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San Myshuno Nr. 8 - Villa Långstrump
Lotta sitzt hier und … Alexander … so fern dort! Wieder hat sich eine Distanz eingeschlichen. „Hab‘ ich etwas Falsches gesagt oder getan?“ fragt Lotta vorsichtig und sieht Alexander unsicher an. 
"Nein." Hatte er so entschieden gesagt und sie dabei so fest angeblickt, dass sie kurz erschrocken zusammengefahren war. Er hatte zwar noch eine Begründung hinterhergeschoben … "Irgendwas stimmt nicht und ich will nicht dass dir etwas passiert. Wenn sie fähig ist eine ganze Party ohne Wimpernzucken zu vergiften, dann ..." Alexander sah sie eindringlich an. "Halt dich besser fern von ihr... bitte." Das meinte er wohl vollkommen ernst, aber Lotta ist sich nicht sicher, ob die mögliche Gefahr wirklich der Grund ist, dass Alexander ihre Hilfe so zurückweist. Schon vorher hatte sie eine leichte Veränderung gespürt, als sie sich an ihn gekuschelt hatte. Er war irgendwie etwas erstarrt. Bei was? Sie versucht sich in Erinnerung zu rufen, was gesagt und gesprochen wurde … 
Irgendwie hatte seine Mimik ihr doch anfangs vermittelt ihm zu vertrauen, und das hatte sie getan und so viel von sich erzählt, was man an einem Abend erzählen kann. Aber war das richtig gewesen in dieser Welt von Maskeraden und Scharaden? Hätte sie es besser nicht tun sollen? Sie wird natürlich nicht mehr fragen, ob er bei der Lieferung helfen möchte, wenn er seinerseits ihr Hilfe so vehement ablehnt. Es ist wohl besser, auch in anderer Hinsicht seine Hilfe nicht mehr zu erbitten. Wie gut, dass sie bald Lesen und Schreiben kann. Es wäre ihr arg, immer nur einseitig seine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie hatte ihm gesagt, dass i h r Leben nicht ungefährlich ist, um i h n zu warnen und schützen und jetzt sagt e r ihr, dass s i e sich wegen Mia nicht in Gefahr begeben soll? Das passt irgendwas nicht zusammen!
Was weiß sie eigentlich über Alexander? Was hatte er ihr denn von sich vermittelt? "Kein Gefecht." hatte er gesagt auf die Frage nach der Narbe. "Als Teenager hat jemand mit einem Gürtel nach mir geschlagen. Er wollte mich verjagen." Alexander zuckte die Schultern. "Aber wäre ich gegangen, hätte er meine kleine Schwester getroffen." Er hob einen Mundwinkel. "Manche Russen haben ein... ausserordentliches... Temperament." Alexander grinst beim letzten Satz. Die Schwester! Was hat es damit eigentlich wirklich auf sich?
Er sei kein Anzugtyp, hatte er versichert. "Ach der Anzug..." wieder grinste er. "Vergiss es. Bin sowieso nicht der Typ dafür." Was sagt das über jemanden aus? Nicht viel!
"Ich braue das Zeug nicht selbst." hatte er amüsiert erklärt auf Lottas Feststellung, dass er Alkohol mixe und sie ihn nicht vertrage. "Ich teile nur aus." Kurz überlegte er noch und fuhr fort. "Es ist sowieso nicht gut zu viel davon zu trinken... Ich habe schon oft gesehen was es mit den Sims macht." Das hat Lotta auch oft gesehen, wenn sich die Piraten beschickerten. Darauf sollte ja ihre Verteidigungsstrategie für die Rückeroberung Takatukas beruhen … Was würde eigentlich passieren, wenn er … und sie dann …? Ach weiter… über was wurde noch gesprochen?
Auf ihre Erzählungen hin wie sie von Takatuka floh, wer starb und wer zurückblieb hatte er … n i c h t s gesagt. Auch zu den Gefahren an den Docks, die sie beschrieb … n i c h t s, … fällt ihr jetzt auf. Und danach hatte er gewissermaßen ihre Hilfe so vehement abgewiesen … Dabei ist Mia nicht mehr allein seine Sache! Wenn sie so gefährlich ist, wie Alexander meint, dann macht sich Lotta auch Sorge um Familie Garcia, um Alma. Diese Familie ist ihr ans Herz gewachsen. Sie wird nach ihnen schauen. Lotta wird sich jetzt erst recht mit Mia und Alma treffen … Dann wird man weitersehen!
„Ich werde wohl noch vieles falsch machen und Falsches sagen … in dieser Welt.“ Lotta blickt betrübt auf ihre wieder im Schoß gefalteten Händen als sie ihre Worte an Alexander richtet. „Wenn ich etwas Falsches gesagt oder getan haben sollte, dann sag‘ es mir einfach.“ Sie blickt hoch: „Vieles von mir wird noch unverständlich sein und auch ich verstehe noch längst nicht alles vom Leben hier, weiß nicht alles, was dich ausmacht oder was dich zu Beispiel zur Suche nach deiner Schwester antreibt. Und trotzdem … Ich mag dich. Ich kann‘s nicht ändern.“
Sie seufzt etwas resigniert. „Ich hatte mich sehr gefreut, dich heute Abend wiederzusehen. Und ich hatte dir gesagt, dass ich dich nicht einfach wieder früh am Morgen aus dem Haus schicken werde.“ Lotta hält einen Moment inne: “Es war ein langer Abend. Es lässt sich ein Leben nicht an einem Stück erzählen oder verständlich erklären. Vielleicht sollte ich mich bald zur Ruhe begeben … Morgen ist auch noch ein Tag.“ Der nächste Satz fällt ihr unendlich schwer: „Möchtest du bleiben …“ Ihre Stimme wird tonlos, der Blick hoffnungslos leer „… oder lieber gehen?“
Vertrauen ist so eine Sache. Worauf kann sie noch vertrauen? Kann sie ihren Augen trauen? W a s hatte sie wirklich gesehen …? Zuletzt … in der Hütte des Häuptlings? Lotta gefriert das Blut langsam in den Adern … Nein, nein! Der Gedanke ist zu ungeheuerlich! N ... e ... i ... n!!!
