Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation

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08.09.2025 20:39 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2025 20:00)
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Bücherstapler

<<<David kommt von Forgotten Hollow <<<
<<< Lilly kommt von Forgotton Hollow <<<
<<< Rin kommt von Forgotton Hollow <<<

Charaktere: Lilly , David, Rin, Fiona

Geschichtsstrang: Tierliebe

"Die Tierauffangstation gab es schon, als ich noch in Brindleton wohnte.", erzählt Lilly gerade als sie sich mit Rin dem Gebäude nähert. "Da finden wir vielleicht ein Tier für dich." Weil Viktor mit einem Arbeitsauftrag beschäftigt ist, hat sie sich an seiner Stelle dazu bereit erklärt, Rin zu helfen. "Hast du eigentlich eine Vorstellung, was für eine Katze du willst? Oder willst du mehr als eine?"



Rin hört ihr mit ernster Miene zu, seine Augen ruhen unbeweglich auf ihrem Gesicht. Hin und wieder nickt er, fast mechanisch, als wolle er sich selbst bestätigen.
"Ja… ich hoffe, dass ich den Weg nicht umsonst gegangen bin“, murmelt er schließlich, die Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Sein Blick schweift über die Bilder, bleibt an den Katzen hängen. "Etwas Gestreiftes… das würde mir gefallen. Diese Bengalkatzen haben etwas Wildes. Aber auch diese nackten Katzen… so fremd, so eigen. Sie sind faszinierend.“
Seit Tagen verliert er sich in Büchern, schlägt Seite um Seite auf, als suche er darin nicht nur Wissen, sondern eine Art Rettung. Nichts anderes erfüllt seine Stunden, als diese Tiere zu studieren. Er will bereit sein für alles, was kommen mag. Schon hat er ein halbes Katzenzimmer hergerichtet, als ob die Leere in seinem Inneren dadurch gezähmt werden könnte.
Doch während er dort steht, überfällt ihn die Unsicherheit. Die Sims drängen dicht an ihm vorbei, wie Schatten, die zu nah geraten. Er hört ihre Herzen pochen, schnell, unaufhörlich, jeder Schlag wie ein Fausthieb gegen seine Schläfen. Das Blut rauscht in seinen Ohren laut, unbändig, wie ein Strom, der ihn mit sich reißen will. Noch immer ist es für ihn ein betäubender Lärm, ein unaufhörliches Dröhnen, an das er sich niemals gewöhnen wird.
"Weißt du, Rin…" Auch Lillys Blick streift über die Fotos. "Ich fürchte, das mit einer Bengalkatze wird schwierig. Die sind wirklich hübsch, ja. Aber du musst schon Glück haben, so etwas in der Auffangstation zu finden. Die meisten werden Mischlinge sein, keine Rassekatzen." Sie schenkt ihm ein Lächeln. "Aber das heißt nicht, dass sie weniger besonders wären." Hoffentlich kann Rin wirklich geholfen werden. Aber die Mitarbeiter werden besser einschätzen können als sie, welche der Katzen hier auch alleine gehalten werden können. Lilly betrachtet Rin von der Seite. Oder ließe er sich auch zu einem zweiten Tier überreden? Sie spricht das Thema nicht an. Das zu klären ist nicht ihr Job, sondern der der Mitarbeiter. Sie dreht sich um, begrüßt die Frau am Empfang. "Guten Tag. Mein Freund ist auf der Suche nach einer Katze."
"Ich verstehe“, sagt er knapp, ohne sie weiter anzusehen. Allein mit ihr zu sein, fühlt sich falsch an. Schließlich ist sie die Partnerin seines Freundes nicht seine. Waren sie überhaupt Freunde? Bis auf ein paar gemeinsame Stunden am Klavier hatten sie bisher kaum Berührungspunkte. Er weiß nicht recht, wie er sich verhalten soll, und dieses Ungewisse schnürt ihm die Kehle zu.
"Ich habe gelesen, man hält sie am besten zu zweit“, bricht er das Schweigen und wirkt dabei, als suche er Halt in den Worten. "Vielleicht hole ich mir vom Züchter noch eine Bengalkatze dazu. Und… wer weiß, vielleicht irgendwann sogar eine Nacktkatze.“ Er zuckt die Schultern, als läge ihm nichts daran, doch der Ausdruck in seinen Augen verrät sein Ringen.
Gemeinsam mit Lilly tritt er in den Laden. Der Geruch nach Futter, Holzspänen und einer Spur Reinigungsmittel schwebt in der Luft. Interessiert wandert sein Blick durch den Raum
Fiona lehnt sich zurück. Sie zeigt ihr freundlichstes Lächeln. "Guten Tag und willkommen hier. Es ist eine schöne Geste, dass sie einem Tier ein neues Zuhause geben wollen. Und ja, die meisten Katzen freuen sich über Artgenossen. Aber wir haben auch Einzelgänger hier, die lieber unter sich bleiben." Sie mustert den Schwarzhaarigen. "Ein paar Fragen sind noch zu klären vorher." Sie notiert sich den Namen, doch weiter kommt sie nicht. In diesem Moment betritt David den Raum. Fiona lächelt ihn an. "Oh, du kommst genau richtig. Kannst du Rin McCain und seine Begleitung zu den Katzen bringen und ihm alles Weitere erklären?“
Fragend schaut David von seinen Notizen auf. In Gedanken bei der Radtour am vergangenen Wochenende fällt sein Blick auf die beiden unbekannten Gesichter. Die Frau ist ganz offensichtlich okkult, doch der Mann ist es, dem etwas Mystisches anhaftet. Ein äußerst interessantes Paar. "Klar." David hebt aufgeschlossen Brauen und Mundwinkel. "David, hi. Dann kommt mal mit." Eine winkende Bewegung deutet ihnen, ihm in die hinteren Räume zu führen, an den beiden Behandlungszimmern vorbei bis zu den Gehegen. "Was schwebt euch denn vor? Gibts bestimmte Kritereien, die erfüllt werden müssen?"
Rin mustert den Mann vorsichtig, ehe er auf sein Winken eingeht und direkt zu ihm tritt. Der Fremde wirkt freundlich; sein Herzschlag bleibt ruhig und gleichmäßig ein sicheres Zeichen, dass er ihm vertrauen kann. Die Erkenntnis beruhigt Rin, lässt die Anspannung in seinen Schultern ein wenig nach. Knapp hebt er den Blick. "Etwas Geflecktes. Nacktes. Oder Gestreiftes.“ Seine Worte sind so kurz wie sein Blick, der nur flüchtig den Mann streift. Doch in dem Moment, als er die Frage stellt . Haben Sie so etwas? verändert sich etwas in seinem Gesicht. Zum ersten Mal hellt es sich auf, ganz leicht, fast zögerlich. Hoffnung schwingt in seinen Augen mit, wie ein flackerndes Licht, das droht, gleich wieder zu verlöschen.
Lilly schweigt und überlässt es Rin, seinen Wunsch zu nennen. Sie denkt an Moritz zurück. Auch er war damals ein Tier aus der Auffangstation, und nun seit 22 Jahren bei ihr. Trotz seines hohen Alters ist er noch halbwegs fit, wenn auch nicht mehr ganz so wild wie noch als Kätzchen. In Erinnerungen schwelgend folgt sie dem jungen Mitarbeiter.
"Gefleckt, nackt oder gestreift.", wiederholt David. "Das nenne ich mal gezielte Angaben." Die Mimik wird ernsthafter, ein geschäftlicher Hauch umweht ihn, als er den Blick des Kunden sucht und entgegnet: "Nackt haben wir derzeit nicht. Die anderen beiden Prios wären da. Erlaube mir ein paar Gegenfragen. Wohnung oder Freigang? Andere Tiere Schrägstrich Mitbewohner? Durchschnittliche Anwesenheitszeit zu Hause? Erfahrungen mit Katzenhaltung?"



