Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose

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15.05.2026 15:33
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Bestseller-Schmied

<<< Viktor kommt von Magnolia Promenade Nr 3 - Möbelhaus <<<
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Charaktere: Lilly, Viktor, Gary
Geschichtsstrang: Ein Zimmer für Erik

„Das ist wirklich schön
!“ Lilly freut sich sichtlich über den bunten Schrank und die anderen Sachen, die Gary vorbei gebracht hat. „Da wird sich Erik aber drüber freuen!“ Viktor lächelt, als er diesen Namen hört. In den letzten Tagen hatten sich die beiden schließlich für einen Babynamen entschieden, und sein Vorschlag wurde tatsächlich genommen. „Erik braucht noch ein bisschen, bis er sich überhaupt über irgend etwas freuen kann!“, schmunzelt er. Er sieht auf Lillys Bauch. Bald ist es wirklich so weit. Und mittlerweile ist auch bei ihm die Vorfreude angekommen. Er dreht sich zu Gary, der beim Zimmer einräumen helfen möchte. „Aber ja, danke für die Möbel. Sag Sarah in unserem Namen bitte Danke dafür. Und ihr wollt wirklich keine finanzielle Entschädigung?“

"Natürlich nicht. Die Sachen verstauben doch sonst nur im Keller. Sie freut sich, dass ihr Verwendung dafür habt.
" Mit einem Anflug von Melancholie streicht Gary über die kleine Kommode. "Ich hab die Farben noch ein wenig aufgefrischt und ein paar Scharniere ausgewechselt. Jetzt wird sie Eriks Vampirkräften gewachsen sein." Lächelnd blickt er auf. "Viktor, wo ist die Giraffe? Hat sie schon einen Platz gefunden?"



"Theo? Der kommt dann ans Bett.
" Viktor grinst und zeigt an die Ecke des Zimmers, wo später das Bett stehen soll. Er beugt sich zu Gary: "War Lillys Idee, die Giraffe vorläufig so zu nennen. Später darf Erik sich natürlich selbst einen Namen überlegen." Lilly fällt in ein helles Lachen. "Nicht Theo. Der Name ist Sir Theodor Langhals III." - "Theo, sag ich doch!", sagt Viktor mit einem Augenzwinkern. "Im Moment steht alles noch im Lagerraum. Erst mal sollte tapeziert werden." Nur ein einsamer Sessel und ein alter Tisch stehen im Raum, damit Lilly sich setzen und den Männern Gesellschaft leisten kann. Die Rolle Tapete steht auf diesem Tisch, wie auch die Werkzeuge.

"Na, dann wollen wir Sir Theodor doch ein angemessenes Umfeld zaubern.", schmunzelt Gary. "Und Erik natürlich auch." Er krempelt die Ärmel seines Hemdes hoch, zieht am Hosenbund, bis alles sitzt und sieht Viktor erwartungsvoll an. "Also...das mit dem tapezieren ist nicht gerade mein Fachgebiet. Ich hab sowas früher in Auftrag gegeben...und dann nicht mehr gebraucht." Mit respektvoller Neugier nähert er sich dem Tapeziertisch, nimmt einen der dicken und breiten Pinsel in die Hand und dreht ihn begutachtend in der Hand herum.

"Vielleicht weist du mich kurz ein, Vik?" Er grinst. "Soll ja nicht alles gleich wieder von der Wand runter kommen."

Viktor stützt sich auf den Tisch. „Erst mal muss noch die alte Tapete ab, zumindest das, was noch übrig ist. Ich habe gestern schon angefangen, aber alles hatte ich dann doch nicht geschafft.“ Er lächelt in Gedanken. Es war eine langweilige, fast meditative Arbeit. Aber dank Lillys Gesellschaft und der Vorfreude auf den Sohn blieb seine Motivation konstant. „Vielleicht kannst du den Rest noch übernehmen und abziehen? Und ich schneide in der Zwischenzeit die neue Tapete zu!“ Viktor erzählt weiter: „Dazu darfst du die Tapetenreste gerne richtig nass machen, das hilft.“ Er schiebt Gary eine Sprühflasche mit Wasser zu. „Da ist auch bereits Spülmittel mit drin.“ Er macht es vor. „Ist nicht schwer. Wenn die Tapete nass genug ist, kannst du den Spachtel flach ansetzen - etwa so - und dann sollte es klappen!“



Kaum, dass Gary verstanden hat, wie er vorzugehen hat, lässt Viktor seine Hand nachdenklich über die neue Tapetenrolle streichen. „Ich tapeziere auch nicht unbedingt regelmäßig, aber vor ein paar Jahren noch habe ich Viola bei einer Umtapezierung des Turmzimmers geholfen. Ich bin kein Profi, aber ich bin vorbereitet.“ Er zuckt kaum merklich mit den Schultern. „Natürlich hätte ich auch einen Handwerker beauftragen können. Aber es fühlt sich richtig an, es selber zu machen.“ In Gedanken fügt er noch hinzu: Vor allem, weil das ein Beweis dafür ist, dass ich momentan eine gute Phase durchlaufe.

"Gut, das schaff ich." Gary schnappt die Sprühflasche und macht sich ans Werk. Eingehüllt in feinen Sprühnebel aus dem Wasserbehältnis, schabt er mit der anderen Hand die verstreuten Überbleibsel der alten Tapete vom rauen Untergrund. "Apropos Viola. Ich hab lange keine Anekdoten mehr von euch gehört. Wie geht's eurer Ältesten? Was macht sie?"

