San Sequoia

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24.07.2025 15:16 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2025 08:56)
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Bestseller-Schmied

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Charaktere: Jack, Vaas, Eve
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil I




Völlig genervt und etwas angetrunken hält sich Jack an der Haltestange fest. Ihre Begeisterung für das 'simple life', in welchem man sich doch tatsächlich auch um alles selbst kümmern, sowie auch noch auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen muss, beginnt seine Schattenseiten aufzuzeigen. Heute früh war sie noch voller Elan und Tatendrang gewesen. Jetzt jedoch, nach einem halbtägigen, Energie fressenden Shoppingtrip (ein stimmungsgeladenes, GEILES, aber bequemes Gängsteroutfit wollte beschafft werden), und einer gegenwärtigen Busfahrt mit einer Gruppe von Halbstarken, die sich auf recht vielfältige Weise über sie auslassen müssen, sind die Akkus halb leer. Eigentlich wollte sie sich ihren Flachmann für später, zum Feiern aufheben. Aber heute ist sie einfach erschöpft und schwach. Außerdem schmeckt ein Whiskey Sour immer. Und ist eine so viel klüger Wahl, als ein Gegenangriff auf vier kleine bis mittelgroße Teenager. Da sich eben jene nun wieder sich selbst widmen, kann sich Jack endlich final auf ihr Vorhaben einnorden. Sie grinst über beide Ohren und setzt noch einen Schluck nach. 'Ich stehe kurz davor, dass fetteste Ding meines bisherigen Lebens zu drehen - eine überdimensionale Beschaffungsmaßnahme, für mich gaaanz allein!' Die Aufregung steigt. Zu ihrer großen Freude bekommt sie nicht nur ortskundige, sondern auch fachkundige Hilfe, weil sie prinzipiell keine Ahnung hat vom Autos knacken, kurzschließen, etc. Nur fahren kann sie. Das aber wie der Teufel höchstselbst. Sie grinst noch immer selbstherrlich, als der Linienbus langsamer wird. Einer der Jungs hat knapp vor Ihr auf den Halteknopf gedrückt. 'Na suuuuper, jetzt steigen die Affen mit mir aus., bedauert sie sich und sucht parallel den Straßenrand nach dem schwarzen Dodge und ihrem San Sequoia Guide ab. Da. Krass, damit hat sie nicht gerechnet. Pünktlich wie die Maurer. Schnaufend hält das Gefährt und Jack drängelt sich an der Jungstruppe vorbei und hält auf ihn zu.



Der schwarze Dodge steht schräg in zweiter Reihe, als hätte er keine Lust gehabt, den Zebrastreifen zu respektieren – oder irgendwen. In der offenen Fahrertür lehnt Vaas. Beanie tief, Zigarette locker im Mundwinkel, Sonnenbrille halb ins Gesicht gerutscht, die rechte Hand an der Tür, die linke ein ausgestreckter Mittelfinger für irgendeinen schimpfenden Radfahrer, der es wagt, seine Parktechnik zu kommentieren. Sein Blick wandert zum Bus. Doch bevor er Jack sieht, gehts los.
„Ey, Alter! Schau dir DEN an!“
„Hat der ne Leiche im Kofferraum oder was?!“
„Wahrscheinlich seine letzten Dates!“

Das halbwüchsige Quartett grölt los, grössenwahnsinnig auf Gruppendynamik. Einer formt mit den Fingern eine Knarre und schiesst imaginär in Vaas Richtung. „BANG BANG, Freak!“
Vaas Grinsen bleibt. Nur die Zigarette wandert kurz aus dem Mund, zwischen zwei Finger, damit seine Worte Luft bekommen.
„Oooooh.“ Er lehnt sich einen Zentimeter nach vorne, wie ein Tier, das bereits wittert, dass die Beute einfach nur blöd ist. „Süss. Die Pubertät hat euch also endlich die Eier gegeben, fremde Leute anzupöbeln. Ich bin beeindruckt.“
Die Halbstarken glühen jetzt voll auf. Einer macht einen Schritt auf die Strasse, der andere hebt das Handy für ein Video oder Foto, der dritte schreit was von „Oida, chill mal, is doch nur Spass“, aber der vierte – der mit dem imaginären Revolver – hebt die Hand noch mal.



Vaas Grinsen wird breiter. Ohne Eile, lehnt er sich über die Tür, zieht ein schwarzes, schwer aussehendes Ding aus seinem Hosenbund. Und hällt die Pistole locker in der Hand, nach unten zeigend.
„Okay, Jungs.“ Seine Stimme ist plötzlich messerscharf. „Ich hab keine Zeit für Erziehung. Aber ich hab ne beschissene Woche, Rücken von Boom, zu wenig Schlaf und null Geduld für Pickelträger mit Mikro-Dick.“
Er hebt die Waffe locker, wie ein anderer ein Glas Wasser. „Also wenn ihr unbedingt wollt, dass heute jemand in eurer Simsta-Story stirbt…“ Er neigt den Kopf leicht. „Dann gib mir nen Grund. Einen. Muss nicht mal gut sein.“
Totenstille. Einer schluckt. Der mit der Luftknarre setzt langsam den Fuss zurück auf den Boden.
„Dacht ich mir“, murmelt Vaas, als die Gruppe auseinanderfällt. Sekunden vergehen. Der dritte murmelt „Scheiss mal auf den, Mann“, während der mit dem Handy heimlich das Video löscht.
„Tschö mit Ö, Totenkopffresse!“, ruft einer und gibt sich Mühe, cool zu wirken, während er rückwärts stolpert. Vaas lässt sie ziehen.



Dann, genüsslich, hebt er die Pistole zur erloschenen Zigarette. Klick. Eine kleine Stichflamme schnellt aus der Mündung. Er zündet die Kippe mit der Knarre an, zieht tief, schiebt die Pistole seufzend zurück.
„Kinder von heute. Kein Stil.“
Er richtet sich auf und sieht Jack näher kommen. „Und das ist der Unterschied, Strubbel. Zwischen Posern und Leuten wie uns.“ sagt er zufrieden und grinst. „Sag an, was wirds? Damit ich weiss in welcher Ecke wir suchen müssen.“

In aller Ruhe genießt sie die Show - was ein geiler Start. Die Sonnenbrillen-Knarren-Kombi ist supergut, die abfallende Selbstsicherheit und die sich einschleichende Panik bei den kleinen Kackbratzen... Schmunzelnd zieht sie die Luft lang und tief durch die Nase ein. Häme, Genugtuung und eine wirklich gute Idee fluten ihr durch die Birne, als sie den abziehenden Jungs hinterher blickt. Die Kids haben dermaßen am Ohrfeigenbäumchen gerüttelt... Jack findet den Gedanken einer Erziehungsmaßnahme ziemlich sinnig. Plus: Praktikumsnah gilt es sich weiter zu entwickeln, jemandem die Wange zu bemalen ist jetzt noch nicht so krass gewesen. Plus, dass sie sich im Bus beherrscht und nicht zurück gefeuert hat, fühlt sich immer noch Scheiße an.



"Hey Clyde, ich will nen Porsche aus den frühen 2.000ern.", ruft sie ihm überdreht zu, zieht mit großen Schritten an ihm vorbei zur Beifahrerseite, nicht ohne ihm einen kleinen liebevollen Pokneifer im vorbeilaufen zu schenken. "Steig ein und fahr uns mal dicht an die Maulaffen heran." Diabolisch grinsend wirft sie sich in den Sitz von Black Beauty und erklärt, "Ich würd sooooo gerne nochmal mit ihnen abklatschen." Bereit wendet sie ihren Blick auf den Straßenrand und legt beide Hände an die Tür, die rechte am Öffnungshebel.

„Clyde, huh...“, murmelt er und steigt ein. „Wenn du dann Bonnie bist, vergiss nicht: Die ist am Ende verblutet, weil sie zu gierig war.“
Der Motor heult auf, die Kiste brummt unter seinen Händen wie ein hungriger Hund. Vaas schaltet, macht einen U-Turn und steuert die Karre wie ein Raubtier zurück auf die Strasse. Mit genau dem Tempo, das unangenehm nahe an provokant ist. Er stellt keine Fragen. Strubbel will Radau? Das kann er am besten.
Er entdeckt die Jungs keine drei Meter weiter, zu viert, verstreut, immer noch mit aufgeblähtem Ego und heruntergeschraubter Coolness. Der mit dem Handy läuft hinten und tippt darauf herum.
„Ziel erfasst. Strecke frei. Bereit zum Aufklatschen.“

Ohne den auf die Jungs gesetzten Fokus fallen zu lassen, spricht Jack aus, was sie bisher immer nur für sich gedacht hat. "Typ, ich hab auch nicht vor alt zu werden." Mit einem kurzen, sachlichen Seitenblick auf sein Profil, hält sie den Gesprächskurs, wärend Vaas über zwei Sekunden von Schrittgeschwindigkeit auf etwa zwanzig Stundenkilometer beschleunigt. "Schätze, älter als 33 werd ich eh nich, wenn ich mein Scheiß durchzieh und es schaffe, die Familie zu zerstören."



Die Geschwindigkeit, mit der sie auf ihr bewegliches Ziel zu halten und kontinuierlich erhöhen kollidiert mit ihrem Schwipps. In ihrem Hirn purzeln sich Abstands- und Geschwindigkeitseinschätzungen zusammen und wieder auseinander. 'Nicht zu fest, schnell und kurz, Mädchen!' Grimmig und vorfreudig dreinblickend wirft sie die für sie seit einem halben Jahr klarste Aussage zu dem Thema ins Cockpit.
"Das mit dem verbluten passt schon. Darf halt nur nicht zu früh sein." Sie hält den Atem an. Nicht weil sie heimlich Angst vorm ausbluten oder dem Sterben per se hat. Hat sie nicht - nicht mehr. Sie hört kurzweilig auf zu atmen, aus berechnender Konzentration.
Wer von den Kiddies das arme Autotüropfer wird, ob ein Reifen vom Bordstein zerfetzt wird oder was auch immer passieren mag, ist ihr schnuppe. Das Einzige was zählt ist, dass sie einen der Kerle erwischt. Präzise. Nicht zu dolle, aber doll genug. Ihre Berechnung muss aufgehen. Vaas lässt den Wagen theatralisch und auf den Punkt aufheulen, als sie die Finger am "Abzug" schnell und hart anreißt und mit einem Klick, dann POOMWW die Beifahrertür aufkracht und bei dem Handy-Boy den telefonfreien Arm und seinen Rücken trifft. Jack zieht die Tür mit einem weiteren Klick wieder fest ran und atmet nun wieder, bebend. Das Adrenalin verschleiert ihr die Sicht, das einzige was sie klar im Rückspiegel sehen kann ist, wie der niedergestreckte nach einer kleinen Weile zum Glück wieder aufsteht. Mit der a l l e r größten Zufriedenheit lässt sie sich in den Sitz gleiten und schnallt sich an. Nach einem tiefen, befreienden Ausatmer, strahlt sie ihn an. "Niiiiiiiceeee. Du kannst auch Autofahren, hm?!"

Vaas lässt den Motor rollen, als wär nichts passiert. Die Tür schlägt zu und das Geräusch hallt nach. Sonnenbrille wieder hoch auf die Stirn geschoben. Der Mund zuckt. Er sagt erst nichts. Nur ein schiefer Blick zu Jack. Dann wieder auf die Strasse. Dann ein kehliges:
„Oh. Mein. Gott.“
Pause.



„Ich glaub... ich hab ne Erektion in meiner Moral.“
Er stösst ein halb amüsiertes, halb fassungsloses Lachen aus, kippt leicht mit dem Kopf zurück und schüttelt ihn. Er pfeift leise. Dann wieder dieser Seitenblick.
„Nur... fürs Protokoll: Ich wär nie so hart rangegangen. Hätt ihm höchstens den Schuh geklaut. Weisst schon – spielerische Demütigung, kein Gelenkbruch deluxe.“ Er zuckt mit den Schultern. „Aber hey. Ich respektier Konsequenz.“
Dann grinst er breiter. Der Challenger frisst die Strassen zwischen Industriebrache und Vorstadt, als er das Gas durchzieht. Vaas Blick bleibt vorn, konzentriert, das Grinsen flackert fokussiert. Die hereinbrechende Nacht gehört ihm. Und ihr.
Die Gebäude verändern sich. Fenster werden grösser, Gärten gepflegter, Hecken symmetrischer. Willkommen im reichen Viertel von San Sequoia. Der Motor wird leiser. Das Tempo sinkt.
Vaas hängt den Arm aus dem Fenster, die Sonne steht tief, sein Handrücken ist goldgerandet vom letzten Licht. Langsam gleitet der Wagen die Strasse entlang wie ein Hai durch ein Aquarium.
„So... wo parkt Daddy wohl seine Midlife-Crisis?“ murmelt er, als das erste perfekt geputzte Cabrio am Strassenrand auftaucht.



Ihre Augen versuchen, sich am Horizont mit seinen Lichtveränderungen festzuhalten. Vaas Kommentare zu ihrem - zugegeben - etwas übertriebenen Rückschlag hallen noch nach. Ein Schuhklau? Sie weiß nich... Na gut... Es waren nur prollige Teenager. Dennoch. Sie ist es so leid, dass ein Großteil der Gesellschaft, egal wie reif oder auch nicht, es für selbstverständlich hält, andere aufgrund ihres Äußeren herab zu stellen. Es okay findet, laut und abfällig ein Schönheitsmarkel oder Body Art die einem nicht zusagt über die Persönlichkeit und oder die Fähigkeiten des Gegenübers zu stellen. Anderen Sims einen Second-Hand-Wert aufzustempeln, nur weil ihnen die Verpackung nicht gefällt.
Nach ein paar weitern Minuten des grübelns bemerkt sie, dass sich ihre Umgebung nicht nur verändert hat, sie hat auch unmerklich leichte Kieferschmerzen bekommen. Wahrscheinlich vom Zähne aufeinander pressen. Sie angelt nach der kleinen Tasche mit den nötigsten Gegenständen und befördert den Flachmann ins verblassende Tageslicht. Bevor sie ihn aufschraubt, fährt sie sich die letzten Gedanken aus dem Kopf streichend mit der rechten Hand durch die Frontmähne. Nach zwei guten Schlucken, reicht sie das Alufläschchen nach links weiter zu ihrem Verbündeten, der mittlerweile im gemächlichtem Auschecktempo sein Fahrzeug über des Asphalt schnurren lässt. "Huuuuuu...", lässt Jack mit wachsender Aufregung ein erstes gewecktes Interesse verlauten. "Scheiße, ich glaube wir sind hier goldrichtig!" Mit großen Augen und vor Begeisterung offenem Mund gafft sie ihn an. "Fuck Vaas! Das hier ist ja ein Luxuskarren-Schlaraffenland, auch wenn die meisten wohl inna Garage stehen." Ein Mundwinkel hebt sich leicht und entrückt. Dann schüttelt sie ebenso leicht den Kopf und scannt das erste Fahrzeug, dass sie sehen. "Cabrios mag ich nicht, die sind was für Tussies. Ich will was geschlossenes, in silber, bananengelb, hellblau, petrol oder lila." Sie nickt. "Es muss ein Porsche sein, da kann ich leider keinen Kompromiss machen." Jack schweigt kurz, bevor sie seinen Impuls aufnehnend ein weiteres, Hilfestellung gebendes Kriterium hinzufügt. "Weißt du, von so nem Vatti, der schon seit zehn bis fünfzehn Jahren in der MLC steckt und sich von seinem ersten Befreiungsgefährt nicht mehr trennen mag und sich selbst als Classiker versteht und sieht. Das Auto spiegelt für ihn sozusagen seine Persönlichkeit wieder."



Vaas nimmt den Flachmann wortlos entgegen, zieht einen kräftigen Schluck und wischt sich mit dem Handrücken über den Mund. Dann grinst er schief, lässt den Arm wieder aus dem Fenster hängen und schiebt den Dodge an einer Einfahrt vorbei, wo ein überdimensionierter SUV unter einem Sonnensegel parkt. Er linst zu ihr rüber, die Sonnenbrille halb auf der Nase, der Blick über sie hinweg.
„Warum eigentlich genau? Warum nich was Anarchisches? Ne alte Viper mit Lackschäden, n Mustang ausm Krieg oder was komplett Durchgeknalltes – wie du halt?“ Er reicht ihr den Flachmann zurück. „Ich mein... warum von nem Typ mit Selbstfindungskrise, der jeden Morgen Erektionstörung soogelt?“
Ein schiefer Blick zu ihr.
„Hast du ne Rechnung offen?“ Er tippt sich leicht gegen die Schläfe. „Oder weil du als Kind n Matchbox in der Farbe hattest?“ Dann wieder auf die Strasse. „Oder… gibts da... ne richtig kranke Story? die muss ich by the way unbedingt hören, bevor wir hier ans Ganze gehen, sonst wird das nichts.“

Scheiße! Sie hatte gehofft, dass er nicht fragt. Das Getränk wandert zurück in ihre Hand, ihre Finger berühren sich kurz und leicht. Sie schluckt. Soll sie sich eine Geschichte ausdenken? Oder einfach auf die Spielautotheorie eingehen? Ein bisschen rumspinnen und eine lockere Atmosphäre kreieren? Sich als coole Rächerin darstellen? Ein nachdenklicher Seitenschmuler nach links und sie kommt zu dem Schluss, dass das keine Option ist. Er müsste rein gar nix von all dem machen oder riskieren. Wenn ihr Hintergrund ein Teil der Bezahlung ist - dann ist das so. Da muss sie jetzt durch.
Die Wahrheit. Das wäre dann heute das zweite Mal, dass sie tief blicken lässt. Sie muss aufpassen dass das nicht zur Gewohnheit wird. Sonst müsste sie früher als gedacht den Kontakt abbrechen. Und das ist im Moment das letzte, was sie will. Sie feiert ihn und seine Art hart, es macht tierisch Bock mit ihm Blödsinn und illegales zu veranstalten. Und auch zu vögeln, um der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben. Jack sammelt sich räuspernd und sagt ihm klar, was sie eben gedanklich mit sich selbst besprochen hat. Sie stellt ihm die gesamte Bandbreite zur Verfügung.



Das ist nur fair, denn selbiges wünscht sie sich für sich selbst. 'Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst.', erinnert sie sich klar an ihren Großvater, um den es hier Schwerpunktmäßig auch geht. Fuck! Sie muss so schon den ganzen Tag an ihre wichtigste, schon vor zehn Jahren verstorbene Bezugsperson und sein Lieblingsauto denken. Das Gespräch hier, macht sie fragil. Sie hasst es, sich so zu fühlen.
Kurz zuckt der Gedanke durch, dass Autodiebstahl und Krankenhausreif gebumert zu werden nicht zu den Dingen gehören, die sie für sich wünscht?!? Mit einem Kopfschütteler vertreibt sie die störende Überlegung, ihr Opa wird von Freundeskreisen oder ähnlichem gesprochen haben. Ganz bestimmt. Mit dem tiefsten Seufzer, der ihr innewohnt, setzt sie Vaas ins Bild.
"Scheiße ey, dass ist jetzt keine coole oder sexy Story. Und sie kommt aus der Kindheit." Jack starrt auf ihre Hände, die sich an dem Flachmann festhalten. "Weil ich in so einem Wagen das Fahren gelernt habe. Von meinem Großvater, der war Rennfahrer und hatte sich einen damaligen Traum erfüllt, als diese Kisten neu auf den Markt gekommen waren. Er war der einzige Sim, dem ich je was bedeutet habe. Der einzige, der mir Freiheit, Vertrauen und Liebe schenken konnte. Der mich als Kind umarmt hat." Obwohl sich ihre Kehle beginnt zuzuschnüren, spricht sie weiter und schaut ihn direkt an. "Als er starb, haben sie alles von ihm entfernt, alles. Ihn quasi materiell ausgelöscht. Habe nur meine Erinnerungen an ihn und ein gemeinsames Foto. Das will ich ändern."

Als Jack spricht und mit jeder Silbe ein Stück Panzer ablegt, wird es still im Wagen. So still, dass man nur den Motor schnurren hört und das leise Klick von Metall, als sie den Flachmann wieder zuschraubt.
Vaas linke Hand zuckt kurz und er öffnet den Mund – als wollte er was sagen. Stattdessen bricht er ab. Und tut das, was Vaas in solchen Momenten eben tut.



„Also gut…“ seine Stimme wird einen Tick lauter, überdreht sich leicht „…du willst also deinen verstorbenen Opa ehren, indem du n Sportwagen klaust. Ich mein, wenn das nicht die gesundeste Form von Trauerbewältigung ist, dann weiss ich auch nicht.“ Er nimmt den Flachmann nochmal, hebt ihn zum Toast. „Auf Opa. Der dir irgendwann mal Porsche fahren beibrachte.“ Dann trinkt er, und schweigt kurz, als würde er überlegen noch etwas anzuhängen. Dann: ein Zwinkern. „Ok – zurück zur kriminellen Energie. Dann bin ich heute wohl dein emotionales support Brecheisen.“

Jack registriert sein zucken und den Anflug einer beinahe mitfühlenden Äußerungen. Als sich seine Stimmelage verändert und in trockenen Zuspruch ihres Ursprungsplanes verfällt, löst sich ein großer Teil von ihrer Beklemmung. Sie schmunzelt erleichtert offensiv, "Da mag wohl noch jemand nich mit starken Gefühlen wirtschaften, hum?! Du Brecheisen, du." Sie boxt ihm leicht und kammeradschaftlich auf den Oberarm. Nach vorne blickend kaut sie nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum.
Sollte sie von ihrer tröstlichen, fixen Idee mit dem Porsche ablassen?
Umschwenken auf eine PS-Spritze, die zu IHR passt und nicht zu alten, klammernden Erinnerungen? Ein resigniertes Stöhnen entweicht ihr. "Hoooooh... Maaaaaaan ey. Vielleicht ist es ne dämliche Idee gewesen." Den ihr zurückgereichten Whiskey ignorierend, vergräbt sie kurz ihr Gesicht in den Händen und reibt sich fluchend drei Mal über Wangen und Stirn, bevor sie etwas zu laut um Hilfe bittet. "Fuck Mann. Es passt mir überhaupt nicht, aber ich glaube, du hast ne treffendere Vision von ner Karre für mich, als ich." Maulig über sich selbst, nimmt sie ihm das Getränk weg, welches er sich gerade erneut an die Lippen setzen wollte. "Denke," sie nimmt einen großen Schluck und hustet knapp, "du hast da ein besseres Auge für." Das Fläschchen in ihrer Hand ist fast leer, den letzten Rest reicht sie an ihn zurück. "Such du einen Wagen aus, der zu mir passt."

Sie jammert, er hört zu. Maulig, ehrlich, unsicher und dann wirft sie ihm die Wahl zu. Vaas lacht.
„Na endlich“, sagt er feierlich. „Der Moment, in dem du zu gibst, dass ich nen besseren Geschmack hab als du.“
Er tut so, als wolle er sich verbeugen, wird aber vom Sitzgurt gestoppt.
„Okay. Stell dir vor: Du in nem Pontiac Firebird. Schwarz, Baujahr 79, Schnauze lang, hinten tiefergelegt. 300 Pferdchen.“
Ein kurzes Nicken. „Den hätte ich dir ausgesucht.“
Dann Stille. Und dann – wie aus dem Nichts - taucht er auf.



Der Carrera 4S. Rot. Frisch gewaschen. Vaas verlangsamt. „Okay. Scheisse.“ Er parkt. Zieht die Handbremse. Sein Blick bleibt auf dem Wagen. „Ich zieh alles zurück. Das ist er.“
Er schaltet den Motor aus, lehnt sich zurück und grinst schief. „Ich mein, klar. Der Pontiac wär geiler für dich. Wild, ungehobelt – wie du in deinen besten Momenten.“ Er dreht den Kopf zu ihr. „Aber das Ding da....“
Er beendet den Satz nicht als gäbe es keinen Grund nochmal etwas zu erklären. Stattdessen greift er nach hinten, in den Fussraum. Mit einem metallischen Klack zieht er zwei Teile hervor: ein schmaler, abgegriffener Slim Jim und ein Schraubenzieher mit abgefrästem Griff.
„Also... sentimentaler Scheiss gewinnt. Heute ausnahmsweise. Aber wehe du heulst.“ Er lehnt sich rüber, reicht ihr zuerst den Slim Jim. Sieht aus wie ein langes Lineal mit Griff. „Damit fischst du das Türschloss auf. Zwischen Scheibe und Tür rein. Aber wenn du ruckelst wien Amateur, brichst du den Hebel ab. Und dann schieb ich dir das Ding in den Hintern, klar?“
Dann gibt er ihr den Schraubenzieher.
„Und das hier ist für den romantischen Teil: das Zündschloss. Kapiert soweit? Cool!“ Er schlägt die Kapuze hoch. „Auf gehts!“

Jacks Kinnlade fällt runter und ihr Blick reißt umgehend auf, als er ihr K.I.T.T als Charakter unterstreichenden, fahrbaren Partner vorschlägt?!?!???? 'Fuuuuuuck jaaaaaaah!' Langsam dreht sie ihren Kopf nach links und gafft ihn an, wärend er noch irgendwas erklärt. 'Scheiße jetzt hab ich nen Interessenskonflikt. Ihr rechter Mundwinkel hebt sich leicht, während der Dodge parkt. Der Mund steht noch immer offen und ihre Augen scheinen die Blinzelfunktion vergessen zu haben. Gedämpft erreichen die Worte "Klar Pontiac", "geiler" und "du in besten Momenten" ihren Gehörgang, dann treffen sich ihre Blicke kurz, ein Arm verschwindet kurzzeitig hinter ihrem Sitz und ist so schnell wieder da, wie er eben verschwunden war. Vaas Stimme klingt nun wieder in normaler Lautstärke und leicht rau mit "Sentimentaler Scheiß gewinnt" zu ihr durch. Mit noch immer geöffnetem Mund rollt sie ihre Augen in Richtung Frontscheibe. Sie blinzelt, drei Mal. Da steht tatsächlich einen lackroter Porsche, ein 911er, dass ist unverkennbar. "Das is jetzt sowas wie Schicksal, oder?" Ungläubig schüttelt sie schnaufend den Kopf.



