San Sequoia

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24.07.2025 15:16 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2025 08:56)
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Bestseller-Schmied

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Charaktere: Jack, Vaas, Eve
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil I




Völlig genervt und etwas angetrunken hält sich Jack an der Haltestange fest. Ihre Begeisterung für das 'simple life', in welchem man sich doch tatsächlich auch um alles selbst kümmern, sowie auch noch auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen muss, beginnt seine Schattenseiten aufzuzeigen. Heute früh war sie noch voller Elan und Tatendrang gewesen. Jetzt jedoch, nach einem halbtägigen, Energie fressenden Shoppingtrip (ein stimmungsgeladenes, GEILES, aber bequemes Gängsteroutfit wollte beschafft werden), und einer gegenwärtigen Busfahrt mit einer Gruppe von Halbstarken, die sich auf recht vielfältige Weise über sie auslassen müssen, sind die Akkus halb leer. Eigentlich wollte sie sich ihren Flachmann für später, zum Feiern aufheben. Aber heute ist sie einfach erschöpft und schwach. Außerdem schmeckt ein Whiskey Sour immer. Und ist eine so viel klüger Wahl, als ein Gegenangriff auf vier kleine bis mittelgroße Teenager. Da sich eben jene nun wieder sich selbst widmen, kann sich Jack endlich final auf ihr Vorhaben einnorden. Sie grinst über beide Ohren und setzt noch einen Schluck nach. 'Ich stehe kurz davor, dass fetteste Ding meines bisherigen Lebens zu drehen - eine überdimensionale Beschaffungsmaßnahme, für mich gaaanz allein!' Die Aufregung steigt. Zu ihrer großen Freude bekommt sie nicht nur ortskundige, sondern auch fachkundige Hilfe, weil sie prinzipiell keine Ahnung hat vom Autos knacken, kurzschließen, etc. Nur fahren kann sie. Das aber wie der Teufel höchstselbst. Sie grinst noch immer selbstherrlich, als der Linienbus langsamer wird. Einer der Jungs hat knapp vor Ihr auf den Halteknopf gedrückt. 'Na suuuuper, jetzt steigen die Affen mit mir aus., bedauert sie sich und sucht parallel den Straßenrand nach dem schwarzen Dodge und ihrem San Sequoia Guide ab. Da. Krass, damit hat sie nicht gerechnet. Pünktlich wie die Maurer. Schnaufend hält das Gefährt und Jack drängelt sich an der Jungstruppe vorbei und hält auf ihn zu.



Der schwarze Dodge steht schräg in zweiter Reihe, als hätte er keine Lust gehabt, den Zebrastreifen zu respektieren – oder irgendwen. In der offenen Fahrertür lehnt Vaas. Beanie tief, Zigarette locker im Mundwinkel, Sonnenbrille halb ins Gesicht gerutscht, die rechte Hand an der Tür, die linke ein ausgestreckter Mittelfinger für irgendeinen schimpfenden Radfahrer, der es wagt, seine Parktechnik zu kommentieren. Sein Blick wandert zum Bus. Doch bevor er Jack sieht, gehts los.
„Ey, Alter! Schau dir DEN an!“
„Hat der ne Leiche im Kofferraum oder was?!“
„Wahrscheinlich seine letzten Dates!“

Das halbwüchsige Quartett grölt los, grössenwahnsinnig auf Gruppendynamik. Einer formt mit den Fingern eine Knarre und schiesst imaginär in Vaas Richtung. „BANG BANG, Freak!“
Vaas Grinsen bleibt. Nur die Zigarette wandert kurz aus dem Mund, zwischen zwei Finger, damit seine Worte Luft bekommen.
„Oooooh.“ Er lehnt sich einen Zentimeter nach vorne, wie ein Tier, das bereits wittert, dass die Beute einfach nur blöd ist. „Süss. Die Pubertät hat euch also endlich die Eier gegeben, fremde Leute anzupöbeln. Ich bin beeindruckt.“
Die Halbstarken glühen jetzt voll auf. Einer macht einen Schritt auf die Strasse, der andere hebt das Handy für ein Video oder Foto, der dritte schreit was von „Oida, chill mal, is doch nur Spass“, aber der vierte – der mit dem imaginären Revolver – hebt die Hand noch mal.



Vaas Grinsen wird breiter. Ohne Eile, lehnt er sich über die Tür, zieht ein schwarzes, schwer aussehendes Ding aus seinem Hosenbund. Und hällt die Pistole locker in der Hand, nach unten zeigend.
„Okay, Jungs.“ Seine Stimme ist plötzlich messerscharf. „Ich hab keine Zeit für Erziehung. Aber ich hab ne beschissene Woche, Rücken von Boom, zu wenig Schlaf und null Geduld für Pickelträger mit Mikro-Dick.“
Er hebt die Waffe locker, wie ein anderer ein Glas Wasser. „Also wenn ihr unbedingt wollt, dass heute jemand in eurer Simsta-Story stirbt…“ Er neigt den Kopf leicht. „Dann gib mir nen Grund. Einen. Muss nicht mal gut sein.“
Totenstille. Einer schluckt. Der mit der Luftknarre setzt langsam den Fuss zurück auf den Boden.
„Dacht ich mir“, murmelt Vaas, als die Gruppe auseinanderfällt. Sekunden vergehen. Der dritte murmelt „Scheiss mal auf den, Mann“, während der mit dem Handy heimlich das Video löscht.
„Tschö mit Ö, Totenkopffresse!“, ruft einer und gibt sich Mühe, cool zu wirken, während er rückwärts stolpert. Vaas lässt sie ziehen.



Dann, genüsslich, hebt er die Pistole zur erloschenen Zigarette. Klick. Eine kleine Stichflamme schnellt aus der Mündung. Er zündet die Kippe mit der Knarre an, zieht tief, schiebt die Pistole seufzend zurück.
„Kinder von heute. Kein Stil.“
Er richtet sich auf und sieht Jack näher kommen. „Und das ist der Unterschied, Strubbel. Zwischen Posern und Leuten wie uns.“ sagt er zufrieden und grinst. „Sag an, was wirds? Damit ich weiss in welcher Ecke wir suchen müssen.“

In aller Ruhe genießt sie die Show - was ein geiler Start. Die Sonnenbrillen-Knarren-Kombi ist supergut, die abfallende Selbstsicherheit und die sich einschleichende Panik bei den kleinen Kackbratzen... Schmunzelnd zieht sie die Luft lang und tief durch die Nase ein. Häme, Genugtuung und eine wirklich gute Idee fluten ihr durch die Birne, als sie den abziehenden Jungs hinterher blickt. Die Kids haben dermaßen am Ohrfeigenbäumchen gerüttelt... Jack findet den Gedanken einer Erziehungsmaßnahme ziemlich sinnig. Plus: Praktikumsnah gilt es sich weiter zu entwickeln, jemandem die Wange zu bemalen ist jetzt noch nicht so krass gewesen. Plus, dass sie sich im Bus beherrscht und nicht zurück gefeuert hat, fühlt sich immer noch Scheiße an.



"Hey Clyde, ich will nen Porsche aus den frühen 2.000ern.", ruft sie ihm überdreht zu, zieht mit großen Schritten an ihm vorbei zur Beifahrerseite, nicht ohne ihm einen kleinen liebevollen Pokneifer im vorbeilaufen zu schenken. "Steig ein und fahr uns mal dicht an die Maulaffen heran." Diabolisch grinsend wirft sie sich in den Sitz von Black Beauty und erklärt, "Ich würd sooooo gerne nochmal mit ihnen abklatschen." Bereit wendet sie ihren Blick auf den Straßenrand und legt beide Hände an die Tür, die rechte am Öffnungshebel.

„Clyde, huh...“, murmelt er und steigt ein. „Wenn du dann Bonnie bist, vergiss nicht: Die ist am Ende verblutet, weil sie zu gierig war.“
Der Motor heult auf, die Kiste brummt unter seinen Händen wie ein hungriger Hund. Vaas schaltet, macht einen U-Turn und steuert die Karre wie ein Raubtier zurück auf die Strasse. Mit genau dem Tempo, das unangenehm nahe an provokant ist. Er stellt keine Fragen. Strubbel will Radau? Das kann er am besten.
Er entdeckt die Jungs keine drei Meter weiter, zu viert, verstreut, immer noch mit aufgeblähtem Ego und heruntergeschraubter Coolness. Der mit dem Handy läuft hinten und tippt darauf herum.
„Ziel erfasst. Strecke frei. Bereit zum Aufklatschen.“

Ohne den auf die Jungs gesetzten Fokus fallen zu lassen, spricht Jack aus, was sie bisher immer nur für sich gedacht hat. "Typ, ich hab auch nicht vor alt zu werden." Mit einem kurzen, sachlichen Seitenblick auf sein Profil, hält sie den Gesprächskurs, wärend Vaas über zwei Sekunden von Schrittgeschwindigkeit auf etwa zwanzig Stundenkilometer beschleunigt. "Schätze, älter als 33 werd ich eh nich, wenn ich mein Scheiß durchzieh und es schaffe, die Familie zu zerstören."



Die Geschwindigkeit, mit der sie auf ihr bewegliches Ziel zu halten und kontinuierlich erhöhen kollidiert mit ihrem Schwipps. In ihrem Hirn purzeln sich Abstands- und Geschwindigkeitseinschätzungen zusammen und wieder auseinander. 'Nicht zu fest, schnell und kurz, Mädchen!' Grimmig und vorfreudig dreinblickend wirft sie die für sie seit einem halben Jahr klarste Aussage zu dem Thema ins Cockpit.
"Das mit dem verbluten passt schon. Darf halt nur nicht zu früh sein." Sie hält den Atem an. Nicht weil sie heimlich Angst vorm ausbluten oder dem Sterben per se hat. Hat sie nicht - nicht mehr. Sie hört kurzweilig auf zu atmen, aus berechnender Konzentration.
Wer von den Kiddies das arme Autotüropfer wird, ob ein Reifen vom Bordstein zerfetzt wird oder was auch immer passieren mag, ist ihr schnuppe. Das Einzige was zählt ist, dass sie einen der Kerle erwischt. Präzise. Nicht zu dolle, aber doll genug. Ihre Berechnung muss aufgehen. Vaas lässt den Wagen theatralisch und auf den Punkt aufheulen, als sie die Finger am "Abzug" schnell und hart anreißt und mit einem Klick, dann POOMWW die Beifahrertür aufkracht und bei dem Handy-Boy den telefonfreien Arm und seinen Rücken trifft. Jack zieht die Tür mit einem weiteren Klick wieder fest ran und atmet nun wieder, bebend. Das Adrenalin verschleiert ihr die Sicht, das einzige was sie klar im Rückspiegel sehen kann ist, wie der niedergestreckte nach einer kleinen Weile zum Glück wieder aufsteht. Mit der a l l e r größten Zufriedenheit lässt sie sich in den Sitz gleiten und schnallt sich an. Nach einem tiefen, befreienden Ausatmer, strahlt sie ihn an. "Niiiiiiiceeee. Du kannst auch Autofahren, hm?!"

Vaas lässt den Motor rollen, als wär nichts passiert. Die Tür schlägt zu und das Geräusch hallt nach. Sonnenbrille wieder hoch auf die Stirn geschoben. Der Mund zuckt. Er sagt erst nichts. Nur ein schiefer Blick zu Jack. Dann wieder auf die Strasse. Dann ein kehliges:
„Oh. Mein. Gott.“
Pause.



„Ich glaub... ich hab ne Erektion in meiner Moral.“
Er stösst ein halb amüsiertes, halb fassungsloses Lachen aus, kippt leicht mit dem Kopf zurück und schüttelt ihn. Er pfeift leise. Dann wieder dieser Seitenblick.
„Nur... fürs Protokoll: Ich wär nie so hart rangegangen. Hätt ihm höchstens den Schuh geklaut. Weisst schon – spielerische Demütigung, kein Gelenkbruch deluxe.“ Er zuckt mit den Schultern. „Aber hey. Ich respektier Konsequenz.“
Dann grinst er breiter. Der Challenger frisst die Strassen zwischen Industriebrache und Vorstadt, als er das Gas durchzieht. Vaas Blick bleibt vorn, konzentriert, das Grinsen flackert fokussiert. Die hereinbrechende Nacht gehört ihm. Und ihr.
Die Gebäude verändern sich. Fenster werden grösser, Gärten gepflegter, Hecken symmetrischer. Willkommen im reichen Viertel von San Sequoia. Der Motor wird leiser. Das Tempo sinkt.
Vaas hängt den Arm aus dem Fenster, die Sonne steht tief, sein Handrücken ist goldgerandet vom letzten Licht. Langsam gleitet der Wagen die Strasse entlang wie ein Hai durch ein Aquarium.
„So... wo parkt Daddy wohl seine Midlife-Crisis?“ murmelt er, als das erste perfekt geputzte Cabrio am Strassenrand auftaucht.



Ihre Augen versuchen, sich am Horizont mit seinen Lichtveränderungen festzuhalten. Vaas Kommentare zu ihrem - zugegeben - etwas übertriebenen Rückschlag hallen noch nach. Ein Schuhklau? Sie weiß nich... Na gut... Es waren nur prollige Teenager. Dennoch. Sie ist es so leid, dass ein Großteil der Gesellschaft, egal wie reif oder auch nicht, es für selbstverständlich hält, andere aufgrund ihres Äußeren herab zu stellen. Es okay findet, laut und abfällig ein Schönheitsmarkel oder Body Art die einem nicht zusagt über die Persönlichkeit und oder die Fähigkeiten des Gegenübers zu stellen. Anderen Sims einen Second-Hand-Wert aufzustempeln, nur weil ihnen die Verpackung nicht gefällt.
Nach ein paar weitern Minuten des grübelns bemerkt sie, dass sich ihre Umgebung nicht nur verändert hat, sie hat auch unmerklich leichte Kieferschmerzen bekommen. Wahrscheinlich vom Zähne aufeinander pressen. Sie angelt nach der kleinen Tasche mit den nötigsten Gegenständen und befördert den Flachmann ins verblassende Tageslicht. Bevor sie ihn aufschraubt, fährt sie sich die letzten Gedanken aus dem Kopf streichend mit der rechten Hand durch die Frontmähne. Nach zwei guten Schlucken, reicht sie das Alufläschchen nach links weiter zu ihrem Verbündeten, der mittlerweile im gemächlichtem Auschecktempo sein Fahrzeug über des Asphalt schnurren lässt. "Huuuuuu...", lässt Jack mit wachsender Aufregung ein erstes gewecktes Interesse verlauten. "Scheiße, ich glaube wir sind hier goldrichtig!" Mit großen Augen und vor Begeisterung offenem Mund gafft sie ihn an. "Fuck Vaas! Das hier ist ja ein Luxuskarren-Schlaraffenland, auch wenn die meisten wohl inna Garage stehen." Ein Mundwinkel hebt sich leicht und entrückt. Dann schüttelt sie ebenso leicht den Kopf und scannt das erste Fahrzeug, dass sie sehen. "Cabrios mag ich nicht, die sind was für Tussies. Ich will was geschlossenes, in silber, bananengelb, hellblau, petrol oder lila." Sie nickt. "Es muss ein Porsche sein, da kann ich leider keinen Kompromiss machen." Jack schweigt kurz, bevor sie seinen Impuls aufnehnend ein weiteres, Hilfestellung gebendes Kriterium hinzufügt. "Weißt du, von so nem Vatti, der schon seit zehn bis fünfzehn Jahren in der MLC steckt und sich von seinem ersten Befreiungsgefährt nicht mehr trennen mag und sich selbst als Classiker versteht und sieht. Das Auto spiegelt für ihn sozusagen seine Persönlichkeit wieder."



