San Myshuno Nr. 8 - Villa Långstrump

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14.04.2023 00:29
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#191
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Hausmeister

Lotta erwacht sehr gerädert am frühen Morgen. Takatuka und Wolf liegen noch immer fest schlafend neben ihr. Eigentlich möchte sie auch nur liegen bleiben. Aber es hilft nichts, es aufzuschieben. Bedauernd blickt sie auf ihr Kind und den Wolf. Was wohl aus ihm werden wird? Werden sie ihn einfangen und wegsperren? Lotta lässt den Kopf hängen. Sie muss sich nicht um Früchte, Ernte noch irgendwas kümmern. Sie steigt die Treppe hinab, setzt Tee auf, bereitet Frühstück für Takatuka, Futter für den Wolf als sei es ein Morgen ... wie jeder Morgen.

Sie setzt sich mit ihrer Tasse Tee hin, wärmt ihre Hände daran, obwohl es gar nicht kalt ist. Sie wird sich nachher fertig machen und dann mit Takatuka zur Polizei gehen und beichten ... und was macht man dann da? Nehmen die einen gleich fest? Sollte sie die Tatwaffe mitnehmen? Nehmen sie ihr Takatuka gleich ab? Lotta hat keine Erfahrung mit der Staatsgewalt außer mit diesen schwedischen Dorfpolizisten und diese Prusseliese als sie unbedingt wollten, das sie in die Schule geht. Ach ja und das andere mal wegen der Gauner Donner-Carl und Blom ...

Oben regt sich etwas, Wolf und Takatuka kommen runter, frühstücken ... als wär's ein Morgen wie jeder andere. Wo steckt das Kind das bloß hin? Der Wolf schaut bedächtiger, wissender. Sein Blick an der Hintertür zum Garten zu Lotta zurück scheint zu fragen, ob er wirklich mit ihr zum Spielen raus soll ... Lotta nickt. Takatuka brabbelt vor sich, erzählt dem Wolf ...: "Hannah Toadte, mhmhm!" Das Kind bekam mal ein Stück Torte von Hannah? Sie müsste eigentlich schon viel besser sprechen können. Lotta verzieht das Gesicht. Sie hätte in einen Kindergarten gesollt. Hannah und José waren doch wie liebevolle Großeltern gewesen. Was ist verkehrt gelaufen? Wieso soll Lotta plötzlich mit Nael liiert werden? Sie begreift das alles nicht? Nael war doch einfach ein lieber guter Freund! Zum gemeinsamen Angeln! Wie Tommy früher. Aber Alma ... ist keine Annika. Ganz schön hartgesotten, trotz Rapier vor dem Gesicht. Fing immer nur wieder mit Nael an, wollte kein Wort wegen der Adoption ausspucken ... Hakte nur noch weiter nach ... nach ... Was war das noch gewesen?

"Natürlich geht es um Nael und Dich. Oder gibt es jemand anderen in deinem Leben? Hast du etwa einen Freund?.." Ähhhm! Komische Frage ... in dem Zusammenhang. Mhmmm. Außer, sie wollten wissen, wer ihnen sonst noch im Weg steht. Das muss wirklich dringlich sein, dass sie mit Nael zusammenkommt, damit die Adoption funktioniert. Wenn sie sich nicht einlässt, kriegen sie sie nicht. Aber wenn sie zur Polizei muss und sie eingebuchtet wird, kriegen sie ihr Kind sogar ohne Lotta ... Lotta denkt schwer nach ... das Hin und Her, das Für und Wieder, Pro und Contra ... Nael oder Polizei? Lotta atmet einmal tief durch, greift zum Handy, wählt Hannahs Nummer, nochmal ein Stossseufzer: "Ok, ich bin bereit. Dann heirate ich eben Nael. Wenn es euch so gefällt ...!" Lotta wartet bang. Vielleicht sagen sie doch: 'zu spät. Wir rufen die Polizei!' Aber wäre die dann nicht schon längst hier gewesen, dämmert Lotta leider nur kurz. So viele Gedanken schwirren gleichzeitig durchs Hirn: Dann kann ich bei Takatuka bleiben. Aber ich will nicht, ich will nicht, ich will nicht Nael als Mann. Er war doch ein Freund. Von Alexander erzählt Lotta besser gar nichts, sonst verliert sie Takatuka, ist ihre Sorge.


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14.04.2023 00:31
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#192
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Hausmeister

"Hallo Lotta Liebes! Wie geht es dir? Alles in Ordnung bei Euch?" Hannah klingt, ... wie immer. Sie reagiert gar nicht auf Lottas Offerte, alles zu tun, was sie verlangen. "... in Ordnung?!", wiederholt sie tonlos, fahl im Gesicht. Nichts ist in Ordnung! Gar nichts. "Sagt nur, was ihr wünscht und ich werde alles erfüllen. Ich möcht' nur bei meinem Kind sein. Und ... und ... ich fühle mich natürlich ... sehr geehrt." Lotta kriegt einen Schweißausbruch beim letzten Satz, Ihr wird heiß und kalt. Sie ist einer Ohnmacht nah. Zwangsheirat! Jetzt endlich wir ihr dieser Begriff klar. Sie hat davon nur mal in der eckigen Kiste, dem Fernsehen da oben gehört ... Muss sie noch so tun, als ob es ihr gefiele? Erwarteten sie das? Nach außen hin sicher!


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14.04.2023 00:32
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Hausmeister

"Wir wünschen uns Euch so schnell wie möglich wieder zu sehen! Wir haben schon richtig Sehnsucht nach Dir und Takatuka. Am Wochenende klappt das ja leider nicht mit Übernachten, aber Sonntag steht noch, oder? Brauchst du irgendwas? Sollen wir nochmal zusammen einkaufen gehen, vielleicht auch noch ein paar neue Klamotten einkaufen." Im Hintergrund hört Lotta "Fragen wegen Montag."

"War das José? Was sollst du wegen Montag fragen, Hannah?" Was passt denn da nicht zusammen? Keiner will zur Polizei, niemand drängt wegen Nael? Jetzt wollen sie noch zusammen Einkaufen und José will Takatuka jetzt erst am Montag, nach dem Wanderzirkus? Was läuft da? Die sind freundlich wie ... immer! Hannah und José wissen von nichts! Aber Nael und Alma ... Das passt ... auch nicht. Nael hat auch nicht gedrängt ... Nur ... Alma! Was hat Alma für ein Interesse ihr diese Lüge zu erzählen und dass es eine Lüge ist, da ist sich Lotta sicher. Nael und sie hatte nichts außer netter Freundschaft verbunden beim letzten Zusammentreffen. Welches Wunder sollte da geschehen sein? Absurd!

Lotta fragt ganz zögerlich an: "Hat ... hat ... Alma nichts erzählt? W-was ... was ... ich gemacht ha-habe?" Sie fängst Stottern an, kriegt nun doch ziemlich Muffensausen. Wenn Hannah und José bislang nicht wussten und jetzt erfahren, wie Lotta drauf sein kann ... Oh je ...! Lotta steigt mit Handy am Ohr die Treppe hinaus, zupft das Rapier vom Boden vor der Truhe und wirft es mal schnell obenauf rein - nur, falls jemand vorbei kommt. Richtig wegpacken macht sie später. E-e-einkaufen wäre auch ... ganz ... prima! W-w-wann ... d-denn?" Ihr fällt ein, dass sie sagte Samstag keine Zeit zu haben. "Sa-samstag bin ich jetzt ... doch da! Ü-über...raschender...weise da!", schließt sie etwas lahm.

Vielleicht besser, sie kann mit Hannah im persönlichen Gespräch näher klären, was hier Merkwürdiges läuft. Alma hat nichts gesagt? Lotta hat ein schlechtes Gewissen wegen dem Rapier, aber besser sie lässt das gute Stück unerwähnt. Je weniger davon wissen, desto besser.


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14.04.2023 00:32
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"Ja, das war Josè - wir dachten Takatuka kann von Sonntag auf Montag bei uns übernachten... Ach du kannst jetzt doch Samstag? Klasse! Dann gehen wir Mädels erstmal einkaufen." Hannah scheint einen Augenblick über Alma nachzudenken Alma. "Nun, Alma hat kurz von Eurem Streit erzählt. Das renkt sich wieder ein Liebes."