Mit Warp-Geschwindigkeit schaltet sich ihr Gehirn vom Standby wieder zurück und auf Fokus, Kitt rollt im Rückwärtsgang in den Hintergrund. Kurze Zeit später hat sie eine Einweisung, Androhung und Knacki-Helfer bekommen. Ihr Pulsschlag erhöht sich, als sie sich abschnallt. Gerade will sie die Tür aufreißen, als ihr noch ein letzter Präparationsschritt einfällt, auf den sie vor sich selbst bestehen muss. Quasi Einstimmungsritual und Kriegsbemalungsersatz in einem. Aus der Handtasche zieht sie ein Knäuel hervor, welches sich als ziemlich hässliche Ladygangsterhandschuhe entpuppt. Allerdings gehen sie mit wohlwollen auch als elegante Gartenhandschuhe durch. Jack schmunzelt. Zwei Stunden hat sie heute damit zugebracht, bis sie diese Dinger gefunden hatte. Das Beste, ihr Shoppinghighlight kommt nun zum Schluss. Ihr anklebbarer Mafiosi-Bart. Nach einem kleinen Check im Rückspiegel ist sie zufrieden und steigt mit den Werkzeugen aus. Mit klopfendem Herzen scannt sie flüchtig die Umgebung. Alles ruhig. Noch. "Was machen wir, wenn jemand vorbeikommt oder die Alarmanlage losgeht? Denken wir uns ne Story aus und ich prokel weiter oder verpissen wir uns? Ich denke nich, dass die Leute hier jetzt schon Kavier und Schampus zu Ende genascht haben und gleich pennen gehen."

Vaas hält im aussteigen inne und wendet sich zu ihr um. „Wenn du das mit Gefühl machst, geht kein Alarm los. Nicht bei so nem alten Modell. Der da... der wurde gebaut, bevor Leute Angst hatten, dass Girls mit Bart ihre Karren klauen.“
Dann mustert er sie. Wirklich. Kopf bis Zeh. Und sein Grinsen wird weich, aus purem Respekt vor dem Wahnsinn.
„Okay. Du bist irre. Ich liebe das.“
Er wirft einen Blick die Strasse runter. Laternen flackern, irgendwo bellt ein kleiner, reicher Hund, und in einem der Fenster läuft stumm ein Flatscreen mit Simflix-Vibes. Nichts Verdächtiges.
Er tippt sich an die Stirn. „Also merk dir... Machs wie mit Vaas: Zärtlich ansetzen, aber jederzeit bereit sein, Gewalt anzuwenden. Weil...“
Er steigt aus, schlägt die Tür zu und lehnt sich ins offene Fenster. Die Sonnenbrille wirft er in die Mittelkonsole.
„...falls doch n Alarm losgeht... hast du zwei Möglichkeiten. Eins: Du ziehst einfach druch. Ohne Panikmodus. Einfach weitermachen, sonst dauerts nur länger.“
Er zieht die Kapuze tiefer.



„Oder Zwei: wenn du keine Zeit mehr hast, um ihn ohne Schaden zu starten – Scheibe einschlagen, Zündkabel raus, Direktstart. Ich repariers dann eben später. Ehrlich gesagt, wär mir das sogar lieber...“ sagt er, die Finger nachdenklich am Kinn. „Dann kann ich ihn besser übertakten.... Anyway.“ Sein Grinsen kehrt zurück und er richtet sich auf.
„Du fährst los. Nimmst die Hauptstrasse, gib ihm Saft, aber bleib unter 80... Ernstgemeinter Tipp... und dann treffen wir uns an der Villa wieder.“
Vaas wartet bis Jack ausgestiegen ist. Sich umsehend überqueren sie die Strasse wie ein belangloses - sehr spezielles - paar Leute. Vaas spricht dabei weiter: „Und wenn jemand vorbeikommt…“ , er zuckt die Schultern und meint unernst,
„…dann bist du Teil des Sicherheitsrückrufs. Der Fahrer ist leider nicht auffindbar. Fahrzeug wird sicherheitsbedingt umgehend abtransportiert. Wir danken für Ihr Verständnis. Oder son Scheiss halt... und wenn sies dir nicht abkaufen, dann lauf.“
An der Beifahrerseite angekommen, drückt Vaas sich leicht an die Wagenwand, Kopf unten, Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Der Blick ist schmal, fokussiert. Er scannt kurz die Strasse, das Fenster im zweiten Stock. Noch alles ruhig. Sein Blick wandert übers Wagendach zu Jack, nur die Augen zu sehen, das Grinsen im Schatten verborgen.
„Okay, Strubbel“, sagt er gedämpft. „Jetzt wirds sexy.“
Er neigt den Kopf, Stimme verspielt, beinahe mit erotischem Unterton. „Nimm den Jimmy... und steck ihn ganz... sanft... rein - Nicht stochern, wie n Teenie beim ersten Mal - Du gleitest rein und...“ Er macht mit der Hand eine kleine Bewegung. Elegant. Flüssig. „Dann tanzen. Rechts. Links. Wieder zurück. Du spürsts, wenn du richtig bist. Klick. Leichter Widerstand und hochziehn.“
Vaas schaut nochmal die Strasse runter. Seine Stimme kommt wieder. Die Ruhe in Person. Aus eigenem Interesse sagt er beruhigend: „Kein Stress. Du hast alle Zeit der Welt...“



Als sie sich auf die wunderschöne Perle zubewegen, lauscht sie aufmerksam. Das Ding mit dem Vertrauen ist so eine Sache, mit der sie in der Theorie Schwierigkeit hat. So ganz allgemein. Seine Notfallpläne klingen gut, aber sind sie solide? Wirksam? Auf jeden Fall Adrenalin spendend... Und somit geil. Sie muss grinsen, so breit wie es ihr Gesicht es zulassen kann. Dadurch wird der starre Kunsthaar-Bart bewegt und verliert etwas von seiner Haftung. Erneut drückt sie ihn fest auf die Haut - zur Sicherheit, der hat zu halten bis das Abenteuer überstanden ist. Prüfendend schaut sie ihn an. Die Art, wie er sich hier bewegt und die Umgebung sondiert, zeigt, dass er nicht nur weiß worauf zu achten ist, sondern auch, dass er weiß was er tut. Er wirkt verlässlich und fokussiert. 'Na gut, ich riskier's, dir zu Vertrauen.'
Ihre Hände landen auf der Fahrertür, ihr Atmen beruhigt sich, als es die nun wirklich wichtigen Instruktionen zur zur Tat schreitung gibt. Helfend so wie ablenkender Weise zieht Vaas einen Vergleich, den sie nicht unkommentiert stehen lassen kann, angezündet wie sie jetzt ist. Sie lässt ein Schnalzgeräusch hören, mit der sichtbaren Augenbrauen in der Stirn, sodass diese gerade noch unter dem Hut zu erkennen ist.
Jack schenkt ihm einen spöttischen Luftkuss, bevor sie "Jimmy" wie ein Samurai-Schwert schwungvoll waagerecht vor ihr Gesicht bringt. Dann leckt sie, ihren Blick in seinen bohrend, ganz langsam über die halbe Länge des Edelstahlhelferleins. Sie muss sich schwer beherrschen, nicht laut aufzulachen. Um ihre Contenance zu wahren, bricht sie den Blickkontakt apruppt ab und beginnt vorsichtig ihr Werk, nachdem sie den Schraubenschlüssel in ihrem Oberkörperaccessoire zwischenparkt.
Nach ein paar Sekunden des erfolgreichen Einführens und langsam Richtung Schloss tanzen lassens, kann sie sich auf simultane Geschichten einlassen. "Ach und Apropros Gewalt: lch hatte da nach unserer ersten Runde auf dem Spielplatz ne besonders reizvolle Idee, die hatte ich auch umgehend getestet." Sie unterbricht sich, um die unterschiedlichen Widerstände und Fühlungen des Innenlebens zu bewerten und einzusortieren. Sind das Kabel? Bestimmt. "Das nächste Mal, wenn wir Bock haben, bin nicht nur ich damit dran dich auszuziehen...", Süffisanz stiehlt sich in ihre Züge, das Grinsen wird breiter, als sie nur ganz kurz zufrieden in sein Gesicht schaut. Genau auf diesen Ausdruck hat sie gewartet. OU. Jetzt ist sie mit dem Jim leicht schräg unter dem Entriegler, und plötzlich ist er da! Der Wiederstand, von dem Vaas gesprochen hat. 'JackJack... Mach jetzt gaaanz ruhig.' Untergehakt, sanftes hochziehen und ein herrliches 'Klick' ertönt. 'Jack schließt genüsslich ausatmend kurz die Augen, um dann ebenso vorsichtig den Helfer wieder hervor zu holen. "Und glaub mir, damit bring ich dich an den Rand deines Sinnes-Wahnsinns.", unfassbar zufrieden und stolz auf ihr Ergebnis, zieht sie die Tür auf und lässt sich in die Lederpolster sinken.
"Versprochen."

Er verzieht das Gesicht, als sie mit einem schmatzenden Luftkuss und Zungeneinsatz am Jimmy kontert.
„Boah...“, presst er hervor. „Du musst aufpassen… ich bin absolut der Typ, der sowas hier und jetzt machen würde.“
Er lehnt sich mit einem Knie ins Auto, einer Hand an der Tür, der anderen am Dachrahmen. Er beugt sich rüber, nimmt den Schraubenzieher aus ihrem Dekolleté-Versteck mit einer völlig absichtlichen Berührung an der Seite ihrer Brust.
„Deine Werkzeugtasche ist mein Highlight.“ Sein Gesicht ist nah an ihrem. Er hebt den Schraubenzieher - mit der bei näherer Betrachtung seltsamen Spitze - zwischen ihnen hoch. „Der hier… ist Spezial. Nimm nie nen normalen. Die machen das Schloss kaputt. Der hier...“, er dreht ihn zwischen den Fingern. „...der hat Erfahrung. Mehrfach benutzt. Oft... erfolgreich.“, er grinst breiter und reicht ihn ihr weiter. „Du führst ihn ein… nicht zu tief, nicht zu zaghaft. Du willst ja nicht, dass er denkt, du hasts noch nie gemacht. Dann fühlst du dich langsam rein... drehst leicht... wie bei nem Zungenkuss... immer tiefer...“, Vaas leckt sich grinsend über die Lippen, sieht Jack dabei weiter an. „Bis du ihn ganz drehen kannst. Könnte etwas mehr Kraft brauchen als bei einem Schlüssel - wirst schon sehn.“ Dann steht er aus dem Auto auf, bleibt zwischen Auto und offener Tür und blickt wieder die Strasse runter.



"Wer sagt, dass ich nicht auch der Typ dafür bin, der es - okay zugegeben, bei einer Prioritätsverlagerung - nicht auch sofort tun würde? Pass lieber selber auf...", raunt sie mit unterdrücktem Seufzer in seine Richtung, während er den Schraubenschlüssel stibitzt und die Seite ihres rechten Busens streift. Nach einem Blinzler schürzt sie ihre Lippen auf ihre verspielteste Art, seinen Blick genießerisch haltend. Nachdem sie einen Augenblick später weiß, was Schraubi besonders macht und wie sie ihn zu benutzen hat, zieht Vaas sich zum Schmiere stehen zurück. Bevor Jack sich dem Zündschloss mit all ihrer Konzentration widmen kann, erteilt sie ihm anschließend an ihre Frage noch einen kleinen Zusatzauftrag. Bei gegebenen Kapazitäten könne er ja auf dem Rückweg nach ner guten Parkmöglichkeit außerhalb des Risikobereiches für eine kleine Zwischenfeier Ausschau halten. Dann gäbe es zwar nur eine abgespeckte Version ihrer erotischen Fantasie, aber als Teaser vielleicht auch okay. Jack pausiert kurz, damit ihr Vorschlag sacken kann. Dabei holt sie der Rausch der abendlichen Kriminalität wohlig ein und sie entscheidet sich um. "Oder vielleicht doch g e r a d e noch im Risikobereich??? Ich glaube... ich hab ne coole Idee für ne Story, falls ein erweiteterer Nachbar was checken sollte." Überdreht kichernd überlegt sie, "Ob das Cover up für die Bullen reicht bezweifle ich... aaaaber... ich würds drauf ankommen lassen." Ihr Gesicht glüht vor Aufregung. Ohne seine Antwort oder auch nur eine Reaktion abzuwarten, wendet sie sich mit gehörigem Kribbeln dem letzten oder vorletzten Schritt ihrer so ersehnten Beschaffungsmaßnahme zu. Mit Blick auf ihr fachmänisches Tool und durch die angefachten Gedanken, entfleucht ihr eine etwas andere Aussage als gedacht. Eigentlich hatte sie sich zurechtgelegt, mit DEM Bruce Willis Zitat schlechthin aus 'Stirb langsam I & II' loszulegen. Nun wird es etwas verstörender.
"Hätte nicht gedacht, dass ich mich von nem abgefrästem Schraubenzieher quasi entjungfern lasse." Und somit, beginnt sie ihren allerersten Kurzschluss-Anlasser-Was-Auch-Immer-Versuch, schön, gefühlvoll und folgegetreu. Der erste scheitert, beim zweiten klappt es auf Anhieb. 'YEEEEEEESSSS-JAAAAH HAHAAA' Das Geräusch, dass der Porsche von sich gibt (das IHR Auto von sich gibt!!!), ist so wundervoll, dass ihr innerhalb von einer Sekunde die beißenste und schönste Gänsehaut vom unteren Rücken über ihren Hinterkopf bis über ihre Arme rollt. Jacks Hände umschließen gierig das vibrierende Lenkrad, der Sitz wird angepasst - Ready.

Während Jack drin am Zündschloss fummelt, bleibt Vaas draussen nicht untätig. Er bewegt sich zu seinem Dodge zur Rückbank - nicht ohne über ihr Angebot zu grinsen - reisst eine unscheinbare Tasche auf und fingert hektisch darin herum. Dann zieht er zwei flache, matte Schilder hervor.
„Zeit für n kleinen Identitätswechsel, Baby“, murmelt er.
Zurück am Porsche, reisst er mit einem Ruck das hintere Nummernschild ab und lässt es auf den Asphalt fallen. Die neuen Platten landen sauber in der Halterung, zack, fertig. Vorne dasselbe. Innerhalb von Sekunden hat der rote Porsche einen neuen Namen. Und genau in dem Moment, als er sich vor dem Wagen aufrichtet – in der Hocke, das eine Knie am Boden, das andere angewinkelt – startet der Motor.
WHRROOOMMM.
Er steht auf, grinst breit:
„Wenn du jetzt nicht feucht bist, kündige ich.“ Keine Zeit für weitere Mätzchen. Wenn die Besitzer das nicht gehört haben, sind sie taub.
Vaas beugt sich in die Beifahrertür, reicht Jack ein kleines, leicht zerknicktes Stück Papier. Darauf eine Adresse.
„Hör zu. Da ist ein Hinterhof. Zweite Einfahrt links. Garage Nummer 6. Wenn du die Karre behalten willst... dann dorthin. Jetzt.“
Er tippt mit dem Finger auf die Notiz.
„Neue Papiere. Neue VIN. Neuer Name. Neuer Lack – wenn du willst. Das übliche halt. Ich treff dich dort in zwanzig. Vielleicht dreissig. Je nachdem, ob ich an der Ecke noch n Chickenwrap krieg, ich hab nämlich n scheiss Hunger.“
Er zwinkert, blickt jetzt doch leicht gestresst zur Haustür des Hauses, dann wieder zu ihr. Sein Blick sagt: mach hin. „Ok? Ok! Bis dann. Hau rein.“
Dann schliesst er die Beifahrertür sachte, dreht sich auf dem Absatz um, joggt zurück zu seinem Dodge und ist mit einem knappen Aufheulen der Maschine wieder Teil der Dunkelheit.

Abgefahren - Ciao Kakao, alte Besitzer - und 'ABGEFAHREN!!! Ich krieg alleeees... Die ganze Palette! Das rundum Sorglospaket!', saust es ihr immer wieder durch die Birne, während sie den Carrera bedacht und wie instruiert in den immer dunkler werdenden Abend hineinfährt, ihr Puls eine Spur zu kräftig um ruhig zu sein. Jacks Blick pendelt zwischen dem Weg, der vor ihr liegt und dem, der den Sicherwerdensabstand erhöht, hin und her. Bis hier hin lief es unglaublich gut. Doch nun hat sie eine neue, unerwartete Challenge vor sich.
Sie atmet kräftig aus, leicht geschwächt von der langen Anspannung und dem langsam abgefallenen Adrenalinspiegel. Die Adresse, die Vaas ihr gegeben hat, sagt ihr ü-ber-haupt nichts! Gaaaar nichts. Womit die Diebin nicht gerechnet hat, ist, dass der oder die Vorbesitzer auf die scheinbar optionale Sonderausstattung Navigationsgerät verzichtet haben. Hilfreicher Weise, hat sie auch ihr Gangster-Damenhandtäschchen mit all ihrem Abendgedöns und ihrem Telefon im Dodgie auf dem Beifahrersitz liegen lassen. Sie hat nur das Werkzeug dabei. Verschmitzt schmunzelnd erinnert sie sich an die künstliche, angeklebte Gesichtsbehaarung. "Und dich hab ich.", erfreut sie sich bei der Erinnerung und checkt den Sitz ihres 'Besten Stücks' im Rückspiegel. Die Luft scharf einziehend, betextet sie den Bart, als wäre er ihr zweiter Verbündeter,
"Hoffentlich bist du ein Glücksbringer. Wir müssen uns jetzt irgendwie durchfragen und raten."



Sie hatte das Flüstern von Stimmen schon gehört, da war das Auto noch aus. Sie hörte, wie jemand lachte. Irgendwas über „feucht“ und „kündigen“. Sie sass hinten. Unbequem, aber unauffällig. Die Knie angezogen. Schnell die Zentralverriegelung gedrückt bevor sie das Auto erreichten.
Sie war nur ein paar Minuten allein gewesen. Nur kurz. Genug Zeit, um sich neugierig auf die Rückbank zu setzen. Und dann… kam jemand. Eine Frau mit Bart und ein unheimlicher Typ, die dafür sorgten das Eve sich in den winzigen Fussraum hinter dem Sitz versteckte. Sie hatte alles gehört. Das ganze Gespräch. Den Plan. Das Anlassen des Motors. Und irgendwie… war es zu spät gewesen, irgendwas zu sagen.
Jetzt rattert der Wagen durch die Vorstadt.
Langsam richtet sie sich auf. Die Knie schmerzen. Ihr Blick wandert nach vorne. Sie ist eine furchtlose Pfadfinderin. Allzeitbereit. Die Frage ob sie entdeckt wird ist keine Frage sondern ein Fakt. Also...
„Hey… du.“ Ihre Stimme ist rau. Etwas zu laut für den engen Raum. „Das Auto gehört nicht dir.“
Sie lehnt sich vor. „Und ich war schon vorher drin.“ Kurze Pause. „Also, technisch gesehen… hast du mich mitgeklaut.“

FORTSETZUNG FOLGT....

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin.


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25.07.2025 01:42 (zuletzt bearbeitet: 26.07.2025 08:37)
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Bestseller-Schmied

Charaktere: Jack, Vaas, Eve
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil II


Im ersten Moment glaubt Jack, zu halluzinieren, denn es k a n n ja einfach nicht sein, dass sie ein Kind von der Rückbank aus anschimpft. 'FUCK... Du bist gestresster als gedacht...' , beruhigt sie sich gerade im zweiten Moment, als sie eine tatsächliche Präsenz an ihrer rechten Seite, im dritten wahrnimmt. Das kann doch nicht sein!!! Ihrem Impuls, eine Starkbremsung zu vollziehen, widersteht sie nur knapp, stattdessen blickt sie mit angehaltenem Atem in den Rückspiegel. Was sie sieht, ist nicht gut. Ein tatsächliches Simschen. Wie alt, fällt Jack schwer zu schätzen, mit Kindern hat sie's nicht so. Die Frage der Kleinen übergehend, scheppert es aus Ihr heraus. "Verfickte Scheiße! Wer zur Hölle bist du und warum lungerst du hier im Auto rum?" Eine kurze Pause entsteht. "Schnall dich gefälligst an, Safty first. Und danach sagst du mir, was du vorhattest und hast. Dann schaue ich, was wir daraus machen. Aber beeilt dich, denn ich bin schon verabredet und hab nich viel Zeit für Extras." Ungläubig schüttelt sie ihren Kopf mit der Strubbelmähne, stur weiter geradeaus fahrend, ohne langsamer zu werden.



Eve zuckt nicht. Nicht bei den Flüchen. Das kennt sie von Blaze. Stattdessen lehnt sie sich vor, stützt sich mit einer Hand am Fahrersitz ab, um die Fremde besser zu mustern.
„Ich bin Eve.“ sagt sie. „Und ich lunger nicht. Ich war hier zuerst.“
Ihre Augen verengen sich leicht, als wollte sie prüfen, ob die da vorne noch ganz dicht ist. Dann streckt sie langsam den Arm aus, fingert den Gurt hervor, klickt ihn ein.
„Ich war mit meinen Eltern hier zu Besuch. Und mir war langweilig. Also bin ich in das Auto gestiegen.“
Noch immer kein Hauch von Panik. „Wo fahren wir denn jetzt hin?“

Es imponiert ihr, das Eve nicht den Hauch einer Spur von Angst hat. Ihr Gesichtsausdruck zeigt eine gesunde Skepsis, die völlig angebracht ist. "Zu Besuch" ist gut und schlecht zugleich. Gut, weil die ehemaligen Besitzer von woanders kommen und ihren Porsche hier nicht ewig suchen werden. Schlecht, weil sie auf Besuch ihr Kind wahrscheinlich ehr vermissen würden als im eigenen Zuhause. Shit. Die frisch gebackene Kidnapperin nickt langsam, wärend sie Entscheidungen trifft und sich vorstellt. "Hi Eve, ich bin Jack. Es wäre gelogen wenn ich sage, es ist schön dich kennen zu lernen. Tätsächlich hätte ich das gerne gelassen, da ich das Automobil deiner Eltern jetzt als meins sehe und nicht bereit bin, es zurück zu geben." Ausatmend nimmt sie den Blickkontakt mit dem Mädchen über den Rückspiegel auf. "Was ich ehrlich sagen kann ist, dass ich es stark finde, dass du keine Furcht hast. Musst du auch nicht. Auch, wenn ich dich jetzt unter keinen Umständen zurück bringen werde." Die Angeschnallte Entführte verschränkt die Arme vor der Brust und schaut sie mit einer Mischung aus Trotz und Neugier an. Jack erklärt ihr, dass sie nun zu ihrem Zielort fahren, von dem sie noch nicht hundert prozentig weiß, wo dass sein soll. Dort im Nahbereich angekommen, muss sie - Eve - sich die Augen blickdicht verbinden, damit sie - Jack - einen Fahrzeugwechsel machen kann, um sie - Eve - wieder zurück fahren zu können. Wenn sie mag, mit nem Umweg über eine Snack-Tankstelle. Süßkram, Cola oder Chicken-Irgendwas soll es da geben. Abschließend fügt die Kriminelle noch hinzu, "Du bist jetzt quasi meine Komplizen auf Zeit. Abgemacht?"



Eve zieht die Schultern ein bisschen hoch und sieht wieder in den Rückspiegel. Ihre Augen sind gross und aufmerksam. Und seltsam ruhig für jemanden, der gerade ungewollt Beifahrerin in einem gestohlenen Auto geworden ist. Die Frau mit dem Schnauzer vermittelt ihr nicht das Gefühl, dass sie ihr Schaden könnte. Sowieso ist sie noch nie einem Erwachsenen begegnet der ihr was böses wollte. Vielleicht ist das auch nur ein Märchen wie der Weihnachtsmann... nagut... das ist wahrscheinlich etwas zu sehr naiv. Eve lässt den Gedanken fallen.
„Okay“, sagt sie nach einer kurzen Pause. „Das ist irgendwie… spannend. Also nicht im Sinn von 'ich will das öfter', aber halt… anders.“
Sie zieht den Gurt ein bisschen fester, legt die Hände ordentlich in den Schoss.
„Ich sags keinem. Pfadfinderehrenwort.“ Dann ein bisschen stolz: „Und ich bin wirklich Pfadfinderin. Also das zählt!“
Sie sieht wieder zu Jack. Sie will das Auto behalten... obwohl es ihr nicht gehört. Eve hat keine Meinung zu Diebstahl. Nicht solange es ein materieller Gegenstand ist. Del sagt, das einzige schlimme was man jemandem stehlen kann, ist seine Freiheit. Aber sie will sie zurückbringen, also - ist das wohl oaky. „Ich bin niemandem böse oder so. Nur… ich will nicht, dass meine Mama und Irving sich Sorgen machen..“
Einen Moment überlegt sie, dann lächelt sie zaghaft.
„Cola mag ich lieber als Fanta. Und Chicken Nuggets sind besser als Burger. Also abgemacht... wo müssen wir denn jetzt genau hin? Wann sind wir da? Und wer war der Mann vorhin?“

'Spannend... Ja, dass kann man so sagen.' Jack muss schmunzeln, nicht unerleichtert. Das die Kleine keinen Panikterror schiebt und den ihr vorgesetzten Ablauf akzeptiert, ist gut. Jack schaut konzentriert auf die Straße, wärend sie abwägend ihren Plan überdenkt, als sie die Fragen, beantwortet. "Ich habe keine Ahnung, wo wir hin müssen, ich kenne mich hier nicht aus. Wir müssen fragen, habe nur eine Adresse." Das Mädchen sitzt aufrecht und neugierig da, fast so, als hätten sie sich für diesen gemeinsamen Coup verabredet. Ein bemerkenswertes junges Ding, dass ihr sympathisch ist, erkennt sie. "Ich weiß nicht genau, wie lange es dauern wird, bis du zurück bist." Jack knetet sich die Unterlippe. "Schätze, mindestens eine Stunde, ehr eineinhalb Stunden, inklusive Snack-Stop. Also genug Zeit, um sich ne gute Story für deine Eltern zu überlegen.", schlägt sie vor, mit prüfenden Blick auf die Uhrzeit in der Armatur. Sie haben fast die von Vaas anberaumte Zeitspanne hinter sich gebracht. Langsam muss sie sich nach Wegehilfe umschauen und eine Augenbinde beschaffen. Eve's bohrender Blick zoomt sich über den Spiegel zu ihr durch und ihre letzte, noch unbeantwortete Frage drängt sich in den leeren Raum zwischen ihnen. 'Hat sie ihn gesehen oder nur gehört?' Sie erklärt ihr, dass sie nicht viel über ihn weiß, weil sie sich noch nicht lange kennen. Was sie aber weiß ist, dass er eine humorvolle, vielschichtige, wilde und liebe Knalltüte ist. Mit Authentizität und nicht zu unterschätzender Intelligenz. "Und einer herrlichen Leidenschaft für Nervenkitzel, 'Illegales', und Wildes", grinst Jack so begeistert, dass sie fast schon darüber lachen muss.
"Kiddo, ich hab nen Rat für dich. So von Komplizen zu Komplizen. Schau selbst hinter die Fassaden, die die Sims selbstbestimmt für sich wählen und um sich aufbauen. Oft sind die, die uns abschrecken wollen die, die mehr als in Ordnung sind. Und die, die chick, fein und pastellig harmlos auftreten die, bei denen man vorsichtig sein sollte." Langsam lenkt sie den brummenden Wagen an den Bordstein und kommt zum Stehen. " Wenn du genaueres über ihn wissen willst, musst du ihn selbst fragen. Es steht mir nicht zu, mehr über ihn zu sagen." Jack nimmt den Gang raus, zieht die Handbremse an und dreht sich zu Eve um. "Ich find jetzt raus wo wir hin müssen und dann musst du dir meine Bluse über die Augen binden lassen - was anderes habe ich nicht." Seufzend erklärt sie den großen, weiten Augen, dass das notwendig ist, da sie den Weg nicht erkennen darf. "Falls wir auffliegen sollten wenn ich dich zurückbringe, kannst du die Frage etwaiger Ermittler nicht beantworten und kannst so dein Pfadfinder-Ehrenwort mir gegenüber halten und kommst auch als Codexgetreue, ehrliche Person in keinen inneren Konflikt mit dir selbst." Vereinfachend fügt sie hinzu, "Was du nicht weißt, kannst du nicht verraten und du musst nicht lügen. Okay?"