Vaas nimmt den Flachmann wortlos entgegen, zieht einen kräftigen Schluck und wischt sich mit dem Handrücken über den Mund. Dann grinst er schief, lässt den Arm wieder aus dem Fenster hängen und schiebt den Dodge an einer Einfahrt vorbei, wo ein überdimensionierter SUV unter einem Sonnensegel parkt. Er linst zu ihr rüber, die Sonnenbrille halb auf der Nase, der Blick über sie hinweg.
„Warum eigentlich genau? Warum nich was Anarchisches? Ne alte Viper mit Lackschäden, n Mustang ausm Krieg oder was komplett Durchgeknalltes – wie du halt?“ Er reicht ihr den Flachmann zurück. „Ich mein... warum von nem Typ mit Selbstfindungskrise, der jeden Morgen Erektionstörung soogelt?“
Ein schiefer Blick zu ihr.
„Hast du ne Rechnung offen?“ Er tippt sich leicht gegen die Schläfe. „Oder weil du als Kind n Matchbox in der Farbe hattest?“ Dann wieder auf die Strasse. „Oder… gibts da... ne richtig kranke Story? die muss ich by the way unbedingt hören, bevor wir hier ans Ganze gehen, sonst wird das nichts.“

Scheiße! Sie hatte gehofft, dass er nicht fragt. Das Getränk wandert zurück in ihre Hand, ihre Finger berühren sich kurz und leicht. Sie schluckt. Soll sie sich eine Geschichte ausdenken? Oder einfach auf die Spielautotheorie eingehen? Ein bisschen rumspinnen und eine lockere Atmosphäre kreieren? Sich als coole Rächerin darstellen? Ein nachdenklicher Seitenschmuler nach links und sie kommt zu dem Schluss, dass das keine Option ist. Er müsste rein gar nix von all dem machen oder riskieren. Wenn ihr Hintergrund ein Teil der Bezahlung ist - dann ist das so. Da muss sie jetzt durch.
Die Wahrheit. Das wäre dann heute das zweite Mal, dass sie tief blicken lässt. Sie muss aufpassen dass das nicht zur Gewohnheit wird. Sonst müsste sie früher als gedacht den Kontakt abbrechen. Und das ist im Moment das letzte, was sie will. Sie feiert ihn und seine Art hart, es macht tierisch Bock mit ihm Blödsinn und illegales zu veranstalten. Und auch zu vögeln, um der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben. Jack sammelt sich räuspernd und sagt ihm klar, was sie eben gedanklich mit sich selbst besprochen hat. Sie stellt ihm die gesamte Bandbreite zur Verfügung.



Das ist nur fair, denn selbiges wünscht sie sich für sich selbst. 'Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst.', erinnert sie sich klar an ihren Großvater, um den es hier Schwerpunktmäßig auch geht. Fuck! Sie muss so schon den ganzen Tag an ihre wichtigste, schon vor zehn Jahren verstorbene Bezugsperson und sein Lieblingsauto denken. Das Gespräch hier, macht sie fragil. Sie hasst es, sich so zu fühlen.
Kurz zuckt der Gedanke durch, dass Autodiebstahl und Krankenhausreif gebumert zu werden nicht zu den Dingen gehören, die sie für sich wünscht?!? Mit einem Kopfschütteler vertreibt sie die störende Überlegung, ihr Opa wird von Freundeskreisen oder ähnlichem gesprochen haben. Ganz bestimmt. Mit dem tiefsten Seufzer, der ihr innewohnt, setzt sie Vaas ins Bild.
"Scheiße ey, dass ist jetzt keine coole oder sexy Story. Und sie kommt aus der Kindheit." Jack starrt auf ihre Hände, die sich an dem Flachmann festhalten. "Weil ich in so einem Wagen das Fahren gelernt habe. Von meinem Großvater, der war Rennfahrer und hatte sich einen damaligen Traum erfüllt, als diese Kisten neu auf den Markt gekommen waren. Er war der einzige Sim, dem ich je was bedeutet habe. Der einzige, der mir Freiheit, Vertrauen und Liebe schenken konnte. Der mich als Kind umarmt hat." Obwohl sich ihre Kehle beginnt zuzuschnüren, spricht sie weiter und schaut ihn direkt an. "Als er starb, haben sie alles von ihm entfernt, alles. Ihn quasi materiell ausgelöscht. Habe nur meine Erinnerungen an ihn und ein gemeinsames Foto. Das will ich ändern."

Als Jack spricht und mit jeder Silbe ein Stück Panzer ablegt, wird es still im Wagen. So still, dass man nur den Motor schnurren hört und das leise Klick von Metall, als sie den Flachmann wieder zuschraubt.
Vaas linke Hand zuckt kurz und er öffnet den Mund – als wollte er was sagen. Stattdessen bricht er ab. Und tut das, was Vaas in solchen Momenten eben tut.



„Also gut…“ seine Stimme wird einen Tick lauter, überdreht sich leicht „…du willst also deinen verstorbenen Opa ehren, indem du n Sportwagen klaust. Ich mein, wenn das nicht die gesundeste Form von Trauerbewältigung ist, dann weiss ich auch nicht.“ Er nimmt den Flachmann nochmal, hebt ihn zum Toast. „Auf Opa. Der dir irgendwann mal Porsche fahren beibrachte.“ Dann trinkt er, und schweigt kurz, als würde er überlegen noch etwas anzuhängen. Dann: ein Zwinkern. „Ok – zurück zur kriminellen Energie. Dann bin ich heute wohl dein emotionales support Brecheisen.“

Jack registriert sein zucken und den Anflug einer beinahe mitfühlenden Äußerungen. Als sich seine Stimmelage verändert und in trockenen Zuspruch ihres Ursprungsplanes verfällt, löst sich ein großer Teil von ihrer Beklemmung. Sie schmunzelt erleichtert offensiv, "Da mag wohl noch jemand nich mit starken Gefühlen wirtschaften, hum?! Du Brecheisen, du." Sie boxt ihm leicht und kammeradschaftlich auf den Oberarm. Nach vorne blickend kaut sie nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum.
Sollte sie von ihrer tröstlichen, fixen Idee mit dem Porsche ablassen?
Umschwenken auf eine PS-Spritze, die zu IHR passt und nicht zu alten, klammernden Erinnerungen? Ein resigniertes Stöhnen entweicht ihr. "Hoooooh... Maaaaaaan ey. Vielleicht ist es ne dämliche Idee gewesen." Den ihr zurückgereichten Whiskey ignorierend, vergräbt sie kurz ihr Gesicht in den Händen und reibt sich fluchend drei Mal über Wangen und Stirn, bevor sie etwas zu laut um Hilfe bittet. "Fuck Mann. Es passt mir überhaupt nicht, aber ich glaube, du hast ne treffendere Vision von ner Karre für mich, als ich." Maulig über sich selbst, nimmt sie ihm das Getränk weg, welches er sich gerade erneut an die Lippen setzen wollte. "Denke," sie nimmt einen großen Schluck und hustet knapp, "du hast da ein besseres Auge für." Das Fläschchen in ihrer Hand ist fast leer, den letzten Rest reicht sie an ihn zurück. "Such du einen Wagen aus, der zu mir passt."

Sie jammert, er hört zu. Maulig, ehrlich, unsicher und dann wirft sie ihm die Wahl zu. Vaas lacht.
„Na endlich“, sagt er feierlich. „Der Moment, in dem du zu gibst, dass ich nen besseren Geschmack hab als du.“
Er tut so, als wolle er sich verbeugen, wird aber vom Sitzgurt gestoppt.
„Okay. Stell dir vor: Du in nem Pontiac Firebird. Schwarz, Baujahr 79, Schnauze lang, hinten tiefergelegt. 300 Pferdchen.“
Ein kurzes Nicken. „Den hätte ich dir ausgesucht.“
Dann Stille. Und dann – wie aus dem Nichts - taucht er auf.



Der Carrera 4S. Rot. Frisch gewaschen. Vaas verlangsamt. „Okay. Scheisse.“ Er parkt. Zieht die Handbremse. Sein Blick bleibt auf dem Wagen. „Ich zieh alles zurück. Das ist er.“
Er schaltet den Motor aus, lehnt sich zurück und grinst schief. „Ich mein, klar. Der Pontiac wär geiler für dich. Wild, ungehobelt – wie du in deinen besten Momenten.“ Er dreht den Kopf zu ihr. „Aber das Ding da....“
Er beendet den Satz nicht als gäbe es keinen Grund nochmal etwas zu erklären. Stattdessen greift er nach hinten, in den Fussraum. Mit einem metallischen Klack zieht er zwei Teile hervor: ein schmaler, abgegriffener Slim Jim und ein Schraubenzieher mit abgefrästem Griff.
„Also... sentimentaler Scheiss gewinnt. Heute ausnahmsweise. Aber wehe du heulst.“ Er lehnt sich rüber, reicht ihr zuerst den Slim Jim. Sieht aus wie ein langes Lineal mit Griff. „Damit fischst du das Türschloss auf. Zwischen Scheibe und Tür rein. Aber wenn du ruckelst wien Amateur, brichst du den Hebel ab. Und dann schieb ich dir das Ding in den Hintern, klar?“
Dann gibt er ihr den Schraubenzieher.
„Und das hier ist für den romantischen Teil: das Zündschloss. Kapiert soweit? Cool!“ Er schlägt die Kapuze hoch. „Auf gehts!“

Jacks Kinnlade fällt runter und ihr Blick reißt umgehend auf, als er ihr K.I.T.T als Charakter unterstreichenden, fahrbaren Partner vorschlägt?!?!???? 'Fuuuuuuck jaaaaaaah!' Langsam dreht sie ihren Kopf nach links und gafft ihn an, wärend er noch irgendwas erklärt. 'Scheiße jetzt hab ich nen Interessenskonflikt. Ihr rechter Mundwinkel hebt sich leicht, während der Dodge parkt. Der Mund steht noch immer offen und ihre Augen scheinen die Blinzelfunktion vergessen zu haben. Gedämpft erreichen die Worte "Klar Pontiac", "geiler" und "du in besten Momenten" ihren Gehörgang, dann treffen sich ihre Blicke kurz, ein Arm verschwindet kurzzeitig hinter ihrem Sitz und ist so schnell wieder da, wie er eben verschwunden war. Vaas Stimme klingt nun wieder in normaler Lautstärke und leicht rau mit "Sentimentaler Scheiß gewinnt" zu ihr durch. Mit noch immer geöffnetem Mund rollt sie ihre Augen in Richtung Frontscheibe. Sie blinzelt, drei Mal. Da steht tatsächlich einen lackroter Porsche, ein 911er, dass ist unverkennbar. "Das is jetzt sowas wie Schicksal, oder?" Ungläubig schüttelt sie schnaufend den Kopf.



Mit Warp-Geschwindigkeit schaltet sich ihr Gehirn vom Standby wieder zurück und auf Fokus, Kitt rollt im Rückwärtsgang in den Hintergrund. Kurze Zeit später hat sie eine Einweisung, Androhung und Knacki-Helfer bekommen. Ihr Pulsschlag erhöht sich, als sie sich abschnallt. Gerade will sie die Tür aufreißen, als ihr noch ein letzter Präparationsschritt einfällt, auf den sie vor sich selbst bestehen muss. Quasi Einstimmungsritual und Kriegsbemalungsersatz in einem. Aus der Handtasche zieht sie ein Knäuel hervor, welches sich als ziemlich hässliche Ladygangsterhandschuhe entpuppt. Allerdings gehen sie mit wohlwollen auch als elegante Gartenhandschuhe durch. Jack schmunzelt. Zwei Stunden hat sie heute damit zugebracht, bis sie diese Dinger gefunden hatte. Das Beste, ihr Shoppinghighlight kommt nun zum Schluss. Ihr anklebbarer Mafiosi-Bart. Nach einem kleinen Check im Rückspiegel ist sie zufrieden und steigt mit den Werkzeugen aus. Mit klopfendem Herzen scannt sie flüchtig die Umgebung. Alles ruhig. Noch. "Was machen wir, wenn jemand vorbeikommt oder die Alarmanlage losgeht? Denken wir uns ne Story aus und ich prokel weiter oder verpissen wir uns? Ich denke nich, dass die Leute hier jetzt schon Kavier und Schampus zu Ende genascht haben und gleich pennen gehen."

Vaas hält im aussteigen inne und wendet sich zu ihr um. „Wenn du das mit Gefühl machst, geht kein Alarm los. Nicht bei so nem alten Modell. Der da... der wurde gebaut, bevor Leute Angst hatten, dass Girls mit Bart ihre Karren klauen.“
Dann mustert er sie. Wirklich. Kopf bis Zeh. Und sein Grinsen wird weich, aus purem Respekt vor dem Wahnsinn.
„Okay. Du bist irre. Ich liebe das.“
Er wirft einen Blick die Strasse runter. Laternen flackern, irgendwo bellt ein kleiner, reicher Hund, und in einem der Fenster läuft stumm ein Flatscreen mit Simflix-Vibes. Nichts Verdächtiges.
Er tippt sich an die Stirn. „Also merk dir... Machs wie mit Vaas: Zärtlich ansetzen, aber jederzeit bereit sein, Gewalt anzuwenden. Weil...“
Er steigt aus, schlägt die Tür zu und lehnt sich ins offene Fenster. Die Sonnenbrille wirft er in die Mittelkonsole.
„...falls doch n Alarm losgeht... hast du zwei Möglichkeiten. Eins: Du ziehst einfach druch. Ohne Panikmodus. Einfach weitermachen, sonst dauerts nur länger.“
Er zieht die Kapuze tiefer.