Einfach so? Alles renkt sich wieder ein? Hannah ist die Beste! Wie konnte Lotta in solche Zweifel und Panik geraten? Niemand scheint ihr ihr Kind nehmen zu wollen. Hatte Nael das ... sinnbildlich nur gemeint mit der Adoption? So à la 'ihr gehört zur Familie'? Nun, einem 'Familienmitglied' hat Lotta ein Rapier an den Hals gehalten. Umpf. Da sind aber die Bilder über Alexanders Schulter hängend aber bei Weiten, weit, weit Weitem bedeutungsloser! Aber Alma ... verrät Lotta nicht! Warum? Lotta versteht immer weniger. Warum hat Alma die Sache mit Nael angefangen? Sie würde doch nicht den eigenen Bruder schädigen, oder? Das wäre doch alles schnell aufgeflogen!

Lotta fällt nur eine Idee ein. Alma wird bedroht! Irgendjemand zwingt sie, so etwas zu tun. Solche Geschichten von Nael und Lotta in Umlauf zu bringen. Und Lotta hat Alma auch in die Zwickmühle genommen. Oh, oh, die Arme! Oh weh! Wem soll das Schaden? Nael oder ... ihr?

Lotta ist sich noch nicht sicher. Spricht sie ihre Sorge, ihren Verdacht eher mit Hannah an, oder mit Alma, oder beiden?

"Oh, oh ja, um .... Uhr bei ... . Kenne ich noch gar nicht. Schön, dann treffen wir uns da am Samstag. Ich freue mich so, Hannah. Ich bring Takatuka und Wolf mit oder nur wir zwei?" Lotta ist so selig, Hannah zu treffen und zumindest da im Reinen zu sein. Shoppen ... ist was völlig Neues für Lotta. Fast alles holt sie aus dem Garten, der See, den Wertstoffkisten oder Ludmillas Garderobe ...

Hach, jetzt ist es doch nahezu ein Morgen ... wie jeder Morgen. Dann kann sie sich ja gleichmal in den Wintergarten begeben und für Phil Früchte ernten. Lotta lächelt. Ihr Blick fällt auf den Nachttisch und trübt sich einen Moment. Das kleine Ding. Da hat sie es gestern erschöpft abgelegt. Schnell aber überaus vorsichtig verstaut sie es wieder in der Tiefe ihrer Truhe, mit dem Rapier.

Lotta begibt sich in die Werkstatt und beginnt, Obst zu ernten. Was bedrängt Alma nur so?


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14.04.2023 00:36 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 01:43)
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Maryama - letzter Post



“Lotta! Loottaa!! Bist du da? Ich bin's Maryama...mach auf , BITTE!! Bitte mach auf!“
Der Wolf horcht auf: „AhuuuuU!“, stürmt nach draußen, winselt, presst sich abwechseln an Maryama und an Browneye. Er wäre geblieben, wenn er nicht einem Ruf hätte folgen müssen. Es war so karg, so allein als er wartete – hier im Garten. Takatua stürmt hintendrein, breitet die Ärmchen aus: „Marama!“, möchte gleich hochgehoben werden.


Lotta steckt den Kopf aus der Wekstatttür: „Maryma! Oh, ich, oh ich …" Sie kommt angelaufen. Umfasst Maryama mit Kind, drückt alle zusammen, Hund und Wolf streichen aufgeregt um ihre Beine als spürten sie, dass hier ein seltsames Ereignis zugange ist. „Ich Gedankenlose!“, schluchzt Lotta an Maryamas Hals: „Verzeih mir, liebste Freundin. Ich hätte dich sofort anrufen müssen! Oh, mein Gott! Oh, mein Gott! Ich hab‘ nur noch gedacht, ich muss zur Polizei und Takatuka kommt weg! Und dann war alles plötzlich anders und dann war ich beruhigt … und jetzt bin ich wieder ganz aufgelöst, weil du so einen Schreck erlebt hast! Und ich hab‘ nicht gleich an dich gedacht, dass du doch … als ich … als wir …“ Lotta gelingt nicht richtig alles auf mal zu erzählen. Gelingt niemandem, Wie auch! Viel zu viel!

„Oh, bitte, komm‘ doch erstmal rein! Ich dumme Nuss geh einfach in den Wintergarten … Es tut mir so leid! Komm, komm setzen wir uns, ich mach uns einen Tee.“ Lotta trocknet ihre Tränen ab …, äh und die, die sie auf Maryamas Wange hinterlassen hat, wischt sie auch sanft fort. Tschuldigung murmelt sie noch einmal, fasst Maryama lächelnd bei der Hand und nimmt sie mitsamt Kind auf Arm und Hund und Wolf mit in den hinteren Garten. „Es ist warm, setzen wir uns draußen hin. Ich bin gleich zurück mit einer Tasse Tee.“ Einen Moment noch sammeln. Sie freut sich wahnsinnig über Maryamas Besuch. Aber sie hat auch versucht, die ganze Zeit etwas zu verdrängen, zu unterdrücken, wegzuschieben … Wie soll sie dieses Verschwinden und was da alles mit zusammenhängt erklären? Und das Furchtbare, was sie mittlerweile entdeckt, was sie mittlerweile begriffen hat?

Andererseits … Maryama hat es g e s e h e n! Das Verschwinden! Lotta m u s s jetzt was erklären! Zögerlich setzt sie sich zu Maryama an den Tisch, schiebt eine Tasse zu ihr rüber. Takatuka, Browneye und Wolf toben im Garten. Wie sie so schnell vergessen können ... Lotta nimmt einen Schluck, schaut Maryama zaghaft an und beißt sich erstmal auf die Lippen. Lächelt sanft zu minutenlangem Schweigen …


„Ich war mal wieder auf der Flucht!“, setzt sie an, „Das scheint mein Leben zu begleiten. Ich war in Schweden, auf Takatuka und hier und … einem anderen Ort, den kann ich dir kaum beschreiben. Stets hat mich Flucht weitergetrieben, so auch … gestern Nacht.“ Lotta holt tief Luft, nimmt noch einen Schluck aus der Tasse. „Ich möchte aber hierbleiben!“ Sie fasst über den Tisch nach Maryamas Hand, drückt sie, schaut sie bedächtig an. „Ich hab’s nur nicht in der Hand!" Sie seufzt: „Gestern Nach bin ich aber freiwillig gegangen, weil ich glaubte, hier in Schwierigkeiten geraten zu sein – mit Familie Garcia! Ich dachte, sie nehmen mir mein Kind.“ Lotta springt auf in Erinnerung der Ereignisse, läuft etwas ruhelos auf und ab. „Ich dachte erst, sie stecken alle zusammen unter einer Decke, sie wollten mein Kind für sich. Aber es klärte sich nach Irrungen und Wirrungen zum Glück soweit auf, dass wohl nur Alma an irgendeinem Gaunerstück beteiligt ist. Ich kenn nur nicht das Ziel des Ganzen.“

Lotta beugt sich vertraulich zu Maryama herunter, flüstert leise. „Vielleicht wird sie bedroht. Ihre Familie weiß gar nichts, ist ahnungslos. Alma behauptete, Nael sei in mich vernarrt und versuchte mich irgendwie vehement zusammenzubringen …“ Äh, zumindest glaubte Lotta gestern, dass sie dabei ziemlich unter Druck stünde. Welch Irrtum! Nachdem die Adoptionssache vom Tisch ist, empfindet Lotta keinerlei Druck mehr. Aber das Alma so beinhart an der Lüge um Nael mit einem Rapier vorm Gesicht festhielt … Was zwang sie dazu? Lotta setzt sich perplex hin. „Weißt du, ich war so um Sorge um mich und Takatuka, dass ich wegrannte. Dabei … müssen wir uns Sorge um Alma machen!“


Soweit so gut. Lotta erkennt an Maryamas Blick, dass das die Sachlage noch nicht ausreichend aufklärt. „Ähm, ja, dieses Verschwindedingsbums, nun ja …“ Noch mal einen Schluck aus der Tasse nehmen … Soll sie Maryama wirklich mit etwas beunruhigen, was sie nicht steuern kann? Weder kann sie wahrscheinlich steuern, wohin sie geht außer zurück in ihre Werkstatt und sie kann vielleicht wieder nichts dagegen verrichten, wenn sie sie erneut holen ... „Irgendwie ist das ein kleines Ding zum Reisen in … eine ganz andere Welt. Ich hab’s … gefunden. Es klappt aber nicht so richtig. Wir waren an einem furchtbaren Ort … Also, sind wir … zurückgekehrt, obwohl ich noch Angst hatte. Aber der andere Ort war furchtbarer. Dieses Verschwindedingsbums ist wohl irgendwie kaputt ich hab’s weggelegt, damit‘s keinen Schaden anrichtet.“ Lotta zuckt gleichmütig mit den Schultern, als redete sie über einen kaputten Staubsauger. Vielleicht ist Maryama damit zufrieden. Es nützt nicht, das Unglaubliche zu erklären. Besser sich mit den Nöten im Hier und Jetzt befassen als die Freundin weiter zu erschrecken …

"Ach, ich lerne bald Schreiben und Lesen ...!", Lotta berichtet stolz vom Honorarvertrag, dem Liefervertrag mit Phil. Einfach im Hier und Jetzt verankern ...

