San Myshuno Nr. 8 - Villa Långstrump

  • Seite 12 von 23
13.04.2023 12:47
avatar  Knox
#111
avatar
Hausmeister

Lotta wird so langsam ganz entspannt und leicht müde trotz ihrer Schmerzen im Gespräch mit Lilly. Die ist schon etwas zur Seite gerückt, um der hängenden Gestalt mehr Platz zu bieten. Zuvor hatte Lotta noch von ihrem Familienanhang erzählt, als Lilly erstaunt danach gefragt hatte: "Ich wusste gar nicht, dass du auch einen Wolf und eine Tochter hast. Wo sind die beiden denn?" Scheinbar traut ihr hier nie einer schon ein Kind zu: „Meine Tochter Takatuka ist so zwei oder vielleicht schon drei. Der Wolf ist uns zugelaufen … als hätte er uns gesucht. Er bewacht nachts den Garten wegen dem Gesindel vom Dock. Eine gute Freundin hat die beiden mit auf Reisen genommen, damit ich wohl auch mal Zeit für mich habe. So langsam vermisse ich die beiden aber. Es ist … so still im Haus.“

Über Lillys Antwort bezüglich der Herkunft dieses Terence war Lotta dann aber nochmal leicht entsetzt. Lilly meinte: "Er hat was behauptet von wegen 'Red Wood House' in Brindleton Bay. Offenbar gibt es die Adresse tatsächlich. Ich bezweifle allerdings, dass es auch seine ist." - „Terence wohnt in der Nähe von Maryama? Das rote Haus gleich nebenan?“ Lotta richtete sich wieder etwas mehr auf, was ihr neuerliche zusätzliche Schmerzen verursachte. „Ich muss sie unbedingt warnen vor so einem üblen Geschöpf in der Nachbarschaft … „Kannst du …?“ Hach, es war Lotta langsam egal. Sollte die ganze Welt wissen, dass sie nicht Lesen und Schreiben kann. Bald lernt sie es ja … richtig professionell! Dann ist diese ständige Angewiesenheit auf andere endlich vorbei. Aber jetzt nochmal … „Ich bin Anabelephantin!“ So hieß das doch oder? „Ich bekomme erst einen Kurs für Alanf … Also zum Lesen und Schreiben lernen. Kannst du was für mich schreiben? Maryama wird sicher schon schlafen.“ Lotta reichte Lilly geschwind ihr Handy, bevor die groß nachfragen und überlegen konnte: „Schreib einfach ‚Vorsicht vor gefährlichem Nachbar namens Terence‘. Immer gut die Haustür verschließen und pass gut auf dich auf, liebe Freundin!“ Lotta lächelte leicht verschmitzt. Wird sich Maryama wundern, was Lotta alles in zwei Nächten ‚geschrieben‘ hat. Aber zumindest war Lotta jetzt wieder etwas beruhigter und sank in die Polster zurück. Ahhhh, viel angenehmer so, als aufrecht zu sitzen.

"Du arbeitest beim Film? Als Bühnenbildnerin?", fragte Lilly noch nach, weil Lotta ihr Reparaturhilfe für durch Terence verursachte Schäden zugesichert hatte. Sie hatte wohl Eins und Zwei zusammengezählt. Und Lilly brauchte wohl wirklich handwerkliche Fähigkeiten nach dem Einbruch: „Kannst du auch Glaserarbeiten?" Lotta lachte leicht bei ihrer Antwort: „Bühnenbildnerin wäre schön, dann hätte ich wenigstens festeres Einkommen als jetzt. Ich könnte das, denke ich. Aber ohne Lesen und Schreiben bekomme ich nur Gelegenheitsjobs als Stuntfrau. Fechten und so, weißt du. Mit dem Blonden hatte ich schon ein Duell … aber als Spielszene. Daher kenne ich den, aber nicht vom Namen her.“ Lotta sann eine kurze Weile nach: „Von seinem üblen ‚Nebenerwerb‘ hab‘ ich erst heut Nacht erfahren … Scheinbar beobachtet das Nachtgesindel mein Haus. Es ist … hier nicht … so sicher, direkt an den Docks!“ Lotta erinnerte sich bei ihrer Schilderung der Wohngegend an Naels Berichte, dass es hier früher wohl familienfreundlicher war. Hach, das wäre schön … besonders für ihr Kind. „Ach ja, natürlich kann ich dir bei Glaserarbeiten helfen. Ich hab‘ mir sogar einen kleinen Wintergarten gebaut und noch einiges an Materialien davon da. Wenn ich wieder besser zuwege bin, komme ich gerne vorbei.“

Wo Lilly wohl wohnt? Und ist ihr etwas unheimlicher Begleiter auch da? Sie wird es sehen, vielleicht sollte sie …: „Darf ich Maryama dann mitbringen? Wir sind ein ganz gut eingespieltes Team bei handwerklichen Arbeiten.“ Naja, sie hatten nur mal zusammen einen Bodenbelag verlegt, aber irgendwie wäre Lotta wohler, wenn Maryama mitkommen dürfte. Sie sieht Lilly fragend an: „Wo wohnst du eigentlich? Gibt’s du mir deine Nummer und Adresse ein?“ Wieder hält Lotta Lilly ihr Handy entgegen und sieht zu, wie die mit ihrem und Lottas Gerät hantiert. Irgendwann in hoffentlich baldiger Zukunft schafft sie das selber mal. Lotta freut sich schon richtig, jetzt doch nochmal eine Art Schule in ihrem Leben besuchen zu können. Sie wird die fleißigste Schülerin aller Zeiten sein. Bestimmt! Nicht so wie damals …

Lilly schien bemerkt zu haben, dass Lotta doch ein wenig unheimlich zumute war. Sie bezog es dann aber mehr auf sich als auf ihren damaligen Begleiter im Restaurant: "Hey, keine Sorge. Wenn ich mich zurückhalten kann, während ich den Blutgeruch der Wunde wahrnehmen muss, dann kann ich das erst recht, wenn diese bereits behandelt ist. Ich würde mal von mir behaupten, kein blutrünstiges Monster zu sein. Nicht jeder Vampir tickt gleich!" Lilly witzelte dann sogar noch etwas schelmisch rum: "Und du hast deine eigene Art von Beißerchen!" Da musste auch Lotta schmunzeln: „Na, da passen wir doch hervorragend zusammen, du, ich und vielleicht noch der Wolf. Jeder was Spitzes im Gepäck. Die Nachtschatten können einpacken!“ Nein, vor Lilly hat Lotta tatsächlich keine Angst. Weder im Restaurant noch jetzt. Sie ist Lotta nie zu nahegetreten. Und Lotta muss vor Lilly auch nicht ihr Besteck verstecken. Es schien die Vampirin nicht im Geringsten zu schockieren, das Lotta Waffen hat und damit rumhantiert. Außer am Filmset, wo man das für einen Fechtsport hält, weiß niemand von ihren Gerätschaften in der Schifftruhe.