„Oder Zwei: wenn du keine Zeit mehr hast, um ihn ohne Schaden zu starten – Scheibe einschlagen, Zündkabel raus, Direktstart. Ich repariers dann eben später. Ehrlich gesagt, wär mir das sogar lieber...“ sagt er, die Finger nachdenklich am Kinn. „Dann kann ich ihn besser übertakten.... Anyway.“ Sein Grinsen kehrt zurück und er richtet sich auf.
„Du fährst los. Nimmst die Hauptstrasse, gib ihm Saft, aber bleib unter 80... Ernstgemeinter Tipp... und dann treffen wir uns an der Villa wieder.“
Vaas wartet bis Jack ausgestiegen ist. Sich umsehend überqueren sie die Strasse wie ein belangloses - sehr spezielles - paar Leute. Vaas spricht dabei weiter: „Und wenn jemand vorbeikommt…“ , er zuckt die Schultern und meint unernst,
„…dann bist du Teil des Sicherheitsrückrufs. Der Fahrer ist leider nicht auffindbar. Fahrzeug wird sicherheitsbedingt umgehend abtransportiert. Wir danken für Ihr Verständnis. Oder son Scheiss halt... und wenn sies dir nicht abkaufen, dann lauf.“
An der Beifahrerseite angekommen, drückt Vaas sich leicht an die Wagenwand, Kopf unten, Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Der Blick ist schmal, fokussiert. Er scannt kurz die Strasse, das Fenster im zweiten Stock. Noch alles ruhig. Sein Blick wandert übers Wagendach zu Jack, nur die Augen zu sehen, das Grinsen im Schatten verborgen.
„Okay, Strubbel“, sagt er gedämpft. „Jetzt wirds sexy.“
Er neigt den Kopf, Stimme verspielt, beinahe mit erotischem Unterton. „Nimm den Jimmy... und steck ihn ganz... sanft... rein - Nicht stochern, wie n Teenie beim ersten Mal - Du gleitest rein und...“ Er macht mit der Hand eine kleine Bewegung. Elegant. Flüssig. „Dann tanzen. Rechts. Links. Wieder zurück. Du spürsts, wenn du richtig bist. Klick. Leichter Widerstand und hochziehn.“
Vaas schaut nochmal die Strasse runter. Seine Stimme kommt wieder. Die Ruhe in Person. Aus eigenem Interesse sagt er beruhigend: „Kein Stress. Du hast alle Zeit der Welt...“



Als sie sich auf die wunderschöne Perle zubewegen, lauscht sie aufmerksam. Das Ding mit dem Vertrauen ist so eine Sache, mit der sie in der Theorie Schwierigkeit hat. So ganz allgemein. Seine Notfallpläne klingen gut, aber sind sie solide? Wirksam? Auf jeden Fall Adrenalin spendend... Und somit geil. Sie muss grinsen, so breit wie es ihr Gesicht es zulassen kann. Dadurch wird der starre Kunsthaar-Bart bewegt und verliert etwas von seiner Haftung. Erneut drückt sie ihn fest auf die Haut - zur Sicherheit, der hat zu halten bis das Abenteuer überstanden ist. Prüfendend schaut sie ihn an. Die Art, wie er sich hier bewegt und die Umgebung sondiert, zeigt, dass er nicht nur weiß worauf zu achten ist, sondern auch, dass er weiß was er tut. Er wirkt verlässlich und fokussiert. 'Na gut, ich riskier's, dir zu Vertrauen.'
Ihre Hände landen auf der Fahrertür, ihr Atmen beruhigt sich, als es die nun wirklich wichtigen Instruktionen zur zur Tat schreitung gibt. Helfend so wie ablenkender Weise zieht Vaas einen Vergleich, den sie nicht unkommentiert stehen lassen kann, angezündet wie sie jetzt ist. Sie lässt ein Schnalzgeräusch hören, mit der sichtbaren Augenbrauen in der Stirn, sodass diese gerade noch unter dem Hut zu erkennen ist.
Jack schenkt ihm einen spöttischen Luftkuss, bevor sie "Jimmy" wie ein Samurai-Schwert schwungvoll waagerecht vor ihr Gesicht bringt. Dann leckt sie, ihren Blick in seinen bohrend, ganz langsam über die halbe Länge des Edelstahlhelferleins. Sie muss sich schwer beherrschen, nicht laut aufzulachen. Um ihre Contenance zu wahren, bricht sie den Blickkontakt apruppt ab und beginnt vorsichtig ihr Werk, nachdem sie den Schraubenschlüssel in ihrem Oberkörperaccessoire zwischenparkt.
Nach ein paar Sekunden des erfolgreichen Einführens und langsam Richtung Schloss tanzen lassens, kann sie sich auf simultane Geschichten einlassen. "Ach und Apropros Gewalt: lch hatte da nach unserer ersten Runde auf dem Spielplatz ne besonders reizvolle Idee, die hatte ich auch umgehend getestet." Sie unterbricht sich, um die unterschiedlichen Widerstände und Fühlungen des Innenlebens zu bewerten und einzusortieren. Sind das Kabel? Bestimmt. "Das nächste Mal, wenn wir Bock haben, bin nicht nur ich damit dran dich auszuziehen...", Süffisanz stiehlt sich in ihre Züge, das Grinsen wird breiter, als sie nur ganz kurz zufrieden in sein Gesicht schaut. Genau auf diesen Ausdruck hat sie gewartet. OU. Jetzt ist sie mit dem Jim leicht schräg unter dem Entriegler, und plötzlich ist er da! Der Wiederstand, von dem Vaas gesprochen hat. 'JackJack... Mach jetzt gaaanz ruhig.' Untergehakt, sanftes hochziehen und ein herrliches 'Klick' ertönt. 'Jack schließt genüsslich ausatmend kurz die Augen, um dann ebenso vorsichtig den Helfer wieder hervor zu holen. "Und glaub mir, damit bring ich dich an den Rand deines Sinnes-Wahnsinns.", unfassbar zufrieden und stolz auf ihr Ergebnis, zieht sie die Tür auf und lässt sich in die Lederpolster sinken.
"Versprochen."

Er verzieht das Gesicht, als sie mit einem schmatzenden Luftkuss und Zungeneinsatz am Jimmy kontert.
„Boah...“, presst er hervor. „Du musst aufpassen… ich bin absolut der Typ, der sowas hier und jetzt machen würde.“
Er lehnt sich mit einem Knie ins Auto, einer Hand an der Tür, der anderen am Dachrahmen. Er beugt sich rüber, nimmt den Schraubenzieher aus ihrem Dekolleté-Versteck mit einer völlig absichtlichen Berührung an der Seite ihrer Brust.
„Deine Werkzeugtasche ist mein Highlight.“ Sein Gesicht ist nah an ihrem. Er hebt den Schraubenzieher - mit der bei näherer Betrachtung seltsamen Spitze - zwischen ihnen hoch. „Der hier… ist Spezial. Nimm nie nen normalen. Die machen das Schloss kaputt. Der hier...“, er dreht ihn zwischen den Fingern. „...der hat Erfahrung. Mehrfach benutzt. Oft... erfolgreich.“, er grinst breiter und reicht ihn ihr weiter. „Du führst ihn ein… nicht zu tief, nicht zu zaghaft. Du willst ja nicht, dass er denkt, du hasts noch nie gemacht. Dann fühlst du dich langsam rein... drehst leicht... wie bei nem Zungenkuss... immer tiefer...“, Vaas leckt sich grinsend über die Lippen, sieht Jack dabei weiter an. „Bis du ihn ganz drehen kannst. Könnte etwas mehr Kraft brauchen als bei einem Schlüssel - wirst schon sehn.“ Dann steht er aus dem Auto auf, bleibt zwischen Auto und offener Tür und blickt wieder die Strasse runter.



"Wer sagt, dass ich nicht auch der Typ dafür bin, der es - okay zugegeben, bei einer Prioritätsverlagerung - nicht auch sofort tun würde? Pass lieber selber auf...", raunt sie mit unterdrücktem Seufzer in seine Richtung, während er den Schraubenschlüssel stibitzt und die Seite ihres rechten Busens streift. Nach einem Blinzler schürzt sie ihre Lippen auf ihre verspielteste Art, seinen Blick genießerisch haltend. Nachdem sie einen Augenblick später weiß, was Schraubi besonders macht und wie sie ihn zu benutzen hat, zieht Vaas sich zum Schmiere stehen zurück. Bevor Jack sich dem Zündschloss mit all ihrer Konzentration widmen kann, erteilt sie ihm anschließend an ihre Frage noch einen kleinen Zusatzauftrag. Bei gegebenen Kapazitäten könne er ja auf dem Rückweg nach ner guten Parkmöglichkeit außerhalb des Risikobereiches für eine kleine Zwischenfeier Ausschau halten. Dann gäbe es zwar nur eine abgespeckte Version ihrer erotischen Fantasie, aber als Teaser vielleicht auch okay. Jack pausiert kurz, damit ihr Vorschlag sacken kann. Dabei holt sie der Rausch der abendlichen Kriminalität wohlig ein und sie entscheidet sich um. "Oder vielleicht doch g e r a d e noch im Risikobereich??? Ich glaube... ich hab ne coole Idee für ne Story, falls ein erweiteterer Nachbar was checken sollte." Überdreht kichernd überlegt sie, "Ob das Cover up für die Bullen reicht bezweifle ich... aaaaber... ich würds drauf ankommen lassen." Ihr Gesicht glüht vor Aufregung. Ohne seine Antwort oder auch nur eine Reaktion abzuwarten, wendet sie sich mit gehörigem Kribbeln dem letzten oder vorletzten Schritt ihrer so ersehnten Beschaffungsmaßnahme zu. Mit Blick auf ihr fachmänisches Tool und durch die angefachten Gedanken, entfleucht ihr eine etwas andere Aussage als gedacht. Eigentlich hatte sie sich zurechtgelegt, mit DEM Bruce Willis Zitat schlechthin aus 'Stirb langsam I & II' loszulegen. Nun wird es etwas verstörender.
"Hätte nicht gedacht, dass ich mich von nem abgefrästem Schraubenzieher quasi entjungfern lasse." Und somit, beginnt sie ihren allerersten Kurzschluss-Anlasser-Was-Auch-Immer-Versuch, schön, gefühlvoll und folgegetreu. Der erste scheitert, beim zweiten klappt es auf Anhieb. 'YEEEEEEESSSS-JAAAAH HAHAAA' Das Geräusch, dass der Porsche von sich gibt (das IHR Auto von sich gibt!!!), ist so wundervoll, dass ihr innerhalb von einer Sekunde die beißenste und schönste Gänsehaut vom unteren Rücken über ihren Hinterkopf bis über ihre Arme rollt. Jacks Hände umschließen gierig das vibrierende Lenkrad, der Sitz wird angepasst - Ready.

Während Jack drin am Zündschloss fummelt, bleibt Vaas draussen nicht untätig. Er bewegt sich zu seinem Dodge zur Rückbank - nicht ohne über ihr Angebot zu grinsen - reisst eine unscheinbare Tasche auf und fingert hektisch darin herum. Dann zieht er zwei flache, matte Schilder hervor.
„Zeit für n kleinen Identitätswechsel, Baby“, murmelt er.
Zurück am Porsche, reisst er mit einem Ruck das hintere Nummernschild ab und lässt es auf den Asphalt fallen. Die neuen Platten landen sauber in der Halterung, zack, fertig. Vorne dasselbe. Innerhalb von Sekunden hat der rote Porsche einen neuen Namen. Und genau in dem Moment, als er sich vor dem Wagen aufrichtet – in der Hocke, das eine Knie am Boden, das andere angewinkelt – startet der Motor.
WHRROOOMMM.
Er steht auf, grinst breit:
„Wenn du jetzt nicht feucht bist, kündige ich.“ Keine Zeit für weitere Mätzchen. Wenn die Besitzer das nicht gehört haben, sind sie taub.
Vaas beugt sich in die Beifahrertür, reicht Jack ein kleines, leicht zerknicktes Stück Papier. Darauf eine Adresse.
„Hör zu. Da ist ein Hinterhof. Zweite Einfahrt links. Garage Nummer 6. Wenn du die Karre behalten willst... dann dorthin. Jetzt.“
Er tippt mit dem Finger auf die Notiz.
„Neue Papiere. Neue VIN. Neuer Name. Neuer Lack – wenn du willst. Das übliche halt. Ich treff dich dort in zwanzig. Vielleicht dreissig. Je nachdem, ob ich an der Ecke noch n Chickenwrap krieg, ich hab nämlich n scheiss Hunger.“
Er zwinkert, blickt jetzt doch leicht gestresst zur Haustür des Hauses, dann wieder zu ihr. Sein Blick sagt: mach hin. „Ok? Ok! Bis dann. Hau rein.“
Dann schliesst er die Beifahrertür sachte, dreht sich auf dem Absatz um, joggt zurück zu seinem Dodge und ist mit einem knappen Aufheulen der Maschine wieder Teil der Dunkelheit.

Abgefahren - Ciao Kakao, alte Besitzer - und 'ABGEFAHREN!!! Ich krieg alleeees... Die ganze Palette! Das rundum Sorglospaket!', saust es ihr immer wieder durch die Birne, während sie den Carrera bedacht und wie instruiert in den immer dunkler werdenden Abend hineinfährt, ihr Puls eine Spur zu kräftig um ruhig zu sein. Jacks Blick pendelt zwischen dem Weg, der vor ihr liegt und dem, der den Sicherwerdensabstand erhöht, hin und her. Bis hier hin lief es unglaublich gut. Doch nun hat sie eine neue, unerwartete Challenge vor sich.
Sie atmet kräftig aus, leicht geschwächt von der langen Anspannung und dem langsam abgefallenen Adrenalinspiegel. Die Adresse, die Vaas ihr gegeben hat, sagt ihr ü-ber-haupt nichts! Gaaaar nichts. Womit die Diebin nicht gerechnet hat, ist, dass der oder die Vorbesitzer auf die scheinbar optionale Sonderausstattung Navigationsgerät verzichtet haben. Hilfreicher Weise, hat sie auch ihr Gangster-Damenhandtäschchen mit all ihrem Abendgedöns und ihrem Telefon im Dodgie auf dem Beifahrersitz liegen lassen. Sie hat nur das Werkzeug dabei. Verschmitzt schmunzelnd erinnert sie sich an die künstliche, angeklebte Gesichtsbehaarung. "Und dich hab ich.", erfreut sie sich bei der Erinnerung und checkt den Sitz ihres 'Besten Stücks' im Rückspiegel. Die Luft scharf einziehend, betextet sie den Bart, als wäre er ihr zweiter Verbündeter,
"Hoffentlich bist du ein Glücksbringer. Wir müssen uns jetzt irgendwie durchfragen und raten."



Sie hatte das Flüstern von Stimmen schon gehört, da war das Auto noch aus. Sie hörte, wie jemand lachte. Irgendwas über „feucht“ und „kündigen“. Sie sass hinten. Unbequem, aber unauffällig. Die Knie angezogen. Schnell die Zentralverriegelung gedrückt bevor sie das Auto erreichten.
Sie war nur ein paar Minuten allein gewesen. Nur kurz. Genug Zeit, um sich neugierig auf die Rückbank zu setzen. Und dann… kam jemand. Eine Frau mit Bart und ein unheimlicher Typ, die dafür sorgten das Eve sich in den winzigen Fussraum hinter dem Sitz versteckte. Sie hatte alles gehört. Das ganze Gespräch. Den Plan. Das Anlassen des Motors. Und irgendwie… war es zu spät gewesen, irgendwas zu sagen.
Jetzt rattert der Wagen durch die Vorstadt.
Langsam richtet sie sich auf. Die Knie schmerzen. Ihr Blick wandert nach vorne. Sie ist eine furchtlose Pfadfinderin. Allzeitbereit. Die Frage ob sie entdeckt wird ist keine Frage sondern ein Fakt. Also...
„Hey… du.“ Ihre Stimme ist rau. Etwas zu laut für den engen Raum. „Das Auto gehört nicht dir.“
Sie lehnt sich vor. „Und ich war schon vorher drin.“ Kurze Pause. „Also, technisch gesehen… hast du mich mitgeklaut.“

FORTSETZUNG FOLGT....

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin.


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25.07.2025 01:42 (zuletzt bearbeitet: 26.07.2025 08:37)
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Bestseller-Schmied

Charaktere: Jack, Vaas, Eve
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil II


Im ersten Moment glaubt Jack, zu halluzinieren, denn es k a n n ja einfach nicht sein, dass sie ein Kind von der Rückbank aus anschimpft. 'FUCK... Du bist gestresster als gedacht...' , beruhigt sie sich gerade im zweiten Moment, als sie eine tatsächliche Präsenz an ihrer rechten Seite, im dritten wahrnimmt. Das kann doch nicht sein!!! Ihrem Impuls, eine Starkbremsung zu vollziehen, widersteht sie nur knapp, stattdessen blickt sie mit angehaltenem Atem in den Rückspiegel. Was sie sieht, ist nicht gut. Ein tatsächliches Simschen. Wie alt, fällt Jack schwer zu schätzen, mit Kindern hat sie's nicht so. Die Frage der Kleinen übergehend, scheppert es aus Ihr heraus. "Verfickte Scheiße! Wer zur Hölle bist du und warum lungerst du hier im Auto rum?" Eine kurze Pause entsteht. "Schnall dich gefälligst an, Safty first. Und danach sagst du mir, was du vorhattest und hast. Dann schaue ich, was wir daraus machen. Aber beeilt dich, denn ich bin schon verabredet und hab nich viel Zeit für Extras." Ungläubig schüttelt sie ihren Kopf mit der Strubbelmähne, stur weiter geradeaus fahrend, ohne langsamer zu werden.