Viktor antwortet nicht sofort. Er misst die Tapete ab, und achtet genau darauf, keinen Fehler zu machen. Erst, als der erste Bogen fertig geschnitten ist, antwortet er auf die Frage: „Sie war ebenfalls in Ravenwood für ein paar Tage. Die Reise war ein Geschenk zu ihrem 18. Geburtstag. Sie hat auch ein paar Fotos geschickt. Beim Ahnenfelsen war sie auch kurz, aber zu einem Zeitpunkt, als kein Festival lief. Da war dann nicht viel los.“ Lilly setzt seine Erzählung fort: „Und ansonsten erzählt sie nicht allzu viel. Sie will Musik studieren, und hat in Britechester nun eine kleine Hütte gemietet, die sie sich mit einer Freundin teilt. Aber viel mehr wissen wir im Moment auch gerade nicht. Eigentlich ein gutes Zeichen. Wenn es Probleme gäbe, hätte sie schon was gesagt, aber es scheint ja alles gut zu laufen.“



Während Viktor die ersten Tapetenbahnen zuschneidet, und Gary die Reste abzieht, lehnt sich Lilly müde im Sessel zurück. Gerne hätte sie den Männern mitgeholfen, aber mit dem Babybauch geht das nicht mehr. "Sag mal, Gary, spielst du eigentlich Schach?", fragt sie schließlich unvermittelt.



Die Hand mit der Spachtel hält inne. Lillys Stimmlage irritiert Gary. Er dreht sich um und mustert sie aufmerksam. Die Schatten unter ihren Augen sind deutlich erkennbar. Ihre Haut ist immer blass, aber jetzt erscheint ihm die natürliche Färbung der Vampire, fahler als sonst. "Ja, ich spiele Schach. Bin kein Meister, aber ich hab Spaß daran. Warum fragst du?"

"Weil Schach im nächsten Bühnenkrimi eine Rolle spielen wird!",
erklärt Lilly lächelnd. "Ich bin noch nicht ganz fertig damit, das Stück zu schreiben, aber es wird 'Die Sizilianische Verteidigung' heißen. Du weißt schon.. wie die Schacheröffnung, bei der es darum geht, selber Druck über die Flanken aufzubauen, anstatt nur den Gegner zu kopieren." Viktor hält einen Moment inne, doch er verzichtet darauf, noch weiter ins Detail zu gehen. Er lässt Lilly weiter erzählen: "Bei einem Schachturnier wird einer der Spieler ermordet aufgefunden. Eine Spur führt Jan Berger nach Sizilien, der Titel ist also doppeldeutig zu verstehen. Weitere Storydetails gibt es dann, wenn es mit den Proben los geht, aber wenn du das Spiel kennst, umso besser. Dann kannst du die Szenen glaubwürdig rüber bringen." Sie sieht zu Gary. "Ich hoffe jedenfalls, dass du auch weiterhin Bergers Rolle übernehmen willst."

"Wuuuhuuuhuu...
" Mit tiefer, geheimnisvoller Stimme fuchtelt Gary mit der Spachtel durch die Luft, als hielte er ein Messer in der Hand. "Berger schleust sich in Mafiakreise ein und..." Mit einem schnellen Satz erreicht er Viktor, umfasst ihn von hinten und hält ihm das Werkzeug an die Kehle. "..fordert den Boss zum Kampf und der gerät in Zugzwang, aber...." Gary lässt los und wendet sich zu Lilly. "..keiner weiß wie es enden wird. Liegt Berger in Beton gegossen auf dem Grund eines Sees? Oder entscheidet sich alles durch Schach matt? Nur Lilly kann in die Zukunft sehen, wir anderen..."

Viktor atmet tief ein, als er das Werkzeug an seinem Hals spürt. Für einen Moment spannt sich alles in ihm an. Gedankenfetzen an den Kampf gegen Rasputin blitzen in seinem Kopf auf. Die Ranken, die ihn und Drake festhielten, das Lachen seines Gegners... Sein Blick wird kühl. Er umfasst Garys Hand und sieht ihn mit festem Blick an. "So nicht...", sagt er knapp, ohne diesen aus den Augen zu lassen. "Lass meinen Hals aus deinem Spiel." Dass es ein solches ist und kein ernst gemeinter Angriff, weiß Viktor durchaus. Aber er hasst es, nicht in Kontrolle zu sein. "Sonst liegt Berger irgendwann tatsächlich in Beton gegossen auf dem Grund eines Sees." Lilly hält den Atem an. Viktor wird nicht laut - das wird er selten. Und doch ist es deutlich, dass er hier eine Grenze setzt.



Eben noch gefangen in den Bildern der imaginären Mafiawelt, stoppt Gary erschrocken, als ihn Viktors Griff unvorbereitet aus einer eleganten Drehung in Richtung Tapetenwand reißt. Für den Moment sprachlos starrt er ihn an, ehe er die Stimme wieder findet. "Vik.." Er räuspert sich, noch immer bemüht das Gehörte zu verarbeiten. "..es tut mir leid. Ich hatte keine Ahnung..." Er verstummt. Ja, wovon eigentlich? Nie zuvor hat Vik auf körperliche Nähe vergleichbar reagiert oder Signale gesendet. Diese zwei Sekunden Berührung an der Kehle, mehr war es nicht, wenn Gary seine Choreographie richtig einschätzt, müssen etwas in dem Vampir geweckt haben, was er sonst gut zu verbergen weiß. Eine Erinnerung? Noch frisch? "Ich wollte dir nicht zu nahe treten.", setzt Gary erneut an. "Der Bühnenkünstler ist mit mir durch gegangen." Behutsam legt er die Spachtel auf dem Tapeziertisch ab und wirft einen besorgten Blick zu Lilly, die ebenfalls erschrocken wirkt. "Möchtest du darüber sprechen?"

Sofort lässt Viktor Garys Arm wieder los. "Schon gut.", sagt er knapp. Es ist deutlich, dass es wirklich nur ein Versehen war. "Ich verstehe. Die Fantasie ist mit dir durchgegangen." Viktor streicht sich nachdenklich über den Hals. Trotz all seiner Planung und Vorbereitung... Der Kampf gegen Rasputin hätte auch in die Hose gehen können, das ist ihm bewusst. Die Phiole hatte verfehlt. Gut, dass zumindest Plan B funktioniert hat, weil Rasputins Gier berechenbar gewesen ist. Er erwischt sich bei diesen Gedanken, räuspert sich.. aber lädt Gary auch nicht zu einem Gespräch ein. Er tut so, als hätte er Garys letzte Frage nicht gehört und sagt stattdessen: "Machen wir weiter." Er muss erst einmal wieder seine Gedanken ordnen.