Als Lotta nun entspannt auf der Couch schon mehr liegend als sitzend noch auf das Desaster im Restaurant und ihre fruchtig anonyme Wiedergutmachung zu sprechen kommt, ist sie sehr erstaunt zu erfahren, dass dieser Restaurantbesitzer nach all dem Unbill doch noch Interesse an einer Zusammenarbeit hat: "Apropos Gartenerzeugnisse: Phil hat mir davon erzählt. Er war sehr begeistert und lässt anfragen, ob du Interesse an einem dauerhaften Vertrag hättest. Er kennt deine Adresse und Telefonnummer nicht und hat dich das also nicht persönlich fragen können." Fast hätte Lotta sich wieder aus Vorfreude zu schnell erhoben, denkt aber diesmal noch rechtzeitig an ihre beißende Verletzung. Was ist das nur für ein Tag! Zwei neue Verdienstmöglichkeiten. Lotta fühlt sich schon fast wie ein reicher Krösus. Jetzt muss sie nur noch etwas genesen. Weder ernten noch fechten wird sie die nächsten Tage können. Aber dann …Ihre Augen leuchten zumindest als sie Lilly erwidert: „Also, dein Chef ist er nicht? Aber ihr scheint euch gut zu kennen. Woher denn? Du kannst ihm gerne meine Adresse und Telefonnummer geben … oder mir seine Nummer eintippen.“ Und wieder hält Lotta ihr Handy Lilly entgegen … Viktor heißt also Lillys Begleiter, geht Lotta noch durch den Kopf.

„Hast du zuhause eigentlich auch ein Klavier, Lilly?“ Lotta ist sehr gespannt darauf, wie Lilly lebt. „Und … wie ist das so … unsterblich zu sein?“ Eine Option, die Lotta mehr und mehr trotz zunehmender Schläfrigkeit durch den Kopf geht. Lilly scheint körperlich ganz schön stark dadurch zu sein … fast so wie Lotta damals als Kind. Vielleicht … mit dieser Gabe, könnte sie ihr Eiland zurückerobern, ihr Töchterchen besser beschützen … Aber würden andere Freunde … sie dann noch schätzen? Tanuí sie noch lieben …? Sie muss mehr darüber erfahren. Auf jeden Fall soll keiner wagen, schlecht über Lilly zu reden. Der bekäme es mit Lotta zu tun …, wenn sie sich wieder besser erheben kann zumindest. „Lilly, stört es dich, wenn ich mich ein b i s s c h e n auf dem Bett ausstrecke, während ich dir weiter zuhöre?“ Lotta wankt einfach zu ihrem Bett rüber und lässt sich stöhnend, die Augen noch Richtung Lilly gewandt, darauf nieder. „Ahhh, tut das gut. Die Knie sind mir schon ganz schwammig weich.“ Lotta möchte immer noch nicht allein im Haus sein, auch wenn ihre Augenlider schon auf Halbmast hängen, während sie Lilly selig anlächelt: „Sprich ruhig weiter …“


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 12:47 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:21)
avatar  Knox
#112
avatar
Hausmeister

„Meine Tochter Takatuka ist so zwei oder vielleicht schon drei. Der Wolf ist uns zugelaufen … als hätte er uns gesucht. Er bewacht nachts den Garten wegen dem Gesindel vom Dock. Eine gute Freundin hat die beiden mit auf Reisen genommen, damit ich wohl auch mal Zeit für mich habe. So langsam vermisse ich die beiden aber. Es ist … so still im Haus.“[/b], erklärt Lotta. Takatuka? Ein seltsamer Name. Aber vielleicht ist er exotisch und Lilly kennt ihn einfach nicht. Sie fragt nicht weiter nach.

Als sie "Red Wood House" als Terence' angebliche Adresse nannte, scheint sich Lotta Sorgen um ihre Freundin Maryama zu machen, die ebenfalls in dieser Gegend wohnt. Sie offenbart Lilly im nächsten Atemzug auch, dass sie nicht lesen oder schreiben kann. Anabelephantin sagt sie dazu. Lilly korrigiert sie nicht. Irgendwie klingt diese Variante des Wortes schon süß. Es hat Zeiten gegeben, da hätte Lilly Leute, die nicht lesen und schreiben können, für dumm gehalten. Mittlerweile weiß sie aber, dass das nicht der Fall ist und es andere Gründe dafür gibt. Und Lotta ist vieles, aber definitiv nicht dumm.

Lotta fragt: "Kannst du was für mich schreiben? Maryama wird sicher schon schlafen. Schreib einfach ‚Vorsicht vor gefährlichem Nachbar namens Terence‘. Immer gut die Haustür verschließen und pass gut auf dich auf, liebe Freundin!“ Lilly tut ihr diesen Gefallen, erwähnt dann aber noch: "Wie gesagt, ich glaube nicht, dass er tatsächlich dort wohnt. Wahrscheinlich kennt er aber die Person, sonst hätte er die Adresse nicht genannt."

Lilly erfährt, dass Lotta Nebenjobs als Stuntfrau übernimmt und den blonden Kerl daher kennt. Doch ohne Namen würde es schwierig werden, den ausfindig zu machen. Doch Lotta will das offenbar ohnehin selbst erledigen, sobald sie sich etwas erholt hätte. Und zumindest auf Lillys Prioritätenliste liegt Terence weiter vorn als der unbekannte Blonde. Auch Mordversuch und Körperverletzung gehören offenbar zu seinem Repertoire.

„Ach ja, natürlich kann ich dir bei Glaserarbeiten helfen. Ich hab‘ mir sogar einen kleinen Wintergarten gebaut und noch einiges an Materialien davon da. Wenn ich wieder besser zuwege bin, komme ich gerne vorbei.“ Wenn es Lotta besser gegangen wäre, hätte Lilly gefragt, ob sie diesen Wintergarten mal sehen könnte. Stattdessen ruft sie aber Viktor an: "Hey Vik, ich bin's. Bist du zu Hause? Gut... Kannst du mal die Maße für das zerbrochene Fenster im Wintergarten nennen? Ich wüsste jemanden, der das vielleicht reparieren kann." Schließlich bekommt Lilly, was sie will und gibt die Maße an Lotta weiter. Sie schreibt sie ihr auf. "Du kannst vielleicht nicht lesen, aber Maryama oder so wird dir vermutlich dabei helfen können, die richtigen Fensterscheiben mitzubringen. Denn das Material haben wir leider nicht selber." Auch ihre Adresse tippt sie in Lottas Handy.



Natürlich würde auch Maryama mitkommen dürfen. Viktor würde es wohl nicht gefallen, aber Lotta ist nun einmal auf Hilfe angewiesen, wenn sie die Adresse nicht selber lesen kann. Und ihr Freund würde auch darüber hinweg kommen. "Du solltest dich nicht vom Ruf meiner Heimat abschrecken lassen. Solange du tagsüber vorbei kommst, wird dich kein Vampir belästigen. Du darfst halt nicht den Fehler machen, es abends zu versuchen, denn nicht jeder würde die Chance auf einen überraschenden Abendsnack ungenutzt lassen. Aber was meine Familie betrifft, so werden sie sich wohl zurückhalten, wenn ich sie darum bitte." Wer sonst sollte den Wintergarten reparieren? Lilly glaubt jedenfalls nicht, dass Lotta gelogen und gar kein handwerkliches Geschick hat. Von so einer Lüge hätte sie schließlich rein gar nichts.