Eve zuckt nicht. Nicht bei den Flüchen. Das kennt sie von Blaze. Stattdessen lehnt sie sich vor, stützt sich mit einer Hand am Fahrersitz ab, um die Fremde besser zu mustern.
„Ich bin Eve.“ sagt sie. „Und ich lunger nicht. Ich war hier zuerst.“
Ihre Augen verengen sich leicht, als wollte sie prüfen, ob die da vorne noch ganz dicht ist. Dann streckt sie langsam den Arm aus, fingert den Gurt hervor, klickt ihn ein.
„Ich war mit meinen Eltern hier zu Besuch. Und mir war langweilig. Also bin ich in das Auto gestiegen.“
Noch immer kein Hauch von Panik. „Wo fahren wir denn jetzt hin?“

Es imponiert ihr, das Eve nicht den Hauch einer Spur von Angst hat. Ihr Gesichtsausdruck zeigt eine gesunde Skepsis, die völlig angebracht ist. "Zu Besuch" ist gut und schlecht zugleich. Gut, weil die ehemaligen Besitzer von woanders kommen und ihren Porsche hier nicht ewig suchen werden. Schlecht, weil sie auf Besuch ihr Kind wahrscheinlich ehr vermissen würden als im eigenen Zuhause. Shit. Die frisch gebackene Kidnapperin nickt langsam, wärend sie Entscheidungen trifft und sich vorstellt. "Hi Eve, ich bin Jack. Es wäre gelogen wenn ich sage, es ist schön dich kennen zu lernen. Tätsächlich hätte ich das gerne gelassen, da ich das Automobil deiner Eltern jetzt als meins sehe und nicht bereit bin, es zurück zu geben." Ausatmend nimmt sie den Blickkontakt mit dem Mädchen über den Rückspiegel auf. "Was ich ehrlich sagen kann ist, dass ich es stark finde, dass du keine Furcht hast. Musst du auch nicht. Auch, wenn ich dich jetzt unter keinen Umständen zurück bringen werde." Die Angeschnallte Entführte verschränkt die Arme vor der Brust und schaut sie mit einer Mischung aus Trotz und Neugier an. Jack erklärt ihr, dass sie nun zu ihrem Zielort fahren, von dem sie noch nicht hundert prozentig weiß, wo dass sein soll. Dort im Nahbereich angekommen, muss sie - Eve - sich die Augen blickdicht verbinden, damit sie - Jack - einen Fahrzeugwechsel machen kann, um sie - Eve - wieder zurück fahren zu können. Wenn sie mag, mit nem Umweg über eine Snack-Tankstelle. Süßkram, Cola oder Chicken-Irgendwas soll es da geben. Abschließend fügt die Kriminelle noch hinzu, "Du bist jetzt quasi meine Komplizen auf Zeit. Abgemacht?"



Eve zieht die Schultern ein bisschen hoch und sieht wieder in den Rückspiegel. Ihre Augen sind gross und aufmerksam. Und seltsam ruhig für jemanden, der gerade ungewollt Beifahrerin in einem gestohlenen Auto geworden ist. Die Frau mit dem Schnauzer vermittelt ihr nicht das Gefühl, dass sie ihr Schaden könnte. Sowieso ist sie noch nie einem Erwachsenen begegnet der ihr was böses wollte. Vielleicht ist das auch nur ein Märchen wie der Weihnachtsmann... nagut... das ist wahrscheinlich etwas zu sehr naiv. Eve lässt den Gedanken fallen.
„Okay“, sagt sie nach einer kurzen Pause. „Das ist irgendwie… spannend. Also nicht im Sinn von 'ich will das öfter', aber halt… anders.“
Sie zieht den Gurt ein bisschen fester, legt die Hände ordentlich in den Schoss.
„Ich sags keinem. Pfadfinderehrenwort.“ Dann ein bisschen stolz: „Und ich bin wirklich Pfadfinderin. Also das zählt!“
Sie sieht wieder zu Jack. Sie will das Auto behalten... obwohl es ihr nicht gehört. Eve hat keine Meinung zu Diebstahl. Nicht solange es ein materieller Gegenstand ist. Del sagt, das einzige schlimme was man jemandem stehlen kann, ist seine Freiheit. Aber sie will sie zurückbringen, also - ist das wohl oaky. „Ich bin niemandem böse oder so. Nur… ich will nicht, dass meine Mama und Irving sich Sorgen machen..“
Einen Moment überlegt sie, dann lächelt sie zaghaft.
„Cola mag ich lieber als Fanta. Und Chicken Nuggets sind besser als Burger. Also abgemacht... wo müssen wir denn jetzt genau hin? Wann sind wir da? Und wer war der Mann vorhin?“

'Spannend... Ja, dass kann man so sagen.' Jack muss schmunzeln, nicht unerleichtert. Das die Kleine keinen Panikterror schiebt und den ihr vorgesetzten Ablauf akzeptiert, ist gut. Jack schaut konzentriert auf die Straße, wärend sie abwägend ihren Plan überdenkt, als sie die Fragen, beantwortet. "Ich habe keine Ahnung, wo wir hin müssen, ich kenne mich hier nicht aus. Wir müssen fragen, habe nur eine Adresse." Das Mädchen sitzt aufrecht und neugierig da, fast so, als hätten sie sich für diesen gemeinsamen Coup verabredet. Ein bemerkenswertes junges Ding, dass ihr sympathisch ist, erkennt sie. "Ich weiß nicht genau, wie lange es dauern wird, bis du zurück bist." Jack knetet sich die Unterlippe. "Schätze, mindestens eine Stunde, ehr eineinhalb Stunden, inklusive Snack-Stop. Also genug Zeit, um sich ne gute Story für deine Eltern zu überlegen.", schlägt sie vor, mit prüfenden Blick auf die Uhrzeit in der Armatur. Sie haben fast die von Vaas anberaumte Zeitspanne hinter sich gebracht. Langsam muss sie sich nach Wegehilfe umschauen und eine Augenbinde beschaffen. Eve's bohrender Blick zoomt sich über den Spiegel zu ihr durch und ihre letzte, noch unbeantwortete Frage drängt sich in den leeren Raum zwischen ihnen. 'Hat sie ihn gesehen oder nur gehört?' Sie erklärt ihr, dass sie nicht viel über ihn weiß, weil sie sich noch nicht lange kennen. Was sie aber weiß ist, dass er eine humorvolle, vielschichtige, wilde und liebe Knalltüte ist. Mit Authentizität und nicht zu unterschätzender Intelligenz. "Und einer herrlichen Leidenschaft für Nervenkitzel, 'Illegales', und Wildes", grinst Jack so begeistert, dass sie fast schon darüber lachen muss.
"Kiddo, ich hab nen Rat für dich. So von Komplizen zu Komplizen. Schau selbst hinter die Fassaden, die die Sims selbstbestimmt für sich wählen und um sich aufbauen. Oft sind die, die uns abschrecken wollen die, die mehr als in Ordnung sind. Und die, die chick, fein und pastellig harmlos auftreten die, bei denen man vorsichtig sein sollte." Langsam lenkt sie den brummenden Wagen an den Bordstein und kommt zum Stehen. " Wenn du genaueres über ihn wissen willst, musst du ihn selbst fragen. Es steht mir nicht zu, mehr über ihn zu sagen." Jack nimmt den Gang raus, zieht die Handbremse an und dreht sich zu Eve um. "Ich find jetzt raus wo wir hin müssen und dann musst du dir meine Bluse über die Augen binden lassen - was anderes habe ich nicht." Seufzend erklärt sie den großen, weiten Augen, dass das notwendig ist, da sie den Weg nicht erkennen darf. "Falls wir auffliegen sollten wenn ich dich zurückbringe, kannst du die Frage etwaiger Ermittler nicht beantworten und kannst so dein Pfadfinder-Ehrenwort mir gegenüber halten und kommst auch als Codexgetreue, ehrliche Person in keinen inneren Konflikt mit dir selbst." Vereinfachend fügt sie hinzu, "Was du nicht weißt, kannst du nicht verraten und du musst nicht lügen. Okay?"

Eve sitzt gerade, die Hände ordentlich in den Schoss gelegt, den Gurt festgezogen, wie man es in der Jugendgruppe beigebracht bekommt. Aber in ihrem Kopf: Ausnahmezustand. So fühlt sich das hier gerade an. Wie was, worüber man in einem Jahr vielleicht in einem Schulaufsatz schreibt, mit dem Titel „Der Tag, an dem ich im gestohlenen Porsche sass“.
Als Jack aussteigt, dreht sich Eve leicht zur Seite und stützt sich mit dem Ellenbogen an der Sitzlehne ab.
Draussen: Die Stadt ist in warmes, künstliches Licht getaucht. Die Strassenlaternen werfen lange Schatten, verzerren geparkte Wagen und Bäume zu seltsamen Mustern auf dem Asphalt. Mülltonnen stehen aneinandergereiht. Ein Fahrrad lehnt halb umgefallen an einem Strassenschild, das „Kein Winterdienst“ warnt. Es riecht leicht nach Fritteuse und irgendwas Gebratenem. Irgendwo in der Ferne jaulen Sirenen. Nicht näherkommend.

Der Geruch, den der Info-Imbiss ausgedampft hat, bei dem sie, Bordstein und Passanten ignorierend, direkt bis ans Ausgabefenster herangefahren waren, hängt ihr immer noch in den Nasenflügeln, als sie ein paar Minuten später eine erneute Pause bei laufendem Motor machen. Zum Glück ist der Weg zum Zielort nicht mehr weit. Eve hat ihre eingenommene Körperhaltung beibehalten und verlagert auch jetzt, wo Jack die hintere Beifahrertür öffnet, ihre in den Schoß gelegten Hände nicht. Aus Anspannung? Sich räuspernd stemmt die Fahrerin ihre Hände locker in den Rücken und bittet ihre Begleitung, auszusteigen. Als das wohl tougheste Kind der Welt mit einem Schulterzucken ihrer Bitte nachkommt, lächelt Jack ihr, sich selbst überraschend, freundschaftlich zu. "Dir geht's gut, ja? Ich muss dir jetzt die Augen verbinden.", informiert Sie das Mädchen, und schau sie fragend an, während sie sich das modische Leder-Accessoire um ihren Brustkorb herum lockert. Eve nickt. Das sie beginnt sich unwohl zu fühlen, ist leicht greifbar. Innerlich fluchend, zieht Jack ihre Bluse aus und steht abwartend vor ihrer Geisel-Komplizin. 'Fuck! Das hier fühlt sich absurd Scheiße an!' "Es tut mir leid, Eve. Es ist notwendig.", presst sie bedrückt heraus. "Du sagst mir, wenn du bereit bist. Ich fasse dich nur an, wenn es okay für dich ist." Es vergeht eine kleine Weile, in der Jack ihren Blick in der Umgebung schweifen lässt. Sie will keinen weiteren Druck aufbauen, auch wenn der rollende Motor und die wenigen, aber starrenden Leute sie gefühlt in den Wahnsinn treiben. Ihr Puls hämmert hart gegen ihren Hals. Dann nach einer gefühlten Ewigkeit, hört sie Eves Okay. Die Kleine ist so krass! Flink und vorsichtig schlingt Jack das weiße Kleidungsstück wie einen zu groß geratenen Turban, der versehentlich über die Hälfte des Gesichtes gerutscht ist, um ihren Kopf. Dann atmet sie scharf aus und hilf dem Mädchen zurück ins Auto.
Als beide wieder angeschnallt sind, fährt sie langsam an, um das Fahrgefühl so angenehm wie möglich zu halten. Wie auf rohen Eiern schippern die beiden zur Adresse. Nach drei maligem, zusätzlichen Abbiegen, um den Weg etwas zu strecken und zu verschleiern, bringt sie den Wagen vor Vaas Füßen zum Stehen, fünfzehn Minuten später als vereinbart.



Das Garagentor quietscht beim Hochziehen. Das Licht in der Garage ist gelblich und flimmert leicht. Eine alte Neonröhre, die nicht mehr wirklich will, aber auch noch nicht tot ist.
Vaas sitzt auf einer massiven Werkbank, die schon bessere Tage gesehen hat. Die Beine locker gespreizt, das Shirt halb aus der Hose, die Kapuze runtergeschoben. In der einen Hand ein Wrap, in der anderen eine offene Cola. Während er kaut, zuckelt er herum als hätte er Musik im Ohr die keiner ausser ihm hört. Er sieht zufrieden aus.
Dann fällt die Schattenlinie über Vaas’ Stiefelspitzen und das Tor schliesst sich hinter dem roten Porsche.
„Na endlich“, murmelt er mit vollem Mund. „Ich dachte schon, du wurdest verhaftet.“
Jack steigt aus – obenrum spärlich bekleidet und dem Mafiosi-Klebebart, der mittlerweile leicht schief hängt, aber immer noch heroisch durchhält. Ihre Haare sind leicht zerzaust, ihr Blick ein bisschen zu ernst für ihre Aufmachung. Er hebt beide Brauen synchron.
„Uuuh. Du meinst das mit dem ‘Undercover’ heute aber wörtlich, was? Also… wenn das der Dresscode für den Coup war… hättste das vorher sagen können. Ich wär im Tanga gekommen.“ Vergnügt stopft er sich das Ende des Wraps in den Mund und will gerade noch einen Spruch nachlegen – etwas mit „Heisse Lieferung“ – da geht die Beifahrertür auf. Ein kleiner Fuss. Dann zwei. Und schliesslich: Ein blonder Wuschel mit einem T-Shirt – nein. Mit Jacks Shirt um den Kopf geschlungen wie bei ner sehr schlecht budgetierten Augen-OP. Langsam tastet sich das Mädchen mit Jacks Hilfe aus dem Wagen, leicht torkelnd, wie frisch aus dem Karussell gestolpert, gefasst wie eine verdammte Agentin, und bar jeglicher Panik.
Vaas’ Gesicht fährt augenblicklich runter wie Windows für ein unverhofftes Update und seine Augen weiten sich, als hätte jemand ihm gerade erklärt, dass er ab jetzt für immer nüchtern bleiben muss.
„…Waf. Zur. Fickengen. Hölle.“ versucht er mit vollem Mund zu sagen. Der Bissen verstopft seinen verbalen Ausgang, aber das ist nicht das, was ihn verstummen lässt. Es ist die Tatsache, dass ein fucking Sim unter fünfzehn jetzt hier durch die Garage tapst. „WIE lange war if biffe im Koma?!“
Er spuckt den Wrap aus, sabbert dabei Salatrest auf die Werkzeugkiste und rutscht von der Bank.
„Ich... ich... ich schwör bei allem, was knallt, ich hab vielleicht nicht immer verhütet, aber DAS... das ist n bisschen schnell, selbst für meine Gene! Haben wir bei der ersten Runde auf dem Spielplatz gleich auch ne Steuer-ID beantragt oder was?! wenn ich nicht sofort ein fucking Briefing kriege, ich schwöre, ich ruf gleich Boom an und sag ihr, dass ich jetzt doch bereit bin, mich sterilisieren zu lassen! Oder hat mein Sperma mittlerweile Prime-Zugang?! Ich hab keine Ahnung mehr, wie Fruchtbarkeit funktioniert, JACK! Ich dachte, wir wären in der illegalen Abzweigung von Fast & Furious, und jetzt... jetzt sind wir Full House?!“ Vaas spricht aus, was ihm grade ohne Filter ins Gehirn schiesst, unabhängig davon ob er daran glaubt oder nicht. Es ist sein Ventil um alles unaussprechliche zu beruhigen. Dann stoppt er, schaut zwischen Jack und dem Mädchen hin und her. Aber er lässt Jack keinen Raum um etwas zu sagen, da sein emotionaler Erguss noch nicht beendet ist. Seine Stimme kann sich nicht entscheiden ob er Panik schiebt oder Witze reisst. Er hebt beide Hände:
„Okay. Stopp. Ich muss mich sammeln.“ Aus den Händen wird ein Finger und er senkt den Kopf, atmet aus. Es wird still. Dann: Er holt Luft:
„WAS HAST DU GETAN?! WER IST DAS?! JACK? – JACK! HAST DU EIN KIND GESTOHLEN?! und wenn ja - WIESO?!“