Ein kurzer Moment des Schweigens, dann wendet sich Gary um und beginnt wieder an der Wand zu schaben. An einer Stelle ist noch die halbe Bahn zu sehen. Ein besonders hartnäckig haftender Rest. "Ich freu mich drauf, Lilly. Das ist etwas sehr Besonderes für mich und ich hab mir ein paar Gedanken gemacht, was ich mit meiner Bezahlung anfangen könnte. Bei Gelegenheit erzähl ich dir davon, es ist noch nicht ganz spruchreif.", passt er sich Viktors Haltung an und lenkt seine Aufmerksamkeit auf Lilly.

„Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht!“, erzählt Lilly schmunzelnd, „Bin echt gespannt, was du mir dann erzählen kannst, wenn es erst einmal so weit ist.“ Für einen kurzen Moment dreht sie ihren Kopf und blickt in Viktors Richtung. Doch er scheint nicht weiter über Garys kleinen Ausrutscher nachzudenken. Stattdessen schneidet er weiter an der Tapete, und legt die fertigen Bahnen übereinander. Gut, dass die Situation so schnell deeskalieren konnte. Gut gelaunt plaudert sie weiter, diesmal wieder mit Blick auf Gary: „Freut mich jedenfalls, dass dir die Rolle so viel Spaß macht. Ich arbeite noch die Details aus, aber so bald das alles steht, wirst du erfahren, wie...“ Sie unterbricht sich und verzieht das Gesicht. „Umpf...“ Viktor unterbricht seine Arbeit sofort. Er erkennt sofort, was los ist. „Die Wehen?“, vermutet er. Lilly antwortet nicht sondern hält sich nur den Bauch. Sie muss nichts sagen. Er erkennt auch so, dass er recht hat. Sofort eilt er zu ihr um sie zu stützen. Er sieht, wie sie leise stöhnt.



Wehen? Überrascht fährt Gary herum und sieht Lillys schmerzverzerrte Mine. "Es ist schon soweit? Warum sagt ihr denn nichts?" In seinem Kopf rattern verschiedene Gedanken. Losfahren müssen sie erst, wenn die Wehen in kurzen Abständen kommen oder die Fruchtblase platzt. Er war bei der Geburt seiner Kinder dabei, aber beide Male musste er in schwierigen Momenten den Raum verlassen, sonst hätte er vermutlich mehr Zuwendung gebraucht, als seine Frau. Sarahs Schreie, ihre gekrümmte Haltung während sie im Kreißsaal herum gelaufen waren...dann der Geruch von Schweiß und Blut, die Anspannung...er hatte versucht durchzuhalten, aber musste immer wieder eine kurze Auszeit nehmen, durchatmen, den rasenden Puls beruhigen, weil ihn das Gefühl übermannte, gleich aus den Latschen zu kippen. Keine Glanzleistung, aber so war es gewesen. Glücklicherweise wusste er sie beim Klinikpersonal und der Hebamme in guten Händen solange. "Welche Klinik habt ihr euch ausgesucht?"

„Wir... wir dachten wir hätten mehr Zeit.“
, bringt Lilly noch hervor. Viktor umfasst Lillys Hand nun etwas fester. Da sie noch in der Lage zum Sprechen ist, muss er den Anruf noch nicht jetzt tätigen. Und so setzt er die Erklärung einfach fort: „Heißt aber nicht, dass wir gleich in Panik verfallen müssen. Es wird eine Hausgeburt. Das wurde bereits vor Tagen mit einer Hebamme abgesprochen. Wir müssen die Frau nur anrufen, sobald es ernst wird.“ Für sie als Vampire ist ein Krankenhausbesuch schwierig. Es ist nie vorhersehbar, um welche Uhrzeit genau es losgeht. Und tagsüber anreisen zu müssen macht die Sache nicht leichter.

Eine Hausgeburt. Gary schluckt trocken und versucht seine Mimik nicht entgleisen zu lassen. Die Hand mit der Spatel sinkt endgültig nach unten. "Habt ihr Erfahrung damit? War das bei Viola auch so?" Seine Stimme klingt belegt und er räuspert sich verlegen. "Ich meine...hattet ihr da auch eine Hausgeburt?"

Viktor nickt nur als Antwort. Aus dem Augenwinkel mustert er Gary. Die Bewegungen einen Tick zu hastig, der Blick zu unruhig. Die Fassade hält, aber nicht mehr lange. Normalerweise wäre ihm das egal. Jetzt nicht. Er will nicht, dass sich diese Unruhe auf Lilly überträgt. Besser, er sorgt für etwas Ablenkung: „Am besten du arbeitest weiter an der Tapete, während ich mich um Lilly kümmere. Damit das Zimmer dann trotzdem bald einziehbar ist.“
Kaum ist der Satz ausgesprochen, fällt ihm auf, dass es sonst immer Lilly ist, die ihre Antennen ausgefahren hat um zu erkennen wenn es dem Gegenüber nicht gut geht. Vielleicht hat er in den Jahren ja mehr von ihr gelernt als ihm bewusst gewesen ist.

"Mhm." Schweigend arbeitet Gary vor sich hin und behält dabei die beiden Vampire im Auge. Lilly wirkt gerade wieder entspannter. "Vielleicht sollten wir Handtücher herrichten und alles was sonst noch nötig ist?" Er sieht Lilly an. Es gibt so viele Arten eine Hausgeburt zu gestalten. Sarah hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, die Idee aber dann zugunsten von Sicherheit und Fachpersonal verworfen. Lilly könnte sich für eine Wassergeburt entschieden haben...also für das Badezimmer..oder in der Hocke? Gary hat während Sarahs Schwangerschaft verschiedene Bücher über das Thema gelesen. In einem wurde beschrieben, wie Frauen in anderen Kulturen früher über einer mit Moos gepolsterten Grube hockten und die Schwerkraft für sich nutzten. Das ergab in Garys Kopf sofort enorm viel Sinn. Geht so etwas auch zuhause? "Hast du dir schon überlegt wo oder wie du dich am wohlsten fühlen würdest?", fragt er Lilly frei heraus.

