Granite Falls Nr. 6 - Camp Firefly

20.04.2023 22:21 (zuletzt bearbeitet: 31.05.2025 17:16)
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20.04.2023 22:23 (zuletzt bearbeitet: 23.04.2023 21:05)
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Maryama - letzter Post
Delsyn - letzter Post

Charaktere: Delsyn, Maryama
Geschichtsstrang: Allzeit bereit?




Delsyn trifft Maryama vor Ort. Er ist früh aufgestanden und mit dem Rad nach Granite Falls gefahren, weil es gesünder ist. In letzter Zeit ist er wieder öfter Müde. Es gibt diese Phasen. Sie sind bisher aber immer vorbei gegangen. Er weiß irgendwann wird es nicht mehr so sein. Er hat soviel Zeit wie er eben hat. Und sich fit halten verlängert bekanntlich das Leben.
Er fährt offroad durch den Wald bis er den Pfad erreicht der zum Camp führt. Es liegt abgeschieden, und manchmal funktioniert das Wasser nicht, aber auch dafür hat Del denen, denen das hier gehört, eine Lösung vorgeschlagen. Wenn die Kids motiviert sind, überstehen sie die Woche schon. Del steigt vom Rad und blickt das Eingangstor hinauf über dem mit selbst gemalter Schrift ‚Camp Firefly‘ und ein paar Glühwürmchen als Verzierung prangen. Das Schild wirkt schon alt und die Farbe blättert. Das kommt auf die Liste, denkt Del und grinst. Er unterquert das Holzbanner, schiebt das Rad auf die Seite und stellt es ab. Er ist nicht zum ersten Mal hier, aber es wirkt gefühlt jedesmal ein klein wenig schäbiger. Die Holzhütten hätten mal einen neuen Anstrich vertragen und die Büsche einen Haarschnitt. Halb so wild. Die Statue in der Mitte hingegen wirkt heroisch und unverrückbar. Die Witterung hat diesen Eindruck verstärkt. Del klopft dagegen und stellt fest, dass sie nicht morsch ist. So ist es richtig. Er dreht sich um, als er am Tor ein Geräusch vernimmt.



Es ist immer so eine Wohltat, wenn Maryama den Helm abnehmen und ihre Locken schütteln kann. Die Haarpracht passt gerade mal so drunter und sie hat ständig das Gefühl, dass sie gleich den Helm vom Kopf stoßen wird, wie ein airbag, der jeden Moment ausgelöst werden kann. Sie stellt ihr Fahrrad ab, hängt den Helm an den Lenker und sieht sich um. Delsyn ist nicht zu sehen, wahrscheinlich nimmt er schon das Gelände unter die Lupe. Camp Firefly? Das ist ja goldig. Maryama schmunzelt und begibt sich zum Eingang des Pfadfinderlagers.



Sie entdeckt Del, der bei einer großen, hölzernen Staue steht und ihr entgegen blickt. Sie winkt ihm fröhlich und staunt wie groß das Lager ist. Bei ihm angekommen, knufft sie ihn leicht zur Begrüßung. "Hi Del, das ist ja ein richtig cooles Camp, gefällt mir schon auf den ersten Blick bevor ich alles gesehen hab." Ihr Blick schweift über die riesige Holzfigur ."Wen haben wir denn hier? Ist das unser Lagermaskottchen? Wie heißt es denn?"

"Wir teilen ihn uns mit ganz Granite Falls." antwortet Del und legt nochmal die Hand auf das Holz, "Franz-Günther Rasselbock, heißt er aber ich habe keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat." er grinst. "Hast du gut her gefunden?" fragt Del Maryama freundlich und sieht sie an.

