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Forgotten Hollow Nr. 4 - Villa Blutrose
<<< Viktor kommt von Windenburg Nr. 16 - Tattoo-Studio <<<
Charaktere: Lilly, Viktor
Geschichtsstrang: Der Schatten meines Vaters
„Du bist genau wie deine Mutter. Zu weich. Kein Biss. Immer nur träumen. Vielleicht hätte ich mich nie auf Kinder einlassen sollen.“ Diese Worte ihres Vaters hat Lilly nie vergessen können, selbst jetzt noch. Er war immer hart. Und streng. Ein Teil von ihr war erleichtert, als er damals die Familie verlassen hat.
Und jetzt kommt er plötzlich wieder und will Vergebung? Nach allem, was er Elenor und dem Rest der Familie angetan hat? Lilly schnaubt. Sie hätte längst abschließen sollen – ihn sich selbst überlassen. Viktor würde das genauso sehen. Klare Grenzen. Kein sentimentales Nachtrauern. Sobald sie ihn fragt, wird er ihr dazu raten. Und vielleicht hat er recht. Aber sie denkt eben nicht wie er. Nicht so rational. Nicht so klar.
Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient? Hin- und hergerissen stößt sie einen tiefen Seufzer aus. Kaum glaubt sie, einen Moment durchatmen zu können, da rollt schon das nächste Problem auf sie zu.

Sie hört, wie sich die Haustür öffnet. Und zwingt sich dann doch zu einem Lächeln, als Viktor vor ihr steht. Wenigstens bei ihm gibt es Lichtblicke. Er zieht das durch mit seiner Therapie. Sie ist so stolz auf ihn.
„Und? Wie war’s?“, fragt sie, als er sich neben sie auf das Sofa fallen lässt.. „Anstrengend.“ Es dauert jedoch nicht lange bis er weiter spricht: „Aber es passt. Der Eindruck von seiner Homepage hat mich nicht getäuscht. Kovac versteht seinen Job. Kein Dummschwätzer..“ Lilly schweigt, doch sie lächelt. Gut so. Hätte er den Mut gehabt, noch einmal von vorn zu beginnen, wenn es diesmal nicht geklappt hätte?
Aber dass er überhaupt den Mut hatte, ist eine gute Sache. Er scheint sich das Ziel gesetzt zu haben, die Depression zu besiegen. Sie weiß, wie Viktor ist, wenn er ein Ziel vor den Augen hat. Er ist so kämpferisch, so verbissen, etwas zum Besseren zu wenden… Sie bewundert ihn dafür. Und sie selbst struggelt schon bei der Entscheidung, ob sie ihrem Vater verzeihen, und ihn ein letztes Mal sehen soll, oder eben nicht.
Er hebt seine Hand hoch. „Und ich habe ich mir das Tattoo stechen lassen. Hilft mir vielleicht, mich daran zu erinnern, was ich geschafft habe.“ Er seufzt. „Ich weiß, dass sich die Selbstzweifel nicht von heute auf morgen besiegen lassen. Aber ich arbeite daran.“ Lilly sieht ihn an, blickt auf sein neues Tattoo. Der Bluthund. Ein passenderes Symbol hätte er kaum finden können.

„Das ist cool!“ Sie umarmt ihn. Es ist so unfair, dass so ein starker Mann mit diesen Selbstzweifeln bestraft wird. „Ich danke dir, Vik.“ Überrascht hebt dieser eine Augenbraue, sieht sie fragend an. „Dafür, dass du kämpfst. Ich weiß, dass es nicht einfach ist. Aber du stehst trotzdem jeden Tag auf.“
Nun grinst er. „Das liegt daran, dass ich klug und willensstark bin.“ Auch Lilly lächelt. Wenn Viktor es schafft, etwas gutes in sich zu sehen, dann sollte sie es auch schaffen, sich endlich zu entscheiden…

Charaktere: Viktor, Lilly
Geschichtsstrang: Vergeben oder vergessen
„Hey...“ Lillys Blick ist vorsichtig auf Viktor gerichtet, fast so als schäme sie sich, ihre Gedanken auszusprechen, „ich weiß, du hast gerade deine eigenen Päckchen zu tragen, aber kann ich mich einen Moment an dich anlehnen?“ Viktor hebt seinen Kopf. „Klar!“, sagt er, sieht, wie Lilly sich neben ihn auf das Sofa fallen lässt. Er legt seinen Arm um sie, mustert sie. Er kennt Lilly mittlerweile lange genug, um die Muster zu erkennen: Irgendetwas bedrückt sie. Aber sie ist die letzte, die um Erlaubnis fragen müsste! Sie hat so viel für ihn getan, viel zu viel. „Tu mir einen Gefallen, Lilly.“, sagt er, „Wenn du Trost brauchst, brauchst du nicht erst zu fragen. Komm einfach her.“ Ganz egal, wie tief er selber in der Scheiße steckt, für Lilly hat er immer Zeit. Sie sieht ihn an, nickt. „Du hast Recht. Das ist wohl für beide Seiten das Beste.“
„Was ist eigentlich los?“, fragt Viktor schließlich. Lilly seufzt, doch es dauert nicht lange, bis sie erzählt: „Du weißt ja, dass Phil neulich hier war.“, fängt die Musikerin an, „und er hat von meinem Erzeuger erzählt. Er ist wohl sterbenskrank und vor dem Tod will er uns noch mal sehen.“ Viktor hebt eine Augenbraue. Er weiß, dass Lillys Vater die Familie im Stich gelassen hat, oft genug hat sie davon berichtet. Und so ahnt er bereits ihre Frage: „Und du bist dir nicht sicher, ob er eine zweite Chance verdient hat? Oder ob du ihn fallen lassen sollst?“ Lilly nickt.
„Es ist nicht einfach, die Eltern zu verlieren.“, sagt Viktor nachdenklich. „Ja, und genau deshalb wollte ich dich damit nicht belästigen.“, murmelt Lilly, Einen Moment senkt Viktor den Kopf. Es tut noch immer weh.. vor allem jetzt, wo die Emotionen sowieso Amok laufen. Er unterdrückt die Gedanken. „Verstehe.“ Das tut er wirklich. Lilly will ihn schützen. Doch er ist froh darüber, dass sie es trotzdem angesprochen hat. Er ist wichtig für sie... Sind die Sorgen, er könnte ihr nicht genug zurück geben, etwa unbegründet? Er sieht sie an. „Willst du ihn treffen? Und danach entscheiden, ob er Vergeben verdient?“
Lilly zögert. „Ich... weiß nicht. Ihn wieder zu sehen, könnte alte Wunden aufreißen.“ Er schweigt eine Weile. „Dann lass ihn fallen.“ Er mustert sie. „Vielleicht...“, fängt sie an, „... sollte ich das wirklich. Aber andererseits... Hat nicht jeder auch eine zweite Chance verdient?“