Lilly verzieht das Gesicht, als sie eine weitere Schmerzwelle überkommt. Es dauert eine Weile, bis sie wieder weiter spricht. "Der Plan ist eine Wassergeburt." Viktor nickt. "Dann lasst uns schon mal ins Badezimmer umziehen!", bestimmt er, "Solange Lilly noch die Kraft dafür hat." Er wirft einen letzten Blick auf das Babyzimmer. So viel Arbeit steht noch an. Tapezieren. Das Babybett aufbauen. Die Möbel hinein stellen. All das, was er eigentlich gerne erledigt hätte bevor Erik da ist. Doch es hilft nichts. Jetzt hat Lilly Priorität. "Das Bad im ersten Stock hat eine Badewanne!", erklärt er in Garys Richtung.

Aufmerksam beobachtet Gary die Vampireltern in spe. Die Wehen kommen schon in kürzeren Abständen und an Lillys Atmung ist die Intensität deutlich zu erkennen. Ungewohnt einfühlsam unterstützt Viktor sie, während die beiden vor und im Badezimmer herumgehen. Bald wird es soweit sein, dass Lilly im Wasser besser aufgehoben ist. Er wendet sich ab, geht in die Hocke und holt einen Stapel Handtücher aus einem der Schränke. Sorgfältig entfaltet er sie bis zur Hälfte und drappiert sie auf der Heizung. Die Hebamme wird ihre Utensilien mit bringen und ihm fällt nichts Gescheites ein, was er noch herrichten könnte. Ah, doch. "Lilly, habt ihr Plasmasnacks oder ähnliches im Haus? Falls es länger geht und du was brauchst?" Er platziert ein Thermometer auf dem Badewannenrand und sieht die werdende Mutter mit leicht gerunzelter Stirn an.



Lilly antwortet nicht sofort. Sie lehnt sich den Toilettendeckel und atmet schwer. Dann erst nickt sie. „Haben... wir immer.“, antwortet sie keuchend. Viktor beobachtet sie besorgt. Es wird Zeit. „Ich rufe sie an.“, erklärt er, und wählt die Nummer der Hebamme. Das Telefonat dauert nicht lange. Es ist schon länger vorbereitet. „Sie wird in etwa einer Viertelstunde da sein.“ Während sie auf das Türklingeln warten, drückt er Lillys Hand. Jetzt ist es am ihm, ihr Fels in der Brandung zu sein. Er blickt zu Gary. „In der Kellerbar ist etwas Plasma Jane. Kannst du uns davon was hochbringen? Nur für alle Fälle, damit es schon einmal griffbereit ist.“ Jetzt möchte er Lilly nicht alleine lassen.

"Klar." Ohne zu zögern eilt Gary die Treppen nach unten. Sein Herz hüpft mit ein paar Extraschlägen mit. Auf der Kellertreppe beschleunigt er nochmal, überspringt ein paar Stufen und schwenkt mit einer eleganten Drehung um den Endpfosten, um genau vor der Tür zum angestrebten Kellerraum zu landen. Ein streng blickender Herr auf einem Gemälde verfolgt jede seiner Bewegungen, als er den Raum betritt. Sein bohrender Blick vermittelt das Gefühl, dass er Gary jeden Moment zur Rechenschaft ziehen wird. Ein sterblicher Wurm in unserem ehrwürdigen Gemäuer? Hinfort mit dir!! Unwillkürlich muss Gary grinsen bei der Vorstellung, während er den Barschrank nach Plasma Jane durchsucht. Ob das ein Vorfahre der beiden Vampire ist? Gut möglich. Endlich entdeckt er das Gewünschte, klemmt sich zwei Flaschen davon unter den Arm und eilt wieder Richtung Treppe. Auf halber Strecke wendet er sich um und zwinkert dem Ahnherrn schmunzelnd zu. "Vielleicht wirst du heute Ur-ur-ur-..." Er stockt kurz. Es ist ein Vampirhaushalt, ewiges Leben, endlos Genrationen und so... "...such dir aus wieviel Ur- Großvater und drück uns die Daumen!" Er hebt die Flaschen zum Gruß und läuft nach draußen.



Auf halber Treppe tönt die Türglocke. Die Hebamme! Perfekt. Oben angekommen, öffnet er mit Schwung die Haustüre und strahlt die junge Frau an. "Willkommen, schön dass Sie schon da sind. Ich glaube genau zur richtigen Zeit." Einladend winkt er die Dame ins Haus und schlägt den Weg Richtung Badezimmer ein. Es stellt sich heraus, dass die Hebamme Julia heißt und gerade von einer anderen Hausgeburt kommt.

Gary registriert den leicht irritierten Seitenblick, der seinen Flaschen unter dem Arm gilt. "Oh, also das ist etwas stärkendes für die werdende Mutter, falls die Energie nach lässt.", beeilt er sich zu sagen. "Für Sekt wär's auch noch ein bisschen zu früh.", schmunzelt Julia und betritt kurz nach ihm das Badezimmmer. Viktor ist gerade dabei Wasser in die Wanne zu lassen und Lilly steht ihn leicht gekrümmter Haltung daneben und hält sich den Bauch. "Ich hab Verstärkung dabei. Julia ist gerade angekommen." Gary stellt die Flaschen am Boden ab. "Und Plasma Jane."

