zerrt daran. Stephens Gestalt tritt aus der Tür und Dennah ist gezwungen, abzubrechen. Das zweite Band ist viel zu locker, dennoch beginnt sie, mit den Händen am Bettgestell hin und her zu scheuern. Immerhin rutscht das Gelenk nicht aus der Schlaufe. Aus ihrem wimmernden Klagen werden innbrünstige Schreie. Laut, schrill und schmerzerfüllt genug, um keine klaren Worte erkennen zu lassen. Ihr ehrlich panischer Blick liegt auf Stephen, dessen Reaktionen sie nicht im Geringsten einschätzen kann. Nie zuvor hatte sie solche Angst vor den Konsequenzen ihrer Handlungen.



Stephs Körper erstarrt, als Dennahs Schreie die Luft zerschneiden. Sein Griff um das Glas verkrampft sich.
„W-wa..?“ bricht es aus ihm heraus, als er sie sieht, wie sie sich mit den Händen an die Kabelbinder klammert, die sie um das Bettgestell gezogen hat. Ihr Gesicht ist von Tränen überströmt, ihre Schreie schrill und unmenschlich. Die Situation überrollt ihn wie eine Lawine und die Panik packt ihn bei der Kehle.
„Bist du komplett irre?!!?“ ruft er aus. „Was soll das!? Du..“ Er eilt auf sie zu, stellt das Glas ab, verschüttet es, versucht sie zu packen, um sie zu beruhigen, aber ihre Schreie durchbohren seinen Kopf wie Nadeln. Der Lärm prallt auf seine Gedanken, macht sie wirr, seine Hände zittern, während er nach den verdammten Kabelbindern greift. Doch die Dinger sitzen fest, und er hat keine Ahnung, wie er sie lösen soll.
„Hör auf!!“ brüllt er, während er an den Plastikbändern zerrt. Doch statt sie zu lockern, zieht er sie unabsichtlich noch fester. Scheisse! Was mach ich hier? Ihre Schreie werden lauter, panischer, und in einem verzweifelten Versuch, sie zum Schweigen zu bringen, drückt er eine Hand auf ihren Mund. „Sei still!“ keucht er, seine Stimme bricht, während er nach einer Lösung sucht. Sein Blick schweift durch das Zimmer, suchend nach einer Schere oder etwas ähnlichem...
In diesem Moment geht die Tür auf. Stephs Augen richten sich direkt dort hin, sein Atem stockt, und da steht Tanyl.
Der Therapeut bleibt im Türrahmen stehen, hebt langsam beide Hände, seine Augen wandern zwischen Steph und Dennah hin und her. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen sind geweitet. Er erfasst sofort die Situation.
„Stephen?“ sagt er mit einer Stimme, die gleichzeitig ruhig und unerbittlich klingt, „Ich will dass du jetzt aufstehst und vom Bett weg gehst. Ganz langsam.“
„Warte, ich kann das erklären,“ beginnt Steph, doch Tanyl hebt nur eine Hand, um ihn zum Schweigen zu bringen.
„Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, Stephen...“ sagt er. Seine Stimme ist fest, aber nicht laut und ganz langsam, mit einer Melodie die beruhigend wirken soll. „Geh einfach vom Bett weg.“
Stephs Kiefer spannt sich an doch er hebt langsam die Arme und tritt zurück. Er hat keine Wahl. Sein Atem geht flach, während sein Blick zwischen Dennah und Tanyl hin und herflackert. Scheisse, was passiert hier gerade? Sein Herz hämmert, als Tanyl auf Dennah zugeht.
„Es ist in Ordnung,“ sagt Tanyl leise an Dennah gewandt. Er spricht mit einer väterlichen Stimme, und befreit sie vorsichtig mit einem Taschenmesser. „Du bist jetzt sicher. Alles wird gut.“
Tanyl blickt kurz zu Steph, sein Ausdruck bleibt unnachgiebig. „Stell dich bitte an die Wand da Stephen. Ich rufe jetzt die Polizei.“ sagt er, als wäre es eine einfache Feststellung. "Keine hastigen Bewegungen, okay?"
Stephen hat kurz den Drang zu fliehen. Einfach aus der Tür rennen und weg von hier. Aber an der Tür erscheint ein neugieriges Gesicht – Jan. Seine Augen sind weit aufgerissen, erschrocken, und er weicht sofort zurück, als Stephs Blick ihn trifft.
Steph steht starr in der Mitte des Raumes, kann sich nicht bewegen, nicht Tanyls Aufforderung nachkommen. Sein Körper fühlt sich an, als würde er gleich nachgeben. Er weiss, wie das aussieht. Er weiss, was die denken. Und er weiss, dass er keinen einzigen Satz sagen kann, der die Situation rettet.