Viktor kratzt sich am Kinn. Er denkt an Rasputin.. „Nein. Nicht jeder...“ Er ballt die Faust, bevor er sich wieder fängt. „Und was deinen Vater betrifft: Er hätte sich viel früher melden sollen, nicht erst jetzt. Er hat seine Chance vertan.“ Er zögert kurz, dann fährt er fort: „Und ich trau dem ganzen nicht. Kannst du sicher sein, dass es wirklich dein Vater ist? Und nicht jemand, der sich für ihn ausgibt?“ Lilly schmunzelt. „Nicht jeder ist so misstrauisch wie du, Vik. Aber nein, Phil hat ja auch gesagt, er ist es. Und er hat seine Stimme erkannt.“ Viktor nickt.
Lilly hebt ihren Kopf. „Ich hatte schon überlegt, ob ich ihn einfach treffen sollte, und dann entscheide, ob ich ihm verzeihe oder nicht. Aber genau das macht mir Angst.“ Sie seufzt. „Er weiß nichts von der Verwandlung. Macht es das nicht noch viel schlimmer?“ Viktor sieht sie an. „Wir... könnten ihn gemeinsam besuchen. Dann hast du meine Unterstützung.“
Lilly umarmt Viktor dankbar. „Das ist eine gute Idee. Das machen wir dann nach dem Konzert!“ Vorher werden die Vorbereitungen zu viel Zeit in Anspruch nehmen.
>>> Lilly geht nach Del Sol Valley Nr. 1 - The Black 'n' Red Theater >>>
>>> Viktor geht nach Del Sol Valley Nr. 1 - The Black 'n' Red Theater >>>
<<< Viktor kommt von Del Sol Valley Nr. 1 - The Black 'n' Red Theater <<<
<<< Aidaria kommt von Brindleton Bay Nr. 1 - Altersheim Shady Pines (9) <<<
Charaktere: Viktor, Aidaria
Geschichtsstrang: Das Gewicht der Kette
„Oh hi!“ Lächelnd begrüßt Viktor seine alte Freundin Aidaria, als diese an der Tür steht. „Was führt dich hierher?“ Die Magierin erwidert das Lächeln, tritt in die Villa – ganz selbstverständlich, als gehöre sie hierher. „Ich habe herausgefunden, was es mit der Kette auf sich hat!“ Ein Funkeln liegt in ihrem Blick. „Ganz wie du wolltest.“

Viktors Lächeln erstirbt. Er blickt in die Leere. Aidaria fällt es sofort auf. „Alles in Ordnung?“ Viktor hatte geglaubt, Rasputins Motiv zu verstehen würde ihm helfen, besser mit der Sache abzuschließen. Stattdessen hat es ihn in ein Loch gerissen, gefolgt von einem Heulkrampf, den er nicht gerne wiederholen möchte.
Er schweigt. Was sollte er ihr auch sagen? Dass er Angst hat, erneut in seiner Vergangenheit zu stochern? Dass er so lange geübt hat, nichts zu fühlen, dass es jetzt wie Ertrinken wirkt, wenn doch etwas durchsickert?
Schließlich nickt er nur. „Ja, alles in Ordnung.“ Er sieht Aidaria an. So lange kennt er sie jetzt schon. Noch vor den Morden. Er kann sie nicht täuschen. „Komm schon, Großer.“ Sie klopft ihm auf die Schulter. „Wenn es dir lieber ist, kann ich es dir auf einen Zettel schreiben und diesen in einen Umschlag stecken. Dann kannst du dich der Sache stellen, wenn du bereit bist. Und wenn es so weit ist, hast du die Antwort aber bereits vorliegen und musst dann nicht erst auf meine Ankunft warten.“

Einen Moment denkt er über diesen Vorschlag nach. Der Gedanke ist verlockend. Aber dann schüttelt er langsam den Kopf. „Schon gut. Hau es jetzt einfach raus.“ Irgendwann... muss es einfach so sein.
Aidaria nickt. Und Viktor führt sie ins Musikzimmer. Es ist leer. Lilly ist bei Irina, die wegen der Babys nicht zum Konzert konnte. Aber natürlich will sie alles darüber hören! Viktors Aufmerksamkeit schwingt aber bald wieder zu dem zurück, was für ihn selbst gerade wichtig ist: Aidarias Antwort. „Also, was ist mit der Kette?“
Die Magierin greift in ihre Tasche, holt das Objekt der Begierde hervor. Sie überreicht Viktor die Kette mit einer kleinen Verbeugung. Dann lässt sie sich auf dem Sofa nieder. „Sie verleiht Unsterblichkeit.“ Sie lächelt leicht. „Die Idee, in diese Richtung zu forschen, kam mir, als ich ein Elixier für Ambrosius hergestellt habe – eigentlich gegen Altersbeschwerden – und ein paar versehentliche Tropfen auf die Kette eine Reaktion auslösten. Man kann immer noch durch Verletzungen sterben, aber mit der Kette ist der Alterstod kein Thema. Solange man sie trägt zumindest.“

Einen Moment schluckt der Vampir, als er das alte Relikt erneut zu sehen bekommt. Er dreht die Kette in seinen Händen, die für so viel Ärger sorgte. Viel zu viel Ärger... War es all das wert? Ohne dass er es verhindern kann, schließt er die Augen, lässt seine Schultern sacken. Aidaria legt ihren Arm um seine Schulter. „Lass es raus, okay? Du musst dich wegen mir nicht zurück halten.“
Viktor tut so, als hätte er den Satz nicht gehört. Er reißt sich zusammen. Die Fassade steht. Sein Verstand dreht sich bereits weiter. Hatte Rasputin damals nicht auch die Einhörner überfallen? Auch für einen Unsterblichkeitszauber, wie er vermutet. Weil er die Kette nie in seine Hände bekam, brauchte er eine Alternative? Viktor ballt seine Hand zur Faust.
Als Vampirin ist Viola bereits unsterblich. Ist es das, warum sie nie etwas gespürt hat, wenn sie die Kette trug? Doch das ist nicht die einzige Frage, sie sich formt. Woher hat Amanda die Kette? Und wie hat Rasputin davon erfahren?
Aidaria sieht es ihm an, dass er wieder in Gedanken versinkt. „Du bist schon wieder zwei Schritte weiter, hm?“, schmunzelt sie. Viktor atmet tief ein. Und nickt. Der befürchtete Heulkrampf bleibt aus. Seine Gedanken drehen sich weiter: Lassen sich in Rasputins Buch weitere Antworten finden?
<<< Lilly kommt von Del Sol Valley Nr. 1 - The Black 'n' Red Theater <<<
Charaktere: Viktor, Lilly
Geschichtsstrang: Nicht wie er
„Ich seh schon, der Detektiv in dir ist wieder erwacht.“ Lilly erkennt das Buch sofort, über das sich Viktor beugt. Es ist das Buch, das Drake vorbei gebracht hat, gemeinsam mit Amandas Tagebuch. Sie kennt ihren Gefährten. Viktor hasst offene Fragen.
Er nickt, schiebt das Buch etwas nach links, so dass sie besser mit reinschauen kann. „Der schläft nie.“, antwortet er abwesend, „genau wie Jan Berger.“ Sie schmunzelt. Viktors Blick bleibt konzentriert, und fokussiert wie der eines Bluthundes. „Siehst du das hier? Er war besessen.“ Sie schaut ihm über die Schulter. Betrachtet die hastig hingekritzelten Notizen, Zeichnungen von Uhren, Pfeile, die auf ein Wort zeigen, ein eingekreister Name: Meister Mirat?
Lilly runzelt die Stirn, mustert Viktor verstohlen. Ihm ist nicht anzusehen, was er darüber denkt, dass ausgerechnet Rasputin ihm hier einen Spiegel vorhält. Nein, nicht ganz. Viktor ist nicht narzisstisch, so wie sein Gegner. „Er wollte die Lebenszeit. Und das um jeden Preis.“ Viktors Stimme ist leise. Lilly versteht, dass unter der Oberfläche noch immer viel Trauer in ihm steckt. Sie spricht es nicht laut aus, bietet nur ihre Nähe an.
Viktor legt seine Hand auf Lillys, redet jedoch direkt weiter: „Meister Mirat ist kein unbekannter Name. Ein Genie unter Magiern. Es gibt Berichte darüber, dass er das Geheimnis der Unsterblichkeit geknackt hat. Also für Magier. Und das ist erstaunlich. Normalerweise nutzen Magier und Vampire unterschiedliche Arten von Magie, die eigentlich kaum kompatibel ist. Und das macht es so erstaunlich, was es ihm trotzdem gelungen ist: eine Variante der dunklen Magie zu entwickeln, die uns Vampire am Leben hält. Nur, dass sie diesmal auch für Magier nutzbar ist.“