J e t z t hätte sie gerne eine Buddel voll Rum!
Charakter: Alexander
Geschichtsstrang: Nachwehen
Verständnislos blickt er Lotta an. „Es hört sich eher an als hätte ich etwas falsches gesagt.“ gibt er zurück. Sie ist schon wieder so... betrübt? Warum? Wo sie doch grade noch so vergnügt war. Er will doch nur das Beste für sie! „Tja, hast es mal wieder geschafft.“ Der Kater legt den üblichen Sarkasmus auf. „Na los! Geh heim! Gib auf! Wie du es immer tust du Gewohnheitstier!“ Alexander will nicht. Wenn er jetzt geht wird das nächste zusammentreffen wieder so... schwierig. Er kann sie nicht so verlassen auch wenn sie klingt als wäre es ihr lieber. Seine Gesichtszüge werden weicher. „Hey... Lotta... Lotta hör mir zu.“ sie schaut hoffnungslos vor sich hin. Weil sie den Blick nicht hebt, kniet er sich vor sie um ihr ins Gesicht zu sehen. Er nimmt ihre verknoteten Hände. „Du hast nichts falsches gesagt. Es tut mir Leid. Soll ich dir sagen was ich wirklich denke?“ Alexander wird ein wenig nervös. Selten bis nie erzählt er was in seinem Kopf vor geht. Meistens sind es nur Bruchstücke davon. Das weiss Maryama am besten. Das liegt nicht daran, dass er seinem Gegenüber nicht traut. Es ist schwer sie in Worte zu fassen, wenn diese Gedanken so flüchtig sind. Aber wenn ihm Lotta wirklich wichtig ist, jetzt in diesem Moment... dann muss er das tun. Hoffentlich findet der Ungeübte die richtigen Worte. 
„Du hast Recht. Ich kann dir nicht mein ganzes Leben an einem Abend erzählen. Aber ich habe nirgendwo, in all den Orten jemanden wie dich gefunden. Du stachst mir sofort ins Auge. Vom ersten Moment an in der Jazz Bar. Ich weiss nicht ob es daran liegt, dass du von dieser wundersamen Insel kommst, aber deine Ausstrahlung ist... du bist wunderschön. Weisst du wie froh ich war, als sich herausstellte, dass Maryama dich kennt? Ich bin, genau wie du, neu hier. Ich habe viel gesehen, viel erlebt auf dem Weg hierher. Es tut mir unendlich Leid was du erleben musstest in deiner Heimat... ich bin nicht besonders gut darin die richtigen Worte dafür zu finden....
Der einzige Antrieb den ich hatte war Irina auch wenn ich verdammt nochmal weiss, dass es vermutlich unsinnig ist. Vielleicht wollte ich auch einfach nur fort von zu Hause..... … …. …. …. … … … und jetzt bin ich hier. Und du bist hier. Genau jetzt!
Du schaffst es mich aus meinen dunkelsten Stunden ans Licht zu tragen. Du bist mutig und klug. Schei ss auf Lesen und Schreiben! Sie dir an was du dir aufgebaut hast, einfach so! Und so schnell. Du sorgst für die Kleine, für täglich Essen auf dem Tisch, du arbeitest, du kümmerst dich um dich, deine Freunde. Du lernst bald lesen und schreiben und unterrichtest sogar selbst! Du hast so viel geschafft, allein hier. Und jetzt hast du entschieden zu bleiben...“
Jetzt kommt der schwierige Teil. Alexander setzt sich ihr gegenüber hin. Sieht sie weiter an, versucht stark zu bleiben. 
„Du bist sehr viel weiter als ich. Ich habe eine Menge Dinge vor mir her geschoben, eine Menge Dinge verdrängt und meine Ausrede ist immer die selbe. Irina. Wegen ihr bin ich nirgendwo geblieben, wegen ihr musste ich keine Wurzeln schlagen. Ich dachte es wäre eine Jagd, aber eigentlich ist es eine Flucht.“ Wow... dieser Erkenntnis einmal laut auszusprechen, raubt ihm fast den Atem. „Aber sie hat mich heute Nacht auch dazu veranlasst raus zu gehen, und hier her geführt, dahin wo du noch wach lagst und mich bemerken konntest. Glaubst ihr auf eurer Insel an etwas wie... Schicksal?
Und ich will verdammt sein wenn du jetzt in Gefahr gerätst, wenn ich es doch verhindern könnte. Ich kann dir nicht verbieten wegen Mia etwas zu unternehmen... du bist.... frei. Aber bitte unternimm nichts auf eigene Faust... du sagst, die Gegend hier sei gefährlich und ich wünschte ich könnte das ändern aber das kann ich nicht. Ich mache mir Sorgen um dich wenn du mir sowas erzählst... am liebsten würde ich dich Tag und Nacht beschützen, wie dein Wolf....“ Alexander geht wieder auf ein Knie und ihre Wange zu berühren, ihren Kopf anzuheben, ihr ihn die Augen zu schauen. Hat er jetzt zu viel gesagt? So viel Angriffsfläche. Er fühlt sich unwohl dabei, gleichzeitig hat es etwas befreiendes. Er legt die Stirn an ihre. „Du bist mir wichtig Lotta...“
Alexanders Blick huscht zum Kater der dort sitzt und ihn anschaut.
Er schweigt...