„Also zu, Alma ...! Hast du eine Idee, Maryama? Oder sonst noch irgendwelche Fragen …?“ Lotta trinkt ihren Tee und guckt Maryma über den Tassenrand mit großen unschuldigen Augen an. „Hm, hab' ich was vergessen?“, lächelt sie, zieht die Lippen nach oben. „Und erzähl‘, wie ist es dir so ergangen! Wir haben uns eine Weile nicht gesehen!“ Lotta schaut erstaunt zur Seite, sieht die Tiere miteinander spielen: „Seit wann sind denn der Wolf und Browneye so … vertraut? Hab‘ ich was … nicht mitbekommen?“


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14.04.2023 00:44
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#196
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Hausmeister

Auf ihr Klopfen hin ertönt ein langezogenes Heulen von böser Wolf und er und Takatuka stürmen ihr entgegen. „Marama!“ ruft die Kleine und Maryama spürt, dass ihr schon wieder die Tränen kommen. Der Wolf schmiegt sich an ihre Beine und sie vergräbt ihr Gesicht in Takatukas Haaren, drückt ihr einen herzhaften Kuss auf die Wange. „Dir geht es gut meine Süße, wie bin ich froh!“
Sie wirft sie kurz in die Luft, genießt ihr fröhliches Quieken , als auch schon Lotta aus der Werkstatt gelaufen kommt.
Maryma! Oh, ich, oh ich …"
Sie umarmen und drücken sich und Maryama kullert die erste Träne über die Wange. Die ganze Anspannung der Nacht fällt von ihr ab und wird in Tränen der Erleichterung sichtbar.
Ich Gedankenlose!“, schluchzt Lotta an Maryamas Hals: „Verzeih mir, liebste Freundin. Ich hätte dich sofort anrufen müssen! Oh, mein Gott! Oh, mein Gott! Ich hab‘ nur noch gedacht, ich muss zur Polizei und Takatuka kommt weg! Und dann war alles plötzlich anders und dann war ich beruhigt … und jetzt bin ich wieder ganz aufgelöst, weil du so einen Schreck erlebt hast! Und ich hab‘ nicht gleich an dich gedacht, dass du doch … als ich … als wir …“
Was erzählt sie da alles? Takatuka kräht vergnügt auf ihrem Arm und Maryama versteht teils akustisch nicht alles was Lotta so schnell erzählt, teils klingt es aber auch wirr. Polizei? Takatuka kommt weg?
Oh, bitte, komm‘ doch erstmal rein! Ich dumme Nuss geh einfach in den Wintergarten … Es tut mir so leid! Komm, komm setzen wir uns, ich mach uns einen Tee.“
Sie nimmt Maryama bei der Hand und führt sie zum Holztisch, an dem sie schon beim Gartenhandel gesessen hatten.
Es ist warm, setzen wir uns draußen hin. Ich bin gleich zurück mit einer Tasse Tee.“
Maryama setzt Takatuka ab, die sofort mit Wolf und Browneye eine wilde Verfolgungsjagd beginnt.
Ist das schön sie alle so zu sehen.“ Maryama fährt sich nochmal mit den Händen über die Wangen, um letzte Tränenreste weg zu wischen.
Ein Glücksgefühl breitet sich in ihrer Brust aus und sie lächelt Lotta, die mit zwei Tassen Tee zurückkommt, offen an.
Während sie beide kleine Schlucke von dem beruhigenden Heissgetränk nehmen, schweigt Lotta erstmal und lächelt nur.
Maryama nutzt die Zeit der Stille um sie zu mustern. Sie wirkt eigentlich recht normal. Von diesem verwirrten , ängstlichen Ausdruck, den sie in der Nacht gehabt hat, ist nichts mehr zu sehen.
Aber dieAugenringe sind neu , und ihre immer so lebhaften Augen haben nicht den Schimmer wie sonst.Trotz Lächeln blicken die Augen ernst. Sie wirkt ein wenig angegriffen...kein Wunder, da muss ja auch was Ernstes vorgefallen sein.“
Die Freundin beginnt zu erzählen und Maryama lauscht gespannt.

Ich war mal wieder auf der Flucht!“, setzt sie an, „Das scheint mein Leben zu begleiten. Ich war in Schweden, auf Takatuka und hier und … einem anderen Ort, den kann ich dir kaum beschreiben. Stets hat mich Flucht weitergetrieben, so auch … gestern Nacht.“ Lotta holt tief Luft, nimmt noch einen Schluck aus der Tasse. „Ich möchte aber hierbleiben!“ Sie fasst über den Tisch nach Maryamas Hand, drückt sie, schaut sie bedächtig an.
Maryama erwidert den Druck und nickt bekräftigend.
Natürlich bleibst du hier, du sollst nirgendwohin mehr flüchten müssen. Du gehörst doch jetzt hierher , zu uns , zu Sascha, zu all deine Freunden, die du hier gefunden hast. Ich möchte dich nicht mehr missen.“
Maryama kennt das Gefühl auf der Flucht zu sein nur zu gut. Zuerst aus dem Elternhaus, dann aus dem Ashram und schließlich vor einem Menschen, von dem man einmal dachte, man will sein ganzes Leben mit ihm verbringen.
Sie sieht die Freundin verständnisvoll an und Lotta fährt leicht atemlos fort zu erklären.

Ich hab’s nur nicht in der Hand!" Sie seufzt: „Gestern Nach bin ich aber freiwillig gegangen, weil ich glaubte, hier in Schwierigkeiten geraten zu sein – mit Familie Garcia! Ich dachte, sie nehmen mir mein Kind.“ Lotta springt auf in Erinnerung der Ereignisse, läuft etwas ruhelos auf und ab. „Ich dachte erst, sie stecken alle zusammen unter einer Decke, sie wollten mein Kind für sich. Aber es klärte sich nach Irrungen und Wirrungen zum Glück soweit auf, dass wohl nur Alma an irgendeinem Gaunerstück beteiligt ist. Ich kenn nur nicht das Ziel des Ganzen.“

„Ähm...jetzt wird es aber doch reichlich merkwürdig. Vielleicht ist Lotta doch noch nicht so stabil, wie sie den Eindruck vermitteln will. Das klingt nach ziemlich paranoiden Gedanken. Was soll die harmlose Alma denn für Gaunerstücke ausbrüten? „
Maryama grübelt, kann sich aber keinen Reim darauf machen.
Meint sie etwa die Bowle auf der Party? Dass Alma die irgendwie präpariert hat? Aber was hat das denn mit Takatuka zu tun? Und außerdem ging es Alma ja selber schlecht...und Kind wegnehmen? Häh?“
Lotta beugt sich vertraulich zu Maryama herunter, flüstert leise. „Vielleicht wird sie bedroht. Ihre Familie weiß gar nichts, ist ahnungslos. Alma behauptete, Nael sei in mich vernarrt und versuchte mich irgendwie vehement zusammenzubringen …“

Okay, also nicht Alma ist der Bösewicht, sonder sie wird von jemandem bedroht?? Das wird ja immer bunter...und deshalb versucht sie Lotta mit Nael...? Äh...nein...das ist alles mehr als wirr.“
Maryama senkt den Kopf und schlürft bedächtig ihren Tee. Sie hofft, dass Lotta so nicht gleich merkt, wie verwirrt SIE nun ist...und wie besorgt um Lottas Geisteszustand.
So kennt sie die Freundin nicht.
Schon gehen die wilden Vermutungen weiter.
Weißt du, ich war so um Sorge um mich und Takatuka, dass ich wegrannte. Dabei … müssen wir uns Sorge um Alma machen!“
Maryama nickt vorsichtig, sie will Lotta nicht noch mehr aufregen, indem sie jetzt widerspricht.
Daher fragt sie erstmal:
Das erklärt aber noch nicht was da an den Docks passiert ist...als du einfach so...verschwunden bist mit diesem Ding in deiner Hand.“

Maryama blickt auf , schaut die Freundin direkt an und Lotta beeilt sich weiter, die Lage „aufzuklären“.