„Und Rasputin wollte diese Unsterblichkeit?“, vermutet Lilly. Viktor nickt, hebt die Kette hervor: „Aidaria hat es bestätigt. Damit ist die Kette verzaubert. Er muss erfahren haben, dass Amanda sie besitzt...“ Viktor denkt an das Tagebuch zurück. „Von einem Fremden, der sie damit für ihre Dienste bezahlt hat.“ War das Meister Mirat? Inkognito? Er seufzt. Wahrscheinlich war das noch vor ihrer Verwandlung in eine Vampirin.
Nachdenklich blättert Viktor weiter. Mirats Name kommt öfters mal vor. „Rasputin hat geforscht.“, stellt der Vampir fest. „Hat Mirats Spuren verfolgt. Vermutungen angestellt...“ Er zeigt auf entsprechende Notizen, „und so vielleicht geahnt, dass diese Kette existiert. Mirat selbst ist verschollen. Niemand weiß, ob er noch lebt, und wenn ja, wo er steckt. Aber die Kette blieb.“ Viktor schweigt einen Moment, sammelt seine Stärke um weiterzumachen. „Er... war mal zu Besuch. Vor dem Mord. Als er ein weiteres Mal versuchte, die Kette abzukaufen. Womöglich hat er das Tagebuch daher. Eine Gelegenheit, mit der er vielleicht nicht gerechnet, die er aber ausgenutzt hat. Hatte auf Informationen gehofft...“ Er blickt Lilly an, leise zweifelnd. „Ich.. bin nicht wie er, oder?“

Lilly lächelt sanft. „Du hast ihn nicht getötet, Vik, selbst als du die Chance hattest. Obwohl dir niemand einen Vorwurf gemacht hätte. Du hast die Stärke, die Rasputin fehlt.“ Er nickt kaum merklich. Seine Stimme bricht, als er schließlich antwortet. „Aber er... Er geht über Leichen.“
Die Tränen kommen wieder, leise, doch unaufhaltsam. Viktor spürt es. Kein Schluchzen diesmal, sondern still. Er lässt sie laufen, kämpft nicht dagegen an. Vor Lilly muss er sich nicht verstellen. Er drückt ihre Hand fester, findet Trost in ihrer Stärke und im gemeinsamen Schweigen.
Erst nach einigen Minuten regt sich Viktor wieder und schließt das Buch. Er weiß, dass er loslassen sollte... Und gleichzeitig weiß er, dass er es nicht tut. Nicht jetzt. Nicht wirklich. Es ist nur eine Pause. Die Suche geht weiter – irgendwann.
Nur nicht heute.
>>> Lilly geht nach Windenburg Nr. 1 - Friedhof Windenburg >>>
Charaktere: Viktor
Geschichtsstrang: Kurzurlaub für die Seele
Viktor schielt auf das Buch auf seinem Schreibtisch. Schon wieder ein Trigger, der zu Tränen führte. Er schnaubt frustriert. Er hat doch sonst nicht so nah am Wasser gebaut. Ihm gefällt das nicht. Was ist nur aus seiner Fähigkeit geworden, Emotionen hinter einer undurchdringlichen Fassade zu verstecken? Oder ist das eigentlich ein gutes Zeichen? Weil es zeigt, wie es in ihm arbeitet? Ein paar Tage ohne Zweifel könnten ihm wirklich gut tun.
Und Lilly? Sie hat eine Pause genauso verdient wie er. Ihre Loyalität ist keine Selbstverständlichkeit, genauso wenig wie ihre Resilienz. Der Tod ihres Vaters war nach dem Konzert eigentlich kein großes Thema mehr. Es war eher ein Momentsschock, kein tiefer, lähmender Schmerz. Die Bindung zu ihrem Vater war nicht so eng, dass sie sie völlig aus der Bahn werfen konnte. Und das ist gut so. Sie hätte es nicht verdient, in etwas hineinzurutschen, aus dem man sich nur schwer wieder befreit.
„Aber was sie stattdessen verdient ist Urlaub. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich ihr mal etwas biete.“, versucht er sich selbst zu motivieren. Immerhin hat er das finanzielle Polster dafür, sie einfach mal einzuladen. Einen Moment zögert Viktor. Ein Urlaub, den er selbst initiiert, ist dann doch etwas anderes als Lilly zu ihrer Premiere zu begleiten. Ist er schon bereit dazu? Es läuft besser, ja. Aber was heißt das schon, wenn es jederzeit wieder zu Rückschlägen kommen kann?

Viktor schüttelt den Kopf, um den Gedanken zu verscheuchen. Sein Blick fällt auf den Bluthund, der seine Hand ziert. Er schließt die Augen. Nichts! Er kann es kaum glauben. Keine Stimmen, die versuchen dagegen zu argumentieren. Keine einzige. Seit wann sind die inneren Dämonen so still?
Viktor lehnt sich erleichtert zurück. Es ist beschlossen… vorausgesetzt sie hat Interesse natürlich. Er wird es wagen. Die verdammte Depression hatte jetzt lange genug die Macht über ihn. Es bleibt dabei. Für einen Kurzurlaub gibt es bessere Argumente als dagegen. Auch für die Katzen wird es eine Lösung geben. Bestimmt kann er sie für die paar Tage bei Pablo und Irina unterbringen. Und was die Reise betrifft: Da weiß er auch schon, wohin sie gehen könnte…
Das Duett aus Klavier und Geige ist sofort zu hören, als er sich dem Musikzimmer nähert. Stimmt ja. Gary ist ja auch gerade da. Viktor lächelt. Gary hat ebenfalls seinen Dank verdient. Er sollte auch ihn mit einladen. Er öffnet die Tür, um den beiden sein Angebot zu machen.
>>> Viktor geht nach Ravenwood >>>
<<< Viktor kommt von Ravenwood <<<
<<< Lilly kommt von Ravenwood <<<
Charaktere: Viktor, Lilly
Geschichtsstrang: Notizen aus Ravenwood
Viktor kennt dieses Gefühl, diese Schwäche, diese Müdigkeit. Es ist nicht das erste Mal, dass er es spürt. Er grummelt frustriert. Schon wieder diese Erschöpfung? Dabei hatte er bereits einen Urlaubstag fast komplett verschlafen. Warum schon wieder? Oder hängt die Müdigkeit vom Urlaub noch bis heute nach?
Aber nicht heute! Er wälzt sich vom Sofa runter, zwingt sich dazu, aufzustehen. „Genug gefaulenzt!“ Er hat es schon vorher geschafft, seine Starre zu durchbrechen. Er wird es auch heute schaffen. Viktor holt sich das Tagebuch hervor, streicht über die Ziege auf dem Cover. Nun steigt er die Treppen empor, setzt sich an den Tisch. Und öffnet das Buch. Einen Moment hängt er über der leeren Seite. Wie soll er anfangen? Vielleicht mit dem Urlaub? Vorsichtig beginnt er mit Notizen, schreibt das Datum des ersten Urlaubstages auf. Erneut pausiert er. Schließlich beginnt er mit dem Schreiben.