"Bin einmal falsch abgebogen auf dem Waldweg und hab nen autodidaktischen Crash -Kurs im Mountainbiken absolviert anschließend , aber es hat sich am Ende als eine Abkürzung herausgestellt...also Ja." Sie lacht. "Allerdings setze ich wirklich noch auf einen kleinen Lehrgang in Sachen Kompass und Orientierung, da fehlt's sicher noch bei mir." Sie dreht sich einmal im Kreis, während sie den Blick schweifen lässt. "Wollen wir?" fragt sie Delsyn unternehmungslustig. "Ich möchte mal sehen wie die Jugendlichen untergebracht sind, wo und wie sie schlafen und so." Die beiden gehen los und Maryama stoppt schon nach ein paar Schritten wieder. "Oh, es gibt nicht nur die Hütten, sondern sie können auch in Zelten schlafen wenn sie Lust haben? Cool, das wär dann auch so mein Revier. Ich schlaf auch lieber im Zelt oder unter freiem Himmel, als in einem Haus." Sie nimmt die Planen unter die Lupe. "Na, die könnten wir mal zusammen reinigen und ein bisschen flicken, hoffentlich halten die Nähte dicht." Sie schmunzelt. "Stabil sehen sie jedenfalls aus."

Denkst du wirklich die sind noch zu retten?“ Del geht durch die schmutzigen, halb zusammengefallenen Zelte und hebt eines mit dem Fuß leicht an. „Ich habe ein kleines Budget erhalten, vielleicht lohnt es sich hier zu investieren. Nicht dass die Kids noch krank werden…. wobei…“ Del dreht sich nachdenklich um und erblickt die zwei Zelte im Schatten. „Die scheinen noch zu gehen. Ich denke die reissen wir alle ab, dann kann sich der Boden ein wenig erholen. Und dann machen wir einen Tag Zeltaufbaukurs mit allen zusammen, wie hört sich das an?“ Del stemmt die Hände in die Seiten und wirkt voller Tatendrang. Sein Blick schweift zu der linken Hütte hinauf. Er zeigt zum oberen Fenster. „Da oben ist ein Teil der Baracken. Wenn ich mich nicht irre wurde schon geputzt.“ Wenigstens etwas. Aber einen Gärtner wollte man nicht schicken. Delsyn lächelt belustigt.



"Ja, das ist eine gute Idee mit dem Kurs. Fördert außerdem den Zusammenhalt. Da können die Älteren den Neuen helfen und ein bisschen von ihrem Wissen weiter geben. Ich werd ihnen dann noch etwas über Ausrüstung erzählen, die man beim Zelten dabei haben sollte und warum das wichtig ist." Delsyns Energie steckt Maryama an. Sie folgt seinem Blick, begutachtet die Bepflanzung und den Zustand der Büsche. "Na ja...die Pflanzen könnten mal einen kräftigen Rückschnitt vertragen. Ich hab erst eine neue Heckenschere angeschafft und mein Geschäftspartner Ben würde uns bestimmt helfen dabei. Er ist auch Gärtner und sehr tatkräftig." Sie gehen weiter in Richtung Baracken.



"Oh, was sehen meine entzückten Augen denn da?" Maryama lacht und zeigt auf ein paar Pflanzkisten. "Sehr cool...wir nehmen Stecklinge im Wald, graben Kräuter aus, dann pflanzen wir sie hier wieder und Marga kann mit den Teens ernten und zusammen kochen. Die Kisten werden wir noch ein bisschen anders anordnen, dann haben vielleicht noch zwei, drei mehr Platz." Bei den Unterkünften angelangt schlägt ihnen ein muffiger Geruch entgegen als Maryama die Eingangstür öffnet. Sie wedelt kurz vor ihrer Nase herum. "Puh..sag mal...gibt es in den Betten Wäsche? Mieft die hier so? Erinnert mich an Zeug das lang in einem feuchten Keller gelagert wurde oder so. Vielleicht wär's besser das abzuschaffen und jeder bringt seinen eigenen Schlafsack mit? ...ziemlich sauber ist es ja sonst."