Rin wirft einen kurzen Blick zu Lilly, ehe ihn die Flut von Fragen überrollt. Doch er ist vorbereitet – gründlich vorbereitet. Tage voller Recherche haben ihn sicher gemacht in dem, was er will.
"Es wird eine Wohnungskatze“, erklärt er ruhig. "Draußen sind die Straßen zu befahren. Weitere Tiere habe ich nicht. Auch keine Mitbewohner. Meine Anwesenheit…“ Er zögert, runzelt die Stirn. „Manchmal mehr, manchmal weniger. Im schlimmsten Fall zwölf Stunden. Wenn es gut läuft und ich von zuhause aus arbeiten kann, bis zu zwanzig.“
Er spürt, wie seine Stimme härter wird, als er fortfährt: "Das Kleine wäre meine erste Katze.“
Die Stirn bleibt gerunzelt. Mit einer solchen Befragung fast wie bei der Polizei hat er nicht gerechnet. Ein leises Knirschen liegt in seiner Anspannung, während er sich fragt, ob es wohl ein Problem ist, dass er allein lebt. Das Gewicht dieser unausgesprochenen Zweifel lastet schwer auf ihm. Schließlich stößt er ein genervtes Seufzen aus, das zwischen ihnen hängen bleibt wie ein trotziges Echo.
Lilly erwidert Rins Blick. Er ist nervös, das spürt sie, und angespannt. "Mein Kater kam damals auch von hier.", flüstert sie, "Und die Station hatte auch damals schon einen guten Ruf. Bestimmt finden wir hier das Richtige für dich."



