San Myshuno Nr. 8 - Villa Långstrump

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13.04.2023 12:28 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:13)
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Hausmeister

Lotta geht auf ihr Haus zu. Das Geld reichte noch für Nikolais und Alexanders Weiterfahrt mit dem Taxi. Um Alexanders verschwundene Geldbörse und Papiere machte sich Nikolai weniger Sorge, obwohl nun wohl auch ein Führerschein fehlt. Vielleicht findet sich die Börse wirklich auf der Party wieder. Sie kann ja Alma schon mal darauf aufmerksam machen, die Augen offenzuhalten, wenn sie ihr für die Party dankt. Bezüglich Maryama hatte Nikolai sie auch noch beruhigt, dass sie in guten Händen sei. Auch die Sache mit den Fotos hatte sich geklärt. Nikolai hatte Alexander etwas im Hintergrund der Bilder zeigen wollen. Mia und Christine standen nur auch gerade daneben: "Hab mir keinen Kopf um die anderen gemacht die sie sehen... Sind ja keine Skandalbilder dabei wenn du mich fragst. Nur ein paar betrunkene Freunde." Er grinste leicht. "Konnte mir nicht vorstellen warum dich das so stört... und ich wusste auch nicht das du ein Kind hast..." ergänzte Nikolai noch. "Aber... ich mein... wer zu viel in diese Bilder hineininterpretiert ist selbst schuld." Ja genau! Selbst schuld für das Kino, das nach den Bildern folgte, schalt Lotta sich erneut. Wobei sie den Eindruck hatte, dass Mia wie auch Christin nicht glücklich gestimmt auf die Bilder reagierten, obwohl ‚nur ein paar betrunkene Freunde‘ zu sehen waren.

"Sascha hier war doch einfach nur nett. Mehr nicht... oder?" Lotta errötete im Taxi leicht, wurde verlegen bei der Frage, blickte auf ihre ineinander verflochtenen Hände runter: „Ja genau ..., einfach .. nur nett!“ Alexander war wirklich nett gewesen. Sie, Lotta, nur nicht … Auf ihr Leseproblem hatte Nikolai ähnlich Alexander nur leicht erstaunt, aber nicht überheblich oder abfällig reagiert. Auf seine Frage "Wie kommt das?" hatte sie nur kurz geantwortet: „Längere Geschichte. Ein andermal ... Heute sind wir alle schon sehr müde.“ Sie waren gerade am Gewürzmarkt angekommen und Lotta eilig aus dem Taxi mit einem freundlichen Winken und einem „Danke für alles“ ausgestiegen.

Welch irre Nacht … Lotta ist jetzt am Haus angelangt, öffnet die Haustür. Es ist … so still – nach all dem Wahnsinn! Sie horcht in die Dunkelheit hinein … Wie gern hätte sie jetzt ihren Blick noch einmal über Takatukas liebliches Gesichtchen schweifen lassen, hätte geguckt, ob sie schläft und zugedeckt ist, hätte dem Wolf durchs Fell gekrault, bis er schnurrt wie eine Katze. Ja, ehrlich. Er schnurrt wie eine Katze. Lotta ist sich sicher, dass es sich genauso anhört …

… aber das Haus fühlt sich im Moment nur leer an. Kein Geräusch, kein Schnurren …Nichts!

Lotta macht selbst beim Treppensteigen kein Licht an. Das Haus ist ihr zwar sehr vertraut geworden, hat in sich schon etwas Heimeliges – so wie ihre alte Villa Kunterbunt in Schweden. Aber ist s i e hier heimisch? In der Villa Kunterbunt war sie nie allein. Wo ist sie zuhause? Wo soll Takatukas Heim sein …? Lotta kommt oben am Treppenabsatz an, steht vor ihrer Schiffstruhe mit ihren Batikstoffen und Waffen. Auch Takatuka war mal Neuland gewesen als sie mit Dreizehn aus Schweden kam. Ist sie stets auf der Flucht? Lotta verspürt schon wieder ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend wie so oft in letzter Zeit, wenn sie nicht weiß, wofür sie sich entscheiden soll. Schweden, Takatuka, diese Welt … Wo gehört sie hin und …welche Welt existiert noch? Sie war nie wieder nach ihrer vollständigen Übersiedelung auf das Tropeneiland in Schweden gewesen. Wie mit ihren Liebsten geht’s ihr auch mit dem Heimatbegriff. Jeder Ort erfüllt sie gleichermaßen mit Sehnsucht, Erinnerungen … Überall möchte sie gleichzeitig sein und kann es doch nicht ….

Zerrissen? Ja, sie ist innerlich zerrissen. Anders kann man es nicht beschreiben. Zerrissen und entwurzelt.

Mechanisch zieht sie sich im Bad ihr Schlafzeug über, putzt sich die Zähne … Ihr Gesicht sieht ihr erschöpft im Spiegelbild entgegen. Die Nacht ist nicht mehr lang. Sie will sich nur etwas niederlegen, nur ein paar Stunden, nur ein Nickerchen. Morgen früh will sie sich zumindest weiter um Eisenbeschläge kümmern. Sie braucht ein hochseetüchtiges Boot … Sie weiß nicht, was sie auf Takatuka erwarten wird. Sie braucht … auch noch Ausrüstung … mehr zur Verteidigung als nur ihre drei ‚Bestecke‘. Innerlich schnürt es ihr die Kehle zu. Sie merkt, dass sie mehr und mehr Angst vor diesem Schritt zur Rückkehr bekommt. Vielleicht … segle ich mit meiner kleinen Tochter … auch in den Untergang!

