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San Sequoia
#11
<<< Logan kommt von Oasis Springs - Delsyns Camper (3) <<<
Charaktere: Logan
Ort: Sequoia Uferpromenade
Geschichtsstrang; Was zu tun ist III
Ein letztes Mal geht Logan den gespeicherten Inhalt auf seinem Handy durch.
Die letzten Stunden verbrachte er damit, alles, was wichtig sein könnte, auf die Speicherkarte zu ziehen. Nun müssen noch einige Telefonnummern notiert werden. An der Uferpromenade in Sequoia sitzend, kramt er den Laptop aus dem Rucksack, in dem sein schlaues Heft untergebracht ist, legt ihn auf dem Schoß ab, und das Heft darauf. Sein Blick streift das seichte Wasser vor ihm. Er hatte wirklich geglaubt, er könnte es dieses Mal schaffen. Jake in erreichbarem Umkreis zu wissen, gab ihm Hoffnung, aber vielleicht sollte es einfach nicht sein, dass er hier zur Ruhe kommt. Müde von dem Gedankenkarussel, das ihn seit der Verhandlung vor zwei, beinahe drei Tagen nicht aussteigen lässt, ziehen vor seinem inneren Auge unentwegt die Begegnungen der letzten Monate vorüber.
Die Idioten aus der WG, mit der er es hätte schlimmer treffen können. Lilly, deren Talent und musikalische Hingabe er bewundert. Maryama, die ihn wie kaum jemand auf die Palme bringt, weil ihre Worte ihn berühren. Alma. Ein Teil in ihm war dabei, Empfindungen für sie zu entwickeln. Gut, dass es nicht dazu kam. Sie waren Gift für einander. Je mehr Zeit sie miteinander verbrachten, umso kaputter wurden beide. Dennoch wünschte er, es hätte ein klärendes Gespräch gegeben. 
Logan seufzt. Das alles ist jetzt vorbei.
Sich wieder dem Handy widmend, beginnt er, Namen und Nummern in das Heft zu notieren - sicher ist sicher. Als alles übertragen ist, schaltet er das Gerät aus, entfernt SIM- und Speicherkarte und verstaut letztere im Portemonnaie. Die andere legt er auf den Asphalt, stellt den Fuß darauf und schabt sie einige Male hin und her, so dass die winzigen Platinen keine Chance haben, unbeschadet davon zu kommen. Er räumt seine Sachen zusammen und macht sich auf den Weg zurück zum Bahnhof.
Dort angekommen führt ihn der erste Gang zu den Toiletten, in eine der Kabinen. Ehe er spült, verharrt er lauschend. Alles ist ruhig - so ruhig, wie es in einem Bahnhofsklo sein kann. Das Handy aus der Tasche ziehend, spült er, in der Hoffnung, die Geräuschkulisse des Mechanismus ist laut genug, um sein eigentliches Vorhaben zu übertönen. Schwungvoll wirft er das Telefon gegen die Wand. Scheppernd rieseln Glas- und Plastiksplitter zu Boden. Unzufrieden begutachtet Logan das Ergebnis. Es sieht zwar unbrauchbar aus, doch er hätte gern mehr Einzelteile gehabt. Und da meckert man über die unstabile Technik heutzutage. Grob sammelt er die Teile zusammen, verlässt die Kabine und wirft alles in den Mülleimer, ehe er Hände wäscht und seinen Weg nach San Myshuno fortsetzt.
>>> Logan geht nach San Myshuno (4) >>>
<<< Alex kommt von Britechester - Haus der Kamrads <<<
<<< Patricia kommt von Britechester - Alex' Arztpraxis <<<
Charaktere: Alex, Patricia
Geschichtsstrang: Fort-Bildung I
Alex blickt aus dem Autofenster. Endlich ist das Hotel in Sicht. Neben ihm sitzt Patricia, die er auf der Fahrt mitgenommen hat. Immerhin haben sie das selbe Ziel. Das Auto parkt. Voller Vorfreude auf die Zeit mit der Arzthelferin öffnet er ihr die Beifahrertür. "Willkommen im Hotel für unsere gemeinsamen Stunden.", grinst er, während sie aussteigt. Dass es eine Fortbildung geben würde, war keine Lüge. Doch warum sollte er die Zeit dazwischen nicht genießen?
Verschmitzt lächelnd steigt Patricia aus. Sie hat sich extra etwas Schönes für Alex angezogen.

Für gewöhnlich trägt sie eher bequeme Kleidung, aber dieses Wochenende soll nicht gewöhnlich werden. Schon lange sehnt sie sich nach ausgiebiger Nähe zu ihm. Die kleinen Quickies im Behandlungszimmer sind zwar amüsant, aber auf Dauer bevorzugt sie eine etwas weniger pornoröse Beziehung.
Den Drang unterdrückend, sich an ihn anzuschmiegen, begleitet sie ihren Arbeitgeber in die Hotellobby. Während Alex an der Rezeption die Schlüssel für beide Zimmer entgegennimmt, widmet Patricia sich ihrem Handy. Wie immer bei Fahrten über die Schnellstraßen musste sie Anna-Maria versprechen, bei Ankunft ein Lebenszeichen zu geben. Einerseits ist es rührend, dass ihre Mutter sich so sorgt. Andererseits empfindet Patricia die Angst Anna-Marias als übertrieben. Sie ist kein Baby mehr und durchaus in der Lage, sicher von A nach B zu kommen. Wie handhabt sie das wohl mit den unzähligen Kindern aus dem Heim? Ihr Postfach müsste täglich überlaufen.
Den Gedanken schmunzelnd beiseite schiebend, tippt sie eine Nachricht ein.
'Sind gut angekommen. Checken gerade ein. Hab euch lieb.'
Patricia steckt das Handy zurück in die Tasche und hebt den Blick. Alex hat scheinbar alles erledigt. Er kommt auf sie zu ...
Alex küsst die Arzthelferin liebevoll. Er erinnert sich noch an den Tag vor etwa einem Jahr, als er sie eingestellt hat. Zu dem Zeitpunkt hat er sie bereits auf Anhieb sympathisch gefunden. Die Affäre selbst begann erst ein halbes Jahr später. Doch mittlerweile fühlen sich die kleinen Küsse von Patricia komplett natürlich an. Er sieht sich um. Die Lobby des Hotels sieht schon sehr annehmbar aus. Und auch wenn es kein Luxushotel ist, sieht alles sauber und gut geführt aus. Keine billige Kaschemme. "Dann lass uns mal die Zimmer begutachten!", sagt er schließlich mit einem Lächeln. Die Zimmer liegen nebeneinander im ersten Stock. Alex reicht Patricia ihren Schlüssel und öffnet die Tür zu seinem eigenen Zimmer.

Überrascht über die öffentliche Zuneigung will Patricia zuerst ausweichen. Doch dann gibt sie sich Alex hin. In der Regel buchen die Fortbildungsteilnehmer ihre Zimmer im selben Hotel, in dem auch die Seminare stattfinden - was nicht im Sequoia Inn ist. Das Risiko, entdeckt zu werden, ist somit gering. Dennoch ist es ungewohnt für die Arzthelferin, ihre Beziehung öffentlich zu zeigen. Geheimhaltung war die letzten sechs Monate das Wichtigste. Patricia stockt der Atem - könnte das etwa bedeuten, dass ... Will Alex tatsächlich seine Frau verlassen? Um mit ihr zusammen sein zu können? Ein warmes Gefühl der Aufregung durchflutet sie. Damit könnte sie endlich über ihn reden.
Von neuer Leidenschaft erfüllt, schaut sie Alex hinterher, bis er die Tür hinter sich schließt. Erst dann betritt sie ihr eigenes Zimmer. Für heute steht ein gemeinsames Abendessen an. Erst am nächsten Tag beginnt die Fortbildung. Bis dahin ist noch viel Zeit für Romantik.
Der Inhalt der Koffer ist schnell im Hotelschrank platziert. Alex blickt auf sein Handy. Eine Nachricht von Eva:

"Haben das Turnier gewonnen! 2:1"
Die Nachricht geht noch weiter und beschreibt einige Details des Spiels, die Alex nur überfliegt.
"Glückwunsch"
schreibt er knapp zurück. Ein Teil von ihm würde ihr gerne die Wahrheit beichten: Dass sie sich auseinander gelebt haben. Dass er sich neu verliebt hat. Doch es ist nicht leicht, den Mut dafür aufzubringen. Die Arbeit nahm zu viel Zeit ein, und wenn er doch mal frei hatte, gab es auch immer mal Tage, da hatte Eva ein wichtiges Spiel. Patricia sieht er jobbedingt viel öfter. Da führte irgendwann eines zum anderen.
Den Gedanken zur Seite schiebend klopft er an die Tür des Nachbarzimmers. "Bereit für das Abendessen?"
Nervös schaut Patricia ein letztes Mal in den Spiegel. So zurechtgemacht hat sie sich Alex noch nie gezeigt. Sich selbst kommt sie beinahe fremd vor. Sie hat Eva einige Male gesehen und weiß, dass auch sie eher einen natürlichen Look pflegt. Vielleicht gefällt Alex eine solche Aufmachung gar nicht.
Das Klopfen an der Tür lässt sie zusammenzucken. Sie wird es in wenigen Sekunden herausfinden.
Aufgeregt öffnet sie und blickt ihm entgegen - dem Mann, für den sie arbeitet und gleichzeitig so viel empfindet, wie sie es zuvor nur ein einziges Mal für jemanden fühlte. Zaghaft, fast hoffnungsvoll, lächelt sie ihn an. "Bereit.", sagt sie mit dünner Stimme.

Alex starrt Patricia einen Moment an. "Wow!", staunt er. Wie schön sie doch ist, seine Arzthelferin... "Du siehst... hammer aus!", sagt er mit einem Lächeln. Es ist lange her, dass er Eva mal in einem ähnlichen Stil gesehen hat. Dazu ist sie auch zu bodenständig, um sich aufzubretzeln. Patricia ist da offensichtlich anders. Doch er müsste lügen wenn er sagen würde, es würde ihm nicht gefallen.
Er hakt sich bei ihr unter und führt sie zum Esssaal des Hotels. Es gibt verschiedene Gerichte zur Auswahl, mit Fleisch, Fisch oder auch vegetarisch. Er entscheidet sich für den Fisch. Wie schön, dass es hier auch abends die Möglichkeit auf etwas Warmes gibt. Dazu etwas Rotwein, und das Essen ist perfekt. Neugierig wartet er ab, für was sich Patricia entscheiden würde.
"Für mich das Gleiche, bitte.", reicht sie die Karte an den Kellner zurück. Fisch hat sie bereits in verschiedensten Variationen kennengelernt. Doch mit Wein hat die Arzthelferin nur wenig Erfahrung. Sie ist es gewohnt, ihr Geld zusammenzuhalten und gönnt sich nur selten etwas Besonderes. Daher vertraut Patricia auf das Urteil ihres Begleiters.
Ihr Herz schlägt wie bei einem verknallten Teenager, was ihr dezente Schamesröte in die Wangen treibt. Mit etwas Glück hält Alex es für Rouge, denkt sie sich und hinmelt ihn verlegen an.
Ein Kellner kommt an den Tisch, schenkt Wein in die Gläser und lässt die Flasche auf dem Tisch zurück. Patricia hebt ihr Glas. "Auf einen wundervollen Abend. Der längst fällig war."
Alex hebt sein Glas und lässt es gegen das ihre klirren. "Auf uns!", sagt er mit einem Lächeln. Das Essen wird geliefert. Erneut ist Alex froh über die Qualität des Übernachtungsort. Es wundert ihn nicht, dass sich die meisten Seminarteilnehmer für das Hotel entschieden haben, in dem die Tagung auch stattfindet. Das ist auch günstiger. Doch nicht so er und Patricia. Ihr zuliebe wollte er etwas Besonderes. Ab und an kann er sich das ja auch leisten. Der Fisch jedenfalls ist wirklich lecker. Das Hotel hat sich bisher wirklich gelohnt.

Patricia schneidet den Fisch in kleine Teile. Bemüht, sämtliche Tischmanieren, die ihr Mutter und Oma beigebracht haben, anzuwenden, zerkaut sie den Bissen geduldig, legt Gabel und Messer beiseite, ehe sie verkündet: "Ich überlege, mich für das Wahlkampfteam für Ronald Paul zu bewerben. Nächstes Jahr finden doch die Senatswahlen statt und ich mag seine Art, Dinge anzugehen. Er hat einige gute Ansätze, gerade für gesellschaftliche Toleranz. Das möchte ich aktiv unterstützen." Patricia unterhält sich gern mit Alex über Politik. Er ist gebildet und gut informiert. Die Meisten in ihrem dünn besiedelten Bekanntenkreis interessieren sich nicht für solche Themen. Selbst bei ihren Eltern vermeidet sie diese Art von Gesprächen. Zumindest ihr Vater ärgert sich früher oder später über irgendeine Aussage.
Die Nervosität ist längst verflogen und Patricia greift zum Weinglas, um daran zu nippen.

Alex nippt an seinem Wein. "Ronald Paul? Ja, im Großen und Ganzen denke ich auch, dass er die beste Wahl für den Senat ist. Besser als die Konkurrenz auf jeden Fall." Er verzieht den Mund. "Ich kann echt nicht verstehen, warum so viele Menschen immer noch für Peter Hinks stimmen. Es ist mir wirklich unverständlich, bei dessen Steuerpolitik." Er isst ein Stück Fisch, bevor er sich nur noch mehr aufregt. Doch als er Patricia ansieht, ist sein Ärger um Peter Hinks schnell verflogen. "Da ist es umso wichtiger, wenn wir selber aktiv werden und unseren Kandidaten unterstützen. Ich werde auf jeden Fall für Paul stimmen."
Ein warmes Gefühl breitet sich in Patricia aus. Ist es der Wein, der so schnell seine Wirkung entfaltet? Oder liegt es an Alex - an seinem Interesse, das er für ihre Gedanken hat?
So sehr es ihr gefällt, sich mit ihm in politische Diskussionen zu verstricken, heizt ihr Verlangen ihrem Unterleib zu sehr ein, um das Essen in die Länge zu ziehen. Es dauert nicht lang, bis beide sich wie Teenager im Fahrstuhl um die Hälse fallen. Leidenschaftlich presst Patricia ihre Lenden gegen ihn, ein Bein hoch angewinkelt von seiner Hand unter ihrem Knie getragen, atmet sie schwer. "Die Zulagensteuer von Hinks wird sich niemals durchsetzen.", keucht sie bebend zwischen wilden Küssen an seinen Lippen vorbei. "Aber mit der richtigen ... huuuhh ... Strategie wird der Wähler begreifen, dass ... mhhh ... die Registrierung der ... der Okkulte der Weg ... zu Toleranz und Frieden ist." Die Fahrstuhltür öffnet sich und Alex und Patricia stolpern über den Flur. Vor seinem Zimmer angekommen, beginnt sie ungehalten, sein Hemd aufzuknöpfen.
"Die Zulagensteuer wird sich vielleicht nicht durchsetzen...", haucht Alex, während er die Zimmertür öffnet und beide auf dem Doppelbett landen, "Unsere Liebe jedoch schon!" Sein Hemd landet auf dem Boden und gibt seinen Oberkörper frei. Er spürt ihre Hände auf seinem Körper, sieht, wie sie ihre Schuhe abstreift.. und er hilft auch ihr aus ihrem Kleid.
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
Charaktere: Alex, Patricia
Geschichtsstrang: Fort-Bildung II
Schon vor dem Weckerklingeln liegt Patricia wach im Hotelbett. Verträumt betrachtet sie die kleinen Fältchen um Alex' Augenpartie. Was für eine wunderschöne, ebenmäßige Hautfarbe er hat. Sie bringt seine Augen zum leuchten.
Patricia hätte nicht geglaubt, dass sie sich jemals derart in jemanden verlieben könnte. Sicher gab es Männer vor Alex. Aber im Vergleich zu den Gefühlen für ihn, waren die anderen oberflächliche Schwärmereien. Nur wegen dieser Intensität musste sie sich auf eine Beziehung mit ihm einlassen. Einem verheirateten Mann. Schlimmer noch - Familienvater und dazu noch ihr direkter Vorgesetzter. Wie viel Klischee kann man eigentlich bedienen?! Dabei wurde sie in dem Glauben an die Ehe erzogen. Betrug, Fremdgehen oder gar eine Affäre zu führen, gehört zu den gewaltigsten Sünden, die ihr vom Elternhaus vermittelt wurden. Anfangs versuchte sie, ihre Gefühle zu unterdrücken. Selbst eine Kündigung kam ihr in den Sinn. Aber nachdem bereits zwei Kollegen das kleine Team verlassen hatten, brachte sie es nicht übers Herz, Alex mit dem schrägen Reinhardt allein zu lassen. Also blieb sie. Und nun, keine sechs Monate später, liegt sie nackt neben ihm und wünschte, sie könnte ihr Glück mit der Welt teilen. Ihr verlogenes, sündiges Glück, das sich so unsagbar gut anfühlt.
Ihre Gedanken schweifen zur letzten Nacht und sie spürt sofort die erregende Wärme in sich aufsteigen. Was ist nur passiert? Sie war doch nie von Trieben gesteuert. Dem Drang folgend, die innere Glut zu zähmen, schält Patricia sich aus dem Bett. Eine kühle Dusche wird ihr gut tun.

Alex erwacht, als Patricia bereits aufgestanden ist. Er hört die Hotel-Dusche rauschen. Da ist sie also. Lächelnd erhebt er sich aus dem Bett, noch immer mit nacktem Oberkörper. Die Nacht mit ihr ist wunderschön gewesen. Die intime Nacht. Wann hat er so etwas zuletzt mit Eva erlebt? Ein Teil von ihm schämt sich dafür, seine Ehefrau so zu hintergehen. Ein anderer Teil kann nicht anders, als Patricias Charme zu erliegen.
Als er hört, dass die Dusche verstummt, versteckt er sich hinter der Tür. Kaum als Patricia wieder raus tritt, überrascht er sie mit einem tiefen Kuss.
Erschrocken fährt Patricia zusammen, gibt sich aber sogleich Alex hin. Diese Leidenschaft hat sie sich jahrelang erträumt und doch immer nur in Büchern und Filmen gefunden. In Unterwäsche stolpert sie rücklings durch den Raum, bis sie schließlich auf dem Bett landet. Ein Blick zur Uhr verrät, dass Alex sich für das Seminar vorbereiten muss. Schließlich muss er durch einen belebten Teil der Stadt fahren und sollte nicht zu spät kommen. Was für ein unprofessionelles Licht würde das auf ihn werfen?
Sanft drückt Patricia ihn von sich weg. Wie gern würde sie der Leidenschaft noch einmal nachgeben ... "Du musst dich anziehen.", sagt sie mit leichtem Bedauern in der Stimme. Sich aufsetzend betrachtet sie ihn, bis er im Bad verschwindet.
Das Prasseln der Dusche erklingt erneut und Patricia gelingt es nur mit Mühe, die Bilder von Alex' nackten Körper unter dem Wasser aus ihren Gedanken zu verdrängen. Sie schlüpft in das etste Hosenbein, als hinter ihr sein Handy eine Nachricht empfängt. Eva. Einen eifersüchtigen Brocken herunterwürgend streckt sie den Hals, um die angezeigten Zeilen zu überfliegen. "Hallo, Schatz, was hältst du von - " Das Display erlischt. Die Lippen schürzend richtet Patricia sich auf. Es könnte alles so schön sein. So perfekt. Wenn da nicht diese Frau wäre. 'Sie war zuerst da. DU bist der Störenfried.'
Seufzend springt Patricia auf. Unruhig nimmt sie die Bluse vom Sessel, gleitet mit den Armen hinein und verharrt. Solange diese Frau zwischen ihnen steht, wird ihr Glück nicht perfekt sein. Es gibt immer diesen Schatten, bei allem, was sie tun. Dabei liebt er Eva schon lange nicht mehr. Das hat er gesagt. Und trotzdem muss Patricia ihn mit dieser Frau teilen. Das ist nicht fair. Sie hat auch etwas Glück verdient. Warum muss immer nur sie zurückstecken?
Vor Wochen haben Alex und sie schon darüber gesprochen, dass sie mehr will. Mehr braucht. Sie sehnt sich nach Beständigkeit. Nach einer eigenen Familie. Aber nichts ist passiert. Noch immer muss er Eva anrufen hier und Eva schreiben da. Er muss nach Hause zu Eva - Eva, Eva, Eva.
Die Dusche wird abgestellt und Patricia fasst einen Entschluss. Alex muss sich entscheiden. Ihre Fassung neu aufziehend, betrachtet sie sich im Spiegel. Ihre schlanken Finger knöpfen die Bluse zu. 'Er WIRD sich entscheiden.'