Nach dem er sie kurz in die Arme gezogen hat, steht er auf. Er sieht Lotta an. Er deutet das Schweigen des Katers positiv. „Ich will ganz ehrlich zu dir sein.“ sagt er. „Ich will nicht gehn. Ich will nicht weg von dir, wo du mir hier doch das Gefühl gibst das da Licht am Ende das Tunnels ist. Ich will nicht ‚nur Freunde’. Aber ich verstehe dass vertrauen und kennen lernen Zeit braucht. Du musst mich nicht bleiben lassen wenn dein Gefühl dir etwas anderes sagt.“
„Es hört sich eher an als hätte ich etwas falsches gesagt.“ Alexander spricht Lotta an. „Hey... Lotta... Lotta hör mir zu.“ Er scheint bei ihr durchdringen zu wollen. Sie hört ihn langsam, kann sich aber nicht bewegen. Eine Schockstarre hält sie fest. Sie kann sich nicht bewegen, den Kopf nicht heben. Sie spürt, wie er ihre Hände in seine nimmt. Wärme überträgt sich. Ihr gefrorenes Blut beginnt leicht wieder zu fließen. „Du hast nichts falsches gesagt. Es tut mir Leid. Soll ich dir sagen was ich wirklich denke?“ Nein, nein. Du hast nicht Falsches gesagt. Du hattest n i c h t s gesagt. Aber gerade das Nichts hat sie bewogen, die Bilder jetzt nochmal und nochmal passieren zu lassen, was falsch gewesen sein könnte. Sie hatte sie die letzten Monate immer schnell vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen lassen oder verdrängt, weil sie so schmerzvoll waren … aber jetzt zogen sie langsam vorbei … und plötzlich … stoppte d i e s e s eine Bild …und sie sah genauer hin … Das Bild war falsch! Die ganze Zeit!
„… ganzes Leben an einem Abend … nirgendwo, in all den Orten jemanden wie dich … ersten Moment an … wie du, neu hier. … viel gesehen, viel erlebt … Antrieb … Irina … aus meinen dunkelsten Stunden ans Licht … mutig und klug … geschafft, allein … entschieden zu bleiben...“ Alexander versucht Lotta verständlich zu machen, was ihn umtreibt, was ihm widerfahren ist, was ihn bewegt, hier zu sein und sie … hört die längste Rede ihres jungen Lebens mit so viel Herzlichkeit über ihr Tun, Handeln, Sein und Wesen, dass sie ihm um den Hals fallen möchte, sich weiter an ihm erwärmen, um das kalte Blut weiter zu beleben. Hilf mir! Halt mich! Ich kann mich nicht bewegen! Sie kann nicht einmal die Lippen öffnen, keinen Ton sagen!
„Du bist sehr viel weiter als ich. Ich habe eine Menge Dinge vor mir her geschoben, eine Menge Dinge verdrängt und meine Ausrede ist immer die selbe. Irina. Wegen ihr bin ich nirgendwo geblieben, wegen ihr musste ich keine Wurzeln schlagen. Ich dachte es wäre eine Jagd, aber eigentlich ist es eine Flucht.“ Er ist wie ich, stets auf der Flucht, voller Zweifel ob des Weges … Die Tonwellen dringen immer klarer an ihr Ohr, erzeugen ein Kribbeln, eine Durchblutung. Sein Atem stockt. Sie spürt es. Atme! Atme für mich … Warme Luftströme erreichen ihr Gesicht.
„Aber sie hat mich heute Nacht auch dazu veranlasst raus zu gehen, und hier her geführt, dahin wo du noch wach lagst und mich bemerken konntest. Glaubst ihr auf eurer Insel an etwas wie... Schicksal? Ja, Schicksal, dass du mich endlich erkennen ließest … die Ungeheuerlichkeit! Auf meiner Insel! Deine Flucht und meine Flucht … sie führte uns zusammen!
„Und ich will verdammt sein wenn du jetzt in Gefahr gerätst, wenn ich es doch verhindern könnte. Ich kann dir nicht verbieten wegen Mia etwas zu unternehmen... du bist.... frei. Aber bitte unternimm nichts auf eigene Faust... du sagst, die Gegend hier sei gefährlich und ich wünschte ich könnte das ändern aber das kann ich nicht. Ich mache mir Sorgen um dich wenn du mir sowas erzählst... am liebsten würde ich dich Tag und Nacht beschützen, wie dein Wolf....“ Eine Hand legt sich an ihr Gesicht, hilft ihr, endlich den Kopf zu heben. Alexander! Diese samtblauen Augen … nähern sich. Stützende Wärme strömt durch ihre Stirn … durchdringt ihr Gehirn. „Du bist mir wichtig Lotta...“ Du hast Angst um mich und möchtest mich nur schützen. Fürchte dich nicht … Ich bin doch hier! Ihre Lippen lassen sich langsam wieder öffnen, warme Luft strömt in den fast leblosen Körper ein. Glimmenden Kohlen gleich bahnt sich langsame Erhitzung seinen Weg durch unzählige ihrer Adern - bis in die letzten Glieder. Der Wolf naht lautlos heran … Es ist die Stunde um Mitternacht.
Sie fühlt sich leicht angehoben. Wärme umfasst sie auf einmal rundherum, taut sie auf wie die ersten Sonnenstrahlen den Schnee im Frühling. Sie kann die Finger strecken … die Arme recken. Sie wird losgelassen, fällt wieder zurück … „Ich will ganz ehrlich zu dir sein.“ sagt Alexander gerade eindringlich. „Ich will nicht gehn. Ich will nicht weg von dir, wo du mir hier doch das Gefühl gibst das da Licht am Ende das Tunnels ist. Ich will nicht ‚nur Freunde’. Aber ich verstehe dass vertrauen und kennen lernen Zeit braucht. Du musst mich nicht bleiben lassen wenn dein Gefühl dir etwas anderes sagt.“ Ihre Ohrmuscheln klirren, die feinen Härchen im Gehörgang sirren. Der vibrierende Klang seiner Stimme dringt tief in ihr Innerstes ein. Sie schnappt nach Luft: „Bleib! Bleib!“ Sie reckt das Gesicht hoch, streckt die Arme vor, zieht sich an ihm empor: „Halt mich, wärm mich … Alexander!“ 
Der Wolf lässt ein langgezogenes Heulen erklingen: „AhuuuuU!“, und begibt sich auf seine nächtliche Patrouille … Er blickt zum Kater. Sein Blick sieht aus als fragte er: „Kommst?“ Takatuka schläft.