Und nicht nur die Angst, was sie erwartet, macht es ihr immer schwerer … Sie ließe mittlerweile auch ebenso schweren Herzens einiges zurück … Aber nachdem sie sich ein bisschen was aufgebaut hatte - Freundschaften, Einkommen, Gartenhandel, Hausausbau, vielleicht sogar ein richtiger Kindergarten demnächst – zerstörte sie vielleicht mutwillig wieder alles …, weil sie sich einfach nicht entscheiden kann. Ihr Rückkehrversuch gerät immer mehr zu einer erneuten Flucht. Diesmal vor Komplikationen und Überforderungen … Lotta wirft sich auf das Bettdeck, nickt nur etwas unruhig ein, wälzt sich schlaflos. Töchterchen und Wolf fehlen ihr so sehr. Sie fühlt sich einsam ohne die beiden.



Sie wird wieder gänzlich wach, fühlt sich gerädert. Die Gedanken kreisen …Sollte sie versuchen, wieder in Schweden Fuß zu fassen? Eines Tages möchte sie Takatuka auf jeden Fall das Land ihrer Kindheit zeigen. Vielleicht wäre ihr Töchterchen dort am besten aufgehoben? Es ist dort wesentlich freundlicher als in diesen Gefilden … Lotta steht auf. In ihrem Bett findet sie keinen Schlaf. Sie geht die Treppe runter ins Kinderzimmer, schaut trostlos auf das leere Bettchen hinunter, faltet sich dann irgendwie zusammen, winkelt die Knie an, so dass sie hineinpasst wie das Schneewittchen hinter den sieben Bergen … Endlich fällt sie ein wenig ins Reich der Träume …



Lotta - Nächster Post


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13.04.2023 12:33 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:14)
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Hausmeister

Lotta - letzter Post


Lotta kommt vom Nachmittagsauftrag zurück. Einen kleinen Dreh gab’s heute nur. Ein recht blödes Stück. Aber Lotta braucht Bargeld auf die Hand. Das Haus hat sie zwar von ihren letzten Piratendukaten aus Takatuka erworben, aber … Sie ist schon sehr sparsam. Zum Glück steckt ihr die Garderobiere Ludmilla am Set immer wieder was an Klamotten zu, die gute Seele, so dass Lotta hier keine Ausgaben hat. Irgendwie hat Ludmilla wohl einen Narren an Lotta gefressen oder sie hat Mitleid, seitdem sie weiß, dass sie noch ein kleines Kind versorgen muss. Heute hat Lotta für den Sommer einen Rock mit Oberteil abstauben können, die ihr gleich gut gefielen. Sie wollte schon damit von dannen ziehen als Ludmilla sie nochmal zurückrief und ihr lächelnd so ein taubenblaues Teil für heiße Tage entgegenhielt: „Das wird dir wundervoll stehen, pack’s auch noch ein!“ – „Ernsthaft, Ludmilla?“ Lotta ist sich erst nicht so sicher, aber nach der Anprobe … ja, wird auch eingepackt. Ludmilla bringt Lotta immer mehr auf neue Geschmacksrichtungen als den ursprünglich dunklen schlichten wie auch dem schrill tropisch bunten aus Takatuker Batiktüchern.

Zuhause angekommen wird erstmal das blaue Teil wieder gezückt, ahhh wie luftig. Die Sonne kocht heute heiß danieder, schmilzt fast die Teerbeläge der Asphaltstraßen. Lotta wirft nochmal ein Blick auf das weitergedeihende Boot neben der Werkstatt im Garten. Ihr fehlen noch einige Eisenbeschläge. Sie muss erneut in die Werkstatt. Ausreichend Geld hat sie aber immer noch nicht dafür. Was sie heute verdient hat, braucht sie allein für die Nebenkosten. Vielleicht … wenn wieder keiner da ist … Die ggf. nötige Verteidigungsstrategie zur Rückeroberung des Eilandes macht ihr auch noch Sorgen. Ein paar Fässchen alkoholische Mixgetränke wären hervorragend. Diese Vulkanpasta wäre auch nicht zu verachten. Erstmal Piraten etwas abfüllen und dann … Wobei Lotta noch immer nicht genau weiß, wer tatsächlich für den heftigen Überfall des Eilandes verantwortlich war … Sie hatte, bevor ihr Vater sie zum letzten Boot führte, nur zwei, drei gestalten in der Häuptlingshütte wahrgenommen und die sahen … anders aus als sonst. Das Gefecht war heftiger als je eines zuvor. Ihre Waffen … Nein, sie kann wirklich nicht sagen, wer oder was das war. Das macht es so schwer einzuschätzen, was sie alles für eine mögliche Verteidigung oder Gegenangriff bräuchte.

Hach, Lotta schaut nochmal das Boot an. Takatuka, Tochter, Wolf. Gestern Nacht hat Lotta nur wenig geschlafen, wild geträumt, sich einsam gefühlt. Auch jetzt ist das Haus noch leer. *seufz* Lotta zückt das Handy. Sie will wenigsten hören, wie es bei Takatuka, dem Wolf und natürlich Hannah und José läuft: „Hallo Hannah, hier Lotta … Ich wollte einfach mal eure Stimmen hören. Geht‘s euch allen gut? Wann seid ihr denn wieder … zurück?“ Sie lauscht aufgeregt in den Hörer.