Frisch geduscht und in Anzug geworfen überprüft Alex noch seine Erscheinung vor dem Badezimmerspiegel. Er zupft an den Ärmeln, bis auch jede Falte verschwunden ist, die dort nicht hingehört. Selbst wenn er in Freizeitklamotten unterwegs ist, hat er sich diese kleine Macke angewöhnt. Doch jetzt, vor der Fortbildung, ist es ihm erst recht wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Schließlich tritt er vor die Tür. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass er noch ein paar Minuten Zeit hat. Wie immer ist er überpünktlich mit seinen Vorbereitungen. Gut. So kann er sich noch Patricia widmen. Als er sie ansieht, lächelt er. Er fühlt sich wieder so frisch und jung, seit er sich neu verliebt hat.
"Du siehst gut aus." Ihren Liebhaber taxierend, macht Patricia die wenigen Schritte zu ihm. 'Bleib entspannt, Pat. Er muss sich für dich entscheiden.' Eine Hand auf seiner Brust haucht sie ihm einen zarten Kuss auf die Lippen. "Vielleicht ein bisschen overdressed. Aber ich mag es." Um ihn herum schleichend zieht sie ins Bad, um die letzten Handgriffe der Morgenroutine durchzugehen. "Dein Handy hat geklingelt.", merkt sie unschuldig an. Im Türrahmen stehend streicht sie die Bürste durchs lange Haar, schaut ihn dabei lasziv an. Der Anzug gefällt ihr wirklich. Er macht ihn seriös und stilvoll. Sie bemerkt nicht, dass sie, von ihrer Leidenschaft angeheizt, obszön auf ihrer Unterlippe herumbeißt, als er sich zu dem Telefon herumdreht. 'Mein Gott, dieser Hintern ...'
Alex lacht. "Overdressed? Ja... das höre ich nicht zum ersten Mal." Auch Eva hat ihn oft darauf angesprochen, dass er es damit manchmal etwas übertreibt. Aber es ist ihm wichtig, dass die Leute nichts falsches über ihn denken. Er liest die Nachricht am Handy. Eva, die vorschlägt, im Sommer einen Kurztrip nach Sulani zu machen. Alex seufzt. Das passt ihm eigentlich gar nicht. "Lass uns darüber reden, wenn wir unter vier Augen Zeit dazu haben!", tippt er als Antwort ein. Vielleicht... ist es mit Eva bis dahin auch schon vorbei.
Er legt das Handy zurück auf den Nachttisch und blickt zu Patricia zurück. Diese schönen langen Haare von ihr sind ganz nach seinem Geschmack. "So, jetzt bleiben wir hoffentlich ungestört, ohne einen weiteren Anruf.", meint er, ohne zu erwähnen von wem die Nachricht war. "Zumindest die Minuten, die uns noch bleiben bevor es los geht mit dem Seminar."
Mühevoll hält die Geliebte das Lächeln. "Es war deine Frau, richtig?"
Alex hebt für einen Moment die Augenbraue. Hat sie etwa die Nachricht gelesen? Doch er sieht auch keinen Grund, das zu leugnen. "Ja. Wollte einen Vorschlag machen wegen einer Reise. Hab weder zugesagt noch abgesagt. Das will ich lieber unter vier Augen besprechen." Und, das muss er sich zugeben, muss er sich selbst noch darüber im Klaren sein, was er eigentlich will.
"Alex,", den Blick ausweichend nestelt Patricia an seinem Sackokragen herum, "ich weiß, es ist nicht so einfach. Aber ... sie funkt ständig dazwischen." Tief durchatmend wendet sie sich ab. Was, wenn er sich gegen sie und für seine Familie entscheidet? "Ich ertrage das nicht mehr lange." Ihre Stimme wirkt kontrolliert, doch die Angst vor der Konsequenz ist spürbar. "Ich liebe dich, wie noch niemanden zuvor." Zwei Finger streichen nervös das Haar hinter ihr Ohr. "Wenn du ... mich auch liebst,", ein langsamer Atemzug unterbricht den Satz, "beweise es mir. Ich muss es wissen." Bedeutungsvoll dreht sie sich zu ihm herum. "Alex. Willst du sie ... oder mich? Du musst eine Entscheidung fällen."