Lotta fühlt sich noch recht schwach in den Knien, hält sich fest an Alexander. Ein beängstigender Zustand gerade, dieses völlige Erstarren. Alexanders Umarmung vertreibt die letzten Reste dieses erschütternden körperlichen Kälteschocks. Das B i l d muss sie für den Moment zurückdrängen, um nicht wieder zu erstarren oder ohnmächtig zu werden. „Ich weiß gerade nicht genau, was passiert ist. Aber ich habe dich gehört. Die ganze Zeit.“ Lotta seufzt leicht: „Wir haben beide viel erlebt, viel durchgemacht … und wohl noch einiges … vor uns!“ Sie bedeckt sein Gesicht mit vielen kleinen Küssen: „Bleib bitte, so lange du möchtest! Bleib bei mir. Geh' nicht! Ich brauche dich, will nicht mehr ohne dich sein!“ Sie schaut Alexander halb träumend lächeln an. „Entschuldige! Mir ist leicht taumelig. Als hätte ich … etwas getrunken. Wenn ich dich loslasse … falle ich um!“ Lotta schaut ihn einen Moment sinnend an: „Irgendwas macht mich gerade trunken … Ich muss mich wohl hinlegen. Hilfst du mir … hinauf?“
Trunken von zu vielen Ereignissen …? Trunken vor Müdigkeit …? Trunken vor Glück …? Wahrscheinlich alles zusammen! „Morgen ist auch noch ein Tag … Und du kannst so lange schlafen wie du möchtest!“ lächelt Lotta selig an Alexander Brust.

Der Kater blickt zu den Menschen auf die da stehen und sprechen. Der Raum ist gerade mit so etwas wie... Wohlklang gefüllt. Sehr Inspirierend, sehr entspannt. Harmonisch. Da ist ein grosser grauer Hund... ein Wolf... er sieht den Kater an. Er will jetzt nach draussen. Der Kater schnüffelt an seiner Nase, schnurrt. Er hat keine Angst. Nicht vor diesem Wolf. 
Der Kater blickt zu den Menschen. Sein Mensch hebt den Mensch des Wolfs auf. Trägt ihn in den kräftigen Armen die Stufen hinauf. Alles Stimmt. Der Tag, die Zeit, der Ort. Ihre Gesichter sind froh.
Der Kater folgt dem Wolf nach draussen in die Nacht. Erst am Morgen wird er seinen Mensch wecken. Denn dieser Mensch hat noch zu tun. Das wird er verstehen....
Er trägt sie … wieder! Als Lotta um Unterstützung bat, weil ihr von der merkwürdigen Erstarrung und frostigen Kälte noch schwindelig und schwach zumute war, hatte sie gedacht, ein wenig die Treppe hinauf gestützt zu werden. Aber er ist … so zupackend. Sie fühlt sich geborgen, überlässt sich ganz diesem Gefühl von Sicherheit. Sie schmiegt sich in Alexanders Arme, während er sie die Treppe hochträgt und sacht auf ihre Bettstatt niederlegt. Sie zieht ihn zu sich hinab, küsst ihn lang und intensiv.
„Hast du das gesehen?“, fällt Lotta gerade ein. „Der Kater und der Wolf sind ganz friedlich miteinander rausgegangen.“ Sie lächelt sacht zu Alexander hoch. „Ein ziemlich ungleiches Gespann.“ Sie streicht mit verwundertem Blick sanft mit ihren Fingern über die feine Narbe in seinem Gesicht, seine Lippen … als könnte sie nicht ganz glauben, dass er tatsächlich hier ist … Als würde er sich im nächsten Moment unter ihren Fingern in Luft auflösen … oder sie sich, fällt ihr mit leichtem Schrecken ein. Sie hält einen Moment inne in der Berührung. Schnell drängt sie das Bild wieder beiseite. Sie möchte die wohlige, friedliche Stimmung beibehalten, sich einfach nur für den Moment fallen lassen, nur dem Augenblick hingeben, Alexander ganz preisgeben. Wer weiß schon, wann der nächste Sturm an der Küste wieder aufschlägt? 
„Ich muss langsam mal aus den Klamotten raus!“, lacht sie gerade und schiebt Alexander leicht zurück, setzt sich auf, nestelt an dem Oberteil. Oh, welch Erinnerung an einen Abend im Restaurant. Lotta schmunzelt, während Alexander ihr behilflich ist ... Ayyyy! Lotta hält plötzlich inne, beißt lautlos kurz die Zähne zusammen. Die Drehung der Arme über Kopf macht ihr gerade wieder bewusst, wie gefährlich das Leben da draußen ist. Die Narbe! Die hatte sie das letzte Mal noch nicht! Lotta dreht ihre linke Seite von Alexander leicht weg. Zuviel ist heute Abend schon über Gefahren gesprochen worden. Terence hatte sie fast vergessen.
Wäre Lilly nicht gewesen … Maryama! Die Nachbarin! „Ich sollte nach Maryama demnächst mal sehen!“, meint sie leichthin. 
Alexander hatte ein Versprechen erbeten, sich von Mia möglichst fernzuhalten. Außer die Sorge um Familie Garcia hat Lotta nichts mehr mit ihr zu schaffen. Aber Alma sollte sie noch reinen Wein einschenken. Gleich Morgen will sie das machen. Herrjeh, was waren ihre Gedanken düster gewesen. Hoffentlich ist Mia nicht so gefährlich, wie Alexander zu befürchten scheint. Er sollte auch gut auf sich aufpassen. Sie will sich ansonsten daranhalten, auf Abstand zu Mia zu bleiben. Sie lächelt Alexander an, lässt sich gegen ihn fallen, streicht mit der Hand über seine nun entblößte Brust, bedeckt sie mit feinen Küssen, wandert aufwärts zu seinen Lippen. Sie lassen sich zusammen rücklings fallen für den beschleunigten Rhythmus der Nacht ... Was … wollte … sie … morgen … früh …? Sie ist doch bestimmt … als erste wach …! 