Zitat
Habe den Urlaub nach Ravenwood initiiert. Ein Schritt gegen die Dunkelheit.
Kurz und nüchtern. Skeptisch blickt er auf das Geschreibsel. Bisschen wenig, oder? Schnell kritzelt er noch einen Zusatz hinzu:
Zitat
Begleitung: Lilly und Gary
Viktor seufzt. Er war nie der Typ für große Worte. Doch für den nächsten Tag, den Tag des Festivals, sieht er schon etwas anders aus. Er schreibt vom Lärm und der Menschenmenge, aber auch, wie er durchgehalten hat. Er schreibt vom Tanz mit Lilly. Die Worte fließen zögerlich, doch mit jedem Satz wächst ein kleines Gefühl von Stolz. Ein Funken, der gegen die Müdigkeit ankämpft.
Er hört, wie sich Schritte nähern, lächelt Lilly an, als sie erscheint. Nun ist die Müdigkeit wieder komplett vergessen. „Nun sieh dir das mal an!“ Viktor grinst, hebt das Tagebuch hoch, „Ich habe es wirklich geschafft! Ich habe den Urlaub initiiert, und diesmal habe ich mir nicht von der Depression reinreden lassen.“ Lilly liest über seine Zeilen, schenkt ihm ein warmes Lächeln. Es ist schön, ihn so zu sehen, so enthusiastisch. „Ich wusste, dass du es schaffst. Und ich bin so stolz auf dich.“

Für einen Moment friert sein Lächeln doch ein, fast so, als machte ihm die gute Laune etwas Angst. „Noch ist es nicht vorbei.“ Viktor seufzt leicht. „Die Stimmung schwankt weiter. Es gibt gute Tage, es gibt schlechte. Und vieles fühlt sich immer noch wie ein Kampf an.“
„Ach das überstehst du auch noch.“, antwortet Lilly mit einem Zwinkern. „Du bist viel zu stur um aufzugeben. Du Dickkopf hast dich ja sogar auf das Festival eingelassen.“ Nur eine kurze Pause, dann kehrt sein Grinsen doch wieder zurück: „Pff, ich seh schon. Du scheinst es mir ja wirklich zuzutrauen!“ Er nimmt ihre Hand, lässt für einen Moment zu, Schwäche zu zeigen. „Ich schaffe es. Egal wie lange es dauert. Weil ich weiß, dass ich nicht alleine bin.“
Sein Blick schweift ab, wird nachdenklicher. „Und keine Sorge. Ich sehe, dass es besser wird. Aber ich beende die Therapie nicht überstürzt. Das wäre dumm. Ich will sehen, ob die Fortschritte auch langfristig stabil bleiben.“ Er lächelt. „Und irgendwie freue ich mich auch auf den nächsten Termin. Ich will doch wissen, wie Kovac reagiert, wenn ich ihm vom Urlaub erzähle.“

Lilly lacht hell. „Viktor, wirklich! Das Letzte, worüber ich mir Sorgen mache, ist, dass du irgendwas spontan aus Euphorie tust. Eher friert die Hölle zu.“ Sie mustert ihn. „Ich bin mir sicher, du findest schon den richtigen Zeitpunkt. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.“
„Du kennst mich halt zu gut.“, schmunzelt er. Er hält inne, als ihn ein Gedanke streift. „Apropos Kennen. Da fällt mir etwas ein. Komm mit!“ Viktor erhebt sich, zieht Lilly mit in sein Arbeitszimmer. Er öffnet die Schublade des schweren Schreibtischs, holt sein altes Jugendfoto hervor. Es kommt ihm wie eine Ewigkeit vor, dass er es abgenommen hatte. Behutsam dreht er es in den Händen, betrachtet das makellose Gesicht und erwidert schließlich das Lächeln. „Zeit, dass du wieder an deinen Platz zurückkehrst.“ Mit ruhiger Entschlossenheit hängt er das Foto wieder an die Wand.

>>> Rin McCain - Start <<<
Charaktere: Viktor, Lilly, Rin
Geschichtsstrang: Die Last der Unsterblichkeit
Sein Herz fühlt sich schwer an. Für einen Vampir sind seine Schritte ungewöhnlich träge, beinahe schleppend. Ein ernstes Thema liegt auf ihm, etwas, das schon lange an seiner Seele zehrt. Die ewigen, flüchtigen Nächte sind nicht genug – er sehnt sich nach etwas Tieferem. Nach jemandem, mit dem er sein Dasein wirklich teilen kann.
So richtet sich sein Blick auf das imposante Anwesen seines alten Freundes – der Einzige, von dem er glaubt, dass er ihn je wirklich verstanden hat. Jemand, der weiß, wie er tickt, was in ihm vorgeht. Mit dieser Hoffnung im Herzen tritt er an die schwere Tür heran und klopft, fest, voller Erwartung auf einen Rat, vielleicht sogar auf Erlösung.

Lilly sitzt am Piano, lässt eine liebliche Melodie erklingen. Sie lächelt. Der Urlaub war schön. Vor allem, weil es zeigt, dass Viktor sich nicht aufgegeben hat. Sie schließt die Augen, lässt sich leiten von der Musik... als sie das Klopfen hört. Jemand ist an der Tür. Sie seufzt und erhebt sich. Ein Blick nach oben zeigt, dass Viktor offenbar nichts mitbekommen hat, jedenfalls zeigt er sich nicht. Nun gut. Dann würde sie eben öffnen.
Vor ihr steht ein Mann, unverkennbar ein Vampir, mit schwarzen Haaren und Tätowierungen. Wer ist das jetzt? Sie ist sich sicher, die Person nie gesehen zu haben. Im ersten Moment ist sie etwas perplex, dann gewinnt ihre Höflichkeit: "Guten Abend.", sagt sie, "was kann ich für Sie tun?"

Rin mustert sie einen Augenblick lang. In ihm regt sich Freude für seinen Freund es scheint, als hätte Viktor jemanden gefunden. Und mit dieser Erkenntnis wächst in Rin die Hoffnung, dass Viktor ihm wirklich bei seinem Anliegen helfen kann. Doch keine Regung, kein Zucken im Gesicht verrät, was in ihm selbst vorgeht. Wie immer wahrt er Haltung, bleibt höflich und gefasst.
"Guten Abend“, sagt er mit ruhiger Stimme, "mein Name ist Rin McCain. Ich bin ein alter Freund von Viktor. Ist er zuhause?“
Lilly nickt, ein wenig misstrauisch. Hatte Viktor irgendwann einen Rin erwähnt? Nicht in letzter Zeit, da ist sie sich sicher. Aber er kennt Viktors Namen, weiß offenbar auch, dass er hier wohnt. "Er ist da. Bestimmt im Arbeitszimmer." Sie lächelt. "Ich bin übrigens Lilly." Sie geht einen Schritt zur Seite, lässt den Mann eintreten. Wenn er sie hätte angreifen wollen, hätte er es längst getan. Und Viktor wird schon wissen, ob er Rin kennt oder nicht. "Die Treppe hoch..." Lilly zeigt drauf, "und dann die Leiter hoch ins Turmzimmer." Sie geht vor, führt den Gast zum Arbeitszimmer.
Hoffentlich kennt er ihn wirklich...
Viktor hockt über Rasputins Buch, dreht sich erst zu Lilly, als sie ihm auf die Schulter klopft. Er erblickt den Mann hinter ihr. "Besuch für dich, Vik! Er sagt, er kennt dich." Viktor mustert den Mann. Es dauert eine Weile, doch schließlich zeigt sich doch Erkennen. "Rin? Was führt dich hierher?" Vor Überraschung vergisst er, seinen alten Freund in allen Ehren zu begrüßen.