Eve sitzt gerade, die Hände ordentlich in den Schoss gelegt, den Gurt festgezogen, wie man es in der Jugendgruppe beigebracht bekommt. Aber in ihrem Kopf: Ausnahmezustand. So fühlt sich das hier gerade an. Wie was, worüber man in einem Jahr vielleicht in einem Schulaufsatz schreibt, mit dem Titel „Der Tag, an dem ich im gestohlenen Porsche sass“.
Als Jack aussteigt, dreht sich Eve leicht zur Seite und stützt sich mit dem Ellenbogen an der Sitzlehne ab.
Draussen: Die Stadt ist in warmes, künstliches Licht getaucht. Die Strassenlaternen werfen lange Schatten, verzerren geparkte Wagen und Bäume zu seltsamen Mustern auf dem Asphalt. Mülltonnen stehen aneinandergereiht. Ein Fahrrad lehnt halb umgefallen an einem Strassenschild, das „Kein Winterdienst“ warnt. Es riecht leicht nach Fritteuse und irgendwas Gebratenem. Irgendwo in der Ferne jaulen Sirenen. Nicht näherkommend.

Der Geruch, den der Info-Imbiss ausgedampft hat, bei dem sie, Bordstein und Passanten ignorierend, direkt bis ans Ausgabefenster herangefahren waren, hängt ihr immer noch in den Nasenflügeln, als sie ein paar Minuten später eine erneute Pause bei laufendem Motor machen. Zum Glück ist der Weg zum Zielort nicht mehr weit. Eve hat ihre eingenommene Körperhaltung beibehalten und verlagert auch jetzt, wo Jack die hintere Beifahrertür öffnet, ihre in den Schoß gelegten Hände nicht. Aus Anspannung? Sich räuspernd stemmt die Fahrerin ihre Hände locker in den Rücken und bittet ihre Begleitung, auszusteigen. Als das wohl tougheste Kind der Welt mit einem Schulterzucken ihrer Bitte nachkommt, lächelt Jack ihr, sich selbst überraschend, freundschaftlich zu. "Dir geht's gut, ja? Ich muss dir jetzt die Augen verbinden.", informiert Sie das Mädchen, und schau sie fragend an, während sie sich das modische Leder-Accessoire um ihren Brustkorb herum lockert. Eve nickt. Das sie beginnt sich unwohl zu fühlen, ist leicht greifbar. Innerlich fluchend, zieht Jack ihre Bluse aus und steht abwartend vor ihrer Geisel-Komplizin. 'Fuck! Das hier fühlt sich absurd Scheiße an!' "Es tut mir leid, Eve. Es ist notwendig.", presst sie bedrückt heraus. "Du sagst mir, wenn du bereit bist. Ich fasse dich nur an, wenn es okay für dich ist." Es vergeht eine kleine Weile, in der Jack ihren Blick in der Umgebung schweifen lässt. Sie will keinen weiteren Druck aufbauen, auch wenn der rollende Motor und die wenigen, aber starrenden Leute sie gefühlt in den Wahnsinn treiben. Ihr Puls hämmert hart gegen ihren Hals. Dann nach einer gefühlten Ewigkeit, hört sie Eves Okay. Die Kleine ist so krass! Flink und vorsichtig schlingt Jack das weiße Kleidungsstück wie einen zu groß geratenen Turban, der versehentlich über die Hälfte des Gesichtes gerutscht ist, um ihren Kopf. Dann atmet sie scharf aus und hilf dem Mädchen zurück ins Auto.
Als beide wieder angeschnallt sind, fährt sie langsam an, um das Fahrgefühl so angenehm wie möglich zu halten. Wie auf rohen Eiern schippern die beiden zur Adresse. Nach drei maligem, zusätzlichen Abbiegen, um den Weg etwas zu strecken und zu verschleiern, bringt sie den Wagen vor Vaas Füßen zum Stehen, fünfzehn Minuten später als vereinbart.



Das Garagentor quietscht beim Hochziehen. Das Licht in der Garage ist gelblich und flimmert leicht. Eine alte Neonröhre, die nicht mehr wirklich will, aber auch noch nicht tot ist.
Vaas sitzt auf einer massiven Werkbank, die schon bessere Tage gesehen hat. Die Beine locker gespreizt, das Shirt halb aus der Hose, die Kapuze runtergeschoben. In der einen Hand ein Wrap, in der anderen eine offene Cola. Während er kaut, zuckelt er herum als hätte er Musik im Ohr die keiner ausser ihm hört. Er sieht zufrieden aus.
Dann fällt die Schattenlinie über Vaas’ Stiefelspitzen und das Tor schliesst sich hinter dem roten Porsche.
„Na endlich“, murmelt er mit vollem Mund. „Ich dachte schon, du wurdest verhaftet.“
Jack steigt aus – obenrum spärlich bekleidet und dem Mafiosi-Klebebart, der mittlerweile leicht schief hängt, aber immer noch heroisch durchhält. Ihre Haare sind leicht zerzaust, ihr Blick ein bisschen zu ernst für ihre Aufmachung. Er hebt beide Brauen synchron.
„Uuuh. Du meinst das mit dem ‘Undercover’ heute aber wörtlich, was? Also… wenn das der Dresscode für den Coup war… hättste das vorher sagen können. Ich wär im Tanga gekommen.“ Vergnügt stopft er sich das Ende des Wraps in den Mund und will gerade noch einen Spruch nachlegen – etwas mit „Heisse Lieferung“ – da geht die Beifahrertür auf. Ein kleiner Fuss. Dann zwei. Und schliesslich: Ein blonder Wuschel mit einem T-Shirt – nein. Mit Jacks Shirt um den Kopf geschlungen wie bei ner sehr schlecht budgetierten Augen-OP. Langsam tastet sich das Mädchen mit Jacks Hilfe aus dem Wagen, leicht torkelnd, wie frisch aus dem Karussell gestolpert, gefasst wie eine verdammte Agentin, und bar jeglicher Panik.
Vaas’ Gesicht fährt augenblicklich runter wie Windows für ein unverhofftes Update und seine Augen weiten sich, als hätte jemand ihm gerade erklärt, dass er ab jetzt für immer nüchtern bleiben muss.
„…Waf. Zur. Fickengen. Hölle.“ versucht er mit vollem Mund zu sagen. Der Bissen verstopft seinen verbalen Ausgang, aber das ist nicht das, was ihn verstummen lässt. Es ist die Tatsache, dass ein fucking Sim unter fünfzehn jetzt hier durch die Garage tapst. „WIE lange war if biffe im Koma?!“
Er spuckt den Wrap aus, sabbert dabei Salatrest auf die Werkzeugkiste und rutscht von der Bank.
„Ich... ich... ich schwör bei allem, was knallt, ich hab vielleicht nicht immer verhütet, aber DAS... das ist n bisschen schnell, selbst für meine Gene! Haben wir bei der ersten Runde auf dem Spielplatz gleich auch ne Steuer-ID beantragt oder was?! wenn ich nicht sofort ein fucking Briefing kriege, ich schwöre, ich ruf gleich Boom an und sag ihr, dass ich jetzt doch bereit bin, mich sterilisieren zu lassen! Oder hat mein Sperma mittlerweile Prime-Zugang?! Ich hab keine Ahnung mehr, wie Fruchtbarkeit funktioniert, JACK! Ich dachte, wir wären in der illegalen Abzweigung von Fast & Furious, und jetzt... jetzt sind wir Full House?!“ Vaas spricht aus, was ihm grade ohne Filter ins Gehirn schiesst, unabhängig davon ob er daran glaubt oder nicht. Es ist sein Ventil um alles unaussprechliche zu beruhigen. Dann stoppt er, schaut zwischen Jack und dem Mädchen hin und her. Aber er lässt Jack keinen Raum um etwas zu sagen, da sein emotionaler Erguss noch nicht beendet ist. Seine Stimme kann sich nicht entscheiden ob er Panik schiebt oder Witze reisst. Er hebt beide Hände:
„Okay. Stopp. Ich muss mich sammeln.“ Aus den Händen wird ein Finger und er senkt den Kopf, atmet aus. Es wird still. Dann: Er holt Luft:
„WAS HAST DU GETAN?! WER IST DAS?! JACK? – JACK! HAST DU EIN KIND GESTOHLEN?! und wenn ja - WIESO?!“



Langsam schließt Strubbel ihre Augen und zählt für sich bis zehn. Ist das sein Scheißernst? Wie kann er es wagen, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass sie einfach so, just for fun oder was, nen Kind von der Straße schnappt, um es zum Autoklau und Stress machen mitschleppt?!? Jack starrt sich schwer beherrschend auf die Schuhspitzen. Klobige, schwere Schuhe mit breiter, fetter Sole. Gut für die Bodenhaftung und um jemanden in den Hintern zu treten, wenn es sein muss. Sie hebt den Blick, ganz ruhig, aber lodernd - es ist kurz vor Detonationzwölf. 'Komm runter, Mädchen. Du wirst ihm jetzt nicht seine Unverschämtheit zurück in den Arsch schieben. Es ist verständlich, dass er durchknallt. Ist schon n Scheiß-Move, hier so aufzutauchen. Das du keine andere Option gesehen hast, ist vielleicht nachvollziehbar, ändert aber nix an dem Risiko und dem möglichen Strafbestand.' Ihre Flammen runterdrehend, nimmt sie seinen Blick auf und erkundigt sich, ob er jetzt fertig ist mit rumbrüllen und dämlichen Anschuldigungen. Als er zur Antwort knapp gestikulierend mit der freien Wrap-Hand wedelt, fällt sie ihm die Situation erklärend, direkt in die unausgesprochenen nächsten Worte.
Während Jack ihren Reisebericht und den Rückgabeplan zusammenfasst, steht sie neben Eve, eine Hand stützend im Rücken der Kleinen. Bevor seine angstgesteuerten Vaterschaftsbefürchtungen erneut sein Hirn anfressen können, klärt sie ihn auf. "Du kannst das verabschieden, dass ich dir irgendwann mal kleine Vaasis unterjubeln könnte 'ODER WOLLTE.' . Ich habe mir vor einiger Zeit ne Kupferspirale einsetzen lassen." Als sich die Spannung langsam beginnt abzubauen, schiebt sie noch mit einem schiefen Bart-Lächeln, dass einem Friedensangebot nahe kommt hinterher, "Du kannst also deinen Hosenjimmi jederzeit beruhigt zwischen meine Dichtungslippen gleiten und dort tanzen lassen. Okay? Super! Dann hätten wir das ja nun geklärt. Du brauchst dir somit von Boom nicht die Leitung durchbeißen zu lassen und in circa fünfundvierzig Minuten, kanns mit Fast & Furious weitergehen."

Vaas Kiefer klappt leicht auf, aber es kommt kein Ton. Er hebt eine Hand, lässt sie wieder sinken. Hebt sie wieder. „Ich… also…“ – nix. Stattdessen läuft sein Blick zu Eve. Sie steht da wie so ein fucking Hobbit, das T-Shirt noch immer kunstvoll um den Schädel gewickelt. Er schüttelt den Kopf.
„Scheisse!“
Er richtet sich auf, blickt zu Jack. „Du… du willst MIR sagen, ich soll chillen?!“ Er zeigt auf Eve. „Das da ist kein Welpe. Das ist ne fucking Aussage vor Gericht.“
Er beginnt, durch die Garage zu laufen, unkoordiniert, die Aufregung nimmt wieder Schwung, die Cola in der einen Hand schwappend, der Wrap fallen gelassen. „Okay. Okay. Okay. Cool. Coolcoolcoolcoolcoolcoolcool.“ Er dreht sich einmal um die eigene Achse, presst sich beide Hände ins Gesicht und murmelt durch die Finger: „Ich hab nen Föhn für die VIN und mein Hirn hat grad noch überlegt.. wie wir die Papiere… der Hehler… und und.. WEIL WIR EINEN PORSCHE GEKLAUT HABEN - und dann…“



Er schnauft. Lässt sich rücklings auf die Werkbank plumpsen, wo noch ein Schraubenschlüssel liegt, den er natürlich voll auf den Rücken kriegt. „AAAH, VERFICKTE M8!“ Er rollt sich vor Schmerz auf die Seite, aber stützt sich gleich wieder auf.
Dann atmet er schwer durch. Kneift sich in die Nasenwurzel und nach einer Sekunde stiller Panik als registriere er erst jetzt was sie gesagt hat: „Was ist in fünfundvierzig Minuten?! Warum sagst du sowas?! Ich hab keine Uhr. Ich weiss nicht mal mehr, welcher Tag ist! WER BIN ICH IN DIESER BESCHISSENEN STORY?!“
Dann schaut er wieder zu Eve und sagt viel zu laut: „Willst du irgendwas trinken? N Saft vielleicht? Ne Kippe…? Nein. Scheisse. FALSCH. Tut mir leid. Ich schieb Panik, ich weiss! Jack, setz dich. Setz sie irgendwohin. Nimm ihr bloss nich das Shirt ab! Ich muss denken…“ Und dann… „Also. Was machen wir mit der Mini? Und warum dauert das 45 Minuten?! Willst du sie zu nem Drive-By mitnehmen? Willst du sie an der Tanke verkaufen? Willst du ihr ne Lehre sein?!.“
Eve hebt mit dem Daumen die improvisierte Augenbinde an – nur ein Spalt, aber genug, um einen Blick auf den Mann zu werfen, der sich aufführt wie ein Nervenzusammenbruch.
Vaas merkt es sofort. Sein Blick trifft ihren. Nur für einen Moment. Ein kleiner, neugieriger Blick aus einem Kindergesicht und Vaas erstarrt.



„AH!!“ es fährt aus ihm raus wie ein Stromschlag. Er zuckt zurück, weicht reflexartig zurück, als hätte sie eine geladene Waffe gezogen und nicht nur ein Auge.
„FUCK!“
Er zeigt panisch auf sie, wie eine Hausfrau auf eine Maus.
„NEIN!! Verfickte Scheisse – SIE HAT MICH GESEHEN!“
Er wirbelt herum, packt instinktiv nach der Kapuze und zieht sie sich über den Kopf.
„Das ist es. Ich muss umziehen. Ich muss mein Gesicht lasern lassen.“
Er bleibt gekrümmt stehen, den Rücken gegen die Beiden. „Oh GOTT, was wenn sie später maltalent hat?!“
Er sieht schon Wanted-Fahndungsfotos an den Strommasten hängen mit SEINEM Phantombild drauf. Dabei ist das nicht mal nötig. Wenn in Sequoia einer Totenkopftattoo sagt, weiss auch der hinter letzte Tourist wer gemeint ist. Vaas kneift die Augen zu, zählt die Stufen der Villa in Gedanken. Jetzt erinnert er sich wieder warum er immer allein krumme Dinger dreht.
„Ich wollt doch nur n Wrap und vögeln… war das echt zu viel verlangt?“



Nachdem Vaas mit seiner letzten Frage im Raum hängt, bedeutet sie Eve, sich zu setzen und den Turban aufzulassen, damit sie sie bald zurück bringen kann. "Gib mir dein Wort, dass du jetzt tust was ich sage. Das ist ultra wichtig, Kleine. Verstehst du?!" ohne eine Antwort abzuwarten, setzt sie das Mädchen bestimmt mit dem Rücken ans ehemalige Elterngefährt und überwindet die paar Meter, die zwischen ihr und dem noch immer in Panik Hängenden."Hey!", sagt sie sanft und legt ihre Handflächen an seine Brust. "Ich sag dir alles, okay? Es ist Samstagabend und ich bring jetzt die Kleine zurück, alleine. Das ist meine Scheiße, meine Verantwortung!" Jack überprüft mit einem Schulterblick Eve's Position. Sie hat die Bluse gut sitzend auf und gibt sich sichtlich Mühe, nicht zu schmulen. 'Du bist echt Bad-Ass, Kiddo. Respekt. Lass bloß das Ding auf.' Wieder an ihren Gesprächspartner gewandt, erklärt sie ihm, "Fünfundvierzig Minuten brauche ich, um sie mit Boxenstopp für Nuggets und Cola für die Heimfahrt zu versorgen und zurück zu kommen. Das mit dem Essen war unser Deal. Fünfundzwanzig Minuten für die Hintour und fünfzehn für den Rückweg. Fünf sind Puffer."
Sein Körper ist voller Beben und Anspannung, seine Augen huschen hin und her. Jack drückt sich sacht an ihn heran und legt ihm die rechte Hand an die Wange."Schau mich an! Du bist hier mein fucking Partner, der heute alles für mich und den Kick riskiert hat. Vaas: ICH WERDE DICH NICHT HÄNGEN ODER INS OFFENE MESSER LAUFEN LASSEN.", flüstert sie ihm gedämpft und deutlich überbetont zu, dann zieht sie sich mit der linken den Klebebart ab und küsst ihn. Bestimmt, klar und mit versprechender Feuchtigkeit und Wärme. "Okay?" Seine Augen werden langsamer und als sie sie anblicken, drückt sie ihm den Bart über der Oberlippe fest.



"Du hast allen Grund sauer auf mich zu sein, ich war zu gierig. Ich bringe das in Ordnung, und wenn es zum Härtesten kommt, übernehme ich die volle Verantwortung. Du bist offiziell der Typ, den ich heute bei nem Krimidinner aufgerissen und ausgenutzt habe... Dein verwegenes Gesichts-Kostüm hat mich zum glühen und auf dumme Gedanken gebracht." Sie lächelt stolz." Autos klauen kann ich ja jetzt, deinen Dodge hab ich dir weggeschnappt, als du mich nach Hause bringen wolltest... Hab dich zum vögeln und abziehen an ne Laterne gefesselt und bin dann alleine los. Dein Handy durftest du behalten, damit dich deine Leute befreien können. Einfach gesagt: Das Rich-Kid wollte nen Abenteuer mit nem Porsche. Das Mädel," sie deutet mit nem Kopfrucken zu Eve," hat keine Zeugen und will sich vielleicht nur wichtig machen... Hat mich über dein Tattoo reden hören... Was weiß ich. Sowas in die Richtung." Erneut drückt sie den haarigen Schmuck in seinem Gesicht fest und hält ihm die linke Hand für den Autoschlüssel hin. "Wenn ich zurück bin, bekomme ich meinen Pfand zurück und du darfst mit mir machen was du willst. Vielleicht," macht sie eine Kunstpause, "strubbelst du mir auch ein bisschen die Haare, wenn du nicht mehr ganz so stinkig auf mich bist."

Vaas steht da wie eine tickende Zeitbombe mit runtergedrücktem Zünder. Jacks Lippen kleben noch auf seinen, sein Herz schlägt wie ein Vorschlaghammer, aber nicht wegen des Kusses. Sondern weil sich in seinem Inneren ein sehr unangenehmer Film abspult.
Als Jugendlicher hat er auch mal einen gesehen. Einen, den man nicht hätte sehen sollen. Es war seine Mutter, die das verhindert hat. Sie hatte gesagt: „Ich regel das.“ Und sie hatte es geregelt. Danach war sie weg. Gitter statt Küche. Zellen statt Zuhause. Er hat den Cops alles erzählt. Alles, um sie zu retten. Hat gedacht, das wär klug. Aber nichts war klug. Seitdem war “ich übernehme das” kein Trost mehr – sondern ne Schuldfrage.
Er atmet scharf durch die Nase, hebt die Hände wie zur Kapitulation, lässt sie dann wieder sinken. Die Finger zittern leicht.
„Okay. Okay. Du willst den Schlüssel?“ Er fischt ihn aus der Hosentasche, hält ihn hoch. „Dann nimm. Fahr das verdammte Ding. Ist ja nicht so, als hätt ich Vertrauensthemen oder so.“
Er streckt den Arm aus, wedelt theatralisch mit dem Schlüssel. „Hier, hol dir deinen Pfand. Und dann darf ich machen was ich will? Cool. Ich nutz die Zeit mir was richtig übles zu überlegen. Deal?“ Er drückt ihr den Schlüssel in die Hand:
„Sie… wird was sagen. Irgendwem. Und dann bist du nicht die Einzige, die Scheisse gebaut hat.“ Noch ein kurzer Atemzug. Dann wandert sein Blick zu Eve. Sie sitzt da wie bestellt und nicht abgeholt – tapfer, wachsam, mit dem Stoff noch auf dem Kopf. Sie hebt die Stimme. Kein bisschen überfordert.
„Ich hab eh niemandem gesagt, dass ich da drin war.“ Sie zuckt leicht die Schultern. „Und ich hab nicht geschrien oder geweint. Ich hab sogar die Augen zugemacht, als ichs versprochen hab.“



Dann, als wär das nicht schon erwachsen genug: „Aber falls ich morgen gefragt werd, sag ich, dass ich draussen gespielt hab. Und dass ich den Porsche nie gesehen hab. Versprochen.“ sie hebt die Finger zum Pfadfinderschwur.
Vaas Augen verengen sich. Dann zieht er eine Grimasse. „Grossartig. Jetzt fühl ich mich von ner Elfjährigen moralisch untergraben.“
Er setzt sich wieder auf die Werkbank und schnattert wieder los: „Ich werd dir wenn du das jemandem erzählst… nichts tun. Nein. Ich werd in deiner Schule auftauchen. Am Elternabend. Mit Flipflops und nem Hello-Kitty-Shirt. Ich werd sagen, ich bin dein Vater. Ich werd den Schulfotografen bestechen und auf jedem Klassenfoto neben dir stehen. Ich werd n fucking Blog schreiben, wie du als Kind immer ins Bett gemacht hast. Ich werd… ich werd… WAS AUCH IMMER SIMKINDER PEINLICH FINDEN! Klar!?“
Er atmet schwer. Und dann… Eve hebt den Kopf.
„Du bist nicht peinlich. Du machst halt Sachen, die gross aussehen, damit die kleinen Sachen nicht so weh tun.“ sagt sie.
Vaas Brauen ziehen sich zusammen.
„Hör auf, mich zu lesen wie ne verdammte Packungsbeilage. Ich bin kein PARACETAMOL. Verpisst euch bevor ich das alles nochmal überdenke!!“

"Mein Bart ist der Pfand.", erklärt sie ihm ruhig, als der Schlüssel den Besitzer wechselt. "Schalte ein, zwei Gänge runter, ich bitte dich. Wir sehen uns gleich. Denk dir aus, was du für angemessen hältst, dass ist nur fair." Mit festem Schritt löst sie den letzten Körperkontakt und geht zu Eve, hilft ihr auf und führt sie sicher zum Garagentor. Ein paar Minuten später sind sie auf dem Weg zum Imbiss. Black Beauty brummt und schnurrt vertraut, die Kleine Seelenseherin sitzt neben ihr auf dem Beifahrersitz und kann sich nun den Sichtschutz abknoten. "Bleib im Wagen, ich hole dir Nuggets und Cola. Ohne Bart aber dafür mit Handtasche, fällt sie an der Bude ein. Als sie bezahlen will, findet sie ihr neuestes, extra für den Abend (und ähnliche, weitere) angeschafftes Multi-Tool. Sie wirft einen halben Blick über ihre noch immer nackte Schulter. Dann nickt sie und grinst. Zurück im Auto, reicht sie Eve die Tüte mit dem Essen und einen angenehm schwer in der Hand liegenden Leatherman in einer angepassten Ledertasche. "Hier." Jack lässt den Dodge an, checkt den Rückspiegel und nimmt ihren Teil der Fahrbahn ein. Sie muss nicht nach rechts gucken, um das Erstaunen ihrer Coup-Partnerin zu sehen. "Denke, den kannst du bestimmt gut gebrauchen, als Pfadfinderin."

Eve nimmt die Tüte mit den Nuggets so entgegen, als hätte sie gerade einen Pokal gewonnen. Und als Jack ihr das zweite Ding reicht, wird sie ganz still. Sie dreht das Etui kurz in den Fingern, spürt das Leder, das Gewicht, klappt das Ding einmal leicht auf und wieder zu.
„Boah…“, sagt sie leise. Dann sieht sie zu Jack. „Danke“, sagt sie ehrfürchtig. „Der kommt in mein geheimes Fach im Rucksack. Ganz unten. Neben das Feuerzeug, das ich nicht benutzen darf.“
Sie macht die Türe auf. Halb drin, halb draussen dreht sie sich nochmal um.
„Ich werd nichts sagen....“, murmelt sie noch einmal. "Aber mehr als mein Wort kann ich euch nicht geben..."
Dann schwingt sie sich raus, die Tüte fest in einer Hand, den Leatherman in der anderen. Eve grinst. "Machs gut."