Vor sich her nickend notiert David gedanklich die Angaben, während er sich zu den provisorischen Herbergen herumdreht. "Die meisten Katzen haben einen natürlichen Drang, raus zu gehen. Reine Wohnungshaltung schränkt die Wahl drastisch ein." Er schenkt dem Mann einen zuversichtlichen Blick. "Was nicht bedeutet, dass wir kein passendes Tier finden." Die hellen Augen tasten die Sichtfenster nachdenklich ab. "Jungtiere sollten grundsätzlich nicht einzeln vermittelt werden. Ich kann eine ausgewachsene Dame anbieten - Wolke, vier Jahre alt, ruhig und gern für sich." Der linke Arm ausgestreckt deutet auf einen kleinen Raum, in dem nur drei Tiere zu sehen sind. "Die da hinten. Hellgrau. Sie braucht eine Weile, um sich an Sims zu gewöhnen, aber wenn sie auftaut, ist sie sehr zutraulich und verschmust." Die fragend erhobene Braue richtet sich an den unwesentlich Kleineren.
Rin nickt Lilly anerkennend zu. "Gut. Vielleicht habe ich ja auch Glück.“ Sein Blick bleibt unverändert kühl, unbeweglich wie eine Maske. Stirnrunzelnd beobachtet er, wie David sich Notizen macht. Ob diese gut oder schlecht sind, kann er nicht einschätzen und genau das beunruhigt ihn. Dann richtet er die Augen wieder auf das Tier. Schon beim ersten Anblick gefällt sie ihm. Das Alter spielt für ihn keine Rolle. "Ich überlege, mir eventuell noch eine zweite dazu zu holen. Wäre sie mit anderen verträglich?“ Seine Stimme bleibt ruhig, beinahe tonlos.
Ein junges Tier braucht er nicht unbedingt, fährt er fort. "Also alles gut. Ich habe gelesen, dass die Jüngeren leichter ein neues Zuhause finden.“ Die Worte sind nüchtern, doch unter der Oberfläche glimmt etwas ein kaum sichtbares Aufflackern von Fürsorge, das er selbst noch nicht recht einordnen kann.



Lilly lugt vorsichtig hinein. Das erste Tier, das ihr auffällt, ist allerdings nicht Wolke. Sondern eine Calico, eine dreifarbige Katze. Sie beobachtet das Tier, das gerade mit einem Fussel spielt. Auch eine hübsche Dame. Die graue Katze, auf die David zeigte, entdeckt sie erst danach, etwas versteckt hinter einem Kissen. Lilly fällt auf, dass sie nicht komplett grau ist sondern mit schwarzer Schwanzspitze. Offensichtlich ein Mischling. Aber total knuffig. "Da muss ich schon aufpassen, dass ich am Ende nicht mit einem vierten Tier für mich selbst von hier fort gehe.", schmunzelt sie. Dann lächelt sie Rin anerkennend an. "Aber ich finde es wirklich großartig, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast. Du bist Viktor wirklich ähnlich, was das betrifft. Lieber mit Planung als völlig kopflos. Und bei Katzen ist das wichtig."
Sie sieht zum Mitarbeiter, merkt, dass er eigentlich gerade etwas sagen wollte, bevor sie selbst das Wort an sich riss. Etwas peinlich berührt schweigt sie nun. Bei Katzen kann sie sich selbst nicht immer zurück halten
Davids Ausdruck bleibt reserviert, sein Ton ist bestimmend, wenn auch nicht unfreundlich. "Tiere sind keine Legosteine, die man nach Belieben zusammensetzen und wieder trennen kann, wie es einem grade in den Sinn kommt.", ermahnt er abwechselnd in beide Gesichter schauend. "Die oberste Priorität muss immer das Tierwohl haben. Wenn mehrere Katzen infrage kommen, wäre es klüger, sich für eine bestehende Gruppe zu entscheiden. Wenn man Fremde zusammen bringt, weiß man nie, ob das gut geht. Im schlimmsten Fall kann das zu mittelschweren Verletzungen führen." Tief einatmend richtet seine Aufmerksamkeit sich wieder dem Raum entgegen. "Ich sage es ganz offen. Wolke ist devot. Ich halte es für falsch, sie so einem Glücksspiel auszusetzen." Einen kurzen Moment schweigt er, der linke Zeigefinger tippt Gedanken sammelnd gegen die Schläfe. "Wir hätten noch Chai.", wechselt er dann zum nächsten, etwas größeren Raum. "Auch ein Weibchen, von der Straße aufgelesen, Artgenossen sehr offen gegenüber. Unabhängiger als Wolke." Suchend scannt sein Blick die Inneneinrichtung, doch Chai ist nirgends zu sehen. Möglicherweise in einer der zahlreichen Höhlen. "Sie ist etwa im selben Alter, allerdings hat sie eine leichte Beeinträchtigung. Ihre Hüfte war gebrochen, als sie herkam. Es ist gut verheilt, aber seitdem hat sie Schwierigkeiten mit Klettern und Springen." David sieht Rin offen in die Augen. "Bei ihr ist es wichtig, dass sie alles ohne Belastung der Gelenke erreichen kann. Katzen sind eigensinnig." Ein Mundwinkel hebt sich zu einem amüsierten Grinsen. "Das muss beobachtet werden. Wenn sie sich einen höhergelegenen Platz aussucht, muss dafür gesorgt werden, dass sie da sicher hoch und wieder runter kommt."