Delsyn, der angetan ist von Maryamas Motivation grinst. "Hier wurde wohl einiges liegen gelassen. Wir ziehen die Wäsche ab. Einen Teil können wir waschen und draußen aufhängen. Aber ich tendiere dazu, die Kids ihren eigenen Kram mitnehmen zu lassen, da hast du recht." Del wischt mit dem Finger über eine Kommode. Kaum Staub. "Ich weiß nicht wie es mein Vorgänger gemacht hat. Jetzt können wir es machen wie WIR wollen." er lächelt und öffnet ein Fenster, dann die Tür zur Brücke. "Da drüben sind noch mehr Baracken. Die Jungs wenn ich mich nicht irre." Auf der Brücke lässt sich hervorragend auf das Camp hinunter blicken. "Wenn du Unterstützung hast, nur her damit. Dann werden wir bestimmt fertig bis das Lager beginnt. Der Gemeinschaftsraum mit der Küche wird Marga gefallen. Es ist genug Platz auch zum zusammen kochen." Sie gehen weiter und kommen in einer Art Museum an. Die Vitrinen sind leer aber sauber. "Genug Platz für Jagdtrophäen." grinst Del.

"Das meinst du aber jetzt nicht ernst?" Maryama bekommt große Augen. Im Geiste sieht sie in den Vitrinen ausgestopfte Eichhörnchen, Wiesel und anderes Kleingetier und ein imaginärer Hirschkopf prangt an der Wand und mustert sie mit sanftem, aber vorwurfsvollem Blick . Alles, aber keine Jagd! "Delsyn?" hakt sie mit gehobenen Brauen nach, als ihr Gegenüber sich für einen Augenblick Zeit mit der Antwort lässt.



Delsyn muss lachen. „Hast du noch nie ein schönes Blatt oder eine Blume in einem Buch gepresst?“ er öffnet eine der Vitrinen und findet ein Überbleibsel, ein getrocknetes Ahornblatt und nimmt es heraus. „Die Wälder sind voller Schätze.“ sagt er und reicht es ihr wie eine Blume damit sie es betrachten kann. Dabei schaut er sie an, ihre Hände berühren sich bei der Übergabe, dann lässt er los „…und Insekten.“ grinst er anschließend zwinkernd

Für eine Sekunde stockt Maryama der Atem als sich ihre Fingerspitzen berühren. Die Begegnung der Hände kribbelt noch fein nach, als sie das Ahornblatt kurz in ihren Fingern hin und her dreht, ehe sie es in die Haare steckt, nahe beim Ohr. In ihren zerzausten Locken hält es gut. Erleichtert kickt sie ihn mit dem Ellbogen in die Seite. "Und mich hat schon fast der Schlag getroffen." sagt sie mit einem leisen Lachen. "Blumen sind mir lieber in lebendigem Zustand, aber womöglich findet man mal eine Abwurfstange von einem Rehbock oder einen Fuchsschädel, das ließe ich mir eingehen." Sie gehen weiter durch den Raum."Apropos Insekten..wenn wir Federn finden basteln wir Traumfänger davon...und wenn eins der Kinder Angst vor Spinnen hat, erzählen wir ihm, dass man ihn nur übers Bett hängen muss , einen bestimmten Spruch sagen und schon bleiben die Krabbler fern." sie schmunzelt. "Sag mal, woher kommt eigentlich deine Liebe zur Natur? War das immer schon so?" Seine Worte haben sie berührt. Es ist selten einen Sim zu treffen, der ähnlich fühlt was Mutter Natur und ihre Schätze angeht.



Innerlich ist Delsyn ein wenig baff. Sie ist… so positiv, so voller guter Dinge und er muss lächeln als sie fragt. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es je nicht so war.“ Sie verlassen das Haus und steuern den Gemeinschaftsraum an. „Die Natur hat mir das Leben gerettet, als ich in den Wäldern… verschollen war.“ er fragt sich wie gut sie das auffasst was er nun sagt. „Im… Feindgebiet wurde ich von meinen Leuten getrennt. Ich musste eine ganze Weile allein klar kommen. Das war schwierig, aber auch lehrreich. Der Grundstein für alles was ich über die Wälder weiß, stammt von damals.“ Er öffnet die Tür zur Küche und dem Gemeinschaftsraum. Er lässt Maryama zu erst eintreten und folgt ihr. „Ich war so fasziniert, es gibt in allen Ecke etwas Schönes oder Hilfreiches zu entdecken und wenn man sonst nichts hat, schätzt man jedes davon.“ Es war schlimmer als es sich anhört, damals. Er war ausgehungert und krank gewesen, aber am Leben. Und trotzdem würde er nur für diese Erfahrung, alles nochmal so machen. „Die Natur hat mein Leben verändert, könnte man sagen.“ Del lächelt.