Langsam schließt Strubbel ihre Augen und zählt für sich bis zehn. Ist das sein Scheißernst? Wie kann er es wagen, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass sie einfach so, just for fun oder was, nen Kind von der Straße schnappt, um es zum Autoklau und Stress machen mitschleppt?!? Jack starrt sich schwer beherrschend auf die Schuhspitzen. Klobige, schwere Schuhe mit breiter, fetter Sole. Gut für die Bodenhaftung und um jemanden in den Hintern zu treten, wenn es sein muss. Sie hebt den Blick, ganz ruhig, aber lodernd - es ist kurz vor Detonationzwölf. 'Komm runter, Mädchen. Du wirst ihm jetzt nicht seine Unverschämtheit zurück in den Arsch schieben. Es ist verständlich, dass er durchknallt. Ist schon n Scheiß-Move, hier so aufzutauchen. Das du keine andere Option gesehen hast, ist vielleicht nachvollziehbar, ändert aber nix an dem Risiko und dem möglichen Strafbestand.' Ihre Flammen runterdrehend, nimmt sie seinen Blick auf und erkundigt sich, ob er jetzt fertig ist mit rumbrüllen und dämlichen Anschuldigungen. Als er zur Antwort knapp gestikulierend mit der freien Wrap-Hand wedelt, fällt sie ihm die Situation erklärend, direkt in die unausgesprochenen nächsten Worte.
Während Jack ihren Reisebericht und den Rückgabeplan zusammenfasst, steht sie neben Eve, eine Hand stützend im Rücken der Kleinen. Bevor seine angstgesteuerten Vaterschaftsbefürchtungen erneut sein Hirn anfressen können, klärt sie ihn auf. "Du kannst das verabschieden, dass ich dir irgendwann mal kleine Vaasis unterjubeln könnte 'ODER WOLLTE.' . Ich habe mir vor einiger Zeit ne Kupferspirale einsetzen lassen." Als sich die Spannung langsam beginnt abzubauen, schiebt sie noch mit einem schiefen Bart-Lächeln, dass einem Friedensangebot nahe kommt hinterher, "Du kannst also deinen Hosenjimmi jederzeit beruhigt zwischen meine Dichtungslippen gleiten und dort tanzen lassen. Okay? Super! Dann hätten wir das ja nun geklärt. Du brauchst dir somit von Boom nicht die Leitung durchbeißen zu lassen und in circa fünfundvierzig Minuten, kanns mit Fast & Furious weitergehen."

Vaas Kiefer klappt leicht auf, aber es kommt kein Ton. Er hebt eine Hand, lässt sie wieder sinken. Hebt sie wieder. „Ich… also…“ – nix. Stattdessen läuft sein Blick zu Eve. Sie steht da wie so ein fucking Hobbit, das T-Shirt noch immer kunstvoll um den Schädel gewickelt. Er schüttelt den Kopf.
„Scheisse!“
Er richtet sich auf, blickt zu Jack. „Du… du willst MIR sagen, ich soll chillen?!“ Er zeigt auf Eve. „Das da ist kein Welpe. Das ist ne fucking Aussage vor Gericht.“
Er beginnt, durch die Garage zu laufen, unkoordiniert, die Aufregung nimmt wieder Schwung, die Cola in der einen Hand schwappend, der Wrap fallen gelassen. „Okay. Okay. Okay. Cool. Coolcoolcoolcoolcoolcoolcool.“ Er dreht sich einmal um die eigene Achse, presst sich beide Hände ins Gesicht und murmelt durch die Finger: „Ich hab nen Föhn für die VIN und mein Hirn hat grad noch überlegt.. wie wir die Papiere… der Hehler… und und.. WEIL WIR EINEN PORSCHE GEKLAUT HABEN - und dann…“



Er schnauft. Lässt sich rücklings auf die Werkbank plumpsen, wo noch ein Schraubenschlüssel liegt, den er natürlich voll auf den Rücken kriegt. „AAAH, VERFICKTE M8!“ Er rollt sich vor Schmerz auf die Seite, aber stützt sich gleich wieder auf.
Dann atmet er schwer durch. Kneift sich in die Nasenwurzel und nach einer Sekunde stiller Panik als registriere er erst jetzt was sie gesagt hat: „Was ist in fünfundvierzig Minuten?! Warum sagst du sowas?! Ich hab keine Uhr. Ich weiss nicht mal mehr, welcher Tag ist! WER BIN ICH IN DIESER BESCHISSENEN STORY?!“
Dann schaut er wieder zu Eve und sagt viel zu laut: „Willst du irgendwas trinken? N Saft vielleicht? Ne Kippe…? Nein. Scheisse. FALSCH. Tut mir leid. Ich schieb Panik, ich weiss! Jack, setz dich. Setz sie irgendwohin. Nimm ihr bloss nich das Shirt ab! Ich muss denken…“ Und dann… „Also. Was machen wir mit der Mini? Und warum dauert das 45 Minuten?! Willst du sie zu nem Drive-By mitnehmen? Willst du sie an der Tanke verkaufen? Willst du ihr ne Lehre sein?!.“
Eve hebt mit dem Daumen die improvisierte Augenbinde an – nur ein Spalt, aber genug, um einen Blick auf den Mann zu werfen, der sich aufführt wie ein Nervenzusammenbruch.
Vaas merkt es sofort. Sein Blick trifft ihren. Nur für einen Moment. Ein kleiner, neugieriger Blick aus einem Kindergesicht und Vaas erstarrt.



„AH!!“ es fährt aus ihm raus wie ein Stromschlag. Er zuckt zurück, weicht reflexartig zurück, als hätte sie eine geladene Waffe gezogen und nicht nur ein Auge.
„FUCK!“
Er zeigt panisch auf sie, wie eine Hausfrau auf eine Maus.
„NEIN!! Verfickte Scheisse – SIE HAT MICH GESEHEN!“
Er wirbelt herum, packt instinktiv nach der Kapuze und zieht sie sich über den Kopf.
„Das ist es. Ich muss umziehen. Ich muss mein Gesicht lasern lassen.“
Er bleibt gekrümmt stehen, den Rücken gegen die Beiden. „Oh GOTT, was wenn sie später maltalent hat?!“
Er sieht schon Wanted-Fahndungsfotos an den Strommasten hängen mit SEINEM Phantombild drauf. Dabei ist das nicht mal nötig. Wenn in Sequoia einer Totenkopftattoo sagt, weiss auch der hinter letzte Tourist wer gemeint ist. Vaas kneift die Augen zu, zählt die Stufen der Villa in Gedanken. Jetzt erinnert er sich wieder warum er immer allein krumme Dinger dreht.
„Ich wollt doch nur n Wrap und vögeln… war das echt zu viel verlangt?“



Nachdem Vaas mit seiner letzten Frage im Raum hängt, bedeutet sie Eve, sich zu setzen und den Turban aufzulassen, damit sie sie bald zurück bringen kann. "Gib mir dein Wort, dass du jetzt tust was ich sage. Das ist ultra wichtig, Kleine. Verstehst du?!" ohne eine Antwort abzuwarten, setzt sie das Mädchen bestimmt mit dem Rücken ans ehemalige Elterngefährt und überwindet die paar Meter, die zwischen ihr und dem noch immer in Panik Hängenden."Hey!", sagt sie sanft und legt ihre Handflächen an seine Brust. "Ich sag dir alles, okay? Es ist Samstagabend und ich bring jetzt die Kleine zurück, alleine. Das ist meine Scheiße, meine Verantwortung!" Jack überprüft mit einem Schulterblick Eve's Position. Sie hat die Bluse gut sitzend auf und gibt sich sichtlich Mühe, nicht zu schmulen. 'Du bist echt Bad-Ass, Kiddo. Respekt. Lass bloß das Ding auf.' Wieder an ihren Gesprächspartner gewandt, erklärt sie ihm, "Fünfundvierzig Minuten brauche ich, um sie mit Boxenstopp für Nuggets und Cola für die Heimfahrt zu versorgen und zurück zu kommen. Das mit dem Essen war unser Deal. Fünfundzwanzig Minuten für die Hintour und fünfzehn für den Rückweg. Fünf sind Puffer."
Sein Körper ist voller Beben und Anspannung, seine Augen huschen hin und her. Jack drückt sich sacht an ihn heran und legt ihm die rechte Hand an die Wange."Schau mich an! Du bist hier mein fucking Partner, der heute alles für mich und den Kick riskiert hat. Vaas: ICH WERDE DICH NICHT HÄNGEN ODER INS OFFENE MESSER LAUFEN LASSEN.", flüstert sie ihm gedämpft und deutlich überbetont zu, dann zieht sie sich mit der linken den Klebebart ab und küsst ihn. Bestimmt, klar und mit versprechender Feuchtigkeit und Wärme. "Okay?" Seine Augen werden langsamer und als sie sie anblicken, drückt sie ihm den Bart über der Oberlippe fest.



"Du hast allen Grund sauer auf mich zu sein, ich war zu gierig. Ich bringe das in Ordnung, und wenn es zum Härtesten kommt, übernehme ich die volle Verantwortung. Du bist offiziell der Typ, den ich heute bei nem Krimidinner aufgerissen und ausgenutzt habe... Dein verwegenes Gesichts-Kostüm hat mich zum glühen und auf dumme Gedanken gebracht." Sie lächelt stolz." Autos klauen kann ich ja jetzt, deinen Dodge hab ich dir weggeschnappt, als du mich nach Hause bringen wolltest... Hab dich zum vögeln und abziehen an ne Laterne gefesselt und bin dann alleine los. Dein Handy durftest du behalten, damit dich deine Leute befreien können. Einfach gesagt: Das Rich-Kid wollte nen Abenteuer mit nem Porsche. Das Mädel," sie deutet mit nem Kopfrucken zu Eve," hat keine Zeugen und will sich vielleicht nur wichtig machen... Hat mich über dein Tattoo reden hören... Was weiß ich. Sowas in die Richtung." Erneut drückt sie den haarigen Schmuck in seinem Gesicht fest und hält ihm die linke Hand für den Autoschlüssel hin. "Wenn ich zurück bin, bekomme ich meinen Pfand zurück und du darfst mit mir machen was du willst. Vielleicht," macht sie eine Kunstpause, "strubbelst du mir auch ein bisschen die Haare, wenn du nicht mehr ganz so stinkig auf mich bist."

Vaas steht da wie eine tickende Zeitbombe mit runtergedrücktem Zünder. Jacks Lippen kleben noch auf seinen, sein Herz schlägt wie ein Vorschlaghammer, aber nicht wegen des Kusses. Sondern weil sich in seinem Inneren ein sehr unangenehmer Film abspult.
Als Jugendlicher hat er auch mal einen gesehen. Einen, den man nicht hätte sehen sollen. Es war seine Mutter, die das verhindert hat. Sie hatte gesagt: „Ich regel das.“ Und sie hatte es geregelt. Danach war sie weg. Gitter statt Küche. Zellen statt Zuhause. Er hat den Cops alles erzählt. Alles, um sie zu retten. Hat gedacht, das wär klug. Aber nichts war klug. Seitdem war “ich übernehme das” kein Trost mehr – sondern ne Schuldfrage.
Er atmet scharf durch die Nase, hebt die Hände wie zur Kapitulation, lässt sie dann wieder sinken. Die Finger zittern leicht.
„Okay. Okay. Du willst den Schlüssel?“ Er fischt ihn aus der Hosentasche, hält ihn hoch. „Dann nimm. Fahr das verdammte Ding. Ist ja nicht so, als hätt ich Vertrauensthemen oder so.“
Er streckt den Arm aus, wedelt theatralisch mit dem Schlüssel. „Hier, hol dir deinen Pfand. Und dann darf ich machen was ich will? Cool. Ich nutz die Zeit mir was richtig übles zu überlegen. Deal?“ Er drückt ihr den Schlüssel in die Hand:
„Sie… wird was sagen. Irgendwem. Und dann bist du nicht die Einzige, die Scheisse gebaut hat.“ Noch ein kurzer Atemzug. Dann wandert sein Blick zu Eve. Sie sitzt da wie bestellt und nicht abgeholt – tapfer, wachsam, mit dem Stoff noch auf dem Kopf. Sie hebt die Stimme. Kein bisschen überfordert.
„Ich hab eh niemandem gesagt, dass ich da drin war.“ Sie zuckt leicht die Schultern. „Und ich hab nicht geschrien oder geweint. Ich hab sogar die Augen zugemacht, als ichs versprochen hab.“



Dann, als wär das nicht schon erwachsen genug: „Aber falls ich morgen gefragt werd, sag ich, dass ich draussen gespielt hab. Und dass ich den Porsche nie gesehen hab. Versprochen.“ sie hebt die Finger zum Pfadfinderschwur.
Vaas Augen verengen sich. Dann zieht er eine Grimasse. „Grossartig. Jetzt fühl ich mich von ner Elfjährigen moralisch untergraben.“
Er setzt sich wieder auf die Werkbank und schnattert wieder los: „Ich werd dir wenn du das jemandem erzählst… nichts tun. Nein. Ich werd in deiner Schule auftauchen. Am Elternabend. Mit Flipflops und nem Hello-Kitty-Shirt. Ich werd sagen, ich bin dein Vater. Ich werd den Schulfotografen bestechen und auf jedem Klassenfoto neben dir stehen. Ich werd n fucking Blog schreiben, wie du als Kind immer ins Bett gemacht hast. Ich werd… ich werd… WAS AUCH IMMER SIMKINDER PEINLICH FINDEN! Klar!?“
Er atmet schwer. Und dann… Eve hebt den Kopf.
„Du bist nicht peinlich. Du machst halt Sachen, die gross aussehen, damit die kleinen Sachen nicht so weh tun.“ sagt sie.
Vaas Brauen ziehen sich zusammen.
„Hör auf, mich zu lesen wie ne verdammte Packungsbeilage. Ich bin kein PARACETAMOL. Verpisst euch bevor ich das alles nochmal überdenke!!“

"Mein Bart ist der Pfand.", erklärt sie ihm ruhig, als der Schlüssel den Besitzer wechselt. "Schalte ein, zwei Gänge runter, ich bitte dich. Wir sehen uns gleich. Denk dir aus, was du für angemessen hältst, dass ist nur fair." Mit festem Schritt löst sie den letzten Körperkontakt und geht zu Eve, hilft ihr auf und führt sie sicher zum Garagentor. Ein paar Minuten später sind sie auf dem Weg zum Imbiss. Black Beauty brummt und schnurrt vertraut, die Kleine Seelenseherin sitzt neben ihr auf dem Beifahrersitz und kann sich nun den Sichtschutz abknoten. "Bleib im Wagen, ich hole dir Nuggets und Cola. Ohne Bart aber dafür mit Handtasche, fällt sie an der Bude ein. Als sie bezahlen will, findet sie ihr neuestes, extra für den Abend (und ähnliche, weitere) angeschafftes Multi-Tool. Sie wirft einen halben Blick über ihre noch immer nackte Schulter. Dann nickt sie und grinst. Zurück im Auto, reicht sie Eve die Tüte mit dem Essen und einen angenehm schwer in der Hand liegenden Leatherman in einer angepassten Ledertasche. "Hier." Jack lässt den Dodge an, checkt den Rückspiegel und nimmt ihren Teil der Fahrbahn ein. Sie muss nicht nach rechts gucken, um das Erstaunen ihrer Coup-Partnerin zu sehen. "Denke, den kannst du bestimmt gut gebrauchen, als Pfadfinderin."