Alex setzt sich auf das Bett. Er hat geahnt, dass diese Frage früher oder später fallen würde. Viel zu lange hat er es vor sich hingeschoben. Wenn es nur Eva wäre, hätte er sich längst getrennt. Doch seine Emma... Er kann sie doch nicht verlieren! Wenn er sich von Eva trennt, kommt es zum Sorgerechtsstreit, und er liebt doch seine kleine Tochter! Alex weiß aber auch, dass es so nicht weiter gehen kann. Patricia hat Recht. Er muss sich entscheiden, oder er wird beide Frauen verlieren. Sein Blick zeigt Entschlossenheit. "Du hast Recht.", sagt er bestimmt. Seine Stimme klingt fester als er sich eigentlich fühlt. Er darf die Konsequenzen nicht weiter vor sich hin schieben. Sein Leben lang war Alex immer um Ordnung bemüht. Ordnung in der Arbeit. Und auch im Privatleben. Dann kam Patricia und das Chaos.
Er sieht sie an. Er hat es genossen. Patricia war die Abwechslung, die ihm gefehlt hat. Alex richtet seinen Blick auf die Arzthelferin. "Ich werde das mit Eva beenden. Gleich nach der Fortbildung spreche ich sie darauf an!" Bestimmt wird sich auch für Emma eine Lösung finden.
In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon
>>> Alex geht nach Britechester - Haus der Kamrads >>>
#14
<<< Blaze kommt von San Sequoia - Haus S. Schmidt <<<
<<< Dennah kommt von San Sequoia - Haus S. Schmidt <<<
Charaktere: Blaze, Dennah
Geschichtsstrang: Neue Stadt, neue Erfahrung III
Blaze verbringt den Tag wie ein Geist. Spricht nicht, verkriecht sich, bleibt unbemerkt. Nachdem er die Schüssel mit dem Essen halb widerwillig geleert hatte, liess er sich irgendwo in einer Ecke des Hauses nieder, weit genug von Vaas entfernt, um dessen endlose Sprüche nicht mehr hören zu müssen.
Die Stunden ziehen sich hin wie alter Kaugummi. Er schläft kurz ein, aber der Schlaf ist unruhig. Immer wieder träumt er von Boom, von dem dumpfen Rausch, den sie ihm verpasst hat. Doch das Bild wechselt ständig – Boom wird zu Dennah, ihre Augen flackern zwischen wildem Zorn und etwas, das ihn jedes Mal aus dem Traum reißt. War das Schmerz? Reue? Was auch immer es ist, es kotzt ihn an.
Am Nachmittag versucht er, sich abzulenken, aber alles fühlt sich sinnlos an. Er findet eine lose Schraube, dreht sie in seinen Händen und überlegt kurz, sie Vaas an den Kopf zu werfen. Stattdessen steckt er sie in seine Hosentasche, ohne zu wissen, warum. Die Energie im Haus ist angespannt. McRotz stapft an ihm vorbei und murmelt irgendwas über einen verstopften Abfluss. Vaas wirft ihm immer wieder dieses grinsende, wissende „Ich beobachte dich“-Gesicht zu. Blaze ignoriert es.
Gegen Abend steht er vor dem Spiegel im Bad. Kaltes Wasser klatscht in sein Gesicht, die Tropfen laufen an seinem Hals hinab. Sein Blick bleibt an der roten Spur des Bisses hängen, die jetzt dunkle Ränder hat. Es pocht leicht. Es macht ihn wütend, dass er nicht sagen kann, ob er sich darüber schämt oder ob er sich danach sehnt. Er ballt die Hände zu Fäusten, starrt sich selbst in die müden, rotgeränderten Augen. Wann, verdammt, ist er so geworden? Wann hat er angefangen sich so... fremd zu fühlen? Früher hätte er sich hier problemlos eingefunden. Da ist er sich sicher. Er war immer gut darin, irgendwo reinzupassen, Leute zu lesen, die richtigen Dinge zu sagen. Am Skateplatz zum Beispiel...
Vielleicht war es Viola. Vielleicht die Army. Oder sein Vater, der ihn rausgeschmissen hat. Oder Stephen, der in die Entzugsklinik gegangen ist. Vielleicht Chip... Vielleicht Denize... Vielleicht... Vielleicht war es eine Kombination aus allem, oder nichts davon. Es ist, als wäre ein Teil von ihm irgendwann einfach abgeschaltet worden. Als hätte irgendwas ihn innerlich taub gemacht. Er kann es nicht in Worte fassen.
Als die Sonne untergeht, steht er draußen, den Rücken gegen die Wand gelehnt. Die Luft ist kühl, feucht, und er zieht die Schultern gegen die Kälte hoch. Die Dunkelheit breitet sich über die Stadt wie eine Decke aus, und die Geräusche der Nacht werden lauter – ein Hund bellt in der Ferne, irgendwo klirrt Glas. Er lehnt sich gegen die Hauswand, den Kopf leicht nach hinten geneigt, die Zigarette zwischen seinen Fingern brennend, ohne dass er daran zieht. Die Glut verglüht langsam, eine leise Erinnerung daran, dass er sich um irgendwas kümmern sollte.
Neben ihm öffnet sich die Tür und Dennah kommt mit einem nach innen gebrüllten "Fick dich!" heraus. Augenrollend seufzt sie, sieht dann zu Blaze herüber und zupft die Kippe zwischen seinen Fingern hervor, um sich das restliche Nikotin zu sichern. "Bereit?", fragt sie beiläufig.
Blaze zündet sich eine neue an. Die Bewegung beruhigt. Er nickt knapp.
In ihrer Nähe fühlt er sich anders. Still. Irgendwie präsenter, aber ohne den Druck, mehr zu sein, als er ist. Die Frage, wer sie drinnen zur Weißglut gebracht hat, liegt ihm auf der Zunge, aber er schluckt sie runter. Was bringt das schon. „Wohin gehts..?“ fragt er, ohne sie anzusehen.
"Nach Süden. Zu den Schnöseln." In Kleinkindmanier hüpft Dennah an ihm vorbei die Stufen herunter. Nur ein leichter Glanz in ihren Augen deutet das tiefsitzende Unwohlsein an. "Viele von denen haben zwar Köter, aber wir können uns was Einfaches für heute suchen.", fährt sie fort. "Wir müssen ein Stück zu Fuß gehen. Das ist sicherer, als die Öffis."
Blaze zieht an der Kippe, die Glut leuchtet kurz auf, und er stößt den Rauch langsam aus. Seine Schritte sind schwer, sie laufen nebeneinander, die Stille zwischen ihnen schärft jedes Geräusch um sie herum.
Er denkt an den Einkaufswagen, an die zertrümmerten Briefkästen. An sie, wie sie gelacht hat, laut und ohne Rücksicht. Adam und Eva. Was für ein Schwachsinn. Aber es hatte sich in dem Moment so angefühlt, als könnte das echt sein.
Er schüttelt den Gedanken ab. Seine Stimme schneidet durch die Stille, rau und leise: „Und was machen wir, wenn wir erwischt werden?“ Kein Vorwurf, nur eine Frage. „Kann ja nicht immer so glatt laufen wie…“ Er bricht ab, drückt die Zigarette zwischen den Fingern aus und wirft den Stummel weg. Glatt ist übertrieben aber sie sind davon gekommen. „als wir in das Haus meines Alten eingebrochen sind.“ Seine Augen bleiben auf den Boden geheftet.
Das war lustig gewesen. Ein kurzes Lächeln zieht über Dennahs Gesicht, verlässt es so schnell, wie es kam und hinterlässt eine versteinerte Mimik. "Es wird mit Sicherheit irgendwann mal schief gehen. Man kann nicht immer gewinnen." Dennah hebt den Blick und sieht ihn einen Moment lang unverholen an. Jede kleine Falte seines Gesichts prägt sie sich ein, als könnte es das letzte Mal sein, dass sie ihn sieht. 'Jeder verf-' Die Lippen aufeinander gepresst, die Brauen grimmig ins Gesicht gezogen, reißt sie den Anblick von ihm ab. Ihr Körper spannt sich sichtlich an und ihre Schritte werden schneller. "Wenn sie uns erwischen, ist sich jeder selbst der Nächste. Das ist doch, was du willst. Oder warte -" Abrupt bleibt sie stehen und fährt zu ihm herum. "Ach, du weißt ja gar nicht, was du willst. Wie wäre es, wenn du mich rettest und dann überall rum erzählst, dass du das nur tust, weil du mich eigentlich nur ficken willst?!" Ihre Stimme überschlägt sich, als sie am Ende des Satzes empört die Arme durchstreckt, die Fäuste geballt, stampft sie mit einem Fuß auf dem Boden auf. "Vielleicht sollten wir es einfach machen, damit du abhauen kannst und nicht mehr so tun musst, als würdest du mich mögen."
Blaze bleibt stehen. Sein Kopf rattert, aber nach außen ist er wie Stein. Kein Zucken, keine Regung. Stattdessen zieht er an der Zigarette, und lässt den Rauch durch die Nase entweichen.
„Was willst du n jetzt?“ Seine Stimme ist kalt, emotionslos. Sein Blick bleibt auf sie geheftet.
Spinnt die jetzt komplett? Seine Gedanken rasen, aber sein Gesicht bleibt starr.
Er zögert, nur einen Moment, bevor er den nächsten Zug macht. „Psych, komm mal klar, ja? Als ob du n scheiss drauf gibst was irgend wer wirklich will.“ Er setzt sich in Bewegung, die Gedanken kriegt er nicht zu fassen, bis er nochmal innehält sich abrupt zu ihr dreht und hinzufügt: „Ich hab nich nur so getan, klar. Aber das checkt ne Bitch wie du wohl einfach nich.“ Die Worte sind raus. Blaze sieht es, fühlt es. Aber die kann ihn mal. Da verzichte ich lieber, denkt er, und das gilt für mehr als nur diese beschissene „Tour“.
Leider muss er sich eingestehen, dass er seit der Sache mit Chip wirklich nicht mehr weiß, was er in Bezug auf Dennah will. Wenn das bloß nicht passiert wäre. Es hätte alles einfacher sein können. Die Nächte, in denen sie zusammen durch die Straßen gezogen sind, verrückte Scheiße gebaut und sich über die Welt lustig gemacht haben – das war echt. Irgendwie. Zumindest hat es sich so angefühlt.
Aber dann nahm sie Chip. Und dieses Bild von ihr – was auch immer es gewesen war – zerbrach in tausend Teile.
Chip war die Prüfung, und sie hat sie nicht bestanden. So sieht er es jetzt. Kein Sim hätte perfekt sein müssen, niemand musste makellos sein. Aber er hatte gedacht, dass sie anders wäre. Chip war nicht der Punkt. Es ging nie um Chip. Es ging darum, dass sie etwas zerstört hat, das er noch nicht mal benennen konnte.
War das Absicht? Oder war es ihr einfach egal? Sie steht da, behauptet Bullshit, provoziert ihn, und er weiß nicht mehr, ob er sie anschreien oder stehenlassen soll. Ob er sie küssen oder endgültig vergessen will. Und ob ihm seine letzten Worte nicht doch leid tun sollten… 
"Du hast doch keine Ahnung!" Sie kommt ihm nah, so dass ihr Gesicht nur wenige Zentimeter von seinem entfernt ist und er die wilde Mischung aus Currypulver, leichtem Staub und süßlich verbrauchter Kleidung riechen kann. Tränen schießen ihr in die Augen, als sie ihm entgegenbrüllt: "Ich tu dauernd, was andere wollen. Denkst du, das macht mir Spaß? Jeden bedienen, der grade Bock hat und ansonsten einen Scheiß auf mich gibt?" Eine einzelne Träne stürzt zu Boden, ohne Dennahs Wange zu streifen. Ihr Blick flimmert unter der Feuchtigkeit und ihr Kummer lässt sie alt aussehen. "Ich kapier dich nicht, man. Du willst das eine, du willst das andere und jetzt bin ich die Fotze, die alles kaputt macht?!" Energisch auf dem Boden aufstampfend, die Augen zusammengekniffen, droht ihr Herz, den Brustkorb zu sprengen. "Ich hab dich gemocht! Ich hätte fast geglaubt, dass sowas möglich ist." Schwer schnaufend senkt sich ihre Stimme, als hätte sie die gesamte Kraft verbraucht. "Aber dann bist du doch nur einer von denen. Und ich mach mir trotzdem noch Sorgen um dich. Du hast schon recht. Ich bin ne dämliche Fotze." Ihre flache Hand schlägt sich hart gegen die Stirn. "Dämlich! Dämlich!"
Die Tränen in ihren Augen blenden ihn, machen ihn wütend und hilflos zugleich. Er will was sagen, irgendwas, aber sie redet weiter, brüllt ihn an, zerreißt sich selbst in Stücke vor ihm.
Als sie sich die flache Hand gegen die Stirn schlägt, reicht es ihm.
„Hör auf damit!“ Seine Stimme ist laut und härter als er will. Er greift nach ihrem Handgelenk und hält sie davon ab, sich noch mal selbst zu schlagen. Ihr Arm zittert leicht in seiner Hand.
„Ich meinte, was andere wirklich wollen, okay?“ Blaze lässt ihren Arm los, weicht ein Stück zurück. „Nicht diese Wichser, die dich nur ficken wollen. Jeder will dich nur ficken. Und es kotzt mich an, Mann!“ Er schüttelt den Kopf, wirft die Zigarette, mit einem festen Ruck auf dem Boden. „Es kotzt mich an, dass du das mitmachst!“ Sie kann machen was sie will...
Er merkt, dass seine Hände zittern, also ballt er sie zu Fäusten, steckt sie in die Taschen. Sein Blick sucht den Boden, bevor er wieder zu ihr hochsieht.
„Ich weiß, ich hab keinen Anspruch auf dich. Okay? Aber ich dachte…“ Er stockt, beißt die Zähne zusammen. „Ich dachte, dass wir… uns echt gut verstehn.“
Seine Stimme wird wieder geladener. „Und dann gehst du und fickst Chip. CHIP, Mann! Verstehst du eigentlich, was das heißt?!“
Er tritt zurück, holt tief Luft, dreht sich einmal im Kreis, als müsste er sich irgendwo festhalten. „Mein bester Freund! Mein fucking Bruder! Und jetzt kann ich ihm UND dir nich mehr in die Augen sehn!“ Blaze zeigt mit beiden Händen auf sie, als würde er die Worte direkt in ihr Gesicht drücken. „Weil er verdammt nochmal wusste, dass ich dich mag! Er wusste es. Er hat es gewusst und hat’s trotzdem gemacht.“
Er läuft ein paar Schritte weg, seine Hände greifen fest nach seinen Haaren, bevor er sie mit einem kraftlosen Schlag gegen seine Oberschenkel sinken lässt. „Und von dir ist es ausgegangen!“ klagt er an und hebt den Blick, seine Augen glimmen vor ungebändigtem Frust. „Ich stand verdammtnochmal daneben und du…“ Er lacht kurz bitter auf bevor er sagt. „Von wegen, du würdest mich mögen. Fuck off, man.“
Kopfschüttelnd, dreht er sich halb von ihr weg, als könnte er ihre Anwesenheit nicht länger ertragen. „What the fuck...“ Seine Stimme wird brüchig, als er die Worte an niemanden gerichtet in die Nacht murmelt.
Mit gesenktem Kopf steht sie vor ihm, wie bei einer Standpauke, folgt seinen Worten, sieht auf und wieder auf ihre Füße, zuletzt in sein Gesicht. "Wir haben nicht gefickt.", sagt sie betreten. Ihre Stimme ist voller Reue und sie wagt nicht, ihn bei den Worten anzusehen. "Ich weiß, darum geht's nicht. Aber wir haben es nicht getan." Ein Atemzug Pause. "Er war zu schnell fertig. Schon klar, das macht es nicht besser." Der Kopf hebt sich leicht, doch noch immer meidet sie den Blickkontakt. "Ich weiß, dass das scheiße war. Aber ich war ..." Die zitternde Unterlippe stößt ein leises Seufzen ab, als ihr Kopf geschlagen wieder tief zwischen die Schultern fällt. "Du hast mir weh getan. So wie kein anderer vorher." Mit dem Handrücken wischt sie über ein Auge, ehe sie zaghaft, verletzlich seinen Blick sucht. "Ich wollte dich mitnehmen. Aber du hättest nein gesagt, und das hätte ich nicht ertragen." Ihre Augen richten sich nach unten zu den Fingern, die hilflos an dem Daumenring herumfummeln, als ein regelrechter Wortschwall aus ihr heraus bricht: "Und Chips war da und ich wusste dass er nicht nein sagt, weil er mich immer so anguckt... Du weißt nicht wie das ist, von allen so angeguckt zu werden. Ich bin nur ein Stück Fleisch, Blaze. Und wenn sie bekommen was sie wollen, lassen sie mich in ruhe." Sie schließt die Augen, seufzend sinkt ihr Kopf noch ein wenig tiefer, die Schultern hängen schlaff an ihr herab. "Ich will das auch nicht, aber das ist nun mal das Einzige was ich kann. Mädchen müssen geben, was Andere wollen, hat meine Mutter immer gesagt." Ihre Lippen werden zu einem schmalen, kaum sichtbaren Streifen, fest aufeinander gepresst, unterdrückt sie das würdelose Gefühl und zitiert noch leiser, beinahe flüsternd, den schwachen Trost, der ihr damals beiläufig eingetrichtert wurde. "Das macht nichts, ist nur der Körper."
Dennah räuspert sich, wie auf Knopfdruck sieht sie auf, versucht die tapfere Maske über ihr Gesicht zu ziehen, doch sie will nicht so recht sitzen, so dass ihr Leid deutlich aus den Augen sticht. "Ich bin nicht klug, nicht lustig und ich hab kein Geld. Was bleibt da noch übrig? Ich will nicht alleine sein. Aber wenn ich ihnen nicht gebe, was sie wollen, ... Es tut mir leid, Blaze. Alles. Ich wollte dir nicht so weh tun. Ich mag dich." Zaghaft macht sie einen winzigen Schritt auf ihn zu, blickt unter den Brauen zu ihm auf. "Können wir nicht noch mal von vorne anfangen? Ich kann ... wenn du mich magst, kann ich auf alles andere scheißen und ..." Sie schluckt. Schmerzerfüllt weicht ihr Blick ihm wieder aus. "besser sein."
Blaze steht regungslos da, während ihre Worte wie ein dumpfer Schlag auf ihn einprasseln. Sein Gesicht bleibt starr, aber in seinem Kopf tobt es.
„Er war zu schnell fertig.“ Das hätte sie nicht sagen sollen. Die Bilder, die er seit Tagen verdrängt, brechen wie eine Flutwelle in ihm auf. Chip. Ihre Haut. Seine Hände. Ihre Münder. Das brennende Bedürfnis, diese scheiß Gedanken aus seinem Kopf zu löschen, wird übermächtig. Sein Kiefer spannt sich, die Zähne fest aufeinander gepresst, weil er nicht ausrasten will.
Wenn sie das nicht gewollt hätte, wäre es Vergewaltigung gewesen, oder? Also hat sie es gewollt. Blaze versteht es nicht. Er kann ihr nicht glauben, nicht ganz. Solche Erwartungen zu erfüllen, ist ihm fremd. Das ist ekelhaft. Er hatte nicht geglaubt dass Dennah, so aufgeschlossen und selbstsicher wie sie wirkt, so wenig Achtung vor sich selbst hat.
Sein Blick bleibt auf ihr, reglos, als würde er sich weigern, auch nur eine Emotion zu zeigen. Natürlich hätte er nein gesagt! Aber vielleicht hätte er sie zu etwas anderem überredet. Etwas Schönem. Weil er nicht wie Chip ist... oder Stephen... obwohl er so tun muss als ob. Weil man sonst das Weichei ist, dass zu gefühlsduselig ist und von allen ausgelacht wird.
Er spürt, wie das warme Gefühl, das er früher hatte, langsam schwindet. Dieses Gefühl, das ihn angetrieben hatte, das ihn dazu gebracht hatte, sich auf sie einzulassen, sie zu mögen, mehr zu wollen als nur das Körperliche. Aber das reicht ihr wohl nicht. Sie macht es einem unmöglich.
Blaze will nicht irgendjemand für sie sein. Nicht der, der irgendwann zur Seite geschoben wird, wenn der nächste Typ auftaucht weil er sie ‚so‘ ansieht. Er atmet tief durch, zieht die Worte langsam aus sich heraus. „Ich kann jetz nich so tun, als wär das alles nicht passiert.“ Er schaut sie an, und für einen Moment sieht sie etwas in seinem Blick, das sonst verborgen bleibt. Etwas Warmes, aber auch etwas Gebrochenes. „Ich muss darüber nachdenken.“
Das ist alles, was er rausbringt. Die Worte sind nicht genug, aber er hat keine anderen. Er dreht sich um, sagt resigniert, „Lass den Job erledigen…“
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )
>>> Dennah geht nach Windenburg - Neue Wege Klinik (3) >>>
>>> Blaze geht nach San Sequoia - Haus S. Schmidt >>>
#15
<<< Blaze und Dennah kommen von San Sequoia - Haus S. Schmidt <<<
Charaktere: Blaze, Dennah
Geschichtsstrang: Die Sache mit Stephen III
Blaze bleibt im Türrahmen stehen, als er sie sieht. Sie wühlt in den halb leeren Schränken, hebt einen Karton hoch, schüttelt ihn, stellt ihn wieder ab. Ihr Rücken ist ihm zugewandt, die Kapuze hängt lose über ihre Schultern, ein paar dicke Haaresträhnen fallen ihr ins Gesicht. Sie sieht schmal aus. Kleiner. Nicht mehr wie das Mädchen, das aus Büschen gekrochen ist oder auf der Flucht laut lachte.
Blaze sieht zu ihren wieder verborgenen Handgelenken, die er nicht vergessen kann.
Er atmet durch, schiebt sich durch die Küche, hebt seine Jacke auf und legt sie sich im gehen über. „Komm, lass was essen gehn.“ Kein Fragen, kein Warten auf Antwort. Er bewegt sich schon Richtung Tür. Sie kann mitkommen oder bleiben, ihre Entscheidung.
Dennah schaut fragend auf, das Gesicht von Anspannung verkniffen. Wortlos folgt sie ihm nach draußen. Hinter ihrer Stirn stolpern haltlose Gedanken übereinander. Was denkt er über sie? Und über Stephen? Was denkt der? Schmiedet er schon Rachepläne? Nein, so tickt er nicht. Was hat er 'unten drin' versteckt? Und warum soll sie es holen? Booms Überlegung kommt ihr in den Sinn. Er würde doch nicht ... Nein, das ist totaler Quatsch.
Die Hände in den Taschen ihres Hoodies, drehen die Daumen nervös an den Fingerringen herum. Irgendwie muss sie den Schädel ruhig kriegen. "Hast du was zum Rauchen?", fragt sie, ohne aufzuschauen. Ihre Stimme klingt entrückt, als wäre nur ein Teil Dennahs anwesend.
Blaze zieht die Stirn kraus, greift in seine Jackentasche und zieht die halbleere Schachtel raus. „Nur Kippen.“ Er hält sie ihr hin. Sie nimmt sich eine, steckt sie sich in den Mund. Er zündet sie an, seine Hand kurz nah an ihrem Gesicht, bevor er das Feuerzeug wieder wegsteckt.
Ein paar Schritte vergehen in Stille. Das Knistern der Zigarette, das Geräusch ihrer Schuhe auf dem Beton. Die Luft riecht nach Regen, obwohl es trocken ist. Blaze schiebt die Hände wieder in die Taschen. „Kann ich dich was fragen?“ Seine Stimme klingt nicht unbedingt sanft, aber auch nicht kalt. Nur... ehrlich.
Dennah nimmt einen tiefen Zug. Der schwere Geschmack und das Kratzen im Hals beruhigen sie. "Wenn du musst?" Der Daumen dreht weiter an dem Ring herum, während ihr Blick nach Dingen Ausschau hält, die sie im Notfall ansprechen kann, um einem ernsthaften Dialog auszuweichen.
Blaze bleibt stur nach vorn gerichtet. „Hat Steph was mit deinen Handgelenken zu tun?“
In der selben Sekunde, in der Blaze die Worte spricht, schlägt das dumpfe Gefühl über Dennah ein, wie eine tosende Welle. Ihr stockt der Atem, das Herz setzt einen Moment aus, nur um dann doppelt so schnell zu rasen. Sie merkt nicht, dass sie stehen bleibt. Das Gefühl, erwischt worden zu sein, ist so mächtig, dass es ihr die Sprache verschlägt. Die Gedanken stürzen zu Boden, in ihrem Kopf ist nur lähmende Leere. "Meine ... Handgelenke?", stammelt sie nach einem Augenblick vor sich her starrend. Scheiße! Scheiße, Scheiße!
Blaze dreht sich zu ihr um, steht jetzt direkt vor ihr. „Mir sind die Verletzungen aufgefallen.“ Seine Stimme ist ruhig, aber fest. „Und du reagierst komisch, wenn sein Name fällt.“ Er hebt leicht die Schultern, als wäre das alles nur eine einfache Beobachtung, aber da ist mehr dahinter. Viel mehr. „Jetzt schickt er dir ausm Knast ne Nachricht.“ Sein Blick bleibt auf ihr, er will sehen, ob sie ausweicht oder lügt. „Du kannst es mir sagen...“ Kann sie das? Erträgst du das?
Die Lippen aufeinandergepresst, beginnt Dennahs Kinn zu beben. Ihre Augen füllen sich mit Tränen. Ihre Brust schmerzt, als würde jemand mit einem Messer seine Initialen in ihr Herz ritzen. Ruckartig dreht sie Blaze den Rücken zu - seinen Blick erträgt sie nicht. Was soll sie ihm sagen? Dass Stephen sie genötigt hat? Sie könnte ihm niemals ins Gesicht lügen. Nicht ihm. Damit schlüge sie den letzten Nagel in den Sargdeckel, unter dem sie Stephen, sich selbst und ihre gemeinsame Geschichte begraben hat. Aber die Wahrheit ist noch grausamer. Blaze würde sie verabscheuen. Sie würde ihn für immer verlieren. Haltlos beginnt sie zu weinen, ihre Schultern schütteln sich, die Zigarette zwischen ihren Fingern fällt auf den Boden, als sie ihr Gesicht hinter den Händen versteckt und hohl hineinschluchzt. Was soll ich denn machen? Am liebsten würde sie sich in ein Erdloch verkriechen und die nächsten zehn Jahre verschlafen. Zehn Jahre. Warum hat sie nicht nachgedacht, bevor sie gehandelt hat? Warum denkt sie nie nach? Ich bau immer nur Mist und mach alles kaputt. Und jetzt zieh ich auch noch alle anderen mit rein. Lange hat sie sich nicht so einsam gefühlt. Als würde sie in einer abgetrennten Blase von allen anderen existieren. Dabei wollte sie doch nur, dass er sie mag.
Er hasst es, wenn Mädchen weinen. Er will nicht wegsehen, aber er kann sie auch nicht einfach so stehen lassen. Ihr Rücken zuckt unter den Schluchzern, und er hasst dieses Gefühl, als wäre er jetzt verantwortlich dafür. Sein Blick fällt auf die Kippe, die sie fallen gelassen hat. Die glühende Spitze verglimmt langsam auf dem Asphalt, genauso wie sein Geduldsfaden.
„Mann, ich wollte dich nicht…“ Er stoppt, schüttelt den Kopf. Das klingt jetzt auch noch so, als würde er sich entschuldigen, weil er ne Frage gestellt hat.
Blaze atmet tief durch. „Dennah…“ Er macht einen halben Schritt auf sie zu, will die Hand heben, um ihre Schulter zu berühren, lässt es dann aber. Sie sieht aus, als würde sie bei der kleinsten Berührung in sich zusammenfallen.
„Ich frag nicht, um dich fertigzumachen, okay?“ sagt er vorsichtig. „Ich frag, weil ich wissen will, was los ist. Weil du mir nich scheissegal bist... aber... du musst es nicht erzählen wenns grad nich... naja.. geht." Ja gut so, ignorieren wir einfach alles was grad schwierig ist. Das können wir am besten. hört Blaze eine innere Stimme sarkastisch sagen.
Mit dem Ärmel wischt sich Dennah übers Gesicht, zieht einige Male die Nase hoch und würgt die Schuld herunter. "Du hast doch nichts falsch gemacht", schnieft sie, den Ärmel wechselnd. Der Ausbruch macht sie unglaublich müde. "Ich bin das Monster.", murmelt sie und wird von einem einatmenden Schluchzen übermannt. Langsam wendet sie sich ab und setzt den Weg fort. "Komm, lass uns nachsehen, was der Wichser ins Versteck gelegt hat." An Frühstück ist für sie nicht zu denken. Keinen Bissen würde sie herunterbekommen. Trotzdem fragt sie mit gebrechlich langsamen Worten: "Wolltest du nicht was essen? Da vorn ist ein Bäcker."
Blaze hält einen Moment inne, sein Blick ruht auf Dennah, während sie sich wieder in Bewegung setzt. Monster. Zehn Jahre Knast. Verletzungen an ihren Handgelenken. Sie ein Monster? Eine Nachricht aus dem Gefängnis, die nur ihr galt. Warum ist sie das Monster? Wieso nicht Stephen der Wichser? Er sollte fragen. Sollte sie zwingen, Klartext zu reden. Aber er tut es nicht. Stattdessen steckt er die Hände tief in die Taschen, seine Schultern ein wenig nach vorn gezogen. „Nah... Später..“, murmelt er auf ihre Frage nach dem Bäcker.
Ein Teil von ihm will das Versteck sofort finden, einfach um zu wissen, was Steph da reingelegt hat. Der andere Teil hat das Gefühl, dass das Ganze noch viel beschissener wird, sobald sie es herausfinden...
Einen Block lang gehen sie schweigend nebeneinander her, bis Dennah die Straßenseite wechselt. "Wir nehmen die Bahn, das geht schneller." Mit prüfendem Blick sucht sie das Gleis nach Kontrolleuren ab, steigt ein und zieht Blaze am Ärmel mit sich.
"Es ist nicht immer so, weißt du?", beginnt sie, als der Zug losfährt. "Die meiste Zeit wars ganz lustig. Aber da waren wir noch nicht in dem Haus." Ihre müden Augen fangen die vorbeiziehende Stadt ein. Ihre Stadt. Hier ist sie aufgewachsen. Es fühlte sich immer an, als würde sie her gehören. Doch jetzt scheint diese Verbindung verschwunden. "Vielleicht tut das den Leuten nicht gut.", murmelt sie gedankenverloren. Für einen kurzen Moment flammt der Gedanke an Boom Booms Eltern in ihr auf und wird sogleich vom Bild Brigittes abgelöst. Dieses fremde Gesicht, das ihr eigentlich vertraut sein sollte. '... wie schön es ist, dich zu sehen.' War das ehrlich gemeint? Vermisst sie sie? Ist sie dazu überhaupt in der Lage? Erinnern sie und André sich an irgendetwas? "Was ist mit deiner Mama?" Den Blick noch immer aus dem Fenster gerichtet, spricht Dennah gerade laut genug, dass Blaze sie hören kann. "Warum ist die nicht da?"
Blaze lehnt sich leicht gegen die Haltestange, während der Zug ruckelnd durch die Stadt gleitet. Sein Blick haftet einen Moment an Dennah, die noch immer aus dem Fenster starrt. Was war lustig? Wo haben sie vorher gewohnt?
Er sagt nichts. Vielleicht erklärt sie es von selbst. Vielleicht auch nicht.
„Sie ist gestorben, als ich sieben war.“ sagt er dann. Direkt. Ohne Emotion. Einfach raus. Er hat sich längst daran gewöhnt, es so zu sagen. Je kürzer, desto besser.
Sein Blick gleitet zu seinen Händen. Das Päckchen.
Er erinnert sich flüchtig daran. Irgendwas, das sie ihm hinterlassen hat. Es liegt in seiner Tasche in der Villa. Ungeöffnet. Vielleicht ein Brief, vielleicht was anderes. Keine Ahnung. Er hat nicht das Bedürfnis, es aufzumachen. Und wenn er ehrlich ist, hat er ein bisschen Angst davor.
Seine Finger klopfen unruhig gegen die Metallstange. Dann hebt er den Kopf, mustert Dennah von der Seite. Sie wirkt abwesend.
„Warum fragst du?“
Mit großen glasigen Augen sieht sie Blaze an. Eine Schulter zieht in den Nacken. "Du sagtest dein Dad und seine Frau. Aber du hast nie von deiner Mama erzählt." Wieder in die Stadt schauend seufzt sie klanglos. "War sie eine gute Mutter?"
Der Zug fährt im Bahnhof ein und Dennah deutet Blaze, auszusteigen, als sich die Türen öffnen. Durch eine Traube drängelnder Passanten hindurchschiebend ist ihr das Unwohlsein anzusehen, sich in der Menge zu bewegen. Zielsicher schleicht sie die Treppen herunter zum Ausgang und biegt der Schnellstraße entlang ab. Vor ihnen spannt sich die Brücke über die Fahrspuren. Dort hat sie einen Großteil ihrer Teenagerzeit verbracht.
Er folgt ihr, weicht den Leuten aus, die viel zu langsam oder viel zu hektisch laufen. „Soweit ich mich erinnere, war sie das,“ sagt er schließlich, ohne sie anzusehen. Sein Ton ist weder hart noch weich, einfach neutral. Die Wahrheit ist, er weiß es nicht wirklich. Was kann man sich mit sieben schon merken? Aber er erinnert sich daran, dass sie ihn ins Bett gebracht hat. Dass sie sich anders angefühlt hat als sein Vater.
Er sagt es nicht laut, aber in seinem Kopf formt sich der Gedanke: Wäre sie nicht gestorben, wäre er jetzt nicht hier. Hätte er Chip nie getroffen. Hätte er Dennah nie kennengelernt.
Die Gedanken verdrängend, blickt er die Brücke hinauf und mustert die Graffitis, die Matratzen die herum liegen, das große Bild an der Wand. Strichmännchen mit Keulen, aber irgendwie als gäbe es eine größere Bedeutung dahinter. "Cool." kommentiert er kurz und mustert das Werk. Er hat ewig nicht mehr gesprayt und es fühlt sich an, als hätte er das in einem anderen Leben zum Hobby gehabt.