Warm lächelt Maryama zurück. Er spricht ihr aus der Seele. Auch wenn sie keine so dramatischen Erlebnisse hatte ist die Liebe zur Natur in ihr seit Kindertagen tief verwurzelt. "Das war sicher hart." Sie schweigt für einen Moment. "Du sagst Feindgebiet..das war in deiner Militärzeit..in Amerika?" Sie erinnert sich an ein länger zurückliegendes Gespräch mit Del. "Als du auf dem Heimweg vom Schulball erzählt hast, dass du eine Weile in der Wildnis gelebt hast, dachte ich das wäre freiwillig gewesen."

Er nickt. Ja, Amerika. Als er noch gearbeitet hat, bevor man sein Schicksal besiegelte."War 's auch, nachdem ich alles an den Nagel gehängt hab, bin ich raus gegangen." Er grinst. "Nur etwas vorbereiteter." Er knipst den Lichtschalter um, doch es passiert nichts. Wegen dem Gebüsch vor den Fenstern ist es hier drin ein wenig dunkel. Vom Gurt nimmt er die Lampe, die er auch ans Fahrrad dran machen kann und leuchtet den Raum und die Küche ab. "Du und dein Freund, kriegen hier wieder Licht ins Dunkel, nicht wahr?" leicht fragend, sieht er Maryama schmunzelnd an.

"Klar." Maryama nickt dass die Locken hüpfen. "Und das Holz und die Äste sammeln wir irgendwo, dann können es die Kinder zu Feuerholz verarbeiten. Für die großen Lagerfeuer braucht's einiges davon" An einem Ende des Raumes führt eine Treppe in den nächsten Stock. "Was ist denn oben?" Sie erklimmen die Stufen und Maryama schaut sich überrascht um. "Das ist wohl so eine Art Aufenthaltsraum." An der Wand hängen Flaggen und in den Regalen befinden sich noch einige Pfadfindertrophäen. Sie sind angelaufen und stumpf . "Die müsste man mal aufpolieren, wofür werden die denn eigentlich verliehen? Hier, das Goldenen zum Beispiel?" Sie zeigt auf eine Trophäe, die wie ein stilisiertes Lagerfeuer geformt ist und sicher irgendwann am schön geglänzt hat.

Als sie weiter im Raum umher gehen, fällt Maryama ein Schaukasten auf. Die Scheiben sind fast blind, man kann nicht richtig sehen, was sich darin befindet. Kurzerhand zieht sie einen der kleinen Übervorhänge ab und reibt damit das Glas etwas sauber. "Die kommen sowieso weg," sagt sie grinsend zu Delsyn. "Bei dem ka..komischen Braun bekommen die Kiddies ja Depressionen. Da findet sich ein Stoff mit frischeren Farben und Vorhänge nähen kann ich grade noch." Sie beugt sich über die Vitrine. "Sag mal...ist das ein Modell von Brindleton Bay? Schau mal der Leuchtturm und die Umgebung sieht doch genau so aus. Cool."
Freudig schaut sie zu Del. "So ein Tag am Strand wär doch auch mal was. Etwas über die Gezeiten lernen und wenn 's dunkel ist kannst du auf den Leuchtturm klettern und Morsesignale mit einer Lampe geben und die Kinder müssen es deuten." Maryama kommen immer mehr Ideen. Die Besichtigung und die Aussicht darauf diese Anlage wieder zum strahlen zu bringen beflügeln sie regelrecht. Schon die Arbeit mit den Mädels und Ben am Gartengrundstück macht ihr so viel Spaß. Scheinbar liegen ihr Renovierungsarbeiten. Was man nicht alles für Seiten an sich entdeckt.