.. „Irgendwie ist das ein kleines Ding zum Reisen in … eine ganz andere Welt. Ich hab’s … gefunden. Es klappt aber nicht so richtig. Wir waren an einem furchtbaren Ort … Also, sind wir … zurückgekehrt, obwohl ich noch Angst hatte. Aber der andere Ort war furchtbarer. Dieses Verschwindedingsbums ist wohl irgendwie kaputt ich hab’s weggelegt, damit‘s keinen Schaden anrichtet.“
Okay, was auch immer...aus ihr ist im Moment nichts wirklich Brauchbares herauszubekommen.Das muss wohl warten.“ Maryama hat allerdings das Gefühl, Lotta verschweigt ihr absichtlich etwas und versteckt sich hinter diesem scheinbar harmlosen Gefasel.
Maryama ist ernsthaft besorgt. Sie muss auf jeden Fall dafür sorgen, dass Lotta wieder auf den Teppich kommt. Ob sie das allein schaffen kann? Vielleicht braucht sie auch Unterstützung...Sascha ?

Lotta unterbricht ihre Gedankengänge mit einer weiteren Frage:

Also zu, Alma ...! Hast du eine Idee, Maryama? Oder sonst noch irgendwelche Fragen …?“ Lotta trinkt ihren Tee und guckt Maryma über den Tassenrand mit großen unschuldigen Augen an. „Hm, hab' ich was vergessen?“, lächelt sie, zieht die Lippen nach oben.

Maryama räuspert sich. Fragen hätte sie jede Menge, nur ob es hier und heute sinnvolle Antworten darauf gibt? Unwahrscheinlich.
Also...ich weiß ja nicht, ob ich das jetzt alles so ganz verstanden habe.“ „Nicht im Ansatz hab ich das, aber egal.“
Du hast also Angst, dass Alma bedroht wird und deshalb versucht hat dich mit Nael zusammen zu bringen? „ „Wie kommt man denn auf solche Gedanken?“Ich glaube ja ganz was anderes, Lotta. Alma ist doch Spanierin, da gilt die Familie sehr viel und auch heiraten und Kinder haben und so weiter. „Ja, der Ansatz ist gut...“Nael ist nicht mehr sooo jung und vielleicht hat er mal mit Alma über sowas gesprochen, dass er solche Wünsche hat und Alma , ganz besorgte Schwester hat versucht da was einzufädeln. Sie liebt ihn und möchte ihn glücklich sehen. Bestimmt hat sie gedacht...ihr mögt euch...da könnte doch mehr daraus werden und ist dabei ein wenig übers Ziel hinausgeschossen...hat nicht gemerkt, dass sie dich damit überfordert.“ „Hm...jetzt bin ich aber mal gespannt.“
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Und erzähl‘, wie ist es dir so ergangen! Wir haben uns eine Weile nicht gesehen!“
Lotta schaut sie erwartungsvoll an.
Maryama schwirrt der Kopf von all den Informationen , die sie in so kurzer Zeit bekommen hat.
Tapfer lächelt sie Lotta an, versucht die Gedanken zu ordnen und meint:

Du, bei mir ist gar nicht so sehr viel passiert. Ich habe Browneye zu mir genommen, der mich ziemlich auf Trab hält. Ich hätte nie gedacht wie viel Arbeit es ist so einen kleinen Hund zu erziehen. Mittlerweile hat er bei Fuß gehen gelernt und „Sitz“.
Maryama schmunzelt bei der Erinnerung an die Übungsstunden mit Browneye.
Was ist noch passiert? Ich habe einen netten , älteren Herrn kennen gelernt, der hier im Altersheim „Shady Pines“ wohnt. Er hatte auch sein Leben lang Hunde und so sind wir ins Gespräch gekommen. Irgendwie mag ich ihn gern.Vielleicht besuchen wir ihn mal zusammen, er freut sich bestimmt? Viel mehr habe ich nicht zu erzählen...der Garten gedeiht, ich bin befördert worden und hab mittlerweile zwei prächtige Kuhpflanzen und allerlei Gemüse und Grünzeug im Garten...seeehr spannend.“ Sie lacht. Hoffentlich hat ihr Bericht über Alltagskram die Freundin ein wenig abgelenkt .
Von ihrer netten Nachbarin Elani und ihrer Verbindung zu diesem Terence wird sie Lotta heute ganz sicher nichts erzählen. Wer weiß , was das wieder für Gedankenspiralen in Gang setzen würde.
Deshalb ist sie ganz froh, als Lotta fragt:
Seit wann sind denn der Wolf und Browneye so … vertraut? Hab‘ ich was … nicht mitbekommen?“
Na ja..ich glaube die beiden verbindet seit letzter Nacht das Wissen um besondere Freundschaften, Menschen und die Verantwortung, die man für sie trägt.“ und sie erzählt Lotta, wie Wolf und Browneye ab dem Moment, da Lotta verschwunden war , friedlich zusammen mit ihr nach Brindleton Bay gegangen waren und wie Wolfs unerschütterliche Treue zu Lotta, sie dann heute Morgen hierher zurück geführt hatte.


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14.04.2023 08:06 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 01:45)
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„Natürlich bleibst du hier, du sollst nirgendwohin mehr flüchten müssen. Du gehörst doch jetzt hierher , zu uns , zu Sascha, zu all deine Freunden, die du hier gefunden hast. Ich möchte dich nicht mehr missen.“ Lotta sitzt nachdenklich und sehr gerührt Maryama gegenüber. Dieser Satz von Marymama hallt ziemlich nach. Der Tee ist ausgetrunken. Die Freundin hat sich auf Lottas halbherzige Erzählung eingelassen, äußerlich. Smalltalk mitbetrieben … Sie schonen sich gegenseitig. Aber Lotta sieht die vielen Fragezeichen in Maryamas Augen. Vielleicht ist es an der Zeit … und hoffentlich erschrickt sie nicht zu sehr und alle anderen …

„Die Welt ist für mich ein gefährlicher Ort … immer wieder, Maryama. Ich denke in dem einen Moment, ich kann einfach nur glücklich sein, aber irgendetwas bricht immer wieder ein. Ich durchwandere Welten, die unterschiedlicher nicht sein können und die ich immer erst begreifen lernen muss … auch hier! Manchmal sind es nur Missverständlichkeiten, manchmal aber auch reale Bedrohungen. Manches beginne ich selber erst langsam zu verstehen ... Ich habe gelernt, mich halbwegs zu verteidigen. Ich will dir was zeigen. Komm …!“ fordert Lotta Maryama auf, nimmt sie wieder bei der Hand und leitet sie die Treppe hinauf zu ihrer Truhe. Lotta kniet sich nieder, öffnet den Deckel, taucht mit beiden Armen in die Tiefe der bunten Batiktücher ab und holt ihre Säbel und Rapiere hervor … und das kleine weiße Ding, das sie besonders vorsichtig festhält. Sie trägt alles zu ihrer Bettstatt, legt es darauf nieder, setzt sich daneben. Maryama folgt ihr … ungläubig will es Lotta erscheinen. Sie hofft, am Ende nicht für verrückt erklärt zu werden.


„In meiner Familie scheint es so zu sein, dass wir während unserer Kindheit mit großen Kräften gesegnet sind, vielleicht, um unbeschadet durchs Leben zu gehen. Ich war in der Lage, allein zu leben … in Schweden. Ohne Vater und Mutter. Meine Mutter ist kurz nach meiner Geburt gestorben. Ich weiß nicht, woher das alles stammt. Ich habe niemanden, den ich danach fragen kann. In Takatuka beginnen sich, die Kräfte so langsam zu regen.“

Lotta berichtet vom Schwinden der Kräfte und ihrer Flucht zum Vater nach Takatuka. Das Erlernen im Umgang mit den vor ihnen liegenden Waffen, weil die Insel immer wieder von Freibeutern heimgesucht wurde, bis sie letztendlich fiel … beim großen Überfall. Sie weiß jetzt, dass da nichts mehr ist. E r wird nichts zurückgelassen, seine Taten und Spuren verwischt haben.