Rin folgt Lillys Blick und entdeckt ebenfalls die dreifarbige Katze. Schweigend hört er sich die Belehrung an, nickt knapp und nimmt jedes Wort doch tief in sich auf. Eigentlich hatte er gedacht, er würde einfach hereingehen und mit einer Katze wieder hinauskommen. Dieser ganze Prozess überfordert ihn, mehr als er zugeben will.
Das mit der Hüfte traut er sich nicht zu. Zu viel Verantwortung für den Anfang. Außerdem hat er das Katzenzimmer mit zahlreichen Klettermöglichkeiten ausgestattet; er will eine Katze, die all das auch nutzen kann. "Ich hätte gern eine, die klettern kann“, erklärt er mit seiner gewohnt dunklen, monotonen Stimme, bemüht, wenigstens ein wenig freundlich zu klingen. "Das Zimmer ist extra dafür eingerichtet. Mehrere Katzen müssen es nicht sein. Es war nur eine Idee… weil es so in den Büchern stand. Aber eine einzige würde mir genügen.“
Lilly beobachtet die dreifarbige Katze, und Rin hebt den Blick zu ihr. "Was hat sie für Vorzüge?“ fragt er, kühl wie immer, doch in seinen Worten schwingt ein Hauch von Interesse mit. "Wobei… Wolke hat es mir ohnehin schon angetan.“



Lilly sieht ihn an. "Wolke scheint eine wunderbare Wahl zu sein.", sagt sie. "Die Calico ist nur auffälliger. Aber das würde ich nicht als "Vorzug" bezeichnen. Auch nicht als Nachteil. Es ist ein anderes Tier, mit anderen Charaktereigenschaften. Aber was zählt ist, dass DU die Wahl machst, nicht ich. Immerhin wird es dein Tier. Ich begleite dich nur."
"Im Idealfall trifft das Tier die Wahl.", korrigiert David die Frau - ohne ein Lächeln anzufügen. Er würde wetten, dass sie sich als tierlieb bezeichnet. Und vermutlich ist sie das sogar, wenn man ihren eingeschränkten Horizont berücksichtigt. Was sie bisher geäußert hat, weckt in ihm das Bild des typischen Schoßtierhalters. Eine, auf die das Wort "Besitzerin" wunderbar passt. Das Tier hat sich ihren Vorstellungen zu beugen. Eben, weil sie es "besitzt". Es interessiert ihn nicht, ob er sich bei ihr unbeliebt macht. Er macht diesen Job nicht, um Sympathie zu gewinnen. "Die Calico ist kein Einzeltier. Sie gehört zu dem Kater. Die beiden sind zwar keine Geschwister, aber dennoch untrennbar verbunden." Tief durchatmend, als würde er sich auf eine entscheidende Schlacht vorbereiten, wendet David sich Rin zu. "Ich halte nichts davon, um den heißen Brei zu reden. Die Adoption eines Tieres ist eine große Sache." Eindringlich sieht er den Mann an. Es steht außer Frage, dass er seine Rolle als Vermittler ernst nimmt. "Eine Entscheidung, die für mindestens EIN Wesen lebenslange Konsequenzen hat. Das ist nichts, das man zwischen Tür und Angel abwickeln sollte. Stell dir vor, ein fremder Riese kommt zu dir, packt dich ein und bringt dich an einen Ort, den du nie zuvor gesehen hast. Du bist vollkommen allein und verstehst nicht, was mit dir geschieht." Kurz schwankt sein Blick zu der Rothaarigen herüber, bevor er weiter spricht: "Diese Entscheidung triffst du nicht für dich, sondern für das Tier. Und das muss eine wirklich sichere Sache sein. Kein Hin und her. Gerade Katzen stecken solche Dinge nicht einfach weg." Den Blick abreißend zieht er ein kleines Schlüsselbund aus der Hosentasche. "Wir können zu Wolke rein gehen, wenn du willst. Zum Beschnuppern und kennenlernen. Sie ist eine wundervolle Katze. Und für erste Erfahrungen hervorragend geeignet."