Das war’s. Fuck. Das war’s komplett. Sein Herz rast, sein Kopf ist leer und gleichzeitig voller Stimmen, die ihn anschreien. Sie werden dir nicht glauben. Niemand wird dir glauben. Scheisse Dennah, was hast du gemacht?!


(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )


>>> Dennah geht nach Windenburg Nr. 18 - Krankenhaus (2) >>>
>>> Steph geht nach Evergreen Harbor


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14.09.2025 14:11 (zuletzt bearbeitet: 25.09.2025 20:18)
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Charaktere: Stephen
Geschichtsstrang: Kein Weg zurück




Schritte im Kies, immer derselbe Rundweg. Er weiss schon, wie viele Tritte es vom Zaun bis zum Fahrradständer sind, wie viele zurück bis zur Bank, wo die Kippenstummel verrotten.
Seit er aus der U-Haft zurück ist, halten alle ihn auf Abstand. Dieselben Patienten, die noch vor Wochen mit ihm draussen standen, Zigaretten geteilt, Wortfetzen ausgetauscht haben. Sie rücken jetzt weg, sobald er auftaucht. Ein Blick, ein Hüsteln, ein Stuhl, der kratzt, wenn jemand Abstand schafft. Steph fühlt es im Rücken, noch bevor er überhaupt sitzt. Als hätte er eine unsichtbare Plakette auf der Stirn: Vergewaltiger.



In den Sitzungen presst er die Lippen zusammen. Früher hat er wenigstens versucht, sich zu erklären. Heute schweigt er. Jeder Satz wäre eine Ausrede, noch bevor er zu Ende gesprochen ist. Jeder würde ihm den Stempel aufdrücken: Lügner.
Dannahs Gesicht hängt überall in seinem Kopf. Die Kabelbinder, das Schreien, die Anzeige. Und dann der Rückzug. Sie hat zurückgezogen, ok. Aber warum hat sie ihm das angetan? Warum so ein Theater, wenn sies am Ende nicht durchzieht? Was bedeutet das? Wars ein Test? Oder wollte sie ihn wirklich zerstören und hats sich dann anders überlegt? Steph kriegt es nicht zusammen. Die Fragen bohren, bohren, bohren.
Denn auch wenn sie die Anzeige zurückgenommen hat, die Bilder bleiben. Und der Zweifel frisst ihn mehr als alles andere. Was, wenn er wirklich zu weit gegangen ist? Was, wenn ers in der Benommenheit, im Rausch, im kaputten Zustand nicht mehr kapiert hat? Er weiss es nicht. Er wird es nie wissen.



Und dann diese andere Hölle: Dennahs Eltern. Dass sie hier sind, in derselben Klinik, wusste er nicht. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. Er hatte die Gesichter nicht zugeordnet, bis es zu spät war. Ihre Mutter bleibt still. Der Vater dagegen – der hat ihn angefahren. Steph hatte im ersten Moment gedacht, der Mann wolle ihn verprügel. Die Hände hatte er schon geballt. Aber in den Augen lag Unsicherheit. Ein Typ der sich in Rage redet und gleichzeitig kurz davor ist, in sich zusammenzufallen. Und trotzdem musste Steph dastehen, alles abkriegen, bloss weil er der ist, auf den alle Finger zeigten.
Seitdem ist jeder Tag schwerer. Er teilt denselben Flur, dieselbe Kantine, dieselben Therapieräume mit ihnen. Es gibt kein Entkommen.



Sequoia taucht wieder auf, der Weg mit Nick, das Suchen nach der Erinnerung an Lyn. Damals dachte er, im Wald liegt Klarheit. Doch da war nichts. Nichts Handfestes. Sein ganzes Leben fühlt sich an wie ein verfickter Witz.
Steph bleibt stehen. Er atmet flach weil er sonst kotzen müsste. Er hat so viel versucht, mit bestem Wissen, bestem Gewissen. Traut sich kaum noch, nach einem zweiten Löffel in der Kantine zu fragen, wenn ihm der erste runterfällt. Könnte ja sein, sie denken, er will sich daraus was basteln oder sich darin einen Block schmelzen um sich abzuschiessen. Alles ist verdächtig. Jeder Blick. Jeder Schritt.



Und über allem hängt der Berg den er nicht zu bewältigen weiss. Vorstrafen, Lyn. Dennah. Richter. Auflagen. Und das Schweigen der anderen, das ihm jeden Tag klarmacht, dass er hier drin längst von jedem einzelnen Sim um ihn herum verurteilt ist.



>>> Steph telefoniert nach Del Sol Valley (2) >>>


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