Zum Sprechen ist Lilly mittlerweile zu erschöpft, aber ihr Lächeln zeigt auch so ihre Dankbarkeit. Es ist gut, einen Freund wie Gary zu haben. Selbst Viktor taut in seiner Nähe immer mehr auf. Sie glaubt nicht daran, dass Garys Fauxpas vorhin die Beziehung langfristig geschädigt hat. Dazu hat er zu schnell richtig reagiert und sich entschuldigt. Viktor scheint nicht weiter an den Vorfall zu denken und begrüßt den Neuankömmling freundlich, erleichtert darüber dass es so schnell geklappt hat mit ihrer Ankunft. Während Gary die Flaschen am Waschbecken abstellt, wendet Lilly nun ebenfalls ihren Blick Julia zu. Damals, bei Violas Geburt, war eine dralle Dame mit polnischen Akzent Hebamme gewesen. Julia wirkt vergleichsweise jünger und auch zierlicher. Lilly vertraut ihrer Tüchtigkeit dennoch. Die Referenzen waren ausgezeichnet. Eine weitere Wehe unterbricht ihren Gedankenfluss. Viktor hilft ihr unter Julias Anweisungen, in die Wanne zu steigen. Noch bevor Lilly vollständig dort liegt, fällt ihr auf, dass Gary längst das Badezimmer verlassen hat. Er gönnt ihr ihre Privatsphäre, ohne dass sie ihn darum bitten musste.

Möglichst geräuschlos steigt Gary die Treppe wieder nach unten, mit der festen Absicht, die Zeit nicht mit nervösen Gedanken, sondern mit Nützlichem zu füllen. Gedankenverloren reiben seine Hände ein paar Mal an der Hosennaht entlang, ehe er den Spatel ergreift und den Blick über die Wand gleiten lässt. Am besten die rechte obere Ecke und dann weiter nach links arbeiten. Das schabende Geräusch von Metall auf der Papier-Putzmischung füllt den Raum. Mit gespitzten Ohren Richtung oberes Stockwerk arbeitet Gary ein paar Minuten vor sich hin, dann legt er das Werkzeug mit einem tiefen Seufzer auf dem Tapeziertisch ab. Das geht so nicht. Die Hände in die Hosentaschen geschoben begibt er sich ins Treppenhaus, verweilt am dort kurz aufmerksam lauschend, kann aber nichts konkretes ausmachen. Unruhiger als er sich eingestehen will, wandert er von Raum zu Raum und bleibt schließlich an Lillys Flügel stehen. Ob alles glatt geht? Sie werden ja wohl hoffentlich Bescheid geben, wenn er etwas unterstützendes tun kann. Sein Zeigefinger findet das tiefe C. Dramatisch schwingt der Ton im Raum und seiner Magengrube wider. Ton...Schwingung..das ist es! Wieso hat das so lange gedauert? Behende eilt er zu seinem Geigenkoffer, der wie immer wenn er hier zu Besuch ist, auf dem Sofa liegt und entnimmt ihr das Instrument samt Bogen. Kurz darauf platziert er sich auf einer der obersten Treppen, setzt den Bogen an und beginnt sanft zu spielen. Alle Nervosität transformiert sich in meditatives Spiel, sein Körper und Geist schwingen mit der Energie, die warm sein Inneres durchströmt. Wie kann man eine Seele passender willkommen heißen, als mit Musik?





Julias Anweisungen werden in einer Ruhe ausgesprochen, der sich Lilly nicht entziehen kann. „Atme ruhig ein, und aus!“, sagt die Hebamme freundlich, „Ganz fokussiert. Gleich ist es geschafft. Das Köpfchen ist gleich da!“ Lilly schließt für einen Moment die Augen. Das warme Wasser tut ihr gut. Es entspannt und lindert den Schmerz. Gewisserweise fühlt sie sich schwerelos.

Das Wasser hat längst eine rötliche Färbung angenommen, vermischt durch das Blut. Viktor bleibt ruhig. Selbst wenn es menschliches Blut gewesen wäre, hätte er sich nicht gerührt, hätte nicht riskiert, Unruhe in die Szene hineinzubringen. Und so beobachtet er fasziniert, wie sein Sohn schließlich ins Wasser gleitet, beginnend mit dem Kopf. Das Baby schreit nicht sofort. Das Wasser bietet einen sanften Übergang. Erst als Julia den Jungen an die Luft hebt und die Nabelschnur durchtrennt, plärrt Eriks Stimme laut durch die Villa.

Schnell wird der Junge in eine wärmende Decke gewickelt und seiner Mutter auf die Brust gelegt. Lilly betrachtet ihr wunderschönes Kind. Alle Erschöpfung ist in diesem Moment vergessen. Sie bleibt noch in der Wanne liegen, doch ein leises „Willkommen, Erik!“, rutscht ihr dennoch über die Lippen.

Erst jetzt, als sich Erik ein wenig beruhigt, bemerkt Lilly die Musik. Gary hat sich seine Geige geschnappt. Ihr Lächeln wird breiter. „Ich wette, Erik wird später ein großartiger Musiker, mit so einer Begrüßung.“, kommentiert Viktor das Geschehene. „Vor allem bei einer Mutter wie dir!“

Für einen Moment ist alles gut. Wohlwollend betrachtet Viktor das kleine Bündel in Lillys Armen. Sein Sohn blickt ihn mit violetten Augen an. Die hat der Kleine eindeutig von ihm geerbt. Viktors Blick bleibt an ihm hängen. So klein. So zerbrechlich. Bist du wirklich bereit dazu, Viktor? Der Gedanke kommt leise, fast beiläufig. Bisher hat er sich wacker geschlagen, solange er nur für sich selbst verantwortlich war. Aber ein Baby? Was, wenn ihn ein Rückschlag ausgerechnet dann trifft, wenn er an der Reihe ist, auf Erik aufzupassen? Wenn Lilly nicht da ist? Es läuft gut in letzter Zeit, aber diese Ruhe ist trügerisch. Gerade dann ist so ein Rückschlag eigentlich überfällig...

Er erkennt die Muster. Keine Panik, Viktor! Was hat dein Therapeut über Autosuggestion gesagt? Es ist normal, Zweifel zu haben, aber lass dich nicht von ihnen lähmen!