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13.04.2023 12:35 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:16)
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Hausmeister

Lotta hatte am Nachmittag von Hannah am Telefon vernommen, dass Kind und Kegel wohlauf sind. In ein paar Tagen kehren sie zurück, worauf Lotta sich sehr freut. Jetzt, wo Böser Wolf nachts nicht durch den Garten patrouilliert und mit Takatuka, Hannah und José auf Reisen ist, treibt sich doch wieder einiges Gesindel von den Docks näher am Haus rum, dringt teilweise bis in den Garten der Villa Långstrump vor. Lotta muss selber wieder mehr auf Streifzug gehen. Viktualia erwacht.

„He da!“, ruft sie eine Gestalt kurz vor ihrem Werkstatttor an: „Was machst du hier?“ Erstaunt erkennt Lotta einen der Stuntman vom Set wieder. Sie hatten einige wenige Fechtszenen miteinander. Er ist gut trainiert, recht muskulös, erinnert sie sich! Aber was macht er … in ihrem Vorgarten? Er wird nicht oft beschäftigt, ist nicht sehr beliebt, schnell in Streit … Und einige raunen … er hätte Verbindungen … zur Unterwelt. Hm, Lotta hatte da in einem Filmset von ‚Auf dem Olymp‘ etwas gehört vom … Hades. Irgendwas unterm Berg, also so eine Unterwelt … irgendwie unterirdisch? Sie beginnt gerade zu ahnen, dass ‚Unterwelt‘ nicht Gutes verheißt, sondern wohl sowas wie die Nachtschatten der Docks ist. Oy, er guckt auch … recht finster. „Kommst auf’n Tee zu Besuch, spät in der Nacht oder was?“ Sie erinnert sich nicht mal an den Namen. D a s wird nicht so leicht wie mit den sonstigen Kleinratten schwant Lotta … Aber was zum Teufel sucht er ausgerechnet hier?



„Stunfrau! Mit kleinen Engagements, he?! Und kannst dir von der bisschen Gage diese Hütte leisten? Und auch noch ausbauen? Hah!“, knarzt er mit rauer Stimme. Wird sie beobachtet? Vom wem? „Was für Kohle versteckst du hier noch?“, legt er nach. Oh je, was vermuten d i e? „Lebst hier allein, ohne Kerl! Oder hält dich wer aus, häh?“ Lotta fühlt sich an die Zeit der Villa Kunterbunt erinnert, als auch manch übler Geselle glaubte, ein auf sich allein gestelltes Kind überfallen zu können …Hätte sie doch ihre Kräfte von damals noch. Diesmal hat sie echt Sorge … Und er zieht … einen Degen? Echt jetzt? „Na, Lotta! Diesmal zieh ich dir ein’s über!“ Er lacht gehässig.

„Bist noch sauer … wegen …? Hey, das erforderte doch die Regieanweisung …!“ Ok, wegen der vorhergehenden miesen Anmache hat Lotta vielleicht ein b i s s c h e n mehr zugehauen … nur, um mal ein b i s s c h e n ‚Bescheid‘ zu geben. Aber deswegen … Ne, deswegen allein ist der nicht hier. Der vermutet hier noch Reichtümer, die sie nicht hat. Dass das ein falsches Bild abgibt, dass sie dieses Haus hat … Wie soll man das Piratengold erklären? Besser man erklärt es nicht, sondern wappnet sich. Lotta zieht ebenfalls ihr ‚Besteck‘ … Wie gerne hätte sie jetzt Böser Wolf hier, Tanuí, Papa Långstrump, ihr Inselvolk … Falls ihr etwas passiert … ist Takatuka zumindest in Sicherheit. Hannah wird bestimmt für ihre Tochter weiter sorgen … Oh, Gott Kind! Ich will versuchen, zu überleben … Lotta könnte innerlich zerfließen, das darf sie aber jetzt keinesfalls, sonst wird das wirklich ihr Ende. Sie konzentriert sich auf ihr Gegenüber, sie muss alles an Energie und Achtsamkeit auf ihren Gegner fokussieren … alles andere ausblenden … Irgendwie kommt sie sich vor wie bei einem dieser Stummfilmdrehs … Douglas Fairbanks in ‚Unter vollen Segeln‘ oder so ähnlich …


Er ficht brutal. Lotta muss alle ihre Kunst und Kraft aufwenden und … obsiegt dann doch! Er streckt die Waffen. „Hah, Schurke, wieso sollt‘ ich dich ungeschoren davonkommen lassen …?“

Der Geschlagene schweigt … … …! Lotta spürt … einen Stich … … … von hinten …! Dies ist … kein Drehtag, kein Stummfilm! Kein Cut …Wer …? Was …? Den Zweiten hatte sie nicht zeitig bemerkt, nicht ausreichend beachtet. Der Schmerz raubt ihr die Sinne, sie spürt Feuchtes ihre Seite hinterlaufen. Der linke Arm … nicht mehr zu gebrauchen … Wird das das Ende …? „Das war zur rechten Zeit, Terence! Wieso hast so lang gebraucht, Blödmann?!“