Rin hebt eine Augenbraue auf Davids Bemerkung an Lilly, doch er schweigt. Als Lilly etwas sagt, nickt er nur knapp. "Ja… ich glaube auch. Wir könnten uns ergänzen.“ Seine Stimme bleibt tonlos, und in seinem Gesicht liegt keine Regung. Kein Zug verrät, was in seinem Inneren vorgeht.
Er hört sich alles ruhig an. Normalerweise verspürt er nie den Drang, einem Menschen das Blut zu entziehen doch hin und wieder gibt es Ausnahmen. "Ach, und Sie glauben also zu wissen, dass es für mich keine große Sache ist?“ Er hebt erneut die Augenbraue, die Stimme bleibt kühl und kontrolliert. "Dass ich nicht wüsste, dass dieses Wesen auf mich angewiesen sein wird? Vielleicht waren meine Gründe töricht. Doch ich habe mich eingehend informiert und ich finde diese kleinen Jäger faszinierend. Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Es wird also kein Hin und Her geben.“
In seinem Inneren kocht es. Diese Belehrung empfindet er wie eine Beleidigung, eine Unterstellung seiner Vernunft. Wut flammt in ihm auf, heiß und scharf wie ein Messer. Doch nach außen bleibt er ungerührt, fast reglos, nur die eisige Kälte seiner Augen verrät etwas von der Spannung. Er versteht, dass die Worte nicht gegen ihn gerichtet sind, sondern dem Wohl des Tieres dienen und gerade das hält ihn zurück.
Dennoch droht der Zorn ihn zu überwältigen, und er ist dankbar, als sie aufstehen. Die Bewegung, das kleine Ablenkungsmanöver, gibt ihm die Möglichkeit, den inneren Kampf zu zügeln. Er nickt, so beherrscht wie zuvor, und spricht erneut mit ruhiger Stimme: "Gerne.
Lillys Mine verändert sich nur kurz. Sie versteht, dass David das Tierwohl wichtig ist, doch an Empathie gegenüber den Besuchern scheint es ihm zu mangeln. Äußerlich bleibt sie jedoch freundlich. Mit einem Lächeln wendet sie sich an den Tierpfleger. "Vielleicht sollten Sie lernen, mehr zu vertrauen. Ich hätte Rin nicht hierher gebracht, wenn ich nicht sicher wäre, dass er es mit seinem Haustierwunsch ernst nimmt." Sie freut sich, dass er trotz allem ruhig bleiben konnte, weil es jetzt wichtigeres gibt als Davids Egotrip.
Innerlich mit den Augen rollend, bleibt David nach außen hin sachlich und souverän. Wenn die Leute doch nicht immer an seinen Worten heruminterpretieren und einfach nur zuhören würden ... "Das habe ich nicht gesagt.", erklärt er geduldig. "Nur, dass es eine große Sache ist." Den Schlüssel einschiebend, schenkt er der Frau ein professionelles Lächeln. "Vielen Dank für diesen wertvollen Ratschlag. Das nächste Mal, wenn mir eine wildfremde Person irgendetwas sagt, werde ich ihr blind glauben. Weil das nie schief geht." Okay, das war weder neutral, noch freundlich. Aber woher zum Teufel soll er wissen, wie gut sie diesen Typen kennt? Und dass auf ihr Wort Verlass ist, steht ihr leider nicht in die Stirn geritzt. David seufzt. Er ist es gewohnt, dass Sims nicht mit seiner Direktheit umgehen können. Wenn man nicht jedes Statement in rosa glitzernde Watte packt, fühlen sie sich angegriffen - was seiner Meinung nach nur zeigt, dass seine Worte ins Schwarze treffen. Warum sollten sie sich angegriffen fühlen, wenn er nicht einen wunden Punkt getroffen hätte? Aber darüber will niemand nachdenken. Es ist einfacher, das angesprochene Schuldgefühl auf ihn umzulenken und zu behaupten, er sei notorisch unfreundlich, nicht empathisch oder würde alles Mögliche unterstellen. Er kennt diese Anschuldigungen