Der Wolf und der Kater durchwandern mit leuchtenden Augen die Dunkelheit und singen gemeinsam die Arie der Nacht: „AhuuuuuU!“ – „MauuuuU!“ … bis Aurora glühend erwacht! 

Das Morgenrot bricht an!
Charakter: Alexander
Geschichtsstrang: Neuer Morgen
Gerade noch seelig geschlummert, im nächsten Moment geht Alexander die Puste aus und er ist hellwach. Der Kater, der nebenbei bemerkt, nicht gerade leichtgewichtige Kater, ist mit einem Satz aufs Bett gesprungen und hat eine Punktladung auf Alexanders Bauch hingelegt wie es nur schwergewichtige Katzen schaffen. Uuufff. Alexander krümmt sich kurz, hält sich stöhnend den Magen unter der Decke und dreht sich zur Seite wo er Lotta bemerkt... die... er wohl grade geweckt hat. Mist. Der Kater schnurrt laut und beginnt damit mit den Pfoten auf und ab zu tapsen. „Guten Morgen.“ flüstert er Lotta zu. Er hat die letzten Tage so viel geschlafen, dass er entgegen seines Rhythmus ziemlich munter ist. Der Kater tapselt weiter mit den Vorderpfoten. Rechts und links und rechts und links. Alexander fühlt sich wohl und er hat wieder Appetit! Er küsst Lotta auf die Stirn, will sie an sich ziehen, nur noch fünf Minuten in der Wärme kuscheln. Der Kater schnurrt. Auf und ab und auf und ab und jetzt mit Krallen! Woohoo! „Au au au au, lass das!“ Alexander greift die Vorderbeine des Katers mit einer Hand um ihn zu stoppen. Dann lässt er los. Der Kater schnurrt. Ein Blick auf die Armbanduhr. Er wird heute ein paar Anrufe tätigen und am Abend wieder arbeiten gehen. Er setzt sich auf, streckt sich. Der Kater springt vom Bett als würde er vorgehen wollen. Jaja. Zum Kühlschrank, nicht wahr? Alexander lehnt sich aus dem Bett, greift nach der Hose die am Boden liegt und nimmt das Handy aus der Tasche. Er tippt darauf herum während er sich mentale Notizen macht.
Duke anrufen. Maryama anru... Alexander blickt zu Lotta. ...fen. Er zuckt die Schultern. Raisa anrufen. Einkaufen. Diese Wunde die sie da hat und den Verursacher im Auge behalten. Das ist ganz schön harter Tobak. Ein wenig weiter nach rechts und sie hätte sterben können. Er wird sie später fragen was genau passiert ist. Alma anrufen und sie nach Mias Adresse fragen. Er wird dem Spuk ein Ende setzen und wenn das nur bedeutet, dass er sie aus seinem Leben verbannt.
Hupps! Der Boden schwankt unter ihr, ist sie wieder auf See? Neben sich ein …Schnurren? Stöhnen? „Guten Morgen.“, flüstert etwas in Lottas Ohr. Hach, sie weiß wieder, wo sie ist. Hat sie gut geschlafen. Alexander küsst sie auf die Stirn. Noch ein bisschen kuscheln mit Alexander … Oder … doch nicht. Dreister Kater! Im Gegensatz zum Wolf fordert der Kater ziemlich vehement seine Rechte auf Zuwendung ein. „Au au au au, lass das!“ stöhnt Alexander erneut und hält dem Kater die Pfoten fest. Der schnurrt weiter … Lotta setzt sich schmunzelnd auf. Alexander blickt auf die Armbanduhr, Lotta zum Sonnenstand raus. Oh, wird aber Zeit. So lang und fest hat sie ja schon lange nicht mehr geschlafen … Der Kater springt vom Bett. Alexander greift nach seiner Hose und zieht sein Handy hervor, Lotta reckt sich wohlig. Ein paar Anrufe muss sie nachher auch noch erledigen, fällt ihr ein. Dann noch die Pflanzen, Phils Lieferung … Vielleicht sollte sie Alexander doch mal fragen …? Später!
Lotta wendet sich zu Alexander, küsst ihn auf die Wange. Der Kater springt vom Bett. Sieht abwartend aus. „Da sieht jemand schon wieder hungrig aus!“, lacht sie. „Takatuka ist sicher auch schon wach.“ Was schaut Alexander gerade merkwürdig …? Lotta stockt einen Moment unmerklich, dreht ihre Linke Seite wieder etwas aus seinem Blickfeld. Nichts Beunruhigendes heute Morgen! Braucht gerade niemand! „Ich mach‘ mal Frühstück!“ erklärt sie leichthin, springt aus dem Bett. „Und … fühl dich wie zuhause. Hab‘ Bloß keine Hemmungen, für dich oder den Kater – diesen kleinen frechen Kerl …“ Sie hebt den Frechdachs auf und krault ihn kräftig hinterm Ohr, „… was aus dem Kühlschrank zu nehmen oder dich sonst wie nach Belieben in Küche, Haus oder Garten zu bedienen. Und die Sprudelmaschine …“, sie lächelt fein, „steht dir natürlich jederzeit zur Verfügung.“ Sagt's und verschwindet lachend mit dem Kater nach unten.
Der Kater mampft schon wohlig. Der Wolf ist versorgt, Takatuka mit einem Brot in der Hand schon wieder auf dem Weg nach draußen. „Böza!“, ruft sie. Er soll mit spielen kommen. Lotta schlürft gerade eine Tasse dampfenden Tee. Bedauernd erklärt sie Alexander, der schon fertig angezogen runterkommt: „Hab‘ leider nur‘ne Teemaschine!“ Am Filmset wollen sie morgens immer Kaffee. „Ich mach mich auch gleich fertig, muss dann in den Garten nach den Pflanzen sehen.“ Lotta hat noch ihr Schlafzeug an. „Und, was hast du heut noch so vor, Alexander?“
Lotta wirkt glücklich. Perfekt. Sie geht hinab und nimmt den Kater gleich mit. Alexander nutzt die Chance und klingelt bei Duke durch. Dieser freut sich, dass es seinem Hilfsarbeiter wieder besser geht und er hat auch Arbeit für ihn. Alexander nimmt das Angebot sofort an und verspricht am Abend pünktlich zu erscheinen. Er beendet das Gespräch und schaut erneut auf die Uhr. Er rechnet aus wie spät es in Russland jetzt ist. Er wird Raisa anrufen. Wird das ein längeres Gespräch? Passt das noch rein? Nein, besser auf dem Heimweg. Er zieht sich an und geht nach unten wo es nach frischem Tee und Frühstück duftet.