Schwäche überrennt Lotta. Sie sinkt fast in eine Ohnmacht, stürzt … Einen Moment liegt sie da, ihr ist schwarz vor Augen. Dann erkennt sie langsam … schwere Stiefel vor sich. Sie liegt noch am Boden, versucht sich wieder aufzurappeln. Hämisches Gelächter über ihr …


Sie will – endlich wieder stehend - die Fäuste ballen, sich wehren, kann es aber nicht. Die linke Seite will nicht mehr. Ihr Säbel liegt am Boden. Unendliche Kälte durchströmt ihren Körper, sie schlingt ihre Arme um sich, um die Wärme am Entweichen zu hindern. Sie kann nur noch geschlagen abwarten, was weiter passiert. Gibt es keine Rettung?, fleht sie innerlich … Sie muss wenigstens … mit rechts noch … ihren Degen … aber gegen zwei …?! Hilfeeeeee … Schreien kann sie nicht mehr.


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13.04.2023 12:36 (zuletzt bearbeitet: 21.05.2023 19:29)
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Hausmeister

Lilly - Letzter Post

Titel: Lotta braucht Hilfe

So ganz zufrieden ist Viola nicht mit ihrer Schnitzerei, doch immerhin hat sie es mal wieder versucht. Sie legt ihr Werk zur Seite. Um den Feinschliff würde sie sich später kümmern, aber nicht jetzt. Immerhin ist in der Zwischenzeit der Abend angebrochen. Sie macht sich wieder auf den Weg zur Jagd, genauso wie auch Viktor. Auch wenn Nio einmal erlaubt hat, dass sie von ihm trinken dürfte, heißt das ja auch nicht, dass das jede Nacht der Fall wäre.

Lilly hingegen hat erst einmal anderes vor.

Ort: San Myshuno Nr. 8 - In der Nähe von Villa Långstrump

Hier in der Nähe muss es sein. Was Lotta wohl sagen wird, wenn sie einfach auftaucht? Sie hatten schließlich keinen speziellen Termin ausgemacht. Aber wenn der Zeitpunkt unpassend wäre, könnte sie einfach umkehren. Lilly überlegt, vorher noch ein Opfer zu suchen. An den Docks schleicht oft irgendwelches Gesindel rum..

In Fledermausgestalt flattert sie durch die Gegend. Das Fliegen ist einer der Aspekte, die sie am Vampirdasein am meisten genießt. Damals, als sie noch ein Mensch war, wäre so etwas nicht möglich gewesen. Doch der Hauptgrund für ihre damalige Entscheidung ist Viktor gewesen. Sie muss schon damals geahnt haben, dass sie mit ihm die Ewigkeit verbringen möchte.

Lilly verwirft ihre Gedanken wieder. Jetzt sollte sie sich lieber auf die Jagd konzentrieren als auf... Sie hält inne. Was ist das? Es klingt, als sei irgendwo ein Kampf im Gange. Tatsächlich sieht sie in der Ferne einige Gestalten vor einem Haus kämpfen... Mit Schwertern und Degen? Was genau es ist, kann sie auf die Entfernung nicht erkennen. Eines ist jedoch klar: Es sind Nahkampfwaffen. Recht altmodisch, diese Waffenwahl.

Als sie näher flattert erkennt sie die Szene schon genauer. Moment.. das ist Lotta! Sie ist offensichtlich verletzt. Als die Vampirin auch noch erkennt, wer einer der Angreifer ist, ist ihr Entschluss schon gefasst. Sie würde Lotta zur Hilfe eilen. Sie flattert zwischen Lotta und die beiden Männer, die beide überrascht sind. "Hallo Terence!", sagt Lilly, "so sieht man sich also wieder!"



Sie packt ihren "alten Bekannten" an den Schultern damit er nicht Lotta verletzen könnte. Den zweiten Typen kennt Lilly nicht. Lilly weiß, dass sie sich nicht auf beide Männer gleichzeitig konzentrieren kann. Doch der Überraschungsmoment ist auf ihrer Seite. Mit Luftunterstützung haben beide nicht gerechnet.


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13.04.2023 12:36 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:17)
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Hausmeister

Lotta ist es als spürte sie einen Luftzug, einen Flügelschlag … Und plötzlich steht Lilly zwischen ihr und diesem Subjekt, dass ihr die seitliche Wunde zufügte. "Hallo Terence!", sagt Lilly, "so sieht man sich also wieder!" Sie packt die Ratte an den Schultern, scheint ihn zu kennen … Lotta wie auch die beiden Angreifer sind überrascht, aber Lotta erkennt im Bruchteil einer Sekunde, dass Lilly ihr zu Hilfe eilt und dass das ihre Überlebenschance ist. Sie klaubt alle Kraft zusammen, die sie noch hat. Sie muss die Blutung stillen und ihren Degen am Boden erreichen. Sie weiß, wo Moos in ihrem Garten wächst. Antiseptische Hausapotheke! Direkt unter ihren Finger kann sie eine Lage greifen, als sie erneut aber diesmal gezielt in die Knie geht. Sie reißt einen Ballen aus der Erde, presst die schwammige Oberfläche tief in die Wunde unter der Jacke zurrt diese fest um den Körper für eine Art Kompressionsverband. Und nur zwei Sekunden später greift sie mit dem noch funktionstüchtigen Arm ihren Degen und setzt von unten ihrem Widersacher und Filmkollegen die Spitze ihres Bestecks direkt an die Kehle. Einen Schritt weiter und er wäre …