„Na, da passen wir doch hervorragend zusammen, du, ich und vielleicht noch der Wolf. Jeder was Spitzes im Gepäck. Die Nachtschatten können einpacken!“ Lilly grinst, als sie Lotta das sagen hört. Dann lenkt sich das Gespräch auf das Thema Phil Hermann: „Also, dein Chef ist er nicht? Aber ihr scheint euch gut zu kennen. Woher denn? Du kannst ihm gerne meine Adresse und Telefonnummer geben … oder mir seine Nummer eintippen.“ Lilly tippt nun auch Phils Nummer ein. Dieser hatte es schließlich erlaubt. "Du rufst ihn besser selber an, nur nicht unbedingt um diese Uhrzeit. Und ich kenne Phil seit 40 Jahren. Er ist mein Bruder. Er ist jedoch kein Vampir wie ich und hätte an diesem Leben wohl auch kein Interesse."



Lotta legt sich auf ihr Bett, um sich zu schonen. „Und … wie ist das so … unsterblich zu sein?“, fragt sie. Lilly hebt eine Augenbraue. Ist die Frage nur Neugier oder steckt da mehr dahinter? Weiß Lotta eigentlich, dass Vampire die Fähigkeit haben, andere zu verwandeln? Und dass auch Lilly früher ein Mensch war? Doch sie beantwortet die Frage ohne nach dem Grund für dieses Interesse zu fragen: "Alles in allem gibt das Leben als Vampir viele Vorteile. Man kann auch ruhige Tage erleben, ohne das Gefühl haben zu müssen, gleich zu viel vom Leben zu verpassen. Die meisten Vampire sind jedenfalls keine Adrenalinjunkies, auch wenn es sicherlich immer Ausnahmen gibt. Und fliegen zu können ist..." Sie wechselt in ihre Fledermausgestalt und flattert demonstrativ durch den Raum... "...einfach schön." So setzt sie den Satz fort, nachdem sie sich wieder zurück verwandelt hat.



Dann setzt sie ihre Erklärung fort: "Aber ganz unsterblich sind auch wir nicht. Wir sterben vielleicht nicht an Altersschwäche, aber die Sonne kann uns gefährlich werden. Und auch außer der Sonne gibt es andere Möglichkeiten, an denen wir sterben können." Sie sieht Lotta an. "Aber auch du wirkst ein wenig ungewöhnlich. Woher hast du das Fechten eigentlich gelernt?"


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 12:48
avatar  Knox
#113
avatar
Hausmeister

Lotta spürt – während sie schon auf ihrem Bett mit halbgeschlossenen Lidern hängt - wieder diesen Lufthauch, diesen Flügelschlag von vorhin, als Lilly plötzlich zwischen ihr und diesem Terence auftauchte … Sie reißt die Augen wieder ganz weit auf. Würde sie nicht auf den Ellenbogen gestützt liegen, hätte sie begeistert in die Hände geklatscht. Gerade noch hatte Lilly ihr von ihrer Lebensweise berichtet: "Alles in allem gibt das Leben als Vampir viele Vorteile. Man kann auch ruhige Tage erleben, ohne das Gefühl haben zu müssen, gleich zu viel vom Leben zu verpassen. Die meisten Vampire sind jedenfalls keine Adrenalinjunkies, auch wenn es sicherlich immer Ausnahmen gibt. Und fliegen zu können ist..." - im nächsten Moment flattert sie als Fledermaus durch den Raum – "... einfach schön." Lilly verwandelt sich zurück. Lotta kann sie einfach nur mit großen Augen anstarren: „Das ist … wundervoll! Atemberaubend!“

Lilly erklärt aber auch die Grenzen der Unsterblichkeit, von der Lotta am Filmset hörte: "Aber ganz unsterblich sind auch wir nicht. Wir sterben vielleicht nicht an Altersschwäche, aber die Sonne kann uns gefährlich werden. Und auch außer der Sonne gibt es andere Möglichkeiten, an denen wir sterben können." Sie sieht Lotta an. "Aber auch du wirkst ein wenig ungewöhnlich. Woher hast du das Fechten eigentlich gelernt?"

Mhm, Sonne ist ein Problem? Das wäre ungünstig auf dem überaus sonnigen Eiland Takatua. Es gibt wenig nächtlichen Schatten. Und ganz so unsterblich sind Vampire also nicht. Aber diesen Fliegen und unvermittelt bei seinem Angreifer auftauchen können … Wenn es keine Rückkehr nach Takatuka geben sollte oder sie von dort erneut fliehen müsste, weil es nichts mehr gibt oder die Kräfte zu übermächtig sind, würde sie wohl erst einmal hierher zurückkehren. Hier hätten sie und ihre Tochter zumindest ein Heim, ihre Villa Långstrump. Irgendjemand müsste es halten, bewachen, während sie fort ist, vielleicht auch übernehmen – wenn sie nicht zurückkehrte. Aber wenn sie hierbliebe oder wiederkäme, wäre vielleicht ein Dasein als Vampir günstiger, um der Nähe der Docks zu leben ... Lotta muss sich das weiter durch den Kopf gehen lassen.

„Fechten?“ Lotta steigt wieder bei Lillys Frage ein. „Das hat mir mein seliger Vater, Käpt'n Efraim Långstrum, in jungen Jahren schon beigebracht.“ Lotta schweift einen Moment gedanklich auf ihr Eiland ab … „Er ist … kürzlich verstorben.“ Sie lenkt schnell um auf vorherige Gesprächsfetzen, bevor sie Trauer überkommt. Wenn sie schon beim Thema Familie sind … „Phil ist also dein Bruder. Donnerwetter und mir war noch durch den Kopf gegangen, dass es sonderbar ist, dass du die gleiche rote Haarfarbe wie dein ‚Chef‘ hast. Geschwister also!“ Lotta lacht: „Da hätte ich auch selber draufkommen können.“ Es konnte also innerhalb einer Familie einer ein Vampir sein und der andere … nicht. „Ich rufe Phil an, sobald ich wieder fitter bin. Das freut mich, dass ihm meine Früchte gefallen …“ Lotta hält einen Moment inne … „Wie wird man eigentlich ein Vampir? Wie bist du einer geworden? Wenn dein Bruder keiner ist … lag es wohl nicht an gemeinsamen Eltern.“ Lotta erinnert sich an eine andere spitzohrige junge Frau: „War das … eigentlich … deine Tochter in der Rocknacht?“ Und ist dieser Vik – wohl für Viktor - den Lilly vorhin für die Fenstermaße anrief … dann der Vater dieser jungen Frau? Lotta schaut nach dem Notizzettel auf dem Nachttisch, den Lilly ihr vorhin mit den Fenstermaßen und -materialien gab. Sie wird ihn morgen mit dem Handy abfotografieren. Diese recht praktische Funktion hat Lotta schon gelernt. Dann kann sie die Notizen später mal Maryama zum Vorlesen über Telefon schicken, wenn sie wieder in ihrer Werkstatt ist und alles zusammensucht. Oder Benjamin und Ellie haben Zeit, schon mal gegenzulesen, während sie alles einsammelt. Was die beiden wohl sagen würden, dass sie einen Vampir kennengelernt hat. Ob sie es ihnen erzählen sollte?