zu genüge. "Es tut mir leid, ich will niemanden angreifen." Er richtet sich zu voller Größe auf und sieht aufrichtig von einem Gesicht zum Anderen. "Aber ihr - Sie würden nicht glauben, wie viele dieser Tiere hier landen, weil jemand fremden Sims vertraut hat. Und zwei Wochen später wird der Hund am Rastplatz ausgesetzt, weil es zu anstrengend ist, drei mal am Tag mit ihm spazieren zu gehen, die Katze landet im Koffer am Straßenrand, weil sie nicht kuscheln will und der Hamster hat zu laut am Gitter geknabbert."
Betroffenenheit sticht ihm aus den Augen, als er zu erklären versucht. "Ich meine es nicht böse, aber man sieht den Leuten selten an, ob sie das Vertrauen wert sind, das Sie so selbstverständlich einfordern." Der letzte Blick trifft die Frau, mit einem leise fragenden Nicken, wie ein Friedensangebot. Erst dann öffnet er die Tür und lässt die Besucher eintreten, darauf achtend, dass keiner der haarigen Bewohner entwischt.
Rin mustert ihn kritisch, während er spricht. Schon nach den ersten Sätzen fragt er sich, ob dieser Mitarbeiter wirklich die richtige Wahl ist, um den verlorenen Seelen hier ein Zuhause zu schenken. Seine Absichten wirken zwar aufrichtig, beinahe ehrenvoll, doch Rin spürt, dass gerade diese übertriebene Strenge viele Sims eher verschrecken könnte. Ein kalter Empfang, und schon dreht man sich zur Tür um ohne auch nur einen Blick auf die Tiere zu werfen. "Das streite ich nicht ab“, sagt er schließlich. Seine Stimme ist ruhig, doch in ihr liegt ein fester Entschluss. "Ich kann mir das durchaus gut vorstellen. Seien Sie versichert: Auch wenn die Idee spontan war, ist sie längst mehr als nur ein Einfall. Der oder die Kleine soll mein Gefährte werden in welcher Hinsicht auch immer. Ob zum Schmusen oder nicht, ist für mich nicht von Bedeutung.“ Trotz dieser Worte bleibt seine Laune gedämpft. Der Gedanke, bald wieder draußen zu sein, wirkt wie ein stilles Versprechen in seinem Inneren. Und doch trägt ihn eine unsichtbare Kraft vorwärts. Zögerlich tritt er in das Gehege, senkt sich langsam in die Hocke. Die Welt schrumpft in diesem Moment zusammen. Er sieht die Flauschis jetzt ganz nah kleine Körper voller Leben, sanfte Bewegungen, winzige Atemzüge. Ihr Anblick trifft ihn unvermittelt ins Herz, so wie damals bei Vik seiner Katze. Ein warmer Stich, so schmerzhaft wie schön, zieht durch seine Brust. Ein besonders mutiges Kätzchen löst sich aus der Gruppe und tapselt zu ihm.
Rin hält instinktiv die Luft an, als die winzige Nase vorsichtig seine Hand beschnuppert. Zum ersten Mal seit Langem weichen die harten Züge aus seinem Gesicht. Die Kälte in seinen Augen löst sich auf wie Nebel im Morgenlicht, und seine Mundwinkel zucken kaum sichtbar, doch spürbar wie ein erster Sonnenstrahl nach einem langen Winter. Dann hört er es: das leise, vibrierende Schnurren, das kaum größer wirkt als ein Flüstern. Gleichzeitig spürt er den raschen Schlag dieses winzigen Herzens, so verletzlich und doch voller Kraft. Etwas bricht in ihm auf. Für einen Augenblick ist da kein Misstrauen, keine Härte nur Wärme. Er gleitet mit der Hand über das Fell, weich und warm wie ein Versprechen, und blickt in Augen, die nur eins ausstrahlen: pure, unerschütterliche Neugier. Rin blinzelt. In dieser Sekunde wird ihm bewusst, dass nicht er derjenige ist, der wählt sondern dass dieses kleine Wesen längst beschlossen hat, ihn zu finden.