Hervorragende Idee.“ antwortet Del, „das könnte Teil der Schnitzeljagd werden. Vielleicht nicht das Meer, das ist etwas weit, aber die Morsezeichen.“ Er freut sich über ihre vielen Ideen und ist froh sie ins Boot geholt zu haben. „Ein Ausflug ans Meer kriegen wir hin. Aber wir brauchen einen Bus.“ überlegt er. Dann kann er das Wissen aus Hawaii doch nochmal gebrauchen. „Vorher müssen wir uns ein Programm ausdenken. Damit alle immer was zu tun haben.“

"Ein Fahrzeug, hm.. also, leider hab ich nicht mal einen Führerschein, meinst du ich sollte ihn machen? Finanziell könnte ich mir das mittlerweile leisten." Sie überlegt kurz. "Kann uns denn nicht die Gemeinde ein Fahrzeug zur Verfügung stellen? Die können das doch von der Steuer absetzen oder was es da nicht alles für Kniffe gibt."

Ja die Jugendförderung spendiert uns sicher was.“ er blickt Maryama an. „Zur Not hab ich einen Führerschein.“ lächelt er, „Autofahren ist sicher nützlich hin und wieder, wenn du denkst es lohnt sich für dich, mach ihn.“ Del hat den Führerschein in der Armee gemacht. Zwangsläufig. Stellte sich später aber auch als vorteilhaft heraus als er entschied die Welt zu erkunden. Er blickt auf die Uhr. „Lass uns nochmal rein gehen und die Ideen fürs Lager aufschreiben. Zu Hause schreib ich ein Programm welches wir dann zusammen verfeinern können. Klingt das nach einem Plan?“

"Nach einem Plan?" Maryama schmunzelt. "Nein, das klingt nach einem GUTEN Plan. So machen wir's."



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27.02.2026 17:11 (zuletzt bearbeitet: Heute 18:00)
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Schicksalslenker

<<< Delsyn kommt von Brindleton Bay Nr. 9 - Green Fingers <<<
<<< Maryama kommt von Willow Creek Nr. 17 - Magnolienblüten Park <<<

Charaktere: Delsyn, Maryama
Geschichtsstrang: Ruhe vor dem Sturm



So.“ Mit Schwung platziert Maryama einen vom Wasser glatt geschliffenen Gesteinsbrocken aus dem nahe gelegenen Fluß auf einem Stapel Karten, die den Kindern zur Orientierung im Camp dienen sollen. Den Stein hat sie auf einer Flusswanderung mit Delsyn gefunden. Er stach ihr ins Auge, weil die weißen Adern, die ihn durchziehen, mit etwas Fantasie aussehen wie eine Lotusblüte. Auf den nun darunter liegenden Karten sind sämtliche Gebäude, Spiel-und Sportplätze im Camp eingezeichnet, damit sich niemand auf dem Weg zu Treffpunkten verläuft.
„Jetzt wird sich keine mehr selbstständig machen.“, sagt sie schmunzelnd und hält ihre rechte Hand hoch, in der sich ein paar zerknitterte und von Erdspuren gekennzeichnete Exemplare befinden. Noch vor ein paar Minuten ist sie den, von der leichten Sommerbrise verwehten Exemplaren, hinterhergesaust. Glücklicherweise haben sie genug davon, so dass die paar Ausbrecher nicht ins Gewicht fallen.
Sie lässt eine Hand auf den Holztisch gestützt und blickt über das Gelände. Die neu angeschafften Zelte stehen im Halbkreis um das vorbereitete Lagerfeuer und leuchten farbenfroh in der Vormittagssonne. Ihr Blick wandert weiter zu Delsyn, der in die Arbeit mit seinem Schnitzmesser vertieft, auf einem Holzklotz daneben sitzt. Noch gestern Abend haben sie zusammen einigen Pfosten und Umzäunungen den zweiten Anstrich verpasst und Dels Gesichtsausdruck beim heutigen Kontrollgang nach zu urteilen, ist er zufrieden mit dem Ergebnis. Langsam steigt eine feine Mischung aus Vorfreude und Nervosität in Maryama auf. Über dem Eingang des Camps wippen und tanzen munter die Wimpelketten, als könnten sie es auch kaum erwarten, dass die Kinder eintreffen. Sie schubst sich leicht von dem grob behauenen Tisch ab, schiebt die Hände in die Hosentaschen und schlendert Lässigkeit vortäuschend hinüber zu Delsyn.
Sein Kopf ist über den Holzstock gebeugt und ein geringelter Holzspan hat sich in seinen Nacken verirrt. Die Hand heben, um ihn vorsichtig weg zu pflücken und sie zurück ziehen, als hätte allein der Gedanke daran sie verbrannt, ist eins. Trotz Herzklopfen gelingt es ihr, völlig natürlich auf dem Holzsitz neben ihm zu gleiten. Sie ruft sich zur Ordnung und fokussiert dir Gedanken auf das bevorstehende Ereignis. Ihr Herz verändert den Rhythmus, bleibt aber beschleunigt. Die baldige Ankunft der Pfadis macht sie zappelig.
„Alles gut? Oder fehlt noch irgendwas?“ Die Frage dient nur dazu, den beginnenden inneren Aufruhr einzudämmen. Sie sind oft genug alles durchgegangen, haben noch Kleinigkeiten überarbeitet, neu überdacht.