„Ich hatte dir schon mal erzählt, dass mein Vater starb und ich Takatukas Vater auf dem Eiland zurückließ … im Glauben, er habe das Dorf noch verteidigt. Ich wurde mit Takatuka hier ans Ufer gespült und wir haben versucht, uns so gut es ging, durchzuschlagen. Ich glaube, zum Schluss ist uns das auch ganz gut gelungen, dank euch, dank dir … und Sascha und Familie Garcia und Ellie und Ben. Und dann habe ich auch noch Lilly und Miyu kennengelernt.“ Lotta sieht Maryam dankbar lächelnd an: „Das gibt mir immer wieder die Kraft, weiterzumachen.“

Lotta schaut auf die Waffen auf dem Bett: „Es ist aber auch viel Schweres hier. Die Gegend ist nicht ganz ungefährlich und man scheint zu glauben, ich besäße Reichtümer wegen dem großen Haus und sei schutzlos hier als junge Frau mit Kind … Ich kann mich verteidigen, jag‘ sie von dannen mit meinem Besteck, aber eine Nacht … ergings mir schlecht.“ Lotta zieht ihr Hemd etwas hoch, legt den Blick auf die sichtbare halbwegs verheilte Narbe frei. „Die hat mir dieser Terence zugefügt. Lilly hat mich gerettet. Ohne sie wäre ich verloren gewesen. Sie waren zu zweit!“ Lotta lässt die Hand wieder sinken, schaut bedächtig zu Maryma, ob es nicht doch zu viel wird. Nun gut eins noch …

„Mein anderes Problem ist, dass ich vieles hier noch nicht verstehe, mir manches auch mit meiner mangelnden Schulbildung nicht so erschließen kann. Es achtete in der Hinsicht nie jemand auf mich. Ich bin heilfroh, jetzt etwas nachholen zu können. Ich verstehe hier so viele Gepflogenheiten nicht, kenne Familienleben oder wie Sims miteinander hier stehen nicht. Ich hatte dir auf Almas Party von den ganz anderen Sitten Takatukas erzählt. Selbst Kinder werden dort anders groß. Hier habe ich ständig Sorge, nicht gut genug für mein Kind zu sein … Ich konnte mir bisher nicht leisten, sie so zu versorgen wie ich es hier bei anderen sehe. Mein Kind bewacht ein Wolf, wenn ich weggehe.“ Lotta schaut betrübt auf ihre Hände. Wieder einmal regt sich ein schlechtes Gewissen, obwohl der Wolf seine Sache gut macht. Aber Lotta weiß auch, dass das nicht ausreicht.

„Es gab so viel Verwirrendes für mich in letzter Zeit … Das mit Alexa … Sascha, wo ich noch dachte, ich müsste zurück nach Takatuka, dann dieses Bowle und Mia, die ständig versuchte, Alexander von der Party wegzuschleppen - er hält sie für gefährlich – und diese Fotos vom Restaurant auf der Party, wo ich dachte, die Garcias halten mich nachher für eine schreckliche Mutter … Und dann sprach Nael plötzlich von Adoption und Alma auf einmal so drängend von Beziehung mit Nael …. Ich hatte ihr eigentlich nur für ein Treffen mit Mia absagen wollen … und da … und da …“ Ja, da! In Lotta keimt plötzlich ein neuer Gedanke auf. Aber wie hängt das wirklich zusammen?


Lotta schaut Maryama erschrocken an bei der neuen Erkenntnis: „Es geht gar nicht um Nael oder mich … Oder nur zweitrangig! Es geht … um Sascha! Und ich steh‘ … im Weg!“ Lotta wird es mulmig. Mia scheint wirklich unberechenbar zu sein. Hat sie Alma in der Hand?

Lotta lässt Marymas Erklärung dazu nochmal den Kopf passieren: „Du hast also Angst, dass Alma bedroht wird und deshalb versucht hat dich mit Nael zusammen zu bringen? Ich glaube ja ganz was anderes, Lotta. Alma ist doch Spanierin, da gilt die Familie sehr viel und auch heiraten und Kinder haben und so weiter. Nael ist nicht mehr sooo jung und vielleicht hat er mal mit Alma über sowas gesprochen, dass er solche Wünsche hat und Alma, ganz besorgte Schwester hat versucht da was einzufädeln. Sie liebt ihn und möchte ihn glücklich sehen. Bestimmt hat sie gedacht...ihr mögt euch...da könnte doch mehr daraus werden und ist dabei ein wenig übers Ziel hinausgeschossen...hat nicht gemerkt, dass sie dich damit überfordert.“

Nein, nein! Das ist es nicht. Lotta schüttelt den Kopf. „Nein, Maryma, ich w e i s s einfach, das mich und Nael nicht mehr verbindet als Freundschaft. Und mittlerweile habe ich begriffen, dass es nicht wirklich um Adoption ging, sondern wohl nur ausdrücken sollte, ich und meine Tochter gehören zur Familie … Aber in meiner Furcht …“, Lotta holt einmal tief Luft vor diesem Geständnis, „… habe i c h Alma massiv unter Druck gesetzt!“ Sie schaut beredt auf ihr Besteck. „Und sie hat eisern mit ihrer Lüge standgehalten, Nael wolle mehr. Sie hatte sogar noch die Verve, wissen zu wollen, mit wem ich zusammen sei.“ Lotta muss einmal ausatmen und neu Luft holen, weil ihr die Zusammenhänge immer unglaublicher werden …

„Mia wirkte auf der Party so gar nicht amüsiert über die Fotos vom Nachtmahl und dann bin ich ihr zusammen mit Nikolai … Ihr nennt ihn wohl auch Kolja …“, ja, so langsam begreift Lotta das mit den russischen Kosenamen, „… auch ein paar Mal ziemlich in die Parade gefahren. Sie ist wohl sehr wütend auf mich … und … Alma ist ihre Freundin!“ Oh, Alma! Oh, Alma!

Lotta ist leicht verzweifelt: „Weißt du Maryma, ich will doch nur hier ein Leben aufbauen für mich und Takatuka. Aber es ist immer wieder alles so … kompliziert. Wie soll ich das Hannah erklären, wenn ich sie treffe? Mit dir ist mir so leicht. Wir reden und lachen über so harmlose Sachen wie Browneye und ich freue mich über deine Beförderung, deinen Garten und diese Bekanntschaft mit dem älteren Herrn. Es ist einfach so wunderbar und ich versuche auch immer wieder, einfach in einen normalen Alltag einzutauchen, meinen Garten und die Lieferung an Phil zu beschicken und mich auf diese Sache mit der Schule vorzubereiten … allein schon für Takatuka.“

Lotta räumt bedächtig ihr Waffenarsenal wieder zusammen und das kleine weiße Ding. Verstaut alles wieder tief in der Truhe und setzt sich wieder zu Maryama auf das Bett. Traurig ringt sie mit den Händen: „Das Glück ist ein flüchtig‘ Ding. Ich will niemandem im Weg stehen …! Wenn die beiden vielleicht so viel verbindet, dass es Mia so drängt …“ Dann spielt es auch wenig eine Rolle, wenn s i e sie das nächste Mal holen … Nein, Nein Lotta, denk sowas nicht, schilt sie sich selber. Du hast noch dein Kind …


„Ich danke dir Maryama, dass du dich um den Wolf gekümmert hast!“ Vielleicht braucht er sie irgendwann mal wieder. „Vielleicht eins noch. Diese neue Welt … sie hängt mit meiner alten wohl zusammen … und … Takatukas Vater!“ Viel mehr weiß sie auch nicht, außer dieser Erkenntnis, dass sie sich vor ihm hüten muss. Eine neuerliche Gefahr! „Ich möchte nicht dorthin. Es liegt aber nicht allein in meiner Hand! Ich kann dir mehr zurzeit nicht sagen.“ Lottas Blick zur Freundin bittet um Vertrauen und … sich nicht von ihr abzuwenden nach all den Bekenntnissen. Angespannt und besorgt wartet sie die Reaktion Maryamas ab … „Solange ich hier bin … lass uns gemeinsam einfach nur die schönen Dinge wahren und uns an einem sorglosen Alltag freuen.“ Lotta versucht ein aufmunterndes Lächeln. Ihr bleibt nichts anderes übrig, um jeden Tag neu für sich und die Tochter aufstehen zu können. Gefahren und Trauer melden sich schon immer wieder ganz von allein. Die schönen Dinge muss sie aktiv angehen. „Lass uns einfach mal irgendwann wieder Tanzen gehen und lachen oder was immer uns beliebt!“ Ja, der Gedanke allein belebt schon. Ihr Lächeln wird freier … auch wenn Wehmut darunter schwebt. Für sich und die Tochter muss sie leben und versuchen, fröhlich zu sein.


"Ich will mit nichts mehr den Tag sonst heut' beschweren! Wann nehmen wir uns für Lilly Zeit? Sie spielt so wunderbar Klavier." Ja, da ist Lotta ihrer Tochter ähnlich ... Einfach ... weitermachen! "Ach, bevor ich's vergess'. Ellie und Ben stellen Hannah und mir die Kamrads und Emma und ... wie ein Kindergarten funktioniert vor. Ist das nicht schön? Ein Garten voller Kinder!", schließt sie leutselig, lächelt Maryama an.