Nachdenklich betrachtet Lilly David, während sie durch die Tür tritt. Sie fühlt sich ertappt. Und dabei hält sie sich sonst für emotional intelligent. Sie hatte Rins Unsicherheit gespürt, hatte versucht die Stimmung mit Smalltalk etwas aufzulockern.. aber dabei Davids Sicht der Dinge aus den Augen verloren. "Sie haben Recht.", sagt sie in Davids Richtung. "Weder mir noch Rin steht es auf die Stirn geschrieben, wer wir wirklich sind. Ich plaudere gerne. Und zugegebenerweise nicht immer nur tiefgründig. Das heißt aber nicht, dass mir die Tiere nicht wichtig wären." Sie macht eine kurze Pause, bevor sie fortfährt: "Es ist eine gute Sache, dass die Tiere Ihnen so am Herzen liegen. Und das Gefühl, wenn sie zurück gebracht werden, mit fadenscheinigen Ausreden, ist sicherlich nicht gut. Mein eigener Kater ist aber schon über 20 Jahre bei mir und noch immer fit für sein Alter." Sie lächelt entwaffnend. "Natürlich erwarte ich nicht, dass Sie dieser Aussage einfach so glauben. Aber da ich kein Fotoalbum mit auf den Weg genommen habe, das auch alte Bilder mit mir und Moritz zeigt, habe ich zumindest hier vor Ort nichts, um es auch zu beweisen. Und ich gebe zu, dass ich Sie anfangs falsch eingeschätzt habe." Ein Friedensangebot.
Lächelnd beobachtet Lilly, wie Rin sich entspannt, als sich der Vierbeiner ihm nähert. Sie merkt sofort, wie gut es ihm tut und zweifelt keine Sekunde daran, dass ihm die Haustiersuche ernst ist. Sie geht selber in die Hocke, bleibt ruhig, bis auch bei ihr sich ein tiericher Besucher meldet. Ein brauner Kater mit weißen Pfoten springt ihr auf den Schoß, und lässt sich von ihr kraulen. Offensichtlich ein geselliger, kleiner Bursche. "Na du Hübscher!" Sie dreht sich neugierig zu David um, ohne mit dem Kraulen aufzuhören. "Was ist sein Name?"
Das Lächeln, das sich auf Davids Gesicht legt, nimmt ihm jede Kühlheit, die er schon wegen des hellen Typs in sich trägt. Es spielt keine Rolle, ob sich zwischen ihm und diesen Leuten Sympathie aufbaut. Wichtig ist nur, dass jeder, der ein Tier mitnimmt, sich bestmöglich um den Schützling kümmert. Beidseitiges Vertrauen ist unerlässlich für eine solche Verbindung. Dass der Kontakt von Seiten der Vierbeiner entsteht, ist ein gutes Zeichen. "Das ist Socke.", deutet das Nicken auf den Kater. "Der gehört zu Shira, der Calico." Die Aufmerksamkeit auf Rin und das andere Tier lenkend macht David einige Schritte weiter in den Raum. "Und dieser kleine Knallkopf ist Oreo. Sehr neugierig, noch nicht lange bei uns. Er wurde abgegeben, weil die Familie mit seinem Spieltrieb nicht zurecht kam. Er ist noch jung, hat viel Energie, aber das wird sich im nächsten Jahr etwas legen." Zuversichtlich hebt er die Brauen. "Klettermöglichkeiten sind ideal für ihn, um sich auszupowern." Wie zur Bestätigung von Davids Einschätzung wirft der Kater sich spielerisch auf den Boden, zwei Pfoten um das Handgelenk des Mannes geschlungen, um mit den Hinterfüßen dagegen zu treten. Das Schnäuzchen weit geöffnet schlägt der Kopf einige Male von einer Seite zur anderen, bevor Oreo aufspringt und mit einem hohen Buckel vor und zurück tänzelt. "Er ist ein richtiger Spinner.", lacht David, sichtlich von der Szene erwärmt
Rin sieht erst den kleinen Oreo an und dann die Calico. Beide sind wirklich niedlich. Zum ersten Mal hört er David aufmerksam zu, und sein Gesicht hellt sich auf, als dieser irgendwelche Faxen macht. Dass er dabei gekratzt wird, stört Rin überhaupt nicht.
Als der Kleine plötzlich herumtobt, entlockt es Rin nach langer Zeit wieder ein echtes Lächeln. Er bemerkt es selbst gar nicht, doch innerlich freut er sich über diesen kleinen Ausbruch an Lebensfreude, den das Tier versprüht.
Wie ist der andere so? Auch verspielt?“, fragt er, den Blick auf David gerichtet. Zum ersten Mal klingt seine Stimme weder schroff noch streng. Zwar verschwindet sein Lächeln schnell wieder, und seine Züge wirken kühler doch immerhin deutlich wärmer als noch vor fünf Minuten.
Rin nickt langsam, während er einen Moment über die beiden Katzen nachdenkt. Eigentlich mag ich ihn jetzt schon geht es ihm durch den Kopf. Sein Blick wandert zu Lilly.
"Was meinst du?“, fragt er leise. "
Ich glaube, ich möchte den kleinen ein Zuhause geben.“
Nun richtet er die Augen wieder auf David, ein ernster, aber zugleich hoffnungsvoller Ausdruck liegt in seinem Gesicht. "Dürfte ich ihn direkt mitnehmen? Oder schaut sich vorher jemand mein Zuhause an? Wie läuft das Ganze eigentlich ab?“In diesem Moment kommt auch Shira angetapert, neugierig, was ihr Kater auf Lillys Schoß gerade so treibt. Die Vampirin lässt auch die Calico an sich schnuppern, bis Socke beschließt, dass der Kratzbaum nun seine Aufmerksamkeit verdient. Er springt vom Schoß runter, und Shira folgt ihm. Lilly lächelt den beiden hinterher. Es ist eindeutig, dass die beiden die besten Freunde sind.
Rins Frage holt Lilly aus ihren Gedanken. Sie dreht sich lächelnd zu ihm und dem verspielten Oreo. "Ihr beide versteht euch bereits jetzt schon." Sie hofft so sehr, dass Rin aus seiner Einsamkeit kommen kann.
"Die Tiere sind alle geimpft und gechipt und werden regelmäßigen Gesundheitschecks unterzogen. Das heißt, Oreo ist soweit startklar." David spürt, wie ihm das Herz schwer wird. Eine Vermittlung ist immer aufregend. Es freut ihn, wenn einer der Schützlinge ein zu Hause findet. Doch ein wenig Wehmut und Trennungsschmerz könnte er nicht abstreiten, wenn er gefragt würde. "Für die Einrichtung zu Hause haben wir keine Handhabe.", erklärt er weiter. "Allerdings gibt es eine Checkliste, für Unerfahrene. Manche fühlen sich damit sicherer. Wenn ich ehrlich sein soll, bietet das Internet aber genau die selben Infos." Mit wenigen Schritten ist er an der Tür, die Hand bereits auf dem Knauf, wendet er sich noch einmal um. "Ich sage der Chefin bescheid wegen der Unterlagen. Ein bisschen Papierkram ist mit der Adoption verbunden. Ich bereite in der Zwischenzeit eine Transportbox vor und bringe Oreo dann nach vorn."