Das fiese Geschmeiss springt zurück: „Lass uns abhauen, Terence …“, und wendet sich sofort zur Flucht um, nicht darauf achtend, ob der andere noch mitzukommen vermag. Diesen Terence hat Lilly fest im Griff. Folgen kann Lotta dem Fliehenden nicht. Dazu hat sie keine Kraft mehr. Aber wenigstens scheint die Gefahr Lilly seit Dank gebannt. Sie kann am Filmset nach ihm forschen. Lotta erhebt sich schwer keuchend, richtet ihr Gerät jetzt auf den Hinterhältigen, blickt Lilly an: „Ihr kennt euch? Bin ich froh, dass du in der Nähe warst.“ Sie nickt zu diesem Terence rüber: „Was machen wir mit ihm? Rufen wir die Polizei?“ Sie muss sich bald setzen, zu viel Blut verloren. Sie ist geschwächt und der Stich schmerzt höllisch, besonders wenn sie den linken Arm zu heben versucht. Das Moos hält nicht lange, sitzt nicht fest genug auf der Wunde. Aber es scheint kein Organ getroffen zu sein. Ein Dilettant.


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13.04.2023 12:38 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:18)
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Hausmeister

Lotta ist verwundet. Der Blutgeruch steigt Lilly in die Nase, doch sie ignoriert ihn. Sie würde nicht so tief sinken und Blut vom Boden auflecken. Nicht, wenn ihr "Freund" Terence doch eine - zumindest geringfügig - sauberere Quelle bieten würde. Lottas Vorschlag, ihn zur Polizei zu bringen geht Lilly nicht weit genug. "Der Junge weiß schon, was ihm blüht!", sagt sie und leckt sich über die Lippen. Terence Blick zeigt, dass sie recht hat: Er weiß, was geschehen würde.



Erst, als Lilly ihren Durst gestillt hat, fällt ihr Lotta wieder ein. "Öhm... keine Sorge, der ist nicht tot und wird wieder aufstehen.", sagt sie schnell und schielt zu dem bewusstlosen Terence, "Und er ist es gewohnt. Viktor hat es auch mal gemacht." Jetzt fällt ihr erst auf, dass Lotta stärker verwundet ist als sie anfangs dachte, auch wenn es nicht lebensgefährlich zu sein scheint.



"Wir sollten uns um deine Wunde kümmern.", sagt Lilly schließlich, "der Blutgeruch macht mich schon ganz kirre und das ist auch nicht unbedingt gut. Soll ich einen Arzt rufen?" Sie selber würde sich dem Notarzt nicht zeigen, denn der würde sicherlich erkennen, was mit Terence passiert ist und sicherlich nicht glücklich darüber sein, wenn der Vampir immer noch in der Nähe ist. Bevor sie jedoch die Nummer wählt, wartet sie erst mal Lottas Antwort ab.


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13.04.2023 12:38 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:19)
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„Ähm, nein …“, Lotta lenkt schnell ein, „für mich … kein Arzt!“ Sie hält Lillys Hand auf, die gerade wählen will. „Ich, wir sind nicht versichert! Ich müsste das bar bezahlen, sofern ich nicht lebensbedrohlich verletzt bin. Das kann ich nicht. Ich habe drinnen alles, was ich brauche …“ Sie sieht auf diesen Terence runter. Die beiden müssen sich ja gut kennen, wenn er wusste, was ihn bei Lilly erwartet. Gut so eine Bekanntschaft wie Lilly zu haben. D e r wird hier nicht mehr vorbeikommen. Sie können ihn also einfach liegen lassen. Er wird wieder aufstehen … Lotta hatte das nur in Vampirfilmen gesehen. Sie hatte nicht gedacht, dass es Vampire wirklich gibt und wie sie sich ernähren ... bis sie sich an Lilly erinnerte. Und jetzt steht sie neben ihr … "Wir sollten uns um deine Wunde kümmern.", hatte Lilly gesagt, "der Blutgeruch macht mich schon ganz kirre und das ist auch nicht unbedingt gut. Soll ich einen Arzt rufen?" Neben dem Problem der fehlenden Krankenversicherung erscheint es Lotta gerade nicht günstig, dass sich irgendein Arzt diese Szenerie beguckt. Die meisten Sims haben Angst vor Vampiren, hat Lotta mittlerweile erfasst … Sie jedoch ist gerade nur heilfroh, dass einer neben ihr steht … Lilly im Speziellen. Und weiter kirre machen möchte sie sie keineswegs … Um beider Willen nicht.

„Dann lassen wir ihn … doch einfach liegen. Könnte ein Betrunkener sein. Die gibt es hier öfter zu sehen. Ich muss mich jetzt einfach erstmal setzen und Mull und Tinkturen auflegen … und das Zeug wechseln. Lass uns reingehen. Muss uns keiner hier draußen sehen. Und dann erzähl mir mal, woher du d e n kennst …“ Und erzähl mir mal, wie und wovon d u lebst, denkt Lotta weiter, spricht es aber noch nicht aus. Sie muss jetzt wirklich erstmal nach sich und dieser ätzenden Stichwunde schauen. "Danke dir Lilly auf jeden Fall, vielmals. Du hast mir wohl ... gerade das Leben gerettet. Wenn ich dir auch mal behilflich sein kann. Ich steht in deiner Schuld ...! Bitte mich, worum du willst."