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14.04.2023 08:39 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 01:46)
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Die Welt ist für mich ein gefährlicher Ort … immer wieder, Maryama. Ich denke in dem einen Moment, ich kann einfach nur glücklich sein, aber irgendetwas bricht immer wieder ein. Ich durchwandere Welten, die unterschiedlicher nicht sein können und die ich immer erst begreifen lernen muss … auch hier! Manchmal sind es nur Missverständlichkeiten, manchmal aber auch reale Bedrohungen. Manches beginne ich selber erst langsam zu verstehen ... Ich habe gelernt, mich halbwegs zu verteidigen. Ich will dir was zeigen. Komm …!“

Lotta nimmt Maryama mit ins Haus und lotst sie die Treppe hinauf in den ersten Stock des Hauses.
Da bin ich jetzt aber mal gespannt.“ Maryama folgt ihr und wundert sich: „Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten?“
Lotta beginnt in einer großen Holztruhe mit schweren Beschlägen zu kramen. Schließlich legt sie eine Auswahl an Klingenwaffen auf das Bett und beide setzen sich.
Maryama kennt sich nicht aus mit sowas, aber sie sehen alle scharf und ziemlich gefährlich aus.
Überrascht blickt sie auf und will zu einer Frage ansetzen als Lotta auch schon weiter redet.
Sie erzählt von ihrer Kindheit in Schweden, den Kräften, der Insel Takatuka und ihrem Vater , wie und warum sie mit Waffen umgehen gelernt hat und wie sie schließlich mit Takatuka hier angeschwemmt wurde.
Maryama hat zu tun diese ganze Informationsflut zu verdauen. Das sind Seiten an Lotta, die sie niemals vermutet hätte. Ihre oft so zart wirkende Freundin ist ein wahrer Powerpack.
Mein Gott, Lotta , was du alles durchmachen musstest. Dein Leben klingt wie eine Mischung aus allen mögliche Abenteuerfilmen, die ich so kenne...und doch ist das alles ernst. Du hattest mir ja schon ein wenig erzählt, aber dass du so um dein Leben und deine Lieben kämpfen musstest...“
Aber sie hat gekämpft und niemanden im Stich gelassen...“
Lotta fährt fort zu erzählen:
Es ist aber auch viel Schweres hier. Die Gegend ist nicht ganz ungefährlich und man scheint zu glauben, ich besäße Reichtümer wegen dem großen Haus und sei schutzlos hier als junge Frau mit Kind … Ich kann mich verteidigen, jag‘ sie von dannen mit meinem Besteck, aber eine Nacht … ergings mir schlecht.“ Lotta zieht ihr Hemd etwas hoch, legt den Blick auf die sichtbare halbwegs verheilte Narbe frei.Die hat mir dieser Terence zugefügt. Lilly hat mich gerettet. Ohne sie wäre ich verloren gewesen. Sie waren zu zweit!“



Liebe Güte, Lotta!“ Zart streicht Maryama ihr über die frisch verheilte Wunde. „Wieder dieser Terence!“ Der ist gefährlicher als ich angenommen habe.“
Aber...aber warum um alles in der Welt hast du mir denn nicht Bescheid gesagt? Ich hätte dir doch helfen können...wie bist du nur zurecht gekommen mit allem hier, mit so einer Verletzung? Hast du wenigstens Sascha geholt um dir beizustehen?“
Sie sieht Lotta ernst an.
So jetzt hör mir mal genau zu. Man kann nicht immer nur von Freundschaft reden, man muss sie auch leben. Freunde sind dazu da, einem beizustehen in schweren Zeiten und ich wünsche mir für die Zukunft, dass du dich meldest, wenn du in Schwierigkeiten bist...einfach sagen, Maryama , bei mir klemmt's aus dem und dem Grund und ich bin da. Okay? Alles andere macht mir ein ganz schlechtes Gefühl...“
Sie schaut die Freundin an, streicht nochmal zärtlich über die Narbe und beendet ihre Bitte: So etwas darf nie mehr passieren, Gott sei Dank war Lilly vor Ort...sie war quasi dein „Schutzflederengel“. Sie lächelt Lotta zu.
Ich erzähl dir jetzt auch noch was zu diesem Terence.“
In wenigen Sätzen fasst sie zusammen, was ihr Elani über ihren Exmann erzählt hat und überlegt dann:
Weißt du was...vielleicht ist das ganz nützlich, dass du mit diesen Dingern hier“ sie nickt Richtung Waffen „ umgehen kannst. Du könntest mir im Garten mal ein paar Lektionen erteilen, falls sich dieser Terence in unserer Gegend wieder mal blicken lässt. Das ersetzt zwar keine Alarmanlage, aber um ein wenig Zeit zu gewinnen ist es sicher nützlich.
Mach dir jetzt aber nicht zu viel Sorgen bitte, bei Elani wohnt zur Zeit ihr Cousin, es ist also ein Mann in ihrer und meiner Nähe, der zur Hilfe geholt werden könnte.“

Lotta spricht weiter über ihre Sorgen wegen ihrer mangelnden Schulbildung, ob sie Takatuka eine gute Mutter ist...

Maryama legt einen Arm um Lottas Schultern und tröstet: „Du bist die tapferste Frau, die ich bisher in meinem Leben getroffen habe und ich habe großen Respekt vor allem was du geleistet hast. “

... und wieder über die Sorge wegen dem Vorfall mit Alma...

Wie massiv hat sie Alma denn bedroht? Wenn es richtig schlimm gewesen wäre, hätte Alma doch sicher tatsächlich die Polizei gerufen.“
Maryama lässt unauffällig ihren Blick über die Waffenansammlung auf dem Bett gleiten.
"Klar, angenehm war das bestimmt nicht...Lotta, ganz verteidigende Löwenmama mit so einem Säbel in der Hand...arme Alma...was auch immer sie bewogen hat, Lotta die Geschichte mit Nael aufzutischen.“
Nein, Maryma, ich w e i s s einfach, das mich und Nael nicht mehr verbindet als Freundschaft.
Lotta erklärt weiter, warum sie Mia für verdächtig hält und glaubt, dass Alma von ihr dazu verleitet wurde.
Maryama seufzt. Sie selbst glaubt nicht an diese Verschwörungstheorie, wenn sie auch nachvollziehbar klingt. Aber warum sollte Mia so einen Aufwand betreiben?
In Maryamas Welt werden Dinge klar ausgesprochen und geregelt...für all diese Winkelzüge und Verwirrungen, die ihr Lotta da präsentiert, fehlt ihr etwas der Sinn und als diese mit dem Satz:
Das Glück ist ein flüchtig‘ Ding. Ich will niemandem im Weg stehen …! Wenn die beiden vielleicht so viel verbindet, dass es Mia so drängt …“
ihre Ausführungen beendet, antwortet sie wahrheitsgemäß:
Ich weiß ja nicht, Lotta. Es klingt alles recht plausibel, was du da sagst, aber wir wissen eben nicht sicher, ob da was dran ist.
Hast du denn schon wieder vergessen was du mir selbst gerade gesagt hast? Sascha hält Mia für gefährlich, hast du gesagt. Also verbindet die beiden wohl nicht allzu viel, eher nichts ...und wenn er sie so einschätzt wird er sich sicher darum kümmern, dass die Dinge aufgeklärt werden. Wenn er mit ihr spricht, wird er auch herausfinden, ob und wie Alma darin verwickelt ist. Ich schlage vor, wir lassen ihn mal machen und warten auf Rückmeldung, bevor wir uns blind in irgendwelche Aktionen stürzen, okay? “
----
Nach einer kurzen Pause setzt Lotta nochmal an:
Vielleicht eins noch. Diese neue Welt … sie hängt mit meiner alten wohl zusammen … und … Takatukas Vater!“ „Ich möchte nicht dorthin. Es liegt aber nicht allein in meiner Hand! Ich kann dir mehr zurzeit nicht sagen.“
Maryama schaut Lotta an, schweigt eine Weile und sagt dann:
Weißt du, es hat mir schon Angst gemacht, dich so verschwinden zu sehen....aber ich vertraue dir jetzt einfach...nur...bitte erzähl mir , wenn du glaubst die Zeit ist gekommen, ja? Ich möchte nicht, dass dir etwas zustößt, nur weil du nicht mit jemandem darüber geredet hast. Pass gut auf dich auf...und sei keine Einzelkämpferin, wenn es nicht sein muss.“