"Ja. Das war es mal." Wehmütig lässt Dennah den Blick über ihren alten Platz schweifen. Es war nie prächtig. Aber jetzt ist es verkommen. Ihre Hand streift zart, beinahe liebevoll, die Betonwand, auf der die Brücke ruht. Das Donnern der Bahn, die über sie hinwegfährt, löst ein angenehmes Gefühl in ihr aus. "Wir haben hier gesessen und am Klang erraten, welcher Typ es ist", erzählt sie mit einem kaum sichtbaren Lächeln im Gesicht. "Vaas war der Beste darin." Ihr Ausdruck verwischt sich wieder zu der Bedrücktheit, die sie seit einigen Tagen mit sich trägt. "Manchmal finde ich ihn so furchtbar, dass ich kotzen könnte." Das unsimlische Grinsen schiebt sich vor ihr inneres Auge, so dass sie kurz die Lider zusammenpresst und mit einem leichten Schütteln den Gedanken zu verwerfen versucht. "Hier." Sie geht zwei Schritte auf die gegenüberliegende Wand zu und legt die Hand auf ein Graffiti. Mehrere Strichmännchen mit Keulen in den Händen jagen unförmige blaue Irgendwasse. "Das hab ich gemacht. Das war kurz bevor wir uns das erste Mal gesehen haben. Weißt du noch?" Dennah schluckt. Sie bemüht sich, die freudigen Erinnerungen dieses Ortes aufzusaugen, doch alles ist von einem düsteren Schatten überlagert.
Blaze starrt auf das Graffiti, als würde er darin eine Antwort suchen. Sein Blick schweift zu Dennah. Newcrest... die Flucht, der Einbruch. Sie sassen im Gras was seltsam und schön zu gleich war. Sie waren sich fremd und irgendwie auch nicht... Schneiderin. Sie wollte Schneiderin werden. Aber… nein, Sekunde. Das wars nicht. Er kannte sie vorher. Er kneift die Augen leicht zusammen, sucht in seinem Kopf nach der richtigen Erinnerung.
Komorebi. Seine Geburtstagsfeier. Die Lichter, die Kälte, der Alkohol. Und dann Viola im Krankenhaus danach. Scheisse. Dennah war es gewesen die ihn geküsst hat. Noch bevor sie ihn überhaupt richtig kannte. So wie sie eben war – impulsiv, ohne nachzudenken. Das gefühlte Gegenteil von dem was sie jetzt ist.
Er fährt sich mit der Hand über den Nacken, schaut weg. „Ja, naja... Viel von dem Abend ist mir nicht geblieben, wenn ich ehrlich bin.“ Er zuckt die Schultern, verlegen und sein Blick fällt auf ein altes Sofa. Es ist zerschlissen und gehört eindeutig auf die Müllkippe. "Also... was ist denn jetz gemeint mit 'unten drin'...?"
Dennah seufzt schwer. Also gut. Es hat keinen Zweck, es aufzuschieben. Mit hängenden Schultern geht sie einige Schritte auf das Sofa zu. "Hilf mir mal. Das muss zur Seite." Die Hände an der Lehne stemmt sie sich gegen die Wand und drückt das Möbelstück beiseite, doch erst als Blaze anpackt, kratzt das Stück widerwillig über den Asphalt. Darunter kommt ein DINA4 großer Verschluss zum Vorschein. "Ich hab hier meinen ersten Kuss bekommen.", sagt Dennah beiläufig. Ihr Blick springt plötzlich auf in Blaze' Gesicht. Mit bedrückter Mimik fügt sie an: "Von Stäffi." Traurig schaut sie herunter auf die eingelassene Kastenform. Ein Teil in ihr will nicht wissen, was er hier versteckt hat. Nervös schlägt ihr das Herz bis in den Hals hinauf. "Er hat dich angelogen, weißt du? Wir haben nicht ..." Dennahs Finger zittern, als sie die feste Öse anhebt. "Blaze, ... ich bin nicht so wie du denkst." Tief einatmend schließt sie die Augen. Scheiße, was mach ich hier? Und hebt den Verschluss an. Mit einem leisem Ploppen löst er sich und gähnende Leere starrt ihr entgegen, als Dennah die Augen öffnet. Sie weiß nicht, was sie erwartet hat - dieser Moment fühlt sich enttäuschend unspektakulär an. Da ist nichts. Keine Bomben, die sie verhasst in Stücke reißen, kein Brief - gar nichts. Stutzig lehnt sie sich vor und beginnt, die Ränder abzutasten - und stößt auf etwas Knisterndes. Eine Plastiktüte.
Blaze verharrt einen Moment. Steph war ihr erster Kuss.
Warum zum Teufel überrascht ihn das so? Die Welt ist ein Dorf. Er ist nach Sequia gegangen nach dem seine Mom ihn verstoßen hat und traf Dennah... Dass sie es einfach so sagt, macht es nicht besser. Es ist, als hätte jemand etwas Offensichtliches ausgesprochen, das er nie hören wollte.
Ich bin nicht so, wie du denkst.
Sein Blick wird kurz leer. Déjà-vu. Diese Worte. Er hat fast das Gleiche zu Viola gesagt, damals. Nur dass es bei ihm bedeutete, dass er kein gewalttätiges Arschloch ist, weil man ihn immer nur andere mobben sah.
Er schluckt den Kloß in seinem Hals runter und starrt auf die Plastiktüte. Scheiss drauf. Ist es echt ein Ring? Stand er seit Jahren auf sie? Will er sie heiraten? Ihm wird schlecht bei dem Gedanken.
„Mach sie auf.“ Seine Stimme klingt härter, als beabsichtigt. Er hält diese Ungewissheit kaum noch aus.
Dennahs Brauen ziehen sich tief ins Gesicht. Das alles gefällt ihr nicht. "Scheiße, mach du sie doch auf!" Mit einem Wurf landet die Tüte in Blaze' Armen. Dennah lässt sich auf den Boden fallen, mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt vergräbt sie ihr Gesicht in den Händen. Das ist alles zu viel.
Blaze fängt die Tüte reflexartig. Es zieht in seiner Brust, aber er sagt nichts. Stattdessen schiebt er langsam die Finger in die Plastiktüte und zieht die schwarze Tasche heraus.
Er wiegt sie kurz in der Hand. Weich, aber nicht leicht. Kein Ring. Kein Brief.
Blaze öffnet die Tasche und starrt auf das Geld. Simoleons, lose Scheine, unscheinbar. Kein Zettel, keine Nachricht. Einfach nur Cash.
Er blinzelt. Dann hebt er den Kopf und schaut zu Dennah, die ihr Gesicht noch immer in den Händen vergräbt. „Er hat Geld für dich versteckt.“ Seine Stimme ist ruhig, aber sein Herz rast. Er versucht nachzuvollziehen, was das bedeuten soll.
„Was soll das?“ Seine Finger umklammern die Tasche fester. „Hat er dir das geschuldet? Oder will er, dass du was für ihn tust?“ Er kann sich nicht entscheiden, was ihm mehr gegen den Strich geht.
"Was?" Mit großen Augen starrt Dennah ihn an. Kurzerhand rappelt sie sich auf und geht zu ihm herüber, um den Fund zu begutachten. "Scheiße, was ... wie viel ist das?" Ihr Mund bleibt offen stehen, als es hinter ihrer Stirn zu arbeiten beginnt. Hält der mich für ne beschissene Hure? "Ich hab keine Ahnung, was das soll. Echt nicht." Ehrfürchtig nimmt sie einen Schritt Abstand. "Pack das wieder weg, bevor jemand was sieht." Hektisch wendet sie sich zur Straße um - ist Vaas ihnen gefolgt? Oder einer von Stephens zwielichtigen Freunden? "Ich hab damit nichts zu tun. Ich weiß nicht, wo das her kommt. Uuund ich will es auch nicht. Das ist gruselig." Abwehrend hebt sie die Hände. Doch so sehr sie sich dagegen wehrt, beginnt ein Teil in ihr bereits, zu überschlagen, was sie mit so viel Geld anfangen könnte. Eine eigene Nähmaschine. Stoffe. Fuck, nein! Egal, wo es herkommt - es ist ebenso schmutzig, wie das Gefühl, das ihr seit Tagen anhaftet.
Blaze stopft das Geld hastig zurück in die Tasche, als würde es ihn sonst verbrennen. Sein Kopf hämmert. Das hier ist Wahnsinn.
Steph geht für zehn Jahre in den Knast. Warum zum Teufel gibt er Dennah so viel Geld? Warum nicht Boom? Oder Vaas? Warum nicht irgendwen sonst? Er kneift die Augen leicht zusammen, während er sie mustert. Ihre Reaktion ist wieder so... komisch.
Er versucht sich in Stephs Lage zu versetzen. Der Typ geht in ne Entzugsklinik, versteckt vorher sein Geld. Dann kommt er in die Reha, lässt es irgendwo für den Zeitpunkt, an dem er es wieder braucht. Der hat auf der Straße gelebt. Das hier ist wahrscheinlich sein komplettes Vermögen.
Und jetzt kriegt er zehn Jahre.
Er kanns nicht benutzen... es sei denn, er will, dass Dennah es für ihn aufbewahrt. Oder noch wahrscheinlicher: Dass sie es ihm bringt. Steph hat genau gewusst, dass er das niemand anderem geben kann. Vaas würde es direkt verballern. Boom auch. Dennah ist ehrlicher... oder?
Blaze’ Blick fällt wieder auf sie. Sie steht da, Hände abwehrend gehoben, als würde das Geld ein Fluch sein. Aber ihr Gesicht verrät sie. Ihr Kopf arbeitet.
Blaze runzelt die Stirn und murmelt, „Vielleicht sollst du ihn besuchen? Aber dann hätte er das doch auch am Telefon sagen können...“
Er macht einen Schritt zurück, denkt weiter. Es sei denn... sie darf ihn gar nicht besuchen. Er hebt langsam den Kopf zu ihr und streckt den Arm mit der Tasche aus. Irgendwas ist hier faul und sie sagt es ihm nicht. Sie denkt nicht dran die Tasche zu nehmen, also lässt er sie einfach fallen wie ein Micdrop. "Was auch immer hier läuft... ich kann dir nich helfen wenn du nich sagst was Sache is. Also entscheid selber was du damit machst."
Wenn du mir nicht sagst, ... Dennahs Herzschlag nimmt wieder Fahrt auf. Soll sie es ihm erzählen? 'Du kannst es mir sagen.' Ein Teil in ihr schreit heraus, was sie getan hat. Jedes dreckige hinterlistige Detail. Doch ein anderer Teil, die Scham darüber, wie alles eskaliert ist, und die Angst, Blaze könnte sich ein für allemal von ihr abwenden, halten sie zurück. Sie darf ihn nicht verlieren. Er ist der Einzige, der gut zu ihr ist. Und wenn sie die Lügen erzählt? Die Geschichte, die Stephen als Straftäter dastehen lässt? Vielleicht, wenn sie es Blaze glaubhaft schildert - wenn er es für die Wahrheit hält - vielleicht kann sie es dann auch irgendwann glauben. Stephen wäre das Opfer für ihre Verbindung zu Blaze. Ein Preis, den er für sie zahlen würde. Das wäre nicht richtig ... Andererseits ... Sie hat selbst für Dinge gezahlt, mit denen sie nichts zu tun hatte. Und sie hat es überlebt. Das würde Stephen auch. Er ist zäh. 'Sie wird drüber hinweg kommen.' Sie hatte gehört, wie Brigitte diese Worte zu André sagte, als sie selbst schon auf der Treppe war. Damals hat sie es nicht verstanden. Doch jetzt begreift sie. Es sollte ihn beruhigen. Weil er wusste, dass es falsch war. Aber vielleicht hatte Brigitte es sogar für sich selbst gesagt.
Dennahs Beine geben nach, so dass sie langsam zu Boden sinkt, als sie es erkennt. Sie tut genau das, was ihre Mutter tat. Nur um den eigenen Arsch zu retten. Brigitte war ein Junkie - die tun so etwas. Aber was ist mit ihr? Sie hängt nicht an irgendeinem Zeug, das ihr den Verstand vernebelt. Sie ist einfach nur ... schlecht. Egoistisch. "Ich ... habe etwas ... Furchtbares getan." Dennahs Stimme klingt wie in Trance. Der Straßenlärm macht es nur schwer möglich, ihre Worte zu verstehen.
Blaze' Züge werden weicher als sie zu Boden sinkt. Okay? "Was denn..?" Sein inneres ist leer, wie die Ruhe vor dem Sturm. Er erlaubt sich nicht irgendetwas zu vermuten.
"Ich hab ihn in den Knast gebracht. Wegen mir ist er da." Dennah blinzelt einige Male, bis ihre Augen geschlossen bleiben. Tränen rinnen ihr über die Wangen, als die Szenen in ihrem Kopf sich zum unzähligen Mal abspielen. Er sitzt auf ihr und ändert ihre Pläne. Er macht alles schlimmer, als es hätte sein müssen. Der Moment, in dem sie die Kontrolle verliert. In dem alles aus dem Ruder läuft. Sie hatte nicht erwartet, dass es sie an damals erinnern würde. An dieses Gefühl, das sie vor vier Jahren hatte und es nicht zuließ, weil sie es nicht verstand. Es war doch nichts dabei gewesen. Es war nur der Körper. 'Das macht nichts.'
Es ist, als würde ein längst verschüttetes Bild vor seinem inneren Auge aufbrechen. Ein schmächtiger Junge mit Schrammen an den Knien, der ihm und Chip gezeigt hat, wie man über einen Zaun klettert, ohne sich aufzuschlitzen. Der ihnen das erste Mal eine Zigarette in die Hand gedrückt hat. Der ihnen beigebracht hat, wie man aus ner Lüge Wahrheit macht, wenn man nur überzeugend genug ist.
Steph war ihr Held. Damals... Ihr grosser Bruder, ihr Vorbild. Er war ein Arsch, aber er hat sie zum Lachen gebracht, hat sie vor den älteren Jungs beschützt, hat ihnen beigebracht, mit Fäusten zu denken, wenn Worte nicht mehr reichten. Und dann war er einfach weg. Rausgeflogen und von der Strasse verschluckt worden. Blaze hat ihn nicht mehr gesehen, bis er plötzlich wieder auf dem Festival letzten Sommer aufgetaucht ist, älter, kaputter, aber immer noch mit diesem überlegenen Grinsen. Und in der zwischenzeit hat er Dennah kennengelernt und Boom. Hat Dennah ihren ersten Kuss beschert. Kam in den Jugendknast wegen Körperverletzung. Steph ist ein Wrack und Blaze weiss gar nicht mehr wie er zu ihm aufsehen konnte. Es fühlt sich nicht mehr an als wäre er der Coole. Vielleicht ist es besser, dass er nichts mehr empfindet, wenn er an ihn denkt. Er ist Vergangenheit - auch wenn es eine nostalgische Leere mit sich zieht.
„Warum?“ fragt er Dennah vor sich. Für ihn ist klar, das Steph irgendwas zu erst verbrochen haben muss. Warum sonst sollte sie ihn anschwärzen? "Was hat er gemacht?"
"Er hat dich verarscht. Er hat dir diese Scheiße über mich erzählt." Dennah wischt mit dem Ärmel über ihr Gesicht. "Ich hab gehört, was er dir gesagt hat. Und das hat mich so wütend gemacht." Sie öffnet die Augen und schaut zu Blaze auf, voller Reue und Scham und einfach nur klein. "Weil er darüber gar nichts wissen kann, weil ich nie mit ihm gefickt hab." Das Gesicht senkt sich wieder, die Augen schließen sich und der Mund wird zu einem schmalen verkniffenen Strich. "Aber du hast ihm geglaubt. Weil du mich für eine beschissene Schlampe hältst. Aber das bin ich nicht. Ich fick nicht mit jedem. Ich hatte nur einen in mir drin... Und das war nicht Stäffi." Ein leises Schluchzen stolpert aus ihrem Gesicht, bevor sie es hinter den Händen verbirgt.
Ihr Schluchzen fährt ihm in die Eingeweide. Sie hat recht. Er hat es geglaubt. Das alles. Dass sie mit jedem rummacht. Dass es keine Rolle spielt. Dass es bei ihr egal ist, weil sie eben so ist. Dass sie macht was sie will... Dass sie machen DARF was sie will... und es ihn trotzdem stresst.
Aber jetzt, wo sie da sitzt, die Schultern zitternd, die Stimme rau und gebrochen – jetzt ist es nicht mehr egal. Jetzt fühlt es sich an, als hätte er sie zu jemandem gemacht, der sie gar nicht ist.
Scheisse.
Blaze fährt sich durchs Gesicht. Er muss was sagen, aber sein Mund bleibt trocken. Was soll er denn sagen? Sorry, dass ich dich für ne Schlampe gehalten hab? Sorry, dass ich mir nicht die Mühe gemacht hab, dich zu hinterfragen? Dass ich Oberflächlich war? Sorry, dass ich dir das zugetraut hab?
Die Worte sterben in seinem Hals. Stattdessen kommt nur: „Okay?“ Ein Scheiss-Wort. Viel zu dünn für das, was er fühlt. „Und… dann hast du… was gemacht?“ Seine Stimme ist vorsichtig. „Mit Steph, mein ich.“ 
Dennahs Arme sinken auf ihre Oberschenkel. Schweigend kaut sie auf der Unterlippe herum, während die Daumen unter den Ärmeln nervös an den Fingerringen drehen. 'Du kannst es mir sagen.' Sie wagt nicht, zu Blaze aufzusehen. Sie darf ihn nicht verlieren. "Bitte hass mich nicht."
Blaze geht in die Hocke, legt die Unterarme auf seine Knie und sieht sie an – ihre Worte machen ihn nervös. Sein Inneres weint mit ihr, als wüsste es bescheid.
Brings hinter dich, denkt er, unsicher ob er sie oder sich selbst meint. Die Art, wie sie das sagt, wie sie ihn nicht mal anschauen kann, fühlt sich an wie ein Fallbeil, das in der Luft hängt. Er schluckt. Er will nicht wegrennen. Nicht ausweichen. Er will es wissen. Es gibt kein Zurück mehr. "Erzähls mir... bitte.." raunt er gezwungen.
Die Bilder spielen sich in Dennahs Kopf von ganz allein ab. Doch die Worte formen sich nicht. Ihre Kehle schnürt sich zu, so dass sie einen Brocken nach dem anderen herunterzuwürgen versucht, doch der Druck verschwindet nicht. Zittrig atmet sie tief ein und seufzt, als trüge sie die Last einer ganzen Welt auf ihren Schultern.
Blaze' Blick ruht auf ihr. Ungeduldig und geduldig zugleich. '... wenn du mich magst, kann ich auf alles andere scheißen.' Ein falsches Wort könnte dazu führen, dass er sich von ihr abwendet.
Schließlich erhebt sie sich, greift nach der Tüte mit dem Geld und lässt sie wieder in dem Versteck verschwinden. Sie will es nicht. Sie muss das irgendwie wieder in Ordnung bringen. Soweit es eben geht. Der Deckel landet mit einem dumpfen Geräusch auf der Luke, bevor Dennah mit einem Fuß kräftig nachdrückt und sich an dem Sofa zu schaffen macht.
Blaze lässt den Kopf hängen, atmet tief aus. Sie weicht aus. Er hat keine Ahnung, was er erwartet hat – Irgendein Fetzen Wahrheit, der es leichter macht, das Puzzle zusammenzusetzen? Stattdessen bleibt nur das Gefühl, dass etwas verdammt schiefgelaufen ist.
Er steht auf, zieht eine Kippe aus der Schachtel und zündet sie mit einem beiläufigen Klick seines Feuerzeugs an. Sein Blick wandert zu Dennah, die sich mit dem Geldbeutel abmüht, als wäre es das Einzige, das sie noch unter Kontrolle hat. Sie schiebt den Deckel zurück, tritt mit dem Fuß nach, als müsste sie alles, was Steph hinterlassen hat, endgültig begraben.
Blaze bläst den Rauch langsam aus. „Ich hab das früher auch immer gemacht..." Dinge weggeschoben und verdrängt - nicht darüber nachdenken wollen. "heute noch manchmal, aber wenn mein Bruder mir eins beigebracht hat, dann dass man Sachen nich allein durchmachen muss...“ er tritt nach einer Glut die auf den Boden fällt. Warum ist es so viel einfacher das zu anderen zu sagen, aber selbst durchsetzen so schwer? "Ist deine Entscheidung." er bemüht sich um sein Pokerface. Ihr Gesicht von eben brennt sich in seine Gedanken. Sie hat schon zu viel gesagt. Seine Vorstellungskraft macht das Übrige und doch... kann er sich so nicht sicher sein. "...lass es mich einfach wissen... ich bin nich auf Stephs Seite." Nicht mehr.
Auf das Sofa herunterplumpsend zieht Dennah die Beine eng an den Körper. Ständig hat sie das Gefühl, sich in eine Ecke quetschen zu müssen. Das wärst du, wenn du wüsstest, was ich getan habe. Die Ärmel über die Finger ziehend wirft sie Blaze einen unsicheren Blick zu, weicht aber sogleich wieder aus. Es gab hier mal ein Lagerfeuer. Damit war dieser Ort beinahe gemütlich. Irgendwer muss es weggeräumt haben. "Ich wusste nicht, dass du einen Bruder hast. Ich weiß irgendwie voll wenig über dich."
Blaze sieht sie an, und ein ungreifbarer Funke flackert in ihm auf. Eine Chance sie ein Stück weit aus diesem Loch zu holen. Wenn auch nur für einen Moment.
„Hast recht,“ sagt er und zuckt mit den Schultern. Dennah weiß kaum was über ihn, nicht wirklich. Dabei kennt er verhältnismäßig mehr über sie – auch wenn das meiste nicht aus ihrem Mund kam, sondern von anderen. Gerüchte, Halbwahrheiten, Behauptungen, die er nicht hinterfragt hat, bis jetzt.
Er wirft die Kippe weg und setzt sich neben sie auf das Sofa, fast schon mit einer Leichtigkeit von der er selbst nicht weiß woher sie kommt. Sie wippt gezwungenermaßen kurz auf und ab und er lehnt sich zurück. "Na dann.. Frag mich. Irgendwas." Das schuldet er ihr irgendwie. Und er schenkt ihr ein Lächeln, das sie für den Moment vergessen lassen soll, das sie auf Stephens gesamten Vermögen sitzen.
Dennah betrachtet ihn, ohne ihm in die Augen zu sehen. Es fühlt sich an, als hätte sie nur eine Chance, es richtig zu machen. Wie in diesen Quizshows, die in der Glotze liefen, bevor Brigitte und André das Teil verscherbelten. Sie träumten immer davon, selbst einmal in so einer Sendung zu sein und den großen Gewinn abzuräumen. Aber das war Bullshit. Genau, wie alles andere in ihren Köpfen.
Gedanklich geht Dennah die Informationen durch, die sie von Blaze hat. Er hat einen Bruder. Die Schule geschmissen. Warum hast du die Schule geschmissen? Sein Papa hat ihn zu Hause rausgeworfen. Er ist mit - ... war mit Chips befreundet. Und mit Stäffi. Er war mit Vee zusammen. Scheinbar steht er auf Vampirbräute. Seine Mama ist tot. Woran ist sie gestorben? Er spielt Gitarre.
Dennahs leerer Blick bleibt an seiner Kette hängen. Die trägt er ständig. Sind das diese 'Hundemarken'? Heißt das, dass er in der Army war? Er ist doch erst achtzehn. Sie hätte es mitkriegen müssen, wenn er dahin gehen würde. Sind die von seinem Bruder? Oder wurde er da auch rausgeworfen? Könnte ich mir bei ihm vorstellen. Vielleicht hat er Mist gebaut. In der Schule reden sie immer noch von 'dem Massaker', das er im Herbst angestellt haben soll. Man, da wäre sie gern dabei gewesen. In Überlegungen vertieft kaut sie auf der Unterlippe herum. "Die Army", sagt sie schließlich ohne jede Betonung. "Warum bist du nicht mehr da?"
Blaze hebt die Hundemarken leicht an, betrachtet sie einen Moment, als würde er überlegen, wie viel er erzählen will. „Die?“ Er dreht sie zwischen den Fingern. „Die sind nich echt.“ Ein kurzes, schiefes Lächeln huscht über sein Gesicht. „Sind so Fake-Dinger weil ich mit 15 dachte es wär Cool die zu tragen.... Aber ich hatte echte.“
Er lehnt sich zurück, stützt sich mit einer Hand ab, als würde die Haltung helfen, die Worte rauszubekommen. „War kurz da, weil ich dachte, es wär ne gute Idee, um von zu Hause wegzukommen.“ Er zuckt mit den Schultern. „Weil ohne Abschluss und ohne Geld, was soll man auch machen. Und mein Bruder war auch lange in der Army. Hat sich irgendwie logisch angefühlt, ne gute Idee weisst du?“
Er schweigt kurz, blickt zur Seite, dann zurück zu ihr. „Ich hab das noch nie jemandem erzählt....“ Seine Stimme wird leiser, sein Blick unbestimmter, als sich die Erinnerungen aufdrängen. Der Sarge. Jerry. Bullocks Gesicht. Sein Röcheln. Das Geräusch, das keiner der da war je vergessen würde.
„Ich bin gegangen, weil jemand gestorben ist... und ich hab gemerkt, dass es beschissen ist, sowas mitanzusehen.“ Er lacht leise, ohne Humor. „Shooter Games sind fürn Arsch.“ Wenn er damals Sid hätte sterben sehen, wäre er vielleicht nie dort gelandet... oder vielleicht doch... weil man denkt dass man solche Dinge niemals erlebt.
Er fährt sich mit der Hand übers Gesicht, hält kurz inne. Er könnte es dabei belassen. Irgendeinen Scheiss drumrum erzählen, eine harmlose Version. Aber sie sitzt da, schenkt ihm ihre Aufmerksamkeit, interessiert sich für ihn. Also redet er weiter.
„Er war... kein Freund. Ich hab die Waffe auf ihn gerichtet, weil ich wollte, dass er aufhört, Scheisse zu labern. Weil er einen Freund angegangen ist. Ich hätt nicht abdrücken können, das wusste ich.“ Das redet er sich ein. Seine Finger spielen mit dem Feuerzeug in seiner Tasche. „Naja, und dann... hat er sich versehentlich selbst erschossen. Als er mich angreifen wollte. Weil seine Waffe nicht gesichert war.“
Ein kurzes Schweigen. Dann atmet Blaze tief aus, drückt mit der Zunge kurz gegen die Innenseite seiner Wange, bevor er weiterspricht. „Jedenfalls… fand ich, dass es wohl keine gute Idee ist, mir ne Waffe in die Hand zu drücken." Er hatte sie ohne zu zögern auf ihn gerichtet und es im selben Moment bereut. Das war viel zu einfach. Hätte er das nicht getan, dann... "Dann bin ich gegangen.“ er starrt noch einen Moment vor sich hin, dann blickt er auf, wohl wissend, dass das was er erzählt nicht im Mindesten wiedergibt wie es sich wirklich angefühlt hat. Dass es nicht die Essenz dessen ist, was ihn wirklich beschäftigt. Er lacht verlegen, blinzelt und sucht irgendwo einen Punkt der nicht in der Richtung von Dennhas Gesicht liegt. Es fühlt sich plötzlich so real an. Die Geschichte ist wirklich passiert und er kann sie nicht so wiedergeben wie sie sein sollte. "Naja..." meint er, wie um sich von den Erinnerungen zu befreien. "Kann nich sagen, das mein Bruder mich nich davor gewarnt hätte..."
Dennahs Mundwinkel zuckt unmerklich, als er übers cool sein redet. Intensiv betrachtet sie seine Körperhaltung, seine Hände und schließlich sein Gesicht. Die Stirn, die kleine Falten schlägt, die Narbe in der Braue, seine Lippen. Schweigend hört sie zu, ihre Mimik ist ein offenes Buch, während sie seinen Worten folgt und seine Erlebnisse spürt. 'Weil ich wollte, dass er aufhört, Scheiße zu labern. Weil er einen Freund angegangen ist.'
Die Lippen aufeinander gepresst schaut Dennah in die Mitte des offenen Raumes, wo einmal das Feuer knisterte. Blaze' Worte hallen in ihrem Kopf nach. Es bedrückt sie, dass er so etwas erleben musste. Und offensichtlich bisher niemandem genug Vertrauen entgegenbrachte, um darüber zu reden. "Fühlst du dich schuldig?" Langsam wendet sie ihm das Gesicht zu und schenkt ihm einen tiefen, warmen Blick.
Blaze lehnt sich zurück, verschränkt die Arme über der Brust, als würde das irgendwas in ihm sortieren. Aber es gibt nichts zu sortieren. Schuld? Ist es das? Das flaue, bohrende Etwas, das auftaucht, wenn er an die Stille nach dem Knall denkt. An das Röcheln. An Bullocks blutverschmiertes Gesicht. An die Sekunden, in denen sein Körper sich weigerte, sich zu bewegen, weil sein Kopf die Realität nicht fassen konnte. „Ich weiss nicht... Wenn man sich schuldig fühlt, dann ist es wenigstens irgendwie..... bedeutsam.“ Seine Stimme klingt nicht hart, aber leer. Er wirft Dennah einen kurzen Blick zu, dann schaut er wieder weg. „Aber das wars nicht.“
Er kaut auf der Innenseite seiner Wange herum. Das hier kommt verdammt nah an die Wahrheit ran, die ihn seit Wochen verfolgt. Es tut ihm leid. Nicht weil Bullock tot ist – sondern weil es so sinnlos war. So unnötig.
Jemand ist gestorben mit 18. Hatte sein ganzes Scheissleben vor sich. Vielleicht hätte er sich geändert. Vielleicht hätte er begriffen, was für ein Arschloch er war. Jetzt bleibt er in Erinnerung als der Wichser, der er in dem Moment war, als er gefallen ist. Und Blaze war dabei, als das in Stein gemeisselt wurde.
Es war nicht bedeutungsvoll. Kein heroischer Moment, keine Gerechtigkeit, kein Grund, warum es passieren musste. Nur Dummheit, Aggression und ein Knall.
Er fühlt sich schuldig, weil er sich nicht schuldig fühlt.
„Es müsste Bedeutung haben,“ murmelt er. „Immerhin ist ein Sim gestorben, oder?“ Er schüttelt den Kopf, sieht zu Dennah, unsicher. "Macht das... Sinn?" 
Dennahs Blick ruht auf Blaze. Einen Moment denkt sie darüber nach. Dann nickt sie. "Für irgendjemanden da draußen ... hat es Bedeutung." Ihre Augen wandern zurück nach vorn, ins Leere. "Nur weil du es nicht fühlst, heißt es nicht, dass es egal ist." Ein tiefes Seufzen hebt ihren Brustkorb schwerfällig an, nur um dann wieder in sich zusammenzufallen. Den Kopf leicht geneigt geht sie ihren Gedanken nach: "Ich fange an, zu verstehen, dass das, was wir fühlen, nicht immer das ist, was wir fühlen. Verstehst du? Manchmal fühlen wir es anders ... oder ... gar nicht. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht ... geht es in dem Moment einfach nicht. Weil es, keine Ahnung, zu viel ist. Oder so."
Er schnaubt leise. „Hm.“ Mehr kommt ihm nicht über die Lippen. Er dreht eine Kippe zwischen den Fingern. „Vielleicht.“
Sie hat recht. Vielleicht fühlt er es nicht so, wie er es fühlen sollte, weil es zu viel ist. Oder weil sein Kopf es wegsperrt, damit er weitermachen kann. Vielleicht kann man sich auch nicht aussuchen, was einem wirklich nahegeht. Vielleicht ist das ganze verdammte Leben ein Spiel aus willkürlichen Empfindungen, die man entweder annimmt oder ignoriert, aber nie wirklich versteht.
Er lehnt sich ein wenig nach vorn, lässt den Rauch in die Morgenluft entweichen. „Klingt, als würdest du wissen, wovon du redest.“
Ich habe etwas furchtbares getan.
Seine Stimme ist weich, aber in seinem Blick liegt etwas Prüfendes. Dennah hat etwas durchgemacht. Etwas, das sie genauso wenig in Worte fassen kann, wie er seinen Scheiss mit Bullock.
Ist das so? Weiß sie, wovon sie redet? Oder ist es nur eine Ahnung - der Versuch, diesen Scherbenhaufen in ihr zu erklären? Greifbar zu machen. "Ich weiß nur, dass ich nicht besonders klug bin." Dennahs Blick löst sich von Blaze und gleitet auf ihren Schuh, wo er auf einem Fleck haften bleibt. "Ich treffe beschissene Entscheidungen. Ich hatte nie das Gefühl, eine Wahl zu haben. Man hat mir immer gesagt, was ich tun soll." 'Das kannst du doch für uns tun, Schatz.' "Und dann ...", sie pausiert, greift zaghaft nach der Zigarette zwischen Blaze' Fingern, wobei sie seiner Haut so nah kommt, dass es kribbelt, "... habe ich es einfach gemacht." 'Es kotzt mich an, dass du das mitmachst.' Einen tiefen Zug inhalierend, kratzt ihr Finger der freien Hand auf dem Fleck herum. Genau, wie der innere Dreck, scheint er ihr hartnäckig anzuhaften. "Und ich habe mir immer eingebildet, dass es mir egal ist. Aber ich weiß jetzt, dass das nicht stimmt." Den Kopf leicht zu Blaze gedreht, schiebt sie die Zigarette zurück, als hätte sie sie nie entwendet. "Es tut mir schrecklich leid, was du erlebt hast." Ihre Stimme klingt brüchig und ehrlich bedauernd. "Danke, dass du mir vertraust. Es bleibt unser Geheimnis."
Blaze’ Kehle zieht sich kurz zusammen. Mitgefühl. Es fühlt sich seltsam an, von ihr zu hören. Nicht unangenehm. Nur… ungewohnt. Vielleicht, weil sie es nicht einfach so sagt, sondern weil sie es fühlt. Und weil sie nicht weiß, dass er genau dasselbe für sie empfindet.
Seine Finger spielen mit dem Feuerzeug in seiner Tasche. Danke, dass du mir vertraust. Es bleibt unser Geheimnis.
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )
>>> Blaze und Dennah gehen nach San Sequoia - Haus S. Schmidt >>>
<<< Sullivan 'Blaze' Blaisdell und Vaas Del Toro kommen von San Sequoia - Haus S. Schmidt <<<
Charaktere: Blaze, Vaas
Geschichtsstrang: Was man nicht alles tut, um ein Mädchen zu beeindrucken II
Blaze setzt sich auf den Beifahrersitz von Vaas getuntem Dodge und bereut es sofort. Das war gemeint.
Vaas’ Auto ist ein einziges Verbrechen auf Rädern. Getönt, röhrt wie ein sterbender Hirsch, tiefergelegt wie Vaas Moralvorstellungen…
Alles an dem Wagen schreit: Nehmt mich hoch, ich bin illegal!.
"Gurt wär ne Idee, Prinzessin.“ Vaas grinst und drückt das Gaspedal durch, bevor Blaze überhaupt nach dem verdammten Gurt greifen kann. Der Wagen schiesst los, die Reifen quietschen, und Blaze knallt mit dem Rücken gegen die Lehne. Er hat den gestohlenen Wagen zwar auch gelenkt wie ein Irrer als er ankam aber hinter dem Lenkrad fühlt sich das immer viel weniger übel an.
„Du fährst wien Psychopath.“
„Danke.“
Das erklärt warum Boom Boom so entspannt war, als Blaze den Wagen gefahren hat. Scheiss Angeber.