Maryama wird auf jeden Fall staunen, dass sie jetzt als ‚Handwerksassistentin‘ ebenfalls zu Lilly eingeladen ist. Lilly war vorhin der Meinung, dass Terence ihr wohl keine richtige Adresse angegeben hatte bei seinem Einbruch. Aber Lotta ist dennoch beruhigter, Maryama gewarnt zu haben. Und … Lotta wird diese Adresse mal genauer unter die Lupe nehmen. Grundlos hat dieser Terence die nicht genannt … Lillys Wohngegend scheint auch nicht ganz ohne zu sein. Lotta ruft sich gerade nochmal Lillys Worte dazu ins Gedächtnis: "Du solltest dich nicht vom Ruf meiner Heimat abschrecken lassen. Solange du tagsüber vorbeikommst, wird dich kein Vampir belästigen. Du darfst halt nicht den Fehler machen, es abends zu versuchen, denn nicht jeder würde die Chance auf einen überraschenden Abendsnack ungenutzt lassen. Aber was meine Familie betrifft, so werden sie sich wohl zurückhalten, wenn ich sie darum bitte." Mhm, zum Abendbrot wird sie keine Einladung ins Lillys Haus annehmen, wenn die Nachbarschaft nachts so ungastlich ist und den Gast verspeist.

Lotta ergänzt ihre Fragen zum Vampirdasein und zu Lillys Familie noch um eine entscheidende: „Und bleibt man ewig ein Vampir? Ist das irreversibel?“ Jaaa, Lotta hat letztens ein schweres Fremdwort aufgeschnappt … am Set von ‚Pirat-Planet Number 9 … Sie setzt es jetzt überall ein, wo es ihr passend erscheint.

Die Lider fallen zwar schon wieder langsam zu, nachdem sie sie noch einmal weit aufriss bei Lillys Fledermauspirouetten in ihrem Schlafzimmer. Aber d a s würde Lotta noch zu gern wissen. Kann man d a s auch hin und her wandeln – das Vampirdasein? Ihr Kopf sinkt schon etwas tiefer Richtung Kopfkissen, aber noch immer lächelt sie Lilly aufmunternd zu, während sie schläfrig nuschelt: “Er …uuaaahh …schäl bidde weida …“


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 12:52 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:23)
avatar  Knox
#114
avatar
Hausmeister

Lilly muss grinsen, als Lotta sich über ihre Fledermausgestalt so begeistern kann. Auf die Frage, woher sie fechten kann, erzählt Lotta von ihrem Vater Käpt'n Efraim Långstrum und erwähnt, dass dieser kürzlich gestorben sei. Lilly merkt, dass ihr das Thema unangenehm ist und beschließt, es für heute fallen zu lassen. Vielleicht würde sie wann anders darauf zurückkommen, aber nicht, wenn Lotta ohnehin schon so geschwächt ist.

„Phil ist also dein Bruder. Donnerwetter und mir war noch durch den Kopf gegangen, dass es sonderbar ist, dass du die gleiche rote Haarfarbe wie dein ‚Chef‘ hast. Geschwister also! Da hätte ich auch selber draufkommen können. Ich rufe Phil an, sobald ich wieder fitter bin. Das freut mich, dass ihm meine Früchte gefallen. Wie wird man eigentlich ein Vampir? Wie bist du einer geworden? Wenn dein Bruder keiner ist … lag es wohl nicht an gemeinsamen Eltern.“ Sie wusste es also tatsächlich nicht. "Du stellst mir diese Fragen, ohne zu wissen, wie man ein Vampir wird? Ich dachte du..." Lilly unterbricht sich. Vielleicht ist es tatsächlich nur Neugierde gewesen. Sie seufzt und fängt wieder von vorne an. "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder, deine Eltern sind Vampire, dann wirst du auch als einer geboren. So wie es bei meiner Tochter der Fall ist. Oder aber du fragst einen Vampir, dem du vertraust, ob er dir das ewige Leben schenkt und dich verwandelt." Sie spart sich die Details, wie genau das abläuft. Stattdessen schärft sie Lotta ein: "Aber es ist irreversibel." Auch danach hatte Lotta noch gefragt. "Es ist eine Entscheidung, die man... die du nicht innerhalb von fünf Minuten treffen solltest. Und natürlich sind die Vampire auch wählerisch, wen sie verwandeln wollen und wen nicht." Schließlich gibt es keinen Grund, sich einfach so Konkurrenz ins Haus zu holen. Hinz und Kunz würden also nicht verwandelt werden, so sehr sie sich auch nach Unsterblichkeit sehnen mochten. "Du musst also genau abschätzen, wen du fragst... und wann... wenn du verwandelt werden willst. Ich könnte es schon machen, aber nicht, solange du nicht etwas Zeit zum Nachdenken hattest." Natürlich hat Lotta nie gesagt, dass es tatsächlich ihr Wunsch ist, verwandelt zu werden, aber für Lilly klingt es so, als würde sie zumindest mit dem Gedanken spielen. "Sorry, falls deine Fragen einfach nur Neugierde waren und nichts weiter. Ich will dir nichts unterstellen. Aber falls du tatsächlich mit dem Gedanken spielst, solltest du auf meinen Rat hören: Lass dir Zeit!"

Dann lächelt Lilly: "Bei mir war es Viktor, der mich verwandelt hat. Auch mir ist diese Entscheidung damals nicht leicht gefallen, aber bereut habe ich sie nicht."

„War das … eigentlich … deine Tochter in der Rocknacht?“
, fällt Lotta ein neues Gesprächsthema ein. Lilly antwortet: "Viola? Aber ja, das ist sie. Lass dich von ihrem manchmal etwas groben Wesen nicht verunsichern. Auch sie ist kein Monster, auch wenn sie manchmal so tut. Aber auch sie ist bereit, sich auf Freundschaften einzulassen. Frag Nio, wenn du mir nicht glaubst."



“Er …uuaaahh …schäl bidde weida …“ Es ist ganz offensichtlich, dass Lotta sich vor Müdigkeit kaum wach halten kann und vielleicht nur noch die Hälfte mitbekommt. "Schlaf du dich lieber aus!", sagt Lilly nur. Sie verwandelt sich erneut und flattert zum Fenster, um rauszuschauen.



Lottas Haus bietet einen schönen Blick auf das Meer. Selbst jetzt noch ist Möwengeschrei zu hören. Die Nacht würde nicht mehr ewig andauern, aber wenn sie sich jetzt auf den Rückweg machen würde, käme sie noch vor Sonnenaufgang nach Hause. Da sie in Fledermausgestalt nicht reden kann, verwandelt sie sich wieder zurück und sagt: "Bis dann. Melde dich am besten vorher, wenn du zur Reparatur vorbei kommen willst, damit wir vorbereitet sind!" Lotta gibt keine Antwort. Offenbar ist sie bereits eingeschlafen. Ob sie den Satz überhaupt noch mitbekommen hat? Doch Lilly belässt es dabei. Sie verlässt das Haus und macht sich auf den Heimweg.

Ort: Forgotten Hollow, Villa Blutrose

Als Lilly schließlich nach Hause kommt, erkennt sie gleich an der erleuchteten Tür, dass jemand zu Hause ist. Offenbar sind Viktor und Viola also bereits von ihrer Jagd zurück. Aber Vik war ja auch daheim, als sie ihn nach den Fenstermaßen fragte. Sie spart es sich, das schwere Tor zum Grundstück zu öffnen sondern flattert in Fledermausgestalt einfach drüber.