Eve nimmt die Tüte mit den Nuggets so entgegen, als hätte sie gerade einen Pokal gewonnen. Und als Jack ihr das zweite Ding reicht, wird sie ganz still. Sie dreht das Etui kurz in den Fingern, spürt das Leder, das Gewicht, klappt das Ding einmal leicht auf und wieder zu.
„Boah…“, sagt sie leise. Dann sieht sie zu Jack. „Danke“, sagt sie ehrfürchtig. „Der kommt in mein geheimes Fach im Rucksack. Ganz unten. Neben das Feuerzeug, das ich nicht benutzen darf.“
Sie macht die Türe auf. Halb drin, halb draussen dreht sie sich nochmal um.
„Ich werd nichts sagen....“, murmelt sie noch einmal. "Aber mehr als mein Wort kann ich euch nicht geben..."
Dann schwingt sie sich raus, die Tüte fest in einer Hand, den Leatherman in der anderen. Eve grinst. "Machs gut."

Etwas verblüfft und überrumpelt von dem schnellen Abgang, arbeitet sich eine Reihe von Mimik Entgleisungen über ihr Gesicht. Dann muss sie laut und erleichtert lachen. 'Scheiße, ich glaube, wir sind aus dem Schneider!' Jack tritt das Gaspedal durch und schießt mit einem Satz vorwärts, um nach ein paar Metern einen astreinen Handbremsen-U-Turn auf der Straße zu vollziehen. Nachdem die erste fette Erleichterung von ihr abfällt, und sie Eve noch einmal winkend passiert hat, beginnt ihr Gehirn bereits unschön eine kleine Reflexionsrunde, bei der sie äußerst scheiße bei wegkommt. Als sie Vaas Schlachtross vor der Garage parkt, ist ihr schlecht. Sie betritt die Garage und findet ihn rauchend an irgendwas fummelnd vor.

Während Jack mit Eve auf Fast-Food-Mission ist, liegt Vaas mit dem Rücken auf einem Skateboard, beide Beine angewinkelt, eine Taschenlampe zwischen die Zähnen geklemmt, unter dem frisch geklauten Porsche. Er flucht gedämpft. Das lenkt seine Gedanken ab.
„GPS, GPS, GPS... wo steckst du, du kleiner verräterischer Satansficker…“
Seine Finger fahren mit chirurgischer Präzision entlang der Achsenverkleidung, unter dem Kofferraum, entlang der Radaufhängung. Kein Tracker. Dann schiebt er sich weiter, stoppt, leuchtet gegen das Getriebegehäuse und dann: Bingo.
„Ahhh—HA! Du kleiner Schwanz!“ zischt er, wobei ihm fast die Lampe aus dem Mund fällt. Er zieht ein Klappmesser aus der Tasche und murmelt: „Sag dem Satelliten tschüss“, und trennt mit einem kleinen Schnitt die Stromzufuhr des pingenden Parasiten.
Als er seinen Wagen am Geräusch erkennt, rollt er sich hervor und blickt zu Jack hoch die zu reden beginnt.



"Hey" eröffnet sie unkreativ und rotgesichtig das Gespräch. "Ähm... Da bin ich wieder, schneller als gedacht." Als er nichts sagt, redet sie einfach weiter. "Die Kleine ist nach der Nugget-Übergabe einfach aus dem Auto gehoppst.", berichtet sie ihm sich räuspernd, ohne ihn anzuschauen. Jack beißt sich auf die Unterlippe und fährt sich nervös mit der rechten Hand durch ihre Stirnpartie an Wuschelhaaren und marschiert zum Porsche. Dort angekommen, lehnt sie sich Halt suchend an. "Scheiße Vaas, ich weiß nicht wie ich anfangen soll... Ich kann das mit dem Entschuldigen nich so gut.", schleudert sie ihm mit grummeligem Gesicht entgegen, "Besonders, wenn ich noch sauer bin." Sauer, dass ist ein guter Aufhänger. Vielleicht bringt es ihr etwas verlorene Selbstsicherheit zurück, wenn sie ihn erstmal in die Spur stellt?! "Ich muss da was klar stellen, bevor du mir - zu Recht - den Marsch bläst und mich vom Hof jagst." Grunzend schließt sie die Augen, atmet und legt los. "Du hast da was gesagt, was ich so nicht unkommentiert stehen lassen will.", beginnt sie. "Ich scheiß auf dein... dein... Vertrauensdefizit, dass du zu und durch wen auch immer hast!" Ihre Augen nehmen ihren Kurs auf, es tut gut das loszuwerden, ihn dabei anzusehen. "Fuck Mann, bezieh das nicht auf mich! Ich bin niemand, der andere hängen lässt. Be- und verurteile mich für Dinge, die ich reiße oder verkacke, ja?! Ich trage meine verursachten Konsequenzen selbst, auch wenn sie unbequem sind. - Du kannst das noch nicht wissen, aber ich sags dir jetzt. Ich besitze ein hohes Maß an Integrität, dass ist eine der wenigen guten Eigenschaften die ich besitze. Soll heißen, wenn ich dir mein Wort gebe, dann steht das für was. Ich bin außerdem recht klever und kann flexibel mit Situationen umgehen." Jack stößt sich vom Wagen ab und läuft offensichtlich mit Unwohlsein kleine Muster, wärend sie redet.



"Ich schäme mich dafür aber es gibt da auch noch nen 'Service', den ich im absolutesten Härtefall ziehen kann." Das Rot in ihrem Gesicht nimmt eine dunklere Schattierungen an. "Uuuuhmmm...", reibt sie sich jetzt zusätzlich den Nacken, "Meine Familie hat etwas dagegen, wenn Dreck an ihren Hacken - also auf mir - landet. Im schlimmsten Notfall, boxen mich ihre Anwälte raus. 'Oder jemand vernichtet in ihrem Auftrag das "Problem", wie, was und wer auch immer das sein mag.'" Traurig ergänzt sie," Einen Vorteil muss das ganze ja auch haben, aus so ner überreichen, kalten Drecksfamilie zu kommen." Nun rauscht es in ihren Ohren und ein leichtes Schwindelgefühl gesellt sich zu ihr. 'Boaaah ey,... Was ein beschissener Striptease. Fuck.' Jack reibt sich verzweifelt lachend erneut den Nacken. "Ich hatte nicht vor dich so zuzulabern. Sorry. Eehhrrr... Um zum Punkt zurück zu kommen: Ich. Bin. Nicht. Andere. So! Und ich stehe zu MEINEM Scheiß. Ich habe dich um Hilfe gebeten... Die Verantwortung liegt ganz allein bei mir." Etwas peinlich berührt schaut sie Vaas an. "So. Jetz hab ich total den Faden verloren, und weiß nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte. Shit. Ich halt jetzt erstmal die Fresse.", verkündet sie und steuert nachdenklich auf die Werkbank zu, wo eine Packung Kippen liegt.

Vaas sagt lange nichts als sie endet. Verarbeitet nur ihren Tonfall und die Körperhaltung. Er rollt leicht, auf dem Bord sitzend, vor und zurück, die Ellbogen über den Knien, die Taschenlampe an aus knipsend da und raucht.
„Wow. Was für ein Comeback.“ Er deutet mit der Kippe auf sie.
„Ganz schön viel Input für jemanden, der mir gerade fast n Preteen ins Vorstrafenregister geschmuggelt hat. Was soll ich dazu noch sagen?“



Er dreht sich zu ihr, das Gesicht unlesbar.
„Ich hab kein Problem damit, dass du sie zurückgebracht hast. Ich hab ein Problem damit, dass sie hier war. Ganz unabhängig davon ob sie von Anfang an im Auto sass oder erst als ich weg war.“
Ein kurzer, schräger Grinser.
„Hätte man erkennen können. Hätte ich erkennen können. Hab ich aber nicht. Mein Fehler. Ist aber nicht der Punkt.“
Er schaut kurz hoch zur Decke, als müsst er irgendwas runterschlucken, dann:
„Du meinst es vielleicht gut. Oder ehrlich. Aber für mich war das grad kein Beweis für Integrität. Das war n scheiss Übergriff und ich hasse, hasse, hasse sowas. Ich zwinge keinen zu irgendwas und Keiner zwingt mich.“
Er greift nach dem Feuerzeug, zündet sich eine neue Zigarette an, diesmal deutlich langsamer.
„Und falls der Rauswurf an der nächsten Ecke nicht drin war bevor du mit ihr herkamst, was ich sogar versteh… aber es gibt Telefone. Ich hab die lächerlich einfachste Nummer der Welt. Hättest anrufen können. Hättest sollen. Mich einweihen, statt zu entscheiden das Risiko direkt vor meine Füsse zu setzen.“



FORTSETZUNG FOLGT....

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


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25.07.2025 18:56 (zuletzt bearbeitet: 26.07.2025 08:38)
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Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil III


Seine Stimme wird leiser, aber nicht freundlicher.
„Dir is egal ob ich vertraue oder nicht? Ok! Und ICH geb n Fick DA drauf. Das entscheide ich. Nicht du. Egal wie anders du bist.“, er steht auf, wirf die Kippe auf den Boden, tritt drauf. „Deine Integrität bringt nämlich n Scheiss, wenn du nicht alles bedenkst. Aber klar… ich verstehe, du bist dir das vielleicht gewohnt. Das du…“ er zeigt auf sie, kreist ihre Aura ein, „ein Mafia-Backup im Peto hast – so à la: Keine Sorge, wenns schiefgeht, regeln das die Anwälte von Mamas Golfclub.“
Er lässt den Kopf leicht zur Seite kippen. Er weiss wie unfair er ist, aber der emotionale Impuls ist schneller als die Analyse. Er blickt sie an, als würde er sie durch ein verdrecktes Glas betrachten.
„Ich hab so was nicht. Keine goldene Tür mit Exit-Schild und keinen Joker - Ich hab mich.“
Er schiebt sich am Wagen vorbei, bleibt dann aber nochmal stehen.
„Ich war vielleicht ein Arsch, okay? Wen kümmert das? Das sagen viele.“
Dann schnaubt er und der Ton kippt zurück ins Hohnvolle.
„Aber ich find, das darf man in diesem Fall, wenn man schnallt, dass gerade ungefragt n Kind in die eigene Savezone gepflanzt wird, das nur n lächerlichen Pfadfinderschwur leistet um zu versichern, dass es die Fresse hält. Und ich - MUSS das jetzt einfach glauben. Weil wir keinen zweiten Joker haben, oder?“
Jetzt sieht er sie richtig an. Die Augen klar und müde.
„Beim nächsten Mal… Jack… wenn…- falls es ein nächstes Mal gibt… frag mich, bevor du mit meinem Einsatz spielst. Ich hab keinen zweiten...“



Was nach ihrem Monolog als wieder halbwegs sicheres Gefühl anläuft, wandelt sich mit jedem Satz den er ausspuckt, in einen Vorschlaghammer, der sie bei jeder Quintessenz in die Eingeweide trifft. Die Kippe, die sie sich genommen hat, verweilt unangesteckt an ihrem kraftlos am Körper hängenden rechten Arm, gehalten von Zeige und Mittelfinger. Das Licht flackert und zuckt mit einem klassischen Neonröhrengeräusch. Die Worte, 'Telefon' und 'lächerlich einfachste Nummer der Welt', klingeln an einem Glöckchen, dass bisher schwieg. Die Idee, ihn anzurufen, kam ihr zu keiner Zeit in den Sinn. Zu. Keiner! Jack klappt zusammen, wie der Leatherman, den sie verschenkt hat. 'Verdammt! Ich hab in meiner Gier und in meinem Rausch tatsächlich nicht weiter als bis vor meine Stirn gedacht!' Der letzte Rest von ihrem Selbstwert beginnt zu kippeln. 'Du bist nicht so klever wie du denkst, Jack! Du hättest jemanden um sein Telefon bitten können. Oder: Anderswo zwischenparken.' Es sickert zu ihr durch wie Quecksilber.

Wie sie am Boden zum Sitzen kommt, weiß sie nicht. Jack spürt nur, dass sich ihre linken Finger in ihre rechte Seite bohren, die Zigarette beginnt zu zittern, seine Stimme wird leiser.
Wie gerne würde sie sich jetzt in eine Schutzhülle schieben - wie das verschenkte Multi-Tool. Der Fluchtgedanke an ihre allerliebste Comfy-Aubergine, spendet etwas Kraft. Während sie ihm lauscht, wie er nen Fick auf ihre Meinung gibt, landet mit einem Hechtsprung sein Punkt mit der Übergriffgigkeit. BAUUUTZ, der Hammer trifft, sie zieht schützend ihre Beine an und legt ihre Unterarme auf den Knien ab. 'Du hast ihn als Partner bezeichnet aber nicht so behandelt. Bist mit ihm so umgesprungen, wie du' s für dich auch nicht haben willst.' Mit den Backen stotternd, atmet Jack aus, ihr Blick ist auf den Boden gerichtet. Staub, Metallspähne, Ölflecken und kleinste Partikel liegen verteilt. Bevor ihr Gehirn einen Ruhe spendenden, neutralen Raum für einen kurzen Rückzug eröffnen kann, droppt er das irgendwie alles verändernde Wort 'Savezone', zu den ohnehin schweren Kollegen 'keinen Joker - nur mich'. Was er über sie sagt, rasselt einfach durch.



Jack ist mit einem Schlag so überfordert, dass sie ihn vor lauter Ohnmacht am liebsten schubsen und davonrennen würde. "Ich bin in deinem Savespace...", flüstert sie stattdessen und ihr Mund öffnet sich. Sie versucht weitere Details der Werkstatt zu erfassen, aber aus ihrer malträtierten Magengrube heraus, arbeiten sich unaufhörlich Gedanken nach oben, wie ein wiederllicher Reflux. 'Scheiße! Scheiße! Scheiße! Operieren wir hier auf so ner Art Freundschaftsebene? Einer... Also mit nich nur Sex und für den Kick von Illegalem? FUCK! Schätzen wir uns etwa zwischensimslich? GEGENSEITIG? - Darüber hab ich noch nicht nachdedacht... Das wusste ich nicht!'
"Also ist das hier deine Werkstatt??? Du hast mich mit nem gestohlenen, vermutlich getracktem Auto in dein Zuhause, deinen Rückzugsort eingeladen? Bist du irre??? Wenn ich das gewusst hätte... dachte, dass ist der Schrauberort von IRGENDWEM!", fallen die Puzzleteile zusammen.