Er folgt ihr mit der gewohnten Höflichkeit, sein Schritt ruhig, beinahe ehrerbietig. Während er sich umsieht, streift sein Blick neugierig über die Umgebung, doch das, was ihn wirklich bewegt, ist der vertraute Geruch, der ihm mit jedem Schritt näherkommt. Je deutlicher er Viktor wahrnimmt, desto stärker steigt die Vorfreude, seinen alten Freund endlich wiederzusehen.
Und doch – die Begrüßung verläuft anders, als er es sich in stiller Sehnsucht ausgemalt hat. Seine Miene bleibt kühl, unnahbar, ein Ausdruck von Selbstbeherrschung. Nur tief in seinem Inneren lodert die Freude über das Wiedersehen.
Als er an Lilly vorbeigeht, hält er einen Moment inne, nimmt ihre Hand und berührt sie mit einem kurzen, altmodischen Handkuss – eine Geste aus jener Zeit, der er einst entstammt. "Vielen Dank“, sagte er, ehe er weitertritt.
Nun steht er vor Viktor, sein Blick ernst, fast schwer. "Ich brauche deine Hilfe“, sagt er, die Stimme kontrolliert, die Worte sorgfältig gewählt. "So kann meine Existenz nicht weitergehen.“

Lilly lächelt bei dem Handkuss, ohne etwas zu sagen. Sie erkennt, dass beide Männer nicht der Typ für überschwängliche Begrüßungen sind. Kein Wunder, wenn sich Viktor mit jemanden anfreunden kann, der ihm den Raum gibt den er einfach braucht. Aber das Thema scheint ernst zu sein. Existenzprobleme... Ihre Empathie meldet sich. Es kommt für sie nicht in Frage, Rin jetzt im Stich zu lassen, auch wenn sie ihn noch nicht wirklich kennt. Viktor kennt ihn. Und das reicht! Einen Moment überlegt sie, ob es anmaßend ist, wenn sie einfach hier bleibt und zuhört. Aber Rin hatte auch noch während ihrer Anwesenheit angefangen zu sprechen. Es ist wohl okay so.
Sie bleibt stehen, öffnet den Mund.. doch diesmal kommt ihr Viktor zuvor. Er erhebt sich, legt nun doch noch seine Hand auf Rins Arm. Ein kleines Zeichen, dass es ihm doch nicht egal ist. Nur kurz, nur leicht. Dann spricht er: "Das klingt... ernst. Du wärst nicht hier wegen Kleinigkeiten. Was genau bedroht deine Existenz?"
Rin nickt langsam. In ihm herrscht Leere er sieht keinen Ausweg mehr. Seine Gedanken kreisen unaufhörlich um das ewige Leben, und wie unendlich schwer es ohne jemanden an seiner Seite ist.
"Diese neumodischen Beziehungen …“ beginnt er mit gedämpfter Stimme, die dennoch von Bitterkeit getragen ist. "Da datest du eine Frau und stellst am Ende fest, dass es doch keine ist. Ist das nicht gegen die Natur? Und dann diese endlosen One-Night-Stands …“ Er schüttelt kaum merklich den Kopf. "Ich bin es leid. Jedes Mal glaube ich, die große Liebe gefunden zu haben nur um dann zu erfahren … Moment, wie nennen sie es heute? Ghosten?“
Er guckt auf, aber es wirkt leer. "Kaum jemand legt noch Werte wie wir sie kennen. Wo ist das ‚für immer und ewig‘ geblieben? Nein … Scheidungen sind heute alltäglich, normal, fast schon erwartet. Diese Zeit ist grausam, wenn man einen wahren Wegbegleiter sucht.“ Seine Stimme senkt sich, tiefer, schwerer. "Und doch – eine Ewigkeit allein … macht noch mehr Angst.“
Sein Blick wandert zu Lilly. Für einen Augenblick weicht etwas Wärme in seine Züge. "Du hast eine reizende Lady an deiner Seite, wie es scheint. Verrate mir … wo hast du eine Frau von solchem Wert gefunden?“
Obwohl seine Stimme ruhig klingt, tragen die Worte einen Unterton von Verzweiflung. Doch wirklich wütend ist er nicht – dafür fehlt ihm die Kraft. Rin ist müde. Müde vom endlosen Daten. Müde von einer Existenz, die er so nicht mehr ertragen kann.
"Lilly ist..." Nun zeigt sich doch ein breites Lächeln bei Viktor: "...wirklich das Beste, was mir je passieren konnte." Für einen Moment wird sein Blick weich. "Aber wie wir uns kennengelernt haben ist... ungewöhnlich. Sicherlich kein allgemein gültiges Erfolgsrezept, das immer funktioniert."

Lilly fällt in ein helles Lachen. "Das kann man wohl sagen.", fügt sie grinsend hinzu, "nicht jeder datet den Vampir, der einen angreifen will." Sie streicht ihm über die Wange. "Aber ich habe schon damals erkannt, dass da mehr in dir steckt als diese Fassade, Vik." Der dreht sich etwas zur Seite, so dass Rin nicht sein Gesicht sieht - ganz so als ist es ihm ein wenig peinlich. "War in Brindleton Bay. Ich musste mit meiner Katze zum Tierarzt. Und auf dem Rückweg kam ich an Lillys Wohnung vorbei. Ich wollte wirklich an ihr Blut, doch ihr Mut imponierte sie. Ich wollte sie verschonen. Vielleicht war es das, was ihr Interesse an mir weckte. Jedenfalls kamen wir uns, über Zeit, dann auch näher."
Er hört aufmerksam zu, auch wenn seine Miene etwas anderes verrät. Doch in Wahrheit ist er neugierig, gespannt auf jede Antwort. "Ich gestehe den Damen am Anfang nicht, was ich wirklich bin“, sagt er schließlich leise. „Noch immer schäme ich mich für dieses Monster in mir.“
Einen Moment schweigt er, wirkt nachdenklich, fast verloren. Dann blitzt ein Anflug von Humor in seinen Augen auf. "Also … sollte ich mir vielleicht eine Katze anschaffen? Einfach nur, um leichter mit Frauen ins Gespräch zu kommen?“ Seine Stimme klingt beinahe fragend, ein Hauch Unsicherheit schwingt mit. "Meinst du, Frauen, die Tiere lieben, sind … besser geeignet für uns?“
"Rin." Lillys Stimme ist sanft, als sie spricht. "Nicht jeder Vampir ist ein Monster. Sieh dir Viktor an. Er ist stärker gewesen als sein Blutdurst. Er blieb in Kontrolle. Und ich sehe diese innere Kraft auch in dir. Ihr seid euch, so scheint es zumindest auf den ersten Blick, gar nicht so unähnlich." Viktor nickt. "Ich kann Rin verstehen, wie kein Anderer." Er bleibt vage in seiner Aussage, ohne sich in Details zu verlieren was er meint. Er respektiert, dass es an Rin liegt, seine eigene Hintergrundgeschichte zu erzählen, wenn er das denn möchte.
Stattdessen lenkt er das Thema zurück auf die Katze: "Katzen zu lieben zeigt zumindest eine gewisse Empathie. Vielleicht lässt die sich auch auf Vampire übertragen." Er zuckt die Schultern. "Aber auch hier braucht es natürlich Glück, der richtigen Person zu begegnen."