Etwas verblüfft und überrumpelt von dem schnellen Abgang, arbeitet sich eine Reihe von Mimik Entgleisungen über ihr Gesicht. Dann muss sie laut und erleichtert lachen. 'Scheiße, ich glaube, wir sind aus dem Schneider!' Jack tritt das Gaspedal durch und schießt mit einem Satz vorwärts, um nach ein paar Metern einen astreinen Handbremsen-U-Turn auf der Straße zu vollziehen. Nachdem die erste fette Erleichterung von ihr abfällt, und sie Eve noch einmal winkend passiert hat, beginnt ihr Gehirn bereits unschön eine kleine Reflexionsrunde, bei der sie äußerst scheiße bei wegkommt. Als sie Vaas Schlachtross vor der Garage parkt, ist ihr schlecht. Sie betritt die Garage und findet ihn rauchend an irgendwas fummelnd vor.

Während Jack mit Eve auf Fast-Food-Mission ist, liegt Vaas mit dem Rücken auf einem Skateboard, beide Beine angewinkelt, eine Taschenlampe zwischen die Zähnen geklemmt, unter dem frisch geklauten Porsche. Er flucht gedämpft. Das lenkt seine Gedanken ab.
„GPS, GPS, GPS... wo steckst du, du kleiner verräterischer Satansficker…“
Seine Finger fahren mit chirurgischer Präzision entlang der Achsenverkleidung, unter dem Kofferraum, entlang der Radaufhängung. Kein Tracker. Dann schiebt er sich weiter, stoppt, leuchtet gegen das Getriebegehäuse und dann: Bingo.
„Ahhh—HA! Du kleiner Schwanz!“ zischt er, wobei ihm fast die Lampe aus dem Mund fällt. Er zieht ein Klappmesser aus der Tasche und murmelt: „Sag dem Satelliten tschüss“, und trennt mit einem kleinen Schnitt die Stromzufuhr des pingenden Parasiten.
Als er seinen Wagen am Geräusch erkennt, rollt er sich hervor und blickt zu Jack hoch die zu reden beginnt.



"Hey" eröffnet sie unkreativ und rotgesichtig das Gespräch. "Ähm... Da bin ich wieder, schneller als gedacht." Als er nichts sagt, redet sie einfach weiter. "Die Kleine ist nach der Nugget-Übergabe einfach aus dem Auto gehoppst.", berichtet sie ihm sich räuspernd, ohne ihn anzuschauen. Jack beißt sich auf die Unterlippe und fährt sich nervös mit der rechten Hand durch ihre Stirnpartie an Wuschelhaaren und marschiert zum Porsche. Dort angekommen, lehnt sie sich Halt suchend an. "Scheiße Vaas, ich weiß nicht wie ich anfangen soll... Ich kann das mit dem Entschuldigen nich so gut.", schleudert sie ihm mit grummeligem Gesicht entgegen, "Besonders, wenn ich noch sauer bin." Sauer, dass ist ein guter Aufhänger. Vielleicht bringt es ihr etwas verlorene Selbstsicherheit zurück, wenn sie ihn erstmal in die Spur stellt?! "Ich muss da was klar stellen, bevor du mir - zu Recht - den Marsch bläst und mich vom Hof jagst." Grunzend schließt sie die Augen, atmet und legt los. "Du hast da was gesagt, was ich so nicht unkommentiert stehen lassen will.", beginnt sie. "Ich scheiß auf dein... dein... Vertrauensdefizit, dass du zu und durch wen auch immer hast!" Ihre Augen nehmen ihren Kurs auf, es tut gut das loszuwerden, ihn dabei anzusehen. "Fuck Mann, bezieh das nicht auf mich! Ich bin niemand, der andere hängen lässt. Be- und verurteile mich für Dinge, die ich reiße oder verkacke, ja?! Ich trage meine verursachten Konsequenzen selbst, auch wenn sie unbequem sind. - Du kannst das noch nicht wissen, aber ich sags dir jetzt. Ich besitze ein hohes Maß an Integrität, dass ist eine der wenigen guten Eigenschaften die ich besitze. Soll heißen, wenn ich dir mein Wort gebe, dann steht das für was. Ich bin außerdem recht klever und kann flexibel mit Situationen umgehen." Jack stößt sich vom Wagen ab und läuft offensichtlich mit Unwohlsein kleine Muster, wärend sie redet.



"Ich schäme mich dafür aber es gibt da auch noch nen 'Service', den ich im absolutesten Härtefall ziehen kann." Das Rot in ihrem Gesicht nimmt eine dunklere Schattierungen an. "Uuuuhmmm...", reibt sie sich jetzt zusätzlich den Nacken, "Meine Familie hat etwas dagegen, wenn Dreck an ihren Hacken - also auf mir - landet. Im schlimmsten Notfall, boxen mich ihre Anwälte raus. 'Oder jemand vernichtet in ihrem Auftrag das "Problem", wie, was und wer auch immer das sein mag.'" Traurig ergänzt sie," Einen Vorteil muss das ganze ja auch haben, aus so ner überreichen, kalten Drecksfamilie zu kommen." Nun rauscht es in ihren Ohren und ein leichtes Schwindelgefühl gesellt sich zu ihr. 'Boaaah ey,... Was ein beschissener Striptease. Fuck.' Jack reibt sich verzweifelt lachend erneut den Nacken. "Ich hatte nicht vor dich so zuzulabern. Sorry. Eehhrrr... Um zum Punkt zurück zu kommen: Ich. Bin. Nicht. Andere. So! Und ich stehe zu MEINEM Scheiß. Ich habe dich um Hilfe gebeten... Die Verantwortung liegt ganz allein bei mir." Etwas peinlich berührt schaut sie Vaas an. "So. Jetz hab ich total den Faden verloren, und weiß nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte. Shit. Ich halt jetzt erstmal die Fresse.", verkündet sie und steuert nachdenklich auf die Werkbank zu, wo eine Packung Kippen liegt.

Vaas sagt lange nichts als sie endet. Verarbeitet nur ihren Tonfall und die Körperhaltung. Er rollt leicht, auf dem Bord sitzend, vor und zurück, die Ellbogen über den Knien, die Taschenlampe an aus knipsend da und raucht.
„Wow. Was für ein Comeback.“ Er deutet mit der Kippe auf sie.
„Ganz schön viel Input für jemanden, der mir gerade fast n Preteen ins Vorstrafenregister geschmuggelt hat. Was soll ich dazu noch sagen?“



Er dreht sich zu ihr, das Gesicht unlesbar.
„Ich hab kein Problem damit, dass du sie zurückgebracht hast. Ich hab ein Problem damit, dass sie hier war. Ganz unabhängig davon ob sie von Anfang an im Auto sass oder erst als ich weg war.“
Ein kurzer, schräger Grinser.
„Hätte man erkennen können. Hätte ich erkennen können. Hab ich aber nicht. Mein Fehler. Ist aber nicht der Punkt.“
Er schaut kurz hoch zur Decke, als müsst er irgendwas runterschlucken, dann:
„Du meinst es vielleicht gut. Oder ehrlich. Aber für mich war das grad kein Beweis für Integrität. Das war n scheiss Übergriff und ich hasse, hasse, hasse sowas. Ich zwinge keinen zu irgendwas und Keiner zwingt mich.“
Er greift nach dem Feuerzeug, zündet sich eine neue Zigarette an, diesmal deutlich langsamer.
„Und falls der Rauswurf an der nächsten Ecke nicht drin war bevor du mit ihr herkamst, was ich sogar versteh… aber es gibt Telefone. Ich hab die lächerlich einfachste Nummer der Welt. Hättest anrufen können. Hättest sollen. Mich einweihen, statt zu entscheiden das Risiko direkt vor meine Füsse zu setzen.“



FORTSETZUNG FOLGT....

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


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25.07.2025 18:56 (zuletzt bearbeitet: 26.07.2025 08:38)
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Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil III


Seine Stimme wird leiser, aber nicht freundlicher.
„Dir is egal ob ich vertraue oder nicht? Ok! Und ICH geb n Fick DA drauf. Das entscheide ich. Nicht du. Egal wie anders du bist.“, er steht auf, wirf die Kippe auf den Boden, tritt drauf. „Deine Integrität bringt nämlich n Scheiss, wenn du nicht alles bedenkst. Aber klar… ich verstehe, du bist dir das vielleicht gewohnt. Das du…“ er zeigt auf sie, kreist ihre Aura ein, „ein Mafia-Backup im Peto hast – so à la: Keine Sorge, wenns schiefgeht, regeln das die Anwälte von Mamas Golfclub.“
Er lässt den Kopf leicht zur Seite kippen. Er weiss wie unfair er ist, aber der emotionale Impuls ist schneller als die Analyse. Er blickt sie an, als würde er sie durch ein verdrecktes Glas betrachten.
„Ich hab so was nicht. Keine goldene Tür mit Exit-Schild und keinen Joker - Ich hab mich.“
Er schiebt sich am Wagen vorbei, bleibt dann aber nochmal stehen.
„Ich war vielleicht ein Arsch, okay? Wen kümmert das? Das sagen viele.“
Dann schnaubt er und der Ton kippt zurück ins Hohnvolle.
„Aber ich find, das darf man in diesem Fall, wenn man schnallt, dass gerade ungefragt n Kind in die eigene Savezone gepflanzt wird, das nur n lächerlichen Pfadfinderschwur leistet um zu versichern, dass es die Fresse hält. Und ich - MUSS das jetzt einfach glauben. Weil wir keinen zweiten Joker haben, oder?“
Jetzt sieht er sie richtig an. Die Augen klar und müde.
„Beim nächsten Mal… Jack… wenn…- falls es ein nächstes Mal gibt… frag mich, bevor du mit meinem Einsatz spielst. Ich hab keinen zweiten...“



Was nach ihrem Monolog als wieder halbwegs sicheres Gefühl anläuft, wandelt sich mit jedem Satz den er ausspuckt, in einen Vorschlaghammer, der sie bei jeder Quintessenz in die Eingeweide trifft. Die Kippe, die sie sich genommen hat, verweilt unangesteckt an ihrem kraftlos am Körper hängenden rechten Arm, gehalten von Zeige und Mittelfinger. Das Licht flackert und zuckt mit einem klassischen Neonröhrengeräusch. Die Worte, 'Telefon' und 'lächerlich einfachste Nummer der Welt', klingeln an einem Glöckchen, dass bisher schwieg. Die Idee, ihn anzurufen, kam ihr zu keiner Zeit in den Sinn. Zu. Keiner! Jack klappt zusammen, wie der Leatherman, den sie verschenkt hat. 'Verdammt! Ich hab in meiner Gier und in meinem Rausch tatsächlich nicht weiter als bis vor meine Stirn gedacht!' Der letzte Rest von ihrem Selbstwert beginnt zu kippeln. 'Du bist nicht so klever wie du denkst, Jack! Du hättest jemanden um sein Telefon bitten können. Oder: Anderswo zwischenparken.' Es sickert zu ihr durch wie Quecksilber.

Wie sie am Boden zum Sitzen kommt, weiß sie nicht. Jack spürt nur, dass sich ihre linken Finger in ihre rechte Seite bohren, die Zigarette beginnt zu zittern, seine Stimme wird leiser.
Wie gerne würde sie sich jetzt in eine Schutzhülle schieben - wie das verschenkte Multi-Tool. Der Fluchtgedanke an ihre allerliebste Comfy-Aubergine, spendet etwas Kraft. Während sie ihm lauscht, wie er nen Fick auf ihre Meinung gibt, landet mit einem Hechtsprung sein Punkt mit der Übergriffgigkeit. BAUUUTZ, der Hammer trifft, sie zieht schützend ihre Beine an und legt ihre Unterarme auf den Knien ab. 'Du hast ihn als Partner bezeichnet aber nicht so behandelt. Bist mit ihm so umgesprungen, wie du' s für dich auch nicht haben willst.' Mit den Backen stotternd, atmet Jack aus, ihr Blick ist auf den Boden gerichtet. Staub, Metallspähne, Ölflecken und kleinste Partikel liegen verteilt. Bevor ihr Gehirn einen Ruhe spendenden, neutralen Raum für einen kurzen Rückzug eröffnen kann, droppt er das irgendwie alles verändernde Wort 'Savezone', zu den ohnehin schweren Kollegen 'keinen Joker - nur mich'. Was er über sie sagt, rasselt einfach durch.



Jack ist mit einem Schlag so überfordert, dass sie ihn vor lauter Ohnmacht am liebsten schubsen und davonrennen würde. "Ich bin in deinem Savespace...", flüstert sie stattdessen und ihr Mund öffnet sich. Sie versucht weitere Details der Werkstatt zu erfassen, aber aus ihrer malträtierten Magengrube heraus, arbeiten sich unaufhörlich Gedanken nach oben, wie ein wiederllicher Reflux. 'Scheiße! Scheiße! Scheiße! Operieren wir hier auf so ner Art Freundschaftsebene? Einer... Also mit nich nur Sex und für den Kick von Illegalem? FUCK! Schätzen wir uns etwa zwischensimslich? GEGENSEITIG? - Darüber hab ich noch nicht nachdedacht... Das wusste ich nicht!'
"Also ist das hier deine Werkstatt??? Du hast mich mit nem gestohlenen, vermutlich getracktem Auto in dein Zuhause, deinen Rückzugsort eingeladen? Bist du irre??? Wenn ich das gewusst hätte... dachte, dass ist der Schrauberort von IRGENDWEM!", fallen die Puzzleteile zusammen.

"Das alles und dich habe ich in Gefahr gebracht.", sinniert Jack mehr mit sich selbst als mit Vaas. Sie schaut ihn jetzt an. Er sieht erschöpft aus, sie klemmt sich die nun irgendwie über-seiende Kippe hinter das rechte Ohr und hält sich den Kopf. "Du darfst ein Arsch sein. Trotzdem mag ich dich dafür hauen.", versucht sie, ein bisschen Humor einziehen zu lassen. Mit glasigem Blick und erhobenen, ihm zugewandten Handflächen korrigiert sie sich. Was sich nun hochgräbt und raus will, ist an Besorgnis und Scham gebunden. "Und nun muss ich dich direkt fragen, weil ich sonst daran ersticke oder sowas." Jack schaut auf ihre Hände, dann in sein Gesicht. "Haben wir eine Basis miteinander? Also im Sinne von das wir uns nicht egal sind? Achten wir aufeinander? Ich sags dir gleich: Ich mag das wissen, aber es ist mir auch noch voll zu viel." Bedrückt kommt nach ein paar Sekunden die als Entschuldigung gemeinte, ehrliche Aussage, die sie zuvor so nicht aussprechen konnte. "ICH war das Oberarschloch. Nicht nur übergriffig. Auch anmaßend. Wollte dich nie in Schwierigkeiten bringen. Du... Du... bist der einzige Sim den ich hier in dieser neuen Umgebung kenne und auch mag."

Er sieht wie sie da sitzt. Nimmt ihre Bewegungen auf und ihre Stimmung. Und alles, was vorhin so wichtig war – das Kind, das Tattoo, das Risiko fühlt sich mit einem Mal nicht mehr an wie die Katastrophe, die er draus gemacht hat. Typisch. Vaas 3000 in Hochform. Und dann sagt sie, er wäre der einzige den sie…?
„War wohl n richtiger Griff ins Klo, was?“
Er weiss nicht, was er sagen soll. Ein Teil von ihm will loslegen. Richtigstellen. Zum Beispiel, dass das hier nicht seine Garage ist. Dass das hier einfach nur ein gut gewählter Ort ist, wo ein halbwegs begabter Krimineller seine Beute parkt, weil das auf dem Parkplatz vorm Sidl halt schlecht geht. Oder, dass eine Basis die Grundvoraussetzung ist um gemeinsam eine Karre zu klauen. Denn Kriminelle ohne Basis, landen im Knast. Ihm wird klar, wenn eine simple Basis für sie grade eine neue Feststellung ist, dann…
Sein Blick bleibt an ihr, weil das da vor ihm einfach nicht passt zu der Jack, die ihm Koks vom Gesicht gezogen hat und dann meinte, sie wär ready für ne grosse Nummer. Er hat sie masslos überschätzt.
„Gott, du bist wirklich frisch vom Band, was?“, murmelt er, einfach… verblüfft. Aber was er meint, ist enttäuscht.
„Du willst wissen, ob wir aufeinander achten?“ Ein kurzer Atemzug.
„Offensichtlich nicht.“
Die Stimme fällt ab, der Blick irgendwie leer.
„Sonst hätt ich dich nicht angeschrien. Und du hättest mich angerufen.“



Jack öffnet den Mund zu einer nachdenklichen, abklärenden Mimik, ihr Blick fixiert ihn, das Kinn schiebt sich vor. "Griff ins Klo? Hm. Das seh ich nicht so. Ich sehe zwei beschissene Einzelkämpfer-Typen, die die Dinge gewohnt sind unterschiedlich zu regeln." Die Werkbank in ihrem Rücken hat ihren Dienst getan, Strubbel steht auf und klopft sich den Bodendreck vom Hintern." Das ich", macht sie eine abfällige Geste mit erhobener Augenbraue, "frisch vom 'Band' bin", sie setzt die Gänsefüßchen in die Luft und geht langsam auf ihn zu, "wusstest du. Hast du Boom ja selbst gesteckt. Was überrascht dich jetzt daran, hum?" Sie kommt vor ihm zum Stehen und stemmt die Hände in die Hüften. Das ihre Bluse noch immer im Dodge liegt, fängt an ungünstig zu werden, sie bekommt eine Gänsehaut sowie einen kleinen Fröstelschauer." Wenn du mich fragst, haben wir jetzt zwei Möglichkeiten", beginnt sie und macht einen weiteren, halben Schritt auf ihn zu. "Erstens, wir machen hier jetzt nen Cut und jeder zieht beleidigt und enttäuscht für sich ab bis mal wieder Bock aufs Feiern is", ein flüchtiges Grinsen huscht über ihre Züge, "oder zweitens: Wir nehmen hin, dass die erste Tour ne Basisnullrunde war, die nun geklärt und erstmal auf-, und bald ausbaufähig ist." Jack macht einen letzten Schritt auf ihn zu und funkelt ihn an. Prüfend, verschmitzt, wollend.

„Hab ich das gesagt?“
Er schiebt sich ein Stück von ihr weg, streckt die Arme leicht zur Seite wie bei nem Stand-up.
„Möglich. Ich sag viel, wenn der Tag lang ist.“ Ein Nicken, das sich selbst unterbricht.
„Und der war… puh. Der war lang genug für drei Persönlichkeitskrisen.“ Er hebt eine Braue, grinst schief. „Du warst ja zwischenzeitlich mit Boom unterwegs. Die du, by the way, gaaanz bestimmt auch magst. Wär echt schräg, wenn nicht.“
Er hebt eine Hand, gestikuliert zu dramatisch und schüttelt dann langsam, spöttisch enttäuscht den Kopf. „Ich hab einfach ein bisschen mehr… na ja, filmreifen Scheiss erw—“ Er stoppt abrupt, verschluckt das letzte Wort.
„Okay, fuck it. Habs abgespeichert. Lektion gelernt. Nächstes Mal schreib ich vorher n Handbuch.“ Er macht eine übertriebene Schreibbewegung in die Luft. „Vaas Gebrauchsanweisung, Kapitel eins: keine Kids auf dem Rücksitz. Kapitel zwei: keine spontanen Liebeserklärungen auf geliehenem Garagenboden.“
Plötzlich grinst er breit und echt über sich selbst, wie absurd das klingt. „Ich will jetzt nicht mehr reden, Okay?.“
Er macht kurzen Prozess: Zwei Finger haken sich vorne in ihren Hosenbund, ziehen sie abrupt an ihn ran. Fest genug, um das Reden endlich einzustellen und die Temperatur zwischen ihnen hochzuschieben.
„Den Tracker hab ich übrigens entfernt.“ Seine Stimme wird rauer, der Blick fordernder. „Wir haben also Zeit.“ Er drückt ihre Hüften an sich, mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der redet, um Distanz zu halten aber berührt, um wieder was zu spüren. Sein Kinn senkt sich leicht, die Stimme wird flach und er grinst.
„Soweit ich mich erinnere, schuldest du mir noch was. Und ich hab beschlossen, das ist jetzt fällig.“



Die Bestimmtheit, mit der er sie an sich bringt, verschlägt ihr kurz den Atem. 'Scheiße ja!' Mit dem kleinen Ruck und der Landung an seinem Becken, ist sie umgehend im Modus operandi. Fallen gelassen, sind die zuvor so ambivalenten Gefühlslagen des Abends.
Die, die von:
'Ich butz nem Wichser von Teen mit der Autotür von der Straße' über
'Diebstahl durchziehen, ohne Rücksicht auf Verluste' und
'Ich bin so wütend, ich zieh dir gleich die Haut ab' zu schlussendlich
'Es erschreckt mich und tut mir hart leid, ich putz dir bis zum Jahresende deine Bude' reichen.

"So, so.", haucht sie bemüht beherrscht, "Du meinst wohl, dann bist DU jetzt fällig!", stellt sie fest und zieht mit Genuss eine Augenbraue in die Höhe. "Außerdem ist es sehr schade, dass du nicht mehr reden willst", murmelt sie und saugt soft an seinem Kinn. "Ich mags, dass deine Stimme rauer wird, wenn du geil bist.", gibt sie leuchtend zu.



Während ihre linke Hand unter den Hoodie an seine Seite gleitet, zieht die rechte Hand das Pfand-Stück unter seiner Nase ab und klebt es sich selbst wieder an. "Danke fürs aufpassen. Geht das so?" Vergnügt überprüft Jack mit hin- und hergezogener Schnute den Sitz des Klebebartes. Zufrieden mit dem Ergebnis, kann auch die rechte Hand unter die Oberbekleidung geschoben werden. Er schaudert als sie beginnt, synchron mit den Fingernägeln seine Haut zu reizen, sein ganzer Körper steht unter Spannung. Mit einem zarten Stöhnen setzt sie zum zweiten Mal an diesem Abend verlangend ihre Lippen auf seine und läutet ein Vorgeschmack gebendes Zungenspiel ein.

Vaas stöhnt leise, als ihre Fingernägel seine Haut entlang streichen – so fein und es kribbelt, als hätte sie seinen Bauplan studiert. Als sie dann mit beiden Händen unter seinen Hoodie gleitet, fährt es ihm bis in die Eier.
Er beisst sich auf die Zunge, lacht kehlig.
„Shit… du hast aufgepasst.“
Seine Finger greifen in ihren Nacken, gleiten in ihr Haar und fangen an, ihren Schädel zu massieren – langsam, präzise, so, wie sie es noch nie von irgendwem gespürt hat. Er merkt, wie ihr Stöhnen durch die Brust bis zwischen die Beine donnert und das Grinsen in seinem Gesicht wird tiefer, dunkler und persönlicher.
„Das Ding an dir, macht mich geiler als es sollte“, murmelt er heiser und streicht mit dem Daumen über den Schnauzer.
Sein Blick fällt auf die Kippe, die hinter ihrem Ohr steckt und er grinst.



Mit den Lippen greift er sie sich, zieht sie raus, lässt sie kurz zwischen den Zähnen hängen, dann zündet er sie mit einem klackernden Feuerzeug in seiner Jackentasche an. Der Rauch zieht zwischen ihnen hindurch. Er nimmt einen tiefen Zug, pustet den Rauch seitlich an ihr vorbei, fährt dann mit den Händen über ihren unteren Rücken – langsam, immer tiefer.
„Du hast mir was versprochen, erinnerst du dich?“ Er legt die Zigarette zwischen ihre Lippen und grinst. Er sieht ihr direkt in die Augen.
„Im Porsche..“
Ein kurzes, dreckiges Grinsen flackert über sein Gesicht. Dann wird er ernster.
„Zeigs mir“, sagt er. Nicht als Bitte.

OPTIONALE SZENE: [+18] San Sequoia

FORTSETZUNG FOLGT....

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


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25.07.2025 23:52 (zuletzt bearbeitet: 11.08.2025 17:16)
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Zitat von Zusammenfassung Optionale Szene:
Jack und Vaas geraten nach einem intensiven Moment in ein Spiel aus Nähe, Macht und Vertrauen. Ein anfänglich lockerer Flirt mit Zigarette und improvisierten Ideen entwickelt sich zu einem spannungsgeladenen Machtspiel: Jack übernimmt die Führung, Vaas lässt sich darauf ein – inklusive Fesseln und Augenbinde. Humorvolle Sticheleien und neckische Herausforderungen wechseln sich ab mit immer spürbarer werdender körperlicher Anziehung.

Gerade als die Situation ihren Höhepunkt erreicht, platzt eine resolute Frau (Anfisa) in die Szene, kommentiert trocken und ungerührt, bevor sie wieder verschwindet. Die Begegnung bleibt gleichzeitig aufregend, absurd und geprägt von der besonderen Dynamik zwischen Jack und Vaas: ein Mix aus Dominanz, Improvisation und gegenseitiger Lust – ohne den sicheren Rahmen des gegenseitigen Konsenses zu verlassen.





Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Achterbahn Teil IV


Stille kehrt ein. Nur ihrer beider Atem, stossweise. Minuten vergehen, bis sein Herz langsamer schlägt. Vaas bewegt sich. Erst der Kopf. Er rollt den Oberkörper unter ihr etwas zur Seite, greift zu seiner Linken und löst die zweite Fessel. Er zieht den Arm frei und reibt sich kurz das Handgelenk.
„Komm Strubbel…“, brummt er und hebt sie vorsichtig an, setzt sie seitlich auf die Haube, bevor er selbst runterrutscht. Die Füsse landen auf Beton und er spürt jeden Muskel schreien. Sein bestes Stück hängt auf Halbmast. Er hilft ihr runter, und legt einen Arm um sie, zieht sie dicht an seine Seite. Ihre Haut brennt noch. Sein Blick wandert am Boden vorbei und hoch, auf den Porsche.
Scheisse. Die Haube.
Ein einziger, verbeulter Albtraum aus Dellen und Knickfalten. Vaas lacht jetzt doch dreckig. Er neigt den Kopf zu Jack, wischt sich mit der Rückhand Schweiss aus dem Gesicht.
„Hahaha“ Er deutet mit dem Kinn auf das Wrack, das mal eine Designer-Haube war. „Das war wahrscheinlich die teuerste Matratze der Welt..“
Ein kurzes Aufblitzen in seinen Augen. „Kann nicht mal sagen, dass ich nicht stolz drauf bin.“

Wenn Vaas sich nicht vorsichtig befreit und sie beide von der Haube ge-gentelment hätte, wäre sie einfach wie ein heißer Stein auf ihm weggepennt. Sein Herzschlag hatte ihren irgendwann übertönt und sie konnte in ihrer Erschöpfung seinem Pulsbeat einfach lauschen und hinterher driften, wie bei einem Hörbuch. Nun sitzt sie von ihm aufgerichtet da und blinzelt sich zufrieden zurück in die Werkstattumgebung. Einen kleinen Moment später ist sie auf den Beinen und Vaas hat sie zu sich gezogen. Jack landet halbseitig an ihm und schmiegt sich mit einem dankbaren, breiten Grinsen an. Mit der linken Hand hält sie ich an seiner Schulter fest. Es ist gut das sie vorerst noch Standsupport bekommt.