„Hab‘ leider nur‘ne Teemaschine!“
"Das ist völlig in Ordnung, Danke." sagt Alexander und setzt sich. Die Tasse weckt das morgentliche Gemüt.
„Ich mach mich auch gleich fertig, muss dann in den Garten nach den Pflanzen sehen. Und, was hast du heut noch so vor, Alexander?“
Alexander grinst. Er muss es ihr doch an bieten. "Bei uns ist 'Alexander' so.. förmlich. Du darfst mich ruhig Sascha nennen. In Russland nennt ein Freund dich nie beim ganzen Namen." Er zwinkert, trinkt den Tee. "Ich muss einkaufen, sonst frisst der Kater meinen Garten." Bei Lottas Blick grinst er und erklärt: "Nur ein Strauch Petersilie. Und Abends werd ich wohl wieder in der Jazz Bar antreten." Was bedeutet, er wird Lotta heute wohl nicht nochmal wiedersehen. Dass er sich um Mia kümmern wird erwähnt er jetzt nicht. Er trinkt aus. Er küsst Lotta zum Abschied und würde am liebsten gar nicht mehr damit aufhören. "Wir sehn uns bald." verspricht er, schnappt sich den Kater und verlässt das Haus. Er sieht sich um. Erst einkaufen, dann nach Hause und duschen. Vielleicht sollte er später ein Nickerchen halten damit er die Nacht durchhält. So Früh aufzustehen kommt dem nämlich nicht sonderlich entgegen.
Ort: San Myshuno
Auf dem Weg nach Hause ruft er Raisa an. Es klingelt. Alexander ist etwas aufgeregt... Was wird sie ihm erzählen? Damals war sie schüchtern und zurückhaltend gewesen. Sie wollte nicht mit ihm reden. Aber wie sieht es heute aus?
Das Telefonat wird auf russisch geführt:
"Wer ist da?"
"Hier ist Alexander. Fomin... Erinnerst du dich. Irinas Bruder."
"Was willst du denn?"
"Bist dus Raisa?"
"Ja?"
"Kannst du mir bitte sagen woher du die Postkarte hattest... damals... die von Irina... mit Del Sol Valley drauf?"
"Nein kann ich nicht."
"Warum nicht?"
„Ich kann nicht sagen woher sie die Karte hatte. Ich weiss es nicht.“ das Mädchen kling entsetzlich genervt. Tolle Freundin. „Lass es doch einfach sein! Jeder hier hat sich damit abgefunden, dass sie weg ist! Nur du nicht.“ das schüchterne Mädchen von damals ist nicht mehr schüchtern.
„Was soll das heissen? Wo ist sie hin? Was hat sie gesagt als sie ging?“
„Man hat dich hier schon fast 10 Jahre nicht gesehen. Kannst du es nicht endlich mal gut sein lassen?“
„Sie ist meine Schwester!“
„Ja. Sorry. Trotzdem. 10 Jahre. Wenn du mich fragst wirfst du dein Leben weg. Oder hast es schon. Mir egal, musst du wissen. Ich leg jetzt auf..“
Es klickt. Die Leitung ist tot. Alexander sieht zum Kater der ihn weiterhin begleitet. Er sagt nichts. Statt wieder in Selbstmitleid zu versinken, denkt er an Lotta. Das hilft. Er geht nach Hause. Er muss darüber nachdenken. Hier wird ihm doch irgendwas verschwiegen. Wie kann das denn sein? Will Irina nicht gefunden werden?
Alexander - Nächster Post
Lotta erntet gerade Früchte für Phils Lieferung und für die Sprudelmaschine. Alexander hatte sie vorhin am Frühstückstisch angegrinst und gemeint: "Bei uns ist 'Alexander' so.. förmlich. Du darfst mich ruhig Sascha nennen. In Russland nennt ein Freund dich nie beim ganzen Namen." Er zwinkerte ihr zu und trank seinen Tee dabei weiter. Sascha! Ja, dass hatte sie auch von Maryama und Nikolai schon gehört. Nikolai wurde auch ein paarmal anders genannt. Kolja! Das sind also Kosenamen und keine Zweitnamen. Nun, dann wird sie Alexander künftig liebkosen mit seinem Kosenamen geht Lotta verschmitzt durch den Kopf. Er muss sie ja auch nicht mit Vollmontur anreden: Pippilotta Viktualia Rullgardina Krusmynta Efraimsdotter Långstrump. Würde ihm die Zunge brechen, lacht sie in sich hinein. Ja, Sascha geht geschmeidiger über die Lippen. 
Lotta füllt ein paar Früchte in die Sprudelmaschine, erinnert sich an die erste bewusste Begegnung mit Alexander, Sascha …, als er ihr diese Maschine erklärte. Ja, dieses Zwinkern hatte sie da wohl schon unbewusst angesprochen. Und sie war noch so bemüht um Christins Wohl und Wehe gewesen ... und später noch so besorgt, dass bloß keiner sie sähe … mit Alexander, äh Sascha. Nun ja, bis auf die Fotos vom Nachtmahl hat’s ja auch niemand mitbekommen. Aber jetzt hat sie ihm versichert, kein Versteckspiel mehr. Kein frühes aus dem Haus werfen mehr, um nicht gesehen zu werden. 