Rin sieht Lilly in ihre schönen Augen und nickt anerkennend. Sofort empfindet er Sympathie für sie. Etwas anderes hätte er von Viktor auch nicht erwartet – schließlich hat er Geschmack, und sie spiegelt genau diese Klasse wider.
Zustimmend nickt Rin noch einmal. Er will nicht zu viel preisgeben, doch um Lilly eine Richtung zu geben, antwortet er knapp: "Wir haben Ähnliches erlebt. Für mich ist er wie ein Seelenverwandter.“ Einen Moment zögert er, dann verzieht er leicht den Mundwinkel. "Wie sagt die Jugend heute? Bro?“ Er schüttelt den Kopf, die Augenbraue leicht gehoben. "Diese Ausdrücke klingen wirklich seltsam … ich werde mich wohl nie daran gewöhnen können.“
Viktors Ansicht wirkt für Rin plausibel, fast beruhigend. "Ein guter Einwand“, murmelt er schließlich. „Ich denke, ein Versuch ist es wert, oder nicht? Ich habe nichts zu verlieren. Und Katzen … sie sind niedliche Geschöpfe. In ihrem Jagdtrieb sind sie uns gar nicht so unähnlich.“
Einen Moment fallen Lillys Gedanken auf Veronika. Auch sie ist Katzenliebhaberin, und sie ist Single. Lilly verkuppelt sie gedanklich bereits mit Rin. Doch sie respektiert die Modedesignerin viel zu sehr, um sie einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. Wer weiß, ob sie überhaupt einen Partner sucht. Trotzdem könnte sie die Freundin ja zumindest mal drauf ansprechen, was sie von einem Blind Date hält... Oder sie sorgt dafür, dass es ein 'zufälliges' Treffen gibt...
Laut sagt sie: "Ich bin mir sicher, dass hier irgendwo die richtige Frau für dich steckt. Vielleicht findest du auch jemanden, die bereits Vampirin ist. Das könnte ebenfalls leichter sein als es mit Sterblichen zu versuchen. Die Angst ist dann eine kleinere Hürde und du kannst von Anfang an ehrlich sein, was du bist."

Rin hört Lilly aufmerksam zu und runzelt nachdenklich die Stirn. "Ja … das würde tatsächlich einiges erleichtern. Vor allem müsste man dabei kein Menschenleben gefährden.“ Seine Stimme klingt ernster, dann weicher. "Danke fürs Mutmachen.“
Ein kurzer Funken Hoffnung blitzt in seinen Augen auf. „Vielleicht lerne ich ja jemanden auf diesem Festival in Sulani kennen.“ Er sieht erst Lilly, dann Viktor an. "Habt ihr nicht Lust, mitzukommen? Ich möchte etwas Neues ausprobieren. Wenn ich mich immer nur im Labor vergrabe oder zu Hause verschanze, kann ich schließlich niemanden Besonderen kennenlernen.“
Sein Blick wandert von einem zum anderen, und für einen Moment wirkt er fast gelöst. Er genießt es fast, wieder unter leute zu sein – ein Gefühl, das ihm in den letzten Wochen gefehlt hat, in denen er sich nur selbst eingesperrt und zurückgezogen hat.
Beim Thema Musik hellen sich Lillys Augen auf. "Ich hätte wirklich Lust darauf!" Sie sieht zu Viktor. Selbst außerhalb der Depression ist er kein Freund von Menschenmassen. Bestimmt braucht er erst mal wieder seine Ruhe, vor allem nach diesem Urlaub, bei dem er bereits seine Komfortzone verließ. Viktor scheint einen Moment nachzudenken. "Ich überlege es mir.", sagt er nur. Lilly sieht ihn überrascht an. Keine sofortige Absage? Das ist mehr, als sie erwartet hätte.
Rin freut sich mehr, als sein Gesicht verrät, als Lilly zusagt. In seinem Inneren hofft er, dass auch sein alter Freund über seinen Schatten springt und sich anschließt mit Viktor an seiner Seite könnte dieser Abend für ihn von besonderer Bedeutung werden.
"Super, alter Freund“, sagt er leise und doch mit spürbarer Wärme. "Ich würde den Kontakt gern wieder häufiger aufleben lassen. Er ist in den Jahren leider eingeschlafen.“ Für einen Moment senkt er den Blick, fast unsicher. Dann fügt er hinzu: "Wenn ich in deinem Leben noch willkommen bin.“
Viktor grinst schief. "Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit, Rin. Aber wenn du dir treu geblieben bist, bist du auch jetzt noch willkommen." Er runzelt nachdenklich die Stirn. "Wir werden sehen wie es läuft. Arbeitest du eigentlich immer noch am Institut?"
"Findest du?“ Rin lächelt schwach, beinahe melancholisch. „Für mich fühlt es sich wie ein Wimpernschlag an. Seit ich ein Vampir bin, ist Zeit nichts anderes mehr als ein ständiger Begleiter, ein Hintergrundrauschen. In all den zwanzig Jahren haben sich meine Ansichten kaum verändert … nur eines ist dazugekommen.“ Er hält kurz inne, seine Augen glänzen im Schatten. "Der Wunsch nach jemandem an meiner Seite. Jemand, der aus einer Wohnung ein Zuhause macht.“
Er nickt leicht, bemüht, die Schwere seiner Worte zu überspielen. "Ja … fleißig wie eh und je.“ Dann hebt er den Blick und fragt ruhig: "Und du? Was machst du zurzeit?“
"Hab mich selbständig gemacht als Historiker. Keine Institute mehr, die mich einengen. Ich nehme Aufträge an, oder mache auch mal privat Recherchen. Im Endeffekt verdiene ich weniger, aber das macht nichts. Es reicht noch, auch weil Lilly ebenfalls ihren Teil mit beiträgt mit ihren Krimis. Und auch mit ihrer Gage als Pianistin." Er sieht sie liebevoll an, dann lenkt er seinen Blick wieder zu Rin. "Du musst sie unbedingt einmal spielen sehen. Sie ist eine Virtuosin!"
Lilly lächelt geschmeichelt. Es ist nicht das erste Mal, dass Viktor ihre Musik anpreist. Doch jedes Mal freut sie sich, wie sehr es ihm gefällt. "Das lässt sich ja einrichten.", sagt sie augenzwinkernd. "Unten ist ja der Flügel im Musikzimmer."
"Das klingt, als hättest du ein erfülltes Dasein, mein Freund.“ seine Stimme von ehrlicher Wärme getragen. "Und wenn es einer verdient hat, dann ganz sicher du.“ Er zwinkert kurz, bevor sein Blick zu Lilly wandert.
Als er von ihren Klavierkünsten hört, verändert sich etwas in seiner Haltung. Aufrichtiges Interesse blitzt in seinen Augen auf, Neugier, die sich nicht verbergen lässt. Klänge von Tasten haben ihn schon immer berührt – für ihn zählt das Klavier zu den schönsten Instrumenten überhaupt.
"Das Angebot nehme ich gerne an“, sagt er schließlich und lehnt sich ein Stück vor, als wolle er keinen Ton ihrer Antwort verpassen. "Jetzt hast du mich wirklich neugierig gemacht … Welche Stücke spielt sie denn am liebsten?“
Viktors Blick zeigt keine Regung, als Rin ein "Erfülltes Dasein" erwähnt. Er schweigt. Im Moment hat er keine Lust, über seine Depression zu reden... nicht wenn das Gespräch gerade noch beim Thema Klaviermusik lag.
"Ich habe ein großes Repertoire.", erzählt Lilly, nicht ohne Stolz. "Meistens geht es Richtung Klassik. Auch mit eigenen Kompositionen. Lass dich einfach überraschen." Auch Viktor lächelt nun wieder. Wenn jemand einen Anteil an seinem 'erfüllten Dasein' hat, dann sicherlich Lilly.
Lilly läuft lächelnd vor, und die beiden Männer folgen ihr. Liebevoll streicht sie über das Musikinstrument, bevor sie sich auf den Hocker setzt. Ohne ein weiteres Wort fängt sie an zu spielen. Chopins Melodie steigt auf, nimmt schnell an Fahrt auf.