Lilly - Nächster Post


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 12:52
avatar  Knox
#115
avatar
Hausmeister

Lotta ist sich nicht sicher, ob sie schon schläft oder noch wacht …"Schlaf du dich lieber aus!" … wer hat das gesagt? Da, wieder ein Lufthauch, ein Flügelschlag … Lotta liegt irgendwie in Seitenlage. Sie hatten doch über einiges noch gesprochen … Wo ist Lilly? Lotta erinnert sich doch deutlich … kann sich aber vor Schwäche kaum mehr bewegen:

Lilly hatte Lotta noch recht genau erklärt wie man zum Vampir wird, sie aber auch ein bisschen zweifelnd angeschaut und sich wohl gefragt, warum Lotta das alles wissen wollte … und doch noch so wenig weiß: "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder, deine Eltern sind Vampire, dann wirst du auch als einer geboren. So wie es bei meiner Tochter der Fall ist. Oder aber du fragst einen Vampir, dem du vertraust, ob er dir das ewige Leben schenkt und dich verwandelt." Tja, Lotta kommt von einem Eiland, wo man nie von Vampiren hörte. Bei all der Sonne wären die da auch nicht gut aufgehoben gewesen. Lotta kommt sich etwas ungebildet vor. Hier schien wohl jeder zu wissen wie das mit dem Vampirdasein so ist. Ihre spärlichen Kenntnisse stammen nur von einem Filmset. Wenn sie doch endlich auch einfach lesen könnte …Sie hätte sich alles Mögliche schon angelesen. Die Sims hier lesen den ganzen lieben langen Tag … auf ihrem Handy, in der Bibliothek, Plakate in der Stadt …

Hm, s i e müsste also Lilly fragen … Die machte ihr aber ziemlich deutlich, dass es keine leichtfertige Entscheidung ist: „Aber es ist irreversibel. Es ist eine Entscheidung, die man... die du nicht innerhalb von fünf Minuten treffen solltest. Und natürlich sind die Vampire auch wählerisch, wen sie verwandeln wollen und wen nicht. Du musst also genau abschätzen, wen du fragst... und wann... wenn du verwandelt werden willst. Ich könnte es schon machen, aber nicht, solange du nicht etwas Zeit zum Nachdenken hattest." Nein, leicht würde sie sich eine solche Entscheidung nicht machen wollen, vor allem, wenn sie nicht umkehrbar ist. Das hatte sie schon geahnt, dass man dann viel bedenken muss, vor allem Beziehungen zu anderen Sims. Lotta bekommt noch alles mit, aber weitreichende Entscheidungen würde sie heute natürlich nicht treffen. Sie weiß, dass sie auch schon einfach allein durch den Blutverlust heute recht geschwächt und müder als sonst ist.

Lilly schien zwischendurch zu glauben, dass Lottas Fragen nur Small Talk sind: "Sorry, falls deine Fragen einfach nur Neugierde waren und nichts weiter. Ich will dir nichts unterstellen. Aber falls du tatsächlich mit dem Gedanken spielst, solltest du auf meinen Rat hören: Lass dir Zeit!" Lotta möchte natürlich gerne wissen, mit wem oder was sie es zu tun, um Lilly besser einschätzen zu können. Des Weiteren waren ihr Lillys Kräfte imposant erschienen. Lottas Sinnen und Trachten ist hauptsächlich darauf ausgerichtet, ihre Liebsten zu beschützen – allen voran Töchterchen Takatuka. Sie würde nach jedem Strohhalm greifen, seit sie ihre schwindenden Kindheitskräfte in dieser Welt immer mehr vermisst. Mit Lillys nächsten Worten wurde Lotta aber auch klar, dass die Motivation die richtige sein muss, sich verwandeln zu lassen. Sonst würde sich ein Vampir wohl auch gegen einen entscheiden können. Lilly lächelte als sie ihre Verwandlung beschrieb: "Bei mir war es Viktor, der mich verwandelt hat. Auch mir ist diese Entscheidung damals nicht leicht gefallen, aber bereut habe ich sie nicht." Dann ist er wohl wirklich der Vater von einer gemeinsamen Tochter Viola. Lilly scheint ihn wirklich gern zu haben. Dann will Lotta sich auch bemühen, ihn in einem neuen Licht zu sehen, wenn sie sich wieder begegnen.

Lilly schien sehr bemüht, ihre Tochter wie zuvor schon Viktor in einem besseren Licht erscheinen zu lassen als ihnen wohl allgemeinhin zugesprochen wird: "Viola? Lass dich von ihrem manchmal etwas groben Wesen nicht verunsichern. Auch sie ist kein Monster, auch wenn sie manchmal so tut. Aber auch sie ist bereit, sich auf Freundschaften einzulassen. Frag Nio, wenn du mir nicht glaubst." Lilly erklärte immer wieder, dass sie keine Monster seien. So etwas hatte Lotta nie angenommen, aber im Lokal erlebt, wie einfach Schmäh über Lilly ausgeschüttet wurde. „Warum sollte ich dir nicht glauben, Lilly?“, fragt Lotta schon recht schläfrig. „Du bist doch kein Monster und deine Tochter sicher auch nicht … … … und ich werde … nichts … leichtfertig entscheiden … … …
… Er …uuaaahh …schäl bidde weida …“


Zum Schluss kann sie kaum mehr sprechen, aber ihr Geist schläft weniger als ihr Körper … Lilly ist kurz weg und plötzlich wieder da: "Bis dann. Melde dich am besten vorher, wenn du zur Reparatur vorbeikommen willst, damit wir vorbereitet sind!" Lotta kann nicht mehr reagieren, aber es tönt in ihr nach ‘melde dich …, melde dich …, melde dich …‘ Ein Lufthauch streift wieder Lottas Haar …Sie hört … nichts mehr.

Zzz zzz zzz …

In der restlichen Nacht wird Lotta immer mal wieder kurz wach, wenn sie ein seitlicher Schmerz durchzuckt. Sie ist zu erschöpft, schläft immer wieder bleiern ein. Irre Träume durchfurchen ihr Gehirn: Die Apokalypse … auf Takatuka, Mengen von Fledermäusen flattern aus irgendwelchen Höhlen hervor … Piraten, die sich gegen sie verteidigen … Eine Riesenfledermaus ergreift plötzlich den sich aufbäumenden Tanuí … reißt ihn mit sich fort. Lotta will schreien … kann nur stumm den Mund aufreißen … … …

Schweißgebadet wird Lotta im Morgengrauen wach. Lilly muss irgendwann gegangen sein. Lotta schleppt sich ins Bad. Sie muss was trinken, aus diesen Sachen raus. Der Schnitt ist wieder leicht aufgeplatzt, Blut durch den Mullverband gedrungen. Sie lässt heißes Wasser in einen Becher wie auch die Wanne laufen, wirft in beides Kräutermischungen hinein. Sie hat keine Kraft, Teewasser im Erdgeschoss aufzubrühen, noch sich umständlich am Waschbecken zu waschen und die Wunde erneut zu säubern. Sie lässt sich mit dem heißen Becher langsam in das heiße Wasser der Wanne gleiten und innerlich wie äußerlich die ätherischen Zusätze der Kräuter wirken … Sie darf nicht wieder einschlafen, sonst ertrinkt sie. Sie müsste was essen, aber sie hat noch immer keine Kraft, ins Erdgeschoss zu gehen. Mit etwas Kräutersud im Bauch und neuem Mullverband um den Leib zieht sie nun wirklich Nachtzeug an – für den Tag und schwankt zu ihrem Bett zurück, lässt sich zwischen die Laken gleiten und ist trotz noch immer ziehenden Schmerzes binnen von Sekunden weg. Das letzte, was sie noch wahrnimmt, ist Lillys Zettel auf dem Nachttisch. Melde dich …, melde dich …, melde dich …


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 12:54 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:23)
avatar  Knox
#116
avatar
Hausmeister

Lotta wacht erneut auf. Es ist noch immer am Morgen. Dieser ziehende Schmerz an der Seite von der Stichwunde lässt sie nie lange schlafen. Kann sie, will sie aufstehen? Nein, nicht wirklich, aber sie muss ins Bad! Auch wenn sie sich hungrig fühlt, mag sie sich noch immer nicht wirklich erheben und die Treppe runtergehen. Nicht auszudenken, sie würde sie vor Schwäche runterstürzen. Lotta hievt sich unter Schmerzen nur für einen kurzen Gang ins Bad hoch … und nochmal ein paar Schlucke Wasser, um die Kehle zu befeuchten. Dann wankt sie zurück zum Bett. Sie bleibt auf der Bettkante sitzen, blickt noch einmal auf Lillys Zettel mit den Fenstermaßen. Bevor der verloren geht, sollte sie ihn zumindest schon mal abfotografieren. Sie greift nach ihrem Handy, dass neben dem kleinen Papier auf dem Nachtisch liegt und lichtet ihn ab.