Er war früh wach geworden heute Morgen. Vorwitziger Kater! Ist sicher sonst nicht Saschas Zeit, wenn er abends im Jazzclub arbeitet. Also, wenn Alexander, äh Sascha zu Besuch kommt, kann er gern immer so lange ausschlafen bei Lotta wie er möchte … Hach, er küsste sie lange zum Abschied vorhin und versprach: "Wir sehn uns bald.", schnappte sich den Kater und verließ das Haus. Sie wird sich freuen, ihn wiederzusehen. Bestimmt hat er aber immer viel zu tun, wie Lotta auch. So, jetzt noch einige Säfte aufgesprudelt. Hach die Sprudelmaschine ... Lotta schweift etwas verträumt ab … Äh, oh, Charge ist fertig, auf zur nächsten. Im Moment hat Lotta das Gefühl, dass nichts Böses sie anfechten kann. Die Welt ist schön!
Mit Christin muss sie schauen, wie sie mit der Nachbarin klarkommt in der Zukunft und Mia … Mia! Uy, Alma muss Lotta unbedingt noch anrufen! Die soll bloß kein Treffen mit Mia mehr organisieren! Ach, und Maryama sollte sie zumindest sagen, dass ihr „niiiiiemals wieder!“, von der Party jetzt nicht sooo lange Bestand hatte … Nur damit es nicht komisch wird, wenn sie zu dritt zusammentreffen …
Maryama siehts ja nicht so schlimm an, also erstmal einfach eine Sprachnachricht: „Hallo Maryama, liebste Freundin. Ich hoffe es geht dir gut und dieser üble Terence ist nicht wieder aufgetaucht. Hab‘ bald meine erste Unterrichtsstunde und bin schon ganz aufgeregt.“ Irgendwie klingt sie jetzt doch etwas atemlos am Handy, aber nicht wegen dem Unterricht. Doch nicht ganz so leicht: „Und Sascha und der Kater waren gestern Abend zu Besuch … und … sind heute schon früh wieder gegangen … und … kommen bald mal wieder zu Besuch … Ja, äh … soweit vorerst von mir … Und … wie geht’s dir? Treffen wir uns bald mal wieder?“ Senden! Geschafft! Puh!
Jetzt zu Alma … Huch, eine Sprachnachricht von Hannah taucht auf. Hatte sie bisher übersehen. Ganz kommt Lotta mit dem Gerät noch nicht zurecht. Scheinbar hatten jetzt alle die Idee, dass Lotta damit besser klarkommt als mit Textnachrichten: „Hallo meine Liebe. Ich wollte dich fragen, ob wir am Wochenende auf Takatuka aufpassen sollen. Nael und Du wollten doch noch mal angeln gehen, dann könnt ihr Euch ja am Wochenende in Ruhe treffen und du hättest noch genug Zeit für Hausarbeit oder einfach pure Entspannung. Melde dich Liebes, wenn es Dir Recht ist. Einen schönen Abend wünsche ich Dir noch! Deine Hannah".
Häh? Nael und sie angeln doch kein ganzes Wochenende, höchstens mal ein paar Stunden. Und Sonntag wollten sie doch alle zu den Kamrads und dann in den Zirkus? Hatte Hannah das vergessen? Wenn Alexander samstags frei hätte, wäre das ja ganz nett … Muss Lotta ihn mal fragen. So lange möchte sie aber auch Takatuka nicht immer hergeben. Am Wochenende hat sie doch selber am meisten Zeit für ihre kleine Tochter. Andererseits möchte sie sie auch Hannah und José nicht so lange vorenthalten, die sie wirklich gernhaben und Takatuka fühlt sich da ja auch wohl bei ihnen. Aber der Wolf sollte bei ihr bleiben, nachts. Lotta bekommt eine Gänsehaut, wenn sie an Terence denkt. Das war knapp.
Und dann … sollte irgendein Wesen Alarm schlagen können …, wenn sie wieder w e g sein sollte. Kann der Wolf … s i e spüren? Sie muss das irgendwie überprüfen, Lotta weiß nur noch nicht wie. Ihre Gedanken wandern zu diesem kleinen weißen Gerät oben in der Truhe. Die Kälte, die Starre setzt wieder ein …Das Bild …! Lotta kann sich minutenlang nicht rühren … Etwas drängt gegen ihr Bein, wärmt es. Sie sackt nieder, umfasst den ganzen Wolf, nimmt die Hitze des Hundekörpers auf, bis ihre Durchblutung wieder normal zirkuliert. Das Tier hält still die ganze Zeit. Er kam gerade recht. Er spürt e s. Wo war er, als sie das erste Mal kamen? Takatuka spielt vorm Fenster: „Böza!“, kräht sie. Es ist wieder gut, der Wolf geht wieder zum Kind. Lotta stützt sich noch einen Moment auf die Sprudelmaschine. Atmet noch einmal tief durch. E s ist noch nicht vorbei. Das Glück bleibt ein flüchtig‘ Ding!
Sie muss einfach weitermachen, immer weiter machen, sich beschäftigen. Die Unruhe ist wieder da! Zuerst Hannah. Sprachnachricht! Zu mehr hat sie jetzt keine Energie: „Hallo Hannah. Hast du ganz vergessen, dass wir Sonntag bei den Kamrads sind und anschließend im Zirkus. Da ist Nael doch auch dabei, Vielleicht möchte er ja abends noch mit angeln kommen. Takatuka stört da gar nicht. Wie wär’s, ihr nehmt Takatuka am Samstag zu Euch und bringt sie Sonntag wieder mit zu Kamrads. Den Wolf brauche ich aber nachts hier! Gebt mir Bescheid, ob‘ so für euch passt. Liebe Grüße Lotta.“
Und jetzt Sprachnachricht an Alma. Eigentlich wollte sie anrufen. Sie hat die Energie nicht, Alma zu erklären, was sie vorhatte. Aber warnen sollte sie sie. „Hallo Alma, hoffe, es geht dir gut. Das mit dem Überraschungstreffen mit Mia wird … leider nichts. Plane da bitte nicht weiter und … sag bitte vor allem Mia nichts. Ich muss dir da … was erklären. Ich … vielleicht … also … sei bitte vorsichtig! … … … Magst du vielleicht … zu mir kommen? Ich kann dir das vielleicht … in einem persönlichen Gespräch besser erklären … Sag mir einfach … wann‘s bei dir passt.“ Senden!