"Das alles und dich habe ich in Gefahr gebracht.", sinniert Jack mehr mit sich selbst als mit Vaas. Sie schaut ihn jetzt an. Er sieht erschöpft aus, sie klemmt sich die nun irgendwie über-seiende Kippe hinter das rechte Ohr und hält sich den Kopf. "Du darfst ein Arsch sein. Trotzdem mag ich dich dafür hauen.", versucht sie, ein bisschen Humor einziehen zu lassen. Mit glasigem Blick und erhobenen, ihm zugewandten Handflächen korrigiert sie sich. Was sich nun hochgräbt und raus will, ist an Besorgnis und Scham gebunden. "Und nun muss ich dich direkt fragen, weil ich sonst daran ersticke oder sowas." Jack schaut auf ihre Hände, dann in sein Gesicht. "Haben wir eine Basis miteinander? Also im Sinne von das wir uns nicht egal sind? Achten wir aufeinander? Ich sags dir gleich: Ich mag das wissen, aber es ist mir auch noch voll zu viel." Bedrückt kommt nach ein paar Sekunden die als Entschuldigung gemeinte, ehrliche Aussage, die sie zuvor so nicht aussprechen konnte. "ICH war das Oberarschloch. Nicht nur übergriffig. Auch anmaßend. Wollte dich nie in Schwierigkeiten bringen. Du... Du... bist der einzige Sim den ich hier in dieser neuen Umgebung kenne und auch mag."

Er sieht wie sie da sitzt. Nimmt ihre Bewegungen auf und ihre Stimmung. Und alles, was vorhin so wichtig war – das Kind, das Tattoo, das Risiko fühlt sich mit einem Mal nicht mehr an wie die Katastrophe, die er draus gemacht hat. Typisch. Vaas 3000 in Hochform. Und dann sagt sie, er wäre der einzige den sie…?
„War wohl n richtiger Griff ins Klo, was?“
Er weiss nicht, was er sagen soll. Ein Teil von ihm will loslegen. Richtigstellen. Zum Beispiel, dass das hier nicht seine Garage ist. Dass das hier einfach nur ein gut gewählter Ort ist, wo ein halbwegs begabter Krimineller seine Beute parkt, weil das auf dem Parkplatz vorm Sidl halt schlecht geht. Oder, dass eine Basis die Grundvoraussetzung ist um gemeinsam eine Karre zu klauen. Denn Kriminelle ohne Basis, landen im Knast. Ihm wird klar, wenn eine simple Basis für sie grade eine neue Feststellung ist, dann…
Sein Blick bleibt an ihr, weil das da vor ihm einfach nicht passt zu der Jack, die ihm Koks vom Gesicht gezogen hat und dann meinte, sie wär ready für ne grosse Nummer. Er hat sie masslos überschätzt.
„Gott, du bist wirklich frisch vom Band, was?“, murmelt er, einfach… verblüfft. Aber was er meint, ist enttäuscht.
„Du willst wissen, ob wir aufeinander achten?“ Ein kurzer Atemzug.
„Offensichtlich nicht.“
Die Stimme fällt ab, der Blick irgendwie leer.
„Sonst hätt ich dich nicht angeschrien. Und du hättest mich angerufen.“



Jack öffnet den Mund zu einer nachdenklichen, abklärenden Mimik, ihr Blick fixiert ihn, das Kinn schiebt sich vor. "Griff ins Klo? Hm. Das seh ich nicht so. Ich sehe zwei beschissene Einzelkämpfer-Typen, die die Dinge gewohnt sind unterschiedlich zu regeln." Die Werkbank in ihrem Rücken hat ihren Dienst getan, Strubbel steht auf und klopft sich den Bodendreck vom Hintern." Das ich", macht sie eine abfällige Geste mit erhobener Augenbraue, "frisch vom 'Band' bin", sie setzt die Gänsefüßchen in die Luft und geht langsam auf ihn zu, "wusstest du. Hast du Boom ja selbst gesteckt. Was überrascht dich jetzt daran, hum?" Sie kommt vor ihm zum Stehen und stemmt die Hände in die Hüften. Das ihre Bluse noch immer im Dodge liegt, fängt an ungünstig zu werden, sie bekommt eine Gänsehaut sowie einen kleinen Fröstelschauer." Wenn du mich fragst, haben wir jetzt zwei Möglichkeiten", beginnt sie und macht einen weiteren, halben Schritt auf ihn zu. "Erstens, wir machen hier jetzt nen Cut und jeder zieht beleidigt und enttäuscht für sich ab bis mal wieder Bock aufs Feiern is", ein flüchtiges Grinsen huscht über ihre Züge, "oder zweitens: Wir nehmen hin, dass die erste Tour ne Basisnullrunde war, die nun geklärt und erstmal auf-, und bald ausbaufähig ist." Jack macht einen letzten Schritt auf ihn zu und funkelt ihn an. Prüfend, verschmitzt, wollend.

„Hab ich das gesagt?“
Er schiebt sich ein Stück von ihr weg, streckt die Arme leicht zur Seite wie bei nem Stand-up.
„Möglich. Ich sag viel, wenn der Tag lang ist.“ Ein Nicken, das sich selbst unterbricht.
„Und der war… puh. Der war lang genug für drei Persönlichkeitskrisen.“ Er hebt eine Braue, grinst schief. „Du warst ja zwischenzeitlich mit Boom unterwegs. Die du, by the way, gaaanz bestimmt auch magst. Wär echt schräg, wenn nicht.“
Er hebt eine Hand, gestikuliert zu dramatisch und schüttelt dann langsam, spöttisch enttäuscht den Kopf. „Ich hab einfach ein bisschen mehr… na ja, filmreifen Scheiss erw—“ Er stoppt abrupt, verschluckt das letzte Wort.
„Okay, fuck it. Habs abgespeichert. Lektion gelernt. Nächstes Mal schreib ich vorher n Handbuch.“ Er macht eine übertriebene Schreibbewegung in die Luft. „Vaas Gebrauchsanweisung, Kapitel eins: keine Kids auf dem Rücksitz. Kapitel zwei: keine spontanen Liebeserklärungen auf geliehenem Garagenboden.“
Plötzlich grinst er breit und echt über sich selbst, wie absurd das klingt. „Ich will jetzt nicht mehr reden, Okay?.“
Er macht kurzen Prozess: Zwei Finger haken sich vorne in ihren Hosenbund, ziehen sie abrupt an ihn ran. Fest genug, um das Reden endlich einzustellen und die Temperatur zwischen ihnen hochzuschieben.
„Den Tracker hab ich übrigens entfernt.“ Seine Stimme wird rauer, der Blick fordernder. „Wir haben also Zeit.“ Er drückt ihre Hüften an sich, mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der redet, um Distanz zu halten aber berührt, um wieder was zu spüren. Sein Kinn senkt sich leicht, die Stimme wird flach und er grinst.
„Soweit ich mich erinnere, schuldest du mir noch was. Und ich hab beschlossen, das ist jetzt fällig.“



Die Bestimmtheit, mit der er sie an sich bringt, verschlägt ihr kurz den Atem. 'Scheiße ja!' Mit dem kleinen Ruck und der Landung an seinem Becken, ist sie umgehend im Modus operandi. Fallen gelassen, sind die zuvor so ambivalenten Gefühlslagen des Abends.
Die, die von:
'Ich butz nem Wichser von Teen mit der Autotür von der Straße' über
'Diebstahl durchziehen, ohne Rücksicht auf Verluste' und
'Ich bin so wütend, ich zieh dir gleich die Haut ab' zu schlussendlich
'Es erschreckt mich und tut mir hart leid, ich putz dir bis zum Jahresende deine Bude' reichen.

"So, so.", haucht sie bemüht beherrscht, "Du meinst wohl, dann bist DU jetzt fällig!", stellt sie fest und zieht mit Genuss eine Augenbraue in die Höhe. "Außerdem ist es sehr schade, dass du nicht mehr reden willst", murmelt sie und saugt soft an seinem Kinn. "Ich mags, dass deine Stimme rauer wird, wenn du geil bist.", gibt sie leuchtend zu.



Während ihre linke Hand unter den Hoodie an seine Seite gleitet, zieht die rechte Hand das Pfand-Stück unter seiner Nase ab und klebt es sich selbst wieder an. "Danke fürs aufpassen. Geht das so?" Vergnügt überprüft Jack mit hin- und hergezogener Schnute den Sitz des Klebebartes. Zufrieden mit dem Ergebnis, kann auch die rechte Hand unter die Oberbekleidung geschoben werden. Er schaudert als sie beginnt, synchron mit den Fingernägeln seine Haut zu reizen, sein ganzer Körper steht unter Spannung. Mit einem zarten Stöhnen setzt sie zum zweiten Mal an diesem Abend verlangend ihre Lippen auf seine und läutet ein Vorgeschmack gebendes Zungenspiel ein.

Vaas stöhnt leise, als ihre Fingernägel seine Haut entlang streichen – so fein und es kribbelt, als hätte sie seinen Bauplan studiert. Als sie dann mit beiden Händen unter seinen Hoodie gleitet, fährt es ihm bis in die Eier.
Er beisst sich auf die Zunge, lacht kehlig.
„Shit… du hast aufgepasst.“
Seine Finger greifen in ihren Nacken, gleiten in ihr Haar und fangen an, ihren Schädel zu massieren – langsam, präzise, so, wie sie es noch nie von irgendwem gespürt hat. Er merkt, wie ihr Stöhnen durch die Brust bis zwischen die Beine donnert und das Grinsen in seinem Gesicht wird tiefer, dunkler und persönlicher.
„Das Ding an dir, macht mich geiler als es sollte“, murmelt er heiser und streicht mit dem Daumen über den Schnauzer.
Sein Blick fällt auf die Kippe, die hinter ihrem Ohr steckt und er grinst.



Mit den Lippen greift er sie sich, zieht sie raus, lässt sie kurz zwischen den Zähnen hängen, dann zündet er sie mit einem klackernden Feuerzeug in seiner Jackentasche an. Der Rauch zieht zwischen ihnen hindurch. Er nimmt einen tiefen Zug, pustet den Rauch seitlich an ihr vorbei, fährt dann mit den Händen über ihren unteren Rücken – langsam, immer tiefer.
„Du hast mir was versprochen, erinnerst du dich?“ Er legt die Zigarette zwischen ihre Lippen und grinst. Er sieht ihr direkt in die Augen.
„Im Porsche..“
Ein kurzes, dreckiges Grinsen flackert über sein Gesicht. Dann wird er ernster.
„Zeigs mir“, sagt er. Nicht als Bitte.

OPTIONALE SZENE: [+18] San Sequoia

FORTSETZUNG FOLGT....

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


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25.07.2025 23:52 (zuletzt bearbeitet: 11.08.2025 17:16)
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Zitat von Zusammenfassung Optionale Szene:
Jack und Vaas geraten nach einem intensiven Moment in ein Spiel aus Nähe, Macht und Vertrauen. Ein anfänglich lockerer Flirt mit Zigarette und improvisierten Ideen entwickelt sich zu einem spannungsgeladenen Machtspiel: Jack übernimmt die Führung, Vaas lässt sich darauf ein – inklusive Fesseln und Augenbinde. Humorvolle Sticheleien und neckische Herausforderungen wechseln sich ab mit immer spürbarer werdender körperlicher Anziehung.

Gerade als die Situation ihren Höhepunkt erreicht, platzt eine resolute Frau (Anfisa) in die Szene, kommentiert trocken und ungerührt, bevor sie wieder verschwindet. Die Begegnung bleibt gleichzeitig aufregend, absurd und geprägt von der besonderen Dynamik zwischen Jack und Vaas: ein Mix aus Dominanz, Improvisation und gegenseitiger Lust – ohne den sicheren Rahmen des gegenseitigen Konsenses zu verlassen.





Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil IV


Stille kehrt ein. Nur ihrer beider Atem, stossweise. Minuten vergehen, bis sein Herz langsamer schlägt. Vaas bewegt sich. Erst der Kopf. Er rollt den Oberkörper unter ihr etwas zur Seite, greift zu seiner Linken und löst die zweite Fessel. Er zieht den Arm frei und reibt sich kurz das Handgelenk.
„Komm Strubbel…“, brummt er und hebt sie vorsichtig an, setzt sie seitlich auf die Haube, bevor er selbst runterrutscht. Die Füsse landen auf Beton und er spürt jeden Muskel schreien. Sein bestes Stück hängt auf Halbmast. Er hilft ihr runter, und legt einen Arm um sie, zieht sie dicht an seine Seite. Ihre Haut brennt noch. Sein Blick wandert am Boden vorbei und hoch, auf den Porsche.
Scheisse. Die Haube.
Ein einziger, verbeulter Albtraum aus Dellen und Knickfalten. Vaas lacht jetzt doch dreckig. Er neigt den Kopf zu Jack, wischt sich mit der Rückhand Schweiss aus dem Gesicht.
„Hahaha“ Er deutet mit dem Kinn auf das Wrack, das mal eine Designer-Haube war. „Das war wahrscheinlich die teuerste Matratze der Welt..“
Ein kurzes Aufblitzen in seinen Augen. „Kann nicht mal sagen, dass ich nicht stolz drauf bin.“

Wenn Vaas sich nicht vorsichtig befreit und sie beide von der Haube ge-gentelment hätte, wäre sie einfach wie ein heißer Stein auf ihm weggepennt. Sein Herzschlag hatte ihren irgendwann übertönt und sie konnte in ihrer Erschöpfung seinem Pulsbeat einfach lauschen und hinterher driften, wie bei einem Hörbuch. Nun sitzt sie von ihm aufgerichtet da und blinzelt sich zufrieden zurück in die Werkstattumgebung. Einen kleinen Moment später ist sie auf den Beinen und Vaas hat sie zu sich gezogen. Jack landet halbseitig an ihm und schmiegt sich mit einem dankbaren, breiten Grinsen an. Mit der linken Hand hält sie ich an seiner Schulter fest. Es ist gut das sie vorerst noch Standsupport bekommt.



Sie folgt seinem Blick und es entfährt ihr ein lautes, lachendes, "Auweia!" Der Anblick ist wirklich übel. Wahrscheinlich hätte es keinen großen Unterschied gemacht, wenn der Hammer von seiner Patentante (?) mitgemacht hätte. Der Schaden ist beachtlich. Sie überlegt. "Hmmm. Vielleicht sollten wir sie so lassen? Wahrscheinlich kriegt man die eh nich wieder hin. Dann würd ich sie gern als Erinnerungsstück, statt nem dusseligen Selfie, behalten wollen. Oder hast du ne Verwendungidee?" Sie löst sich von ihm und geht begutachtend um den vorderen Bereich herum, zum Seitenspiegel, dort nimmt sie Bart an sich. "Oder kann man das Baby wieder hinbekommen? Was meinst du? Dann fänd ich eine besonders schöne Knickbeule als Überbleibsel angemessen. Immerhin hatten wir eine herrliche und intensive Einweihungsparty, da bleiben Spuren nicht aus." Sie zwinkert ihm zu und streicht bedächtig über einen Kotflügel, bevor sie wieder Kurs auf ihn nimmt. "Und wer wäre ich, wenn ich nen Optikschaden im Lack nicht mögen würde?" Jack streicht sich mit dem rechten Zeigefinger über ihre komplette Gesichtsnarbe, von oben nach unten, dabei schmunzelt sie mit der allergrößten Selbstsicherheit, dann klebt sie sich Bart wieder an.