Delsyn sitzt am Lagerfeuer. Es brennt nicht, aber er schnitzt mit seinem weissen Wolfsmesser am letzten Stock. Die Holzschnipsel fallen ihm vor die Füsse und er schiebt sie immer mal wieder näher zum Steinkreis. Zufrieden pustet er die Spitze frei und begutachtet sie. Damit können die Kids abends ihre Marshmallows rösten. Er hatte mit Maryama diskutiert, ob sie ihre Stöcke nicht selbst schnitzen dürfen sollten. Allerdings ist es schwer achtzehn Kinder im Auge zu behalten die mit einem scharfen Messer herumhantieren - in der Dunkelheit... und selbst wen jeweils nur eines an einem Stock schnitzt, dann warten die anderen was zu Unruhe führt.
Del hat keine Ahnung wie es wird, auf so viele Kinder aufzupassen, aber er ist zuversichtlich mit der Unterstützung von Maryama, Alma, Marga und Marina.
"Ich glaube das wars." sagt er und legt den Stock auf den Haufen neben sich.
Sie haben sich gut vorbereitet, wissen wie der Plan läuft. Ihre Mitstreiter sind eingeweiht. Die Kids werden bei Aktivitäten in drei Gruppen geteilt, von denen jeweils Alma, Maryama und er eine beaufsichtigt. Die Aktivitäten rotieren, so das über die Tage jedes Kind alles gemacht haben wird. Die drei Aufsichtspersonen haben frei, wenn eine Gruppe beim Posten von Marina und Marga ankommen. Es ist fair aufgeteilt und keiner muss non-stop durchackern. Del ist ausserordentlich zufrieden mit der Aufstellung.
Zudem sind Blaze, Dennah und Chip als die Ältesten vor Ort um auszuhelfen.
Del ist stolz auf Blaze. Seit seinem Entschluss sich sein eigenes Geld zu verdienen, wirkt er weniger verschlossen. Es bestätigt Dels Annahme, dass dem Jungen ein Ziel gefehlt hat. Selbst wenn es ein relativ schwieriges Ziel ist, was er sich gesetzt hat. Hoffentlich frustriert es ihn nicht mit der Zeit. Wobei Liebe eben doch ein starker Antrieb sein kann.
Lächelnd schaut er zu Maryama auf und blickt auf seine Uhr.
"Nur noch zwei Stunden bis Alma, Marina und Marga eintreffen und drei bis die ersten Eltern ihre Kinder absetzen", sein Lächeln wird zu einem leicht schiefen Grinsen. "Was machen wir so lange?"



"Vielleicht doch nochmal ein paar Sachen besprechen?" Der gepresste Klang ihrer Stimme passt Maryama gar nicht. Sie sollte entspannt und locker sein. "Ich weiss gar nicht, warum ich so nervös bin." Sie greift nach einem der fertig geschnitzten Stöcke, stellt ihn vor sich auf und piekst nacheinander ihre Finger darüber. "Ich fühl mich ein bisschen wie an meinem ersten Schultag...und die Kids sind die Überraschungen in der Tüte." Jetzt muss sie doch lachen. "Gestern Nachmittag hab ich noch eine wunderbare Wiese im Wald entdeckt. Jede Menge Zutaten frei Haus. Damit können wir Marga und Marina auf jeden Fall mit Material für die Feldküche beglücken. Bestimmt kreiieren wir ein Festmahl morgen." Mit einem leisen Schmerzenslaut zieht sie ihre Hand zurück. Delsyn hat einen perfekten Spieß geschnitzt. "Also kein Grund nervös zu sein...eigentlich."