Über Rins düstere Miene huscht ein kaum wahrnehmbares Leuchten. "Guter Geschmack!“, sagt er leise, beinahe ehrfürchtig. "Wirklich unfassbar tiefgreifende Stücke.“
Während er den anderen folgt, gleitet sein Blick noch einmal über Viks Anwesen. Die Schatten, die hohen Fenster, der vertraute Geruch von Holz und altem Stein all das weckt in ihm ein Gefühl von Heimkehr. Es ist schön, wieder hier zu sein. Bei Vik fühlt er sich verstanden, ohne dass viele Worte nötig sind. Er spürt, dass nicht alles in Ordnung mit ihm ist, doch verschweigt er seine Beobachtung. Vor Lilly möchte er es nicht ansprechen.
Sein Blick bleibt an ihr hängen. Begeistert beobachtet er, wie ihre Finger mühelos über das elegante Instrument gleiten, als gehörte es zu ihr. Zarte, fast flüchtige Töne entfalten sich im Raum und dennoch steckt in ihnen eine unerwartete Kraft, ein Beben, das die Luft vibrieren lässt.
Rin lehnt sich leicht zurück, seine Augen halb geschlossen, als wolle er die Melodie tief in sich aufnehmen. "Sie hat unglaubliches Talent“, sagt er schließlich, mit gedämpfter Stimme zu Vik. "Ihre Musik geht tief. Fast so, als könnte sie selbst mein untotes Herz berühren."

Viktor blickt zu seinem alten Freund. "Nur fast?" Für einen Augenblick lässt er seine Fassade fallen. "Ohne Lilly... wäre ich nicht der, der ich heute bin." Sein Blick steckt voller Wärme, als er sie ansieht. Während er spricht bleibt er leise, fast flüsternd, um die Pianistin nicht zu stören. Das restliche Stück über schweigt er.
Erst als der letzte Ton verklungen ist, spricht Viktor weiter: "Das war grandios, Lilly!"
Rin schmunzelt kaum merklich, so flüchtig, dass es fast übersehen werden könnte. "Du weißt, wie ich über untote Herzen denke.“ Ein leichtes Nicken folgt, dann fügt er hinzu: "Das kann ich mir durchaus vorstellen. Ich freue mich für dich. Ich hoffe für euch… die Ewigkeit.“
Als das Lied verklingt, legt sich für einen Augenblick eine andächtige Stille über den Raum. Dann bricht er sie, indem er anerkennend in die Hände klatscht – im Einklang mit Viks Worten. Für gewöhnlich ist es schwer, Rin zu beeindrucken, doch diese Kunst hat ihn gefesselt. Sein Blick bleibt auf Lilly haften, als würde er das Nachbeben ihrer Musik noch immer hören.
Lilly schmunzelt. Sie freut sich, dass sie Leuten mit ihrer Musik eine Freude machen kann, ob sterblich oder nicht. Sie verbeugt sich leicht. "Danke", sagt sie bescheiden, "Chopin hat mich schon immer inspiriert. Auch damals, als ich noch menschlich war." Sie sieht die beiden Männer an. Sie spürt, dass nicht alles angesprochen wird, solange sie in der Nähe ist. Verständlich. Rin kennt sie noch nicht lange.
Sie überlegt nach einer Ausrede. "Aber ich muss wieder an meinem Krimi weiter arbeiten." Sie lächelt leicht. "Ich bin sicher, ihr zwei kommt auch ohne mich klar." Eigentlich keine schlechte Idee. Sie hat noch viele Pläne für Berger...
"Wie bereits erwähnt.... außerordentlich guter Geschmack.“ Rins Stimme trägt einen Anflug von Wärme, der selten bei ihm zu hören ist.
Als Lilly den Raum verlässt, kehrt sofort eine andere Stimmung ein. Die Stille wirkt schwerer, dichter. Rin lässt seinen Blick zu Vik wandern, die Augen scharf, prüfend. Für einen Moment sagt er nichts, dann lehnt er sich leicht vor, die Finger locker ineinander verschränkt.
"So“, beginnt er, seine Stimme tiefer, eindringlicher. "Jetzt hau raus. Was ist wirklich bei dir los?“
Er kennt diesen Ausdruck in Viks Gesicht, diese Schatten im Blick. Rin weiß, wie Depressionen funktionieren wie sie sich unsichtbar einschleichen, selbst im hellsten Licht. Man kann gegen sie kämpfen, und doch entgleitet einem der Sieg immer wieder. Selbst wenn man das Glück direkt vor Augen hat, gibt es immer diesen einen Gedanken, der an allem rüttelt. Der Zweifel, der alles untergräbt.
Rins Blick bleibt fest auf Vik gerichtet, ernst und unnachgiebig nicht aus Härte, sondern aus Sorge. Er will Antworten.

Viktor sieht Lilly nach. Er erkennt, warum sie das tut und schmunzelt. Sie ist verdammt klug. Sie weiß, wie sie sich aus der Affäre zieht, ohne Rin dabei zu beleidigen. Doch bei dem Thema, das Rin anspricht, hätte sie auch vor Ort bleiben können. Viktor sagt nichts weiter zu Lilly, sondern antwortet leise: "Weißt du noch, wie ich damals immer wieder davon redete, den Mörder meiner Eltern jagen zu müssen?" Er schnaubt. "Ich war erfolgreich. Und damit begann das Problem erst." Er sieht Rin ernst an. "Ich sage dir eines: Rache ist ein schlechter Ratgeber. Vor allem, wenn du das zu deinem einzigen Ziel machst, das dich am Leben hält." Er pausiert, kratzt sich am Kinn. "Es ist klug von dir, dass du an deiner Einsamkeit arbeiten willst. Ohne Lilly... wäre ich jetzt vielleicht gar nicht mehr hier." Es ist das erste Mal, dass Viktor diesen Gedanken auch laut ausgesprochen hat.
Er kann sich die Worte kaum vorstellen. Sein ganzes Leben lang wollte er Rache – doch Vik war einer der Gründe, warum er seinen Plan nie vollendet hat. Noch immer sucht er eisern nach der Wahrheit, nach dem einen Namen, nach der Antwort, wer in jener Nacht seine Eltern angegriffen hat.
"Aber das klingt doch so,“ sagt er langsam, die Stirn leicht gerunzelt, „als hättest du alles erreicht, was man sich wünschen kann. Warum ist daraus ein Problem geworden? Ich kann das nicht nachvollziehen.“ Er atmet schärfer aus, der alte Zorn flackert kurz in seinen Augen. "Du weißt, wie ich zu Rache stehe. Und zu dem Ziel, es eines Tages zu vollenden. Ich hoffe, dass ich es auch erreichen werde. Wieso hat es also bei dir es zu einem Problem geführt“