Ein paar Telefonate würde Lotta heute sicher auch noch schaffen. Alma wollte sie noch anrufen, für die Party danken und mal nachfragen, ob sich Alexanders Geldbörse wieder angefunden hat. Sie wäre beunruhigter als Nikolai. Vielleicht war ja so ein Geselle wie dieser Terence auf der Party unterwegs und hat Portemonnaies entwendet ... Es war zwischendrin ja sehr unübersichtlich geworden. Lotta schauert in Gedanken an diesen Terence. Das hätte ihr Ende sein können, wenn Lilly nicht gekommen wäre … Lotta fröstelts so wie am Abend zuvor nach der Stichverletzung und dem Blutverlust.

Maryama hat sich noch nicht gemeldet. Hoffentlich geht‘s ihr gut und sie liegt nicht in irgendeinem Krankenhaus … Aber jetzt zuerst einmal Alma angerufen. Müsste von der Zeit her schon gehen.



Geht auch gleich jemand ran. „Hallo Alma, hier Lotta. Du, ich hatte gar keine Gelegenheit mehr gehabt, dir noch für die tolle Party und die Bewirtung und alles zu danken. Normalerweise hätte ich mich noch verabschiedet …“ Lotta muss einen Moment innehalten. Zum einen zieht wieder schmerzliche Qual durch ihren Körper, wenn sie sich auch nur etwas falsch bewegt, zum andern überlegt sie noch wie sie das Gespräch auf den irrwitzigen Partyverlauf bringen kann. Hatte Alma den überhaupt mitbekommen oder … selber an der Bowle gelitten? „…, aber es gab ja am Ende ein bisschen Tumult … mit einer Bowle … und irgendwie war ich nachher in einem Taxi … schon auf der Heimfahrt ...“ War da eigentlich eine Getränkeflasche aus ihrem Sortiment beteiligt gewesen, fällt Lotta gerade erschreckt ein. Eine von den Flaschen, die Alexander zubereitet hatte …? Sie zuckt zusammen und mit ihr zuckt auch wieder die Schnittwunde. Aaaarrrggg. Sie kann gerade noch einen Schmerzensschrei am Telefonhörer unterdrücken. „Möglicherweise haben auch einige ihre … Briefbörse verloren. Alexanders ist zumindest fort. Habt ihr beim Aufräumen vielleicht was gefunden …? Und wie geht es dir überhaupt? Ich hoffe, d u hast nichts von der Bowle erwischt …“


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 12:59
avatar  Knox
#117
avatar
Hausmeister

Alma ist so gut gelaunt wie Lotta sie bisher kennengelernt hat. Ein wunderbares Naturell, denkt Lotta als Alma ihr versichert, dass es in Ordnung ist wie Lotta so mir nichts dir nichts von der Party verschwand ohne sich zu verabschieden: "Ach, mach dir nichts draus. Schön, dass Du da warst. Die Party war absolut gelungen." Von der Bowle scheint Alma nichts zu wissen: "Nein, wirklich, alles gut. Ich weiß gar nicht, was genau passiert ist. Mein Bruder war nur sauer und ich musste mich übergeben." Oh, das klingt gar nicht gut. Lotta erstaunt es, dass Nael auf Alma sauer gewesen sein soll. Warum? Alma schließt schnell eine freundliche Botschaft an Lotta an: "Nael war auch sehr erfreut dich zu sehen. Und Julius, mein Cousin, auch." Gab es Knatsch nach der Party unter den Geschwistern?

„Ja, ich habe mich auch sehr gefreut, deinen Bruder auf der Party zu treffen und festzustellen, dass ihr verwandt seid. D a s war vielleicht eine Überraschung! Ich hab‘ Nael mal beim Angeln hier an den Docks hinter meinem Haus kennengelernt und ihn neulich noch an einer anderen Angelstelle wieder getroffen. Er erzählte mir, dass ihr früher mal hier in der Nähe meines Hauses gewohnt habt. Richte ihm schöne Grüße aus und deinem Cousin Julius auch bitte.“ Lotta hakt lieber nicht weiter nach, weswegen Nael sauer sein könnte. Sie kann sich den freundlichen Nael gar nicht ärgerlich vorstellen. Aber dass Alma sich übergeben hatte? Hatte sie etwa auch …? Alma meinte, sie hätte nur ein Glas von der Bowle genommen, aber mehr war es bei Maryama wohl auch nicht gewesen und es ging so … schnell: „Das tut mir ja sehr leid, dass dir schlecht war auf der Party, Alma. Aber du warst wohl nicht die einzige, der es so ging. Alexander wie auch Maryama ist auch schlagartig nach wohl wenigen Schlucken übel und schwindelig geworden. Es muss die Bowle gewesen sein. Es waren sogar Rettungssanitäter dort, die das ganze vielleicht noch untersuchen. Da war was drin, glaube ich …. Aber Hauptsache, du bist heute wieder wohlauf. Das beruhigt mich doch sehr.“ Lotta schmunzelt: „Na hoffentlich hast du keinen Schabernack angestellt, von dem du nachher nichts mehr weißt …“ Lotta denkt an ihren eigenen Absturz im Restaurant und an die Fotos dazu, die auf der Party gezeigt wurden. Alma hat offensichtlich nichts davon mitbekommen. Wird wohl wirklich alles nur halb so schlimm sein.