Beide gehen ins Haus und Lilly hilft der doch etwas geschwächten Lotta noch die Treppe hoch zum Wohnschlafzimmer. „Bitte setz dich doch, Lilly“, bietet Lotta die Couch an, „im Bad habe ich alles an Verbandszeug und Hausapotheke. Ich bin gleich wieder zurück.“ Auf Takatuka gab es keine Ärzte, nur Medizinmänner und heilkundige Frauen und eben selbst erstellte Heilmedizin. Von so etwas wie einer Krankenversicherung hörte Lotta hier zum ersten Mal. In deren Genuss kommt nicht automatisch jeder. Sie hat den falschen Job dafür. Im Bad legt sie erstmal die blutgetränkten Kleidungsstücke in die Wanne und weicht sie gleich in Wasser und Seife ein. Nicht, dass es Lilly noch weiter anregt … Die Jacke muss sie wohl stopfen. Lotta säubert ordentlich die Schnittwunde an der linken Seite und jetzt … dieses brennende Zeug, Aaaaaaaaaaarg. Sie beißt die Zähne fest zusammen, damit sich ihr kein weiterer Laut entringt. Das Umwickeln der Leibesmitte mit Mullbinden, um den Schnitt zusammenzuhalten, erweist sich einarmig als äußerst schmerzvoll und umständlich. Letztendlich kann sie aber die Enden endlich verknoten.

Was Frisches übergeworfen und zurück zu Lilly. Lotta setzt sich zu ihr auf die Couch: „Was bietet man einem Vampir eigentlich zum … Trinken an, wenn er zu Besuch ist?“, fragt Lotta vorsichtig. „Tee willst du wohl nicht, oder?“ Sie schaut Lilly gespannt an. Erste Regel: immer gastfreundlich bleiben. Und dann will sie natürlich auch wissen, was es mit diesem Terence auf sich hat. Wie stehen die in Verbindung? Woher kommt der? Lotta hat so viele Fragen im Kopf, trotzdem sie ziemlich schlaff auf der Couch hängt. Die Schmerzen werden sie wohl kaum schlafen lassen.



Sie wünscht sich zum ersten Mal, sich mit Alkohol abschießen zu können, um diese Schmerzen nicht die ganze Nacht und wohl noch den nächsten Tag aushalten zu müssen. Einfach selig wegdämmern ... Morgen hat sie erstmal nichts geplant … zum Glück.


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13.04.2023 12:41 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:19)
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#108
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Lotta lehnt den Arzt ab und hat selbst für Terence eine Idee: „Dann lassen wir ihn … doch einfach liegen. Könnte ein Betrunkener sein. Die gibt es hier öfter zu sehen." Man würde an den Bissspuren schon wissen, dass Terence nicht betrunken ist, denkt sich Lilly, doch sie spricht es nicht laut aus. Stattdessen folgt sie Lotta in deren Wohnung, die trotz ihrer Wunde noch stark genug ist, um zu sprechen: "Danke dir Lilly auf jeden Fall, vielmals. Du hast mir wohl ... gerade das Leben gerettet. Wenn ich dir auch mal behilflich sein kann. Ich steht in deiner Schuld ...! Bitte mich, worum du willst."

Während Lilly ihrer Gastgeberin nach oben hilft, macht sie sich Gedanken, ob es tatsächlich etwas gibt, um das sie Lotta bitten könnte. Sie wüsste jedoch nicht was. Lotta hat heute schon genug Blut verloren und dank Terence ist sie ohnehin nicht mehr durstig. "Ich werde darauf zurückkommen, wenn mir etwas einfällt!", sagt sie daher nur.

„Bitte setz dich doch, Lilly. Im Bad habe ich alles an Verbandszeug und Hausapotheke. Ich bin gleich wieder zurück.“ Das lässt sich die Angesprochene nicht zweimal sagen. Sie setzt sich. Während sie auf Lotta wartet, lässt Lilly ihren Blick durch den Raum schweifen. Ziemlich große Fenster hier! Tagsüber wäre das ein Problem für sie, doch jetzt in der Abendzeit juckt sie das auch nicht.



Als Lotta schließlich zurückkommt, hat sie sich umgezogen und die Wunde offenbar bereits versorgt. "Ich hätte dir doch helfen können!", sagt Lilly nur. Im Grunde ist sie aber froh darüber, dem Blutgeruch nicht noch länger ausgesetzt zu sein.

"Was bietet man einem Vampir eigentlich zum … Trinken an, wenn er zu Besuch ist?“, fragt Lotta vorsichtig. „Tee willst du wohl nicht, oder?“ Lilly lächelt. "Tee wäre völlig in Ordnung. Bloß weil wir Vampire das nicht mehr zum Überleben brauchen, heißt das nicht, dass wir nicht auch normale menschliche Getränke mögen würden." Nun, da Lottas Wunde versorgt ist, hat die Vampirin auch endlich die Ruhe, die Frage nach Terence zu beantworten: "Und was Terence betrifft: Er wollte mal bei uns einbrechen. Erfolglos, wie ich hinzufügen möchte, denn wir haben ihn rechtzeitig erwischt. Aber da der Kerl nicht einmal davon zurückschreckte, unseren Kater zu entführen, hat er es auch verdient, als Durststiller zu enden." Noch immer ist sie wütend darüber.