Was alle anderen Sorgen der Freundin angeht, denkt Maryama mal wieder ziemlich praktisch:
Hörst du dir eigentlich manchmal selber zu, Lotta? Was du mir hier aufzählst...all deine Aufgaben, die es zu erledigen gilt, um Takatuka gut versorgen zu können und deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Jetzt wirst du sogar noch Unterricht geben dürfen und anderen Kindern und Jugendlichen ein Vorbild sein. Das ist sehr, sehr viel Arbeit...Kräfte hin oder her...und du boxt dich da ganz allein durch. Das musst du nicht. Melde dich, wenn du in Zeitdruck kommst, wenn ich dir etwas helfen kann im Garten oder am Haus, ich kann vorbei kommen und euch auf Vorrat etwas kochen oder Früchte ernten und verpacken...was auch immer. Wäre das ein Angebot? Ich hab doch flexible Arbeitszeiten, kann von zu Hause aus arbeiten, wenn ich möchte. Wenn du weißt an welchen Tagen du Sportunterricht gibst, komm ich und koche für uns alle.
Und wenn es mal eng wird mit der Lieferung für Phil, helfe ich ernten und Säfte sprudeln, ist doch kein Problem.“

Lotta kann schon wieder lächeln.
Lass uns einfach mal irgendwann wieder Tanzen gehen und lachen oder was immer uns beliebt!“
Maryama schmunzelt. Endlich wieder eine Portion Optimismus.
Das ist doch mal die richtige Einstellung! Genau das werden wir tun, Lotta.“ Sie drückt die Freundin und ergänzt: „ Tanzen bis die Sohlen rauchen.“ Sie zwinkert Lotta zu.



Maryama erhebt sich vom Bett, zieht Lotta mit hoch und sagt: „Ich muss jetzt aber mal wieder Richtung Heimat aufbrechen, es ist so heiß zur Zeit, da muss ich öfter nach den Pflanzen im Garten sehen.“
Lotta nickt.
"Ich will mit nichts mehr den Tag sonst heut' beschweren! Wann nehmen wir uns für Lilly Zeit? Sie spielt so wunderbar Klavier."
Maryama erschrickt.
Oh, das hätte ich jetzt fast vergessen. Hm..melde doch du dich, wann es für dich passt. Ich habe weniger Termine in der nächsten Zeit als du und kann mich deinem Zeitplan anpassen.
So schnell wie möglich finde ich.“
Ich bin Lilly für ihre Hilfe wirklich dankbar und würde ihr das auch gerne selbst noch sagen.“ denkt Maryama bei sich.

Da fällt Lotta nochmal etwas ein:
"Ach, bevor ich's vergess'. Ellie und Ben stellen Hannah und mir die Kamrads und Emma und ... wie ein Kindergarten funktioniert vor. Ist das nicht schön? Ein Garten voller Kinder!",
Maryama lacht. Lotta kann so drollig sein. „Das klingt toll, Lotta. Und sicher hat der Kindergarten eine Garten voller Kinder...und Takatuka bald mittendrin. Das wird ihr gut tun, wenn sie jeden Tag mit vielen Gleichalterigen zusammen spielen und herumtollen kann. Wirst sehen. Und dir tut's auch gut, wenn sie glücklich ist. Du bist eine ganz wunderbare Mutter.
Sie umarmt die Freundin liebevoll.
Ich melde mich Lotta, halt die Ohren steif und glaube immer daran, dass alles seinen Sinn hat was passsiert und es immer weiter geht. Wir schaffen das...zusammen. „

Maryama macht sich mit vielen Gedanken im Kopf auf den Heimweg nach Brindleton Bay


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14.04.2023 08:43 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 01:47)
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Maryama hat sich nach langem Gespräch und Austausch verabschiedet, um wieder ihren Garten bei dem heißen Wetter zu bestellen - nachdem sie sich rückversichert hat, dass Lottas Haushalt wieder wohlauf ist. Lotta hat viel erzählt und die gute Freundin ihr viel zu Denken aufgegeben, was Lotta jetzt noch etwas nachgeht bei einer Tasse Tee, bevor sie zum Treffen mit Hannah aufbricht:


„Mein Gott, Lotta , was du alles durchmachen musstest. Dein Leben klingt wie eine Mischung aus allen mögliche Abenteuerfilmen, die ich so kenne...und doch ist das alles ernst. Du hattest mir ja schon ein wenig erzählt, aber dass du so um dein Leben und deine Lieben kämpfen musstest...“ Maryma schien entsetzt, fast ungläubig über Lottas Leben. Ja, irgendwer sagte Lotta schon mal, allein ihre Kindheit wirke wie in drei, vier Büchern aufgeschrieben und vor Jahrzehnten verfilmt. Und wenn Lotta mal so richtig Mußestunden hat und Atem schöpfen kann, beschleicht sie zuweilen das merkwürdige, merkwürdige Gefühl, irgendwas da draußen steure ihre Handlungen … mit unklarem Ziel! Mhm! Was, wenn sie nur, eine niedergeschriebene Geschichte wäre … und es nicht wüsste. Da könnte man Stunden um Stunden drüber nachgrübeln …

Na gut, was gab ihr Maryma noch als Rat mit auf den Weg …? Oouh, das war schon fast ‘ne Ansage als Lotta ihr die von Terence zugefügte Wunde zeigte. Maryma strich zart drüber und dann schalt sie Lotta: „Aber...aber warum um alles in der Welt hast du mir denn nicht Bescheid gesagt? Ich hätte dir doch helfen können...wie bist du nur zurecht gekommen mit allem hier, mit so einer Verletzung? Hast du wenigstens Sascha geholt um dir beizustehen?“

Maryama guckte ganz schön ernst:
„So jetzt hör mir mal genau zu. Man kann nicht immer nur von Freundschaft reden, man muss sie auch leben. Freunde sind dazu da, einem beizustehen in schweren Zeiten und ich wünsche mir für die Zukunft, dass du dich meldest, wenn du in Schwierigkeiten bist...“ Öhm, Lotta hatte bis dato ja noch niemandem von ihren Waffen erzählt gehabt. Ja das wäre nett gekommen: ‚Ach du, hab‘ mich neulich beim Kampf mit dem Rapier nahezu tödlich verletzt …‘ Äh, ja! Aber deswegen ist es ja jetzt ganz gut, dass Maryama Bescheid weiß … und gar nicht über Lottas Fertigkeiten schockiert ist. Jetzt kann sich Lotta leichteren Herzens bei der Freundin melden. Maryama zeigte sogar Interesse, die Kunst zu erlernen – wegen Terence. Jaaa, das ließe sich machen. Vielleicht sollten sie gleich diese Elani, diese Nachbarin dazu holen. Die hatte ja ein scheußliches Exemplar an Mann mit diesem Wüstling … Und was hattest du, fragt sich Lotta plötzlich. Ein Traumgespinnst? Verdrängen! Zum Glück scheint sich diese Elani wie auch Maryma mit einem männlichen Verwandten der Nachbarin sicherer zu fühlen.

Mhm, Maryama wollte wissen, ob sie Sascha zu Hilfe geholt hatte. Mhm. Äh, öh, nö, der weiß, das alles doch gar nicht. Lotta sieht ein bisschen schief zur Freundin hoch. Hähm, wie gut sind die befreundet? Weiß er alles in Kürze, was Maryama weiß? Ääääh, ja, das wäre auch noch spannend zu erfahren was Sascha von einer Lotta hält, die Rapiere zu schwingen weiß, aber bei einem Schluck Alkohol gleich nahezu unterm Tisch liegt. Sie wäre eine schlechte Piratin gewesen, wenn sie diesen Weg je in Erwägung gezogen hätte. Mae dagegen war richtig trinkfest.