Vaas schaut die Haube an, dann wieder zu Jack, dann wieder auf das zerknitterte Designerblech. Ein Grinsen zieht sich über sein Gesicht, langsam, breit, so richtig „scheiß drauf“-mässig. Er lehnt sich gegen den Kotflügel, legt den Kopf schief und deutet mit dem Kinn auf den Schaden. „Wir sagen… das war n Elch. Ein sehr… glücklicher Elch.“ Seine Stimme hüpft kurz amüsiert und fällt in ein Lachen.



„Und jedes Mal, wenn du den Kofferraum aufmachst, denkst du dran, Strubbel… nicht an den Elch.“ Er tippt sich gegen den Unterbauch, sein Blick bohrt sich in sie, blau wie kaltes Wasser und voller Schalk. „Das garantier ich dir.“
Er schiebt sich an ihr vorbei und inspiziert den Schaden aus nächster Nähe. Zieht eine Braue hoch, klopft mit den Knöcheln gegen das verbeulte Blech. „Hm. Ja… das Ding hat mehr Knicke als ich im Kopf. Aber…“ Er dreht sich halb zu ihr um, grinst. „Kein Totalschaden. Ich denk ich kann das rausmassieren.. einigermassen. Wird kein Showcar, aber fahrbar. Lack kriegt die Karre eh neu, also…“
Er wirft ihr einen Blick zu, der mehr verspricht, als er sagt. „Oder ich lass ein paar Augen nach einem Ersatz Ausschau halten und das Teil hier kommt auf deinen Indoor Spielplatz“, er hebt die Arme hoch. „Es lebe die Wegwerfgesellschaft!“

Jack zieht eine Grimasse der totalen Freude. "Oohh jaaaaa, sie lebe hoch!", bestätigt sie lachend. Wieder mehr bei eigenen Kräften, eiert die Haubenkönigin nachdenklich zur Werkbank und kommt mit zwei Kippen und Feuer zu ihm und der Matratze zurück. Eine hält sie ihm hin, die andere nimmt sie selbst mit den Lippen auf. Er feixt noch immer, jetzt mit Fluppe im Mundwinkel. Es ist sein typisches Ich-bin-Herr-der-Lage-und-hab-ne-Idee-Grinsen. Sie mag das. Sie lehnt sich ans Auto, dann schnippst sie das Feuerzeug zwischen ihnen an, die Flamme betrachtend - sie liebt Feuer. Nachdem beide sich ihre Zigarette angezündet haben, wirft sie das Feuerzeug hinter sich und bläst den ersten Rauch weg. "Und die Idee mit dieser Haube auf meinem ganz eigenen Indoorspielplatz, gefällt mir." Ein weiterer Zug, ihre Augen blitzen ihn an. Er steht fast bewegungslos da. "So machen wir's. Und keine Sorge, Loverboy.", haucht sie ihm den Rauch und ihre Zusage zu.



"Ich brauch keinen visuellen Dauerimpuls um mich daran zu erinnern, dass du reittauglich bist." Vergnügt beißt sie sich auf die Unterlippe, die Kippe in der rechten Hand. "Beziehungsweise auch unglaublich herrlich fickst."
Gurrend tippt sich gegen die Schläfe, dann gegen ihr Becken. "Ist gespeichert. Es wird reichen Porschita hier" sie nickt zum Fahrzeug, "zu fahren. Werde einfach in ihr Schnurren reinspüren, wenn ich durchtrete." Jack wendet den Blick von ihm ab und raucht ein Bein vor das andere schlagend weiter und inspiziert den Raum. Ein leichter Fröstelschauer durchfährt sie, der abgekühlte Schweiß fordert nun seinen Tribut. Bevor sie sich sich zum Klamotten aufsammeln und sortieren aufmacht, erkundigt sie sich, wem die Garage gehört und wo das Auto umlackiert werden kann. "Hat deine Matrjoschka hier das Sagen? Ich würd ihr ne Werkstatt zutrauen, irgendwie." Überlegend schürzt sie die Lippen. "Oder zumindest in der Verwaltung." Jack ascht ab. "Ist das Engels-Geflügelsöhnchen hier der Eigentümer? Seid ihr Blutsbrüder? ", wendet sie sich ihm wieder zu, immerhin mit Höschen und Top in der freien Hand. "Entschuldige meine Neugier, aber Anfisa hat schon nen mächtigen Eindruck bei mir hinterlassen." Höschen und Top landen am Körper. "Und eine ebenso wichtige Frage die sich mir stellt: Ist diese Küche in die wir reinschallen konnten mit nem gefüllten Kühlschrank gesegnet? Ich habe jetzt so richtig Hunger..."

„Blutsbrüder?“ Er lacht und schüttelt den Kopf. „Strubbel… wenn ich für jeden Typen, mit dem ich mal Sand gefressen hab, ne Ader aufschneiden müsste, wär ich längst leer. ... Wer weiss... vielleicht lernst du ihn mal kennen..“
Er tippt die Asche ab, sieht sie an, länger, als angenehm ist.
„Die Werkstatt gehörte seinem Vater glaub ich. Und wenn du anfängst, über Acis Mutter zu reden…“ Er macht eine kleine Pause, zieht die Stirn hoch. „…dann denk dran, sie hat nen Hammer und null Humor.“ Seine Zunge streift über die hintere Zahnreihe, der Blick hängt kurz an ihr, bevor er abgleitet als würde er kurz nachdenken. „Die hinterlässt Spuren - das is wahr...“ Er grinst, nicht warm, eher dieses scharfe Grinsen, das er aufsetzt, wenn er zu nah an was Ernstes kommt.
Er greift sich seine Jeans und den Rest, schwingt sie sich über die Schulter, macht aber null Anstalten, sie anzuziehen. Splitternackt, barfuss, schlendert er Richtung Tür, als wärs sein Wohnzimmer. Vaas lehnt sich einen Moment in den Rahmen, schaut zurück zu ihr, und das Grinsen ist ein Versprechen, dreckig und warm zugleich. „Ich will jetzt die Chance auf heisses Wasser nutzen. In der Villa gibts keins..“ Er macht eine Pause, der Blick senkt sich ganz bewusst über ihre Beine, dann wieder hoch. „Kommst du mit?“ Er wartet nicht, sondern stösst die Tür auf und man hört ihn sagen: „Danach geben wir dem Kühlschrank ne faire Chance, aber ich bezweifle, dass wir was finden was nicht aus Wodka oder Kippen besteht.. Aci ist da sehr schnell wenns um Reste geht.“



Seine Blicke kann sie nur zum Teil deuten. Die, die sie versteht, lassen sie lächeln. Das die Frau mit dem Gemüt eines Fleischers null Humor haben soll, kann Jack sich nicht vorstellen, bei der Nummer, die sie mit ihnen abgerissen hat - von 'Wurst auf Scheibe' über 'chübsch, aber bisschen kaputt im Kopf' zu ihrer ganz eigenen Hammerschwingerei. Aber gut, vielleicht war es ihr ernst. Nichtsdestotrotz ist sie nicht schwer eingeschüchtert, so wie Vasco denkt, dass sie es sein sollte. Ihre Großmutter allerdings... Tja die wäre ähnlich sturmreich aufgetreten, nur mit dem Unterschied, dass der Bademantel ein sündhaft teures sowie modernes Peplos-Gewand gewesen wäre, in nachtschwarz, wie ihre Seele. Ihr Hammer? Ihr Bodyguard-Team, bestehend aus zwei garstigen Zwergpudel-Kläffern mit spitzen Zähnen und absolut schlechter Sozialisation. Diese drei hätten nichts von ihnen übrig gelassen - diese Frau kennt keine Gnade und keine Grenzen. Von Vaas und ihr selbst hätte es keine Spuren mehr zu finden gegeben. Jack verzieht für sich ihr Gesicht abwägend. Bruce aka Anfisa kann nicht mal annähernd so furchtbar sein, wie diese Frau. Ihre beschissene Großmutter, ihr schlimmster Albtraum. Sie beschließt, es zu versuchen. "Oooaaahhh klar komm ich mit! Beim Duschen bin ich dabei und auch bei allem anderen." Hastig klaubt sie ihre Schuhe vom Boden und setzt ihm nach, die Zigarette im schmunzelnden Mundwinkel. "Ich bin gespannt, was noch so passiert. Chaos und Abenteuer - Ahoi!"

Vaas schiebt oben die Tür zur Wohnung leise auf und gibt Jack mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie ihm folgen soll. Die Luft, die ihnen entgegenweht, ist eine Mischung aus kaltem Zigarettenrauch und etwas das verdächtig nach Kohl und Dill riecht.
Die Wohnung ist alt, aber nicht heruntergekommen. Eher… stehengeblieben. Auf dem Boden liegt ein Teppich mit roten und goldenen Ornamenten, die ihre besten Tage lange hinter sich haben. Die Wände sind tapeziert und tragen ein paar vergilbte Fotografien in dunklen Holzrahmen. Der Fernseher in der Ecke ist ein Klotz – ein alter Röhrenfernseher mit einem leichten Grünstich im Glas. Vaas’ kürzlicher Beitrag, bevor Boom Amok lief und seine geliebte „Röhrich“-Kollektion in Splitter verwandelte. Auf dem Fernseher steht eine Porzellankatze, deren Ohr fehlt.
Anfisa sitzt im Fernsehsessel. Ihre Beine stecken in dicken Wollsocken, der Hammer liegt quer über dem Schoss, wie eine bizarre Katze. Der Fernseher läuft stumm. Anfisas Kopf ist zur Seite gekippt, die Zigarette hängt glühend zwischen den Fingern. Vaas Grinsen verändert sich. Er schleicht sich hin, nimmt die Kippe vorsichtig aus ihrer Hand und drückt sie in den Glasaschenbecher auf dem Tisch. Seine, die er noch im Mundwinkel hat folgt. Kein Geräusch. Er wirft Jack einen Blick zu: Kein Wort.



Er deutet Strubbel, die noch im Türrahmen steht, mit einem Finger an die Lippen, dann mit dem Kopf Richtung Flur. Komm.
Kaum sind sie draussen und die Tür ist angelehnt, atmet er hörbar aus. Seine Stimme ist gedämpft.
„So. Dusche… da lang.“ Vaas krault sich den Nacken, das Haar feucht vom Schweiss, bevor er die Tür leise aufdrückt und das Licht im Bad anschaltet. Er zieht sich die Kleidung von der Schulter und lässt sie auf die Fliesen fallen. Der Raum ist klein, eng, alt – aber funktional.
Die Fliesen sind Kacheloptik aus den späten Achtzigern. Grün und Beige in einem Muster, das aussieht, als hätte jemand versucht, Natur in ein Quadrat zu pressen. Über der Badewanne hängt ein Duschvorhang mit vergilbten Sonnenblumen und einer kleinen Brandspur am unteren Rand. Der Spiegel über dem Waschbecken ist an einer Ecke gesprungen, und auf der Ablage stehen zwei Tassen mit Zahnbürsten. Die Luft ist leicht klamm, aber als Vaas das Wasser aufdreht, röchelt die Leitung, dann rauscht es warm über den Emaille-Boden.
Er lässt die Hand unter das Wasser gleiten und bekommt Gänsehaut als es wärmer wird. Kurz darauf dreht er sich zu Jack um.
„Nachher fahren wir mit dem Dodge zur Villa. Hier pennen geht nicht. Und morgen parken wir den Porsche um. Dann nehm ich die Haube runter…“
Er streckt sich einmal kurz, fährt sich mit der Hand übers Gesicht, der Dampf beginnt, seinen Körper zu umhüllen.
„Und ich kümmer mich um die Papiere. Kriegen wir auf deinen Namen, dann kannst du mit dem Ding rumknattern, wie du Bock hast. Dauert vielleicht bisschen. Muss jemandem schreiben, der jemand kennt, der jemanden kennt... Du weisst schon.“
Er dreht den Kopf wieder zum Wasser, prüft ob es schon Höllenfeuer-Heiss ist oder noch überlebbar.
„Was schreiben wir da eigentlich drauf damits offiziell wird? Jack, kommt das von Ja...Jackline?“



Wow! Auf was für eine abgefahrene Zeitreise ist sie nun eingeladen? Der Abend hat sich vollumfänglich gelohnt. Mit großen Augen schaut sich Jack in der Wohnung um, saugt die Details in sich auf. Ein Zuhause wie dieses, hat sie noch nie zuvor gesehen. Was Anfisa stiltechnisch begonnen hat zu etablieren, findet hier seine authentische Abrundung, inklusive der Gerüche. Das hier ist ein Zuhause in dem Sims Leben, die sie selbst sind. Die aus eigener, finanzieller Kraft - oder eben auch nicht - etwas aufgebaut haben und es wertschätzend behandeln. Ohne Überfluss, ohne Erbe, ohne Designer, ohne Personal wie Köche oder Hauswirtschaftskräfte. Einfach nur die Familie. Ungestylt. Echt.
Als Vaas ihr die schon recht bedrohlich abgebrannte Zigarette abnimmt, hängt ihre Aufmerksamkeit an den Socken der Hausherrin. Etwas regt sich schmerzhaft in ihr. Fetteste Kuschelsocken. In aschgrau und mit Regenbogenfarben. Sie zieht die Augenbrauen hoch und die Mundwinkel runter. Warum nicht... Interessante Farbkombinatin, ein putziger Kontrast zu ihrem Hammer. Kurze Zeit später stehen sie in dem kleinen Bad und Shit... Was ne Atmosphäre. Die Kacheln gehen bei aller Begeisterung gar nicht, auch wenn sie irgendwie in Harmonie zum Duschvorhang stehen. Abgefahren. Jack beendet ihre Kippe und entsorgt sie im kleinen Abfallbehältnis, dass sie jemals gesehen hat. Währenddessen spotzt sich das Wasser aus der Leitung. Die aufkommende Wärme legt sich über sie, Vaas erklärt den weiteren Ablaufplan. Sie nickt ihm bestätigen zu. Als er einen Versuch wagt, ihren Namen abzuleiten, muss sie lachen. "Mein Geburtsname" sie macht einen Schritt auf ihn zu und steht unmittelbar vor ihm, "lautet Felicitas" sie zieht das Top aus, "Gabriela" der Slip fällt, "Elliot". Sie prüft das Wasser... Grenzwertig, eine Gänsehaut breiter sich wohlig aus. Dann schwappt ihre Aufmerksamkeit wieder zu ihm. "Ich bin dir wirklich sehr, sehr dankbar für deine Hilfe mit dem Wagen, Vaas. Das klingt alles super, bin dabei. Wenns geht, mag ich dir auch ein bisschen zur Hand gehen. Ich verspreche, ich werde vorsichtiger sein als bei Röhrface." Ein reumütiger Grinser jagt ihr durchs Gesicht, dann schaut sie an sich herab. "Und? Bist du nun bereit mir die Strümpfe auszuziehen?"

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


>>> Vaas und Jack gehen nach Del Sol Valley (2) >>>


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