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13.04.2023 12:43 (zuletzt bearbeitet: 16.04.2023 00:20)
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"Ich werde darauf zurückkommen, wenn mir etwas einfällt!", hatte Lilly auf Lottas Dank „Bitte mich, worum du willst.", draußen noch geantwortet. Lotta ist jetzt neben ihr auf der Couch direkt froh, dass Vampire scheinbar auch erstmal einen Tee annehmen. "Tee wäre völlig in Ordnung. Bloß weil wir Vampire das nicht mehr zum Überleben brauchen, heißt das nicht, dass wir nicht auch normale menschliche Getränke mögen würden." Wer weiß, w a s Lilly einfällt … War es schlau, einem Vampir ein so offenes Dankes-Angebot zu machen? Lotta überlegt gerade noch einen Moment, was das vielleicht heißen könnte, wenn … als Lilly mit Erklärungen zu einer vorhin gestellten Frage fortfährt und dabei recht wütend wirkt: "Und was Terence betrifft: Er wollte mal bei uns einbrechen. Erfolglos, wie ich hinzufügen möchte, denn wir haben ihn rechtzeitig erwischt. Aber da der Kerl nicht einmal davon zurückschreckte, unseren Kater zu entführen, hat er es auch verdient, als Durststiller zu enden."

Lotta ist hellauf empört: „Einbruch und dann noch eure Katze entführen wollen? Den hättet ihr verfrühstücken können von mir aus. Hah, meinen Wolf hätten sie nicht einfach entführen können! Wär‘ der hier gewesen …“ aber er war nicht hier, sonst wären die beiden Burschen gar nicht erst so weit gekommen … In dem Fall: „Gut …, dass mein Töchterchen … auch gerade gut versorgt ist. Ich hätte Schwierigkeiten …, mich Morgen um sie zu kümmern. Tee … kann ich dir … heute wohl auch nicht mehr … wirklich anbieten. Die Treppe schaff‘ ich gerade … nicht nochmal.“ Lotta krümmt sich etwas vor Schmerz. Sie hatte sich vor Empörung etwas zu sehr aufgerichtet, sackt jetzt wieder in die etwas angenehmere schlaffe Pose für die schmerzende Schnittwunde zurück. „Aber … ein bisschen Plaudern … hilft mir, diesen … fies quälenden Einstich … etwas zu verdrängen …“, bringt sie etwas kurzatmig hervor, bis die heftige aufjaulende Pein wieder etwas abklingt. Sie sitzt einen Moment da, bis sie wieder ruhiger atmen kann und der Schmerz auf ein halbwegs verträgliches Maß herabsinkt. Lotta möchte jetzt nicht allein sein. Lieber noch ein wenig mit Lilly reden, auch wenn es anstrengt.

Dieser Terence tritt also öfter in Erscheinung: „Den Blonden kenne i c h. Vom Filmset. Ein Kollege quasi. D a s werde ich noch regeln. Aber was ist mit diesem Terence? Hast du eine Ahnung, wo der herstammt? Dem sollte man vielleicht mal das Handwerk legen. Apropos Handwerk … Wenn er, was bei dir kaputt gemacht hat bei seinem Einbruch – ich bin recht geschickt, hab‘ eine kleine Werkstatt.“ Lotta muss erstmal wieder eine Atempause nehmen. Aber die Idee, Lilly Reparaturhilfe anzubieten, nimmt gedanklich Gestalt an. Vielleicht könnte sie ihr so einen Gefallen tun bevor … Lilly was anderes ‚einfällt‘.

Lotta fällt auch noch was ein, was sie Lilly unbedingt noch fragen und sagen sollte …: „Ich hoffe, du hattest nicht noch Ärger mit deinem Boss … als wir … da vor einiger Zeit … im Restaurant … so viel Blödsinn angestellt haben? Maryama, meine Freundin, ist sonst auch nicht so. Wenn du sie besser kennen würdest … Wir wollten wirklich nicht dein wundervolles Klavierspiel stören. Tut mir ehrlich leid.“ Lotta erinnert sich mit schaudern, wie Maryama ihren Kopf auf Lilly bettete und es fast zum Eklat mit deren Begleiter gekommen wäre, der Lotta etwas unheimlich ist. Sie guckt etwas betreten zu Lilly rüber. „Ich würde so gerne nochmal was von dir auf dem Klavier hören. Dem Restaurantbesitzer habe ich auch was zur Entschädigung aus meinem Garten gebracht. Hoffe, das hat deinen Chef etwas besänftigt für die erlittenen Verluste.“ Verluste! Lotta hat gerade einiges an Blut verloren. Wieder geht ihr nach, was Lilly vielleicht mal einfallen könnte … Wenn man ‚danach‘ wieder aufstehen kann … also, nichts weiter passiert ... Lotta schluckt etwas innerlich … Also, das wäre ja … wie eine ‚Blutspende‘ …, wenn Lilly d a s bräuchte. Sie müsste aber erstmal noch ein bisschen mehr über das Vampirdasein erfahren, bevor sie sich zu so einem direkten ‚Angebot‘ für Lilly durchringen könnte … und bestimmt nicht heute Nacht – statt einer Tasse Tee.