Erneut atmet Viktor ein, bewusst langsam. Er hat doch schon so viel geschafft. Warum ist das nicht ein Beweis für ihn, dass er es kann? Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Selbst wenn es einen Rückschlag gibt, selbst wenn die Erschöpfung und Angst ihn übermannt, eines kann ihm auch die Depression nicht nehmen: Sein Verantwortungsbewusstsein. Er wird das Baby nicht panisch fallen lassen und das Weite suchen. Das wäre gegen seine Natur. Egal, wie stark ein möglicher Rückschlag wäre. Er hat die Disziplin, das durchzuziehen. Sein Lächeln kehrt zurück. „Wir schaffen das schon, Erik.“ Er überreicht Lilly einen Bademantel.

Mit einem leisen Klick öffnet sich die Badezimmertür, Julia streckt den Kopf durch den Spalt. Sie wartet, bis das Vibrato beendet ist und der Künstler die Augen wieder öffnet. "Danke für die wunderschöne Begleitung.", sagt sie lächelnd, öffnet die Türe weiter und winkt ihn herein. "Wenn du möchtest, kannst du Erik Hallo sagen."
Lilly sitzt in einen Bademantel gehüllt immer noch in der Badewanne. Sie wirkt erschöpft, strahlt aber von Innen heraus. Viktor sitzt am Wannenrand und schaukelt sanft seinen Sohn, der in warme Decken gehüllt ist. Bilder über Bilder von diesen Momenten mit seinen eigenen Kindern und Sarah überrollen Gary. Er reißt sich zusammen und beugt sich mit pochendem Herzen vorsichtig über das kleine Bündel. "Guten Tag Erik, ich hoffe mein Spiel hat dir gefallen." Er hebt den Kopf und blickt erst Viktor, dann Lilly in die Augen. "Danke, dass ihr das mit mir teilt.", sagt er mit belegter Stimme. "Wir werden ein Duett für ihn komponieren, ja?" Lillys Lächeln ist ihm Antwort genug.



In Zusammenarbeit mit @simscat2


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16.05.2026 22:30
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<<< Pablo kommt von Brindleton Bay Nr. 3 - Haus der Garcias (33) <<<
<<< Irina kommt von Brindleton Bay Nr. 15 (C) - Wohnung von Aurelia Blutzahn <<<
<<< Hugo kommt von Forgotten Hollow Nr. 1 - Haus von Pablo Garcia-Lopez (5) <<<
<<< Viola kommt von Oasis Springs (2) <<<
<<< Lucía kommt von Britechester Nr. 7 - Violas kleine Hütte <<<

Charaktere: Lilly, Viktor, Pablo, Irina, Hugo, Viola, Lucía
Geschichtsstrang: Abschied und Neuanfang


Mit gemischten Gefühlen nähert sich Viola der Villa. Sie hatte es vorgezogen, den Auszug zu vollenden, bevor das Baby da ist. Und doch... kann sie eine gewisse Neugier nicht leugnen. „Mom sagte, es gab eigentlich keine größeren Komplikationen, auch wenn die Wehen früher kamen als erwartet.“ Sie klingelt an der Tür. „Mein kleiner Bruder sei jedenfalls gesund und munter.“ Sie lächelt. „Erik. Klingt irgendwie nordisch. Bedeutet wohl so was wie 'Der ewig Mächtige'.“

Es dauert nicht lange, und Viktor öffnet die Tür. Viola sieht ihren Vater an. Er wirkt entspannt. Und irgendwie selig. Offenbar hat Eriks Ankunft für einen der seltenen Momente gesorgt, bei dem Viktors weichere Seite zum Vorschein kommt. Als der Vampir Lucía erblickt, zeigt sich für einen Moment Überraschung. „Deine Familie ist übrigens auch da!“, kommentiert er die Ankunft von Violas Freundin kurz. Viola muss lachen. „Ich seh' schon, Mom hält nicht viel davon, sich nach der Geburt zu erholen.“ Sie zweifelt nicht eine Sekunde daran, dass ihre kontaktfreudige Mutter selbst dafür gesorgt hat, noch mehr Leute einzuladen.

Zusammen mit Viola betritt Lucía die Villa. Kaum haben sie das Gebäude betreten, hört sie schon vertraute Stimmen. Die Zwillinge plappern durcheinander und zwischen all dem erkennt sie sofort die Stimme ihres Vaters. Überrascht hebt sie leicht die Augenbrauen, als sie Hugo erblickt.
Jetzt versteht sie auch Viktors Kommentar. Es ist tatsächlich ihre ganze Familie hier.

Als Pablo sich umdreht und sie entdeckt, hellt sich sein Gesicht sofort auf. "Lucía!", ruft er erfreut. Er kommt direkt auf sie zu und schließt sie in die Arme, während sie die Umarmung erwidert. "Schön euch zu sehen", sagt Pablo und begrüßt anschließend auch Viola herzlich.



Währenddessen geht Lucía weiter zu Irina und ihren Geschwistern, begrüßt jeden kurz und blickt dann zu Lilly. "Hallo", sagt sie lächelnd. "Alles Gute zur Geburt." Sie schaut zu dem Baby in Lillys Armen. "Der ist ja süß ... und so klein."

Lilly schaukelt den Kleinen auf ihrem Schoß und lehnt sich auf dem Sofa zurück. "Oh, hi Lucía.", sagt sie lächelnd. "Zum Glück ist er klein. Es wäre etwas anstrengend gewesen, jemanden in deiner Größe neun Monate zu tragen." Viola grinst. Lilly hatte nicht gelogen. Es gab offenbar keine Komplikationen. Ihre gute Laune ist Beweis genug dafür.

Viola hält ihrem Bruder zur Begrüßung einen Finger hin, den dieser jedoch ignoriert. Etwas enttäuscht zieht sie den Finger wieder zurück. Vielleicht ist Erik noch zu klein dazu. Ab welchem Alter fangen Babys an, nach Dingen zu greifen?