Vaas wirkt entspannt, eine Hand lässig am Lenkrad, während er mit der anderen in seine Jackentasche greift und eine Umschlag herauszieht. Er klemmt sich einen Filter zwischen die Lippen, Legt sich den Umschlag mit dem Tabak auf die Knie und beginnt - gleichzeitig das Lenkrad haltend-, ein Papier zwischen seinen Fingern zu glätten.
„Halt mal kurz das Lenkrad,“ sagt er nebenbei.
Blaze starrt ihn an. „Was?“
„Lenkrad, Mann. Zwei Sekunden. Ich dreh mir nur schnell eine.“
Blaze - Neulenker - schaut erst auf die Strasse, dann auf Vaas Hände, dann wieder auf die Strasse. „Bist du bescheuert? Fahr einfach.“
Vaas schnaubt. „Mann, du bist echt verklemmt. Ich hab das im Griff.“
Blaze verzieht das Gesicht. „Kannst du dich bitte auf die Strasse konzentrieren?“
„Kannst du dich bitte entspannen?“ Vaas grinst und schaltet einen Gang hoch. „Weichei.“

Unbewusst greift Blaze nach dem Halter über der Tür, als Vaas wieder Gas gibt. Seine Füsse pressen sich in den Fussraum. Einerseits um den Halt nicht zu verlieren, andererseits weil er sich dort ein Bremspedal wünscht.
"Ich hab die Federung rausgehauen. Spürt man richtig die Strasse, findest nich auch?“
„Ich spür das Ende meines verfickten Lebens.“ Blaze zieht sich den Gurt fester über die Brust und verflucht sich dafür, dass er mit diesem Irren mitgegangen ist.
Vaas drückt das Gaspedal weiter durch. Die Strassenlichter ziehen wie verschwommene Schatten vorbei. „Also, jetzt wo wir ein bisschen Zeit haben…“ Er blickt grinsend zu Blaze. „Was genau suchen wir? Ne süsse Kleine? Oder so ein fettes Industriegerät, mit dem du Zelte für die Army flicken kannst?“
„Ist mir egal. Hauptsache, sie läuft.“
Vaas lacht. „Bruder. Das ist ein Schrottplatz. Da läuft nix mehr.“

"Deswegen bist du ja der Bastler." erwidert Blaze trocken. "Du hast doch auch diese Schrottkiste zum fahren gebracht, oder nicht?"
"Vorsicht du Rüpel.“ Vaas hält eine Hand ans Herz. „Mein Baby ist sensibel, ok?“
„Dein Baby ist ne wandelnde Straftat.“
„Und?“ Vaas grinst. „Stehst drauf, gibs zu.“
Fast hätte Blaze auch gegrinst - Fast.
„Sag mal…“ Vaas lehnt sich ein Stück näher an Blaze ran, als würde er ein Geheimnis teilen wollen. „Wenn Bitch wiederkommt, ziehst du dann direkt mit ihr in ne kleine Wohnung? Macht euch nen niedlichen Haushalt? Hängst Gardinen auf? Strickst kleine Blaze-Babysöckchen?“
Blaze Gesicht wird ernst. Er erinnert sich daran, was Dennah sagte: Lass dich nicht von Vaas anscheißen, hörst du?
„Oder“, Vaas zieht das Wort genüsslich in die Länge, „du denkst, wenn du ihr ne Nähmaschine schenkst, bleibt sie für immer an dir kleben? Ist das der Plan? Weil wenn ja, Respekt, Mann. Ich hätts mit nem Goldkettchen versucht... naja... weisst schon.... ne Nähmaschine... ist ein bisschen so wie ihr eine Kochschürze oder eine neue Pfanne zu schenken, damit sie weiss, wo sie hingehört. Aber du wirst schon wissen, was du tust.“

Blaze schaut ihn von der Seite an, mustert sein selbstgefälliges Grinsen, dann lehnt er sich zurück, kreuzt die Arme. Fast hätte er angefangen, Sympathie für das Grossmaul zu empfinden – und dann verkackt er es wieder. Blaze weigert sich, sich von ihm verunsichern zu lassen.
Vaas wirft ihm einen Seitenblick zu. „Wann hast du dir das letzte Mal einen runtergeholt?“
Blaze zuckt zusammen. Aus irgendeinem Grund triggert die Frage das Bild von Jerry. Total überraschend, unerklärlich und beschämend. „Was soll DIE Frage jetzt?!“
„Bruder, du bist nicht der erste Typ, der sich denkt: Oh wow, Dennah... uhm... und so..... Sag doch einfach, dass du geil bist.“
„Kannst du nicht einfach ein paar Minuten die Schnauze halten?“
Vaas lacht, dreht die Musik lauter. „Weißt du, was mich interessiert?“
Blaze schaut nicht hin. „Nein, aber ich bin sicher, du sagst es mir trotzdem.“
„Warum so ein Stress? Ich meine, es ist Bitch... sie ist halt… na ja. Du weißt schon.“
Blaze blinzelt, dreht langsam den Kopf zu ihm. „Was?“

„Na, sie ist eine—“
„Sag nichts Falsches, Mann!“
Vaas hält die Hände in einer beschwichtigenden Geste vom Lenkrad. „Okay, okay, ich halt die Fresse. Aber nur, weil du so süss bist, wenn du wütend bist.“ sagt er und betont das Wort 'süss' lächerlich überdreht. "Sieh mal, wir sind da. Willkommen im Paradies, Prinzessin." Vaas hält vor einem Gitter an, welches nicht den Eingang markiert.
Ohne zu zögern steigt Blaze aus dem Wagen. Bloss weg von der Labertasche. Er geht ein paar Schritte und sieht sich den Ort vor ihm an. Er bemerkt dabei nicht, was Vaas ihm für einen beobachtenden Blick zuwirft, während er aussteigt. Ein wenig, als hätte er mit der Unterhaltung eben mehr erreichen wollen, als er zugibt – und ist gescheitert. Als Blaze sich umdreht, wirft Vaas die Tür zu und stellt sich neben Blaze. "Cool hier, oder?"

Der Schrottplatz liegt am Stadtrand, ein Chaos aus verbogenen Metallgerüsten, ausrangierten Autos und kaputten Haushaltsgeräten. Der Geruch von Rost, Öl und verbranntem Plastik hängt in der Luft, und das einzige Geräusch ist das entfernte Kreischen einer Möwe, die sich offenbar in diesen Abfallhaufen verirrt hat. Blaze zieht die Schultern hoch, als hätte er nicht ganz damit gerechnet, dass der Wind hier noch dreckiger schmeckt als der Rest der Stadt.
Vaas hängt sich zwei leere abgenutzte Rucksäcke aus dem Kofferraum um und streckt sich. „Okay, Plan ist einfach: Wir suchen Kupfer, ich verkaufs, du kriegst Kohle für dein Dingens. Und wenn du zufällig ne Nähmaschine siehst— Herzlichen Glückwunsch.“
Blaze hebt den Kopf. „Ja, danke, Meisterdieb.“
„Ich bevorzuge Ehrenhafter Geschäftsmann.“ Vaas zieht ein Messer aus seinem Schuh und schlitzt damit einen Kabelbinder auf der einen Teil des Zauns rund um den Platz zusammenhält und rollt ihn zur Seite. „Kupfer, mein verliebter kleiner Freund, ist wie Gold - aber für schlaue Leute.“ er tippt sich an die Schläfe als wäre dieser Satz ein Mindfuck.

Blaze schnaubt, schiebt sich durch das Gitter und beginnt, sich zwischen den Bergen aus Schrott umzusehen. Die Sonne steht tief, taucht den Platz in ein rötliches Licht, das alles noch rostiger aussehen lässt. Mit jedem Schritt knirscht zerbrochenes Glas und Metall unter seinen Schuhen. Er hält nach Nähmaschinen Ausschau – unwahrscheinlich, aber vielleicht hat irgendwer ein altes Modell weggeschmissen.
Nach 45 Minuten hat Vaas bereits eine ordentliche Menge Kupfer aus alten Kabeln gefischt, während Blaze sich durch einen Haufen Elektroschrott kämpft. Er hebt einen alten Plattenspieler hoch, ein Telefon mit Wählscheibe...
Hin und wieder wirft er einen Blick auf Vaas, der gerade mit absoluter Selbstverständlichkeit eine Platine mit herabhängenden Kabeln ins Licht hält und siebewundernd betrachtet.
„Oh, Baby, was hast du hier ganz allein verloren?“ murmelt er, dreht das Ding in der Hand, als hätte er eine seltene Antiquität gefunden.

Blaze schnaubt belustigt darüber wie vertieft die Totenkopffresse sein kann und stapft weiter durch den Schrottplatz. Er wühlt sich weitere 30 minuten durch einen Berg bis er ein altes, klappriges Ding, halb unter einer rostigen Mikrowelle begraben, findet. Er zieht es hervor und wischt mit dem Ärmel den Dreck ab.
„Ey, Vaas!“ ruft Blaze.
Vaas kommt um die Ecke, mit einem Bündel Kabel in der Hand. „Was— Oh scheisse, du hast echt eine gefunden?“
Keine Ahnung, ob sie noch funktioniert. Wahrscheinlich nicht. Aber sie sieht komplett aus. Das Schwungrad ist dran, das Pedal auch, sogar der Fadenhalter.
Blaze nickt und hebt sie an. Sie ist schwer. Das Ding ist solide.
„Kannst du die reparieren?“
Vaas kneift die Augen zusammen, betrachtet das Ding von allen Seiten. Er fährt mit den Fingern über das Metallgehäuse, dreht langsam am Schwungrad. „Sieht nicht komplett im Arsch aus… Vielleicht. Ich brauch vermutlich Ersatzteile. Aber könnte klappen.“

Blaze lehnt sich auf seine Knie. „Wie lange würde das dauern?“
Vaas pfeift leise, streicht mit dem Finger über die verrosteten Stellen. „He, ich sollte dir helfen eine zu finden. Von reparieren war nich die Rede.“
Blaze überlegt. Er will, dass es fertig ist, bevor Dennah zurückkommt. Das Ding soll auf sie warten. Eine Überraschung. Ein Zeichen, dass jemand an sie glaubt.
Blaze ahnt schon, was kommt. „Was willst du?“
Vaas grinst breit. „Noch einen Gefallen. Alles was ich will.“

Blaze seufzt. „Fuck.“
„Hey, du kriegst dafür ne romantische Nähmaschine für deine Freundin.“
„Sie ist nicht—“
„Blablabla.“ Vaas nimmt ihm das Ding aus der Hand. „Komm, wir laden das ein." Und marschiert damit zum Auto. Blaze hält ihm den Zaun auf.
„Okay, jetzt wo du dein Schätzchen gefunden hast, helfen wir mir noch ein bisschen, ja?“
Blaze grinst schief. Er ist zu frieden. „Ja ja. Kupfer, ich weiss.“
"Und… was auch immer ich für das Ding brauchen könnte.“

Blaze hebt eine Braue. „Du hast keinen Plan wie man das Teil repariert, oder?“
Vaas zündet sich eine Kippe an und zieht dran. „Korrekt.“ Er grinst und geht weiter. „Aber ich hab noch nie was nicht zum Laufen gebracht. Ich mein, wie schwer kanns sein, ne Nähmaschine zu reparieren?“ Vaas wühlt in einem Haufen alter Motoren, hebt eine kleine Riemenscheibe hoch und betrachtet sie prüfend. „Ich hab schon viel komplexeren Scheiss gemacht... Zur Not gibts immer noch SimTube.“
Blaze schüttelt den Kopf, kann sich das Lächeln aber nicht verkneifen. Er fühlt sich gut. Zu gut um sich über Vaas Talent Sorgen zu machen. Er hat was er wollte und er will dem Spinner vorerst glauben.
Während Vaas anfängt, wahllos alte Zahnräder, Federn und Schrauben aus irgendwelchen kaputten Maschinen zu reissen, geht Blaze ein paar Schritte weiter. Seine Gedanken driften ab. Dennah.
Was wird sie sagen, wenn sie die Maschine sieht?
Sie wird lachen, bestimmt. Vielleicht flüchtig, überrascht.