Maryma gab Lotta noch zu Bedenken, dass Alexander sich um die Angelegenheit mit Mia und Alma kümmern sollte: „… Hast du denn schon wieder vergessen was du mir selbst gerade gesagt hast? Sascha hält Mia für gefährlich, hast du gesagt. Also verbindet die beiden wohl nicht allzu viel, eher nichts ...und wenn er sie so einschätzt wird er sich sicher darum kümmern, dass die Dinge aufgeklärt werden. Wenn er mit ihr spricht, wird er auch herausfinden, ob und wie Alma darin verwickelt ist. Ich schlage vor, wir lassen ihn mal machen und warten auf Rückmeldung, bevor wir uns blind in irgendwelche Aktionen stürzen, okay?“ Ja, ja, ja, bitte! Lotta nickte eifrig mit dem Kopf. Sie will sich da nicht wieder einmischen. Das war einfach zu furchtbar. Hat Lotta richtig Angst gemacht, so dass sie zum Schluss geflohen ist … Soll lieber Sascha regeln. Ja, ganz bestimmt. Lotta durchlaufen leichte Schauder. Irgendwie war das gaaanz gruselig.
Aber …, was ist mit Hannah? Lotta kann doch nicht einfach so tun, als wenn nichts gewesen wäre …


Maryama mahnte auch wegen dem ‚Verschwinden‘ in fremde Welten Lotta nochmal eindringlich, sich Hilfe zu holen und keine Einzelkämpferin zu sein. Ja, das würde sie gerne …, wenn sie noch die Zeit dazu bekäme …. Wenn! Dieses plötzliche Auflösen hatte Maryama Angst gemacht. Oh jaa, Lotta auch! Beide Male!

Und dann schalt die Freundin Lotta noch eine Närrin, lobte aber gleichzeitig ihre Tapferkeit: „Hörst du dir eigentlich manchmal selber zu, Lotta? Was du mir hier aufzählst...all deine Aufgaben, die es zu erledigen gilt, um Takatuka gut versorgen zu können und deinen Lebensunterhalt zu verdienen. […]. Das ist sehr, sehr viel Arbeit...Kräfte hin oder her...und du boxt dich da ganz allein durch. Das musst du nicht. …“ Maryama bot an allen Ecken und Enden Hilfen an. Vom Kochen bis Ernten und, und, und … Lotta lächelte Maryama selig an. Das Kochen wäre fein. Sie könnten zusammen essen. Das wäre irgendwie auch unterhaltsamer als immer nur mit Takatuka allein zu essen. Und bei der Mithilfe der Lieferung an Phil, würde Lotta Maryama natürlich am Gewinn beteiligen, so wie sie es auch Alexander angeboten hätte: „Ich glaub, Phil kann mehr Früchte gebrauchen als ich ernten und liefern kann. Willst du vielleicht auch Früchte von dir anbieten - als Nebenverdients? Wir könnten ja … eine Ko … Ko … bra …olive bilden, oder so ähnlich.“ Da hatte Lotta mal wieder was beim Filmset aufgeschnappt. Mhm! Oh, wird sie demnächst gebildet sein, wenn sie erst mal Schreiben und Lesen kann …

Zum Schluss fanden die beiden Freundinnen wieder zu einiger Unbeschwertheit zurück, versprachen sich, mal wieder die Tanzsohle krachen zu lassen und Lilly so schnell wie möglich für die Fensterreparatur und ein wunderbares Klavierspiel zu besuchen. Maryama freute sich aufrichtig, dass Takatuka vielleicht einen Platz in einem Garten voller Kinder bekäme: „Das wird ihr gut tun, wenn sie jeden Tag mit vielen Gleichalterigen zusammen spielen und herumtollen kann. Wirst sehen. Und dir tut's auch gut, wenn sie glücklich ist. Du bist eine ganz wunderbare Mutter.“ Lotta wurde so leicht ums Herz ob dieses Lobes und als die Freundin sie dabei auch noch liebevoll umarmte.

„Ich melde mich Lotta, halt die Ohren steif und glaube immer daran, dass alles seinen Sinn hat was passsiert und es immer weiter geht. Wir schaffen das...zusammen.“, waren Maryamas letzte Worte und Lotta dachte: Ja, wir beide schaffen das! Und war so froh.

Jetzt muss sie nur noch sehen … wie andere das sehen!


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14.04.2023 09:39 (zuletzt bearbeitet: 20.04.2023 13:34)
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Lotta - letzter Post

Jetzt wo Takatuka bei Hannah ist, verweilt der Wolf mehr in Lottas Nähe. Lotta möchte, dass er jetzt am späten Abend draußen im Garten wacht, damit keine Nachschatten sich nähern. Sie möchte den bestmöglichen Schutz für ihre Experimente … Sonst geht er erst um Mitternacht. Er weigert sich anfangs, will nicht gehen. Es ist zu früh und kein Kind da, dass er sonst bewacht. Es ist eben … kein Hund. Lotta versucht, mit ausgiebigen Kraulen und Schmusen Böser zu bewegen. Das tut ihr auch selber gut, etwas knuddeln und herzen zu können. Zum Schluss umfasst sie ihn nur ruhig, den Kopf auf des Wolfes Nacken gebettet. Nun ist er bereit. Sie lösen sich voneinander. Er beginnt seine Patrouille.


Vor Lotta stehen diese verschiedenfarbigen Fläschchen aus dem Shopping Distrikt. Mit welchem soll sie starten? Für ihren Bedarf reicht das, um fröhlich das ganze nächste Jahr zu begehen. Sie hat keine Ahnung wie stark die Prozente ausfallen. Sie hat aber auch nicht gefragt …, weil sie eben auch keine Ahnung hat, dass es außer Farbe und Geschmack Unterschiede gibt. Mhm! Grün? Oder doch lieber Rot? Orange ist so hübsch! Das Schönste immer zuletzt. Lotta schließt die Augen, fuchtelt blind mit der Hand nach einem der Fläschchen … Grün! Die anderen Fläschchen verstaut sie im Schrank. Lotta begibt sich nach oben. Sollt sie schon Schlafzeug anziehen oder lieber in vollen Klamotten bleiben? Ach, lieber alles anbehalten!


Aufs Bett legen oder auf die Couch setzen? Direkt dran nippen oder lieber mit Saft verdünnen? Es gibt so viel zu bedenken. Nur eins bedenkt sie nicht mehr: Lass es sein. Du verträgst nicht mal Wein! Sie möchte sich einfach mal wieder sorglos fühlen, alles Dunkle und Traurige wegdrängen können. Lotta entscheidet sich für die Couch … Mhm, erstmal Fernseher an. Jetzt traut sie sich doch noch nicht so … ans Grüne. Blöde Geschichte … weiterzappen. Jugend und Alkohol, Ops, den Beitrag nicht … Die richtige Zucht und Ernte von Begonien, Mhm … Pirates Pipe, och nee … Irrungen und Wirrungen, Lieben und Leiden von Irren, puh harter Stoff, zu gruselig … Teletubbies? Winke, winke …? Äh, Lotta hatte aber noch nichts von dem Grünen, ach weiter. Musiksender, ok.


Lotta öffnet die Flasche. Auf Ex und Hopp … nippen? Mal dran riechen? Die Musik erzeugt Schwingungen. Lotta schwingt mit. Sie schnuppert am Fläschchen. Unverkennbar. Hoffentlich nicht gleich ganz weg! Zunge reinstecken oder Lippen benetzen? Wieder Fragen über Fragen. Lotta holt tief Luft, benetzt eine Fingerspitze und stellt die Flasche beiseite, damit sie ihr nicht gleich aus der Hand fällt. Jetzt los! Sie führt den Finger an die Lippen, verharrt dann doch noch Sekunden der Entscheidung davor. Jetzt los!


Sie schiebt den Finger in den Mund, saugt daran. Huuuuuhhh. Wärme kriecht durch ihren Körper, gleichzeitig setzt eine leichte Schwäche und Benommenheit ein. Hihi. Kribbelig … Lotta rutscht etwas tiefer auf der Couch, lächelt den Fernseher an. Zappt. Winke, winke. Sind die süß. So ein Tropfen schießt sie nicht vollkommen ab … und das Leben ist nicht mehr so fies. Lotta giggelt sich eins. Sie hat zu Irrungen und Wirrungen zurückgezappt. Brüllend komisch das Ganze. Da drüben steht ihr Bett. Drauf zu liegen wär‘ jetzt nett ... Lotta lässt sich von der Couch gleiten. Auf Knien kommt man auch ganz gut vorwärts … Sie lacht. Hach, ist das Leben schön.



Was steht denn da für eine Flasche am Boden? Ist die schön grün! Mitnehm‘. Sie packt die Flasche und krabbelt weiter, zieht sich am Bettrand hoch. Die Flasche rutsch dabei aus der Hand. Sie hat sich endlich soweit auf dem Bett vorwärtsgerobbt, dass sie nicht halb daneben liegt. Ach, ist das schön bequem und sooo viel Platz. Sie liegt jetzt einmal quer, lächelt mit ausgebreiteten Armen und Beinen die Decke an. Mhm, is‘ die wunnerschön.


Issas warm … Schuhuhe auszieh‘n …






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