"Vor allem, wenn man gleich zwei davon zu tragen hat.", wirft Irina schmunzelnd als Kommentar ein. Sie lässt den Kinderwagen schaukeln, in dem ihre eigenen Babys liegen und vor sich hin brabbeln. "Zu schade, dass die Kleinen nicht zusammen aufwachsen können, jetzt so kurz vor dem Umzug."

Viola spitzt die Ohren. Umzug? Wer zieht um? Ein kleiner Gedankenfunke erreicht sie. Stimmt ja! Lucía hatte auch irgendwas davon erwähnt, dass ihre Familie mitten in Umzugsvorbereitungen ist. Aus welchem Grund war das? Viola kann sich nicht erinnern. Sie hatten über Belangloses geredet, einfach nur Smalltalk. Jetzt wünschte sie, sie hätte besser zugehört. Aber egal. Sie wollen also umziehen. Und trotzdem haben sie sich die Zeit genommen, Lillys Einladung zu folgen.

Kurz sieht Pablo zu Lucía hinüber. Als Irina und er ihr von dem Umzug erzählt hatten, war er ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie mitkommen würde, sich eine Universität in ihrer Nähe sucht und alles bleibt wie immer. Doch daraus sollte wohl nichts werden. Erst war Alvaro als Ältester ausgezogen und hatte sein eigenes Leben, wenn auch als Pferd, begonnen und nun Lucía ... Beinahe unbewusst legt Pablo den Arm um seine Tochter, während sie zu ihm sieht. Diese plötzlichen gefühlsvollen Anwandlungen ihres Vaters wird sie wirklich nicht vermissen.

Je länger sie mit Viola zusammenlebt, desto mehr merkt sie, wie gut ihr die neue Freiheit tut. Nicht nur das! Auch die Ruhe und die Eigenständigkeit. Selbst wenn sie dafür arbeiten gehen und auf vieles selbst achten muss, fühlt sich das genau richtig an.

"Das ist wirklich schade, dass die drei nicht zusammen aufwachsen werden", sagt Pablo zustimmend und schaut in Richtung Lilly und Irina. "Aber wir werden uns bestimmt oft besuchen und ihr seid natürlich jederzeit bei uns willkommen. Das Haus, das wir erstmal mieten, ist groß genug." Kurz hält er inne. "Sobald unser Haus hier in Forgotten Hollow verkauft ist, wollen wir es dann kaufen und den Dachboden ausbauen. Dann haben wir auch einen richtigen Gästebereich." Während er spricht, bleibt sein Blick zwar bei Lilly hängen, doch gelten seine Worte hauptsächlich Lucía, als wolle er ihr nebenbei versichern, dass immer Platz für sie da sein wird.

"Ja, wirklich schade.", stimmt auch Lilly zu. "Aber ich verstehe natürlich auch, dass ihr Pablos Beförderung nicht ausschlagen konntet. Dazu war sie zu lukrativ." Dabei war ein Ortswechsel unvermeidlich gewesen. Sie sieht zu den Zwillingen in Irinas Kinderwagen. "Sie sind ja fast im selben Alter wie Erik. Nur ein halbes Jahr Unterschied. Ich bin mir sicher, die Kids hätten sich super verstanden." Fast so, als würde er ihr widersprechen, fängt Erik plötzlich zu weinen an. "Ich glaube, er ist müde.", stellt seine Mutter fest. "Ich bring ihn mal in sein Bettchen, dann komme ich wieder zurück und wir können weiter plaudern." Lilly hebt ihr Kind hoch, drückt es an ihren Körper. Der Kleine beruhigt sich wieder etwas, doch das ändert nichts an Lillys Plan. "Bis gleich!", ruft sie noch, als sie mit dem Kind aus dem Musikzimmer verschwindet.

Viktor sieht ihr nach. Und jetzt? Er mustert Pablo und Irina. Keine Ahnung, wie er das Gespräch fortführen soll, so etwas liegt ihm einfach nicht. Vor allem bei Gästen wie den beiden: Leuten, die er beide nicht für besonders intelligent hält. Er weiß nicht, was Lilly an Irina findet. Wenigstens deren Tochter Lucía wirkt da etwas aufgeweckter.



Er wendet sich stattdessen Viola zu: "Das Bett habe ich selbst aufgebaut.", erklärt er lächelnd, eher an seine Tochter gerichtet als an die restlichen Gäste, "Hatte eigentlich schon vor der Geburt fertig werden sollen, aber die Wehen kamen früher als erwartet. Aber danach habe ich mich rangehalten und das Zimmer trotzdem noch fertig gemacht. Inklusive Bettchen. Auch Gary hat noch mitgeholfen." Sie streckt ihm als Antwort einen Daumen nach oben.



Anerkennend nickt Pablo und ist beeindruckt davon, dass Viktor das Bett selbst gebaut hat. Bevor er allerdings etwas sagen kann, kommt Lucía ihm zuvor. "Schon verrückt", meint sie mit einem amüsierten Unterton. "Kaum sind die ältesten Kinder aus dem Haus, kommt schon die nächste Generation nach." Grinsend blickt sie zwischen Viktor und Viola hin und her. Allein die Vorstellung, irgendwann selbst Kinder zu haben, fühlt sich für sie völlig absurd an und wenn überhaupt, dann sicher keine große Familie. Im Moment reicht ihr das Studentenleben vollkommen. Über Lucías Kommentar schmunzelnd, wendet sich Pablo dann doch an Viktor. "Ich hätte euch sonst auch gern geholfen, aber mit dem ganzen Umzugsstress war das leider etwas schwierig ... Euer Kleiner wird sich dort bestimmt wohlfühlen."

"Ja.
..", antwortet Viktor, der zumindest höflich bleiben möchte. Es gibt keinen Grund, Energie für einen Streit zu verschwenden, ganz egal was er von Pablo hält. "Aber ich hatte ja auch Hilfe. Ich bin mir sicher, dass Erik sich schnell einlebt." In Gedanken fügt er noch hinzu: "Auch dank Sir Theodor Langhals III." Wenn Viola alleine hier gewesen wäre, vielleicht sogar gemeinsam mit Lucía, hätte er das Plüschtier auch erwähnt. Aber nicht vor Pablo und Irina. Er hat keine Lust, ihnen erklären zu müssen was es damit auf sich hat, also verschweigt er diesen Punkt. Später kann er seiner Tochter ja immer noch davon erzählen.