Lotta leg das Handy weg und füllt die nächste Charge Saft ab. Einfach weitermachen … Immer weitermachen …
Lotta hatte ja um Beschäftigung zur Ablenkung gebeten, aber jetzt wird sie von lauter neuen Sprachnachrichten abgelenkt. Die Saftmaschine rattelt die letzte Charge für heute durch. Nachher muss sie noch bei Phil ausliefern, zwischendurch noch Mittagessen für Takatuka …
Zuerst Hannahs Nachricht: „Ja, genau Liebes. Wir holen dann Samstag morgen Takatuka und bringen sie am Sonntag zurück. Im Anschluss treffen wir uns alle zusammen. Ich denke Nael wollte mal mit Dir ganz in Ruhe allein angeln gehen und ganz lieb quatschen. Ich sage ihm mal, dass er sich bei Dir meldet. Wir freuen uns Euch wieder zu sehen. Gib der kleinen einen Kuss von uns!“
Mhm! Was hat denn nun eigentlich Angeln mit Nael und Besuch von Takatua bei Hannah und José miteinander zu tun? Wieso, verbindet Hannah das die ganze Zeit so betont? „…ganz lieb quatschen …?“ Nael ist ein ganz Lieber, ja wie Freund Tommy früher - der Bruder von Annika! Und wieso trägt Hannah jetzt Sorge dafür, dass Tommy, äh, Nael sich bei ihr melden soll? Also, Tommys Mutti hat früher nicht gesagt: „Tommy, jetzt melde dich mal bei Pippilotta!“ Eher … das Gegenteil. Aber Hannah ist ja auch eine Liebe … Wahrscheinlich sagt sie allen ihren Kindern, dass sie sich mehr um Lotta kümmern sollen. Ja Tommy, so eine Mutti hättest du mal haben sollen!
Huch, Nael meldet sich gleich im Anschluss? Hannah hat ihm aber schnell Bescheid gegeben. Die horchen ja aufs Wort ihrer Mutti – wie Tommy und Annika:
"Hallo Lotta, meine Mutter hat mir gerade erzählt, wie das Wochenende nun verplant ist. Echt lieb, dass du meinen Eltern so vertraust, was Takatuka angeht. Sie hat es wirklich gut bei meinen Eltern und ich bin ja auch noch da. Wir können gerne am Wochenende angeln gehen, ob Samstag oder Sonntag, das kannst du Dir aussuchen, so wie es Dir passt. Die Gelegenheit sollten wir dann mal nutzen, um in Ruhe zu reden und uns besser kennen zu lernen. Du gehörst ja praktisch zur Familie, jetzt wo meine Eltern deine Tochter als Enkel adoptiert haben. Gut, melde dich, wenn Du weißt, wann wir angeln gehen. Ich bin dann da. Bis bald, Nael."
Mhm, Nael spricht auch von Quatschen, besser kennen lernen … W a s ist da los? Und w a n n wurde Takatuka … adoptiert? … … … Ein entsetzlicher Verdacht kriecht Lotta die Eingeweide hoch. Nael hat die Bilder gesehen … auf der Party, Lotta trunken über Alexanders Schulter. Sie hat Nael seitdem nicht mehr gesehen. Liderliche Lotta, kann nicht auf ihr Kind aufpassen, denken sie bestimmt. Jetzt nehmen sie ihr Takatuka. Haben schon die Adoption vollzogen. Sie sind Anwälte und sie kann noch immer nicht lesen. Sie könnten ihr sonst was für Papiere vorlegen. Nael … soll es ihr in aller Ruhe beibringen, während sie Takatuka schon … längst in ihr Haus geschafft haben!
Lotta bricht schluchzend auf dem Boden ihrer Werkstatt zusammen. „Nehmt mir nicht mein Kind!“, schreit sie gellend die Wände an. „Ich will auch alles tun, was ihr verlangt!“ Winselnd kauert sie sich wie ein Embryo auf der Erde zusammen. Winseln kommt der Wolf herbeigeeilt, Takatuka hintendrein. Das Kind ist verängstigt: „Mama?!“ Es versucht, Lotta über die Haare zur streichen. „Mama?!“ Takatua fängt an zu greinen. Der Wolf heult: „AhuuuU!“
Lotta kann noch nicht reagieren. Die Tränen fließen einfach. Ihr Körper bebt. Sie spürt, dass das Kind sie braucht, ihren Trost, aber sie kann … sich nicht bewegen. Vielleicht wäre es da Beste. Sie hat versagt! Der Wolf greift sacht ihre Schulter, ohne zuzubeißen. Er rüttelt sie, versucht sie, zum Aufstehen zu bewegen. Dieses Tier … ist merkwürdig, registriert Lotta. Er rüttelt sie mit diesen Überlegungen tatsächlich wieder ins klare Bewusstsein zurück. Lotta setzt sich langsam auf, zieht ihre Tochter auf den Schoß und gibt ihr endlich den Trost, den sie braucht. Ja, Mama ist wieder da, Mama ist stark, Takatuka.
Lotta greift wieder zum Telefon, während sie noch Takatua im Arm hält. Alma … hat sich noch nicht gemeldet. Lotta wählt Hannah an. „Hannah … ich … Uns ist leider was dazwischengekommen. Tut mir leid. Mit dem Wochenende … wird das leider nichts. Ein anderes Mal. Ich melde mich, Lotta.“, schließt Lotta tonlos die Sprachnachricht ab.
Nael ruft sie am besten gar nicht erst an. Hannah wird ihm schon sagen, dass sie … verhindert ist. Das gibt ihr etwas Zeitaufschub. Sie müssen fliehen, wieder einmal! Nur wohin? … … … Schweden? Sie müssen ihre Spuren verwischen …
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