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13.04.2023 12:44
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„Einbruch und dann noch eure Katze entführen wollen? Den hättet ihr verfrühstücken können von mir aus. Hah, meinen Wolf hätten sie nicht einfach entführen können! Wär‘ der hier gewesen … Gut …, dass mein Töchterchen … auch gerade gut versorgt ist. Ich hätte Schwierigkeiten …, mich Morgen um sie zu kümmern. Tee … kann ich dir … heute wohl auch nicht mehr … wirklich anbieten. Die Treppe schaff‘ ich gerade … nicht nochmal.",[/b] erzählt Lotta. Wolf? Tochter? Lilly hat davon nichts gewusst.

"Ich wusste gar nicht, dass du auch einen Wolf und eine Tochter hast. Wo sind die beiden denn?", fragt sie daher. Dabei wirkt Lotta so jung. Sie hätte nicht gedacht, dass sie bereits Mutter ist. Dass Lotta zu verwundet ist, um jetzt für Tee zu sorgen, leuchtet Lilly ein. Sie kommentiert diese Aussage gar nicht erst. „Aber … ein bisschen Plaudern … hilft mir, diesen … fies quälenden Einstich … etwas zu verdrängen …“, fügt Lotta dann noch hinzu. Ein bisschen Plaudern ist auch für Lilly okay. Sie hat nichts vor.

„Den Blonden kenne i c h. Vom Filmset. Ein Kollege quasi. D a s werde ich noch regeln. Aber was ist mit diesem Terence? Hast du eine Ahnung, wo der herstammt? Dem sollte man vielleicht mal das Handwerk legen." Lilly überlegt. "Er hat was behauptet von wegen 'Red Wood House' in Brindleton Bay. Offenbar gibt es die Adresse tatsächlich. Ich bezweifle allerdings, dass es auch seine ist.", antwortet Lilly. Lotta ist mit ihrer Erzählung aber noch nicht fertig. Sie fährt fort: "Apropos Handwerk … Wenn er, was bei dir kaputt gemacht hat bei seinem Einbruch – ich bin recht geschickt, hab‘ eine kleine Werkstatt.“ Offenbar gibt es noch mehr, das Lilly von ihrer Gastgeberin noch nicht weiß. "Du arbeitest beim Film? Als Bühnenbildnerin?" Diese Vermutung liegt nahe, da Lotta ihr handwerklichen Geschick betont hatte. "Aber tatsächlich brauchen wir gerade etwas handwerkliche Hilfe. Meine Tochter schnitzte früher mal ganz gerne und hat das Hobby heute offenbar wieder entdeckt. Aber das, was wir bräuchten, würde ihre Fähigkeit dann doch überschreiten. Kannst du auch Glaserarbeiten?"

Sie merkt, dass Lotta ein wenig nervös wirkt. Hat sie ihre Aussage, dass der Blutgeruch sie ganz kirre machen würde, so verunsichert? Daher fügt Lilly noch hinzu: "Hey, keine Sorge. Wenn ich mich zurückhalten kann, während ich den Blutgeruch der Wunde wahrnehmen muss, dann kann ich das erst recht, wenn diese bereits behandelt ist. Ich würde mal von mir behaupten, kein blutrünstiges Monster zu sein. Nicht jeder Vampir tickt gleich!" Aber echte Panik scheint Lotta auch nicht zu haben. Immerhin ist auch sie nicht ganz wehrlos... Lilly erinnert sich, wie Lotta trotz ihrer Wunde dem blonden Typen den Degen an den Hals hielt. "Und du hast deine eigene Art von Beißerchen!", fügt die Vampirin mit einem schelmischen Grinsen noch hinzu.

Lotta erzählt weiter: „Ich hoffe, du hattest nicht noch Ärger mit deinem Boss … als wir … da vor einiger Zeit … im Restaurant … so viel Blödsinn angestellt haben? Maryama, meine Freundin, ist sonst auch nicht so. Wenn du sie besser kennen würdest … Wir wollten wirklich nicht dein wundervolles Klavierspiel stören. Tut mir ehrlich leid.“ Dass diese Maryama nicht immer so ist, hat sich Lilly schon gedacht. "Es war vielleicht nicht die beste Idee, sich ein alkoholisches Mittagessen zu bestellen!", sagt sie, "Aber weder du noch Maryama müssen sich Sorgen machen." Schließlich hatte irgendjemand die Geldscheine auf dem Restauranttisch liegen gelassen um für die Schäden zu bezahlen. Davon hatte ihr zumindest Phil erzählt. Sie sagt jedoch nicht das sondern erzählt stattdessen: "Phil ist kein nachtragender Mensch. Aber er ist nicht mein Boss. Es war ein einmaliges Engagement zur Feier der Eröffnung. Und was Viktor betrifft: Auch er weiß, dass Maryamas Verhalten nun doch kein Flirtversuch war. Auch er ist eigentlich kein eifersüchtiger Typ. Es war an dem Tag aber wohl alles etwas zu viel, selbst für ihn."

„Ich würde so gerne nochmal was von dir auf dem Klavier hören. Dem Restaurantbesitzer habe ich auch was zur Entschädigung aus meinem Garten gebracht. Hoffe, das hat deinen Chef etwas besänftigt für die erlittenen Verluste.“ Dass das Klavierspiel so gut angekommen ist, freut Lilly. Sie ist stolz auf ihr musikalisches Können. "Apropos Gartenerzeugnisse: Phil hat mir davon erzählt. Er war sehr begeistert und lässt anfragen, ob du Interesse an einem dauerhaften Vertrag hättest. Er kennt deine Adresse und Telefonnummer nicht und hat dich das also nicht persönlich fragen können."


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