„Vorsicht.“ sagt er reflexartig, als sie sich am Stock piekst. Doch es scheint nichts passiert zu sein. Er nimmt nochmal jeweils einen Stock und einen Stein und beginnt die Spitzen zu stumpfen. Es wäre ein Desaster würde sich eins der Kids nebst dem Marshmallow auch gleich die kleine Hand aufspiessen.
„Es wird alles gut gehn.“ meint er mit typisch beruhigender Stimme und lächelt Maryama an. Ihre Körperspannung untermalt subtil ihre Nervosität und Dels - er weiss nicht wie er es anders ausdrücken soll - Herz schmilzt. Er schaut ihr eine Sekunde zu lange zu, bevor er den Stock und den Stein weglegt und in die Tasche greift.



„Hier.“ Er reicht ihr ein etwas zerknittertes Blatt Papier. Darauf ist ein Zeitplan und eine Tabelle. An den Rändern, überall wo es weisse Stellen gibt, sind in Dels Handschrift Notizen und Gedanken festgehalten. Manche sind wieder verworfen und durchgestrichen worden.
„Ignorier das Gekritzel.“ sagt er und rückt etwas näher um auf den Plan in ihren Händen zu sehen. Er berührt ihre Schulter mit Seiner, als er die Hand hebt und auf das Papier tippt um ihr seine Gedanken mitzuteilen. „Ich habe die angemeldeten Kinder in diese drei Gruppen verteilt. Vögel, Igel und Hasen.“ er rutscht von der Namensliste zum Zeitplan. „Heute, sobald alle angekommen und sich ausgebreitet haben und wir hier zum ersten Mal zusammen sitzen, gebe ich ihnen ihre Gruppe bekannt und wir quatschen ein wenig über das was kommt und ihre Erwartungen.“
Als ob er spürt, dass er sie zu lang berührt, richtet er sich wieder auf. „Oder findest du sie sollten selbst wählen in welche Gruppe sie wollen? Ich frage mich zum einen immer, ob das zu Streit führt oder ob sich jemand ausgeschlossen fühlt wenn er oder sie unsicher ist und noch keinen kennt… vor allem wenn sich Kinder zusammen tun, die sich schon kennen. Verstehst du was ich meine? Was denkst du?“



Auf unerklärliche Weise beruhigen Dels Stimme und Tonfall Maryama auf der Stelle. Wie schon unzählige Male vorher. Es ist nicht, als ob er sagt: es wird alles gut gehen. Es wandelt sich zur Tatsache, sobald er es ausspricht. Es scheint aus einer tiefen, inneren Sicherheit zu kommen, die jeden oberflächlichen Widerstand ausschaltet. Vermutlich deutet sie zu viel hinein, aber so fühlt es sich an. Jedesmal. Dankbar lehnt sie sich ihm entgegen, als er das Papier entfaltet. Innere und äußere Wärme vereinen sich zu dieser Energie, die ihr das Gefühl gibt, sie können alles schaffen. Vor sich sieht sie eine übersichtliche Tabelle, fein säuberlich gestaltet. Rätselhaft, wie man ein solch geordnetes Werk erschaffen kann. Im Geiste sieht sie den chaotischen Wust an Papierkram und zig Haftzettelchen, mit nur für sie selbst lesbaren Anmerkungen und Notizen, für das 'Green Fingers' vor sich. Ein Kritzeldschungel. Lichtjahre entfernt von für jedermann verständlichen Anschauungsobjekten, wie diesem Plan. Bewundernswert und absolut hilfreich.
"Ich finde es eine gute Idee, wenn wir sie einteilen. Neutral und wertfrei. Sollte ein Kind traurig sein, wegen dem Gruppennamen, fällt mir schon was positives ein, warum es super Spaß macht zum Beispiel ein Hase zu sein."
Sie überlegt kurz und schmunzelt dann. "Ich war mal ein paar Tage in einem Sommerlager als Kind und musste mit einem Jungen in unserem Gemeinschaftszelt auskommen, den ich furchteinflößend fand. Ich weiß nicht mehr warum." Bei der Erinnerung daran, vertieft sich ihr Lächeln. "Am Ende der Woche, waren wir Freunde geworden und traurig, dass sich unsere Wege trennen."
Sie folgt Dels Bewegung und richtet den Oberkörper auf. "Es kann eine wichtige Erfahrung fürs Leben sein, mit unbekannten Kindern etwas zu schaffen und vielleicht anfängliche Bedenken oder Ängste abzubauen." Sie sieht ihn an. "Wir fördern das und stehen als Ansprechpartner bei Sorgen zur Verfügung. Das vermitteln wir und gut.“, schließt sie zuversichtlich.