Ein kurzes Schweigen entsteht. Lucía bemerkt es sofort und das vermutlich deswegen, weil sie mittlerweile ziemlich gut darin geworden ist, Spannungen zwischen Erwachsenen wahrzunehmen. Pablo weiß ebenfalls nicht, was er sagen soll und hofft, dass Lilly bald zurückkommt. Stattdessen wendet er den Blick zu den Zwillingen. Die beiden brabbeln sich gegenseitig an.

Irina blickt zu Viktor. Sie spürt, dass sie nicht in seiner Gunst steht, weiß aber auch nicht, wie sie seine Meinung ändern könnte. Was Lilly wohl in einem so distanzierten Mann sieht? Da ist ihr Pablo lieber. Sie wendet ihrem Partner nun einen Blick zu. Es gab Probleme, ja. Aber es ist auch ein schönes Gefühl, dass sie sich am Ende ja doch noch wieder finden konnten und nun gemeinsam mit den Zwillingen und mit Hugo eine neue Zukunft planen. Der Junge langweilt sich, das merkt sie. "Hugo, willst du vielleicht die Katzen suchen? Hier in der Villa laufen drei rum.", schlägt sie daher vor.

Viktor nickt. Ihm gefällt die Idee, dass die Tiere beschäftigt sind, und Hugo freut sich bestimmt auch. Ein seltener, guter Vorschlag von Irina. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. "Ja genau. Ich wette, du findest sie im Wohnzimmer, da sind sie gerne. Einfach durch gehen!", sagt er zu dem Jungen und zeigt in die Richtung des Zimmers.

Die Augen des Jungen leuchten sofort auf. "Drei Katzen?", fragt er neugierig. Dann macht er sich direkt auf den Weg ins Wohnzimmer. Dort entdeckt er tatsächlich zwei der Katzen. Eine liegt auf dem Sofa und die andere sitzt am Fenster. Vorsichtig geht er in die Hocke. "Na ihr …", murmelt er und streicht der Katze auf dem Sofa vorsichtig über das Fell.



Als Lilly den Weg ins Musikzimmer zurück legt, sieht sie aus dem Augenwinkeln noch, wie das Kind im Wohnzimmer verschwindet, doch sie ändert ihr ursprüngliches Ziel nicht. Sie stört Hugo nicht weiter und geht zu den anderen zurück. In ihrem Armen hält sie Misty. "Jetzt ratet mal, wen ich im Babybettchen gefunden habe.", sagt sie schmunzelnd. Viktor lacht. "Ich habe mich wohl geirrt.", sagt er mit Blick auf die Siamkatze in Lillys Armen, "nicht alle der Katzen waren im Wohnzimmer." Lilly grinst. "Sie war nicht begeistert, geweckt zu werden, aber das Bettchen ist nun einmal Eriks Platz. Er schläft jetzt." Ihr Blick ist voller Wärme, als sie von ihrem Sohn spricht.



Tiere sind Lucía viel lieber als Babys. "Na wenigstens wurde das Bett schon getestet", meint sie schmunzelnd. Pablo legt seinen Arm um Irina und sieht zu Lilly. Den Ausdruck in ihrem Gesicht versteht er nur zu gut. Anders als Lucía kann er sich nur schwer vorstellen, dass es etwas Schöneres geben soll als die eigene Familie wachsen zu sehen.

Viola blickt zu ihrer Freundin. So langsam wird es auch ihr zu voll hier. Wie auch Viktor kann sie Lucías Vater nicht viel abgewinnen. Sie weiß auch nicht, was sie zum Thema Erik noch groß beitragen soll. Sie krault Misty noch einmal, die leise zu schnurren anfängt, dann dreht sie sich zu Lucía. "Wir könnten ja auch bei Zeiten mal was testen.", sagt sie und legt den Arm um ihre Freundin, "nämlich den neuesten Vampirfilm. Im Kino ist vor kurzem 'Blutgräfin' angelaufen. Den sollten wir uns mal anschauen, damit wir sehen, ob wir uns wirklich wie richtige Vampire verhalten!"

Grinsend sieht Lucía ihre Freundin an. "Das klingt ehrlich gesagt deutlich spannender als ..." Sie bremst sich. "Wir könnten eigentlich direkt gehen." Pablo sieht verwundert zu seiner Tochter. "Jetzt schon? Aber du kommst doch die Tage nochmal vorbei, bevor wir weg sind?" Daraufhin nickt Lucía ihrem Vater zu. "Natürlich."

Lilly versteht, dass die Mädels sich hier fehl am Platz fühlen. Viola hat ihren Bruder gesehen, und das reicht ihr offenbar. Schade. Eigentlich hätte sie den Teenagerinnen gerne noch das Babyzimmer gezeigt, das Viktor und Gary so schön eingerichtet haben. Aber immerhin ist Britechester nicht ganz so weit entfernt wie Pablos und Irinas neuer Heimatsort. Es wird also immer noch eine Gelegenheit dazu geben. "Na haut schon ab.", zwinkert sie den Mädels zu, "und viel Spaß!"

Und so wendet sie ihre Aufmerksamkeit ihren (Noch) Nachbarn zu. Eine Weile bleiben Pablo, Irina und die Kinder noch. Während die Erwachsenen schließlich ins Babyzimmer geführt werden, und Hugo auch die dritte Katze kennenlernen konnte, nähert sich der Abend schließlich dem Ende zu. "Und wehe, ihr meldet euch nicht mehr!", verabschiedet sie sich noch, bis zu Viktors Erleichterung auch diese Gäste die Villa verlassen.

In Zusammenarbeit mit @Spatz

Letzter Post für Hugo, Pablo, Irina
>>> Viola und Lucía gehen nach Britechester Nr. 7 - Violas kleine Hütte >>>


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