Sein Herz hämmert ein wenig schneller, als er daran denkt, wie ihre Augen aufleuchten könnten.
Vaas hebt einen massiven Metallarm aus einem alten Kühlschrank und winkt damit wie mit einer grotesken Puppe. „Blaze, guck mal. Ich hab nen neuen besten Freund.“
Blaze grinst kurz, hebt ein Gummiband auf, das noch brauchbar aussieht, und geht weiter, während seine Gedanken wieder abschweifen. Er spürt noch immer ihren Kuss auf seinen Lippen. Fühlt, wie ihre Finger über seine Schultern geglitten sind.
Sein Herz setzt kurz aus. Fuck. Er muss sie bald wiedersehen.
Aber dann—
Andere Gedanken kriechen hoch.
Ihre Hände auf Stephs Körper.
Ihre Lippen auf Chips.
Auf wem noch?

Er schüttelt den Kopf. Nein. Nein, das interessiert ihn nicht.
Aber es tut es doch. Es kriecht in ihn rein wie kalter Rauch. Er schiebt es weg.
„Fuck, du hängst richtig im Kopfkino, oder?“ Vaas Stimme holt ihn zurück.
„Was?“ Blaze schaut auf, sieht, wie Vaas eine Art Plastikstück an eine alte Autotür drückt, als würde er es anpassen.
„Du suchst Kupfer, hast aber seit fünf Minuten nix mehr aufgehoben. Wie lange gibst du dir? Bevor du nach Newcrest fährst und irgendeinen Scheiß anstellst?“
Blaze verdreht die Augen. So offensichtlich? Bevor er antworten kann, erstarrt Vaas plötzlich.
„Yo.“ Vaas’ Stimme klingt beherrscht, sein Körper ist steif und seine Hand bedeutet Blaze inne zu halten.
„Hm?“
„Ich glaub, wir haben ein Problem.“
Blaze dreht sich um - und sieht ihn.

Am anderen Ende des Schrottplatzes, zwischen zwei aufgetürmten Autowracks, steht ein riesiger Hund. Nein... ein verdammtes Monster. Schwarzes Fell, sabberndes Maul, Muskeln wie auf Steroiden. Und er ist nicht allein. Dahinter, ein Typ mit ölverschmierten Händen, Jeans, die so abgetragen sind, dass sie fast grau wirken. Ein zorniges Gesicht, das aussieht, als hätte es in der Sonne zu viel Zeit damit verbracht die Jugend von heute zu hassen.
„Was zur Hölle macht ihr Pisser hier?!“ brüllt er aus genug Entfernung, so dass Blaze und Vaas sich noch unterhalten können ohne das er es auch hört.

Vaas geht sofort in den Verhandlungsmodus und ruft zurück. „Kumpel! Wir bewundern nur dein schönes Anwesen. So viele wunderbare Dinge hier. Und dein Hund! Oh mein Gott, was für ein majestätischer Bastard.“
Der Typ verengt die Augen. „Verpisst euch, oder ich hetz ihn auf euch.“
„Okay, okay.“ Gibt Vaas nachdrücklich zurück und hebt die Hände, geht rückwärts. Leiser zu seinem Begleiter: „Blaze, Zeit zu gehen.“
„Laufen?“ fragt Blaze.
Vaas starrt auf den Hund, zuckt mit den Schultern, nickt. „Klingt nach nem Plan.“
Blaze ist schon auf dem Weg. Er denkt nicht dran, mit diesem Monster zu diskutieren.

„Lass die scheiss Taschen hier!“ schreit der Mann. Vaas zögert keine Sekunde. „Niemals!“ Dann sprintet er los.
„Schnapp sie, Boy!“ sagt der Typ zu seinem Mutantenhund, und dann kommt das Vieh auch schon angerast.
Blaze rennt. Vaas rennt. Die Teile klappern in ihren Taschen, der Kies spritzt unter ihren Füßen auf.
„ICH HASSE KÖTER!“ brüllt Vaas, während er über einen umgestürzten Einkaufswagen springt.
Der Hund bellt. Laut.
„Fuckfuckfuckfuck—“

Sie rennen. Durch enge Gassen zwischen den Autowracks, über kaputte Matratzen und verrostete Bleche. Der Hund bellt wieder, kommt näher.
„DIE SCHEISS KUPFERKABEL SIND SCHWER WIE BLEI!“ brüllt Vaas.
„DANN SCHEISS AUF DAS KUPFER!“
„SCHEISS AUF DAS KUPFER!?? DAS IST GELD WERT, DU BASTARD!“
Blaze keucht, springt über eine umgekippte Waschmaschine. Der Zaun kommt in Sicht. Ihr Auto steht dahinter, die Tür offen.
„MACH DEN ZAUN AUF!“

Blaze reisst das Gitter zur Seite und blickt zu Vaas der beladen auf ihn zu eilt. Er klingt wie ein schepperndes Windspiel.
Er erreicht Blaze, schlüpft durch den Zaun und bleibt hängen.
Blaze spürt schon imaginäre Zähne in seinem Fleisch, "FUCK VAAS! VERPISS DICH DA!"
"ICH KANN NICHT!"
Blaze kann nicht länger warten. Er schiebt sich gegen Vaas, zwingt ihn damit irgendwas fallen zu lassen und schafft es hinter den Zaun bevor der Hund ihn anfällt.
Als das Vieh sich gegen den Zaun wirft, blickt Blaze über die Schulter. Schlitternd kommt er auf die Beine, zieht Vaas mit hoch und mit sich, da der Köter dabei ist herauszufinden wie er sich durch den kaputten Zaun winden muss.
Blaze hechtet zum Auto, reißt die Tür auf, springt hinter das Steuer. Vaas wirft sich auf den Beifahrersitz. "FAHR!"
Motor an. Gang rein. Reifen quietschen. Sie jagen davon, Staub wirbelt hinter ihnen auf.

„Holy FUCK.“ keucht Blaze, seine Hände fest um das Lenkrad gekrallt. Für einen Moment sitzen sie beide keuchend da. Blaze fährt. Sein Puls hämmert noch immer.
Das Auto donnert über den Asphalt. Neben ihm lehnt Vaas sich entspannt in den Sitz, zieht eine vorgedrehte Kippe aus der Tasche und fängt an zu lachen.
„Alter, das war wie im Film.“ Er steckt sich die Zigarette zwischen die Lippen, fummelt nach seinem Feuerzeug. „Wir hätten das aufnehmen sollen.“
Blaze schüttelt den Kopf, ein Grinsen zuckt in seinen Mundwinkeln, auch wenn er es nicht ganz durchziehen kann. Zu viel im Kopf. Sein Blick huscht kurz in den Rückspiegel – niemand verfolgt sie. Sie haben es geschafft. Und sie haben die verdammte Nähmaschine.
Vaas pafft den ersten Zug raus, lässt die Scheibe einen Spalt runter. „Also, wie fühlt sichss an? Gerade ein Kunstwerk aus Schrott gerettet. Bist du jetzt stolz?“

Blaze bleibt mit dem Blick auf der Strasse. „Ich reparier das Ding nicht. Das ist dein Job.“
Vaas schnaubt, streicht sich mit der Zunge über die Zähne. „Ja ja, am Ende mach ichs, aber du kriegst den Applaus. Das ist mein verficktes Leben.“
Blaze schmunzelt. „Also kannst dus?“
Vaas grinst breit. „Ich kann alles, Baby.“
Als sie die Villa erreichen, fährt Blaze direkt in die Einfahrt und zieht den Schlüssel raus. Stille. Für eine Sekunde. Dann schlägt Vaas die Tür auf, steigt aus und streckt sich, als hätten sie einen ganz normalen Roadtrip hinter sich.
„Also, Romeo, ich schlepp die Lady jetzt rein und schau mir an, was ich tun kann. Vielleicht braucht sie ein bisschen Zuwendung, ein paar Streicheleinheiten…“ Vaas hebt die Nähmaschine aus dem Kofferraum, das Grinsen breit wie eh und je. „So wie deine Bitchulia.“
Blaze folgt ihm die Worte ignorierend. So lange er ihm hilft...
In der Küche knallt Vaas die Nähmaschine auf die Theke, schnappt sich sofort einen Schraubenzieher und beginnt, die ersten Schrauben zu lockern. Er dreht das Schwungrad langsam, als würde er fühlen, ob es noch Leben in sich hat.
„Was denkst du?“ fragt Blaze.

Vaas zuckt mit den Schultern, zieht eine Stirnfalte. „Mechanik sieht okay aus. Motor? Keine Ahnung. Vielleicht nur verstaubt, vielleicht total gefickt. Muss ich mir anschauen.“
Blaze zieht an seiner Kippe, will sich gerade hinsetzen um zuzusehen, als Vaas ihn mit einem Seitenblick mustert.
„Ne, ne. Ich reiss mir hier nicht den Arsch für deine Liebesgeschichte auf, während du faul rumsitzt.“ Er deutet mit dem Schraubenzieher zur Tür. „Räum das Auto aus und sortier die Sachen nach Grösse, Form und Alphabet, klar?“
Blaze verzieht das Gesicht. „Du hast das ABC gelernt?“
Vaas grinst. „Ich hab ACAB gelernt, jetz mach schon.“
Blaze rollt mit den Augen, trottet aber in Richtung Auto. Scheiss drauf. Wenn das Ding danach funktioniert, ist es die Mühe wert.

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>>> Blaze geht nach San Sequoia - Haus S. Schmidt >>>
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Charaktere: Vaas
Geschichtsstrang: Stephen ist raus I
Vaas tritt aus einem Seiteneingang eines Ladens, den es offiziell gar nicht gibt. In der einen Hand trägt er eine versiffte Tüte mit undefinierbarem Takeout. Die Sonne knallt auf den Asphalt.
Dann – Sirenen. Nur ein kurzes Aufheulen als Zeichen, dass sie da sind.
Sein Kopf zuckt zur Seite, Blick blitzschnell. Ein Polizeiwagen rollt langsam von der Seite heran.
„Ach, fickt euch“, murmelt Vaas.
Er wirft die Tüte in den Müll, dreht sich um – dann rennt er los.

„HEY! STEHENBLEIBEN!“
„ICH BIN EIN FREIES SIMLISCHES WESEN!“ schreit Vaas zurück, lacht dabei und sprintet durch eine Gasse. Ein Zaun, ein Container, eine wütende Katze – er fliegt drüber wie ein Kind auf Speed. Dann macht er weiter Tempo. Doch in der nächsten Sekunde reisst es ihm die Beine weg – irgendwas hat ihn erwischt. Ein Stein? Ein Kabel? Er schlägt hart auf.
„Scheisse!“ zischt er, keuchend. Und kurz darauf spürt er ein Knie im Rücken.
„Hey! Ich hab Rücken! Mein Therapeut reisst euch den Arsch auf!“ faucht Vaas, während er unter dem Knie des Beamten liegt.

„Was zur Hölle war das?“ Einer kommt keuchend näher – gross, durchgeschwitzt, mit rot angelaufener Stirn.
„Konditionstest bestanden?“ grinst Vaas, schwer atmend.
„Name?“
„Santa Claus.“
„Voller Name!“
„Santa F. Claus. F steht für ‘Fuck the Police’.“
Der Knie-Typ mustert die Tattoos. Der andere, ruhiger, nimmt sein Tablet hervor.
„Das ist er. Vaas del Toro. Alias ‘Wrench’.“
„Boah, ihr kennt ja all meine Spitznamen. Ich fühl mich ja richtig geehrt.“
Der Polizist reisst Vaas hoch und stellt ihn auf die Füsse. Vaas klopft sich den Dreck ab, sein Blick wandert. Für einen Moment denkt er ernsthaft darüber nach, einfach nochmal loszurennen – dann beginnt der Ruhige zu reden:
„Vaas Del Toro. Bekannt für…“
Ein kurzes Zögern, ein Blick aufs Tablet.
„… illegales Tuning, Hausfriedensbruch, Besitz nicht registrierter Technik…“ er holt Luft, „…Verdacht auf Beihilfe zur Hehlerei, Widerstand gegen die Staatsgewalt… wow.“
Vaas verbeugt sich leicht.
„Ich arbeite dran, noch Erpressung und Steuerhinterziehung reinzukriegen. Komplett ist besser.“
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Im klimatisierten Polizeiwagen beginnt Vaas sich so unwohl zu fühlen, dass er darüber nachdenkt, eine Vermisstenanzeige für sein Grinsen aufzugeben. Die kriegen ihn hoffentlich nicht wegen irgendeinem Kleinkram dran. Das, was der eine aufgezählt hat, ist doch alles Schnee von gestern.

Vor ihm sitzen die beiden Beamten.
Der Rechte – leicht überdreht, einer von denen, die gern laut sind. Der andere – der Ruhige – sitzt hinter dem Steuer – hat eine Mappe auf den Knien.
Ein Zeichen, dass es nicht nur um irgendeine Kleinigkeit geht.
Der Ruhige dreht sich zu ihm um.
„Del Toro. Wir wollen nur ein paar Fragen stellen.“
Vaas hebt die Braue. „Das sagen sie alle. Und zack – zwei Stunden später hock ich auf einer Metallpritsche, die härter ist als meine Kindheit.“

„Es geht um einen Anruf. Von einem gewissen Stephen Schmitt. Aus der Untersuchungshaft.“
Vaas’ Gesicht bleibt ausdruckslos.
„Der Anruf ist protokolliert. Es geht uns nur um den Inhalt.“
Vaas verschränkt die Arme. Kein Grinsen. Kein Glanz in den Augen. Dieser Wagen saugt ihm die Energie aus den Knochen. Er merkt es selbst. Normalerweise kämen ihm jetzt zehn dumme Sprüche. Aber irgendwie....
Der Hitzkopf wischt auf seinem Tablet, liest vor:
„‘Sag Bitch, sie soll unten drin nachsehen. Da ist was für sie. Ne Entschuldigung.’ Kommt Ihnen das bekannt vor?“

Vaas lehnt sich nicht zurück. Bleibt still.
Der Hitzkopf schaut ihn an, als wolle er ein Geständnis aus seiner Nasenscheidewand kratzen.
Der Ruhige bleibt nüchtern. „Uns interessiert nur, wer ‘Bitch’ ist.“
Vaas blinzelt. „Habt ihr das so aufgeschrieben? Grosses B, kleines itch?“
„Del Toro.“
„Wrench. Ich bestehe drauf.“

„Ist mit ‘Bitch’ Dennah Delany gemeint?“
Vaas' Augen verengen sich unmerklich. „Nie gehört“
„Delany“, sagt der Ruhige, langsam, deutlich, „ist das mutmassliche Opfer im Fall gegen Stephen Schmitt - den Sie kennen. Anzeige wegen Vergewaltigung. Aussage aufgenommen, Beweislage angespannt – aber konkret. Bis sie plötzlich zurückzieht. Komplett.“
Er lässt das sacken. Dann weiter:
„Sie sagt, sie habe gelogen. Sie nimmt die Strafe für Falschaussage in Kauf.“
„Mutig“, sagt Vaas. „Oder komplett Banane.“

„Wir glauben nicht, dass sie freiwillig zurückgezogen hat. Wir glauben, Schmitt hat jemandem was gesagt. Und dieser Jemand hat es ihr überbracht. Wir glauben, Sie sind dieser Jemand.“
„Ihr glaubt ganz schön viel für Leute, die nix wissen.“
Der Hitzkopf lehnt sich näher. „Haben Sie besagten Person die 'Bitch' genannt wurde, etwas ausgerichtet?“
Vaas zögert keine Sekunde. „Müsst ihr schon präziser werden, Jungs.“
„Antworten Sie auf die Frage.“
Ein kurzes, kratziges Lachen.
„Ich kenn mindestens sechs Bitches. Alter, ich nenn meine Mikrowelle Bitch, wenn sie mein Essen wieder halbgefroren ausspuckt.“ Er lacht zwar. Aber es wirkt nicht locker. Mehr so wie das Nachglühen von etwas, das mal Spass gemacht hat.

„Sie wissen dass Sie sich strafbar machen.“
„Ich weiss, dass ihr mich offensichtlich braucht, um was rauszufinden. Und das gefällt mir irgendwie.“ Er lehnt sich grinsend nach vorne. „Ich bin quasi euer vermisstes Puzzlteil mit Mittelfinger.“
Der Hitzkopf beugt sich drohend näher. „Haben Sie mit Dennah Delany gesprochen?“
„Wer?“
„Dennah Delany.“
„Gesundheit.“

Mappe knallt zu.
„Das ist kein Witz!“
„Nee“, sagt Vaas, „aber euer Pokerface ist einer.“
Der Ruhige hebt beschwichtigend die Hand, sagt dann: „Wenn Sie ihr die Nachricht überbracht haben, war das Beeinflussung. Und Beihilfe. In einem Vergewaltigungsfall. Wollen Sie wirklich der Typ sein, der dafür sorgt, dass sie jetzt alles auf sich nimmt?“

Ein Atemzug lang bröckelt was in Vaas’ Gesicht. Nur ganz leicht. Dann kommt das Schulterzucken.
„Vielleicht hatte sie einfach kein Bock mehr. So wie ich grade. Kann ich jetz gehn?“
„Sie weichen aus.“
„Nein. Ich lauf nur gern im Kreis. Sieht man doch.“
Der Ruhige nickt dem Hitzkopf zu.
„Letzte Chance. Haben Sie dem Opfer, Dennah Delany, die Nachricht überbracht?“
Vaas lehnt sich zurück, verschränkt die Arme, halb geschlossene Augen. Ruhig, fast gelangweilt:
„Ich richte nur Sachen aus, wenn sie sich lohnen. Oder wenn ich Geld krieg. Oder wenn jemand mir dabei einen bläs–“
„Del Toro!“
„Wrench!.“