Sie folgt seinem Blick und es entfährt ihr ein lautes, lachendes, "Auweia!" Der Anblick ist wirklich übel. Wahrscheinlich hätte es keinen großen Unterschied gemacht, wenn der Hammer von seiner Patentante (?) mitgemacht hätte. Der Schaden ist beachtlich. Sie überlegt. "Hmmm. Vielleicht sollten wir sie so lassen? Wahrscheinlich kriegt man die eh nich wieder hin. Dann würd ich sie gern als Erinnerungsstück, statt nem dusseligen Selfie, behalten wollen. Oder hast du ne Verwendungidee?" Sie löst sich von ihm und geht begutachtend um den vorderen Bereich herum, zum Seitenspiegel, dort nimmt sie Bart an sich. "Oder kann man das Baby wieder hinbekommen? Was meinst du? Dann fänd ich eine besonders schöne Knickbeule als Überbleibsel angemessen. Immerhin hatten wir eine herrliche und intensive Einweihungsparty, da bleiben Spuren nicht aus." Sie zwinkert ihm zu und streicht bedächtig über einen Kotflügel, bevor sie wieder Kurs auf ihn nimmt. "Und wer wäre ich, wenn ich nen Optikschaden im Lack nicht mögen würde?" Jack streicht sich mit dem rechten Zeigefinger über ihre komplette Gesichtsnarbe, von oben nach unten, dabei schmunzelt sie mit der allergrößten Selbstsicherheit, dann klebt sie sich Bart wieder an.

Vaas schaut die Haube an, dann wieder zu Jack, dann wieder auf das zerknitterte Designerblech. Ein Grinsen zieht sich über sein Gesicht, langsam, breit, so richtig „scheiß drauf“-mässig. Er lehnt sich gegen den Kotflügel, legt den Kopf schief und deutet mit dem Kinn auf den Schaden. „Wir sagen… das war n Elch. Ein sehr… glücklicher Elch.“ Seine Stimme hüpft kurz amüsiert und fällt in ein Lachen.



„Und jedes Mal, wenn du den Kofferraum aufmachst, denkst du dran, Strubbel… nicht an den Elch.“ Er tippt sich gegen den Unterbauch, sein Blick bohrt sich in sie, blau wie kaltes Wasser und voller Schalk. „Das garantier ich dir.“
Er schiebt sich an ihr vorbei und inspiziert den Schaden aus nächster Nähe. Zieht eine Braue hoch, klopft mit den Knöcheln gegen das verbeulte Blech. „Hm. Ja… das Ding hat mehr Knicke als ich im Kopf. Aber…“ Er dreht sich halb zu ihr um, grinst. „Kein Totalschaden. Ich denk ich kann das rausmassieren.. einigermassen. Wird kein Showcar, aber fahrbar. Lack kriegt die Karre eh neu, also…“
Er wirft ihr einen Blick zu, der mehr verspricht, als er sagt. „Oder ich lass ein paar Augen nach einem Ersatz Ausschau halten und das Teil hier kommt auf deinen Indoor Spielplatz“, er hebt die Arme hoch. „Es lebe die Wegwerfgesellschaft!“

Jack zieht eine Grimasse der totalen Freude. "Oohh jaaaaa, sie lebe hoch!", bestätigt sie lachend. Wieder mehr bei eigenen Kräften, eiert die Haubenkönigin nachdenklich zur Werkbank und kommt mit zwei Kippen und Feuer zu ihm und der Matratze zurück. Eine hält sie ihm hin, die andere nimmt sie selbst mit den Lippen auf. Er feixt noch immer, jetzt mit Fluppe im Mundwinkel. Es ist sein typisches Ich-bin-Herr-der-Lage-und-hab-ne-Idee-Grinsen. Sie mag das. Sie lehnt sich ans Auto, dann schnippst sie das Feuerzeug zwischen ihnen an, die Flamme betrachtend - sie liebt Feuer. Nachdem beide sich ihre Zigarette angezündet haben, wirft sie das Feuerzeug hinter sich und bläst den ersten Rauch weg. "Und die Idee mit dieser Haube auf meinem ganz eigenen Indoorspielplatz, gefällt mir." Ein weiterer Zug, ihre Augen blitzen ihn an. Er steht fast bewegungslos da. "So machen wir's. Und keine Sorge, Loverboy.", haucht sie ihm den Rauch und ihre Zusage zu.



"Ich brauch keinen visuellen Dauerimpuls um mich daran zu erinnern, dass du reittauglich bist." Vergnügt beißt sie sich auf die Unterlippe, die Kippe in der rechten Hand. "Beziehungsweise auch unglaublich herrlich fickst."
Gurrend tippt sich gegen die Schläfe, dann gegen ihr Becken. "Ist gespeichert. Es wird reichen Porschita hier" sie nickt zum Fahrzeug, "zu fahren. Werde einfach in ihr Schnurren reinspüren, wenn ich durchtrete." Jack wendet den Blick von ihm ab und raucht ein Bein vor das andere schlagend weiter und inspiziert den Raum. Ein leichter Fröstelschauer durchfährt sie, der abgekühlte Schweiß fordert nun seinen Tribut. Bevor sie sich sich zum Klamotten aufsammeln und sortieren aufmacht, erkundigt sie sich, wem die Garage gehört und wo das Auto umlackiert werden kann. "Hat deine Matrjoschka hier das Sagen? Ich würd ihr ne Werkstatt zutrauen, irgendwie." Überlegend schürzt sie die Lippen. "Oder zumindest in der Verwaltung." Jack ascht ab. "Ist das Engels-Geflügelsöhnchen hier der Eigentümer? Seid ihr Blutsbrüder? ", wendet sie sich ihm wieder zu, immerhin mit Höschen und Top in der freien Hand. "Entschuldige meine Neugier, aber Anfisa hat schon nen mächtigen Eindruck bei mir hinterlassen." Höschen und Top landen am Körper. "Und eine ebenso wichtige Frage die sich mir stellt: Ist diese Küche in die wir reinschallen konnten mit nem gefüllten Kühlschrank gesegnet? Ich habe jetzt so richtig Hunger..."

„Blutsbrüder?“ Er lacht und schüttelt den Kopf. „Strubbel… wenn ich für jeden Typen, mit dem ich mal Sand gefressen hab, ne Ader aufschneiden müsste, wär ich längst leer. ... Wer weiss... vielleicht lernst du ihn mal kennen..“
Er tippt die Asche ab, sieht sie an, länger, als angenehm ist.
„Die Werkstatt gehörte seinem Vater glaub ich. Und wenn du anfängst, über Acis Mutter zu reden…“ Er macht eine kleine Pause, zieht die Stirn hoch. „…dann denk dran, sie hat nen Hammer und null Humor.“ Seine Zunge streift über die hintere Zahnreihe, der Blick hängt kurz an ihr, bevor er abgleitet als würde er kurz nachdenken. „Die hinterlässt Spuren - das is wahr...“ Er grinst, nicht warm, eher dieses scharfe Grinsen, das er aufsetzt, wenn er zu nah an was Ernstes kommt.
Er greift sich seine Jeans und den Rest, schwingt sie sich über die Schulter, macht aber null Anstalten, sie anzuziehen. Splitternackt, barfuss, schlendert er Richtung Tür, als wärs sein Wohnzimmer. Vaas lehnt sich einen Moment in den Rahmen, schaut zurück zu ihr, und das Grinsen ist ein Versprechen, dreckig und warm zugleich. „Ich will jetzt die Chance auf heisses Wasser nutzen. In der Villa gibts keins..“ Er macht eine Pause, der Blick senkt sich ganz bewusst über ihre Beine, dann wieder hoch. „Kommst du mit?“ Er wartet nicht, sondern stösst die Tür auf und man hört ihn sagen: „Danach geben wir dem Kühlschrank ne faire Chance, aber ich bezweifle, dass wir was finden was nicht aus Wodka oder Kippen besteht.. Aci ist da sehr schnell wenns um Reste geht.“



Seine Blicke kann sie nur zum Teil deuten. Die, die sie versteht, lassen sie lächeln. Das die Frau mit dem Gemüt eines Fleischers null Humor haben soll, kann Jack sich nicht vorstellen, bei der Nummer, die sie mit ihnen abgerissen hat - von 'Wurst auf Scheibe' über 'chübsch, aber bisschen kaputt im Kopf' zu ihrer ganz eigenen Hammerschwingerei. Aber gut, vielleicht war es ihr ernst. Nichtsdestotrotz ist sie nicht schwer eingeschüchtert, so wie Vasco denkt, dass sie es sein sollte. Ihre Großmutter allerdings... Tja die wäre ähnlich sturmreich aufgetreten, nur mit dem Unterschied, dass der Bademantel ein sündhaft teures sowie modernes Peplos-Gewand gewesen wäre, in nachtschwarz, wie ihre Seele. Ihr Hammer? Ihr Bodyguard-Team, bestehend aus zwei garstigen Zwergpudel-Kläffern mit spitzen Zähnen und absolut schlechter Sozialisation. Diese drei hätten nichts von ihnen übrig gelassen - diese Frau kennt keine Gnade und keine Grenzen. Von Vaas und ihr selbst hätte es keine Spuren mehr zu finden gegeben. Jack verzieht für sich ihr Gesicht abwägend. Bruce aka Anfisa kann nicht mal annähernd so furchtbar sein, wie diese Frau. Ihre beschissene Großmutter, ihr schlimmster Albtraum. Sie beschließt, es zu versuchen. "Oooaaahhh klar komm ich mit! Beim Duschen bin ich dabei und auch bei allem anderen." Hastig klaubt sie ihre Schuhe vom Boden und setzt ihm nach, die Zigarette im schmunzelnden Mundwinkel. "Ich bin gespannt, was noch so passiert. Chaos und Abenteuer - Ahoi!"

Vaas schiebt oben die Tür zur Wohnung leise auf und gibt Jack mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie ihm folgen soll. Die Luft, die ihnen entgegenweht, ist eine Mischung aus kaltem Zigarettenrauch und etwas das verdächtig nach Kohl und Dill riecht.
Die Wohnung ist alt, aber nicht heruntergekommen. Eher… stehengeblieben. Auf dem Boden liegt ein Teppich mit roten und goldenen Ornamenten, die ihre besten Tage lange hinter sich haben. Die Wände sind tapeziert und tragen ein paar vergilbte Fotografien in dunklen Holzrahmen. Der Fernseher in der Ecke ist ein Klotz – ein alter Röhrenfernseher mit einem leichten Grünstich im Glas. Vaas’ kürzlicher Beitrag, bevor Boom Amok lief und seine geliebte „Röhrich“-Kollektion in Splitter verwandelte. Auf dem Fernseher steht eine Porzellankatze, deren Ohr fehlt.
Anfisa sitzt im Fernsehsessel. Ihre Beine stecken in dicken Wollsocken, der Hammer liegt quer über dem Schoss, wie eine bizarre Katze. Der Fernseher läuft stumm. Anfisas Kopf ist zur Seite gekippt, die Zigarette hängt glühend zwischen den Fingern. Vaas Grinsen verändert sich. Er schleicht sich hin, nimmt die Kippe vorsichtig aus ihrer Hand und drückt sie in den Glasaschenbecher auf dem Tisch. Seine, die er noch im Mundwinkel hat folgt. Kein Geräusch. Er wirft Jack einen Blick zu: Kein Wort.



Er deutet Strubbel, die noch im Türrahmen steht, mit einem Finger an die Lippen, dann mit dem Kopf Richtung Flur. Komm.
Kaum sind sie draussen und die Tür ist angelehnt, atmet er hörbar aus. Seine Stimme ist gedämpft.
„So. Dusche… da lang.“ Vaas krault sich den Nacken, das Haar feucht vom Schweiss, bevor er die Tür leise aufdrückt und das Licht im Bad anschaltet. Er zieht sich die Kleidung von der Schulter und lässt sie auf die Fliesen fallen. Der Raum ist klein, eng, alt – aber funktional.
Die Fliesen sind Kacheloptik aus den späten Achtzigern. Grün und Beige in einem Muster, das aussieht, als hätte jemand versucht, Natur in ein Quadrat zu pressen. Über der Badewanne hängt ein Duschvorhang mit vergilbten Sonnenblumen und einer kleinen Brandspur am unteren Rand. Der Spiegel über dem Waschbecken ist an einer Ecke gesprungen, und auf der Ablage stehen zwei Tassen mit Zahnbürsten. Die Luft ist leicht klamm, aber als Vaas das Wasser aufdreht, röchelt die Leitung, dann rauscht es warm über den Emaille-Boden.
Er lässt die Hand unter das Wasser gleiten und bekommt Gänsehaut als es wärmer wird. Kurz darauf dreht er sich zu Jack um.
„Nachher fahren wir mit dem Dodge zur Villa. Hier pennen geht nicht. Und morgen parken wir den Porsche um. Dann nehm ich die Haube runter…“
Er streckt sich einmal kurz, fährt sich mit der Hand übers Gesicht, der Dampf beginnt, seinen Körper zu umhüllen.
„Und ich kümmer mich um die Papiere. Kriegen wir auf deinen Namen, dann kannst du mit dem Ding rumknattern, wie du Bock hast. Dauert vielleicht bisschen. Muss jemandem schreiben, der jemand kennt, der jemanden kennt... Du weisst schon.“
Er dreht den Kopf wieder zum Wasser, prüft ob es schon Höllenfeuer-Heiss ist oder noch überlebbar.
„Was schreiben wir da eigentlich drauf damits offiziell wird? Jack, kommt das von Ja...Jackline?“



Wow! Auf was für eine abgefahrene Zeitreise ist sie nun eingeladen? Der Abend hat sich vollumfänglich gelohnt. Mit großen Augen schaut sich Jack in der Wohnung um, saugt die Details in sich auf. Ein Zuhause wie dieses, hat sie noch nie zuvor gesehen. Was Anfisa stiltechnisch begonnen hat zu etablieren, findet hier seine authentische Abrundung, inklusive der Gerüche. Das hier ist ein Zuhause in dem Sims Leben, die sie selbst sind. Die aus eigener, finanzieller Kraft - oder eben auch nicht - etwas aufgebaut haben und es wertschätzend behandeln. Ohne Überfluss, ohne Erbe, ohne Designer, ohne Personal wie Köche oder Hauswirtschaftskräfte. Einfach nur die Familie. Ungestylt. Echt.
Als Vaas ihr die schon recht bedrohlich abgebrannte Zigarette abnimmt, hängt ihre Aufmerksamkeit an den Socken der Hausherrin. Etwas regt sich schmerzhaft in ihr. Fetteste Kuschelsocken. In aschgrau und mit Regenbogenfarben. Sie zieht die Augenbrauen hoch und die Mundwinkel runter. Warum nicht... Interessante Farbkombinatin, ein putziger Kontrast zu ihrem Hammer. Kurze Zeit später stehen sie in dem kleinen Bad und Shit... Was ne Atmosphäre. Die Kacheln gehen bei aller Begeisterung gar nicht, auch wenn sie irgendwie in Harmonie zum Duschvorhang stehen. Abgefahren. Jack beendet ihre Kippe und entsorgt sie im kleinen Abfallbehältnis, dass sie jemals gesehen hat. Währenddessen spotzt sich das Wasser aus der Leitung. Die aufkommende Wärme legt sich über sie, Vaas erklärt den weiteren Ablaufplan. Sie nickt ihm bestätigen zu. Als er einen Versuch wagt, ihren Namen abzuleiten, muss sie lachen. "Mein Geburtsname" sie macht einen Schritt auf ihn zu und steht unmittelbar vor ihm, "lautet Felicitas" sie zieht das Top aus, "Gabriela" der Slip fällt, "Elliot". Sie prüft das Wasser... Grenzwertig, eine Gänsehaut breiter sich wohlig aus. Dann schwappt ihre Aufmerksamkeit wieder zu ihm. "Ich bin dir wirklich sehr, sehr dankbar für deine Hilfe mit dem Wagen, Vaas. Das klingt alles super, bin dabei. Wenns geht, mag ich dir auch ein bisschen zur Hand gehen. Ich verspreche, ich werde vorsichtiger sein als bei Röhrface." Ein reumütiger Grinser jagt ihr durchs Gesicht, dann schaut sie an sich herab. "Und? Bist du nun bereit mir die Strümpfe auszuziehen?"

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )


>>> Vaas und Jack gehen nach Del Sol Valley (2) >>>


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03.02.2026 21:55 (zuletzt bearbeitet: 11.02.2026 14:17)
#25
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Bücherstapler

<<< Freya kommt von Granite Falls <<<
<<< Yitzhak kommt von Sulani Festivalgelände (2) <<<

Charaktere: Zac, Freya
Geschichtsstrang: Endeckende Grenzen


„JA!“ Der Schrei kommt gleichzeitig mit dem Schlag. Metall scheppert, das Geräusch schallt über den Schrottplatz und kommt doppelt zurück. Freya holt sofort noch einmal aus. Härter. Wütender. Das Eisenrohr vibriert in ihren Händen. „VERDAMMT NOCHMAL!“ Sie tritt gegen die Autotür, sodass sie aus der Halterung springt. Noch ein Schlag. Noch einer. Ihr Atem geht ungebremst. Sie wirft das Rohr weg, greift nach dem Nächsten, was greifbar ist, schleudert es gegen einen Haufen Schrott. Es kracht. Laut. Endlich laut genug. Freya lacht auf und stößt mit dem Fuß gegen einen Reifen, bis er davonrollt. Noch ein Schrei, tiefer jetzt. Sie springt auf eines der alten Autos, schreit von oben, der frühe Abend im Rücken. Die Arme weit offen, wie eine verdammte Ansage. „ICH BIN HIER!“ Sie springt herunter, landet hart. Freya schlägt mit der Faust gegen Metall. Sie schreit dem Schmerz entgegen, lacht dabei, als hätte sie gewonnen. Adrenalin schießt durch sie wie Strom. Freya rennt los, stößt, schlägt, wirft. Alles fliegt. Alles fällt.Sie richtet sich auf, wischt sich über den Mund, grinst schief. Zufrieden sieht sie sich ihr Ergebnis an, während sich ihr Brustkorb hebt und senkt.

Der von Hand genähte Lederrucksack gibt ein leise schepperndes Geräusch von sich, als Yitzhak ihn auf dem staubigen Boden abstellt, bereits zur Hälfte gefüllt mit Kleinteilen wie Schrauben, Zahnrädern, Metallzungen, Scharnieren, Muttern und dergleichen. Die abendliche Sommersonne wärmt seine naturgebräunte Haut, während er bedächtig eine Metallplatte beiseite hebt, als würde sie kaum etwas wiegen. Wie fliehende Insekten purzeln winzige Einzelteile den aufgetürmten Hügel herunter. Aufmerksam folgt Yitzhaks Blick ihnen, ehe er zwei der ungeliebten Metalle mit verschmutzten Fingern aufnimmt, um sie genauer zu betrachten. Kaum Rost, wie er feststellt, aber eine tief eingeschliffene Kerbe. Der Daumen streicht sanft über den Schnitt. Mit etwas Fürsorge ließe sich das Material glätten, doch erfahrungsgemäß gibt die nachträgliche Verformung einen unsauberen Klang wider. Möglicherweise könnte die zierliche Mutter aber zu ansehnlichem Schmuck verarbeitet werden. Friedvoll ziehen die Mundwinkel in den dicht gewachsenen Bart. Wissend, dass alles irgendwo seine Verwendung findet, landet auch dieses kleine Fundstück bei den anderen. Yitzhak erhebt sich in den Stand und nimmt ein Geräusch wahr, das nur widerwillig hierher passen möchte. Lautes Scheppern, Metalle, die auf- und aneinander schlagen. Dann ein gellender Schrei. Er wendet sich halb herum und blinzelt der schon bald untergehenden Sonne entgegen. Hinter einem der Schutthügel blitzt eine Spiegelung auf, dicht gefolgt von einem klirrenden Schlag, ein Krachen, dann eine Frauenstimme. Seine Braue zuckt interessiert. Irgendwer nutzt diesen einsamen Ort, um überwältigenden Emotionen freien Lauf zu lassen. Eine bewusste Entscheidung, die durchaus aufschlussreich den einen oder anderen Charakterzug präsentiert. In der heutigen Zeit wird es Sims nicht leicht gemacht, mit Frustration, Wut und Sorge umzugehen. Wie bewegend, dass diese Person einen Weg für sich gefunden hat, denkt er mit nichts als Aufrichtigkeit im Herzen. Stumm lächelnd schnallt er seinen Rucksack auf und setzt sich in Bewegung, diesen Ort zu verlassen. Weil er hat, was er braucht - und weil er der sich selbst therapierenden Frau den Raum lassen möchte, den sie verdienterweise einfordert. Entschlossen, einen Umweg zu gehen, um sie nicht in ihrer körperlichen Verarbeitung zu stören, weicht er auf einen schmaleren Pfad aus, nicht ahnend, dass dieser direkt hinter ihr entlang führt. Erst, als der Seitenspiegel wenige Zentimeter an ihm vorbei durch die Luft schneidet, erkennt er, dass er unmittelbar in ihren Aktionsradius geraten ist. Unaufgeregt, aber durchaus angetan von der Szene, mustert er den zerbrochenen Gegenstand, ehe seine Aufmerksamkeit sich der Akteurin widmet, sein Gesicht friedvoll und warm, voller stillschweigender Freude.

Freya nimmt die Veränderung direkt auf. Sie bleibt stehen. Grinst. Ohne sich umzudrehen, greift sie nach einem losen Teil, wirft es blind nach hinten. Es schlägt krachend neben ihm ein. Absicht. Warnschuss. „Publikum also?“, sagt sie eher feststellend statt fragend.Sie dreht sich um, geht auf ihn zu. Zwei schnelle Schritte, Metall knirscht unter ihren Stiefeln. Dann steht sie vor ihm. Viel zu nah. So nah, dass er ihren Atem spürt. Freya lehnt sich vor, der Abstand schrumpft auf lächerliche Zentimeter. „Du hast echt Eier“, grinst sie schief. Ein kurzer Blick von unten nach oben. Frech.„Kleiner Tipp. Das hier ist kein Spazierweg.“ Mit der Hand schlägt sie neben ihm gegen Metall.KLANG.BOOM. Sie lacht dabei. Laut. Unverschämt. Freya legt den Kopf schief. In ihren Augen lodert das Feuer.„Verzieh dich, oder brauchst du noch ’ne zweite Warnung?“ Sie schaut ihm tief in die Augen. Hält den Blick, wach. Selbstbewusst.



Yitzhak zuckt mit keinem Muskel, als das Geschoss an ihm vorbei zischt. Zum zweiten Mal hätte sie ihn verletzen können dieses Mal bewusst und willentlich.
Ruhig und ausgeglichen hält er den Blick auf sie gerichtet. Ihr Einschüchterungsversuch berührt ihn nicht. Nicht weil sie kleiner ist er weiß, dass weder Größe, noch das Geschlecht eines Sim bei einem Kräftemessen ausschlaggebend sind. List und Schnelligkeit dürfen bei einem Kampf nicht unterschätzt werden. Seine beinahe schon penetrante Entspanntheit liegt in anderen Dingen begründet. Allem voran möchte er sich schlicht und ergreifend keinen Konflikten aussetzen. Zu viel hat er bereits gesehen Krieg und Frieden, im reellen, wie im metaphorischen Sinn. Und er entschied sich vor langer Zeit für den Weg des Friedens. Physisch, wie psychisch. Ihre saloppen Worte der Anerkennung treiben ihm ein zartes Lächeln ins Gesicht. 'Eier haben'. An diesen Ausdruck wird er sich wohl nicht gewöhnen. Bei aller Faszination für die Wandlungen von Sprache und Zeitgeist, bleibt es ihm ein Rätsel, wie gerade diese Begrifflichkeit in den allgemeinen Sprachgebrauch einkehren konnte. Wie erstaunlich die Welt doch ist. Der kindliche Funke in seinen Augen leuchtet nur für eine Sekunde auf. Als sie mit Lautstärke ihre vermeintliche Überlegenheit denonstriert, erlischt der erfreute Zauber in ihm und macht etwas Anderem Platz. Mitgefühl. All diese künstliche Präsenz, die sie vor sich her trägt, wie einen Schutzpanzer. Sie muss sehr einsam sein. Verloren. Ruhig und gleichmäßig atmend sieht er ihr tief in die Augen. Hinter dem Feuer schimmert die Sehnsucht, die er schon in unzähligen Seelen gesehen hat. Der Wunsch nach Frieden, Ruhe und Liebe. Langsam, wie bei einem scheuen Tier, hebt er die Hand und legt sie sanft, geradezu bedächtig, an ihr Herzchakra, in der Mitte des Dekolletés, ohne sie dabei zu berühren. Die Wärme seiner Hand pulsiert zwischen ihnen, die fließende Energie ist sofort spürbar und lässt ihn einmal tief einatmen. Die Gier ihres inneren Verlangens ist beinahe überwältigend. Seine Stimme ist unaufdringlich, sanft, voller Wärme und doch von unumstößlicher Standhaftigkeit: "Ich wünsche dir von Herzen, dass du eines Tages aus deiner dunklen Einsamkeit heraus findest. Und glücklich sein kannst." Er schließt die Augen und spricht leiser, beinahe als würde er sie segnen: "Lokah Samastah Sukhino Bhavantu." Hoffnungsvoll leuchtet es im Braun seiner Augen auf, als er die Lider öffnet und ihr ein ehrliches, zartes Lächeln schenkt. Er weiß nie, ob sein Gegenüber etwas von dem Energiefluss spürt. Manche Sims sind zu verkrampft und innerlich versteinert, um dieses Geschenk anzunehmen. Die meisten spüren durchaus den Ansatz von Glück und Frieden, ohne es deuten zu können. Langsam lässt er seine Hand sinken, tritt einen kleinen Schritt zurück, um Raum zu schaffen, für die angedeutete Verneigung, die Respekt und Freundschaft vermittelt. Seine Hand ruht dabei auf seinem Solar Plexus, dem Punkt an dem die Rippenbögen zusammentreffen. Dann ein letzter warmer Blick, bevor er an ihr vorbei zieht, um zurück zur Ranch zu gehen.