In Zusammenarbeit mit: @RivaBabylon @Murloc

>>> David geht nach Magnolia Promenade Nr. 2 - Shopping Destrict (6) >>>
>>> Lilly geht nach Britechester Nr. 7 - Violas kleine Hütte >>>
>>> Rin geht nach Glimmerbrook (3) >>>


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08.05.2026 18:24 (zuletzt bearbeitet: 13.05.2026 00:27)
#22
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Bestseller-Schmied

<<< David kommt von Bestattungsinstitut Peerscheid-Kalim <<<

Charaktere: David, Fiona
Geschichtsstrang: Ellie for Queen


Die Spätsommersonne scheint durch die Fenster des Katzengeheges und wirft wärmendes Licht auf den Boden. An die Wand gelehnt sitzt David mit lang ausgestreckten Beinen auf dem Laminat. Die vierbeinige Dame namens Mücke fläzt zufrieden brummend über seine beiden Oberschenkel und spreizt genüsslich die Vorderpfoten im Wechsel. Das Arbeitstablett sachte auf ihrem Rücken abgelegt, krault seine rechte Hand meditativ ihren seitlichen Hals, während die linke auf dem Display herumtippt. Die Auswilderung des Seeadlerweibchens steht kurz bevor und obwohl er sich bemüht, an alles zu denken, bleibt das zermürbende Gefühl, etwas übersehen zu haben. Vielleicht nur die Nervosität. Du machst dich selbst noch wahnsinnig.
Für einen kurzen Moment taucht vor seinem inneren Auge das schmutzig violette Schäumen im Glasröhrchen auf. Der süßlich metallische Geruch scheint ihm wieder in der Nase zu hängen. Unbewusst verlangsamt sich die Bewegung seiner Hand im Fell der Katze.
Nein! Hör auf. Eins nach dem anderen. Jetzt ist Queen dran.



Die Tür öffnet sich leise, als Fiona schmunzelnd auf ihn herunterblickend hereinkommt. "Du weißt, dass du Feierabend hast, oder?"
"Mücke sieht das anders.", entgegnet er mit erhobenem Mundwinkel zu ihr hinaufblinzelnd, als ihm ein Gedanke kommt. "Kann ich dich mal was fragen?"
"Klar." Fiona kniet sich zu ihm herunter.
"Ich hab hier den Transportplan für Queen.", beginnt er. "Die Transportbox ist vorbereitet – stabil, gepolstert, Luftlöcher, Sichtschutz. Aber das Gewicht vom Adler ist nicht ohne, und der Schwerpunkt sitzt recht hoch. Wenn wir auf unebener Strecke fahren, könnte die Kiste kippen, trotz Spanngurt."
"Gute Beobachtung.", nickt Fiona. Obwohl die Diskussionen mit ihm manchmal nervig sind, besonders, wenn er die Kompetenzen eines Auszubildenden maßlos übersteigt, mag sie es, wie er vorgeht. Äußerst gewissenhaft und die meiste Zeit sachlich. "Was schlägst du vor?"
"Ich würde eine dritte Fixierung anbringen, quer zur Fahrtrichtung. Und ich will sie nicht im Transporter lassen, während wir Pause machen." Nachdenkend tippt er sich mit dem Zeigefinger gegen die Schläfe. "Ich denke, ...", murmelt er vor sich her, schweigt einen Moment und findet dann die gewohnt feste Stimme wieder, "wir brauchen einen zweiten Fahrer. Damit jemand immer bei ihr bleibt."
Fiona nickt noch einmal. Länger dieses Mal. "Klingt durchdacht. Und wer soll deiner Meinung nach mitfahren?"
"Wenn Joreg und ich uns beim Fahren abwechseln, könnte Ellie bei Queen sitzen."



"Ellie." Fiona hebt überrascht die Brauen. "Sie ist nur eine Aushilfe."
"Ja, aber sie hat ein gutes Gespür dafür, was die Tiere brauchen." Oft hat er sie beobachtet, wie sie beim Sauber machen oder Umquartieren mit Schützlingen agierte. "Und sie bleibt ruhig, wenns stressig wird. Joreg ist ein super Typ, aber er wird schnell hektisch." David sieht Fiona nun mit nachdrücklichem Ernst an. "Ich vertraue ihr. Sie würde das gut machen."
"Warum übernimmst du das nicht selbst? Du hast dich die meiste Zeit um Queen gekümmert. Du kennst ihr Verhalten."
"Darüber habe ich nachgedacht.", stimmt er zu. "Aber der Weg ist lang und zumindest streckenweise holprig." Er scrollt auf dem Tablett zum Streckenplan und reicht ihr die Informationen herüber. "Ich bin da mehrere Male langfahren, mit Rad und Transporter. Ich weiß, wo die Tücken liegen und wo gute Rastplätze sind, auf denen wir nicht von Touristen oder Einheimischen belagert werden. Ich weiß, wo die Sonne nicht so extrem alles aufheizt und ich kenne die Adressen von Tierkliniken für Notfälle. Ich habe mich tagelang damit beschäftigt."
Die Lippen schürzend begutachtet Fiona die Arbeit ihres Auszubildenden. Es überrascht sie nicht, wie viel Energie er in diese Sache steckt. "Du bist gut vorbereitet.", kommentiert sie mit einem Hauch Respekt.
"Ein Fehler kann den Erfolg der ganzen Reha gefährden.", erklärt David. Natürlich weiß sie das. Aber sie soll merken, dass auch ihm die Tragweite seiner Verantwortung bewusst ist.



"Ellie also.", wiederholt sie. "Gut, dann frag sie, ob sie dazu bereit ist. Donnerstag ist sie eigentlich nicht eingeplant, soweit ich weiß."
"Sie wird nicht nein sagen.", lächelt er zufrieden. Da ist er sich ganz sicher.


>>> David geht nach Britechester Nr. 11 (E) - Wohnung von David Janko >>>


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