Für einen Moment hält er inne, sein Blick wandert zu Vik. Etwas Weiches mischt sich in die Härte seiner Züge. Er sieht ihn kurz besorgt an. Es beruhigt ihn, dass Vik Lilly hat – dass sie ihm eine Art Halt gibt, etwas, das ihn an seine Existenz bindet.
Immerhin war es Vik, der ihn gelehrt hat, Vampire anders zu betrachten. Mit weniger Hass. Auch wenn es ihm nicht immer leichtfällt.
Langsam nickt er, dankbar und zugleich ernst. "Es ist wirklich gut, dass du jemanden gefunden hast, der dir so viel gibt, dass du dich an deine Existenz klammerst. Aber…“ Er hebt warnend den Finger, fast wie ein älterer Bruder, "du solltest noch etwas anderes finden. Etwas Eigenes. Denn sollte der Haussegen bei euch mal schief hängen, will ich keine Angst um meinen besten – und einzigen – Bro haben müssen.“
Sein Blick bleibt auf Vik gerichtet, ernst, ehrlich, ohne jeden Scherz.
Viktors Blick wird weich. "Kurz nachdem ich das Institut verlassen habe, habe ich sie kennen gelernt. Und in diesen 20 Jahren hatte ich nie das Gefühl, dass ich mir um ihre Loyalität Sorgen machen müsste." Er sieht Rin eindringlich an. "Auf den ersten Blick wirken Lilly und ich vielleicht wie komplette Gegensätze. Die Wahrheit ist aber, dass wir unsere Werte teilen. Und beide auf unsere Weise langfristig denken." Er lächelt. "Aber mach dir keine Sorgen um mich. Ich arbeite an mir. Ich bekomme auch von anderer Seite Hilfe. Ich bin jetzt weit davon entfernt, Selbstmordgedanken zu hegen." Vielleicht... könnte er wirklich auf das Festival gehen. Während es Urlaubs hat er es ja auch durchgestanden.
Erst nach einer Pause kommt er wieder auf das Thema Rache zu sprechen: "Es war wichtig, dass Rasputin die Strafe erhalten hat, die er verdient." Die Härte, die sein Blick bei diesem Namen zeigt, ist nicht zu übersehen. "Aber wenn die Rache dein einziges Ziel ist, wird es gefährlich. Am Ende stehst du vor der Leere. Ich hatte so viel von mir selbst aufgegeben, um mein Ziel zu erreichen, dass ich vergaß, wer ich eigentlich bin." Er blickt Rin ernst an. "Wenn du an deinem Plan festhälst, werde ich dir helfen. Aber vergiss dich selbst dabei nicht."
Er hört aufmerksam zu, kein Anzeichen von Ungeduld in seinem Blick. Er versteht diese Ansicht. Seit seiner Kindheit war es sein Ziel gewesen Rache. Doch was sollte danach geschehen? Wenn er es wirklich erreichte… welche Aufgabe bliebe ihm dann noch? Würde er inneren Frieden finden?
Er weiß es nicht. Nach Viks Schilderungen ist er sich plötzlich nicht mehr so sicher. Ein Schatten von Zweifel huscht über sein Gesicht, doch er nickt schließlich sachte. "Ich verspreche es.“ Seine Stimme ist leise, aber fest.
Dann hebt er den Kopf, ein schmaler Schmunzler spielt um seine Lippen. "Daher wäre es gut, jemanden an meiner Seite zu haben. Dieses Katzending das probiere ich gerne mal aus. Es ist schließlich auch eine Aufgabe, sich um ein Tier zu kümmern. Etwas Neues für mich.“
Mit einem kräftigen Schlag klopft er Vik auf die Schulter. "Danke! Auf dich ist immer Verlass. Nach all den Jahren noch immer wie früher!“
Sein Blick wird ernster, fast ein wenig streng. "Doch… sollte dich deine Gedanken wieder in die Enge treiben ruf mich an.“ Er lehnt sich zurück, greift in seine Tasche. "Ich lasse dir meine Nummer da, bevor ich gleich gehe. So können wir diesmal besser in Kontakt bleiben.“
Die Worte hängen schwer und zugleich tröstlich im Raum, wie ein Schwur, der sich in beide Richtungen richtet.
Viktor lächelt. "Auf jeden Fall! Das gilt auch für dich. Wenn du meine Hilfe brauchst, bin ich da." Er schiebt Rin eine Visitenkarte zu. "Habe ich mir pünktlich zur Selbständigkeit herstellen lassen." In großen Lettern stellt sich Viktor als "Historiker, Fachbereich: Okkulte Historie" dar.
"Und was das 'Katzending' betrifft: Vierbeiner sind immer eine große Unterstützung. Auch unsere drei Katzen würde ich für nichts in der Welt wieder hergeben wollen." Einen Moment fragt er sich, wo die drei eigentlich stecken. Wahrscheinlich liegen sie irgendwo in einer Ecke zusammengerollt und dösen vor sich hin.
Gerade in diesem Moment tappst Mini in den Raum, betrachtet Rin mit einer gewissen Neugier. Viktor lächelt, als er das Tier erblickt.
"Danke, das weiß ich. Deswegen bin ich hier.“
Er nickt anerkennend, nimmt die kleine Karte entgegen und steckt sie sorgfältig in die Hosentasche. Für einen Moment wirkt er nachdenklich, dann hebt er den Blick.
"Ach ja? Weißt du… ich hatte bisher kaum etwas mit Tieren zu tun. Außer damals, wie du dich erinnerst. Als ihre Gene benutzt wurden, um sie mit Sims zu mischen. Doch das waren meistens Wildtiere, keine Haustiere.“
Seine Stimme senkt sich, während er das kleine Geschöpf vor sich wahrnimmt. Sofort wittert er es ein feiner Geruch, lebendig und fremd zugleich. Interessiert beobachtet er jede Bewegung, den leichten Zucken der Ohren, das vorsichtige Herantasten.
Als die Kleine an ihm schnüffelt, geht er langsam in die Hocke. Mit einer ungewohnten Sanftheit streckt er die Hand aus, hält sie ihr hin, geduldig, ohne Hast. Die Berührung bleibt noch aus, doch allein die Nähe überrascht ihn.
Ein kaum wahrnehmbares Lächeln huscht über seine Lippen. "Niedlich sind sie ja…“ murmelt er leise. "Und sie riechen nicht unangenehm.“ Seine Worte tragen den Ton ehrlicher Verwunderung, fast so, als hätte er das Gegenteil erwartet.

Viktor blickt wehmütig auf Rin. Es ist gut, dass er immer noch nicht aufgegeben hat, auch nach allem, was er erlebt hat. "Das tun sie tatsächlich nicht." Rin hatte das Thema Verantwortung selbst angesprochen, also spart Viktor es sich, ihn daran zu erinnern. "Und ich habe das Gefühl, sie verstehen jedes meiner Worte!" Er zwinkert Rin zu. Egal wie sehr er nach außen um seine Fassade bemüht ist, vor seinem alten Freund zeigt Viktor auch Weichheit.
"Das klingt tiefgreifend“, stellt er fest, während sein Blick noch immer an dem kleinen Geschöpf hängt. "Ich bin auf diese Wesen gespannt.“
Er hat sich noch nie wirklich intensiv mit einem Haustier auseinandergesetzt. Doch jetzt, da er den Gedanken ernsthaft in Erwägung zieht, formt sich ein stiller Entschluss in ihm: Sobald er zuhause ist, wird er das Internet durchforsten, alles lesen, was er über diese Tiere finden kann.
Schließlich richtet er sich auf und sieht zu Vik. Ein ehrliches Lächeln zuckt über seine Lippen. "Wir sehen uns, alter Freund. Und vielleicht treffen wir uns auf dem Fest mal auf einen Drink?“
Seine Augen funkeln kurz, ehe er mit einer angedeuteten Verbeugung hinzufügt: "Grüß deine liebreizende Freundin von mir. Sag ihr, dass es mir eine Ehre war, sie kennengelernt zu haben.“
Er zieht die Schultern straff, ein Hauch von Pflichtgefühl legt sich über seine Miene. "Aber nun muss ich los die Arbeit im Institut macht sich nicht von allein.“
Noch einmal nickt er zum Abschied, fest und respektvoll, dann dreht er sich um und macht sich auf den Rückweg. Seine Schritte hallen leise nach, während draußen der Wind weiter durch die Bäume rauscht.
In Zusammenarbeit mit @Salia
>>> Lilly geht nach Brindleton Bay Nr. 16 - Tierauffangstation (3) >>>
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>>> Viktor geht nach Britechester Nr. 7 - Violas kleine Hütte >>>
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