Freya lässt ihn zwei Schritte weit kommen. Dann greift sie zu. Ihre Hand schließt sich reflexartig um seinen Unterarm. Fest. Direkt. Freya schaut hoch. Sieht ihm scharf in die Augen, es ist entschieden. Und holt mit der anderen Hand aus, trifft seine Wange. Laut.Kein Zögern. Kein Versehen. Ihre Finger pulsieren noch, als sie seinen Unterarm loslässt. “Du fasst mich nicht an“, zischt sie. Sie mustert ihn kühl, der Blick brennt noch immer. Freya hebt leicht das Kinn. „Du kommst mir nicht näher, als ich es erlaube. Und du legst mir nichts auf, was ich nicht eingefordert habe.“ Sie stellt sich ihm in den Weg, presst die Nähe, zwingt ihn, sie wahrzunehmen. Ihr Stand ist fest. Die Schultern ruhig. Keine Spur von Unsicherheit. Freya verzieht keine Miene.„Du wolltest mir Frieden geben?“, sagt sie spöttisch. Sie breitet die Arme aus. „DU KENNST MICH NICHT!“ Zorn steigt auf. Freya ist fokussiert. Sie lässt die Arme sinken, tritt einen halben Schritt näher, zwingt ihn, sie auszuhalten. „Du hast keine Geschichte mit mir“, sagt sie fest.„Und das hier ist kein Anfang.“

Es wäre ein Leichtes gewesen, sich ihrem Griff zu entziehen, ihr auszuweichen. In dem Moment, da er ihre Berührung spürte, ahnte er es. Sie ist wie loderndes, unkontrolliertes Feuer. Es stört ihn nicht, einen Schlag bekommen zu haben. Er hat es kaum gespürt. "Ich habe dich nicht angefasst.", erklärt er mit ruhiger Stimme. Sie war es, die den Raum zwischen ihnen begrenzte, als sie ihm nah kam. Sie ist es, die Kontakt herstellt, indem sie sein Handgelenk ergreift. Und doch ist sie diejenige, die sich bedrängt fühlt. Sie wirft einen Stein ins Wasser und erwartet, dass es keine Wellen schlägt. Als wäre ihre Welt gefroren. "Du hast recht.", neigt er den Kopf zu einem angedeuteten Nicken. "Ich kenne dich nicht. Und doch sehe ich dich. Deine Angst. Deinen Verlust. Deine Einsamkeit." Etwas Warmes leuchtet in seinen Augen auf. "Deine Wut ist der Beweis dafür, dass ich mich nicht täusche." Sein Kopf senkt sich ein wenig ab, die Brauen heben sich. "Nun lass mich DIR einen Rat geben." Seine Stimme bleibt unverändert voller Güte. "Eines Tages wirst du jemanden schlagen, der dich nicht unversehrt davon kommen lässt." Ein tiefes Einatmen folgt, als würde sich ein intensives Gefühl den Weg durch seinen Körper bahnen. Er weicht nicht zurück, als sie näher kommt. Wieder ist sie es, die seinen natürlichen Raum missachtet, um sich die Illusion der Kontrolle erhalten. "Jeder hat seine Geschichte. Ohne Anfang und ohne Ende. Manche überschneiden sich für eine Weile. Das ist der Lauf des Lebens. Niemand vermag, etwas daran zu ändern." Sein Ausdruck weich und warm, wie zuvor. Keinerlei Angriffslust, kein Spott. Lediglich die Gewissheit dessen, was er nun einmal weiß. Sanft lächelnd bleibt jedoch in dem Radius, den sie bestimmt hat. "Nun werde ich gehen. Es sei denn, du wünscht weiteren Gedankenaustausch."

Je länger er redet, desto kälter wird ihr Blick. Sie dreht sich halb weg, greift nach einer Eisenstange vom Boden. Schwer. Kalt . Ohne Vorwarnung drückt sie sie ihm gegen die Brust. Fordernd. Sie tritt näher, so nah, dass er die Hitze ihrer Haut spürt.„Du bleibst.“ Die Worte sind schroff, selbstsicher.„Und du zeigst mir, ob du auch Feuer hast.“ Sie tippt mit zwei Fingern gegen das Metall. Klang. Ihr Blick ist hell. Wach. Gefährlich interessiert. „Und im Gegenzug“, fährt sie fort, ruhig, zu ruhig, „beantworte ich dir eine deiner vielen Fragen über mich.“ Sie lehnt sich leicht vor, nah an seinem Ohr. „Meiner Wahl.“
Freya lächelt schief. Ihre Finger gleiten langsam an seinem Arm entlang nach oben, bleiben an der Schulter liegen. Warm. Schwer. Selbstverständlich.
„Also“, sagt sie frech.„Haben wir einen Deal?“



Gutmütig lächelnd lässt er ihr auch diesen Zug durchgehen. "Nein." Mühelos schiebt er sie von sich, mit sanfter Bestimmtheit und weit genug, dass er sie betrachten kann. Er ist nicht bereit, sich solchen Machtspielen hinzugeben. "Es ist nicht notwendig, einander etwas zu beweisen.", sagt er sanft, umfasst die Eisenstange mit weicher Eleganz und dreht sie mit einem unerwartet raschen Handgriff aus ihren Fingern heraus, so dass sie keine andere Wahl hat, als loszulassen. "Ich verstehe, dass dir wichtig ist, die Oberhand zu haben. Das kann ich akzeptieren. Trotzdem lege ich mehr Wert auf gemeinsame Augenhöhe." Sein Arm macht eine geschmeidige Bewegung seitwärts, die Stange landet mit hohlem Klirren auf dem Schutthaufen neben ihnen. "Wenn du dazu bereit bist, höre ich dir gern zu." Er mustert sie mit beständiger Ruhe. "Und wenn du lieber Kräftemessen möchtest, bin ich auch dazu bereit. Allerdings ausschließlich in Freundschaft."

Sie lacht auf. Hart. Ungläubig. „Feige“, sagt sie laut. Ein Schritt näher. Der Abstand ist weg.„Ich hab dir eine Tür hingestellt“, zischt sie. „Handlung statt Gerede. Risiko statt Moral. Und du?“ Ein spöttisches Grinsen. „Du hast sie nicht mal angesehen.“ Ihr Blick brennt. Zornig.„Weißt du, was das wirklich ist?“ Sie beugt sich vor. „Angst vor etwas, das du nicht kontrollieren kannst.“ Die Wut steht ihr offen im Gesicht.„Ich hab dir nichts angeboten, um nett zu sein. Ich hab dir was angeboten, um ehrlich zu sein.“ Sie richtet sich auf. Stolz. Ein letzter Blick. Hart. Unversöhnt.„Wenn du gehen willst, dann geh. Aber tu nicht so, als wär das hier Reife.“

Ihre Metapher ist nicht zutreffend. Sie stellt nicht Türen auf, sondern Mauern und legt einen Vorschlaghammer dazu. Sie versteht nicht, dass Kraft nicht in Chaos liegt, in Lautstärke und Brutalität, sondern in Ruhe und Besonnenheit. Er selbst hat viele Jahre gebraucht, um den Unterschied zu erkennen. Yitzhak betrachtet die Frau vor sich, die immer wieder aggressiv persönliche Barrieren durchbricht. Sie ist jung. Womöglich hat sie noch einige Jahre Zeit, zu lernen. Zu erkennen, wozu ein Sim wirklich Mut braucht. Denn nicht das körperliche Messen erfordert Tapferkeit die Gefahr, verletzt zu werden oder einem Gegner zu unterliegen. Die wahre Angst liegt darin, sich seinen dunkelsten Schatten zu stellen. Das eigene Wesen zu ergründen und anzunehmen, als das, was es ist. Fehlerhaft. Darin liegt wahre Stärke. Sich Gefühlen auszusetzen, obwohl sie angsteinflößend sind, Wunden aufreißen und schlimmer schmerzen, als jede Wunde, die ins Fleisch klaffen kann. Mitfühlend um ihren blinden Irrtum zuckt sein Mundwinkel in die Wange. Er erinnert sich nicht daran, wann er das letzte Mal von Angst erfüllt war. Zu lange wandert er schon von Ort zu Ort. Zu vielen Bedrohungen, Leiden und Qualen war er ausgesetzt. Es gibt nur äußerst wenig, das er nicht mit eigenen Augen sah. Sie spricht von Ehrlichkeit, dabei lebt sie in einer Welt, erschaffen aus Lügen, die ihr weismachen, voller Selbstvertrauen zu sein. Doch hinter all dem steckt nichts weiter, als Angst, Schwäche zuzulassen. Verletzlich zu sein. Ein Fehler, den viele Sims begehen. "Du irrst.", sagt er. "Ich habe weder Angst, noch brauche ich Kontrolle."

Freya bleibt noch einen Moment stehen. Dann zieht sich ein Grinsen über ihr Gesicht. Breit. Frech. Ihre Augen funkeln.„Wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, nur weil es Spaß macht?“ Ein Schritt auf ihn zu. Dann noch einer.„Wann warst du das letzte Mal laut? Unvernünftig? Einfach … wach?“ Bevor er reagieren kann, greift sie nach einem Metallteil und schleudert es gegen einen Schrotthaufen. KRRANG. Der Klang ist roh, befreiend. Sie lacht dabei. Laut. Frei. Sie dreht den Kopf sofort zu ihm. Blickkontakt. „Das hier“, ruft sie, „ist Leben.“ Sie schnappt sich ein Eisenrohr, schlägt im Rhythmus gegen eine Autotür. BOOM.KLANG. „Nicht das Gerede darüber“, fährt sie fort, während sie sich bewegt. „Nicht die Definitionen.“ Noch ein Schlag. „Die Welt hat so viel mehr für dich bereit“, ruft sie. „Musik.“ Ein Schlag „Kunst.“ Noch einer. „Chaos.“Sie kommt näher. Selbstsicher und voller Energie.„Und du stehst da und erklärst mir, wie man darüber nachdenkt.“ Ein Lachen. Warm. Wild. „Ich erklär dir lieber, wie man’s fühlt.“ Sie streckt ihm die Hand entgegen. Einladend. „Also?“ Das Lächeln schief. Die Augen funkeln.

Spaß, im Gegensatz zu Freude, ist meist kurzfristig und deutlich oberflächlicher. Für viele ist sie laut und ein Vergnügen im Moment. Passend zu der Frau vor ihm, die aus irgendeinem nicht ersichtlichen Grund plötzlich ihre Aggressionen gegen Enthusiasmus eintauscht.Wann hat er das letzte Mal etwas nur aus Spaß getan? Ist er überhaupt noch fähig zu dieser Empfindung? Meditieren, musizieren, handwerken, ein Teil der Natur sein all das erfüllt ihn mit gleichbleibender Freude, die tiefer und nachhaltiger ist, als Spaß. Eine innere Haltung von Zufriedenheit und echtem Glück. Ein Zustand, den bei Weitem nicht jeder Sim im Laufe eines Lebens erreicht. Er hat gefühlte Jahrhunderte gebraucht, um diese mentale Stufe zu erreichen. Dabei hat er seit Dekaden nicht an so etwas simples wie Spaß gedacht. "Ein saillanter Gedanke.", nickt er anerkennend. Zwar ist Leben nicht Leben, weil es laut ist, dennoch muss er zugeben, dass er vor langer Zeit den Enthusiasmus für sein Dasein zwischen den ständig wechselnden Abschnitten seiner umherschweifenden Existenz abgelegt hat. Er hat all das bereits gefühlt. Alles, von dem sie spricht und weitaus mehr. Er verspürt diesen jugendlichen Tatendrang schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr. Und doch wecken ihre Worte seine Neugier. Nicht, weil sie ihm etwas Neues zeigen kann. Mehr aus einer gewissen Spannung heraus, was sie im Sinn hat. "Wohlan.", legt er seine Hand überraschend fest in ihre und nickt ihr dabei auffordernd zu, bereit zu allem, was ihr vorschwebt.

Sie zieht ihn abrupt an sich, ihre Hand fest in seiner, so nah, dass der Abstand praktisch verschwindet. Ihre Augen graben sich in seine, wach, brennend.„Na endlich“, murmelt sie frech, mehr Atem als Wort. Ihr Körper ist voller Spannung, lebendig bis in die Fingerspitzen. Freya bleibt nicht stehen. Sie brennt.
Freya springt auf ein altes Auto, zieht ihn hoch. Der Lack gibt nach.KRRRCH.Sie steht über ihm, dann vor ihm, dann wieder neben ihm. Bewegung ohne Stillstand. Sie schlägt, tritt einen Rhythmus auf das Dach. Adrenalin jagt ihr durch die Adern, macht sie schnell, unaufhaltsam.BOOM.BOOM.Ihre Augen lodern, während sie sich zu ihm umdreht. Sie nimmt seine Hand. Zusammen springen sie vom Dach des Autos. Freya drückt ihm die leere Glasflasche gegen die Brust. Ein Blick. Brennend. Herausfordernd.Sie lässt los, randaliert weiter, tritt einen Reifen an, der davonrollt, schleudert ein Teil, schlägt, lacht, atmet, lebt.Alles ist laut. Alles ist jetzt.Sie legt den Kopf nach hinten, breitet die Arme aus, als würde ihr der Schrottplatz gehören.Dann geht sie breit grinsend auf ihn zu. Die Augen funkeln. Freya stellt sich auf die Zehenspitzen, drückt ihre Stirn an seine. Die Hände in seinem Gesicht.Nur einen kleinen Moment, um durchzuatmen.
Dann lässt sie zwischen ihnen den Raum. Beobachtet ihn.

Yitzhak regt sich nicht, als sie wieder auf ihn zukommt, sein Gesicht in ihre klammen Hände nimmt. Sie riecht nach Wärme, nach Metall und aufgewühltem Staub. Ihre unbändige Energie strahlt von ihr ab, wie pulsierende Sonnenstürme. Er hält ihren Blick mit weicher Ausgeglichenheit. Wie oft er dieses Funkeln schon gesehen hat. In Augen, die noch glaubten, dass Lautstärke Leben sei. In Körpern, die brannten, weil sie nicht wussten, wohin sonst mit all ihren Regungen. Städte sind einst aus solcher Glut entstanden. Und gefallen. Namen, Sprachen, Reiche alles kam und ging. Das Feuer blieb. Es wechselte nur seine Träger. Langsam schließt Yitzhak die Augen, als sie Abstand nimmt. Er atmet tief ein. "Ich kenne dieses Leben.", sagt er gerade laut genug, dass seine Stimme sie erreicht. "Ich habe es gelebt, als alles neu war. Als man glaubte, man müsse laut sein, um zu existieren." Seine Augen öffnen sich, das tiefe Braun strahlt ihr warm entgegen. "Wachsein", fährt er fort, "ist nicht immer ein Aufschrei. Manchmal ist es das Bleiben. Wenn Körper und Geist still werden wollen. Wenn sie nichts mehr beweisen müssen." Die Flasche noch immer in der Hand, neigt er sich zum Wagen herüber, wo er sie in den Innenraum gleiten lässt. Dumpf landet sie auf dem zerrissenen Polster. Ohne den Raum zwischen ihnen zu verändern, senkt er dann den Blick und seine Aufmerksamkeit auf den Boden. Leicht heruntergebeugt öffnet er seine Schuhe mit seichten Bewegungen und stellt sie beiseite. Barfuß steht er nun vor der Frau, die ihn aufmerksam beobachtet. Kalter Stahl, spitze Steine, scharfe Scherben drücken sich in seine Fußsohlen. Er atmet ein und lächelt. "Du fühlst viel.", erkennt er ehrlich an. "Und das ist deine Kraft. Doch es ist nicht meine Art von Feuer." Wieder schließt er die Augen, sein Kopf sinkt leicht der Brust entgegen, seine Arme heben sich langsam, wie in Trance, die Finger, als würde er etwas sammeln. Etwas, das für seine Begleitung unsichtbar bleibt. Bedächtig sinken die Hände in fließender Symmetrie herunter, bis vor seinen Bauchnabel, wo sie verharren. Ein tiefer Atemzug. Die Knie unmerklich gebeugt presst sich sein Körpergewicht in den schneidenden Boden. "Ich bin hier.", entweicht es leise seinen Lippen. Einen Atemzug lang hält er die Position, ehe sich die Lider öffnen. Er hat sie fest im Fokus, ohne sich ihr aufzudrängen. Ein kurzer Moment vergeht, in dem er nichts tut und gerade darin vollkommen anwesend ist. "Bleiben, wenn es unbequem wird.", erklärt er ruhig. "Den Moment spüren. Das ist meine Kraft." Seine Hände sinken geschmeidig neben den Körper. "Wenn du wissen möchtest, wie sich Feuer anfühlt, das nicht verbrennt,", er nickt ihr einladend zu, "dann triff mich in Chestnut Ridge. In fünfunachtzig Stunden."



Freya kommt auf ihn zu, voller Adrenalin, die Augen hell und brennend. Sie bleibt dicht vor ihm stehen.Ein schiefes Lächeln. „Bleiben, wenn es unbequem wird“, wiederholt sie. Nicht spöttisch. Kontrolliert. Sie hebt die Hand, legt sie an seinen Nacken. Fest, elektrisierend. Hält seinen Blick. Dann beugt sie sich vor. Ihre Lippen sind so nah an seinen, dass sich der Atem mischt.„Fünfunachzig Stunden“, flüstert sie. „Halt dich bereit.“ Ein letzter Blick. Brennend. Herausfordernd. Freya dreht sich um, läuft auf den Zaun zu, setzt den Fuß an, zieht sich hoch. Oben hält sie einen Herzschlag inne, schaut nicht zurück.Mit einer fließenden Bewegung schwingt sie sich darüber, landet sicher auf der anderen Seite. Dann verschwindet sie.



<<< Zac geht nach Chestnut Ridge Nr. 8 - Pferderanch (5) <<<
<<< Freya geht nach Britechester<<<


in Zusammenarbeit mit (@RivaBabylon )


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19.02.2026 08:44
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Ort: Maxim
Geschichtsstrang: Macht



Am Ende des weitläufigen Raumes führt ein schlauchartiger Gang in den hinteren Bereich des Etablissements. Anders als im Club sind die Farben hier in seltsam vertrautem schmuddeligen Rot gehalten. Alle paar Meter führen schmale Türen in separate Räume. Abgestandene Luft trägt eine Mixtur von Schweiß, billigem Parfums und kaltem Rauch. Aus der Richtung des öffentlichen Clubs zwängt sich das gleichmäßige Wummern basslastiger Musik durch den Gang und vermischt sich mit dumpfen Stimmen aus den angrenzenden Zimmern.
Ganz am Ende, im Büro der Geschäftsleitung, kommt kaum etwas von der Geräuschkulisse an.
Hinter einem Schreibtisch, der viel zu protzig für den Rest des Raumes scheint, sitzt der Kopf dieses Viertels. Ihm gegenüber, auf einem zerschlissenen Sofa, sitzt Crooks, sein zuverlässigster Handlanger. Der Mann, der den Mann fürs Grobe befehligt, weil er selbst es schon lange nicht mehr nötig hat, sich die Finger schmutzig zu machen. Selbstgefällig sieht er aus, wie er Boom Boom von hinten im Auge behält, während sie zwischen den beiden aufgeblähten Herren absolut Fehl am Platz wirkt.



"Ich mein ja nur,", sie zieht unschuldig die Schultern an, "MIR isses doch egal, wenn die Loser deinen Laden kaputt prügeln." Etwa vier Wochen ist es her, dass sie ihm ihre Geschäftsidee eröffnete. Seitdem kommt sie beinahe jede Nacht her, um sich ein bis zwei Kunden auszusuchen, von denen sie trinkt. Was die dafür bezahlen, interessiert sie nicht. Sie muss nicht jagen und wird satt. Dass ihr Biss ein beinahe einzigartiges Rauschgefühl hinterlässt, war ihr bekannt. Doch die Schlägereien, die seit Kurzem wegen ihr stattfinden, kommen überraschend. Auf eine fast schon absurde Art fühlt sie sich geschmeichelt. Vielleicht sollte sie die Junkies alle in eine Arena werfen und nur der Sieger bekommt den Kick. Das wäre amüsant.
"Wenn es dir so egal ist,", Big V lehnt sich gelassen in seinem Sessel zurück, "was willst du dann genau?"
Sie tritt näher, bis sie direkt vor dem Tisch steht. Beide Hände stützen sich auf der Oberfläche ab, als sie sich betont langsam nach vorn lehnt. "Macht.", grinst sie, die Zähne bleckend.
Big V runzelt die Stirn. "Vor paar Wochen sagtest du, du willst kein Geld."
"Ich rede ja auch nicht von deinen scheiß Scheinen." Leicht genervt richtet sie sich wieder auf, dreht sich halb herum und setzt sich mit dem halben Schenkel auf den Tisch. "Das sind doch nur la gweilige Zettel. Ich rede von Entscheidungsgewalt."
"Diese langweiligen Zettel sind unumgänglich, wenn du Einfluss nehmen willst. Ob dir das passt oder nicht. So läuft die Welt nun mal. Was denkst du, womit ich den Laden hier am Laufen halte?"
Augenrollend entweicht Boom Boom ein genervtes Raunen. "Dann kümmer du dich um den ätzenden Teil und ich treffe die Entscheidungen."
Big V lacht dreckig auf. "Für wie dumm hältst du mich, Kind?" Erklärend breitet er die Arme aus. "Ich bin Geschäftsmann. Wenn ich dir sämtliche Entscheidungen überlasse, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich zum Sozialamt gehen kann." Er lehnt sich vor, spricht leiser. "Du hast Potenzial. Aber im Moment bist du ein verzogenes Gör ohne jede Erfahrung."
Ihre Mimik verkrampft sich kurz. Die Augen blitzen wütend auf, als sie sich gerade hinsetzt. "Und wenn schon!", stößt sie hervor. "Die prügeln sich um MICH." Ihr Zeigefinger tippt energisch gegen die eigene Brust. "Nicht um Kohle, nicht um deinen Stoff." Dann lehnt sie sich wieder vor, das Gesicht hart, die Brauen bestimmend erhoben. "Wenn ich sage nein, dann kriegen die nichts. Und wenn ich ja sage,", ihre Stimme wird zu einem diabolischen Flüstern, "dann tun die alles dafür."
Big V mustert sie einen Augenblick. Er spürt den angespannten Blick von Crooks auf ihm haften. Es ist klar, dass sie beide skeptisch sind.



"Und was willst du dann von mir. Warum diese Zwischenstation?"
Beinahe gelangweilt zuckt sie mit den Schultern. "Sowas braucht Organisation. Ich will die Penner nicht bei mir haben." Natürlich könnte sie Vaas und Scratch dafür anheuern. Aber die beiden scheinen nicht sachlich genug. Sie haben dieses nervtötende Ding namens Gewissen. Darauf kann man sich nicht verlassen. "Ich will deine Location. Deine Arena." Das Grinsen kehrt zurück in ihr Gesicht. "Und ich such aus."
"Das gefällt mir nicht." Crooks verschränkt die Arme vor der Brust. "Junkies auf Entzug sind unberechenbar. Was, wenn die sich hier gegenseitig abstechen?"
"Na, dann habt ihr Unterhaltung." Boom Boom reißt mit einem begeisterten Leuchten zu ihm herum. "Ist doch geil."
"Inklusive Bullen und den ganzen Staatsapperat."
Big V hebt die Hand und Crooks schweigt.
"Du willst Action.", sagt er.
"Ja!", nickt sie ihm kräftig zu.
"Du willst, dass sie sich prügeln."
Wieder nickt sie. "Mhm!"
"Und du willst entscheiden, wer darf."
"Sag ich doch die ganze Zeit." Langsam wird sie ungeduldig.
Die Finger beider Hände gegeneinander tippend, lehnt er sich zurück in seinen Sessel. Sein Blick bleibt auf ihr. "Im Moment kommst du her, suchst dir zwei aus und gehst wieder."
"Reicht doch."

Er schüttelt langsam den Kopf. "Das ist Verschwendung."
Boom Booms verzieht das Gesicht. Sie begreift nicht.
"Was, wenn nicht nur zwei was davon haben?"
Sie blinzelt. "Wie viele soll ich denn bitte beißen?"
Interessiert lehnt Crooks sich im Sofa vor. Er kennt diesen Ausdruck seines Chefs.
"Wer sagt was von beißen?" Die Stimme Big Vs hängt bedeutungsschwanger im Raum. "Dein Speichel.", ergänzt er. "Reicht der für einen Rausch?"
Boom Boom stutzt. "Keine Ahnung. Ich schätze schon. Aber mit dem Sog ist es intensiver."
"Wir füllen ihn ab. Und testen das." Ein kurzer Blick, eine kaum sichtbare Geste in Richtung des Handlangers genügt, dass dieser versteht. Crooks erhebt sich augenblicklich und verschwindet aus dem Raum.
Boom Boom sieht ihm irritiert hinterher.
"Ein kleiner Schuss.", spricht Big V weiter. "Wer genug zahlt, kriegt 'Bite'."
Boom Boom schnaubt betont gelangweilt.
"Wer mehr zahlt, bekommt die Chance, dich zu treffen."
Ein Mundwinkel entgleitet ihr zu einem schiefen Grinsen. Bevor sie etwas entgegnet, öffnet sich die Tür und ein Mädchen wird überraschend sanft von Crooks hineingeschoben. Er bugsiert sie auf dem Sofa, deutet ihr, zu ihrem eigenen Wohl, die Klappe zu halten und macht einen Schritt zum Tisch, wo er eine Nadel und ein Glas ablegt.
"Wenn das funktioniert,", Big V deutet ein Nicken Richtung Utensilien an, "kommen wir ins Geschäft."