Stille. Draussen hupt ein Auto.
Der Ruhige klappt das Tablet zu. „Wir sehen uns wieder.“
Der Hitzkopf steigt aus, reisst die Tür auf. Vaas klettert raus. Bleibt aber keine Sekunde stehen.
„Vielleicht beim nächsten Takeout“, ruft er über die Schulter. „Bringt Sojasauce mit.“
Und verschwindet.
„Wichser.“
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Charaktere: Vaas
Geschichtsstrang: Back to the streets
Unter der Brücke - dem alten Treffpunkt der Sequoia Crew - riecht es nach altem Wasser, Metall und Abgas. Vaas sitzt auf dem ranzigen Sofa, auf dem er und viele andere schon oft geschlafen haben - oder gekokst - oder gevögelt... die Knie angezogen, eine Kippe zwischen den Lippen. Um ihn herum: die Röhriche. Nicht mehr alle, aber Boom sollte jetzt zufrieden sein mit ihrer Küche. Zwangsläufig... denn er hat die übrigen Nostalgiekisten ja irgendwie, vor einem schmerzhaften, splitternden, Funkentod retten müssen.
Don Röhrleone thront leicht schief auf einer Europalette, ein Stromkabel baumelt von der Seite.
„Ich weiss, ich weiss...“, murmelt Vaas, zieht an der Zigarette, „war vielleicht nicht mein glorreichster Moment.“
Er lehnt sich zurück, ein Arm hinter dem Kopf, der andere schleudert die Kippe ins Dunkel unter der Brücke.
„Ich mein – du wärst ne verdammt stylische Minibar geworden, weisst du?“
In Vaas’ Kopf spricht der Don. Die Stimme rau, langsam, leichter italienischer Akzent, durchzogen von der Autorität eines Mannes, der seine Worte sorgfältig wie Spielzüge wählt:
„Vaas… Wer nicht wenigstens seine Freizeit mit der Familie verbringt, ist kein richtiger Mann....“ zitiert er sich selbst.
„Hm ja......“, entgegnet Vaas. „Ich bin einfach nur…“
Er bricht ab. Klopft gegen Don Röhrleones Seite. „N bisschen enttäuscht, vielleicht. Ist ok. Kenn ich. Hält nicht lang.“
Eine leere Getränkedose kullert von der Strasse über ihm aus dem Gebüsch, landet scheppernd auf dem Asphalt. Vaas schaut ihr nach, bis sie stillliegt.
„Du siehst grauenhaft aus... du musst gut essen... und du musst schlafen.“
Vaas lehnt sich nach vorne, stützt die Ellbogen auf die Knie.
„Du brauchst Arbeit, Vaas....“
„Hast ja recht. Aber solange ich nichts gebaut hab, das sich verkaufen lässt oder es etwas zu reparieren gibt....“
Vaas schnaubt leise, zieht einen rostigen Draht aus seiner Jackentasche und wickelt ihn um zwei Finger.
„Ich will nur, dass du nicht stirbst wie ein Idiot unter einer Brücke mit einem kaputten Fernseher auf dem Schoss.“
Vaas zieht die Augenbrauen hoch und grinst.
„Wär doch gar nicht so schlimm. Röhrig bis zum Schluss.“
Er wirft den Draht beiseite, lehnt sich zurück. Kurz ist es still. Dann formt sich langsam ein Gedanke.
„Ich brauch was mit Rückfluss. Und zwar jetzt. Sonst hock ich hier bald ohne Zigaretten, ohne Futter und ohne Benzin.“
Vaas steht auf und klopft sich den Staub von der Hose.
„Don… ich glaub, ich muss mal wieder nen Beitrag zur Gesellschaft leisten.“
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#19
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Charaktere: Jack, Vaas
Geschichtsstrang: Bitte ein Bit
Mit klopfen dem Herzen und einer handvoll Passagiere steigt Jack aus dem Linienbus. Sie überprüft zum 3.000 Mal ihr Telefon mit dem Haltestellenverlauf der Buslinie und dem Stück Fußweg, den die Mapsversion ihr vorgeschlagen hat. Noch nie (!) ist sie mit dem Bus gefahren. Oder einer Straßenbahn oder, oder, oder. Der Schinder weiß, was es noch so alles gibt, um sich durch eine Stadt bewegen zu lassen. Wie lange Sie jetzt schon mit diesen öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, weiß sie nicht. Alles ist so aufregend! Sie will das ganz normale, anstrengende Leben. So wie die meisten Sims. Die, die nicht überpriviligiert groß geworden sind.
Aber ob es eine gute Idee war, damit heute anzufangen?
In einer ihr absolut unbekannten Stadt? Auf eine Antwort zu ihrer 'Und-hier-ist-meine-Nummer-Nachricht: Bock auf Irgendvaas!, die aus einem Koordinstenschlüssel und nem Grinse-Smiley besteht?
Ohne jegliche Erfahrung und Vergleichswerte in Bezug auf... fast alles?!? "STOPP, JACK!", ruft sie, sich laut zur Räson bringend. Das ist alles egal, wird sich fügen. Was zählt ist ihr Bauchgefühl und die Lust etwas zu unternehmen, ganz egal was es ist. Und! Dieses Mal startet sie den Abend nicht alleine. Bei dem Gedanken an ihre Verabredung, kichert sie freudig in sich rein. Auf jeden Fall wirds energetisch, chaotisch und wild, da ist sie sich sicher. Ou! Noch 200 m gerade aus sagt Maps. "Hoffentlich werden mir heute ein Mal die Haare gewuschelt...", denkt sie laut, und steuert auf die Brückenunterführung zu. 
Ein dumpfes Pling von Metall auf Beton, dann ein gereiztes Ffft, als Vaas sich den Finger am Innenleben von Röhrface quetscht. „Na super. Jetzt blut ich auch noch. Hätt ich gleich mit ner Flex kuscheln können.“ Er saugt an seinem Finger. Um ihn herum: das traurige Massengrab einer Generation Fernsehgeräte. Röhrface liegt aufgeschlitzt vor ihm. Die zerborstene Glasfront spiegelt matt das Zwielicht, das durch die Ritzen der Brücke fällt. Es riecht nach Metall, Öl und einem Hauch abgestandenem Pissewasser – echte Sequoia-Luft halt.
Er schielt durch ein verstaubtes Objektiv, lutscht an einem Stück abisoliertem Draht, spuckts wieder aus und wühlt dann blind links neben sich – ins Leere.
„...wo zur Hölle ist mein... NEIN!“ Er schaut sich dramatisch um.
„Mein Sicherheits-Fick-dich-Bit!“
Er dreht sich im Schneidersitz um sich herum. tastet unter den Teilen nach seinem Werkzeug.
„FUCK! Röhrface, du tapferes Arschloch, halte durch, ich operier dich wieder zusammen, aber ich brauch–“ in dem Moment knackt Kies. Schritte.
Jack. Lebendig. Mitten in seinem Brücken-Katakomben-Labor, als wär sie aus nem anderen Spielstand reingepatcht worden.
Sein Kopf schnellt hoch. Ohne Beanie, Haare zerzaust, Stirn leicht ölig, Augen hell und blitzend, fixiert er die Annäherung. Und dann entspannt sich sein Gesicht zu einem Grinsen, das irgendwo zwischen ‘Kleinkind entdeckt Keks’ und ‘irrer Priester findet neuen Jünger’ liegt.
„Strubbel! Mein persönlicher Haarflausch in Menschengestalt! Komm her. Das hier ist Röhrface.", er klopft vergnügt auf den Patienten. „Hat sich beim letzten Stromstoss zu stark erschrocken. Jetzt brauch ich sein Innenleben. Wenn du magst, darfst du die Drähte rausziehen. Die blauen. Aber nicht die roten, sonst... naja. Sagen wir, du könntest schreien... aber leider nicht wegen mir.“ 
Seine mitreißende Freude über ihr Erscheinen holt sie direkt ab. Ohne über das apokalyptisch anmutende Bild von einer Vielzahl an (misshandelten? Geretteten?) Flimmerkisten nachzudenken, steigt sie vorsichtig aber bestimmt an seine Seite, mit einem flüchtigen Blick die besprochenen Drähte ausmachend. Sie kniet sich zu dem etwas anderen, neuzeitigerem Dr. Frankenstein, strahlt ihn begeistert an, während ihr rechter Zeigefinger etwa mittig in den lose verbundenen Kabelsalat mit den etwas feineren Drähten greift. "Die also?", fragt sie und rupft mit vor Aufregung bebender Brust und zur unsicheren Schnute gezogenen Nasen und Mundpartie kräftig an den Auserwählten.
„Jaja, genau die, aber ni–“
KNACK.
„–vorsichti–OHFUCKNEIN–“
Er reisst die Hände hoch, wendet das Gesicht ab und kippt fast auf den Rücken. Noch ein Knack, ein dumpfes Puff, dann ein Funken, dann steigt langsam, fast würdevoll, eine Rauchfaden aus Röhrface auf, wie eine beleidigte Seele. Vaas blinzelt, wendet sich vorsichtig wieder dem Seziertisch zu.
„Nicht raus mit Wucht, Strubbel! Das hier ist Technik und kein Tampon...“
Er schiebt sich die ölverschmierten Finger durch die zerzausten Haare, schnauft und blickt mit schiefer Frustrationsliebe in das Innenleben. "Tjoa.."
"Ooohhh. Sorry Röhrface," tätschelt sie ihn betreten, unsicher ob sie ihn erneut anfassen sollte. "Da war ich wohl n bisschen überengagiert." Entschuldigend pustet sie das kleine Rauchwölkchen aus. "Dann hab ich den Einstellungstest wohl verkackt, hm?", schmunzelt sie verlegen. "Was wird nun aus ihm?", erkundigt sie sich und schau zwischen dem Opfer ihres Übermuts, Vaas und den anderen Röhris umher. "Und aus den anderen?" Jack steht auf und geht langsam zwischen den Nostalgieapparaten umher, betrachtet die unterschiedlichen Modelle neugierig, streicht schmunzelnd über ein auffallend dickbäuchigeres Exemplar. "Duuu bist ja niedlich knubbelig!", flüstert sie dem Elektrogerät zu, als wäre das für sie das normalste der Welt. Was es fast ist. Nahezu alles was einen Stecker hat, hat sie schon als Kind begonnen namentlich anzusprechen, sie sogar als Gesprächspartnerersatz anzusehen. Zumindest waren Lampen, mediale Endgerät und der Kühlschrank oftmals das einzige, durch das in ihrem Reich im Elternhaus für sie greifbare Energie und somit Leben floss, wenn das Haus- und Pflegepersonal Feierabend hatte und sie isoliert auf sich gestellt war, bis zum nächsten Morgen. 
„Tja… say hello to my little endstufe, huh?“
Er tippt mit zwei Fingern an Röhrfaces Seite, so als könnte er damit nochmal ein paar Watt Würde übertragen. Dann neigt er sich runter, fingert ein verkohltes Bauteil aus dem Inneren und hält es gegen das Licht. Ein kleines, schwarzes Rechteck mit leicht angeschmorter Ecke.
„Er wollte die Welt sehen. Und hat stattdessen Strubbel gesehen. Ist doch auch was.“
Er richtet sich auf, knackt mit dem Nacken, lässt die Schultern kreisen wie vor einem Boxkampf. Dann schiebt er den Deckel beiseite und greift mit zwei Fingern tief in den TV. Nach einem Moment zieht er etwas hervor – klein, kantig, metallisch glänzend.
„Siehst du das?“ Er dreht es in der Luft. „Das ist ein Zeilentrafo. Der bringt mir vielleicht fünfzig Simoleon, wenn ich ihn sauber auslöse und bei den Elektroniknerds in Oasis Springs verklopp. Die stehen auf sowas.“
Er kramt weiter, zieht ein anderes Teil raus – diesmal silbrig, mit zwei Beinchen.
„Und das hier – das ist ein V2000-Kerko. Den brauchst du, wenn du son richtig altes Tonsignal wieder hinbekommen willst. Für die Verschwörungstheoretiker in Stranger Ville Gold wert.“
Dann grinst er, schiebt die beiden Teile in die blaue Kunststoffwanne neben sich, während Jack sich mit Marilyn Monröhr anfreundet.
„Röhrface stirbt nicht umsonst. Ich hol aus ihm raus, was geht – und wenns am Ende nur die Kupferleitungen sind.“
Er streckt die Schultern, lehnt sich zurück, deutet auf das Chaos vor sich.
„Son Fernseher von 93 ist kein Fernseher. Das ist ein Mini-Bankautomat, wenn du weisst, wo du hebeln musst. Aber!“ er hebt die Hand, „ich brauch jetzt mein Bit. Willst du fahrn?“
Grinsend schaut sie in Vaas' Richtung, als er seine Ausschlachtung erklärt. Auf die kleinen Teile blickend, wiederholt sie langsam nickend die scheinbar wichtigsten Infos."Zeilentrafo - 50 Simoleon, V2000-Kerko für Tonsignale & Verschwörungstheoretiker - Gold wert. Alles klar." Fröhlich irritiert wird sie aus den neu erlernten Begriffen und Elektroteilchen gezogen, als die Frage ihr Ohr erreicht, ob sie fahren möchte?!??? Mit aufgerissenen Gesicht beißt sie sich auf die Lippen und strahlt ihn an wie ein Kernkraftwerk. "Scheiße JA! Wo geht's hin?" 
„Zur Villa, sonst kann ich Röhrface nicht final ausnehmen – und das wär pietätlos, jetzt wo er schon den Geist aufgegeben hat.“
Mit übertriebener Ernsthaftigkeit greift Vaas nach einer abgewetzten Decke und zieht sie theatralisch über Röhrface wie ein Leichentuch.
„Möge er in Ersatzteilen weiterleben… amen.“
Er hebt die Plastikwanne mit den ausgebauten Bauteilen, balanciert sie auf einer Schulter und zieht Jack mit der freien Hand mit sich. „Komm.“
Hinter der Brücke steht ein schwarzer Dodge Challenger, staubig, verkratzt, mit einem Nummernschild das halb mit Gaffer Tape befestigt ist. Vaas kickt den Beifahrersitz nach vorne, bugsiert die Wanne auf die Rückbank, dann öffnet er mit einem breiten Grinsen die Fahrertür für Jack.
„Frage des Tages: Kannst du Gangschaltung?“
Er lehnt sich an den Türrahmen.
„Ich mein, ich sterb zwar lieber durch Strom als durch Kupplungsversagen, aber… dein Blick sagt, du würdests versuchen.“
Ihre Begeisterung steigert sich noch, als sie vor dem "Bad"mobil zum Stehen kommen. Yeeeesss. Geile Karre. Das Gefährt steht vor Dreck und Abenteuer! Es sieht aus wie ein Schlachtpferd auf Rädern, dass sich allein den Weg zurück in die Überreste einer zerstören Zivilisation gekämpft hat. Als hätte es sich den Weg zu ihr (!) durchgeschlagen. Ihren realitätsfernen Wunschgedanken unterstütztend, wird ihr auch noch die Fahrertür geöffnet. Gierig drückt sie sich in die Polster, stellt in Windeseile den Sitz auf ihre Körpergröße ein, zieht die Tür ran und beäugt überprüfend den Blick durch den Rück- und die Seitenspiegel. Dann öffnet sie wieder die Fahrertür, um ihm ihre linke, geöffnete Handfläche entgegen zu strecken, die letzten Bedenken von ihm übergehend. "Die Frage ist nicht, ob ich Gangschaltung kann. Die Frage ist, ob dein Baby hier Heckantrieb hat." Übers ganze Gesicht grinsend, schüttelt sie ihren Kopf, "Psschhhht... Sag nix, ich find's selbst raus." Wärend sie den Zündschlüssel ins Schloss steckt und den Motor anlässt, steigt Vaas ein. Wie er guckt oder wirkt ist ihr vollkommen egal. Das einzige was für sie zählt, ist die Frage, wie lange sie braucht, um sich wieder ans Fahren und an 'Black Beauty' zu gewöhnen. Für den, beziehungsweise ihren maximalsten Fahrspaß. "Du navigierst und rufst, wenn dir schlecht wird oder jemand von rechts kommt, okay?"
Vaas lässt sich grinsend auf den Beifahrersitz fallen, knallt die Tür zu, wirft die Füsse auf das Armaturenbrett, als gehöre ihm nicht nur das Auto, sondern auch das ganze Viertel. „Wenn du das Ding abwürgst, hau ich dich nicht. Ich mach’s wien richtiger Mechaniker: Ich erklär dir drei Stunden, warums deine Schuld war.“
Während Jack die Karre zum Leben erweckt, schnurrt der Motor tief auf – wie ein zufriedenes Raubtier. Vaas lehnt sich zurück.
„Schlimmer als Boom kannst du nicht fahren. Die fährt, als wär der Bordstein ihr Ex.“
Er grinst breit, während Jack den Gang einlegt und anrollt. Der Challenger brummt satt, der Auspuff röchelt beleidigt. Vaas, völlig entspannt, plaudert los:
„Zwei Jahre Seelenarbeit stecken hier drin. Motorblock von nem Demon, Drosselklappe hab ich eigenhändig gefräst. Und diese Einspritzung... Baby, das war mal Teil von nem Polizeipanzer. Kein Witz. Frag nicht, wie ich drangekommen bin. Ou und der Tankdeckel ist von nem Rasenmäher – lange Geschichte.“
Sie rollen zur Ampel. Neben ihnen stoppt ein grauer, getunter Wagen. Zwei Typen drin – beide kennen Vaas. Das erkennt man am Blick.
„Ey! Das ist doch das Wrench-Mobil? Seit wann lässt du fahren, Digger?!“
Vaas schiebt sich grinsend über Jack, hängt sich aus dem Fahrerfenster. Er klatscht mit dem Beifahrer ab. „Seit ich gelernt hab, dass Frauen mit Heckantrieb besser umgehen als ihr mit dem Konzept von Vorspiel!“ Vaas mustert das Auto des anderen. „Wie ich sehe lebt dein Motor noch? Scheisse. Dann hab ich beim letzten Mal wohl was richtig gemacht. Muss ich mir gleich wieder abgewöhnen.“ Er lacht und lehnt sich zurück in seinen Sitz, fingert unter dem Handschuhfach herum. Die Typen lachen zustimmend und mustern Jack. Einer ruft: „Fährt sie wirklich gut? Oder lenkt sie einfach, während du betest?“
Vaas zieht eine Braue hoch, grinst noch breiter. „Sie hat mehr Kontrolle über meine Karre als ich über mein Leben.“
Er drückt einen kleinen, unauffälligen Knopf. Die Lichter am Armaturenbrett flackern kurz. Er zwinkert Jack zu.
„Boost liegt an, Strubbel. Zeig denen, was dein rechter Fuss kann.“
Die Ampel springt auf Grün. Jack tritt drauf.
Und der Effekt ist sofort spürbar. Der Challenger schiesst los, als hätte ihn ein Dämon am Auspuff gekitzelt. Der Auspuff blubbert wie ein wütender Drache, der Lowrider bleibt zurück, die Typen mit offenen Mündern im Rückspiegel.
„BOOM, BITCHES!“ brüllt Vaas aus seinem Fenster, winkt theatralisch. Dann lehnt er sich wieder zurück und streckt sich genüsslich.
Er lotst sie weiter. Links an der Litfasssäule mit dem Spraypenis, dann rechts bei der Mülltonne mit dem Aufkleber "FREE DAD HUGS". Und schliesslich die Einfahrt zur Villa. 
Der Sicherheitsgurt klickt ein. Dann startet sie, ihr Gefährt springt an. Das warme, beherrschte tiefe Brummen geht vom Sitz direkt in ihren Unterleib und vom Lenkrad vibrierend in ihre Oberarme über. Vaas erwähnt eine Boom, die scheinbar keinen Respekt vor motorisierten Verbündeten zu haben scheint.... Was auch immer. Als sie den Anfahrtsgang einlegt und die Kupplung kommen lässt, muss sie sich hart beherrschen, nicht gleich voll aufs rechte Pedal zu latschen. Sie will einfach nur über die dreckigen Straßen donnern und schauen, was die von Vaas aufgezählten, selbsteingebauten Teile möglich machen. Den Fahrtwind durch die heruntergelassenen Scheiben auf ihrer Haut und in ihrem Haar spüren. Ihre Aufmerksamkeit wird an der ersten Ampel geteilt, als ihr Beifahrer sich mit Bekannten Kunden ein kleines Geprolle austauscht - gut, dass er was richtig nices zum Thema 'Frau am Steuer' sagt, ihre Worte wären deutlich weniger nett gewesen. Obwohl Vaas halb auf ihr liegt, kann sie keinen neckischen Move machen, sie will den Angeber-Kids nebenan zeigen, wo der Hammer hängt. Beziehungsweise wer den Hammer gleich schwingt. Jack grinst grimmig und mit leuchtenden Augen, als er ihr den Turbo offenbart. Als sie mit voller Kraft bis zum Boden durchtritt, blättert sich eine Ganzkörpergänsehaut über sie, angefeuert vom Adrenalinschub. "WOOOOOOH HOOOOOOOOOO" Nach irgendwashundert Metern, schaltet sie langsam runter, um vom Kick zurück zum Zuhören kommen zu können. Dann sind sie angeblich angekommen. Ein bisschen widerwillig schaltet sie das Donnerross ab und nickt ihm dankend zu. "Das war geil. Tut mir leid für dich, vorerst werd ich fahren.", erklärt sie ihm mit diabolischem Augenbrauentanz. "Und was nun? Beschaffung oder Abriss?"
Er grinst nur, streckt die Hand aus, während er sich seitlich über sie lehnt.
„Schlüssel her. Strubbelrecht endet am Ziel.“
Zack – mit einem schnippenden Ziehen nimmt er ihr den Schlüssel vom Finger, so sanft wie ein Taschendieb.
„Ich glaub, ich spür da was… so ne Art… Auftrag in der Luft.“
Er mustert sie, spielt mit der Zunge kurz an seinem Lippenpiercing.
„Du brauchst ne eigene Karre. Irgendwas, das so fährt wie du tickst – schnell, kratzig, und kurz vorm Explodieren. Wird nich billig. Aber du hast ja jetzt... Kontakte. Überlegs dir.“
(Zusammenarbeit von @Ripzha und @S.Bin. )
>>> Fortsetzung in San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) >>>
#20
<<< Boom und Jack kommen von San Sequoia - Haus S. Schmidt (2) <<<
Charaktere: Boom, Jack, Fusel-Bernd
Geschichtsstrang: Praktikum
Donnernd schmettert der Lamborghini um die Kurve, das Heck schlägt quietschend aus, Qualm steigt in der Dunkelheit auf. Der Wagen pendelt sein Gleichgewicht ein, während Boom Boom das Gaspedal durchdrückt und in magenzerrendem Tempo beschleunigt. Die rechten Reifen entgleisen dem Asphalt. Nach Halt suchend poltert das Geschoss einige Meter weit auf dem Gehweg entlang, bevor es abrupt zum Stehen kommt. Der Motor brummt noch im vibrierenden Takt, als die Fahrertür aufgestoßen wird und die Vampirin ihren Fuß auf die Straße setzt. Laternen spenden fahles Licht, das ihre Haut noch bleicher erscheinen lässt, als sie ohnehin ist. Die kalte Farbe ihrer Auhen sticht aus den dunkel umrandeten Höhlen.
Boom Boom zieht den Schlüssel und stützt sich kraftvoll an der Tür des Wagens ab. Abschätzig schweift ihr Blick über die Gebäude. Ein kleines Likörgeschäft gliedert sich widerwillig in die Reihe von alten Fachgeschäften, allesamt in privaten Händen. "Das da", ein Kopfrucken deutet auf die vergilbte Reklametafel an der Hauswand, "gehört Fusel-Bernd." Die Wagentür fällt mit einem Knall zu. "Naja. Noch. Wir haben uns angefreundet, sozusagen, und sind nur noch eine Unterschrift davon entfernt, vertrauensvolle Geschäftspartner zu werden." Zielstrebig hält sie auf den Eingang zu, stößt die Tür unsanft auf und betritt den Laden überschaubarer Größe. Sämtliche Variationen, die die Branche des illustren Trinkens zu bieten hat, reihen sich dicht aneinander, dass dem unerfahrenen Kunden nur die Überforderung ins Hirn steigen kann.
Hinter dem kleinen Tresen, ebenso voll gestellt, wie die restliche Umgebung, hockt ein Mann höheren Alters. Die wenigen Haare auf dem Kopf krallen sich hartnäckig über den Ohren in die ansonsten kahle Haut, das zu enge Shirt spannt am Bauch und die tief in die Höhlen versackten Augen starren den Frauen erschrocken blinzelnd entgegen.
"Oh, ehm, gu- guten Abend." Schwer schluckend bemüht er sich um Fassung, doch seine Finger fummeln augenblicklich nervös an irgendwelchen Heftchen vor sich herum.
"Berni. Eine schöne Nacht, nicht wahr? Wie geht es dir?"
"G-Gut. Ja, ich kann nicht klagen.", stottert er, während sein Blick unruhig von einem Gesicht zum anderen springt. "Gut."
"Wie schön. Das höre ich gern. Das hier" Boom Boom deutet auf Jack neben sich, "ist unsere Praktikantin. Sie lernt gerade verschiedene Einsatzbereiche unseres Services kennen."
Die Mundwinkel des Mannes zucken kurz, als er sich zu einem Lächeln zwingt.