Eine Briefbörse war noch nicht gefunden, beziehungsweise Alma wusste es nicht. Der gute Nael hatte alles aufgeräumt. Nael muss ein sehr verantwortungsvoller Sims sein. Alma weiß auch nichts davon, ob auch andere Geldbörsen vermisst werden. Vielleicht ist sie Alexander wirklich nur rausgerutscht als er taumelte. Aber diese scheinbar präparierte Bowle … Mia ist Lotta noch immer sehr undurchsichtig. „Ja, frag Nael ruhig mal, ob was gefunden wurde. Ihr könnt euch dann ja bei Alexander melden.“

Lotta verzieht das Gesicht. Gerade meldet sich wieder die Schnittwunde, zieht durch den ganzen Körper. Sie muss sich bald wieder hinlegen. Ihr fällt aber noch ein, dass Alma ja auch schon baldige Reiserückkehrer erwarten müsste: „Deine Eltern kommen ja auch bald wieder. Du freust dich sicher auch schon auf sie. Ich hab‘ gestern kurz mit ihnen telefoniert. Mein Töchterchen und den Wolf vermisse ich auch schon sehr. Das Haus ist so leer ohne sie. Geht dir bestimmt genau so mit deinen Eltern, Alma. Hannah und José sind wirklich zwei sehr warmherzige Sims.“ Lotta krümmt sich beim Sitzen, liegt schon fast wieder. „Vielleicht mache ich den beiden zum Dank noch was warmes Leckeres zum Mittag oder zum Abendbrot je nachdem, wann sie mit Takatuka und Böser ankommen. Also, wenn ihr mögt und Zeit habt, seid ihr drei Daheimgebliebenen natürlich auch herzlich eingeladen, dazu zu kommen - als kleine Revanche für die wundervolle Party.“ Lotta liegt schon wieder rücklings auf dem Bett, zieht die Beine nach. Oh Schmerz, oh Pein! Sie lauscht liegend auf Almas Rückmeldung …


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 13:00
avatar  Knox
#118
avatar
Hausmeister

"Hat Nael deine Handynummer? Dann kann er sich ja auch noch mal melden, falls er was findet. Die Nummer von Alexander habe ich, die kann ich meinem Bruder auch geben." Alma hörte weiter zu.

„Deine Eltern kommen ja auch bald wieder. Du freust dich sicher auch schon auf sie. Ich hab‘ gestern kurz mit ihnen telefoniert. Mein Töchterchen und den Wolf vermisse ich auch schon sehr. Das Haus ist so leer ohne sie. Geht dir bestimmt genau so mit deinen Eltern, Alma. Hannah und José sind wirklich zwei sehr warmherzige Sims. Vielleicht mache ich den beiden zum Dank noch was warmes Leckeres zum Mittag oder zum Abendbrot je nachdem, wann sie mit Takatuka und Böser ankommen. Also, wenn ihr mögt und Zeit habt, seid ihr drei Daheimgebliebenen natürlich auch herzlich eingeladen, dazu zu kommen - als kleine Revanche für die wundervolle Party.“

Alma denkt nach. Das hört sich gut an. "Gerne, ich gebe hier mal Bescheid und melde mich dann bei dir." Auf ihre Eltern wollte sie nicht näher eingehen, schließlich war es noch immer sehr komisch für sie, weshalb ihre Eltern so an der kleinen Takatuka hingen. Sie wusste auch gar nicht mehr genau, wann ihre Eltern heim kämen. "Wann wollten meine Eltern bei dir sein?"


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 13:04 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:23)
avatar  Knox
#119
avatar
Hausmeister

Lotta hört gerade von Alma: "Hat Nael deine Handynummer? Dann kann er sich ja auch noch mal melden, falls er was findet. Die Nummer von Alexander habe ich, die kann ich meinem Bruder auch geben." Hatte sie die Rufnummern mit Nael getauscht? Lotta weiß es nicht mehr. Wahrscheinlich nicht. Sie hatten sich nur zu losen zufälligen Angeltreffen verabredet. Er wusste ja zumindest die ganze Zeit, wo sie wohnt … „Ich glaub‘, meine Rufnummer hat er nicht, kannst sie deinem Bruder aber gerne geben.“

Auf Lottas Einladung zu einem Essen mit den Reiserückkehrern hin erwidert Alma: "Gerne, ich gebe hier mal Bescheid und melde mich dann bei dir." Alma scheint nicht zu wissen, wann ihre Eltern heimkommen: "Wann wollten meine Eltern bei dir sein?" Lotta wundert sich ein bisschen. Die Übelkeit muss wohl doch ein bisschen zu viel für Alma gewesen sein. „Morgen wollten sie zurückkommen. Wann sie aber genau von so einer weiten Fahrt eintrudeln ist natürlich immer etwas ungewiss. Aber vor späten Mittag sei nicht damit zu rechnen. Ich bin einfach den ganzen Tag zuhause und bereite schon ein bisschen vor, was ich dann schnell auf den Tisch zaubern kann.“ Morgens könnte sie noch ein bisschen angeln gehen und endlich mal die Pflanzen im Wintergarten abernten. Vielleicht ein paar Säfte aufsprudeln. Das muss heute noch alles liegen bleiben. Lotta ist noch zu erschöpft. Vielleicht schafft sie es ja, später schon mal ein bisschen aufzustehen und länger rumzulaufen.

„Hannah wollte sich morgen etwa eine Stunde vor Eintreffen nochmal melden, damit ich zuhause bin. Wir können ja dann nochmal kurz telefonieren, ob ihr drei dazu kommt. Dann würd' ich sagen, lass uns Morgen weiter telefoniere, Alma. Mach's gut.“ Lotta lässt ihre Hand mit dem Handy erschöpft auf den Nachttisch neben sich sinken, erhebt sich nochmal gequält, um nun richtig unter die Bettdecke zu schlüpfen und weiter zu schlafen …


 Antworten

 Beitrag melden
13.04.2023 13:38 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:24)
avatar  Knox
#120
avatar
Hausmeister

Gegen Mittag wird Lotta erneut wach. Sie versucht sich zu orientieren. Was ist heute für ein Tag? Welche Tageszeit ist eigentlich gerade? Die Sonne scheint grell zum Fenster herein, steht hoch am Himmel. Es ist wohl Mittag. Langsam erinnert sich Lotta wieder an das Telefonat am Morgen mit Alma … Auuuu. Falsche Bewegung. Ja, und jetzt erinnert sich Lotta auch wieder an den Überfall gestern Nacht und warum sie noch am Mittag im Bett liegt. Ihr Magen knurrt vernehmlich. Seit dem Abendbrot gestern Abend hat sie nichts mehr zu sich genommen außer etwas heißes Wasser mit Kräutern am Morgengrauen. Bäääh, war das eine Brühe. Lotta schüttelt sich noch im Nachgang. Sie versucht sich zu erheben und aufzustehen, setzt sich aber sofort wieder auf die Bettkante zurück. Ihr ist unheimlich schwindelig.

Wenigstens einmal ins Bad und den Sud versenken … Lotta hievt sich nochmals hoch, stützt sich an Schränken und Wänden vorsichtig ab. Zumindest ist der Wundschmerz nicht mehr so massiv ausgeprägt. Gutes Zeichen, aber trotzdem noch recht schmerzhaft und bewegungseinschränkend. Sie muss mal sehen, wie das Morgen wird, wenn Hannah und Takatuka zurückkehren. Sie sollte irgendeine gute Erklärung parat haben, denn das eine oder andere Mal wird sie sicherlich das Gesicht verziehen, wenn Takatuka auf sie losstürmt und sie ihr Töchterchen hochhebt.