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03.04.2026 22:51 (zuletzt bearbeitet: 03.04.2026 23:06)
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#27
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Bestseller-Schmied

<<< Jack & Vaas kommen von Del Sol Valley - Jacks Eigentumswohnung <<<

Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Gemüseauflauf II


Vaas sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen am Fenster. Der Asphalt zieht in grauen Schlieren vorbei. Seine Finger spielen am Lippenpiercing, drehen es, ziehen und lassen wieder los. Er schaut aus dem Fenster, aber er sieht nichts. Strassenlaternen ziehen vorbei wie Metronome, die ihm den Takt fürs Denken vorgeben. Nickys Stimme hängt ihm im Kopf. Ihre Worte wiederholen sich immer wieder und er versucht ihre Stimmlage zu entschlüsseln..
„Ich bin eine Weile weg."
Sie klang unaufgeregt. Fast schon gelangweilt. Nichts was besorgniserregend wäre.
„Besuch nächstes Mal Antonia Lumb, sie sagt dir, was zu tun ist."
Und als er widersprochen hatte, sagte sie:
„Vaas, sei verdammt nochmal still."
Als wäre das eine ernste, sehr dringliche Sache. Was, wenn die Tamponröhrchen-Sache – was auch immer das genau war – nicht funktioniert hat? Denn sie ruft nie vorher an.
Nie. Warum auch. Er erfährt spätestens wenn er zur Besuchszeit auftaucht, ob sie da ist oder nicht. Also hat sie gewusst, dass was kommt.
Hat ihn gewählt und ihm diese seltsamen letzten Worte aufs Brot geschmiert.. und dann aufgelegt.
„Pass auf dich auf... ich leg jetzt auf. Sie kommen."
Er schluckt. Zieht so fest an der Unterlippe, dass es schmerzt, und lässt wieder los.
Schieben sie sie in die Hochsicherheit? Wäre nicht das erste mal aber...
Der Wagen rollt weiter. Als sie Sequoia näher kommen, zeigt er ab und an in die Richtung in die sie müssen, um zum Gefängnis zu kommen. Er ist dankbar dafür dass Jack fährt, ohne es zeigen zu können.
Er schaut weiter raus. Wenn er drüber nachdenkt, dass sie ihn vielleicht angerufen hat, um sich zu verabschieden –
nein.

Ohne Porschita übertrieben zu fahren, ziehen die Viertel der kürzesten Strecke ihrer Ziel-Stadt an ihnen vorbei. In der Regel prägt Strubbel sich gerne Details und Markierungspunkte von neuen Umgebungen ein, aber dafür gibt es gerade keinen Raum. Auch wenn sie nach Außen ihre funktionale Ruhe ausstrahlt, arbeitet es heftig hinter ihrer Stirn. Auch eine tiefliegende Beklemmung wühlt in ihr rum. Sie weiß, dass sie zu wenig weiß, um zu kombinieren oder sogar Handlungsstrategien zu entwerfen. Was prinzipiell in Ordnung ist und für gern gesehenen Nervenkitzel sorgt, aber wenn es um was deep-es geht, ist sie gerne vorbereitet. Jack hört Vaas' Lippen-Pircing-gezupfte-Haut-Schnalzen und kaut ihrerseits gelegentlich leicht auf ihrer Unterlippe. Fragen stellen ist zum jetzigen Zeitpunkt auch auf gar keinen Fall drin, soviel ist klar. Leider. Das Fahrbahngeräusch der klackenden und hallenden Bodenplatten der Brücke von San MyShuno hinüber nach San Sequoia hat sie noch im Kopf. Es war schon fast ein meditatives Geräusch. Seltsamer Weise sind für die irre schönen, sommerlichen Wochenendstunden verdammt wenig Leute auf den Straßen unterwegs, driftet sie gedanklich eine kleine Anspannungspause machend ab, als Vaas Arm erneut den Weg weist, etwa zum siebten Mal. Hinweisschilder, die auf eine Haftanstalt hinweisen, hat es bisher noch keine gegeben?!?? Ah! Doch. Jetzt. Jack spürt, wie sich durch ihren Partner in Crime und Co eine vibirierende Spannung zieht. Jack steuert auf der gegenüber liegenden Straßenseite einen Parkplatz an, der genug Abstand bietet, um sich mit der bevorstehenden Situation vertraut zu machen. Schweigend betrachten sie beide die riesigen und nahezu alles vom Gebäude verdeckenden Mauern, die mit abschreckenden, Haut und Seelenzerfetzenden Stacheldrahtschlingen getoppt sind.
Nach eineinhalb Minuten stellt sie den Motor ab, lehnt sich zurück in Porschitas weiches Lederpolster und fährt sich gefasst durch die Haare, die ihre rechtsseitige Sicht wie gewöhnlich leicht beeinträchtigen. Ohne weitere Umschweife schnallt sie sich ab und dreht ihren Kopf leicht zu ihm, "Ich kann dich begleiten oder hier warten, wie du magst."

Vaas lenkt den Kopf zum vertrauten Gebäude vor dem sie parken und starrt es an. Er lehnt sich zum Armaturenbrett vor und betrachtet die Umgebung. Er wollte herkommen, weil… naja, weil…
Er reibt sich mit der Hand über das Gesicht, presst die Zähne zusammen. Sein Körper ist angespannt. Die beiden Typen, die ihn sonst an Besuchstagen begrüssen, werden sich wundern, warum er ausserhalb der Zeiten auftaucht. Schliesslich fasst er einen Entschluss und steigt aus dem Wagen aus, ohne Jack zu antworten. Es ist ihm egal, wofür sie sich entscheidet. Noch bevor er die Tür zuschlagen kann, kommt ein Geräusch näher. Die Sirenen werden lauter. Prüfend wendet er den Kopf in die Richtung, aus der sie kamen, und registriert den Krankenwagen, der schrill leuchtend an ihnen vorbei auf den Platz fährt. Der Wagen hält vor dem Eingang mit einem scharfen Ruck. Kurz darauf springen zwei Sanitäter heraus und laufen ins Gebäude.
Vaas beobachtet den Lauf der Dinge stumm, ohne etwas davon mit dem Grund in Verbindung zu bringen, aus dem er herkam. Bis der Rettungsdienst die Türen erneut aufstösst, eine Trage zwischen sich, begleitet von zwei Wärtern. Er kann erst nicht erkennen, wer auf der Trage liegt – bis ein Arm ins Freie rutscht. Ein Tattoo. Und Vaas erkennt es unter Tausenden.

Rückblick:
„Was ist das überhaupt?" fragt die kindliche Stimme.
„Wozu gehst du eigentlich zur Schule?" – Nickys Stimme.
„Damit du mich nicht den ganzen Tag nervst, Mom."
Nicky schmunzelt. „Das ist Yin… und Yang", sagt sie und zeigt auf das Symbol, umschlungen von einer Schlange, die hineinbeisst. „Es bedeutet Gleichgewicht. Und das ist etwas, was jemand zerstören kann."


--

Vaas erkennt das Tattoo. Die Linien, die er tausendmal gesehen hat:
Wenn sie sich die Ärmel hochkrempelte... Wenn sie rauchte... Wenn sie ihm den Ellbogen in die Seite rammte und sagte: „Hör auf zu glotzen."
Sein Magen sackt tiefer.
„…Oh ne...", sagt er leise, starrend. „ ne ne ne ne ne ne..."
Er macht einen Schritt nach vorn. Dann noch einen. Wird schneller, bis er auf die Leute zuläuft.
„HEY!" ruft er, die Stimme eine Oktave zu hoch. „HEY STOPP!!"
Ein Wärter hebt die Hand. Vaas ignoriert sie und rennt weiter auf sie zu.
„MOM! HALT DIE SCHEISSE AN! Das ist nich witzig, okay? Das is nich dein Level von Humor!"
Die Trage rollt weiter auf den Wagen zu, klappert dabei metallisch. Einer der Sanitäter dreht den Kopf. Vaas beschleunigt.
„MOM!"
Jetzt ist es kein Witz mehr. Jetzt ist es ein Ruf, der ihm die Kehle zerreisst. Er streckt die Hände aus, um die Trage zu greifen. Muss sehen, was mit seiner Mutter ist – Die Frau, die seit sieben Jahren hinter Gittern sitzt. Die er seit damals nie wieder ohne Glas zwischen ihr und sich gesehen hat. Zwei Hände packen ihn. Einer rammt ihm den Unterarm in die Brust, der andere zieht ihn brutal nach unten. Vaas wehrt sich sofort, kopflos, tritt und schlägt um sich.
„FASST. MICH. NICHT. AN!"
Er windet sich wie ein Tier in der Falle.
„DAS IST MEINE SCHEISS MUTTER! IHR HABT KEIN RECHT––"
Die Wärter drücken ihn zu Boden. Ein Knie im Rücken. Ein Arm im Nacken. Der Schlag raubt ihm die Luft.
„Ey… ey… wartet…" keucht er, dreht den Kopf so weit es geht, sucht sie mit den Augen. Sie ist schon fast weg. Die Trage verschwindet durch die Wagentüren.
„Mom", presst er heraus. „Sag was... Sag irgendeine dumme Scheisse. Irgendwas...oder warum man nicht heulen soll. Oder dass ich n Arsch bin. Irgendwas. Komm schon!"
Nicky bewegt sich nicht. Ihr Gesicht ist unter einer Sauerstoffmaske. An ihrer Hand klebt Blut. Vaas Körper zittert vor diesem dumpfen, namenlosen Ding, das sich Angst nennt.
Wieder windet sich Vaas und knurrt durch zusammengebissene Zähne: „Ich darf mitfahren... ich bin... Familie, Mann! Ich zahl manchmal Steuern, ihr Hornochsen! Ich hab Besuchsrecht! Ich hab Gefühle, verdammt!"
„Reiss dich zusammen", sagt der, der ihn festhält, während der andere mit in den Krankenwagen steigt.
„Keiner fährt jetzt mit, verstanden?"
Dann fährt der Wagen laut kreischend los. Und Vaas muss mit verschrammtem, auf den Beton gepresstem Gesicht zusehen.

Das! Ist nicht gut. Die Szene die sich ihr bietet kommt nicht nur überraschend, sie brennt sich auch in ihre Organe. An der Stelle, wo sie vor Monaten dachte kein Herz mehr zu haben. Trotzdem oder genau deswegen, kann sie sich nicht sofort rühren. Nicht mal als die beiden Typen Vaas übertrieben brutal in Schacht bringen. Diese Wichser! Mit der vertrauten Wut, rückt auch ihre Handlungsfähigkeit wieder ein Stück näher. Jack schaut sich um. Nichts. Scheiße! Im Dodge wüsste sie, wo sie nicht nur nützliche, sondern auch Argumente verstärkende Werkzeuge finden würde. Oi! Moment. Wagenheber (hilfreich), Warndreieck (mäßig schwer und wenig bedrohlich), Verbandstasche (nun...) oder ja! Ein Radkreuz oder Radschlüssel für eine seltsame aber zumindest ablenkend schräge Ninja-Ablenkungsattacke vielleicht?! Einen Versuch ist es wert. So schnell sie kann, stürzt sie sich auf den Kofferraum, um nachzusehen. Auf dem Weg zum Heck speisen ihre Erinnerungen an Vaas' und ihre erste Bestandsaufnahme von ihrer gemeinsam geklauten Porschita ein. Ein unaufgeblasenes Faltrad und einen abgelaufenen Verbandskasten hatten sie entdeckt, aber - Shit! Kein weiteres Bordwerkzeug war dabei gewesen. Die Klappe des Kofferaums springt auf, Strubbels Blick scannt. "Oooh" entfährt es ihr gerührt und amüsiert. In einer Seitentasche entdeckt sie einen amtlichen Schwung an diversen Kabelbindern in verschiedensten Größen, eine Küchenrolle nebst Glasreiniger und ein Cockpittuch-Set. Wäre die Lage nicht so ernst, würde sie sich jetzt lachend die unpassenden Glitzerklamotten vom Leib reißen und sich gierig auf ihn werfen. Aber nein. Stattdessen reißt sie die Bodenbedeckung über der Notradstelle auf und hoch. Und da ist es. Das Tool zum Radmuttern lose drehen. Als Kreuz.
"Alles klar, Ninja-Time." Mit aller mobilisierbarer Energie, hält sie auf das Grüppchen zu. Drei von ihnen verschwinden im Krankenwagen, wobei der Fahrer nicht ausgestiegen ist. 'Ist das nicht komisch? Warum ein Fahrer und zwei Sannis?!' Ihre Wahrnehmung stolpert ungewollt weiter und kann die Überprüfung der Kennzeichnung und Beschriftung des Einsatzfahrzeuges nicht analysieren und überprüfen, viel zu sehr zieht das Bild von Vaas und dem zurück gebliebenen Typen an ihren Sinnen. "HEY!" ruft sie ruhig und fest aus, bestehende Meter zwischen sich und den drei verbliebenen Personen verringernd. "Es reicht jetzt. Sofort los lassen oder du brauchst ein neues Gesicht" lässt sie dem Wärter zukommen, der ihn noch immer am Boden hält. Der zweite, der sich einen Schritt zurück gezogen hat um nach seinen Handschellen zu greifen, entscheidet sich um und bewegt die Hand zum Walkie-talkie. "Verdammt nochmal ja. Ruf deine Kollegen und noch weitere Zeugen für euren Amtsmissbrauch dazu. Ich verklag euch die Ärsche und hab nix gegen eine Gegenanzeige wegen täglichem Übergriff. Na? Braucht ihr eure Jobs oder was?!?!?", brüllt sie zunehmend lauter werdend und lässt das Kreuz zwischen Zeige- und Mittelfinger kreisen. Mit kampfbereitem Blick, fixiert sie den Kerl der über und auf ihrem Partner hockt. "Schwing dich, wenn du neben deinem erbärmlichen Einkommen auch noch deine Vorderzähne behalten willst, Mann."

„Stopp. Einen Schritt weiter und ich setz das Ding ein." sagt der Wärter über Vaas, das Knie immer noch im Rücken, eine Hand in dessen Nacken und die andere Hand greift zum Taser. Der zweite Wärter bleibt einen halben Schritt zurück, die Hand am Funkgerät. Sein Blick geht zwischen Jack, dem Radkreuz und Vaas hin und her, kalkulierend. Vaas hebt den Kopf. Blut im Mundwinkel. Sein Blick schiesst zu Jack.
„Waffe fallen lassen", sagt der mit dem Taser. „Jetzt. Das ist Ihre letzte Warnung." Der Wärter weicht keinen Millimeter vom Protokoll ab.
„Jacky... wenn du dich nicht vollpinkeln willst, mach was er sagt." keucht Vaas, leicht besorgt.

Strubbel sagt nichts und zieht lediglich innerlich eine Wut-Schnute. 'Verdammt!' Ihre Augen scannen die Mauer und den Eingangsbereich mit den Kameras. So sehr sie die Eskalation reizt und das Pallietten-Stirnband, welches sich mit viel Wohlwollen Rock nennen darf, sie in keinster Weise in ihren Bewegungen einschränkt. Es geht nicht. Hier hängt soviel mehr dran als sich unangenehm einzupinkeln. Sie kann es nicht riskieren, auch wenn die Anwälte ihrer Familie das im Null-Komma-Nix wegregeln würden und sie ausschließlich mit körperlichen Blessuren davon kommen würde. Vaas braucht keine weiteren Verletzungen und sie müssen dem Krankenwagen hinterher. Schnellstmöglichst. Das Ärmchen über dem Rand der Trage und die Beatmung sahen verfickt besorgniserregend aus. Sie müssen so schnell es geht zu Porschita, und zwar bevor Verstärkung für den Lappen von Wärter am Funker kommt.
"Also schön, ich ergebe mich zuerst. Und Sie lassen den Sohn des Krankenopfers dann laufen, abgemacht?!" geht sie in die Defensive und bewegt ihre Hände und das Werkzeug zum Boden. "Wir wollen doch alle aus unterschiedlichsten Gründen nicht, dass Sie vor den Kameras zwei Zivilisten zusammenschlagen, wo hinter Ihnen im Gebäude garantiert die Kacke am dampfen ist und sie Ihre Kameraden unterstützen sollten, das Chaos zu regeln, aus dem höchstwahrscheinlich die Insassin schwerverletzt herausgezogen wurde", versucht sie es mit einem anderen Motivationsgrund. Ein Blick und ein kaum sichtbares Nicken gehen zu Vaas. 'Nicht tot, schwer verletzt!' "Ich gehe drei Schritte vom Kreuz weg und Sie lassen ihn jetzt los, okay?!"

Als das Radkreuz klirrend auf dem Asphalt aufkommt, senkt der Wärter den Taser minimal, die Haltung bleibt angespannt. Er beobachtet Jack und sagt nach ihren drei Schritten: „Sie bleiben genau da stehen. Keine plötzlichen Bewegungen." Er wirft einen Seitenblick zum Kollegen, der noch immer bereitsteht, dann zurück zu Jack. „Gut. Das hier läuft jetzt wie folgt ab: Ich gebe ihn frei und sie beide kehren zu Ihrem Fahrzeug zurück. Sofort. Wenn Sie das Gelände nicht innerhalb der nächsten Minute verlassen haben, werden Sie angezeigt wegen Behinderung eines Rettungseinsatzes, Nötigung, Bedrohung und Hausfriedensbruchs. Verstanden?" Dann lässt er Vaas los und richtet sein Blick auf ihn, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht aufrichtet. „Für Sie gilt dasselbe. Der Abtransport war medizinisch indiziert, keine Auskunftspflicht. Sie können sich morgen an die Leitung wenden. Heute ist vorbei." Er bleibt stehen, beobachtet beide, die Hand noch immer am Taser. Der Unterton in seiner Stimme ist deutlich: Noch ein falscher Zug und das wars. Vaas stützt sich mit einer Hand auf dem Asphalt ab. Die Luft brennt in seiner Kehle, sein Herz hämmert wie ein Faustkampf von innen. Er sieht Jack an. Dann das Radkreuz auf dem Boden. Langsam kommt er hoch. Mit angepisstem Unterton sagt Vaas: „Einfach... pfff... gehn?! Okay, danke für nichts, ihr gebügelten Geisterfahrer mit Plastikgehirn." Als der Wärter den Taser wieder greift, hebt Vaas die Hände, als Zeichen: Alles cool. Keine Show mehr. Ich behalt mein Besuchsrecht und ihr tasert keinen von uns. Er dreht sich leicht zur Seite, zieht das Shirt glatt, klopft sich den Dreck von der Hose. Dann schnaubt er. „Aber wenn sie stirbt?" fragt er plötzlich. „Wen beschuldige ich dann? Euch? Mich? Oder... das System? Eure Mütter würden sich schämen!" Er schiebt verächtlich den Unterkiefer vor. „Gibts für die Nummer eigentlich n Orden oder nur n harten Schwanz beim Einschlafen?" Dann dreht er sich um, ohne Jack aus dem Blick zu verlieren. „Komm, Strubbel. Bevor ich noch was gemeines sage." Auf halbem Weg, dreht Vaas sich zu den Wärtern um, geht rückwärts und streckt ihnen beide Mittelfinger entgegen. „Das vergess ich euch nicht, ihr Wichser." sagt er mehr zu sich selbst.
Er öffnet die Beifahrertür und setzt sich in den grünen Porsche. Im Sitz drückt er den Rücken durch, streckt sich, versucht ein Knacken herbei zu führen, holt Luft und…. Hält sie an. Wäre er allein würde er jetzt schreien. Doch er pustet die Luft langsam aus und sackt dabei im Sitz zusammen.
„Konntest du was sehen…?" fragt er grade aus starrend. Wie schlimm hat es sie erwischt? Und verdammt, wieso?!

Mit aller Mühe zwingt sie sich bei ihrem Rückwärtsgang einen weniger feindseeligen Blick auf. Die Stimmung ist so spannungsgeladen, dass man sich beim Eintreten in den Kreis der Betroffenen einen nicht minder schweren Stromschlag einfangen könnte, als der Taser vermutlich abgeben würde. Jack nickt bestätigend zu seinen Forderungen. Als der zu Boden gepresste sich e n d l i c h aufrappeln kann, sackt ihr Herz einmal in die Magengrube und arbeitet sich danach wieder mühevoll an seinen Platz. Kurz bevor sich Erleichterung einstellen will, macht Vaas den Mund auf und zeckt in Richtung der Beamten, was absolut nachvollziehbar ist, aber ihre zurückgewonnenen Verfolgungschancen schmälert. Jack leckt sich nervös über die Lippen, als die gequälte Frage der Zuständigkeit für die getragene Verantwortung im Worst-case-Fall fällt. 'Fuck.' Dann treffen sich ihre Augen und sie weiß, dass sie jetzt gehen können. Während Vaas sich verabschiedet, ist sie hinterm Steuer und schnallt sich an. Die linke Hand umfasst eine Spur zu intensiv das Lenkrad. Als Vaas neben ihr im Sitz landet, startet sie den Motor.
"Ich habe kaum etwas von deiner Ma sehen können, war zu weit weg" antwortet sie ihm. "Aber was ich sagen kann ist, dass sie nur eine einfache Sauerstoffmaske bekommen hat, keine mit Beutel dran. Das bedeutet, dass sie noch selbst ausreichend atmen kann." Ihre Hände liegen kurz nebeneinander auf dem Lenkrad und blicken abschätzend auf die Straße, dann beginnt sie das Wendemanöver, während sie weiter spricht. "Und sie hat keine Nackenkrause zur Wirbelsäulenstabilisierung getragen, ihr Kopf war zudem auch nicht fixiert. Das können wir positiv werten." Der Motor heult kurz auf, bevor sie den nächst höheren Gang einlegt und erneut über das Maß beschleunigt. Höchstwahrscheinlich werden sie sie ins Crosspoint-Medical-Center bringen. "Aufgefallen ist mir noch, dass sie zwar Blut an sich hatte, aber an ihrer Kleidung keine schweren, kritischen Wunden, beziehungsweise starke Blutungen erkennbar waren. Oder ein Fremdkörper in ihr gesteckt hat", nimmt sie den Antwortsfaden wieder auf, dabei fliegen ihre Finger über Simsmaps, den Blick zwischen Straße und Display hin und her pendelnd. "Es ist also gut möglich, dass sie - da der Rettungsdienst ohne weitere Checks umgehend losgebrettert ist - uneinsehbare Verletzungen hat, deren Schwere und Umfang nicht klar sind. Faktor Zeit spielt dann einfach eine Rolle. Innere Blutung vielleicht, durch ne Schlägerei mit unfairen Mitteln oder ähnliches, vermute ich." Jack schluckt trocken und wendet sich ihm so lange der Weg es zulässt zu. Quälende Stille, sie sieht wie sehr er mit der Situation und sich zu tun hat.
"Es wird sehr sehr ernst sein, ja. Aber es besteht zumindest die Möglichkeit, dass sie nicht... zumindest noch nicht in Lebensgefahr schwebt. Wir beeilen uns."

Vaas sagt erst nichts. Er sitzt schief im Beifahrersitz, der Gurt schneidet ihm unangenehm über die Schulter, aber er rückt ihn nicht zurecht. Seine Finger hängen locker am Lippenpiercing, diesmal ohne zu spielen. Er hört Jack zu. Das klingt vernünftig. Klingt logisch. Er mag, dass sie versucht, Ordnung reinzubringen, Zahlen, Abläufe, Wahrscheinlichkeiten. Ein Teil von ihm klammert sich sofort daran. Aber ein anderer Teil zieht sich zurück. Sein Blick bleibt stur geradeaus. Irgendwas in ihm dreht sich im Kreis. Jack spricht weiter, sachlich, beinahe zärtlich in ihrer Rationalität, und er will ihr glauben, dass Sauerstoffmasken ohne Beutel und keine Halskrause gute Zeichen sind. Dass kein Fremdkörper in seiner Mutter steckte, zumindest keiner, den man sah. Aber glauben bedeutet hoffen. Und Hoffnung ist... tückisch. Sie nimmt dich in den Arm, und dann bricht sie dir die Rippen.
Er hatte sechzehn Jahre mit ihr. Und seit fünf Jahren besucht er sie. Und er wird es weiter tun. Zweiunddreissig weitere Jahre. Vielleicht mehr. Ein Leben lang, wenns sein muss.
Wenn sie jetzt stirbt …
Er zuckt kaum merklich mit der Schulter.
Was macht das für einen Unterschied, denkt er, und hasst sich sofort dafür.
Er blinzelt langsam, dann presst er die Zunge gegen den Gaumen, stützt den Ellbogen ans Fenster und sagt mit einer Stimme, die kein bisschen Hoffnung trägt:
„Es bringt nix, ins Krankenhaus zu fahren. Die lassen uns eh nicht rein. Die werden mich schon anrufen... Und wenn sie mich sie nicht besuchen lassen …" Er zuckt mit dem Kiefer. „Dann ist das wohl kein schlechtes Zeichen.."
Er kratzt sich mit dem Mittelfinger unter der Nase, dann tippt er mit demselben Finger gegen die Scheibe.
„Halt an. Ich muss mir die Beine vertreten."

Ohne mit der Wimper zu zucken setzt Strubbel den Blinker, zieht an den Straßenrand und bringt den Porsche zum Stehen. Die Beifahrertür klickt dumpf auf, noch bevor der Motor verstummt. Jack bleibt für einen Moment sitzen, bevor sie ebenfalls aussteigt. Es ist verständlich, dass er Luft braucht, dass der ganze Wahnsinn und die Angst ihn auseinander nehmen. Sie kann förmlich sehen, wie er gegen sich selbst kämpft. Sein Kommentar 'bringt nix' ist ein eindeutiges Indiz dafür. Sie weiß das, weil sie beim Tod ihres Großvaters ähnlich drauf war. Zumindest für eine Weile. Jack erinnert sich gut an das Gefühl der Verzweiflung und Schuld. An den Fluchtimpuls.
An die Überforderung.
Daran, an das Bett auf der Intensivstation zu treten und ihren Granpi dort liegen und krepieren zu sehen. An den Wunsch es nicht getan zu haben, weil sich der Anblick so dermaßen widerlich auf ihre Netzhaut gebrannt hat. Sie vollkommen zerstört hat. Aber im Nachhinein war es gut, dass sie sich zumindest verabschieden konnte. Und sie hätte es weitaus mehr bereut, sich nicht überwunden zu haben, so fürchterlich die Minuten auch waren, sie brachten auch Heilung.
Entschlossen öffnet sie ihre Tür und geht zu einem Viertel um ihr Auto herum und setzt sich Sekunden später vorsichtig und ohne Schuhe auf die Haube und wartet. Ist einfach da. Vaas soll sich ohne weiteres Kopfkino ihrerseits angestoßen zu bekommen, sammeln. Bevor sie nochmal darüber sprechen und sie versuchen wird, sie beide ins Krankenhaus zu schleusen. Einen groben Plan hat sie schon.