"Ich erklärte ihr gerade schon, dass wir unmittelbar vor der großartigen Vereinigung unserer Interessen stehen." Sie zieht eine Mappe aus der Umhängetasche, geht um den Tresen herum und legt das Mitbringsel vor ihm ab. Ein Arm schiebt sich kumpelhaft auf seine Schulter, während sie die Mappe aufschlägt. "Hier, ich habe mir noch mal die Mühe gemacht, es zu überarbeiten. Wir wollen ja nicht, dass einer von uns unzufrieden ist, nicht wahr?" Mit dem Finger fährt sie über einen der Absätze, während sie laut vorliest: "... übertrage ich meiner oben genannten Geschäftspartnerin das gesamte Unternehmen." Sie blickt auf zu Jack und erklärt: "Der gute Bernd fühlt sich den Herausforderungen nicht mehr gewachsen. Die Zeiten werden härter, die Kunden unbequemer. Er darf weiter an der Kasse sitzen, Bestellungen annehmen und all den Kram regeln, der ihm solchen Spaß macht. Aber die Verantwortung trage ich." Ihre Finger fahren durch sein struppiges Haar, als sie ihm einen gütigen Blick schenkt. "In letzter Zeit gab es hier immer wieder ... Unruhen. Das war furchtbar, nicht wahr. Das hat dir Angst gemacht, stimmts? Nun, das ist jetzt vorbej. Ich kümmere mich darum, dass dein ... unser ... m e i n Laden nicht mehr von diesen gemeinen Jugendlichen belästigt wird. Du musst nur noch unterzeichnen. Hier und hier." Der Finger deutet auf zwei gerade Linien am Ende des Dokumentes. Ihr Gesicht wirkt freundlich, doch ihre Augen leuchten dem Mann bedrohlich entgegen, als er zögert.

Scheiße, wer hat der den das Fahren beigebracht?!? Auch die Beifahrertür der Leihgabe knallt zu. Jack streicht sich die Haare aus der Stirn und bemüht sich, nicht auf den Boden zu reihern. Sie dachte bis vor zehn Minuten von sich, ne stabile Racing-Beifahrerin zu sein, aaaaaaber das was sie eben er lebt hat, hat ihr den nahezu wieder nüchternen Magen verdreht. Angewidert beäugt sie ihre vorläufige Truppenführerin, nachdem sie das Gefühl hat, wieder festen auf dem Boden zu stehen. Der Kontrolletti in ihr, wird zu zweihundert Prozent versuchen, ihr den Schlüssel für die Rückfahrt abzuquatschen. Eigentlich wollte sie sich zurück nehmen, aber es will einfach raus. "Boah, Alter! Was hast du gegen das Auto?!?", fragt Locke vorwurfsvoll, als Boom noch die sich ihnen präsentierende Häuserfront in Augenschein nimmt. Es überrascht sie nicht, dass ihre Frage unbeantwortet bleibt. Stattdessen, redet sie von sich als vertrauenswürdig. Jack's Aufenbrauen schießen belustigt in die Höhe. "Sicher.", entgegnet sie dem blauem Langhaar-Mullet vor sich, welcher mit festen, geraden Schritten auf die einzige Ladentür der Gebäudefront vor ihnen zusteuert. Der kleine, nein große aber übelst zugestopfte Raum erschlägt sie fast vor lauter Überangebot. 'B' geht auf den armen, verängstigt älteren Tropf hinter der Theke zu und verwickelt ihn in ein für Jack schwer auszuhaltendes Bild. Unterdrückung, Angst und Chancenlosigkeit erreichen ihre Sinne. Sie schluckt, ihr wird schwindelig. Reiß dich zusammen, Jack! Das. Bist. Nicht. Du! Du bist nicht dieser unterlegende kleine Schlucker. Nicht mehr, nie wieder. Sie wendet sich ab, nachdem sie vorgestellt wurde. Mit wachsendem Appetit betrachtet sie die kleine Snack-Auslage.
Sie entscheidet sich dafür, eine Tüte Studentenfutter zu öffnen und sie sich übersprungsmäßig mit vollen Händen in den Mund zu stopfen. Kauend tigert sie um die beiden rum, während Boom den Armen Kerl säuselnd und creepy bedroht. Nun, da sie etwas zur Ablenkung hat, kann sie sich etwas besser auf sich konzentrieren. Na super. Ich werde scheinbar gleich den Praktikantenjob bekommen. Wahrscheinlich sollte ich dieses 'Kaffeekochen' besser in einer härteren Gangart erledigen. Ich kann und will nicht beim ersten Job 'Nein' sagen. Ich muss glaubwürdig und zuverlässig rüber kommen. Sonst verderb ich mir die Preise. Mit festem, bestimmten Schritt tritt sie hinter den Mann, und schaut sich suchend um. Sie kann seine Panik fast riechen, er stinkt fürchterlich. Da! Mit der freien Hand zieht sie einen Kugelschreiber zu sich und überprüft ihn auf Maltauglichkeit, indem sie Bernd's Wange probehalber damit bekritzelt. "Na dann kanns' los gehn', was?!", ermuntert sie ihn, so gut es mit einer überwiegend zerkauten Nuss-Frucht-Mischung geht. Als nach ein paar Sekunden nichts passiert, brummt Jack ihm ungehalten zu. "Unterschreib jetzt."

Mit zitternden Fingern nimmt er den Stift zur Hand. Die Mine setzt auf dem Papier auf. Ein letztes Zögern, ehe er einen unleserlichen Namen auf der Linie zu zeichnen beginnt.
Abschätzig hebt Boom Boom die Brauen, ihr Blick springt zu Locke herüber. Gut, dass sie die Funktionalität des Schreibwerkzeugs sichergestellt hat. Netter Zug.
Fusel-Bernd lässt den Stift aus den Fingern kippen und Boom Boom entreißt ihm das Papier. "Sehr gut. War doch nicht so schwer." Sie legt die Zettel in die Mappe, klappt sie zu und lässt sie in ihrer Tasche verschwinden. "Du wirst die nächsten Tage über die kommenden Umstrukturierungen informiert." Sichere Schritte führen sie die Regale entlang, aus denen sie hier und da eine Flasche einsteckt, während sie weiter redet. "Kiste kennst ja schon. Die wird dir helfen, dich mit den Neuheiten vertraut zu machen."
Jacks Kopf ruckt herausfordernd zum blassen Gesicht. Gut, dass das jetzt so einfach war. Und dennoch... Jack weiß noch nicht genau, was sie von der Nummer halten soll. Während ihre Ausbilderin sich die Tasche vollstopft, hat sie nur zwei Hände und Achseln zur Verfügung. Bremsen wird sie das nicht. Immerhin verdichtet sich ihr Gefühl, dass sie auf der Rückfahrt wieder Beifahrerin sein wird. Somit steigt die Chance, demnächst an ihrem eigenen Erbrochenem zu ersticken - mit jeder Utensilie, die Boom Boom einsteckt, sinkt Jack's Hoffnung, den Autoschlüssel zu bekommen. Sie seufzt. Gut, dann will ich wenigstens an Nic Nac's ersticken. Ist der vielleicht etwas ehrenvollere Tot. Unter den Armen landet jeweils eine der bedachten Nüsse im Teigmantel und in der Linken Hand eine Flasche Gin. Mit einem genervten Augenrollen muss sie nochmal zurück zum Ladeninneren, um eine Flasche Tonic mitzunehmen.

Draußen holt sie mit ein paar schnelleren Schritten auf. " Setz' mich mal ins Bild.", fordert sie um neutrale Sachlichkeit bemüht ihre Weggefährtin auf. "Was ist deine Villa und wer hat welchen... wie hast du vorhin so schön gefragt?! .... Hmmm... Auftrag?" Als sie genervt gehobene Augenbrauen mit stechendem eisblauen Blick treffen, ist sie sich sicher, dass Boom da Doom (reimt sich und passt) sich entschieden hat, sie nicht nur zu testen, sondern auch einen Nutzen in ihr zu sehen. Oder ist es etwas anderes? Jack kneift die Augen leicht zusammen und lässt sich von ihrem Gedanken- und Fragenwust weiter antreiben, die Vampirin zu wenigstens einer Antwort zu nötigen. Viel hilft viel oder so.
"Und: Was hat dich angehalten, mir den Kopf n i c h t abzureißen? Und überhaupt, was war das eben? Sind das deine Teenies, die hier die Straßen unsicher machen, damit du dich als besitzetgreifender Schutzengel präsentieren kannst, der dadurch nie wieder Bargeld ausgeben muss und seine kleinen Angestellten entspannt mit kleinen, kostenfreien Selfservice-Goodies an sich bindet?" lhr Kopf ruckt herausfordernd zum blassen Gesicht. "Hab dich nicht so, wenn ich schon bereit bin mir als Trainee gelegentlich für dich die Hände schmutzig zu machen, möchte ich schon ein bisschen was wissen."
"Alter!" Boom Boom taxiert die Neue mit einem verstörten Kopfschütteln. "Und ich dachte, der Schrauber kriegt die Fresse nicht zu." Augenrollend setzt sie sich in Bewegung zum Lamborghini. "Kannst dir eine Frage aussuchen." Die Fahrertür reißt auf, als sie über das Dach hinweg zu Locke sieht. "Weil ich n scheiß Herz für Newbies hab." Schwungvoll lässt sie sich mit dem Hintern voran in den Sitz fallen, ehe sie die Kabel aneinander zwirbelt und so den Wagen anlässt.
Das Brummen des Sportwagens empfängt sie wohlig, eine leichte Gänsehaut krabbelt ihr über den Schädel und die Arme. Goooooott wie sie Autofahren liebt! Nur sitzt sie jetzt entgegen ihres Vorhabens auf der falschen Seite. Missmutig schielt sie zu der Höllenreiterin ohne Rücksicht auf alles rüber. Es nagt an ihr, dass sie für sich beschlossen hat, den Praktikanten-Status anzunehmen. Auch, wenn es taktisch klug ist, nicht zuletzt weil es ihr Überleben sicherstellt. Dennoch: Nun sitzt sie hier auf dem Abstellgleis, aka Beifahrersitz und darf (!) sich eine Frage aussuchen. Sie vermisst ihren Ego-Schub und die Provokationslust, die noch vor einer greifbaren Weile in der Villa bei ihr vorhanden war. Ihr neues Ich, welches sie sich so hart über die letzten zwei Jahre erkämpft hat, ist gegenwärtig niedergerungen. Denk an deine übergeordneten Ziele, Jack. Du kannst viel mitnehmen. Auch, wenn du keinen Bock auf nen neuen Boss hast. Es wird sich lohnen. Boom hat was! Und du hast 20 Jahre in der Familien-Imperiums-Hölle überstanden. Du schaffst das hier auch. Und vielleicht, darfst du auch mal was in die Luft jagen! Bleib. Geschmeidig! Mit Widerwillen entscheidet sie sich für die Frage, die sich nicht aus eigener Kraft und durch das aushorchen anderer herausbekommen wird. Die Schlosszunge des Sicherheitsgurtes rastet klicken ein, als sie auch schon über die Straße und die Gehwege schrubben. "Wieso hast du mir nicht den Kopf abgerissen und mich stattdessen mitgenommen?"

Lässig liegt Boom Booms linker Ellenbogen am Fenster auf, während der rechte Handballen das ruckelnde Lenkrad im Zaum hält. Schief grinsend poltert ein dreckiger Laut der Belustigung zwischen den Lippen hervor. "Wer sagt dir, dass ich das nicht noch mache?"
In einer scharfen Kurve reißt sie den Wagen herum, das Heck schlägt aus und Boom Boom lacht gehässig, als sie wieder aufs Gaspedal tritt und beide Frauen in die Sitze gedrückt werden.
Angenervt rollt Jack mit den Augen und sucht danach sofort wieder nach einem Punkt zum fixieren, der in der auf sie zurasenden Ferne liegt. Um ihren Magen stabil zu halten. Eeeetwas besser kommt sie mit dem durch-die-Gegend-geknalle im Boom-Mobil zurecht. Schmerzlich kneift sie ihr durch die Haare verdecktes Auge zu, als sie über den 12. (?!) Bordstein schrammen. Die armen Reifen. Das sie von B's ausweichender Gegenfrage gereizt ist, schwingt in ihrer Antwort mit. "Na weil du nicht dämlich bist und trotz angefressem Ego strategisch denkst."
Bemüht ruhig hängt sie an, "Jetzt sag schon. Ich will wissen, wofür ich in deinem Sinne von Nutzen sein soll." Natürlich schweigt das Vampir-Girlie ... war ja zu erwarten. "Ich will nen Deal, ne Richtung in die das angefachte "Praktikum" hier", sie setzt mit beiden Händen die Anführungsstriche verstärkend zu ihrer herablassenden Betonung in die Luft, "laufen soll. Denn auch ich hab was mit meinem Leben vor und möchte abwägen und planen, wie deine Jobs sich mit meinen vereinbaren lassen. Und du wirst verstehen: Bei allem Bock auf Chaos und Abriss, liegen mir meine eigenen Ziele mehr am Herzen und bestimmen somit meine Prioritätenliste."
Nach ein paar Holpersekunden, schließt sie ihren Teil des Dialoges ab, "Dennoch hab ich Bock mich dir anzupassen, denke, mit dir wirds schwer langweilig. Also. Was is nun? Wenn du wen Gutes für was-auch-immer-willst, kostet dich das nur ein paar Antworten." Ein bisschen charmant und ein bisschen herausfordernd schiebt sie hinterher, "Oder k a n n s t du nicht antworten, weil das Autofahren dich so anstrengt? Die Spur zu halten scheint nich den Ding zu sein..."

"Meine Fresse, du laberst und laberst. Und fragst dich, warum ich nicht antworte."
Verständnislos schüttelt Boom Boom den Kopf. Die linke Hand ans Lenkrad wechselnd, stemmt sie sich etwas vom Sitz auf, um mit der rechten in der Hosentasche nach den Kippen zu wühlen - mit dem Nebeneffekt, dass der Wagen rasant beschleunigt, während sie unbeirrt auf eine Kreuzung mit roter Ampel zuhält. Als ginge sie das alles nichts an, fummelt sie, in den Sitz zurücksackend, einhändig an der Schachtel herum und zieht schließlich mit den Lippen eine der Kippen heraus, drückt Locke das Paket in die Hand und entzündet das im letzten Handgriff gemopste Feuerzeug. Ohne mit der Wimper zu zucken heizt Boom Boom die Karre über die Kreuzung. Ein wütendes Hupen jagt hinter ihnen durch die Nacht, das von der Fahrerin gekonnt ignoriert wird. "Entweder biste dumm oder so krass an dein Gesabbel gewöhnt, dasse nicht schnallst, wie e-len-dig viel du von dir gibst."
Mit einem harten Ruck donnert sie das Gefährt in eine Seitenstraße, wo kurz darauf das Ziel erreicht scheint. Eine altes Hinterhof-Etablissement versprüht fragwürdigen Charme. "Jetzt sag mir doch mal, woher DU wissen willst, wie ich denke. Wir kennen uns wie lange? Woher kommt die Erfahrung, mich zu beurteilen, hm? Du kennst mich nicht und ich kenn dich nicht. Und darum kann und will und werde ich dir hier und jetzt keine Nutzen für dich aufzählen. Wie soll das gehen? Ah, die hat Haare. Die schick ich auf Raubzug." Boom Booms Gesicht zieht sich zu einer verständnislosen Fratze. "Vielleicht lässt du mich erstmal checken, was du kannst. Und dann sehen wir weiter." Sie öffnet die Fahrertür und setzt einen Fuß auf die Straße. "Wenn ich überhaupt was für dich finde. Ich hab den Eindruck, du bist mir zu sehr auf deinen eigenen Vorteil aus. Seh ich aus wie jemand, der andere um Gefallen bittet?" Einen tiefen Zug inhalierend, wirft sie die angerauchte Zigarette auf die Straße, um sie mit der Fußspitze zu zertreten. "Was bringt mir Eine, die ich lieb fragen muss, ob sie mir die Stadt zerlegt? Wenn du dann was Besseres vor hast, bringst du mir nichts oder? Da bin ich doch mit nem Lakaien besser dran." Elegant hebt sie sich aus dem Sitz in den Stand, eine Kopfbewegung deutet auf das Etablissement vor ihnen. "Es sei denn, du hast etwas anzubieten, dass dich auf eine ... höhere Stufe stellt. So wie die Freaks da drinnen. Damit wärst du kein mehr oder weniger nützlicher Anhang, sondern eine Partnerin." Abschätzig spitzt sie die Lippen, die Zungenspitze umrundet einen der Eckzähne, während sie Locke mit erhobenen Brauen taxiert. "Darüber ließe sich reden. Aber erst hab ich denen einen Vorschlag zu unterbreiten. Wenn du mit rein willst, hältst du die Klappe. Wenn du das nicht schaffst, wartest du hier. Deine Entscheidung, Scratch."

Jack steigt ebenfalls aus und grinst breit, Booms Fragen und Aussagen bis auf die letzte ignorierend. Warum sollte sie ihr antworten? Das Spielchen kann ruhig in beide Richtungen laufen. "Na... dann komm wa nachher nochmal ins Gespräch." Ihr grinsen wird breiter. Bingo! "Ich hab auf jeden Fall was anzubieten." Schwungvoll wirft sie die Beifahrertür zu, stemmt die Fäuste locker in die Hüfte und blickt ihr auf Führungskräfteebene entgegen. Ihr Blick wandert zu dem Laden, der ihr nächstes Ziel werden wird, dann wieder zurück zu ihrer Geschäftspartnern in spe. Mit der rechten Hand bedeutet sie die sich-selbst-den-Mund-abschließen-Geste und startet umgehend den kurzen Fußmarsch.
"Na, da bin ich doch schon ganz gespannt." Das angedeutete Lächeln in Boom Booms Gesicht strahlt keinerlei Zuneigung aus, dafür umso mehr diabolischen Wahnsinn. Diese Nacht ist wohl eine der interessantesten seit sie von Sulani zurück ist. Vielleicht ist Lockes Erscheinen doch eine geile Sache. Mit der Schulter bufft sie die Neue kumpelhaft an, bevor sie das Gebäude betreten. "Dann wollen wir denen mal einen Deal vorschlagen, den die nicht ablehnen können."
(In Zusammenarbeit mit @S.Bin. )
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>>> Boom geht nach Tartosa - Haus Fam. Falck Sr. >>>
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