Endlich hat Lotta das Bad erreicht, sich erleichtert, anschließend etwas Wasser ins Gesicht gespritzt und diesen faden Kräuternachgeschmack weggegurgelt. Nochmal schnöden ‚Kräutertee‘? Nee, lieber nur ein paar Schlucke Wasser. Lotta prüft den Verband. Außer einer kleinen rötlichen Austrittsspur sieht alles in Ordnung aus. Sie hat ihn ja in den frühen Morgenstunden gewechselt. Schafft sie jetzt die Treppe? Lotta hält sich am Beckenrand fest. Das Schwindelgefühl ist noch nicht vorüber. Ohne was zu Essen bleibt sie einfach etwas geschwächter. Lotta schaut sich im Bad um. Dort liegt immer noch in einer Schüssel das eingeweichte, blutdurchtränke Zeug von gestern Nacht. Muss stehen bleiben … Morgen, bevor die Gäste kommen, wird sie sich drum kümmern. Heute wohl nicht mehr.
Lotta wankt wieder aus dem Bad, hält sich unentschlossen an einem Schränkchen fest. Uy, Richtung Treppe liegt noch … ihr ‚Besteck‘. Sie hatte einfach alles oben stehen und fallen lassen, wie sie mit Lilly die Treppe raufgetorkelt war. Für Lilly war es ja egal gewesen. Die weiß ja nun Bescheid über Lottas Gerätschaften. Das muss Morgen auch weg sein … zurück in die Truhe. Lotta versucht Freihand einen Schritt Richtung Treppe … Ups, doch noch festhalten. Sie fällt gegen den Schrank zurück. Ayyy, da hat die Wunde wieder deutlich gezogen … Also auch erst Morgen! Und Mittagessen fällt wohl auch flach! Lotta bleibt nichts anderes übrig als zurück zum Bett zu schleichen. Sie stützt sich gerade auf die Bettkante auf als ihr ein Leuchten am Handy auffällt. Lotta setzt sich und nimmt das Teil zur Hand. Was ist das für ein Zeichen? Das kennt sie nicht. Ob das … von Maryama ist? Lotta hat bisher noch nichts gehört. Hoffentlich liegt sie nicht komatös im Krankenhaus und dies ist ein Zeichen von der Klinik … Aber wieso sollte die Klinik mich kontakten? Weil sie meine Nummer auf ihrem Handy gefunden haben, überlegt sich Lotta gerade. Angehörige hat Maryama ja nicht mehr. Einfach mal drauf drücken …



"Hallo Lotta, ich habe deine Nachricht erhalten, mach dir keine Sorgen, mir geht's gut. …“ Huch, Maryama ist direkt dran! „Hallo Maryama, schön dich zu hö …“

Lotta ist verwirrt. Maryama redet einfach weiter: „Ich hab Browneye zu mir nach Hause geholt und besuche gleich die neuen Nachbarn. Nach deiner Warnung werde ich erst recht die Augen offen halten, danke dafür! Fühl dich lieb gedrückt, wir hören voneinander. Schick mir einfach auch so eine Sprachnachricht, das macht es für alle leichter. Du siehst in dem Feld, in dem man sonst tippt ein kleines Mikrofon, drück da drauf, halte es gedrückt und sprich deinen Text...dann abschicken und fertig. Bis bald meine Liebe. Pass du auch auf dich auf."

Sprachnachricht! Wieder was Neues für Lotta. Mit großen Augen blickt sie auf dieses Gerät. Die Wunder der Moderne! Maryama geht es aber erstmal gut, das ist das Wichtigste. Und Lotta kann … jetzt selber Nachrichten senden? Einfach in das Gerät plappern? Das eröffnet ja … ungeahnte neue Möglichkeiten. Lotta lächelt selig. Wen kann sie jetzt alles vollsülzen? Oh, diesen blöden Regisseur, der nie die Klappe hält und dem sie schon immer mal die Meinung geigen wollte wegen seiner dämlichen Anweisungen. Der hat vom Fechten nicht die leiseste Ahnung und sie kommt nie zu Wort, um ihm zu sagen, wie unprofessionell er sie nötig, das Schwert zu führen … Oder, oder lustige Nachrichten an Takatuka, Hannah und José? Oder, oder … Na, erstmal eine Sprachnachricht zurück an Maryama: „Liebste Freundin, ich bin ja heilfroh, dass du nach der Party wohlauf bist und freue mich, dass Browneye endlich bei dir ist. Du hast ja so lange schon drauf gewartet.“ Lotta unterbricht sich einen Moment. Maryama ist unterwegs zu d e n Nachbarn? Etwa zu …? Sie erschrickt innerlich, beruhigt sich dann aber wieder selber. Lilly hatte ja gemeint, dass sie nicht wirklich glaube, dass dieser Terence unter der angegebenen Adresse direkt neben Maryama wohne. Und Maryam ist zumindest gewarnt und will vorsichtig sein.

Lotta entscheidet sich, Maryama jetzt nicht weiter mit diesem Terence zu beunruhigen. Stattdessen will sie ihr von Lillys Auftrag und Einladung erzählen: „Stell dir mal vor, wenn ich gestern … zufällig getroffen habe …! Lilly! Sie hat uns beide zu sich nach Hause eingeladen.“ Lotta stoppt wieder. Äh, wie erklärt sie jetzt eigentlich ihre Warnung vor Terence und … dass es sich um eine Reparatur bei Lilly handelt …? Hm, hm, hm … Ah, ja: „Weißt du, dieser Terence, vor dem ich dich gewarnt habe …, der ist bei Lilly eingebrochen und hat ein Fenster kaputt gemacht, dass ich jetzt reparieren soll – mit deiner Hilfe. Lilly hatte … von meiner Werkstatt gehört …“ Ja, so müsste es gehen. Lotta ist mit ihrer Erklärung ganz zufrieden. „Lilly hat mir die Maße aufgeschrieben. Ich schicke dir ein Foto von der Notiz und … mit dieser superneuen Sache – Sprachnachricht – kannst du mir ja die Notiz vorlesen. Dann kann ich mir das beim Abmessen in der Werkstatt immer wieder anhören ...“, führt Lotta ihre Erklärung zu der Begegnung mit Lilly weiter aus. „Ich wünsche dir alles Liebe, drücke dich in Gedanken ganz doll und freue mich, dich und Browneye bald mal zu treffen.“, schließt Lotta ihre Nachricht ab und schickt das Bild von Lillys Notizzettel hinterher. Prächtig. Das geht ja richtig prima. Sie lässt sich aufs Bett zurückfallen, das Handy an die Brust gedruckt und lächelt die Zimmerdecke an.

So ein Gerät hätten sie auf Takatuka auf die Entfernungen hin auf der Insel auch brauchen können. Und überhaupt, man kann doch hier von überall her weit entfernt telefonieren. Wieso … sollte sie nicht auch von Takatuka aus noch Kontakt halten können? Warum muss sie denn alles hinter sich lassen? Lotta wird auf einmal so fröhlich ums Gemüt. Sie muss gar nicht alle Kontakte abbrechen Vielleicht könnten sie und TanuÍ auch einfach immer mal wieder hierher zu Besuch kommen, auch wenn es fast einen Monat Seereise bedeutet ... Hätten die auf Takatuka Telefone, hätte sie auch längst schon mal anrufen können, nachfragen wie die Lage ist, wie es allen geht … Und dann das Lesen und Schreiben … Nie hatte sich einer auf Takatuka damit befasst. Aber wenn sie das noch vor ihrer Abreise lernt und neben dem Handy auch noch diese und andere Errungenschaften mitbringt, die sie gar nicht mehr missen möchte wie auch diesen größeren viereckigen Kasten da hinten auf dem Bord … Und dann noch fließend Wasser und Strom … Kostet zwar ‚ne Menge jeden Monat, aber, aber …

A B E R! … … … Es gibt keinen Strom auf Takatuka!

Lotta legt das Handy zu Seite, zieht trostlos die Bettdecke wieder über sich, … bis über den Kopf, schluchzt leise vor sich hin. Sie hat keinen Hunger mehr ...


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!