Vaas bleibt noch einen Moment reglos, neben dem Auto stehen. Dann geht er los. Die Straße liegt leer da, bis auf ein paar vereinzelte Autos, die mit abweisendem Heulen vorbeiziehen, wie Gedanken, die man nicht zu fassen kriegt.
Er macht einen Schritt nach dem Andern. Hört dem Rauschen in seinen Ohren zu. Zehn Schritte weiter bleibt er stehen. Die Hände in den Hüften, Rücken zum Auto und legt den Kopf in den Nacken. Man könnte meinen er habe Rückenschmerzen. Es ist nicht auszumachen was in ihm vor geht. Dann sackt er vornüber, stützt sich mit den Händen auf die Oberschenkel und atmet tief durch, wie nach einem Marathon. So bleibt er, lässt den Kopf hängen und denkt: Fuck Mann. Weil er nicht wirklich weiss was er tun soll. Ausser darauf zu warten, dass die ihn über den Stand der Dinge informieren. Wie gerne würde er Boom auf die Typen hetzen die diese dämlichen Regeln aufgestellt haben. Was solls….
Vaas richtet sich auf, dreht sich um und kommt zurück zum Wagen. So, als wäre nichts gewesen. Als er beim Auto ankommt, mustert er Jack, die noch immer auf der Haube sitzt. Er bleibt vor ihr stehen, schaut sie ein paar Sekunden an und sagt in trockenster Tonlage:
„So. Und? Ficken wir jetzt endlich oder was?"

Strubbel weiß durch ihre Biografie nicht so viel über Zwischensimlichkeiten, die nicht unter dem Druck oder dem stummen Einfluss eines starken Abhängigkeitsverhältnis stehen. Ihr Schmalspurwissen auf dem Gebiet entstammt überwiegend aus analysierten Filmen und Serien. Die mafiösen Strukturen ihrer Herkunft waren im Real-life dahingehend sehr einseitig schulend. Aber dass Vaas sich gerade über ihre gemeinsame und nicht unübliche Art des miteinander Vögelns nach überfordernder Stresssituationen zu regulieren versucht, ist auch für sie greifbar. Hier geht es darum, dass er Kontrolle zurückgewinnen will, indem er etwas steuert. Er ist circa einen halben Meter von ihr entfernt. Jack rutscht schweigend von der Haube runter, steht auf, verringert den Abstand zwischen sich und ihm so weit, dass ihre Nase ihn wahrnimmt und sie sich fast berühren. So wie er vor ihr steht, riecht er nicht nach Geilheit, sondern nach Adrenalin und... Angst?! Letztere ist eine neue Duftnotenkomponente, die sie noch nie zuvor an ihm wahrgenommen hat. Sie macht einen kleinen, bestimmten Schritt rückwärts, um ihm bequemer in die Augen gucken zu können. Fest und weich zugleich. "Willst du wirklich Sex oder nur, dass irgendetwas aufhört? Wenn ja, dann sag's nochmal und wir tun's. Sofort." Ladyboss fasst sein Shirt mit drei Fingern und zieht sich sanft ein Stück näher, legt die Finger auf den Stoff und gibt leichten Druck mit den Fingerspitzen der sagt, ich bin da.
"Wenn nein, dann lass mich dir helfen, einen gemeinsamen Weg zu finden" nickt sie knapp und löst die Berührung, damit er überprüfen kann, ob er wirklich körperlich werden möchte. Auch auf die Gefahr hin ihn zusätzlich zu überfordern, bietet sie ihm an, "Erst bringen wir dich zu dir zurück," die Rückzughand setzt Verständnis stärkende Berührungsimpulse auf seiner Brust, "und dann bring ich uns in dieses Krankenhaus, zu deiner Ma rein." Sie spürt ihn ausatmen, seine in die Hüfte gestemmten Arme verlieren einen Bruchteil ihrer Anspannung. "Ohne, dass jemand auf uns aufmerksam wird und es Probleme nach sich zieht. Ich kann das."

Jack sieht ihm in die Augen, stellt ihre Frage und bietet zwei Optionen. Vaas Blick flackert auf. Er reagiert nicht auf ihre Worte. Oder auf die Analyse oder die saubere Brücke, die sie ihm baut. In dem Moment, in dem sie innehält, in dem sie ihm Raum lässt, trifft er eine Entscheidung, die nichts mit ihr zu tun hat. Er packt ihr Handgelenk und drängt sie wortlos rückwärts gegen die Haube. Sein Atem ist rau, seine Lippen auf ihren, wandern zum Hals. Das stellt seinen Kopf aus. Vaas ist jetzt jemand, der keine Sekunde mehr damit verschwenden will, nachzudenken. Er zögert nicht, schiebt den glitzernden Fummel hoch und mit einer Hand den Knopf seiner Hose auf. Vaas Kehle stösst ein kehliges „Fuck, ja..." hervor, seine Hüfte treibt. Er stützt sich mit einer Hand neben ihr ab, die andere presst ihr Becken gegen seines. Er keucht, lacht kurz auf, obwohl sein Körper zittert vom Adrenalin. Jack krallt sich in seine Schultern. Die Welt rundherum existiert nicht mehr. Bis sies doch tut...
Er hört ein dumpfes Klacken von Türen, das metallische Nachsurren eines Auspuffventils, dann Stimmen. Als Vaas über Jack hinwegschaut, fängt sein Blick Blaulicht in der Chromleiste des Porschedachs ein. Ein Polizeiwagen. Zwei Uniformierte, die langsam näher kommen.
Vaas lächelt breit mit einer Spur seines üblichen Wahnsinns in den Augen und lehnt sich noch näher über sie, seine Stirn an ihrer.
„Strubbel...", flüstert er. „Stört dich Publikum?" Seine Stimme ist rau. „Weil ich hab kein Problem damit." Er keucht in ihre Halsbeuge, aber sein Blick ist glasklar, direkt auf den Polizisten gerichtet, der offenbar noch nicht sicher ist, was er hier überhaupt sieht. Vaas Körper bewegt sich rhythmisch gegen Jack, seine Hand wandert unter ihr Oberteil.
In seinem Kopf schreit es: WAS?!? Seid ihr alle geil auf mein Leben oder was?! WIE VIELE LEUTE NOCH?! WOLLT IHR MITMACHEN ODER WAS?! STELLT EUCH HINTEN AN!
Nach aussen wirkt er gelassen, weil er sich nicht auf alles gleichzeitig fokussieren kann. Er schliesst die Augen, konzentriert sich auf das Gefühl, stöhnt und tut als wäre da grade nicht schon wieder die Möglichkeit in den Staub gedrückt zu werden. Wobei er weiss, dass Streifen sich anders verhalten als Knastwärter.
Als der ältere der beiden Uniformierten endlich versteht sagt er müde, als wäre das auf den Strassen von Sequoia nichts neues: „Könnten wir Sie beide bitten, einen Schritt Abstand voneinander zu nehmen."
Vaas öffnet die Augen, bewegt sich schnaufend weiter und meint: „Stressabbau.... Medizinisch indiziert.... Könnt ihr soogeln."

Sein Griff und der flüchtige, halbe Kuss bedienen die Regler umgehend. Mit dem hochgeschobenen Glanzstück keucht sie auf und reißt sich den Slip einbeinig herunter, während Vaas seine Hose öffnet. Jack ist bereit für die körperliche Entladung, sie will sie ebenfalls. Das Ficken wird ihnen beiden gut tun. Gleich mit dem ersten Beckenkontakt fühlt sie seine harte Mitte und bringt ihre Hände seine Bewegungen bestätigend auf seine Schultern und zieht sich näher. In ihre einseitig aufgeladenen Sinne hineinspürend, schaltet sie den Problemlöse-Modus aus. Die Pobacken beginnen gerade, das Metall unter sich anzuwärmen, als sich die Stimmung verschiebt. 'Was zum-' Sie räuspert sich mit einem Lachpruster... Es ist einfach zu absurd. Auf seine Frage, ob Zuschauer ein Problem darstellen, grinst sie verächtlich und hebt die Narbenbraue. Dann ein unnötiges Kopfschütteln, währenddessen ihr Körper mit dem vorgegebenen Rhythmus mitgeht. Nachdem einer der zwei Beamten seinen ersten Abbruchversuch unternimmt, flüstert sie Loverboy zu: "Lass gleich kurz von mir ab und dann, wenn sie denken wir spielen mit, dreh ich mich um und du hast kurz Zeit dich neu auszurichten. Und wenn du dich traust, nimm mich kurz und scharf vor ihren Augen im Doggy Style." Die erneute Motorhaubenpartnerin glimmt ihm zu, dann schnappt sie aufgekratzt nach seinem rechten Lippenpiercing. "Ich will ihnen und ihrem Scheiß-System ins Auge blicken, wenn du mich fickst. Und ich sage dir, ich brauch nicht viel mehr als eine Versenkung, Vaas. Bitte bring mich und lass uns dann abhauen, die Anzeige kommt so oder so zu mir nach Haus." 'Und das hier, ist es mit definitiv wert!' Mit leuchtenden Augen, schaut sie ihn an.

Ein Polizist tritt näher, die Hand noch immer am Gürtel, sichtbar genervt, aber bemüht, den Schein zu wahren. Der zweite bleibt etwas zurück, scannt nervös das Umfeld, vermutlich in der Hoffnung, hier keine Eskalation zu provozieren. Beide tragen den Ausdruck jener Beamten, die wissen, dass ihnen gerade eine Szene entgleitet.. aber nicht genug entglitten ist, um handgreiflich werden zu dürfen.
Vaas hebt den Kopf, sein Blick flackert zwischen Jacks Augen und den Cops. Der letzte Rest Adrenalin verbrennt in seinen Venen zu einem irrwitzig klaren, elektrischen Fokus. Ihr Flüstern, ihr Blick, das alles schlägt ihm mit einer Wucht in die Brust, die er nicht erwartet hat. Er sieht Jack an und denkt: Du bist irre. So irre wie ich. Das macht dich perfekt.
„Hände dahin wo wir sie sehen können!" befiehlt der ältere der Uniformierten.
Klar, kein Problem. Denkt Vaas und hebt die Arme wie zur Kapitulation aber übertrieben langsam, während Jack sich noch festhält und sich weiter mit ihm bewegt.
„Gentlemen!", ruft er, „Ich seh ein, dass das hier... nicht ganz standardisiert abläuft. Vielleicht sogar... ein Verstoß gegen Verkehrsrecht §69 – Erregung öffentlichen Verkehrs, oder wie das bei euch heisst."
Der ältere Polizist seufzt. „Wir können das auch auf der Wache klären, Mister Del Toro."
„Oh, Namen sind jetzt im Spiel? Jetzt wirds intimer." Vaas zieht die Augenbraue hoch, die Hände oben aber unbeirrt weiter die Hüfte bewegend. „Ihr wollt doch nur, dass wir aufhören damit ihr nicht auf der Kamera seid, wie zwei Cops zwei latente Exhibitionisten am Explodieren hindern."
Der jüngere Cop schaut irritiert zwischen Jack, Vaas und der offenen Hose hin und her. Der ältere hebt die Hand und brummt:
„Sie ziehen sich jetzt sofort an. Sonst geht das in Handschellen weiter."
Vaas legt theatralisch eine Hand aufs Herz. „Oh nein, nicht das Wort! Du weckst Hoffnungen, die du niemals erfüllen kannst."
„Wir kennen Sie, Del Toro. Wir wissen, wie das endet. Also entweder Sie beenden den Zirkus hier selbst … oder wir tuns. Es liegt an Ihnen."
Vaas grinst schräg. „Na dann… Schlussakt, oder?" Er zwinkert Jack zu. Einen Herzschlag später weicht er langsam von ihr zurück, zieht sich raus. Die Hände in der Luft. Die Polizisten entspannen sich sichtlich obwohl sie Vaas Bereitschaft jetzt gut zu sehen kriegen.
Und dann tut Jack genau, was sie angekündigt hat: dreht sich um, beugt sich scheinbar resigniert über die Haube, spielt mit ihrer Position und zieht sich den Stoff zurecht. Vaas zögert keine Sekunde.
Er tritt hinter sie, packt sich, packt sie und sein Becken schlägt tief und hart auf. Der Sound ihres Stöhnens schneidet durch die Luft und lädt ihn auf.
Die Beamten erstarren. Vaas Grinsen ist breiter als der Horizont. „Dokumentiert ihr das gerade? Ich will 90% wenn ihr das auf Onlyfans hochladet!"
Er stösst weiter und drückt sich fest an sie. Für diese eine Versenkung, wie sie es nannte. Und die Vorstellung, wie sie davor angekündigt hat, wie scharf es sie macht, wenn sie die zwei Pfeifen ansehen kann, vollendet ihn lautstark.



'Boaaaah scheiße ja!' Strubbel schließt mit genießerischem Blick die Augen und spannt ihre Zentrumsmuskukatur an, als Vaas sich zurück zieht. Diese Reibung... sie stöhnt leise, kaum hörbar. Dann treffen sich ihre Blicke wieder, alles was sie braucht, ist da. Alles. Sie folgt dem Abstand leicht zitternd, steht auf, streckt den Rücken durch und dreht sich langsam, ebenfalls mit erhobenen Händen um und senkt ihren Oberkörper über die Haube. Ihr Blick ist herausfordernd, fast trotzig auf den passiveren Typen in Blau geheftet. Sie zieht den Stoff ihres Rocks zum zweiten Mal hoch, atmet aus und platziert ihre Handflächen fast rituell auf der Haube. Gerade hat sie ihren Schoß gedanklich geöffnet, als Vaas Härte sie unerbittlich öffnet und mit einem drängenden Zug bis zum Anschlag einnimmt. Sofort lässt sie sich klangvoll in die Vereinigung fallen und kann (leider) den Blickkontakt zu dem Affen im Dienst nicht halten. Hitze flammt auf und nach dem dritten, herrlichen Stoß und im Rhythmus angekommen, nimmt sie abwechselnd die Männer ins Visier. Leider ist sie zu geil und zu sehr in der Verbindung, als dass sie die Beamten genauestens analysieren kann. Was sie wahrnimmt ist ein ungläubiges, fast schon ratloses Gesicht von dem jüngeren Kerl und ein ziemlich genervtes Irgendwie-hab-ichs-geahnt-Gesicht von dem älteren, der sich langsam auf sie zubewegt. Ihr Blick bleibt auf dem Grauhaarigen hängen und übermittelt stumm aber klar ihre Einstellung zu ihm und seinem Kollegen.
Diese abartigen Stellvertreter von 'Recht und Ordnung', in ihrer verfickten Position ungehindert Macht über die kleinen Leute auszuüben.
Zu diesem Staat,
zu diesem System.
Einem System das in echter, emotionaler Not nicht hilft, sondern Sims in ihrer Ohnmacht hält oder sie komplett im Stich lässt. Oder schlimmer: Bedürftige einfach wegreißt oder davon abhält, zu dem einen und allerwichtigsten Sim zu gelangen, den man hat.
Jack presst teils vor Genuss, teils vor Genugtuung die Kiefer zusammen. Aber diese Verbindung hier und jetzt, wird niemand außer Pfirsi und Aubi trennen. Sie entscheiden über diesen Moment. Niemand. Sonst.
Jacks Bewusstsein kippt zurück in ihre Körperempfindung und sie hört Vaas finaler und lauter stöhnen und dann kommt sie auch schon - laut, zitternd und bebend.

Die Szene vor dem Porsche wirkt wie ein Verkehrsunfall – keiner will hinsehen, aber niemand kann wegsehen. Der jüngere Polizist steht regungslos mit offenem Mund da. Seine Pupillen flackern zwischen Jack, Vaas und dem Bordstein herum, als würde er sich wünschen, das Bild irgendwie löschen zu können.
Der Ältere hingegen… hat den Scheiss kommen sehen.
Er schnaubt, zieht langsam seinen Gürtel nach, um sich erst rückzuversichern, dass sein Pfefferspray noch am Platz ist. Dann atmet er durch und hebt eine Hand halbherzig.
„Genug jetzt." sagt er mit einer typischen Beamtenmüdigkeit, die sagt: Ich hab schon Kacke gesehen aber das gewinnt den Pokal.
Er geht zwei Schritte näher, bleibt aber mit bewusstem Abstand stehen.
„Herr Del Toro. Sie, Frau..." er zögert, während Jacks Nachbeben sichtbar durch ihre Schultern flackert, „… wasauchimmer. Ich gebe Ihnen genau zehn Sekunden, um sich zu sammeln, die Kleidung in einen rechtlich vertretbaren Zustand zu bringen und von diesem verdammten Fahrzeug wegzutreten."
Der jüngere Polizist blinzelt endlich.
„Sollen wir… Verstärkung oder…"
„Nein." Der Ältere hebt die Hand, ohne Vaas und Jack aus den Augen zu lassen. „Sie steigen jetzt sofort voneinander runter!"
Der Jüngere bleibt unsicher. Offensichtlich hat er das Bedürfnis etwas beitragen zu müssen.
„Weil das... also... das ist... illegal." murmelt er.
Vaas zieht die Hüfte extra langsam zurück, stützt sich breit grinsend auf die Haube und wischt sich Schweiss von der Stirn.
„Illegal geil vielleicht." Meint er erschöpft aber zufrieden, bevor er schliesslich sein bestes Stück einpackt. „Aber danke für den Service. Wir waren eh fast fertig. Also... fuck the law und so."
Der Ältere ignoriert den Kommentar. „Sie haben jetzt exakt drei Optionen: Erstens – Sie kooperieren, wir machen das hier kurz und schmerzlos für alle. Zweitens – Sie diskutieren, und Sie kommen mit aufs Revier. Drittens – Sie drehen durch, und dann dürfen Sie alles dem Betonboden erzählen."
Vaas verschränkt die Arme und grinst.
„Spannende Auswahl. Was ist mit Option vier: Ich schreib euch nen Song, nenn ihn ‚Zwei Cops, ein Dildo' und wir vergessen das Ganze?"
Der Ältere hält kurz inne.
„Noch ein Spruch und Sie bekommen eine Einladung zum Probesitzen im Streifenwagen."
Vaas Augen blitzen. Er hebt beide Hände.
„Okay, okay. Chill mal deine Vorschriften. Sag doch einfach wieviel es kostet."
„Kommt drauf an, ob einer von Ihnen nochmal schlau daherredet", sagt der Ältere und tippt sich an die Brust. „Bodycam läuft."
Vaas schaut direkt rein, senkt den Kopf ein wenig, als spräche er ins Mikro. „Yo, Mama. Wenn du das siehst – ich hab dein Erbe verteidigt. Und Jacks Ehre. Mit Würde. Und einem harten. Peace."
Der Ältere zuckt nicht mal.
„Hast du das Kennzeichen notiert?", fragt er unbeeindruckt den Kollegen. Dieser holt nervös seinen Pad heraus und nickt:
„Ist auf eine Felicitas Gabriela Elliot zugelassen. Passt zum Foto. Kein Diebstahl gemeldet. Und der Herr daneben ist ja... bekannt."
Vaas inneres macht einen freudigen Sprung. Einerseits blöd, dass sie Jack jetzt notiert haben, andererseits hat sein Papiere-Typ 1A Arbeit geleistet.
Der Alte nickt nur knapp. Dann wendet er sich wieder zu Vaas und Jack: „Sie erhalten in den nächsten Tagen Post und Sie haben jetzt genau fünf Minuten. Dann ist der Wagen verschwunden, und Sie beide mit ihm. Wenn ich Sie heute noch einmal sehe, gibts kein Gespräch mehr."
„Fünf Minuten?" Vaas sieht zu Jack. „Willste nochmal? Könnt aber knapp werden."
Der Alte dreht sich weg und murmelt: „Ich brauch mehr Geld…"
Vaas wendet sich in Richtung Beifahrerseite und ruft: „Seid ihr sicher, dass ihr nicht mitwollt? Ich hab noch genau…" – er schaut Jack an – „…eineinhalb Schübe Restenergie. Danach kuschliger Shutdown. Nur heute."
Die Polizisten reagieren nicht, während sie zurück zum Streifenwagen gehen.
Vaas lässt sich glücklich in den Beifahrersitz fallen und schliesst die Tür. „Weisst du was? Ich fühl mich jetzt besser. Ficken gegen die Staatsgewalt. Sollten wir öfter machen."

Die Überforderung des beuniformten Grünschnabels ist einfach nur herrlich. Als er vor sich herstammelt und sich an dem Wort illegal festhält, als wäre es seine Daseinsberechtigung für den Moment, muss Jack trocken auflachen. Sie beschließt ihn zu ignorieren - zu mehr ist er nicht wert. Als ihr Geburtsname fällt, friert sie für einen kleinen Moment ein. Sie hat ihn zum letzten Mal von einem Sim außerhalb ihrer Familie aussprechen gehört, als sie vor einer momentan gefühlten Ewigkeit im Krankenhaus erwacht war. Das war nach dem Überfall und Übergriff im Büro ihres Vaters, als sie aus ihrer Teilamnesie erwacht war. Kurz darauf hatte sie beschlossen, sich einen neuen Namen für sich auszusuchen. Und das hatte sie getan. Ein neuer Name und ein bisher überwiegend neues Leben... mit wildem, chaotischen, System sprengenden Porsche-Hauben-Sex, Festival Besuch, Freunde finden, eigener Wohnung nebst mords geiler Klamottensammlung. Und das alles außerhalb des Radars ihrer Fam. Strubbel schüttelt sich klärend und weiteren Druck abbauend die Haare auf, dann ruppelt sie ihr Oberteil und das funkelnde Palliettengerät zurück über ihre Intimzone. Mit der Anzeige, wird sich mindestens ihr Vater, wenn nicht sogar der kleine Speichellecker, die rechte Hand ihrer Großmutter blicken lassen. Sie seufzt jetzt genervt und hebt ihr Kinn. Eine Spur höher, als gewöhnlich. Sollen sie doch, die Nummer hier war es sooooo wert! Den Nachwehen, denen sie sich dann allein stellen muss, wird sie sich widmen, wenn es soweit ist. Vorerst, wird sich die Ladyboss-Auberginenkönigin von diesem Tag noch nehmen, was sie kriegen kann - sie ist elektrisiert, berauscht und Tatendrang-ig as fuck. Egal ob sie jetzt zurück fahren und Zitronen unter dem Bett hervorholen, in eine Dönerbutze einfallen, doch das Krankenhaus infiltrieren oder einfach nur in irgendeinen See oder ihre Badewanne mit Whirlpool hoppsen - oder einfach ein Mittagsschläfchen machen ist. Alles gleich geil.
Mittlerweile ist der Dialog zwischen Vaas und dem Alten Mann auch beendet und Jack schnappt sich ihr Höschen und die Schuhe - die drei Teile landen zwischen seinen Füßen. Binnen fünf Sekunden brummt Porschita vertraut und tief röhrend auf. Erst dann dreht sie sich zu ihm um und bestätigt seine Idee. "Jaaaa, dass sollten wir. Gegen die Staatsgewalt und weiteres" lacht sie laut und befreiend auf. "Lief doch prächtig. Wo geht's jetzt hin, mit uns und deinen eineinhalb Energie?" prüfend rollt Strubbel ihre Augen gen Autodach und checkt bei sich gegen, "ich hab noch etwa einskommafünf bis zwei."

Vaas rutscht tief in den Sitz, kippt die Lehne leicht zurück, streckt sich genüsslich und Atmet lautstark aus. Eine Hand wandert bequem hinter den Kopf, die andere wie automatisch auf Jacks Oberschenkel. Dabei passiert nichts, nur ein festhalten und streicheln mit dem Daumen über nackte Haut.
Vaas ist echt entspannt. Wenn er jetzt an seine Ma denkt, sind die Sorgen zwar noch da, aber anders. Sie werden sich melden. Nicky ist zäh. Und ändern kann er sowieso nichts. Sie würde ihn auslachen, wenn sie sehen könnte wie er deswegen durchdreht. Sie würde sagen, dass es ausreichen würde am Rad zu drehen, wenn er einen Grund dazu hat, damit er nich umsonst Energie verschleuderst und dabei seine Freiheit verpasst… sie sagte vor ein paar Jahren, dass Gedanken auch ein Gefängnis sein können. Wenn Nicky tiefgründigen Scheiss erzählt, hörte Vaas meistens immer weg und verdrehte die Augen. Aber die Worte bleiben irgendwie doch manchmal haften. Eine kleine Welle Unruhe steigt auf, er schluckt sie runter.
Sein zurückgelehnter Kopf, wiegt sich in Jacks Richtung. Er lächelt. „Keine Ahnung. Ich will…“ Vaas überlegt, drückt sich in den Sitz, hebt seine Mitte um sich bequemer fallen zu lassen und lässt die Beine wieder auseinander fallen. Die Hände bleiben wo sie waren. „Ich will ne runde chillen. Was mit dir?“

Jack nickt und lässt Kopf und Körper gegen ihre Sitzpolster fallen. Sie lächelt, als seine Hand auf ihrem Bein landet, genießt die Daumenbewegung und die Empfindung ihrer Haut. Augenblicklich fallen ein paar Anspannungssteine ab und ein... neuer, kleiner Topf mit Wärme stellt sich in ihr ab, so wie vor ein paar Stunden. Seine große raue Hand fühlt sich einfach irgendwie natürlich auf ihr an, so als gehörte sie genau dort hin. Ohne irgend eine Aufgeladenheit. Warm, vertraut und entspannt. Kein kokettieren oder Spaß, kein Spiel oder Maskerade, nix sexuellem - zero Machtspielchen. Ganz pur, ohne Firlefanz, Scherz und Show. Einfach Vaas. Nice und ein bisschen überfordernd. Felicitas Gabriela Eliot Jack schiebt einen Seitenblick rüber, sieht ihn lächeln und erwidert alles mit einem sanften Schmunzler. "Das klingt gut, ich bin voll dabei." Nach einem spöttischen Rückspiegelcheck startet sie umgehend einen großspurigen U-Turn, der sich unnötiger Weise vom Gehweg über ein Stück Grünfläche und die gesamte Fahrbahn zieht. Ein bisschen zu laut und zu schnell, aber noch an der Spannungsgrenze, ob eine zweite Anzeige obendrauf mit ins Haus flattern wird. Als sie auf der Höhe des Streifenwagens artig blinkend und mit Warnanlage winkend an ihren Lieblingsbeamten des Tages vorbeiziehen, setzt mit einem Schlag der Hunger bei ihr ein.

(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )

>>> Jack & Vaas gehen nach Del Sol Valley - Jacks Eigentumswohnung >>>


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