„Ob ihnen der Name nicht gefällt, habe ich noch gar nicht bedacht.“ grinst Del. Dann nickt er, einverstanden mit ihrer Geschichte. Er kreist auf dem Papier die Aktivitäten ein.
Morgen macht jede Gruppe eine davon und das rotiert die nächsten 4 Tage.“ Er weiss, dass Maryama das schon kennt. Trotzdem gibt es Sicherheit die Dinge zu wiederholen. „Abends treffen wir uns immer hier und reden über ihre verdienten Abzeichen. Sollten die Kids wider Erwarten wenig gesprächig sein, gibts noch Plan B, wir spielen eins der Spiele oder Plan C singen was oder..“ er schmunzelt, „Plan D erzählen Lagerfeuergeschichten. Ich glaube wir haben für alle Fälle einen Plan.“ Seine Stimme klingt amüsiert und er blickt auf, in Maryamas grüne Augen direkt neben ihm. Sie sitzen Schulter an Schulter und es wäre leicht sich einfach hinzulehnen und… Del blinzelt, hebt die Mundwinkel und faltet das Blatt. „Und… für das grosse Jagd-Event, sind fast alle Vorbereitungen getroffen. Wir sollten vorher in der Früh einfach nochmal alles ablaufen.“ endet er. Kurz bleibt er sitzen und wirkt in Gedanken versunken, bis er den Kopf erneut hebt. „Maryama? … Danke. Ohne deine Hilfe wär das hier nur halb so grossartig - das mein ich ernst.“

Sonst nicht um eine Antwort verlegen, ist Maryamas Gehirn plötzlich wie leer gefegt.



Sie setzt zu einer Erwiderung an, bewegt aber nur minimal den Mund. Nervös benetzt sie ihre Lippen und endlich formen sich Wörter. "Das hier.." Sie macht eine ausholende Armbewegung. "..ist mir sehr wichtig. Es ist unser Projekt und .." Sie schluckt trocken und sieht ihm in die warmen, dunklen Augen. "..ich finde wir sind ein tolles Team." Ein Leuchten aus tiefstem Inneren begleitet die nächsten Worte. "Ich möchte nicht, dass du mir dankst. Hier zu sein, mit dir.." Ihre Lider zucken kurz. "..und den Kindern..", fügt sie rasch hinzu. "..ist ein Geschenk und ich bin dafür, wie genießen es in vollen Zügen."
Sie wendet den Kopf und blickt über ihre Schulter. "Wie wär's wenn wir uns noch ein bisschen Spaß gönnen?" Ein unternehmungslustiges Grinsen untermalt ihre Worte, als sie auf die neue Seilrutsche mit dem Autoreifen zeigt, die von einer kleinen Anhöhe zur Lagermitte führt. „So schnell werden die Kids die nicht mehr frei geben.“Delsyns bejahendes Funkeln in den Augen, reicht, um den letzten Rest Nervosität zu vertreiben. "Weihen wir sie gebührend ein."



(in Zusammenarbeit mit @Ripzha)


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